Jänner. Siebenter Jahrgang. 1910. (Seite 1225 bis 1256.) Blätter für den Abteilungsunterricht. ttlonatschrift zur Förderung des österr. Schulwesens. (Herausgeber: Rud. E. Peerz.) o o o o o o Inhalt: Seite 1. Zu Schierschwende in Thüringen...........................................................1225 2. Der pädagogische Robinson................................................................1226 3. Wieder etwas Neues.......................................................................1227 4. Splitter.................................................................................1227 5. Einiges üb. Anschauungsunterricht u. Heimatkunde 1228 6. Randbemerkung zur Folge 66 ............................................................. 1229 7. Schulhumor 1229, 1231, 1238 8. Lehrstoffverteilung f. d. Unterricht in den Realien 1230 9. Etwas von der Kunst des Sehens...........................................................1231 10. Bodenständiger Unterricht...............................................................1232 11. Für Elternabende........................................................................1233 12. Gedenktage..............................................................................1234 13. Die erste Einführung in das Kartenverständnis . 1235 14. Das hätte ich wissen sollen.............................................................1237 15. Ein seltener Gast......................... . . . 1238 16. Unterricht im Freien....................................................................1239 17. Wohnungswechsel statt Diensttausch auf Zeit . 1240 18. Aus dem Tagebuche einer Dorfschullehrerin . . 1240 19. Zweier Kandidaten erste Weihnachten .... 1241 20. Der zweite staatliche landw. Lehrerfortbildungskurs zu Oberalm in Salzburg..............................1242 21. Lose Gedanken...........................................................................1243 22. Die sechste Frage (.....................................................................1244 23. Randbemerkung zur Folge 64 ............................................................ 1246 24. Die Wechselrede........................................................................ 1246 25. Lesefrüchte.............................................................................1248 26. Der kranke Lehrer und das kranke Kind . . . 1249 27. Bücher für den Weihnachtstisch des Lehrers . 1250 28. Briefkasten.............................................................................1252 29. Kleine Mitteilungen.....................................................................1253 30. Durch Sachsen und Thüringen v. Schule zu Schule 1255 Verlag der Blatter für den Abteilungsunterricht in Laibach. — Druck von J. Pavlicek in Gottschee. Jährlicher Bezugspreis 6 K (5 Mk, 7 Frk.). * erstklassige Orgel-starmsniums « beider Systeme fabriziert und liefert billigst Wudol'f Aajkr & Go., Königgräh Wr. 89. fS*cbafl)rtrmoHiuras beider Systeme und jeder Größe, mit genauer Orgelmensur für Kirchen, Seminare nnd als Übungsorgeln. Lieferung frachtfrei Bis letzte Ataynsiatio»! Der hochw. Geistlichkeit, den Herren Lehrern und Musik-und Gesangvereinen besyndere Vorzüge. — Preisliste gratis und franko. E H Reform -Schulkreide • Konkurrenzlos, allseitig anerkannt und prämiiert. « ioo Stück 9 cm lang, 12/12 mm (netto 1 Kilogramm)...............2 Kronen Schulleitungen und Ortsschulräte erhalten bei Abnahme von s Kilogramm 10 Prozent Nachlass. WB“ Uliederoerkäufer entsprechenden Rabatt. . -32*2 Kreidefabrik: Tranz fiosebkara, Klaidbofcn a.d. V. Geprüft und empfohlen von der Zentralleitung und den Zweigvereinsobmännern in Niederösterreich. Wien, am 26. Februar 1909. Jordan, Präsident. Ich kann nach meinen Erfahrungen sagen, daß diese Kreide das absolut Beste ist, was ich an Tafelkreiden bisher kennen lernte, daß dieselbe geradezu idealen Anforderungen entspricht. Direktion der k. k. Staatsrealschule in Knittelfeld. I i UlSlEEJlSlBjEJlSMSJlSieraJlSMaJISMEIlBlMHllSlHEJlSMraJlSMEjOälMBJISMSJlSMEllsiaJHILSMaJlSlSraJlSlBJaiSlEJSJiaSraJlSlSJElH Hoher Extra-Vorzugsrabatt für Lehrer! Trautwein, wien, vii. Mariahilferstraße Nr. 58. Pianos Pianinos und Klaviere von hervorragender Klangfülle und Tonschönheit, gediegendster kreuzsaitiger Eisenpanzer-Konstruktion mit leichter, elastischer Spielart und verstellbarer Harfenton-Vorrichtung. 10jährige, schriftliche, gesetzlich bindende Garantie! — 4wöchentliche, frachtfreie Probelieferung nach jeder Bahnstation! 12—2 gXJ- Ratenzahlungen ohne Preiserhöhung gestattet! Jeder Lehrer verlange umgehend kostenlos Zusendung der illustrierten Preisliste nebst Lehrer-Vorzugs-Babatt-Tabelle! Drei starke Hefte mit mehreren tausend Referenzen von Lehrern etc. gratis zur Verfügung. Blätter für den flbteilungstmterricbi. Laiöach, 15. Jänner 1910. (In brn Anjcigctcil werden nur Anlüudigungcn ausgenommen, die bic Güte der Ware erwiesen haben. Es ist daher v or der Insertion entweder der Gegenstand selbst einzusendcn ober ein vertrauenswürdiges Zeugnis. Aeurteilungen. (Zur Folge 73.) 169.) Acklams Anivcrfum ist jedenfalls die billigste illustrierte Unterhaltungszeitschrift. Wöchentliches Erscheinen im Umfange von 32 bis 40 Großquartsciten. Jedes Heft kostet nur 40 h. Bezug durch die Post, den Buchhandel, auch durch uns. 170.) Österreichs illustrierte Zeitung. (Verlag: Jacques Philipp, Wien, VI. Barnabiteng. 7; Preis vierteljährlich 5 K.) — Die Zeitschrift erscheint jeden Sonntag. Alle besonderen Ereignisse auf der Weltbühne finden ihre bildliche Darstellung mit textlicher Beigabe. Persönlichkeiten, die die Tagesgeschichte über das Niveau hebt, werden im Konterfei vorgeführt. Die monatliche Kunstbeilage zeigt moderne Gemälde und Entwürfe. Die Zeitschrift ist vornehm ausgestattet und kann Anspruch darauf erheben, daß sie das beste illustrierte Zeitblatt Österreichs ist, man könnte sagen: Die österr. Leipziger illustrierte Zeitung. 171.) Ave Maria. (Vertont von L. Kirchberger; Verlag der „Blätter für den Abteilungsunterricht" in Laibach: Orgelstimmc samt Gcsangspartitnr 1 K 30 h, jede Stimme 10 h.) — Das gesamte Er-lrügn is fließt dem Südheimfondc zu. Überaus melodiös, schöne Stimmführung, für gemischten Chor mit Orgelbegleitung eingerichtet, bietet keine besonderen Schwierigkeiten, für Festaufführungen auch unter kleinen Verhältnissen geeignet. F-Tur, höchste Note für den Sopran f, ebenso für den Tenor. Volle Harmonie, interessanter Akkordwechsel. Das Stück kann postwendend geliefert werden. In zwei Stunden ist es eingelernt. 172.) Schreivers Ausschiieidearvelten für Glanzpapier herausgegeben von Th. Göhl und M. Brethfeld. Drei einzeln käufliche, stufenweise fortschreitende Hefte mit je 12 Vorlagen, Gebrauchsanleitung und Aufgaben. Format 40 : 32 cm quer. Preis jedes Heftes Mk. 1—. Dazu ein Heft enthaltend 44 Blatt des zur Ausführung der Vorlagen nötigen Buntpapiers im Format 20 : 26 cm Mk. 0'70. Wir erblicken im Ausschneiden nicht eine bloße Unterhaltung, sondern ein Bildungsmittel, von dem wir wünschen, daß cs rasch Eingang finde in Schule und Familie. Zufolge der farbenprächtigen Ausstattung eignen sich die Hefte mich besonders zu Fest- und Gelegcnheitsgeschenken. Wir bitten, diesen beachtenswerten Reformbestrebungen I. F. Schreibers regstes Interesse enlgegeuzubriugen und zur weitesten Verbreitung der auf diesem Gebiete erscheinenden Neuheiten beizutragen. 173.) Ein glänzender Erfolg ist einem Büchlein geworden, das Bischof Keppler von Rottenburg unter dem Titel „Mehr Freude" (Herder, Freiburg; gebunden M. 2 60, M. 5'— und M. 5:50) hat erscheinen lassen und das nicht nur in katholischen, sondern auch in nichtkatholischen Kreisen freudige Aufnahme gefunden hat. Vor Ostern ist es zuerst erschienen; noch ist nicht ein Jahr vorüber, und schon kann die Verlagshandlung mitteilen, daß soeben das 35.—50. Tausend ausgegeben worden ist. Ein bedeutender Erfolg, der sich aus dem Wert des Büchleins erklärt, denn es enthält eine Fülle herrlicher Gedanken in vollendeter Form; aber auch daraus, daß es so recht zeitgemäß kommt, denn das Verlangen nach mehr Freude erhebt sich heute in allen Kreisen stürmischer als je. Es werden die Wege gewiesen, die nach dem erstrebten Ziele führen, und die Hindernisse auf-gedeckt, die zu überwinden sind. Das Büchlein bietet eine „Philosophie vehementer, glühender Lebensbejahung gegenüber dem herrschenden Pessimismus“. 174.) Tintenextrakt. Als spesenfreie Beipackung versendet die Firma Schüller in Amstctten auch Fläschchenextrakt Nr. 4 für je >/« Liter Wasser Prima rote Metalltinte zu 40 h. (Der Inhalt des Fläschchens wird in '/< Liter Wasser gegossen und die Metalltinte ist fertig.) Für Lehrer sowie für Schüler sehr zu empfehlen. 175.) Über die Reformkreide von Hoschkara. Professor A. Mon6 de Alsö-Venitze von der Staatsgewerbeschule in Innsbruck schreibt darüber im Zentralblatt für das gewerbliche Unterrichtswesen in Österreich, Band XXIV, 2. Heft 1906: „Diese neue Kreide liegt angenehm in der Hand, ist frei von dem lästigen Papierüberzug und beschmutzt die Finger und die Kleidung nicht im geringsten. An Stelle der Papierumwicklung tritt ein chemischer Überzug, welcher die vorzügliche Eigen- schaft besitzt, daß er nicht abgeschabt zu werden braucht, da er sich selbst mitabschreibt. Die Kreide ist absolut sand- und steinfrei, schreibt sehr weich und hat trotzdem einen geradezu staunenswerten Grad von Festigkeit bei äußerst geringer Abnützung; ein Zerkratzen der Tafel ist vollkommen ausgeschlossen, welcher Umstand besonders für Linoleumtafeln äußerst wertvoll ist.“ Mitteilungen der Verwaltung. 1.) Die Jahreswende hat Kündigungen gebracht. Es heißt, man lese die „Blätter“ im Rundlauf und könne daher auf die unmittelbare Zustellung verzichten. Wir bezweifeln allerdings die volle Wirkung, wenn man nach Monaten einmal einen Blick in die Zeitschrift wirft und sie daun gleich wieder weiter geben muß. Allein es kann niemand zum Bezüge gezwungen werden. Uns trifft der Abgang materiell nicht, weil unsere Rechnung immer gleich bleibt; sie „geht eben Null von Null auf“. Es ist aber schade, daß wir beim fortschreitenden Abfall die Freistücke kündigen und das Blatt einschränken müßten. Im Interesse der Leser ersuchen wir daher, die Lücke durch neue Abnehmer auszufüllen. Wenn jeder der geehrten Abonnenten in seinem Kreise für die „Blätter“ wirkt, können wir die ideale Ausgestaltung durchführen. Also eine Karte zur Hand und die Anschrift des neuen Blätteifreundes initteilcn. 2.) Der Folge 73 liegen auch wieder eine Anzahl Rechnungsübersichten bei, auf die in Folge 72 nicht allgemein reagiert wurde. Wir sind gezwungen, bei jenen Abnehmern, die seit dem Bestehen der Zeitschrift, also seit sechs Jahren, noch nicht einen Heller bezahlt haben, die Zusendung endgültig einzustellen und die Bezahlung des Rückstandes zu betreiben. 3.) Die in Folge 72 angekündigten Sammelmappen (ä 50 h) und die Einbanddecken (ä 1 K) konnten nur einem kleinen Teile der Auflage beigeschlossen werden, weil die Post Anstände erhob. Wir bitten demnach, die feste Bestellung zu machen, worauf die sofortige Zusendung erfolgt. 4.) Wir liefern zu bedeutend ermäßigten Preisen Bücher verschiedenster Art in tadellosem Zustande. a) Für die Bürgerschullehrerprüfung, — b) für die Lehrbefähigungsprüfung ohne Ministerial-dispens, — c) mit Ministerialdispens, — d) neuere pädagogische Werke, — c) allgemein Wissenswertes, — f) Unterhaltendes. (Voreinsendung von mindestens 5 K.) Für die Abnehmer wird der Betrag in Rechnung gestellt. Zehn Prozent fließen dem Südheim zu. Nur feste Bestellungen können berücksichtigt werden. 5.) Neu erschienen: a) Trostbüchlein für die junge Lehrerin. (Verfasserin: Hildegard Rieger. Vorwort von Rud. E. Peerz.) — Preise: sehr elegant gebunden, weiß, mit Golddruck, Seidenbändchen 2 K; elegant gebunden 1 K 50 h; geheftet 1 K. b) Kreuz und quer von Schule zu Schule. (Eine Schulwanderung durch das österreichische Alpengebiet.) — Verfasser: Rud. E. Peerz. Zweite Anflage. — Preise: Sehr elegant gebunden 2 K; geheftet 1 K 50 h. c) Das Lehrerheim in Lovrana. Das Reinerträgnis ist dem Südheime gewidmet. — Preis 1 K. « Österreich. Lehrer« « und Lehrerinnen « benützen zur Ablegung der Lehr-befähigungsprü- fung die weltbe- kannten Unter-thode Rustin: gungsprüfg. an und Reifeprüfg. Lehrerinnenbil sowie die Lehr-englische und Glänzende Er-Prospekte über Anerkennungsund franko. An- richtsbriefe, Me-Lehrbefähi-Bürgerschulen an Lehrer- und dungsanstalt., befähig, für die franz. Sprache, folge. Besondere jedes Werk und schreiben gratis sichtssendungen bereitwilligst. Schallehn & Wollbriick Wien XIV/2. Wiederholungsbuch f. Realien Für die Hand der Schüler auf der Oberstufe der Volksschulen zum häuslichen Gebrauche. Herausgeber: Gustav Schöffmann, Oberlehrer. I. Naturgeschichte. (Tier- und Pflanzenkunde. Der menschliche Körper.) Preis 50 h. II. Geographie und Geschichte. Preis 40 h. III. Naturlehre. Chemie und Mineralogie. Aus dem Naturleben. Preis 40 h. Porto für 1 Buch 10 h, für 2 bis 3 Bücher 20 h; bei größerer Abnahme Rabatt, bezw. Freiexemplare. Versandstellen: Neunkirchner Lehrerverein (Fach!. R. Zangcrl) in Neunkirchen, N.-Ö. und Buchhandlung P. Veidinger daselbst. Die unter obigem Titel erschienene Arbeit gehört zu dem Besten, was bisher auf diesem Gebiete erschienen ist. 6.) In Kommission: a) Die Skizze im naturgeschichtlichen Unterrichte. Verfasser: Prof. E. Burger. — Preis 2 K. b) Die Heimatkunde von Thal. Verfasser: S. Walt. Preis 3 K 60 h. Beide Bücher epomachend. — * flnkiindiguiigstafel. * 1.) Schnlwunbkurten bei Freytag unb Berndt, Wien, VII/i Schottenfeldgasse 62. (Besprechung 11.) — 2.) Zur Sorßercitnng auf den Zlnterrichl — die Skizze im naturgeschichtlichen Unterrichte. — 3.) Audiergninmi, Kurven bei Günther Wagner in Wien. (Besprechung 19.) — 4.) Hinte von Schuster in Wien und Schüller in Amstetten. — 5.) glfeiftlfte von Hardtmuth in Budweis. (Besprechung 29.) — 6.) Huschen und Kurven von Anreiter in Wien Vl/i. — 7.) Als Lesestoff für die Kleinen — „Österreichs deutsche Jugend" in Reichenberg. (Besprechung 21.) — 8.) Drncksorten bei Pavlieek in Gottschee (Krain). — 9.) Lehr-unb Lernmittel vom Lehrerhausvereine in Linz a. d. D. — 10.) Wnstliinstruniente von Klier in Steingrub. — 11.) Methodifche Hiüflung mit Mohaupts Schriften. (Vgl. die Ankündigung in den Folgen 48, 49, 60!) — 12.) Kurven bei Dr. Schoenfeld in Düsseldorf; Zeichenulenstlien bei Schmincke in Düsseldorf. — 13.) Schulöänke bei Dr. G. Fischel Söhne in Wien I. — 14.) Radiergummi bei Simon in Wien.— 15.) Kreide bei Hoschkara in Waidhofen a. d. 3). I Blickensderfer Schreibmaschine 5 ^ , .. ^ ^ Vielfach &&&$ r Oder ^ ^ patentiert und 130.000 ^ gekrönt! j-Gebrauch! ^ ^ «7^ Erstklassiges System mit sichtbarer Schrift, direkter Färbung ohne Farbband, auswechselbaren Typen, Tabulator va'\ und allen letzten Neuerungen. Preis komplett mit Tabulator und zwei Schriftarten nach Wahl inklusive elegantem Verschlusskasten 200, 250 und 275 Mark. Katalog franko. V” \?>N 5 Groyen Sr Richtmann, Köln ^ Filiale: Berlin, Leipziger Straße 112. Alle anderen Musikinstrumente und Saiten unter voller Garantie. Reparatur -Werkstätte. Preislistefrei. 14 Tage zur Probe sende Ich an jeden Herrn Lehrer meine in Künstlerkreisen rühmlichst bekannten Spezialitäten: Streichinstrumente, Zithern und Guitarren von unübertroffener Giite und Preiswürdigkeit. Empfehle gute Violinen zu K 5, 6, 8, 10, 12 und höher. Gute Violinen mit starkem Ton, Bogen, gefüttertem Holzetui, Reservesaiten, Stimmpfeife, Dämpfer, Kolophonium und Violinschule franko. K 15 bis 20. reine Orchester-Violinen samt Zugehör, besser, K 25 bis 30. Künstlerviolinen mit starker, edler Tonfülle, nach alten Modellen, mit feinem Ledertuch-Formetui, feinem Bogen und Zugehör K 40. SOLO-Vlollnen, Violas und Celli K 50 bis 200. Auf Wunsch Auswahlsendung von 2 bis 4 Stück ohne Nachnahme. Guitarren mit Maschinen und Zithern von K 12 an. Auch gegen bequeme Teilzahlungen so daß jeder in der Lage ist, sich ein wirklich gutes Instrument anzuschaffen. Alte Geigen u. Celli tausche ich gegen neue Instrumente ein. JOHANN KLIER, " ' ' Steingrub bei Eger (Böhmen). Schutz einem alten österreichischen Industriezweige! p. T. Seit längerer Zeit schon ist cs bas äußerste Bestreben ber auslänbischen Konkurrenz, unser Fabrikat bnrch ganz gering qualitative Falsifikate zu verbrängen. Bei bein Umstanbe mm, baß ber Schüler hiebnrch insoferne bebentenb benachteiligt erscheint, als berselbe solche minberivertige Ware nicht billiger erhält, sonbern benselbcn preis für biese, wie sür unser tabelloses bestes Fabrikat bezahlen muß, so ergibt sich bie Notwenbigkeit, barauf zu achten, baß bie im Gebrauch stehen-ben Bleistifte" auch genau unsere Firma-Aufschrift: „k. Sc L. fjaebtmuth" tragen. wenn wir uns gegen ben erwähnten Mißbrauch bie gütige Unterstützung ber p. T. Lehrerschaft erbitten, so involviert bieselbe gleichzeitig einen Appell zum Schutze bieses alten österreichische» Inbnstriezweiges. hochachtungsvoll £. & C. hardtmuth. Gegründet J790. Jede Schule sollte H'orsch's ges. gesch. Kartenständer "WA einführen. Zahlreiche Anerkennungen, prof. peerz: „Lin überaus wertvoller Behelf zur Schonung ber Karten unb Silber. Hier bestens erprobt." Mit Bezug auf bie „Blätter" f K für bas „Sübheim". Bestellungen, die Tage nach dem Erscheinen des Blattes einlaufen, werden zum Preise von (3 K frei nach jeder Station geliefert. Bestellungen an: Karl Worsch Schulleiter in vürschel, Bauba, Bühnten. Die in den Kreisen der Lehrer bestbekannte jirma Uhrmacher und fldolf Zirka Juwelier Gegriinbet f8?8. Krummau a. d. Moldau versenbet ohne eine Anzahlung gegen zehn Monatsrate» nur beste Sorten Uhren, Gold-, Silber- u. optische Waren. Auf verlangen lasse ich Aiis-wahlsenbungen znkonimcn. Eigene Werligätte für Iie-paraluren und Neuarveite». Lausende ZlncrkennungSschr. 311.Kataloge gratis ». franko. lNlsUWIMöWlsMsIZWZIZMZIZMZisWZM ~| Wie (leifit es in ben „Wfäitmt f. b. E l Alleikungsnnterricht" (Aokge 62)2 I™ i „Na, gottlob haben nun tüchtige 6 ] Praktiker sich bcs Zeichnens nach ber Natur bemächtigt. SterliKe uud Hfiischel W Stimdeiibilder für modernes Zeichne«! bieten aus ber Werkstatt Heraus L prächtige Stücke in prächtiger ^ Ausführung. Man sieht sie vor sich, h bie Meister ber niethob. Kunst, wie " sie schaffen unb erproben, bannt ja § nichts unfertig in bie lvelt reise. De» iS | Kollegen Sterlike 11. pifchel gebührt E ber Dank ber Lehrerschaft, baß sie D unerfahrenen Himmelsstürmern bie Ibee aus ber Hanb genommen unb sie auf festen (Srunb gestellt haben." prof. peerz. ZU beziehen: Fachl. Iiub. SterNke, Rokotnitz, Böhmen. I. Teil K 3'30, II. Teil K 6 — franko gegen Voreinsendung o. (portozuschlag) Nachnahnie. 3m selben Verlage: H>reistaöelleu für den Rechen-unterricht vom .5achl. Bud. Sterlike, 3 Tafeln, 50 : 75. fS Preis: (Voreinsendung) für 3 zusammengehör. | Tafeln K l 50. 2. Auslage! Zcichklumtknichts-briefe von % L. Wodt. 3n ber gesamten Fachpresse anerkannt als verläßlicher „Wegweiser", als originelles Siublenwerli, als beste Wuierrichisyikfe. (6 Briefe ä l K; auch gebunbene Exemplare werben geliefert; Begleichung auf jeben Fall in 5 bis 8 Raten ermöglicht WrospelU unb Ansichlssenbnngen liofien- fos burch bie Bnchhanblnng W. WenKer in Komotan. KSt, 1910 (Jänner). V ä t t Q ^ (7. Iayr.) Jokge 73. für den Jlbttilungsunttrricht Monatschrist jur Förderung des österreichischen Schulwesens. vezug,gebühr 6K (5 Mark, Herausgeber: Geschäftliches ausschließlich « Krk., jährlich. Einzelnum- an die „Verwaltung der mfl Postsparkassen- tti.Nrtlf ff Blätter für den Abteilung«. scheck-Konto Nr. 58.218. JvUuOlj d. y CCV^ 111 JCfttbflO). unterricht in Laibach". Zu Schierschwende in Chüringen am 5. Sept. 1908. (Vergl. den Artikel „Wein dritter Vater“ auf Seite 1255.) < Der Freund. ~j Der dritte Vater. Der Sohn. Das Wissen ist ein Quell, der unversiegbar quillt, den nie der Durst erschöpft und der den Durst nie stillt. Rückert. Der pädagogische Robinson. (Ein bedeutender Geschichtsschreiber behauptet, daß eine gründliche Sachkenntnis die beste Methode sei. Man kann das Urteil allerdings nicht ohneweiters hinnehmen und zur Geltung bringen; allein sicherlich steckt in ihnt ein guter Kern. Ja, die Sache! Sie ist aus unserer Lehrerbildung fast ganz und gar geschwunden. Wie wenig doch dem jnngen Manne als kostbares Gut ins Leben mitgegeben wird I Daran sind nicht die Herren Professoren und nicht die Zöglinge schuld; die (Organisation unserer Lehrerbildungsanstalten allein bedingt das Übel. Es gab Zeiten, da man die Methodik nicht kannte; es gab aber auch Zeiten, in denen sie über die Maßen gepriesen wurde, wie es ja immer und immer wieder nur den Sprung von einem zum ändern Extrem gilt. Und in dieser Periode der Methodenmanie wurde unser Grganisationsstatut geboren. Anno <883 trat mit der Schulgesetznovelle noch ein Stück dazu. So sind wir denn jetzt mitten in dem methodischen U)irrsal. Gäbe cs übrigens eine feste Richtung, ein einheitliches System, eine Harmonie in der Führung, so könnte immerhin der Nachteil einseitiger Bildung nicht allzu bedeutend sein, denn wie Wissenschaft Methode ist, so kann Methode auch Wissenschaft werden. Da jedoch der eine hin, der andere her zieht, da der auf dem alten, verwachsenen Wege stapft, während der andere mit dem methodischen Automobil dahinrast, wird es dem Zöglinge ganz sonderbar zumute. Die Zeit wird den methodischen Götzen geopfert und die Sache, die arme Sache verkümmert. — Was rettet nun den jungen Mann, da ihn das Geschick in die Praxis geworfen hat? Im Taumel ist er in die völlig neuen Verhältnisse gekommen. Da er erwacht, da er sich die Augen reibt, erscheint ihm alles so ganz anders, so eigentümlich, so fremd. Ein Flug vom Mars auf die Erde oder umgekehrt. Wird deu pädagogischen Robinson nunmehr das Schock methodischer Handgriffe oder die ausgiebige Kenntnis der Dinge, die Geistesschulung retten? Kein Zweifel, daß erstcre Mitgift nicht ausreicht. Die Einklassige draußen im Bergesgrund ist ein verlassenes Eiland, auf dem nur ein kluger Geist und eine geschickte Hand etwas zu schaffen vermögen; die Übungsschule gleicht der Großstadt mit all dem Gepränge und Komfort. Wer bisher nichts anderes angestrebt hat, als sich bloß vor deu Schaufenstern pädagogischer Neuheiten zu ergötzen und in dem Buffet methodischer Leckerbissen zu naschen, der kann auf dem Felde der Landschule nicht ackern. Die Schulverwaltung muß ernstlich daran gehen, die Lehrerbildungsanstalt zur Stätte geistiger Ausbildung und sachlicher Rüstung, die Übungsschule aber zum Spiegel der Schulen zu machen, wie sie die Wirklichkeit bietet. Manchen Übungsschullehrer drängt es, bodenständige Methodik zu betreiben, manchen Professor reizt es, tiefer in den Schatz des Wissens zu greifen. Allein es geht nicht; die Stundenzahl ist zu gering, die „sogenannte" praktische Ausbildung verschlingt alles — und nur ein Konglomerat von Brocken strenger Sachlichkeit kann mühsam gerettet werden. Die Geistesschulung! „Die Zeit, die Zeit!" — seufzt jeder, der ihrer gedenkt. Und so kommt es, daß der junge pädagogiker sich unsicher fühlt u. zw. nicht allein im Stoffe, sondern auch in der Anpassungsfähigkeit an die Sonderverhältnisse des Schulortes. Die Methodik wurde eben nicht durchblickt, sie wurde nur gesehen. Ls muß diesbezüglich anders werden! Der Ruf ist nicht neu; aber er verhallt, wenn er nur von Einzelnen kommt. Die gesamte Lehrerschaft, die Inspektoren, die Lehrerbildner müssen ihn erheben, damit die Lehrerbildung mit der Zeit, mit der „sachlichen" Zeit schreite. Wir müssen im -Preise der Gevikdeten jenen Hiang mit Wemnsrtsein und mit Wecht einnehmcn, der uns vermöge unseres hohen Amtes gebührt. Unsere Bildung muß stofflich mindestens der des Gberrealschülers gleichen. U)er in die Tiefen des Wissens dringt, wird die DTe« thoöc bald erobern; wer aber nur am Äußeren klebt, kann sich geistig nicht frei bewegen. Und wir brauchen hauptsächlich mit Bezug ans die Eigenart der Landschule, der Individualität der Schultypen, im Hinblicke auf den bodenständigen Unterricht, mit Rücksicht auf die Stellung des Lehrers im öffentlichen Leben eine durchgreifende stoffliche Rüstung. Das neue Geschlecht muß sie bringen, das alte in Eile sie erwerben. „Der Lehrer soll hundertmal mehr wissen als der Schüler." Dieser Satz ist Jahrtausende alt; er bleibt zu allen Zeiten wahr. Bon einer den gewöhnlichen Schulde trieb hoch überragenden Warte muß der Lehrer herabsehen, herabstreuen, herabregieren; er muß ein mächtiger Potentat sein, ein Beherrscher des Stoffes, ein weiser, wissensreicher Monarch in seinem Schulreich. Ist er einmal Souverän in der Materie, so ist er es auch bald in der Methode. — „Wieder etwas Neues“. „Du sollst die deiner Erziehung in der Schule anvertrauten Kinder zu richtigem Sprechen anleiten“, so lautet ein Hauptgebot für den Lehrer. Selbstredend aber werden wir einen sehr zweifelhaften Erfolg aufweisen können, wenn wir uns nur in den Sprachstunden dieser Pflicht erinnern, in den anderen Stunden aber unsere Muttersprache sein lassen, was sie will. Die Sprache des Lehrers soll vorbildlich sein. Ich denke an den Rechenunterricht! Ein Knabe, für mich bisher fremd, steht ei der Tafel. Seine Aufgabe: 327962:936 —? Sichtlich erfreut über die Leichtigkeit der Aufgabe (5- Schuljahr) und des Rätsels Lösung förmlich vor Augen, beginnt er: 936 in 3279 Ganzen geht (r^lmal- Ja gewiß, zeitweise läuft es sogar. Doch haltl Die ändern scheinen den Unsinn heraus-gc unden zu haben: 936 in 3279 Ganzen ist dreimal enthalten. Dieser Satz ist unleugbar viel besser as der frühere, aber sprachrichtig auch nicht. Sagt man denn: Der Knabe aus dem Brunnen hat asser getrunken oder: Die Glasringe in eigenen Hütten, den Glashütten, werden meist erzeugt? ” gehört in dem von den Schülern gebrachten Satze und in allen ähnlichen Sätzen hinter den atzgegenstand. Gewiß braucht man aus der Rechenstunde keine Sprachstunde zu bilden, aber prachunrichtigkeiten zu pflegen, ist meiner Ansicht nach auch nicht am Platze, zumal sich ja der gesamte Unterricht mit der Vermittlung eines fehlerlosen Sprechens beschäftigen soll. — Endlich haben wir den Rest des ersten Teildividenden (471) entwickelt und wie ein Befehl daß" ' CS nacl1 Setzung des Dezimalpunktes von den Lippen des Knaben: 6 herab! Nur schade, .Sle nicht kommen kann, sondern daß ich die 6 dazuschreiben muß. Bei der Behandlung des hi " D'V'dierens ließ ich die Kinder sagen: Jetzt schreibe ich die 6 (um bei diesem Beispiele eiben) dazu. Kindern im fünften Schuljahre (möglichenfalls auch jüngeren) aber muß es genügen, wenn sie die Ziffer, welche dazu geschrieben werden soll, bloß nennen, z. B. 6 oder 9 u. a. — Nun ,a cn wir die Rechnung fertiggestellt und es folgt die Antwort. Es kommt heraus: 3 5. Auf diese on vielen Lehrern gestellte allgemeine und unsinnige Frage: Was kommt heraus? gibt es natürlich keine sserc Antwort als: „Es kommt nichts heraus.“ Großer Geisteskraft bedarf es jedenfalls nicht, um zu . ennen, daß nichls hcrauskommen kann, weil nichts darin steckt. Warum nennt man das Kind nicht mit seinem richtigen Namen? Ist es nicht angezeigter zu sagen, der Quotient oder der Rest usw. heißt! Text--pie e verlangen zudem eine ganz bestimmte Antwort. Wer auf eine richtige Ausdrucksweise der rj11' er hinzuarbeiten bemüht ist— und welcher Lehrer wollte das nicht —, der findet in allen Unter-ic i sgegenständen Arbeit, zumal der Schule auch das Haus in dieser Hinsicht zu übel mitspielt. _____________________ H. Reckziegel in Friedrichswald. Splitter. „ *n tler Schule lernt man, daß „Ehe“ ein Hauptwort ist; später lernt so mancher einsehen, ie auch ein unterordnendes Bindewort sein kann. Eingesende Einiges über Anschauungsunterricht und Heimatkunde. Von Hans Trunk. (Schluß.) Das größte Gewicht ist bei diesem Unterrichte darauf zu legen, die Schüler zur Selbstbetätigung heranzuziehen. Zu diesem Zwecke empfiehlt es sich, mit dem Anschauungsunterrichte das Formen und Zeichnen zu verbinden. Dadurch kann sich der Lehrer am besten überzeugen, ob die Schüler beim Unterrichte wirklich selbsttätig sind und ihre Sinne gebrauchen, nicht bloß Gehörtes nachsagen, Vorgemachtes nachmachen. Diese Arbeiten bereiten den Kindern meist große Freude, denn sie brauchen dabei nicht ruhig und still auf einem Platze zu sitzen und fortwährend nur schweigend zuzuhören, was lebhaften Kindern eine Qual ist. Eine Stille, wie sie sonst in der Klasse herrscht, ist bei einem solchen Unterrichte freilich nicht möglich, es wird zuweilen etwas bunt zugehen; wer aber gesehen hat, mit welchem Eifer die Kinder bei der Sache sind und wie wenig sie daran denken, stören zu wollen, der wird sich sehr bald mit dem scheinbaren Mangel an Disziplin aussöhnen und merken, daß in einer solchen lebhaften Klasse mehr innere Disziplin herrscht, als sonst durch Zwangsmaßregeln hineingebracht werden kann. Wetekamp1 erhofft von einem derartigen Unterrichte unter anderen insbesondere folgende Vorteile: a) Der Übergang vom Hause zur Schule wird erleichtert, da der Unterricht sich an den Spieltrieb und an den natürlichen Beschäftigungstrieb der Kinder anschließt. Hiedurch wird b) die Lust und Liebe zur Schule und zum Unterrichte bei den Kindern gestärkt und stets wach gehalten. Das hat wieder zur Folge, daß c) eine große Ersparnis an Nervenkraft gewonnen wird; denn die Schüler brauchen sich nicht zur Aufmerksamkeit zu zwingen, da diese aus der Arbeit selbst entspringt, d) Weiters wird durch die Übungen im Formen und Zeichnen die Sinnesbildung geschärft und die geistige Erziehung wesentlich gefördert, auch die Phantasie erhält reiche Nahrung, e) Endlich werden die Kinder durch die beständige Selbstbetätigung vom ersten Schultage an zur Selbständigkeit und zum Vertrauen auf ihre eigene Kraft erzogen; ebenso werden solche Kinder auch später beim theoretischen Unterrichte viel mehr geneigt sein mitzuwirken, daß der Stoff erarbeitet wird, anstatt sich darauf zu beschränken, sich denselben gedächtnismäßig und mechanisch anzueignen. Die Heimatkunde bildet die Fortsetzung des Anschauungsunterrichtes und ist wie dieser von außerordentlicher Wichtigkeit; auch ihre Aufgabe stimmt im allgemeinen mit der des Anschauungsunterrichtes tiberein. Im besonderen soll sie die Kinder in der Wirklichkeit orientieren und für die geographischen Formen und Erscheinungen fremder Erdräume feste Maße und Vergleichungspunkte gewinnen; sie soll ferner die Schüler in das Verständnis der bildlichen Darstellung eines bekannten Erdraumes und dadurch in das Verständnis der Landkarten überhaupt einführen; sie soll endlich in den Schülern auch den Sinn für die Erscheinungen in der Heimat und die Freude an der Schönheit der Natur wecken und so die Voraussetzungen schaffen, an die der spätere Sachunterricht mit Erfolg anknüpfen kann. Insbesondere kann der Unterricht in der Erdkunde seinem Zwecke nur dann entsprechen, wenn ihm ein gut erteilter heimatkundlicher Unterricht vorangegangen ist; aber auch für den Geschichtsunterricht ist es unumgänglich notwendig, an die heimatlichen Verhältnisse anzuknüpfen, weshalb sich der Lehrer um die Geschichte des Heimatortes und dessen Umgebung kümmern, 1 Selbsbetätigung und Schaffensfreude in Erziehung und Unterricht S. 35. die Geschichtsdenkmäler aufsuchen und über deren Entstehung Nachforschungen anstellen soll. Mit Recht sagt Gurlitt: „Das Eindringen in die Entwicklung eines kleinen Städtchens gibt mehr geschichtliche Bildung als ein gelehrter Überblick über die gesamte Geschichte.“ — Ebenso wichtig ist der heimatkundliche Unterricht für die übrigen sachunterrichtlichen Lehrfächer. Für die Erteilung des Unterrichtes in der Heimatkunde gelten im allgemeinen dieselben Grundsätze wie für den Anschauungsunterricht. Auch bei der Heimatkunde handelt es sich nicht so sehr darum, den Kindern zu einer möglichst großen Summe von Kenntnissen zu verhelfen, sondern vielmehr darum, sie klar sehen und beobachten zu lehren und dadurch in den Stand zu setzen, vom Bekannten auf das Unbekannte zu schließen, d. h. ihnen eine Methode der Betrachtung an die Hand zu geben, durch deren Anwendung sie befähigt werden sollen, mit Hilfe der Heimat die Fremde verstehen zu lernen. Auch bei diesem Unterrichte müssen die Schüler selbst sehen und beobachten, wenn sie Anschauungen erwerben sollen. Aus diesem Grunde sind Schulwanderungen unerläßlich. Ein großer Teil des in der Heimatkunde zur Behandlung kommenden Stoffes kann allerdings von den Schülern selbst erworben werden, aber das Wichtigste müssen sie auf den Wanderungen lernen, die der Lehrer mit ihnen unternimmt. Es ist daher notwendig, daß solche Wanderungen fleißig unternommen werden und daß der Lehrer dafür auch einen Teil seiner freien Zeit opfere, da die einzelnen Unterrichtsstunden, die dazu verwendet werden können, nicht ausreichen, das für den Unterricht erforderliche Material herbeizuschaffen. Randbemerkung zur Folge 66. Reform des Handarbeitsunterricht es. „Ganze Strümpfe werden heute wo|d nur mehr in den Schulen gestrickt; sonst fällt es niemandem mehr ein, weil man es beinahe eine Verschwendung der Zeit nennen kann.“ So lautet ein Satz im Artikel „Beiträge zum Kapitel Reform des Handarbeitsunterrichtes“, dem ich nicht ganz beistimmen kann. Gekaufte Strümpfe sind allerdings billiger, weil man auch die Arbeitszeit in Rechnung bringen muß, doch dauerhafter sind die selbstgestrickten. Zudem lassen sich die gekauften Strümpfe schwer oder gar nicht anstricken; sie werden einfach weggeworfen. Man denke an die Bauern im Gebirge, — schwere Arbeiten, schlechte Wege, grobe Schuhe — und an die Kinder, die bei Regen und Schnee einen stundenlangen Weg in die Schule zurücklegen müssen! Sind da nicht selbstgestrickte Strümpfe aus reiner Schafwolle praktischer, dauerhafter, gesünder? Gekaufte Strümpfe eignen sich mehr für den Städter und den Bewohner des Flachlandes; für den Gebirgsbewohner sind nach meiner Ansicht die selbstgestrickten vorteilhafter. Der Strickstrumpf ziert nicht bloß Großmütterleins welke Hand, auch jedem Mädchen steht eine Strickerei gut an. In der Schweiz weiß man das wohl zu würdigen; darum werden dort noch immer sehr viele praktische Strickarbeiten gelehrt. Nähen, Flicken, Stricken schätze ich viel höher als Häkeln und Sticken. Das sind Luxusarbeiten und ich begreife den Jammer eines Vaters, der da sagte: „Ich habe drei Töchter. Die älteste stickt, die zweite stickt, die dritte stickt, und keine strickt und keine flickt. Nun habe !£h drei Paar gestickte Schuh und keinen ganzen Strumpf dazu.“ Also herein, liebe Kolleginnen, mit vielen Reformvorschlägen und Erfahrungen! Die „Blätter“ geben allem Raum, was die gute Sache fördert. F. M. Schulhumor. 33. o , Schöpfungsgeschichte: Der Katechet fragt einen Schüler, der kürzlich aus einem fremden cnulsprengel kam: „Na, du Kleiner, sag mir, wer diese schönen Berge und Täler, die wir um uns nen, geschaffen hat!“ Antwort: „Das kann ich ihnen nicht sagen, ich bin noch nicht lange hier.“ Eingesendet von F. J. In R. mo Lehrstoffverteilung für den Unterricht in den Realien. (Schulkategorie: Einklassige Volksschule mit drei Abteilungen.) (Schluß.) 111. Abteilung. 1.) Geschichte; nach „Eidam“. (1. Turnus.) Die alten Deutschen. (Vorgeschichtliches, Geschichtliches, Religion) 3 Halbstunden. Armin 1 Halbst. Hunnen, Attila 1 Halbst. Karl der Große 2 Halbst. Bonifazius, Klosterwesen 1 Halbst. Magyaren I Halbst. Kreuzzüge 1 Halbst. Ritterwesen, Turniere 2 Halbst. Städte im Mittelalter, Rechtspfl. 1 Halbst. Rudolf von Habsburg 2 Halbst. Maximilian I. 2 Halbst. Erfindungen im Mittelalter 3 Halbst. Entdeckung Amerikas, Folgen 2 Halbst. Luther, Karl V. I Halbst. Folgen der Reformation I Halbst. Der 30jährige Krieg 2 Halbst. Krieg gegen Frankreich 3 Halbst. Die Regierungszeit unseres Kaisers 3 Halbst. Bürger- und Verfassungskunde 3 Halbst. Summe 35 Halbstunden. (2. Turnus.) Die ältesten Bewohner Österreichs 1 Halbstunde. Die ältesten Bewohner Böhmens 1 Halbst. Ausbreitung des Christentums, Severin 1 Halbst. Libuscha und Przemysl 1 Halbst. Wenzel der Heilige 1 Halbst. Stephan der Heilige 1 Halbst. Die Babenberger 3 Halbst. Friedrich der Schöne und Ludwig der Bayer 1 Halbst. Albrecht II., Gerichtswesen, Landpflege I Halbst. Rudolf IV., Zünfte 1 Halbst. Karl IV. 1 Halbst. Leben und Treiben zu seiner Zeit 1 Halbst. Hus, Hussitenkriege 1 Halbst. Muhamed 1 Halbst. Erste Belagerung Wiens 1 Halbst. Zweite Belagerung Wiens 1 Halbst. Prinz Eugen 1 Halbst. Leopold I. 1 Halbst. Maria Theresia 2 Halbst. Josef II. 2 Halbst. Österreich im Jahre 1809, Hensel 1 Halbst. Andreas Hofer 1 Halbst. Erfindungen in der Neuzeit 3 Halbst. Unser Kaiser 3 Halbst. Bürger- und Verfassungskunde 3 Halbst. Summe 35 Halbstunden. NB: Jedes Geschichtsbild habe ich schriftlich ausgearbeitet. 2.) Geographie; nach „Tischendorf“ und Maierl. (1. Turnus.) Himmelskunde: Horizont, Haupt- und Nebenweltgegenden, Kompaß, Gestalt und Bewegung der Erde, Globus, Liniennetz, Zonen, Jahreszeiten, Mond, Mondesphasen, Finsternisse, Sonnensystem, Zeitrechnung, Kalender 8 Halbstunden. Zeichenerklärung der Karte, Maßstab 2 Halbst. Horizontale Gliederung der Erdoberfläche, Erdteile, Meere 1 Halbst. Die Bevölkerung, Sprache, Religion 2 Halbst. Die Erdteile, gründlich 8 Halbst. Europa und seine Staaten, gründlich 12 Halbst. Staaten Mitteleuropas, übersichtlich und oberflächlich 2 Halbst. Österreich-Ungarn, oberflächlich und übersichtlich 3 Halbst. Summe 38 Halbstunden. (2. Turnus.) Zeichenerklärung der Karte, Maßstab 2 Stunden. Österreich-Ungarn und Kron-länder," gründlich 25 Stunden. Staaten Mitteleuropas, gründlich 5 Stunden. Europa, übersichtlich 2 Stunden. Erdteile, übersichtlich 2 Stunden. Summe 36 Stunden. 3.) Naturkunde. (I.Turnus.) Körper, räumliche Ausdehnung, Arten der festen Körper, Anwendung der elastischen Körper, allgemeine Eigenschaften, Lösung, Mischung, Kristallisation 5 Stunden. — Wärmelehre: Thermometer, Erwärmung des Wassers, Strömung, Luftzug, Wind, Wärmeleitung, -Strahlung, Schmelzen, Erstarren, Sieden, Destillation, Verdunstung, Luftfeuchtigkeit, Gebilde, Wärmequellen 7 Stunden. — Mechanik: Schwerpunkt, Gleichgewicht, Standfestigkeit, Rolle, Flaschenzug, Hebel, Wagen, andere einfache Maschinen, Bewegung, Pendel, Hindernisse der Bewegung, Kommunikalionsgesetz, Druck des Wassers, Archimedisches Gesetz, Schwimmen, Aräometer, Luftdruck, Jovic. Röhre, Barometer, Heber, Handspritze, Pumpen, Feuerspritze, Luftpumpe, Blasebalg, Dampfmaschinen 14 Stunden. — Vom Lichte: Leuchtende und dunkle Körper, Fortpflanzung, Geschwindigkeit, Schatten, Reflexion, Spiegel, Brechung, Erscheinungen, Linsen, Zerlegung der Linse, Regenbogen, Auge, Bedingungen des deutlichen Sehens, optische Apparate, Photographie 10 Stunden. Summe 36 Stunden. (2. Turnus.) Körper, räumliche Ausdehnung, Arten der festen Körper, Anwendung der elastischen Körper, allgemeine Eigenschaften, Lösung, Mischung, Kristallisation 5 Stunden. — Das Wichtigste aus der Chemie 12 Stunden. — Vom Schalle: Entstehung, Fortpflanzung, Arten, Echo, Stärke, tönende Körper, Ohr 3 Stunden. — Vom Magnetismus: 3 Stunden. — Elektrizität: Reibungselektrizität, Mitteilungselektrizität, Leiter, positive und negative Elektrizität, Elektrisiermaschine, Atmosphärische Elektrizität, Blitzableiter, Berührungselektrizität, Wirkungen des elektrischen Stromes, Klingel, Glühlampe, Telegraph, Ablenkung der Magnetnadel, Induktionsspule, Telephon, 12 Stunden. Summe 35 Stunden. NB: Ich kenne auch die Arbeitskunde von Dr. Scyfert. Aber nach ihr vorzugehen, fällt mir schwer, da das Buch für meine Verhältnisse zu viel enthält. 123 t Etwas von der Kunst des Sehens. Von Schulrat Fr. Polack. (Fortsetzung.) 2. Welche Absicht leitet dich bei dtir Erziehungsarbeit? Kann darüber noch ein Zweifel herrschen ? Weiß nicht jeder, daß alle Anlagen und Kräfte im Kinde harmonisch entwickelt und für den Dienst im irdischen Berufe wie im Vaterlande und für das Leben in Gott wie in der Natur geschickt gemacht werden sollen? Jawohl! So steht es in den pädagogischen Büchern und so antworten die Seminaristen bei der Prüfung. Aber wissen und tun sind zwei Dinge und dazwischen liegt der lange Weg der Mühe. Man höre nur, mit welchen Wünschen und Absichten die Eltern ihre Kinder in die Schule schicken! Sie sollen still sitzen lernen, rasch durch Schreib-, Lese-, Rechen- und Gebetskünste andere in Erstaunen setzen, bei der Prüfung den Eltern Ehre machen, sich bei häuslichen Zumutungen anstellig zeigen, in müßigen Stunden durch Vorlesen, Singen und Erzählen die Zeit vertreiben usw., usw. Und mancher Lehrer? Prahlen sie nicht bei Prüfungen mit brotlosen Künsten? Wollen sie nicht lieber berühmte Examenhelden als tüchtige Erzieher sein? Ist ihnen nicht oft mehr an äußeren Erfolgen als an innerem Erziehungsgewinne gelegen? Vergessen sie nicht häufig beim Lehren das rechte Hören auf den Seelenpulsschlag, beim Unterrichten das Erziehen, beim Einzelnen den Zusammenhang, bei eigenen Liebhaberein das Bedürfnis des Schülers? Wahrlich, es fehlt nicht selten bei der Schularbeit an der klar erfaßten Erziehungsabsicht! Ein Arbeitsschlendrian füllt die Stunden aus. Gähnend, dehnend und sehnend horcht man auf den Stundenschlag, der das Ende des grausamen Spiels verkündigt, oder man hetzt durch die vorgeschriebenen Stoffe, bleut sie treulich dem Gedächtnis ein, fragt aber wenig nach ihrer Nährkraft und Erziehungswirkung. Bei solchem Schultreiben beherrscht nicht eine klare Erziehungsabsicht die Schularbeit, sondern der Zufall oder das Herkommen oder ein mechanischer Pflichtbegriff. Soll die Schularbeit erziehlich wirken, so muß die erziehliche Absicht die Sonne sein, die den Arbeitsweg erhellt und jeder einzelnen Tätigkeit Licht, Wärme, Zusammenhang und Leben gibt. Alle Einzelkünsteleien bedeuten wenig für die Erziehung, ja sind Gefahren. Immer muß dem Lehrer bei jedem Einzeltun die Ausbildung der gesamten geistigen Kräfte, das harmonische Wachstum des ganzen Menschen als Ziel vor der Seele stehen. Immer hat er sich zu fragen: „Wie fange ich es an, meine Zöglinge gottinnig, natursinnig und menscheninnig zu bilden? Was macht ihren Leib gesund, stark und gewandt, ihre Sinne scharf und achtsam, ihren Geist klar und denkfreudig, ihren Willen stark, ihr Herz warm und hilfbereit? Immer muß die Lehrarbeit eine Künstlerarbeit, Schritt für Schritt die Herausarbeitung eines Musterbildes, die möglichste Verwirklichung eines Ideals sein. „In deiner Seele lebt ein Bild von dem, was werden soll. Und ehe es sich nicht ganz erfüllt, ist nicht dein Friede voll.“ Unter solchem Leitsterne wird die Lehrarbeit eine harmonische Ausbildung aller Kräfte im Dienste Gottes, des Vaterlandes, der Menschheit und des eigenen Heiles sein. Sie wird eine Freude für den Lehrer und ein Segen für die Schüler werden. (Schluß folgt.) Schulhumor. 34. Inspektion: In der Zwischenpause unterhält sich der Inspektor mit den Abc-Schützen. Auf das Bild einer Krähe zeigend, fragt er einen Knirps: „Gelt du, das ist ein Kanarienvogel?“ Entrüstet wendet sich der Kleine zur Klasse und ruft: „Der Herr kennt net amol a Krall.“ Eingesendet von F. J. in R. 12- »Ü Bodenständiger Unterricht. 10. Geschichte. (Schluß.) Eines steht fest: Geschichte kann naturgemäß nur nach der progressiven Methode gelehrt werde». Aber auch das ist sicher: Zum Verständnis der Vorgänge ist eine konkrete Grundlage unentbehrlich. Diese ist nicht anders als durch die Betrachtung der gegenwärtigen Verhältnisse zu gewinnen. Demnach ergibt sich folgendes Verfahren: a) Kenntnis der Geschichte des Tages, bezw. der staatlichen Einrichtungen und kulturellen Errungenschaften, b) Flng durch die Geschichte aller Zeiten von unten auf. Biographien, Sagen, Kultnrbilder bedeuten hiebei lediglich willkommenes Beiwerk. Ein bißchen Pragmatismus muß wenigstens auf den obersten Unterrichtsstufen hereingezogen werden, auf daß auch der Mann im Volke nichts als Zufall deute, auf daß die große Masse sehend werde. Der Leser merkt die Grundtendenz des Verfahrens: Weise Verbindung der extremen Methoden, ein natürlicher Aufbau, wie ihn Stoff und Logik verlangen. Die Bodenständigkeit kommt demnach allsogleich zur Geltung, da wir doch vorerst die unmittelbare Anschauung schaffen wollen. In der Heimatkunde bietet sich hiezu reichlich Gelegenheit; man blättert in der Geschichte des Ortes. Sie braucht nicht über ein oder zwei Menschenalter hinauszureichen. Da man den Besitz des Waldhosbauers betrachtet, erwähnt man seines Vaters, seines Großvaters. Die Geschichte der Schule, der Bahnstelle, des industriellen Unternehmens, die Rückwirkung alles dessen auf die Gestaltung der Dinge: das ist schon Geschichte. Statt der hervorstechenden Persönlichkeit des Ortes tritt im weiteren der Kaiser ein, statt der heimatlichen Schule wird die österreichische Schule betrachtet, statt über das Sägewerk der Heimat schweift der Blick über die Schlote der Monarchie. Das ist Geschichte der neuesten Zeit mit Bezug auf das Vaterland. Und nun geht es hinaus in die Welt — zur Weltgeschichte der jüngsten Tage. Die konkrete Grundlage ist geschaffen. Wie einfach gestaltet sich hernach das Verfahren! „Es war nicht immer so bei uns, in unserem Vaterlaude, in den verschiedenen Reichen der Erde." Dieser Satz leitet zur progressiven Behandlungsweise ein. Das Lesebuch bietet allerdings nur Bilder. Das soll uns indes nicht hindern, den einzig vernünftigen Weg von Ereignis zu Ereignis zu wandeln. Die Lesestücke sollen lediglich Ruhepunkte bedeuten. Werden sie ohne den verbindenden Kitt durchgenommen, so sind sie „Geschichtet!" und der bildende Wert der „Geschichte" geht verloren. So rückt mau also vor und zwar nach der Einrichtung des Buches in den einzelnen Schuljahren nach konzentrischen Kreisen. Es ist gegen dieses Verfahren viel geschrieben worden, im Hinblicke auf höhere Entwicklungsstufen wohl auch mit Recht. Allein in der Volksschule wächst die Aufnahmsfähigkeit von Jahr zu Jahr ganz bedeutend; darum soll die Kurbel immer wieder von neuem gedreht werden. Wirkung und Halt gewinnen. Jedes Jahr muß aber auch die unmittelbare Anschauung ihre Auffrischung erfahren; denn da wir durch die Jahrhunderte schreiten, werfen wir bei jedem Schritte unser» Blick auf sie, um sie als Vergleichsmaterial in Augenschein zu nehmen. Damit werden wir auch der Forderung gerecht, die Zeit nicht den alten Sagen allein zu opfern, sondern hauptsächlich den Helden unserer Tage. Die Geschichte der letzten Jahrzehnte liefert so viel Heroismus auf allen Gebieten, daß wir nicht im griechischen und römischen Gemäuer nach ihm zu graben brauchen, um die Jugend zu begeistern. Man betrachte die Helden der Heimat, die Helden des Vaterlandes, die Helden der Kultur, des Fortschritts, der Nächstenliebe und auch die Helden der Schule! Der von ihnen influenzierende Bildungsstrom wird das junge Geschlecht besser stählen als der Schein aus fernen Zeiten. Für Elternabende. 3. Hütet die Jugend! (Fortsetzung.) Ein anderes Mittel, die Arbeitslust zu fördern, liegt in der Anerkennung der Arbeit von Seite anderer. Die Eltern müssen die Leistungen ihrer Kinder loben, selten tadeln und müssen sich wohl hüten, vom Kinde mehr zu verlangen, als es mit seiner schwachen Kraft leisten kann; denn dadurch würde die Arbeitslust abgeschwächt und das Kind mißmutig gestimmt werden. Im Hause fühlt sich das fleißige Kind gehoben, wenn seine Leistungen seitens des Vaters, der Mutter oder anderer Personen anerkannt oder wenn sie von anderen Personen besichtigt werden. Der Handwerker und der Künstler stellen ihre Arbeiten aus, damit dem Publikum Gelegenheit geboten werde, die Leistungen des Einzelnen zu beurteilen. Selbst der Landmann fühlt sich geschmeichelt, wenn der an seinem Felde Vorübergehende die gut bestellten Felder beachtet oder sich über die schönen Feldfrüchte lobend ausspricht. Aber alles, was getan wird, muß gern getan werden. Zur Arbeit gehört Arbeitsfreudigkeit. »Lust und Liebe zu einem Ding, macht alle Mühe und Arbeit gering.“ Lust zur Arbeit ist ein wichtiger Faktor im menschlichen Leben. Die mit freudiger Hingabe getane Arbeit veredelt den Menschen, beseligt sein Gemüt und gibt den Himmel auf Erden auch der ärmsten Brust. Frühzeitig ist deshalb •n der Familie darauf zu sehen, daß das Kind nicht nur lernt, sondern mit Freuden lernt. Man beenge dabei nicht die Selbsttätigkeit, leite vielmehr die Kinder dazu an, sich ihr Wissen und Können zu erarbeiten. Was sich der Mensch selbst erarbeitet, das macht ihm Freude. Mit ernster Arbeit geht Mäßigkeit Hand in Hand, während der Müßiggänger zur Ausschweifung neigt und im Besuch der Wirtshäuser und Tingel-Tangel seines Lebens Aufgabe sieht. Er wird auch im Gesetz stets ein Hindernis seiner Wünsche und Launen sehen, während der Ernste in ihm Gewähr der Ordnung und Schutz erblickt. In der Arbeit bildet sich der Charakter. Er ist die bleibende Art und Weise, zu wollen und zu handeln. Im Gefühle der Pflicht richtet der Arbeitende alle Aufmerksamkeit auf den Gegenstand seiner Tätigkeit und gelangt durch diese andauernde Hingebung zu einem sittlichen Ernst des Denkens und Handelns, der der Boden ist, auf dem Charakterbildung ersteht. Der Charakter kann zwar nicht durch Lernen, sondern durch Handeln erreicht, also nicht in der Schule, sondern im Leben heraus-ßcbildet werden, aber die Keime hiezu können und sollen Haus und Schule legen. Die sittliche Bildung •st Hauptsache. Alle großen Pädagogen haben es betont. Es ist wahrlich nicht gleichgültig, ob sittlicher Geist die Gesellschaft, namentlich die gedrückten Klassen, durchdringt oder ob der Trieb nach physischem Wohlergehen allein der herrschende in ihr ist. Vor allem also sittliche Bildung! Oie Menschen leben eben nicht, um mich eines Wortes Kehr’s zu bedienen, wie sie denken, sondern sie denken, wie sie leben. Darum wird man auch die Menschen nicht durch Begriffe und nicht durch Wissen bessern, sondern immer nur durch die Veredlung ihrer Gefühle. Nicht Vielwisser, sondern energische und harmonisch geschlossene Persönlichkeiten, nicht Opportunitätsmenschen, sondern „Charaktere“ sollen herangezogen werden. Durch reiche Kenntnisse macht man die Menschen gescheit, durch edle Gefühle macht man sie gut, durch Charakterbildung macht man sie gesinnungstüchtig. „Was ist Geist und Gemüt ohne Gesinnung? Im Winde Wind, ein Spiel des Windes, ein Schilfrohr schwankend und wankend, Nicht zum Stabe des Wegs, Steuer des Schiffes gemacht, Nur zum wehenden Wimpel und zur flatternden Flagge der Luftfahrt, Doch im Sturme bewährt sich die Gesinnung allein.“ (Rückert.) Unsere Zeit braucht nicht Rohrnaturen, die von jedem Lüftchen der öffentlichen Meinung hin und her bewegt werden, nicht Achselträger, die cs allen recht machen wollen und es mit allen verderben, sie braucht Charaktermenschen. Und weil unsere Zeit Charaktermenschen braucht, darum stimmen wir dem Pädagogen Kehr aus vollstem Herzen bei, daß man der Jugend gegenüber von früh an auf strengsten Gehorsam, auf Entfernung jedes Reizes zur Auflehnung gegen Gesetz und Recht, auf die Beseitigung jeder Spur von Zuchtlosigkeit und Frechheit den entschiedensten Wert •egen soll. Erst Ordnung, Gehorsam, Zucht und Respekt, dann Lehre und Unterricht. Erst Sittlichkeit, dann Wissen und Bildung! Die ethische Bildung, die Gemütsbildung muß in ihr volles Recht kommen. Kehr sagt: Ohne den Reichtum des Gemütes würde es weder Rafael möglich gewesen sein, wundervolle Gemälde, noch Mozart seine köstlichen Opern, oder Beethoven seine großartigen Symphonien und Schiller seine gewaltigen Dramen zu schaffen. Erasmus von Rottendam, Melanchthon, Rcuchlin, Comenius, Francke, Fenelon, Sailer u. a. m. waren entschieden gelehrte Leute; aber was sie zustande gebracht haben, das haben sie nur der Tiefe des Gemütes und der zündenden Kraft geistfrischer Empfindungen zu danken. Großes zu schaffen, ist nur dem reinen Gemüt möglich. Das reine Gemüt ist ein frohes Gemüt. Das Haus soll diese Herzensfröhlichkeit nähren. „Ich begreife nicht“, sagt Legouve, „daß das Altertum, welches Tempel baute der Jugend, der Schönheit, sogar der Furcht, keinen Altar geweiht hat der Heiterkeit, dem Lachen.“ Die Jugend soll lachen, soll heiter sein, solange sie in den Zwanzigen ist; es wird ihr etwas davon für die Sechzige übrig bleiben. Und sie soll singen. Der Mensch bringt stets gerne das, was ihn im tiefinnersten Herzen bewegt, im Liede zum Ausdruck. Kann er nun nicht aus dem reinen, klaren Liederborn der Jugend schöpfen, so gefällt er sich in Gassenhauern und den sogenannten „Vierzeiligen“, die der Sitte hohnsprechen. Das Haus kann dem Vorbeugen, indem es der Jugend Lieder, vor allem Volkslieder gibt. Das Volkslied gibt das Leben, Denken und Fühlen des Volkes wieder, ist so ursprünglich und schlicht wie jenes, wahr wie jenes. Und wenn hie und da ein derbes Wort im Liede vorkommt, so ist dies noch immer gesünder, als eine halb verdeckte Nacktheit in einem modernen Liede. Wie vielseitig vermag das Volkslied anzuregen 1 Es ist aus dem Seelenleben des Volkes, aus dem reichen, unverderbten Gemüte desselben hervorgequollen und wirkt erfrischend auf das Gemüt der Jugend ein. Da es sich ferner viel mit der Natur beschäftigt, „indem es im Leben und Vergehen der Pflanzen und Tiere, im Kommen und Gehen der Sterne, im Wechsel der Jahreszeiten eine ergreifende Symbolik des menschlichen Lebens und Vergehens ausdrückt,“ eröffnet es Sinn und Verständnis für die Natur. Die Natur — mit ihrer wunderbaren Ordnung und Symmetrie — ist die Quelle wahrer Schönheit. So trägt das Volkslied auch zur ästhetischen Bildung der Jugend bei. Und nun erst die liebe, teuere Heimat! Das Volkslied, dem Heimatboden entquollen, besingt die Schönheit und Größe des Vaterlandes, die Taten und Tugenden des Volkes, es atmet Liebe zum angestammten Herrscherhause und pflanzt so die Keime inniger Vaterlandsliebe in die jugendlichen Herzen. „Es geht eine alte Sage“ — lesen wir bei Bürgel und Wimmers „Die deutsche Lektüre“ — daß ein finsterer König in seinem Lande allen Sang verboten und sogar Vögelein im Walde habe töten lassen. Alle Freude war nun aus jenem Lande verbannt, jegliche Lust erstorben, das Gemüt des Volkes niedergebeugt, sein Mut und seine Kraft gebrochen. Da fielen die Feinde in das Land ein und zogen mit jubelnden Kriegsliedern zum Kampfe heran. Das sang- und klanglose Volk wurde geschlagen und vernichtet, denn ihm fehlte das Lied, welches erhebt und belebt, den Mut stärkt und Begeisterung verleiht!“ Man gebe der Jugend das Lied! (Schluß folgt.) Gedenktage. 21. Jänner: 1872 27. „ 1756 28. „ 1868 30. n 1889 1866 2. Feber: 962 8. „ 1789 10. „ 1787 12. „ 1804 13. „ 1883 14. „ 1468 15. „ 1763 16. „ 1826 17. „ 1827 18. „ 1564 20. „ 1790 1810 24. „ 1786 25. „ 1634 Die erste Einführung in das Kartenverständnis — für Daasdorf am Etters berge. Vom Schulleiter K. Trautermann in Daasdorf bei Weimar. (Fortsetzung.) Die Fortsetzung des Scherbelberges nach Westen, wo der Wachhügel sich erhebt und nach dem das ganze Stück zwischen Scherbel- und Hundsberg, die weitere westliche Fortsetzung, genannt wird, bietet nicht viel Neues. Wir wandern darüber hinweg und bemerken nur zwei Hügel, von denen einer eben der Wachhügel ist, so genannt, weil man hier 1813 Wache aufstellte, die leicht das Gebiet nach Erfurt hin überschauen und ihre Beobachtungen der im Dorfe im jetzigen Z. Hause lagernden Wachmannschaft mitteilen konnte. Der andere Hügel, ohne Namen, ist halb weggenommen; er besteht aus minderwertigem Gestein. Auf die Darstellung dieses Gebietes wird erst bei der des Hundsberges eingegangen. Dieser wird eingehend betrachtet. Wenn schon seine Hänge zum Teil Unland sind und sich keiner besonderen Wertschätzung seitens unserer Landleute erfreuen, 80 bieten sie doch der Heimatkunde des Interessanten genug und gestatten in ihrer Darstellung einen Fortschritt. Die Hänge des Hundsberges sind teils Lehde. Ihre Erdkrume ist kaum fingerdick, also nicht geeignet, angebaute Pflanzen zu ernähren, nur dürftiges Gras bedeckt die Hänge; zudem sind sie schon wegen ihrer Steilheit nicht zum Anbau geeignet. Die Unterlage sind Kalksteine. In einem Steinbruche bemerken wir im Gestein Boni-fatiuspfennige, Lochmuscheln, gestreifte Feilen, Stacheln des Seeigels u. a. Es sind Abdrücke von Meertieren, Beweis, daß der Hundsberg durch das Meer gebildet wurde. An einer Stelle ist der Rücken so scharf, daß wir ihn Übergrätschen können; einen solchen Rücken nennt man Kamm (Hahn). Warum so scharf? Die Steine liegen nicht auf der breiten Seite, sondern lehnen. Ein Teil des Rückens bildet eine Art Kanzel mit dachsteilem Abfall, auch der anstoßende Abhang ist, wenn auch weniger, dachsteil, der nach dem Galgenberge gewendete Hang zeigt Stufen oder Terrassen. Hunds-und Galgenberg zusammen bildeten einmal einen Berg, der Grundbach hat sie gepennt. Dieser entspringt hier, auf Sch. Wiese. Er fließt in einem Bett. Seine Seiten heißen Ufer. Das Fußende ist dorthin, wo er hinfließt, das Kopfende ist die Quelle. Das Ufer zur rechten Hand ist das rechte, das zur Linken das linke Ufer. Auf dem hegt der Hundsberg, der Galgenberg liegt auf dem rechten. Gehen wir mit dem Grundbache, so kommen wir zur Gramme, die ihn mitnimmt; und gehen wir an der We>ter, so kommen wir nach Niederzimmern. Der Fahrweg dahin geht dort oben hin, Von der Straße aus durch eine Mulde, dann über eine Ebene und zuletzt einen steilen f*ang hinab. Wie ist der Weg umgekehrt? Was müssen wir am steilen Hange tun? Gehen wir aber dem Wasser nach, so steigen wir ganz allmählich, wir merken es kaum. Eine Eisenbahn könnte dem Fahrwege von Daasdorf nach Niederzimmern nicht °'gen; sie könnte aber an dem Bache hin gebaut werden. Den Fahrweg haben die Menschen gebaut, diesen Weg hier hat das Wasser, die Natur, gebildet. Dieser Weg Ier ist der natürliche Weg zwischen Daasdorf und Niederzimmern. Und weil er einen ücken durchschneidet, so nennt man ihn einen Paß. Weiter nach dem Ettersberg hin tretend, bemerken wir einen Kessel, aus em das Wasser durch den Paß abfloß. In diesem Kessel lag „Tierdorf“, die Leute nennen es auch Derdorf und zum Spaß Dasdorf. Die Ottstedter aber nennen Tierdorf „Abertärchen“ (Obertürchen); „Ongertärchen“ (Untertürchen) lag da unten am Btischbig. Die richtigen Namen für die beiden Dörfer sind Ober- und Nieder-gethörn. Sie sind schon lange, lange verwüstet. Der Platz hier ist eine Wüstung. Der Sage nach haben die Schweine hier die kleinste unserer drei Glocken ausgewühlt. Wir lernen da, daß man früher auch die Schweine ausgetrieben hat, und wie es heute einen Schafhirten gibt, so gab es früher auch einen Schweine- oder Sauhirten. Dieser Name ist zum Schimpfnamen geworden. — Auf dem Heimwege erzähle ich von der Entstehung der Ortsnamen. Daasdorf hat nichts zu tun mit „das Dorf“, sondern heißt Dorf des Thus, so hieß der Mann, der hier das erste Haus baute, und wie die Namen für die Orte ähnlich entstanden sind, wie heute die Spitznamen, nach etwas, was den Leuten sehr auffiel, und man darf bei der Erklärung der Ortsnamen nicht daran denken, wie sie heute geschrieben werden. Auf dem Heimwege beobachten wir auch noch die Brücke zwischen Hunds- und Ettersberg. Würde eine gewaltige Überschwemmung kommen, so würde, wenn Daasdorf schon unter Wasser stünde und der Kessel im Grunde gefüllt wäre, die Brücke noch frei sein, wir könnten vom Hundsberge auf den Ettersberg flüchten. Von ihr gehen zwei Mulden aus oder umgekehrt an ihr laufen sie aus. Die eine führt das Wasser nach Daasdorf und in die Ilm, die andere zum Grund, zum Grundbach, zur Gramme und dann in die Unstrut. Die Brücke ist also ein Stück Wasserscheide zwischen Ilm und Unstrut. Daheim wird der Hundsberg als fertiges Relief gezeigt, aus Sand geschüttet, es werden Schraffen gelegt, das Schraffenrelief wird gezeigt, die Schraffen werden abgezeichnet, das Schraffenbild wird gezeigt, die Verjüngungen, das Zeichen für Paß wird gegeben, die Schüler bilden und zeichnen den Hundsberg. Die nächste Einheit ist das Itzerfeld. Unsern Weg dahin nehmen wir durch die Wiesen. Der Wiesengrund ist eben, eine Ebene, nach Weimar hin geneigt. Hier (in L. Wiese) ist sie sumpfig, das Wasser im Graben läuft so langsam, daß wir das Fließen kaum bemerken. Es dringt viel in den Boden und macht ihn naß. Der Graben geht, fällt oder mündet da in den Dorfbach, dadurch wird er wasserreicher, stärker. Das Itzerfeld ist auch eine Ebene, aber hoch gelegene, der Wiesengrund eine tiefgelegene, eine Tiefebene, das Itzerfeld eine Hochebene. Sie ist nicht viel geneigt, an der Wegteilung merkt man von der Neigung gar nichts. Sie muß aber geneigt sein; sonst würde das Wasser ja nicht abfließen und die Ebene würde ein Sumpf werden. Ja, warum hat man inmitten des fruchtbaren Ackers das Espig aufkommen lassen? Ihr seid schon oft durchgegangen, fast immer findet man in der Mitte eine große Pfütze. Daraus merken wir, daß es im Espig feucht ist, sein Boden ist deshalb zum Ackerbau nicht geeignet. Von unserem Wege nach der Mühle wissen wir, daß es im Espig viele Espen gibt; nach ihnen hat es seinen Namen. Das Erlig beim Dorfe besteht aus Erlen, ein Birkig aus Birken, ein Eichicht aus Eichen, ein Tännig aus Tannen. Auf dem Itzerfelde — wir gehen natürlich hin zur Stelle — stoßen die Fluren Daasdorf und Hopfgarten zusammen; hier ist die Grenze. Sie wird gebildet durch einen Rain, große Steine sind darin gesetzt. Die eigentliche Grenze ist eine mit den Augen gezogene Linie von Stein zu Stein. Wir wandern ein großes Stück auf dem Raine hin. Wir sehen neben ihm in den Furchen kleinere Grenzsteine, die die Grenze zwischen den Plänen der Leute bezeichnen. Wir sehen jetzt auch im Itzerfelde ganz flache Mulden und Käppchen. Es senkt sich nach dem Grund hin, ein tiefer Graben führt das Wasser dahin. Nach „jener“ Seite läuft das Wasser in den Auenbach, das Itzerfeld gehört zum Gebiete der Ilm und der Unstrut. Die Notwendigkeit, für die Richtungen und Hänge eine kurze Bezeichnung zu haben, nötigt zum Behandeln der Himmelsrichtungen. Frühmorgens um 6 Uhr stellen wir den Stand der Sonne und die Richtung des Schattens fest, ebenso Mittag und abends 6 Uhr und gewinnen so die Richtungen O, S, W und durch Vergleich N. Alle Himmelsrichtungen werden durch eine Windrose an der Decke der Schulstube angezeigt. Das Gelernte wenden wir auf Scherbel- und Hundsberg an und benennen dementsprechend die Hänge. (Fortsetzung folgt.) Das hätte ich wissen sollen — oder: Lebenspraxis für den Lehramtszögling. Die Matura ist vorüber, die Brust des mit Idealen, mit Zukunftsträumen erfüllten Lehrers schwillt im Kraftgefühl. Nun ist er selbständig und bekommt monatlich 60 bis 80 K. Das dünkt den meistens aus vermögenslosen Familien stammenden jungen Männern eine ansehnliche Summe. — Ein Lehrer ohne Bücher gleicht einem Handwerker ohne Werkzeug. Von diesem Gedanken erfüllt, geht der junge Freund eines iages einem schwatzhaften Reisenden in die Falle und bestellt ein Konversationslexikon, Klassiker oder ähnliches. 4 K monatlich ist ja nicht viel. Bald hat es mit den Raten seine liebe Not. Da kommen Mahnbriefe von Advokaten, Zahlungsaufträge, Gerichtskosten. Jetzt naht die Einsicht, daß man eine Dummheit gemacht hat. Nun ist es zu spät, du rettest das Geld nicht mehr. Aber in der Lehrerbildungsanstalt hätte uns gesagt werden sollen, daß man so teure Werke namentlich im Anfänge nicht braucht, daß ein Lexikon selten benützt wird und daß man sich Klassiker ausborgen oder später kaufen könne. Die wichtigsten Bestimmungen des Ratengesetzes sind oft ganz gut zu brauchen. Manche Firmen geben keine Abschrift des Kaufvertrages oder liefern nicht das ganze Werk auf einmal, etwa nur die ersten vier Bände, die übrigen einzeln, nachdem sie bezahlt sind. Dieser Vorgang ist ungesetzlich; die betreffende Firma ist sogar strafbar. Wer es weiß, zwingt das Geschäftshaus einzulenken, im Falle der Klage wird die Firma sachfällig. Damit ist der Schuldner in vielen Fällen gerettet. — Bald nach der Anstellung muß der junge Lehrer zur Assentierung. Der Bedauernswerte, der weder Kropf, Krampfadern, Plattfüße oder ähnliche angenehme Liebrechen hat, muß nun seiner militärischen Dienstpflicht genügen. Wehe, wenn er den unheilvollen Wahn in der Brust nährte, als Lehrer eo ipso nur in den Ferien ein-•"ücken zu müssen I Ahnungslos empfängt er eines Tages die Einberufung zum Militär auf drei Jahre. Wenigen gelingt es, sich loszumachen. Der Arme weiß in den seltensten Bällen, wo er Hilfe hätte holen können. Die jungen Leute sollten daher in der Anstalt ai*f § 32 W.-G. aufmerksam gemacht werden. Und so geht es weiter. Wie oft muß sich der Anfänger sagen: Das hätte 'ch wissen sollen. Haftpflicht, Amtsehrenbeleidigung sind ihm vielleicht nur vom Hörensagen bekannt. Er ist imstande und klagt auf Amtsehrenbeleidigung, wenn er sich beim Tarockspielen den Mond abfangen läßt und sein Partner sagt: Der Lehrer X ist aber ein Riesenpatzer. Aber Spaß beiseite. Die Priester werden in ihren Bildungs-austalten nicht nur wissenschaftlich für den Beruf, sondern auch für das Leben vorbereitet. Gesetzeskenntnis braucht der moderne Mensch; dieser Anforderung soll die Lehrerbildungsanstalt im engsten Rahmen nachkommen. Fachlehrer R. Zarhoch. Ein seltener Gast. (Eine wahre Geschichte, erzählt vom „Einklaßler“ aus Altenburg, Bezirk Horn.) (Schluß.) Nach fünf Minuten kam des Försters Kleine wieder. Sie sagte noch, wie s’ Rehlein schwer sich von ihr trennte und wie 's so traurig stand am Waldesrand!-------------- Wir hatten gebetet. Auf dem nahen Kirchturm schlug die Uhr viertel 2 ! — Eine ganze Viertelstunde Verspätung! Beileibe nicht! — Hatte doch an jenem Samstage der Nachmittagsunter!icht gar schon eine Viertelstunde vor 1 Uhr begonnen! — Und nun war auch dem Stundenpläne entsprochen worden: Die Kleinsten hatten „Anschauungsunterricht“, die Kleinen schrieben Merksätze über das „Reh“ auf ihre Schiefertafeln und die Großen verfaßten einen kleinen Aufsatz mit der Überschrift „Ein seltener Gast“. Am nächsten Samstag aber, wenn in der letzten Halbstunde des nachmittägigen Unterrichts der eine oder die andere aus der Klasse das Wort zu einer Erzählung erhält, werden zwei Geschichten auf der „Tagesordnung“ stehen: Försters Emmerl wird uns erzählen, wie er s’ Munzer einsam und verlassen im Walde fand; Mizzi aber, wie sie’s gepflegt und wie sie’s angefangen, daß s’ Rehlein ihr so folge. Zur Verwertung des Stoffes: a) Sprache: Beschreibung: Das Reh. Erzählung: Ein seltener Gast. Ein Besuch in der Schule. („Munzer!“ erzählt.) Weidmännische Ausdrücke: Kopf, Haupt, Augen, Lichter, leuchten; Ohren, Loser, „losen“, lause Maul, Äser, äsen, Äsung; Zunge, Lecker, lecken; Nase, Windfang, Wind fangen; Hals, Träger, tragen; Haut, Decke, decken; Beine, Läufe, laufen; (Hinweis auf die zutreffende Bezeichnung, die die einzelnen Körperteile durch die weidmännischen Ausdrücke erfahren.) Geschlechterbezeichnung: Reh: Bock, Geiß, Kitz; Hirsch: Hirsch, Kuh, Kalb; Pferd: Hengst, Stute, Füllen (Fohlen); Rind, Schwein, Ziege, Schaf, Huhn. b) Rechnen: 1.) Welchen Geldwert hat ein Reh, das „aufgebrochen“ 16Vs kg wiegt, wenn 1 kg Rehfleisch mit 1 K (11, 12 K) und die Decke mit 14 K bezahlt wird? 2.) Das Gewicht eines aufgebrochenen Rehes beträgt 16 kg 80 dkg oder 84n/o des Lebend- gewichtes; wie groß ist dieses? 3.) Ein Jagdpächter hat im Laufe eines Jahres 40 Rehe erlegt (Durchschnittspreis eines Rehes 15 K). Wieviel beträgt der jährliche Pachtbetrag für die Jagd, wenn das Erträgnis der Rehstrecke 60 %> des Pachtbetrages ausmacht? 4.) Ein Gemeindejagdgebiet, das 840 ha umfaßt, wird für 960 K verpachtet. Welcher Teilbetrag gebührt demnach einem Grundbesitzer, dessen Grundbesitz 10 25 ha (153A ha, 6 ha 4 a) beträgt? Schulhumor. 34. Schrecklich! Schülerin: „Herr Lehrer, darf ich morgen zu Hause bleiben?“ Lehrer: „Warum denn?“ Schülerin: „„Wir haben morgen Schweinschlachten und die Mutter hat g’sagt: Wenn der Lehrer dem Madl nicht freigibt, so laden mehr ihn net zum Sautanz ein.““ Eingesendet F. J. in R. Unterricht im Freien. I. Erst will ich über den Aufsatzunterricht im Freien sprechen oder besser davon, wie das im Freien Gewonnene in der Schule verarbeitet wird. — Der Winter trat seine Herrschaft an und vor ihm zogen als seine Freunde der Sturm und der Frost. Ersterer raubt den Bäumen das welke Laub und treibt dann damit sein munteres Spiel, letzterer tötet alle Blümlein auf Feld und Flur. Grau und kahl wird die Landschaft. — Da streut der Himmel weiße Flocken herab und bedeckt alles mit einem weißen Tuche. — „Der erste Schnee! Juchhel“ Das ist eine Freude in der Schulstube. Alle blicken mit glänzenden Augen zum Fenster hinaus und ich, — ich wehr’s ihnen nicht. Hab’ ich’s doch einstmals nicht anders gemacht und freue mich doch heute noch beim Anblick des muntern Flockenspieles. — Bald mehrt sich der Schneefall, die Berge hüllen sich in einen weißen Mantel ein und die Bäume zittern fröstelnd. Die fröhlichen Vogelstimmen schweigen und nur die Krähen fliegen mit heiserem Gekrächze über die verschneite Flur. Bald lassen sie sich auf einem dürren Aste nieder, sträuben das dunkle Gefieder und ziehen traurig den Kopf ein, gerade, als wollten sie über die schlechten Zeiten sinnen. Das ist die rechte Zeit, einen Winteraufsatz zu gewinnen. Aber ein fröhlicher soll es womöglich werden und ein wahrer muß es sein. Ich denke da immer an „Peterle“ in Paul Kellers „Sohn der Hagar“. Peterle schüttelte auch ganz entrüstet den Kopf, als er den wahren Aufsatz seines alten Freundes las. „Keile tätste kriegn! Übergebuckt würdst du!“ waren seine Worte. Wir sollen zur Wahrheitsliebe erziehen. Also weg mit dem Unwahren, weg mit den Leiden und vorderhand einmal her mit den Freuden des Winters! „Nach der Schule holt euch die Schlitten, wir wollen heute eine fröhliche Schlittenfahrt unternehmen!“ Das genügt vollständig als Einleitung. Wozu müssen es die Kinder wissen, daß ein Aufsatz daraus werden soll? Wozu schon vorher zum Grübeln anregen und die natürliche Fröhlichkeit ersticken? War es „schön“, so merken sich alle etwas und erzählen gern, was sie erlebt. Als Beispiele für das Gewonnene sollen jetzt einige Schüleraufsätze sprechen: Eine Schlittenfahrt. Die ganze weite Landschaft war wie mit Zucker bedeckt. Das glänzte und glitzerte! Alle Bäume hatten sich in die reinsten Christbäume verwandelt, nur daß die guten Sachen daran fehlten. — Der Wind pfiff kalt, wir aber machten uns gar nichts daraus. Da flog plötzlich eine Schar Krähen auf. Die armen Vöglein, die haben es jetzt schlecht, — kein Futter, nichts als Schnee und Frost. Wenn sie doch alle auf unsern Futterplatz kommen könnten! Nun geht’s den Berg hinan, einer hinter dem ändern, im Gänsemarsch. Der Schnee knirscht unter den Füßen. Da — hopp, hopp! Ein Hase, ein Hase! Alle bleiben stehen und schauen. Richtig, Meister Lampe nimmt in langen Sätzen Reißaus — aber nicht allein. Hinterher läuft der mutwillige Langerfritz. Er will ihn fangen. Da stolpert er und bums ist er kopfüber in eine Schneewehe verschwunden. Weiß wie ein Schneemann kommt er wieder zum Vorschein, wird mit Jubel empfangen und der „kühne Hasenjäger“ getauft. Lampe hat längst sein Schwänzchen gezeigt und ist verschwunden. Endlich ist die Höhe erreicht und nun geht’s fröhlich, ein Schlitten hinter dem ändern, den Berg hinab. Gar mancher purzelt dabei. Schade, daß es schon so spät wurde und wir heim mußten. Aber zu Weihnachten wünsch’ ich mir einen großen Schlitten, einen so großen, daß sich unser Herr Lehrer mit draufsetzen kann, und dann wollen wir aber erst den Berg hinabsausen immerzu, immerzu . . . Rauhreif. Welche Pracht hat heute der strenge Winter entwickelt! Der ganzen Natur zog er sein schönstes, weißes Festkleid an. Feld und Flur sind mit Schnee bedeckt. Fluß und Bach haben sich mit einer glitzernden Eisdecke überzogen und die Bäume er- glänzen unter der Last von tausend kleinen, weißen, blitzenden Kristallen. Dort steht eine Gruppe von Nadelholzbäumen. Die Äste beugen sich unter der Last des Rauhreifes bis tief zur Erde herab. Jetzt läßt sich ein Vöglein auf einen Zweig nieder und die weiße Bürde fällt herab, in den letzten Strahlen der Abendsonne flimmernd. Bald übergießt der Mond mit seinem silbernen Lichte die Landschaft. Viele, viele glänzende Sternlein helfen das herrliche Bild verschönern. (Fortsetzung folgt.) Wohnungswechsel statt Diensttausch auf Zeit. In Folge 67 der „Blätter“ schlug ein Kollege den Diensttausch auf Zeit zur Einführung vor. Der Gedanke ist gewiß sehr beachtenswert; es sollten sich nur viele der Sache annehmen. Die Einrichtung kommt allerdings nur ledigen Lehrpersonen zugute. Für den Verheirateten ist ein Wandern meist mit sehr großen Schwierigkeiten verbunden. Wie könnte nun für ihn die Sache eingerichtet werden? Einfach so: Zwei Kollegen mit ziemlich gleichen Verhältnissen tauschen über die langen Ferien die Wohnung. Kommt es doch häufig vor, daß in eigene Wohnungen Sommerparteien aufgenommen werden und man den Platz für sich einschränkt. Es ist also ganz gut möglich, nach vorherigen Vereinbarungen auf einen Tausch der Wohnung oder eines Teiles derselben einzugehen. Was aber weiter für die Fortbildung der Lehrer einen großen Vorteil bedeutete, wäre die Erfüllung des schon lange gehegten Wunsches nach Ermäßigung der Fahrpreise bei den Verkehrseinrichtungen; es sollten unsere Vereinigungen mit allem Nachdrucke darauf hinarbeiten. A. Schmidt, Schulleiter. Aus dem Tagebuche einer Dorfschullehrerin. Wenn man immer allein ist in seinen freien Stunden, lernt man das Gefühl des Verlassenseins kennen. * Einer jungen Lehrerin hängt der Himmel voller Geigen. Wie malt es sich so ein junges Köpfchen schön aus, vor die Kinder zu treten, den reichen Born des eigenen Wissens sprudeln zu lassen, angestaunt zu werden ob all der Weisheit. Und dann! Der Tag hat 24 Stunden, die Unterrichtszeit höchstens 6; die Woche zählt 7 Tage, Schultage nur 5; die zahlreichen Feiertage, die langen Ferien! Nein, ein Schulmeisterlein hat es wirklich gutl * In meiner Klasse war einmal ein kleines schwarzäugiges Mäderl. Sooft ich an dem Kinde vorüberging, berührte es verstohlen mein Kleid und guckte mich treuherzig an. Eines Tages belobte ich das Kind wegen einer netten Aufgabe. Als ich wieder an seiner Bank vorüberkam, haschte cs nach meiner Hand und küßte sie und Tränen standen in den schwarzen Guckerln. * Wenn mir die Kinder atemlos lauschen, wenn ihnen ein freudiges Ach! ein bedauerndes OI entschlüpft, wenn ihre Augen leuchten, ihre ganze Seele im Blicke liegt: dann tausche ich mit keiner Königin, dann vergesse ich aller Dornen, die mich auf meinem Berufswege je verwundet haben. * Uns Lehrerinnen geht es so wie dem Bauer, der mit seinem Sohne den Esel zum Markte trieb. Geht die Lehrerin einfach gekleidet, nennt man sie eine alte Jungfer; kleidet sie sich nach der Mode, so ist sic eine Zierpuppe; ist sie dem starken Geschlechte gegenüber liebenswürdig, nennt man sie eine Kokette; ist sie zurückhaltend, dann heißt sie stolz; geht die Lehrerin auf Unterhaltungen, so ist sie vergnügungssüchtig; zieht sie sich zurück, so nennt man sie hochmütig. Wie machen wir’s wohl allen Menschen recht ? * Noch schlimmer geht es der Privatlehrerin, der Erzieherin, der Institutslehrerin, der Musiklehrerin, der Sprachenlehrerin. Ihr Leben ist ein wahres Martyrium. * Ich war einen Tag lang krank. Da ließen mich alle Kinder grüßen und bitten, ich möge ja bald wieder kommen, es gehe ohne mich gar nicht. Das war die beste Medizin. Zweier Kandidaten erste Weihnachten. Skizzen von Jos. Rößler, Warnsdorf. 2. Wieder wirbelten die ersten Schneeflocken, wieder deuteten sie den Winter erst am heiligen Abende an. „Gerade wie vor 25 Jahren“, sagte Vater Wilhelm zu seiner Gattin. „Nun ist’s Zeit, daß ich zum Bahnhofe gehe und ihn abhole.“ „Nimm viele Willkomm-Grüße mit und sage ihm, eine Mutter hätte am heil. Abende noch allerlei zu tun, wenn sie sich abends ungestört dem Einzigen widmen wolle. Deshalb sei sie nicht mitgekommen.“ „Wird besorgt, Schatz“, erwiderte Vater Wilhelm und ging. Sein Sprößling war unterdessen im Coupe in einer eifrigen Unterhaltung mit einem Gymnasiasten. Dieser war in der nahen Kreisstadt eingestiegen. Als er alle Insassen vorsichtig gemustert hatte und ihm niemand verdächtig vorkam, knöpfte er mit selbstbewußter Eleganz seinen Rock auf, so daß man ein Burschenband erblicken konnte. Eine Zeitlang musterten sich beide. Dann stand Wilhelm jun. auf, lüftete seinen Hut und sprach zum Gymnasiasten: „Mein Herr, wenn mich nicht alles täuscht, so habe ich das Vergnügen, Sie zu kennen.“ Der Gymnasiast hatte auch das Vergnügen und so waren sie bald in das brennendste Thema heißblütiger Jungmannschaft geraten, nämlich in das einer geheimen Ferialverbindung. Da kam dem Herrn Sextaner der Herr Kandidat sehr erwünscht; denn dieser gab einen andächtigen Lauscher ab und konnte zudem die hochnotpeinliche Frage, ob Lehrerbildungsanstalten das Einjährig-Freiwilligen-Recht genießen, bejahen und so war Herr Kandidat satisfaktionsfähig und mithin würdig für eine schlagende, stramm nationale Ferialverbindung. Beide Herren waren sosehr für einander begeistert, daß sie die Verzeihung des edlen Gambrinus zu erhoffen glaubten, wenn sie auch unkommentmäßig miteinander Bruderschaft machten. Natürlich wurde der Couleurbruder in spe auch gefragt, ob er Schulden hätte. Selbstverständlich, ein echtes Bruderherz hatte auch Schulden. Seine Sparsechser waren nicht ganz ausgiebig für die Weihnachtsgeschenke die er angeschafft hatte. Da war zunächst ein Zeichenwerk, wie es beinahe jede mehrklas-sige Schule schon besitzt, für den Papa. Der hat nämlich einmal geäußert: „Wenn ich 'mal überflüssiges Geld habe, kaufe ich mir ein schönes Zeichenwerkl“ Wie hoffte Wilhelm jun damit gut anzukommen! Für Mama hatte er Hauffs sämtliche Werke in schönem Einband, aber nicht ganz einwandfreiem Papier auserkoren. Und der Großmutter brachte er eine blaugedruckte Schürze mit. — O weh! Papa Wilhelm stimmte ein homerisches Gelächter über den „grandiosen Einfall“ seines Jungen an und empfahl ihm, das Werk umzutauschen, wodurch Grillparzer in die Wil-helm’sche Bibliothek eingeführt wurde. Mama war zwar sehr erfreut und las auch sofort und gern im Hauff, den sie schon zum größten Teil kannte. Aber sie verlangte doch, ihr Junge solle sich’s nicht am Munde absparen, solle für sein Geld lieber Obst kaufen. Dem Großmütterchen aber ist von allen blaugedruckten Schürzen die von ihrem Enkel bis dato die liebste gewesen. Da war auf einer Seite immer ein schöneres Muster als auf der anderen und hübsch groß und fest war die Schürze auch usw. Am besten kam er mit seinem einstudierten Klavierstück an. Es imponierte schon durch die Menge der b, die vorgezeichnet waren, und durch seine ungebührliche Länge. Und da er auch mit einigem Ausdruck vorzutragen verstand, zauberte Frau Musika manche feuchtwarme Perle in die Augen der andächtig lauschenden Familienmitglieder.------------Soll man noch etwas von Geschenken sagen? Das Christkind war auch in diesem Hause ungerecht. Es hatte für den „Einzigen“ mehr hinterlegt, als auf ihn entfallen wäre, wenn er Geschwister gehabt hätte. Aber höher als all das bewertete Wilhelm jun., daß er nun auf einmal nicht mehr der dumme Junge von früher war, daß er sich plötzlich in den Mittelpunkt des Interesses gerückt fühlte. O, wie neu war das, wie wohl tat es! Doppelt wohl, wenn er an die militärische Disziplin der Lehrerbildungsanstalt dachte. Und wie mußte er erzählen, namentlich dem Vater; denn drei seiner ehemaligen Lehrer wirkten noch aktiv. Und die boten mehr Stoff als genug. „Wie jeder sich geräuspert, wie jeder gespuckt, das hatte ihnen Wilhelm jun. trefflich abgeguckt. So verlebte der Kandidat die schönsten Stunden seines bisherigen Lebens, als er zum erstenmal als Studiosus das Elternhaus betrat und durch seine frische, unberührte Gegenwart hoffen ließ, dereinst als brauchbarer Mensch mit segensreicher Arbeit zu beglücken. Der zweite staatliche landwirtschaftliche Lehrerfortbildungskurs für die Alpenländer an der Kaiser Franz Josef-Ackerbauschule zu Oberalm in Salzburg. Schon seit mehreren Jahren wird im Ministerium für Kultus und Unterricht und im Ackerbauministerium an einer Reorganisation der landwirtschaftlichen Fortbildungsschulen gearbeitet und es wurden in den letzten drei Jahren eine größere Anzahl österreichischer Lehrer in das Deutsche Reich gesandt, um einerseits die dortigen Einrichtungen der ländlichen Fortbildungsschulen aus eigener Anschauung kennen zu lernen und anderseits an den fachlichen Lehrerfortbildungskursen teilzunehmen. Solche Kurse fanden statt in Bautzen im Königreiche Sachsen, zu Hagen, Münster und Herfort in Westfalen, zu Weilburg a. d. Lahn und zu Gießen im Großherzogtum Hessen. Der Unterzeichnete bereiste in den Jahren 1907 und 1908 überdies noch Schweden, Dänemark, Schleswig-Holstein und das Rheinland, um die Einrichtung der in den drei erstgenannten Ländern in hoher Blüte stehenden Volkshochschulen (Hojskule) zu studieren. Die Lehrerkurse waren in der Regel von vier- bis sechswöchiger Dauer, wurden an einer landwirtschaftlichen Lehranstalt abgehalten und umfaßten alle für den Unterricht an landwirtschaftlichen Fortbildungsschulen in Betracht kommenden Lehrstoffe, insbesondere Bodenkunde, Pf anzenbau, Tierzuchtlehre, Genossenschaftswesen, landwirtschaftliche Gesetzgebung und pädagogische Vorträge. Die Lehrkursc am landwirtschaftlichen Universitäts-Institut der Universität Jena, die vier Monate dauerten, leitete der Direktor dieser Anstalt, Universitäts-Professor Dr. Paul Gisevius. Nach dem Muster dieser Kurse wurde im August 1908 an der Landesackerbauschule zu Grottenhof bei Graz ein vierwöchiger und daranschließend an der Landesschule für Alpwirtschaft am Grabnerhofe ein 14tägiger Lehrerfortbildungskursus abgehalten und, da er sich bewährte, wurden von der Regierung im Sommer 1909 fünf solcher Kurse eingerichtet, u. zw. einer für die Alpenländer an der Kaiser Franz Josef-Ackerbauschule zu Oberalm bei Hallein, ein zweiter in Kuttenberg in Böhmen (tschechisch), ein dritter in Böhmisch-Leipa (deutsch), ein vierter zu Feldsberg in Niederösterreich und ein fünfter zu Spalato in Dalmatien. Am Kurse zu Oberalm nahmen teil: fünf Lehrpersonen aus Kärnten, sechs aus Oberösterreich, acht aus Tirol, zwölf aus Salzburg, ferner noch zwei externe Hörer aus Tirol — ohne Staatssubvention. Die Kursteilnehmer erhielten im Anstaltsgebäude Verköstigung und Quartier und überdies 50 K Studienstipendium. Die Reisekosten und die Kosten der Exkursionen trug ebenfalls der Staat. Solche wurden unternommen in das Salzbergwerk Dürnberg bei Hallein, in die Zellulosefabrik und die Fachschule für Holzbearbeitung in Hallein; ferner wurde ein größeres landwirtschaftliches Mustergut bei Laufen in Bayern, der Schlachthof in Salzburg und das Mustergut des Präsidenten Georg Wie-ninger zu Otterbach bei Schärding besucht. Herr Wieninger, der mit seiner weltbekannten Musterwirtschaft eine vollständig aus eigenen Mitteln geschaffene landwirtschaftliche Lehranstalt verbunden hat, übernahm die Führung durch seine große Nationallehranstalt. Zunächst wurde das Gebäude der Zentral-Teebutter-, Eier- und Honig-Verkaufsgenossenschaft in Augenschein genommen, wobei insbesondere die Durchleuchtung und Verpackung der Eier Interesse erweckte. Ferner wurde ein in der Nähe von Schärding gelegenes Weidegut besucht, dessen Weideparzellen zentral zum Wirtschaftsgebäude angelegt waren so zwar, daß Kühe, Ochsen und Jungvieh getrennt vom Wirtschaftsgebäude aus in die einzelnen Weidekoppeln getrieben werden können. Auch die Bewässerungsanlagen erweckten Interesse. Der Glanzpunkt dieser in Österreich wohl einzig dastehenden agrarischen Volkshochschule ist aber das ebenfalls vom Herrn Wieninger aus eigenen Mitteln geschaffene Museum, das nicht nur in anatomischer, technologischer, zoologischer, botanischer, sondern auch in etnogra-phischer Beziehung eine solche Fülle von Prachtschaustücken bietet, wie sie kaum in einem anderen Museum dieser Art zu finden ist. Da Herr Wieninger in Südamerika eine Kaffeeplantage besitzt, stammen viele der prachtvollsten Objekte aus diesem Erdteile. Nebenbei bemerkt, überläßt Herr Wieninger den ganzen Ertrag der Eintrittsgebühren den Ortsarmen. Der Stundenplan, der täglich 6 — 7 Stunden umfaßte, enthielt folgende Lehrgegenstände: Bau und Leben der Pflanzen. Viehzucht, Milchwirtschaft. (Direktor Ferdinand Hübner.) Bodenkunde, Düngerlehre, Feld-, Wiesen-, Futterbau, Pflanzenkrankheiten, Schädlinge der Kulturpflanzen. (Karl Mayer, Sekretär der k. k. Landwirtschaftsgesellschaft.) Obst- und Gemüsebau. (Ludwig Glaab, Wanderlehrer für Obstbau.) Die alpine Landwirtschaft. (Hangei, Alpeninspektor.) Genossenschaftswesen. (Albert Resch, Oberrechnungsrat.) Die wichtigsten agrarischen Reichs- und Landesgesetze. (Rudolf Graf Thun v. Hohenstein.) Pädagogische Vorträge.1 (Oberlehrer Franz Wamprechtsamer, 1 Leitfaden zur Gründung und Einrichtung landwirtschaftlicher Fortbildungsschulen in den Alpenländern; Wien I. bei Manz, Kohlmarkt 20; 1 50 K — von Fr. S. Wamprechtsamer. Gröbming.) Forstwirtschaft und Forstgesetze. (A. Woditsclika, Forstrat.) Veterinärwesen (F. Erlach, Tierzuchtinspektor). Der Kurs hat seinen Zweck in jeder Hinsicht vollständig erreicht. Unter den Teilnehmern herrschte das beste Einvernehmen und zur Ehre derselben muß konstatiert werden, daß sie sich mit lobenswertem Eifer an den Vorträgen, Demonstrationen und Exkursionen beteiligten. Einstimmig war das Lob über die vorzügliche Verköstigung in der Anstalt. Aber auch die Landesbehörden von Salzburg verfolgten den Verlauf des Kurses mit lebhaftem Interesse. Schon in der ersten Woche erschien Herr Landespräsident Graf Schafgotsch und versicherte die Teilnehmer seines wärmsten Interesses an deren Bestrebungen. Ferner erschienen noch der k. k. Landesschulinspektor Herr A. Behacker und bei der Schlußfeier Herr Kaiserlicher Rat und Landesausschußbeisitzer Hagen und in Vertretung des Ministeriums für Kultus und Unterricht Herr k. k. Ministerialsekretär Doktor Longin Karl Womela. Herr Kaiserlicher Rat Hagen führte in längerer Rede aus, welch hohes Ziel die reorganisierten landwirtschaftlichen Fortbildungsschulen vor sich haben, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es der Lehrerschaft gelingen werde, zur Hebung unserer heimischen Produktion durch Gründung solcher Kurse beizutragen. Herr Direktor Hübner erinnerte daran, daß es nicht Hauptaufgabe der landwirtschaftlichen Fortbildungskurse sein könne, den Burschen eine Menge Wissen beizubringen, sondern anzustreben, daß die jungen Leute das, was ihnen von ihrer täglichen Arbeit bekannt ist, denkend überschauen und dadurch selbst angeregt werden, Verbesserungen in ihrer Wirtschaft einzuführen, um auf diese Weise wieder Lust und Freude zum Schollengewerbe zu wecken und der alles verderbenden Landflucht zu steuern. Herr Lehrer Franz Zwirn aus St. Andrä i. J. sprach hierauf in markigen Worten sämtlichen Dozenten des Kurses den Dank der Teilnehmer aus und versicherte, daß alle im Sinne der gehörten Vorträge wirken werden. Wie verlautet, plant das Unterrichtsministerium im nächsten Jahre zehn Kurse zu veranstalten, um so in wenig Jahren eine hinreichende Anzahl von Lehrern planmäßig mit der Gründung, Einrichtung und dem Unterrichte an landwirtschaftlichen Fortbildungsschulen bekannt zu machen. F. 8. Wamprechtsamer, Oberlehrer und Leiter der landwirtsch. Fortbildungsschule in Gröbming. Nachwort der Schriflkeitmig: Da in unseren „Blättern" unter dem Schlagworte „Wirtschafts-Pädagogik" der Zweck des vorstehend geschilderten Kurses wiederholt beleuchtet wurde, so werden mir Sorge tragen, daß uns Ort und Zeit für die nächstjährigen Veranstaltungen dieser Art möglichst früh bekanntgegeben werden. Jedenfalls sollen sich jene Leser, die dem Zuge der Zeit folgen, schon jetzt mit dem Gedanken der Teilnahme beschäftigen. Alle, die in der Frage bereits Bescheid wissen, mögen sich melden, mögen Aufsätze liefern! Wir wollen ja dem Volke helfen und damit auch — uns. Lose Gedanken. 13.) Vom Hospitieren. Zu den Pflichten eines Oberlehrers gehört auch das Hospitieren in den einzelnen Klassen. Die Wahrnehmungen, die er gemacht, die Fehler, die er bei den einzelnen Lehrern beobachtet hat, sollen in der Monatskonferenz besprochen werden. Er soll Anleitungen und Erläuterungen geben, aber auch den Lehrern Gelegenheit bieten, ihre Anschauungen klarzulegen. — Das Hospitieren kann im allgemeinen den Lehrern, besonders den Anfängern im Lehrfache, nützlich sein; aber leider wird nur allzuoft der gute Zweck, den man bei der Einführung des Hospitierens ins Auge faßte, nicht erreicht, ja es wird sogar das Gegenteil erzielt. Zuweilen ist es Pedanterie, Antipathie gegen den Lehrer, der Glaube, die Methode des Oberlehrers sei die einzig wahre und richtige, wodurch die Erfolge des Hospitierens vereitelt werden. Ja, es kommt nicht selten vor und zwar hauptsächlich beim jungen Lehrer, der sich noch nicht in den Hafen der Ehe geflüchtet hat, daß die Macht der „Schürze“ in dieses Gebiet hinüber reicht.1 1 Das Dreinreden der Oberlehrersfrau in Schulsachen ist eine schlimme Erscheinung unserer Zeit. Man sollte jeden Fall zur Anzeige bringen und solchen Damen, die über ihre Herrschcrsphäre hinans-greifen, durch die Versetzung des schivächlichen Gemahles an eine einklassige Volksschule die Gelegenheit zur weiteren Einflußnahme entziehen. D. Sch. Den größten Schaden verursacht jedoch der unerschütterliche Glaube des Oberlehrers, seine Lehrweise sei unter allen Umständen erfolgreich. Kommt nun ein junger Lehrer, der vor kurzer Zeit die Anstalt verlassen hat, daher, so wird er die traurige Erfahrung machen, daß er an der Dorfschule mit Abteilungsunterricht mit der Methode, die man ihm beigebracht hat, nicht viel erreicht. Verzagt irrt und tappt der „Provisorische“ im Finstern umher. Er geht zum Oberlehrer. Lächelnd spricht dieser zu ihm: „Lieber Herr Lehrer! Das habe ich beim Hospitieren schon bemerkt, daß Sie keine richtige Methode anwenden.“ Und nun geht das Preisen der alten Methode an, die natürlich der Oberlehrer anwendet. In der Seele des jungen Mannes entsteht ein Zwiespalt. Wem soll er glauben ? Seinen Professoren oder dem Oberlehrer? Die Worte seines Oberen waren aber zu überzeugend gesprochen; verzagt fragt er ihn daher: „Ich bitte, Herr Oberlehrer, wie soll ich diese Methode kennen lernen?“ Auf die verzweifelte Frage wurde schon längst gewartet. Der Oberlehrer geht nun zum Bücherkasten und sucht eine Menge vergilbter Bücher heraus. Es sind Methodiken, Anleitungen für die Hand des Lehrers, die meist aus grauer Vorzeit herstammen. Diese werden dem Lehrer zum Studium übergeben. Hie und da findet sich tatsächlich ein guter Gedanke, der ihm zusagt. Der Herr Oberlehrer hospitiert wieder. Nach dem Unterrichte spricht er hoheitsvoll und in glücklicher Freude: „Sehen Sie, Herr Kollege, die alte Methode ist doch besser, als all das neue Zeug.“ Ein sonderbares Lächeln für seinen Vorgesetzten umspielt die Lippen des jungen Lehrers. Ist er so mutig, dem Oberlehrer gegenüber seine Ansichten frei zu verteidigen, so wird er sich dessen Abneigung zuziehen. Das Hospitieren wird dann beängstigender als ein Besuch des Herrn Inspektors. Jeden zweiten Tag wenigstens hat er für eine Stunde den Oberlehrer in der Klasse und jedesmal findet dieser etwas, was „nicht sein soll“. Unfriede auf beiden Seiten, Mißmut und Abneigung gegen den Beruf sind die Folgen von solchem Hospitieren. Soll der Lehrer, dessen Erfahrungen in seinem Fache gering sind, sich solche sammeln, so muß er auch selber sehen und hören, aber nicht in seiner Klasse, denn da tibersieht man gar viel, sondern bei den anderen Kollegen, auch beim Oberlehrer. Dann lernt der Lehrer beobachten, die Arbeit der Amtsbrüder mit der seinigen vergleichen. Eine nachherige Aussprache, ein gegenseitiges Fragen und Antworten, das Vergleichen nach dem Unterricht läutert alles. Es muß aber selbstverständlich ausgeschlossen sein, das Hospitieren in boshafter Art auszunützen und die Beobachtungen, besonders die Fehler, in alle Welt zu posaunen. Was in die Schule gehört, soll in der Schule bleiben. H. K. Nachbemerkung: Der „Herr Oberlehrer" ist in der vorstehenden Darlegung schlecht iveggekommcn. Das macht nichts. Wer den Tadel verdient, soll ihn fühlen. Es muß aber die Leuchte auch nach der anderen Seite gewendet werden. Viele junge Kollegen dünken sich zu erhaben, um von einem erfahrenen Schulleiter etwas anzunehme». Ein paar fette Noten im Zeugnisse machen sie jeder Belehrung unzugänglich oder lassen sie jeden Fingerzeig als lästiges Dreinreden empfinden. Ich denke, wenn von beiden Seite» guter Wille sich mit dem rechten Takt vereint, ergibt sich ein fruchtbringendes Zusammenarbeiten. P. Die sechste Frage. Welche Stoffmassen sollen aus dem jetzt bestehenden Lehrpläne ausgeschieden oder in demselben zugeschnitten werden? Was ist in die Lücken einzusetzen? Abschließender Bericht. Verzeichnis der Mitarbeiter bei der Wechselrede über die sechste Frage: 1. Urteil. Schulleiter Franz Jakober in Oberlienz, Tirol. 2. Urteil. Schulleiter A. Pomesberger in Frühwärts, N.-Ö. 3. Urteil. Schulleiter H. Pichler in Oppenberg, Steiermark. 4. Urteil. Oberlehrer H. in W. 5. Urteil. Lehrer A. Heider in Aichkirchen, O.-Ö. 6. Urteil. Lehrer J. Schmid in St. Daniel, Kärnten. 7. Urteil. Schulleiter F. Czapka in Deutsch-Haslau, Böhmen. 8. Urteil. Lehrer K. Weinbauer in Traun, O.-Ö. 9. Urteil Oberlehrer Georg Erker in Mitterdorf bei Gottschee, Krain. 10. Urteil. K. k. Oberlehrer K. F. Emmer in Abbazia. 11. Urteil Lehrer A. Lothaller in Ried, O.-Ö. 12. Urteil. Einklaßler in Nordmähren. 13. Urteil. Lehrer A. Brugger in Nußdorf, Tirol. 14. Urteil. Oberlehrer E. A. Horejschi in Doglasgrün, Böhmen. 15. Urteil. Schulleiter H. Pietschnigg in Kamp, Kärnten. 16. Urteil. Oberlehrer A. Rock in Wieselsdorf, Steiermark. 17. Urteil. Oberlehrer A. Sehnen in Hrastnigg, Steiermark. 18. Urteil A. Weingartner in Emberg, Kärnten. 19. Urteil. K. k. Bezirksschulinspektor K. Blaschke in Neutitschein, Mähren. 20. Urteil. Oberlehrer J. Bitterlich in Schönau, Böhmen. 21. Urteil. Schulleiter J. Pietschmann in Röhrsdorf, Böhmen. 22. Urteil. Oberlehrer J. Micko in Haselberg, Böhmen. 23. Urteil. Oberlehrer R. Köhler in Schönwald, Böhmen. 24. Urteil. Lehrer Hans Wiegele in Rinkendorf, Kärnten. 25. Urteil. Lehrer A. Lothaller in Ried, O.-Ö. 26. Urteil. K. k. Übungsschullehrer R. Berndl in Linz, O.-Ö. 27. Urteil. Schulleiter A. Pomes-berger in Frühwärts, N.-Ö. 28. Urteil. Schulleiter R. Schneider, Stockenboi, Kärnten. 29. Urteil. Lehrer A. Lothaller in Ried, O.-Ö. 30. Urteil. Lehrerin Hildegard Rieger in Trifail-Vode, Steiermark. 31. Urteil. Deutsches Agrarblatt. 32. Urteil. Lehrerin F. Moll in Häselgehr, Tirol. Allgemeines. Durchblättern wir die 32 Urteile der Mitarbeiter, die zu dieser Frage Stellung genommen, so finden wir überall den Ruf nach einer zeitgemäßen Reform der Lehrpläne. — Nur zwei Urteile (10. und 26.) sprechen von einer Erweiterung bezw. Ergänzung ; denn der Lehrplan enthielte nichts, was nicht wissenswert wäre. Nach 32. Urteil wäre neu aufzunehmen: Anstandslehre und Einführung der größeren Mädchen in das Wesen der Kindererziehung. Nach Urteil 3: Bürgerkunde. Die übrigen Urteile sind sich darüber klar, daß die bestehenden Lehrpläne zu wenig Gründlichkeit zulassen, weil die hiezu notwendige Zeit mangelt; sie sprechen darum von einer Vereinfachung und Verminderung des Lehrstoffes. Auch spricht aus allen: Das Beste voran! Viel mehr Praktisches; hinweg mit dem unnützen Kram! Urteile 2 und 11 sagen: Man schaffe Minimal- nicht Maximallehrpläne! Da die Lehrerschaft am besten weiß, was das Volk braucht, was das Kind verdauen kann und was in den Bereich der gründlichen Bewältigung fällt, so verlangen die Urteile 8, 11, 19, 25, 29 die Einberufung von Lehrerkonferenzen zwecks Reform der Lehrpläne, ln diesen Konferenzen wären Detaillehrpläne für die einzelnen Bezirke auszuarbeiten und dieselben dann vom Bezirksschulräte zu genehmigen. Einige Urteile sprechen sich des Nähern über das Wesen des Lehrplanes aus. So verlangen die Urteile 10, 11, 25 und 29, daß der Lehrplan Schritt halte mit dem Fortschritte und Zeitgeiste. Urteile 2, 11, 25 und 29 verlangen Konzentration des Unterrichtsstoffes. Nach den Urteilen 11, 12, 25 und 29 berücksichtige der Lehrplan die Verhältnisse der Schule und passe sich den Bedürfnissen der Bevölkerung an (Schaffung von Ortslehrplänen). Bei der Aufstellung der Lehrpläne möge der Wechsel der Jahreszeiten berücksichtigt und sollen Stoffe, die bloß der Berufsbildung dienen, fernegehalten werden. Nach den Urteilen 10, 11, 16, 25 und 29 mögen die Forderungen der modernen Methodik und möge die erschienene Lehrplan-Literatur beachtet werden. Mit der Lehrplanfrage finde zugleich die Bücherfrage (8. und 10. Urteil) ihre Erledigung. Urteil 16 verlangt, daß Einklaßlcr unbedingt mehrere Jahre an ihrer Schule zu wirken hätten. Mit der Erledigung der Lehrplanfrage hätten zugleich Berücksichtigung zu finden: Abschaffung der Einklassigcn (Urteil 7). — Angliederung von Fortbildungskursen bezw. -schulen an die Volksschulen (Urteil 31). — Verminderung der Schülerzahl (Urteil 3 und 6). — Entsprechende Ausstattung der Schule mit Lehr- und Lernmitteln (Urteil 3). — Hinreichende Dotierung der Lehrerschaft und damit zugleich Entlastung von den vielen Nebenbeschäftigungen, die ja ihre Kraft zersplittern (Urteil 3 und 7). — Aus den obigen Ausführungen ersieht man die Unhaltbarkeit der heutigen Stoffpläne und man ist von der Notwendigkeit und dem Wert eines grundfesten Lehrplangebäudes überzeugt. 1. Religionslehre. Urteil 7. Schulleiter F. Czapka in Dcutsch-Haslau, Böhmen. Im Religionsunterrichte ist das viele Auswendiglernen zu beschränken. (Fortsetzung folgt.) Randbemerkung zur Folge 64. Zum Aufsätze „Verwertung der Ziffernreihe von 1 bis 10. Ich habe zu Beginn des vorigen Schuljahres eine Wandtafel (Tabelle) hergestellt, die das jedesmalige Anschreiben der Ziffernreihe erspart und für den unmittelbaren Unterricht eine schier unversiegliche Quelle von Übungsbeispielen schafft. Sie enthält zunächst alle Ziffern von 1 — 100 der Reihe nach (in Zehnerreihen) und anschließend daran die „Grundzahlen“ in folgender Anordnung: K 1 3 5 7 9 2 4 6 8 10 L 2 5 8 1 4 7 10 3 6 9 M 3 7 1 5 9 2 6 10 4 8 N 4 9 3 8 2 7 1 6 10 5 0 5 1 7 2 8 3 9 4 10 6 P 6 3 10 7 4 1 8 5 2 9 usw. Die Buchstaben am Anfänge einer jeden Reihe dienen der schnelleren Zuweisung an die beiden Gruppen, in die die Schüler zur Verhinderung des Abschreibens eingeteilt werden; z. B.: 1. Gruppe: K, M, 0 X 7 + ■ — 100 2. Gruppe: L, N, P X 7 -j- . — 100. Erweiterung: Dasselbe mit 5 ... . Vorteile dieses Behelfes: Er erschwert das Abschreiben, ermöglicht durch die öftere Wiederkehr eines und desselben Rechensatzes, die leichtere Einprägung desselben und beugt, da die Reihen immer in anderer Anordnung auftreten, der Ermüdung vor. Wer daneben auch das Brauchbare des Moönikschen Rechenbuches (z. B. die Beispiele über das Enthaltensein) verwendet, fleißig „bodenständige“ Aufgaben sammelt und im Bedarfsfälle noch Doiwa und Dengg zu Rate zieht, dem kann es niemals an Rechenstoff fehlen. W. Reicht, Lehrer. Die Wechselnde. Zur 13. Krage. (Soll den Eltern der Zutritt zum Unterrichte zeitweise gestattet werden oder nicht?) 26. Urteil. Schulleiter Johann Meißner in Peischdorf, P. Olbersdorf, Schlesien. Ich bin nicht dafür, daß man den Eltern den Zutritt zum Unterrichte gestatte. Wie einige Kollegen ganz richtig bemerkten, würde die Individualität des Lehrers arg gefährdet werden. Gar mancher würde bestrebt sein, seine Arbeit in einer Weise zu verrichten, um nach außen hin prunken zu können. Eine solche Arbeit taugt aber nichts. Man weist auf andere Stände hin, die auch öffentlich arbeiten. Als ob wir ganz und gar im Verborgenen wirkten 1 Welche Eltern würden denn den Unterricht besuchen ? Offenbar nur jene, die selbst Kinder in die Schule schicken. Nun können aber gerade diese, wenn sie Interesse haben, von ihren Kindern täglich hören, was in der Schule geleistet wird. Zudem erhalten sie viermal im Jahre die Schulnachrichten. In Deutschland, das uns in mancher Beziehung vorbildlich sein kann, kennt man nicht einmal diese, und es stehen somit die Eltern mit der Schule noch weniger in Verbindung. 27. Urteil. Lehrer M. Jagenbrein in Oberlaa. Von einer solchen Einführung wollen wir in O. nichts wissen. Wo ist der Mensch, der vor Zuschauern seine Arbeit genau so verrichtete als ohne diese, und wo ist auch die Schule, in welcher es ohne Zuhörerschaft ebenso herginge als mit einer solchen. Das schönste an unserer Schule würde uns das Publikum rauben, das ganz Seele sein beim Unterrichte sowohl von Seite des Lehrers wie von der der Kinder. Unterrichten ist eben was ganz anderes als Zeremonien vorzuführen. Und könnten wir es den Gästen, die ja als Eltern voll Subjektivität sind, recht machen? Die Eltern eines schwachen Kindes würden uns wenig für die Mühe an ihrem Kinde danken, wenn dieses sich häufig blamierte, die Eltern eines begabten Kindes hingegen würden den Erfolg auch erst in letzter Linie dem Lehrer zuschreiben. Wir gingen also auf jeden Fall leer aus, ja es käme noch schlechter; wenn wir im Zeichnen, Schreiben, Singen unter den Gästen solche hätten, die diese Fertigkeiten viel besser verstünden, wie würden sich solche Eltern zu Hause vor den Kindern aussprechen?! Ebenso müssen wir mit dem Umstande rechnen, daß die Menge wenig fortschrittlich ist. Wie würde sie über das Zeichnen, über die Realien, Kartenskizzen denken? Schlechthin würde sie es als Tändeleien bezeichnen. Und wie würden die Unbemittelten aus der Zuhörerschar die Hände ob der teuren Lehrmittel zusammenschlagen und im stillen berechnen, wieviel Brot man damit hersteilen könnte! Innerhalb unseres Reiches würden wir uns also statt Freunde eher Feinde ziehen, ja wir räumten dem Volke und damit oft dem Pöbel ein bedeutend größeres Recht ein als uns, jedermann, wenn er Kinder in der Schule hat, dürfte herein und wir selber dürfen nie eines ändern Schul-zimmer betreten! Wie gerne würden die Angehörigen einer Lehrperson deren Reich kennen wollen; aber sie dürfen nicht kommen; nur das Volk, das gar kein Verlangen hat, dürfte sich breitmachen. Nein, weg mit solchen Plänen, denen fast nur Schulleiter hold sind! Ja, in einem solch kleinen, unberührten Dörflein, wo der Lehrer wie ein kleiner Herrgott betrachtet wird, mag’s eher gehen; aber in so großen Orten, wo manche mehr an einem Tage einnehmen als ein Lehrer monatlich, und wo demnach die staatliche Stellung des Lehrers ganz übersehen wird, wer würde da mit Respekt eine Arbeit des Lehrers betrachten? Welchem Stande ginge es in solcher Lage anders? Der Priester-, der Richter-, der Beamtenstand verdanken ihr Ansehen wohl in allerletzter Linie der Öffentlichkeit ihrer Funktionen. Sie haben jederzeit nach Macht getrachtet, sich jederzeit für ihre Dienste reich bezahlen oder beschenken lassen und haben durch eine zwölfjährige Studienzeit zu glänzen getrachtet; nun, wieviel Jahre beträgt unsere Studienzeit, vom zehnten Lebensjahre an gerechnet? Könnte man nicht auch bei uns statt des Bürgerschulunterrichtes das Berufsstudium einführen und den Kurs gleich der Realschule ansetzen, dann einige Jahre Hochschule mit Praktizieren oder überhaupt Realschule oder Reformgymnasium für Voraussetzung zum Lehrfach verlangen? Dann könnten Befähigungsprüfungen entfallen, wir stünden als „ganz“ und nicht immer „halb“ gebildete vor dem Volke, wir brauchten bei einer Stellenbewerbung nicht den ürcislcr A, den Schuster B um ihre Fürbitte anrufen, nicht nach oben hin zu kriechen. Man soll uns zudem auch volle Macht über unsere Schüler geben, strafbar natürlich die Mißhandlungen; wir richten ohne Züchtigung nichts aus, Schüler der sechsten Klasse stellten sich gegen ihre strammen Lehrer. Wenn wir unsern Kindern einen ganzen Herrn zeigen, vor dem Volke mit Wissen, Bildung, vor allem aber mit Geld uns zeigen können, dann stellt sich auch das Ansehen ein. Wir freilich werden schwerlich das hohe Ziel, welches die Lehrervereine verfolgen, noch erleben können. Zur 15. Ilragc. (Was ist an der bestehenden Lehrerbildung zu ändern?) 13. Urteil. Schulleiter Franz Schischlik in Pöbring-Pöggstall, Niederösterreich. Unsere Lehrerbildungsanstalten wurden vor vierzig Jahren ins Leben gerufen. Das neue Reichsvolksschulgesetz war da und man benötigte über Hals und Kopf viel Lehrkräfte. Die karge Besoldung machte ein längeres Fachstudium illusorisch. In wenigen Jahren war man ein gemachter Mann oder Herr, und so strömte von allen Seiten ein Material in die Lehrerfabriken, weil noch dazu die Aufnahmsprüfung erleichtert und nicht einmal eine Altersgrenze für die Aufnahme bestimmt wurde. Es kam in der Vorbereitungsklasse oder im ersten Jahrgang alles zusammen. Einfache Volksschüler, dann Bürgerschüler vom Lande, verunglückte Mittelschüler, ausgediente Soldaten, entlassene Aushilfslehrer usw., dieses Konglomerat wurde mit „Deutsch“ und „Mathematik“ dressiert, gereinigt, etwas musikalisch gemacht und dann ins Land geschickt. Obwohl sich die Verhältnisse bedeutend gebessert haben, muß trotzdem jeder aufrichtige Mensch zugeben, daß auch die heutige Lehrerbildung nicht nur ungenügend, sondern auch lückenhaft ist. Es gibt zwei Wege zur Erlangung einer „ganzen“ Bildung, einen, sagen wir technischen (Realschule) und einen klassisch-humanen (Gymnasien). Ohne Französisch oder Latein ist man kein gebildeter Mann, weil man zum ersten die in der Muttersprache vorkommenden Fremdwörter nicht versteht und zum zweiten in gebildeter Gesellschaft eine Statistenrolle spielen muß. Ist es nicht traurig-komisch, wenn der Regenschori nicht einmal versteht, was er selber in der Kirche singt? Wenn es auf uns ankäme, so müßte der Lehrer in punkto Vorbildung jenen Leuten gleich gemacht werden, in deren Gesellschaft er aufgenommen werden soll; man soll ihn befähigen, sich unter gebildeten Leuten als gleichwertig betrachten zu können. Wenn der Lehrer glaubt, er habe in den vier Anstaltsjahren sich eine vollkommene Bildung angeeignet, so wird nur er allein mit diesem Glauben selig; der Geistliche, der Doktor, der Beamte usw. sie alle haben einen ganz anderen Glauben. — Die Arbeit, welche viele Beamte zu verrichten haben, ist nicht so schwierig; ausgediente Unteroffiziere (Zertifikatisten) werden zu Beamten ernannt, in Städten und Märkten angestellt, genießen alle möglichen Bonifikationen (Freikarten, Freiplätze und Stipendien für Kinder usw.) und sehen daher auf den verschlagenen Landlehrer herab. Und doch muß der Lehrer im Gegensätze zum Beamten mit Leib und Seele arbeiten, muß für seine Familie schwere Sorgen tragen, muß, nur auf sich selbst angewiesen, auf Posten stehen und oft gegen Dummheit und Roheit kämpfen. Diese Stellung erfordert eine große geistige Kraft, Energie und Intelligenz. Es ist ein schreiendes Unrecht, wenn man den Lehrer für seine schwere Stellung nur mit unzulänglichen Mitteln ausstattet. Darum weg mit dem althergebrachten Zwange, fort mit den Schranken zwischen Lehrerbildungsanstalt, Mittelschule und Hochschule. Die Vorstudien eines Lehrers sollten sein: Volksschule, vollständiges Gymnasium und ein zweijähriger theoretischpraktischer Fachkurs. An Stelle des Griechischen kann das Französische treten; die Musikfächer sollen keine übermäßige Bedeutung haben. Das Latein ist und bleibt die Sprache der Gelehrten. Mag das Studium der alten Klassiker viele Feinde haben, es erfüllt seinen Zweck und wird stets das beste Bildungsmittel bleiben. Die antiken Sprachen haben den unschätzbaren Vorteil, daß sie neben einer klaren, leichten Aussprache eine einfache ungekünstelte Orthographie haben. Die Erlernung des Französischen würde den Weg öffnen zur Erlangung von Erzieherstellen in Herrschaftsfamilien und wäre also eine Erweiterung der Verwendbarkeit und des Wirkungskreises. Wenn der Lehrer auf solche Art erst etwa im 22. Lebensjahre mit seinen Studien fertig würde, so wäre es dem Stande nur von Nutzen, denn mit 22 Jahren ist der Charakter ausgeprägter als mit 19. Wem der Lehrerberuf dann nicht paßte, dem stünde der Weg überallhin offen, und es würden im Stande nur jene verbleiben, die darin ihre Befriedigung finden. Darum können wir den maßgebenden Faktoren zurufen: „Gebet dem Lehrer, was ihm gebührt, nämlich eine vollkommene Bildung!“ Ergebnis: Höheres Sachwissen, die Mittelschule als Grundlage. Lesefrüchte. Otto Ernst: Semper der Jüngling. (Der junge Lehrer hat den Kindern zum erstenmale ein Märchen erzählt) „Er hatte ihnen das Märchen vom Froschkönig und eisernen Heinrich erzählt. Der Frosch hatte der Königstochter ihren goldenen Ball aus dem Brunnen geholt unter der Bedingung, daß er mit ihr an einem Tische essen und in einem Bettchen schlafen dürfe. Und sie hatte es ihm doch hoch und heilig versprochen. Als nun der Frosch ins Schloß kam, wollte sie ihr Königs wort nicht halten. Und Asmus wollte entwickeln, daß man sein Wort halten müsse, und wenn es auch noch so schwer sei. „Warum wollte sie denn nicht mit dem Frosch zu Bett gehen?“ fragte Asmus Semper einen Schüler. „Ich weiß nicht,“ sagte der. „Möchtest du denn einen Frosch im Bette haben?“ „Ja!“ rief das Bürschchen begeistert. Hm, das war ein unerwartetes Hindernis. Aber Asmus besann sich. Vielleicht sprach das Kind so aus ethischen Erwägungen. Es meinte wohl im stillen: wenn ich es versprochen hätte. „Schön“, fuhr der Magister fort, „du möchtest also bei einem Frosch schlafen. Aber doch nur wann?“ „Immer“, versetzte strahlend der Gefragte. Hm, hm. Wie sollte man diesem perversen Individuum die Moral der Geschichte begreiflich machen? Man mußte einfach die Segel streichen. Der kluge Magister begriff erst später die Freude der Kinder an allem Spiel mit den Tieren.“ Heinrich Scharrelmann: Weg zur Kraft. Zorn ist ein elender Prahler, Kummer ein hinterlistiger Vielfraß — halte dir solch Viehzeug vom Leibei Aber daß du beide nicht vor das Kind bringst — das sei deine vornehmste Sorge. Eins ist not: daß du wächst! Du sollst wachsen durch Glück und Schmerz, durch Freud und Leid, durch Lernen und Vergessen, durch Kopf- und Handarbeit, durch alle die tausend Formen, die dein Leben dir bietet. Aber sei sicher: je mehr du in ändern Kräfte weckst und zur Entfaltung bringst, desto gesunder schwellen dir die eigenen Glieder. Wer eine Krankheit nicht überwindet, ist nicht wert, krank geworden zu sein. Franz Mohaupt: Allerlei Hobelspäne aus meiner Werkstatt. Ein gescheites Kind erfolgreich zu unterrichten, ist eine gar wohlfeile Kunst; ein begriff- sttitziges aber vorwärts bringen, das ist verdienstvoll und ehrenvoll. Junger Lehrer! Weiche der Schwierigkeit nicht aus, sondern suche sie auf! Bilde dich an guten Mustern! Nur im harmonischen Zusammenwirken aller Lehrkräfte liegt das Heil der ganzen Schule. Friedrich Polack: Brosamen. Das Alte wird immer wieder neu und das Vergangene steigt immer wieder aus dem Grabe. Wer sich auf sein gut Glück verläßt, ist verlassen genug. Die Klugheit preisen manche als sicherste Bedingung des Glückes. Wie oft verrechnen sie sich! Dr. F. Lauckhard: Bausteine. Eines Tages kamen drei schlaue Betrüger an einen Königshof, gaben sich für kunstreiche Weber aus und verlangten Seide, Gold und Silber, um ein wunderbares Gewand zu sticken, auf welchem aber nur die, welche keine Lügner und Feiglinge wären, die Stickerei wahrnehmen könnten. Der König versprach sich viel von ihrer Kunst und gedachte einen Prüfstein für seine Beamten und sein Hofgesinde in die Hand zu bekommen, der ihm von großen Nutzen sein könnte. Die drei kunstreichen Leute verlangten ein großes Gemach, in welchem sie bei verschlossenen Türen arbeiten könnten, Seide, Gold- und Silberfäden, so viel sie nötig hätten, und täglich, so lang die Arbeit währte, reichlich Essen und Getränk, denn ihre Kunst wäre angreifend und ermüdend. Alles Verlangte wurde ihnen gereicht, und als einige Zeit um war, sandte der König etliche aus seiner Umgebung ab, nachzusehen, wie weit das Werk gediehen wäre. Die Künstler legten ihre Arbeit vor und erklärten alles, schöne Landschaften mit Bäumen und Bergen, Blumen, Vögeln und Früchten; es wäre aber noch nicht alles fertig. Die Abgesandten sahen zwar nichts auf dem weißen Seidengrunde, dachten jedoch, es möchte der Fehler in ihnen selbst liegen, und lobten, um nicht für Feige und Lügner zu gelten, alles über die Maßen, und so erging es auch den anderen Abgeordneten, welche nach ihnen kamen, denn keiner wollte gestehen, daß er nichts sehe, und keiner wollte schlechter sein als der andere. Endlich, als nach mehreren Monaten die Arbeit fast vollendet war, kam der König selbst. Er erschrak zwar über den leeren Grund und das unhöfliche Orakel, das ihn als einen Lügner und Feigling begrüßte, aber da er nicht geringer erscheinen wollte als die Übrigen und weil hier eine so bedenkliche Unvollkommenheit des Charakters den Verlust von Thron und Krone nach sich ziehen konnte, so tat er wie die ändern und stellte sich, als ob er alles sähe, was die kunstreichen Weber ihm zeigten und vordemonstrierten und verwunderte sich höchlich über die Pracht und Herrlichkeit des schönen Werkes. Als kurze Zeit darauf bei einem großen Feste der König öffentlich in dem Zaubergewande sich zu Pferde zeigte, tat das Volk, welches von der Eigenschaft des Gewebes viel erfahren hatte, um seine Fehler nicht an den Tag kommen zu lassen, ebenso, wie alle getan hatten; nur ein armer, geringer Neger, welcher nichts zu verlieren hatte, sagte zum Könige, nachdem er eine Weile neben seinem Pferde hergegangen hatte: „Herr, mir verschlägt’s wenig, ob ich für einen Feigen oder Lügner, oder für beides gelte; aber das weiß ich gewiß, daß du nicht anders zu Pferde sitzest, als wie du dich zu Bette zu legen pflegst, nämlich in einem weißen Hemd von Seide.“ Der König schlug auf den ehrlichen Schwarzen los und schalt ihn einen schlechten und ehrlosen Menschen; aber als nun auch andere herzukamen und bekannten, daß sie ebenfalls nichts sehen, und die Zahl der Ehrlichen immer größer wurde, sandte man nach den drei Schelmen. Diese hatten sich indessen längst aus dem Staube gemacht. Sie hatten einige Monate lang gut gelebt und nichts getan, ihre Spekulation aber auf die stete Besorgnis der Menschen, daß ihre verborgenen Schwächen an den Tag kommen würden, war richtig gewesen.“ (Fortsetzung folgt.) Der kranke Lehrer und das kranke Kind. 14. Die Fußbekleidung im Winter. Kalte Füße entstehen zumeist durch ungenügende Versorgung mit arteriellem Blut. Es gibt hiefür zweierlei Ursachen: Mangel an Muskelbewegungen oder Zirkulationsstörung infolge falscher Kleidung. Eine dritte Ursache liegt, für alte Leute nämlich, in der Veränderung der Blutgefäße, wozu noch der Umstand kommt, daß die Füße ohnehin sehr entfernt sind vom Herzen, dem Mittelpunkt des Blutkreislaufes. Wo mehrere der erwähnten Ursachen Zusammenwirken, wird das Übel leichter eintreten und hartnäckiger sein. Dicke Socken oder Strümpfe in Verbindung mit engen Schuhen und Strumpfbändern erzeugen leicht kalte Füße, indem sie den Blutstrom von diesen abhalten. Die dicksten Socken können ihren Zweck, die Wärme in den Füßen zurückzuhalten, nicht erfüllen, wenn die Blutgefäße so eingeengt werden, daß die Füße aus Mangel an Blutzufluß überhaupt gar nicht erst warm werden können, bezw. wenn zwischen den dicken Socken und der Haut sich keine Luftschicht befindet, welche die etwa vorhandene Wärme zurückhalten könnte. Weder die Schuhe noch die Strümpfe oder Socken dürfen eng anliegen. Es ist am besten, dünne, aber vorzügliche lockere baumwollene oder bei kaltem Wetter wollene Strümpfe mit Halbschuhen zu tragen; machen wir überdies Bewegung, so werden unsere Füße wann bleiben, besonders wenn wir darüber bei niedrigen Temperaturen Gamaschen anlegen. Überhaupt ist Bewegung das sicherste Mittel gegen kalte Füße: Gehen, Laufen, Turnen, Fußmassage, bei langem Sitzen ab und zu einige gymnastische Freiübungen mit den Beinen und Füßen. Störungen des Blutkreislaufes zu den Füßen rufen nicht bloß kalte Füße, sondern auch sehr ernste Leiden hervor; sie können sogar das Leben verkürzen. Besonders bei Greisen mit Gefäßverkalkung kann die Störung der Zirkulation sehr schmerzhafte und langwierige Geschwürbildungen und auch Brand an den Füßen hervorrufen; diesem Zustand läßt sich nur dadurch abhelfen, daß man für hinreichende Blutzufuhr sorgt. Mangelhafte Durchblutung der Zehen vermag das Brandigwerden herbeizuführen, auch so bei Diabetikern z. B. oft sogar schon vor Eintritt eines höheren Alters. Bei Gefäßverkalkung hilft man kalten Füßen mit Jodzufuhr ab, denn das Jod begünstigt die Erweiterung der Blutgefäße, vermindert die innere Reibung des Blutes und erzeugt eine bessere Durchblutung und das Gefühl von Wärme. Bei blutarmen Frauen, insbesondere unter 40 Jahren, wäre noch Eisen angezeigt. Gesunde Menschen bekommen nicht leicht kalte Füße, wenn sie eine rationelle Fußhygiene betreiben, insbesondere durch häufige Fußbäder. Man könnte kalte Füße am rationellsten in der Weise verhüten, daß man täglich die Füße zuerst mit einem kalten nassen Tuche gut abreibt, sowohl den Fußrücken als auch die Sohle. Hierauf gießt man eine kleine Menge Eau de Cologne oder absoluten Alkohol auf den Fuß und reibt wieder ab, bis der Fuß rot wird, also sich eine bessere Füllung des Gliedes mit dem erwärmenden Blute zeigt. Sehr zweckmäßig ist es hernach, den Fuß nach vorne und rückwärts im vorderen Fußgelenk zwanzig- bis dreißigmal rasch hintereinander zu beugen. Man steht wohl nach einer solchen Prozedur in der Regel mit einem wärmeren Gefühl in den Füßen auf. Am angezeigtesten ist es, diese Prozedur am Morgen gleich nach dem Aufstehen vorzunehmen, und am richtigsten wäre es, nicht nur die Füße, sondern auch den ganzen Körper in derselben Weise zu behandeln. Allerdings wäre dies mit dem Eau de Cologne wohl etwas kostspielig, weshalb wohl auch 70prozentiger Alkohol, öfter auf die Hohlhand aufgegossen, angewendet werden könnte. Die Verbesserung der Blutzirkulation zu den Unterextremitäten ist die sicherste Vorbeugung gegen kalte Füße. Da aber das Jod ein rationelles Heilmittel ist, um die Blutzirkulation im ganzen Körper zu befördern (da es infolge seiner Eigenschaft, wie gesagt, eine bessere Durchblutung der Gewebe ermöglicht), so wäre es angezeigt, bei Personen, die oft über kalte Füße klagen und bei denen obige hygienische Maßregeln nicht nützen, Jod, Jodnatrium oder Kalium oder andere Jodpräparate in kleinen Mengen zu geben, falls sie im reiferen Alter sind, also nach den 50 Jahren. In geeigneten Fällen können die das Jod in organischer Form enthaltenden Schilddrüsentabletten günstige Resultate geben. Da die Füße eine Fülle von Schweißdrüsen haben, ist es sehr ungesund, undurchlässiges Schuhwerk zu tragen, etwa Galoschen oder hohe Lederstiefel. Vielleicht wäre es übrigens möglich, eine Schuhform allgemeiner zu verbreiten, die die Mitte hält zwischen Sandalen und Halbschuhen, und nicht sehr auffällig ist, etwa die üblichen Tennisschuhe aus Leinen oder leichtem Rehleder: stark ausgeschnitten mit zwei geknöpften Riemchen. Mindestens st Ilten wir immer nur Halbschuhe tragen, auch im Winter; man gewöhnt sich allmählich so sehr an sie, daß die Füße, wenn die Socken oder Strümpfe rationell sind, nicht kalt werden. Am besten sind Halbschuhe aus Segelleinwand und Ledersohlen. Nimmt man aber Strohsohlen, so kann man, ohne die Unebenheit des Bodens zu fühlen, mit Leichtigkeit steile, steinige Berge erklettern, wie ich dies auf der Insel Capri sah, und ohne Beschwerde auf Geröllwegen marschieren. Gummischuhe sind wegen ihrer vollständigen Verhinderung der Fußausdünstung verwerflich. Dagegen ist es sehr empfehlenswert, die Lederschuhe daheim möglichst oft im Laufe des Tages abzulegen (beim Arbeiten oder Lesen usw.) und sie erst wieder anzuziehen, wenn Besuch kommt oder man ausgehen muß. Das wird sehr angenehm empfunden — besonders nach einem längeren Spaziergang — und bildet eine überaus wertvolle Lüftung der Füße. Das Behagen und der Nutzen erhöhen sich, wenn noch ein Fußbad genommen wird; trägt man Sandalen, so dient das außerdem zur Reinigung von Staub und Schweiß. Ö. V. Bücher für den Weihnachtstisch des Lehrers. Von Anton Herget in Leitmeritz. (Fortsetzung.) Auch die beiden folgenden Bände seien zum Zwecke der Anregung wärmstens empfohlen: „Kunst und Künste“ (16. Band der DUrrschen Deutschen Bibliothek. Leipzig, Dürr. 206 Seiten. I M 80 Pf.) und „Zur Kunst“ (Velhagen und Klasings Schulausgaben. Abteilung: Aufsätze zeitgenössischer Schriftsteller. 169 Seiten. 1908. 1 M.) Das erstere Buch ist zum Unterrichtsgebrauche an Lehrerbildungsanstalten bestimmt und enthält Aufsätze der bedeutendsten Ästhetiker früherer und gegenwärtiger Zeit (Malerei, Bildhauer- und Baukunst, Musik), das letztere bringt Artikel von C. Garlott, Schultze - Naumburg, Thode, Radner, M. Rilke, Falke, Grimm, Lichtwark, Palleske etc. Nun sei einiges Bildermaterial zur Einführung namhaft gemacht. Da haben wir z. B. die prächtigen „Kunstgaben in Heftform“, welche die Freie Lehrervereinigung zur Kunstpflege herausgibt (Verlag von Josef Scholz in Mainz). Es liegen nur vier Bändchen vor. (Preis ä 1 K.): Landschaften von Thoma; Hans Thoma und seine Weggenossen (Doppelheft); Leibi, Millet. Man muß staunen, welch treffliche Wiedergaben für einen äußerst billigen Preis geboten werden. Wenn auch die Hefte für die Jugend bestimmt sind, so werden sie auch unter den erwachsenen Kunstfreunden viel Anklang finden. Sie eignen sich so recht als Familienbücher. Jung und alt kann sich da im Betrachten erbauen. — Viel Herrliches aus dem Gebiete der Kunst für wenig Geld bieten auch die „Blauen Bücher“ des Verlags Karl Robert Langewieschc in Düsseldorf in der Abteilung „Die Welt des Schönen“, von der bisher fünf Bände erschienen sind: „Griechische Bildwerke“. „Der stille Ga rten“ (Deutsche Maler aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts). „Bilder aus Italien“. „Deutsche Plastik des Mittelalters“. „Das Haus in der Sonne“. Was da für 1 M 80 Pf. pro Band geboten wird, ist geradezu erstaunlich. Der erste Band bringt 150, der zweite und vierte über 100, der dritte 170 meist ganzseitige Abbildungen. Im letzten wird uns von dem schwedischen Malerpoeten K. Larsson in Zeichnungen und Aquarellen ein Bild seines Heims und seines Familienlebens gegeben, ein Buch voll Freude und Glück, geeignet, die schwere Kunst, glücklich zu sein, zu lehren. Es ist ein herrliches Weihnachtsgeschenk. Für den Kunst- und Geschichtsunterricht zu dienen, ist sehr geeignet die Sammlung: „Kunst und Geschichte“ von Luckenbach. (Verlag: R. Oldenbourg, München.) Das erste Heft bringt 254 Abbildungen zur alten Geschichte (7. Aufl. 1908. 1 M 70 Pf., geb. 2 M), das zweite über 200 Bilder zur deutschen Geschichte (3. Aufl. 1900. 1 M 50 Pf.), das dritte 81 Bilder zur deutschen Kunst des 19. Jahrhunderts (Schwind, Menzel, Preller, Böcklin, Richter, Cornelius, Thoma, Lenbach, Uhde, Klinger, Rauch, Schadow, Br. Schmitz etc.) (1905. 90 Pf.) Die Hefte sollten in keiner Schule fehlen und seien auch allen Prüfungskandidaten empfohlen. Bilder gehören ja in den Geschichtsunterricht und in den geographischen, zu dem wir uns jetzt wenden wollen. Und weil wir gerade von Bildern sprechen, so mache ein Bilderwerk den Anfang, nämlich das Prachtwerk „Österreichs Land und Leute in Wort und Bild“ (Verlag: Georg Szelinski, Wien). Das in den zwei Bänden (ä 28 K, auch in Heften ä 1 K 20 h zu beziehen) aufgestapelte Bildermaterial, es mögen einige 1000 Abbildungen sein, wird den Lehrer bei seinen geographischen Schilderungen der österreichischen Reichshälfte nie im Stiche lassen. Der Text ist von Dr. Umlauft redigiert. Schöne Aquarelle über die Landestrachten gereichen dem Werke zur Zierde. Es gehört in jede Schule. — Ein schöner Handatlas ist gewiß ein passendes Weihnachtsgeschenk und da sei besonders der große Stiel er empfohlen (Verlag: Justus Perthes in Gotha), der in der Neuausgabe so billig geworden ist, daß er in die weitesten Kreise dringen kann. (Verschiedene Ausgaben: 30 M, mit Vogels Karte des Deutschen Reiches und Namensverzeichnissen 50 M.) Welche Genauigkeit! Welche Fülle von Details! Welche Lesbarkeit 1 Und wie findet man sich mit Hilfe der genauen Namensverzeichnisse zurecht! Beim Anschaffen wähle man womöglich die Ausgabe mit Vogels Karte von Deutschland, die ein Meisterwerk für sich ist und die nördlichen Gebiete unserer Monarchie umfaßt. — Von den neueren Hilfsbüchern für den geographischen Unterricht seien besonders Fritzsches Präparationen genannt, die in kurzer Zeit großen Anklang fanden und von vielen als die besten derartigen Bücher anerkannt werden. (Verlag: Herrn. Beyer und Söhne in Langensalza. Drei Bände: I.) Deutschland. 5. Aufl. 1909. 410 Seiten. 4M 50 Pf.; 2.) Europa. 3 M; 3.) Die fremden Erdteile. 4 M.) Fritzsche legt besonders Gewicht auf das entwickelnde (begründende) Verfahren und auf die Kulturgeographie. Wer sich über ihn und über das folgende näher informieren will, den verweise ich auf meine Artikelreihe: „Der gegenwärtige Stand der Methodik des geographischen Unterrichtes und Ausblicke für eine Weiterentwicklung“, die in den „Monatsheften für Pädagogik und Schulpolitik“ (Wien) erscheint, sowie auf meine Artikelfolge „Hilfsbücher für den geographischen Unterricht“ im Jahrgange 1907 der „Laibacher Schulzeitung“. Für den Unterricht und für die Fortbildung in der Geographie gleichermaßen verwendbar ist das „Methodische Handbuch einer begründendvergleichenden Erdkunde“ von Heinrich Kerp (Verlag: F. V. Lintz in Trier. Vier Teile: 1.) Methodik. 2 M 90 Pf.; 2.) Deutschland und die Schweiz. 4M 20 Pf.; 3.) Europa. 5 M 20 Pf.; 4.) Fremde Erdteile. 5 M). Kerp legt besonders Gewicht auf das Begründen und räumt der Geologie den ihr gebührenden Platz ein. Trefflich ist auch sein „Führer beim Unterricht in der Heimatkunde“ (Breslau, Hirt. 2 M 25 Pf.), der nach gleichen Grundsätzen gearbeitet ist, und sein Buch: „Die erdkundlichen Raum Vorstellungen“. (Berlin: Reimer. 3 M 60 Pf.) — Wie Kerps Bücher können auch die von Harms und Fick verwendet werden, also zur Fortbildung und zur Vorbereitung auf den Unterricht. Von Harms sind erschienen: „Vaterländische Erdkunde“ und „Länderkunde von Europa“ (je 5 M; Verlag: List und von Bres-sensdorf in Leipzig). Auch er gewährt dem geologischen Moment entsprechende Beachtung, bringt viele treffliche Schilderungen und erläutert seine Darlegungen durch schematische Zeichnungen, sehr lehrreiche Skizzen und viele schöne Bilder. Im „Erdkundlichen Schülerheft“ (Verlag wie oben; 50 Pf.) bietet er ein methodisches Begleitwort und einen Auszug aus seinem Lehrbuche als Merkstoff. Sehr lesenswert ist auch seine Broschüre: „Fünf Thesen zur Reform des geogr. Unterrichtes“. (Verlag wie oben. 30 Pf.), namentlich wegen der Stellung zur Geologie. Wie die Geologie der Heimat studiert werden soll, zeigt Piltz zu seiner „Geologie von Sachsen“ (Leipzig: Wunderlich. 3 M). — Ficks „Erdkunde in anschaulichentwickelnder Darstellung“, für Lehrer und Seminaristen geschrieben, hat sich auch schon viele Freunde erworben. (Verlag: Bleyl und Kämmerer, Dresden. I.) Alpen und Süddeutschland. 2 M 40 Pf. 2.) Mittel- und Norddeutschland. 3 M. 3.) Europa. 1909. 3 M.) Er entwirft anschauliche Landschaftsbilder und bringt an passender Stelle Schilderungen und Darstellungen aus der allgemeinen Erdkunde. Die Steinkohlenbildung bespricht er z. B. beim Saarbrückner Kohlengebiet, die Bewegungen des Meeres bei der Nordsee usw. Ein vorbildliches Buch für den Geographieunterricht ist Zwecks „Deutschland nebst Böhmen und dem Mündungsgebiete Rheins“ (1908. Leipzig: Teubner. 4 M.), deshalb nämlich, weil es uns zeigt, wie die Entwicklung von Handel, Industrie und Ackerbau auf die geographische Gestaltung des Landes zurückzuführen sind. Da haben wir Wirtschafts-, Kultur- und Handelsgeographie mit der Landschaftsschilderung in Verbindung und besonderer Berücksichtigung des geologischen Moments. — Treffliche Bemerkungen zu unserem Unterrichtsfach bringt Schuldirektor Dr. Weller in seiner Broschüre „Zur Methodik des erdkundlichen Unterrichts“ (Verlag: H. Beyer u. Söhne in Langensalza. 1909. 366. Heft des „Pädagogischen Magazins“. 70 Pf.) und Dr. Grundmann in dem 369. Hefte des „Pädagogischen Magazins“ (Herrn. Beyer u. Söhne in Langensalza. 1909.): „Die Bedeutung der Phantasietätigkeit im Geographieunterrichte“. (60 Pf.) — Eines Unterrichtszweiges, um den es sehr schlimm bestellt ist, nimmt sich Bargmann in seiner „Himmels- und Klimakunde“ (Verlag: Quelle und Meyer in Leipzig. 4 M) an. Er gibt einen erprobten, ungemein sorgfältig ausgearbeiteten Plan für die Beobachtungen in den einzelnen Schuljahren und treffliche Stundenbilder. Wer sich eingehender mit dem Studium der Methodik dieses Faches beschäftigen will, der greife zu dem 5. und 6. Hefte von Scherers „Führer durch die Strömungen auf dem Gebiete der Pädagogik“. (Leipzig, Wunderlich.) Das 5. behandelt die Entwicklung der Geographie als Wissenschaft, die Methoden der geographischen Forschung etc. (Preis 2 M), das 6. die Strömungen auf dem Gebiete der Methodik des Erdkundeunterrichts (2 M 40 Pf.). (Fortsetzung folgt.) Briefkasten. Herzhaften „Blättergruß" allen, die mit dem neuen Jahre in unsere Gemeinde eingetreten find! Mögen sie sich bald heimisch fühlen und in den Schritt finden, der unS zum gemeinsamen Ziele führt! — Lehrer $t. K. in U. und ändern: Unerledigt bleibt gar nichts. Früher oder spater gebe ich hier oder unmittelbar Bescheid. In letzterem Falle bitte ich, mich aller Förmlichkeiten zu entbinden; eS fehlt mir an Zeit, ihnen zu entsprechen. — Hi« tieglückender Neujahrsgruß kam aus Klagensurt. Die Zöglinge des 4. Jahrganges der dortigen Lehrerbildungsanstalt übermittelten ein mit 47 Unterschriften versehenes Schriftstück, das von treuer Anhänglichkeit zur „Blüttergemeinde" zeugt. Wenn die Jungmannschaft so tapfer in die Reihen tritt, so braucht es uns um die Zukunft nicht bange zu sein. — H. i£. in H. (Aöhmen): Ich gratuliere. Nach einem Jahre der Mühen nun ein Jahr des Erfolges 1 Daß die „Ratschläge" Ihnen bei der Prüfung sosehr zustatten kamen, freut mich. — Nrov. Lehrer A. Z. in A: Ihre Jungfernarbeit ist gar nicht schlecht. Man weiß nicht, was in einem jungen Sprudelkopf steckt. Daher nur heraus mit den Blitzen! — LehrerK. W. in W.: Ihr Antrittsbesuch in der Form eines Aufsatzes hat Sie in die Redaktionsstube der „Bl." bestens eingesührt. Demnächst werden Sie den Lesern vorgestellt werden. — Avg. K. Zt. in K.: Sie haben recht: Wer führen will, muß mehr wissen als die anderen. — Hvi'. H. K. in H.: Ihre Ratschläge für meine bevorstehende Reise nach Dalmatien, um Erholungsstationen für die kranke Lehrerschaft ausfindig zu machen, werde ich mir zunutze machen. Besten Dank für den wertvollen Brief! — Ile IG. Krage wird zu wenig beschickt. Sie greift doch tief in die Sozialpädagogik: ich ersuche daher um Urteile. — Ale Spenderkiste, betreffend das Lehrerheim in Lovrana, wird in Folge 74 erscheinen. „Zubaukronen" und Ergebnisse von Karnevalsunterhaltungen sollten reichlich kommen. — Hvk. K. S. in M.: Sie merken, daß mir Ihre Beiträge für die „Bl." sehr willkommen sind. Ich erwarte demnach weiteren Zuschuß. — Lehrer Zr. Sch. in W.: „O wch, ich bin nicht mehr an der Einklassigen! Wenn ich könnte, ich ginge sofort zurückI" — Ein vielsagender Ausruf. Er erinnert mich an die Seufzer derer, die aus der Einsilbigkeit durch ein ein-silbiges Wort in die Zweisilbigkeit traten. — Lehrer M. H. in M.: Das Stundenbild laßt die bekannten Rezepte erkennen, die uns anwidern; der Humor ist nicht alpenfrisch. Wenden Sie sich aber darob nicht grollend von den „Bl."; schon der Eifer läßt Tüchtiges erwarten. — Lehrer A. A. in <$>.: Wenn Sic die L. B. A. hinter sich haben, können Sie das umfangreiche Prüfungswerk beiseitelassen. — Urk. A. A. in It.: Sie zittern vor jeder „Sprachunrichtigkeit", die die „Bl." bringen. Damit zeigen Sie, daß Sie die Unholde besiegen wollen. — Wiederholte Mite, Angelegenheiten, die ausschließlich die Verwaltung angehen, nicht mit Mitteilungen an die Schriftleitung zu verquicken, da dadurch Störungen eintreten. Bestellungen, Bezugszuschriften und dergl. nur an die Verwaltung! — „1910“: Die Verwaltung hat den Auftrag erhalten, Ihrem Wunsche zu entsprechen. — J. W. in A.: Gewiß! Mein schönstes Weihnachtsgeschenk war das Bewußtsein, das Werk in Lovrana vor seinem Abschlüsse zu wissen. Wenn ein Lieblingsgedanke im Konkretum erscheint, jauchzt die Seele auf. — Lehrer W. Kl. in A.: Nicht böse sein, mein Lieber, es wird alles kommen! Der Stoff muß nach verschiedenen Gesichtspunkten geordnet werden. — Kachl. A. Z. in W.: Ausgezeichnet! Setzen Sie die Aufsatzreihe fort! Unsere „Bl." fliegen in viele L. B. A. ein; die Zöglinge werden Ihnen für die praktischen Winke dankbar sein. — Neujahrskarten kamen in so reicher Zahl, daß ich sie nicht einzeln beantworten kann. Tausend Dank allen, die an der Jahreswende der „Bl." gedachten! Rüstige Arbeit, schöne Erfolge, glühender Idealismus seien unsere Begleiter durch das letzte Jahr des ersten Jahrzehntes im neuen Jahrhundert! — Kleine Mitteilungen? 180.) Verleihung von Nntcrrichtsveiträgcn seitens des Aeamten-Zkereincs. Auf Grund der seitens des Ersten allg. Beamten-Vereines der österr.-ung. Monarchie im Juli v. I. in der „Bcamten-Zeitung" erfolgten Ausschreibung von Unterrichtsbeiträgen für das Schuljahr 1909/10 waren 787 Gesuche eingclangt, darunter 438 Bittschriften aus Lehrerkreisen. Berücksichtigt konnten 477 Bewerber werden, darunter 270 Lehrer, bezw. Lehrerswitwen. Von dem bewilligten Gesamtbeträge per 42.360 K entfallen 23.940 K, also mehr als die Hälfte auf die Lehrerschaft. Es zeigt sich auch hier wie bei den sonstigen Verleihungen humanitärer Zuwendungen durch den genannten Verein, daß der größte Teil der hiefür verwendeten Summen, welche zusammen seit Beginn der Vereinstätigkeit nahezu drei Millionen Kronen betragen, der Lehrerschaft zugute kommt und daß schon deshalb, ganz abgesehen von den sonstigen Vorteilen, die der Beaintcn-Verein bietet, der Anschluß an denselben jedem Lehrer warm empfohlen werden kann. 181.) Aas Zeichnen auf der Auterstuse der Volksschule. Für die schlechten Erfolge im Zeichenunterrichte der Unterstufe gelten vor allem zwei Gründe: Im ersten Schuljahre wird das Zeichnen vielfach als wertlose Tändelei betrachtet, im zweiten wird mit dem systematischen Zeichnen begonnen, — viel zu früh eben. Der Stoff soll dem Sachunterrichte entnommen werden. Die Darstellung geschehe mit knappen Strichen. Die Skizze entstehe stückweise vor den Augen der Schüler; nur dann gibt es eine gute Nachbildung. Immer nur ein Bild entwerfen! Die Kinder immer aufmuntern, denn Selbstvertrauen braucht auch schon der kleine Zeichner. Freie Schulzeitung. 182.) Zur Nachahmung. Der k. k. Bezirksschulrat des Schulbezirkes Hotzenplotz hat in seiner Sitzung vom 30. Oktober I. I. nachstehende Entschließung gefaßt: „Der k. k. Bezirksschulrat anerkennt die Forderungen der Lehrerschaft bezüglich ihrer materiellen Besserstellung und Herabsetzung der Dienstzeit, schließt sich der in beiden Sektionen des mährischen Landesschulrates diesbezüglich gefaßten Resolution an und ersucht über Antrag des Mitgliedes Abgeordneten Peschke, in erster Linie auf Gewährung der 35 jährigen Dienstzeit und zweitens auf Erhöhung der Alterszulagen Bedacht zu nehmen." — Herr Landtagsabgeordneter Peschke erklärte im Verlaufe der Beratung, daß er für die Bewilligung der Wünsche der Lehrerschaft im Landtage wärmstens eintreten werde. Mögen sämtliche k. k. Bezirksschulräte des Reiches diesem Vorbilde des Hotzenplotzer Bezirksschulrates nacheifern und die berechtigte Hauptforderung der Österreich. Lehrerschaft: Gleichstellung der Gehaltsbezüge mit den vier untersten Rangsklassen der Staatsbeamten entschieden vertreten, denn die Stimme der unmittelbaren Schulaufsichtsbehörde wird bei den maßgebenden Faktoren gewiß nicht taube Ohren finden! Eingesendet vom Fachlehrer A. Baron. 183.) Volksschullehrer — Ehrendoktor! In Deutschland ist das nicht neu. Nun hat es wieder einen getroffen u. zw. Herrn Lemmermann in Bremen. Wann wird die Zuwendung des Ehrentitels an die Volksschullehrer in Österreich möglich sein? 1 Ständige Mitarbeiterin: Frl. H. Riegcr in Trifail (Steiermark). Die weitere Unterstützung dieses Abschnittes, der uns mit allem auf kurze Art bekannt macht, ist erwünscht. D. Sch. 184.) Ncllrutcnprüsungcn in der Schweiz. Sie finden am Aushebungstagc statt. Die Prüflingen werden von einem „pädagogischen Obcrexperten" überall ganz gleichmäßig veranstaltet. Berücksichtigt werden die bisherigen Erfahrungen, die verschiedenen Schulverhällnisse und die Anforderungen des praktischen Lebens. Z>c der Prüfungskommission gehört erstens der eigentliche Examinator, der aber in seinem Kanton nicht prüfen darf, zweitens ein im Kanton eingesessener Gehilfe und drittens ein Protokollführer. Die Leistungen werden mit Ziffern bezeichnet, Nr. 1 ist die beste, Nr. 5 die schlechteste Note. Man stellt folgende Anforderungen: Im Lesen: Geläufiges Lesen mit sinngemäßer Betonung und eine nach Inhalt wie Form richtige freie Wiedergabe des Inhaltes. — Im Aussatz wird ein kurzer Brief geschrieben. — Im Rechnen sind eingeklcidete Aufgaben schriftlich und mündlich zu löse». Fertigkeit im Rechnen ganzer und gebrochener Zahlen in allen Grundrechnungen; Kenntnis des metrischen Systems und der bürgerlichen Rechnungsarten. — Die Batcrlandskunde umfaßt vaterländische Geschichte und Geographie nebst Ver-fassungskundc. Bekanntschaft der geographischen Verhältnisse, geprüft nach einer „stummen Karte" der Schweiz, befriedigende Darstellung der Hauptpunkte der vaterländischen Geschichte, der Bundes- imb Kanton-verfassung. — Daß diese Ergebnisse allerorts bekannt werden, dafür sorgen die schweizerischen Behörde» in ausgiebiger Weise. Sie begnügen sich nicht mir mit der Veröffentlichung des Zahlenmaterials, sondern legen „kleine Karten" bei, auf denen in deutlich hervortrctcndcm helleren und dunkleren Farbendruck die Bezirke nach ihren besseren und schlechteren Resultaten unterschieden sind. Somit werden die geringere» Leistlingen vor der ganzen Eidgenossenschaft bloßgestellt und die örtlichen Behörden, die cs angcht, moralisch gezwungen, mehr für das ihnen unterstellte Schulwesen zu tun. Des weiteren werden sämtliche Prüsungs-arbeiten geordnet, eingebunden und — abwechselnd fünf Jahrgänge in Zürich und fünf in Bern — zur öffentlichen Besichtigung ausgestellt. Auf diese Weise wird naturgemäß ein außerordentlicher Wettbewerb erzeugt und cs als große Schande empfunden, in den schulischen Leistungen hinter ändern Kantonen zurück-zustchcn. Das ist zumal im Hinblick aus die Schweiz sehr begreiflich, wo vom Kanton bis zum Bezirk herab jedes Gemeinwesen mit großer Eifersucht über seinen guten Ruf wacht. Um nicht an den Pranger gestellt zu werden, schreckt man vor den schärfsten Maßregeln nicht zurück. „Ganz besonders streng ging der Kanton Tessin gegen seine Angehörigen vor, die bei der Rekrutenprüfung 4 oder 5 erhalten und damit ihrem Kanton Unehre gemacht hatten. Diese jungen Leute werden erstens persönlich gebrandmarkt, indem ihre Namen im Amtsblatt veröffentlicht wurden. Dann aber mußten sie noch einen vicrzehnlägigen Nachkursns in Bellinzona bestehen, deren Kosten sie selbst oder ihre Hcimatgemeiudc, die für ihre mangelhafte Schulbildung verantwortlich gemacht wurde, bezahlen wußten." Bei diesem äußerst scharfen Vorgehen braucht man sich schließlich nicht zu wundern, daß im Jahre 1907 sich unter 27.481 Rekruten nur drei Analphabeten, uinhcrzichende Kesselflicker, befanden — trotz der außerordentlichen Schwierigkeiten, die sich in vielen Landgemeinden einem regelmäßigen Schulbesuch entgegenstellen. Es sei nur an die zerstreut liegenden Wohnungen» an die langen und harten Winter, an die Armut der Schulunterhaltungspflichtigen erinnert. 185.) Kandarveitsuilterricht in der Dorfschule. Unsere Erörterungen in der Sache finden einen lebhaften Nachhall u. a. in der Zeitschrift des oberösterr. Landcslchrervereincs durch nachstehende Zeilen, die ein Frl. A. Derschinidt zeichnet: „Wir Handarbeitslehrerinnen sind von jeher die Stiefkinder unter den Lehrkräften. Dies könnte zur Vermutung führen, unser Gegenstand sei nebensächlich oder ganz unnötig. — Und doch ist die Fähigkeit, Kleidung und Wäsche instand zu halten, für die künftigen Hausfrauen und Mütter sicherlich eben so wichtig, als etwa das Zeichnen einer ctrurischcn Vase oder die Lebensgeschichte Karls des Großen. Nicht immer treten die Mädchen mit obigen Fähigkeiten ausgerüstet ins Leben. Sic nehmen cs mit der feinsten Häkelspitzc, mit dem verzwicktesten Stickmuster auf, sind aber in Verlegenheit, wenn sie die einfachste Schürze zuschneidcn oder eine Flickarbeit tadellos ausführcn sollen. — Im allgemeinen wird an nieder organisierten Schulen zu viel gehäkelt und gestickt — zu wenig Praktisches genäht. Es ist etwas anderes, in ein Paradeflicktuch sorgsam abgezirkelte Flecken auf Kommando cinzusctzcn — oder einen leibhaftigen zerrissenen „Ellenbogen" zu erneuern. Das Dorfkind muß mit den in der Volksschule erivorbeucu Kenntnissen durch sein ganzes Leben das Auslange» finden. Es hat keinerlei Gelegenheit, sich fortzubilden. Sobald es die Alltagsschule verläßt, tritt cö in den Dienst oder mich zu Hause die Stelle der „kleinen Dirn" versehen. — Im gekürzten Unterrichte kann diesen Armen Gelegenheit geboten werden, die Anfangsgrüudc der Schneiderei praktisch zu erlernen. — Das von den meisten Arbeitslehrerinnen vorgenommene Zeichnen und Umrechnen von Wäscheschnitten in allen Maßstäben (Damenbeinkleider, komplizierte Hemden und Tuchjacken k.) hat für das Dorskind keinen Wert. Man schenke sich diese zeitraubenden Übungen und veranlasse die Mädchen, eigenhändig die einfachsten Kleidungsstücke zuzuschnciden. Da wird man die Erfahrung machen, daß manche Schülerin durchaus nicht wagen will, den Stoff anzuschneidcn. Ist dann aber das Werk vollbracht, so tragen sic mit Stolz die „selbstgemachten" Kleider, wagen sich mit Feuereifer auch an schwierigere Sachen. — Da kann es wohl Vorkommen, daß Sonntags so ein Dirnlein schüchtern im Vorhause steht und um Anleitung in einem schweren „Fall" bittet. Liebe Leserin, werde nicht ungeduldig, zeige, hefte, probiere — die rührendste, weit über die Schulzeit hinansdancrndc Anhänglichkeit der Mädchen, herzliche Dankbarkeit der Eltern ist dein schönster Lohn. So machst du deinem Titel Ehre, du lehrst wirkliche, tüchtige Arbeit, die unserem Volke Nutzen bringt." 186.) Asse» ins Stammbuch: Wirken, wirken! also schalle Unser Ruf in Fried' und Streit! Lastt lebendig sein uns alle, Denn lebendig ist die Zeit! I. N. Vogl. Durch Sachsen und Thüringen von Schule }\\ Schule. 1.) Hlorvericht. (Mein dritter Water.) Der geschätzte „Blätter"-Leser (die liebwerten Leserinnen selbstverständlich inbegriffen) mich vorerst erfahren, weshalb diesmal der Kurs ins Snchsenland nnd hinaus ins Tal der Werra genommen wurde. Wie jede Unterrichtslektivn aus dem erkannten Bedürfnisse wachsen svll, so heischt auch jede Reise ihre Begründung. Für die vorstehende ankert sie in dem Namen Friedrich Pvlack. Sie wurde zur Pilgerfahrt nach dem Städtchen, wv der Begnadete seinen Lebensabend verbringt. Wie es doch kommt, daß mir Pvlack so viel gilt? Ich habe es wohl einigemale angedcutet; diesmal mich ich es jedoch ausführlich darlegen. — Fünfzehn Jahre alt, mit fünfzehn Gulden in der Tasche, zvg ich nach Beendigung des Untergymnasiums in die Welt. Wohin? Mir wies niemand, weder Vater noch Mittler, den Weg. Ziellos, ganz ans mich gestellt, zvg ich ans. In dem Pvstkarren, der uns aus dem Landstädtchcn zur Landeshauptstadt bringen sollte, drängten sich Studiosen. Hausierer, Reisende verschiedenster Branchen. Mich hatte ein blinkender Silberling auf den Bock gebracht it. zw. zwischen den Postillon nnd einen ziemlich schmalen Herrn. Das war mein erster Glücksfnll ans der Reise ins Leben. Der Herr zu meiner Linken war anfänglich schweigsam; erst all- mählich erwachte er aus seinem Sinnen. Er begann: „Wohin reifen Sie?" „„Ich weiß es nicht."" „Wie kann das feilt? Sie müssen doch ein Ziel haben?" „„Leider nicht. Die einen sagen, ich svll zur Landeshauptstadt in das Obergyinnasinm, die anderen raten davon ab, weil mir die Mittel fehlen. Lieber Herr, was svll ich tun?" Der .liebe Herr' griff in meine kurze Lebensgcschichtc, ließ den Redestrom in Ruhe rauschen und sann und sann, als ich geendet hatte. „Ja, mit ihrem Zeugnis sollten Sie wohl weiter. Da Sie jedoch allein in der Welt stehen, da Ihnen die Mittel fehlen, so rate ich Ihnen einen kurze», aber sicheren Weg, den Weg zum Volksschnllehrerberufe." Hiemit war mein Entschluß besiegelt. Als wir nach zehnstündiger Martcrfahrt schieden, rief mir der gute Herr noch die Worte zu: „Wenn Sie fleißig arbeiten, können Sie Ihre Kollegen, die so glücklich sind, das Gtzinna-sialstudium fvrtzusetzen, dereinst noch überholen. Bielleicht brauchen Sie mich einmal. Mein Name ist L. Glückauf zur Lebensreisei" L. war Professor und wurde später LandeSschnlinspektvr. Ich habe ihn nach Jahren getroffen. Wir drückten uns im Gedenken an die Postwagenfahrt die Hand, denn wir waren beide an das Lebensziel gelangt. L. war mein erster Freund, mein Vater in der Zeit, da ich mir den Beruf erwählte. Doch als ich in die Hallen der Anstalt eintrat, die die Söhne armer Eltern und hilflose Waisenkinder aufnahm, da war ich wieder allein. Es kamen Zeiten, da man vor Hunger weint und vor Schwäche zittert. Schon drohte ich zusammcnzubrechen. Da sandte mir das Schicksal einen zweiten Vater, unfern Professor ans Deutsch, Pankratz Ehrat. Der hochgebildete Mann hatte sich von unten auf cmpvrgearbcitet; auch er aß einst sein Brot mit Tränen. Es mochten wohl die blassen Wangen des .zugewandertcn' Zöglings daran schuld gewesen fein, daß er mich eines Tages in seine Wohnung beschied nnd dort tüchtig ins Verhör nahm, ob ich krank sei, ob ich Hunger leide usw. Ich erzählte von meiner Fahrt im Postwagen und von anderem und hatte — meinen zweiten Vater gefunden. Professor Ehrat war unser Klassenvorstand, unser Freund, unser Beschützer. Gar oft, wenn die Stunde nicht reichte, einen Gedanken auszuspinnen, winkte er mir; ich mußte mit ihm in sein trautes Heim. Dort gab es geistige Kost in reicher Fülle; dort wurde das cngzugcmcssene Wissen ergänzt und geläutert. Als ich Lehrer wurde, trat Ehrat in in den Ruhestand über. Das Geschick hatte uns getrennt; allein ein reger Briefwechsel hielt den jungen Streber an der Leine. Allmählich wurden die Briefe seltener; Ehrat war krank. Schließlich blieben sie aus; Ehrat war gestorben. So stand ich wieder verwaist in der Welt. — Einen Zwanzigjährigen bringt das Leben bald ans dem Geleise. Auch ich rollte schon auf dem Schotter. Die Lockungen des gesellschaftlichen Treibens, die glühenden Augen, die rauschenden Wälder — alles zog den provisorischen Unterlehrer wie mit Zauberfäden von dem Stndiertische hinein in den Strudel des Genießens. In dieser Zeit kamen Polacks „Brosamen". Ein Probeheft flog bei meiner Luke ein. Ich schnitt es auf, weil es den Vermerk „Gratissendung" trug, und schleuderte nachlässig durch die ersten Seiten. Doch, was war das? Es wurde mir schwül, es ivnrde mir heiß, ein Himmel voll Gedanken tat sich auf und aus den Höhen kam eine Hand, die mich emporzog. Ich war gerettet. Ein unstillbares Verlangen nach Fortbildung, nach Vervollkommnung durchwogte meine Brust; es litt mich nicht mehr im Städtle. Hinaus, hinaus I So rief es in mir, so oft ich die Heftchen sah, die mir die Post von jetztab allwöchentlich brachte. Immer wieder gaukelte mir der preußische Schulmeister vor den Augen: „Was er konnte, muß ich auch zuwege bringen!" — Mein dritter Vater war ein Tyrann. Er ließ mich nicht mehr los; ich mußte seinen Weg wandeln. Viel Bitteres habe ich dabei erfahren, vieles entbehrt, woran sich die Jugend ergötzt; doch wie leicht konnte ich es ertragen, da mir das Studium tausend innige Freuden bot, da die Früchte reiften, da ich dem immer näher kam, der mir die Hand geboten. Als eine der nach aufwärts führenden Stufen erklommen war, meldete ich es dem Meister. Von da ab wechselten häufig Briefe zwischen Worbis und Innsbruck. In der Zeit, da der Brosamenmann dem Schulaufsichtsamte entsagte, war sein Schüler tief drunten im Krainerland in dasselbe eingerückt. Das Ziel war erreicht. Was lag da näher als der Gedanke, den dritten Vater heimzusuchen, ihm für die treffliche Führung zu danken und um Ratschläge für das schwierige Amt zu bitten? Allein erst nach vierjähriger Tätigkeit konnte der Wunsch erfüllt werden. Mit dem Besuche in Treffurt wollte ich doch mich mancherlei anderes verbinden, wozu ich „Papiere" brauchte. Das k. k. Ministerium des Äußeren beschaffte sie; das k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht bewilligte die Mittel zur Wanderfahrt; der Aktenhanf in der Kanzlei wurde abgetragen, die Zeitschriften erhielten Stoff für zwei Monate und so konnte denn frohgemut zum Wanderstabe gegriffen werden. — Treffurt sollte das Ziel der Reise sein. Allein bis dahin gab es viel Stationen der seltsamen Wanderfahrt. Mit dem Hobelspanmeister von Böhmisch-Leipa verband mich langjährige Freundschaft. Auch ihn sollte ich zum erstenmale von Angesicht sehen. Zum Studium des Dresdner Schulwesens war mir durch Vater Polack der königliche Schulrat Herr Dr. Prietzel als Mentor bezeichnet worden; in Dippoldiswalde bei Dresden wirkte Polacks Schüler, Herr Schulrat Bang, und in Gotha sollte der bekannte Methodiker Beetz, den Polack den „geistvollsten und tüchtigsten seiner Jünger" nennt, mein Führer sein. Will man den Meister vollends kennen, so muß man seine Schüler wirken sehen. Mit diesem Geleitworte trat ich die Reise an. — Ich mußte ein Stück Leben hier einsetzen, um den Drang nach dem Thüringerlande vom Standpunkte des Schulmannes zu begründen. „Hinaus ins Konglomerat der kleinen Fürstentümer sollst du, wenn dir einmal ein Schätzlc beschert ist", so dacht' ich in jungen Jahren. Das Schätzle ist nicht gekommen, darum habe ich die Reise mit dem Freunde unternommen. Aus der Hochzeitsreise wurde eine Pilgerfahrt zum Führer der ideal denkende», aufstrebenden Lehrerschaft, zu meinem dritten Vater. Nachöemerkung: Der Bericht über die Schulreife „Durch Sachsen und Thüringen" wird mit 20 Bildern versehen werden. Damit trage ich dem Wunsche vieler Leser Rechnung; leider wird aber hiebei auch das so lang gewahrte Inkognito gelüftet. P. Hernutgeber und verantwortlicher Schriftleiter: Jlubulf Peer,. — Druck von Joies Paolicel ln «oilschee. Areunden der Bienen- und Geflügelzucht wird das Erste Ssterr.-schlesische Etablissement der Lirma Fra ly Kinrmlch, Jauernig Hsterr.-Schlesie» zum Bezüge aller in diese zwei Lacher einschlagenden Gebrauchsgegenständen bestens empfohlen. Lehrreiche illustrierte Preisliste» mit Monatsanweisungen für Bienenzüchter nebst Notizblntt umsonst und frei. Vielfach höchst prämiiert t Bedienung streng reell. ^ In vielen tausend Schulen bestens ein- ^ ^ geführte J « schwarze ; «Schul-Tintei « aus Tintenteig. « ^ Ist gänzlich satzlos, Schimmel- und giftfrei. ^ ^ Das lästige Verkrusten der Gläser u. Federn ^ ^ ausgeschlossen. Durch Auflösen im kalten ^ ^ Wasser sofort hergestellt. Versand in Pa- ^ ^ ketcn für 5 Liter zu K 1-20, portofrei von ^ ä 2 Paketen aufwärts. Als Beipackung Stän- ^ « gelchen in rot, blau, violett, grün und ^ « Reform-Anthrazen-Tinte für je V« Liter * ^ zu 20 Heller. ^ « Weder Nachnahme noch Voreinsendung des * « Betrages. * « JOSEF SCHUSTER « « Wien, V/s Reinprechtsdorferstr. 28. ts tS « ^ Tausende von Anerkennungs- und Nach-bcstellungsschreiben liegen zur gefälligen ^ Einsicht auf. ^ ^ Der Tintenteig kann von der Verwaltung * ^ der „Bl.“ bestens empfohlen werden. * «««««««««« ft Ui««««««*««« . Tiscbd Söbne« Zentral-Bureau: Wien l> Tuchlauben II Fabrik Niemes, Böhmen Schulbänke aus massiv gebogenem Bolzt Patent 67574 für Österreich Patent ______ 7509 für Ungarn Erstklassiges Fabrikat. Bisher schon über 100.000 Sitze geliefert. IW Besondere Neuheit "TW Rollbare Schulbank. Hunderte Fachgutachten. Prospekt gratis und franko. = * D.0 K. u. k. Hof- E Kartogr.-Anstalt G. Frey tag & Berndt, Wien, VII/1 Inhaber: G. Freytag. Rothaugs Scbulallanlen Sämtlich approbiert, zeichnen sich vor allen ändern durch senil» gearbeitete große Kartenbilder aus. Jede Karte aus jedem Atlas ist auch einzeln zu haben Geogr. Biirgerschul-Atlas. 2., erweit. Aufl., 41 Karten«., eleg. geb. K 3 50 Nach Anlage und Ausführung der beste, schönste und praktischeste Atlas für Bürgerschulen. Geogr. Volksschul-Atlas für 4-bis 6kl. Volkssch. 20 Ktnstn., geb. K 150 Ausgaben für Nied.-Üst, Ob.-Öst. und Salzburg, Steierm. und Kärnten, Tirol und Vorarlberg, Mähren und Schlesien, Böhmen. Geogr. Volksschul-Atlas für 1- bis 3 kl. Volkssch. lOKartenstn,............geb. K V— Rothaugs Schulatlanten u. Schulwandkarten ergänzen sich ln vollkommenster Welse. Die Karten der Atlanten sind getreue Abbildungen der Wandkarten und umgekehrt._______________________ Seibers Wandfibel. Nach der neuen Orthographie gearbeitet. 42 große, den Lehrstoff der I. und II. Klasse (auch die Lateinbuchstaben) enthaltende Tafeln (80:105 cm). Preis, roh 22 K — Auf Deckel gespannt 43 K. Einzelne Tafeln L 70 h, auf Deckel gespannt ä 1 K -10 h. Approbiert 27. Oktober 1900, Z. 29.529. J. G. Rothaugs Wiener Schul-Globus mit verschiebt,. Kugelhaube. D. R.-P. Ö. P. U. P. Kl. Ausgabe. 1 :60 Mill. Durchm. der Erdkugel 21, 22. Höhe des ganzen Globus mit Metallfuß 48 cm. Physische Ausgabe K 32-—. Polit. Ausgabe K 32 —. Induktionsglobus K 30 —. Himmelsglobus K 32-—. Praktische Neuheit I Ausführliche Prospekte kostenlos. Meteor“- u. „Chon- drit“-Radiergummi (gxsetzlich geschützt) von der Firma Loses Fr an; Simon Guttliniwaren-Manufaktur ------Wien, Urünnlöadgajse 8--- wurden von Fachautoritäten Österreich - Ungarns, Deutschlands und der Schweiz als die besten Radiergummis anerkannt. „Meteor" radiert leicht und schnell, ohne das Papier merklich anzugreifen oder zu beschmutzen: Blei, Tinte-Tusche, Farben, Druck ic. ic. „Kyondrit" (weicher Gummi) eignet sich am vorzüglichsten für feine Bleistiftzeichnungen. Muster auf Verlangen gratis und franko. Von ÜEi~ Arof. Aurger in Innsbruck sind folgende bahnbrechende, modern-pädagogische Schriften erschienen: 1. Deulschsoziale Kochziele unserer Schule. von der Diesterweg-Stiftung preisgekrönt. 3. Auflage, preis ( K. 2. Die Skizze im nalurgeschichtlichen Unterrichte. Ulit (08 Skizzenbeispielen und Lehrproben. 2. Auflage, preis 2 K. 3. Wegweiser für den Unterricht in der deutschen Uechtschreivung. iUit (3 Tafeln und Lehrproben. preis gebunden K ('50. 4. Grundlegende Lehrerarveit. Lin Gedenkblatt zur Zehnjahrniig der ersten Tiroler Laiides-Lehrerkonferenz. 2. Auflage, preis K cyo. Zu beziehen: Lurger, Innsbruck, 3Utid)|tvafse tlr. 2. ItlKtlO« Stauböl zur Imprägnierung der JLrllMlv$$ Fußböden gegen Staub. Rermit Fegemittel zur staublosen Reinigung von lackierten oder eingelassenen Holzfußböden, Stein, Zement etc. Cotimol Bvgiea Urinöl zur Geruchloshaltung von Pissoirs. Staubtücher, imprägniert zur staublosen Reinigung von Möbeln und Fußböden. Offerte auf Wunsch. — Beste Referenzen. A. Lennar Inhaber der Dustless Oil u. Paint Co., G. Hartmann u. Co. Wien Vl|l, Mariahilferstraße 49. Lieferant der meisten Mittelschulen in Österreich, Lehrerbildungsanstalten; Fachschulen, Volks- und Privatschulen. Staatliche Humanit.itsanstalten, Gerichte, Ämter. s Wo gute Musik gepflegt wird.darf eine Haus-Orgel nicht Fehlen. HeirlickrJigilton, prächtige AusblaUiinj, v.73LUn. HoHieFeranf. (Gegr. 1846) Hoflieferant Illustrierte Prospekte auch über den neuen Spielapparat „Harrno-nista", mit dem jedermann ohne Notenkenntnisse sofort vierstimmig spiel en kann. Qrösstts tibrtiv, Bold- und optische Waren-Versandhaus Mar Eckstein Wien XV/, Wariastitferstraße 152. Lieferung tut alle p. T. Lehrer mtb Lehrerinnen in bequemen Leifjahfititgen. verlangen Sic illustrierte Preisliste gratis und franko! Ältestes und feinstes österreichisches Fabrikat Anreiter-Farben Gegründet J183S. Gegründet 1836. I. ANREITEBS SOHN, WIEN VI I kais. und königl. Hoflieferant. I Liter Tintenextrakt Nr. 2 (4 K) gibt 20 Liter schwarze Schultinte ä 20 h. 1 Liter Eisengallusextrakt Nr. 3 (6 K) gibt 10 Liter echte Anthrazentinte ä ©0 h ■ Diese Extrakte sind flüssig, vollkommen satzfrei und geben mit kaltem Wasser verdünnt sofort fertige Tinte. Von vielen Landes- und Bezirkslehrervereinen geprüft und empfohlen. Von 3 Liter an portofrei. Keine Nachnahme. Keine Voreinsendung des Betrages. Muster gratis und franko. FR. SCHÜLLER, Amstetten, N.-O. Muster gratis und franko. für moderne Aquarellmalerei in Schulen jeder Kategorie, in Knopf-, Stangenform und in Tuben, sind nach dem Urteile erster Fachautoritäten das vollkommenste Erzeugnis und unerreicht in Feuer, Reinheit, Lichtechtheit und Mischbarkeit des Tones. flwrciter-Cmptrafarbt* für Künstler und für Schulen sind von feinster Qualität. flnrtiter-Custbtn flüssig, tiefschwarz, unverwaschbar. Preislisten aller Artikel zur Verfügung. Die Zukunft der Tamilie wird für den Fall des frühzeitigen Ablebens des Oberhauptes am wirksamsten sichergestellt durch die Lebensversicherung; diese betreibt der Erste allgem. Beamtenverein der österr - ung. Monarchie in allen möglichen Kombinationen nach den Grundsätzen der Gegenseitigkeit. Die Versicherungsbedingungen des Beamtenvereines sind anerkannt vorteilhaft, die Prämien mäßig. Auszahlungen fälliger Kapitalien erfolgen sofort und ohne Abzug. Versicherungsstand Ende 1908 . 195 Millionen Kronen Garantiefonds Ende 1908 ... 64 Millionen Kronen Ausbezahlte Versicherung seit Beginn der Vereinstätigkeit ... 95 Millionen Kronen Für humanitäre Zwecke verausgabt 23A Millionen Kronen. Nähere Auskünfte erteilt bereitwilligst und kostenfrei die Zentralleitung des Ersten allgemeinen Beamtenvereines der österr.-ung. Monarchie Wien l., Wipplingerstraße Nr. 25. Inländisches Erzeugnis! färben GünthersWagnerslKünstler u. feinste ‘ 1 in Tuben und Näpfen, sowie in Tafel-, Stangen-u. in Knopf form, patentiert in Deutschland, England, Frankreich, Österreich und Ungarn, übertreffen in Bezuij auf Reinheit, Leuchtkraft, Mischbarkeit und Haltbarkeit alle anderen Fabrikate. Praktische Farbkasten für den Schulgebrauch. Günther Wagner’s flüssige Tusche sind anerkannt konkurrenzlos und beherrschen den Weltmarkt. UKST' Geeignetste Marke für den Schulbedarf! “SM Den Herren Zeichenlehrern stehen auf Wunsch Aufstriche und Preislisten zur Verfügung. GÜNTHER WAGNER Fabriken in Hannover und Wien X/l. Gegründet 1838. 30 Auszeichnungen. Mi Kinltänfen die in dm „Mähern" angekündigten Airmen öerncksichligcn nnd stch auf die „Matter" öezicssen! PianinoSi Flügel k. und k. Hof-Lieferant. Kammer-Lieferant Ihrer k. u. k. Hoheit der Frau Erzherzogin Maria Josepha. Fabrik: B.Ceipa, Cöpferstrasse rsr bis rss. Verkauf, Umtausch, Miete. Teilzahlungen ohne Preiserhöhung. Verlangen Sie bei Bedarf unbedingt eine Offerte von mir! v Fr. Stlwnkld $ &■ Malerfarben- und Maltucbfabrik in Düsseldorf Feinste Künstler - Gl- uitd Wasserfarben. Schul- Aquarellfarben in Tuben, Näpfchen u. Stückchen. Knopf - Aquarellfarben. Reform - Schnlfarben. Cu kas - Temparafarben. Tusche. M Knsere neue Preisliste für Schul-zweckc u. Lnvesteu mit Mischungen der feinsten Wasterfarve» stehen den Herren Zeichenlehrern kostenlos zur Verfügung. Sämtliche Ztlal-- und Jeichenntenfilien. methodische Schriften von Rud. €. Peerz. (Bezug durch die Verwaltung der „Blätter für den Abteilungsunterricht“ in Laibach.) 1. 230 praktische Rechenaufgaben, wie sie das Leben bietet und das Leben braucht. Von Dengg-Peerz. — a) Ausgabe für Lehrer, geb., 1 K 20 h. — b) Ausgabe für Lehrer, geheftet, 1 K. — c) Ausgabe für Schüler (Oberstufe) 20 h. 2. Das Zeichnen nach der Natur in der Landschule. 2. Auflage. 5. Tausend! — a) Violett geb. mit weißer Aufschrift 2 K. — b) Geheftet 1 K 50 h. 3. Lehre sparen ! Ein sozialpädagogisches Unterrichtsbeispiel. 2. Auflage. Vom k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht angekauft. Preis 40 h. 4. Der kürzeste und sicherste Weg im Rechenunterrichte. Eine kritische Studie. Preis 1 K. 5. Anleitung zur Ausarbeitung von Prüfungsthemen. Mit Beispielen versehen. Preis 40 h. 6. Kurzgefasste Anleitung für den Unterricht an Landschulen. (Aufgebaut auf einem Stundenpläne für die ungeteilte einklassige Volksschule.) Preis 1 K. (Vom k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht empfohlen.) 7. Kreuz und quer von Schule zu Schule. (Eine Wanderfahrt durch das österr. Alpengebiet.) 2. Auflage. — Elegant gebunden 2 K, geheftet 1 K 50 h. 8. Talaufwärts von Schule zu Schule. (Eine lustige und lehrreiche Schulwanderung.) — 3. Auflage. Reich illustriert, mit der Ergänzung „Talabwärts von Schule zu Schule“ (Die Wanderung nach 7 Jahren) versehen. — Elegant gebunden 3 K, geheftet 2 K. 9. ,Blätter für den Abteilungsunterricht1. (Monatschrift zur Förderung des österreichischen Schulwesens.) — a) 1., 2., 3. Jahrgang (1904, 1905, 1906) als Buch in 3. Auflage erschienen (geheftet) 4 K elegant gebunden 5 „ b) 4. Jahrgang (1907) als Buch in 4. Aufl. erschienen (geheftet) 3 „ elegant gebunden 4 „ c) 5. „ (1908), in Heften zu haben 4 „ d) 6. „ (1909) 6 „