C1NZCLPRC1S: woctientafs 10 Rpt Samstftg-SonnUg 15 Rpt lonnirgtr öniung Amtliches Organ des Verlag und Schrlftleitune: Marburg a. d. Drau, Badgasse Nr. 6, Fernrut; 25-67, 25^8, 25-09. — Ab 18 Ohr (6 Uhr abends) Ist die Schriftleitung nur auf Fernruf Nr. 28-67 erreichbar. — Unverlangte Zuschriften werden nicht rückcesandt. — Bei Anfragen Rückporto beilegen. — Postscheckkonto Wien Nr. 54.608. Steirischen Heimatbundes trscheint wöchentlich sechsmal als Morgenzeitung (mit Ausnahme der Sonn- u. Feiertage). Bezugsp-eis (im voraus zahlbar) monatlich KM 2.10 einschl. Zustellgebühr; bei Lieferung im Streifband zuzüglich Forte; bei Abholen in der (Je-schäftsstelle RM 2,—. — Anzeigen- und Bezugsbestellungen m der Verwaltung. Tir. 234 Oltarburg a. ö. 3)rau, Srtitag. lo. @eptemt>er i94i 81.3al)r8ang der Ukraine unaufhaHsam vorwärts Vernichtende Angriffe der deutschen Luftwaffe auf sowjetische Transporter und Kriegsschiffe Schneliboete versenkten aus britischem Geieitzug vier Schiffe mit 25.000 brt Erfolgreiciie Kämpfe um Leningrad An d«r Kanalkütt« 18 Briten abg«schofsen Aua dem Führerhauptquartier, 18. September Du Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt; In der Ukraine schreiten die Angriffsoperatlonen ostwärts des Dnjepr unau!-haltsam fort. »Die amerikanische Delegation für de Moskauer Konferenz ist zu emem Zeit_ punkt in England eingetroffen, da ciie Nachrichten von der Ostfront euischei-Im Kampf um die Befestigungsanlagen von Leningrad wurden starke Erfolge |tiende Ereignisse anzukündigen scheinen IPcr wem? Londoner und Washingtoner Versprechungen mit Hindernissen erzielt. Teile einer einzigen Infanteriedivision erstürmten allein 119 Bunker. Im Seegebiet der Krim, vor der Insel Oesel, im Ladoga-See, an der Mündung des Wolchow und im Weißen Meer versenkte die Luftwaffe drei Transporter mit zusammen 3000 brt und traf 16 weitere Schiffe so schwer, daß mit dem Verlust eines großen Teiles auch dieses Schiffsraumes gerechnet werden kann. Außerdem wurden ein Zerstörer, zwei Unterseeboote und vier Schnellboote der Sowjets vernichtet. Schnellboote griffen vor der englischen In einem Abschnitt haben die vorgehenden deutschen Tmpiien den Bolsche-wisten In den Känvpfen der letzten Tage schwere Verluste an Menschen un^J Material zugefÜKt. So verloren die Sow-}ets allein am In. September nach bisherigen Feststellungen über 3000 Gefangene, 11 Panzerkamplwagen und 2.1 Qe- p*" schütze. ''' Küste einen durch Zerstörer und Bcwa eher stark geschützten britischen Geieitzug an und versenkten trotz starker Abwehr vier feindliche Handelsschiffe mit zusammen 25.000 brt. Nach erfolgreichem Gefecht mit britischen Zerstörern kehrten alle Eloote unbeschädigt zurück. Bei den Faroer-Inseln wurde ein großes Handelsschiff durch Flugzeuge, die zu bewaffneter Seeaufklärung eingesetzt waren, im Tiefangriff schwer-beschädigt. Kampfflugzeuge bombardierten in der vergangenen Nacht Hafenanlagen in Südostengland. Bei Versuchen, am gestrigen Tage die besetzten Gebiete am Kanal anzugreifen, verlor die britische Luftwaffe 18 Flugzeuge, davon 15 in Luftkämpfen, drei durch Flakartillerie. Drei eigene Flugzeuge werden vermißt. Eine geringe Zahl britischer Bomber führte in der letzten Nacht Slörangriffe auf Südwestdeutschland durch. Vormarscli oslwarlsilesDnIepr Berlin, 18. Seiptcinber Truppen des deutschen Heeres warfen auch am 16. September die Sowlets ostwärts des Dniepr und setzten Ihr Vorgehen nach Osten fort. In den erfoglrel-clien Kämpfen wurden auch an di^em Tage zahlreiche Gefangene gemscht. 18 Deutsche Kampfflugzeuge griffen in sowjetische Patizerspühwa^n, 26 Zug- zum 17. September mit gu-^em Wenn die ueutschc Bedrohung Len n. grad'^, Kiews un^l des Donezbecl^ens sich mit der jj[ieichen Schnelligkeit wie in der vergangenen Woche weiter entwicke't, könnten sich für die Moskauer Konferenz völlig veränderte Grundlagen ergeben, ehe Harriman und Beaverbrook überhaupt in oer Sowjcthnuntstadt eintreffen.« Zu dieser zicnilicli klaren Kennzeichnung der Lage wäre nichts Besonderes festziisteMen. wenn sie nicht ausgerecii-np( aus England stammte. Es ist nämlTh der Londoner Korrespondent der amerL kan'schen Kachrichtena.nentur United 1 Press, der mit oiesen Sfitzen einsichts-1 voll d'e Kümpfe im Osten und '^'e Mttg- land durch einen Stellungskrieg für mög, liehst lange Zeit im Osten gebunden. Di« amerikanische Delegation unter Harri-tnan und oie eben namentlich festgelegte britische Delegation unter Lord Beaver. Sowjetische Kamploruppe an der : [ichtfiten /ler yorheroitetcn Moskauer linnicflhnn Dunni ninnnonhtnocnn Konferenz kennze'chnet. Nun hat e>5 sich linniscnen Front einflescniossen schon mehr als einmal in d esem Kriege Berlin, 18. September erw'esep, daß englische Einsicht immer An der finnischen Front erzielten die der Beweis für eine äußerst prekHre Lnge verbündeten deutschen und finnischen' Entriands ist. Truppen weitere Geländegewinne. Eine | Es wäre oberflächlich, wollte man an. sowjetische Kampfgruppe wuide einge, nehmen, dnR oie EnirUlnder un 1 Ameri-schlossen und steht vor Ihrer Vernich- kaner es mit ihrer Unterstii'ziini: für d e tung. In diesen Kämpfen wurden mehrere Sowjets n'rht ernst genug nehmen. In sowjetische PanzerkRmpfwajen, 20 Oe- London weiß mnn mir /n put. diß joder schütze, 200 Lastkraftwagen und 500 an. Schlag gerben die Sowjetimion m't sci-dere Fahrzeuge erl>eutet oder vernichtet, nen Ai5?w!rkun"-cn imd Eol'jcnijirjcn Mehrere hundert Gefangene wurden ein- sfichlich auch d-^c brltiic''n Emn'rp tr'fft. gebracht. Gnr zu gerne sJIhe m<*>n daher r*eut^rh- iiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiii Vom Sciiwarzmeer bis zum Eismeer An dor ganzen Ostfront Vernichtungsschläge unserer Luftwaffe Berlin, 18. September, [spannte Fahrzeuge veinchtet und zahl maschlnen und 25 Lastkraftwagen wur den vernichtet oder erbeutet. Durch Artilleriebeschuß wurden auf dem Dn)epr drei sow)etlsche Monitore versenkt. Ein sowjetisches Bombenflugzeug, das s>lch den deutschen Truppen näherte, wurde durch Inlatiteriewaffen abgeschossen. Erfolgreiche Kämpfe führten die Truppen eines deutschen Armeekorps trotz stellenweise äußerst schwierigen Geländes durch. Im Nachstoß gegen die zu Erfolg kriegswichtige Anlagen und militärische Ziele in der Südukraine an. Die Anlagen mehrerer Häfen an der Kus.e des Asowscheii Meeres wurden eriolg-reich t)ombardiert. In den einzelnen Hafenteilen konnten starke Brände beobachtet werden, die sich rasch ausdehnten, Die Schäden, d e durch diese Angriffe den Sowjets zugefügt wurden, sind sehr erheblich. Femer wurden wiederum erfolgreich reiche andere Fahrzeuge schwer beschädigt. Eiei allen diesen Angriffen erlltJen die Bolschewisten schwere blutige Verluste Das Eiciienlaub für Oberleufnanl Nordsnann Berlin, 18. Septembet. Der Führer und Obeiste Be»elilshat)er der Wehrmacht hat dem Ot)erIeutnant Nordmann in einem Jagdgeschwader das Eichenlaub zum RiLierkreitz des Eisernen Kreuzes mit folgendem Telegramm verliehen: »In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampf um die Zu« kunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen anläßlich Ihres 59. Luftsieges als 35. Offizier de*- deutschen Wehrmacht das F.i-cl.entaub zum Riiterkreutz des Eisernen Kreuzes. Gez. Adolf Hitler.« brook werden also siclicrlicli mit der Absicht nacli Moskau faUren, den lupi ini Osten üiuy,! chst lani;c am Kochen zu halten. Den huiulertprozentigen Beweis für (.Üc ganze Hrobiematik der Sowjeiunter-stützun^; erbrachte erbt jetzt vvieder der amtliche englische Lui sachverMänüige und Kriegäkonunentator Oliver Stewart, als er dem eiigli'^chen Volk Aufschluß über die angeblieh Alo-^kau /-ur Venu, gung gestellten küminerl clien 36 britischen Mugzcuge gab. Lr g ng dabei von der Feststellung aus, daß in der engli, 'Chen Fliegerei weniger Einheitlichke't \orhandon sei, als in der dt.'Utschen Luflwafie. Die Talsache, aaß England eine grüße:e Anzahl vera-liiedener Flug-zcuglypen gebrauche, stelle sich jeizt als ein Nachteil heraus. So konnten d e Sowjets den br^t -chen Fliegern nur dif^ Flugp'.citze zur Verfügung stellen. Aber sc bst Bomben und Munition müßt.>n von England geliefert werden, und es sei so_ Im mittleren Frontabschnitt nahm die gar mughch, daß auch ein besonderer Luftwaffe zahlreiche Bahnhöfe r.tud Ei^on-I Brennstoff e'gcns flir ciiese engischen bahnlinlen im Rücken der Rolschewisten j Flugzeuge nach der Sowietunion trans-zum Ziel ihrer Bombennagriffe. Mehrere j portiert vverdjn müsse. Oliver Stewart Meer angegriffen. In der Nähe der Küste wurde ein bolschewistischer Transporter von 10.000 brt versenkt. Ein weiterer Transportdampfer von 6000 brt blieb nach schweren Bombentreffern beschä- ruckwelchenden bolschewistischen Ver- jo^jgtjsche Schiffsziele im Schwärzen bände warfen die deutschen Truppen -- ...........- Klärkere sowjetische Nachhuten, zu deren Verstärkung die Sowjets Panzer-Kampfwagen eingesetzt hatten. Hinter iiusgedehnlen Minenleldcrn zogen sich die Bolschewisten auf ein Sumpfgelände' zurück. Schnell vorgezogene Pioniere 1 * , bahnten den deutschen Truppen jedoch'« im f^ufo des 17 einen W«k durch die Minenfelder «nd, Stad« Odessa erniöKlIchien Ihnen das Eindringen In das, ^ tHnifrr^irh hmtihnrdiert Zahl- Sumplj'e'ände und zwangen sie zu wel tercm Rückzug. In den fnln:enden Kämp Im Raum ostwärts des Dnjestr richte- len dieses Tages-wurden 1000 üolanxene len sich wuchtigo Ancr.ffe ßejen zahlreiche motorisierte Lolonnen und Trup- Nachschubstrecken der Sowjets wurden an verscheidenen Stellen unierbrochen. Durch e'nen kühn geflogenen Tiefangriff wurde ein mit Brenn^to^ bcladener Zug zur Explosion gebracht. Elnze'ne Wa^en wurden vollständig zeriissen, die übrigen entgleisten und brannten aus. Im nördlichen Eismeer griffen am 16. SeptetTibar deutsche Kampf Plugzeuj^ wieder sowjetische Schlffsriele mit guter Wirkung an. Ostwflrts der fnsel Kola wurde ein Zerstörer durch einen Bombentreffer auf das Heck schwer t)C8chJl-digt. Bei den Operationen in diesem Küsten- und Secreblet wurden auch mehrere sowjätische Truppenansammliwigen mit Bomben und Bordwaffen angegriffen. Bei ausgedehnten Flüqfcn üb-jr dem nördlichsten Teil der Ostfront sichteten deuische Knmnffl.-iczeufte am 17. Sep führte weiter die Notweml g'pf fcindliiche Panzer, die bis an den Turm in die Erde eingegraben waren, und reiben die Werkbesatzungen, die sich mit dem Mut der Verzweiflung wehrten, auf. Fast fünf Stunden dauerte der Kampf, an dem alle Waffen ruhmvollen Anteil hatten, dann war die Bresche geschlagen. Noch am selben Tage wurde der deutsche Einbruchskeil weiter in den Feind hineingetrieben. Es gab keine Atempause für den überraschten imd verwirrten Gegner. Am frühen Morgen des nächsten Tages zo- Von Kriexsberkhter Bert Nästele gen schon wieder die Geschwader der Stukas und Kampfflugzeuge hinüber, luden, ungeachtet der feindlichen Flak und Jagdgeschwader, ihre Bombenlasten über den zweiten Befestigungsiring ab. Die Artillerie legte ilir Feuer auf die erkannten Stellungen nnd hämmerte sie mürbe. In ständigen Kämpfen gewannen die stürmenden deiftsciien Bataillone Raum... Am Abend des zweiten Angriffstages wurde auch der innere Verteidigungsgürtel durchbrochen. Bei strahlendem Sonnenschein stehen wir am nächsten Morgen auf dem höchsten Punkt eines der Berge. Uni die Höhe rechts wird noch gekänrpft. Unsere Panzer und Schützenpanzerwagen schieben sich den kahlen Hang hinauf, die Artillerie räuchert in direktem Schuß den auf der linken Hälfte des Kammes eingegrabenen Feind aus. Dort, wo jetzt die bolschewistischen Gräben sind, stand einst der Kaiser aller Russen inmitten sehier Generalität und sah den Frülijahrs-manövern seiner Truppen zu. Welch eine Zeit zwischen damals und heute. Links weitet sich das Land, der Blick schweift frei, endlich einmal ohne durcli endlose Wälder aufgehalten zu werden, nach Norden, und dort, dort liegt Leningrad. Gewaltig dehnt sich die Stadt. Die ffroßen Wohnblöcke leuchten in der Sonne, die Schlote der Fabriken am Newa-Ufer rauchen, und darüber hebt sich aus dem Dunst die riesige Kupel der Isaak-Katliedraie. Noch weiter hu Nordosten schimmert «die See, dazwischen qualmt winzig klein ein Kriegsschiff und droht ein bunter Fleck: die Insel Kotlin mit der Festung Kronstadt. Ob all die vielen hunderttausend Mensclien. die dort in den Hänscrn leben, wohl ahnen, wie nahe wir ihnen sind? DaU nur noch knaiP'P 29 Kilometer uns von ihnen trennen V Der Anlilick, der sich von der beherrschenden Höhe aus bietet, ist überwältigend. Das Ziel aller Soldaten unserer Panzergruppe, der Lohn für viele Wochen härtesten Ringens, liegt fast grcif-l>ar vor uns. Was kümmert es uns, daß die Gescliützc des Gegners wieder zu sprechen anfangen, was macht es. daß sich die Bolschewiken in starken Befestigungen verschanzt iiaben? Es wird weiter angegriffen, ungestümer noch als vorher. Kaum zu bändigen ist der Vorwärtsdrang unserer Soldaten, denn hinter den Sprengwolken der Ar-tillerieeinsclilägc, die jetzt den Horizont zu verfinstern beginnen, winken die Türme von Leningrad, scliiiiinicrt das stählerne Blau des Finnischen Meerbusens bis zu uns herüber. Der hOcbsfe finnische Orden llr Generaiolwrsl von FalkenhorsI Helsinki, 18. September Der finnische Staatspräsident hat dem Befehlshaber der deutschen Truppen in Finnland, Generaloberst Nikolaus von Falkenhorst, den höchsten finnischen Orden, das Großkreuz von Finnlands weißer Rose mit Schwertern, verliehen. Diese Auszeichnung wurde Generaloberst Falkenhorst mit einem persönlichen Handschreiben des Präsidenten durch General Oesterman überbracht. IfalienisclKs Il-Bool versenkt feindlldies Handeissciiilf Britisch« Ansriffe an der Tobruk-Front abKO wiesen Rom, 18. September Der italienische Wehrmachtbericht vom Donnerstag hat folgenden Wortlaut: Das Hauptquartier der WelHmaclu gibt bekannt: In der Cyrenaika wurden Angriffe feindlicher Einheiten an der Front von Tobruk abgewiesen. Deutsche Flugzeuge bvMubardierten Tobruk, wobei Kraftwagen und Unlerkunitsgebäudc getroffeu wurden. Auch in der Nacht zum 17. September erfolgten Luftangriifc auf Tripolis und Bcngasii. Einige Opfer, geringe Schäden. Die Bevölkerung dieser beiden Städte, die den Angriffen der britischen Luftwaffe in besonderem Maße ausgesetzt sind, zeichnet sich durch ruliige und starke Haltung aus. ^ Auf den verschiedenen Abschnitten des Kampfgebietes von Gondar Tätigkeit unserer vorgeschobenen Einheiten und der Artillerie. Feindliche Flugzeuge griffen unsere Stelliuigen bei Uolchcfit an. Eines von ihnen wurde von unserer Bodenab-welir abgeschossen. Englische F'lugzeuge griffen gestern den Ort Licata in der Provinz Agrigento mit Bcmibeii und Mascliinengcwehrfcucr an, wodurcli unter der Bevölkerung etwa zehn Personen verletzt und unerheblicher Sachschaden angerichtet wurden. Lines unserer auf I\ilirt befindlichen Handelsschiffe schoß ein feindliches Flugzeug brennend ab. Eni U-Boot unter dem Befehl des Korvettenkapitäns Envilio Berengan versenkte im Mittehneer durch Gescliütz-feuer ein feindliches mit Kraftfahrzeugen beladcnes ,?lHK)-Tonncn-Handelsscliiff. Höllenmaschine zerstört den Schangbaier Sender S c h a n ^ h a i, 17. September. Eine IIölkMimaschine cxplodierle am Dienstag im Gepäikraiim des Cafhay Hotels. Der Raum liegt im ersten Stock s.li's Holeis, wo auch ilas »International Kadiü Office« untergebracht ist. Da der nepilckraum deni Senderaum unni'ttelbar gegcnüberliey:t, zerstörte die Explosion die Apparaturen, so daß die Station außer Betrieb gesetzt wurde. Pfliclit aller Völker der Welt trDer Bolsciiewismus muss augerottet werden" Ein Aufruf Dr. Sven Hedins Berlin, 18. September Dr. Sven Hedin erließ fosentien Auf-ruf gegen den Bolschewismus: »Über meine Einstellung zum Bolsche. wismus habe ich nie einen Zweifel offen gelassen. Er muß vernichtet werden. Für alle Kulturvölker, für'alle Nationen, die an Gott gauben, ist es eine lebenswichtige Mission, eine Weltanschauung auszurotten, deren Hauptziel es ist, die. kommunistischen Grundsätze über die ganze Erde zu verbreiten — die das ZkM verfolgt, durch eine fürchterliche Grausamkeit und blutige Weltrevolution die Vertreter der Intelligenz, der R'ldung, der Wissenschaft und a'es Goltesglaubens /u ermorden, so wie es in Rußland seihst nach der Revolution im November 1017 geschehen ist und geschieht. Es ist die unabwendbare Pflicht für alle Völker der Welt, sich ein für alle- j mal von dieser Drohung zu befreien. Für , Propheten wie Lenin, Trot/ki, Kanicnew, I Stalin und seine Anhänger hat die abendländische Ku'turwelt keine Verwendung. ist mehr als tragiscii, daß gewisse große V(")lker dies nicht einzusehen scheinen und sich in dem gigantischen Kampf zwischen Barbarei und Kultur, zwischen Hc»lschewismns und Christentum, zwi_ sehen Mörder lUKi' Kiilturmonschen auf die Seite der Barbaren stellen. Ich habe auf meinen vielen Reisen Rußland und den Bolschewisnius in allen Phasen kennengelernt. Ich weiß a'so, wovon ich spreche. Resoiulers auch die AilH'ijer imd liaiiern in aller Welt niü-sen sich, wenn sie nicht irregeleitet sind unil wenn sie ilen Kommunisniiis erkannt haben, fefzf ■/iisnmmenschließ-'n, um dieses OIh'I zu bekämpfen innl für alle Z.'iten zn ver-nicliten. Ich habe schon friiher ges:igt nnd wiederhoV« es immer wi'eiler: Der Kolsfhewismii^ ist ein f^nijjTiick für die rnn/e Welt. Er muß au'^gerottet wer. den.« »Ganz allgemein gesehen - ernst« Engllsclier Pessimismus über die Lage d^r Sowjets Man liäit englische l^i fe für nutzlos Genf, IS. September. Mit der militärischen Lage im Osten befaßt sich in einer längeren Betrachtung der militärische Mitarbeiter des »Daily Telegraph«. Er bemerkt u. a., es wäre Unfug, wenn man sich dem verschließen wollte, daß die Lage der Sowjetunion nicht nur in bezug auf Leningrad, sondern ganz allgemein gesehen, ernst sei. Belagerte Städte, das beweise die Mili-tärgeschichte, fielen früher oder später doch. Schließe Woroschilovv seine Haupt-armee in Leningrad ein, dann entblöße er dnmit die nördliche Flanke der Armee Tiniüichonkos. l-ntsprechend auf Kiew angewandt, werde die südlfche Flanke der Armee Timoschenkos entblößt sowie Budjenny größere Truppenmengen in de Stadt Kiew zusammenziehen, die Gefahr laufe, nun von 'den Deutschen eingeschlossen zu werden. In seiner weiteren Betrachtung erklärt der Korrespondent dann, allmählich wirke es sich schädlich für England aus, daß man von 'einer immer gritßeren Hilfeleistung an die Bolschewisten spreche. Es gebe Menschen in England, die eine größere Hilfe an die Sowjets verlangten, aber gleichzeitig auch ein englisches I.andungsmanöver in Westdciiropa. Es sei aber unmöglich, diese be'den Aktionen zugleich auszuführen. Zum anderen Iiabe es aber auch keinen Zweck, d»Mi Sowjets auf Kosten der eigenen engli- schen Verteidigung Vorteile zn gewähren. Der Transport von Kriegsmaterlnl aus ^England nach der Sowjetunion begegne ^außerdem großen Schw ierigkeiten. Es könne deshalb sehr gut möglich sein, daß all das, was Großliritaimien tatsäciilich schicke, weder den Sowjets noch den l:ngländern zum Niityien gereiche. England verliere vlieses Material, und die Sowjets erhielten es vielleicht nie. Man kiinne nicht das Zeit- und Raunimomeni völlig ignorieren. Neuer feiner Ülierfall britischer Flieger Dänischer Fischkutter versenkt Kopenhagen, IS. September. Einem der sich ständig wiederholende-englischen' Fliegerüherfälle auf" dänische Hisclier, die ihrem friedliclien Gewerbe in der Nordsee obliegen, ist 'dieser Tage der Kutter »Stjernen« aus Esbjerg zuni Opfer gefallen. Der Kutter, der von mehreren englischen Flugzeugen angcgriifen wurde, wurde von einer lier abgeworfenen Bomben so hart getroffen, daß er binnen kurzem sank. Der Führer iles Bootes wurde getötet und ein Mann der Besatzung schwer verletzt, während die beiden anileren ohne Schaden davonkamen. A\it der Leiche des Kapitäns wurde die Besatzung des gesunke.ien Kutters vom Kutter ,»Lyt'.gv:g<.-; in ICsbjerg an Land gesetzt. Roosevetts ..Kriegsgründe*' nicht anerhannl USA-Abgeordneter weist die Täuschuti-]i^n des Prä>identen zurück Ncwyork. 18. September In cipcni Presseinterview bcschidüigt ein Abgeordneter R^wsevelt des Versuchs, einem künstlichen Kriegsgrund zu konstruieren. Rooscvelt habe in der letzten Rundfunkrede die USA-Öffentlichkeit betTogen, als er von vcrseiikteii Schiffen ges.prochen habe, die unter der Flagge Panamas gesegelt seien. Die IJSA-Rcgierung trage keincrle-Verantwf>rtung für die Scliiffe anderer Regierungen.' die unter deren Flagge fahren, so heißt es weiter. Wenn diese Schiffc weggegeben würden, nur um da'> Neutralitätsgesetz zu umgehen, trügen die Vereinigten Staaten für sie keine Verantwortung mehr, f^oosevelt versuche aber, eine Kriegsursaclie aufzuhauen durch die Beliauptung, die Vereinigten Staaten seien für die versenkten Panamaschiffe verantwortlich. Er. so erklärte dc'r Abgefn-dncte. werde dem KongreC. in nalier Zukunft den Antrag auf Kriegserklärung stellen. Die Ah-stimiiuing würde dann eine überwillti-gende r)ppositi'nn gegen die amerMuini-sche Kriegserklärung demonstrieren. Der hflclisle Sfeuerefa! *n (erkauh N c w V o r k. IS. September Wie Associated Prell meldet, berichtet die Londoner Zeitung »Evcniiig Standard« über die Aufdeckung \on riesenhaften Schiebungen. Groüe .Wengen von Lebcusmtttelrescrven. die für die Bevölkerung bereit gcstelii waren, sollen unter der Hand verkauft wo'-den sein. Das Londoner Blatt spricht von vielen Hundert Tonnen und weit über lO.nno Kisten hochwertiger Lebensmittel, die auf diese \\'eise verschwunden seien. Das Ernährungsinmisteriuin habe den Tatbestatid zugegeben und die strafrechtliche Verfolgung der bekannten Täter zugesagt. Pharaonen-Schütze gestohlen Rom. 17. September Aus den Pan/.erkellern des ägyptischer Naticnial-Muscums in Kairo sind iiacl türkischen Meldungen mehrere Dutzem. Kilograiiim reines Gold und eine groll. Aii/ahl von Edeisteinen. die zu den dor aufbewalirteu 1 Miaraoiieii-Scit.'itzen gehörten. auf geheimnisvolle Weise gestohlen worden. Der Schaden wird au Millionen äg>'ptischer Ffiuid beziffert. Serte A »Marburger Zeltung« 19. September 1041 Nummer 234 Das Geburlsjahr des Flammenwerfers Es war im Sommer 1901, also vor vierzig Jahren, als der deutsche Ingenieur Fiedler aus Berlin bei Volksfesten in Bcrlin-Weißensee den höchst erstaunten Volksgenossen einen »brennenden See« zeigte und seine eigenartige Erfindung alsbald in der Voraussicht der Möglichkeit einer praktischen Verwendung der Militärbehörde zu diesem Zwecke anbot. I.'otztere erkannte den hohen Wert 'Jer Erfindung, nahm sich der Sache an und ließ sie systematisch bearbeiten. Nach fortgesetzter Verbesserung war man Ende 1912 so weit, daß da« neuartige Kampfgerät für den Festungskrieg geeignet erschien und bei dem »JPionier-Belagerungstrain« eingeführt wurde. Und doch 'dauerte es noch volle drei Jahre, bis -dieses Nahkampfmittel für alle Zwecke verwendbar war. Das Verdienst, den Flammenwerfer zur höchsten Vollendu.ng gebracht zu haben, gebührt dem scinerzeitigen Branddirektor von Leipzig, üem Hauptmann d. L. Red-deniann, der für diese gewiß nicht einfach zu handhabende Wa.ffe Spc2ial-niannschaften ausbildete, deren Leute durchweg Berufsfeuerwehren entnommen waren. Die Feuertaufe des Flammenwerfers fand am 26. Februar 1915 statt, als das hervorragende Kampfmittel zum ersten Male mit stärkstem Erfolg eingesetzt ^vurdc, und zwar im Bereiche der VI. Reserve-Division, als es galt, den hartnäk-kigen Widerstand des Franzmanns im Walde von Malaucourt, nordwestlich von Verdun, zu brechen. Gleich als wenn der Teufel hinter ihnen wäre, verließen die Franzmänner, Schwarze wie Weiße, ihre Gräben und Unterstände. Ja, wo diese Feuerspeier hinreichten, fraßen sie sich ein, einerlei, ob es sich um Holz, Eisen, Beton oder Stein handelte. Es brannte einfach alles, wo'bci sich ein unheimlicher schwarzer Rauch entwickelte, der allein schon auf den Gegner zumürbend wirkte. Was ist nun ein »Flammenwerfer«, dessen Zweck ja aus seinem Namen ohne ■weiteres hervorgeht? — Gar viele Leser werden in der Wochenschau der Kinos unsere Soldaten mit diesem unheimlichen Handwerkzeug haben hantieren sehen, denn im gegenwärtigen Krieg wird dieses unwiderstehliche Gerät ebenfalls verwendet. Die Beschreibung ist im Grunde genommen höchst Hjinfach, ohne daß dabei ein besonderes Geheimnis gelüftet zu werden braucht. Ein als Tornister eingerichteter, auf dem Pficken zu tragender Kessel enthält leicht brennbares öl. Aus dem Kessel führt ein Strahlrohr, durch welches der Brennstoff mit starker Gewalt gepreßt und nach erfolgter Entzündung als eine in kohlschwarzen Rauch gehüllte glühhe»ße Flamme geschleudert wird. Wo die Flammenwerfer gruppenweise verwendet werden .konnten, brach bei richtigem Ansatz jeder Widersta^nd unfehlbar zusammen, mochte es sich um j Blockhäuser, Betonunterstände — heute würde man Bunker sagen — oder andere feste Stiillungen handeln. Wo die Flammenwerfer nicht hinreichen konnten, z. B. in Höhlen, gewundene Stollen, verwendete man mit dem gleichen Kaniipfmittel gefüllte »Flammenbomben«, die brennend fortgeschleudert wurden und ebenfalls eine ausgezeichnete Wirkung hatten. Man wird dabei unwillkürlich an die schon vor Jahrhunderten bei den Chine- sen gebräuchlichen »Stlnk-Tö-pfe« erinnert. Sehr bezeichnend für uns*ere Gegner ist es, daß uns die Verwendung der Flammenwerfer zunächst als Verletzung des Völkerrechts vorgeworfen wurde, was aber die Heuchler nicht hinderte, alsbald ein ähnliches Kampfinstrument einzuführen. Hermann Kalbhenn. VOLK und KULTUR Meilensteine deutscher Geschichte Das Schicksal eines Volkes in einem Jahrtausend Auf der Dozententagung »Deutsches Kulturschaffen« in München, über die wir bereits berichteten, hielt Ministerialrat Dr. Ziegler einen grundlegenden Vortrag über »Epochen deutscher Geschichte in einem Jahrtausend«. In seinem Vortrag zeichnete der Redner das Typisch« des deutschen Geschicks. Durch Höhen und Tiefen gehend, verliert das deutsche Kulturschfafen dennoch nicht an Lebendigkeit und Fruchtbarkeit, verliert das deutsche Volk dennoch nicht an seiner Substanz. 919, das Jahr, in dem zujn ersten Male eine deutsche Zentralgewalt entstand, kann als das eigentliche Grundlegungs-jabr des ersten Deutschen Reiches angesehen werden. Die deutschen Stände werden vereinigt zum Reich. 955, unter Otto I., steht dies Reich erstmalig einig gegen einen gemeinsamen Feind. Und es wächst. 962 werden deutsches Königtum und römisches Kaisertum vereint. Die Epoche der Staufenkaiser endlich brin.et den Höhepunkt: das Reich wird zum großen Ordnungsfaktor in Europa. Hand in Hand damit geht die große Entwicklung der deutschen Kultur. 1238; Verfall und Interregnum. Eine Zeit, die in die Wirren der Religionskämipfe der Refor-mationszeit mündet und in das Unglück des 30-jährigen Krieges, aus dem Deutschland, soweit man davon als einer Einheit noch sprechen konnte, als ein Mosaik von 1800 »Souveränitäten« hervorging. Fast jahrhundertelang hat Deutschland unter den Folgen dieser Zersplitterung gelitten. Die glänzende Entwicklung des deutschen Geisteslebens allein war als Gegengewicht dazu zu werten. Erst 1806 wurde wieder etwas wie eine Erneuerung spürbar. Sie ward Tatsache und fand ihre Vollendung unter Bismarck 1871 in der Gründung des zweiten Reiches. Freilich, es war nur ein kleindeutsches Reich, es sollte auch nicht von Bestand sein; der Weltkrieg 1914/18 brachte seinen Untergang. Es war ein Sturz, aus dem kaum ein anderes Volk sich wieder erhoben hätte. Doch selbst aus dieser Tiefe tauchte Deutschland wieder empor. Das deutsche Volk hatte an Substanz nicht verloren. Es erwies sich stärker als sein Schicksal. Und schließlich erwuchs ihm aus seiner Mitte ein Führer, der es ungeahnt wieder zur Höhe führen sollte. Mit Adolf Hitler kam das Dritte Reich, kam die Vollendung der deutschen Geschichte, in der sich die alte, nie aufgegebene deutsche Sehnsucht nach dem Reich erfüllt sah. Und diesmal stieß es mitten hinein in die Vollkommenheit, da neben der Macht auch ein grandioser kultureller Aufschwung einherging. Kommunalausstellung „Die schöne Stadt" in Düsseldorf In Anwesenheit von Gauleiter Florian wurde in der Kunsthalle die unter der Schirmherrschaft des Gauleiters stehende «Ausstellung »Die schöne Stadt — ihre Entschandelung und Gestaltung« durch 'den Leiter des Gauamtes für Kommunalpolitik, Stadtrat Ebel, eröffnet. Sie wird veranstaltet voim Gauamt für Kommunalpo.litk in Verbindung mit dem Deutschen Heimatbiind und dem Reichs-innungsrverband des Malerhandwerks. Ihr Kernstück ist eine vom Deutschen Heimat-bun'd und dem Reichsinnungsverband des Malerhandwerks im Jahre 1937 aufgebaute Lehr- und Wanderschau, die nun in ihrer auf die niederrheinische und bergische Bauweise zugcschnittencn Form in Düsseldorf durch Ergänzung von Ent-schandelungsibeispielen von über 20! Städten und Landgemeinden zu einer umfassenden Schau vergrößert worden ist. I '+ Internationales Musikfest in Venedig. im Anschluß an die Internationale Film-Kunst-Ausstellung in Venedig ist das 7. Internationale Musikfest der Biennale eröffnet worden. Gestern Donnerstag wurde von deutschen Künstlern Mozarts »Entführung aus dem Serail« aufgeführt. + Bildhauer Georg Reiser gefallen. Das Selbstbildnis in der Großen Deutschen Kunstausstellung in München sollte das letzte Werk des jungen Bildhauers Georg Reiser bleiben, mit dessen Heldentod die Nürnberger Künstlerschaft eines ihrer fähigsten Nachwuchstalente verlor. Das grofJe Relief »Raubtierzwinger« des Nürnberger Tiergartens zeugte von stärkster Begabung. + Qeheimrat Karl Escherich 70 Jahre alt. Geheim rat Prof. Dr. Karl Escherich, der bekannte Zoologe und Forstwissenschaftler in München, wird am 18, September 70 Jahre alt. Sein SpezialStudium waren von jeher die Forstschädlinge, das ihn in der ganzen Welt bekannt gemacht hat. Auf seine Anregung ging auch die Bekämpfung von Forstschädlingen vom Flugzeug aus zurück. Die für die anderen Tiere des Waldes harmlosen Insektengifte, die über gefährdete Wälder ausgestreut wurden, haben der deutschen -I- Willy Forst dreht »Wiener Blut«. Willy Forst begann dieser Tage am Ro-senhügelgelände mit den Dreharbeiten zu seinem neuen Wien-Film »Wiener Blut«, dessen Handlung zur Zeit des Wiener Kongresses spielt. Das Drehbuch stammt von Ernst Marischka und Willy Forst. + Der kroatische Komponist jakov Ootovac hat seine Oper »Morana« neu bearbeitet. Das Agramer Staatstheater eröffnet mit der Aufführung dieser Neufassung seine Spielzeit. + Konzert der Agramer Philharmonie zu Ehren der Berliner Philharmoniker. Zu Ehren der Berliner Philharmoniker, die in Agram zu Gast weilen, veranstaltet die Agramer Philharmonie heute, Freitag, im kroatischen Staatstheater ein Symphoniekonzert kroatischer Komponisten. -f- Flämisch als zweite Unterrichts, spräche an der Universität Brüssel. Wie in Brüssel am Mittwoch bekanntgegeben wurde, hat sich der Verwaltungsrat der »Freien Universität Brüssel« entschlossen, vom nächstee Studienjahr ab neben dem Französischen das Flämische als Unterrichtssprache einzuführen. Diese Maßnahme stellt einen entscheidenden Schritt Im Streben des Flamentums auch nach kultureller Gleichberechtigung mit dem wallonischen Vol'ksteil dar. SCHACH Das Europa-Schachturnier Stoltz noch an der Spitze Die 12. Runde des Europa-Schachtur-niers in München schien eine weitere Überraschung zu bringen, als es dem Ungarn Füster gelang, den Weltmeister Aljechin in eine Verluststellung zu bringen. Aljechin konnte sich aber schließlich noch jn ein unentschiedenes Turm-encspiel retten. Richter besiegte Bogo-Ijubow nach einem Bauernopfer in glänzendem Angriffspiel. Stoltz hatte in der Eröffnung gegen Cortlever schwer zu kämpfen; er befreite sich aber durch elegante kombinatorische Wendungen und gewann. Auch der Schwede Lundin blieb gegen Lcepin siegreich, Kieninger meldete endlich wiecer einmal einen Sieg, sein Gegner Foltys geriet bereits in der Eröffnung in Schwierigkeiten. Opocen-sky-Nielsen und Rohacek-Rabar trennten sich unentschieden. Der Positionskampf Mroß-Rethy konnte noch nicht beendet werden. In den restlichen Hängepartien trennten sich Cortleyer und Mroß unentschieden. Bogoljubow gab seinen Vorteil gegen Stoltz nicht mehr aus und gewann sicher. Stand nach der 12. Runde: Stoltz 9Vi, Aljechin und Lundin je 9, Bogoljubow 7V8, Nielsen, Foltys und Richter je' 7, Rethy SV« (1), Füster, Rabar je 5Vj, Kieninger 5, Mroß 4Vi (1), Opocensky 4V2, Cortlever 4, Rohacek 2'/t, Leepirr 2 Punkte. DER BRENNENDE _SOMMER_ ROMAN VON DORA ELEONORE BEHREND (17. Fortsetzung) Er, Will, jedenfalls wird sich dabei verhalten wie ein älterer Mensch, der die Welt kennt. Solche Unternehmungen sind für kleine Mädels und jünglinge. Die mag das amüsieren. Nichtsdestoweniger hat Wfll sorgfältig Toilette gemacht und daibei eine einigermaßen auffallende Kleidung gewählt. Vermutlich außer acht gelassen, daß es ^ich — allerdings erst in zweiter Linie — um einen Kirchenbesuch handelt. Er trägt Shorts und weiße aufgerollte Wollstrümpfe, dazu über dem Polohemd eine lose Leinenjacke, Hut überhaupt rieht, und sein krauses dunkles Haar, das noch ein wenig nach Meerfeuchtigkeit aussieht, glänzt wie geputztes Metall. Er sitzt zwischen A'ma Schadenroth uiul Irmchen, und während Irmchen die nackten braunen Knie und kurzen Höschen neugierig besieht und ganz kleine Augen vor verstecktem Lachen bekommt, denkt Alma Schadenroth, während ihre Augen wieder den bekümmerten Hundeblick an-nehmen, .einmal locker, immer locker. Das ist Kowahlen.' Der Baron Brakel kann sich nicht ent-lialtcn, seine Bemerkungen zu machen, wie er ia die Eigentümlichkeit hat, durch Witze die Behaglichkeit der Mitmenschen zu stören. »Schick«, sagte er, »lieber Wilhelm, Kluft der zweiten Reiter beim Kirchgang.« »Donnerwetter, daran hab' ich nicht gedacht. Landpartie und Kirche! Man hat das sonst nicht zusammen. »Richtig«, knurrt der Baron ein wenig ärgerlich, daß Will ihm das Ganze g^-wissermaßen zuschiebt. »Übrigens wa« die Kavalleriekluft hier oben an-betrifft«, sagt Will, »hab' ich was dazugelemt. Hier trägt sie Silber und steht oben bei Boje 12, was Malehn?« Der Malehn hört nicht hin, er ist damit beschäftigt, Bremsen und Stechmückou von der mageren Kruppe der Gäule mit der Peitsche zu streichen. An der Poit-schenschnur hängen bunte Woiltro-ddeln. Der Malehn trägt einen verschossenen .schwarzen Hut und selbstgewebte Kleider. Eine Stunde ist man durch Kiefernwald gefahren, die Bäume stehen wie rote Säulen zu beiden Seiten, und der Weg ist aufgefahren, Weiße Sandgleise zwischen dürftig kriechendem Wachstum. Es tritt der Wald zurück, und nun brütet die Hitze auf der weißen Düne. Ihre Ki'ppen und Grate erheben sich silbern gegen den violettblauen Himmel, senken sich wieder zu wattigen Mulden. Fern schimmert plötzlich e'n Stückchen schwarziblaues Meer auf, und das Lan ' wird schmäler. Der Weg ist hart und besteht aus Muschclres^e.i und K'esel, f'h'" durch dürftige Vv'cidon, uni d h nter ■ ' ' der Haffspicgel grau wie ox^-dieries bii- bef, Gel'be und rostrote Segel hängen schlaff an den Masten der schlafenden Kähne. Man sieht einzelne kleine Fischerhäuser mit grauem Strohdach vor dem Schilf des Ufers. »Also ist die Sache bald überstanden«, !=agt der Brakel, »ich taxiere auf hal'bem Weg. Übrigens, was Sie da von Silber reden und Lachs, versteh' ich nicht. Es interessiert mich nur, ob man heute so in die Kirche geht — was meinen Sie. Fischer? Paßt sich das?« Der Malehn macht eine gleichgültige Bewegung mit den Schultern und spricht nach einer Weile: »Was das Passen anbetrifft — weiß ich?! Es werden manche sein, die machen, wie sie wo-llen, und was die Weibsleute sind, da gebt auch alles in Tracht.« »Die Weibsleute«, sagt Will, »na ja, das ist was anderes, aber wie ist das mit den Fischern, da muß schwarzer Rock sein und steifer Hut, was?« »Was die Fischer sind, die wissen selbst nich, was sie aufm Leib hatben. Gesponnenes und Gewirktes, denn an 'nem Winter, wo nischt is wie Sturm und Sand, da spinnt die Frau und wirkt auch. Der Fischer zieht die Bixen an wie's gerade konim\ Ihm wird eins sein wie das andere. Nur halten muß, winters und sommers. In der Kirch' haben se keine Jahres- ■'Pit.« Darüber muß Irmchen lachcn —- Jahres, t in der Kirche' Ein B1ir'< 'er wc'st s'e zurcrh'. Susanne sit/i eui wenig zusainmeiigc- sunken an der harten niedrigen Lehne. Zuwider ist ist dies mühsame Entlang-rattern auf häßlichen Wegen, zuwider die Redensarten des Barons und Wills doppeldeutiges Wesen. Man weiß nicht, ob er albern oder traurig ist, nicht mal, 6b er alt oder jung sein möchte. Die Vera hat sicher recht gehabt, es muß nicht angenehm sein, mit einem Mann zu leben, der jeden Tag anders ist, außerdem diese große Nase, die nicht in sein Gesicht paßt. Maielies ist ebenfalls schweigsam. In ihr lebt -noch die Erschütterung des vorhergehenden Tages, an dem sie schrecklich Großes und Unbekanntes erlebt hat. Hilflosigkeit unbarmherzigen Kräften gegenüber. Grausame Angst um das Leben, das ihr plötzlich wie etwas ganz und gar Unsicheres vorkam. Wie leicht hätte sie alles verloren, die Eltern, Susanne und Irmchen, ja, und Ro«enfeldc. Das alles hat Will Schönbuch gewissermaßen miterlebt, und doch sitzt er ihr h6ute gegenüber, als wüßte er von nichts und als hätte es ihn wenig gekümmert. Vielleicht wäre es ebenso mit ihm, wenn sie, Maieiies, nicht mehr lebte. Er hat allerdings die traurige Rolle gesehen, die sie gespielt, als man sie wie eine zerbrochenen Puppe aib-schlcppte. Nein, um so ein Geschöpf wird Will Sdiönbuch nicht gerade trauern. Verstohlen sieht sie zu ihm hin und begegnet dabei seinen Augen. Die sind heute sehr rotbraun und wandern w'e gewöhnlich hierhin und dahin, so als hätte er gar keine Lust oder keinen Sinn dafür, ihren Blick festzuhalten. Nummef 234 »Marburger Zcftunf^« 19. S«{>tefnb«r f94t Seite 5 AUS STADT UND LAND Miiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiniiiimiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Frib Bauer, Kreisführer des Kreises Pettau Bunde^tführer Steindi sprach anläßlich der Einfahrunir — Josef Wrefinig, kommissarischer Amts- entstandene bfirgermeister in Pettau dann sogleich an das Wegräumen der 18. September I ungekanntem Maße und reift ihn damit j Ziel weniger durch Befehlen als durch In Pettau nahm am Bundesführer Steindi die feierliche i für die weiteren Aufgaben der Zukunft, i Gewinnen der Seelen erreichen. ten. So mußte die Straßenbeleuchtung Einführung des neuen Kreisführers des i Herzlichen Dan!« zollte der Bundes- j Der Kreisführer forderte alle Mitarbei-' neu eingerichtet alle öffentlichen GeKreises Pettau vor. Kreisführer wurde führer dem bisherigen Kreisführer Josef, ter auf, in echter Kameradschaft zusam- bäude gereinigt'und erneuert werden: Fritz Bauer, der Politische Kommissar Wreßnig, der über eigenen Wunsch" nienzustehen und ihm durch nie erlah-' vor allem waren die Schulen zum Groß- diese Stelle verließ, um das Bürgermei- ' niende Einsatzbereitschaft die Durchfüh- teil neu einzurichten, das Warmbad, steramt der Stadt zu übernehmen. »Ihr rung seiner Vorhaben zu erleichtern. | Schlachthaus usw. in einen für europä-Name«, so betonte der Bundesführer, i Führerehrung und die Lieder der ische Begriffe möglichen Zustand zu ver- de» Landkreises Pettau. Im Ratssaale der Stadt waren Amtsträger der Kreisführung und alle Ortsgruppenführer des Kreises Pettau versammelt, als der Bundesführer in knappen, aber umso eindringlicheren Worten eine Gesamtschau über die derzeitige Lage gab. Eindringlich stellte der Bundesführer dar, wie dieser Krieg nichts anderes als die entscheidende Phase im Jahrhunderte währenden Ringen um das Reich ist. Es war die große Tragik deutscher Geschichte, daß dieses Ringen immer im Banne fremder Ideologien geführt wurd<> und deshalb nie Endgültiges schaffen konnte. »Erst unserer Zeit ist es vergönnt«, fuhr der Bundesführer fort, »daß ihr ein Staatsmann geschenkt ist, der sein Volk auf die eigene ideelle Basis zurückführte und damit die Voraussetzung für die nunmehr letzte gewaltige Auseinandersetzung schuf. Als das Reich erschöpft in vieljährlg^n harten Kämpfen steckte und die Fahne sinken ließ, nahm sie der Führer wieder auf, eroberte in einem einmaligen Sicges-zug Staat und Nation, sodaß das deutscht» Volk, gerüstet wie noch nie, zw diesem Waffengang antreten konnte, der seine Existenz für alle Zeiten sichern und damit auch die ganze alte Welt neu formen wird.« »So ist dieser Krieg«, setzte der Bun-desführer fort, »eigentlich nur eine Fortsetzung des vorigen. Die zwanzig Frie-densjahre waren nur eine notwendige Atempause zum Sammeln und Ordnen der Kräfte. Auch die Gegner sind dieselben geblieben, die nun wieder, nachdem ihnen im Inneren das Handwerk gelegt worden war, die Nachbarvölker gegen das Reich gehetzt haben und verbluten ließen. Nach dem Endsieg erfolgt die totale Durchsetzung von Volk und Staat mit der nationalsozialistischen Weltanschauung.« »Dieses große Zusammengehen«, rief der Bundesführer aus, »werden wir stets vor Augen haben, wenn wir die Aufgabe, die uns hier gestellt ist, meistern wollen.« Der Bundesführer fand Worte höchster Anerkennung für den deutschen Beamten, der überall, wo ihn die Pflicht in diesem weiten großen deutschen Raum ruft, selbstlos und treu seine Pflicht erfüllt. Ob im äußersten Norden oder hier im Süden, ob an der Küste des Atlantik oder im Osten eingesetzt, überall ist er als Sinnbild deutscher Ordnung und deutschen Aufbauwillens verkörpert. Es weitet sich auch sein Horizont in früher »wird ewig verbunden bleiben mit der Nation beschlossen" die Feierstunde. Geschichte dieser Stadt und des Aulbaues des Steirischen Heimatbundes.« Anschließend legte der Bundesführer idestunrer Am 17. September fand im Rathaus- ^ ^ ____DüI die Geschicke des "Kreises in die Hand saal zu Pettau die feierliche Einführung Angriff zu nehmen Parks und des neuen Kreisführers. Er betonte die des neuen kommissarischen Amtsbürger- setzen, um' nur einiges setzen, die Ausrüstung der Feuerwehr, die jetzt unter der Leitung von Kmd. Mg. Behrbalk steht, von Grund auf zu er- von dem Geleisteten zu nennen. Schon SA-Standartenführer S e i t z , Wichtigkeit dieses Grenzgebietes und meisters Josef Wreßnig statt. sprach die Erwartung aus, daß die Ent-' Zunächst gab der scheidende BOrger-wickliing, die es einnehmen werde, wür- meister Albert Scharner einen einge- eUunp'XT dig sein möge der reichen Geschichte henden Bericht über seine Amtstätigkeit. ^^ 2 - übernommen hatte war an die dieses alten Kampfbodens. | Er schilderte die verzweifelte Vermö-1 lochen Kamerad Wreßnig gedachte der genslap der Stadt, die die jugoslawische, verstand es, durch Beseitigung der bisher vor und nach der Befreiung gelei- Verwaltung als Erbe zurückgelassen Schönheitsfehler der "Stadt steten ArbeU und versprach sich auch hatte, die unerhörte Anstrengungen nötifl: einheitliche Gesamtbild zu weiterhin im Dienst der Heimat und machte, um nur, zunächst einmal in ßfo^'g^ben das sie mit Recht den Namen der Großdeutschlands voll einzusetzen. ben Umrissen, einen Überblick über die schönsten Stadt des Unterlandes Kreisführer Bauer dankte für die Be- fmanziellen Verhältnisse zu gewmnen. j Anordnungen rufung. Er werde sich bemühen, die hier. Dank der unermüdlichen und tatkräf- ^^^de vor allem der Umbau des Thea- gestellten Aufgaben mit aller Tatkraft tigen Mitarbeit der Gefolgschaftsmitglie- ^ begonnen. Unter der Leitung von zu meistern, geleitet von dem Bestreben, der, unter der umsichtigen Leitung von garia wurde das Museum neu Pettau stets an der Spitze marschieren Oberinspektor M a u s c h i t z war es in | „^ordnet so daß es wieder eröffnet wer- zu lassen, und eingedenk des 23-jährigen kurzer Zeit gelungen, die nötige Ord-1 konnte. Kampfes, den die bodenständigen Deut- nung herzustellen, um dann an die drin-schen hier geführt haben. Er habe Land i gendsten Aufbauarbeiten herangehen zu und Leute kennen und lieben gelernt und i können. Die Erschließung neuer Ein-wolle deshalb auch das ihm gesteckte' nahmequellen brachte erfreuliche Ergeb- Die erste Eisenlulnfalirl Graz—{HU Der Pfingstsonntag des Jahres 1846 [traf dann auch wirklich der erste Perso- war für die Stadt Ciili von großer Bedeutung. Wartete doch aie neue Eisenbahn, strecke der Südbahnlinie Graz—Cilli auf ihre Eröffnung. Bis zu deren Vollendung mußten noch viele Hindernisse überwunden werden. Die Menschen standen dieser neuzeitlichen Erfinoung ablehnend, ja sogar feindlich gegenüber, öfters wur_ den die Neuanlagen an der Bahnlinie zerstört. Im Gelände waren große Schwierigkeiten zu überwinden. Mit dem Bau der Teilstrecke Graz— Cilli wurden die Brüder Tolachini aus Tfiest betraut. Um das für die Geleise, anlage bei Cilli notwendige Gelände zu schaffen, mußte für die Wogleina ein neues Bett gegraben und diese gegen Gmünd abgedrängt werden. Auf dem heutigen Bismarckplatz befand sich damals ein großer Acker, auf dem der heutige Bahnhof erbaut wurde. Am Pfingstsonntagmorgen erwartete eine nach Huniierten zählende Menschenmenge das größte Ereignis für Ciili; den ersten Zug, dessen Ankunft für gegen Mittag angesagt war. Etwas vor 12 Uhr nenzug, von der Menge bestaunt, in Cilü ein und brachte Festgäste aus Wien. Graz und Marburg. Als der Zug vor dem Bahnhofgebäude ankam, klangen in die Freudenrufe der Menge Klänge der Militärkapelle des steirischen Regimentes Pi-ret, das aus Graz mitgekommen war. Während die Festgäste und die angesehensten Bürger der Stad,t mit ihrem Bürgermeister Johann Casteliz im Rathaus bei einem Festmahl den aenkwür. digen Tag feierter!; gab die Militärkapelle ein Platzkonzert, dem die gesamte Bevölkerung beiwohnte. In der Folgezeit wurde der Eisenbahnverkehr mit Wien, Graz und Marburg immer lebhafter. Ließ der Personenver. kehr auch anfangs viel zu wünschen übrig, so wurde die Bahn doch immer mehr für die Güterbeförderung in Anspruch genommen. Bei der Bevölkerung schwand langsam die Abneigung gegen dieses »Teufelsgefährte« und die Bahn wurde eine lebenswichtige Einrichtung im wirtschaftlichen Leben des Unterlandes. Edo Paidasch Mit alldem wurde nur das Nötigste durchgeführt und damit die Grundlage für das Meistern der nun an die Stadt herantretenden größeren Aufgaben geschaffen. Diese Aufgaben bilden die neu« Raumplanung der Stadt, ihre Einbeziehung in das neu zu schaffende Verkehrsnetz, der Bau einer neuen Brücke, das geplante Drau-Kraftwerk, der Drauhafen usw. Schließlich betonte der Redner, ^ mit welch großem Verständnis der Politische Kommissar des Landkreises Fritz Bauer alle Bestrebungen für den Neuaufbau der Stadt begünstigt und mit eigenen Anordnungen und Anregungen beschleunigt und sprach ihm zugleich den Dank für diese Förderung aus. Kommissar Bauer stellte die Fülle des in kurzer Zeit Erreichten als Beispiel dafür dar, was mit nationalsozialistischer Entschlußkraft geleistet werden kann und sprach dem scheidenden Bürgermeister zugleich auch im Auftrage des Gauleiter«; und Chefs der Zivilverwaltung den Dank für alle Mühewaltung und die • ollbrachte Leistung aus. Schließlich bat er, Kmd. Scharner möge seine in den Jahren^ der Kampfzeit wie auch nach der Bef^'^iung so reichlich bewiesene Tatkraft und F.in-satzfreude auch weiterhin der Partei und der Stadt zur Verfügung stellen. Dem neuen Bürgermeister hob der Politische Kommissar besonders die Verantwortung hervor, die der deutsche Mensch in einem Grenzkreis weit mehr Dää üuA düH Ikubi Von Jean de Bruyn Rubens hatte sich ein herrliches Schloß gekauft, Ursel hieß es und lag im Flandrischen. Dorthin kam er mit seiner Frau Helena Fourment und seiner Kinderschar. Dort empfing er auch seine Freunde. An die Wirtschafterin, Frau Katelijne, gab Rubens den Befehl: Morgen soll ein Fest sein, denn es kommen vornehme Herren mit ihren Gattinnen, Menschen, die für Kunst und Familienporträts, für Diplomatie, gutes Essen und Jändliche Fröhlichkeit empfänglich sind. Alles muß in bester Ordnung sein, keine verwelkte Rose am Stamm, kein dürres Blatt an den Wegen, kein Spinngewebe in den Lauben. Viel Essen und Trinkenl Nach ländlicher Sitte, aber nach städtischem Geschmack, und kräftige Dorfmusik zum Tanz. Als Rubens schlafen ging, rief er lachend aus, während er die Arme zum kristallenen Kronleuchter emporreckte: »Und Sonne will ich haben den ganzen TagU Sonne soll sein, und Wind soll sein, gerade genug, um die goldnen Wolken spielerisch durch die Luft zu jagen. Aber ach _ was wird aus dem Fest werden? Valentin, der Koch, hatte sich an Muscheln all7U gütlich getan und lag nun im Bett und krümmte sich vor Magenschmer- zen. Und der lange Flup, der so gut die Geige spielte, war gestern abend beim Tanz mit dem Fiedelbogen ausgeglitten und hatte sein Handgelenk verstaucht. Katelijne seufzte schwer, die Küchenbank am alten Herd krachte. Der Hahn krähte mitleidig und das Licht in den hohen Fensterrahmen war grau. Da drang ein feines, singendes Geräusch herein, wie ein Vogelruf; es ging über ihn eine frische Melodie, und im gleichen Augenblick schoß ein Sonnenstrahl durch das Fenster, und der Hahn schmetterte wie eine Kriegstrompete, Katelijne machte die Luke auf und sah über die Untertür nach draußen. Es mußte jemand sein, der von einer fernen Hochzeit kam und immer noch die Geige spielte. Und da saß er wahrhaftig auf der Mauer, die den Garten von döm Sommer, weg trennte. Bunt waren seine Kleider und auf seinem schwarzen Hut prangte eine Hahnenfeder. Katelijne fragte den Spielmann, ob er nach ein paar Stunden Schlaf für Meister Rubens und seine Gäste spielen könne. Übermütig lachte der Mann über das ganze braungebrannte Gesicht, die Geige warf er schwungvoll auf den Rücken. Dann sprang er von der Mauer herunter und reichte der Haushälterin die Fingerspitzen, als ob sie eine Dame und er ein Ritler sei. Es wurde ausgemacht, daß er nicht schlafen sollte — das kann man ja noch lang genug, wenn man tot ist. _ Anstelle von Valentin sollte er den Kochlöffel schwingen, denn kochen, sagte er, könne er mindestens ebenso gut wie geigen... »Einverstanden«, sagte Katelijne mit einem honigsüßen Lächeln, und dagegen war nichts zu sagen. * Was soll ich euch den Mund wässrig machen mit einer Beschreibung der auserlesenen Speisen, die den Gästen am Hof von Ursel aufgetafelt wurden. Laßt mich nur sagen, daß die gebratenen Tauben Turteltauben gewesen sein müssen, denn niemals hatte die mollige Helene ihren Gemahl, der so viel älter als sie war, so freundlich angelacht. Vielleicht ist es auch nicht unangenehm zu wissen, daß bei dem Mahl der alte Wucherer Pollinchove seinen letzten Zahn an einem süßen Lebkuchenstück ausbrach, was man »Pflasterstein« hieß und das hart war wie Pollinchoves Herz. Und wie starrte der arme Floris auf ein Goldstück, das ihm wundersam aus dem Bauch eines gebackenen Fisches entgegenfiel. So war dieses Mahl. Gewiß hatte bei all dem der fremde Schelm die Hand im Spiel. » Nie ist ein froheres Lied über die Wiesen und Felder gezogen. Tanzenl Tanzen! Der Sommer ist schön. Vergeßt nur das steife Wenden und Drehen und anderes höfisches Getue. Spielt, Musikanten, blast, und geigt, soviel ihr könnt! Dann kam das flamische Blut zu seinem Recht. Dann schwangen die Herren mit Sp>Jt2bart und gestärktem Kragen die Fräulein und Frauen herum, daß die Röcke wippten und die Wangen glühten und das Herz klopfte und die Gliedmaßen sich gar los und frei bewegten... Ein Bogenstrich, der fremde Spielmann begehrte das Wort. Wenn es ihm erlaubt sei, dann möchte er der edlen Gesellschaft zum Abschied ein Stück seiner besten Kunst zeigen. Quer über den Binnenhof, von einem Dach zum anderen müßte ein Tau gespannt werden. »Darauf will ich tanken, und wenn ich es nicht gut mache, dann mögt ihr über mich lachen, in Antwerpen, fromme Her. ren, und in Italien, Graf Ricci, und in Spanien, Herr von Erreygas!« Eines jedoch verlangte er. Jede Dame, jeder Herr sollte ihm die Kleinigkeit geben, die ihm das Liebste sei. Hier in diesen Sack. Es sollte eine Art Zaubermittel sein, um ihn über die Tiefe zu tragen; die Wünsche von allen hier müßten mit ihm sein. »Geniert euch nicht, Jungfrauen, werft ruhig das Bild mit dem Liebsten in den Sack, niemnnd sieht es. Ich schwöre euch, daß ihr es wiederbekommt!« Mißtrauisch g^ Pollinchove seine Börse, wohlwollenci gab Floris sein einziges Goldstück. Eine entblätterte Bauernrose fiel in den Sack, die hatte das Fräulein von dem Junker. Danach kam ein Brief mit einem aufgemalten blutenden Herzen. Helene opfterte eine Kette mit einer Miniatur ihres Mannes, und Ruhens durfte nicht zurückstehen, er opferte Scfte S >Marb'urßer ZelHiirg« 19. September 1941 Nummer 234 als im Inneren des Reiches zu tragen hat. >AVir hier in der Grenzmark sind als Hrstc dazu berufen, die Idee Großdentsch-Innds zu erfassen und hoch zu halten « Nach der Anp^elobiinp; des neuen Bür-Rcrnieisters schloß der Politische Kommissar mit der Ftihrerehrung die Amls-cinsetzu n/;. „Frühlingsluft" im Stadttheater Marburg Heute abend wird im Stadttheatcr die >>h"'rüliliii.ü:s]uft« mit all ihrem Walzer-zaubcr wehen. Diese Operette von Josef Stranl.) wurde das erste Mal im Som-mcrthcater in »VcnediR in Wien«, der Klanzvolleti Vcrjjnüffunssstättc irn Pra-ter, ;ie«cben. Oer f")irektor dieses Theater«;, (labor Steiner, dessen Vater die »riedeniiaus« als Leiter des Theaters an der Wien hcrausbraclite, suchte eine Operette für die Spielzeit 1904 und konnte keine seci.^niete finden. Er erinnerte sicii der 'Walzer und Polkas vou Josef StrauM, dem früh verstorbenen Bruder des WalzerköniKs J'Ohann Strauü und besprach sich mit seinem Kapell-nieistcr Reitcrer und einem Librettistcn. die aus dem Nachlaß von Josef Strauli eine Operette schrieben. Die Urauffüh-run,'? wurde zu einem .ijanz jiroßen F.r-fols; und alle Operettenbühnen erwarben die »^-rülilinssluft« für die Winterspiel-zeit. nie »rrühlinjisiuft« zählt heute zu den klassischen Werken der Operctten-literatür. Nun hält sie ihren Einzug in Marburg und das überaus lumiorvolip Werk, in dem sicli den Besuchertl die erste Soubrette der Operette, rräuleiu üerli Kämmerzell in der Rolle der Hanna vorslellt, wird sicher vollen Aiiklanji finden. * Kleine Chronik ni. Todesfälle, Im Mnrburßcr Kran-kcn-hnus starben: die 79-jährigc Eiscnbiih-nersp:attin Helene T runkl und der 71-jnhr:;.Tc Eisenhnhnpensinnist Karl S c h a u-p e r I. Ferner verschied in der Josef-straßc 7 die 70-jährip;e Riscnbahnncnsio-nislens,j;atlin Maria Medvcschek. I;i Windisch-Feistritz ist der 39-iährige Arbeiter Martin S e r u c a r p;cslorbcn. in. Auch das drille Opfer identifiziert 7m unserem sestriscn Herieht über den Fund der Tellermine in Do-brcnji; an der F'*üßnitz, wobei drei Knaben im Alter von 0 - 14 Jahren ihr Leben einbüßen^ mußten, konnte nun jetzt auch das dritte Opfer dieser Knabentraj^ödie identifiz ert werden, f-s handelt sich um den 14-iäh-rigen Schüler Otto Gradischnik aus f^obersch bei Marbur^T. in. Betriebsunfälle. Der 17-]ahri|;c Hilfsarbeiter Alois Benkitsch aus Marburg, der in einer Tcxtilfabrik be-.«^chäfti/Tt ist, geriet bei der Arbeit mit iler rechten Hand in die Reißmaschine, wobei ihm drei Finp;er vvefj;f^erissen wur-fle;i. — Iiin zweiter Unfall, der sich gleichfalls in einer Tcxtilfabrik zujretra-;:on hat, ereilte 'den 19-jährigen Arbeiter Franz Penn aus A^arburg. Penn wurde durch eine Walze ein Finji^er der rechten Hand i^cquelscht. Ein stolzer RechenschaftsbericH 916,240.095 RM Gesamtaufkommen bejm Krteicswinterhilfsweri( 1940^41 In seiner j?roßcn Rede vom 4. September 1940, mit der der h'ührer das Kriegs-vvjnterhilfswerk 1940^41 eröffnete, hat er jenen Ausländer zitiert, der einmal davon sprach, dafi das deu-tsohe Volk Beifall klatschte, wenn ihm neue Opfer auferlegt werden. Wir sind stolz auf diesen Ausspruch eines Mannes, der nicht in unsere Ideenwelt gehört, auf diesen Ausspruch, der neben soviel Lfnverständnis für das deutsche Wesen deutsche Opfer-bereitschaft in ihrer ganzen Größe aufzeigt. Wir sollen opfern und klatschen Beifall, das heißt, wir opfern bereitwillig und gern. Das aber kann nur der Fall sein bei einem Volk, in dem jeder einzelne seinen Blick geweitet hat über sein persönliches Schicksal hinaus, die Nöte des Volkes kennen und sehen gelernt und sie zu den eigenen gemacht hat. Dirrch diesen Opfergeist. der in dem glänzenden Abschlußbericht des Kriegswinter-hilfswerkes 1940^41, der jetzt vorliegt, dokumentiert ist, ist Deutschland groß und stark geworden, durch ihn wird es sich seine Größe zu erhalten wissen. Das Gesamtaufkommen des Kriegswin-terhilfswerkes 1940^41 belüuft sich auf 916,240.09.=) RM; es ist damit um 235,5 Millionen Reichsmark höher als das für das erste Kriegswinterhilfswerk. An dem einzigartigen Erfolg sind in starkem Maße gerade auch diejenigen Gebiete beteiligt, die in den letzten Jahren neu in das Großdeutsche Reich eingegliedert wurden. So betrugen beispielsweise die Bareinnahmen im Gau Wartheland 16 Millionen Reichsmark, im Gau Wien 25,5 Millionen Reichsmark, im Oau Danzig 11,7 Millionen Reichsmark, im Gau Steiermark 9,3 Millionen Reichsmark, im Elsaß 3,4 Millionen Reichsmark. Die Zahl der betreuten Personen betrug im Mo'natsdurchschnitt 5,938.908 gegenüber 5,995.627 im Vorjahr. Es ist also ein weiteres Sinken der Zahl der Betreuten festzustellen. Von den Betreuten waren rund 2,276.000 unter 18 Jahre alt. Hieraus wird die große Bedeutung des Winterhilfswerkes für die gesundheitliche Betreuung unserer Jugend ersichtlich. An erster Stelle steht hier das Hilfswerk »Mutter und Kind« mit 409,505.500 RM gegenüber 281,3 Millionen Reichsmark im Vorjahr. Die Aufgabe des Hilfswerkes »Mutter und Kind« besteht iti erster Linie in der erweiterten Kinderland-veTSchickiuig und in der Verschickung von minderheniittelten erholungsbedürftigen Müttern und Kindern. Beträchtliche Mittel wurden auch für Eniährungs-bcihilfen (Abgabe von Nähr- und Kräftigungsmittel) an werdende imd stillende Mütter, für die Stellung von Haushalts-hjlfen und ähnliche Zwecke verausgabt. Kür diese wirtschaftliche Fürsorge wurden 142,7 Millionen Reichsmark aufgewendet. Des weiteren betrusjen die Zuwendungen an den allgemeinen Volksgesund-heitsdicnst (u. a. Tuberkulosehilfswerk, RachitisbekäniptunE) 20 Millionen RM, für das Deutsche Frauenwerk, Mütterdienst, 19,120.000 RM, für den HJ-Ge-sundheitsdienst 2,750.000 RM. Für die vom Winterhilfswerk direkt betreuten hilfsbedürftigen Volksgenossen wurden insgesamt 289,3 Millionen Reichsmark aufgewendet; darunter befinden sich Wertscheine in Höhe von 213,6 Millionen Reichsmark. Die Gesamtleistung des Winterhilfs-werkes 1940^41 beläuh sich auf die gewaltige Summe von-^916,1 Millionen RM. Die Leistungen sämtlicher bisher durchgeführten acht Winterhilfswerke haben damit den Gesamtbetrag von über 4 Milliarden Reichsmark erreicht. Auch an dem weiteren Meilenstein, dem Beginn eines neuen Jahres des größten Hilfswerkes eines Vol'kes aller Zeiten, wissen wir, daß der Wille zu neuen Opfern fürs Ganze wachbleilbt, denn alle Forderungen, die zur Eieseiti-gung von Notständen an die Getnein-schaft gerichtet werden müssen, fühlt jeder Volksgenosse auch im Blick auf das kommende Kriegswinterhilfswerk immer wieder an sich persönlich gestellt. Arbeiter- und Bauerndichter sprechen zu uns Dr. Leonhard Blaß; »Das Lied der Arbeit« Mittwoch, den 17. September trat das Arbeitsgebiet »Bildung und Heimat« Im Amt Volkbildung des Steirischen Heiniali-bundes zum ersten Mal vor die Öffentlichkeit. Den Arbeitsbeginn leitete ein Vortrag »Das Lied der Arbeit« von Dr. Leonhard Blaß aus Berlin ein, der im Stadtkinosaal in Marburg stattfand. Es waren zahlreiche Liebhaber der Poesie gekommen, um den großen Redner zu hören. Den Vortragsabend eröffnete Kreisführer Klingberg des Kreises Marburg-Stadt mit einer kurzen Ansprache, i:i der 'er auf die Wichtigkeit dieses Vortragsabends hinwies, bei dem allen Gelegenheit gegeben wird, das Schaffen großer deutscher Arbeiter- und Bauerndiohter kennen zu lernen. Jedem soM das Tor zur deutschen Dichtung erschlossen werden und alle sollen Anteil daran nehmen. Anschließend begann Dr. Blaß seinen Vortrag, den er in zwei Teil-en gab: Der Arbeiter .üfbertag-untertag und der Bauer. Wir hörten Gedichte von Arbeitern, wie Kesselschmieden, Kohlonarbeitern, Schmieden, Steinmetzen, al« auch von Bauern. Der Vortragende galb auch zwef Prosaaufsätze zum besten, die auf die Zuhörer großen Eindruck aiusübten. Der Abschluß des Abends war die Dichtung >Ans Werk, ans Werk« von Wilhelm Raabe. Der Erfolg war ein großer und die Zuhörer dankten dem Redner mit viel Beifall. Dr. Leonhard Blaß wird salinen Vortrag in Pettau, Cilli un'd Luttenberg wiederholen. Verlang«! überall dl« ..MARBURGER ZEITUNG" »•inen I^insel. Uiiil vieles andere folfjte, iintl der Saek des Spielmanncs wurde voll. Mit b'ifer wurde das Seil gespannt, und der Sp'clmann kletterte auf c.as Dach. Dann ^riff er noch einmal zu seiner (je'j^e. Niemand wurde ungeduldig, Ks war, als ob die Zeit stillstände, während t er Sp'elniann das Lied von Flandern San;;, die Atigen auf die Felder gerichtet, wo ilie Kühe v^eideten und die \Vasser_ pfiilzcn wie Juwelen pilänztcn. Sie erwachten wie aus einem Traum, als der Spkdmnnn geschmeidig unü sieiier sich auf ilen i'irst des Daches stellte. Wenn das kein Seiltänzer war! »Wohledle Damen und Herren!« kam seine Stinune laut und spottend, »nein, ein Seiltänzer bin ich nicht. Betrogene Oaffer seid ihr alle. Ihr habt mir eure Geheimnisse anvertraut, weil ihr an Zaubermacht glaubt. Ich zieh'-' sie jetzt an das Licht des \ a-ges.« IJnii er schüttete don Inh'tlt des Sackes herunter. »Lebt wohl und sucht mich nx'hl. Ich komme ungefragt und Rehe unhenicrUt!'': Der Spiel mann war fort. Jeder trat schweigend in d'en Ring, wo die Kleinoilien wirr durcheinander lagen. AMes war heil, nur die Börse des \Vu_ eherers war aufr^esprunKen. Die Jungfrau küßte die Rose. Kniend raffte der Junker e'ne Schu!ischnalle auf, Helene nahm ihre jM'niatur zur Hand und sa^ ihren an. der mit dem Pinsel in der Hand grübelnd dastand'... »Und wem gehört das Gold? Euch vielleicht, Mijnheer Pollinchove?« Aber Pollinchove war noch hochmütiger als geizig. Seinen Wucher betrieb er im Geheimen. Mißbilligung lag in sei_ ncm Blick. »Das Gold gehört nicht mir. Eine Kostbarkeit hatte ich, meinen letzten Zahn, und Gen habe ich durch den Schelm verloren.« »Dann muß ich leider«, sagte Rubens, »Ihr Schiddner bleiben. Wiedergeben kann ich nicht, was Ihr hier heute verloren habt, wold aber kann ich Euch mit einem vollständigen Gebiß malen.« Inzwischen sammelte Floris in voller Gemütsruhe die Goldstücke nuf, die offenbar ihm. wenn niemand anders, angehören mußten. Durch den Abend aber schritt Till Fu.genspiegel, der Geist von Flandern. Und wo er ging, klang inmitten von Ar_ mut und Luxus, das Lied, das nicht stirbt. Der ehrliche Schneider Ich habe seit Jahren einen Sehneider. Er ist fleißig und tüchtig, niur auf sich selbst achtet er nicht. Jetzt läuft er schon das dritte Jahr mit der gleichen fleckigen und zerrissenen Hose herum. »So zerrissen kann man doch nicht gehen, Meister!« sagt'e ich. Er blickte mich freundlich über den Zwirn hinweg an. »Zeit ist Geld, uuter Herr! Ich habe viele bezahlte Arbeit liegen. Für mich bleibt keine freie Stunde übrig.« »Hier haben Sie fünf Mark. Dafür nähen, putzen und bügeln sie Ihre Hose!« »Vielen Dan'k!«, sagte mein Schneider und ging. Als er wieder z-u mir kam, trug er die alle Hose. Es war der gleiche Speck, es waren die gleichen Fransen. »Wozu habe ich Ihnen denn die fünf Mark gegeben?« schrie ich. Mein Schneider seufzte: »Ich halbe mir meine Hose daraufhin einmal ganz genau angesehen, wissen's, für fünf Mark kann ich die Arbeit beim besten Willen nicht übernehmen.« Der Einbruch »Sehen Sie, Herr Kommissar«, sagt aufgeregt die Dame, bei der in der letzten Nacht eingebrochen worden ist, »die Dieibe haben nichts weiter entwendet als meine sämtlichen Gesangsnoten!« »Aha«, meint der Kommissar, »und nun sagen SiiC mal: auf welcfien Ihrer Nach-'barn haben Sic einen besonderen Verdacht?« Blühende Gesundheit »Stimmt das, Herr Doiktor«, fragt das reizende junge Mädchen, »daß rosige Farben ein Zeichen guter Gesundheit sind?« Der Arzt nickt. »Stimmt unbedingt. Sie selbst zum Beispiel sind auf der rechton Seite anßerordentli-ch gesund, links dagegen ein bißchen kränklich.« AUS ALLER WELT Eine Erinnerung an Kapitän König Die Amerikafahrt von »U-Deutschland«c vor 25 Jahren 25 Jahre sind in diesen Tagen seit dar Zeit vergangen, als der vor mehrere^ Jahren verstorbene Kapitän Paul Kön'g mit dem Handels-U-Boot »Deutschland-i während des Weltkrieges seine aufsehenerregende Fahrt von Bremen nach Amerika und zurück unternahm. Die Verblüffung in der Welt war damals allgemeif», als dieses erste Schiff eines ganz neuen Typs die englische Blockade durchbrach, eines Tages in Baltimore anlegte, um für die amerikanische Wirtschaft wertvolle deutsche Ausfuhrgüter zu entladen und dafür für Deutschland notwendige Rohstoffe einzutauschen. Deutsche Marineflieger begrüßten das zurückkehrende Schiff schon an der Grenze der deutschen Gewässer, und als Kapitän König die Weser hinauffuhr, stand am Ufer die Menge trotz strömenden Regens Kopf an Kopf. Mit Graf Zeppelin zusammen wurde er am Abend im Bremer Rathaus begeistert gefeiert. Die »U-Deutschland« war ein Schif* von (500 t, das auf Betreiben bremischer Schiffahrtskreise auf einer Kieler Werft gebaut worden war. Die »Deutschland« wurde nach dem. Eintritt Amerikas in den Weltkrieg erfolgreich zu Kriegszwecken eingesetzt: Als »U 155« versenkte sie in Schiffe mit zusammen über 50.000 Tonnen und bei einem Artillerlek?.mpf über Wasser einen Transportkreuzer. Eine Stadt verschwand in den Fiuten Wir blättern 50 Jahre zurück Am 22. September 1891 sind e» fünfzig Jahre her, seit die Stadt Johnstown m Pennsylvania im Verlaof einer schrecklichen Naturkatastrophe vom Erdboden verschwand. Sechs ungeheure schläge ließen an diesem Tag die Mauser in ihren Grundfesten erbeben, eine riesige Wasserwoge von 900 Meter Breite und 17 Meter Höhe brauste über die unglückliche Stadt und verschlang itr wenigen Minuten über 7000 Menschen sowie alle Häuser, alle Fabriken, alle Brücken, den Bahnhof, die Eisenbahn-züge. Sämtliche Schmelzöfen mit 600 Arbeitern riß die brüllende Flut m ihren Abgrund, ganze Waggons und Lokomotiven trug sie schaukelnd auf ihrem Rücken. Um 4 Uhr 32 brach und barst dec Staudamm, ein gigantisches Werk, da9 seit 10 Jahren die ungeheuren Wasscr-massen eines Bergsees aus 120 Metaf Höhe in das Tal leitete. Bis 4.39 Uhr versanken über 3000 Menschen in der Sintflut, in diesen 7 Minuten wurde alles dem Erdboden gleichgemacht. In der ersten Stunde der Katastrophe starben 16.000 Menschen den Tod des Ertrinkens. Einige Tausend überlebende hatten sich auf einen fast 2 Kilometer langen und 17 Meter hohen Trümmerberg gerettet. Plötzlich loderten zwischen den Trümmern Flammen auL Eine entsetzliche Panik brach aus, viele sprangen in die Fluten zurück und ertranken. Nach drei Schreckenstagen erlosch das Feuer und die Aufräumungsarbeiten konnten bcgm-nen. 21.000 Menschcn sind mit Johnstown untergegangen, zwei Drittel tötete die alles zermalmende Flut, ein Drittel kam im Feuer um. Über 3000 Opfer konnten nie identifiziert werden, weil ihre Körper verkohlt waren. * a. In zwei Tagen vier Enkel. Der iin-nicrhin nicht häufig vorkommende Fall, daß ein Ehepaar innerhalb von zwei 1a-gen viermal Großeltern wurde, trat jetzt in Eisenberg/Thüringen ein. Zwei Töchtern dieser Eheleute wurtlen nnt nur einem Tag Unterschied Zwillinge beschert. , a. An einem lebenden Frosch crstickt. Ein' 63-jährigcr landwirtschaftlicher Arbeiter aus Commes in Luxemburg hatte die merkwürdige Gewohnheit, lebende Frösche zu verschlucken. Er fing dieser Tage bei der Feldarbeit wiederum eine solche »Delikatesse«. Diesmal blieb ihm aber der Frosch im Schlünde stecken, so daß er erstickte. a. Ein Berg versinkt. Zwischen den Ortschaften Packstein und' Kirchenda. menreuth in der Nähe von Neustadt der Waldnaab (Bayern) erhebt sich ein Berg, der die Sicht von einem Dorf zum andern verdeckte. Im Laufe der Zeit aber sahen d'ie Dorfbewohner erst die Kirchturmspitze und dann die Häuser ihrer Nachbargemeindc über den Berg auftauchen, der allmählich immer mehr versinkt. Nummer 234 >Mar4)urpfer Zeltunp:« in. September 1941 Seite 7 dtkk kotit Siidosten ^IWIRTSCHAFT 0. Der Agramer Oberbürgermeister reist nach Deutschland. Auf Einladung der Oberbürgermeister von München und Hannover ist c.er Agram^r Bürgermeister Ivan Werner nach Deutschland abgereist, wo er etwa acht Tage verbleiben wird. o. Die Einreise in c^ie militärische Adria.Züne. Für die Einreise in die unter italienischer Mllitärverwatung stehende kroatische Aaria-Zone genügt ein kroatischer Polizei-Passierschein, der im Bestimmungsort von der ittlienischen Militärbehörde visiert wird. Umgekehrt stellt die italienische Militärbehörde Passierscheine aus. Für das italienisch-kroatische Grenzgebiet gelten Grenzbescheinigungen, die von den zuständigen öffentlichen Sicherheitsbehörden ausgestellt werden. 0. Kultureller Zusammenschluß. Sämtliche kroatische Arbeitergesangs- und Mu-sikvereine sind in einer kulturellen Gemeinschaft G'es schaffenden Volkes zusammengeschlossen worden, die sich die Propagierung kroatischer Kulturgüter in den breitesten Volksschichten zur Aufgabe stellt. o. Allgemeines Versammlungsverbot in Serbien. Eine von der Presse veröffentlichte Verordnung des Innenministeriums verbietet bis auf weiteres alle öfentlichen Versammlungen, Jahrmärkte, Kirchenver^ Sammlungen usw. mit Ausnahme der Versammlungen an Markttagen in den Bezirksortschaften sowie jener Versammlun. gen, die behördlich angeoranet werden. o ZuzuK nach Belgrad verboten. Der Polizeipräsident von Belgrad hat in einem Erlaß jeden Zuzug nach Belgrad verboten und alle Personen, die nach dem 1. Mai 1941 zugezogen sind und keine berechtigten Gründe für ihr Verbleiben in der Stadt haben, aufgefordert, die Stadt zu verlassen. Zuwiderhandlungen werden streng bestraft. 0. »Arier« anstelle von »Blutsrumä" nen«. In einem Aufruf zur Besetzung von freien Stellen für Stenographen und Übersetzer wird seitens des rumänischen Innenministeriums als Bedingung die arische Abstammung verlangt. Damit ist zum ersten Male der Begriff »arisch« in einer amtlichen Verlautbarung gebraucht, nachoeni bisher meist der Begriff »B'uts-rumäne« oder weiter umfassend die Bezeichnung »Christ-s üblich war. o. Belgrad registriert wieder ein Erdbeben. Die Belf^rader Erdbebenwarte registrierte am Dienstag ein neues starkes Erdbeben. Die Aufzeichnungen der Apparate begannen um 4 Uhr 34 Min. 16.7 Sekunden. Die stärkste Erschütterung wurae um 4 Uhr 36 Min. mit 35 Mikrom verzeichnet. Der Erdbebenherd ist 775 Kilometer von Belgra'l entfent und befindet sich in Kleinasien, wo schon vor einigen Tagen ein starkes Erdbeben stattgefunden hat. 0. Kein Platz mehr für Kriegshetzer. Bei der Wiederaufnahme des Unterrichts an Qer Universität und der Handelshochschule in Athen kam es zu bemerkenswerten Vorfällen. 2 professoren, die als Exponenten achsenfeindl'cher Richtung galten, konnten ihre Vorlesungen nicht wieder aufnehmen, da die Studenten sie als Kriegshetzer bezeichneten und auspfiffen. o. Winterzeit hi' der Türkei. Am 20. September beginnt in der Türkei die Winter, zeit. Die Uhren müssen um Mitternacht zurückgestellt werden. Das deutsche Umsatzsteuerrecht in der Untersteiermark Von Steuerinspektor Hans Koblin^er Weitere Steuerbefreiungen Umsätze von Privat gelehrten, Schriftstellern, Künstlern, Handlungsagenten und Maklern Die Umsätze aus einer solchen Tätigkeit sind durch § 4 Ziffer 13 UStü befreit, wenn der Gesamtumsatz nach § 1 Ziffern 1 und 2 UStü (die Lieferungen und sonstigen Leistungen einschließlich des Eigenverbrauchs) im Kalenderjahr 6000 Reichsmark nicht übersteigt. Es würde mit Rücksicht auf die geringe Anzahl der Fälle zu weit führen, die Begriffe Privatgelehrter, Künstler, Schriftsteller und Makler näher zu umschreiben. Mit dem Begriff des Handlungsagenten haben wir uns bereits in dem Aufsatz in der »Marburger Zeitung« vom 31. Juli 1941 befaßt. Auch hier haben wir es nicht mit einer persönlichen, sondern sachlichen Stejiier^efreiung zu tun. Nicht der Privatgelehrte, Künstler usw. ist schlechthin befreit, nur die Umsätze aus der Tätigkeit als Privatgelehrter, Künstler usw. werden durch die Befreiungsvorschrift von der Steuerpflicht ausgenommen. Voraussetzung ist jedoch, daß der Gesamtumsatz gemäß § 13 UStDB (vgl. »Marburger Zeitung« vom 14. August 1941) 6000 Reichsmark nicht übersteigt. Beispiele: 1. Ein Künstler erzielt aus seiner künstlerischen Tätigkeit 5000 RM und daneben für Sachverständigengutachten 2000 RM. Er ist nicht steuerfrei, weil der Gesamtumsatz 6000 Reichsmark übersteigt. Würden die Einnahmen aus der Sachverständigentätigkeit z. B. nur 500 RM betragen, dann wären die 5000 RM steuerfrei, die 500 Reichsmark steuerpflichtig. 2. Ein Beamter bezieht ein Qehalt von 50(K) Reichsmark und erhält für seine schriftstellerische Tätigkeit 4000 RM. Die 6000 RM nicht übersteigenden Umsätze aus der Schriftstellertätigkeit (4000 RM) bleiben steuerfrei, weil er als Beamter keine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit ausübt — insoweit nicht Unternehmer ist — und das Gehalt aus der Beamtentätigkeit als nicht steuerbar nicht dem Gesamtumsatz zuzurechnen ist. Juden sind von dieser Steuerbegünstiniinq ausgeschlossen. Der Begriff »Jude« ist nach den Nürnberger Gesetzen auszulegen. Umsätze von Hausgewerbetreibenden und Blinden Diese Umsätze sind nach § 4 Ziffer 14 UStG nach den näheren Bestimmungen der §?5 40 und 41 UStDB befreit. 1. Hausgewerbetreibende Maßgebend für die Begriffsabgrenzung sind die Vorschriften des Gesetzes über die Heimarbeit vom 23. März 1034 in der neuen Fassung der Verordnung vom 30. Oktober 1030. Danach sind als Hausgewerbetreibende nur solche Gewerbetreibende anzusehen, die in der Regel nicht unmittelbar für den Absatzmarkt arbeiten und bei denen das kleine Ausmaß ihres Gewerbebetriebes eine besondere wirtschaftliche Abhängigkeit und Schutzbedürftigkeit in Erscheinung treten läßt. Liegen diese besonderen Verhältnisse nicht vor, so ist die Steuerfreiheit zu versagen, d. h. wenn mit Rücksicht auf die Art und Größe des Unternehmens einerseits und den Zweck der Befreiungsvorschrift anderseits die Begünstigung gegenüber anderen Unternehmern nicht mehr zu vertreten wäre. Den gemäß § 2 Absatz 2 des Gesetzes über die Heimarbeit den Hausgewerbetreibenden gleichgestellten Unternehmern, die aber dem Umfang ihres Btriefies nach keine eigentlichen Hausgewerbetreibenden mehr sind, ist die iimsatz-steuerrechtliche Behandlung als solche nicht zuzuerkennen. Um eine gleichmäßige Handhabung der Befreiungsvorschrift sicherzustellen, hat der Reichsminister der Finanzen durch Kriaß angeordnet, daß Hausgewerbetreibende, deren Gesamtumsatz (nach § 1 Ziffer 1 und 2 UStG) im Kalenderjahr 40.000 Reichsmark nicht übersteigt, mit den Umsätzen, die sie als Hausgewerbetreibende bewirken, nur insoweit zur Umsatzsteuer heranzuziehen sind, als diese im Kalenderjahr 12.000 RM nicht übersteigen. Diese Regelung gilt jedoch nur für Hausgewerbetreibende, die überwiegend mit bestimmten Unternehmern in festem GeschÄftsverkehr stehen. Sie gilt nur für die Umsätze, die sie an diese Unternehmer bewirken. Die Befreiungsvorschrift ist nur auf natürliche Personen und aus Angehörigen bestehenden Personenzusammenschüsse anzuwenden, soweit sie nicht Juden sind. TURNEN UND SPORT Ehrenpreis des BundesfUhrers Für das große Etappenrennen der Radfahrerabteilung »Edelweiß« Die Radfahrerabteilung Edelweiß der; gen 'des DRV. Zulässig sind nur den po-Sportgemeinschaft Marburg im Steiri- j lizeilichen Vorschriften entsprechende sehen Heimatbund veranstaltet Sonntag, [ Fahrräder. Die polizeilichen Maßnahmen den 21. September ein großes Etappen-' müssen von den Fahrern eingehalten rennen mit einer Gesamtstreckenlänge j werden. Jeder trägt selbst die Verant-von 182 km. Die Strecke führt von Mar-1 wortung. Startberechtigt sind alle Fahrer bürg über Cilli nach Windischgraz und in der Untersteiermark sowie Fahrer aus von 'dort durchs Drautal nach Marburg. der Ostmark. zurück. j t)as Rennen findet bei jeder Witterung Der Bundesführer des Steirischen Hei-, ....... , niatbundes stiftete einen Ehrenprois Illr | ^ schonen Preise sind bereits im den besten untersteirischen Radfahrer. FahiraJßoscIiäft Neger in der Tegetthoff-Außer diesem Preis kommen noch in jeder Etappe drei und in der Gesamtbe Wertung vier weitere Preise zur Verteilung. Gefahren wird nach den Bestimmun- Statt jeder besonderen Anzeige geben wir schmerzerfüllt bekannt, daß unsere beste Mutter, Schwiegermutter und Großmutter, Frau Franziska MegIK geb. lung Oberlehrerswitwe und Realitätenbesitzerin am Sonntag, den 14. September 1941 im 92. Lebensjahre selig entschlafen und am Dienstag, den 17. September 1941 am Ortsfriedhofe in Franz zur letzten Ruhe bestattet worden ist. Für die vielen Kranz- und Blumenspenden, sowie für die Begleitung am letzten Wege sprechen wir unseren wärmsten Dank aus. ^ranz, Cilli, Marburg, Laibach, Aßling, Belgrad, am 18. September 1941. Otmar imd Mirko Megli£, Söhne. Berta Lampret, Rosa Megllti, Sabina MeSicek, Töchter. Dr. Anton Lampret, Hugo Meäifek, Schwiegersöhne. Herta imd Elisabeth Megliii, Schwiegertöchter. Alfred MegliC, Mirko Megliö, 'pff. Branko Lampret, Marie Plkl, Nada Souvan, Neda Me^ii^ek, Enkel und Enkelinnen. 6972 Straße zu Schau gestellt. * ; Großes Reiterfest in Wien. Die Cam-pagnerreitergesellschaft Donaulanu-Sücl-mark veranstaltet in der Messewoche ein Reit-Turnier, das als einziges in seiner Art in diesenj Jahr im Großdeutschen Reich anzusehen ist. Für das großangelegte Programm sind nicht weniger als 1700 Nennungen eingelaufen, darunter I solche aus Italien, Rumänien und Ungarn, I sodaß die Reiterschaften oer Kavallerie-j schulen befreundeter Nationen im fried-I liehen Wettstreit mit deutschen Reitern I um die Palme des Sieges ringen werden. I : Concordia und Gradjanski trennten i sich im Pokalendspiel 2:2 unentschieden. ' Im Wiederholungsspiel blieb Concordia ! mit 6:2 siegreich. j : Japaner schwanun Jahres-Wellbest- j zeit. Bei einem Schwimmfest in Tokio i legte der junge japa^nische Student Mya-r I moto Shigeru 'die 400-Meter-Kraulstrecke in der guten Zeit von 4:46 zurück. Diese Leistung ist die weltbeste Zeit in dies'^m Jahre und um '•/lo Sekunden besser als der erst jüngst von dem Ungarn Ferdi-.nand Tatos mit 4:46.4 aufgestellte neue Europarekord. : 6:0 in Straßburg. Die großen sportlichen Veranstaltungen aus Anlaß der Straßburger Ausstellung »Aufbau am Oberrhein« gipfelten aim Mittwoch in einem Fußballkampf der elsässischen Bereichsmannschaft gegen eine Reichsauswahl, die mit 6:0 (3:0) sicher gewann. 2. Blind« Steuerbefreit sind: a) die Umsätze der Blinden, wenn sie nicht mehr als zwei Arbeitnehmer beschäftigen. Als blind gelten alle Augenbeschädigten, deren Sehvermögen so gering ist, daß es wirtschaftlich wertlos ist — sog. praktisch Blinde —. Diese Voraussetzung ist durch eine Bescheinigung des Bezirksfürsorgeverbands nachzuweisen. Die Ehefrau, die minderjährigen Abkömmlinge, die Eltern des Blinden und die Lehrlinge gelten nicht als Arbeitnehmer im Sinn dieser Vorschrift; b) die Blindenwerkstätten, Blindenanstalten, Blindenvereine und ähnliche Einrichtungen der Blindenfürsorge mit den Lieferungen von Blindenware und mit den sonstigen Leistungen, die sie durch Blinde ausführen lassen. Blindenware sind solche Gegenstände, hei denen sich die Arbeit der Blinden nur auf Handgriffe beschränkt, ihre Arbeit muß vielmehr erst das Erzeugnis in seinen wesentlichen Merkmalen bestimmen. Eigenverbrauch bei land. und forstwirtschaftlichen Betrieben Dieser ist nach § 4 Ziffer 15 UStG steuerfrei, wenn die Lieferungen und sonstigen Leistungen einschließlich des Eigenverbrauchs im letzten vorangegangenen Kalenderjahr 10.000 RM nicht überstiegen haben. Diese Vorschrift ist für das Jahr 1941 bedeutungslos, da nach § 2 der Durchführungsanordnung die Umsatzsteuer für die Lieferungen und den Eigenverbrauch von Gegenständen, die innerhalb eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebes erzeugt und vom Erzeuger seihst geliefert werden, in der Untersteiermark nicht erhoben wird (vgl. »Marburger Zeitung« vom 14. Juli 1941). Sonstige Befreiungen Die {;}§ 27 und 43 bis 45 UStDB enthalten weitere Befreiungsvorschriften. Danach sind steuerfrei: 1. der Umschlagverkehr in Seehafenplätzen; 2. die Umsätze der von den Gebietskörperschaften im öffentlichen Interesse geführten Theater, sofern sie nicht in Form privatrecht-Iicher Gesellschaften betrieben werden und die von öffentlich-rechtlichen Körperschaften veranstalteten Vorträge wissenschaftlicher und belehrender Art. wenn die Einnahmen überwiegend der Unkostendeckung dienen; 3. die Umsätze im Siedlungsverfahren. Diese Bestimmung (S 44 UStDB) ist für die Unternehmer seit der Neufassung der UStDB nur mehr von mittelbarem Interesse, weil die Steuerfreiheit nicht mehr dem leistenden Unternehmer gewährt, sondern dem Siedlungsträger die im Leistungsentgelt eingerechnete Umsatzsteuer vergütet wird; 4. die Lieferung von Sprengstoffen durch Bergwerksunternelimer an ihre Arbeiter zum Gebrauch innerhalb des Unternehmens. WirtschaftsnoHzen X Voller Erfolg der Agramer Messe. Die Zahl der Besucher der Agramer Herbstmesse wird amtlich mit über 260.(XX) angegeben. Die üeschäftsabschlüsse hätten sehr befriedigt. X Istanbul erhält deutsche Autobusse. Da der Stadtverwaltung von Istanbul seitens Englands und der Vereinigten Staaten keine Lieftrmöglichkeiten für Autobusse geboten sind, hat sie eine Bestellung auf Lieferung von 25 Omnibussen an deutsche Firmen erteilt, die bald zur Durchführung kommen wird. VOR DEM RICHTER Ein hoffnungsloser Fall Das Berliner Landgericht verurteilte den 27-jährigen Herbert Hoffcrt aus Potsdam zu fünf Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Der »hoffnungsvolle« iunge Mann gründete bereits im Alter von 14 Jahren eine »Deutsche Eigenheim- und Bau-A.-G.« mit einem Scheinkapital von 3 Millionen A\ark und erbeutete hierbei 1200 Mark. Ein Jahr später setzte er die Betrügereien fort und lebte in Gesellschaft von Frauen als angeblicher »Di-lektor« auf großem Fuße. Nachdem er viele Jahre hinter Gefängnisniauern zugebracht hatte, ging er abermals an eine Firniengründung, wobei es ihm auf geschickte Weise gelang, rund 100.000 R.W seiner Tasche zuzuführen. Der Betrag wurde auf Rennbahnen verwettet bzw, durch einen kostspieligen Lebenswandel aufgebraucht. Ein Mitangeklagter, der sich als sein Rechtsbeistand ausgab, erhielt neun Monate Gculngnis. Schwindel bei der Verniögensabgabe Aus Sofia wird berichtet: Die Kontrolle der Rcgicrun.g zur Überprüfung der Durchfülirung des Gesetzes über die 20"»ige Vermögensabgabe der Juden hat bereits viele strafbare Fälle ergeben. Neuerdings wurde der hiesige jüdische Kaufmann Abraham Steni von der Staatsanwaltschaft wegen Umgehung des Gesetzes belangt, da sich herausgestellt hat. daß Stern sein 1 Millionen Lewa- betragendes Vermögen nicht deklariert hatte. Das nicht angegebene Vertnögcn wurde von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Entgeltliche Mitteilungen (AuDer Verantwortang der Schrlftleltune) * Schlechte Augen...? Diplom-Optiker PETELN beratet Sic! Sehe 8 ForRfwirtschaft MMlion^mverte erharHen. Nummer 234 Stadttheater Marburg a.d. Drau Freitag, den 19, September, 2() Uhr FrUhlingsluft Operette in 3 Akten von Josef Strauß Inszenierung: HEINO WENDENHÖFER Alusikalische Leitung: HANS EICHINOER Tänze; SUSE UFERT 605« Samstag, den 20. September, 20 IJhr Die lustige Witwe Operette in 3 Akten von Franz Lehar auch im Kleinen! Do sind beispielsweise die Eier, von denen jetit eine Anzahl erübrigt und in Gorontol eingelegt werden könnte' Das würde im Winter haushalten helfen und lieh bestimmt lohnen, denn ' «ind wo» wichtig ist: die Eirr können tu jede unti«denl(llcti «ntnommsn und tugriegl werdenl rZ.ilA •denw Bezugsquellen weist nach: Generalvertretung: Wilhelm Brauns. Cilli Kleiner Anzeiger TQchtIger 6957 MELKER verheiratet oder ledig, mit guten Zeugnissen, gesucht. Anget)ote an Otitsverwal-tufig Sanneck, Po^st Fraßlau im Samital. Jedu Wort KMt«! 10 Rpl, dai fettKedrockte Wort 10 Rol Der Wortpreli «IH bis KU 13 Buctistaheo le Wort. ZifferitebUhr (Kennwort) 35 f?o1 bei Stelleimesuchen 25 Rpt. POr ZutendonR von Kennwortbriefen werden 90 RdI Porto berectinet. Aozelxen-AnnahmtschluB; Am Tax« vor erscheinen nm 16 Uhr. •Klein« An-celKeoi werden nur eecen Voreinsendnng tfei Betraces (aacli (n fflltlxen Briefmarken) aufnenommen MIndeiteebühr fllr «Ine Kleine Anzelite RM I.» Briefmarken von Kroatien 1941, Laibacher Bcsctzangs-ausgabe 1941 und chemal. Tu* goslawien ab 1932 suche ich zu kaufen und erbitte Angebote nur mit Preis und Menge. Philipp Hamper, Berlin NW 7. Unter den Linden 56. — Tel. 11 12 23. 6614-3 Kaufe eine komplette Küchen-einrichtung, Adresse in der Verw. 6910-3 wir geben die tratirige Nachricht, daß Frau Helene Trunkl im 80. Lebensjahre verschieden ist. Das Begräbnis findet am 19. September 1941 um 3 Uhr von der Aufbahrungshalle aus am Friedhof in Bninndorf statt. Schönes Speisezimmer, Eichenholz, schwarz, in T r i f a i 1, l.oiie 160, 2. Stock links, sofort günstig zu verkaufen. _61)20-4 Schöner Spitzhund wird blMIg abgeßehen. Anzcngrubci«jas3e Nr. 38. 6953-4 Alte Möbel zu verkaufen. 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In tiefster Trauer Reben wir allen Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht vom Hinscheiden unserer geliebten und treuen Gattin, Abitter, Schwiegermutter, (iroßmutter, Tante, Schwägerin, Frau Maria MedveSek 0. BokSek Ei&enbahnpensionistensgattin bekannt. Die Teure verschied heute nach schwerem Leiden nm halb 6 Uhr früh im 71, Lebensjahr und wird am 20. IX. 1941 um 17 Uhr von der Lei-clienhalle in Fobersch aus begraben. Die hl. Seelenmesse wird am 22. IX. 1941 um 7 Uhr in der St. Magdalena-Kirche gelesen. Marburg, Belgrad, Wien, am 18. Sept. 1941. In tiefster Trauer: Familien Medveäek, Sever, 1941 2akula, Monzef Buchhalter wird zum sofort. Eintritt gesucht. Event, auch Abendarbeit. Musikhaus Pcrz Otto. 6831-8 Lehrmädchen mit vorgeschriebener Schulbildung, aus gutem Hause, wird aufgenom-men im Büromaschinencie-schäft Johann Legat, Marburg, Viktringhofpasse .30. 6952-8 yZwel Lehrmidchen für Da- menschnciderei werden sofort aufgenommen. Modesalon Taiitz, Herrengasse 8, 69.37-8 leder linterslelrer liest die Marinrger Zeitnng! ino Brunndorf Meine herzensgute, allzeit treubesorgte Mutter, Frait Handarbeitslehrerin L R. Trägerin des Ehrenkrettzes ffir detttsche MiHter isl nach schwerer Krankheit im 68. Lebensjahr von uns peganffen. Wii betten sie Freitag, den >9. September auf dem Marktfriedhofe m Vorau (Ost-steiennark) zur ewigen Ruhe. Ilir Leben war erfüllt von Arbeit und Sorge imi das Wohl ihrer Familie und der ihr anvertrauten Jugend. Windisch. Feist ritz, Hartberg, am m. !X. 19M1. In tiefer Trauer: Viktor Qebhart, Hauptschulleiter 6943 im Namen aller Verwandten Die lustigen Vagaliunden WOCHENSCHAU. Voraiellungen jeden Freitajf um 20'30 Uhr, Samstag um 18 und 20*30 Uhr, Sonntag um 15, 18 und 20-30 Uhr. Nächste Woche; «.Der ««rff« illd«**. 6%4 Wir suchen schöne möblierte Zimmer für unsere Gcfolgschaftsmitglieder. Angebote sind zu richten an Verwaltung unter ^frOroßbetrieb«. 6648 BURC-KIMO 'ernrui 1 PreihäiKliger VERKAUF verschiedener MÖBEL nnr ffir perslinlichen Bedarf Samstag, 20. 9. von 3 bis 5 Ulir nachm. Sonntag, 21. 9. von 9 bfs 11 Uhr vorm. Marburg, Blumengasse 18, ehemaliges Magazin Suppanz. Feste Prci«»e! Abgabe nur gegen Barzahlung! Keinerlei Mängelhaftung! 6078 Gekaufte Ware ist sofort wegzuführen! pn Im Verleih der Reichspropaganda-Leitung, Hauptamt Film. Was dieser Film schildert, ist nichts anderes als das Schicksal, das uns andere alle getroffen hätte, wenn der Führer nicht die Gefahr aus dem Osten gebannt hätte. Seine geradezu unheimliche Echtheit in der Darstellung sowjetischen Wesens gewinnt der Film durch den seltenen Vorzug, daß ein Weißrusse selbst die Rolle des Sowiet-Kom-missars spielt mit allen Eigenarten und Hintergründigkeiten der asiatischen Rasse. Für Jugendliche unter 14 Jahren nicht zugelassen! 6951 Kulturfilm! Neueste deutsche Wochenschau! Vorführungen) Heute 16, 18.30 und 21 Uhi Karten von 10—12 und ab 15 Uhr ESPLANADE t*"'ernruf 25-2?- jfikiutkis!** W mt Ei ■V UM m Tobls S Dieser neue Tobis-Film packt ein Thema unserer Tage auf interessante Weise an. Er schildert, wie ein deutscher Junge, der in der verzärtelnden Obhut seiner Mutter und wegen Fhezwistigkeiten dem Vater entfremdet ist. nach Deutschland zurückkehrt. Die Mutter ist gestorben, der verbitterte Vater findet nicht den Weg zum Herzen seines Sohnes und gibt ihn in die Nationalpolitische Erzlehungs-•nnstalt. Hier muß der eigenwillige imd widerspenstige Einzelgänger ttnerfreuHchc Zwischenfälle und seelische Krisen überwinden ehe er in den Gcmeinschafts- und Kameradschaftsgeist hineinwächst. Die verständnisvolle Leitung der l^rzielier, ilie Anerkcinuni^' seiner Leistungen durch die Kameraden uiul ein dramatisches Erlebnis lehren ihn den tiefen und beglückenden Sinn einer echten Disziplin und wahrer Kamer.idschaft im Innersten begreifen. In den Hauptrollen: ALBRFa^T SCHOENHALS - DOROTMEX WIECK - CLAUS DETLEF SIERCK - GUNAR MÖLLER Spielleitung: VIKTOR DE KOWA Für Jugendliche zugelassen! 6%8 Kulturfilm! Neue deutsche Wochenschau! «D ■■ ■■ IB BS ■■ a aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa Anzeigen werden täglich für die nächste Ausgabe nur bis 16 Uhr entgegengenommen. ifMarburgor Zoltung" Ani»ig«n-Abt«ilung YTWJ llauplschriftlcilcr Anton Gerschack, SlcllvcrLrelCüdcr Haup.tscliriftleiler Udo Kaeper — Druck der jjMarburger Druckerei*