MARBURGERZEITUNG steirischen heimatbundes Brscbelnt wtrktlgljch ali MorgenMituag. Baxugsprsli (tm voraus lahlbar) monatllrh RM 2,10 einschllaßUrb 1A,8 Rpf Poslzeitungsgebühn bei Lieferung Im Streifband luzQgllch Porioi bei Abholen In der Geschäftsstelle RM 3,—. Altre cb durch Pofl inonatltcb RM 2,10 (clnsrhl. 19,B Rpf Poatzeltungsgebühr) und 3f> Rpf Zustellgebühr. ElnzelnuTimern werdan cur gegen Vorelnieadung des Einzelpreises und der Portoauslagen zugesendet Nr. 299 - 83. Jahrgang MarburiJ-Drau, Dienstag, 26 Oktober 1943 Einzelpreis 10 Rpf amtliches organ des Verlag und Schrif'leltung Marburg a. d. Drau, Badgaua Nr. fi. Femnifi Nr. "»S-B?, 25-68, Ab 18 Uhr (täglich außer Sam»lag) lit dta Schrtftleltung nur auf Peniruf Nr. 28-67 erreichbar Unverlangte Zusihriften werden nicht rückgesandt. Be) »amtlichen Anfragen ist das Rückporto beizulegen. Postscheckkontn Wien Nr. 54.fiM. Geschiftsslellen in Cilll, Marktplatz Nr. 12, Fernruf Nr. 7, und in Pettau, Ungartorgasse Nr. 2, Femruf Nr. 80 JV?// 47 Stegeswimpeln w die Heimat »Das also ist Wolfgang Luefh" In mehrmonatigem Kampf auf See erwarb er sich Schwerter und Brillanten aut der gleichen Pcindtahrt Von Kriegsberichter Herbert Sprang PK 25. Oktober Ist Lueth schon eingelaufen? Wo steht Lueth? Wd6 macht Lueth? Habt ihr was von Lueth gehört? So und ähnlich fragen die Kommandanten, die in den letzten Tagen, von Feindfahrt gekommen, ihre Stützpunkte anlaufen, fragen die alt00 Tage und W)0 Nächte am Feindl Das heißt fast zwei Jahre hindurch ununtf^rbroch^ne Kample mit Zerstörern und Korvetten, Flugzeugen und feindlichen Frachtern, das heißt Wachen und Warten, das heißt zwei Jahre hindurch nicht aus den Kleidern kommen, zwei Jahre keine Nachricht von daheim, zwei Jahre keinen festen Boden untei doin Füßen, fiOOTage und Nächle hindurch keinen festen Schlal, immer bereit, emporzuschnellen auf die Brücke, um Jäger oder Wild' zu sein. Denn d.is war er in all dieser Zeit, kühner Jäger oder nehet7tes Wi'd, einer unter den vieien grauen Wölfen, Sein Erfolg in diesem harten Ringen ist von einmaliger Größe. Gauleiter a. D. Maierhofer gefallen nsk Berlin, 25 Okiober Am 22 AujJust ist der Gauleiter a D. Franz Miiicrhofcr bei den schweren Ah-wehrkämpfen im Osten gefallen Damit hat ein kämpfprischcs T.ebcn im höchsten Einsatz seine Frfüllunß gefunden Seit 1921 siand Gauleiter u. D. Maierhofer in den Reihen derer, die sich zum Führer bekannten, Irn .lahre 1929 wurde er Stellvertretender Gauleiter und 1*^30 Gaulf^iter im danialiijcn Gau Ohcrpfalz 1933 wurden die Gaue Oberpfalz, OSer-franken und Nicderbavcrn zum Gau Baverische Ostmark (jetzt Bavreuth) zu-sammenflclefjt. Seitdem fand P(<. Maierhofer eine vielseitijje Verwendung in Partei und Staat. Er s^and seit Retfinn dieses KriejJes bei der Wehrmacht, zuletzt als A'.ajoi* d. R Gauleiter a D. Maierhofi r wnr Träiier des Goldenen Parteiabzeichens und wurde mit dem Deutschen Kreuz in Gold und den Spanijen zum Eiserne» Kreuz I, und II Klas.se aus(fezeichnet. Lueth beim Führer Ein Tagesbefehl an die Kriegsmarine dnb Führerhauptquartier, 25. Oktober Der Führer empfing Korvettenkapitän Lueth, Kommandanten eines Unterseeboote«, und überreichte ihm das ihm am 9. August verliehene Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. * Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Großadmiral Dönitz erließ anläßlich der großen Ehrung des Korvettenkapitäns Lueth durch den Führer folgenden Tagesbefehl «n dit* U-Bootwaffe: »Soldaten der if-Bootwaffel Der Führer hat dem Korvettenkapitän Wolfgang Lueth nach seiner Rückkehr von der 15. Feindfahrt am heutigen Tage das ihm verliehene Eicheiilaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritteikreuz des Eisernen Kreuzes überreicht Damit hat einer der ältesten Kämpfer aus Euren Reihen als erster Offizier der Kriegsmarine die höchste Auszeichnung erhalten, vom ersten Kriegstage an ununterbrochen im harten Kampf unter der englischen Küste, in erbittertem Ringen der Geleitzugschlachten und unermüdlich jagend in den Weiten des Atlantiks und Indischen Ozeans Sein v«rh'st^ene Zähigkeit, sein blitzschnelles Zupacken und sein entschlossenes Draufgängertum vevkörpern vorbildliche Haltung und Leistung des deutschen U-Bootmannes, Dönitz, GrolJ'tdmiral und Oberbelehls-haber dei Kneijsmdrine.« i "K-KrieijÄKcrictitcr Kunstmnnn (PRZ — Sehl Das Krankenrevler eines niegerhorslet zwischen Peipus- und llmensec ist mit lOfl Betten 'jueyesltitlet und besieht aus drei Stalionsbardckcn, einei Zahnstation, Behandlungszimmer, l^eslrahluncjsraum mit Röntgt^ngeräl, Apnlli, ltf> unri Dusrh-räum In einem bombensicheren Operationsraum können auch schwere chirurgische Eingriffe vorgenommen Verden Die Lleincn Pinge Auch sie sind heute wicJitijj Von Hermann Okrab Einei sdß Liu.iu Morgenkaffee und las die Zeitung hs waien nicnt nui gute Nachrichten, die dori zu lesen waien. Schwere Kample im Osten, wieder iigendwo Wounfiauaer deuiscbei Meu-sciien vom Feind in Schutt und Asche vei wandelt. Ausai/bewegungen m Italien. Nicht scuon auch wenn man sich darüber klai sem kann, daß der Feind uns so aul keine:i Fall den Sieg ent reißen wird. Der Mann machte sich seine Gedanken und erklärte der Frau Sinn und Ziel dei Maßnahmeil unserer Staatsiührung Ganz richtig in«cli.te et das, denn sein Glauben an den Sipg ist unerschütterlich, Die großen Dinge bringen :hn nicht aus der I^assung. E- steht aufrecht, wie es sich in Kriegs/e ten für einen Mann gehört. Als dei gleu he Mann wenig später den überfüllten Omnibus bestieg, fuhr er die Schalfnerin nnd einige andere Volksgenossen an, weil sie sich so ungeschickt benähnicn was diese selbst keineswegs so fanden Der Mann verdarb also schon am Ii üben Morgen die Stimmung sich selb'.t, den anderen, die sich über ihn ärgern und der kleinen Schaffnerin, dif' nun wirklich nichts dafür kann, daß de? Omnibus überfüllt ist Die großen Dinge meisterte der Mann, wie es sich so aehört. Und die kleinen Dinge übersah er ja, schlimmer noch, er mißachtete sie. Verdorbene Stimmung Ein kleines Beispiel nur daß jeder kennt, jeder täglich erlebt ja, das wir vielleicht alle selbst von Zeit zu Zeit einmal geben Wir tun manchmal alle so, als würde der Krieg nur auf den Schlachtfeldern, auf See und in den Kanonenfabriken entschieden, und vergessen dabei, daß die Anstrengungen die täglich, stündlich von uns gefordert Der deutsche Wehrmachtbericht Verstärkte sowjetische Anstrengungen Eigene Gegenangriffe im Einbruchsraum bei Krementschug — 282 Sowjetpanzer abgeschossen — Einzelziclc in London bombardiert dnb Führerhauptquartier, 25. Okiober Da« Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An den Schwerpunkten der großen schweren Abwehrkämpfe dauern unvermindert an. Zu harten Kämpfen kam es auch we»l-llch Smolensk. Starke Durchbruchsangriffe der Sowjets scheiterten dort an Abwehrschlacht im Süd- und Mittelab- i dem zähen Widerstand unserer Truppen, schnitt der Ostfrnn' kam es gestern zu besonders erbitterten Kämpfen ' Mrhrerp südwestlich Melitopol in schmaler Front aiigreifonde -Sowjet-Divisionen wiirdon unter hohen Verlusten abgeschlagen, einige Einbrüche abgereigelt. Belderseit« Dnjepropetrowsk gelang es feindlichen Kräften unter dem Schulz dichten Nebels auf dem wnsdichen Dnjepr-Ufer Brückenköpfe zu bilden. fin hinbruchsraiim südöstlich Krementschug wechselten starke feindliche Angriffe gcqcn uinere Ahrieqeliuuisfrnn-ten mit eiqeneii Gccieiidugritlen. Die Sowjets verstärk teil ihre Anslrengunqen, auf Kriwoi Rog durchzubrechen. Die die im Gegenangriff vorübergehend verloren gegangenes Gelände zurückeroberten und dabei eine schwächere feindliche Gruppe vernichteten. Von der übrigen Ostfront sind nur örtliche Kämpfe aus den Abschnitten nördlich Kiew, beiderseits der Sohs-Mün-dung, südwestlich Welikije LukI und südlich de« Ladoga Sees zu melden. In den schweren Kämpfen der letzten beiden Tage wurden 282 Sowjetpanzer, davon die meisten an der Front zwischen Asowschem Meer und Krementschug (iliqeschossen An der süditalienischen Front fanden gestern keine nennenswerten Kampfhandlungen statt. Starke deutsche Kampffliegerverbände griffen erneut mit gutem Erfolg den feindlichen Versor-jungsfitützpunkt Neapel an. Nach inzwischen eingegangenen Meldungen versenkte die Luftwaffe in der Nacht zum 22. Oktober im östlichen Mittelmeer einen feindlichen Zerstörer und beschädigte einen zweiten durch Bombentreffer über den besetzten Westgebieten wurden gestern elf feindliche Flugzeuge, davon neun durch Flakartillerie der Luftwaffe abgeschossen Nordamerikanische Bomber überflogen bei dichter Wolkendecke und Regenwetter Südostdeutsrh-land und warfen planlos und weitzerstreut Bomben auf einige Orte, In der vergangenen Nacht fanden Einzelangriffe durch feindliche Störflugzeuge auf Westdeutschland statt Deutsche Kampfflugzeuge bombardierten Einzelziele im Stadtgebiet von London werden nicht nur auf die Gebiete der Afbei! als soichei aiiem bescnrankt bleiben sondern auch alle Fragen dar Sliiiununy, des Geiunls und dei Ittemen Diuge umfassen mussun ßi.'S bitteres Gest hick /u »'fl-gen hat und dei wahrlich alle« dndere verdient hatte, als argernis-Tfegt nde Menschen in seiner Nahe zu sehen Da ist zum Beispiel Es sind die kleir>en Dinge, aus ileiu-n sich das Leben zusammi'iifiiijl. Du* Stunden der großen Iieiiüen und der gioßen Note sind immer seit'Mi. iJ.e scheuibaien Nobens/ichlichkv'iten wirki u auf uns ein, gut oder sch e( hl je nai h Lage, und aut die Klo.n.gkt'Uen, d.e Nebensächlichkeiten zu achten, ist d.ir-um schon eimger Muhen wert Wie wunst henswert dei Mann, der Roziig.--scheine auszustellen hat, der jedem e;n freundliches Wort mii dem aut den V^'eg gibt. Er muß öfter Nein sagen als Ja aber das Nein kann freundlich gesagt werden, Er kann veisiichen, es kurz zu begründen und den Fraue^, die oft wirklich größeie Sorgen h.iben, unniit/o Wege ersparen Wenn sie nicht brknni-men, was sie wollten, hat man sie aiub nicht noch zusätzlich geärgert Der abendliche Briel der Soid.itenfiauen die Front sieht sicherlich froher aus, als wenn da nun einer ihnen mit Ruff und Baff entgegentritt. Vernünftig jener Autofahrer, der des Reiches Benzin verbraucht, aber bei der Fahrt die ihn zu seinem Werk nath draußen bringt, immer den Wagen voller Menschen hat, die er gewissermaßen ciut der Straße aufsammelt jenen zur Freude und sich auch. Denn dis frohe Dankeschön der Volksgenossen ist auch für ihn eine Nettigkeit die wieder e,p wenig Licht mehr in seinen situmpfen Alttag bringt Und Wie klug doch der Retriebstiihrer, der — und sei die morgendliche Post auch noch so voll unverständlicher Fragebogen und dummer Dinge gewesen ~ sich zu einem freundlichen lächeln zwingt, wenn ei durch den Betrieb nebt. Er weiß, daß die Ren ■^inerpanv^rn entschieden, genau so wfhtn w e diese ist das Gewehr und die M inH'iran.-^fe in d ^r Faust des einzelnen M 'nnofi 7iis.immen erst erzwingen ( ie W ff 'n rinn Sien, drauf^en und da-h-^tm Und was draußen die Hnndfeuer-w iffo tUirv»<^nt, das ist 7U Haufl gewissermaßen jener Teil unseres g«>mein«nmen Lebens d-ni wir die kleinen D'nae nennen rrorhtrn. Wer auf «ie achtet, mit k'elnen kampr,ndsrh?tftlich'>n Hilfen, ei-nnm fiii'^Truntornden Wort manrhm^l nur, p'nor r'o^itivnn Mflltunn bei allen Fällen, die vorkommen, den ''nderen das ohne-h'n ja n'rbf von Freuden überladene Leben IpThter mnrht. lei'itet einen genau so wirhtinnn Reltran 7iiTn S'en wie jener andern vom hoh^n Podium herab iiMf'iitinlnde Worte sprirht Aus fangend kleinen bunten Steinchen setzt sich unser Leben zusammen. Gefangene erobern eine Insel Eine abenteuerliche Fahrt — Dnitsche Grenadiere im Schlepp eines britischen U-Bootes Flieger und Fallschirmtruppen greifen ein — Der gelungene Handstreich dnb Berlin, 25, Oktober Im Dodekanes wurden, wie der Wehr machtbencht vom Sonntacj meldete, d e Insel Lcvitha und Stampaglid von deutschen Truppen genommen Bei den Unternehmen bewiesen unsere Soldaten vorbildlichen Schneid. Üer Handstreich auf Levithd wuide durch Grenddiere eingeleitet, die vorübergehend in britische Gefangenschaft geraten waren, sich durch eine abenteuerliche Flucht gerettet hatten und dabf»i noch einen britischen Offizier und zehn Mann als Gefangene mitbrachten. Einige Tage zuvor waren diese Grenadiere mit einem Boot während eines. Elkundigungsvorstoßes gegen eine rtb-geirgene Dodekanes-Insel auf offenem Meer von schweren britischen Marine-Hinheiten überfallen worden. Durch die Gianaten der Schiffsgeschütze wuiden Eoot und Steueranlagen mehrfach gc troffen und das leckgeschossenc Fahrzeug begann zu sinken. Die beim Beschuß nur leichter verwundeten Grenadiere machten sich, als die feindlichen Schiffe abliefen, sofort daran, das Boot wieder klar zu machon Sie stopften die Schußlöcher, brachten das Steuer in Ordnung, schöpften das eingedrungene Wasser aus, und schließlich sprang auch der Diesel wieder an. Hf.lm Versuch, trotz fehlenrler Seekarten und anderer Hilfsmittel das befohlene Ziel zu erreichen kam das Boot in Sicht eines britischen Zerstörers, so daß der die Grenadiere führende Leutnant beschloß, die nächtsgelegene Insel anzusteuern. Beim Landen wurde das Boot gptroflen; es gelang jedoch noch an Land zu kommen. Beim Bergen der Verwundeten wurden die Grenadiere von Ladogliohöi igen Italienern umstellt und und gefangen. , Nach einigen Tagen erhielt der Insel-Kommandant den Befehl, die gefangenen Deutschen zu einem größeren britischen Stützpunkt zu bringen. Die Grenadiere wurden bei Nacht auf einen britischen Motorkutter verladen, doch setzte dessen Motor auf hoher See aus und konnte nicht mehr in Gang gebracht werden. Wenig später nahm ein britisches U-Boot den Kutter in Schlepp. Im Morgengrauen entdeckte jedoch ein Aratio-Flugzeug die beiden feindlichen Schilfe, Das U-Boot kappte nun die Tiossen und tauchte schnell weg. D'esen Augenblick nutzten die Gre nadlere aus und forderten die britische Dootbesatzung auf, die in der Nähe liegende Insel Levitha anzulaufen. Die immer noch bewaffneten Briten verleg ten sich jetzt aufs Verhandeln und boten den Großteil ihrer Vorräte an, wenn sie dafür unbehelligt an Land gesetzt würden Unsere Soldaten nahmen den Vorschlag an und man landete Es war nun zu befürchten, daß die Briten vei-suchen würden, mit Hilfe der an Land befindlichen Funkstation Verstärkungen herbeizurufen Doch unsere Flieger erschienen am Morgen nach der Landung von neuem, nahmen die Sendean-lagen unter Feuer und verhinderten so die beabsichtigten Hilferufe, Gleichzeitig brachten sie Waffen mit und nahmen dafür Verwundete an Bord. Nochmals drohte große Gefahr In der aber von neuem von Küstenartillerie folgenden Nacht als mehrere britische unter Feuer genommen und wiederum Schnellboote erschienen, um den Kutter seine Besatzung und die deutschen Soldaten abzuholen. In letzter Minute ka men aber die deutschen Plugzeuge zurück Sie zwangen durch Bordwaffen feuer die Schnellboote zur Umkehr, be schössen erneut die Funkstation und si Charten einen Landeplatz für die Fall schirmjäger, die daraufhin landeten und gemein??am mit den Grenadieren die Insel Levitha nach kurzem Kampf in Be sitz nahmen In den Transportflugzeugen der Füllschirmjäger wurden dann di? verwundeten Grenadiere, die gefangenen britischen Seeleute und die Reste d^r feindlichen Inselbesatzung zurückgebracht. Im Gegensatz zu diesem durch Handstreich erzielten Erfolg war die Weg nähme der Insel Stampaglia das Ergebnis eines planmäßigen Angriffs. Seit den frühen Morgenstunden des Freitag bombardierten zur Vorbereitung des Unternehmens Kampf- und Sturzkampfgeschwader die von Badoglio-Verrätern und britischen Truppen besetzten Hauptverteidigungsanlagen Die gut in ihren Zielen liegenden Bomben hielten .die feindliche Abwehr nieder, so daß unserv» Fallschirmjäger absprangen und die Landekommanf'os an der Küste Fuß fassen konnten. Durch die Luftwaffe gesichert, gingen die Kampfgruppen sofort gegen die feindlichen Stellungen und Parackenlager vor Die Widerstands kraft der Inselbesatzung war jedoch durch die vorausgegangenen Luftangriffe bereits gebrochen, so daß schon gegen mittag d'e ganze Insel genommen war Zahlreiche Gefangene, unter ihnen viele Priten, sowie große Beute an Waffen dm unter allein sieben schwere Bat terien, fielen in unsere Hand. Ein Heimkehrerschiff legt an Der Austausch zwischen deutschen und britischen Verwundeten Von Kriegsberichter Alex Schmalfuß dnb ... 25, Oktober Ans Oran kommend, trafen vier Schille in einem Vlittelmeerhafen mit (loulsclien Verwundelen und rund 3400 Saiiiliitfisolddten em, die gegen eine entsprechende Anzahl britischer Verwundete! iHul Antjehöriqer des englischen Sa-nildtspi .'soncils dusqetauscht wurden. LrstnidLq in diesem Kneqe kam dieser nath den Bestimmungen der Genfer Konvention vom Internationalen Roten Kreuz ausgeführte Gefangenenaustausch zustande, dem in Kurze weitere folgen werden. m Au« dem Dunst eines frühen Oktober-morqens, der hier an den Gestaden des nörtilichen Mittelmeeres noch mit sommerlicher Wärme aufwartet, wachsen die Umrisse eines großen Frachtschiffes Nähet lind naher schiebt sich, von Schleppern qp/.oqen, der Koloß heran. »Frelge-leil steht in riesigen Lettern an seinen Bf Ii (I wänden Aber auch ohne diese Auf- hrifl würde man wissen, daß jetzt nifhl einlach nur ein Frachtschiff ein-i.iiiff, sondern daß es ein Schiff der f ■.Ilde und der frohen Erwartung ist, ( !! Ilr nikchrerschiff mit dem deutsche S n ici' ■ olchiten aus der (jelanqenschdft ■/a? urkkommen. Marsc hmusik, von einem Musikzug der V -ffn-f^ gespielt, klintit auf. Vom "'-hitf w'nken clie Heimkehrer, ein Sieg-h( !l St hallt zum Kai, auf dem Vertreter t!; 1 »berkommandos der Wehrmacht, d, s D'Mitschc^n Roten Kreuzes, Sanitäts-r'-t!(i, ■ n und Schwestern des Roten Kif 'i ''S zur Begrüßung warten. Schlag-.f Ie zur Landseite hm hat das große .i. fi II, weil sich an Bord die Heimkehrt r (ir-jnqcn, um die ersten Grüße hin-iilc 'z iwiiiken, über den khakibraunen l : i! jtmcn leuchten die t)rnunqebrannten r . rht-r der »Afrikaner», aus deren A'uipri die Freude über die Heimkehr .-ij; ' ht. Aller in manches stiehlt sich .1 'i eine srhüchtern verwischte Feuch-l ikf i deren «ich keiner zu schämen l,ia 'hl. Wcinn zuvor hat die Erschütte-ruiiq alt he Gewalt errungen wie sie in der .s'u'i'le der Heimkehr über Manner er •nn. d e Kameraden bluten und «jter-ben - ihen, die oft und oft ebenfalls diirrh fl is Revier des Todes qingen, die Hilf h hifter d^m Stacheldraht der Ge-ianri"!- .'haft t.iofpr und trpu waren. Ic - h'nr fiirh'-lnder Wind treibt grnue V.'n'ki"n ke'e über r^pn H'rnmpl, in d' n dir- r(i(.!ii>n Vcrladekräne das heute nur Tiof'h mit notwend'oen Fahrzeunen des Kr f'fics ripf'illtffn Hafens riKien Während des Anlf'ir'm .rövers prscballt vom Schiff hcrülifr ( .p ang. »Deutschland wir lie- ben Dich« klingt das Soldatenlied aus Und dann ist es soweit, daß die armdicken Taue und StahUroßen über Bold gehängt und von den Hafenarbeitern ergiilfen werden. Die Landebrücke wird hinübergelegt, die Ausschiffung beginnt. Zwar ist es noch nicht deutscher Boden, den sie betreten, aber doch ist hier, wo deutsche Soldaten die Wacht gegen den Feind halten, die erste Station dei Heim kehrer erreicht. Rote-Kreuz-Schwestu.:! übergeben jedem der Heimkehrer einen Blumenstrauß Und dann spricht der Chef der Marinedienststelle zu ihnen. Nicht viele Worte macht er in diesen ergreifenden Augenblicken, in denen nur das überglückliche Herz sprechen will. Von der Treue der Heimat zu allen ihren Soldaten an den Fronten und in den Gefangenenlagern berichtet der Admiral und von dem Stolz, mit dem die deutsche Wehrmacht die heimgekehrten Kameradin empfängt. Das Siegheil auf den Führer und die Lieder der Nation verklingen. Dann besteigen die Sanitätssoldaten, die mit dem ersten Schiit kamen, den am Kai wartenden Sonderzug, der sie in die Heimat bringen wird. Vorher erhält jeder noch ein Liebesgabenp.iket und Wolldecken und einen Mantel, da die Heimkehrer ja aus dem tropischen Klima in den Herbst des Nordens fahren. Währenddessen wird schon das zweite Schiff in das Hafenbecken bugsiert. Au( h dieses Schiff höt Schlagseite zum Landekai, weil sich da oben die »Afrikaner« drängen, um schon die Blicke dorthin vorauszuschicken, wo nun das Reich s e wieder in seine Obhut nimmt. Rührende .Szenen spielen sich ab. Kameraden, di» sich zuletzt in El Alamein, in Tobruk oder Tunis sahen, können sich wieder begrüßen, und mit einem beglückten »jetzt nicht mehr nötig, Gott sei Dank«, überreicht ein SanitätsfeUlwobel, dem die Freude aus den Augen schaut, einer Ro-ten-Kreuz-Schwester seinen Miicken-schleier Soldatenhcinde «tiecken sich einem entgegen, werden qedrückt und umgreifen dann viel behutsamer den Blumenstrauß, den die Schwester als ersten Crufi Her Heimat hineinle(|t. Die Schwervei wundelen. sofort der besten ärztlichen Obhut unterstellt, werden in die bereitstehenden Lazarett,-üoe ge-traqen Nun s'nd auch s'e wieder d.'h-^'m und die Heimat wird fh^en dfis Onfer danken, Haß sie ihr brachten 'n d^n nächsten Tanen werden die Srhifff' wieder ausfahren, um britisch^ Gnfannpne nach Barcelona zu tran'jnortierf^n und dafür abermals deutsche Heimkehrer zu übernehmen. ben ebenfalls das Recht, diese Bar zu besuchen, erhielten aber von ihren vorgesetzten Dienststellen nicht die Genehmigung, von dieser Vergünstigung Ge-braucii zu machen. Wie man sieht, herrscht in Teheran, trotz des Ernstes der Zeit, eine frohe Stimmung, über das Land aber herrscht klug und weise der junge und elegante Schah Mohammed Reza Pachlewl, der 1941 seinem tyrannischen Vater dank der Hilfe der Alliierten auf dem Throne folgte und d^für sorgen konnte, daß sein Land vor dem Zugriff Fremder bewahrt blieb.« Dieses »Stimmungsbild aus Teheran« ist eine Spitzenleistung britischer Ge-wissenslosigkeit. Sein Verfasser aber hat der britischen Agitation keinen guten Dienst erwiesen. Selbst das Beirutei Blatt, das ihn übernahm, kann trotz «ei ner alliiertenfreundlichen Schlagseite nicht umhin zu bemerken, daß dieses »Stimmungsbild« wohl kaum geeignet sei, bei Her Öffentlichkeit der nahöstli-chen Lflnder günstige Ansichten darüber auszulösen, wie es um eine Unabhinqig-keit im Zeichen britisch-amerikaniech-sowjetischer Zusammenarbeit bestellt Ist Außer dem Hinweis auf den »eleganten junnen Schah« sei bemerkenswerterweise nicht ein einziges Mal von Iranern die Rerle. Der englische Korrespondent scheint für diese Schweigsamkeit besondere Grilnde zu haben. Kaugummi statt Brot Keine Schiffe mit Lebensmitteln nach Italien dnb Rom, 25. Oktober In Neapel wurden einige hundert Männer cin|rfj[fentl'( ht einen Bericht eines englischen Sondorlierichterstatters, in dem es u, a. heißt' »In den breiten Straßen Teherans sieht man nur l'nifo'men Amerikanische, englische und russische Soldaten qeb'»n den Ton an Darüber hinaus aber trifft man polnische, französische, tschechische FluchtliiKte und .luden, größtenteils auch mit den Unilormen irgendeiner Sonc'er formition dpr britischen Nnhostarmee Min merkt »ofoit, Teheran ist heute mehr als eine mo'lerne Hauptstadt, es ist ein internationaler Schnittpunkt, ein »Vorzimmer" zwischpn den Demokratien und der Sowjetunion (!). RusaI-sehe und amerikanische Kräfte beherrschen die Fabriken Der Teheraner Flug-plutz Glidlfinorghi beherbercjt nur Flug- Istrien, im Oktober Cdpodistria heißt eine kleine Inselstadt an der westlichsten Spitze Istriens, reizend gelegen, ins Meei hineingebaui, mit dem Lande nur durch einen schmalen Landsteg verbunden. Fischer wohnen hier. Bekannt ist das Städtchen, nicht zu seinem Ruhm allerdings, durch ein großes Gefängnis mit schweren Jungen und ])ülitischen Hciltlingen, nebenbei eine Quaratänestation für Gefangene, die hinterher in andere Zuchthäuser über-[ führt wurden Am 27 September nahmen die kommunistischen Banden von der Stadt Besitz. Sie hatten offenbar spanische Vorbilder vor Augen, als sie den Gefängnisdirektor einsperrten und ins Gefängnis eindrangen. Wenige Minuten spater waren sämtliche iiaftlinge in Pieiheit. die meisten hatten schon ein Gewenr in der Hand und eine Mütze rr.it einem Sowjetstern als Kokarde auf f!rm Kopfe. Und nun begannen die Gefangener zusammen mit den Banditen eine Schreckensherrschaft in der Stadt, Zuerst stahlen sie alles, was nicht niet- und iiagelfest war, sprengten Geldschränke und Sales mit Handgranaten, Alle? was in der Stadt einen Namen hatte oder ul' Faschist bekannt war, wurde festgesetzt, IJnqefähr 200 Finwnhner verluden sie auf Lastwagen und schafften sie in das Landesinnere Der Gefängnisdirek tor wurde von einem Schwerverbrecher, der noch 30 .lahre hinter Schloß und Riegel vor sich hatte, »verhaftet«, und mit Fuf^tritten und Kolbenstößen, die H^nde auf den Rücken gebunden, ver-laden Auf dem Wagen nahmen sich fhem.ilige Häftlinge,' darunter auch Frauen, seiner an, und fort gings, Etwa 14 Tage lang wurden diese 200 Menschen unter unwürdigsten Hedin-cinngen in einer rjarngp festnehalten Tf^qliche Verhöre durch die Randiten-b^'i|>flinge endeten stets mit Fmistschlä-gpn Ins Gesicht und mit Kolbenstoßen Aiispeitsc hungen waren an der Tn-ft.inordnunq f^le Verpflegung war wie nian es erwartet- trockenes, angeschimmeltem Brot Bohnensuppe die verdor-Luii roth und nur uncjerührt werden Dem Herbst zu In ltdem Jahr um dieae Zeit hat der Feind auf die Herbststimmung bei uns spekuliert, aber noch nie so stark tttie in ditsem Jahr. Dtu Nahen des Notfem-bers erinnert ihn — wie sehr zu unrecht, hat man drüben immer noch nicht begriffen, oder man weigert sich, es zu begreifen — an den ewigen Traum von einem neuen 1918. Besonders in den an-gelsächsischen Ländern lebt weiter die volftstümliche Vorstellung, als wenn sich allet wiederholen müsse Diese Hoffnung wurzelt heute umso stärker, weil sie io verknüpft ist mit dem Wunsch, der Errichtung der vielberedeten zweiten Front im Westen und der drohenden Rfutopfer bolschewistischen Ausmaßes selber enthoben XU werden. Die plutokratischen Regierungen haben lange versucht, der Verlockung einer Festlegung von bestimmten Terminen entgegenzuarbeiten. Sie kennen die stimmungsgemäß damit verbundene Gefahr. Besonders wenn es sich wie diesmal um die Kurve des fünften Kriei^sherhstes handelt. Im November endete der vorige Weltkrieg, Wenn der November diesmal den Feinden nicht das ersehnte Emebnis bringt, so droht stimmunffsmäßig drüben eine erste Bela^iunpsprobe, der meiiere folgen dürften. Der Nimhttx der Vnrattf-sapen, es müsse alles ablaufen -»pet^nn wie damals*, ist ohnehin bei einem Teil der Massen mindestens in England fitarb erschiHtert. Bei anderen, besonders in den USA, wo man fa noch weniPer von Europa weiß, hat er seine ma'*i*rhe Kraft noch behalten Geht der Krieg ab^r über dhsen Ht'.bst hinweg weiter, droht T ttwa eine neue unvorherfiesrf'ene Wendung zu nehmen, so kann die ffrak-tion der breiten öffentlirhkeit unter Umständen den Absichten Roosevelts recht zuwider ausfallen Die Blätter fallen und auf der GePenseite manche der to sorpfältlg aufgebauten Kulissen, — darunter eine, die einmal »0 sicher auf unseren Zufantmen-hruch berechnet worden war ime Wihons 14 Punkte: die Atlantik-Charta Die neuen Illusionen werden folgen. Ein Sprecher des Londoner Nachrichtendienstes sapte dieser Tage warnend, man werde anstelle eines deutschen Zusammenbruchs in der nächsten Zeit vielmehr auf eine enorme deutsche Kräh-entwicklung nefaßt sein müssen, um die Gefahr Im Osten zu beschwören und auch don Westmärhten Einhalt zu gebieten. Das unterscheidet sich Wesenffich von den bisher üblichen Herbst und Win-terproPnosen. _ konnte, als schon mehrere Tage mit schrecklichem Hunger vergangen waren. Das Quartier war eng, dreißig Menschen in einer kleinen Garage »Ein wahres Inferno, eine Hölle von Moskauer Zuschnitt«, sagt einer, der alles miterleben mußte. Die ehemaligen Häülinge zeigten sich als zünftige Banditen. Einer von ihnen, der sein Leben lang wohl nicht mehr hinter den Gittern hervorgekommen wärca, wurde vlliin'l Tfion B.iiiing.i'lnct, HflUptsrtirlUleiltmg Anton Gersrhark, r.. 7.t In Urlaub, «t^llvertTMiirKinr Haupticlirlltldlor RoIhtI Kratzi^rt, alle In Marburg a d. Drau, HaclfiaMP fi. Zur Zelt für An/nigpn dlp Prpmltsln Nr, 3 vm« 10 April 1943 Au«fflll der Liofrriinq Hi-» BtaUai l)«l lifttierer tlewalt odiir Betrlobsstttrunci aibt keinen Aniiiruch «ul Rüi k/dliluiiü de» Hozuyf- Dienstag, 26. Oktober 1943 * Nr. 299 * Seite 3 HeimaHidu Ruadstk»» Sparen und siegen Der Lebenswille unseres Volkes in dirsfein Kriege äußert sich besonriors im Willen zum äuflerslcn Kampf um Recht, I r^'iheit und Ehre, im Willen 7ur uncr miidlichen Arbeit an den Mitteln de» Ktimpffis und im Willen zur Sparsamkeit mit Material, Zeit und Geld Kfmpfwille, Arbeitswille und Spar-wi'le entspringen dem Lebinsw'llen dei Gemeinschdit genau so wie je des Ancjehöriqen der Gemeinschaft — und vereinigen sich im Kriege in dem Willen zum Sieg. Die Aufgabe der Willensbildung durch die Führung der Cemeinsrhrtlt ebenso wie in der Bnist jedes Volksgenossen ist es, all die genannten Willenskräfte imm^r wieder zu erneuern und zu stärken, So ist die Deutsche Spnrwoche 1943, die jetzt zwischen dem 2.'}. und 30, Oktober staltfindet, ein Appell an den Sparwillen des deutschen Volkes. Felsenfest im Glauben an den Sieg Der Ortsgruppentag in Franz ein einmaliges Erlebnis Der unfcrsteirische Herbst hatte seine i worauf der j(roßc Führerappcll abjjehalten schönste Farbenpracht entfaltet, um den Orts^ruppentajl in Franz, der als letzter in der Untersteiermark am 23. und 24. Oktober abjjehaltefi wurde, einen prächti-l2en Rahmen zu geben. Bereits am Freitag den 22. Oktober waren aus den Patenorts-dnippen der Altsteiermark, Trieben und Gaisnorn, sieben Amtsträfier erschienen, um an diesem Festlagt teilzunehmen, die Kameradschaftsarbeit zu verliefen, aber auch um Land und Leute kennen zu lernen. Im schönsten Feslschmuck Am frühen Mor|{cn des Samstags legten die Häuser Flaggenschmuck an. Die Fenster wurden mit Tannenreisig und Fensterfahnen geschmückt, während die Fahnenstraße den sauberen Markt ein besonders festliches Gepräge gab. Uniformen beherrschten die Straßen. Männer und Frauen haben ihr bestes Sonntags- Aufgeruten werden Bauern und Hand- ' fcstklcid angelegt. F.ine frohbewegte er werker, die Berg- und Werkarbeiter, die Frauen im Haushalt und Betrirbe, Beamte, hoch und niedrig, jung und all, kurz, alle Schichten des Volkes im Unterland. Jeder soll sparen! Der Sparsinn lieg! im Wesen aller Deutschen, Oft ist aber das Sparbewunt-sein nur flüchtig oder nicht umfassend genug. Darum gilt es, den Sparsinn auf breiter Basi^ zu wecken. Jeder über-piüfe sich selbst und wird bald herauB-linden, wieviel er noch durch vernünftigere Einteilung der Zeit, des Materials oder des Geldes zu sparen vermag und 7U sparen hat. Wer planvoll spart, spart am besten. Ersparte Zeit, erspartes Material und er-Kpartes Geld stellen Vermögen dar; im HdUBhall für die Familie, im Betrieb für | den Betrieb und in der Vnlskwirtschaft für die Volksgemeinschaft, Ersparte Zelt, erspartes Material und erspartes ] Geld dienen unserer Lebensführung, sie dienen heute der Kriegführung, denn die Lebensführung des Volksgenossen wie der Volksg«meinschaft im Kriege entspricht der Krleg/ührung. Die Ersparnisse des Krieges dienen 80 dem Siege und erst der Sieg macht sie zu Ersparnissen des Friedens, Wer Zeit, Material oder Geld im Kriege dem Dienste der Gemeinschaft vorenthalt oder gar verschwendet, verlängert den Krieg und gefährdet die Frucht des Sieges. Die Selbsthilfe des Volkes muß dieser Verschwender überall Herr werden; gleich, ob sich diese Verschwendung in Arbeitentziehung, Bummelei, Hamstern, Materialvergeudung, Banktnotenhortung oder Preistreiberei äußert. Sieger in diesem gigantischen Ringen kann nur derjenige sein, der den stärkeren Willen 7um Siege hat. Der Krieg wird darüber entscheiden, ob der Ver-i.ichlungswille der bolschewistischen kapitalistischen und imperialistischen Mächte oder der Lebenswille der na-lionalbewuflten Völker größer ist. Der Appell zur Deutschon Sparwoche 1P43 lautet deshalb: Wir wollen leben, cidrum müssen wir siegen. Und wollen [ wir siegen, dann müssen wir auch ■jpa- j irn, PI wnrtungsvollc Stimmung beherrschte die Menschen, die in zweieinhalbjähriger tatkräftiger Mitarbeit erhebliches geleistet hatten. Als Dank und Anerkennung sollte ihnen nun die Ortsgruppcnfahne verliehen werden, Sie alle empfanden das als eine ganz persönliche Auszeichnung, und dieses Empfinden gab dem ganzen Ortsgrup-pentag ein besonderes Gepräge. Die Bevölkerung nahm an allen Veranstaltungen in erfreulicher Zahl teil und gestaltete so den Ortsgruppentag zu einem einmaligen Erlebnis, Vorbildliche Arbeit wurde geleistet Pünktlich zur angesetzten Stunde meldete der Führer des Sturmbannes, Pg, Oskar Mejak, dem Vertreter des Kreis-führers, Führungsamtsleiter Flaser, die vor dem Heimatbundhaus angetretene Wchrmannschaft und f^eutsche Jugend, wurde. 140 Amisträger waren angetreten um den Leistungsbcricht des Ortsgruppenführers, Pg, Wagner, anzuhören, Ein stattliches Stück Arbeit wurde in der Ortsgruppe Franz geleistet. Die Arbeit der Führungsämter I und II erschöpften sich im organisatorischen Aufbau der Ortsgruppe und propagandisti* sehen Durcharbeitung der Bevölkerung, wobei auf die haltungsmäßige Ausrichtung, Schulung und Betreuung der zur Wehrmacht eingerückten Kameraden das [ Hauptaugenmerk gelegt wurde. Bcacht-I lieh waren die Leistungen des Verwal-I lungs- und de* Arbeitspolitischen Amtes. } Spendenfreudiges Franz Sehr gut hat sich bei der Bevölkerung j das segcnsrciche Wirken des Amtes I Volkswoblfahrl ausgewirkt. Hier sahen ■ und erlebten die Franzer erstmalig den ! dotitschcn Sozialismus der Tal. was sich I dann auch in den Sammelergebnissen des WHW und der Opfcrsonntag erfreulich I auswirkle. Da die Ortsgruppe Franz fast durchwegs von Bauern bewohnl wird, fiel dem Amle Landvolk ein prächtiges Aufgabengebiet zu. Dem Ortsbauernführer gelang es in zielbewußter Kleinarbeit die Landwirtschaft bedeutend zu heben und die Bauern so auszurichten daß die Ab-lieferungshcstimmungen restlos eingehalten, teilweise sogar überschritten wurden, Für die kulturelle Betrouimg sorgte das Amt Volkbildung, daß auch die Sprachkurse lenkte und leitete. Am 26. April 1942 wurde eine Volksbücherei eröffnet, die bereits auf eine stattliche Zahl fester Leser rechnen kann. Unter der Leitung des Kameraden Kotmayer wurden drei Stürme der Wehrmannschaft Franz ausgebildet und zu einer schlagkräftigen Kampfeinheit formiert. Auch die Judend-arbeit leistete in ihrer Art vorbildliches und bewies durch unermüdlichen Einsatz und Arbeitsfreudigkeil den Willen, Deutsche zu werden. Lückenlose Aufbauarbeit dokumentiert die Leistungsschau Ganz hervorragend unterstrichen wurde dieser Leistungsbcricht durch die Leistungsschau im Ortsgruppenhcini, die an-echließend eröffnet wurde. So vor allem der des Amtes Landvolk, Einfach tmd schlicht, dafür aber umso wirkungsvoller wurden die prachtvollen Feldfrüchle und das herrliche Obst zur Schau gestellt. Beachtlich waren auch die ausgestellten Erzeugnisse der Handwerker und Gewerbetreibenden. Das Dorfbuch, äußerst sinnreich angelegt, fiel vor allem wegen seinem Reichtum an unterstcirischcn Sagen und Märchen auf. Während der Besichtigung der Leistungsschau ertönte plötzlich Feueralarm. Die Feuerwehr war zu einer Großlöschübung angesetzt. Binnen vier Minuten war die Wehr beim angenommenen Brandobjekt angefahren und trat in Löschaktion, Damit hat die Feuerwehr von Franz einen schönen Beweis der Schlag-kräftigkcit und Schnelligkeit abgelegt. Eröffnung der Dorfmaschinenhalle Auch die fertiggestellte Dorfmaschincn-halle wurde im Rahmen des Ortsgruppen-tages eröffnet. 46 landwirtschaftliche Ma-schinen standen spiegelblank ausgerichtet. Man sah es ihnen wohl an, daß sie sehr viel beansprucht werden und den Franzer Bauern eine wirksame Hilfe in der Ernährungsschlacht bieten. Appell der Kreisführcr in Marburg Der Gauleiter sprach /um ptlhrerkorps Im Sitzunysidal der Buiulcsjugend-lührung in Mtiriiurg Itind Sdnislag vor-mltuiq ein Appell aller Kreisführer des Steirischen Hcimalbundes stntt, an dem auch mehrere AmtsUager der Bundesführung leilndhmen. Gauloiter und Reichs-s-tatlhditer Dr, Siqfried Uiherreither gab hierbei dem Führerkorps des Steirischen Heimatbundes einen Überblick über die gegenwärtige politisrhe Lage, Bei Verwundeten zu Gast Volksdeutsche aus dem Banal in Gra/.er Lazaretten Für die Verwundeten der Waffen-ff in den Grazer Lazaretten fand am Samstag in der ff-Kaserne in Wetzelsdorf ein Kame-radschaftsabcnd statt, an dem auch der Gauleiter teilnahm. Eine Sing- und Spicl-gruppc von deutschen Mädchen und Jungen aus dem Ranat, die sich zur Zeil auf einer Lazarettrundreise durch die Steiermark und Niederdonau befindet, um vor ' allem die verwundeten Volksdeutschen i aus dem Banat zu besuchen, erfreute mit ihren Darbietungen alle Teilnehmer, Sic überbrachten Gaben und Grüße ihrer Heimat, die sich mit ihren Kämpfern in j den feldgrauen Reihen der Waffen-ff in ; Dankbarkeit und Treue verbunden weiß, iNachmittag die Bevölkerung der Ortsgruppe Franz ein, um am fröhlichen Dorf-nnchmittag teilzunehmen. Auch dieser Dorfnachmittag, der vor allem von der Jugend und der unermüdlichen Werkskapelle aus Schönstein gestaltet wurde, zeigte, wie sehr sich die Die toten Helden mahnen uns Ein großer Pf]iciitenih!meister l>e-treuen untl beraten wieder die Feifikiirht n und die Feldkoche. Die r e I d k o t h e Meister im r a ( h Üie Feldküilicn inlcien dei Truppe, soweit es " ' m seinen wichtigen unri Fahrer müssen die Walte sfpts ri.i j l'lat/ an dfi I etdkiuhe einnimmt Der I'and hal)f*n Den »Kur h'^nbuPen- v^n * Ausliilfliin'i und qründlichDer Ausbildunqsweg zu landwirtschattlichen Berufen recht auf-schlußre:th die notwendigen .Aufklärun-(len. Hei der scheniatischcn Darstellung det Cieinusesamen/ucht springen solort die prächtigen ausgefttelltrn f-xemplare der tliteerzeugung der Landwirtschaft im Kieis Cilli ms Auge. Besonders hervorzuheben ist die im eisten Stock des Deutschen Hauses untergebrachte vorbildliche Ohstschau. Sie zeigt unter anderem wunderbare Ergehnisse der grundlichen OlMitpflege und Ohstaufzucht, wie sie bereits betrieben wird. Daß sich das untersteirische Obst bald einen berühmten Name.i schaffen wird, das bezeiKfl die Schau eindeutig mit vielen prächtigen Sorten, die das Interesse der Besucher immer wieder erwecken. Reftonders hervorzuheben sind die vorbildlichen Ergebnisse des Gar-tenl^iiuvereines Erhuhstein. Eine über-siihtliche Hoptenschau ergänzt die Ausstellung Daß auch diesmal im Bodenunlert«u-chungsl.iboratorium kostenlos Bodenproben auf ihren Kalkgehalt untersucht und gleichzeiticj Saatmitproben zur Feststellung der Keimfähigkeit entgegengenommen werden wird den untersteirischen Hauern den Besuch der interessanten .Aiisslelluntj besoiuleis anziehend machen Außerdem bietet dat> ganz! igig :|t ollnete Doilkino den Besuchern Gelegenheit, hei freiem I-Üntritt Filme über Landwirtschaft und andere Kulturfilme 711 besichtigen Di- Ausstellunn ist täglich von b bis 18 Uhr ueoffnol. Seite 4 * Nr. 200 * Dicnstn^, 26. Oktober 1043 MARBURGER ZEITUNG Beispielhalt in der PflichlerfüllunjJ Dpi im .Kihre 1870 in NiiRtloif boi Pct-tciu tir''C)rriir Alois Sliilztr stiind von 1902 bis l''2(i im Dirnstf cIi diT Rcirhsliohn h"si ! l Slsiir, urtfrstrichen, die hfl der (irruer l'rrnifiuhrunq onwesiuul sein wrden. 100. (:t'burlst.in. F)er Fpinmerb.iniker W ihi'lm Niis(h befiehl in Kiiize «einen tnfV Goburlst.ui Fr wor {|utp sechs J.thr-zehnte bei rirr Firnui Steiner in Clrctz als Nrihnitischinennie( li.inikei ttitif). TritPr den Ziiq (jerianqen. Hie 17irihri-qr Alnisiri Krem/ .uis der W.ildr.indqns-«;o in M.iiburq stiir/tp s'ch 'in\ Sonnbiq in Bainndor' un'ei tirn Zuf(. Ntit der Mand in die Dies» hni.ischinn. Dp 21iiihri(ir Win/erftuchlPr Joseline Jrinesrh ruis Obellüiiblinri bpi Mirb'.irri qrrict b^i dei A'lx'il mit der rechten ll ind in (üp Dreschm ischlnp, die ihr qp-fTjptsfht wiirrlp. — Fine ■^chwprp V''ilel 7iinq bi'iihtp ein Milschiilei dem ruht-pihriq' n \Vin/pi ssolin Anton (iPischler rius .bihr:'Kil>rrq 1'1 mit dem Schnsterboh-liPi. - Dpr 5-Mdhriqe SchweiHer FriUi/ R idolil-^th (lus Brunnrlorl bei Vbirbuiq /oq si( h im Verläufe der Arbeit Rrimd-winden .im rerhten Fidi /'i Fiihrrr.inii.iheti d"i Allei hciÜqen und Anpr^eeli iit:iqe wird nut eini^ Anordnunq u ler d> I)ui( hhiimrui der Vpidimkplunq ,i,!l l .i .lhotiMi h'n'H wiesen, n.ich wid I hfl Ker/en- ofler litr/l. Aul der !),i( hl-N'nrd-w.i'rl des C.i'sciuses stiir/.tpn hoiin sof) P'. l' 'iike(|n 'iußprte sich nut einer T s'" ^ ihnhh!t von W Pri nnch Ibizniiirkl ■n 'ich.i-is qe! W' l .e Uber M.inn.ihnien i.ite^, S( n Verhalten Wrii umso VP! "A(•rl'i: her dls pr h bei seinen ( hw if'i :e.pn qpf|pniibpr rjpn Mitreisenden. fl:p fibriqpns seinen AiiReiunfien kein f^chor schenkten, nl- (Mli/ier aiis-firib. \'om .iinderqerif ht I.eobPn wurde KeinrP'Per zu einpm .Itihr ("ieftmqnis \ et 11 li 'lt Wir vcrdiinUe^n im Oktober von 19 his 5 Uhr WIRTSCHAFT und SOZIALPOLITIK Kroatiens Ernährungsrückgrat Die Volksdeutschen vorbildlich im Getreideanbau liifnlqe der iintcrschicdlichstpn Klitna-und Rodenverhaltnisso wcichen die ein-zelneu Gebiete Kroatiens im iliublick auf Bebiiuunq und Ertroq stark vonein-iinflpr üb. Die fruchtbarsten Getfenfien lipqen im nordostlichen Teil zwischen fler Snwo und Drau und im nördlichen Bosnien. Von Südwesten nach Nordosten, d. h. vom Karst bis 7U den Ebenen hin bteigen dip Ertraqe, Nur 5 66!) 4vit ha fler Gesdmtfldche Kroatiens sind landwirtschaftliche Nutzflciche. Mehr als die lidlfte davon, 51.5 v. H. ofiei 2 919723 ha, enticillen auf Ackerboden, auf dem (nach Durchschnittszahlen aus den Jahren 11)29—1!)39) hauptsächlich Mais (.lb.3 v. II.) und Wei/en (23 v. H.) anqebaut wur-fien, Der Mais nimmt über 1 00(1 ODO ha Ackerland ein. Cr «teilt das wichfiqste Rrotqetreide, qleichzeitiq ein vorzügliches Kraftfutter für das Vieh dar. Haupt-anbaufielMete sind Syrmien. Slav/onien, West- und Nordwestkroatien sowie Norflbosniep. Rpsonrlere Reachtunq verdienen die frühreifen Sorten mit kurzer \V ichstumszeit. Sie werden in der hlaupl-sarhe in Gegenden, in flenen öher-scliwpmmunqen reqelniciniq wiedcrkeh-rrii (im SawPf|ebiel), iimi in Geqenden mit unqünst-qpu klinicitifichen Voihallnis-sen (Lika iitul Rosnien) anqebaut, da c'ort andere Sollen nichl ausreifen. Dpi Duirhschnittserträfi beläult sich liuf etwa lö {\i je Hektar. Die zweifwichtiqsle Gptreidrart in K'fialipn. iler Weizen, wird auf einei F lache von tUwu 07() 000 ha angebäut. Er nimmt ebenso wie der Mais die Niede-runqegebiete de« Landes, den Nordosten, ein und dient ausschließlich der menschlichen Ernährunq (außer der Kleie, die als Viehfutter verwandt wird). Der durrhschnittliche Hektarertraq beträql 10,5 dz. Der Weizen hat sehr unter dem Unkraut zu leiden, das in Kroatien leitler nur selten bekämpU wird, des weiteren unter Rost und Feldmäusen. Die Gerste wird hauptsächlich in Mittel- und Südbosnien und in der Herzeqowina als Brotfmcht anqebaut in Kroatien etwa 1H6 000 ha ein. Durchschnittlich werden je Hektar 9.3 dz geerntet. Der Hafer beansprucht annähernd die gleiche Fläche wie flie Gerste (179 000 ha). Hauptanbau-qebiete sind Nord- und Mittelboenien und das östliche Slawonien. Roqqen wird in Kroatien nur wenig bestellt (auf 67 000 ha). Cr wird nur als Winterfrucht im Norden des Landes,, in der Likn und in der Herzegowina gebau*. Vielfach wird er an Stelle von Weizen verwandt. Dpr durchschnittliche Hektarertrag beläuft «ich auf 9 4 dz. Von anderen Getreidear-ten werden angebaut: Mischtrucht (31 000 ha), Hirse (25 000 ha), Sppizweizen (10 000 ha) und Buchweizen (2 000 ha) Sie alle dienen der menschlichen Ernährung. Hlr«p-, Spelz- und Buchweizen werfen einen diirrhfichnittlichen HektiUer-trag von etwa 7,G dz. ab. Die Ursachen der geringen Erträge in fler Landwirtschaft sind vieUältig. Zum npii])'p| ist pine Fruchtfolqe nur in einigen Gpc|pnrlpn üblich. Eine einmaligp Einsaat überwiegt im ganzen Land. Die Sddtgutversorgung und -Verwendung ist mangelhaft! auch die Schädlingsbekämpfung ist unzureichend. Infolge der geringen Viehdichte steht nur wenig Wirt-schaflsdünger zur Verfügung. Die Verwendung von Kunstdünger ist auf einige fortschrittliche Betriebe beschränkt. Die Bearbeitung des Bodens läßt im allgemeinen noch viel zu wünschen übrig. Schuld daran ist aul^er der Unkenntnis unzureichende« landwirtschaftliches Gerät. Auf rd. 900 000 Besitzo kommen nur 400 000 Eisenpflügei auch mit den übrigen Gerätschaften steht es ähnlich. Die Slaatsführung ist an der Hebung der Erzeugung und einer Ausweitung der Anbauflächen lebhaft interessiert. In diesem Jahr wurt en erstmalig aus einer staatlichen Fabrik in beträchlicher Zahl eiserne PI lüge den Bauern der Gebiete, die sie am meisten benötigen, zu Selbstkostenpreisen überlassen. Diese Aktion wird fortgesetzt und auf andere landwirtschaftliche Geräte, wie z. B. auf Saatgut-rein igungsmaschiupn erweitert. Von In-terps-se iet in diesem Zusammenhang, daß 50 v. H. der gesamten kroatischen Getreideornte des Vorjahres, soweit sie abqpüefprt worden ist und damit der Versorgung der Städte und der Wehrmacht diente von der einschlägigen Genossenschaffsorganisation der Volks-dpiitschpn Kroatipns und ausschlioRlich von Mitglipclern der Volksgruppe aufgebracht wurde. Weinlese zwischen Balkan und Rhodopan .\n der Gebiirtss'ätte des »neuein gefangenen Sonnenstd-Dreiach-SP' heran, flie Ungelume unseres Jahr-lnn''eiN, um flie reif he Ernte zu br>rgen Der Wein wiegt in diesem Jahr nicht sehr schwer, die Trauben enthalten 19 bis 21 v. H. Zucker. Voller Stolz erzählt der Bürgermeister, man habe auih im letzten Jahr wie im vorhergegangenen die dputschen Soldaten durch Spenden bedacht. Inzwischen sind wir zum Hof eines großen Weinbauern gel.ingt. Acht große Gerbottiche mit je 20 000 Kilogramm In-haU wurden hier in tlen letzton Tagen gefüllt. Jeder Bottich enthalt 12 000 Liter Wein, von dessen Güte wir uns persönlich überzeugen konnten. Peinlich sautjnr sind der Hof untl alle Räume. Das Schnaits als Nebenprodukt dieses Betriebes einfällt, sei nm Rande veimerkt. Bevor wir diese Weingärten in den Vorbergpn der Rhodopen wieder verlassen, werfen wir noch einen Blick in eine »genossenschaftliche Wein- und Mörnipladpnfnbrik'. Unaufhörlich, in vier endlosen Reihen, fahrem hier die mit Wein bpladpnen Wägelchen Pin. Die Trauben werden sofort abgehif'en und in eine Masch'ne qeschaiifelt. die flie Stiele "entfernt, Em Transporthand bringt die Beeren in pinp der gifjßen, 35 000 Kih)-fpamm fassenden Zisternen, l'-j Millionen Kilogramm Weintrauben gären allein in diesem Betrieb. Große helle Räume mit R 000-L'!er-Fässern sind vfirh in-flpn, um dpn -Heurigen« aiif:Tunphm<>n. Weintrauben, die nicht gpkeitert werrlen, verkocht man hier zu Marmeladen-Grunr'stoff Täglich wandeln sich 12 000 Kilof(ramm in 3 000 Kilogramm NTirme-Itulen-Grundstoff der 70 v, H. Zucker enthält, Dipspr Grundstoff wird nach Deutschland vprtrachtet und dort mit anderen Früchten ohne Zusatz von Zucker zu einer schmackhriften Marmelade verarbeite!. Was nicht sofort verarheMet v.'prden kann, wird mit .Schwefelsäure konserviert. Die sogenannte »Pulpp« fipht dann gleirbfatls nat h Deutschland um dort V(M.irlM>itpt zu werden. Durch dieses Verl 'hren kann man das Verderben n'oßer GbstniPngen verhindern und sip einbiqern, bis ein Abtransport möglich ist. So lagern auf den weiten Höfen dieses Unternehmen« in Fässern noch große Menqen Erdbeeren, die nach und nach dem Redarf und der Verkehrslage entsr)r°chend, nach !')putschland verfrachtet werden. N.itürlifh gehpn nicht nlip Weintrauben die hier und 'n den anderen Anhaii-fieliietrn Rultnr'ens qperntet werden nach Deutschland — ein Großteil bleibt als Nahrungsmittel oder Getränk im Lande Der Wein ist in Bulgarien ein Volks-getränk, die Trauben «ind ein Volks-nahruuqsniittel. Jährlich werden hier je Kopf der Bevölkerung 120 bis 150 Kilogramm Irauben vprzehrt und 25 Liter Wein je Kopf getrunken. F. Haffka, Sofia Bewirtsrhaftunq von GemUsesamen gelockert. Die Saatgutstelle des Reichsnährstandes hat eine neue Anordnung über die Rpwirtschaffung von Gemüse-Sämereien erlassen, Die Erwerbsgärfner mußten bisher beim Samrnbezug einen Ver[)flichtungsschein abgehen, durch d^n sichergestellt wurdp, daß niemand mehr Samen bestellte, als er wirklich benötigte. Zugleich war für jede Gemüseart fe^ifgeleqt. wieviel Saatgut höchstfalls je ha abgegeben werden durfte. Verpflich tungsschein und Verbraucherhöchstmpn-gen sind jetzt aufgehoben, doch ist jeder Gärtner und Kleingärtner nach wie vor verpflichtet, mit dem Saatgut sparsam um7unphpn. Die Lagerhaltung der .Sämereien ist vereinfacht und auf bestimmte Gpmüsp.irfpn wie Kopfsalat, Zwiebeln usw. beschränkt worden. luir die Frau Hausfrau — merke dirl ,.. dcill Glas niclu mit Sod-iWd'Jsei in Berühiung kcumnen sollte, da es dadurch unklar wird ...daß Helekuchen durchaus kein Ei braucht. Ihm ist vf)tlauf mit Miloi gedient, . .. daß 01 nicht fest von der Luft abgeschlossen sein sf)llte. Man verschließt i flie Olflasche am besten mit t-inem Läppchen. ...daß die Betten immer so gestellt werden sollen, daß das Licht nicht in die Augen der Schläler fällt. daß ftischgewasc hene Strümpfe immer langsam und aufgerollt angezogen werden lollteu. Sie sind iiarh dem Waschen immer etwas enger geworden imd reißen, wenn man beim Anziehen an ihnen zerrt. ., daß Zigarrenasche, Kartoffelwas-»ff, Eierschalen und mancher andei^e Abfall im Hause ausgezeichnete Düngemittel für Beete und Blumentöpfe sind .. daß auch der Besen einmal gereinigt werden solPe, Mau kämmt Ihn danach sorgfältig aus und trocknet ihn hängend SPORT u. TURNEN Nach der letzten Runde Die SC Trifail Ist kaum mehr zu ver» drängen In der «teirischen Fußball-Gauklasse hat der letzte Meisterschaftssonnlag nur eine kleine Änderung gebracht. Rapid Marburg hat mit Reichsbahn Marburg die Plätze getduscht und ist vom vorletzten auf den fünften Platz vorgerückt. Wenn das Spiel der SG Trifail vom 17. Oktober gegen Cilli keine Anerkennung finden sollte, so verbleiben die Knappen trotzdem weiter in der Führung. Sie werden von der Spitze kaum mehr zu ver* drängen sein. Nachstehend die neue Tabcllenreihujig: Trifdil 5 4 1 — 14:5 0:1 Rosental 4 2 2 — 14:7 6:2 Cilli 5 3 1 2 14:10 5:5 Grazer SC 5 2 — 3 R:13 4:5 Rapid Marburg 4 1 1 2 3:5 3:5 Reichsb, Marburg 4 1 — 3 7:15 2:6 Leibnilz 3 — 12 4:9 1:5 Der kommenclo Sonntag bringt wieder eine volle Spielrunde. Rapid Marburg hat in Rosental gegen Rosental eine harte Nuß 7u knacken. Reichsbahn Marburg si)ip|l in Marburg gegen den Grazer Sportklub und Trifail fährt nach Leibnitz, Cilli ist spielfrei, Viennas große Chance Alles blickt nach Stuttgart Der deutsche Fußbdllsport hat am 31. Oktober mit dem in Stuttgart zur Entscheidung anstehenden Schlußspiel des Tschammer-Pokalwettliewerbes des Jahres 1943 einen seiner großen Tage. Mit Vienna hat sich zum zweiten Male eine Wiener Mannschaft für das Finale um die Trophäe des verstorbenen Reichssportführers qualifiziert, nachdem im Jahre 193R aul Berliner Boden die Elf von Rapid über den FSV Frankfurt einen stolzen 3:1-Sieg herausholen und damit der Fußballrnefropole an der Donau erstmals diesen Ehrenpreis sichern konnte. Der an Jahren so junge Luftwaffen SV Hamburg ist der Gegner der Döblinger. Durch sprsationelle Erfolqe — zuletzt über den Dresdner SC, dem Pokalsieger der Jdhre 1941 und 1942 — hat sich cfie Mannschaft von der Wasserkante das Tpilnahmerecht am Schlußspiel zu sichern vermocht Es ist klar, daß die Anhänger de« Fußhallsports mit außergewöhnlichem Interesse diesem Spiel entgegensehen. * Der Floridsdorfer AC hat «ich mit seinem 2:1-Sieg neuerdings die Führung in der Oberklasse erkämpft. Weiter spielten Austria-Amaleurtj—Steyr 7:0, FC Wien gegen Wacker 3:2, Leiilnant Braumann gewann Wiener Geländelauf. In der Brigittenau wurdo der Geländelauf als erste Herbstveranstaltung der Leichtathleten ausgetragen. Zum Sien auf der 4500 m lanqen Strecke kam Leutnant Braumann vom WAC, der in t5'55,6 vor Kynast WAC und Grojer Rnnid zum Ziel kam. Gradjanski Agram sieql vor 30 000 Zuschauern. Der KÄmpf um die kroatische Fußballmeisterschaft ist nunmehr endgültig entschieden. Gradjanski sicherte sich am Sonntaq in der Landeshauptstadt vor 30 000 Zuschauern durch einen '^:0-Sipq über HASK den Titel. KrlegsbeschäfllqtenversornHnfi ilher-nlmnil der Reif hsarbellsminister. Nach dem Erlaß des Führers vom 11. Oktober 1943 über die Wehrmachtfürsorge und Wehrmachtversorgung übernimmt der Reichsarbeitsminister von dem Oberkommando der Wehrmacht die gesamte Fürsorge und Versorgung für alle Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen der alten und neuen Wehrmacht Ausgenommen von dieser Regelung sind dif Berufssolf'aten der neuen Wehrmacht und ihre Hinterbliebenen deren Fürsorge und Versorgung beim Oberkommando der Wehrmacht verbleibt. Die Überleitung erfolgt schrittweise und ist bis /um 31. März 1944 durrhzuführen Die Übernahme der einzelnen Gruppen von Ver-sorgungsberechtigten in den Bereich des Reichsarbeitsministers wird jeweils bekanntgegeben Vnlencia führt tn Span'en, Im Kampf um die spanische FußballmeisterRchaft setzte «Ich die FC Valencia mit e!npm 3:1-Sipq über Granada überraschend an H'e *^nil7e der Tabelle Effi Bripst l^onian von Tlicodor l'ontanc 78 l'ortsi'tziinii f;!fi h.iüt fi.'tudl-.. .lon-i'' vcrsnfht r~. w.ir ibr f'i mil a'i' h i"i'iM< b "! i|'df H. Dii- tiei-fi( n D.irnen. fli:> f!<';n i'ensifUirit vorstdii-fleii, wdr"n fi' bilflet inifi viM Ruck .ir ht iTil hs I. Mfii^f vprlenit, r.eiiqierKi -/M spiii l; kam fl.i vi< !es zusammen, eirß ein LmHi :Mdi'!".vnlit'n in die « ip-hi imnisie jfli • eiM>'e!n''ii viel zu um-rland'ic!) q -\\i ;'!i ■■ .■rr. Derffleichf-n hin-flcrle niii (|(mi f'"srbäll^f(.mf| Cffli, flie flie mit di'U Aufjfti ftn.;)e^teilffMi Kreuzverhöre der Zwicker ii.ifh in Li niieriinfi lidtlp, fiihlle :iif h f 'nn ,iu'b von fliese- Zur:!- k h.iltunfl fiel Pf ti»,iMnsfl.mien seht anqe-nehm b-itührt; ,ih abei viei/>hn T'-uie vfinibe) Wtin ii < tnpl. nd sie doch den'-l;fh, flaß di" biei hei beiifie Gi-.init citmf)^phäIp, die nhvsisf be wie flü' mo ralisrhf, nifh' widil edr.iqbar fiir sie f,ei flfM Tisf b vv. reii -^if -/iimpi"! zu ;ie-bell, un'i zw.ir fMiHi r l'Hi und fler P'nen 1 "fi3ion'-vrir*;lfb:'iIM 'dn' aiHleiP leitetp diaußini das Wirlseh illlif he) zwei für Höc hst hulf^ bPSiK henfle Enql.'indeiinnen. eine adelige Ddiie aus '--arhsen, eine sehr hül)schc gdlizisthe Jüdin, von der niemiiiid wußte, wten .Mdlerqeliihl eifüllten Polzifi' rin nm cbe Prilme riinfjen, waren um ;qiiic klic h; f!enMt)ch 'vare Flli die si'h fjrissiv vi-rhieli iiber flen Druc k, flen die-'^ f|C!islii|e Almo«|)h|>'pml)Prlrif|e die Sliinden bis zur lir'ösung aus flem Pensionat An einem d eser l"t/ten Jage sie h Ite -:i'b eine Viertplstund" zuvor 'iii-fl>'m Lii/imnier ziirüf k'i'-zoqen u ifl f(i} d ubte if h eben auf einem rni! einem fCoßblumiqen Wölls»'-«!! üb''"'ogenMii Seprrras-Sdfn tiiisziiruhen —, wi. de leise an ihrp Tür goklnplt, »Herein." D.ib eine Hausmädchen, eine kränklich tuissehende Pers;)n von Mitte Dreißif|, c:it durch beständigen Aufenthalt aul (lein Koriidor des Pensionfits den hie.r bidf inden Dunstkreis überall hin in ihren l-.illc,n mitschleppte, trat ein und sagte: ».Die gnädigste Frau möchte entschul-ciigen, aber es wollcj sie jemand spre-chen,«' ■Wer? «Eine Frau,' rlJiul hat sie ihren Namen genannt?« >..Ia, Roswitha »Und siehe da, kaum d.iß Effi diesen N imen gehört halte, so schüttelte sie flf 11 Halbschlaf vcm sich ab und sprang auf und lief mit den Korridfjr hinaus, um Roswitha hei beiden Händen zu f.issen und in ihr Zimmer zu ziehen.« Roswitha Du. Ist das eine Freude. Was biingst du? Natürlich was Gutes. Ein so gutes, altes Gesicht kann nur wa.-(iutes bringen. Ach, wie glücklich Ich bin, ich könnte dir einen Kuß gebenj ich häMe nicht gcdacht, daß ich noch sf)lche Freufle haben könnte. Mein qu tes, altps Hprz, wie geht es dir denn? Weißt flu noch, wie'« damals war als f'er Chinese spukte? Das waren cdück liehe Zeiten Ich habe damals gedacht, es wären unglückliche, weil ich clas tbirte des Lebens noch nich' kannte Seitdem habe ich es kennen qelern' A(h, Spuk ist lange nicht das schlimm Sic ! Kfimni, me'ne gute Roswith.i, kfinim, setzt' flieh zu mir und erzähle mir . Ach. ich habe sfilche Sehnsucht. Was nuicht Annie?' Rfiswith.i konnte kaum reflen unfl sah Bich in dem soiuiei baren Zimmer um dessen grau und verstaubt aussehenden Wände in schmale Goldleisten gefaßt waren Ciullich aber fand sie sich und sagte, daß der gnädige Herr nun wieder aus Glatz zurück sei| der aite Kaiser aber habe gesagt, »sechs Wochen in solchem Falle sei gerade genug«, und auf den Tag, wo der gnädige Herr wieder da sein würde, darauf habe sie bloß gewartet, wegen Annie, die doch eine Aufsicht haben müsse. Denn Johanna sei wohl eine propre Person, aber sie sei df^ch noch zu hübsch und bpschaltige sich noch zu viel mit sich selbst uiwl (lenke vielleicht Gott weiß was alles Aber nun, wo der gnädige Herr wieder aufpassen und In allem nach dem Rech l(.n sehen könne, da habe sie sich s noch anlun wollen imd mal sehen, wi*» s der gnädigen Frau gehe .. »Das ist recht, Roswitha...« .,. Und habe mal sehen wollen, oh der gnädigen Frau was fehle und ub sie sie vielleicht brauche, dann wolle si'-cjleich hiei bleiben und beisjiringen und alles marhcibp hier nich' in die.n'- P"nsion, ich habe da weiterhin e rip Wohiuinq qpinietet und Hieb Ein-richliinci be ^orfit und in drei T igen will Ich da einziehen Und wenn ich da ankäme urid 711 dir sagen könnte: .Nein, Poswillia fla nicht, der Schrank muß da- hin und cler Sjiiegel da , ja, das wäre was, das sollte mir schon gefallen Und wenn mir dann müde von all der Plnk-kerei wären dann sagte ich' ,Nun, Roswitha, gehe da hinüber unfl hole uns eire Kiiraffe Spatonbräu, denn wenn man gearbeitet hat, clann will man doch auch trinken, und wenn du kannst, so bring uns auch etwas Gutes aus dem ,Habsburgi?t Hof mit, du kannst ;a da.i Geschirr nachher wieder he'iiberbrin gen, —' ja, Roswitha, wenn ich mir das denke, da wird mir ordentlich leichter ums Herz Aber ieh muß dich doch fragen, hast du dir auch alles überlegt? Von Annie will ich nicht sprechen, an cVr du doch hängst, sie ist ja wie debi eigen Kind, - aber troi/dem, für Anniu wird schon gesorgt werden, und Johanna häng! ja auch an ihr Alsfi davon nichts. Aber bedenke, wie sich alles verändert hat, wenn du wieder zu mir willst. Ich bin nicht mehr wie damals; ich habe j^tzt eine ganz kleine Wohnung g^mommen, und der Portier wi»d sich wfthl nicht sehr um dich und um mich bemühpn Und wir werrlen eine] sfhr klpine Wirtschaft haben, immer fias, was wir sonst unser Donnerstaff-Essnn nannten, weil da rein gpmaeht wurde. Weißt du noch' Und weißt du noch, wie der gutp Gieshübler mal dazu kfim und sich zu uns setzen mußte und wie er dann sagte- .So was Delek i'es h.tbe er noch nie gpcicssen," Du wirst dich doch prinnern, er wai immer so sch'erklifh nrtic(. cleiui eigentlich war er doch du pinzige Mensc h in dpr Stadt, dpr von F*l"n was vei stand. Die andern ftinden «lies schön.« MARBURGCR ZEITUNG _Dienstag, 26. Oktober 1943 » Nr. 299 » Seite 5 Aus aller Well Der moderne »Ariadnefaden« überführte die Spitzbuben. Einen rechten Reinfall erlebten hier einige Diebe, die schon einen Sack Weizen auf dem Rittergut gestohlen hatten und dann noch einen Sack Mohn fortschleppten. Diesen Sack hatten sich aber die Mäuse zum Objekt ihret Nagerei erwählt und ein Loch hineingefressen Durch dieses Loch rieselte auf dem ganzen Schleichweg bis zur Haustür des die Last schleppenden Gauners der Mohn und zeichnete so die Spur, die zur Ermittlung der Spitzbuben führen mußte. Ein Brief laq auf dem Bahnsteig. Auf nächtlicher Transportfahrt kam ein Soldat durch seine engere Heimat bei Magdeburg. Da sich keine Möglichkeit zu einem kurzen Bcfiuch bei seiner Familie ergab, warf der Soldat kurz entschlossen auf der Fahrt durch den Bahnhof seines Heimatortes Gommern einen Brief an seine Frau aus dem Abteilfenster Ein Eisenbahnbeamter fand ihn in den frühen Morgenstunden auf dem Bahnsteig und stellte ihn sofort der Soldatenfrau zu, die auf diese Weise wenigstens einen Gruß von der »Heimatfahrt« ihres Mannes hatte. 98|ahrlger KönlggratzkSrnpfer gestorben. In kollerschlag bei Linz starb der unter dem Hausnamen Maurer-Franzi bekannte Franz Hoffmann durch einen linfall im 98. Lebensjahr Der Verstorbene war Teilnehmer der Schlacht be. Königgrfitz und machte die Feldzüge in Schleswig-Holstein mit. Er dürfte einer der letzten Könlqgrätz-KÄmpfer des Reiches gewesen sein Mit „Gevatter Hein" auf Du und Du Das ungeschriebene Lexikon unserer Feldgrauen ' Jeder, der sich mit einem unserer Frontkämpfer unterhält, wird bei seinem Erzählen Worte gehört haben, die eirem ganz neu sind. Es sind Worte. die die Front geprägt hat Würde mar, alle diese sammeln, das Format eine^ Lexikon würde nicht ausreichen sie alle za fassen. Es sind ungeschriebene Worte, wie man sie an der Front spricht, keiner weiß, woher sie kom rnen, sie sind plötzlich da und werden von jeden verstanden. Schon in grauer Vorzelt haben Soldaten ihre eigene Sprache gehabt. Nur we-n)oe Ausdrücke sind uns erhalten ge-bli^eben, wie z. B. die faule oder die tolle Grete, oder die dumme Mette, mit denen man zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges jene gefährlichen Kanonen be zeichnete, die als neue Erfindung oft mehr Opfer an eigenem Bedienungsper sonal forderten, als beim Feind. Sputt Ironie und Todesverachtung haben bei überaus vielen Ausdrücken Gevatter ge standen. Es gibt kaum einen Ausrüstungsgegen stand, für den nicht ein Spottname vorhanden Ist. Ob es nun der Helm ist, den man mit den »Knitterfreien«, dem »Westwall-Zylinder«. der »Folterkappe« oder auch als »Blechtopf« und »Badewanne« bezeichnet, oder ob es das Maschinengewehr Ist, das man als »*'Utspritze« oder »Kosakenschreck«, als »Stotter-hüchse« oder »KnattersÄge« im Front- jargon findet, vor nichts macht der Spot! he.lt. Auch das Heroische wird ironisiert Jemand, der sich zu einem gefahrvollen Unternehmen meldet, hat »Kreuzschmerzen« und steht einem »Himmelfahrtskommando« vor, dem alle »Hals und Bauchschuß« wünschen Gerade die Nähe des Todes ließ unsere Kämpfer Worte finden, die das Unerbittliche mildern und eine .gewisse Vertraulichkeit mit »Gevatter Hein« oder »Herrn Klapperbein« ahnen lassen. So schwächen wieder andere Ausdrücke das Bedrohliche ab. Wer auf Erkundung ins Vorfeld geht, macht »einen Ausflug nach vorn«, verlegt Ihm die »Stalinorgel« den Wen, so macht er »Fünfzehn« und wartet, bis der »eiserene Segen« vorüber ist. Kommen gar Panzer ihm in die Quere, so »haut er sich hin«, laßt »Stalins Konserventrommeln ruhig vorbei-schleichen« und springt ihnen von hinten »aufs Dach«, um ihnen da drinnen mit einer Handgranate »Licht« zu machen Nie sagt der Soldat, daß er verwundet wurde, er sagt, »man hat mir einen verpaßt« oder »— verplättet«. Dann begibt er sich zum »Knochenflicken« oder auch »Pflasterkasten«, der ihn gar »heimatverdächtig« schreibt, Ihm eine »Fahrkarte« um den Hals hängt, auf der man ins Lazarett fahren kann, wo »Karbol-müuschen« die Pflege übernehmen. Mar- tialisch werden dagegen leibliche Notwendigkeiten bezeichnet. Man »verdrückt Fußlappen« oder man »stopft sich den Wanst voll Drahtverhau«, als Nachtisch kann man auch »Panzerplatten« In Form von Knäkebrot »knappern«, Eine nicht gut mundende Suppe heißt »Marke Westwall« (uneinnehmbar) im Gegensatz zur »Marke Maginot«. Weder vor der Waffe noch vor der Gefahr, weder von der Not noch vor dem Tod, haben Witz und Spott unserer Soldaten Halt gemacht, überall, ob auf dem Meer, wo das U-Boot in den »Keller« des Atlantik steigt, wenn er taucht, oder hoch in der Luft, wo unsere Fliegerin der »Waschküche«, im Dunst trüber Wolken, eine »Tolle Kurbelei« mit dem Feinde machen oder ihm »den Kasten vollrotzen«, überall begegnen wir dem Humor unserer Soldaten, die sich selbst als »Aktionäre der Firma Keltel« bezeichnen. Wie der Soldat aber auch über das Heiligste, das sie alle umschließt, nur selten spricht, so gibt es auch keine Lästerzunge, die dieses Heiligtum verulkt oder gar verspottet hat. Dieses Heiligtum ist die Kameradschaft, von der jeder Soldat weiß, das sie nur da heimisch ist und in ihrer ganzen Giöße erstrahlt, wärmt und verbindet, wo man mit dem Tode auf dem Duzfuß steht. Sie ist die einzige Majestät vor der olle sich verneigen, an der alle In schweren Stunden sich wieder aufrichten und noch von ihr zehren, wenn der Krieg einst wie ein böser Traum hinter Ihnen liegt Karl Hnffmann Wir hören im Kundtunk Olcdttat, 26. Oktober t Rcicbtprogramms 12.35—12.45: Di:r Bericht lur Lage. — 15—15.30: Gern gehörte Melodien. — 16—17: Operntrndung mit Künallcrn der Hambur-gitchtn Staatfoper — 17.15—18. Mudkaliaehe KurzwetI am Nachmitteg. — 18.30—19: Der Zeit-ipiegci. — 19.15—19.30: Frontberichtt. — 20.15— 21: Juieph llaydn: Sonate und Symphonie. — 21—22^ Auilvic schöner Schallplatten. Deutichlandicnderi 17.15—18.30: ßctchwiniitc Konzertmutik. Muzart, Havdn, Wilhelm Kempff, Max Fiedler. — 21—22: »Muiik (Gr dich« mit Hanl Bund, Willi Stcch, Peter Kreuder u. a. Wie weit Ist es zur Sonne? Um zur Sonne zu gelangen, müßte ein Flugzeug bei einer Geschwindigkeit von 200 km in der Stunde ununterbrochen 85 Jahre lang fliegen Die gleiche Entfernung wird vom Licht in acht Minuten zurückge-Itgt »Weltuntergang« vor 400 Jahren. Der Untergang der Well ist schon des öfteren prophezeit worden. Am 19. Oktober 1533 erwartete der Prophet von Lochau, Magister Michael Stiefel in der Orts-kirche zu Annaburg im Kreise Torgau vergeblich mit seinen Gläubigen den von ihm errechneten jüngsten Tag. Un-verrichteter Dinge mußte man aber wieder abziehen, nachdem die Prophezeiung nicht in Erfüllung gegangen war. Zuvor hatte dieser falsche Prophet in der Ortskirche zu Annaburg den Weltuntergang gepredigt und dadurch seine Gläubigen gefügig gemacht, so daß sie alle an die Richtigkeit des vorausgesagten Termini glaubten. stadttheater MARBURG'Drau Dienstag, 26. Oktober: DER KUHREIGEN. Oper in 3 Akten von Wilhelm Klenzl. Beginn: 20 Uhr, Ende: 22 Uhr 30. Geschlossene Vorstellung für die Deutsche Jugend; kein Kartenverkauf. Mittwoch, 27. Oktober: ABENTEUER IM ATLANTIK. Operette In 3 Akten von Oskar Felix und Eduard Rogati. Musik von Albrocht Nehring. Beginn: 20 Uhr. Ende: 23 Uhr. Geschlossene Vor«tellung für die - Wehrmachti kein Kartenverkauf. Vorverkauf außer Montag täglich von 9 bis 13 und von 15 bis 18 Uhr an der Theaterkasse, Theatergaseo 3. UNTERSTEIRISCHE LICHTSPIELTHEATER MARBURG-PRAU | BURG-l ICHfSPItll Psmrut tut Von Oleottag bis elnichll«Blirh Donnaritagi Ein Lucü'na-Pilra, Prag, dei MStklichen Panorama Schneldor-Südo*t mit Roll Waoka und III Adln« iD Der Schritt ins Dunkel Pai Jugrndllrlie olrhl «ugulaiaeol Wi< th IBJO, <0 4.^ U6i So t J 45 tb 18 iO 20 45 Ubi Heut« 16 18 30 20 49 Ubi ESPIAMADE Geliebter Schatz mit Johanne' Rli'mann Dorll KreySlef, Idi Wttst, lUrdld Pdulseu, Etnil Waldow Hilde Janien und Sonja ZtimüD" - ..... Ith werde die berillchan Stunden Tio < rrgossrn. Dein POppchrn . ." Wenn Sie wissen woIIit wai noch In dieicni Brlel steht, bitte, de riin' erzdhl* ei Ihnon f'Ui Jui|i*nrillch» nll«fieDl l.icfitspie^e liaJeKenscImlc Ulcnslag 2«.. Mlltwnrh, 27., Donneritag, 28. Oktober Der Polizeibericht meldet FIn Kriminflllilm mit Olga T»rhethowa, Jobannei Ricnidnn und Han<(l Niese. Fui Jugendliebe olcbi lugelaaiao_ _ Bnrq-I.ich<«piete Cilli Saihbenlnlriai straDe Bit 2B. OklnbuT Die kluge Marianne Ein lustiges Beispiel weibitrher Klugheit nnd TÄii-■chua(|9kunat — mit Paula Wessely, Allila Hürbiger. Hermann rhimtg und Hanl litill. Fäi Jugendliche nirhl tugeliiRieol lfe*rono*»l.ichl»pie*c Cilli DIt 28. Oklobe — der gtoHe Ula-Farblllm Münchhausen Hant Albers Hani Brausewettei, Brigllle Hnrney, iUa Werner, leo Slezak und Maria von Dilmar rUt lugenitllrhr ntrht tugplantent_ I icli<»p»e^ IrilwM_ Ulensljg 211. Mlllworh 27., Dounarslag, 28. Oktober Außenseiter Gin Lustsplpirilm mit Heina ■Dhnann, Fllen Frank, r.lna FHlki-nbcrg (iustav Waldau, F. Benler u. a. Spiollfiilun(| H.ins Doppe _ Mudki Hans Garste POi Juqendllfhe nicht fugplaturgi Vor GeldschäJen bei Fliegerangriffen scßützt am Besten die Einlage eines Sparkontos Die Geld- und KredifinsOiuie in Uniersteiermark 197 X Amtilclie Belcanntmacliiinoen Geschäfszahl 5 A 407/42-16 Einberufung eines Erben, dessen Aufenthalt unbekannt ist Anna Mesnarltsch, Besitzerin aus Großberg Nr. 40, ist am 19. November 1940 in Maiburg/Drau gestorben. Eine letztwillige Anordnung wurde nicht vorgefunden. Jakob Mesna-ritsch, dessen Aufenthalt dem Getichte unbekannt tst, wird aufgefordert, sich binnen sechs Monaten von heute ab bei diesem Gerichte zu melden, Ncich Ablauf dieser Frist wird die Verldssenschaft mit den übrigen Erben und dem für den (die) Abwesenden bestellten Kurator Herrn Johann Mesna-ritsch, Museumsdiener in Marhuuj/Drau, Brandlsgasse 2, abgehandelt werden, 294 Gericht in Marburg/Drau, Abtl. 5, den 21. Oktober 1943. An unsere Posiliezielier! Wenn der Postbotn zu Ihnen kommt und die Re7ugsgehiihi fftr , dtn sMarburgei Zeitung» elnhebt bitten wli Sie, damit in dei Zustellung keine Unterbrechung eintritt, die Zahlung nicht zu verwei gern Beziigsgebühr ist immei in voraus zu bezahlen •Marbui0«i ZAiitiing«, Verlrlabsabteliiing MtUiM c{f Mk4- jluI€4S.4! |Hr| Zimm kaauDi 4a* Valk oaa 4«jui 4cr Eiaaifaik Di« SirbertlcUiiaf 4m Efnlkniog 4« Im tai lüioge «rata» GoW. M «irbllgslM Naknu^altlal ha Vtatar, War CaottM aa KUiaticr« ««rAl-•■rt. dmkl Mr ■■ itik M aa VaUui ULf vrrecMnTEL / DEUTSCHE SPARWOCKE vom 23. 6is 30. Oülojer 1943 Sparen sicßert die Zukunft! Im Hcrlist wird die Haut im Gesidit unJ an den I landen Icickt rauk und ri««iö und sjirinöt auf. ^\'ir tön. ncn dem vorlieugcn, indem wir OeaicKt und I lände nacK dem Gesellen (^ut abtrockncn und, wenn moglicli, die Haut mit Lcokrcni, dem Fettljrera mit 5onnen-\'itamin, einreiben. Hellbraune Damentasche mit Legitimation, Prole Olga, am 23. Okt. im Burgkino bei der 7 Uhr-Vorstellung verloren. Der ehrliche Finder wird herzlich gebeten, dieselbe oder wenigstens die für ihn unbrauchbaren Gegenstände gegen schöne Belohnung bei Foto Makart, Herrengasse 20, abzugeben.__814-13 Die Geld- und Kredi^ins^iiuie in Untersteiermark 197 Der Bürgermeister der Gemeinde Pöltschach Zahl: 030/1-43 Pöltschach, den 22. Oktober 1943 Stellenausschreibun^ Die Stelle des Kassenverwalters der Gemeinde Pöltschach, Landkreis Ivlarburg/Drau, gelangt zur sofortigen Besetzung. Die Bewerbei oder Bewerberinnen werden ersucht, ihre Anträge mit kurzem Lebenslauf dem Bürgermeister der Gemeinde Pöltschach bis zum 30, Oktober 1943 elnzureirhen Vergütung nach den Bestimmungen der TOA Bedingungen; Miltgliedschatt des Steirischen Hoimat-bundes, Beherrschung der deutschen Sprache, Kenntnisse In Buchhaltung und Maschinschreiben 279 Der Bürgermelsfer: K u g I e r. Am 24. Oktober wurde eine Double-Damenarmbanduhr von der Mozartsitiaße bis Magdale-nagasse verloren Bitte gegen gute Belohnung abzugeben bei 5alaba, Theodor-Körner-Straße 25^__816-^13 Grauer Hut irgendwo vergessen. Hutband inwendig verzeichnet. Anschrift Franz Jür. schik, Schlachthofgasse 9. _ 818-13 Brillanlring mit großem Stein verloren vom Steirerhof-Ham-mer Ii ngqasse-Horst-Wessel-Gasse-Hotel »Meran«. Gegen hohe Belohnung abzugeben in der Bahnhofgastwirtschdft Mar-burg-DrdU. _819-13 Gelb. Brieflasche mit verschiedenen Karten von der Tegett-hoffstraße bis nach St. Peter verloren. Es wird ersucht, selba am Fundamt in Marburg abzugeben. 820-13 Spiegel, 70x120, zu kaufen qe-1 Stubenmädchen wird gesucht! sucht. Löschnik, Schneider, j Anfragen: »Burgkaifee... Marb_ Olitendorf, Schleinitz bei Mar- (Drau). 795-6 burg-Drau. 809-4 Verschiedenes StellenjSesuche Weibliche Kanzleikraft, aus-golernte Verkäuferin, einjährige Praxis im Gemeindeamt, sucht Stelle Zusrhr. unter »D. A.« an die »M. Z.a, Murburg-Drau. 810-5 KLEINER ANZEIGER I-Iandkoffer-Grammophon samt Platten um 100 RM zu verkaufen. Neudorf, Wrelzl-Rort-Gasse 16. 801-3 Zu verkaufen Silberne Damenuhr 90 RM, Küchenitisch und hölzerne Bettbank 60 RM, Brunndorf, Lau-dongasse 71. 807-3 Junge, schwarze Hündin, kleinste Rasse, zu verkaulen. Hans-Sachs-Gasse 10-1, Romich. __806^ Hasen zu verkaufen, 8—25 RM, Thesen, Hagengasse 60, 802-3 Zurhtkalbin zu verkaufen. — Zwpttendorlertraßu 106, Drnu-weiler, 805-3 Verkaufe Jagdhund, englischer stdchelhaariger Dachs, Johann Veselak, Pöltschach 21. 804-3 Chrysanthemen werden Freitag, 29 und Samstag, 30. Oktober in der Gärtnerei Windenau (Schloß Windenaul verkauft. Obergartner Portenschlager. 803-3 Zu kaufen gesucht 2 große Sagnspftneflfen zu kaufen gesucht. Anzufragen: Mar-hurg-Drau, Kärntnerstraße 43, Theutcrtischlerel. 80Ö-4 Offene Stellen Vot eiDslalluna «no Arbfttskilt flgoQ dte ZDallmmano dr> in tllndlqan Arh#ll«(imi^» »ina^boU «rardaa KOchln für alles wird aufgenommen. F. Gränitz, Herrenn. 7, Marburg Drau^_620-6 Zu mieten tfesucht Suche Kost und Wohnung, j Schldtstelle, Ndhe Thesen. An-1 träge: Denk Thesen, Pettauer- ; strdßo 19. Thesen. 812-8 . Wohnungstausch Näherinnen, ausqelernte u angelernte werden aufgenommea K Gränitz, Kürschnerei, Her-rengasse 7 Marburg Drau ________621 6 Äufrflumerin, ganztägig für ärztlichei Institut, ntir sehr verläßliche Kraft, gesucht Zimmer (e\/ent. möbliert), Kü ::henbenüfzung wird beigestellt Adresse 'n der »M Z.«, Mar- burg-Drau, ___811-fi Portier wird von hiesiger Textilfabrlk aufgenommen Derselbe muß auch etwas schreibgewandt sein. Angebote unter »Energisrh» an die »M Z.«, Marburg-Drau. 199-6 Tausche Zimmer und Küche, Speise mit clektr Licht u. Zu- | gehör in dei Geibelgasse mit ebensolchen in dei Stadt. Anzutragen täglich nur um 12 Uhr Jofief Slernad, Heuqasse 3 — P^terre^___ ____798-^ ! Tausche Zimmer und Küche gegen giciche Wohnung im Zentrum. Anseht. In der »M Z.«, Marburg-Dra'i. 813-9 Funde - Verluste Heim Warten vor dem Geschäft Gert, Herrengasse ist jim Freitag die 4. ivlänner Reichskleiderkarte Nr 444 808 abhanden .;iekonimen Die Person wurde von einigen Leuten erkannt un»*l wird aufgefordert, die Karte in der Marburgei Drutkeiei abzugeben, anBonsl erfolgt die Anzeige. 815-13 Weinroler Lederhandschuh Volksgarten — Tiniriskerstraße verloren. Abzugeben gegen Belohnung bei A. P., Reiserstraße IG, Ii. St., Matbuiy-Diau. Ö17-1J Ein elektrischer Staubsauger, mit vollkommen Zubehör, geg. runden Speisezimmertiech mit 6 Stühlen mit qcschweilten Fußen (Barock) zu tauschen. — Srhmidt, Cilli, Rinqstr. 8 Part., rechts _ _ 287-14 Tausche Regenmantel (schwarz) und Instrumente gegen Kinder-schlalwdgon. Drauweiler, Es-nidichgasse 23, Marburg-Drau. 821-14 Tausche HeiTen-SIlberuhr gegen Damenldhriad. 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Oktober 1943 MARBURGES ZEITUNG Sieger üßer die Seucäe Vom stillen Heldentum des Forschers Edler von Prowazek Wenige nur kennen seinfn Namen Der Forscher und Ai/( Stanislaus Edlei von Prowd/ek ist zwar fui alle gestorben, gefallen als Soldat der edelsten Wisseii-6chaft, der Wissenschaft vom Kampf gegen ilen Tod, aber mir die fachwell nennt seinen Neimen und weiß, was sie ihm verdankt. Alle ciber kennen die Seuche, die er bannte, die Hefahr, dei er init seinem eigenen Opfer den Weg verlegen wollte: dris Fleckfieber! Es war die qrof^e Hoffnung unserer Feinde, daß Deutschland dem Anstnrm der östlichen Scuchc nicht gewachsen sein würde, daß der Kimpf gegen die F!eere der Steppen iins die tödlVhe Infektinn ihrer Krankheiten bringen \Aiiide. Doch fl< r Wall um d'^s Reich von der Sdnitätsfoischung gebaut und vfn allon deutschen Ärzten mit dem Aufgebot ihrer schärfsten Weifen ver-l( idigt, hat gehalten. Znm ersten Male in der Geschichte der gioRen Kriege bliebt n die Opfer der Seuchen weit hinler d( n du'ch W>itlenwirkung Gefallenen zurück und die ärgsten Krankheilen haben liberhaupt keinen Eingang zu uns gefunden, Das F 1 e c k f i e 1) e r Unter den gefährlichen Seurhen, die in all flen Kriegen der letzten Jahthun titrie dem Tod ihre Ziibringerdienste »leleiste! hatten, wurde das Flecklieber« htels zuerst (len^nnt iinil ihm stand man am hiillosesten gegenüber. Wir können 1^ Europa in senen schweren Kriegen stand, vom M ttclalter bis zum ersten Weltkrieg. ■Jedes Heer, das nach dem Osten zog v( rlor Regimenter und Divisionen an fl'csen entsetzlichfn iinrl schier un-in ((ipilhfiren Gegner-Naiinlcr)n efienso wie (];»> I ruppen des Krimkrie(|en .Auseinandersetzungen in Asien erhob d'ese Seuche ihn- (jrai'samen Tri-bii e. Ilm die Jahrhundt^riwende kannte man dif Frsfhuinungsformen der Krankheit, al IT noch nicht ihr Wi sen. Nt.in nannte sie Hungertyphus und >>KriegstyphuS(, sfp galt als »Arn.eleiiiesi uche — denn s'rts war sie dort diiheim, wo auch das r.'' nd reftiorle, wo d'e Menschen •-I liWrich und hilfslos waren, v/n sie in ssen zn^ammenfredrap«!! nnd bar al-1»' schlitzenden Kr r^edi/ini-,cbe f^Virschiing auf die Znsammenbänne il( r Pli'ckfieberverbreilung mit flem Auf tt-flen der KleirJerlaus kam iiiul s^hüel^ '•(h einwandfrei nachgewiesen wiirtle, rlif. Kleiderlcins die fhertr-Uinrh) des f-irrklifbers ist, newann rn -ti finden un Ir'i flen Fussen. Nun wutdr» es auf h kt-ir urtf.im jeder Krieg dem F'eckf'i bei T'ir nnd Tor öffnete und oernde flie Tn'nnen seinem Angriff erlagen; '.\eil jetler Meer- 1 zun die Ciriindlagen d'T p'-r^önlifhen ■ 1-■ inl''hkeit verändert, weil die Sirti ! )».izen und Tnanspiuchn .hine der Siild.i j t( n nalurtiemiiß das bluisaudt nde Insek' j venu« hren laßt und weM mit der Vl,i-senverl)! eiliinf( der KleicbTlaiise auch (1 e Krankheit übertragen wuido. Forscher und Kampfer Mit diesen Eikenntnissen, die iinmoi 11 :< h bescheiden genug waren, giuff man in den eisten Weltkrieg. Schon dam.ils wurde — wenn auch !it aber war auch der Erfol(| schon entschieden: Der Erreger wurde gefunden und damit der wichtigste, der entschei-denste und — der gefdhfllchsle Schritt !ii der Bekämpfung der menschenmordenden Seuche getan, Nun, da man den Erreger kannte, konnte man nach dem Fieilmittel suchen, nach dem Serum gegen das Fleckfieber. Dieses Heilmittel, dc.s sich heute so sehr bewährte und i-ns diesmal vor der Seuche sicherte. Wie jeder Einsatz aber, der ums Ganze geht, seine Opfer fordert, so war es auch hier: der Erfolg war errungen, der kühne Kampfer aber blieb auf der Wahlstatt; die medizinische Forschung hatte eiinen ihrer Besten und Mutigsten verloren: Stönislaus Edler von Prowazek starb an der Krankheit, die er erforschte und die er bekämpfen half. Die Tat war nicht umsonst gesetzt und das Leben Prowazeks nicht vergebens in die Schanze geworfen. Der Feind war nicht nur erkannt, sondern gefaßt und eingekreist — die Kameraden des Gefallenen aber,vollendeten, was er erstürmen half. Heute ist die Seuche ebenso überwunden, vie all die anderen schweren Seuchen und »Gottes-geißeln« der früheren Jahrhunderte und Jahrzehnte. Das Opfer dei einen Mannes rettete Hunderlausenden das I eben. Sein N^me ist nicht so bekann» wie der eines Koch oder eines Behring Aber er verdient ebenso sehr, daß wir ihm ein Denkmal setzen, wie allen Heidon! //einz Sclicibcnpflug Die Emtriftsfuuie von Charlotte Flachs Großmutter ist Irotz ihrer silber({raucn Haare eine nicht nur nach außen hin reclit muntere, alte l^ame, die immer ein Lächeln luf den Lippen und einen kleinen Schalk in ihren blauen Auijen hat. Ja. sie ist in der Tat junj? f^ebliehen. und ins Kino ßeht sie mit besonderer Vorliebe. Als sie sich vor cinijien Tajjen wieder einmal eine Kinokarte bcsorßen w.ll, sieht sie. dafJ die Mcn.ichcn vor der Kinokasse eine Schlani{e bilden I.nnftc häl'e sie in der Wfihc warten müssen, und das kann GroflmuHei, auch v\cnn sie niiMuils. zugibt. d ill sie ein bilkhen «chw^ch auf den Beinen ist, natürlich nicht Und so steht sie ein wcnijJ abseits und beohach-fet die l-L'utc, die an die Ka.cnftirt gezeigt wird. Die M.inner mit tkm EdilwciU am Är-mt'l und Mütze hrihcii in diesem Kriejie von .Narvik bis Kreta, vom Kaukasus b's zum italienischen Hochijebirgc unvergänglichen NX'afftnruhm an ihre siegreiche F.ihnen öeheltet. Sic stammen zum iiiiiß-tcn Teil au« den deutschen Alprnöatu-n. wo m.in di'sb.ilb ihren Taten besonderes Interesse entgetfenbriniit. im Hinblick d'irauf wurde kurzlich durch das Stellvertretende Generalkommando XVIH AK. in der Sal7.bur;, den »Raub dos heiligen Hammersx und den »Vorriitenit« — kh weiß, daß ich mit dieser Aufzählung nur einige Höhepunkte Deines rastlosen und immer lebendigen und lebensnahen Schdflens berühre. Aber ich weifl auch, daß, wenn dlnse Nennung zur »Etikettierung« würde, dem Leser Bereiche Deines Dichtens sich verdeckten, die nur fast noch wichtiger erscheinen: ich meine Deine gedankentiefen und klangschönen Gedichte, Deine ernsten und heiteren Kurzgeschichten und Deine dichterischen Gedichterlauterungen, wio ich denn überhaupt nicht anstehe. Dich zu den wahrhaften »Praeceptores Ger-manlfle« zu rechnen. Und auf diese Gebiete Deines Schaffens möchte ich am Donnerstag, dem 28 Oktober, hindeuten, damit auch hier in Marburg eine Kutz-lebgemeinde entstehe, die sich, wenn ein neues Buch von Dir erscheint, ebenso darüber freut wie Dein Freund und ehemaliget Aintsgenosse Fritz Endrca Die ohtrschleslschen Muslktage 194.1 wurden am Sonnabend in der Ilindcnbur-ger Tonhalle erftffncl. Der Schirmherr der Stiftung Oberschlecicn, Gauleiter Bracht, verlieh den Oberschli-sischcn Musikpreis 1<»43 an den in Kattowitz schaffenden Gerhard Strecke Kurt Horst gestorben. Der Spielleiter der Rostocker Operette Kurt Horst i«t in der Nacht zum Mittwoch Im 54 Lebensjahr einem Herzschlag erlegen. Am Abend vorher hatte er noch die Rolla in „Bnh'^nie- finsungen. I I I i