etuftlrituvg: «Wtz«»»qasic «r. fi. l>lad°» Nr. ZI, wlrrardaa. ,»>e«»aad-! ZS«Iich (ntt I0aiIm dn Couji- a. ffrttt-ty Hl II—11 Uit um !■><>] rIXa netten aUtt lÄijtgr*?», aancalffc «a-i.nx bnutffiatiat. Iilla)11 ai|ii matt M« BnMltaaa g«gca fciliiii *rt MlUgft feft-«Mtai *rtiltrrfu catjtant. #a Vtto- rtiiti •».»rath* OsltC ««ÖKtltf M HittaoA an» feoailUj •trat*. XDart-fic».«»«» 94.900. Lkrwaltosg: Fiathausgass« Mr. fi S(t«iisB Br. St, IntRHitU iPnttgfbtklBfiSXStfl Dar« »U P»!> »«,«,«>: »ictUIJdSrlj . . . K S'M ««»iairi« .... K CM •aBMtWg. ... K irM H' <11111 mit HafttEaat tat Hon« - Rsnatltft . . . . K l'M AalHiMi ....»«-•asuW># .... X lt> jjftrt Inflink fttü^cn sich Mc Citn lndl<0iiB« M 73 Hilli, Mittwoch den 30. Septemöer 1914. 39. Jayrgang. Dir Krirgslagr. I» nicht wißznverfleheiidtr Weise hat Deutsch, kwh den vo» französischer Seite verbreiteten Gc-lichten über eine angebliche deutsche KriegSmüdigkeit Boden entzogen. Deutschland und Oesterreich-lkzarn haben d'.e Herausforderungen ihrer Gegner in vollem Bewußtsein der Tagweite dieses Entschluf-st«, aber auch mit der bestimmten Absicht angenonu noi, die Waffen nicht früher aus der Hand zu !ig besonder« gut gewesen sein. D«nn der Rasteldnida war trotz alle» RüttelnS und Anrufens deS Wach» manneS nicht zu erwecken; also war er wenigste»« derzeit geistig „tut". Wa« tun? Ich meinte zum Wachmaan: „Cd Vernünftigste, Humanste wäre, diesen sozenaii»« Menschen liegen zu lassen; «rsriert er, ist et ei« Erlösung sür ihn und die Menschheit. Aber das ß verboten!" «Der erfrieren?' erwiderte der Polizist lochet ,DaS fällt dem gar nicht ein." Also erhielten dit Buben den Auftrag, ein Stoßwagel zu hole« Mit größerem Eifer kann keine Feuerwehr die Spnjt zum Brandplatze schleppen, wie die Jangen mich einigen Minulen mit dem Stoßwagen aazeriß kamen. D«r „Tute" lag im Wagen Die Buben raui, ten sich um die Ehre, ziehen und schieben zu dürfen. Mit Hurrah ging« zum Gemeindearrest. £« „Tute" erhielt dort wohl seinen Lohn, «m irtchm Tage torkelte er erleuchtet, kreuzfidel aus der Siraie, und ich konnte kaum atmen, weil ich mir bet da Rettung einen Brustmu«kelrheumati«muS geholt h«:t JüiKscr 73 Sette 3 »sn B«Poume an der Ancre, einem rechten Nebik-jklsie der Somme. Die deutschen Truppen konnten bei Verdun alle ihn eroberten Stellungen holten und nicht un-Wesentliche Fortschritte machen. Zu der Mitte haben sie einen harten Kampf gegen dir Franzose« erfolg-reich bestanden. Am rechten deutschen Flügel gelang ri, einen heftigen Angriff der Franzosen und Eng-.linder siegreich zurückzuschlagen. Nach einer Pariser HavaSmeldung, die fto» der» .Frankfurter Zeitung" wiedergegeben wird, haben tot Deutschen Sonntag wieder die Beschießung von ittims aufgenommen. Die Hauptaktio» findet also «*f beiden Flügeln statt. Auf dem westlichen Flügel «h»en beide Heere «ine vom Südeu nach Norden, iilso senkrecht zu der übrigen, laufende Front. Hier «wartet man, deß die Entscheidung mit ungeheurer trbidterung auigeiochten werden wird. Die Fron-zusen verfolgen eine ähnliche Taktik, wie sie die Japan« gegen de« Flügel Kaulbars bei Mulden «tgeiveidet haben und wolle» die Deutschen um-Mn. sowie die höchst wichtige Hauptverbindung«-liuie Lt. Ouentin—SHarleroi—Namur nehmen, um »on da die Rechte und daS Zentrum zu eiligem Itckjuge aui die belgische Grenze und die Maa» zu z»wgen. Wegen der gewaltigen Bedeutung dieses HchlachlabschnitteS haben bei»? Teile riesige Der-ßiikungen herangesührt. Nunmehr ist die Entschei-tang bald zu erwarten. And:rnseitS suchen sich die Deutschen eine neue Durchgangslinie zu erringen toi de« östlichen Flügel bei B-rdun, in dem sie durch die Besetzung der MaaShöhen bei Hation— Ityaiel die Straße Bigneulle»—Saint Mihiel be-herrschen. Loudoner Meldungen geben zu, daß die glichteten 42 Zentimeter-Geschütze vor Berbun in llung gebracht sind und daß sich der Belage-nwgiring merkbar um die Festung gefchlossen habe. Der jetzige Zustand an der Aisne hat größere teutsche Kavalleriemaffen für Nordsrankreich verfüg-dir gemacht, was eine weitere Verschiffung englischer Truppen nach den nordsranzösischen Häfen «sentlich erschwert. IsSweifung der Frauen und Greise auS Paris. vdrien Mithonard, der Vorsitzende des Stadt-Ute* von Paris, hat einen Aufruf an die Bewohner klaffen, worin er jeden znm Waffendienste Unsähi-gm ausfordert, die Hauptstadt zu verlassen. Pari», ! 1» heißt c», ist eine leicht zu verschanzende Stadt, säi die e» eine Lebensfrage bedeutet, uur jene zu dnkistigen, die an ihrer Verteidigung mitarbeiten. 4« fei daher wünschenswert, daß die noch zurückge-blietonen Frauen, Kinder und alten Leute sofort fkrci» verlassen, das vor schweren Prüfungen stehe. I» 2b. September müssen die Frauen, Greise und Stator abreisen und jede Familie darf nur so viel Hepilk mitnehmen, als sie selbst trage» kann, da die Züge ohnedies überfüllt seien. Au? der so kurz twesiencn Frist läßt sich schließen, daß man im frauMschen Generalstabe mit dem baldigen Erschei-m der deutschen Armeen vor Pari» rechnet. Leine Verschleppung französischer Kunstschätze. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" veröf-sallicht solgende Erklärung des Generaldirektors der lömzlichm Museen in Berlin Dr. v. Bode: Ugo Ojctii erklärte in der Turin« „Gazetta bei Popolo", die Kathedrale von Reims sei angezündet worden «ti Rache sür den von mir ausgestellten, aber ge- «titertea Plan, Kunstwerk« aus Frankreich zu ver-leppen. In Wahrheit wurde die Kathedrale nicht aiqezülldet, sondern burch Artiller efeuer beschädigt, Kil unter dem Schutz einer weißen Fahne vom lmwe der Kathedrale Zeichen über die Stellungen dn Deutsche» gegeben wurden. Die Behauptung, ich bitte ein Verzeichnis der zu raubenden Kunstwerke ulgeslellt, ist lächerlich und an Wahnwitz grenzend, edeif» der Gedanke, daß für die auch von uns tief beklagte Beschießung andere alS rein militärische SrSvde maßgebend waren. DieRussenin Galizien zurückgedrängt. AuS dem KriegSpreffequartier wirb amtlich ge-«ltot: 29. September mittags. Angesichts ber von de» verbündeten deutschen und österreichisch-ungarischen Eireitkriftcn eingeleiteten neuen Operationen sind beiderseits der Weichsel rückgängige Bewegungen deS Zriitoi im Zuge. Starke ruffische Kavallerie würbe «sererseit» bei Biecz zersprengt. Nördlich ber Weich-sel werden mehrere feindliche Kavalleriedivifionen toi ton verbündeten Armeen hergetrieben. Der Stell-Vertreter des ChesS des GeneralstabeS: v. Höfer, L Gaaalmajor. Die Kunde, daß un» die deutschen Bnndrsge-nvffen in Galizien zu Hilfe gekommen sind, veckt große Begeisterung unb Freude und läßt u»S siege»-froh in die Zukunft blicken. Russische Dum.Dum Geschosse! Unter ber von russischen Truppen ans dem Schlachtfeld« von Kraßnik zurückgelassenen Gewehr-Munition befanden sich auch Geschosse, deren harter Mantel an der Spitze den Bleiter» srei läßt. (Dum-Dnm-Geschosse!) Der k. u. k. Minister beS Aeußern hat die Verletzung ber 3. Haager Deklaration vom Jcchre 1899 ben Regierungen der verbündeten und nergralen Mächte mit dem Beifügen bekanntgegeben, daß der k u. k. Armee-Oberkommandant berzeit nicht daran denke, mit Vergeltu-igSmaßregeln vor-zugehe». Russischer Einfall über bie Karpathen nach Ungarn. Einzelne Neine russische Abteilungen suchten über die Kaipathenpäffe nach Ungarn einzudringen. Samstag fanb beim Uzsoker Paffe im Komitate U»g eine kleine Plänkelei zwischen unserer zur Verteidi-gung deS PaffeS detachierten kleinen Truppe unb ben russischen Truppen statt. Die bei dem Paß von Uzsok eingebrochene rus-sische Truppe bestand au» mehrere» tausend Mann. Sie wurde von unseren Truppen zwischen den Ge-meinbe» Malomret. FcnijveSvölgl, und Csoutos zu-rückgefchlagcn. Im Komitat Maramaro» sind bei Tvionya ebenfalls Plänkeleien zwischen den dort ein-getroffeneu ruffifchen Gruppen und ben zum Schutz unserer Grenzen beorderten Truppen im Gange Von Munkar» und Hußt sind größere Truppen zur Un-terstütznng unserer Leute unterwegs. Alle diese Scenzplänkeleien sind von geringer Bedeutung und geben, da wir an der Grenze unb im Innern beS Landes über genügende Truppen verfügen, zu keiner Be'ocgni» Anlaß. Die Budapest« Korrespondenz erhält von zu-ständiger Stelle die Mitteilung, daß die Russen am Sonntag an mehreren Stellen die Grenze im Komi-täte Ung überschritte.» haben. Unsere bort befind!! chen Truppen hielten ben einbrechenden Feind auf. Die Plänkeleien sind noch im Gange. Die Budapest« Korrespondenz meldet unter dem 29. d.: Da die telephonische Verbindung mit der Gemeinde Oekörmezö im Maramaroser Komitat un-terbrochen ist. kann in den Kreisen deß Publikums eine gewisse Beunruhigung konstatiert werde». Nach einer heute eingelangte» Information sind aber dort-hin neuerlich Truppen abgegangen, wodurch die Lage sich derzeit vollständig geändert hat, daher zu Be-sorgn'ffen überhaupt kein Grund vorhanden ist. Un-seren ous Ungvar kommenden, amtlich noch nicht be-stätigten, aber au» verläßlicher Quelle stammenden Jnsormationen zufolge fanden in der Gegend von Malomret im Lause des gestrigen Vormittages Kämpfe sta't. Die Ruffen wurden heute wieber biS Uzsok zurückgeschlagen. Im Tnrja Remeter Tale haben unsere im Komitat Ung stehenden Kräfte mit ben auS Munkac» entsendeten Truppen eine Berbinbung gesucht und wahrscheinlich auch gesunben. Dem Ber-nehmen nach sind auch aus der Gegenb von Szinna giößere Truppen eingetroffen. Die Eisenbahn v«-kehrt bis zur Station Esonto». DaS „Ungarische Telegrophenbureau" melbet: Bon kompeienter Stelle werden wir ermächtigt, fol-gendeS mitzuteilen: An der Grenze bei KöröSmezö ist ein Gefecht im Gange. Nach verläßlichen Zmor-Motionen haben unsere Truppen den Feind in ber Gegenb von Oekörmezö zurückgedrängt AuS bem Komitate Ung wirb gemeldet, baß die Eisenbahnlinie bei Csontos srei ist. Von Cionto» gingen Monteure nach FenyeSvölgy ab, um die Te-legraphenleitungen wieder herzustellen. DarauS folgt, daß eS gelungen ist, ben Fein» auch über FenyeS-völgh zurückzubringen. Siegreiches Vordringen in Serbien Amtlich wird verlautbart: 28. d. vormittag». Nach mehr als l4tägigen. hartnäckigen Kämpfen, wShrenb welchen unsere Truppen bie Drina unb Save neuerdings überschritten haben, ist auf dem südöstlichen Kriegsschauplatze «ine kurze Operation«» pause «ingttreten. Unsere Truppen stehen insgesamt aus serbischem Boden und behaupten sich vorerst in be» blutig errungenen Stellungen gegen unausgesetzt hartnäckige Angriffe. Diese enden stet» mit bedeuten-be» B-rlusten beS Gegners. In den letzten Kämpfen wurden insgesamt 14 Geschütze und mehrere Ma-schinengewehre erbeutet. Die Zahl der Gesangenen ist bedeutend, ebenso die der Deserteure. Die Nach-richten über die serbische montenegrinische Offensive nach Bosnien sinb burch Einsäll« untergeordnet« Kräfte in daS von den eigenen Trnpven nahezu voll« kommen entblößte Gebiet an b« Sandschak-Grenz« hervorgerufen. Maßregel» zur Säuberung diefeS Ge-bieteS wurden unverzüglich getroffen. Potiorek, Feld-zeugmeister. Dir Nieberzwingung Serbiens. Die Sübslawische Korrespondenz meldet auS Sofia: Die Blätter stellen fest, daß daS serbische Preßbureau, welches bisher von täglichen „Sieges-Meldungen" üb«sprndelte, seit einigen Tagen keine .SiegeSbulletins" mehr ausgegeben habe. Die ser-bische Heeresv«waltung habe allen Grund, endlich mit dem Märchen von den „s«bischen Siegen" auf« zuhören. Wenn man wiffe, wie es den serbischen Truppen auf dem Boden Oesterreich-Ungarns ergangen sei, und wie nngeheu« die Verluste der Serben in den frühereu Kämpfen an d« Drina gewesen seien, dann müsse man schaud«rnd erkennen, wie Rußland ein ganzes, durch Verhetzung sinnlos gewordenes Volk seinen imperialistischen Gelüsten blutig hingeopsert habe. Die bulgarischen Blätter berichten aus Nisch, daß die Ereigniffe auf bem österreichisch-serbischen Kriegsschauplatz in allen snbischen Kreisen unv«-hüllte Bestürzung hervorrufen. D« vollstänbige Mißerfolg ber serbischen Offensive gegen bie Mo-narchie machte alle noch gehegte Hoffnung für den Ausgang des Krieges zunichte. Die Kambana sagt: .Nach der Vernichtung der Timokdivision «litt jetzt die Schumadivisio», die man den Oest«reich«n entgegenwarf, die furchtbarsten Verluste. Der serbische Größenwahn «trinke in einem wahren Blutstrom." Frankreich liesert Dum-Dum-Geschosse an Serbien. Die .Bosnische Post" meldet: Bei den B«-mundeten nnd Gltöteten der regulären serbischen Truppen würben Dum-Dum-Geschoffe gesunben, bie sabriksmäßig h«gestellt werben waren. Da bie in ben illustrierten Blättern reprobuzierten Photographien b« französischen Dum-Dum-Geschosse mit ben ser-bischen vollkommen ibentisch sinb, wirb barauS geschlossen, baß sie französisch« Provenienz sind. Der deutsche SiegeSzug gegen Rußland. Die „Kreuzzeitung" veröffentlicht einen Brief beS Siegers von Lyk, Generalleutnant» v. Morgen, bisher Kommandant d« 8l. Infanteriebrigade in Lübeck, an den Bürg«meist« von Lübeck. Der Brief ist au» dem Hauptort des russischen Gouvernements Snwalki vom 13. September datiert nnd beginnt: Habe gestern nach kurzem Kampfe Snwalki ge-nommen und sitze jetzt im GouvernemeniSpalai». Heute morgen zog ich mit mein« Division ein. Am Weichbild der Stadt wurde ich von einem Pfarrer und von dem Bürgermeister mit Brot und Salz begrüßt. ES war ein herrlich« Moment für mich. Morgen geht e» weit« gegen den Feind. Die Armee Rennenkampf ist vollständig vernichtet. Dreißigtausend Mann gefaugen. Der Plan der Ruffen war, un» einzukesseln. Die Sache wurde ab« vereitelt. Da» 12. ruffische Armeekorps, ba» au« süb-licher Richtung zu ber Umfassungsarmee heranrückte, würbe von mir am 7. September bei Bialla und am 9. September bei Lyk geschlagen unb wieder über die.Grenze getrieben. Du weißt, daß ich mich nach kriegerischen Erfolgen sehnte, so herrlich und großartig'hab« ich es aber nicht «wartet. Ich vn-danke die» der Offensive und der Schneid meiner Truppen in erst« Linie. Ich bin wohl tollkühn ge-wesen, al« ich am 9. Septemb« eine dreisache Ueber-mach», die in befestigter Stellung stand, angriff, aber selbst wenn ich geschlagen worden wäre, hätte ich meinen Austrag erfüllt, denn dieses ruffische Korps konnte nicht mehr zur Entscheidung heran. Und so setzte ich am Abend mein letzte« Bataillon ein und stürmte da» am rechten Flügel liegende Dorf Bobern. Diese meine letzte Krastanstrenguug mußte den Ruffen so imponint haben, daß sie bereits über Nacht den Abzug begannen. Meine Gegner waren Elitetruppe» der russischen Armee, finnländische Schützenregimenter. Als ich morgen« in Lyk einzog, küßten mir die Bewohner die Hand. Der Krikgsberichtersiatt« des Lokalanzeigers telegraphiert vom östlichen Hauptquartier: Nach einer kurzen, aber für die Truppen notwendigen Ruhepause wird jetzt in allgemein« energiich« Offensive der Krieg in daS russische Land getragen. Nähne Einzelheiten über die B«teilung der Streit-kräste können naturgemäß nicht gegeben werden. Die Schlachtsront wird eine Ausdehnung von etwa 500 Kilometern haben. ©ttlc 4 Die Narewarme« de» Generals Samsonow hat seit der Niederlage bei Tannenberg zu existieren ausgehört. Ihre wenigen abgesplitterten Teile sind von den FestungSgarnisonen und Reservesormationei» in Warschau. Ostrolenka und Lomscha aufgenommen worden. Zwischen ihr und den gegenwärtig nicht operaiionssähigen Teilen der Wilna-Armee Rennen« kampfs schließt die Festung Ossowice eine weite Lücke. In Grodno sind Teile deS zweiten kaukasischen und des 22. Armeekorps, sowie mehrere Rescrvesorma-tionen anzunehmen, die nach der Niederlage bei Lyk dorthin geflüchtet sind. Ein neuer Aufruf des Oberstkomman-dierenden der Deutschen an die Bevöl-kerung von Russisch-Polen. Der Krakauer „Naprzod" berichiet, daß der Oberstkommandicrende der in Russisch-Polen ope> rierenden deutschen Armeen dieser Tage einen neuen Ausrus unter die dortige Landbevölkerung zerstreuen ließ. Der neue Aufruf hat folgenden Wortlaut: „DaS räuberische MoSkowitentum, welches das Land bestahl und sein« Bewohner nach Sibirien hinaus-schleppte, flüchtet jetzt vor den Befreiern der polnischen Nation, daS ist vor den deutschen uud öfter-reichisch'ungarischen Armeen. Aber obwohl schon in der Flucht, häuft das Moskowiteotum noch eine Schmach aus die andere. In die Häuser ruhiger polnischer Bürger schleichen sich Agenten und Spione ein und töten aus dem Hinterhalte deutsche uud österreichisch-nngarische Soldaten. Durch solche schmachvolle Taten wollen sie dem polnische» Volke schaden, durch solche Taten wollen sie einen Verdacht auf das polnische Volk lenken, damit es unschuldig leide. DaS Geld, daS die russische Regierung aus polnischen Bürgern heraussaugt, wird jetzt dazu verwendet, daß Mörder gedungen werden, die das Land in Un-glück und Verderben hineinreißen sollen. Gebt acht, daß in eure Häuser sich keine Spione und Agenten einschleichen!" Der Schutz ber Oesterreicher in den feindlichen Ländern. Die Vertretung der Monarchie und den Schutz der Belange der Oesterreich« und Ungarn haben übernommen: In Serbien die Bereinigten Staaten von Amerika (der amerikanische Gesandte sür Ser-dien hat seinen Sitz in Bukarest) j In Neuierbien Italien; in Rußland, Frankreich und Großbritan-nien die Bereinigten Staaten von Amerika; in Montenegro Griechenland: in Belgien (mit Au»° schloß der von Deutschland besetzten Gebiete), Japan und Marokko die Bereinigten Staaten von Amerika und in Aegyplen Italien. Der Schutz der Ange-hörigen und Interessen der feindlichen Staaten in der Monarchie ist übernommen worden: Für Ser-dien und Rußland von Spanien (in Ofen Pest, Karlsbad, Prag und Trieft wurde der Schutz der Staatsangehörigen und Interessen Rußlands und Serbiens von den in diesen Städten ansä'sigen amerikanischen Konsuln übernommen), sür Frank-reich und Großbritannien von den Vereinigten Staaten von Amerika, für Montenegro von Griechen-land, für Belgien von Spanien und für Japan von den Bereinigten Staaten von Amerika. Ein« neu« europäische Landkarte. Ein dem russischen Ministerium des Aeußern nahestehend.'» Blatt macht sich daS Vergnüge», sei-nen Lesern die künftige Karte Europa» vorzulegen: „Zunächst müssen alle Slawen vom fremden Joch befreit, dann muß Europa» Alp, der preußische Militarismus, niedergeschlagen werden. Damit ist die Auslösung der hadvburg'fchcn Monarchie wie die Vernichtung der preußischen Hegemonie verbunden Oesterreich muß Galizien und die von Slawen de-setzten Gebiet«: Herzegowina, Kroatien, Dalmatien nebst den tschechischen Gebieten abtreten. Jialien erhält Trieft, Rumänien Trantsylvanien und einen Teil der Bukowina. Die deutschen österreichischen Provinzen fallen entweder an Deutschland oder sie bilden einen besonderen deutschen BundeSstaat. Preußen wird zu einer Macht zweiten Range« degradiert, deren Westgrenze nach den Wünschen Frankreichs festgesetzt wird. Belgien erliält den Re-gierungSbeziik Aachen, Dänemark Schleswig Hol stein. Posen und ein Teil von Schlesien fallen dem wiedererrichteten Polen zu. Ostpreußen kommt bi« zur Weichsel unter russische Hmschafl. DaS König reich Hannover wird wieder errichlet." Die gewon-nenen Schlachten, die zu dieser Karte gehören, muß der russische Minister de» Aeußern freilich noch nachliefern. Deutsche Sind da» noch Kulturmenschen? Unter den französisch«», Schriftstellern, die ihre nationale» Ehrentitel durch schmählichste Beschimpfung Deutschland» zu bereichern suchen, hat sich bisher keiner tiefer und mit sichtlicherem Behagen in den eigenen Kot gesetzt wie Monsieur Jean Richepin, der bekannte Salonrüpel der ehrenwerten „Aladömie srancaise". In einem Sperrdruckartikel des Petit Journal vergleicht er Dentschland mit einer bereit» zu Tode gehetzten Bestie und bricht in ein kanni-balische» Geheul auS, da» mit folgenden gefchmack» vollen Auswürfen feiner schönen „Kulturseele" endet: „Laßt un» hinter der flüchtigen Bestie, um ihre Flucht noch weiter zu verwirken, unser freudige» Jagdgefchrei anstimmen bis zu dem nicht mehr ser-nen Tage, an dem sie sich in ihrem Bau verkriechen wird, geduckt im eigenen Schlamm um Gnade fle-hend, die niemand ihr gewähren wird, gehaßt und verachtet von der ganze» Welt, die lachen wird, wenn die Bestie von der „Nagaika" der Kosaken gepeitscht und vom Bajonett der TurkoS gespießt wird." Deutschland wird gut tun, sich diese frommen Wünsche eine» Wortführer» der französischen „Kul-turnation" zu merken. General Aussenbtrg erkrankt. Wien, 30. September. Aus dem Kriegipresse-quartier »vird amtlich gemeldet: Armeeoberkomman-dant General der Infanterie Ritter von Aufsenberg »st erkrankt. Diese Nachricht wird gewiß allgemein Bedauern heivorrrnsen. Armeebefehl. Wien 30. September. Da» k. u. k. Armee-kommando hat nachstehenden Armeebefehl erlassen: Die Situation ist für un» und für daS verbündete deutsche Heer günstig. Die rusfiiche Offensive in Gali-zien ist im Begriffe zurückzuweichen. Gemeinsam mit der deutschen Truppen »verden wir den Feind, der bei Kraßnik und Samosr, Jnsterburg und Tannen-berg geschlagen wurde, ueuerding» besiegen und vernichten. Gegen Frankreich dringt die deutsche Haupt-macht unaufhallfam tief in feindliches Gebiet ein. Ein neuer, großer Sieg steht dort bevor. Auf dem Balkantriegsschauplatze kämpfen wir gleichfalls in Feindesland. Der Widerstand der Ser-ben beginnt zu erlahmen. Innere Unzufriedenheit, Ausstände, Elend und Hungersnot bedrohen unsere Feinde im Rücken, während die Monarchie und daS Deutsch« Reich einig und mit starker Zuversicht dastehen, di«s«n un» freventlich aufgezwungenen Krieg bis an da» sieg-reiche Ende durchzukämpfen. Die» ist die Wahrheit über die Lage. Sie ist allen O sizieren zu verlautbaren, der Mannschaft in ihrer Muttersprache zu erörtern. Erzherzog Friedrich, General der Infanterie. Letzt« Nachrichten au» Deutschland. Berlin, 30. September. Große« Haupt-quarlier, 29. September, abend». Auf dem rechten HeereSflüget in Frankreich fanden heute bi»her noch nicht rnlfchieden« Kämpfe statt. An der Front zwi'chen da Oise und der Maa» herrscht im allge» meinen Ruhe. Die im Angriffe gegen die Maa»' fo>t» stehend« Armee schlug eineute französisch« Bor-stoße aus Bei dun und Toul zurück. Gestern hat die t'elafterungSartillerit gegen einen Teil der Fort» von A»twe>pen da» Feuer eröffnet. Ein Vorstoß belgischer Kräfte gegen die Einschließungslinie ist zuiückgewieien worden. Im Osten scheneiten russi-sche Voistöße, die über den unteren Njemen gegen da« Gouvernement Suwalky erfolgten. Gegen die Festung Osowiec trat gestern schwere Artillerie in de» Kampf. X»« jluM und tdiiö. Todesfall. Sonntag ist in G»az der Lehrer i. R. Josef Leskowar im Alier von 59 Jahren nach langim, schweren Leiden gestorben. Herr Le»-kvwar, der Ehrenoürg^r der Gemeinde Kölsch war, h'tli sich mit seiner Familie durch längere Jahre in Eilli auf. Auf dem Felde der Ehre gefallen. Am l0 d. hat auch der Sekretär der steiermärk» sche» La«dw>riicha>t«ge>ellschaft, Leutnant in der Re» ferve im 3. Landsturmiegimente, Herr Franz Holz, auj dem schlachlselde von Siawerzany bei Grodek in Gulizie» den H.loeniod gesunden. Die Berein«-blätt-r der Gesellichast vom 1. Oktober werden außer Kummet 73 der Traueranzeige dem wackeren Verteidiger de« Baterlande» auch einen längeren Nachruf über sei»» • Leben»gang und seine Wirksamkeit im Sekretariat« der Gesellschaft bringen. verwundet in Kriegsgefangenschaft geraten. Vom Leutnant Also»« Gelinek de« 87. Infanterieregimente» ist an seinen Vater, de» in Eilli lebenden General Gelinek, eine Postkarte eingelangt, aus der er mitteilt, daß er «n einer » Schlacht von einem Schrapnellstücke am linken Ober- , schenket verletzt wurde. Leutnant Gelinek qeriet dann in russische Kriegsgefangenschaft und befindet sich im Spital zu Kiew, wo er sich, wie er schreibt, einer sehr guten und srhr fürsorglichen Behandlung erfreut. Vom Kriegsfürsorgeamt des Kriegs- . Ministeriums für Steiermärk. Mi» »er Leitung der eben errichteten Zweigstelle Marburg deS KricgSfürsorgeamte« deS ReichSkriegSministeriujtf wurde der Abgeordnete Heinrich Wastian betraut, welcher feine Tätigkeit, welche sich aus da« Heb«! der unteren Steiermärk erstrecken soll, bereit» i> vollem Umfange aufgenommen hat. Abgeordneter Wastian hat in dem ihm gehörenden Hause für die Tätigkeit Ser Zweigstelle einige Kauzlciräume zur Verfügung gestellt. Alle da» Unterland betreffeild«» Bestellungen von Verkaufsgegenständen, fowie alle da« Krieg«sürsorgewescn anlangenden Anfragen, i»> weit sie in den Wirkungskreis de» KriegSfüriorge» i amteS des ReichSkriegSministerium» wollen daher a» d e Zweigstelle Marburg zu Handen de» Herrn Ab-geordnete» Wastian gerichtet werden. Kriegsleistungen. AuS Hrastnigg wird unl gemeldet, daß sich die Werks- und Bruderlade-beamien, Unierbeamten, da« AufsichiSperfonale »ad die Angestellten de« Konsummagazine» bei »<» Kohlenweiken Hrastnigg und Eistro ber.it erklärt haben, vom 1. Oktober an allmonatlich aas die : Dauer beS Krieges 1 v. H von ihren Bezüge» j» gleichen Teilen sür da» Role Kreuz und für da KriegshilfSfond de» ReichSvereineS der Privat besä»» Oesterreichs zu widmen. — Die Beamten und lln-terbeamten deS Werke» Trifail, der Zemenlfalmk Trifail und der Bereinigten Bruderlade Trifail, so-wie sämtliche Angestellten de» WerkSkonsummagazi» j ne» in Trifail haben beschlossen, während der taua de« Krieges 1 v. H. ihre» Gehalie» dem Rote» ! Kreuz zur Verfügung zu stellen. In ebenso apjer- j freudiger Weife beteiligte sich die Arbeiterschaft de« 1 Werkes Trifail durch freiwillige Spenden bei der Auszahlung an diesem Werke der Vaterlandsliebe. Kriegsleistungen der Friedauer Sparkasse. In der am 28. d. stattgefuiid»« AuSschußfitzung wurden folgende Spende» stimme«-einhellig beschlossen: Für notleidende Familien der Einberufenen und sür allensall» notwendige Anteh rungen gegen Seuchen in der S.meinde Frieda» 600 Kronen, für das Roie Kreuz zu Handen de» Bezukt-hilfSauSschusfe« 200 » und an da» SriegSfürsorze-amt deS KrtegSministeriumS 100 k. Im Felde ausgezeichnet. Von den i« Windischfeistritz liegenden 2 Eskadronen der 5er tra-goner wurden mit der silbernen TapferkeilSmedaill« ausgezeichnet Kadett von Arbesier, die S»ad«wachl-meister Raih und Kienert, ZugSfkhrer Rohr, die Koiporäle Plaßl, Nesotilfch, Pschcnitschnik und Lxl und die Dragoner Simanler, Krlme und Puff Schuleröffnungsgottesdtenst. Morzc» Donnerstag findet für die Gymnasialschüler i» der EhristuSkirche um 8 Uhr vormittag» em Schulgolte«-dienst statt. Kriegsbetstunde. Morgen Donnerstag sii. det in der ChristuSkirche um 7 Uhr abend» ei« öffentlich« Kriegsbetstunde statt. Gold gab ich für Eisen Gegen eine, Gedenkring .Gold gab ich für Eisen" spendeten: Hermine Luschitzky 1 silberne Kette, 1 silberne« Um-band, Anderwald 1 goldenen Ring, Leopoldine Wnj> 1 goldene Kette, Therese komernik 1 Ehering. Maria Postruschnig 1 goldenen Ring, Maria Topolvik ei« goldene Brosche. Tomaschek 1 goldenen Ring, liifl Sonelli 2 goldene Ringe, Johann Koroschetz l gol-denen Ring. Vikwr Co- c 1 silberne Kette und ein Armband, Direktor Weiß 1 Ring. 1 Ohrgehänge, 1 Goldknopf, Frau Ma'ie Weiß l Ring. 2 Ohr- ! gehänge, Frau du Nord l silberne» Armdand, eine silberne Brosche, 1 Oiden, Erntsline Schapek 1 gol-denea Armdand. Jda Hlad« 1 Ring, 4 Anhänger, Fran Dr. Hoffmann 2 Eheringe, Frau Dr. See-feldner l silberne» Zigarren Elui, 2 goldene Ringe mil Slein, 1 Goldketterl, das Dienstmädchen bei Dr. Seefeldner 1 Goldringerl mit Stein, Uageaannt 1 Ring, 2 Paar Ohrgehänge, 2 GoldkeUen, i Sold-knöpfe, 2 Broschen, 1 silberne» Armdand m l >i-Hänger, 1 Goldring, verschieden« Goldstücke. Üurnnui 73 Musikschule des Cillier Mufikoer eines Der regelmäßige Unterricht an der Musik-schule beginnt mit I. Oktober. Alle Schüler und Schülerinnen versammeln sich an diesem Tage um b Uhr nachmittag? in der Kanzlei deS Schulleiters, M dann die Verteilung der Unterrichtsstunden vor-iniommen wird. Hausfrauenschule in Cilli. Der Unter, richt in der Abteilung für Kleideranfert^gung de-sinnt am 1. Oktober. Anmeldungen in der Direk-tiaolhnjld der Mädchenbürgerschule zwischen 4 und 5 Uhr nachmiltagS. Spenden. Zar Anfertigung von Wische und Strickarbeiten für die Soldaten im Felde haben gehende! : Frau Rittmeister Thienel 20, Frau Dr. l. öoßleth 10, Fran Oberleutnant Jenas 10, Herr Kranz Gärtner von Pöltschach 10, Frau Dr. Arschanz 10, Fräulein Dirmhirn 3, eine Spiel- {lsellschaft 5 50, Frau Ella Woschnagg 40, Frau »nemarie Westen 50. Frau Direktor Pfeiffer 20, Krau Virginia von Goßleih 10, Ungenannt 19 St, Frau Scheu 1 Kilogramm Schafwolle, Frau Levpol tat Rakusch 8 Strähne Schafwolle, Herr Kauf-»ann Urch 20 Lträhne Wolle. Alte Wäsche und zestrickte Sachen haden gespendet: Frau Major rnwSlicr Stroff für 12 Hemden und 1 Paket alle Lasche, Fiau Louise Donner l Paket Wä'che, F.au Rarie Giafselli in Schleinitz 1 Paket gestrickte Cache», Frau Marta Gollitich 8 Paar Kniewärmer «»d 4 Paar Trikotbcinkleider, Frau von Siuttner Echneehauben, Frau Louis« Sager verschiedene ge-sdickle Sachen, Arau Laßner 8 Paar Barchent-hosni. Henden und alte Wäsche, die Frauen Dr. Xvsc und v. Plachky 2 Pakete Stricksachen, Frau Ä>ta°K»hn Schneehauben und Kniewärmer, Frau S;ta Sliger 1 Paket Stricksachen, Gustl und Walter ktiger Stützeln, »Frau Marie Ehnwat Schnee-hnbrn und Handschuhe, Frau und Frl. Pospihal 6 Paar Kniewärmer und 5 Paar Handschuhe, Frau Jabornegg 1 Palet Wäsche, Frau Marie HauS-»lum Fußlappen un» Strümpfe, Frau Heimine ßmuec Schneehauben, Frau Betty Rauscher 2 Pakete ktricksachen, Frau Hai'ptmann Leonbeiß 1 große kchachttl Stricksachen, Frau Ella Zangger 2 Pakete Läiche, Fräulein Kathi Ernst 2 Paar Strümpfe, Fliulein Christian 4 Paar Handschuhe, Fräulein i 8us c 6 Trikothemden, Frau Martini 1 Paket kücher, Frau Toni Moßmann 1 Paket Wäsche, Kiiu Hermine Jicha Schneehauben, Stützeln und L«kev. Frau Amalie Krainz 6 Hemden und Socken, (err Wachmann Kalischntg 1 Stück Barchent, 3rau Dr. Keppa Stoff für Hemden. Strickarbeiten für unsere Soldaten. Die Anregung der Bürgerfchullehrerin Fräulein Kelaiue Premschak, durch die Schülerinnen der funkels- und Bürgerschule Strickarbeiten für die eoluiea im Felde verfertigen zu lassen, hat den trhoflleu Eisolg gebracht. Fast alle Schülerinnen |ctxa sich in bereitwilligster Weif« in den Dienst kr guten Sache gestellt und bereits nachstehende Einarbeiten abgeliefert: Marie Weiß 2 Paar kllswirwer, 3 Schals, 3 Paar Kniewärmer; Ge-»izille Cempyrek 2 Paar Pulswärmer, 1 Schal; knie Lvar 8 Paar Pulswärmer, 1 Schneehaube, 2 Schal«; Josefine Pahole 1 Schneehaube; Paula !osch>tz t Pan Pulswärmer, 1 Schneehaube, 1 Schal; Kotie schwiega 3 Paar Pulswärmer, 3 Schals; Marie Wuxer 1 Schal; Greif Jicha 1 Paar Puls-röptr, 3 Lchals; Aloisia Schmölzer 4 Paar Puls »ir«er, 1 Schal, 1 Paar Ki.iewärmer; Maria tehjch 3 gchaU; Gudrun Lindauer 1 Lchnee-Vw*t, 2 Schals; Zosefine Fröml 1 Paar Puls-rinnet, 4 SchalS; Paula Kollaritich 2 SchalS; Irna Lift 2 Paar Pulswärmer, 1 Schal; Polvi Nileittschak ü Paar Pulswärmer, 1 Schneehaube, 4 Schals; Gisela Mesaretz 4 Paar Pulswärmer, 3Schall; Emma Kranz 1 Schul; Herta Wenedikter Deutsche Wacht __ 1 Schneehaube; Gertrud Wessely 1 Schal; Elise Warmuth 1 Schneehaube; Grete Putan 2 Paa-Pulswärmer, 2 Schals; Marie Ferjen 1 Paar Pulswärmer, 4 Schneehauben, 3 SchalS; Wilhelmine Fröml 1 Paar Pulswärmer, 2 SchalS, 2 Paar Socken. Albine Bervar 2 Paar Pulswärmer, 1 Schal; Hilda Derganz 1 Schal; Therese Patz 1 Paar Pulswärmer, 1 Schneehaube. 1 Schal; Marie Ropan 2 Paar Socken; Kamilla Schmidt 1 Schal; Hilda Lichtenegger 1 Schal; Grete Ambroschitsch 1 Schal, 2 Paar Socken; Olga Puckmeister 1 Schneehaube, 2 SchalS; Engenie von Bacho 1 Paar Kniewärmer; Olga Medveschek 3 Schnee-Hauben; Anna Zicha 2 Schal»; Hermine Jicha 2 SchalS; Wilhelmine Rawschak 1 Paar Pull» wänner, 1 Schneehaube, 1 Schal; Herta Rot 1 Schal; Marie Dodovischeg 1 Schal. Marie Gradischer 1 Paar Pulswärmer; Mari« Artnik 1 Schal; Paula Aistrich 1 Schneehaube; Marie Brumen 1 Schneehaube; Anton Nooak 1 Paar Pulswärmer; Elfriede Kramberger 1 Schal; Grete Rifchuer 1 Schal; Barbara Maresch 1 Schal; FranziSka Kuß 1 Schal; Marie Kladnik 1 Paar Socken; Marie Peiek 1 Schal; Melanit Werdouschegg 1 Schal; Luzia Simotiischek 2 SchalS; Amalie Schoster 1 Schal; Elsriede Wambrecht-jammer 6 SchalS; Therese Gradt 5 Paar PulS-wärmer; Grete Schieß 1 Schal; Grete Wolf 1 Schal; Vtnzenzia Gajschek 1 Paar Pulswärmer. 1 Schal; Ada Stibenegg 1 Schal; Eyrilla Rebek 1 Paar Socken; Anna Brecko 1 Paar Socken; Eäzilie Praffer 1 Paar Socken^ Wilhelmine Zvetko 1 Schal; Johanna Mtkiilicic 1 Paar Pulswärmer; Lngeuannt v Paar Pulswärmer. Insgesamt sind biSnun vorhanden: 93 Paar PulS värmer, 40 Schnee-wärmer, 108 Schals, 9 Paar K»tewä>mer und 10 Paar Socken. Allen biaven Strickerinnen und dem Fräulein Premschak, welche in anerkenuSwerter Weise ihre Kräfte in diesen wohltätigen Dienst deS ZweigvereineS Cilli deS Roten Kreuzes gestellt hat. sei an dieser Stelle der wärmste Dank anSge-sprachen. Verkehr ab Trieft. Die Handels- und Gewerbekammer in Graz teilt mit, daß zufolge der ihr zugekommenen Verständigung deS Eisenbahn-Ministeriums der Verkehr ab Trieft sich nunmehr regelmäßig abwickelt und angesprochene Wagen nach Tunlichkett beigestellt werden. Verzicht auf russische Auszeichnungen. Die Wachtmeister Max Lliunigg aus Prislova und Karl Kokolj auS Pouigl haben die ihnen im Jahre 1903 anläßlich der Hofjagden verliehene kleine russische Medaille dem vorgesetzten Abteilung!-kommando zur Einichmelzung übermittelt. Ein schöner Erfolg der Eillier Polt zeihündin. In letzter Zeit mehrten sich in KSt-ttng Feldfrüchtediedstähle. Am 25. d. kam an den Feldfrüchten des Besitzers Lednik neuerdings ein erheblicher Diebstahl vor. Nun wurde die vom Füh-rer Goriup geführte Polizeihündin „Afra" auf die Spur gefetzt und erzielte nach kurzer eifriger Tätigkeit vollen Erfolg. Sie vei folgte die Spur über die Felder und dann durch einen Wald zur Behausung der Keuschlerin Ursula Erepinsek in Oberlötting und verbellte deren Trichter Marie. Die weiteren Erhebungen ergaben den vollen Beweis, daß die beiven Erepinsek die zahlreiche» Feldsrüchtediebstähle begangen haben. „Afra" hat sich schon in mehreren Fällen sehr gut bewährt. Wegen Majestätsdeleidigung wurde vom Gendarmerieposte» in St. Georgen, S-B. der erst im Monate Juli aus Amerika in die Heimat zurückg,kehrte Ersitz Joencnik aul Kalodje bet Eilli dem Militärgerichte eingeliefert. KausarbeitundKeimaröe»t derA-au Man Ist in unserem Zeitalter de« geldmäßig auS> druckbaren Erfolge« immer geneigt, nicht sofort in Zahlen umsetzbare Weite oder die Schaffung solcher Werte al« «iib.iS Veraltet.», Unzweckmäßige« anzu 'eben. Eine Quelle 'vlcker bestritiener Werte ist die HauSsrauenarbeit. Manche werten sie ideell, indem sie da» Hauptgewicht aus die Bedürfnisse dr* Gemüte» legen; andere sehen im GemeinichaftShauS und im Hotel die ideal« Form der Wirtfchattsführunz und ver-werfen den SinzelhauShalt als Vergeudung von S„e>-glen. Diese Anschauungen führen natürli» in» Ufer-lo'e und Einseitige; will man die Hou»frauenaibeii richtig eiuschätzen, so muß min sich vor allem die ge genwänige Verfassung de» Haushalle« vor Äugen bat ten und die Z ele, die er sich im volkSwirifchafllichen Rahmen der WegenwaN stecten kann. Es totid wchl möglich sein, die Fühiung eine» jeden Haushalte« einer Serie S mit einer runden Summe entlohnten Angestellten >« übertragen; auf die Qualität kommt eS Im allzemei-nen nicht an. ES wäre aber verfehlt, die Hausfrauen-arbeit, die persönliche Leistung der Ehefrau, ohne wer-tere» mit dieser Summe volkswirtschaftlich wertend »u umschreiben. E« gibt di besondere «neinschätzbare Werte, die vielleicht manchmal mehr ideell al« greifbar sind — ich nenne nur die Bedeutung der Hausfrau al< Vermittlerin der Konsumtion — und die sofort auf jede Vertreterin der arbeitenden Hausfrau Übergehen, ohne daß gesagt werden könnte: die Lohnsumme, welche die bezahlte Person bezieht, entspricht auch dem .Tausch-werte" der HauSfrauenarbeit im nationalökonomischen Sinne. Wo auch noch Erzieherarbeilea und andere sozial» Leistungen mit einbezbgen werden müssen, wird noch weniger der Maßstab bezahlter ArbeitSkräste an-gelegt werden können. Nehme.» wir daS folgende, wenn auch banale Bei-spiel an. Al» die Strümpfe noch mit der Hand ge-strickt wurden, mußte natürlich der handstrickenden Hausfrau zugebilligt werden, ihre Arbeit dem Geld-werte entsprechend einjuschätzen. Sie hätte einer Ar« beiterin genau die Zeit bezahlen müssen, di« sie selbst zur Anfertigung der Strümpfe verwendtt«. Sir war Herstellerin. Tie Strickmaschine tut die ganze Arbeit in sicherlich fünfzigmal kürzerer Zeit, so daß die Hand-strickend« Hausfrau heute den Geldwert ihrer Arbeit durch fünfzig teilen müßt«. Wenn heute eine Frau nvch Strümpfe strick«, so schafft sie unbedeutende Werte mit einem unverhältniSmäßigen Aufwand von ArbeitS-zeit. Nach dem Satz für Maschinenarbeit berechnet er-gibt stch, wenn alle Belastung fertig gekauft«? Ware durch den Zwischenhandel usw. milberückstchiigt wird, ein Arbeitslohn von etwa zwei bis drei Hellern für die Stunde; aber diese wenigen Heller bleiben dennoch unve,au«gabt, fi« bedeuten praktisch soviel wie «ine Einnahme ES ist der fleißigen Hausfrau nicht möglich, ihre Zeit weitbringender umzusetzen. Sehnlich verhält eS stch mit einer anderen Seite der h'usfraulichen Tätigkeit, der EihaltungSarbeit, die, geldmäßig beleuchtet, zu gleich lächerlich scheinenden Er« gebnissen führt. Aber auch fie bedeutet eine Habenpost im Budget der Familie, die durch nichts anderes er« fetzt und ganz besonders durch die kümmerlichen techni-fchen Behelfe des kleinen Haushaltes nicht gehoben werden kann. Die fortschreitende Vervollkommnung der Technik entwertet die Hausarbeit wie jede andere Hand-a.b.'it, ohne den Ausblick zu bieten auf irgend ein Er-setzen de» v«rlo»enen Werte», da» nicht — Eiwerb ist. Angenommen sind natürlich nur Haushalte, in denen die Hau»frau nicht nur Figurantin oder VerwaltungS-person ist, sondern selbst überall Hand anlegt — also Haushalte deS unteren MiitelstandeS. Dort, wo die Hausmutter von je al» Miterwer» bende in Frage kam, sei e» auch nur al« häusliche Hcrstelierin, wie die Bäuerin, oder als Helferin beim kleinen ÄewerbSmann und Krämer, wo demnach di« ArbkiiSkrai't der Frau als Ichaffende» Element nicht auSgkichied«» werden konnte und noch heute einen fest-gefügte» Bestandteil in der Kette de» Schaffen» bildet, ist jedoch die Zeit viel zu kostbar, hier hütet maa stch vor übermäßiger Entwertung. E» „zahlt sich nicht au» . mit der Maschine in Konkurrenz zu treten. Ebrnio ve «S stch mit der Zelt der Frauen au« dem industriellen Proletariat. Der wictschafiliche Not-stand setzte dort sofort ein, wo die Hände der HauS» frau von der Industrie beiitite geschoben wurden; er zwang ihnen die Produktionsweise der Fabriksarbeiterin oder der industriellen Hrimarbeiterin auf. Wie «in glücklicher Ausgleich wirk! dagegen schein-bar die Heimarbeit, die nicht auS häuslichem Kreise reißt; sie kann, im Gegensatz zur Fabiikearbeit. ganz klein,? Z'iiablednt't« nutzbar machen, die neben den Hau>'a deiien freibleiden. Die ErwerbStäligkeit der He'inaideiie in erscheint in diesem Lichte al« Reben» be ut iit» Ersatz der häuslichen Produktion; theoretisch eine ideale vö'unq der FraueneiwerdSfrage. In der Wirklichkeit läßt sich di« Sache ganz an» der» an Die Heimarbeit ist durchweg» relativ schlechter d^,ahti al» die FabrikSarbeit. Um einen halbweg» ent-spr«»«„sten Verdienst zu erziele», muß die Frau über-mäßig lang aideilen und eine schwer« Gefahr neben den io oft erörterten an-ercn Mißständen bei der Heim-a>d.,t — die Mnhitfe der Kinderhände beanspruchen. Iaimei ich« br d«r «rb itende» mahnend und antreibe nd de, Geldbeirag vor, den sie unbedingt e.reich«n muß. So und so viele gearbeitet« Stück« «rgeben so ui'd io viele Heller — und so und solange von der A b.,i atgebaiie-, sein, ergibt einen Fehlbetrag von so ii»ft soci t He irrn. Dir Nebenberuf wird zum etjent« l>ed n zum Daupizwrek der «rb.itSkraft. Die bäuSlrchr flib il wird nebenher erledig' und manchmal alS ärger« lich ^idt.nkanq emprunden. Zu rollen Folgen dieser Pflichtenkonflikt führt, läßt ttc nicht leicht abichätze« Sicherlich ist die Frau Seite 6 unter den gegebenen Umstanden außerstande, viel Sorg-fält an die Elfordernisse d:S Haushalte» ju wenden. DaS Esten muß hastig und in möglichst einfacher Form dereitet «erden, für wirklich zweckmäßiges Einkaufen hat di- Heimarbeiterin weder Zeit noch geistige Eamm> lung. Um de« dringenden Erw:rbr» willen weiden hauSwirtfchaftliche Erhaltungsarbeit«», wie daS Wasche» und Flicke?, in flüchtigster Weis« getan. ES werden so Weile verschleudert, die «itdrrum den Wert der ErweibSarbeit der Hausfrau heiabdiücken: ein «er-hängn iSvoltrr Kreislauf, der nur durch gründliche «irt» fchaflliche und soziale Reformen unterbrochen weiden könnte. Marie Pukl (.Deutsche Arbeit', Prag). Vermischtes. Ueber die Schwerter deS deutschen Kaiser« und der Prinzen werden heule, wie der Korrespondenz „Heer nnd Politik" von militärischer Seite geschrieben ward, einige Mittei-hingen von erhöhtem Interesse sein. Der Kaiser hat naturgemäß mehrere Säbel, da er abwechselnd olle Waffengattungen in der Uniform vertritt. Da-gegen haben die kaiserlichen Prinzen besonders be-vorzugle Schwerter, die ihnen von ihrem kaifer-lichen Bater geschenkt worden sind. S>e zeichnen sich vor allen anderen dadurch auS, daß sie im Austrage de« Kaiser« mit Inschriften geschmückt worden sind. So hat der Säbel de« Kronprinzen die Ausschrift: „Allezeit kampfbereit sür de« Rtichc« Herrlichkeit!" Aus dem Säbel de» Prinzen Eitel Friedrich, den er von seinem kaiserlichen Vater erhielt, steht der WoHlsprnch de« Prinzen: „Furchtlos und treu!" Der Dexen de» Prinzen Oskar zeigt die Inschrift: „Treu und fest!" Und der Marinesäbel de« Prin. zen Adalbert hat sogar auf beiden Seiten Wahl-sprüche. nämlich ans der Vorderseite da« Wort: „BoUdamps voraus" und auf der zweiten: „Deine Kraft gehört dem Baterland!" Damit hat der Kaiser wieder an alte, schöne Schwcrtgebräuche an-geknüpft. Die Lütticher Wasfenwerke in deut-scher Regie. Dem Generaldirektor Greiner der wohlbekannten Waffen- und Pulverfabrik Cockerill ist vom deutschen Oberkommando aufgetragen wor-den, Geschosse usw. zu machen. Er weigerte sich, den Ausirag auszuführen. Darauf wurde ihm und einigen Haupiingenieuren verboten, ans dem Haus« zu gehen, und an der Fabrik nachfolgende Prokla-mation angeschlagen: I.Bon jetzt an übernehme ich die Leitung der Fabrik von Eockerill. 2. Da« Per-svnal bleibt in seinen bisherigen Stellungen. 3. Die Arbeiter haben sich stritt an meine Befehle zu halten. 4. Ihre Löhne werden ihnen verbürgt. 5. Infolge der Erhöhung der LebenSmiltelpreise wird daS preußische KriegSministerinm den Arbeitern eine Lohnerhöhung von 50 Prozent geben. 6. Der sein Werk mit Fleiß versieht und dessen Bettagen nichlS zu wünschen übrig läßt, wird gut behandelt wer-den 7. Die Personen, welche Unbequemlichkeit verursachen oder sich Sabotage zuschulden kommen lasten oder die Fabrikate und Erzeugnisse beschädi-gen, werden sosort vor da« Kriegsgericht gestellt. 8. Das Werk wird möglichst in allen Abteilungen betrieben. Mcntag den 17. August. Oberst Da« Muster einer Soldatenliebes-liste. Einem Zirkular des Delegierten für freiwil-lige Liebesgaben in Deuischland entnehmen wir die folgende Ausforderung an Mütter und Schwester, Frauen und Bräute unserer im Felde kämpsenden Brüder: Für die Verpflegung unserer Angehörigen im Felde sorgt die Heeresverwaltung. Die Liedes« gaben sollen diese Verpflegung ergänzen und Er-leichlerungen und Erfrischungen hinzufügen Muni-tivnSkolonnen, FelvfanitätSwagen und Verpfleg«-transporie gaben 1870 und geben heut« n?ch die Möglichkeit, zweckmäßig ausgesuchte und verpackte Liebesgaben — wenn auch im einzelnen in kleinem Umsang — vorgeschobenen Kommando« und damit den am Feinde stehenden Soldaten zuzuführen. DaS will die LiebeSkiste, zu deren Stiftung hiemit auf-gefordert wird. Nehmt dazu eine kleine, gut ausge-lüftete Kiste und füllt hinein: l/t Pfund gemahlenen Kaffee, '/, Pfuud Thee, für 10 Pfennig Würfel-zucker in möglichst kleinen Stücken, 10 Gramm krystallisierte Zitronensäure in Papierbeutel zu Wasser als Getränk und zum Ausspülen de« Munde«, ein Echächtelchen Psefferminzplätzchen, drei Haar Brause-pulver, zwei Tafeln settaime, harte Schokolade, einige kleine Stück Seife, eine Stange Salizylvase-line gegen Wundlausen und Stteichhölzer in Me-talldojen. Den Rest des Raume« füllt mit gutem Devtfche Wacht ________ Tabak, Zigarren und Zigaretten bestmöglichst aus. Hüllt um die Kiste neuere Zeitungen und bindet diese mit starken Bindfaden fest: darüber wickelt so viel wie möglich Strümpfe und Leibbinden. DaS Gange wird dann in eine möglichst wasserdichte Hülle fest und glatt eingefchnürrt. Diese praktische Anordnung wäre auch bei unS einzusühren. Die Holzschätze von Suwalki. Die kurze Nachricht, daß da« russische Gouvernement Suwalki unter deutsche Berwaltnng gestellt ist, ist nicht nur bkdeutungSvoll als ein Beweis unsere« stegreichen Eindringens in das Zarenreich, sondern ist auch sonst von weittragender Wichtigkeit. Wenn nämlich behauptet worden ist, diese« Gouvernement habe nur geringen, hauptsächlich landschaftlichen Wert, so betont gegenüber die „Holzwelt", daß ge-rade Suwalki großartige Naturschätze besitzt. Unsere Behörden haben sehr wohl gewußt, was sie taten, a!« sie gerade diesen Bezirk unt»r deutsche Berwal-tung nahmen, denn dieser Landstrich hat einen Holz-reichtum, wie wir ihn sonst nnr noch in Ostpreußen kennen. In der Holzindustrie besitzen die sogenann-ten Augustowoer Hölzer einen besonderen Ruf und die Wälder, aus denen sie stammen, liegen im Gou-vernement Suwalki. Westlich von Njemen, etwa 30 Kilometer südlich von der Gouvernementsstadt Suwalki, ziehen sich nämlich bis zu der nissischen LandeSgrenze die berühmten Augustowoer kaiserlich russischen Forsten, durchquert vom Augustowoer Kanal. Ihr Umfang wird auf etwa 60.()00 preußische Morgen beziffert. Die Stadt Angustowa, mit etwa 5000 Einwohnern, bildet den Mittelpunkt die-seS Gebiete« nnd liegt an dem erwähnten Kanal, der mit seinen man zählt etwa 20 Schleusen in den Bober mündet. Vom Bober führt der Flößerei-weg über den Narew und die Weichsel direkt noch Thorn zum Weichselmarkt. Alljährlich pflegten ans diesen Gebieten Nutzhölzer im Wert von vielen Millionen Mark nach Deutschland zu kommen. Ml RASCH, lucMiing, CILLI. Schrifttum. Unsere Krankenpflegerinnen in Feld-uniform zeigt das Titelbild der soeben zur AuS-gab« gelangenden Nummer 52 der bekannten Fami« lienzeiischrift „Das Blatt der Hausfrau". Auch im Innern deS Blatte« sind interessante Bilder auS dem Kriegsleden der Unseligen und unserer Ber-bündeten veröffentlicht. Der Artikel „DaS Lazarett im Hause" dringt interessante und nützliche Än-regungen sür die Einrichtung eine« Krankenzimmer«. Im Modenteil finden wir eine Anzahl geschmack-voller Modelle für Blusen, Straßenanzüge, HauS-kleid« eleganter und einfacher Ar», Strayenmäntel und hübsche Borlagen für Kinderkleider. Der Hand-arbeitSteil zeigt wieder einige praktische Gegenstände sür den Felddienst und Muster für hübsche Hand-arbeiten. Au« dem UntertialtungSteil ist der span-nende Roman „Da« allzugute Herz" von Marie vierS, zu dem der Ansang an Neuabonnenten kostenlos nachgeliefert wird, zu erwähnen. Der HauS-wirtschaftliche Teil bringt neben verschiedenen nütz-lichen Winken einen Wochenzettel für sparsame Küche. „Da« Blatt der Hausfrau" kostet nnr 24 Heller die einzelne Nummer und ist durch jede Buchhandlung zu beziehen. Vierteljährliche Abonne-mentSgebühr drei Kronen. Probehefte versendet der Verlag Wien, 1.. Rosendursenstraße 8. Die Belagerung von Paris steht un« mittelbar bevor und deshalb interessiert sich jeder-mann ganz besonders für die Fortisikalionen und die Umgebung dieser Stadt. In der soeben erschie-nenen 5. Neuauflage von WaldheimS General-Ueber-sichlSkarte deS europäischen Kriegsschauplatzes fand deshalb auch ein SituationSplan von Paris und ein ebensolcher von St. Petersburg Ausnahme. Im Uebrigen enthält diese Karte nicht nur die Eisen-bahnen, Flüsse und alles sonst Wichtige, sondern sie zeigt dem Beschauer auch in bester Deutlichkeit die Festungen, Grenzorie, ja selbst die kleinsten Stativ-nen an den G-enzgemarkungen aller kriegführenden Länder. Ein besonderer Borteil dieser Kart« liegt darin, daß sie aus einem Blatte alle KriegSschau-platze enthält, so daß man eS nicht nötig hat. meh-rere verschiedene Karten zu lausen. Der sechSsarbige Druck ist sorgsältig ausgeführt, die beigegeben: aus» führliche Kriegschronik ungemein zweckmäßig. Be-stellungen nimmt jede Buchhandlung oder die Ber- Nnmnur 73 logSanstalt Waldheim-Eberle A. G., Wien 7., eat-gegen. Preis der Karte 1 K, franko per Post 1.10 8 bei Voreinsendung. Die neueste Karte des Weltkrieg« erscheint soeben im Berlag von F. A. BrockhM im Format von 85X115 Zentimeter, in 5 Farbe» ausgeführt (gefaltet 1 Mk). Auf einem einzige» Kartenblatte sind die sämtlichen Erdräum« bärge-gestellt, die für den Weltkrieg in Frage komme«. Auf der Hauptkarte, die den europäischen Kriegsschauplatz in großem Maßstabe wiedergibt, sind w kriegerischen Ereignisse im einzelnen zu venolgei». Eine wertvolle Beigabe, durch die sich Karte des»»-derS auszeichnet, sind die sieben Nebenkarten. Lo» diesen stellt eine die Riesensestun^ Pari« dar; drei sind den deutschen Kolonialgebieten, zwei weitere ca-fassen Unterägypten und den Kaukasus, in weiche» Ländern da» erste Ausflammen der Empörung M Islam gegen Engländer und Russen zu erwartn ist, eine siebente Karte gibt eine Gesamtübersicht der Erde zur Beranschaulichung der Weltlage nnd der überseeischen Besitzungen der kriegführenden Michie. Als Kriegsheft bietet die „Deutsche 3t-bei« (Mvnaisschrist sür da« geistige Leben der Deu-schen in Böhmen, herausgegeben im Auftrage ta Gefdllschafl zur Förderung deutscher Wlssenschajl, Kunst und Literatur in Böhmen, Verlag Prag l, Palais Clam> AallaS. Bezugspreis vierteljährlich mit Postgebühr 3 78 K, sürS Deutsche Reich 3.50 ffll) ihren Lesern die letzte Nummer diese« Jahrgange!. Vieles wa» in der letzten Zeit in dieser Zeitschrift wie in anderen Kundgebungen deutschSsterreichische» Leben« gedruckt stand, ist nun gewaltige Wirkiichkck geworden. Gerade Deutschösterreich ist ja von de» Ereignissen am wenigsten überrascht worden. „©«u irgend jemand bereit war, dann waren wir«", beizt e« in einem Aussatz „Der heilig? Krieg". „Seldjt bei unseren nächsten Feinden von gestern gilt heilig wa« uns nie geglaubt wurde... Das mit Deutsch-land verbundene Oesterreich mit seiner von Dcutschl» begründeten Kultur ist vielen, dj« rben noch Freu»»« unserer Feinde waren, ein Hafen wieder die in» Osten brandende Barbarei und wir leinen die ach-ten, die diesen Hafen ehrlich suchen. So gibt ta Sinn diese« deutschen Kriege« auch unserem Stut einen neuen ©ihn." Ein Aussatz vom ..Wesen l>«t Kriege« und seinen gesellschaftlichen Leistungen' na Oihmar Spann, über „Tschechische Erwerbszmo^!!' schaften", über „Revolutionäre Arbeiterberufsoereiie* von dem Berliner Nationalökonomen Herkoer, sivü mehrere Rundschaubeitrüge (Resormbestrebungen a» KriegSzustand, sür den rechtzeitigen Schuldem usw) liesern Beiträge zum Verständnis der große» Zeit, in die wir eingetreten sind. DaS Heft, da« auch einige schönsarbige Kunstgaben bringt, schlich mit einem trotz allen Ernste« hoffnungSfte«dizl» Ausblick auf die deutschen und besonders die deulich-österreichischen Zukunftsaufgaben! „Mitten im Dunkel einer Welinot wird un« allen kor: kein grSßar« Glück al« an feine Sache glauben zu können." (Nachdruck vrrbott») Unter dem Schweliernkteide. Novellette von R. Sofer. Der Eilbote verschwand eben in der Pesfii» Waller, dem gesuchtesten Logierhause de« Lnfrw-orteS. Eine buntzusammengewürselte Gesellschaft hack die heurige Saison der Pension Waller gebracht. Lustige Münchener und ihre Dialektvetter« au« da Josesstadt an der Donau. Blonde Finnländer, tun glutäugigen Spanier und ein schwäbisches Ehepaar. Der Staat in dieser Runde aber war die schie Kosmopoliun, die Baronin Poncha Uschapin. tu eigentümlicher Reiz haftete ihrer distinguierten Per-fönlichkeit und der slawische Akzent, mit dem fr sprach, sowie das Fremdartige und GeheimniSvoSe, da« sie nmgad, erhöhte noch diesen Reiz. Vielleicht war sie eine politische Märtyrern, die an« Furcht vor Sibirien sich in den deutsche» Kurort geflüchtet? Oder auch eine Künstlerin, di» hier Erholung suchte von ihren Triumphen. Ob |it einen Gatten btsaß oder Witwe war, wußte nie» mand. Sie hatte weite Reisen gemacht und war os-fenbar sehr reich. Einen rührenden Kontrast zu dieser glänzende» Persönlichkeit bildete die junge Diakonissin, Schnürt Renate. Sie war eine Verwandte der Pastoitlw:« stehen» und suchte hier Heilung von eine« Herz-leiden, das sie plötzlich überfallen. Ihr stille« So-ficht mit den sanften Äugen sah jedermann ger». Poncha Uschapin hatte den Eilbrief bekomme». r *mn»er 73 flcnisilie ItfuHtt Sets« 7 k-e Wirkung war, daß die Empsängerin ihre Früh-iMchokolade zurückschob, sich erhob und mit dem «isvien Brief in der Hand unruhig im Zimmer as >»d ab schritt. Die Schleppe ihre» weisen Mor> Meide« rauschte hinter ihr her; leise knisterte da« Briefblatt in ihrer Hand. ES enthielt nur wenige Zeilen. Sie lauteten tzckfisch. Nicht mehr juug. Leidend. Zug ab Leip-|ig 6 Uhr 10. Zweite Klasse, Damenabteil. Ev knapp der Inhalt, so vielsagend war er Haibar und forderte Poncha Uschapin zu schärfstem: htyumen heraus. Nachdem sie wiederholt die Zei-b zelesen und lange grüblerisch vor sich hinge-fern, schien ein Entschluß in ihr gereift. Hastig I» Schleppe aufraffend, verließ sie sodann eilig hr Zimmer und klopste gleich an Schwester Re-Mtti Tür. 5Dit Besitzerin selbst öffnete und cvar nicht Miig erstaunt, als sie die elegante Ruffin gewahrte. ,O, liebe Schwester, ich bitt' schön, lassen Sie «h ein. Sie sehe» mich erregt — ich habe eine Mchricht erhalten, eine traurige —Die Baronin schr sich mit dem Foulard über die Augen — «und tarne nun mit einer Bitte, die nur Sie, Schwester, aftli« können." Dies ward im Unter on gesprochen und der simdlävdische Akzent der Russin verlieh ihren Wor-IS noch einen besonderen Seelenklang. Die jange Diakonissin war denn auch sofort Zeigen und hilfsbereit. .Eine Bitte, die nur ich erfüllen kann? Herz« Ich zm, soll dies geschehen, wenn ich die» vermag, Ziill Baronin?" Diese war in das Stübchen eingetreten. ES m der bescheidenste Raum deS Hauses; das bchoesterkleid, da» an der Wand hing, vervvllstän-ligtt so recht dessen puritanische» Gepränge. Die Augen der Russin blieben an dem Kleide ^eii. „Ich wiederhole, nur Sie, Schwester, können «i» Bitte erfüllen. Und eS hängt soviel — ei — 4 hängt daS Glück zweier Menschen davon ab!" .Reden Sie offen. Frau Baronin, ich bitte." „Erlauben Sie, daß ich die Tür abschließe, M ich gesprochen. Wa» ich auf dem Herzen trage, «trägt Störung nicht," sagte Poncha Uschapin und kehle den Schlüssel um, indes Schwester Renate ml erwachender Unruhe, aber äußerlich ruhig, den fcfl einen Stuhl hinschob. Wer hätte dieser schönen, eleganten Frau ge-Midi, daß sie so leidenschaftliche Tränen habe? & Poncha Uschapin weinte, weinte in ihr Spitzen-«schenluch hinein. Dazwischen flüsterte sie in abge-htchtnni Sätzen: . .Ihr Beruf, Schwester, — weckt so — unbe-Üijttf Vertrauen — daß mir ist — als redete — zu meinem — Beichtvater . . . Nur Ihnen, ichxfter. will ich gestehen: ich lebe — getrennt - von — meinem Gatten — obgleich — uns — tofc Liebe — einst — zusammenführte. Und ich «re mich, er liebt — mich — noch — wie auch 4 ihn liebe! Die Nachricht eben — o Hirn« *'.! — wie deutlich hat sie mir dies vor die Seele jkat Die Kunst, Schwester, di« Kunst trennt uns, denn ich bin Künstlerin und konnte von meiner Kunst nicht lasten. Er aber wollte die« nicht. Ich ging. Ich genoß mein Künstlertum. Aber in Stun-den der Einkehr, da schrie mein Herz nach ihm. Er aber rief mich nicht zurück und mein Stolz ließ eS nicht zu. die Hand zur Versöhnung zu reichen. Nun aber . . Poncha Uschapin drückte da« Taschentuch gegen die Augen; ihre Gestalt schien zu beben unter den sie bestürmenden Gefühlen —. „Nun erhalte ich eben einen Eilbrief. Ein Freund meine« Gatten teilt mir darin mit, daß — mein — Wladimir — schwer - erkrankt — ist —. Seelische Depressiv-nen wirken hier mit, hat der Arzt gemeint —" „So würde ich unverzüglich zu dem Kranken gehen. Frau Baronin —" .Da« will ich, Schwester. oaS will ich, rief die Ruffen extasisch „Aber — Vorsicht — größte Borsicht ist geboten! Wladimir ringt im Fieber — eine unvorsichtige Handlung könnte da« Gegenteil — könnte seinen Tod herbeiführen I Nun kam mir ein Gedanke! Damit komme ich zu meiner Bitte, Schwester —' Jetzt neigte sich die Erzählerin zu jener hin, nah. ganz nah sprach sie auf diese ein. Ihre große Ueberredungskunst und alle ihre Liebenswürdigkeit bot sie auf. denn, was sie besürchtet, geschah: die Schwester R-nate zögerte, die Bitte zu erfüllen, ja, ein heftiger Kamps malte sich auf ihrem Gesichte. Doch die Ruffin ließ nicht locker und al» sie eine halbe Stunde später Reuate« Stübchen verließ, geschah eS im Triumph, daß ihre Bitte doch er-füllt war. Die plötzliche Abreis« der Baronin Uschapin, nachdem sie den Eilbrief erhalten, rief in der Pen« sion Waller allgemeines Bedauern hervor. Der Mit. telpunkt des Kreises, die schöne Frau, mit dem Nim. buS de« Geheimnisvollen, war allen ein Gegenstand des Jnterefft« gewesen. Man vermißte sie wirklich. Sehnsüchtig ließ der Spanier seinen brennenden Blick aus dem leeren Platze ruhen und d«r Oester-reicher, Major Zettl, wob ein« Gloriol« um das Haupt der Fernen. Poncha Uschapin sei wahrschein-lich in nihilistisch« Umtriebe verwickelt, wie manche Dame auS dem ruffischen Adel, nnd lebe in selbst-gewählter Verbannung, ein armer Flüchtling, den der Eilbrief wieder auf die Flucht getrieben. Man lächelte zu dieser Kombination, glaubte aber schließ-lich auch daran. Schweigsam ging Schwester Renate ihrer Wege; auch gegen ihre Verwandte, die Pen-sionSvorsteherin, bewahrte sie über die gehabte Un-terredung mit der Ruffin Schweigen. Aber sie hätte viel darum gegeben, wär« jene mit ihier Bitte nicht zu ihr gekommen. Da ereignete sich etwas, das die Gedanken der Bewohner der Pension Waller augenblicklich von Poncha Uschap'N ablenkt«. Etwas, das allgemeine Bestürzung hervorrief, denn e« war wirklich ein un-angenehmer, ja, ein fataler Fall — daS Tafelprunk« stück, ein wundervolle« BlumenglaS auf massiv gol denem Fuße, mit echten Perlen besetzt, da» Geschenk einer reichen Amerikanerin, die hier PensionSgast ge-wesen. war verschwunden. Ein Durchsuchen — die Zimmer der Gäste natürlich ausgeschloffen — hatte keinen Erfolg ge« habt. Die Bedienung war seit Jahren als treu erprobt. Wo konnte daS Wertstück geblieben fein? Unter den Pensionären war eine große ver-stimmung eingelretett, die Major Zettl veranlaßte zu erklären: .Ich beantrage Rekognoszierung unse-reS Eigentums. Nur auf diesem Wege kann die alte Gemütlichkeit wieder hier eintreten," Alle« stimmte zu und schließlich wurde lachend an die Untersuchung gegangen. Nur eine lacht« nicht mit: Schwester Renate. Und al« der vermißte Gegenstand nicht sich angefunden, flüsterte sie: „Ich wußte eS . . ." Wer beschreibt aber ihre Erleichterung, al« am nächsten Morgen die Post ein Paket für sie abgab und sie beim Oeffnen da» entliehene Schwesterkleid vorfand. Damit fiel ber Druck, d«r auf ihr grlastet, von ihr ad. Was hätte die» leichtfertige Verleihen ihrer Amttlracht. nicht alle« zur Folge haben köa-nen'. Welch bittere Selbstvorwürfe hatte sie sich ge-macht! Nun aber war alle» ant. Ihre Zweifel an Poncha Uschapin hatte diese selbst nun glänzend zerstreut. In diesem Augenblick wurde die Tür hastig geöffnet und Frau Waller, die Zeitung in der Hand, eilte herein. .Renate/ rief sie aufgeregt, „jetzt weiß ich, wer da» Blumengla« gestohlen! Unglaublich, wa« man erlebt! Da traue einer noch den Menschen! Und diese eleganten Gauner sind die schlimmsten! Solch ein Trick! Unerhört! Ich bin so aufgeregt, - lies selbst. Renate!" Schon bei den ersten Zeilen entfärbte sich daS Gesicht der Diakoniffin. La« sie recht? Gestern abend» ereignete sich in dem von Leiß» zig kommenden Zuge ein Aufsehen erregende« Bor« kommni«. Sine reiche ältliche Dame wurde während der Fahrt von einer Schwäche überfallen, wobei ihr eine in demselben Abteil sich befindliche Diakoniffin Hilse leistete. Die hilfsbereite Schwester aber ver-ließ, angeblich wegen Berusspflichten, schon bei der nächsten Station den Zug. Bald stellte sich heraus, daß sie die mit 10.000 Mark in Banknoten ge-füllte Handtasche der Dame hatte mitgehen lassen. Mit dieser Handlungsweise schirn ein bei Reich wie Arm hochgeachteter Stand gefährdet. Da kam die Aufklärung und zwar in überraschender Weis«: In dem Toi'.ettenraum de« Bahnhof» wurde eine Per» son überrascht, al« sie im Begriffe stand, ihr Schwe-sterkleid abzulegen, unter dem sie ein moderne« Reisekofi üui trug. Da man sofort Verdacht schöpsle. wurde die Person, die die Allüren «iner Dame hat, verhasiet. Aus dem Polizeibureau erfolgte dann die vollständige Enipuppung. Die Kriminalpolizei hat einen guten Fang getan. Unter dem Schwesterkleide war die berüchtigte ruffifche Hochstaplerin und Die-bin Anna Michalowitsch verborgen, die unter dem Namen einer Baronin Uschapin als große Dame auftrat. Kundmachung. Die Sparkasse der Stadtgemcindc Cilli teilt mit, daß der Zinsfuß für Spareinlagen für weiterhin mit 4 l 0 0 festgesetzt bleibt. Die Verzinsung der Einlage» erfolgt vom nächstfolgenden Werktage nnd endet mil dem, dem Bchcbiingstage vorausgehenden Werktage. Die Rcntcnstcuer wird von der Anstalt, wie bisher aus eigenen Mitteln bezahlt. Auswärtigen Einlegern werden über Wunsch Postfparkassenerlagscheine kostenfrei zur Verfügung gestellt. Sparcinlagebüchcr der eigenen Anstalt werden kostenfrei in Verwahrung genommen. ' Sparkasse der Stadtgemeinde Cilli. Geht 8 L-uM,e Wacht Numarr. 7Z J)en hochgeehrten Damen von Cilli und Umgehung erlaube mir meine Kleider-Anfertigungswerkstätte gefälligst in Erinnerung zu bringen und zur Ausführung von Frauenkleidern, Mänteln, Jacken, Blusen etc., billig, in einfacher und feinster AussQhrung nach dem neuesten Wiener Zeitgeschmack zu empfehlen. Um Zuweisung werter Aufträge, welche raschest und sorgfältig ausgeführt werden, bittet hochachtungsvoll Marie Buttula, Damenkleider-Änfertigung, Cilli RathaDsgasse Nr. 5, I. Stock. Daselbst werden Lehrfr&uleins welche fQr sieb selbst arbeiten, ausgenommen. ZI. 159/1914 Kundmachung. Einbernfang der in den Jahren 1892,1893 nnd 1894 geborenen Landstnrmpflichtigen. Auf Orund der Allerhöchst angeordneten Aufbietung des gesamten k. k. Landsturmes werden zur Landsturmdienstleistung mit der Waffe einberufen werden: 1. Die im Jahre 1894 geborenen Landsturmpflichtigon und 2. die in den Jahren 1893 und 189*4 geborenen Landsturmpflichtigen, soweit Ober sie bei der Stellung des Jahres 1914 der Beschluss .Zurückzustellen* gefasst worden ist. Behufs Konstatierung ihrer Eignung zum Landsturmdienste mit der Waffe haben die bezeichneten Landsturm Pflichtigen, welche zur Stadt gemeinde Cilli heimatszuständig sind sowie die in der Stadt Cilli wohnhaften Premdenzuständigon am |. Oktober 1914 um 7 Uhr früh im Turnsaal der Landwehrkaserne in Cilli (Gaberje) vor der Musterungskommission Nr. 1 zu erscheinen. Das Lnndstnrmlegitimationsblatt ist zur Musterung mitzubringen. Stadtnmt Cilli, am 23. September 1914. Der Bürgermeister! Dr. Heinrich von Jabomegg. Gut erhaltene fQr dio erste Gymnasialklasse sind billig zu verkaufen. Adresse in der Verwaltung des Blattes. 20733 Freundliche, sonnige, ruhige möblierte Wohnung bestehend aus 1 bis 2 Zimmern und KQcho, im I. oder II. Stock, von einer lehr ruhigen Partei gesucht. Gefl. Anträge au die Verwaltung des Blattes. 20781 Zwei yute Kühe mit je einem Kalb sind xu verkaufen. 20 Liter Milch pro Tsg. Auch wären 40—50 Mileizentner gutes »Qsses Heu »hingeben. Auskunft erteilt A. Maln«, vonnals Praznik. Gasthaus- nnd Realitäten besitzet' in Bachberg, Post Greis b. Cilli. Wegen Abreise deutsche Vorstehhiindin (renommierter Leistungen), 1 Bachsflinte mit Einlegläufen, 1 Browningpistole, Reh- und Gemskrickel, präparierte Vögel, 1 Grammophon mit Platten, 1 Waschmaschine und sonstige Einrichtungsgegenstände zu verkaufen. Auch Heu und Dünger ist abzugeben. 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Janlchet Mattin .... 1 — 4 l i 4 2 — — — — — — — - - — 43 — — - Kne« Bernhard ..... — . — — l l 1 ftosnu Ludwiq..... — — l l 1 £c«lof(tet Jakob .... 1 17 _ 15 7 I Paysr Luise...... _ — 1 _ _ 2 ! Pleoischak Franz..... — — l 3 mmm «edeu,chcgg Joses .... 14 — _ 12 2 7 1 Scllat ,uani...... — * _ 2 2 Steher Joses...... — 2 _ 3 l feuppon Johann .... Mi 4 11 » Swetil Johann..... Urnegg «uvols ..... Äastwir!« ....... — — 1 7 1 Private........ — — — - — — — — — - Echristleitung, Verwaltung, Truck und Verlag: Veremsbuchdruckerei .Teleja" in Eilli. — Verantwortlicher Leiter: Suido Schidll».