Nummer 47. Pettau. de« S4. November 18VS. n il¥V_ -----' . ISA-— PettauerZeitung erfchetm jeden Honmag. frrU fflt «rttax i»ff 8"***««« <"* •«»: Wtrt*Wrt« J *•—. JL t—, fr 4^ wtt y»rfriih«i tat $*lai*c. st- » »». h-ldjttzr^ Schriftleiter: I»s»f %*Hn, » — «ctMltna «*» »»««,: «B. Wwfc, BachtoMu«, H«yt»l«tz «*. 6. Handlchr^stn, Beiden nicht zurückgesteM. InftabigwifleB billigst bcwchwt. — 9tMqß stab ftwfla|ch» Hab ufflen (Ängsten« bi» Freitag jeder »«che eingesandt »erbe» 8rttTrtung der .Pettaser Zeitung' für »n» »nd Umgekmg bei: vchwig —» «ch»»h»ftr i» «riz, S»«rg«ffe fU. 5. Die Freunde unserer Freunde. Wenn heute ein ehrlicher Deutscher,, der weder mit den Deutschen der „Bereinigten deutschen Linken" noch mit den Deutsche» de» „HohenwartClub" sympatisirt, sondern wirtlich und au» voller Überzeugung national - deutsch ge-sinnt ist. den Kopf über den bi» zum Fanati»mu» gestiegenen „Lueger-Cultu«" schüttelt und seine Zweifel darüber laut werden läs»t, ob denn die Wege, welche der temperamentvolle Führer der Christlich-Sozialen waiidelt, zu dem Ziele führen werden, welche« den Deutfchen in Österreich vielleicht nicht die Hegemonie, wohl aber ihre alte Stellung im Staate sichert, den sie gründeten »nd groß gemacht haben, dann wird er entweder barsch an-gerempelt, oder höhnisch bedauert, das« er sich nickt zu der politischen Einsicht und Erkenntnis auf-zuschwingen vermag, die in dem neuen Dogma gipfelt: Der Gott, der keinen Deutschen verläßt, «st allein Gott und Dr. Lveger ist sein Profet! Heil! — E« ist nicht unmöglich. bc{» sich dieser ehrliche Deutsche geirrt habe, denn irren ist menschlich; aber ebenso möglich und vielleicht noch möglicher und sogar wahrscheinlich ist'S, dass sich seine Spötter ebenfalls irren und ihr ncueS Dogma den Deutschen auch nicht zu jener Stellung verhilft, a»f welche sie Anspruch haben in Österreich seit der Gründung der Ostmark, seit der Schlacht bei Stillfricd, seit der Schlacht am „Weißen Berge" und seit vielen andere» geschichtlichen Wendepunkten, die ebensoviel? Denkmale der Kraft, der Treue und der Anhänglichkeit der Deutschöster-reicher an Kaiser und Reich bedeuten. Denn wenn man sich nach dem Sprichworte: „Die Freunde unserer Freunde sind auch unsere Freunde," — diese Freunde unserer Freunde näher besieht, dann mag einem wohl der Zweifel aufsteigen, ob denn das so hochgehaltene Freund- Wie ich Bicegefreiter wurde. Au» den Erinnerungen eines alten Soldaten. Es war ein elende« Nlst diese« Sz . . t. Ein ungarisches Dorf; eine lange Zeile von niederen strölige deckten Häusern zu beiden Seiten eine« breiten Rinnsales, welche« die Leute „Straße" nannten. Bon einer Straße war nicht viel mehr zu sehen, al« eine Anzahl durcheinanderlaufender Wagengeleise, in welche die Stalljauche und schmutzige Wässer au« den Häusern ihren natürlichen Abfluß fanden und vom oberen Ende de« Dorfe« abwärts flössen, nach der „GänSlache", die am unteren Ende eine Art Sammelbecken bildete, in welchem sich Gänse, Enten, Ferkeln und manch-mal auch ein paar Kinder nach Herzenslust ver-gnügten. Dort, am unteren Ende, dehnte sich eine Haide hin, untermengt mit Stoppelfeldern, denn es war schon September. Durch die Haide floß ein Bächlein und da die Jauche aus den Ställen von Sz . . t gar zu trübe war, hatten die Be-wohner des Dorfe« vom Bachbette nach der «Gänselache" einen Canal gegraben, um de» schastsbündtti« zwischen Ehristlich-Socialen und Deutschnationalen ein ehrliche« und ein dem deutschen Bolke Heilbringendes ist? Der katholische Schulverein in Wien hielt am Leopolditage in Wien eine glänzende Ber-sammlung ob und da sprachen auch ein paar ChristlicheSociale und zwar christlich-sociule Koryphäen. In dieser Versammlung sagte der neue christlich-sociale Gemeinderath von Wien Dr. Porzer unter anderen: „Wollen wir aber die Wiedererweckung und Kräftigung de« Christenthumes in der Gesellschaft, so mus» dafür Sorge getragen werden, das.' e« den Kindern schon in der Schule eingepf'.'nzt werde und den ganzen Unterricht durchdnnh'. Die Trennung der Kinder nach Eonfessionen kanu daher nur den Anfang der Schulreform bilden, da« Wesen derselben mus« in der Durchdringung de« ganzen Unterrichtsstoffe« mit der Religion und daher auch in dem Mitauffichttrechte der Kirche über den Unterricht bestehen." Der zweite Führer der Christlich-Socialen, Prinz Liechtenstein sagte in seiner Rede: „Unsere Jugend mus« positiv christgläubig sein, also in Österreich, in Wien katholisch. (Stur-Mischer Beifall.) Fort mit jeder au« den liberalen Zeiten er-erbten religiösen Verschwommenheit, fort mit jeder Menschenfurcht in der Ausübung der Pflichten gegen Gott und unsere Kirche. (Brausender Beifall.) Ohne Dogmen keine Moral; sie sind das feste, eiserne Gerüste, um welche« die Sittenlehren gebaut sind. Ohne öffentliche und regelmäßige Theilnahme de« ganzen Bolke« kein CultuS. Alle Stände, die höchstgebildeten voran, müssen ihre» Stolz darein setzen, vor aller Welt muthig die Ceremonien, die Umzüge und Andachten des christlichen BolkeS mitzumachen." Schmutz so weit zu verdünnen, dass das Gänse-und Entenvotk nothdürftig Schwimmübungen mache» konnte, da wo das Loch am tiefsten war. Im „oberen Orte" sah es verhältnismäßig rein au«; vielleicht weil der Schmutz durch die Wagengeleise der Straße bergab fließen konnte. Am Ende der doppelte» Häuserzeile oben stand eine kleine Kirche; da« Spitzdach des Thurme« zierte ein blecherner Hahn. Auch eine Uhr war über dem Schallfenster de» Thurme«, der sich über den Kirchengiebel erhob, angebracht, aber die Uhr zeigte blos ein Zifferblatt mit blauen römischen Ziffer» und im Centrum ein viereckiges Loch, da« offenbar für das Getriebe der Zeiger offen ge-lassen worden war. Aber die Zeiger waren nicht da und ei» Uhrwerk auch nicht. Die Thnrmuhr von Sz . . t war blos markirt. Früh. Mittag und abend« läutete irgend jemand au« dem Hause de« Birü die Glocke, damit die Bewohner wenigstens über die Haupttageszeiten sich zu orientiren vermochten und dann betete ein Theil wenigsten« den „englischen Gruß." Ein Theil, denn im Punkte Confession war Dazu macht da« „Gr. Bolk«bl." folgend« zustimmende Randbemerkung: Au« dieser Äußerung spricht ein sehr loben»-werter Positivi«mu«. Mögen sich die ernstkatholischen Anschauungen in den maßgebenden Wiener Kreisen erhalten; e« würde und könnte die« nicht nur zu den besten Erfolgen, sondern auch zu größerer Einigkeit unter uns führen. Kampf wird e« genug kosten; denn auch die Deutschnationalen sind grimmige Feinde der con-fessionelltn Schule und die freundlich« Stellung de» Fürsten Liechtenstein und seiner Partei zur .Hegemonie de« deutschen Stammes in Österreich wird wenig helfen, vielmehr zur Scheidung führen, wenn die Confefsionalität der Schule eriistljch gefährdet wird. Wir erhalten die Schule nach unserem Ge-schmacke nur auf dem Wege der Mithilfe anderer Nationalitäten »nd unter der steten Rücksicht auf „eine billigere und eine praktischere Schule." Die Freund« unserer Freunde erklären die national gesinnten Deutschen für die grimmigen Feinde ihrer Aspirationen. Und in einer Versammlung des „patriotischen BolkSvereine»" für Katholiken deutscher Zunge in Mähren, sagte der Luegeriauer Wilhelm Trabert folgende»: Die Christlichsocialen werden e» auch zu verhüten versuche», das» die Bewegung durch die Deutschnationalen, deren Assistenz vorläufig noch nothwendig sei, in falsche Bahnen gelenkt wird. Wenn die Freunde und Verbündeten von dem Bündnisse also rede», dann müssen Zweifel in ihre Ehrlichkeit wohl gestattet sein. Selbst ein strammer Antisemit wird in d«n Wallfahrten zum doriiengekrönten Luegrrbilde i» Maria EnzerSdorf, kaum daS richtige Mittel finden, den Deutschen in Österreich zu ber ihnen gebührenden Stellung im Staate und Beachtung ihrer uralten Rechte zu verhelfen. Sz . . t sehr gemischt. Katholiken. Evangelische, Calviner und Juden wohnte» da friedlich neben einander »nd waren eigentlich nur am Mittage von einander zu unterscheiden, weil während de« MittagSläutenS die katholische» Männer uud Buben die Häupter entblößten und Frauen und Mädchen das Kreuz machten. Die Juden aber waren zu jeder Tageszeit von den anderen Bewohnern zu unterscheiden; nach dem GesichtStypuS und der halb städtischen Kleidung; sie ackerten nicht und ernteten nicht, sondern handelten mit allen mögliche» Dingen. Im oberen Orte waren die Häuser viel freundlicher, alS im unteren; olle waren fchneeweiß getüncht und in den kleinen Fenstern standen Blumen; Levkojen, Balsaminen, brennende Liebe und RoSmarin. Alle Häuser standen mit dem Giebel nach der Straße gekehrt und zwischen je zwei Nachbarn verband ein Stecken-, Latten- oder Bretterzaun die Häuser und unter den beiden Fenstern, die nach der Straße schauten, stand überall eine Bank. Wir waren von Komor» wegen der Cholera H Haupt-Ge* S event. |5Q0'000 f von der Woche. (Der „Clvb der Souservativen") wie sich die Partei des Grafen Hohenwart gerne nennen hört, obgleich die Bezeichnung „feudal-clencal" entsprechender wäre, ist theilweise abgebröckelt, indem die den Club bisher ungehörigen Abge-ordneten: Baron Dipauli. (Städtebezirk Brixen, Tirol), Dr. Alf. Ebenhoch. (Rohrbach. Ob.-Österr.), Dr. Vict. v. Fuchs, (St. Johann, Salzburg), Dr. Joh. Schorn, (Bruneck. Tirol). Joh. Obern-dorfer, (Amstetten. Nied. Österr ), Gregor Dobl-Hammer, (Ried. N.-Ost.), Binc. Gasser. (Jmst, Tirol) und Peitler ihren Austritt aus dem Club dem Obmanne desselben. Grafen Hohenwart schrift-lich angezeigt haben. Der Abgeordnete Baron Morsey. (Landgem. F^ldbach). welcher anfangs auch unter der Secessionisten war, ist im Club verblieben. Die Ausgetretenen werden sich al« selbst-ständiger Club constituiren. Der Austritt erfolgte. >veil der Club dem Abgeordneten Dipauli die bekannte Interpellation zu Gunsten der Bestätigung Dr. Lurger« nicht gestattete. Bei der Verhandlung über diesen Gegen-stand im Hohenwartclub erklärte Abgeordneter Baron Dipauli offen, dass er nie ein Hehl aus seiner Zuneigung für Dr. Lueger und die Christlich-Socialen gemacht habe. DaS ivar wohl des öftern zu verspüren und dass diese Clerikalen der schärferen Tonart aus dem Hohenwartclub auStraten. weil sie sich darinnen durch die ClubdiSziplin allzu beengt fühlte», kann höchsten« deshalb ein Vortheil für die Deutschen genannt werden, weil der bisher 55 Mann starke Hohenwartclub, zu dem heute noch die steirischen Abgeordneten Morsey, Haftenhofer und Kaltenegger gehören, nunmehr um 8 Stimmen weniger in die Wagschale bei Entscheidungen werfen können wird, die gleich „Cilli" gegen die Teutschen gerichtet sind. Das« die Clerikalen der schärferen Tonart aber nur au« dem Grunde au« dem Hohenwart-club auStraten, um fürder unbehindert vom Parteizwange mit de, Christlich-Socialen engere Fühlung zu nehmen, auch wenn sie sich als eigene Vereinigung organisiren, ist ein weitere« Zeichen dafür, das« die „schwarz-rothen" Christlich-Socialen sich mit der Zeit noch mehr „schwarz" als „roth", kaum aber jemals „schwarz-rolh-gold" färben werden. irr Türkei) wird die Lage immer kritischer anstatt sich zu bessern. ES ist einfach die Revolution, der Bürgerkrieg, der im Oriente stelS die fanatische Wildheit der Religionskriege annimmt und der keine» Krieg sondern Mord in die Dörfer verlegt worden. Es war nach dem Feldzuge 1860 und das Regiment italienisch, aber stark mit Deutschen, meist Freiwillige», untermischt. In jedes Dorf ward eine Compagnie gelegt. — i» Sz. . t lag die „Vierzehnte" und die Bauern machten ziemlich verdrießliche Gesichter. Vielleicht auch deshalb, weil sie sich mit ihrer Einquartierung nicht verständigen konnten, da meist nur die höheren Chargen das Deutsche nothdürstig rade-brechten. Nur der ..Manipulanf war ein Deutscher. Ei» alter Knasterbart mit drei Tapferkeit«-medaille» und der „päpstlichen" auf seiner Brust, die aber zur Zeit bereits ansieng defekt zu werden, denn er soff wie ein Schwamm. Der „Dienst-führende" war beim Sturm auf den Wald bei MaSlvwet gefallen und ein anderer nicht ernannt worden. Ei» Zugführer, der das Deutsche so weit verstand, dass er radebrechen konnte, führte den Dienst. Die Compagnie-Osficiere sprachen durchweg« die Regimentssprache, obgleich Haupt-mann v. H . . . m ein Hanoveraner, Ober-lieutenant Graf Z. . tz Oberschlesier und Lieu-teuanl A . . .. r ein Wiener war. Anderseits gab es unter der Mannschaft nicht viele von den Italienern, die nicht bereit« fünf bis sechs Jahre im Gliede standen und daher die Coinmandv-spräche bis ans die oft sehr schwierigen Wort-monstrums deS „Felddienstes" vollkommen kapirten. Nur wir Deutsche waren keiner länger alS seit — 2 — und Plünderung in ihren schrecklichsten, un-menschlichsten Formen bedeutet. Kleinasien und Nordasien sind heute der Schauplatz von Bestialitäten, die bereit« viele und viele Tausende von Menschenleben vernichteten und Hunderte von Orten in Wüsten verwandelten. Am 6. d. M. war Erzerum die Hauptstadt de« VilajetS Erzerum in Armenien, mit ca. 50— 6QOOO Eiiiwohi.ern, wovon ein Drittel Christen sind, der Schauplatz von Christen-MassacreS an denen sich nicht nur die türkischen Einwohner sondern noch mehr die türkische Garnison be> theiligte, welche die Bevölkerung an Wildheit noch weit übertraf. Zuerst wurden die die Straßen passirenden Armenier von den Soldaten einfach angehalten und beraubt »nd als die Beraubleu sich wehrten, begann das Morden, welche« bis in die Nicht dauerte und sich Freitags, dem Sonntage der Mohamedaner, wiederholte. Getödtet wurden mehr al« 2000, verwundet mehr al« 1000 Personen; 1000 Läden und 400 Häuser wurden in der Stadt, in der Um-gebung alle Dörfer geplündert und zerstört. Vom 18. Nov. datiert eine Depesche aus Anatolien, welche lautet: .Die Armenier werden überall gemordet, mehr als 100,000 starben Hungers." Da« sind Zustände, welche die Ohnmacht de« Sultan«, in seinen asiatischen Besitzungen Ordnung zu schaffen, vollauf bestätigen und e« ist nicht abzusehen wie diesen Zuständen ein Ende gemacht werden soll. Die Türkei mobilisiert 100,000 Mann Linientruppen und Reserven. allein wenn die Soldaten wie in Erzerum von den eigenen Of-fizieren zum Morde» «nd Plündern der Christen aufgefordert werde», wird die Mobilisirung wenig nützen, man wird einfach die Christen als Auf-ständische behandeln massenweise tödten und ihr Eigenthum al« Beute nehmen, das verstanden die türkischen Generale früher und verstehen e« auch heute »och. In Constantinopel freilich gibt inan sich den Anschein, al« wolle man Gerechtigkeit übe»; man verbannt die Studenten (Sofia«) der Medreffe'S und läßt resormfrenndliche Jungtürken heimlich hinrichte» und nachts ihre Cadaver in den BoS-poruS werfen. Die Großmächte haben über Vorschlag Österreich« ein gemeinsame« Vorgehen beschlossen und senden Kriegsschiffe in die Levante und zweite Stationsschiffe vor Constantinopel. Ob sich die Horden in Anatolien und Armenien dadurch einschüchtern lassen werde»? Und wa« geschieht, »venn Russland, welche« mit seinen Besitzungen Beginn der Rüstungen zum Kriege, manche und darunter auch ich erst drei Wochen vor AuSbruch des Krieges in's Regiment gekommen, meist freiwillig und mit goldenen Hoffnungen, in ein paar Wochen schon den Kragen voll Sterne zu haben. Ja prosit! Nicht einmal „Bicegesreiter" war einer geworden. Natürlich, sagten doch die alten bärtigen Kameraden zu den zwei- und dreijährigen Dienern noch bei jeder Gelegenheit: „cost-ritto pvreo" etwa in gute» Deutsch übersetzt „Saurekrnt," Im Ganze» aber waren sie gnte Kameraden, die besonders jene, welche sich Mühe gaben ita-lienisch zu lernen, recht gerne in den ziemlich schwierigen Formen und Formeln deS Dienste« unterwiesen. Jeder von unS Jungen hatte eine „Ordonnanz", daS heißt einen alten Kameraden zugewiesen, die un» im „Riemenanstreichen", „Schnallenbrennen". „Tornisterpacken", „Mantelrollen", „Patrontaschenlackiren" und „Gewehr-putzen" instruirten und uns manchesmal ordent-lich schuhriegelten. Ein Muffer — und sie schleppten un« zum Rapport und daS endigte in der Regel mit allerlei Unannehmlichkeiten. Dass wir Deutschen, — mit geringen Ausnahmen — eine Mittelschule halb, dreiviertel oder ganz hinter un« hatten, davon nahm vom Haupt-mann abwärt« kein Mensch Notiz, außer die „TagSkorporale" und Wachtkommandanten", denen wir ihre „Früh-" und „Ablösungsrapporte" südlich de« Kaukasus an den „Kriegsschauplatz" grenzt, von den Christen zu Hilfe gerufen, die Grenze überschreitet und Armenien occupirt unter dem Vorwande.^ den Christenmetzeleien ein Ende zu mache»? Österreich sendet unter dem Commando de« k. und k. Contreadmiral« Karl Ritter Seemann v. Treuenwart. eine Eseavre in die Levante, welche aus den Schiffen „Kaiserin Elisabeth" als Flaggenschiff. ., Tegetthoff", „Donau" und „Meteor" bestehen ?vird. Außerdem befindet sich Sr. Majestät Schiff ..Sebenico" in Sinyrna und Schiff „Taurus" in Constantinopel. — Bon den genannten Kriegsschiffen ist der „Tegetthof" da« stärkste: ein Casemattschiff mit 7390 Tonnen Deplacement, 6400 indirekten Pferdekräften, 6 schweren, 5 mittleren. 2 leichteren und 16 Schnell-feuerqeschützen. DaS Flaggenschiff „Kaiserin Elisabeth" ist ein durchaus modernes und leistungS-tüchtige» Kriegsschiff von dem Tvp unserer vor-trefflichen Torpedo-Rammschiffe. Seine Dimensionen sind durch daS Tvnnen-Deplacement von 4000 ge-kennzeichnet, 6400 indicierte Pferdekräfte geben ihm eine große Raschheit der Bewegung, seine GeschützauSrüstnng bestellt aus 2 schweren, 6 mittleren, 2 leichten und 11 Schnellfeuergeschützen. Der „Meteor" ist ein rasches, vortrefflich gebautes Schiff kleinerer Gattung (350 Tonnen, 2600 Pferdekräfte, v Schnellfeuergeschütze). daS in Sinyrna befindliche Torpedoschiff „Sebenico" hat 840 Tonnen-Deplacement. 1200 Pferdekräfte, 5 leichte und 7 Schnellfeuergefchütze. Die gedeckte Corvette „Donau" ist eines der größten und schönsten unserer MissionSschiffe mit 2343 Tonnen-Depla-cement (10 mittleren, 1 leichten, 4 Schnellfeuer-geschützen), ihre Maschinen haben 1800 indicierte Pferdekräfte. Das vor Constantinopel ankernde Stationsschiff „Taurus" ist ein älterer Raddampfer mit 550 Tonnen, ebenso viel indicierter Pferdekraft und 5 leichten SchiffSqeschützen. Wochenbericht. (Das llainknsftst der flaisrrin) wurde Dienstag den 19. d. M. wie alljährlich durch ein solenne« Hochamt gefeiert, welches von Sr. Hochwürden, dem Hcrrn infulirten Propst. Haupt-und Stadtpfarrer Josef Heriiü, Dechant und fb. geistl. Rath, unter Assistenz in der Stadt-Pfarrkirche zum h. Georg celebrirt wurde. Die Schüler aller Lehranstalten, deS Gymnasiums und der Volksschulen, geführt vom Lehrkörper, dann die Spitzen der öffentliche» Behörden. Ämter und Körperschaften, wohnte» dem Festgottesdienst bei. schreibe» und nicht selten auch „unterschreiben" mußten; natürlich mit ihren Namen. Der Hauptniann nannte »nS gewöhnlich „dumme Katzenköpse" oder „schwarze Ludern"; der Oberlieutenant nannte unS — gar nicht; für ihn existirten wir nicht, außer beim Ejer-zieren, da sagte er stets kurz „Feldwebel, der Man» ist »ich mal abgerichtet! Besorchcn Sie daS " — Dieses „Besorchen" hieß stets: .Eine zweistündige Einzelabrichtung nach dem Einrücken'. Es war bitter genug. Der Lieutenant sagte r;. miithlich wienerisch: „öS Strizzi"; sonst aber half er un« au« mancher Patsch«. In Sz . . t war der Auptmann gleich-zeitig auch Stationscommandant, wohnte im Hause des Richters, dort war auch die Compagnie-kanzlei und im Stalle die „Stationswache" untergebracht : 1 Corporal, 1 Aufführer, 1 Spielmann »nd 4 Gemeine. Da kein Wachzimmer da war, lagen die, welche zum „Kurzschließen" verknurrt waren, im „Kobl", das war der Verschlag für die Kälber, ihre 4 Stunden „kurz" und 2 Stunden „lang" auf der Streu. Der Schnarr-Posten schilderte draußen vor oem Zaun. Ober-lieutenant Graf Z .. tz lag beim Fleischer Jgnaz Stern; man weiß wa« da« sagen will. Lieute-»ant A . .. r war im WirtShause einlogirt, aber ich glaube er schlief keine Nacht daheim; ent-weder war da« Bett zu unbequem oder Toti« zu nahe. Ich weiß blo«, dass TotiS später unsere — 3 — («rnmnung in Stnltrdieske.) Die f. f. Fmanz-Direction in Graz hat unter andern auch den beim hiesigen k. f. Hauptsteueramte in Verwendung stehenden Adjunkten Herrn Johann S t e r m s ch e g zum f. f. GteueramtS-Ofsicialen ernannt. Diese Beförderung wird Herrn Official Stermfcheg nicht nur in dem engeren Streife seiner College» herzlichst gegönnt, sondern auch außerhalb de« AmteS zählt bor beförderte wegen feiner Liebenswürdigkeit Zuvorkommenheit und Coulancc im Parteienverketire viele Freunde, die dem freundlichen Beamten zu feiner Vorrückung vom Herzen Glück wünsche». »'« Examen nahm. Wa« der Wachmann da zn hören bekam, grenzt hart an die hochgeehrte Dummheit der alte» Medicmbücher, in denen noch ganz ernsthaft .von der Bereitung wirksamer LiebeStränklein" und „Anzaubern von allerlei Gebresten" die Rede ist. Die 18-jährigt Land-schöne. die ihrem ganzen Aussehen »ach kaum mehr viel Angst vor den Nachstellungen ..böser" Huben hat. heulte fo entsetzlich, weil ihre Mutter »i die Apotheke gieng, seit einer Viertelstunde Nicht wieder zum Vorschein kam und daher sicher von dem Apotheker — gebrate» worden sei. Auf Stabsstation und Lieutenant A . . . r Regiments-Adjutant und glücklicher Bräutigam einer reiche», jungen Dame wurde. Er war weitaus der hübscheste Offizier im Regimente und ber Liebling de« Oberst. Gras Gottfrieb Que«berg. Da in ber Compagniekanzlei nicht Raum für ein Bett. mus«te ber „manipulierenbe Felb-webel" auSwSrt« schlafen: er quartierte sich selbst und zwar im unteren Orte beim Kisbirü, d. h. Kleinrichter, ein und ich glaube er wohnte besser wie der Hauptinann. Ein Korporal, er hieß Amelio Venbrainin, und ich, läge» bei einer alten Witib im Quartier, deren verheiratete Tochter und Schwiegersohn im Hinterhause wohnte». Die Witwe war Eal-vinerin und eine finstere einsilbige Frau, die un« nur baS gab, was sie geben mufSte. Und das ist leider wenig. Mir lief oft das Waffer im Munde zusammen, wenn andere Kameraden er-zählten, dass ihnen ihre Ouartierleute. zwar nicht leben Tag Fleisch, dafür aber Frühstück und Nachtmal gaben. Corporal Bendramin war ein bildschöner Mann, sechs- oder siebuiidzwanzig. groß, brünett und mit dein angeborenen Chic aller Oberitaliener; n war in Vicenza daheim und guter Leute Kind. Ct war ein vortrefflicher Sänger und hatte sich einen Chor zusammengestellt, der sich hören lassen konnte. Oft zogen sie am Abend singend langsam durch das Dorf und dann waren die Bänke vor da« schallende Lache» de« SicherheitSwachmanne« behauptete die dralle Landpomeranze in allem Ernste, sie wisse e« ganz sicher, das« die Apotheker auch Menfchenfett brauchen und sie ahne in dieser Richtung Unheil, da ihre Mama ziemlich gut genährt sei. E« bedürfte der lebhaftesten Versicherung seitens de« Manne» de« Gesetze«, das« die Apotheker zu ihren Salben und Schmieren zwar allerlei Fette, aber nicht da« von Mensche» verwende» dürfe». O du heilige Einfalt vom Land« im Zeitalter der achtjährige» Schulpflicht! «Spiele nicht mit Schießgewehr.) Maria-Neustift 17. Nov Der minderjährige Knecht Mart. Troll, des Grundbesitzer« And. Plauinz spekulirte schon längere Heit auf eine Pistole, welche in einer Stube feine» Herrn über einen Trambaum versteckt war. Am genannten Tage nun hatte er Gelegenheit, seine» Wunsch zn be-friedige»; er schlich sich i» das Zimmer und »ahm kurz entschlossen da» fo sehnlichst begehrte Schieß-eisen fort und machte sich rasch davon. Allein kaum 10 Minute» draußen, dantirtr er so un-vorsichtig mit der doppelläufigen Pistole, dass dieselbe, welche — glücklicherweise — blos mit Pulver geladen war. loSgieng. der Schuss den Junge» i» die linke Brustseite traf und trotzdem eS mir eine Pnlverladung war, schwer verletzte. — So lange dem Jungen verboten ist. mit allerlei Schieß;eug zu spielen, wünscht er sich nicht« sehnlicher als so eine Knallbüchse; kriegt er dann ex ofsicio einen schönen Repetierer in die Hand, möchte er denselben ehestens wieder loS sein. (^undanjkigt) Beim Stadtamte wurde, wie un« mitgetheilt wird, eine gefundene Fünfgnlden-note deponirt. Der Verlustträger kann dieselbe dortaints beheben. Regional-AuSstellungS-RechnnngSabschluß. Der Rechnungsabschluß Über Empfang und AuSgab«u aiiläfslich d«r Negional-AuSstellung vom 22. bi« 29. September d. I. ist. nachtxm alle Geschäfte nunmehr abgewickelt find, fertig gestellt und au» der un« zur Verfügung gestellten Bilanz entnehmen wir folgende Daten: A) Empfänge: 1. Platzgebühren der Aussteller.....fl ö02 93 2. Blatzgebllhren für Pferd« ........ 50 — 8. Plapgebühren für Honwieh....... 66-50 4. Playgebohren für Borstenvieh.......27 — 5. Ei»lntt«gebühren............1186 86 6. Erlös au« dem Barkauf de« Holze« jc. . „ 2M59 7. tfilito von verkauftem AuSstellungsweine . „ 121! 92 8. An Subventionen zusammen....... 690 — 9. Vorschuß vom steierm. Pserdezuchtverein. 1U0-— 10. Diverse Eingänge........* * " Summe dc« Empfange? st. den Häusern bald bicht besetzt. Manchmal zog Corporal Venbrami» mit seine» Sängcr» auch zur Kirche hinauf, bilbete einen LtreiS »nd die Liedertafel war fertig. An Zuhörern fehlte e« nicht unb ab uub zu kam ein Lob mit einem Kruge Wein. Der gebeiht bort vortrefflich um Moor herum. Die Weiber sinb überall gleich; zweierlei Tuch zieht unb wir trugen schöne Farben: weiß mit scharlachroth. Der Corporal hatte noch etwa« bazu: eine schöne Figur, glüheub« schwarze Augen, einen kecken Schnurrbart unb eine weiche, klang-volle Tenorstimme. Im oberen Orte hatte der Fleischer Jgnaz Stern sein Hau«, darneben der Krämer Abraham Ratzersdorfer und der Händler Simon Rebstock; mit was er handelte weiß ich nicht, aber in feinem Hofe lag ein Berg von allem Eise» unb auf Stricken hingen grüne Haute, die sehr Übel rochen. Aber der Simon Rebstock hatte zwei hübsche Tochter unb Abraham Ratzersborser auch eine. Sonst gab'S noch manch' holde Jungfrau verschieben» Confefsion. Eines Abenbs sagte Corporal Venbramin fchmunzelnb: — ,.D». gehen zu ber Jub inauf unb olen mir ein Cigarro; sagen Du: für bie Caporai Amelio; verstehen Sie?" Natürlich verstaub ich. wenn er auch wie alle Italiener, welche Deutsch lernen, baS „h* bort wegließ wo es hingehörte unb bort hinsetzte B) Ausgaben: 1. An Prämien: ») für Pferd«...........fl. 400- b) für Borstenvieh.........„ 125 — c) für landw. Produkte........ 65 — 2. Retsgpefen.............„ 4680 8. für Postpotti, Telegramme. Asstchen ,c. . > 376S 4. für Inserate .............. 24.89 5. für die Dekorirung de« Au»stellung«platze« und de« Jnnenraume«........ 177-36 6. für Stempelgebühren.........„ 617 7. für Baukosten............. 775 98 8. Entlohnung für die Bewachung und Auf- ficht «Aufseher und Feuerwehr). . . . „ 148 52 9. Musitau«lagen............„ 622-— 10. Räuniung de* Au«stellung»gedüudeS und Wiederherstellung in den früheren Zustand „ 128 71 11. Feuer-Bersicherung........... 32 7? 12. Drucksotten, Plakate. Divlome.....„ 196 99 13. Ausstellung von Weinstellazen.....„ 25 — 14. Diverse AuKlagen..........„ 47-02 15. An Vorschüben............110 66 16. Überschuß............. . « - 68 Zusammen st. 2965-46 Dass die Regioiial-AuSstellung trotz aller Animosität, welche derselben schon von vorueherein entgegengebracht worden war und trotz der Unter-strömuugeu, gegen welche sachliche Grünbe meist vergeblich waren, kein Deficit aufweist, ist ber nicht gewöhnlichen Thatkraft ber Leitung zu bansen unb betn Zusammenwirken von Faktoren, bie mit Selbstverläugnung einem Unternehmen bienten, obgleich sie von vorueherein wußten, bafs sie für ihre Mühe wenig Dank ernten würde», nur weil dieses Unternehme» geeignet erschien, diejenigen eines Besseren zu belehren, die ein Interesse daran haben, die land« und volkswirtschaftlichen Verhältnisse deS Bezirke« stet« grau in grau zu male» uub bie land- u»b weinbantreibenbe Bevölkerung gerabe biefes Bezirkes, als eine jeber Anstrengung auS bem Wege gehende, zu verrufen. Berufene Faktoren, bereu Urtheil wohl als maßgebenb anerkannt werben muss, haben daS stetige Fortschreiten unb inSbesonbere bie Riesen-anstreiigulige» ber Weinbautreibenben, im Kampfe gegen be» zähesten uub unfaßbarsten Feind der Weincultur im Bezirke, mit Staunen constatirt und den Resultaten dieser energische» Selbsthilfe alles Lob gezollt. Hätte die Pcttauer Regional-AnSstellung auch weiter nichts erreicht, sie hätte schon damit ihre Aufgabe vollständig erfüllt. Theater Dienstag de» 19. November. „Die Sch»>etterli»gSschlacht". SensationS-Comodie in 4 Akten vouH. Sudermann, stand am Theaterzettel. Sensation? — nein. Cornödie? wo eS nicht nöthig war. Er gab mir zwei Kreuzer mit. Ich gieng zu Abraham RatzcrS-dorser, den» der hatte bei seiner Krämerei auch den Tabakverschleiß. Im Laden stand die dicke Ehehälfte deS Krämers nnd zertheilte roten und weiße» Zwirn in kleine Strähnchen, die wir mit einem Kreuzer bezahlen mußten, obwohl sie keinen halben Kreuzer wert waren. „Was schaffen Sie .Herr Soldat?" — frug sie freundlich uub ich sah. dass sie eine ganz hübsche Frau gewesen wäre, wenn sie um eine Elle weniger Brustumfang gehabt hätte. „EineZigarrefürCorporalAmelio," verlangte ich. Sie fah mich einen Augenblick burchbringenb an. — „Sinb Sie bei ber alten Henzer im Quartier?" — frug sie etwas zögernd. — „Ja-wohl. AnnaHenzerNuminer 34," —antwortete ich. — „Sagen Sie, schlaft der Herr Kapral — mit Ihnen beisammen?" — frug sie noch leiser. „Ja. er im Bette, ich auf der Erde" Noch einmal sah sie mich an, diesmal lächelnd, nahm fünf Virginierzigarren aus dem Kistchen, wickelte vier davon in ein Papier, auf welches sie die Zahl 10 schrieb und unterstrich, und die fünfte übergab sie mir mit den Worten: „Die im Papier gehören dem Herrn Kapral." — Ich falutirte und gieng. (ftottfetuitg folgt.) — ja. Und was für ein?. Vier lange Akte hindurch müssen sich die Darsteller plagen, um dem Publikum begreiflich zu machen, das« da« soziale Elend nicht blo« die ^untersten" Vvlks-schichten drückt, fondern auch in den Mittelstand hineinreicht nnd sich dort zwar nicht in Lumpen, wohl aber in Fetzen glänzenden Flitter« bullt. Hätte die StelierinspectorS-Witwe ihr Herz anstatt zum Schlüsse de« 4. Akte« gleich im ersten Akte au«gkschüttet, fo wäre jedenfalls ihre nachfolgende Handlungsweife dem Znseher halbweg« begreiflich und er würde eS möglicherweise entschuldigen, das« sie, !venn auch ein wenig verschämt, aber doch kuppelt. Kaum begreiflich ist e«, das« eine junge Witwe wie die „Elsa, verwitwete Frau Schmidt" nicht wissen sollte, wie man Männer sängt, da e« ihre ledige jüngere Schwester „Laura" doch schon weiß und uiibegreiflich ist'«, wie eine Mutter die jüngste und unschuldigste ihrer drei Töchter dazu verleitet, der ältesten Schwester, einer jungen Witwe, notabene einen Bräutigam betrügen zu helfen, den ihr hinwieder ihr eigener Liebhaber verkuppelt hatte. In einer Novelle mit sozia-listifchem Hintergründe würde sich diefe HaiidlungS» weife möglicherweise so schildern lassen, dass sie plausibel erscheint; auf der Bühne wirkt sie höchsten« bei dem gedankenlose» Thcatermob mit und ohne Glacehandschuhen in Großstädten, erheiternd Auf Theaterbesucher, die da« Denken noch nicht verlernt haben, wirkt blo« der seltsame Titel, den der Geschäftsreisende „Keßler" erfunden hat. er-heiternd. Wenn die Berliner irgend einen Witz darin finden, das« ein junge« Mädchen, welche« mit ihrer kunstfertigen Hand den größten Theil der ErhaltungSkosten für eine Familie verdient, nebenbei eine gut erzogene und nach der Ver-ficherung der eigenen Mutter auch gebildete Beamten«tochter ist. von aller Welt „Schaf" titulirt und vom „Onkel" (wie er dazu kommt Rosi's Onkel zu fein ist auch dunkel) gar „Bestie" geheißen wird, — fo fei ihnen diese« Vergnügen vom Herzen gegönnt. Und wenn ein Millionär, auch ein solcher wie dieser Millionärkrämer oder Krämermillionär .Winkelmann", seinen leiblichen Sohn vor Fremden wie einen von der Straße aufgelesenen, stupiden Balg behandelt und vor demselben besten todte Mutter »nd eigene Frau beschimpft, so mag da« wieder in Spree-Athen goutirt werden; im alten Athen, wo eS der Ehe-wistigkeiten auch eine schwere Menge gab. hätte ein Dichter eine solch« Szene auf die Bühne zu bringen gewagt. Gefpielt wurde sehr gut und war besonder« der „Keßler" des Herrn Arthur eine vorzügliche Leistung. Ein Schauspieler, der bei solch' einer Rolle, die geradezu zu Übertreibungen heraus-fordert, nicht über die Schnur haut, ist sicher ein sehr guter Schauspieler. Fräulein Helfon war al« „Naiv«" wieder in ihrem Element. Beide beherrschen zudem ganz ausgezeichnet die Kunst ein«r ihrer Rolle ent« sprechenden Mimik. Btide wurden auch bei offener Szene durch lauten Beifall ausgezeichnet. Immer Tüchtige« leistet daS Ehepaar Saldern und zwar in jeder Rolle. B/„. Werden fünf Nummern gezogen, so ist die Gewinnchance »/„ oder '/„. Für den Spieler ist demnach nur ein Fall, für die Cassa 17 Fälle günstig, wes-halb dieselbe eigentlich dem gewinnenden Spieler außer seinen» Einsätze noch da« Siebzehnfache, bei einem bestimmten AuSzuge da« 90-fadje vergüten müsste. In Wirklichkeit aber wird für den unbe-stimmten einfachen Auszug nur das >4-, für den bestimmten da« 57-fache gezahlt. In derselben Weise ergeben sich die Gewinne für die Ambe», Ternen ic. Aus 90 Zahlen lassen sich nach der Kombinationslehre 4005 verschiedene Amben, 117,460 Ternen und 2.555,190 Quarternen und 43.949,268 Ouinternen zusammenstellen. Da nun in den gezogenen 5 Nummern 10 Amben, 19 Ternen, 5 Quaternen. und eine Ouinterne ent-hallen sind, so müssten die von der Lotteriekaffa ausgesetzten Gewinne, ausschließlich des Einsatzes, für eine Ambe das 400'/,-fache, für eine Terne das 11,748-sache, für eine Ouaterne da« 511,038-sacke und für eine Ouinterne das 43.949,268-fache betragen. Statt dessen aber gewähren die Lottokassen für Amben, Ternen und Quaternen je nur rund das 250-, 5000- und 64,000-fache, während die Besetzung deS Ouinterne nicht gestattet ist. Zudem behält sich bekanntlich die Lottokasse für den Fall der Überhäufung eine Beschränkung vor. Die Gesammtheit der Spieler kann demnach im Durchschnitt nicht gewinnen, die Cassa nie verlieren. Schließlich sei constatitt, das« große Summen im kleinen Lotto überhaupt nicht gewonnen werden können. Auch ich halte die Classenlotterie ei« einen vorzüglichen Ersatz des kleinen Lotto und proponire deshalb — damit wir über diese Institution voll-ständig klar seien, — uns an den Generaldebiteur der ungarischen Klaffenlotterie Carl Heintze in Budapest um einen genauen Spielplan dieser Lotterie, die sich bereits in Ungarn so sehr bewährt hat, zu wenden. Varl Muhr, (£inj.) Obstbäume, Zwerg- und Hochstämme der edelste« Aepfel-sorten, Zwctschken und Quitten, sowie amerikanisier Schnitt- und IDurfrireben werden sehr billig abgegeben. Auch ist eine 5-jährige fehlerfreie Fuchs-Stute zu verkaufen bei Jos. Kravagna, Pettau. rangen Sie keine Hatten u. Mäuse, l sondern vernichten Sie dieselben mil SS" v. Koppe's HEEOLIN. Unschädlich für Menschen und Hausthiere. In Dosen & 50 kr. und 90 kr. erUültlich. Hauptdepot bei J. Grolich in Brslnn. D.lt... H. «»Iltor, Apothokor. rclldU, Kaufmann. Laubsäge I Warenhaus •goiiPeiikan VII. Siebensiem£24 IWien. Prtitbuchgrytu. WiMV — 5 — Gegründet 1874. Jos. 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UntbcrtTolfrn MI mein«, I» bet t*ajut «eil entsannt ftfMflbf ^uftria-tfollrrtion kr|trt«ik lirf 15 »»AtMOra Cchmuld, welch«« Mm echte» «ulk nicht »» iirtf[k,lan» «er!lere» sann. 1 Mm Q»l< Mt 1 6t ■■MOfttttMUS»'*. OoldIrmit,; U<£t hädsch» OwMatrockHSi«!; 8üt den tlchtljri «in« kltfn «emontoir Uhr ich ew» t-Jikrta« toMfttlcIM Sarutto. Mt PtaurUtts; ||| l FiiÄr ■rrNttotffk, ct tmlt.; I Pstsat-tal(MtrsM»-Ka*ff; t kochtet«« ; . ________ WU liefe 10 pracht»»Iea SchnnickgegeustSade z»sa»«e» «it , I— >«r A«a: Alfred FISCHER, Wien I., Adlergasse Nr. 12. irsl für die g«»»ng»Id,llhr; 1 Tu»»d Umg«bu»»! Josef Kasimir in Pettau Druck und Verlag: 49, Blanke. Pettau.