Wiewucrotions -Prrise Für Laibach: GmrzjLhrig . . 8 fl. 4V kr. $.athM)rig. . . 4 „ M •wrtdififfrig . 2 „ 50 „ Wonallich . . . — „ 70 „ M i t der Pofl: •eegiibrig...............12 fl. fceßiürig................ 6 „ 1itrtt£iä(rag 3 „ Kür ßnfttCnng ins HauS »ktltli. Ü5 kr., «vnall. 9 kr. «aze.r.r Wummern 6 kr. Laibacher Redacttoi Bahnhvsgaffe V, t 132. Expedition- & I» Graten-dnrcan: Congreßplatz Nr. 81 (Buch-^ Handlung von Jgn d. Kleinmayr & Fed. Bambergs H Jnscrtionspreisc: \ Für die einspaltige Petirze ä 4 tr., bei zweimaliger iuv schaltiing ä 7 tr., dreimaliger ä 10 fr. Jnsertionsstempel jedeSmal 30 fr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Anonyme Mitteilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Nr. 97. Donnerstag, 30. April 1874. — Morgen: Philipp u. Jakob. 7. Jahrgang. Labonlaye über die Lage Frankreichs. (Schluß.) Während so gewisse Mitglieder der Rechten fruchtlose Anstrengungen machen und neuerdings die Unverbefserlichkeit einer Partei zeigen, die, so oft sie sich an eine Sache hing, nur Niederlagen davongetragen hat, erklärt die Linke laut, daß, wenn sie sich am 20. November weigerte, einer Erstreckung schlecht definierter und bedrohlicher Gewalten bei-zustimmen, sie doch das einmal beschlossene Gesetz genehmigt hat und bereit ist, die Gewalt zu konstituieren. ES verbirgt sich da kein Hintergedanke: das linke Centrum und die Linke lassen ihr Spiel sehen. Es ist augenscheinlich, daß eine siebenjährige republikanische Magistratur den Triumph der Republik herbeiführen würde. Das linke Centrum und die Linke haben keine Prätendenten im Hinterhalt, sie schenken dem Marschall ihr volles Vertrauen und verlangen nur eines: daß die Versassungs-gesetze auf republikanische Weise eine republikanische Gewalt einrichten, und daß unter dem Namen des Srptennats nicht eine Aftermonarchie, die den Grund zu neuen Revolutionen legte, eingesetzt werde. Es nützt der Rechten nichts, auSzurusen, daß sie die Macht des Marschalls begründet hat und ihre sicherste Stütze bleibt. Die Handlungen, nicht die Worte, müssen zu dieser Stunde sprechen. Wer unterstützt heute den Marfcholl? Die Partei, welche die Monarchie wicderherzustellen trachtet? Wer ehrt den Marschall? Diejenigen, welche ihn vorschieben, um ihren Ehrgeiz hinter ihm zu verbergen, oder diejenigen, welche nichts weiler von ihm verlangen, als daß er die Gewalt, die das Gesetz ihm auf sieben Jahre verleiht, in ihrem ganzen Umfange handhabe? Wenn die Politik Gefühlssache wäre, so wäre es möglich, daß der Marschall mehr Neigung für feine alten Freunde als für die Linke, die er kaum kennt, hätte; wenn aber die Politik nichts anderes ist als die Führung der allgemeinen Interessen des Landes, so steht es außer Zweifel, daß der Marschall zu denjenigen Hinneigen wird, die sich als seine wahre Stütze erweisen werden und daß er sich von der unruhigen Partei entfernen wird, die trotz aller ihrer Versicherungen den Sturz desjenigen vorbereitet, den sie vor sechs Monaten in den Himmel erhob. Alle Betheuerungen sind hier unnütz. Was noththut, sind nicht eitle Reden, sondern entscheidende Beschlüsse, auf die der Marschall und Frankreich bauen dürfen. Was wird nun bei dem Wiederzusammentritt der Nationalversammlung geschehen ? Zwei Lösungen sind möglich. Es könnte sein, daß die Mehrheit der Rechten und das rechte Centrum zusammen nichts anderes beabsichtigten, als die Gewalten des Marsdjalls auf sieben Jahre zu organisieren. In diesem Falle und wenn man sich von beiden Seiten mit ein wenig Vertrauen und gutem Willen entgegenkommt, wird man sich mit dem linken Centrum und einem großen Theile der Linken verständigen. Freilich fragt es sich, ob wir bei dieser Gelegenheit nicht der Grablegung der Legitimität beiwohnen müßten. Es ist nicht wahrscheinlich, daß der so gläubige Graf Cham-bord diejenigen, welche das Königthum auf sieben Jahre verbannen würden, noch ferner als die Sei-nigen ankennen wollte. Wenn aber der Graf Cham-bord der Nothwendigkeit keine Zugeständnisse machen will, so wird das Land denen, die dem Wohle Frankreichs ihre liebsten Gefühle zum Opfer getn-ad.t haben, eine umso tiefere Erkenntlichkeit widmen. Wenn hingegen die Vorurtheile und Leidenschaften den Sieg davontragen, wenn die Rechte und das rechte Centrum und mit ihnen die Bonapartisten, die sie beherrschen werden, eine genügende Majorität bilden, nicht um das Königthum auszurufen, was kaum möglich wäre, aber um unter dem Namen deS Septennats die Vorhalle der Monarchie mit einem beschränkten Wahlgesetz, einer zweiten, so gebildeten Kammer, daß sie den Feinden der Republik als Wall- und Zufluchtsstätte dient, zu bauen, so werden weder das linke Centrum noch die Linke sich diesem kühnen Unternehmen anschließen, welches dem Marschall kein Ansehen, dem Lande keine Beständigkeit zu geben vermag. Ist jedoch das linke Centrum gezwungen, in der Opposition zu bleiben, so wird diese Opposition eine konstitutionelle sein. Es wird alle parlamentarischen Mittel zu Hilfe rufen, sich aber nicht untersagen, sehnlichst den Augenblick herbeizuwünschen, da das Land, in den Widerbesitz seiner Souveränetät Feuilleton. Pflanzen, welche gemolken werden. Je näher man auf die Hochebene von Mexico, der Hauptstadt des Lande«, kommt, desto deutlicher spricht sich der Charakter des Landes in allerlei Arten don Stachelpflanzen aus, als Kactus-, Magold- und Aukaarten. Auch stößt man auf viele Akazien, nur wirklich angebaute Felder sind sehr selten. Selbst an den kleinen Häusern der Eingeborenen sehlen Gärtchen Und Fruchlbäume. Dagegen tritt die Pulquepflanze, die wichtige Mageh, in den Vordergrund. Es ist merkwürdige Thatsache, daß die Agave, und ge« ^de diese Art derselben, in vielen Theilen Amerikas, Nonders in Ecuador, Peru und Venezuela wächst, "J keinem Lande fast der Rede werth benutzt wird, “tot,in Ecuador scheinen die Indianer den Nutzen "krselben zu kennen, jedoch ohne den geringsten Han» "kl mit ihr zu treiben. In Mexico wird die Mogch jtdoch in hohem Maße auSgebeutet. Mit Recht heißt sik hier die „Kuh des Landes" ; denn man melkt I»e nicht allein bis zu ihrem letzten Lebenstropfen ®ö*' sondern benutzt sie auch noch zu zahllosen an. deren Zwecken. Es gibt kaum ein nützlicheres oder wenigstens mehr benutztes Gewächs im ganzen weiten ««che. Gerstäcker schildert die Mageh und ihre Be- nutzung in seinen „Neuen Reisen" folgendermaßen: Es ist nicht die eigentliche Alpenpflanze, aber doch ein ganz ähnliches Gewächs, nur in weit riesigerem Maßstabe. Die ausgewachsenen und zum Schafttreiben vollkommen reifen Pflanzen nehmen zuweilen einen Flächenraum von 45 Fuß ein und ihre mit Stacheln bewehrten Blätter sind außerordentlich dick und fleischig. Sie enthalten eine Unmasse Saft, der «der bis zum fünften Jahre vollständig werthloS und herb bleibt und deshalb bis zur richtigen Zeit geschont werden muß. Dieser Zeitpunkt beginnt, wenn die Pflanze im Begriff steht, ihren Machenschaft zu treiben. Man kann dies sehr deutlich daran erkennen, daß sich von dem mittelsten, ungewöhnlich dicken Triebe Blatt nach Blatt ablöst und diesen nicht viel dicker läßt, als rin einzelnes, zusammengerolltes Blatt. Jetzt ist der Augenblick gekommen, die Pflanze zu melken und dies geschieht auf folgende, eben nicht bequeme Art. Man glättet nemlich an der Stelle, an welcher man sie angreifen will, zuerst die Kanten der nächsten Blätter und befreit sie von ihren Stacheln; denn wollte man Blätter ausschneiden, so würde nicht allein zu viel Milch, d. f. Saft verloren gehen, sondern sich die Pflanze sogar verbluten. Alsdann wird das den beginnenden Pflanzenschaft noch umgebende Blatt mit einem eisernen Instru- mente abgestoßen und herauSgerissen; ist man jetzt zu der Stelle gelangt, wo das eigentliche Herz sitzt, so gräbt man dort, mit einer Art Kratzer, ein Loch hinein, das unten rund abgeschabt wird und anfangs noch ziemlich klein ist. In dieser Höhlung soll sich der Saft der Pflanze, die Milch sammeln und sie wird auch danach das „Faß" genannt. An jedem Morgen melkt nun der Arbeiter seinen Baum, d. h. er setzt einen langen dünnen Flaschenkürbis als Heber an, zieht den Saft, der sich in der Nacht angesammelt hat, heraus und läßt ihn i» ein Gefäß oder in einen Schlauch laufen. Aus dem Saft wird Pulque bereitet. Die Bereitung erfolgt einfach dadurch, daß man den Saft einer leichten Gährung unterzieht. Der Pulque sieht weiß aus und hat, wenn man erst einmal etwa» daran gewöhnt ist, einen nicht unangenehmen säuerlichen Geschmack. Er ist herb genug, um den Durst leicht zu stillen, und geistig genug, um zu berauschen. Von der gesummten Bevölkerung Mexicos wird er in ungeheurer Menge genossen. Die einmal angezapfte Pflanze kann man viele Monate hintereinander melken; nach und nach aber stirbt sie ab, der ganze Saft, den sie vorbereitet hatte, wurde ihr entzogen. Die Blätter werden nach und nach welk, und wenn sie ihre letzten Kräfte erschöpft hat, stirbt sie. Mitleidslos haut man sie ab, um den Nachbarpflanzen Raum zu geben. gelangt, >.nehr Einsicht zeigen wird, als seine Bertre-ter. Kurz, wenn die Majorität begreifen will, daß die Zeit der monarchischen Träume vorüber und nur noch für die Republik, die jedermann offen steht, Platz vorhanden ist, wenn sie den Muth hat, sich in das Unvermeidliche zu schicken, so wird man sich leicht und schnell verständigen. Nimmt die Rechte im Gegentheil das verhängnisvolle Spiel der Royalisten von 1789 wieder auf und greift sie zu den gewaltthätigen Mitteln, um eher alles zu verlieren, als der Nothwendigkeit nachzugeben, so wird es ihr vielleicht gelingen, die öffentliche Meinung einzuschüchtern und Frankreich zum Aeußersten zu treiben, wenn sie aber nicht mit Blindheit geschlagen ist, so wird sie einsehen, daß die Anarchie, sollte sie in Frankreich herrschen, nicht das alte Königthum zurück-führen würde. Der Erbe der Iacobiner hält sich schon in Bereitschaft; ich brauche ihn nicht zu nennen. Zum Schlüsse gestehe ich, daß ich mit den Jahren griesgrämlich geworden bin; ich setze geringes Vertrauen in die Weisheit der Parteien und kann nicht finden, daß sie sich durch die Erfahrung belehren lassen. Es drängt sich jedoch eine Noth-wendigkeit auf. Es ist leicht ersichtlich, daß es außerhalb der Republik keinen Platz mehr für eine Regierung gibt, welche die Rechte zwanzig Jahre lang bekämpft hat. Wenn unsere Jrrthümer und unsere Spaltungen zum drittenmale dem Despotismus die Thore Frankreichs öffnen, dann mögen die Rechte und das rechte Centrum sich keinen Selbsttäuschungen mehr hingeben, denn die ganze Schuld wird auf sie zurückfallen! Mit ein wenig mehr Vertrauen in das Land, mehr Rücksicht für die öffentliche Meinung, kann alles zusammen, Frank-reich und die Freiheit, gerettet werden. Politische Rundschau. Laibach, 30. April. Inland. Vorgestern ging das Abgeordnet e nha u s in die Specialdebatte über das Kloster-gesetz ein. Das Amendement des Abg. Fux zu § 1, daß zur Errichtung eines Ordens oder eines neuen Klosters ein Reichsgesetz erforderlich sei, wurde angenommen. Der Antrag Kopp's, daß in den Klöstern des Inlandes nur österreichische Staatsbürger «intretcn und Vorsteher sein dürfen, wurde ebenfalls angenommen. Der Paragraph betreffs der Aufhebung einer Klostergenofsenschaft wurde mit einem verschärfenden Amendement des Abg. Ruß ebenso wie der Zusatzantrag Mayrhoser's angenommen, nach welchem beim Austritte aus dem Kloster die Wirksamkeit des Gelübdes der Ehelosigkeit aufhören soll. Die übrigen Verbessernngsanträge wurden verworfen und der Gesetzentwurf bis zum § 16 erledigt. Im Verlaufe der Debatte erklärte der Kultusminister, die Regierung könne den beschlossenen Abänderungen nicht zustimmen. 'Jiunmchr, nachdem fast ein volles Drittheil des laufenden Finanzjahres bereits ve> flössen ist, veröffentlicht das Reichsgesetzblatt daS Finanzgesetz und den S t aa ts v vran schla g für 1874. Es ist nur der Beschleunigung, mit welcher die Krone den Beschlüssen des Reicherathes die Sanction folgen ließ, zu danken, daß nicht auch für den fünf, teil Monat des Jahres abermals eine provisorische Stcuerbewilligung erfolgen mußte. Hoffentlich ist diese Verspätung des Budgets die letzte gewesen. Vonseite der Regierung wenigstens wird beabsichtigt, als erste Vorlage dem im Herbste zusammentreten. den Reichsrathe das Budget für 1875 zu unterbreiten, fo daß es möglich fein wird, dasselbe vor Beginn des Finanzjahres zu votiren. Am vergangenen Sonntag wurden in Pest Konferenzen unter dem Vorsitz des Ministers Grafen S z a p a r y eröffnet, deren Zweck die Beleuchtung des Gesetzentwurfes über die Municipot« arrondierung vom Standpunkt der sieben b ür gische n Verhältnisse und Interessen ist. Fast alle siebenbürgischen Abgeordneten hatten sich, der Einladung des Ministers Folge leistend, eingesunden. Die Versammlung wählte ein Subcomits, welches sich sofort unter dem Vorsitz des Ministers konstituierte, und welches nun an die Berathung jener Detailfragen gehen wird, welche sich auf die fpeciellen siebenbürgischen Verhältnisse beziehen. Als die wichtigsten derselben erscheinen die Krage über die Einverleibung der Enclaven und vorspringende» Territorien , ferner jene über die Vereinigung aller Territorien, welche sich historisch eigenartig entwickelt haben. In der allgemeinen Berathung, welche der Wahl des Eomit^s vorangegangen war, wurde von-seite der anwesenden sächsischen Abgeordneten Wächter, Rannicher, Bömches und Brennerberg die Noth-wendigkeit betont, daß vor allem die Regelung des Königsbodens im Sinne der betreffenden gesetzlichen Bestimmung mittelst eines besonderen Gesetzes durchzuführen sei; vonseite anderer Redner wurde auf die Nothwendigkeit hingewiesen, jene Territorien, welche eine eigenartige historische Entwicklung haben, so wenig als möglich in ihrem Bestand zu alte-rieren. Ausland. Das preußische Abgeordnetenhaus löst den Reichstag ab. Die wichtigste Vorlage, die noch erledigt werden muß, ist das Gesetz über die Verwaltung erledigter Bisthümer. Daneben harren noch die Fünszig-Millionen-Anleihe für Eisenbahnzwecke und die Provinzialordnung der Beraihung. Man nimmt indessen an, daß der Landtag noch vor Eintritt der Pfingstserien geschlossen wird. Der Finanzminister legte demselben bereits das Finanzexpose für 1873 vor. Die Einnahmen betrugen gegen den Voranschlag 344/l0 Millionen mehr, die Ausgaben 12'/10 Millionen mehr; die außeretatmäßige Verwaltung erforderte einen Zuschuß von 840,000 Thalern. Es verbleibt somit ein disponibler Ueberschuß von 21*/10 Mill. Thalern. Der Antheil Preußens an der Kriegs-contribution erreicht bisher die Summe von 100 Millionen Thalern. Der Minister legt einen Schuldentilgungsplan vor, nach welchem der Staat von Neujahr 1875 ab um 2'/,0 Mill. entlastet wird. Aus ^allen Ländern Europas und sogar aus Amerika sind der Schweiz Glückwünsche zur Annahme der freiheitlichen Bundcsrevision zugegangen. „Im neuem Glanze strahlt die schweizerische Republik", sagte mit Bezug auf diese Glückwünsche der Bundespräsident Schenk vor dem Bundesrathhause zu einer jauchzenden Versammlung. Er fuhr fort: „Edler steht unsere Republik da, menschlicher, gereinigt von vielem, was sie verunstaltete, freier, gerechter, selbstbewußter und stärker! Und was sie geworden ist am l‘J. April, das ist sie geworden aus sich selbst und durch sich selbst in langem gewaltigen inneren Ringen, volle Freiheit gewährend jedem Gegensätze, jedem, auch dem erbiltersten und maßlosesten Worte, in Geduld, in Standhaftigkeit, in Selbstüberwindung und Maßhallen, mit alleidgenössischer Treue zusammenstehend und Verständigung suchend!" Die „Röpublique Franxaise" enthüllt den Plan der m o narch is ch > kl er i ca l c n Partei in Frankreich für die nächste parlamentarische Campagne. Hienach würde es sich darum handeln, die Debatte über die konstitutionellen Gesetze abermals zu vertagen und das Unterrichtsgesetz zu erledigen. Bei der Berathung des freisinnigen ^aboulaye'jchen Entwurfes, glaubt man, werden sich für die mon-archischen Parteien Berührungspunkte genug finden, welche eine gegenseitige «nnäherung auch auf politischem Gebiete ermöglichen. Nebst der abermaligen Vertagung der Verfassungsgesetze, welche nach einigen Berichten erst in der Novemberfession zur Debatte gelangen sollen, will die klerikale Partei durch Be-rathuug des UnlerrichtögesetzeS noch einen zweiten, weiter greifenden Zweck erreichen. Die „Unterrichtsfreiheit", wie sie die ultramoniane Partei versteht, würde die Errichtung von sogenannten katholischen Universitäten ermöglichen, für deren Gründung bereits die nöihigm Summen aufgebracht sind und deren Statuten Monsignore Dupanloup zur lieber» Prüfung nach Rom gebracht hat. Die klerikale Partei beabsichtigt, wie die „Rvpublique Fran^aise" aus- führt. in Frankreich hiedurch ein zweites klerikale-, päpstliches, ultramontanes Frankreich zu schaffe« und die künftigen Generationen von Medicinern, Advokaten und Gerichtsbeamten zu Knechten des Jesuitismus zu machen. In Beantwortung einer Interpellation über die Gründe der im Januar erfolgten Parlaments-Auslosung entgegnete Gladstone, „er fühle sich m feinem Gewissen vollständig darüber beruhigt und bedauere nur, nicht schon um Monate früher jenen Schritt gethan zu haben." Der Kaiser von Rußland soll bei seinem Maibesuche in England in einen Taumel von Vergnügungen gestürzt werden. Bankette, Bälle, Monstre-Concerte und Monstre - Feuerwerke stehen auf der Liste, und sogar ein großes Manöver ist anstatt der ursprünglich beabsichtigten kleinen londoner Gardenparade beschlossen worden. Das stehende Lager zu Aldershot wird in Galazustand versetzt. Nachdem dem Thale von Somorrostro ein blutiger Name in der Geschichte des spanische« Bürgerkrieges gesichert worden, läßt sich mit ziemlicher Gewißheit annehmen, daß nach B al maseda die zweite große vor Bilbao erfolgende Schlacht ge» nannt werden wird. Nach spanischen Blättern haben die Carlisten dort allein 18,000 Mann zusammengezogen und sogar vierundzwanzig Kanonen, welche bisher zur Beschießung von Bilbao verwendet wurden, ebendahin befördern lassen. Wie in Depesche« der Agence HavaS behauptet wird, verfügt Serrano zur Stunde im ganzen über 40,000 Mann unter Leitung Conchas, welche zwischen Laredo und Castro Stellung genommen haben. Der auf letzten Samstag an gefugt gewesene Angriff auf die carlistische« Linien ist, soweit Nachrichten vorliegen, nicht erfolgt. Zur Tagesgerichte. — liebet den @ebftmotb defl Grafe» Goluchowski wird der „Salzb. Chr." nachträglich aus Innsbruck geschrieben: H-uie (am 23 ) warben in der Sk. JakobS-Pfarrkirche die Seelenmcfs-n für den unglücklichen Grafen SianiSlauS Maria Gervasius GoluchowSki gelesen. Niemand hat an dem nur zu lebenslustigen Jüngling Spuren von Trübsinn bemerkt. Er war erst SamStag von einer Ferienreise nach Norditalien zurückgekehn. Wie ich vernehme, soll der junge Gras auch in Monaco gewesen sein und dort nicht unbedeutend; Summen verloren haben. Sonntag abends sah man ihn noch im Theater und Montag nachmittags im Kaffeehause. Auch hatte er sich am Tage seines Todes noch die Haare ganz kurz fcheeren taffen und sich geäußert, er wolle sich durch diese Entstellung nöihigen, zu Hanse zu bleiben, um ernstlich zu arbeiten. Eine halbe Stunde vor der Zhit soll er noch vom Goldarbeiter ein sehr schöne» Medaillon zngeschicki bekommen und es seinen Hau«» leuten gezeigt haben. Den Mohren, der bei ihm bedienstet war, haue er auegesanbt und ihm aufgettagtn, erst um halb sechs zutuckzukehren. Als der Schwarze um Diese Stunde in da« Zimmer trat, fand er sei»« Herrn am Veite liegen und dachte, er schlafe. Erst gegen bieioiettcl aus sechs Uhr wollte der Diener ih» wecken, da der Gras um sechs zu speisen pflegte, unb fufjtt ihn an Cer Hand. Itzt erst uicrkie Der Neger, daß (cm Gebietet wdt sei, und stürzte schreiend au8 dem Zimmer. Der rasch herbeigerufene Arzt fand eine kleine Wunde zwischen der fünften und sechsten Rippe dort, wo sich das Herz befindet. Am Kanapö lag ei» wenige Zoll langer sechslüufiger Revolver. Ein Schuß war abgefeuert. Die Kugeln waren nicht größer alt emc Erbse. Die gestern voigenommene Sektion «gab, Daß das Herz nicht durchbohrt war, sondern nur auf* geschlitzt, so daß eine innere Verblutung «folgte. Der Tod scheint sehr rasch und schmerzlos eingetreten z» sein; Denn die Züge des Berblichenen waren wohl entstellt, aber mchi verzerrt. Ec scheint den Schuß am Kanape sitzend abgedrückt, sodann sich noch de» Rock zugeknöpft zu haben und bis zum Bett gegangen zu fein, wo er verschied. — Der Vollbart des Fürsten Bismarck, den dieser sich während seiner Krankheit wach» sen licß, erregt augenblicklich in Berlin und Umgebung btt GemiUher seiner unzähligen Verehrer in besonderer Weise. Einige Aerzie, heißl eS, haben ihm die Beibehaltung dieses männlichen Schmuckes als Schutz und Schirm gegen dreiste Lüfte anempfohlen, während seine Freunde sich darüber ärgern, weil, sagen sie, das typisch gewordene Gesicht des großen Mannes hiedurch vollständig verändert erscheint. Man wird, meinen wieder andere, sich mit der Zeit daran gewöhnen, und in Zukunft wird Berlin bei dem Barte BiSrnaickS schwören. — Ein moderner Bußprediger. AuS Neapel, 21. April, wird geschrieben: Während sich in der ganzen Fastenzeit die Behörden, mit geringen Ausnahmen, nicht Uber Ausschreitungen vonselten der Prediger zu bellagen hatten, kam gestern in der Kirche der heiligen Ursula ein Fall vor, mit dem sich wahrscheinlich daS Criminalgericht beschäftigen wird. Ein fanatischer Geistlicher rief einen btrartigen Scandal hervor, daß man an die traurigsten Zeiten des Mittel-alter« erinnert wird, wo die Inquisition noch im Gange war, indem er feine Zuhörer mit furchtbaren Drohungen einfchlichterte, von einem Marienbilde, daS neben thrn stand, den Kranz herunterriß und auf die Etbe warf, wobei er die Kerzen aufllöfchte und unter den furchtbarsten Vorwürfen alle Mächte der Hölle -anrief, die Sünden der modernen Gesellschaft zu bestrafen. Schließlich zündete er eine Pechsackei an und forderte die Anwesenden auf, ihre Hand über die Flamme zu halten, die noch lange nicht so heiß sei, wie die Flamme der Hölle, that, als ob er seine eigenen Hände darüber halte, wodurch er ein allgemeines Geheul hervorrief, bis er von den gerührten Zuhörern von der Ranzel entfernt und in die ©icriflci gebracht wurde. Man könnte über derartige Vorfälle jachen, wenn die niederen Bolksklasien nicht fo geneigt mären, derartige Kanzelkomövien, die keinen anderen Zweck haben, als zum Haffe gegen die Regierung auf-preizen, für Ernst zu nehmen. — Die neueste Damenmode, die uttsern Damen noch nickt bekannt fein dürfte, besteht in St. tonte erscheinenden Blättern zufolge, darin, daß sich die dortigen Modedamen die Beine zusammenbinden, um kleine Schritte machen zu müssen. Local- und ProvinziaL-AngelrgenheiLek — (In der LandeSauSfchußsitzung) vom 24 April wurde beschlossen: die von Ladislaus Hrovath, Prof. am tubolfSmerther Gymnasium, in flovenifcher Sprache geschriebene lateinische Grammatik in Verlag zu übernehmen; — im Gatten dtS lai-tiadber CivilspitalS noch Heuer eint Baroke zur Benützung für foldse Krankt, weicht mit ansteckenden Krankheiten behaftet sind, zu errichten; — de« Se. cundarärzten des laibadjer GivilfpitaleS gerichtliche Dienstesverrichtungen nicht zu gestatten ; — das Gesuch der Gemeinden Bibern, Podgota und Kompolje betreffs Nutznießung der MeßnerSäcker wurde dem Schulrathe zur Erledigung zugewiefen; — die Broschüre über dis in Druck gelegte „Straßengesctz," welche die Gemeindeämter und StraßenauSschüsse gratis erhalten, ist beim LandeSanSschuffe um den Preis von 40 fr. zu haben. — (Localzüge der Rudolfs bahn.) Wir werden ersucht mitzuiheilen, daß die Rubolfsbahn demnächst Sonn- und Feiertagszüge nach LeeS einleiten wird, welche circa 7 Uhr früh hier abfahren und abends circa 10 Uhr wieder hier eintteffm und mit PvstzugSgeschwindigkeit verkehren werden. — (Berhaftung eines Defraudanten.) Der 20jährige Johann Nettler entwich am 1. d. dom Postamte in Neudörfel in Ungar« nach Unterschlagung eines Geldbriefes im Betrage von 2000 fl. «nb wurde gestern nacht» in Laibach bind) städtische ®to)ethtitflorgonc verhaftet. ■— (Die krainifche Landwirthschaf tS. Sksellfchaft) hält Mittwoch den 6. Mai ihre Ge. veralversawmlung ab. — (Der Monte-maggiore) in Istrien wurde am verflossenen Sonntag von vier krainischen Alpenfreunden bestiegen. — (Dotationen, Subventionen und Aushilfen für jf ra i n.) DaS Herzogthum Kcain empfängt im Jahre 1874 nach Inhalt beS in ber „Wiener Zig.“ publicierteu StaatSvvranfchlageS pro 1874 nachstthenbe Beträge aus Reichsmitteln: 1. Als NothstaudSauShilfe für die Insassen in den Bezirken Rudolsswerth, Treffen und Gurkfeld 30,000 fl. 2. Zum Straßenbau 149,000 fl.; für die Kankerstraße 18,000 Gulden; für Wasserbauten 10,000 Gulden; Save-rtgulierimg 7000 Gulden; ReligionSfondSersorderniffe 133.000 fl.; für Neubauten bei denselben 4600 fl.; Beiträge zu CultuSzwecken 400 fl.; für Mittelschulen, und zwar Gymnasien 70,000 fl., Realschulen 24,300 fl.; Volksschulen 10,000 fl.; unverzinsliche Vorschüsse 100.000 fl. ; zusammen 526,300 fl. — (WitterungSums chlag.) Die srühlingS-warmen Lüfte und die sommerliche Temperatur, die unS in der vorigen Woche noch umfing, hot in den ersten Tagen dieser Woche plötzlich umgeschlagen. Auf einen kurzen Regenschauer folgte eisiger Nordost, der den Körper frostig dutchfchüttelnd uns zwang, die abgelegten Winterkleider wieder hervorzufuchen. Wir in den Niederungen und im Süden können noch von Glück sagen, im Centrum und im Norden der Monarchie ist Schnee gefallen und deckt die in vollem BlÜthenflor stehenden Bäume und Sträucher. Zum Glücke sind noch keine verderbenbringenden Nachtfröste eingetreten. — Wie die an die k. k. Centralanstalt für Meteorologie in Wien emgelangten Depeschen berichten, haben in Galizien zu Lemberg, Tarnopol, Krakau ziemlich bebeutende Schneefälle stattgefundeu und zeigt die Morgeniemperotut »och — 0 5 Grad; ferner berichtet Klagenfutt über Regen und Schnee bei Sturm aus Oft, welcher morgens andauert; au? dem Süden, Garz, Triest, Ägtam, Lesina langen Meldungen über heftige Gewitter mit starken Winden und bedeutenden Ntebetfchlägen ein, und es ist auch dort dte Temperatur um 12—15° Celsiu» gegen den Vortag gefallen; als ein besonders günstiger Umstand bleibt zu erwähnen, daß überall dieser Temperatur. Wechsel von ziemlich starken '-Binden begleitet eintrat, welche die Erscheinung von Reif und Frösten verhindern, und werden auch wirklich bis jetzt (eine solchen von irgendwo gemeldet. — (Agiozuschlag für Mai 1874.) Der Agiozufchlag zu den Fahr- und Frachtgebühreu auf den österreichischen Eisenbahnen wurde für den kommenden Monat mit einem anderen Perzentfatz: festgestellt als jener, der zu den Telegraphengebühren eingehoben wiid. Für den Monat April war derselbe mit 5 Perzent gleichmäßig für beide bestimmt, für den Monat Mai hingegen wurde der elftere, nemlid) für den Eisenbahnverkehr, mit 5 Perzent, für den Telegraphenverkehr aber mit 6 Perzent normiert. ES wäte jedenfalls interessant, die Gründe für diese Verschiedenheit der Perzentsatzbemeflung kennen zu lernen. — (S üd ba hnge se llscha ft.) Die für da« Jahr 1873 festgesetzte Dividende der Sübbahnactien beträgt bekanntlich 3 Perzent. Seit dem Bestehen der Gesellschaft kam ein gleiches geringes Erträgnis nur einmal, nemlich im Kriegsjahre 1870 vor. Selbst hinter der 1872er Dividende, die für sehr niedrig gehalten wurde, bleibt sie um 1 Perzent zurück. Die großen Prioritätenlasten halten den Ertrag der Bahn fortwährend nieder, da daS GroS des Ueber. schusseS für Zinsen und Amortisationen der Prioritäten und Bons verwendet werden muß. — (Waffenübungen der Reserve -männer.) DaS ReichSkriegSministerinm hat im Ein. vernehmen mit den politischen Landesstellen vereinbart, daß die Waffenübungen der Refervemännet in diesem Jahre im Monate August, und zwar in Ärain am 1., in Kärnten am 26., in Graz am 15., in Cilli am 17. und in Marburg am 24. August zu beginnen und volle vier Wochen zu dauern haben. Einberufen werden jene Reserveoffiziere, welche als Einjährig-Frei» willige das Piäfenzjahr 1869 und 1871 abgeleistet haben, und jene Soldaten, welche im 2., 4. und 6. Reservejahrgang stehen, ferner solche, die in den Jahren 1865, 1867 und 1869 afstntiett wurden, jedoch der vorjährigen Waffeniibung au» irgend einem Grunde nicht beigezogen waten. Auch solche Reservisten, welche nur eine achtwöchentliche militärische Ausbildung genoffen, sind in diesem Jahre den vierwöchentliche» Uebungen beizuziehen. — (Die gestrige Opernvorstellung der philharmonischen Gesellschaft) „Gülten« berg", von FüchS, Oper in 4 Acten, ging weit getan« betcr und ptäciser von statten als die erste und erntete in ihren zahlreichen hervorragenden Nummern rauschende« Beifall. Insbesondere erfreuten sich Fräulein Giemen» tine Eberhard! als Clara, Herr Chlumetzky als Faust und Herr Schulz als Bürgermeister wiederholten leb« haften Applauses und HervorrufeS. Wir behalten unS vor, eingehender über die interessante Darstellung ja berichten und die einzelnen Leistungen näher zu würdigen. — (Graf Anton Auersperg, der „VolkSfteund" und die Polen.) Graf Amon Auersperg hat durch feine Rede in der Generaldebatte über die erste confeffionelle Gesetzvorlage den „Volksfreund" ganz außer sich gebracht. Seitdem die Aeußerung gefallen, daß die Jesuiten in Frack und Kovtuß „mit dem Mantel der Religion ganz andere Zwecke verdecken", ist das Uericale Organ, uneingedenf des Umstandes, daß diese» Wort zuerst vom Cardinal Rauscher gesprochen worden, Tag und Nacht bemüht, aus den Gedichten de» gefeierten Sänger» irgend welche» Ausdruck herauszufinden, an dem sich mäkeln ließe. Bei feiner täppischen Art war aber der „Zotenjäger" bisher wenig glücklich. Da kommt ihm in seiner HerzenSnoth ein polnischer „Patriot" und RrichSrathSabgeordnetrr mit einem Gedichte von Anastasius Grün aufl de« Jahre 1848 zu Hilfe, welches, das Freiheitsringen der polnischen Emigration feiernd, mit den heutigen Anschauungen deS Politiker» Anton Auersperg im Widerspruche stehen soll. Der polnische Patriot schreibt dem „Volksfreund": „Die Enunciation des edlen Grafen erinnerte mich lebhaft an eine halbvergane Zeit, ba ich in den Bierzigerjahren als „Jnternitter* in Graz lebte, gleichzeitig mit meinem Freunde und Compa« trioten, dem greifen Grafen Ostrowski, Reichstag»« marfchall de» Königreiches Polen, der ebendort im Exil feine Tage verbringen mußte. Graf Ostrowski lernte in der schönen Murstadt den damals im Zenith feinet Wirken» stehenden Dichter Anastasin» Grün kennen und trat mit ihm in näheren geistigen Verkehr. 66 kam die Polenfeier in Paris 1844 und da war es, daß Anastasius Grün diese Feier zum Anlasse der Verherrlichung des Polenhelden KoScziuSko und der polnischen Sache machte, die ja bekanntlich mit dem katholischen Glauben des polnischen Volke« auf da» innigste verwebt ist. Das herrliche schwungvolle Gedicht des vielgefeierten deutschen Poeten kam in Manuscript in den Besitz de» Grasen Ostrowski, der eS fammt einem längeren Brief Anastasius GrünS und anderen wichtigen historischen Documenten jener Zeit vor seinem Tode mir tibetgab. Zum Meritorischen der Frage, wie Graf Anton Auersperg vor Jahren der polnischen Sache gegenüber dachte und handelte, wird noch ange# fügt, daß Anastasius Grün im Jahre 1848 in feiner Eigenschaft als Abgeordneter im deutschen Reichsparlament zu Frankfurt über Ersuchen des Grafen Ostrowski in Übereinstimmung mit bem bekannten polnischen Philosophen Dr. TrentowSki in der alten Krönung»-stadt der römisch-deutschen Kaiser für die Nation der Polen daS Wort führte." So der „polnische Patriot", der eS übrigens mit dem Adel btt Gesinnung vereinbar hält, bei einem Angriffe gegen eine fo geisteS-gewaltigt Persönlichkeit wie Graf Anton SurrSperg efl ist, seinen Namen zu verschweigen. Der Anonymus hat jedoch mit dem „VolkSfrennd" ganz übersehen, wie verschieden die Polen von heute jenen der Vierziget-jahre gegenüber sind. Damals glühenbe Vorkämpfer bet Freiheit, finb sie heute zu Schleppträgern jeglicher Reaction herabgefunken und unterscheiden sich von den übrigen ihrer Gesinnungsgenossen nur dadurch, baß sie geradezu Zeloten des UltramontaniSmuS geworden sind. Diesem Polenthum allerdings hätte Anastasius Grün fein herrliches Gedicht: „Eine; Jahresfeier am 29. November 1844" nicht gewidmet. — (ReichSrLthlicheEnquvtk über die Ri» derpest.) Am 26. l. M. hat unter dem Vorsitze des ReichSrathSabgeordnelea Daube k die (Enquete Uber die Rinderpest und über die Maßregeln zur Hintanhaltung der Einschleppung derselben begonnen. ES wurden die Experten: Professor Röll, Rath Wenzel und Professor Bruckmüller vernommen. Hauptsächlich stand die Frage Uber die Contumazen aus der Tagesordnung und wurden eben diese Contumazen, wie sie; urwüchsig noch immer eingerichtet sind, als eine der j Urquellen dieser Calamiliit, wie sie die Rinderpest ist, bezeichnet. Mitglieder dieser Enquete, welche längere Zeit hindurch fortgesetzt werden dürfte, sind die Herren Agopsowicz, ProScowetz, Dr. Mayer, Dr. Roser, Ritter v. Schönerer (als Antragsteller), Siegl und die obge-1 nannten Experten. Giugesendet. Ellen tonnten Kraft nnb Gesundheit ohne Medizin nnd ohne Kosten. Revalesciere du Barry . oon London. «erat »Kintbdt vermag bet beticetcn Xtralwoitn du Barry ja ettetfiegen, asb belctttgt dieselbe oh»e Mebizt» unb »hu« Kosten alle *. fl. 4-60, 5 Vst. 10 fl., 18 P!d. 80 fl., M Psb. 86 sl. - Üe-wileecilre-BUouiten in Büchsen » fl. 8-60 nnb fl. f50. — BenUeeitr« Chocolate. in Pulver nnb in Labletten für 18 Seffeu fl. 1 50, 84 Lasten fl. 8-5(1, 48 Lasten fl. 4-50, in Pulver für 180 Lassen IU 10, sin *88 Lassen sL K), te 476 Lasser st. 46. — Zu beziehen burch Bartl) du »ett» 1 «oo».tn Wien, WaUlfoh(«n> Hr.8,tnt*lb*eU tei £. Mahr, sowie tu allen Städten bei guten «pothelern ent 6»c »ereihaudlern, auch »etsendet ba« wiener Hau» nach allen »eger de» gegen BoSauweiluug ober stachnahme. _____________ Witterung. Laibach, 30. April. Morgens bewölkt, früh schwacher, vormittags starker Ostwind, nachmittags Siidwestwind. Wärme: morgens 6 U6t + 13°, nachmittags 2 Uhr + 77" C. (1873 + 13 2», 1872 4 136" C.) Barometer im Fallen 73533 Milli meter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme + 4 9“, um 61“ unter dem Normale. A m 2 Mai. 1. Feilb., Peterlin'sctie Real., Videm, BG. Großlaschitz. — 1. Feilb., Rvsmann'sche Real., Lausach, BG. Äraiiiburg. — 1. Feilb, Micheliic'sche Real., Semit, BG. Möttliug. ‘ Telegramme. Wien, 29. April. Das Abgeordnetenhaus erledigte das Klostergesetz in zweiter Lesung zumeist nach den Ausschußantrügen und nahm zu § 18 das Amendement Fux' an, wonach die klösterliche Dis ciplinargewalt niemals angewendet werden darf, um Befolgung der Gesetze oder die freie Ausübung der Staatsbürgerrechte zu hindern, sowie zu § 27 den Zusatz Kopp's betreffs periodischer Visitation aller Klöster durch die politischen Landesbehörden; die an derweitigen Amendements wurden abgelehnt. — Die Vorlage betreffs der Eisenbahn Rakonitz-Przibram Protiwin nebst einer Resolution wegen beschleunigter Ausführung derselben wurde angenommen. — Wick hoff nnd Genossen interpellieren betreffs der Maß regeln gegen den allgemeinen Nothstand. — Nächste Sitzung Freitag. Dank und Anempfehlung. Mit vorliegenden Zeilen statte ich dem hochverehrten Publicum Laibachs für dessen zahlreichen Zuspruch in meiner früheren Restauraiivn zur „goldenen Selinalle“ meinen verbindlichsten Dank ab, indem ich mir gleichzeitig das Vergnügen verschaffe, dem hochgeehrten Publicum die Anzeige zu erstatten, daß ich mit 1. Mai »I. J. die Gasthanslocalitaten sammr Hvfplautage im „Hotel Europa“ des Herrn Lukas Tauöer übernehme. Es wird wie stets meine Hauptaufgabe sein, die p. t. Gäste mit vorzüglichem Original Taucer-Wein, mit ausgezeichnete»! Bier (9 tr. per Seidl) und mit den schmackhaftesten Speisen bei billigstem Preise sorgfältigst zu bedienen. Zugleich eröffne ich ein Abonnement für die ITlIltajcs-Uoet und bitte das hochgeehrte Publicum uni zahlreichen Besuch. Hochachtungsvoll Marie Ziehrer. Laibach, 30. April 1874. (265-1) ÄHgtiommene Fremde. >m 30. April. Hotel Stadt Wien. Frau Franke, Baumiternehmkii>-flattin, Tarvi». — günf, Fabrilautenrlohn und Dr. Wrchchko, LandeSschuliuspector Graz. — Ren<> Oberförster, HaoSberg. — Globctnif, im Annoncen-Miipean, Laibach, Für- 3S» ^ stenhof 9ir. 206. (266) ^ In meiner l'unisliiiditrci, Kapuziner-Borstadt Rr. 55, sind täglich frische Mol», & Nutz Kipfeln, auch feine böhmische Matschen zu haben, und lade ich zu zahlreichem Zuspruch ergebenst ein. (294—1) >> Franz Zazak. ^ ^al Wiener Börse vom 29. April. Staatsfonds. Gelb Ware 5litte. Wente, cft.i>ap. bto. bto. öst. in Eilb. 68.- 69.10 73.80 73.90 dofe von 1854 . . . . 97.- 97 25 dofe von 1860, ganze doje vou 1860, Aünfl 103.25 103..'0 108 - 109.— ^rämieasch. v. 1864 131 75 132 25 Gründentl. - Obi. Bieitnbtttg, 71 25 71.75 lngacn |U . . S „ 74 - 74.85 Aetlcn. «nglo-Banl 128 25 128.75 (rebitanftalt .... 212.50 >13.- Depositenbank . . , , 28.- 29.- $»comptc.einnalt . . 865. - 865.- ihanco - Bank . . 30.50 31 — 68.- vänbctbanicnvcrcin. . ifiationalbant .... »68.- 969. Oesterr. allg. Bank . 46.- 47- Ütfl. Baukgesrlls. . . 200. - 201.- Union * Bank . . . y4.fc 95 - vercinSbank 1225 12.50 iverkehrSdank 84. Älf6lb-»»bn 140.- 140.5! Sarl-Lndwtg-Bahn. ftaif. «ltsabeth-Vahu. 244.- >45. 20.'. 205 50 tkaif. Aranz.Iosef«b.. 203 — 204 - VtaatSbahn . . . . 817 50.318 50 vübbahn 141.— 112. Pfandbriefe. «clb Ware Allg. 6ft.»ob.-€ttbit. bto. in 33 I ttatton. ö.W Ing. Vob.-Erebita»fi. 94 75 63 -90 15 85.50 95.— »3 50 90.25 85.75 rrlorltäts-Obl. itran«-3o(tfl«®a6n . Oest -Nordwestdahn . Eiebcnbiirger etaaUbabH eübb..«t(.#u 500 »t. bto. «onl 8 »4t. 101 — 96.50 81.60 136 50 109 75 101 50 96.7k 81.- 110.— 96.- Lose. tarf(. 100 |l. , „ Hamburg vcntcB io P>. emL Pari« 100 giruic# . 94.20 55.05 111.80 44.30 94 80 94 40 66.15 111.90 44 40 Mönien. *«t|. W8n». Xscatra. . . . ■g«u6. Wd=.; 5.30-8.99-1.6ü-106. - 5.32- 9. 1.66* 106.25 Telegraphischer Curtbericht am 30. April. Papier-Rente 6910 — Silber-tHente 73 65 — 18C0et StaatS-Anlehen 103 25 — Bankaktien 67‘2-— Eredit Ül2'2^ — London 11180 — Silber 106-15 — 20-Francs- Stücke 8-98.__________________________________________________ Verleger und für die »tedaclivn reraniwvrtlich Dttomar Bamberg.