Deutsche Macht NM. ...cn •«*, .» e.«*M *** »- .... "'«3» PÄTS. E2S .....................,utatr;.r*'"ir«trri«.M'««.»w** ****«<&«»*.„*«»*<*<**»«. Nr. 87. (5illi, Donnerstag den 30. October 1890. XV. Jahrgang. Biegen oder Wrechen. Wien. 28. October. So eingeschnürt waren die Deutschen in Böhmen schon durch die tschechische Mehrheit, daß es jetzt unendliche Mühe macht, ihnen auch nur in den selbstverständlichsten Dingen einiger» maßen Lust zu machen. Dieselbe Regierung, welche früher sorglos den verbündeten Alt-tschechen und Großgrundbesitzern das Uebergewicht in Böhmen in die Hand gab. ja eS von Jahr zu Jahr vermehrte, sie hat heute große Noth damit, da? Gleichgewicht der Kräfte in Böhmen wieder herzustellen, und heute sehen wir den Statthalter Grafen Thun, den Vertreter der Regierung de« Grasen Taaffe, im Ausgleichs-Ausschusse täglich rinigemale in die Debatte ein-treten, um der Ueberhebung der Tschechen, so-wohl der Alltschechen wie der Iunxlschechen und auch des mit ihnen verbündeten Großgrund-besitze«, Dämpfer auszusetzen; sehen wir ihn sich abplagen, der Verfälschung der Wiener AuS-gleicks Vereinbarungen. wie sie unausgesetzt ver-sucht wird, entgegenzuwirken. Wa« war der Ausgleich Anderes, als das Geständnis vonseite der Regierung, daß sie sich mit ihrer Politik aus einem falschen Wege befand? WaS sind die harten Kämpfe bei den AuSgleichsoerhand-lungen, die Bemühungen dcS DtaithalterS Anderes, als nn Beweis, daß diese« Abirren vom rechten Wege bereits so weit vorgeschritten war. daß jetzt ein Einlenken nur mchr mit den größten Schwierigkeiten bewerkstellig! werden, daß vaS jahrelange Fehlgreifen kaum mehr, oder doch nur mit den größten Anstrengungen gutgemacht werden kann? So große Herren sind die Tschechen geworden, daß sie heute ihren deutschen .Landesbrüdern" zurufen dürfen: ..Zur Liebe kann ich dich nicht zwingen — doch schenk' ich dir die Freiheit nicht!" Seit der ersten Sitzung der Ausgleichs- Der blonde Keufet. Von I. L—. Eine veschtchlc au» dem allen Wien. Da« Auftreten der Gräfin Baillon rief eine tiefe Bewegung unter der Wiener Lebewelt her-vor. Man fand plötzlich, daß alle Wienerinnen häßlich, daß die ausnahmsweise leidlichen Wienerinnen jedoch ohne Grazie, plump, geistlos wären, und daß e« eine Schande sei, sich für eine Wienerin zu ruinieren. Und man ruinierte sich für die Gräfin Baillon. Die Summen, welche diese« Weid vergeudete und verpraßte, giengen sür die damalige Zeit — man schrieb 1784 — in'S Ungeheuerliche, und wiederholt wurde Kaiser Joses aus die Gräfin aufmerksam gemacht, die den jungen Adel demoralisierte. Man stellte den Antrag, die Gräsin auszuweisen ; aber der Kaiser weigerte sich entschieden, das zu thun. „Soll ich durch Ausweisung der Gräfin für ihre Nachfolgerin Platz machen? Fällt mir nicht bei! Ich werde den Leichtsinn und den Un-verstand nicht ausrotten, ob er jetzi von der Gräfin Baillon oder einem anderen Weib miß-braucht wird!" Und die Gräfin blieb in Wien. Cb die schöne Frau mit dem üppigen, blonden Haar, das auS reinstem Golde gesponnen zu sein schien, und den tiefdunklen, blauschwarzen Augen wirklich eine Gräfin war, das ist bis commifsion des böhmischen Landtages sind nun säst vierzehn Tage verflossen, aber die Commission ist kaum über die Hälfte der LandeSculturrathS-Vorlage hinweggekommen. Beim § 18, welcher den Deutschen die Freiheit der Selbstbestimmung in, Landesculturwesen verbürgen soll, wie sie in den Wiener Vereinbarungen festgesetzt wurde, werden von ihren Gegnern die verzweiselsten Ver-suche gemacht. dieBestimniung. daß die nationalen Sektionen im Landesculturrathe „selbstständig und getrennt" die Ausgaben der LandeScultur besorgen sollen, zubrechenoderdoch wenigstens zu biegen. In einer und derselben Sitzung ergreift neben den Deutschen der Statthalter Gras Thun dreimal das Wort, uni zu erklären, daß der § 18 der Vorlage die Ausführung des Punktes 3 der Wiener Vereinbarungen bilde, von welchen die Regierung nicht abgehen könne. Er macht aber das gefährliche Zugeständnis, daß die formale Aneinanderreihung derParagrafe nicht festgehalten zu werden brauche — und da setzen die Gegner ein und bringen die ganze Vorlage ins Wanken. Vergebens erklärt der Statthalter, daß der Antrag Skarda im directen Widerspruche mit den Wiener Punctationen stehe — der erste Absatz, allerdings der mindest wichtige diese« Anträges wird angenommen. Derselbe lautet: „Der Landesculturrath erfüllt seine Ausgabe durch das Central - Collegium und durch die Sektionen." Das ist eine bedeutsame Einschrän-kling des alten § 18, welcher die Erfüllung der Ausgaben des Landesculturrathes in erster Reihe den nationalen Sectionen zuwies, und nur die ausdrücklich als solche festgesetzten „gemeinsamen Angelegenheit«'»" dem Eentral - Collegium — in zweiter Linie überließ. Mit Mühe wurden die weiteren Anträge Skarda's. welche dtn nationalen Sectionen auch die Bestellung ihrer Beamten entreißen wollte, beseitigt. Da die Berathung über den § 18 nun überdies hinausgeschoben ist. weil die Aß 3t) und 31 heute noch nicht constatiert; aber schön war sie, ein herrliche« Weib voll Geist. Witz und Ver-stand. daS jeden, der in ihre Nähe kam, zu betäuben wußte. Doch je bekannter es wurde, daß niemand noch mit heiler Haut die Gräfin, „den blonden Teufel", verlassen habe, desto mehr drängten sich die Reichen und Angesehenen in ihre Nähe und opferten ihr Geld und — Ehre. Wien interessierte sich sür den „blonden Teufel" über alle Maßen, und das Ende jeder alten, der Beginn jeder neuen Liebschaft wurde sofort in der ganzen Stadt bekannt. EincS Tages jedoch wurde Wien durch die Nachricht in Erstaunen gesetzt, daß die Gräfin selbst— sich verliebt habe. Man glaubte die Sache nicht, denn wer wird an die Bekehrung eines Teufels glauben? — Aber endlich konnte kein Zweifel darüber herrschen, die Gräfin wurde uur uiehr ausschließlich an. der Seite des Baron Szekely gesehen, des Oberstlieutenant« der ungarischen Garde, eines schon bejahrten Herrn, der im Verdachte stand, die Goldmacherei mit Glück zu betreiben. Freiherr LadiSlau« von Szekely hatte der hochselige» Kaiserin Maria Theresia in Ehren gedient, und da er einen schweren Schuß in die Hüfte erhalten hatte, mußte er, halbinvalid, zur infolge eines Antrages de« Prinzen Schwarzen-berg noch vor den § 18 gestellt und berathen werden, so ist damit auch die Entscheidung, welche beim § 18 erfolgen muß. verschleppt. Die Annahme des Antrage» Skarda aber ist eine schlimme Vorbedeutung Auch ist der An-trag Kutschern noch in der Schwebe, welcher das gerade Gegentheil von § 18 besagt und tue Ausgaben des Landesculturrathes in erster Linie dem Eentral-Collegium zuweist, insofern? sie nicht durch da« Gesetz an die Sectionen übertragen sind. Der Statthalter erkannte wohl die Ge-fahr, welche in diefem Antrage liegt, und er sprach sich daher mit aller Entschiedenheit gegen denselben auS. Die Annahme dieses Antrages würde anch wirklich die Vorlage scheitern machen: der Antrag ist für die Deutschen unannehmbar, da er deu Wiener Vereinbarungen widerspricht. Der Antrag wird aber nicht der letzte Versuch sein, die geänderte Aneinanderreihung derPara-graphe zur Einschmuggelung grundsätzlicher Be-stimmungen zu benutzen, welche mit den Wiener Vereinbarungen in directem Widersprüche stehen — der Statthalter mag sich dagegen verwahren so oft er will. Seine Haltung entspricht den Wiener Vereinbarungen: daS muß anerkannt werden. Aber er hat doch mit einer augenblicklichen Nachgiebigkeit in der formellen Frage der Aneinanderreihung der Paragraphe einen Fehler begangen, welcher zu einem schlimmen Ende führen kann. Denn, wie es sich bei diesen Verhandlungen zeigt, der Ausgang liegt in der Commission an einer oder zwei Stimmen und selbst Dr. Rieger und sein Schwiegersohn Braf stimmen zeit-weilig tapser gegen die Wiener Vereinbarungen. Gra' Thun erklärt den Antrag Skarda als im Widersprüche mit den Vereinbarungen — Rieger stimmt dafür: er stimmt mitKviczala für den ganzen Antrag Skarda im Vereine mit den Jungtschechen. Dabei handelt es sich schon nicht mehr um das „Biegen" sondern um daS „Brechen" des AuS- Garde übersetzt werden, wo er einen Ruhe- und Ehrenposten zugleich innehatte. Gräfin Baillon wohnte im sogenannten „Laubenhause" am Mehlmarkte, und allabendlich erschien daselbst der Garde-Oberstlieutenant. Die Gerüchte, daß der Oberstlieutenant und seine Geliebte sich mit der Geldmacherei besassen, waren nicht grundlos, denn thatsächlich arbeiteten der Baron und die Gräfin Nächte lang beim Schmelzofen, um Gold zu fabricieren, und als Baron Liebenstein in Wien ankam, von dem man sagte, daß er das Goldsalz ersunden habe, war er täglicher Gast in dem Hause am Mehl-markt. Als einst der Oberstlieutenant zur Gräsin kam. um von dieser neue Mittel für die Ex-perimenle zu verlangen, mußte sie ihm gestehen, daß die fchwarze Kunst alle ihre Baargelder bereits ausgezehrt habe, und daß eS nun an ihm wäre, die nöthigen Ducaten herbeizuschaffen. Der Oberstlieutenant strich den buschigen, stark ergrauten Schuurrbart und legte das Ge-ficht in ernste Falten. „Woher nehmen?" lispelte er vor sich hin. Plötzlich blitzte eS in seinem Auge aus, er ließ die Sporen zusammenklingen und sagte: „Wir sind nahe au, Ziele! Ich thu'«! Haben wir einmal Geld gemacht, so wird eS mir ein Leichtes, alle« zu ersetzen! Es bleibt dabei!" Des anderen Tages brachte der Baron wieder 2 gleiche«. Rieger stimmt für daS „Brechen." Er stimmt dafür im offenen Gegensatze zu dem Statthalter, welcher den Antrag Skarda als einen Bruch des Ausgleiches hingestellt hat! Dies eröffnet für die weiteren AuSgleichs-Ver-Handlungen wahrlich trüb« Aussichten. SteiermärKischer Landtag. Graz, 27. Litober. Für die heutige Sitzung waren die Berichte des Ausschusses für Gemeinde-Angelegenheiten über die von der Gemeinde Prevorje einzuheben-den Umlagen und über den von der Stadt-gemeinde Peitau einzuhebenden Zuschlag auf die Ver-zehrungSsteuer aufgelegt worden. — Der Bericht deS Landes-Ausschusses, betreffend die Errichtung einer Jrr«nhauS-Filiale, und der Bericht, betreffend Gruudankäuse zur Vergrößerung des Areals von LandeS-WohlthätigkeitS-Anstalten. wurden dem Finanz-Ausschusse, der Bericht mit dem Antrage auf Auflassung der Bezirksstraße erster Classe von Radkersburg »ach Lutteuberg in der Strecke von der Murbrücke in RadkerSburg bis zur Einmündung der Bahnhof-Zusahrtsstraße in Luttenberg, endlich der Bericht, womit ei» Gesetzentwurf, belreffend den Ausbau und die Erhaltung der Sa»n-Rcg»licn,>igSwerke in der strecke von Praßverg bis Cilli, vorgelegt wird, wurden dem Landes - Cultur - Ausschüsse zugewiesen. L.-A. Schmiderer stcllte den Antrag, daß die Sitzungen des Eisenbabn-Ausschusses für die Mitglieder de« Landtages öffentlich fein sollen, und wurde der Antrag ohne Debatte angenommen. — AS. Oclober. In der heutigen Sitzung wurde nach den, Berichte des Ausschusses für Gemeinde-Ange-legenkeilen, für welchen Abx. Bärnfeind referierte, lediglich mehreren Bezirke» und Gemeinden die Bewilligung zur Cinhebung höherer Umlagen ertheilt, darunter auch der Ortsgemeinve Prevorje im Gerichtsbezirk Trachenburg, welche nicht weniger als 120 Procent aller directen landeS-fürstliche!, Steuern sammt Staatzuschlagen in-anfprnch nimmt. * • • Die Hauptpunkte des vom Laudes-Aus-schusse beantragte» Gesetzes über die Sannregu-lierung >,nd: Die Saunregulierunzswerke in der Strecke von Praßberg bis Cilli, welche durch die auf Grund der Landesgesetze vom 13. Juni 1876, vom 5. December 1881 und 1. April 1885 bestandene, beziehungsweise bestchende Concurrenz g. schaffen wurde», sind nach den von der Äann-RegulierungS-Jahres-Commission unterm 22. November 1888 beschlossenen, von der Staatsverwaltung einoerständlich mit dem Gold, und in den Schmelzöfen und Tiegeln brodelte, summte und zischle es wie vorher. Wenige Wochen daraus war die Wohnung der Gräfin Baillon der Schauplatz einer furchtbaren Scene. Der Baron Szekely wollte sich vor den Augen der Geliebren tödten; es entspann sich ein entsetzlicher Kamps, die Waffe entlud sich u»d das Geschoß blieb im Plasond stecken. Glücklicherweise wurde der Schuß nicht gehört. ..Geliebter, ich kann, ich will Dich nicht verlassenTodte mich zuerst und ich bin's zureden. Aber noch ist alle Hoffnung nicht ver-loren. Fliehen wir!" Ich will bei Dir bleiben, ich werde Dich stützen, wenn Du wankst, ich werde Dich aufrichten, wenn Dein Muth im Sinken ist. Ich habe verschwiegene Leute genug, die mit Pferd und Wagen mir in einer Stunde zur Verfügung stehen; bis zum Morgen find wir an der ungarischen Grenz« und Du bist ohne Sorgen, denn Du bist Edelmann!* Szekely gieng mit raschen Schritten auf und ab. Plötzlich blieb er stehen und sagte: ..Gut! Wir fliehen »Du mein einziger Laszlol" rief unter Thränen der blonde Teufel, kniete vor ihm nieder und drückte seine Hand an ihren Mund. D?« anderen Tages liefen dumpfe Gerüchte »n Wien umher. ES hieß, die Gräfin Baillon «Deutschr Wacht" steiermärkischen Landes-Ausschusse modificierten und erweiterten Detail^Projecten in mehreren Objectsstrecken innerhalb derJahre 1891,1892 und 1803 auszubauen. Dieser Ausbau wird als eine Landcsunternehmung erklärt, zu deren Kosten mit Rücksicht auf die betheiligten Interessen der Landes» Cultur ein Beitrag aus dem staatlichen Meliora-tionsfondS geleistet wird. Die Gefamnitkosten für diesen Ausbau werden einschließlich der Regie - Auslagen auf den Höchstbetrag von 150.000 fl. veranschlagt, welcher bestritten wird: mit 40 Procent aus dem LandeSfonde; mit 30 Procent ans dem staatlichen Meliora-tionsfonde; mit 10 Procent vorbehaltlich der verfassungsmäßigen Bewilligung aus der Wasser-bau-Dotation als einen» im Interesse der Floß-barkeit der Flußstrecke und des Schutzes der anliegenden ärarische» Objecte zu leistend«» Beitrag; mit 10 Procent aus den Fonds der Bezirke Oberburg. Franz, Schönstein und Cilli iuclusive des Stadtgebietes : mit 10 Prvcent von den Steuergemeinden Prichowa, Praßberg. Liffai, Loke, Lcliusch. Ritzdorf, Klein-Fraßla». Podoin, Heilenstein, Unter-Gortsche, Rabendorf, Lakendorf. St. Peter, St. Lorenzen, Sachsenfeld. Buchberg. Pletrovitsch, Kassasse, Leudorf, Möllag, Leisberg und Stadt Cilli. * * * Der Antrag des Landes-Ausschuffes über die Bezirksstraße zwischen Radkersbi-rg und Luttenberg lautet: „Von der durch das Landes-Gesetz vom 3. October 1808 der ersten Classe eingereihten Bezirksstraße von Spielfeld über Mureck, Radkersburg, Kreuzdorf. Lutteuberg bis Friedau, von welcher mit Allerhöchst genehmigtem Landtagsbeschlusse vom 10. December 1885 die Strecke von Spielfeld bis zur Radkersburger Murbrücke als Bezirksstraße zweiter Classe er-klärt wurde, wird die weitere Strecke von der RadkerSburger Murbriick« bis zur Einmündung der Bahnhof.Zufahrtftraße der Station Lutten-berg in diese Bezirksstraße erster Classe als Bezirksstraße erster Classe aufgelassen und als Bezirksstraße zweiter Classe erklärt/' Rundschau. IV o r den, Reichsgericht es wurde dieser Tage auch über die Beschwerde bezüglich der Ministerialverordung vom 10. Juli verhau* delt, mit welcher der italienische Schulverein .Pro Patria* in Südtirol ausgelöst worden war. Diese Maßregel wurde bekanntlich deshalb er-griffen, weil der Verein in seiner am 20. Juni in Tricnt abgehaltene» Generalversammlung ein-hellig beschloß, auf telegrafischem Wege dem Vereine „Dante Alighieri* i» Rom und dem fei entflohen und mit ihr Ladislaus Freiherr von Szekely. In der Casse der ungarischen Garde halte sich «in Deficit von 07.000 Gulden ergeben. Schon in den ersten Vormittagsstunden wurde dem Kaiser Meldung von dem Vorfalle erstattet und die Frage erörtert: Was nun zu thun sei? „Bor Allem den Missethäter ein-fangen. Alles Andere wird sich finden!*{ M E«i wurden alle Mittel zur Verfolgung des Flüchtigen angewendet und noch in der Nacht verbreitete sich die 'Nachricht, Szekely und die Gräfin Baillon seien bei der Ungarbrücke in Ebenfnrth gefangen und unter starker Escorte hergebracht worden. Szekely verantwortete sich vor dem Kriegs-gerichte dahin, daß das Deficit in der Garde-casse von feinem Vorgänger Lakner herrühre; aber es gelang ihm nicht, seine Richter zu überzeugen, und er wurde zu sechs Jahren Festungshaft verurtheil«. Das Obergericht verschärfte die Sentenz auf acht Jahre, und Kaiser Josef, dem die Acte» vorgelegt wurde», schrieb darauf: „Szekely ist ohne Weiter« zu cafsieren, des Militärstandes sür verlustig zu erklären und dem Civil zur Bestrafung zu übergeben, wo er nachher in lovo delicti, nämlich in Wien, drei Tage nach einander, alle zwei Tage Stunden auf der Bühne l* 90 i Präsidenten desselben. Bonghi, die volle Zustim l mung und die aufrichtigsten Glückwünsche ran- > zutheilen. Da e« notorisch ist. daß der Verein ! «Dante Alighieri* in Rom ein der österreichisch-! ungarischen Monarchie feindseliges Verhalten an den Tag legt, »nd da au« wicderholten. durch die italienisch« Presse zur allgemeinen Kenntnis i gebrachten Kundgebungen erhelle, daß die Be-strebungen jene« Vereines unmittelbar gegen des Interesse des österreichischen Staates gerichtet sind, hat der Verein „Pro Patria' durch obiqen Beschluß zu erkennen gegeben, daß er außer den im Bereinsstatute an erster Stelle angegebenen Schulzivecken noch andere Zwecke, und zwar politische Zwecke im Auge hat. welche unter Um-> ständen gegen die Bestimmungen des Strafgesetze« verstoßen könnten. — Gegen diesen Erlaß hat Dr. Antonio Kofler, der Präsident des auk-gelösten Vereine«, Beschwerde geführt. In der Verhandlung vor dem Reichsgerichte war Lovi-zoni, d«r Vertreter de« Beschwerdeführers, be-müht, nachzuweisen, daß der Verein .Danu» Alighieri* keine staatsgefährlichen Tendenzen habe. Die »Pro Patria* habe gewiß nationale Bestrebungen, allein Nationalität und Sprache seien nahezu identisch. — Der Regierungsvertreter. SectionSrath Czapka, verwies auf die beschränkt-Thätigkeit de« Vereins für die Schule, dagegen auf dessen häufige politische Thätigkeit. Redner verlas die Berichte der Regierungsvertret.'r aus den verschiedene» Versammlungen zum Beweise des unpatriotische» Gebahren« des Vereines. Vom Vereine „Dante Alighieri", dessen Förderer Jrredeiitnten seien, könne man sich allerding« österreichfeindlicher Demonstrationen versehen. Redner verlas zum Beweise zahlreich« Stellen aus den Briefen und Reden Bonghi'«. — Lovizoni replizierte, der Verein „Dante' Alighieri* streb« nur ein ideelles Band zwischen allen Italienern auf dem Gebiete der Sprache und der Cultur an. Auch die Italiener in Oesterreich steuern Gut und Blut bei und verdienen nicht ein« schlechtere Behandlung als die Deutschen und Slaven. — Gestern publicierte das Reichsgericht das Urtheil, daß weder durch die Auflösung des Vereines ..Pro Patria". noch durch die Untersagung der Bildung der „Loga nazionale" eine Verletzung des Artikels 22 der Staats-grundgesetze stattgefuuden habe. sDer croatifch-flavonische Land-t a a] wurde vom Präsidenten Mirko Hrva, am letzten Samstag eröffnet. sD a n i e l I r a u y i.| Der Präsident deS Unabhängigkeits . Clubs des ungarischen Abg«-ordnetenhauseS. veröffentlicht im „Kgyetertes* ein schier endloses Memorandum, in welchem er die Secession Gabriel Ugron'S und Genossen ver-urthrilt uud die Wähler warnt, diese Fractio» auf dem Hohen Markt zu erspiegelndem Bei-spiele zu stehen hat. Die ihm zuerkannte acht-jährige Arreststrase will ich ihm aus GnaZen wegen seines Alters bi« auf vier Jahre ver-mindern ; diese hat er in dem Cioilstrasort Szege-di», der zu Hungarn besteht, mit der gewöhnlichen Atzung, wie andere Delinquenten, auszuhalten. Ein jeder unrichtiger Cassenbeamter kann, wie Szekely. sagen, er wüßte nicht wo das Geld hingekommen ist, wenn er es auch gestohlen hätte. Sobald daS Geld, besonders eine so ansehnliche Summe von 07.000 fl., in der Casse sich nicht befindet, so steht e« nicht mehr dem Richter . zu, ihm zu beweisen, daß er es entfremdet hat, sondern ihm steht e« zu, zu beweisen, daß er nicht entwendet hat. und sobald er die« nicht beweisen kann, so ist er ein Dieb. Es ist also ohne Weitere« die Sentenz gegen ihn. sobald er Cassier ist, folglich aufhöret Militär zu sein, zu vollziehen und ihm das Zettel, „untreuer Beamter" anzuhängen. Josef." Die Worte de« Kaiser« machten ungeheures Aufsehen. Eine Deputation von Adeligen begab sich zu Joses, doch der Monarch hielt an dem Gesagten fest. Schon nach einigen Tagen wurde Szekely von Schranne aus auf die Schandbühne geführt. Er war gefesselt, ein Gewand au« grobem Linnen verhüllte seinen Leib und auf der Brust 1890 al« die wahre Trägerin der 1848er Ideen zu betrachten. Zum Schlüsse fordert das Memoran- dum Gabriel Ugron und seine Genossen auf. aus dem eingeschlagenen Wege umzukehren und m den Schoß der Unabhängigkeit«- und Acht« undmerziqer - Panei zurückzukehren, wo sie mit offenen Annen empfangen werden würden. • « ch (Hinsichtlich der Verhandlungen zum Abschlüsse eines Zöllner-trage« zwischen Oe st erreich und Teutfchland,j welche in Berlin geführt werden, verlautet. daß man bisher lediglich die gegenseitigen Wünsche festgestellt und erörtert dar. wie weit tenselben entsprochen werden kann. Die Verhandlungen nehmen nun aber einen ziemlich langsamen Gang, da man über die Schwierigkeiten, welch* der 11 des Frankfurter Vertrags bezüglich d r Meistbegünstigung geschaffen hat, nicht fortzukommen weiß. Einst-weilen hält man daran fest, daß zu Ansang des nächsten Jahres in Wien gemeinsame Ver-Handlungen von Eonimissären Deutschlands und Oesterreich-Ungarns über die Ergebnisse der Be-rathungen stattfinden solle», welche jetzt, wie in Berlin, auch in Wien ihren Anfang ge-uommen haben. (Bezüglich Helgolands) schreibt die ..Köln. Ztg.", daß man in Berlin nach reiflicher Prüfung aller Verhältnisse an den ent-scheidenden Stellen zu der Ueberzeugung gelangt fei. das Eiland sei staatsrechtlich an Preußen an-zuschließen, während de? Hafen ein Reichskriegsbasen werden soll. Feftungßbauten feien indessen nicht in Aussicht genommen. Im hclgoländer Oberlande werde eine Küstenbatterie aufgestellt und der Hafen in die Gewalt der Marine ge-geben werden. Dem nächsten preußischen Land-tage würden, nach den Vertagungsferien, dieS-bezügliche Vorlagen zugehen. sD i e R u f f i f i c i e r u n g d e r O st s e e« proo inzenj wird nunmehr allmälig auch auf die interne Sphäre der Administration dieser Provinzen ausgedehnt. Bei den Gemeindever-waltungen soll der Gebrauch der deutschen Sprache nach und nach vollständig verdrängt werden ' der An'ang hiezu ist bereits bezüglich nnzelner Agenk-en gemacht w?rden. Zur kräftigen Förderung der Russisizierung wird ferner die Errichtung russischer Theater in den größeren Ciädlen der Ostsee - Provinzen geplant, und es heißt, daß diese Institute Staatssubventionen erhallen sollen. [Ein Allianzvertrag zwischen Rußland und Frankreich) besteht wohl nicht; dafür aber, daß eine sehr weitgehende Verständigung besteht, liegt, wie die „N. Fr. Pr." bemerkt, eine Reihe von bezeichnenden Thatsachen vor. Es ist bereits bekannt, daß franzö- trug er eine» Zettel mit der Aufschrist: „Unge-treuer Beamter." Ani dritten Tage der öffentlichen Aus-stellung kam ein ärmlich gekleidetes Weib ge-bücki an >ie Schandbühne herangeschlichen. Die Alte bewegte sich mühsam auf einen Stab ge-jtötzi. und ein langes schwarzes Tuch verhüllte ihre Gestalt voni Kopf bis zu den Füßen. »Sie nei leife LaSlo! LaSlo!" Szekely fuhr zusammen, als er diese Stimme hörte, eine tiefe Röthe brannte auf feinen Wangen und er zitterte, so daß die Ketten klirrten. Er hatte die Frau trotz der Verkleidung erkannt — es war die Gräfin öaillon, die freigelassen worden war. »Ich leide mit Dir, LaSzlo!" rief sie plötzlich, warf das Tuch und die weiße Perrücke ad. und ehe sich's die Menschen versehen konnten, stuene sie einen Schuß gegen ihre Brust ab, so daß sie todt zusammenstürzte. Szekely brach zusammen und mußte in die Cchranne geführt werden. Taufende sammelten sich um den Leichnam der schönen Frau mit dem goldigen Haar, in der man alsbald den blonden Teufel erkannte. Der Vernrtheilte wurde nach Szegedin ge-bracht, wo er alsbald durch den Tod von der qualvollen Strafe befreit wurde. «Demtfche Wach»- sifche StaatSsabnken die Lieferung eines Theiles der Repetiergewehre für die russische Armee übernommen haben. Außerdem hat die sranzö-sich? Regierung den Direktor der StaatS-Pulver-fabrik in Moulin-Blanc beurlaubt, um die Er-richtung einer Pulverfabrik in Petersburg zu ermöglichen. Da die rui'ifche Kriegsverwaltung aber bis zu jenem Zeitpunkte, wo diese Fabrik lkistungsfähig sein wird, für die neue» Waffen auch da« neue Schießpräparat nothwendig hat, fo hat die französische Regierung am Mittwoch ein Schiff mit Schießbaumwolle aus Brest nach Petersburg abgeschickt Endlich hat der Handels-minister Jules Röche in der letzten MinifterrathS-Sitzung auf die Nothwendigkeit aufmerksam ge-macht, ein Telegraphen - Kabel zwischen Frank-reich und Dänemark zu legen, um die jetzigen häufigen Unterbrechungen zu vermeiden und Frankreich von der Abhängigkeit, in der es sich bei der gegenwärtigen telegraphischen Verbindung befindet, loszumachen. Man will also in Paris mit Petersburg direct und nicht über Deutsch-land in telegraphischer Verbindung stehen. (Die bulgarische Sobranjel wurde am Montag vom Fürsten Ferdinand mit einer Thronrede eröffnet. sEine italienische Ostafrika-Gesellschaft) mit einem Kapitale von 20 Millionen Lire hat sich in Mailand konstituiert. [Bezüglich der Neugestaltung von Deutfch-Ostafrika) sind die Ver-Handlungen zwischen dem auswärtigen Amte in Berlin und der Demsch-Lstafrikanifchen Gesell-schaft nahezu abgeschlossen. Nach den getroffenen Vereinbarungen tritt die Gesellschaft nicht allein die landeshoheitliche» Rechte sondern auch die Zollerhebung an das Reich ab. Sie er-hält aus dem Ertrage der Zölle vom Reich eine Rente, aus welcher sie gewisse, ibr aufzuer-legende Leistungen zu bestreiten und außerdem die vier Millionen Mark zu verzinsen und zu tilgen hat. deren Zahlung an den Sultan von Sansibar sie übernimmt, damit nicht zu diesem Behus beim Reichstag eine Anleihe beantragt zu werden braucht. ^Die Gesellschaft tritt in der Hauptsache in die Stellung einer bloßen Er-werbSgesellschaft. Locates und Arovinciales. Cilli, 29. Oktober. (K r o n p i n z e f f i n -WitweErzher-zogin Stephanie) hat heute nachts auf der Reise von Matuglie-Abbazia nach Larenburg mittels Separatzuges unsere Stadt passiert. Die Ankunft in Cilli erfolgte un, 1 Uhr 36 Minuten, der Aufenthalt währte nur 2 Minuten. [Personal na djrichten.] Graf Hartenau, bisher supernumerärer Oberst im 6. Dragoner-Regiment, wurde zum Infanterie-Regiment? Nr. 27 König der Belgier versetzt. Dadurch tritt Graf Hartenau in den activen österreichischen Heeresdienst ein. — Mit dem November Avancement wurden im Landwehr-bamillon Cilli Nr. 20 ernannt, u. z. im activen Stande: Der Hauptmann ll. Classe Blasius Brischnik zum Hauptmanne I. Classe im Bataillon; der Cadet-Officiersstellvertreter Franz G a u ß zum Lieutenant im 23. Bataillon (L«oben>- im nicht activen Stande: Der Lieutenant Thomas Fürstbauer zum Ober-lieutenant mit dem Range vom l. Mai 1889 im Bataillon. — Der Baupraktikant Josef Rambousek wurde zum provisorischen Bauadjuncten beim StaatSbaudienite in Keimten ernannt. [Evangelischer Gottesdienst.) In der hiesigen evangelischen Kirche wird nächsten Sonntag, d. i. am 1. November, da« Refor-mationsfest nebst Communion abgehalten. Be-ginn der Feier um 10 Uhr vormittags. [D e r Cillier Mufikverein) wird am I. November als am Allerheiligenfeste in Verbindung mit einem ausgewählten gemischten Chöre um 9 Uhr srüh in der deutschen Kirche ein« große Horak zur Aufführung bringen. Damit soll der Anfang gemacht werden, die herrlichen kirchlichen Tonwerke unserer Meister in aufsteigender Ordnung zu Gehör zu 3 bringen, wie auch den Chorgesang im Vereine mehr und mehr zu pflegen. sDasDeutscheSchulvereinsfest.) welches letzten Sonntag in W e i t e n st e i n stattfand, gestaltete sich zu einer glänzenden Kundgebung strammer nationaler Gesinnung des deutschen BürgerthumS von Weitenstein und der Nachbarorte. In den überraschend schönen neuen Gasträumen, die Herr Teppei eben erbauen ließ, hatten sich an zweihundert deutsche Männer und grauen auS Weitenstein, dann aus Gonobitz, Hochenegg, Neuhaus. Cilli, Sauerbrunn. Ret» schach, u. s. w. eingefunden, um dem Feste bei-zuwohueu, welches das wackere Bürgerthum des deutschen Marktes mit Geschmack und Ver-ständnis veranstaltet hatte. Die Räume waren mit kaiserlichen und nationalen Fähnen geschmückt. Das Fest nahm um 7 Uhr seinen Anfang, nachdem die Vereinsleitung vorher ihre Ver-sammlung abgehalten hatte. Die Stimmung war alsbald die allerbeste, man fühlte mit wahrer Freude, daß man unter Gesinnungsgenossen sei. Eine zugunsten des Deutsche» SchulvereineS inscenierte Verlosung fand derartigen Zuspruch, daß viele Gäste vergebliche Versuche machten, daran theilzuuehmen. Alles war im Nu ver-griffen. Daß gute Reden die nationale Arbeit begleiteten, ist selbstverständlich; hervorgehoben seien namentlich die warmen, herzlichen Worte, welche die Herren Bürgermeister Dr. Lautner und Gewerke Eduard Mulley sprachen. Man muß die Bürgerschaft deS so sympatischen, wirk-schaftlich aufblühenden OrteS überhaupt um die Fülle von Intelligenz beneiden, welche dort vor-Handen ist. In Weitensteiu konnte man wieder einmal sehen, au« welchen Elementen daS unter-steirifche Deutschthum eigentlich besteht; man konnte die beruhigende Ueberzeugung gewinnen, daß eine den slavophilen Volksoersührern wohlwollende Regierung wohl temporär die politischen Aktien der nationalen Wiedersacher in die Höhe treiben kann, daß aber das deutsche Bürgerthum kraftvoll genug ist, um lächelnd auf das politische Börsemanöver herabzusehen. So viel ist ßewiß, daß das Deutschthum in den kleineren untersteirischen Orten sich nie kräftiger entwickelt bat als eben jetzt. Den Tischreden folgte eine äußerst animierte Tanzunterhaltung, die unter den Klängen der Cillier Stadtmustk-Kapelle bis zum Morgen dauerte. Das Weiten-steiner Schulvereinsfest wird allen Theilnehmern in angenehmster Erinnerung bleiben. Zum Schlüsse sei noch erwähnt, daß durch die neu-geschaffenen Teppei'fchen Gasträume die guten Gastwirtschaften des freundlichen Ortes eine weitere Vermehrung erfahren haben, welche sicher den, Fremdenzuzug nach dem deutschen Orte zustattenkommen wird. sLandes-AuS stellung in Graz . 1890.) Die Statthalterei publiciert, soweit dies nicht schon geschehen ist. die vom Handels-Ministerium genehmigte Liste derjenigen Au»-steller, welchen Auszeichnungen zuerkannt worden sind. Von untersteirischen Ausstellern erhielten, u. z. sür landw. Produkte: die Ausstellungs-Me-daille die Filialen Rann. Trisail. Tüffer u. Wind.* Feistritz der landw. Gesellschaft in Steierniark und die Gutsverwaltung Rvlhwein bei Marburg ; das Anerkennungs - Diplom die Filialen Lichtenwald und Windifchgraz der landwirtschaftlichen Gesellschaft. — Für Produkte der Malzerei, Bierbrauerei, der Preßhefe - Fabriken und Brennereien: daS Anerkennung« - Diplom Herr Carl von Adamovich in Wöllan. — Für landwirtschaftliche Maschinen und Geräthe: Die AusstellungS - Medaille Edmund Planinsek in Pettau; das Anerkennungs - Diplom Eduard Lauterbach in Heilenftein, Joses Petzrik in Wind.-Feistritz. Aloi» Weiler in Hochenegg, Robert Zanier und Johann Hausenbichler in Sachsen-feld und Fürst Salm in Neu - Cilli. — Für Fischereiwesen: das Anerkennungs-Diplom Joses Robitsch in Marburg. — Für Erzeugnisse des Bergbaues und des Hüttenwesens: das Ehren-Diplom die Trifailer Kohlengewerks-Gesellschast, die Bergbau - Unternehmung Daniel Lapp und die Hüttenverwaltung Cilli; die StaatS-Medaille die Steinbrücker Cement-Fabrik und die Trikailer Gewerkschaft; die ehrenvolle Anerkennung Loh-ninger's Nachfolger in Mießling. — Für Nah. 4 rungsminel: die StaatS-Medaille Peter Majdic in Cilli; die Ausstell'.ingS.Medaille I. Berner» Söhne in Rohitsch - Saüerbrunn. — Für Erzeugnisse in Steinen, steinartigen Surrogaten. Erde. Thon und Gla«: das Ehren - Diplom L. R. Schutz in Liboje; die AuSstellungs-Medaille ^incenz Viertl in Windischgraz und O. Witt-Halm in Tüffer : da« Anerkennung» - Diplom Jgnaz Cretnik in Cilli. — Für Erzeugnisse in Holz. Bein, Kautschuk u. s. w.: da« Anerkenung». Diplom Anton Beltrame in Marburg und Josef Topolo?5ek in Svetino. — Für Erzeugnisse der Textil - Industrie: die Anerkennung« » Medaille Josef Kokoschineg in Marburg. — Für Er-zeunnisse der Bekleidung« - Industrie u. f. w.: Servat Macotter in Marburg. — Für Erzeug-nisse der chemischen Industrie: da« Ehren - Di> plom die Fabrik chem. Producte in Hrastnigg; da« AnerkinnungS-Diplom Carl Bro« in Mar« bürg. — Für Erzeugnisse der Kunft-Jndustrie: da« Ehren - Diplom L. R. Schütz in Liboje; die Ausstellung« - Medaille 5ranz Pacchiaffo in Cilli. — Für Erzeugnisse der graphischen Künste, Graveur-Arbeiten Zc.: die AuSstellungS-Medaille Ferdinand Weiyinger in Marburg. — Für ivissenichastliche Arbeiten und Instrumente und Unrerrichtswesen: da« Ehren-Diplom der Stadt» schulrath Marburg, die Landes-Bürgerschule in Rudkersbnrg. die Haushaltung«- und Mädchen» Fortbildungsschule in Marburg. Franz Jurkovii in St. Marein bei Erlachstein und die «eiverb-liche Fortbildungsschule in Cilli; die Aus stellungs - Medaille die beiden Volksschulen in Radkersburg. F. I. Nowak in Cilli, die Lehrerbildungsanstalt in Marburg, die Volksschule in Friedau. die sechsclassige Volksschule und die Mädchen Bürgerschule in Marburg, die Volk«-schulen in Hrastnigg. in Stcinbrück und in Glo-doko und die Mädchen-Volksschule in Marburg: da« Diplom ehrenvoller Anerkennung die Volks-schulen in Trisail, St. Veit bei Pettau, Windischgraz und Magdalena in Marburg, ferner L. N. v. Neupauer in Marburg und Carl Trainer in Cilli. — In der Abtheilung sür Hygiene und Heilkunde endlich erhielten: da« Ehren-Dipl»m die Curanstalt Sauerbrunn-Radein, und da« Diplom ehrenvoller Anerkennung die Rö-merbrunn- und St. Rosalienbrunnen - Verwal« tung bei Rohitsch. l„N ationalen Humbu g"J nennt es der gewiß berufene „Slovenec*, wenn, wie es unlängst im Laibacher Gemeinderathe geschah, gegen die ..Germanisierung- der Laibacher Schulen auch solche Stadtväter schreien, welche ihre eigenen Kinder in deutsche Schulen schicken. Der „t>lc>-venec" hat recht, nur weih er vielleicht nicht, daß solcher Humbug auch in Untersteiermark blüht. [Ein? russische ZeUun g sür die Patent»Oesterreicher.j „SlovenSki Narod^ bringt folgende Nachricht: „Ein neues slavisches Blatt in Wien! Von der neuen Zeitung erfahren wir, daß sie die Solidarität aller slavischen Völker vertritt, und als sichere Quelle für alle slavischen Blätter alle interessanten Tagesnach-richten verzeichnen wird, so daß unsere Presse sich nicht mehr an un« feindliche Blätter wird halten müssen. Das genannte Blatt wird, wie man hört, in russischer Sprache er-scheine». Diese Idee wäre wohl sehr gut, denn die österreichischen Slaven hätten dadurch Gele-genheit, eine Sprache zu erlernen, die früher oder später die internationale allgemeine Spracht der slavischen Welt werden wird." sRenitenz gegen die Gendar-m e r i?.] Die KeuschlerStochter Aloisa Vcabl erzählte vorige Woche in Rosenthal bei Klein-sonntag, Bezirk Lutteuberg. jedermann, der e« hören wollte, daß ihr die Multergottes erschienen sei. Am Sonntag versammelten sich »un an der betreffenden Stelle wohl an tausend Personen, um zu beten. Der Gendarmerie-Posten von St. George» a. d. Stainz hatte jedoch Austrag er-halten, solche Ansammlungen nicht zu dulden, und am Sonntag schritt sie in der That ein, um die Menge zu zerstreuen. Mehrere Burschen wider-setzten sich jedoch, sie giengen mit Messern auf die Gendarmerie loS, so daß die letztere gezwungen war, von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. Der Winz»r«sohn Anton Semlitsch blieb todt mif hfm-Wlati» tin »mritpr Burick? wurde schwer „Deutsche Macht- verwundet. Zur Erhebung de« Thatbestande« wurde eine Gerichts-Commission nach Luttenberg abgeordnet. |Att Volksschulen in Steier> mark] wurden angestellt: als Oberlehrer: Rudolf Einwögerer in Mitterdorf und Fr^nz Peöar in Margareten bei Römerbad: als Lehrer: Joses Schleimer in Straden und Jacob V r u n k e r in St. Veit bei Pettau; als Lehrerin: Amalia S t a d l e r in Voitsberg; als Unterlehrer: Felix Exel in Reichenburg; als Unterlehrerinnen : Wilhelmine R ischner in St. Margarete» bei Römerbad und Julie P r e ß l in Reichenburg. — Ursula Perc wurde als Arbeitslehrerin für die Volksschulen in Peilenstein und Prevorje bestellt, und Lehrer Anton K l a i n ö 1e k in den Ruhestand versetzt. lDie Grazer Universität^ zählte im abgelausenen Jahr« im Winter-Semester 122 Theologen, 470 Juristen. 602 Mediciner, 89 Philosophen und 77 Pharmaceuten, zusammen 1369 Hörer; im Sommer-Semester 120 Theo-logen, 489 Juristen, 488 Mediciner. 79 Philo-s«phen und 75 Pharmaceuten, zusammen 1193 Hörer. Davon waren im Winter- l»nd Sommer-) Semester 868 (73Ü) Deutsche. 172(149) Serben und Croaten, 151 (152) Italiener, 53 (47) „Slovenen". 45 (49) Czechen. 26 (25) Polen. 24 (27) Magyaren, 8 (6) Rumänen. 2 (2) Ruthenen und 19 Angehörige anderer Nation a-litäten. Im verflossenen Studienjahre wurden 163 Doctoren promoviert, und zwar 2 der Theologie. 99 der Rechte, 65 der gesammten Heilkunde und 6 der Philosophie. Zu Magistern der Pbarmacie wurden 26 ernannt. [Einberufung der Reservisten.^ Sowohl bei den aus den diesseitigen Kinig-reichen und Ländern, als auch bei den au« den Ländern der ungarischen Krone sich ergänzenden Cavallerie-Regimentern wird im heurigen Jahre ein Theil der Mannschaft des l. Reserve.Jahr-gauges behufs Einhaltung des für dieselben vor-geschriebenen Standes in der auf das noth-wendigste Maß beschränkten Zahl zur ausnahms-weisen aktiven Dienstleistung Einberufen werden, infoweit der verfügbare Stand an Linien-dienstpflichtige» zur Ergänzung des normalen, beziehungsweise erhöhten Friedensstandes bei den genannten Truppen nicht hinreicht. [Ein neues LandeS-Kranken-Haus in K la g ensurt.s Der kärntische Landtag hat in der vorigen Session den Landes« auSschuß beauftragt, die vestehenden Uebelstände im allgemeinen Krankenhause zu erhebe» und eventuell die Frage der Erbauung ein.« neuen Krankenhauses in Erwägung zu ziehe». Dies« Erhebungen haben zu der Erkenntnis geführt, daß n5eitere Adaplierung« - Arbeiten am alten Krankenhause unthunlich wären und den beab-sichtigten Zweck auch keineswegs erreichen würden. Demzufolge hat sich der Landesausschuß ernstlich mit der Frage eines Neubaues beschäftigt und das Resultat dieser Vorstudien in einem sehr umfangreichen Berichte dem Landtage vorgelegt. Für das neue Krankenhaus wird daS System des sogenannten Block- oder Pavillon - Baues empfohlen, welchem au» mannigfachen hygieni-sche» Gründen der Vorzug vor einer geschlossenen Gebäude-Anlage eingeräumt wird. E« frägt sich nun in erster Linie, wo da« neue Krankenhaus errichtet werden soll. Der Landesausschuß hat sich auch mit dieser Frage eingehend be> schästigt und die Umgebung der LandeS-Jrren-anstatt in Klagensurt al» einen in mehrfacher Hinsicht sehr geeigneten Bauplatz bezeichnet. t • ch (9i a u f 1111 6.] In de Nacht »um 27. d. MI«, circa II Uhr entstand im der Grazergass« nächst dem Gasthaus« „Stadt Gra|* zwischen ^'ederergehUfen und Laglöhnern eine Rauferei, deren Beranlafsung noch Nicht aufgeklärt erscheint, indem jede Partei behauptet, von der anderen überfallen worden »u sein. Die Rauferei, an welcher sich die Taglohaer Florian Turin, Simon Kr « ll, Martin P o l u t-n i g nnd der GrundbesitzerSsohn Franz L e d n i t einerseits, dann die Lederrrgrhilfen Jakob B la l i n-s t k. Michael PoiidarSrk und Franz K o 11«i andererseits betheiligten, nahm einen blutigen »erlauf und endete mit der schweren Verletzung 1890 de» Lederer« Blasinöek durch eine Schnittwunde im Gesichte. Herr Dr. Koöevar leistete dem Berichten die erste ärztliche Hilfe und ordnete dessen Abgabe an das hiesige Krankenbau« an. Ll« Tdäter wurde durch die SicherheitSbebörd« der Taglihoer P o l u t n i g ausgeforscht, welcher in Haft ze-nommen und dem KreiSgcrichte eingeliefert wurde. ^Taschendieb stahl. ] Dem bei dem Grafen Somsich bediensteten Stubenmädchen Aloina Sanduci wurde am 29. d. Mt«. abend« au» dem Bahnhöfe in Pragerbof ein Geldtäschchen gezogen, in welchem sich der Betrag von 35 fl. und zwei Fahr-karten für die Strecke Czakany-Äraz befanden. sJ n stark angeheitertem Zustands kam am vergangenen D»nner«tag um Mittag Blasiu« H r i b e r n i k in da« Wirt«bau« de« Franz Brinouz in Unterberg bet Fraßlau. Obne etwa dort einen Wortwechsel gereizt worden zu sein, zog Hribernik plötzlich sein Taschenmesser und gieng mit demselben drohend auf den Wirt lo«. Brinouz verließ eilend« da« Zimmer und floh in» Freie, doch folgte ihm der Andere, immer mit dem offene» Messer, auf dem Fuße, und e« würd« auch sicher ein Unglück geschehen sein, wenn nicht just der Finanzwache-Oberaufseber W enko, den eine amtliche Angelegenheit hingeführt hatte, dazwischen gekommen wäre und den blutdürftigen Wütherich zur Ruhe ge-bracht hätte. Herr Wenko brachte den Vorfall natürlich zur Anzeige. sA n g e s ch o f s« n.) Unlängst hörte der Keuschler Jgnaz Dollinschegg.in Klapvendorf während der Nacht von dem an seiner Behausung liegenden Acker ein Geräusch, da« ibn veranlaßte, nachzusehen, wa« e« gebe. Er gewahrte einen Mann, der eten im Begriffe war, mit einem gefüllten Sack 5«l Weite zu suchen. Rasch holte Dollinschegg >ein Gewehr herbei, schoß und verwundete den Fremden derart, daß er nicht mehr von der Stelle kennte. E« war Georg V t l t s ch n i g g, der den Kukurutz-verrathen des Dollinschegg einen Besuch abgestattet und sich von denselben ein sehr ansehnliche« Quantum heigebogen hatte. — Der Dieb befindet sich vorläufig im Spitale, lO h n e Aufsicht^ ließ am 29. d. der Keuschler Martin Ploj in Werkofzen sein driithald jähriges Kind im Wohnhaus« zurück. Da« Klcim gelangte zu Zündhölzchen, welch« al«bald Feuer siengen und dir Kleider de« Kinde« in Brand steckten, so daß da« letztere Verletzungen erlitt, welche» e« alsbald erlag. Iverunglückter Bergmann.! Unter dieser Spitzmarke brachten wir in d«r letzte, Nummer eine Nachricht, zu welcher un» di« Direction de« Sanntbaler Bergbau-Vereine« schreibt: „Geehrte Redaction der „Deutschen Wacht' in Cilli. Ja Ihrer vorletzten Rummer stand die Notiz, daß der Arbeiter Johann Tratnik durch eine Ga«ex?lest» in Buchberg Brandwunden erlitten und schwer. ,er letzt «erden sei. Da der Bergbau de« Tannthaln Bergbau Vereine« speciell „Buchberg" genannt ist, bei diesem Bergbau aber ein Zobann Tratnik weder in Arbeit steht, noch jemal« stand, da ferner da-felbst auch seit langer Zeit wegen der verzüglicha Ventilation und wegen de« Gebrauche« von sicher-beitglampen keine GaSentzündung stattfand, so ersuche ich Sie höflichst, in der nächsten Nummer Ihre« grlchätzten Blatte« gefälligst die Berichtigung js bringen, daß besagter Johann Tratnik nicht in de» Kohlenbergbau d«« Sannthaler Bergbauvereine« i» Buchberg verunglückt ist. Mit bessnderer Hochachtung u. s. w. — Wir haben in dieser Angelegend«u erhoben, daß sich drr erzählte Fall thatsächlich nicht in d«n Werken de« Sannthaler Bergbau-Vereine«, sindern in jenen de« Herrn Sonnenb«rg zugetragen hat. [Der k. k. Lande«zadlami«äassitr Heinrich Kneß in Klagenfurtj ists«:» Dien«t»g voriger Woche abgängig. Bei der Sun-trierung der Hanbeafle, zu w«lcher Kneß allein den Schlüssel hatte, wurde «in Abgang von 1700 fl. konstatiert. Herichtssaal. — Bei dem KreiSgericht« Cilli beginnt du sechste diesjährig« Sch»urgtrichl«v«ri»»e am 24. November. — Theater, Kunst, Literatur. * Dem Vernehmen nach ist einige Aussicht . vorhanden, den Direktor des Marburger Theater!. 1890 W-«tculose im Menschen ausgehalten werden kann. Worin dieses Mittel besteht, ist öffentlich nicht bekannt. sK n e i p p und s,e i n e P a t i e n t e n.] Die „Wöri«hofer Blätter", da« Organ de« Pfarrer« Kneipp, berichten Folgende« : „Die Arbeit«kraft unsere« Herrn Pfarrer« ist wirklich eine staunenswerte. Am Sonntag, den 5. d., hielt er vormittag« eine mehr al« einstündige Predigt in der Klosterkirche und nachmittag« noch eine zweite in der Pfarrkirche ab. Trotzdem die Sprechstunde danach wieder riesig be-sucht war, fand er am selben Nachmittage noch Zeit, bei einer alten Frau die Grabrede und gegen Abend wie gewöhnlich seinen Vortrag über seine Heilmethode im „Mariengang- zu halten. Also vier Vortrage an einem Tage l Am Bormittag waren wir dabei selbst Zeuge, wie massenhaft auch ba ber Andrang von Kranken und Hilfesuchenden aller Art war. Diese unvergleichliche Arbeitsleistung bringt Pfarrer Kneipp fertig, obne auch nur eine Spur von Ermüdung zu zeigen. Die edlen Seelen, die sich in' der Hoffnung wiegen, daß eS „mit dem alten Kneipp" und mit Wöri«h»fen bald zu Ende gienge, dürften sich denn doch schwer täuschen." — Ueber den Aufenthalt de« Baron« N. Rothschild meldet da« genannte Blatt: „Vom Bahnhöfe Türkheim kann man jrtzt frei »ach dem Dichter fragen : „Wa« renn« da« Volk, wa« wälzt sich dort, die Schienenstränge brausenb fort?" Die Antwort ist, e« sind da« die von allen Seiten berzuströmenden Landleute, welche den Salonwagen anstaunen, in dem Boron Rothschild von Wien seine Wohnung aufgeschlagen hat, um in Wöri«hofen die Kneipp-Eur durchzumachen. Am 26. September kam der von der Modekrankheit Neurasthenie Geplagte Mittel« Separatzuge« in Türk-heim an und beschloß daselbst auf bem Bahnhofe Quartier zu machen, ba er »eber in Wöri«hofen, noch in der „Krone" zu Türkheim bie von ihm ge-wünschte Zahl von fünf Zimmern erhalten konnte. Der Baron hefindet sich sehr wohl 'n Hnem Reise- ,.K-«5kche Wach 1890 wagen und bekommt ihm daS Barfußlaufen wie der Oberguß entschieden sehr gu//' sE i n t Warnung vor Rußland.) Der Pariser .Matin" warnt die französische» Gewerbe-treibenden vor der Beschickung der nächstjährigen Ausstellung in Moskau oder räth ihnen wenigstens ernstlich, rechtzeitig Erkundigungen einzuziehen und die nöthigen Maßregeln zu treffen, um sich gegen Schader zu schuhen. Die russischen Kaufleute und Industriellen, führt da» Blatt au», hießen allerding» die Ausstellung der Franzosen willkommen, wünschten aber, daß sie nicht ermächtigt würben, die milge-brachten Waren zu verkaufen. Da liegt die Gefahr nahe, daß die Russen, deren Industrie hinter der französischen weit zurücksteht, die ausgestellten Gegen, stände kopieren, und al» Modelle benüj>en werden, und für diesen Fall wär« e» gut, wenn die Aus» steller durch die Bermittlung der französischen Bot-schast in Petersburg ihre Marken im Voraus depo-nierten. In Rußland auszustellen, ohne verkaufen zu können, wäre schon wegen der hohen Zölle eine starke Einbuße und nächstes Jahr sollen diese Zölle noch erhöht werden. (Zwei Katerreeepte) Die Tage »erden kürzer und die Abende länger. Uno der Abend ist bekanntlich jene Tageszeit, „da ein jeder geht und denkt, wo min einen Guten schenkt." Deshalb feien zu aller Nutz und Frommen zwei Katerrecepte mit-«etdeilt. die unlängst in einer seßhaften Stamm-tischgesellschaft zum Besten gegeben wurden. DaS eine derselben lehnt sich an die Naturbeilmethode an und ist sehr einfach : Kommt man abendS nach einer schweren Sitzung nach HauS. so zieht man ein Paar frische baumwollene Strümpfe an. die man vorher — in eiskalte» Wasser getaucht hat, zieht ein Paar wollene darüber, und legt sich auf'S Ohr, so gut eS bei dem üblichen Karnsesselfahren gehen will. Andr en Morgen ist man heil und gesund. — DaS andere Recept stammt von einem biederen Bäckermeister, der mit zu den Standhaftesten der Tafelrunde gehört. Derselbe ist alS Lehrling in Besitz desselben gelangt und gibt e» hiermit, statt ein Patent darauf zu nehmen, selbst der leidenden Mei icbheit preis. In dem Hause seine» Meisters wohnte ein Student, für den der Gambrinu» das Bier ganz extra erfunden zu baben schien; denn er kam jeden Tag immer erst am anderen Morgen nach Hau». Wenn er dann nächtlicherweile bei den fleißigen Gesellen und Lehr-lingen vorbei schwankte die vorm Backofen schwitzten, so lallte er ihnen ein ironische» .Morgenstund' hat Gold im Mund I" zu; und wenn er dann seine vier Treppen hinaufpolterte so war es denen unten zu Muth, als ob ein fernes Gewitter grollte. Aber merkwürdig! Dieser selbe Studio saß morgens frisch nnd klar bei den Büchern, als fei er gefeit gegen Kater und andere akademische Kinderkrankheiten. Der Lehrbub kam dadurch hinter daS Geheimnis, daß ihm die Meisterin eines Tage« befahl, einen Krug Milch auf da» Nachttifchchen des blerfröhlichen Herrn zu setzen, und er erfuhr, daß ein reichlicher halber Liter tagtäglich dessen Schlaftrunk sei. IGigerl im A r r e st.) Ein Wiener Blatt erzählt: Gigerl hat sich unanständig aufgeführt! fieng eine Prügelei an, bei der aber nur er Schläge erhielt; dann schrie er nach der Wach«, wurde aber selbst arretiert und schließlich mußte er — eine Nacht im Arreste verbringen. Die Geschichte gieng folgendermaßen zu: Gigerl war lustig gelaunt und suhr nach Klosterneuburg, um sich noch weiter „aui-zuheitern". Dort traf er zwei gleichgesinnte und gleichgekleidete Seelen und Gigerl gieng nun. drei Mann hoch, Klofterneuburger kneipen, und bald hatt« er sich einen ganz plebejischen Rausch angezecht. Da« Unglück führte ihn nun — immer noch drei Mann hoch — in da« Traithan'sche Gasthau«, in dessen Extrazimmer sich eine geschlossene Gesellschaft von Officieren zu einem geselligen Abende vereinigt hatte. Gigerl war zwar keineSweg« geladen, doch wollte er da auch mitthun, was ihm aber selbstverständlicher» weise von den Kellnern »erwehrt wurde. Die Renitenz der Kellnerseelen erzürnte Gigerl auf« Aeußerfte, er hob den Mod«knüpp«l zum Schlag, erhielt aber im selben Moment schon «ine Ohrfeige, die nicht von Pappe war. Und nun gieng zwischen Gigerl — drei Mann hoch. — den Kellnern und Schankknechten ein: Prüqelei los, welcher die Gläser de« Schanktisches, eine Spiegelscheibe und etliche Sesseldeine, am allermeisten ! «b«r Gigerl« tadellose« Exterieur zum Opfer sielen. Dann wurde dir Tria« kunstgerecht „geliefert" und fi«l der bereit« auf der Straße wartenden Gendar-merie in die Hände. Unter vielen Schwierigkeiten gieng'« nun nach dem Avrest« d«S Bezirksgericht«, dessen gastliche Räume Gigerl bis zum andern Mittag bewohnte. Dann war der Rausch verflogen und Gigerl, der seine Identität nachweisen konnt«, würd« bi« auf Weitere« seinen Mitmenschen zurückgegeben. lS o n d e r b a r.) Ein berühmter französischer Arzt und Professor »xrsocht die Ansicht, daß jed« Krankheit einen Entzündungsproceß darstelle. Beim Sezieren eine» seiner gestorbenen Patienten fand sich nun von Entzündung keine Spur. Da erklärte er seinen Schülern: .Meine Herren, Sie sehen, unsere Behandlung war höchst wirksam: der Patient ist zwar gestorben, aber «r ist gtheilt g«storb«n!" sD o ch etwas! j „Bei der letzten General-Versammlung hab' ich beantragt, den Gthalt unseres EassierS zu erhöhen!* — „Und ist der Antrag durchgegangen ?• — „Der Antrag nicht, aber der Sassier!" [Sicherer.) .Sarah, wirst D« mir aber auch treu bleiben 1* — ..Ich schwöre Dir'«." — „Schworen?! Deponier' lieber tausend Mark!" [Ein Pantoffelheld.) Arzt: „Soll ich Ihnen lieber Pillen oder Tropfen verschreiben— Patient (zu seiner Gattin): »Lieb« Amalie, was ist Dir am angenehmsten ?" C'omsponöent der Redaction. .... St. Gertraud bei Tüff« r: Viel zu spät. JtT Neaatain* verzuckerte Ellsabeth-Blutrelnlgung«-P.llen ^n>n hervorragend*teii Aersten ula b«stea derartige« Mittel uuerkinnt, ho 'las» sämmtliche sn diesem Zwecke hergestellte Productc ron diesen verdrängt werden. Vor Nachahmungen wird deshalb dringend gewarnt und ercueht aas die gesetzlieh jirutoeollirte Schutzmarke im rothen Druck „Heil, Leopold" Acht üb haben. Der heutigen Nummer liegt der Prospekt der illustrierten Wochenschrift „Ueber Land und Meer" bei. DaS Blait kann durch die Firma Johann Rakusch bezogen werden. *1« Heilquelle (seit Hunderten von Jahren bewährt in allen Krankheiten der und Verilnuungaurcanr, bei (lieht, Magen- und Hlaaenkatarreb, Vorzüglich für Kinder, Keconvalesrentcn und während der Urevidität. Bestes diätetisches n. Erfrisch iiis-Getränl Heinrich Mattoni, Karlsbad und Wien. RllQQPtl 'r'sc'"*' beater Marke, liefert da« & Kilo-nUOOtjll Faasl. gegen Nachnahme ohne weitere Spesen um fl 2.25 H. Kasparek in Pulnek, Mähren Filzhut-Niederlage Cilli, Hauptplay Nr. 15 (HerzinannscheS HauS) empfiehlt dem P. T. Publikum ein Lager von großer unv reicher Auswahl in Damen-, Mädchen-, Herren- und Mimben-MMten neuester Facon und Farbe zu Fabrikpreisen sowie Filzschuhe aller $rt. Hochachtend 633 2 Antonie Schriber. Z. 343y Strf. 019—3 Hdict. Vom f. f. stobt, delg. Bezirksgerichte Cilli wird hiemit bekannt gemacht: Am 14. Juli 1890 wurde am Stadtparke zu Cilli ein breiter goldener Tiamamimq gesunden, ohne daß sich bislang jemand mit einem CigenthumSanspruche gemeldet hätte. Der Eigenthümer wird hiemit aufgefordert sich bis I.December 1891 hiergerichtS zu melden und sein Eigenlhumsrecht an diesem Ringe nach, zuweisen, widrigenfalls »ach fruchtlosem Ablaute dieser Frist der Ring veräußert und der Kauf-preis an die StaatScassa abgesüdrt werden würde. K k. ftädt. del. Bezirks-Gericbt. Cilli. am 18. Oe»ob?r 1890. : i 3» Hoher Verdienst • kann durrh (He V.r retao^eine* rentierten > Hauses erreicht werden !>• r betO^licbe Ar- W tikel ist leicht veikäutlich und kaun dmch Perxonen jeden Stande« ohn« Bi iko sp.'lührt werden . 'jpÖ, Offerten mit Angabe d*r ge* A geuw:irtiifvfi 15 .-.cltältisfuns» unter B. R. 24 .in Rudolf Mnsse in Wien xnr Weiterbeförderung. »iö_3 Ausverkauf von sehr guten, echten, alten weiße» und rothen zz Tifchweine» zz in Flaschen mit Patentverschluß genau ^:l Liter $u 25 kr. in der Flaschenbierhaitdlung des Max Withalm, Bahnhosgasse Nr. 11. /^Itvatki'-Kräuisi'-l.iqukui', rühmte Specialität für SlJoflenleibrnbc, bei gestörter Ber dauunq liesect 2 Liter Nachnahme odne wkiteie Epeieu um A. 4.— H. .«asparek in ^ulnek. Madren Für die Herbst- und Winter-Saison! Stefan Straschek, Schuh warrn Erzeugnng &. Niederlage in Cilli empfiehlt sein grosse« Lager von Herren-, Damen-, Knaben- und Mädchen-Schuhen in allen Formen von den besten Ledereorten. Specialist von allen Qattungen Kinderschuhen. Bei Bestellungen von Auswärts wird um das Mass in Ctm. gebeten, noch sicherer ist die Einsendung eines Musterschuhes. AM- Sämmtlich* Reparaturen werden angenommen und schnellsten* verfertigt, Um wohlwollenden Zuspruch bittet h»c lischt« nd Stelan Straschek. Personen aller StAnde werden behufs Ausübung einer sehr rentablen Vertretung überall gesucht.. Offert mit genauer Adresw? an A. Adler, Budapest Bad gasne 6. 8!'S—5 11 TT" ' frische, bester Marke, liefert du Roll-aaxinge 5 Kilu-Faasl, gegen Nachnahme ohne weitere Spesen um fl- 2'8\> H. Kaaparek in Pulnek. Mähren. 1890 ..D-stfch- Wacht Rudolf Iowak'N HÜFUEEEI, ti'ntrr«frn»tp .1. f.dftcrjr fr«/ f'iili, empfiehlt dem hochgeehrten P. T. Publikum sein Lu^'-r von allen Gattungen T/tat* - O/V»» und MgtnrfH'rtt - I ri/;fri sinnst* - HarAWn jitch werden nllr Ösrn - Wtc$jfrfitnm» nach Wunsch hergestellt. 911—3 H. Kasparek in Fulnek, Mäliren liefert gtgen Nachnahme 9 Kilo Kaft'ee: Doiuiugu, elegirt, hochfeinst .......fl CdII*. ho'hpdpliit, II:u............ ('aha, hocli'dfljt. I»...........„ I'urtoricco, hochedelst, II«........... Portuiiecu, hocbedelat. la. . , , ....... Java, goldgelb. bochedoUt I.t......... lienadu. huchhoebedelat I:*........... Ceylon, hochhochedelst Ila. ......... Ceylon, huchhochedelnt la........... II»«>!>, huchhucbedeUt In........... i Kilo Saltan-Feigen-KastVe: Nr. I feinster................. fl. Ü.50 Xr. 2 hoehfein.'ter............ « >> — Sr. C extrastiuster ...........„ !>,iU Nr. 4 superfeinster ...........„ 4.— Kaiser-Thee per I Kilo von H. 3.3U bis fl. 6.—. Der Besteller hat also keinen Zoll, keine Purti end keine Emballage »» bezahlen. Ich bitte am l!s-Htetlangen. 8.-8. -8.25 8.— 8.25 8.50 8.75 ö.ftO 8.75 8.75 Fahrkarten und Frachtscheine nach Amerika königl. Belginche Pnstduinpfer der ..Red Star Linie" von Antwerpen direkt nach New-York & Philadelphia evnifsni-.nirt von der hohen k. k. Oetterr. Itejrierunc. Auskunft ertheilt bereitwillig»! die dbnctMii'nirtc Kepr&*cntarix in Wien, IV., "Weyringerg. 17 Ludwig WielicS » Für Allerheiligen MO u) erlaube irli mir mein reichhaltig«» MI M Laser \oa jfll GRABKRÄNZEN mm M »u empfehlen. |ll || Hochachtuu£iiToll ||l Friedrich WaUek, Ctlli, IlaUuua^trukM'. £7 o u e n. Sxä r v cO kv -s < o 3 Kremser-Senf, Znaimer Essig-Gurken, Mailänder-Gorgonzola. WM- Cavlar, -WU russische Sardinen, Roll-Häringe, neue Südfrüchte, empfiehlt in fri.sc.li angelangter Waare in Detail und I'ost-Versandt Alois Wall»»ui>,. sind poBhuttnca «nlchidli». Xtt »ei g£Sg..*'S3.»,g' MW irrn atlMUMK. • .I^deidullleu nnl »urä cm rhreni«» ^cilgili» kr» fnta Hulmlde« Pild» oii»8cj«iOttrt. *•" f'«« '?">»»-»» t°«., >5, kr., ritte «»Dr, »ir * eit*4lrlii, ocicon« ISII «Iflrn entgalt, foflrt nur 1 (L i. », ^uriuina' ^»im»: «»°>»rlr »«>. «t!, -!. .',,""" nIAt (lfm. o„f nni 6« mtLell- mit ^ f 5nrt »ich! «.rlrdr». IR rill ZalNßr.l. »ot pflini Wiilauf N« t-uhlicaw ifroorM loitH. Ifl ift «ettou ,» brnitini, tat »all »Ich! ein («itdiUJ, «at fclutii lirfolf kiodindr», j» trr»tir|B fasoiittr« «tilurtl rtMIu. Si», taUiif aa»»iü si n u t li n L Eine hofseitige iroiivfvf;, bestehend aus 2 Zimmern u. Küche sammt Zugehür ist sogleich zu venniethen. Anfrage bei Eduard Skolaut, »16—2 Cilli. Bayrisch-Bier in Flaschen. Cillier Flaschenbierhandlung Uahnho,ga*se Nr. H. - MARI AZELLER . Magentropfen bereitn in der Apotheke zum Scfiutsengel de» C. URADY in Kremtier NUliren), •in •Jtfre«Blirte& u*d bekanntes Heilmittel von anregender und kräftigender Wirkung aut den Magen bei Ver- d&uuti gsat o rangen. Nur teilt mit nebenstellender Schutzmarke und Unterschrift Preit , du kr.. ll«|i|«fin*M'he 70 kr. ___Bestandtheile sind aogefreben In Apotheken erlifilCIleh. Sf Copirtinten *OWt<* Schreibtinten jeder Art un* der cbemi-chcn Fabrik d r G-biOd-'T Müller Budapest, in»b»-i>n11» L A C u m p. i n C 11.11. Zur Saison! -ms Grosse Auswahl in allen Artikeln der i -s i Pelzwaren-Consostion *5 '■ H p: H ali«: V 3 V Kinder- u. Damen-Muffe, echt und Imitation. H o 8 . SCHMIDL A €omp. in Cilli. 5 jui i'f.')iw der iirnji. Johann Hakiwch in Cilli Herausgeber «*d verantwortlicher Redacteur A. Ehrlich.