Deutsche Wacht (Krüßer „HiMer Zeitung"). «■Mit»! )rt»a S»siir«a| »»» ••aata« Korgtal anb lofirt fttt Stll, «>I Fuftkliaa, ,«» Hau» »-»»tltch «. —rtfrtrtjmtt« #. LA«, frtikiatri« fl. *awj»6rlj «. «.—. «Rit ß. t.«o, »»Idlid«, ». I.JO, »»141=>TI( fl. «.«. Zu einjelac Rammt T I». SaltraU iuH tatif; bri ofttrta wi«drrtz-l»»g«» Habon. SulMirt« r.f^mrn Zal«ra»« fllt aa(«t Statt odr t>tK*Ita»ca fc»B«Btj»tHM«nfB taf 3m- »a«aad«» •*. RtMctUl Herr?»,. ». Unililftritl» Hnrew». *. 6Mtimbina-tionen zu erneuern und die diplomatische Varia-tionsrechnung mit Schwung durchzuführen. Wie ein deutsches Blatt mit Recht ver-sichert, war eine Wieder-Annäherung der Cabi-neie von Wien und Petersburg nur möglicli, wenn man sich in Rußland entschloß, den mit Berliner Frieden von 1878 geschaffenen Zustand an der unteren Donau und auf der Balkan-Halb-insel für die nächste übevehbare Zukunft als allein rechtsverbindlich anzusehen. Für die rus-fische Eigenliebe und den slavischen Rational-stolz war das keine geringe Zumuthung, da auf diese Weise die vorwaltende Stellung Lester-reich-Ungarns an der unteren Donau und auf dem Balkan, entgegen aller russischen Tradition ausrichtig anerkannt werden mußte. Dieser Ver-zicht auf jede Art panflavistifcher Propaganda mag den russischen Staatslenkern nicht leicht gesallen sein. Ganz gewiß ward er auch nicht ohne Vorbedacht und nicht auf ewige Zeiten gegeben — aber für die nächsten Jahre ver-pflichtete sich der Ezar, der Evnsolidirung der Verhältnisse in den vielumstrittenen Ländern Serbien, Bulgarien, Rumänien, Ostrumelien, kein Hinderniß in den Weg leg'n zu wollen und sür die staaismännischen Friedensfreunde, welche nur das Heute und Morgen gesichert zu sehe.« wünschen, genügt ein derartiges Entgegen-kommen vollauf. Es wäre vermessen anzunehmen, daß Czar Alexander 111., der auf dem Throne ja ein ganz anderer geworden, als er als Thronfolger zu werden versprach, alle diese Zugeständnisse ohne jede Gegenleistung zu machen bereit wäre. Wer ieit einem halben Jahre diepublicistischen Streifzüge des deutsche« Reichskanzlers auf-merksam verfolgte, dem kann es nicht entgangen sein, daß er in der ihm zur Verfügung stehenden Presse unausgesetzt vor der nationalpolnischen Propaganda warnte, welche man als Rechtge-ichwisterkind der nihilistischen und anarchistischen Agitation kennzeichnete uno deren Hanptquar-tier, als im österreichischen Galizien besindlich, von den ofsiciösen Preßstimmen im Reiche, au- Au die Steiermarst. Ein Bollwerk bist Du in dem deutschen Süden, Mein deutsches Steier alle Zeit gewesen. Die Feinde abzuwehren auserlesen, Hast Du bewähret Dich in Krieg und Frieden. Und auch vom Streit, der jetzt noch unent- schieden. Vom Kampf um deutsche Sitte, deutsches Wesen Wirft kräftiger und deutscher Du genesen. Abwehrend Fremde», das Du stets gemieden. Lon Deinen Alpen schallen deutsche Lieder, In Deinen Thälern deutsche Sitte waltet. Bei einem Volke, deutsch und treu und bieder. Und dieses Volks Begeist'rung nicht erhaltet Zu streiten für daS deutsche Vaterland, D.m alle Herzen bleiben zugewandt. Adolf Hagen. £in Atlgdabenteuer. Der alte Dmitrij Pawlowitch Wereuoss, der mehr als 20 Jahre in Wologda eine ein-fragliche Bäckerei betrieben und sich dann als Rentier dort zur Ruhe gesetzt, war, wenn er aus seine Jagderlebniffe zu sprechen kam, ein gewaltiger Lateiner vor dem Herrn: ja, sein Latein war dann noch viel classischer als das der professionellen Jäger der Unigegend Wolog- das, was viel fagen wollte. Bei solchen Gelegen-heiten stellte es sich heraus, daß Dmitrij ein Nimrod sei, wie ein ähnlicher nicht dagewesen, seitdem der auS der Bibel bekannte SpsrtS-mann dieses Namens des Todes verblich. Hekatomben von Bären, Wölfen, Luchse» hatte Dmitrij, wenn er Latein sprach, umgebracht; fragte man ihn aber, ob er nicht irgend eine hübsche Trophäe, einen Bärenpelz oder der-gleichen sich ausbewahrt hätte auS der riesigen Beute, so lächelte er überlegen und schloß die Unterhaltung mit den Worte»: „Ach was. Trophäen, die sind alle nach Petersburg ge-kommen und zu Geld gemacht, denn, weißt Du, Brüderchen, in die Rubel kommen die Motten nicht!" Dmitrij war aber auch, wenn er nicht gerade Latein sprach, ein Nimrod. doch schien ihm dann Diana weit weniger gewogen. Im Sommer schulterte er nämlich zweimal wöchent-lich eine alte, rostige Doppelflinte und zog hinaus zu einem etwa eine Meile von der Stadt ent-fernte-i großen Erlensumpse. Dort suchte er sich einen bequemen Sitz, etwa einen umgestürzten Baunlstanim, lud sein Gewehr und lehnte es neben sich an. setzte seine Pfeife in Brand, faltete behaglich die Hände und schaute träumerisch hinaus auf die weite, mit Erlen und Schilf be-wachsen?, hier und dort von Wasserläufen durch-zogene Landschaft. Kam dann vielleicht 'mal eine besonders zutrauliche Wildente oder Bekassine in seine Nähe, so griff er nach seiner Flinte; scheinend selbst ohne äußerlichen Anlaß, denun-cirt wurde. Nun ist es allerdings Thatsache, daß unter dem Grafen Taaffe das polnische Element so herrschend in den Vordergrund getreten ist, daß die polnischen patriotischen Träumer wohl be-rechtigt erscheinen, ihre Lieblingsidee: „Noch ist Polen nicht verloren" mit immer energischerer Betonung herauSzuschmettern. Man kann jedoch in Wien nicht mehr im Zweifel darüber sein, daß ei» aufrichtiges Zusammengehen Oesterreich-Ungarns mit Rußland so lange ein Ding der Unmöglichkeit bliebe, als durch das Regiment in EiSleiiharnen die Polen im Wahn gehalten würden, die Wiederaufrichtung ihrer staat-lichen Existenz könne und werde über kurz oder lang auf dem Umwege über Wien erfolge». Da nun die polnische Nationalpropaganda auch dem Fürsten Bismarck als entschiedener Feind erscheint, der jeden Mo-ment darauf lauert, die deutschen Friedenslinien zu durchkreuzen, so mußte auch Oesterreich-Un-garn sich vor die Nothwendigkeit gestellt sehen, zwischen den Polen einerseits «nd dem förde-ralistischen System, das sie in Eisleithanien verkörpern, und dem mächtigen deutschen wie russischen Bundesgenossen zu wählen. Und nach-dem hohe Persönlichkeiten sich zu Gunsten der ann-polnischen Schwenkung aussprachen, konnte die Entscheidung kaum noch zweifelhast stin. und wenn jetzt die Kaiser-Begegnung in Scene tritt, so ist der Niedergang jener polnisch-förderali-stischen Richtung fignalisirt, wie sie das Ver-söhnungS-Ministerium seit fünf Jahren favori-sirte. Daniit würve das Deutschthuni in Oesterreich seiner schlimmsten Dränger ledig, und die auswärtige Politik deS Fürstin Bismart hätte sonach, ohne jeden Schein der Einmischung den bedrängten Stammesgenosstn den langer- ehe er sie aber gespnnnt hatte, war der „Racker", wie er jeden abstreichenden Vogel entrüstet nannte, gewöhnlich längst wieder seinen Blicken entschwunden. Dann stellte er die Flinte wieder weg, tröstete sich durch einen Schluck Wodki, und vergnügte sich, wie zuvor, an der Aussicht. Erst in der Dämmerung pflegte er den Rück-weg anzutreten, theils, weil er sein Jagdver-gnügen nicht früher unterbrechen mochte, theils weil er die Stadt nicht vor völliger Dunkelheit zu erreichen wünschte, um möglichst einer Be-gegnung mit Freunden, die nach der gemachten Jagdbeute fragen könnten, auszuweichen. Passirte ihm eine solche Begegnung dennoch einmal, so hatte er entweder die gesammte Beute an Bauern verschenkt, oder er hatte nichts geschossen, weil er der Spur eines riesigen Bären gesolgt oder einem Rudel Wölfe fast durch den ganzen Erlen-sumpf nachgelaufen fei» bis ihn die anbrechende Nacht zur Rückkehr gezwungen. An einem herrlichen August-Nachmittage war Dmitrij wieder einmal zu dem Erlensumpf hinausgepilgert und batie sich dort einen mooS-bedeckte» Baumstun pf zum sitze ausgewählt. Heute aber fesselte ihn die ihm so liebe Land-schaft wenig; er dachte nämlich an einen der vorhergehenden Abende, an dem er den Thee und noch anderes Stärkende bei einem seiner Freunde eingenommen. Um den blinkenden Samowar und die verschieden geformten Flaschen hatte sich eine Anzahl Jagdfreuude versammelt. 2 sehnten SuccurS gebracht, freilich nur in seiner Weise. Denn daß vom politisch-ethischen Erzie. hungsstandpunkte da« System Taaffe für die meistens kampsungewohnten Deuisch-Oesterreicher ein Segen war. möchte Niemand bezweifeln; dagegen erscheint es fraglich ob der deutsch-nationale Gedanke schon stark genug ist, dieses anspornenden und stählenden Joches entrathen zu tonnen. Rede Dr. Hregr's über die Deutschen iu Böhmen.* Der politische und nationale Kampf ist kein .«inderspiel. Es handelt sich in demselben um daS Höchste und Beste, was ein Mann, was ein Volk zu vertheidigen hat: um Freiheit, Ehre, Nationalität. Deßhalb ist e« nicht aus-fallend, wenn in seinem Verlaufe ernste, selbst harte Worte fallen. Kein Deutscher, der gerecht suhlt, wird es den Slaven verargen noch ver-wehren, wenn sie mit dem Ausgebote aller Kräfte, aber mit rechtschaffenen Mitteln, die Sache ihrer Nationalität vertheidigen. Ander» aber, wenn man aus eiuen Gegner stoßt, der mit den Waffen der Lüge und Verleumdung kämpst. Solch «in Gegner ist den Deutschen in dun Führer der jungtschechischen Partei, dem Reichsrath«>Abgeordneten Eduard Gregr erstanden. Ec hat Alles, was dem Deut-scheu hoch und heilig gilt, seine Bildung, seine Sprache, sein Schulwesen mit den unwürdigsten Schmähungen überhäuft. Bekanntlich ist Eduard Gregr eigentlich der Sohn deutscher Eltern, welche Gröger hießen, und nach Art aller Abtrünnigen ist er heftiger und ungerechter als die natürlichen Gegner. Kein Wort des Urtheils fei über ihn gefällt; es genüge, wenn wir ihn selbst sprechen lassen; damit die Deutschen er-kennen, was sie von ihren Gegnern zu gewärti-gen haben, sei dieRedeEduardGregr's in ihren Haupt st eilen demLeferin wörtlicher U eberfetz ung auS dem in Gregr'S Leibjournale, der „Na-r o d n y L i st y", t> o m 12. A u g u st e r sch jene n e n Original e vorgelegt. Und weßhalb dieser Haß Eduard Gregr'S (recte Gröger'?) gegen die Deutschen und gegen den Deutschen Schulverein? Schon zur Zeit der Herrschaft der deutschen Verfassungspartei belaß jedes tschechische Dorf eine tschechische Schule. Noch vor dem Regierungsantritte deS Grasen Taaie gab es nach den amtlichen Aus-weisen im Schuljahre 1877/78 in Böhmen neben 1904 deutschen Schulen nicht weniger als ' AuS der der „Teutschen Wochenschrift". Die Red« Gregr'« wurde in '20.000 (J^rmplarm ausgelegt und ist bei der Administration d« genannten Blatt« zu haben. und man war recht vergnügt gewesen. Da hane endlich der Gutsbesitzer Leszinski die Abbildung eines Thieres von Hand zu Hand gehen lassen und erzählt, diese« seltene Vieh sei ganz vor Kurzem be» Perm geschossen worden. Die Ab-bildung kam auch an Dmitrij, war von ihm spottisch betrachtet und dann dem Eigenthümer mit den Worten zurückgegeben worden: „Na, so ganz selten, Väterchen, ist das Thierlein nicht, denn^ im vorigen Jahr habe ich ein Rudel von acht Stück unier den Erlen draußen vor der Sadt gesehen, doch wechselte der Wind so sehr, daß an ein Anschleichen nicht zu denken war." „O, Dmitrij Pawlowitch," hatte dann nach einer Pause LeSzinski ausgerufen. „Ihr Wort in Ehren, aber ich muß mich vergriffen und die Abbildung des bei Perm geschossenen Thieres zu Hause gelassen haden, denn die eben vorgezeigte ist die eines Nilpferdes." Ein allge-meine« Gelächter folgte dieser Ankündigung. Dmitrij hatte mitgelacht, aber um seine Unbefangenheit war es geschehen; es war ihm klar geworden, daß man auch im Jägerlatein gegen die Grammatik sündigen könne. Jetzt saß er am Erlensumpf und konnte die Gedanken an die fatale Geschichte ebenso wenig von sich scheuchen wie die tanzenden Mücken, die gerade heute besonder« nach dem Blute seiner feurig angelaufenen Nase zu schmachten schienen. Keine Wildente, keine Bekassine, nicht einmal ein lumpiges Bläßhuhn ..Deutsche Wacht." 2350 tschechischeSchulen; alle deutschen Anstalten zählten zusammengenommen 4101 Schulclassen, während die Tschechen über 5151 Classen verfügten. Konnte man da von einer Unterdrückung des tschechischen Elemente« sprechen? Eine solche Unterdrückung war unmöglich durch weise und gerechte Gesetze, welche die Deutschen selbst zur Zeit ihrer Herrschaft gege« ben hatten. Der Paragraph 6 des Reichs-Volksschulgesetzes vom 5. Mai 1859 bestimmt : „Ueber die Unterrichtssprache und über die Unierweisung in einer zweiten Lan-desspracheentscheidet nachAnhörungDer-jeniyen, welche die Schule erhal-t e n. innerhalb der durch die Gesetze gezogenen Grenzen die LandeSschulbehörde." Der Landesschulrath aber ist v e r p s l i ch-t e t, der Stimme der Gemeinde Gehör zu geben. Dies hat da« gleichfalls von den Deut-schen eingesetzte Reichsgericht bestimmt, bei dem Klage geführt werden kann. Dieses Reichsgericht hat stet« im Sinne der klagenden tschechischen Gemeinde entschieden. Nur für die M i n o r i t ä t e n in den der Mehrzahl deutschen oder tschechischen Gemein-den konnte das Gesetz nicht ausreichend sorgen ; es bestimmt zwar, daß für 40 anderssprachige Schulkinder eigene Anstalten gegründet werden müßten, aber diese Anordnug scheitert vielfach an der Unduldsamkeit tschechischer Gemeinde-Vertretungen. Hier tritt die S e l b st h i l f e der einzel-nen Nationalitäten ein. Für die versprengten deutschenStammesgenossen wirkt der D e ut s ch e Schulverein, nach dessen Muster die M a-tice Skolska die gleiche Sorge für tsche-chische Kinder trägt. Der Deutsche Schulverein in Wien aahlt heute bereits 80.000 Mitglieder. Zu Pfingsten 1884 besaß er bereits 24 Schulen mit 34 Classen und 32 VereinSkindergärten mit 41 Abtheilungen. Außerdem unterstützt er 34 Schulen und 20 Kindergärten in ärmeren Gemeinden durch namhafte Beträge. Mit besonderem Uebelwollen betrachten die tschechischen Führer die Erscheinung, daß ihr Volk in ganz gesundem und praktischen Sinne die Kinder vielfach in deutsche Schulen schickt. So war in Pilsen, einer Stadt mit 7000 Deutschen und 23.000 tschechischen Einwoh-nern, das tschechische Gymnasium im Jahre 1879 von 415 Schülern, das deutsche aber von 197 Schülern besucht, unter welch' Letzteren sich 114 Tschechen befanden. Dieselbe Erschei-nung zeigt sich auch in den Volksschulen, ja selbst in die Anstalten deS Deutschen Schulver-eines drängen sich tschechische Schüler. Gegen war ihm zu Gesichte gekommen, als endlich die blutroth unter dem Horizont verschwindende Sonne ihm zum Aufbruch mahnte. Noch immer tief in Gedanken griff er mechanisch nach seiner Jagdtasche, die vor ihm aus der Erde lag, und wollte sich von seinem moosigen Sitze er-heben, da plötzlich hörte er dicht hinter sich ein tiefes Brummen, und ein schwerer Druck legte sich auf seine Schulter. Er wandte sich schnell um, und «in eisiger Schauer durchlief feinen Körper, denn er blickte einem mächtigen Bären ins rauhhaarige Gesicht, in die kleinen, blut-unterlaufenen, tückischen Augen. Das Thier stand ausrecht hinter ihm und hatte ihm die eine Borderpranke auf die Schulter gelegt. „Heilige Mutter Gottes, hilf!" tönte e« leise von Dmitrij'S bebenden Lippen, während er entsetzt zu der langsam hin und her wiegenden Bestie emporstarrte. Meister Petz schien jedoch keine bösen Absichten zu haben, denn nach wenigen Secunden zog er die Pranke von Dmitrij'« Schulter fort und nahm seine natür-liche Stellung auf allen Vieren ein, dann kam er am Boden schnuppernd und mit der langen rothen Zunge sich die Schnauze leckend, um den Baumstumpf herum, auf dem der Jäger saß, sand die auf der Erde liegende Jagdtasche und begann sie hin und her zu zerren. Wenn Dmitrij auch trotz seiner vielen lateinischen Bärenjagden noch nie einem Bären so nahe ge-wesen wie jetzt, so wußte er doch Manches vom 1884 diese naturgemäße Thatsache wollen die Tsche-chen durch die Lex Kvicala, daS von dem k. f. österreichischen UniversitätSprosessor Kvicala vorgeschlagene Gesetz, cinkämpsen. Darnach soll den tschechischen Kinder» der Besuch deutscher Volksschule» rundweg verboten werden. Dieser Unsinn ist noch nicht Gesetz, aber er soll nach dem Äuusche tschechischer Fanatiker dazu erhoben werden. Uno so mag nun die Rede Gregr'S (reets Gri>-ger'S). gehalten m 8. August auf dem Berge Lipan in einer von 8000 Personen besuchten Versammlung, als ein Zeugniß niedriger Den-kungSart dem Leser vorgeführt werden. Rede Dr. Tregr's. „In großen Städten giebt e 4 verworfene Frauenzimmer, welche mittelst Ueberredung, Verleumdung. Geldverheißung und ähnli-ch e n M i t t e l n unschuldige, keusch« Mädchen in ihre Netze locken, um sie sodann in die Kothgoffen und Pfützen der Un-sittlichkeit und in Abgründe der Entehrung und des Verderbens zu stoßen. Gegen solche »tupp-lerinnen haben wir ein Gesetz, und wenn sii ihres Schandgewerbes überwiesen werden, trifft sie schwere Kerkerstrafe. Aber gegen Leute, welch« durch Ueberredungen und Drohungen, Verheißungen und Geld Leute bethören, ihre Kinder deutschen Schulen auszuliefern, damit dort ihr Herz und Verstand verkrüppelt werde, damu dort auSgerissen werde aus der zarten Kinder-seele ihr hingebungsvolles und sittenreines Fuh-le», ihre Vaterlandsliebe, ihre Liebe zu ihrem Volke: gegen solche Kuppler haben wir heute noch kein Gesetz! Und da-rum sordern wir das Gesetz Kvicala (stürmische« Vybornv), daS so eigentlich als zeitgemäße Schutzwehr gegen die schändlichen Räa-bet am tschechischen Volke, seinen holdesten Blüthen, seinen Kindern gerichtet ist. Giebt e« wirklich tschechische Eltern, welche aus freiem Willen, freiem Antriebe und eigener Ueberzeugung Kinder in germanisirende Schulen schicken 'i O, mein Gott! Es giebt auf der Welt keine andere Nation, wo es so viele Tau-sende Narren. Thoren und Einfältige gäbe, welche in ihrer vorwitzigen Be-schränktheit wähnen, daßjederge-bildete Tscheche deutsch spreche« können müsse, daß man ohne die deutsche Sprache nicht existiren könn«, weil dieselbe i» der tschechischen 'Nation so lief eingewurzelt und verbreitet sei, daß sich derselben selbst sehr ver-ständige und geschickte Patrioten nicht entschla-gen können. Welches Wunder dann, wenn unter gemei- Meister Petz, und es kam ihm der Gedanke, das augenscheinlich gutmüthige Thier, das er vor sich hatte, sei vielleicht eine« derjenigen, von welchen er gehört, daß sie im Sommer gar nicht gefährlich und höchstens zu allerlei Harm-losen Streichen geneigt seien, so hatte er noch ganz vor Kurzem gelesen, daß im Orenburgischen ein kleines Mädchen, das Preißelbeerea ist Walde gesucht, einem Bären begegnet sei uni denselben, der durchaus aus ihrem Körbchen naschen wollte, durch Schläge mit ihrem Holz-Pantoffel vertrieben habe. „Heilige Jungfrau," dachte Dmitrij, dem Bären zuschauend, den die Jagdtasche sehr zu interessiren schien, „wenn das auch ein so gutmüthige« Vieh wäre, könme ich'S vielleicht todtschießen!" Vorsichtig streckte er die Hand nach seiner Flinte aus, aber der Bär hob den Kops und knurrte, während er zugleich mit beiden Pranken die Tasche aus-einanderriß. Ein riesiges Butterbrot, mit appe-titlich duftendem Schinken belegt, siel heraus. Petz machte sich sofort darüber her und begann schmatzend es sammt der Papierhülle zu ver-zehren. Er vertiefte sich so in diesen unge-wohnten Genuß, daß er, da« Butterbrot mit der Schnauz« vor sich herstoßend. einen Halb-krei» beschrieb und schließlich unserem Dmimj die Kehrseite zudrehte, eine Unhöflichkeit, die dieser durchaus nicht übel nahm, sondern sogleich aus-beutete. Er ergriff nämlich schnell seine Doppel-flinte, die mit grobem Entenschrot geladen war 1884 neu und ungebildeten Leuten sich Viele finden, welche glauben, daß ihren Kindern eine große Wohlthat zu Theil wird, wenn sie dieselben in deutsch« Schulen schicken, damit sie dort deutsch lernen. Was sollen wir jedoch dazu sagen und «oher sollen wir Worte nehmen, die unserem Zorne den rechten Ausdruck geben können wenn wir hören, daß auch Männer, die unserem po-lilischen Leben voranstehen, Doctoren und Ab-geordnete, dieser schwachmütigen und untsche-chiichen Ansicht zuneigen, daß sie in der Ger-manisirung unserer Kinder keine wesentliche Ge-sährdung der nationalen Existenz unseres Voll-kes erblicken; die gefühllos die Schande nicht empfinden, daß di se deutsch-preußischen Schul» vereniS-A.iftalten ein Schlag in'S Anttitz des tschechischen Volke« sind, die so wenig nationale Festigkeit und Mannesehre besitzen, daß sie sich ncht entblöden, in öffentlicher Versammlung sich selbst auf di« Aufforderung des k. k. Herrn zu beantragen, statt deS Gesetzes Kviiala krieche-risch und knechtisch herumzulaufen zu allen diesen Lntenbergers und anderen deutschen Fabrikanten, dillend und bettelnd und winselnd, daß sie so gütig sein mögen, uns« re Kinder, unsere tsche» chischen Kinder nicht in ihre preußischen Umfor-«ungsanstalten zu stopfen. (Schande! Schande!) Ja. tschechische Männer! So geschah es jüngst in einer tschechischen Stadt, welche früher »as Zion der tschechischen Aufklärung und des tschechischen Fortschrittes gewesen ist, und aus «elcher nun «inige politische Speculanten zu ihrem eigenen Vortheile ein tschechisches Zion der Schweifwedelei und Leisetretern gründen möchten. (Rufe: Jungbunzlau! Jungbunzlau!) Wirble auf, o Staub der Felder von Li-»an. und verhülle das Antlitz der gnadenvoll leuchtenden Sonne, damit sie nicht schaue die Schande, welche vermeintliche Patrioten dem tschechischen Namen anthun! Aber wenden wir uns ab von diesem er-bännlichen und, Gott sei Dank, vereinzelt da-stehenden Beschluss« zu Gunsten der Schnlver-«ns>A»stalten. Taß die deutschen Schulen für tschechische kkinder nichts Anderes sind als A n st a l t e n zur seelischen und sittlichen Ent-artung , das werden mir unsere Lehrer gerne bezeugen. Diese werden auch ausklären, daß tschechische Knabe» nach drei- bis vierjährigem Schulbesuche zurückkehren in die tschechischen Schulen, ohne deutsch oder tschechisch zu können, ohne die Anfangsgründe des Lesens, Schreiben« imd Rechnens inne zu haben, von andern Sa-chen zu schweigen; — daß solche Kinder nach brri oder vi«r Jahr«» von Neuem wieder an-sangen müssen. Deutsch aber haben Sie auch nichl gelernt, was auch ganz unmöglich ist. zog den eisernen Ladstock heraus, steckte ihn in den rechten Lauf und richtete die Waffe schuß-bereit auf den Bären, den selbst das Knacken beim Aufziehen der Hähne nicht gestört hatte. Wieber machte der schmausende Bär eine Viertel-drehung, so daß er kaum 6 Fuß entfernt dem Jäger die linke Flanke darbot. Dmitrij'« Herz schlug gewaltig, er packte die Flinte fester und ohne zu erheben, aber genau aufs Blatt haltend, drückte er beide Läufe zugleich los. Krachend donnerte der Doppelschuß durch die Abendstille, der Bär machte einen Satz in die Lost und fiel dröhnend aus die Seite, noch ein paar Zuckungen schüttelten den mächtigen Körper, dann war das Thier verendet. Der eiserne Ladstock war i! m schräg in den Bauch und bis tief in die Brusthöhle gefahren. Dmitrij sprang entzückt auf, ein wonniges Gefühl der Sicher-beit mischte sich mit dem des Stolzes über den kieg, er trat dicht an den Bären heran, schirenkte seine Mütze und rief dreimal so laut er nur konnte: „Hurrah!" Doch was war daS ? Von der nahen Landstraße her, ertönte jetzt ein lauter Anruf. Dmitrij horchte, und als der Ruf sich wieder-boUe, gab er Antwort. Wenige Augenblicke später iah er zwei Männer mit Kienfackeln schnell auf sich zukommen. Er rief nochmals damit sie die Richtung nicht verlieren möchten, und bald darauf standen sie vor ihm. Stolz deutete er mit der Flinte auf den todten Bären. „ Deutsch« Macht." weil ein tschechisches Kind von tschechischen Eltern, welches außerhalb der Schule kein deut-scheS Wörtchen hört, nicht in den ersten Schul-jähren deutsch lernen kann. (Zustiminung.) Von einer verständigen, sittlichenden oder religiösen Erziehung bei solchen tschechischen Kindern ist gar keine Rede, weil sie just so aus dem Unterrichte keinen Nutzen ziehen kön-nen, wie ein Tscheche, welcher täglich in eine deutsche Predigt geht und nichts davon versteht. Aber was solchen Kindern in den deutschen Schulen tief eingeprägt wird, das ist daS Ab-werfen ihrer nationalen Art, die Verunglim-pfung ihrer Muttersprache und eine oft wabr-haft janitscharische Wuth gegen ihr eigenes Blut, gegen ihre angeborene Stammeszugehö-rigkeit. Sowohl die NationalitätSlosigkeit als der Mangel an Patriotismus in den Arbeiterclassen — großgezogen durch die Heranbildung der Kinder derselben in den deutsch - p^reußischenSchulver-e i n S - A n st a l t e n — ich sage: die 'Ratio-nalitätslosigkeit und der MangelanVaterlandsliebe in den Arbeiterclassen der Gegenwart sind der vortheilhusteste Boden für die socialistische Agi-tation ! (Beifall.) Schon aus diesem einen Grunde wär« der Staat einzugreifen verpflichtet, daß tschechische Kinder in den SchulvereinSschulen nicht ausgenommen werden dürfen, schon aus diesen» einen Grunde sollte er u n-schädlich machen diese Brütn efter vonVagabunden, Petroleurenund Anarchisten! (Stürmischer Beifall.) Im Namen deS tschechischen Volkes, welches dem österreichischen Staate solche Opfer an Gut und Blut bringt, solch' enorme Steuern zahlt, so viele Soldaten stell«, daß Oesterreich ohn- diese Opfer sich nicht erhalten könnte und in kürze st erZeit ein Raub sei-n e S lüsternen, n i m m e r s a t t e n N a ch-bar« werden m ü ß t e: die tschechische Na-tion dringt freudig, ohne Murren diese colofsa--len Opfer dem Staate Oesterreich und verlangt blos, daß die Staatsgewalt das tschechische Volksthum schütze in seinen Rechten, seinem Besitzt, seinen nationalen Gütern! (Ruse: Er hat Recht!) Und was halten wir wohl für unser theu-erstes, für unser köstlichste« Gut? Nichts Ande-res als das von unseren Vätern uns überkom-mene Erbe: unsere tschechische Sprache, unser tschechisches Volksthum. (Stürmischer Beifall.) Der österreichische Staat hat also die Ver-pflichtung. unsere Sprache zu schützen; unsere Nation zahlt ja genug dafür! Wer kann heute noch so verblendet, so un-vernünftig sein, daß er nicht erkennt, wohin Doch statt sich mit ihm über seine Heldenthat zu freuen, erhoben die beiden zerlnmpten, fremd-artig aussehenden Gesellen ein gewaltige« Ge-heul. Der Eine kniete neben den Bären hin und rief jaunnernd : „Oh Mischka, mein süßes Engelchen, bist Du denn wirklich todt, mein Lämm-chen! Grunze doch 'mal, mein Täubchen, mein braunes, damit ich sehe, daß Dir noch zu hel-fen ist!" Allein Mischka grunzte weder noch rührte sich. Der Mann sprang wieder auf und drang auf den verdutzten Dmitrij ein. „Herr, Herr", jauimerte er, „wie konnten Sie da« Thierchen niederschießen; mit einem Wort hat-ten Sie es forttreiben können, so zahm war e«! Ich bin nur ei» armer, fremder Bärenführer, aber wenn e« Gerechtigkeit hier zu Lande giebt, so sollen Sie für den Frevel büßen ! Herr, das war keine gewöhnliche Bärin, das war eine Künstlerin, und ich lasse Sie nicht, bis der Polizeiherr von Wologda Recht zwischen un« gesprochen hat!" „Schon gut, Brüderchen", antwortete kleinlaut Dmitrij, dem nach der Ge-schichte mit der Nilpserdabbilduug nur noch diese« sehlie, um die Zielscheibe der Witze und Neckereien seiner Freunde zu werden, „schon gut, ich bin kein unebener Man», aber wie sollte ich wisse», daß das Thier Euch entsprun-gen, daß eS ein Tanzbär sei!" „Herr", wüthete der Bärenführer, „habt Ihr nicht die Augen ausmachen, habt Ihr nicht sehen können, daß das Thierchen einen Ring durch die Nase 3 diese Germanisation hinführt und hinzielt? Giebt es noch einen vernünftigen Staatsmann und Politiker, der nicht wüßte, daß daS End-ziel derselben nichtS Anderes ist a l« die Ver-nichtung des österreichischen Ge-sammtstaateS und die AuSliefe-rung feiner Bewohner an da« deutsche Reich?! (Stürmischer Beifall.) Ja, Freunde und Gesinnungsgenossen! Von dem Tage an, wo e« gelingen wird, das tschechische Volk zur Seite zu schieben, und das tschechische Volksthum zu germanisiren, von diesem Tage an wird über dieses schöne Land kein Kaiser von Oesterreich herrschen, sondern der König von Preußen! (Brausender Zuruf: Das erlauben wir nicht! DaS erlauben wir nicht!) Was für Fahnen, was für Firben stecken unsere Deutschen bei ihren Festen auf, wa« für Lieder singen sie bei ihren politischen Z«-chereien? O«st'rreichische Farben sind e« nicht ! Oesterreichische Lieder sind es auch nicht! — Ader damit man nicht sage, daß ich an-schwärze, erlaub? ich mir, einen classischen Zeu-gen, Herrn Schneider, gewesenen Landtags-Ab-geordneten und hervorragendes Mitglied der teutschböhmischen Partei, welcher seine Leute sicherlich genau kennt, vorzuführen, der wört-lich sagte: „Die Liebe zum Vaterlande mög« mehr gepflegt werden unter den Deutsche» in Böhmen, anstatt daß sie vernichtet und auS» gemerzt werde, und die hochverehrten Farben des Reiches und HauseS Oesterreich mögen vorgezogen werden den sremdn Fahnen und Farben." Das sind di« preußischen! Nun, ist daS nicht LandeSverrath. welchen der gewesene Abgeordnete Schneider seinen LandeSgenossen, die er gewiß genau kennen wird, vorwirst? Und unsereRegierung?Wie verhält sie sich zu dieser offenbaren Landes-preisgebung? Warum duldet sie solches Treiben? Warum greift sie nicht kräftig ein in den deutschböhmischen Bezirken, wie sie eingreifen würde, wenn sich unsere« tschechi-schen Volke« ein illoyaler unpatriotischer Geist bemächtigen würde? < Rufe: Mit uns würde sie ander« umspringen!) Manche sagen, daß es Furcht vor Deutsch-land ist! Unmöglich! — So tief ist unser Reich noch nicht ge-sunken, daß es bangen müßte vor der Ungunst und dem Uebelwollen der Hohenzollern! Es handelt sich blos, Ordnung zu schaffen in unserem eigenen Hause, und da hat Oesterreich Niemand:« zu fürchten, so lange seine nichtdeutschen Völker zu ihm stehen! trägt, an dem noch ein Stückchen der durch-rissenen Kette hängt?" „Nein, beim Himmel nicht!" betheuerte Dmitrij, und sich bückend überzeugte er sich, daß der Ring und das Stück-chen Kette, di« er beide vorhin im Schrecken übersehen hatte, wirklich vorhanden waren. Ver-legen wandle er sich wieder zu Mischka« Herrn. „Väterchen", sagte er, „der Mensch ist zum Irrthum geboren ; was war das Thier werth ?" Der Bärenführer heulte auf. „Werth?" sch.ie er, „unbezahlbar war die Mischka. denn sie konnte tanzen wie ein Mägdlein am Johannis-abends! Werth^? Es ist lächerlich davon zu reden!" „Ruhig Blut, Väterchen", meinte Dmi-trij, „sag mal, würdest Du 50 Rubel nehmen ?" „Nicht das Doppelte!" war die entrüstete Ant-wort. Doch jetzt legte sich der Gefährte deS Mannes in s Mittel, führte ihn auf die Seite und redete auf ihn ein. Endlich war der Wü-thende beruhigt. Beide kehrten zu Dmitrij zu-rück, uud es wurde diesem eröffnet, daß gegen 150 Rubel Gras über die Sache wachsen solle. „Hört Kinderchen", iagie Dmitrij. „das ist nett von Euch; ich werde Euch 200 Rubel geben, dafür ader bringt Ihr mir die Bärin, nachdem Ihr derselben d.n Ladstock herausg «zogen und den Nasenring abgenonimen, noch diese Nacht in meine Wohnung nach Wolodga und verlaßt dann sofort die Stadt; gilt's?" „Topp!^ sagten die beiden Gesellen, und wie Dinitrij ge-wollt, so geschah es. Am nächsten Tage aber 4 Von biesem One kann ich das Denkmal eincS gefeierten Sieges (Schlacht von Kolia) erblicken, welchen vor mehr al« 100 Jahren daS österreichische Heer über den König von Preußen erfocht, der schon damals auf die demschböhmifchen Bezirke Hunger hatte. Sie wissen, daß eS ein tschechisches (?) Cürassieregiment") war. welches die Schlacht zu unteren Gunsten entschieb. Ha! noch sind die Fäuste der Söhne Tschechs nicht verdorrt, das Blut des tapferen Tschechenvolkes ist noch nicht zu Wasser zerronnen, daß nicht der letzte tschechische Mann auch heute bereit wäre, seine Brust dem starrköpfigen Feinde ent-gegenzuwersen zum Schutze unseres Königs und feines Reiches, als Bollwerk unseres Vater-landeS! Dies verkünde ich hier ösfentlich ini Namen deS tschechischen Volkes!" (Begeisterter, stürmischer Zuruf ) Mundschau. [ A u ü den» steirischen Landt t ag e.j In der am 10. d. abgehaltenen Sitzung des steirischen Landtages ergriff gelegentlich der Wahlverification Baron Hackelberg das Wort, um gegen die eigenthümlichen Vorgänge bei Zusammenstellung der Wählerliste für den Großgrundbesitz Protest zu erheben. Ich habe, sagte Redner, aus meiner persönlichen Be-kanntschaft viel zu viel Achtung vor dem Cha-rakter des Ministerpräsidenten, als daß es mir einfiele, vorauszusetzen, daß vielleicht Rancüne gegen uns hier obwalte, weil gegenüber den» glänzenden Empfange des Landesfürsten der Ministerpräsident vollkommen kaltgestellt wurde. Wiewohl eS allerdings sehr unangenehm für einen Staatsmann ist, wenn sich in so ent-schieden« Weise nicht eine Partei, sondern ein f>anzes Land eisig und frostig gegen ihn zeigt, o erklärt sich doch sein Vorgehen, wenn man annimmt, daß eS ihm nothwendig scheint, Con-cessionen an eine kleine Fraction zu machen, um sich ihre Stimme im ReichSrathe zu sichern. Redner spricht fein Mitleid über den Minister-Präsidenten aus, daß dieser an der Sclaven-kette kleiner particularistischer Interessen immerfort gezwungen sei, das Ganze aus dem Auge zu lassen. Er spreche ihm sein außerordentliches Bedauern auch deS-wegen aus. weil derselbe die Politik der kleinen Gehört in da» Reich der Erfindung! Ter englische GcfchichlSschreiber Thomas Carlyle. Geichichtc Friedrich s II., deutsch von I. Neuberg. Bd. ü, E. li>3, erzähl«, daß der sächsische Oberstlieutenant Beken-dort. der von Taun schon den Befehl zum Rückzug er-halten hatte, durch einen letzten Angriff aus die Preußen den Sieg bei Kolin herbeigeführt hab«. drängten sich zahllose Besucher in der Wohnung Dmirrij's und horchten seiner Beschreibung deS Kampfes mit dem Bären, den er über Nacht geschossen, und den er, wie einige Schitten an der Nase bewiesen, tollkühn zuerst nur mit dem Messer angegriffen hatte. Wahrhaftig, man bekam Respect vor den altem Jäger! Doch das Schicksal ist tückisch, einige Wo-chen später schwankte eines Tages auf dem Marktplatz zu Wologda ein betrunkener Frem» der umher, der laut um fein braunes Täubchen, feine holde Mischka jammerte und Rache gegen den Mörder derselben verlangte. Müffiggänger sammelten sich um den Mann, denn die Kunde von einer Mordthat wirkt immer anregend auf alle Unbetheiligten, und als der Betrunkene endlich forttaumelte, folgte ihm die Menge. Er schwankte bis an Dmitrijs Haus, das unweit des Marktplatzes lag, und begann dort, unter lautem Geschrei nach seiner Mischka. die Fen-ster einzuschlager. Das konnte die Polizei nicht ruhig mit ansehen, der Mann wurde in Ge-wahrsam gebracht, und ani folgenden Tage wußte ganz Wologda, wer die holde Mischka gewesen und wo jetzt ihr bräunliches Fell vordem Sopha lag. Und Dmitrij Pawlowitch Werenoff? Nun. ver tröstete sich über die Enthüllung feines Geheimnisses, wie er sich schon über manches Andere im Leben getröstet hatte, und entzückt noch heutigen Tages durch sein classisches Jäger- „Deutsche Macht Mittel nur von Fall zu Fall treibt und dadurch von Stufe zu Stufe immer tiefer sinkt. Und tiefer kann er wohl nicht gesunken sein, als daß er im Widerspruche steht, zu dem huldvollen Kaisermanifeste, welche« im Vorjahre die Thätig-keit des Landtags anerkannte, während der Minister alles mögliche anwendet, um den Land-tag in das pure Gegentheil zu verwandeln. ,8! parva liest, componere magtiis" s^gte Redner, möchte ich mit dem sorensische n Redner schließen : „Quosque tandera abutere patientia nostra* zu deutsch: „Wie lange willst Taaffe unsere Geduld mißbrauchen?" (Stürmischer Beifall). sTfchechifch « Beglückung? n.s Der Herr Graf Heinrich C l a m - M a r t i n i tz ist unter die Homöopathen gegangen ; er will nämlich die Lex Kvicala genannte Krankheit mit einem Gesetzentwurfe curiren, welcher in gewissem Sinne genau das Gegentheil der in der Lex Kvicala zum Ausdruck gelangenben Bestrebniß zur Geltung bringen will. Die „Narodni Listy" allerdings eine sehr unzuverlässig« Quelle, theilen nämlich mit, Herr Graf Elant-Martinitz bereite einen Antrag vor, durch welchen der Landtag aufgefordert werben soll, für bie Mittelschulen in Böhmen ben g e g e n s e i t i g e >» S p r a ch e n-zwang zu becretiren. Wahrend bie Lex Kvicala ben Zweck verfolgt bie tschechische Jugenb so viel wie möglich vor der Jnsicirung durch die deutsche Sprache zu schützen, geht die Lex Heinrich Clam darauf aus, die Erlernung der deutschen Sprache den tschechischen Mittelschülern sörmlich zur Pflich« zu machen. Vom ausschließlich deutschen Standpuncte wäre weder gegen die Eine noch gegen die andere Lex Etwas einzuwenden, wenn die Antragsteller sich darauf be-schränken würden, die von ihnen empfohlenen und für gut und segensreich gehaltenen Gesetze blos den Tscheche» Böhmens aufzuerlegen; in dem Einen, wie in dem andern Falle würden die Deutschen u. zw. gerne auf den durch die in Rede stehenben Gesetze zu schaffenben Segen verzichten. Aber weber Herr Professor Kvicala noch Herr Graf Elaui geben sich mit ber Beglückung ber Tschechen allein zufrieben, beiden gelüstet eS, auch ben Deutschen Böhmens ihre Wohlthäte«« angebeihen zu lassen unb hierin liegt bas Uebel. Wiber feiien Willen will Niemanb „glücklich" gemacht werben. Das sollten bie Tschechen wissen. fDieruthenischen Abgeorbne-t e »J bes galizischen Landtdages haben energisch protestirt gegen die unerhörte Motyode, welche die polnische Majorität bei beiv Wahlprüfungen beobachtet. Es ist nämlich bereits zweimal vor-gekommen, daß die Wahl derjenigen Eandida- latein alle mit Verständniß für biefe anziehende Sprache begabten Zuhörer. Landtags-Sitvouetten. (Vom Grazer Svaziergänger.) Habemus papam! Die a l l r r l e tz t e vor Zusammentritt des Landtages erscheinenbe Numuier beS RegierungS-AmtSbletteS konnte nicht umhin, bie Ernennung eine« neuen LanbeS-hauptniannes für Steiermork zu publiciren. zu welcher Stelle der Bater des Sprachenantrages im Reichsrathe, Graf Wurmbrand erkoren worden ist. Der LanbtagSeröffnung stand somit nichts mehr im Wege, und am letzten Dienstag versammelten sich die Landesboten bereits in der geräumigen, grünen Grazer Landstube mit seltener Pünktlichkeit. Denn noch ehe vom historischen Thurme de« Landhauses herab die anberaumte Stunde geschlagen, waren die Ab-georbneten fast vollzählig erschienen, bie a l t e n einander begrüßenb, bie neuen sich ersteren vorstellenb. So viele waren ba. unb doch ge-bachten sie fast Alle eines Mannes, ber nicht mehr ba war. nämlich bes bisherigen Lanbes-Hauptmannes Dr. K a i f e r f e l d. Da tont baS Glockenzeichen, un? wir sehen unsere Vertreter ihre Sitze einnehinen. bie Elericalen unb Slo-venen nur rechts, ^bie Bauernpartei, vier Mann stark, neben einanber, ben in deren Bank noch 1884 ten, welche von ber Wahlcommission als ord-nungsmaßig gewählt proclamirt wurden und bie m Folge bessen da« Wahlcertificat erhielten, annullirt würbe, ohne baß di« Landesregierung aufgefordert wurde, eine Neuwahl anszuschrei-den. Vielmehr beliebt es der polnischen Majo-rität an die Stelle der caffirten ruthenisch«n Abgeordnelen deren polnisch« Gegencandtda-len als gewählt zu erklären. Der schriftlich ein-gebrachte Protest bezeichnet dieses Vorgehen als eine Verletzung der Geschäftöorbnunz uai» als eine Siatuirung bes Princips der Be-rufung von Adgeordnele« durch die Landtags-Majorität an Stelle de« Grundprincips der freien Wahl. Selbstverständlich wird die polniiche LandtagSmajorität über den Protest zur Taa.ei-ordnung übergehen und die «berufenen" Abge-ordneten werden an den Berathungen de« Land-tageS, ohne roth zu werden, theilnehmen. Eil solch S.....Vorgehen entspricht eben der „jagellonijchen Idee". Gorrespondenzen. Hochcutgg, 10. September. (O.-E. > sU n-sere sanitären Zustände.j „Immer näher schreitet der unheimlich« Gast, der auch im nördlichen Italien arg wüthet, unseren Gren-zeit zu und es tritt an unsere Verwaltungsde-hörden die dringende Pflicht heran, mit ver größten Energie vorzugehen. Daß eine verstau-dige, u,»sichtsvolle Prophylaxis, die in möglich-ster Assanirung der in Gefahr schwebende» Lanbstriche besteht, tausendfach mehr gilt als die beste Therapie, ist eine allbekannte That-sache. Nur muß man nicht, wie dieß namem-lich aus dem Flachland nur allzuoft geschieht, mit dem prophylaktischen Maßregeln bis zum letzten Augenblick warten. Wen» einmal dat „Hannibal anto portas* zur Wahrheit geworden ist. dann geschieht Alle« überhastet und ohn« Plan und nur, ut aliquW fecisse videatur. Von der Zwecklosigkeit solcher in letzter Stuaöe ins Werk gesetzter Maßregeln konnte man sich während der Epidemie im Jahre 1866 allzu-häufig überzeugen." So schreibt die AUgemi« Wiener medicinische Zeitung in ihrer Nr. 37 vom 9. September l. I. über die Cholera. Möcht« sich dies die löbliche Zeuchenconimission uoa Hochenegg recht zu Herzen nehmen und nicht in einer Unthätigkeit verharren, die geradezu strafbar ist, indem) sanitäre Uebelstände u. zw. a» und für sich und nicht nur während det Herrschen» von Epidemien fanitätswidr-P Objecte, die bereit« von der im Vorjahre gelegent-lich des Ausbruche« der Cholera in Egypte» zusammen getretenen Seuchencommiffion be-anstandet wurden, heute noch ebenso iortde- übrigen fünften Platz füllt ber hochivürdig« Herr Dr. Schutz v o l l st ä n b i g au«. Wir haben nun Muße, un« zwei dn interessantesten Figuren bes „Hauses" näher i» betrachten, nämlich ber beiben Prinzen Siechte» st e i n. Prinz A l o i s hat sich, wie man soson merkt, verändert — nicht etwa, daß er f ff liberal geworben wäre — sondern bie nur seht äußerliche Veränderung seiner Durchlaucht de-steht in einem kleinen Ballaste ber Oberlippe, welcher sich ohne Zweisel zu einem Schnurren entwickeln dürfte, vorläufig aber nur dem Ban-anfluge eines während Dtx Theaterferien »ich! rasirten Schauspielers gleicht. Hingegen ist der Schnurrbart seines durchlauchtigenBrudersAIsred etwas länger, beinahe martialisch, geword«», und sein Besitzer ist bestrebt, die Krümmung desselben durch continuirliche, bie Zeit ver-kürzende Drehungen mit ben Fingern in Stand zu halten. Hoffentlich wirb auch Prinz A l o i 4 bald in ber Lage fein, sich biefes Zeitkurzungs-mittels zu bedienen. Vorberhand aber, und m Ermanglung bess'n, gähnt seine Durchlaucht gar häufig, was zur Folge hat. baß sein nächst« Nachbar, eben sein Bruder, so oft er jenes betracht« t — und bie beiben Brüder betrachte« einander o f t — gleichfalls gähnen muß. wobei er noch obendrein nach Art der gewöhnliche» „Socialisten" beide Hände mit Vorliebe in di« Hosentaschen steckt. Doch versunken in das Bruderpaar, hätte» [ 1884 Kehen wie damals. So entleeren z. B. in einen durch den Markt fließenden Bach nicht weniger alt sieben Aborte und Düngergruben ihren In-halt. Welch' herrliche Lust das Stagniren dieses Wasser« und die Fäulniß aller dieser aus dem menschlichen und thierischen Organismus ausgeschiedenen Stoffe erzeugen, wie zuträglich dieselbe sowie daS unser Brunnen speisende, durch die Jauche verunreinigte Grundwasser der Gesundheit ist. liegt aus der Hand. Desgleichen liegen mehrere offene Düngerpfützen an den be-lebtesten Verkehrsstraßen :c. Von der Vornahme einer DeSinfection solcher Seuchenherde ist na-«rlich gar keine Rede. Giebt es keiue Mittel nod Weg« solche Uebelstände zu beseitige« ? Windisch-eden nüchtern denkenden Menschen mit Ekel und Abscheu erfüllen muß. Dies bekamen auch die Sokolisten zu fühlen, leider jedoch in ein r zu mißbilligenden Weife. Als sie nämlich gegen Alt-Wöllan abzogen und ihre Wagen ungefähr 500 Schritte vom Markte entfernt waren, flog ein Stein nach einem Wagen und traf einen Sokol knapp an den Schläfen derart, daß der Getroffene ins nächste Haus getragen werde» mußte, wo ihm ärztliche Hilfe zu Theil wurde. Ein Nachspiel fand auch i» Schönstein statt, wohin sich die Kunde von de «Schmähungen, die sich ein hervorragender Sokolist gegen die Deutschen erlaubt hatte, rasch gedrungen war. W nn je ein Verein alle Ursache hat. hübsch still und bescheiden zu bleiben, so ist es gewiß der „SavinSki Sokol." Man ^kenni ja den Bildunggrad der Mitglieder, von denen einzelne gewiß alle Ursache hätten für eine längere Schulpflicht zu schwärmen, damit sie wenigstens darum aber um so erschreckenderes Spiegel-bild ihrer das Deutschlhum verletzenden Thätig-keit vor und w a S er sagte und w' e er eS sagte, eS war der Ausruck eines tief gekränkten, unverdient beleidigten Gemüthes, es war die Sprache des empörten Selbstbewußtseins; so konnte aba auch nur Jemand sprechen, der langverhohlenen gerechten Unmuth im Herzen trug. Nach ihm meldet sich der wackere Bauern-führer P o f ch und dann bei Berathung über die Wahlen der Stadtbezirke der bekannte Kämpe unserer Partei Herr Dr. Äusserer zum Wort. Immer dichter fielen, hagelgleich, die Vorwürfe wegen gewisser, bereits bekannter Wahlumtriebe gegen jene Organe herab, die dazu berufen sind, das Gesetz heilig zu halten, und die Achtung vor demselben zu wahren, zu verbreiten. Was dieziv.i slovenischen Mannen Jerman und Kukowetz. Ersterer in 16, Letzterer in 13 Worten dagegen vorbrachten, war jäm-merlich kleinlich, hauptsächlich aber weder be-weisend, noch wiederlegend. Der Vertreter der Regierung nahm dreimal das Wort zur Ver-theidigung und Abwehr, allein er vertheidigte eine, sagen wir unglückliche Sache, waS immer sein« liebe Noth hat. Den Eindruck, den die Ausführungen Hackelberg'S, Pofch'S und Dr. Äusserer'S insbesondere aber deS Erstgenannten, alsVertreterS der weit-aus großen Majorität der Cava-li«re unseres Landes, auf den Land-tag machten, blieb u n v e r w i s ch t, g e w a l-t i g! B. 5 rechnen lernen könnten, denn eS ereignet« sich hier der Fall, daß die Kellnerin, welche auf einer Tablette 10 Glas Bier brachte, welches wie Kampher verschwand, nur 30 Kreuzer als Ersatz für die braune Flüssigkeit vorfand. Kellner und Kellnerinnen könnten übrigens so Manches erzählen. Sie hoffen jedoch, daß sie nicht so bald wieder fahrende Sokolisten bedienen werden und trösten sich daher mit dem Spruche: „Einmal ist keinmal." Kleine Hhronik. sAlpineS^j Am 21. September findet die feierliche Eröffnung deS vom Oesterreichischen Touristen-Club neu erbauten „Schiestl-Schuy-hause«" am Hochfchwab statt. sAm Aerztetag in Brünnj würd« ein von Dr. Robert Prossinagg gestellter An-trag, betreffend die Organisation de« ärztlichen Standes auf dem Principe der Selbsthilf«, dem GeschäftS-AuSschuffe zugewiesen. sT h « u e r bezahlt.) Di« englisch« R«-gierung hat di« d«m Herzog von Marlborough gehörige Raphaelsche Madonna der Asidei für 800.000 Gulden käuflich erworben. sUeber einen entsetzlichen L o r f a l lj berichtet ein Correspondent der „Gazeta Warszawska" aus Mlawa. Ein jun-ger Bauer des Dorfes Kfchiwki, bei dem sich bereits feit Jahresfrist Wahnsinnssymptome bemerkbar machten, zog am 5. August in der Kirche des Fleckens SchrenSk mitten während des Gottesdienstes plötzlich «in großes Messer hervor und spaltete mit einem wuchtigen Hieb den Kopf der Braut des Bauern Wyderfki. Dem seiner Braut, die bald darauf ihr Leben aushauchte, zu Hilfe eilenden Bräutigam zer-schmetterte der Wahnsinnige die Kinnlade. Die erschreckte Gemeinde strömte in größter Eile dem Ausgang« zu, wo ein furchtbares Ge-dränge entstand. Nur einig« beherzte Männer blieben in d«r Kirche zurück, um den Wahn-sinnigen zu entwaffnen, der sich in eine Ecke zurückgezogen hatte und Jede i zu todten drohte, der sich ihm nähern sollte. Die Lage war eine kritische; da ergriff ein Bauer die Kirchenfahne und verfetzte mit dem Schaft der-selben dem Wahnsinnigen einen Hieb, der ihn betäubte und somit auch gefahrlos machte. [E i n Impfgegner.s Der Meinzer „'Neueste Anzeiger" schreibt: „Nächstens begiebt sich Herr LandtagS-Abgeordueter NicolauS Racke in die Sommerfrische de« hiesigen Gefängnisse«, um daselbst vi«r Tage lang Betrachtungen an-zustellen, über die Freiheit im Deutschen Reich« und über die „Milde", mit welcher in Hessen nach Behauptung deS Herrn Ministerialrath Weber in Darmstadt das Jmpsgesetz gehand-habt wird. Bekanntlich läßt Herr Rack« feine Kinder auS Gewissenhaftigkeit nicht impfen, weil er, aus Grund von Erfahrungen und g«-stützt auf die Autorität vieler angesehener Aerzte überzeugt ist von der Nutzlosigkeit dieser Operation. In Folge dessen wurde er wiederholt zu em-psindlichen Geldbußen und zuletzt, vor einigen Monaten, zu Gefängniß verurtheilt." sE i n austäudiges Schriftsteller-Honorar.) Der gewesene Präsident der Ver-einigten Staaten von Nordamerika. General Grant, hat eS übernommen. 20 Artikel über den amerikanischen Bürgerkrieg für daS „Century Magazine" gegen ein Honorar von 100 Pfd. Sterl. per Artikel zu schreiben. Der General hat bekanntlich vor einigen Monaten den größten Theil seines Vermögens durch einen Bankerott, in welchen sein Sohn als Associe verwickelt wurde, verloren. [E i n e lebende L e i ch e.) Bei einem Streit erhielt ein Bauer des Dorfes N. im Gouv. Nowgorod von seinen» Wiedersacher, der ihn angefallen hatte, einen Beilhieb in die Brust, der ihm mehrere Rippen einschlug und sogar die Lunge verletzte. Der aus einer Entfernung von ca. 100 Werst herbeigeholte städtische Arzt fand den Zustand des Kranke« beforgnißerregend, ja hoffnungslos. Da der Verwundete in Anbe-tracht des UmstandeS, daß er der Angreifer ge-wesen war, seinen Angreifer gar nicht anklagte, v so würd« von einer gerichtlichen Verfolgung desselben Abstand genommen. Da der Zustand deS Kranken in der Folge als hoffnungslos sowohl von d«m Arzte als den Behörden erkannt wurde, fertigte der Doctor. um nicht noch einmal den langen W«g ans der Stadt machen zu müssen, sofort den Todlenschein und die Erlaubniß zur Beerdigung des Bauern aus und fuhr heim Dem Kreislandschaftsarzte» der von dem Bater des Kranken herzugerufen wurde, gelang eS aber, denselben durch sorgfältige Be-Handlung am Leben zu erhalten. Zufällig erfuh-r«n d«r Arzt und die betreffenden Behörden davon und forderten von d'm Vater des Gene-senen den Todtenschein und die Erlaubniß zur Beerdigung deS zu früh Todtgeglaubten zurück. Letzterer weigerte sich aber solches zu thun, da er. deS Lesens und Schreibens unkundig, in den Papieren für ihn wichtige Documente vermu-thet. Auf diese Weise schreibt der Co»r«fpondent des „Petersburgskij Listok", erfreut sich ein Mensch, der gesetzlich todt ist. und dessen Kör-per laut Schein auf dem Dorfkirchhofe ruh», seines LebenS. s„J ch b i n Fra nz ö s in!"j Eine hübsche Geschichte erzählt ein Feuilletonist deS „N.P. I." von einer Telegrahistin aus der Zeit des deutsch-französischen Krieges. Fräulein Juliette Dodu war damals im Alter von 16 Jahren Manipulantin des TelegrabenamteS in Pithi-viers. als di« Deutschen daselbst einrückten und daS Telegraphenamt sofort occupirten. Fräulein Dodu mußte mit ihrer Mutter ein Zim-mer des obern Stockwerks beziehen, an dessen Fenster die Telegrahendrähte vorüberführten. Da kam ihr die Ideen die Depeschen des Fein-des aufzufangen, zu welchem Zwecke sie mit-telst kurzer Drähte, bie sie des Nachts an die Hauptlinie befestigte, eine Nebenschließung her» stellte. In diese schaltete sie einen ausgemusterten Schreibapparat, der in ihrem Besitze geblieben war. und gelangte dermaßen zur Kenntniß wichtiger Anordnungen der deutschen Heeres-leitung, die sie im Wege des Souspräfecten dem Hauptquartier der Franzosen übermitteln ließ. Eine Magd des Hauses, die mit den deutschen Soldaten Li«beshändel anknüpfte, ward aber zur Berrätherin, was die sofortige Gefangennahme von Mutter und Tochter zur Folge hatte. Letztere ward deshalb auch zum Tode verurtheilt. Auf die Frage denn Commandiren-den Prinzen Friedrich Carl, ob ii« der die Tragweite ihrer Handlung recht gekannt habe, hatte sie nur daS stolze Wort: „Ich bin Französin — und Begeisterung und Heroismus strahlte aus ihren Blicken. Die Exrcution wäre auch erfolgt, wenn nicht mittlerweile Waffenstillstand eingetreten wäre. Zum Lohn verlieh ihr Mac Mahon später das Kreuz der Ehrenlegion, wel-ches nur sehr wenige Damen besitzen, und Fräulein Dodu leitet gegenwärtig das Anit in Montreuil bei Vincennes. ^R a ch e e i n e r T ä n z e r i n.j In den italienischen Theatern trage» sich mitunter Scenen zu, welche sich durch das hitzige Tem-perament deS Südländers nur theilweise ent» schuldigen lassen. In keinem außeritalienischen Theater würde ein Mitglied der Jeunesfe doröe es wagen, wie jüngst im Teatro Carlino zu Palermo geschehen, der Prima Ballerina ein Bouquet zuzuwerfen und es mittelst einer Schnur in dem Augenblick zurückzuziehen, da die nichts Uebles ahnende Künstlerin es ergreif«» will. Als Signora Sparnistani entdeckte, daß man sie mit dieser unfaßbaren Spende verhöhnen wollte, nahm sie sofort Rache an dem edlen Mäcen, der. wie stadtbekannt, von ihr eine derbe Zurückweisung empfangen hatte und dafür an ihr sein Mathchen kühlen wollte. Mit einigen kühnen Sätzen schwang sie sich von der Bühne in die Prosceniumsloge und bearbeitete mit dem verhängnißvollen Bouquet den Veranstalter des unedlen Schenes. Je tapferer sie auf den Schuldigen losschlug, desto lauter erschallten die Jubelrufe deS PublicumS, daS die Rächerin ihrer Ehre mit nicht endenwollendem Beifall be-grüßte, als sie, das duftige Strafwerkzeug triumphirend in der Rechten schwindend, mit vollendeter Grazie über die LogenbrüMng auf z»evt,ch« Wacht" die Bühne sprang. Seit lang« haben die Pal«r» mitaner keinen schöneren Theaterabend verlebt. fEine hübsche Künstler-Anek-d o t e | erzählt ein englisches Blatt. Als der Schauspieler Foote auf einer Reise im west-lichen England eines Tages in einem Gast« Hause seine Mahlzeit eingenommen, wurde er bei Bezahlung der Rechnung von dem Gast-wirth gefragt, ob er mit dem Essen zufrieden wäre. „Ich habe gespeist." sagte Foote, „wie kein Mensch in England." — „Ausgenommen den Bürgmeister." entgegnete er Andere lebhaft. — „Ich nehme Niemand aus." — „Sie müssen den Bürgermeister ausnehmen." Foote wurde heftig. „Selbst nicht den Bürgermeister." wiederholte er. Der Streit wurde so bitter, daß der Gastwirth, welcher zugleich Polizei-richler war. den Schauspieler vor den Bür-germeister brachte. „Herr Foote," sagte dieser ehrwürdige Beamte zu ihm. „Sie werden wissen, daß es seit unv«rdenklichen Zeiten in dieser Stadt Brauch ist, den Bürgermeister stets auszunehmen, und damit Sie künftig unsere Sitten und Gewohnheiten nicht vergessen so strafe ich Sie mit ei> ein Schilling oder fünf Stunden Haft, nach ihrer Wahl." Foote sah sich gezwungen, die Geldstrafe zu zahlen. Als er aus dem Saal ging, sagte er: „Ich habe in meinem Leben keinen größeren Esel gesehen als diesen Gastwirth — ausgenommen (und hier verbeugte er sich vor Seiner Herr-lichkeit) den Herrn Bürgermeister." jGar böses Blut Druckfehler mach t.j den kein Correctoraug' bewacht. — Ein Theater-Intendant hatte für die Beurlau-bung seiner Bühnenmitglieder zwei feststehende Bezeichnungen eingeführt: 1. contractlich beut« laubt, 2. mit ärztlichem Attest beurlaubt, welche denn auch häufig genug auf dem Theaterzettel zu lesen waren. Das trotz ver straffe» Discip-linirung der Künstlerschaft doch für Autors Schelmerei noch empfängliche Herz des Bühnen-Herrschers hatte sich einer jungen, hübschen Tänzerin zugewendet, so daß später eine zeu-weilige Beurlaubung, derselben „mit ärztlichen« Attest" nicht gut vermieden werden konnte. Da verlockte der Teufel einen boshaften Setzer, auf dem Theaterzettel zu setzen: „Fräulein N. N. mit zärtlichern Attest beurlaubt." Man kann sich das ungnädige Gesicht des von dem „zärtlichen" Druckfehler am meisten betroffenen Intendanten denken, und eS konnte auch nichts mehr nützen, daß die „ärztliche" Beurlaubung dann richtig gestellt wurde. (Eine heitere The aterreminis-eenzj wurde kürzlich in der deutschen Bühnen-genossenschaft von dem Theaterdireclvr Calliano erzählt. Dieser wurde scherzweise der Effect-Director genannt, weil er keine Komödie ohne Schlußesfect. d. h. ohne Tableaux, gab. Bei Calliano endete „Maria Stuart" vor den Augen deS PublicumS am Schaffst. Nach den letzten Worten Leicester'S hob sich im Hinter-gründe der Vorhang, und da lag bei bengalischer Beleuchtung Maria Stuart ohne Kops auf dem Block (die Darstellerin mußte ihren Kopf hinter dem Block tief hinabneigen und ihren Nacken mit rother Wolle, welche daS Blut markirte, bedecken) und vom schwarz behangenen Block rieselte Blut (die rothe Baumwolle) herab. Daneben stand der Henker, in der rechten das von Blut triefende Schwert, in der erhobenen linken Hand — den kachinen abgehauenen Kopf Maria Stuart's dem verehrlichen Publicum zeigend. Rechts und links vom Block standen Burgleigh :c. Wenn das Publicum Beifall klatscht« und die bengalische Flamme zu er-löschen drohte, rief Calliano freudig feinem Beleuchter zu: „Jokel (so hieß der brave Mann), schütt no Kalfornium auf, i muß d'Stuarten no mal köpfen lassen!" Jokel that, wie ihm be-fohlen, und Maria Stuart wurde da capo geköpft. [EinHrjt in Verlegenheit.) Die Frau eines Landmannes erkrankt, und der Arzt wird gerufen. „Können Sie mich auch bezahlen ?" fragt er mißtrauisch. Da hält der Bauer fünf Goldstücke in die Höhe: „Diese sind die Ihren, mögen Sie die Frau heilen oder umbringen!" 18&4 Die Patientin stirbt, der Doctor begehrt di« fünf Goldstücke. „Haben Sie mein« Frau geheilt ?* fragt der Landman. — „Leider nicht !" — „Haben >siesie umgebracht?"— „Gott bewahre!" — „Na, dann haben sie auch keinen Anspruch an das Geld!" sE r will vertheidigt s e i n.j Ja Wien fand vorige Woche eine Verhandlung gegen einen Einbrecher statt, welcher eine 3'/,jährige Kerkerstrafe erhielt, weil er im Schottenfelder Psarrhause einen Einbruch ver-suchte. Trotzdem der Gauner vollkommen ge» ständig war, bestand er dennoch darauf, daß ihm ein Vertheidiger beigegebm werde. E5 wurde nun Dr. Krenn mit der ex offo - Vertheidigung betraut, und als der Vertheidign den Act las, sah er. daß sich bei dem Gau-ner, der bereits dreizehn Mal wegen Diebstahls bestraft war, nicht viel mzchenlließ. Er theilte dies feine« Clienten mit und suchte ihn zu bewegen, auf die Vertheidigung zu ver> lichten. „Ich muß vertheidigt werden, wen» ich auch geständig bin." — „Aber Sie bringen mich unnütz um meine Zeit," bemerkt« der Advocat Darauf meinte der Gauner: „Wenn ich schon dreizehn Mal gestohlen hab', kann ich das Bisl Zeit a no stehl'n!" Der Gauner wurde also vertheidigt; als er aber noch der UnheilSverkündigung vom Vertreter gar noch verlangte, derselbe solle die Richtig-ktitsbeschwerde einbringen, ward es dem Bet« theidiger doch zu toll, und et unterließ nichl. seinem Cli»nten bezüglich dessen Frechheit seine unumwundene Meinung zu sagen. Deutscher Schutverein. Gonobitz, 11. September. Der beunche Schulverein hat der hiesigen Volksschule eine hochherzige Spende gemacht. Nebst einer schön» Jugendbibliothek von über 106 Bänden erhielt dieselbe auch noch sehr schöne Lehrmittel »meist physikalische); wieder ein deutlicher Beweis jend genialen AussprucheS, daß das Geld des Schul-Vereines nach dem verhaßten Preußen wanden und dort (o Blödsinn!) seine Verwendung finde! Wien, II. September. Die letzte ditf-wöchentliche Sitzung des engeren Ausschusses fand unter dem Vorsitze deS Obmannes Tt. Weitlof statt, der einen eingehenden Bericht über seine Bereisung von Südsteiermark uni Südtirol abstattet«. Im Anschluss« an dies« ausführlichen Darlegungen war der Ausschuß in die Lage versetzt, sür mehrere Schulen in Tirol zur Bestreitung von Mittagssuppen, sow« zur Deckung mehrfacher Schulbedürfnisse die erforderlichen Beträge bewilligen zu müssen. Tz — wie alljährlich — zu Beginn des neue» Schuljahres theils neue Lehrkräfte ihre Tienst-posten antr«t«n, theils aus DiensteSrücksichtei Versetzungen zur Ausführung gelangen, ergab sich die Nothwendigkeit, einzelne Uebersteoluagi-beitrüge zu bewilligen. Für Trebitsch wurlx zur weiteren Erhaltung deS Kindergartens und der Schule ein erhöhter Unterstüyungsbeilrq auf mehrere Jahre eingestellt und für mehrn. Schulbauten im nordwestlichen und im östlich» Böhmen Subventionen genehmigt. Schließlich wurden noch einige Angelegenheiten der Schule in Lipnik (Schlesien) geregelt, während andn-weitige Ansuchen mit Aufsicht auf die hinter den Anforderungen zurückbleibenden Fassen-«ingänge dermalen abweiSlich befchieden werde» mußten. _______ iocstses und Arovinciales. Cilli, 13. September. [Todesfall.] Am 12. d. verschied nach längerem Leiden der Besitzer deS Holeis „goldener Löwe" Herr Franz Walland im ZS. Lebensjahre. fEvangelischer G o 11 e 3 d i«n ft.] Sonnlag. den 14. S«pt«mber, 10 Uhr Vormittags wird in der hiesigen evangelischen Krrche der regelmäßige Gottesdienst abgehalten. [Dr. Josef H o ifel,j welcher heu« von Sauerbrunn zurückkehrte, hat fein« hiesige ärztliche Praxis wieder aufgenommen. 1884 [ßontroloetfammlunfl.] Für die im -lad,bezirke Cilli sich aufhaltenden Reser-Men sind?« die diesjährige Conttolversamm-liiag am 6. O ctobet statt. [V o l f 3 t o m b o l a.l Dem „Vereine zur llitttstützung armer Volks,chulkindet in Mar-iurg" wurde auch Heuer die Abhaltung einer deutlichen Tombola zu Vereinszwecken bewilligt : dieselbe findet Sonntag den 5. Octo-der statt. [Marburger Stadttheater.j Am Äardurger Stadttheater wird die Wintersaison am 2. October mit dem Ohnet'schen Schauspiel .tix Hüttenmeister" eröffnet werden. Die Tirection führt Herr G. Zanetti. [Politische Regs a m feit.] Nach fit vom steierm. Landes-Ausschüsse zusammen-oeilellten Statistik über di« Betheiligung bei den Ichien Landtagswahlen weist in der Gruppe ölädle und Märkte der Wahlbezirk Cilli die Qtojjte Regsamkeit auS. In demselben erschienen ädmiich öl 7 Percent der Wählerschaft an der 1km. Den nächsten Rang nimmt der Wahlbe-jiil Peitau ein. in dem 75*5 Percent erschienen. [Untersteirifche Bäder.] In der randcs-Curanstalt Rohitsch-Sauerbrunn sind bis k. d. 2069 und in der Landes-Curanstalt Neu-Haus bis 10. September 1110 Kurgäste ein« qetrofien. — Die Zahl der Curgäste im Kaiser Franz Josef-Bade Tüffer betrug bis 9. d. 883. [Eine Wahlagitation S-C a s f e.] Aus Steinbrück wird uns geschrieben: Bei der Prüfung der Gemeinderechnung in Laak am 12. d. hat sich herausgestellt, daß sich die 7 c'erica-len Wahlmänner dieses Bezirkes, an der Spitze der Pfarrer von Rasbor Herr Johinn Kolari«, «ii je 3 fl. für den Weg nach Cilli zu den Landtagswahlen auS der Gemeinde Casse ent-lohnen ließen. DerAntrag. diese 3 resp.3x7—21fl. m die ohnehin arg bedrängte Gemeinde-Eaffa wieder zurückfließen zu lassen. blieb vnier den Ausschußmännern in der Minorität. wohl wurde jedoch dieses Curiofum einer Geldquelle für die Zukunft gesperrt und die Wahlinlereffenten werden müssen die Aus-lagen für die verschiedenen Agitationsminel sowie für den harten Gang zur Wahlurne selbst bestreuen. [SB et hat die Höfen an?] Der Sauer ». . . . in 2. . . . ersuchte in einem schreiben an die Redaction des „Kmetski Prijatel", es möge ihm dieses Blatt nicht mehr zugesendet werden, denn seine Frau und der Pfarrer dulden eS nicht; von diesen beiden seien ihm die meisten Nummern vorenthalten worden. Wir entnehmen daraus, daß sich der slooenische Bauer von seinem Pfarrer fehr viel gefallen läßt; die Alliance dieses Seelenhirten mit dem Banernweibe erinnert bereits lebhaft im die croatischen Zustände. Bei dieser Gelegen-heil können wir nicht umbin zu constatiren, daß von den frommen Landpervaken überhaupt sehr viele Zeitungsdiebstähle verübt werden. MBiiMlich hat das verhaßte Bauernblatt .«inetski Prijatel" in dieser Beziehung ' viel zu leiten. [Neue Denuncitaionen. ] Der Hezirksschulinspector theilt mit Sr. Excellenz dem Herrn Statthalter, Sr. Excellenz dem Herrn LberlandesgerichtSpräsidenten von Was», dem Herrn Hofrathe Heinricher und einer beträchtli-chen Anzahl von Ober- und Landesgerichtsrä-ihea Statthaltereiräthen und anderen Beamten »nd Würdenträgern in Steiermark daS Schicksal, ron den Ultras angefeindet und dementsprechend ion der Hetzpresse „verrissen" zu werden. De-imnciationen sind in der flovemschen Presse so gewöhnlich, daß wir z. B. in der Regel Ab-staub davon nehmen, uns mit denselben weiter \a besassen. WaS soll auch die Angeberei irgend eine» HalbpelzerS, eines mit Fug und Rechl zur Lrdnung gebrachten Lehrers oder eines mehr oder minder verkommenen Individuums, Man-»crn gegenüber, die die allgemeine Achtung be-sitzen und deren Fähigkeiten außer Zweifel stehen ? Was uns heute veranlaßt das Wort zu nehmen, ist der Umstaud, daß nach jeder Angeberei neuestens die stereotype Phrase „5-»tsch- folgt: „Wir erwarten von unseren Abgeordneten, daß sie. die eben im Landtage sitzen, in dieser Richtung gehörig einschreiten . . . ." u. f. w. Nun, wir erwarten von unseren Abgeordnet:«, daß in einem Falle, als eine solche Denuncia-tion wirklich zur Sprache kommen sollte, in entsprechend energischer Weise das Thun und Treiben der nnterftmischen Hetzprefse aufgedeckt wird. Es ist ohnehin schon traurig genug, wie ein Häuflein von vielleicht 20 Leu-ten mehr oder minder zweifelhaften Charakters angesehene Lmte zu besudeln und die öffent-liche Meinung zu vergiften sucht. [Aus M i ß l i n g] wird uns geschrieben : Der Kutscher Michael Jamniker des Gut und Eisenwerkes Mißling hat vor wenigen Tagen durch eigenes Verschulden ein trauriges Ende gefunden. Er hatte am 0. d. Ziegel aus einer naheliegenden Ziegelei zu holen, bei welcher die Straße eine einfache Feldstraße ist und sehr steil bergauf führt. Die Räder des belade-nen Wagens schnitten in den vom Regen durch-tränkten weichen Boden so sehr ein, daß die Pserde, obgleich sie stark genug sind, das auf-gelegte Oua itum Ziegel nicht so rasch bergauf ziehen konnten, wie es der Kutscher wünschte. Darüber war derselbe so sehr erzürnt, daß er nicht allein mit der Peitsche, sondern auch mit dem Peitschenstiele aus die armen Thiere der-art loshieb, daß singerdicke Striemen auf den-selben zu sehen waren. Eines der Pferde wurde wegen der ungeheuren Prügel wild, schlug aus und traf den Kutscher gegen die Bauchgegend so heftig daß derselbe umfiel und den zweiten Tag darauf, obgleich keine äußere Beschädigung sichtbar war. wegen erlittener Darmverletzung seinen Geist aufgeben mußte. Der Kutscher war verheirathet und hinterließ sein Weib mit fünf unmündigen Kindern. Dieser UnglückSsall ist wieder ein warnendes Beispiel für jene Pferde-besitz« und Kutscher, die oft die Leistungsfähigkeit von Pferden überschätzen, die oft Unmög-liches von den armen Thieren verlangen und dieselben auf die roheste und brutalste Art miß-handeln. [S e l b st nt o r d e.] In Sauerbrunn er-henkte sich die Gattin des landschastl. Cur-Capell-meisters Hohl. — Ein Gleiches that der bei der Südbahn-Werkftätte in? Marburg bedienstete Eisendreher Jgnaz Fuchs. Herichtssaat. [W a h l r e m i n i s c e n z e n.] Als am 21. August l. I. die Landtagswahl in Hohen-egg stattfand, trat der von den dortigen Per-vaken aufge lächelte Bauer M. Jost mit bedecktem Haupte in daS Wahllocale und weigerte sich, selbst auf die Aufforderung deS k. k. Herrn Bezirks-Commiffärs, den Hut herabzunehmen. Er fchrie, hier sei keine Kirche, und ging dann auf die Straße, wo et dem Kaufmanne Herrn Ft. Zottl mit ethobenet Faust dtohte und diese Drohung auch auSgefühtt haben würde, wenn nicht die Gensdarmerie intetvenirt hätte. Am 12. d. wutde nun M Jost vot dem hiesigen Bezirks» getichte wegen Ehrenbeleidigung ;u drei Tagen Arrestes verurtheilt. Die moralischen Urheber konnten wie gewöhnlich nicht geficzek, General-StabSarzt, Graz. — Anna Hofmann, BergdirectorS-Gattin, Car- pano. — I. Winter, Gutsbesitzer. Peggau. — N. Bleichsteiner, Kaufmann, Peggau. — Theodor Heinisch, Beamter der k. k. Generaldirec-tion für Staatsbahnbetrieb, Wien. — Dr. A. Theodorovic, Appellationsrath, Agram. — F. £. Wirth. Fabriksbesitzer. Billach. — Rog. Remigio, Kaufmann. Codegno, Italien. — A. Barbieux. Glasfabrikant. Oderlembach. — Gräfin Adamovic, GutSb sitzerin, Wbllan. — Arthur Graf MenSdorff-Pouilly. General a. D. und Gutsbesitzer, Schloß Einöd.— Eduard Karl, Verwalter der Herrfchaft Friedau. — Georg KaaS. k. k. Director, Marburg. — Oswald Leufchner, Geschäftsreisender, Brünn. — Gabr. Kretz. Südbahn-JnspectorSgattin, Wien. — Karl vchmied. Handelsmann. Marburg. — S. Grünwald. Reisender, Trieft. — Max Semprich. Amtsrichter. Rybnit, Preußisch-Schlesien. Grillig vom SSO. Mai 1884. Trleat—Wien. Courirzug Nr. 1, Ankunft Cilli 1 Uhr 57 Min. Nachts. Abfahrt , 1 » 59 , , Anschluss Prageihof, Eilzug Nr, 202. ab 3 Uhr 35 Min. Fröh. » Marburg — Eillug Nr. 3. Ankunft CilU 1 llir 28 Min. Mittags. Abfahrt , 1 » 30 , . Anschluss Pragerhof — . Marburg Posting Nr. 406, ab 3 Uhr Nachm. Postzug Nr. 7. Ankunft Cilli 5 Uhr 37 Min. Abends. Abfahrt . 5 . 42 . . Anschluss Pragerhof Posti. 206abS Uhr 10 Min. Abends. » Marburg — Postzug Nr. s, Ankunft Cilli 3 Uhr 3 Min. Früh. Abfahrt .3.8. , Anschluss Pragerhof, Postz. 204. ab 9 Uhr 35 Min. Vorm , Marburg, , 404, , 9 . 15 , Secundire. Nr.99. Ankunft Cilli 9 Uhr 5 Min. Abende. Sccundärzug 1*7. Abfahrt Cilli 6 Uhr 15 Minuten fröh bis Mttrzzuschlag; hat den günstigsten Anschluss nach Ungarn und Kirnten. Anschluss Pragerhof Postz. 204 ab 9 Uhr 35 Min. Vorm. «nd in Marburg Z. 404 um 9 Uhr 15 M. Gemischter Zug Nr. 101. Ankunft Cilli 9 Uhr 11M. Vorm Abfahrt , 9 . 19 » , 1334 Anschluss Pragerhof — . Marburg Postzug Nr. 406 ab 3 Uhr Naehm WI»n— Trleat. Conririug Nr. 2. Ankunft Cilli 3 Uhr 13 Min. Nichts, Abfahrt , 3 , 15 . Anschluss Steinbrlick, Postzug Nr. 502 ab 4 Uhr 5 Min. Frflh. Eilzug Nr. 4, Ankunft Cilli 3 Uhr 53 Min. Nachm. Abfahrt ,3 , 55 Anschluss Steinbrlick Posting Nr. 504, ab 5 Uhr 15 M Nachm. Postzug Nr. 10, Ankunft Cilli 10 Uhr 25 Min. Vorm. Abfahrt , 10 , SO , , Anschluss .Steinbrück an Gemischten Zu* 512 ab 12 Uhr 55 Min. Nachmittag. Postiug Nr. 8, Ankunft Cilli 1 Uhr 45 Min. Nachtu Abfahrt , 1 . 50 .. Anschluss Steinbrflck wie bei Zug Nr. 2. Secundänug Nr. 98 Abfahrt Cilli 6 Uhr Früh lu Laibach. Sccundiriug Nr. 96. Ankunft Cilli 9 Uhr 10 Min. Abd*. v. Mttrzzuschlag; bat Anschluss au- Ungarn und Kärnten. Gemischter Zng Nr. 100, Ank. Cilli S Uhr 51 M Nachm. Abf. . 6 . . Anschluss Steinbröck _ Couririflge 1 und 2 »ei kehren mit Wagen L, II. und III. Classe; die Eilläge 3 und 4 mit WV-aa L und II. Classe. gourse der Wiener ^örfe vom 13. September 1834. Goldrente........... 105 70 Einheitlich: Staatsschuld in Roten . So 80 >. „in Silber . 81.65 M^tent * 5% ........95.65 Banka.neu........... 850.— Ered tacttea.......... 298.— London . . w-sta........121.60 R >po eond'or.......... 9.67' , t l Münzoucaten........ 5.77 txi Reichs,„art.........59.60 >wc > Ä» ; ■ ° ■äv rm 51 «I* QI /Kjjs^N f"«7»*jI m Johann Rakusch in Cilli Herrengasse Nro 6, bringt folgende Geschäftszweige in empfehlende Erinnerung: Die Buchdruckerei, eingerichtet mit den neuesten, elegantesten Schriften und best construirten Maschinen, übernimmt alle Druck-Arbeiten unter Ausicherung der geschmackvollsten und promptesten Ausführung zu möglichst billigen Preisen. Die Papier-, Schreib- 8c Zeichnen - Materialien - Handlung hält ein großes tager aller Haltungen von Brief-, Schreib- und Aeichnen-Papieren, (Louverts zc. ze., sowie über-Haupt sämmtliche in obig« Fächer einschlagenden Artikel zu den billigsten preisen. Verlag von Drucksorten für Gemeind-Aemter, Airch« und Pfarrämter, Schulen, Advocate«, Aerzte, Aoufleut«, Gastrvirthe, Hausbesitzer -c. Cd[jbtbltOt(|Cfr «5000 Bände umfasse?:d, '"urde soeben um «ine bedeutende Anzahl der neuesten Romane bereichert. 1884 1 — m ^ *—* —1qr_v_ ^ ^ lkl A A — A A A— | Danksagung [| des Cillier Veteranen-Vereines anlässlich der am 7. cL Mts. vorgenommenen Fahnenweihe auf dem grossen Glacis. 1. Dem hoch würdigen Herrn Abt Anton Wretschko für sein abermaliges edles Beispiel wahrer Uunnnität und warmer Vaterlandsliebe. 2. Dem hochgebornen und hochverehrten Herrn Vereius-Protector k. k. Generalmajor Arthur Grafen Mensdorft-Ponilly ftir sein wahrhaft vaterliches Wohlwollen und seine namhafte Spende. 3. Der edlen Wohlthäterin und hochgebornen Frau Bianca Adainovich de Czepi», geborenen Gräfin Wickenburg. Sternkreuz-Ordensdame, fslr ihre mit besonderer Huld und Fürsorge dargebrachten Gabo und für das werthvolle Band zur Vereinsfahne. 4. Den ebenfalls in Cilli zahlreich vertretenen hochgeschätzten Veteranen-Vereinen von Agram, Laibach, Marburg, Gonobitz, Pettau, Leoben, Voitsberg, Dom-ialu und KGÜach. 5. Dem gesummten Offlcierscorps und sonstigen hohen "Militärs als Beschützer unseres schönen Gesammt-Vaterlandes Oesterreich. 6. Allen P. T. Herren Beamten der gerammten Civil»Staatsverwaltung für die uns stets hezeugte Gnnst. 7. Dem hiesigen Genieinderathe als Repräsentanten der edelsinnigen Bürger-schalt von Cilli für die vielen grossen und edlen Aufopferungen. 8. Sämmtlichen unseren Mitbürgern, insbesondere den Hausbesitzern für ihr würdiges Beispiel echten österreichischen Gemeinsinnes und für die immer bewiesene patriotische Theilnahme, für ihr Wohlwollen und ihre Opferwilligkeit. 9. Allen an dieser schönen Feier besonders betheiligten Damen, welche bei ihren hervorragenden Tagenden auch diesmal durch ebensoviel Güte und Milde als Anmuth werkthätig mitwirkten. Ueberhaupt allen Bewohnern von Cilli für die allseitig bethätigte Opferfreudigkeit. Der Veteranen-Verein fühlt sich schliesslich verpflichtet namentlich dankend anzuerkennen: das wahrhaft liebenswürdige Entgegenkommen des Herrn Bürgermeisters Dr. Neckermann, der Cillier Casino-Vereins-Direction; ferner der hochgeehrten Frauen Hoppe und Teichtmann, dann der Herren Eduard Bandeck und Michael Wuttei tür Decorationen, dann dem Herrn Wenzel Franzi für Bequartieruugs-An-gelegenheiten, ebenso den Herren Franz Baum, Josef Zwetko, Teichtmann u. s. w. Der hohe Geist der kaiserlich-königlichen österreichischen Armne, der ungeschwächt in uns fortlebt, documentirt sich bei uns Veteranen sowie bei allen österreichischen Völkern in der unwandelbaren Treue und Anhänglichkeit an Seine Majestät unserem allerdurcblauchtigsteu und hochherzigsten Kaiser und König Franz Josef 1. und an sein gesatumtes Kaiserhaus, dessen Grundfesten wir und unsere späten Nachkommen mit bewährtem österreichischen Muthe und Patriotismus bis zum letzten Athemzuge zu vertheidigen bereit sein werden. Der Vercinswrstand: 63l*—1 - Oy rill Helimirtt. g —^ ^ a ^ A—-*>—^ ■ Zahl 5062. OfTeEtlichep Bank. Am 1, October 1879 befiel mich die Gicht an meinem linken Beine vom obersten Gelenk bis zur Fussworztl derart, das« ich seit jen^r Zeit immer das Bett hüten musste, ja in demselben mich nicht einmal aufsetzen und rühren konnte. Ich suchte vergebliehe Hilfe, denn alle ärztlich aufwandten Mittel blieben fruchtlos. Da rieth mir vor beiläufig 5 Wochen mein Nachbar das Brea-lauer Universum. Ich gebrauchte nach der beigegebenen Vorschrift davon, und — Gott sei Dank — schon uach den ersten I t Ingen de* Gebrauches war ich im Stande aufzusitzen und etwa« herum zu «eben. Ich sage daher den« Erfinder, Herrn Oscar Silberstein in Breslau. meinen innigsten Dank für sein ausgezeichnetes Bretilauer Universum, welches ich jedem Leidenden nicht genug anempfehlen kann. Burtliolomii N'hliMer, Grundbesitzer in Scb'inberg bei Oberwöl» in Obersteiermark. Obiges wird hiemit der Wahrheit gemäss psarrümtltch bestätigt. SchGnberjf bei Oberwiili. den 2fi. Mir» 1880. Pfarramt A«l. St. Udulricnm in Scbttubcrg. .A-lois Hararaer, Pfarrprnvisor. AMMKRKUNG, Langwierige, veraltete, tief im Organismus eingewurzelt.' AcnnA-heiten Irf, insbesondere flieht und KAeNWfl^tMHt. I.ri/iiiiinif/cii, /grünt-, f.HNffeii- uid ritiffrnlrirlrn. iltitmn-rhniftru. H«oeftrttsr«»«. Fteehtem und #«»•«*/»#• M/tuttff**rhlrifjr. feil u. s. w. bei welchen bisher jede Behandlung ohne Erfolg geblieben ist. werden durch den Gebrauch des hn«( Srist fr r ini ifnnftn still ein MM KM LA l'f.'H I.WIJfÄÄtJf s3r imwicr beseitigt. 153—20 Das MireHlmter l'itiWFMitm ist per Flasche zu 2 fl. zum Gebrauche auf 6 Wochen ausreichend, nebst Gebrauchs-Anweisung echt zu haben: In C'llll bei J. HuptcrM'linald. Apotheker, in DenUck-Ludsberg bei H. Müller, Apoth. „ Feldbach bei Job. Konig. Ap. „ Frlesacli bei A. Aiehinger, Ap. . Frohuleiten bei V. Blumauer, Ap. FUrstenfcUl bei A. Hehri»tni S»«»» «mkril»'« nMiu .. B«toer|l«i,»»»,wr.fWz? | »«» 'w#lilrr;,.™.X V 1 w »»»nwftinc« ««nwkn Ichadri ^ »«»r» br«h0lf> Km Pl,bUk»> ib«r WAnVAK'.»"»" *rrt«würt,at-t «otrat) _Itt Sirlemutd, ctg, ti Wetoäftmrii» u. 8al„,t,i Wein- und Obst-Pressen, Trauben- und Aepfel-Mühlen verbreitet in vielen Tausenden Exemplaren nach allen Lindern der Welt. 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Das Pensionat ist in acht gartenseitig gelegenen Zimmern in der besten Lage untergebracht und von drei Prifecten überwacht. l>a die Zahl der Plätze auf 25 beschränkt ist, so werden die P. T. Eltern, welche Söhne in der Anstalt unterbringen wollen, aufmerksam gemacht, sieh rechtzeitig in melden. Anmeldungen 'slr das Pri vat-l iitergymnaxinni werden bis zum 15. September L J. täglich entgegen-genuin tuen. An der Anstalt wirken 6 Haupt- und 6 Neben-lehrer. Die Aufnahms-Bedingungcn in da* Pensionat und das Privat - Untergymnasium können aus dem Jahresberichte entnommen werden, der in der Anstalt in haben ist. Josef Feichtinger, 573—5 Director. Ein Lehrjunge aus gutem Hause und mit guten Zeugnissen wird aufgenommen in der gemischten Waarenhaudlung de» C'nrl Jaklin in Weitenstein. 1000 Gulden derjenigen Dame, welche nach Gebrauch meiner Soinpron-Salbe sowohl die Sommersprossen, wie Leberflecken und Sonnenbrand, als auch jede, den Teint entstellende Färbung nicht verloren. Ein Tiegel 2 fl. 10 kr. „Epilatoire" zur gänzlichen Virtilgung der Haare im (Jesicht, den Münden und Armen etc. Die Haare an unliebsamen Stellen zu vertilgen, st dass selbe nicht wieder wachsen, ist bis heute < hi schöner Wunsch gewesen, da kein Mittel t>efrie-digte. „Aufsehen" erregt daher mein Mittel, welch«« nicht nur die Haare vertilgt, sondern auch den Nachwuchs verhindert, amsomehr. als ich In volle Oarantie für das Gelingen übernehme. iu-dem ich mich verpflichte, im Fall« des Nicht je- lineens den vollen Betrag retour au geben Preis eine« kleine« Flacon» & fl., eines cru»»en to 1 lettMer Qnraai, W I Schachtel I fl. öO kr. ~9Q „Brasilin" Haarfärbemittel DW" ä la minute. "WU Gift- uns metaülfrej. t'ürbt jede beliebige Nnacci von blond bis schwarz, echt und dauerhast. Die mit »Brasilin' gefärbten Haare sind vom natürlichen Haar nicht za unterscheiden. Preis einet trösten Flacons 3 fl. Versende gegen 85—8 Nachnahme. BslBrDT PIQsüPD Doctor der Chemie, nUDÜlill riüUllM, Wien I.. 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Zu einem Valet-Schiessen fftr heuer werden Vorbereitungen getroffen. e» Reden> und Folgeleiden. alS: Appetit- u Schlafmangel. belegte Zunge. Kramps, Druck und Boilheittgefühl in der Mogenaegend, folikartige Schmerzen, Blähungen, ftichartige Schmerzen, Brechreiz u. Erbreche!,, unregelmäßige Stühle, tolle Hände u. FÄße. Lebensüberdrub trotten bisher allen Heilversuchen, selbst den ' karlsbader Z Hermen; bereiten den armen Leidenden , ein freudenlose» u. langsam dahinsiechend«» Leben. Diese Leiden, selbst langjährigster Dauer, sind durch I, I. F. Povp'S einfacher und bewährter Heilmethode zu beseitigen. Prospekte unb »ine belehrende Broschüre ver-sende« gratis J. I. Vopp'S Poliklinik in Heide (Holstein>. 600—3 putsche Zö-cht." hbm Der gefertigte Verein fühlt sich angenehm verpflichtet, der hochgeehrten P. T. Bürgerschaft und den liebenswürdigen Damen unserer freundlichen Schwesterstadt Cilli für den freundlichen und herz-liehen Empfang, insbesondere aber für die zahlreichen Blumenspenden, den innigsten Dank mit der Versicherung auszasproeben, dass die dort verlebten Stunden ihm stet» unvergeßlich «ein werden. Zugleich rufen wir der wackeren freiwilligen Feuerwehr für ihren recht kameradschaftlichen Empfang > in herzliches , Stsiek Shalb-startinfässer. Anzufragen Po»tga«»c Nr. 29, II. Stock, bei Frau Ainsdie Kiniiu ii;!!'—2 Ich nehme einen Lehrjungen in mein Gcuiischtwaaren-Gcschält unter nachstehenden Bedingungen auf: Derselbe muss aus achtbarem Hause sein, Kenntnis« der deutschen und slovenisehen Sprache besitzen und sich mit guteu Schulzeugnissen ausweisen können. Weitenstein, am li.Tseptember 1884. ________Anton Jaklin. Ein Kostknabe wird bei einer kinderlosen Beamtenfamilic aufgenommen. Adresse in der Expedition. 641—1 1884 KunbmachunA An den städtischen Volksschulen findn di« Einschreibung der Schüler und Schülerinnen am 13., 14. und 15. September t I., jedesmal von 8—12 Uhr, in den betreffenden -chi-!.-kanzleien statt. Di« neu eintretenden Sdjiilf: und Schülerinnen müssen zur Ausnahme in Segle i tu ng der Eltern oder deren SleUoertrel.t erscheinen und mit Taus- beziehungsweise «He-burtsscheinen versehen sein. Auch Kinder aus fremden Schulsprenge!» werden aufgenommen. Gleichzeit g wird bekannt gegeben, daß am Beginn des Schuljahre« bie Eröffnung De* — zufolge Erlasses des hohen t. k. Laudetschu -rathes vom I. Sept. 1883 errichteten — au der städt. Mädchenschule in Verbinduni n> henden „Fortbildungs CursrS" für Mäd -j -, welche bereits der Schulpflicht Genügt gefristet haben, erfolgen wird. Der betreffende Lehnliu liegt in der Schulkanzlei zur Einsicht aus. Kladlschulralh Cilli, am 8. September 1884. Der tais. Rath und SBorjilpirtt: «23-2 Tr. Neckermanu w p. Offert-Ausschreibung. Für den Sau des neuen Stadttheaters in Cilli sind folgende Schlosser - Arbeiten nöthig. Fensterbeschläge für 50 Loch tflügliche. innen aufgehender Fenster mit eindeilq» aufspreitzbarer Oberlichte. Ferner Beschläge für 14 Stück kleinere Fcnii». blos tflüglich. nach innen aufgehend, of» Oberlichte. Muster-Beschläge liegen zur Ansicht Herren Ofserenten bei Herrn Architekten L. Walter, Eilli, Grazergasse 14. und weitere Informationen über diese Auvschrcidiui; ebendaselbst einzuholen. Die versiegelten Offerte sind bis langer-15. September 1884 beim Odmanne de aterbau-Comitv's. Herrn Josef Rakusch.^ einzureichen. Cilli, 10. September 1884. 628-2 Tas TIiealcrbau-Comil nw 110 II .111101 tHe Attsnnhmr rlei' Se/tiilrr erfolgt vom 13. bis 20. September Vormittags in der Wohnung dv« Kapellmeister» Herrn G. Meyer (Lueal-Muscutu, I. Stock). Das UnterrichU-Honorar betrügt stir Mitglieder des Vereines 1 fl., für Nichtmitglieder 2 fl. per Monat. Gesuche uui Befreiung vom Cntcrrichtsgvldc sind mit einem DdrfiigkciU-ZengnUse belegt, an die Direcbon des Vereines in richten. Der Unterricht beginnt am 1. October 1884. 632—1 Die Direction. Eigenthum, Drnck und Verlag von Johann Raknncb in Cilli. Verantwortlicher Redacteur