Laibllcher lV5^ s^!»/^ Pl»numtlation«prti«: Im «omptoil ganzj. I/l^ ^^<> N ". halbj. fl. 5LN. y^V. h,,hj, 5o,l, Vlil bn Post gan,j, »l. l». Hal0j. ' «), Donnerstag, 30. Oktober. Insertach Hause begeben habe, und wunderte mich, dass sie "M wiederkam. Sie war meine bevorzugteste Schule» "N, und ihre Schönheit und ihr Talent machten uns große Ehre. O, kann es möglich sein, dass sie ver-»chwuuden ist?" ^. Mrs. Reynold sah bewegungslos uud mit entsetzten "lenen da. während Robert Madame Voncourt un« laubig anschaute. „Was hat das zu bedeuten?" fragte er mit bebender Stimme. Er wandte sich zu feiner Mutter, um diefe zu beruhigen. Ein schwacher, aber entsetzlicher Schrei brach sich von Mrs. Reynolds Lippen. „Allmächtiger Gott, das ist zu viel!" rief sie in schmerzlichem Tone. „Aber, Robert, die Bliese! Sie bekam alle meine Briefe, welche ich an sie hierher« sandte; denn ich erhielt bis vor drei Monaten ihre Antworten darauf. Ich habe in der letzten Zeit mehrere Briefe an sie geschrieben und hierher adressiert. Wie sollte sie die e Briefe bekommen haben?" ' ' „Ich habe nie einen diefcr Briefe gesehen," antwortete Madame Noncourt. „Die Brieftasche wird gewöhnlich von einem oder zwei meiner Hausmädchen geleert. Ich will eine Untersuchung vornehmen. Wenn Miss Reynold Ihre Briefe empfangen und sie beantwortet hat, so muss sie eine Vertraute in diesem Hause haben, und ich glaube annehmen zu dürfen, dass es Henriette Kelting ist, welche ihr sehr ergeben war. Ich will sie rufen." Sie klingelte. Henricttc hatte die Zeit benutzt, um ein paar Zeilen zu schreiben und sie durch einen Boten an Emmy zu senden. Der Bote war bereits auf dem Wege. als sie den Befehl erhielt, ins Empfangszimmer zu kommen. H,er wurde sie einem scharfen Verhör unterworfen, und nach einigen Versuchen auszuweichen, musste sie gestehen, dass Emmy noch lebe und in London sei, sowie dass sie die ankommenden Briefe an die junge Dame bcforgt habe; mehr aber war von ihr nicht zu erfahren. Sie verweigerte entschieden jede weitere Auskunft, welche zur Lösung des Räthsels hätte dienen können. „Hier muss ein furchtbares Geheimnis vorliegen," sagte Madame Boncourt. „Wenn Sie wissen, wo die junge Dame ist, so geben Sie ihrer Mutter die Adresse, Henriette," setzte sie eindringlich hinzu. Das Mädchen zog ein Stückchen Papier aus ihrer Tasche, auf welchem Emmys Adresse notiert war. Mrs. Reynold ergriff hastig den Zettel und starrte eine Weile auf die Buchstaben; dann verlieh sie nach raschem Abschied von Madame Bon-court mit ihrem Sohne das Haus, stieg in den Wagen und gab dem Kutscher Befehl, wohin er fahren folle. „Fasse dich, Mutter," sagte Robert, als der Wagen wieder durch das Gewirr der Straßen dahin-rollte, „Emmy lebt!" „Ja, sie lebt!" erwiderte die Mutter mit schmerz-licher, verzweiflungsvoller Stimme, «aber für uns ist sie verloren!" 5,. Capitel. Der Fluch der Mutter. In rafcher Fahrt brachte der Waqen Mrs. Rey-nold und ihren Sohn nach dem G.ay'schen Hause auf der Surryseite der Themse. Es war Abend. D« Straßenlaternen waren bereits angezündet und auch die Fenster des Hauses, vor welchem der Wagen h.elt waren rhellt. Robert prang aus dem Wagen Er die zu der Hausthür führten, hinauf uud >oa di G ocke. Mrs. Reynold folgte ihrem Sohne, m t ^anaer Uu^duld auf das O.'ffuen der Thür w°r. tend Mil Verwunderung betrachtete sie die ärmlichen Häuser der Straße, dieselben mit dem palastartigen 213« Hoffnungen gerecht zn werden, welche in der Thronrede niedergelegt sind. Eine Regierung kann, wenn sie keine ausgesprochene Parteiregierung sein will, nicht darauf hinarbeiten, der Staat solle — wie Herr von Hasner es wünscht — die sich bekämpfenden Gegensätze aller Welt offenbaren. Sie muss vielmehr auf die möglichste Vereinigung aller zum Wohl der Gesammt» heit bedacht sein. Eine Regierung, welche die im Staate vorhandenen Gegensätze nicht in constitutioneller Weise zu mildern beflissen wäre, würde ihre Aufgabe einfach verkennen. Die Vermittlungsaufgabe, welche Graf Taaffe übernahm, scheint uns übrigens eine nothwendige Folge der Idee des Coalitionscabinetes gewesen zu sein. Das Coalitionscabinet konnte weder die Ndresse der Verfafsungspartei des Herrenhauses noch den ursprünglichen Entwurf der Minorität annehmen. Es hätte sich in jedem Falle auf einen prononcierten Parteistandpunkt begeben. Es musste einen Ausgleich zwischen beiden anstreben. Das Herrenhaus hat das vermittelnde Amendement zurückgewiesen, und damit war die Vermittlungsaction an ihrem Ende angelom-men. Graf Taaffe trennte sich damit von der Minorität, welche in ihren Parteistandpunkt zurückverftel. Er stimmte in der dritten Lesung für die Adresse der Majorität als Ganzes, weil zwischen ihren legislativen Zwecken, dem Inhalte und dem Programme der Thronrede ein Widerspruch nicht obwaltete. Graf Taaffe gab vielmehr in der heutigen Sitzung des Herrenhauses über seine politischen Zwecke eine Erklärung ab, welche auch die Verfafsungspartei vollständig zu befriedigen geeignet war. Der Chef des Cabinets erklärte, sein Ziel sei, die Verfassung zu kräftigen und zu stärken, und kann demnach in dieser Hinsicht kein Widerspruch zwischen seiner Tendenz und jener des Herrenhauses vorherrschen. Er wolle, dass die Verfassung nicht allein im Gesetze, sondern auch „in den Herzen der Nationen Wurzel schlage," und auch diese Idee kann nur lebhaften Wiederhall bei allen wecken, welche die Bedeutung dieser Aufgabe nicht verkennen wollen. Das Einleben der Verfassung dort, wo sie bisher nur noch als Gebot und nicht als anerkannter freier Wille einzelner Völker in Kraft ist, muss das Endziel aller vernünftigen Verfassungspolitik sein, und eine Regierung, welche solch' ein Ziel offen procla-miert, kann in keinem Gegensatze zu den parlamentarischen Körperschaften stehen, welche gleichen Zwecken huldigen müssen. Das Herrenhaus kann den Gedanken einer Verständigung zwischen den staatsrechtlichen Gegensätzen principiell unmöglich bekämpfen. Die Zeit ist nicht ferne, wo diese durch die Kraft des Parlamentarismus erreicht werden wird. Der Kampf des Herren' Hauses kehrt sich heute bereits nicht mehr dagegen, was die Opposition anzustreben erklärt, sondern da« gegen, was von ihr befürchtet wird. Es bekämpft die Zwecke, welche es bei ihr voraussetzt. Die großen legislativen Aufgaben, an welche das Herrenhaus herantritt und bezüglich welcher ein Con» ftict zwischen ihm und dem Cabinet nicht zutage getreten, werden jedoch der Verfassungspartei Gelegenheit bieten, über die Stichhaltigkeit ihres Misstrauens gegen die Minorität zur Klarheit zu gelangen, und dieser in nicht minderem Maße den Anlass gewähren, die bezüglich der Aufrichtigkeit ihrer Aussöhnung mit der Verfassung noch immer nicht beseitigten Zweifel zu entkräften. Dann, wenn diese Probezeit verstrichen, Nordstone - House und ihrer freundlichen Farm vergleichend. Was mochte Emmy veranlasst haben, Zuflucht in einem Hause, wie dieses war, zu suchen? Ihre Gedanken wurden durch Mrs. Gray unterbrochen, welche die Thür öffnete. „Wir wünschen Miss Reynold zu sprechen," sagte Robert zögernd, nebst seiner Mutter in die Hausflur tretend. „Miss Reynold?" fragte die Frau verwundert. „Ich kenne keine Miss Reynold. Ich habe den Namen nie zuvor gehört." Mrs. Reynold schwirrte es vor den Augen und sie lehnte sich zitternd gegen die Wand. „Vielleicht ist sie verheiratet," uahm Robert wieder das Wort. „Ihr Mädchenname war Emmy Reynold —" „Ah, Miss Emmy!" rief Mrs. Gray aus. „Und Sie find gekommen, um sie zu besuchen? Sind Sie ihre Verwandten?" Ja." ,",Dann folgen Sie mir in ihr Zimmer. Ich kannte ihren Familiennamen nicht; wir kennen sie nur als Miss Emmy." Mrs. Reynold berührten diese einfachen Worte der Frau auf da2 peinlichste. Eine tiefe Bläffe überflog ihr Antlitz, während sie gewaltsam nach Fassung rang. „Emmy ist meine Tochter." sagte sie. „Bitte, führen Sie uns sogleich zu ihr." Mrs. Gray bat ihre Gäste, ihr iu das obere Stockwerk zu folgen. Emmy war nicht anwesend. Ein helles Feuer brannte in dem Kamin und eine brennende Lampe stand auf dem Tisch, deren Schein durch «inen Lampenschirm zurückgehalten wurde, so dass das Zimmer nur schwach erhellt war. (Fortsetzung folgt.) wird wohl jene Verständiaung, welche das Cabinet durch einen ausdrücklichen Beschluss des Herrenhauses herbeiführen wollte, von selbst kommen, und die krio aerische Partei-Organisation wird einer friedlichen Con-stellation weichen. Dann wird die Ideengemeinschaft von selbst alle umschlingen, welche die Verfassung aufrichtig kräftigen und stärken und in den Herzen der Nationen begründen wollen. Dann wird auch der Streit um Worte uud Begriffe verstummen. Das Herrenhaus hat die Zeit hiefür gegenwärtig noch nicht für gekommen erachtet, aber wenn man unbefangen die fortschreitende Annäherung der bisherigen staatsrechtlichen Opposition an die verfassungsmäßigen In« stitutionen betrachtet, so ist es zweifellos, dass wir diesem Ziele stets näher entgegenkommen und ihm viel rascher zueilen, als in den bisherigen Phasen unserer inneren Entwicklung. Dieser Process kann momentan durch Aufreißung von schwindenden Gegensätzen unterbrochen, aber nicht mehr aufgehalten werden." — Der „Pester Lloyd" bespricht die Adresse der Minorität des Abgeordnetenhauses in ziemlich abfälliger Weise. Das Blatt tadelt be-sonders die in dem Entwürfe enthaltene Polemik gegen staatsrechtliche Bestrebungen und Neuerungen, welche bisher noch von keiner Seite in den Vordergrund gestellt und am allerwenigstens in der Thronrede betont worden sind. Gegen wen polemisieren denn eigentlich die Herren, und wo ist jener Angriff auf die Staatseinheit, die Staatsgrundgesetze und die Verfassung überhaupt, zu dessen Zurückweisung die Adresse so kräftig das Wort ergreift, versucht oder auch nur in Aussicht gestellt worden? In der Minoritätsadresse zu allererst ist diese odiose Frage aufgeworfen worden, und da klingt es fast wie Ironie, wenn in derselben Adresse erklärt wird, das Abgeordnetenhaus müsste die Erneuerung der Verfassungs« kämpfe aus's lebhafteste betlagen. Die Polemik der Adresse beschränkt sich übrigens nicht auf diesen Punkt allein; sie macht sich fast mit Behagen geltend, wo von den finanziellen Plänen des Ministeriums die Rede ist. Hier erklärt die Adresse es von vornherein für unmöglich, dass eine Steuererhöhnng platzgreifen könne, ohne die Productionskraft des Volles zu schädigen — und das scheint doch ein wenig übereilt zu sein. Vielleicht dürfte die Regierung den Anspruch erheben, dass man über ihre Finanzpolitik nicht den Stab breche, ehe diese in concreten Vorlagen sich äußert. Deutlicher als die Minoritätsadresse des Herrenhauses, ist die mit derselben correspondierende Majoritäts« adresse des Abgeordnetenhauses in den entscheidenden Fragen, das ist in denjenigen gehalten, welche die Bestrebungen der staatsrechtlichen Partei umfassen. Es wird ausdrücklich der Wunsch nach Decentralisation der Verwaltung und nach Heranziehung autonomer Organe zu den Aufgaben derselben betont. Im allgemeinen könnte man es schwerlich als ein großes Unglück oder als eine Schädigung der „Staatseinheit" ansehen, wenn für rein administrative Aufgaben autonome Organe geschaffen würden, oder wenn der ad» ministrative Wirkungskreis der autonomen Organe erweitert werden sollte. Wir gestchen indessen aufrichtig, dass wir uns nicht für competent halten, eine zutreffende Meinung über die Bedingungen der österreichischen Verwaltung auszusprcchen. Allem Eines glauben wir unter allen Umständen behaupten zu dürfen, und das ist, dass die Verfassnngspartei sich in früherer Zeit glücklich gepriesen hätte, wenn es ihr gelungen wäre, zu einer Verständigung mit den Czechen und den staatsrechtlichen Parteien überhaupt so billigen Kaufs zu kommen, als heute in Aussicht steht. Wer nicht von der thörichten Voraussetzung aus-gieng, dass die Czechen in den Reichsrath kommen, um ihre bedingungslose Unterwerfung zu besiegelu, und wer sich mit dem Gedanken vertraut gemacht hat, dass die Herbeiziehung der außerhalb der Verfassung und der Staatsidee stehenden Elemente in den Kreis der Verfassung uud der Staatsidee ein Gewinn sei, welcher mit einigen Concessionen in Bezug auf die „administrativen Einrichtungen" nicht zu theuer bezahlt ist, der wird in den Aufstellungen der Majoritätsadresse im« merhin die annehmbare Grundlage einer ersprießlichen Auseinandersetzung finden. Und deshalb muss jeder, dem es um den Frieden und die Kräftigung Oesterreichs Ernst ist, die scharfe Sonderung der Parteien, wie sie sich jetzt vollzieht, lebhaft beklagen. Es ist im hohen Grade fraglich, ob die Verfafsungspartei auch wirklich der Verfassung einen Dienst erweist, indem sie sich a priori gegen alle Wünsche der staatsrechtlichen Parteien ablehnend verhält. Wenn die Aus-gleichsaction unter der Mitwirkung der Verfassungs-partei vor sich geht, kann sie gewiss nicht so schlimm gerathen, als wenn sie ohne oder gegen die Verfassungspartei ihren Lauf nimmt. Angesichts der politischen Nothwendigkeiten, von denen die Lage Oesterreichs heute beherrscht ist uud die durch bloßen Widerspruch nicht aus der Welt geschafft werden können, vertheidigen nicht diejenigen die Verfassung am wirksamsten, die dem Bedürfnisse der Transaction den starren Formalismus entgegenstellen. Oesterreichischer Neichsrath. 4. Sitzung des Herrenhauses. Wien, 28. Oktober. Zu Beginn der Sitzung theilt Präsident Graf Trauttmansdorff mit,' dass sich die politische Commission des Hauses bereits constituiert habe und zu ihrem Obmann den Grafen Wrbna fowie zum Obmann-Stellvertreter den Fürsten Constantin Czar-toryski gewählt habe. Es werden sodann die Wahlen in die verschiedenen Commissionen vorgenommen. In diejuridische Commission wurden gewählt: Freiherr v. Brenner, Dr. Habielinek, Dr. Freiherr von Härdtl, Dr. Freiherr v. Hein, Dr. Freiherr v. Hye, Dr. Freiherr v. Rizy, Dr. Freiherr v. Scharschmid, Dr. Unger und Dr. Fürst Alfred Windisch-Grätz. In die finanzielle Commission wurden gewählt: Freiherr v. Burg, Graf Hoyos, Bankgouverneur Moser, v. Plener, Graf Rechberg, Graf Leo Thun,- Freiherr v. Wehli, Freiherr v. Winterstein, Graf Faltenhayn. In die Fid ei com miss-Commission wurden gewählt: Josef Graf Auersperg, Ritter v. Hasner, die Fürsten Adolf und Carl Schwarzenberg, Freiherr v. Scharschmid, Freiherr v. Härdtl, Graf Friedrich Thun, Fürst Trauttlnansdorff, Graf Vrints. In die Staatsvertrags- Commission wurden gewählt: v. Arneth, Freiherr v. Hye, Freiherr von Hübner, Moser, Professor Neumann, Graf Rechberg, die Grafen Friedrich und Guido Thun, Freiherr von Vesque. In die S t a a t s s ch u l d e n«Controlscommission wurden gewählt: Graf Vrinls, Freiherr v. Winterstein, — als Ersatzmann: Graf Hoyos. In die Commission für den Bau deL Reichsrathsgebäudes wurdeu gewählt: Graf Trautt-mansdorff, Fürst Schönburg, Fürst Czartoryski, von Engerth, Ritter v. Hasncr, Graf Wrbna, v. Arneth. Um 1 Uhr wnrde die Sitzung geschlossen. Der Tag der nächsten Sitzung ist unbestimmt. 7. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Wien, 28. Oktober. Präsident: Graf Coronini; am Ministertische sämmtliche Minister. Unter den Einlaufen befindet sich die Regierungsvorlage eines Gesetzes, betreffend Abhilfe wider unredliche Vorgänge bei Creditgeschäften, ein Antrag des Abg. Steudel auf Erlassung eines neuen Verzehrungs-steuergesetzes, eiu Antrag des Abg. Dr. Dworsli und Genossen auf Abändernng einiger Gebürenvorschriften bei Besitzveränderungen, ein Antrag des Abgeordneten Pöck und Genossen, betreffend die Revision des Hau« sicrerpatentes, und eine Interpellation, betreffend die Reform der Strafprocessordnung und des Strafgesetzbuches für die Armee und die Landwehr. Der Handclsmlnister Baron Korb-Weiden-heim beantwortet die Interpellation des Abg. Neu« meyer nnd Genoss«',,, betreffend die Aufhebung des von Dentschland erlassenen Verbotes der Ein- und Durch" fuhr von Vieh, dahin, dass die diesbezüglichen Schritte bei der deutschen Negierung noch von keinem Erfolge begleitet waren, dass jedoch die Regierung bemüht sein werde, beim Abschluss eines neuen Handelsvertrages mit Deutschland die Interessen der heimischen Viehzucht bestens zu wahren. Abg. Lienbacher begründet seine Anträge, be< treffend verschiedene Abänderungen der Strafprocess-ordnung, ferner eine Novelle zum Strafgesetze behufs Ergänzung der Bestimmungen über Betrug und Veruntreuung durch Strafnormen für andere Arten der Untreue und des Vertrauensmissbrauches, und auf die beschleunigte Vorlage eines neuen Actiengesetzentwurfs, endlich den Entwurf eines Gesetzes wegen Regelung der Polizeistrafgerichtsbarkeit und des Polizeistraf' Verfahrens. Der Redner beantragt die Zuweisung der A^ träge auf die Novelle zum Strafgesetze und auf dle beschleunigte Vorlage eines neuen Actiengesetzentwurfes an einen aus 15 Mitgliedern bestehenden, vom ganzen Hause zu wählenden Ausschuss. Abg. Tomaszuk will den Antrag auf EM' fung eines Actiengcsetzes dem für die Vo> berathung des Antrages Roser niedergesetzten Versicherung«' ausschusse zuweisen. Abg. Lien bach er bekämpft diesen Nutraa. . Abg. Friedmann will den Antrag auf e,ne Resolution wegen Erlassung eines neuen Attiengesetzes als einen dringlichen behandeln, wodurch die Wayl eines Ausschusses entfallen würde, womit sich Abgeorv-uetcr Li endlicher einverstanden erklärt. Der Antrag auf Zuweisung des Antrages, ve-trefsend die Erlassung einer Novelle zum StraWey, wird einein Strafgesctzausschusje von 15 Mitgliedern zugewiesen, bezüglich des Actiengesetzes wird dle Dung/ lichkeit angenommen und sodann die Resolution, tmra^ welche die Negierung zur beschleunigten Vorlage emes neuen Actiengesetzeutwurfes aufgefordert w,rd, oynr Debatte beschlossen. . Die Antrüge Lienbachcrs auf Abänderung oer §§ 48 49, 448, 457 und 460 der StrafprocejS- «137 Ordnung weiden dem Strafgesehausschusse mit demz «uftrage beschlcilnilzter Berichterstattung und Vorlage des betreffenden Gesetzentwurfes zugewiefen. Abg. Licnbacher begründet feinen Antrag, betreffend den Entwurf eines Gesetzes wegen Regelung der Polizeistrafgerichtsbarteit und des Polizeistrafver-fahrens. Abg. Magg führt aus, dafs der vorliegende Antrag eine Abänderung des Gemeindegefetzes enthalte und der Landesgesetzgebung präjudiciere, wozu nach Wner, des Redners, Ansicht der Neichsrath vollkommen berechtigt fei. Es freue ihn, dass dies auch von kmem fo hervorragenden Mitgliede der anderen Seite l>es Hauses und von vielen Unterzeichnern feines An« träges auf derfelben Seite getheilt werde. Es möge Mi erlaubt fein, dies als Präjudiz für andere Fälle zu constatieren. Abg. Lien bacher verwahrt sich dagegen, als yatte er mit feinem Antrage den Grundsatz «Reichs» recht bricht Landrecht" anerkennen wollen, nach feiner «Mcht komme vielmehr Landrecht vor Reichsrecht. (Oho! linls.) Der Antrag Lienbachers wird dem Strafgesetz' ausschusse zugewiefen. Abg. Nareuther begründet feinen Antrag auf "Deutlichkeit der Verhandlungen des Eisenbahu-«usschusses und bemerkt in feiner Begründung unter anderem, das Blättchen habe sich in diesem Hause yegen früher etwas gewendet, aber erfreulicherweife nur 'N diesem Haufe. ik «^" ^bg. Lenz unterstützt den Antrag Bare«, lyers. In Ellgland tagen alle Ausfchufssihungen priu-«Plell öffentlich. Die wichtigen Fragen der Secundär-vaynen und der Vorarlbergbahn, welche den Eisenbahn, ausschuss zunächst zu beschäftigen haben, rechtfertigen zur Venüge den Antrag Bareuthers. Der Antrag wird als dringlich anerkannt und vom Haufe beschlossen. Der Leiter des Finanzministeriums, Chertel, legt das Budget pro 1880 vor und gibt zu demselben em längeres Expose. Das Erfordernis pro 1880 be-trug 412 7 Millionen in runder Summe, die Bedeckung 399 9 Millionen in runder Summe, das Deficit 12 7 Millionen. Zur Bedeckung desselben soll die Steuerlraft in erhöhtem Maße m Anspruch ge-nommen werden. Mehrfache Aendcrungeu des Stempel- und Gebürengesetzes, insbesondere eine 20°/« Besteuerung der Gewinste aus der Zahlen« und aus der Privatlotteric sull 18 Miüioncu, die Erhühuna des Spicltartenstempels 480,000 fl.. ein fixer Stempel für Handelscorrespondenzen 300,000 ft., die Auf» Hebung verschiedener Gebürenbestimmungen 2.570,000 ft., b.le Erhöhung des Gerichtsstcmpels 750,000 fl., sammt-Me Stempel- und Gebürenerhöhungcn zusammen 5 6 '"Monen eintragen. Der Petroleumzoll soll von 3 W 8 fl. erhöht werden (Hört! Hört! links) und 4F ^lillionen tragen. Aus der Brantweiusteuer soll ^ch einem heute vorgelegten Gesetzentwurf eine Ein-"ayme von 15 Millionen erzielt werden. H Nur für 1880 foll eine 10°/, Gebür vom ^"sonenverkchr auf Eisenbahnen nnd Dampfschiffen «ngehoben werden. Nur für das Jahr 1880 wieder« Gel ^ ^"^ des Finanzministeriums (Sturm und über 15^ ^"^)> ^'"e Elgänzungssteuer für Elukummen soll ^ ?^ st., welche mit dem Jahre 188 l aufhören traue, ^"'l"^ vorgeschlagen und soll 4 Mlllwneu auf ^ 3'^ Durchführung der Steuerreform in Bezug und !v l'lmo-, Gebäude-, Erwerbs- und Rentcnstcuer D»fi./^^steuerung der Actiengefellfchaften foll das Mtt dauernd befeltigen. Patl inl" ^"^^ ^^ Finanzministeriums hofft, dass der wieuen "6 ^" Versammlung den Pessimismus über» Men ., ^"bk' mit welchem seine Vorlagen aufgenom. werden dürften. die 3N?^ ^oher Unruhe des Hauses werden sodann Prahlen ill die Ausschüsse für die Erlaffung einer ste^'f/agmatik und für die Aufhebung des Zeitung«, genon ^"^ ^'^ ^"^ ""^ Schriftführers vor^ ^l. .jachste Sitzung morgen. Tagesordnung: Adrefs- tzassesneuigkeiten. Vlit n^ ^'^ Abstimmung im Herrenhaus e.) Vor ." ^t auf das hohe Interesse, das sich cm die 5 gange in der motttägigen Sitzung des österreichischen Über I' ^ ""d die namentlich erfolgte Abstimmung "len^ ^^"sse knüpft, lassen wir nachstehend das Na« "«Verzeichnis der Pairs, nach der Art ihrer Abstim. beg 2 gruppiert, folgen. Mit Ja. o. h. für den Antrag vllin? .?"" """ Hübner. beziehungsweise gcgcu das Hoheit ^ Majoritätsadresse stimmten: Ihre l. k. Llldwi " « durchlauchtigsten Herren Erzherzoge Carl Er»l,i!' ^"dwig Victor und Albrecht. Cardinal Fürst. Mrs!? Schwarzcnberg. Cardinal Filrst-Erzbischof Gral " rg. ^"l Naworowsli. Freiherr von Brenner, dille ^?c ^ ^^""' Graf Coudenhove, Graf Crenne. lzycl'i ^ ^zartoryski. Graf Czcrnin. Graf Dzied». Cmil F ^ ^"bischof Edcr. Graf Fallenhayn. Fürst Graf «?"'!, Lürstcnlicrg. Oraf Goluchowsky. Habietinek. ' vardegg, Graf Harrach. Graf Haugwitz. Fürst Hohenlohe. Freiherr von hübner. Graf Kauuih. Fürst Khevenhüller. Graf Kraficki. Graf Larisch. GrafLichnowsky. Fürft Loblowih. Dr. Josef Majer. Graf Mensdorff. Fürst Mettcrnich. ^raf Mittrowstu. Graf Nostiz. Fürst Paar. Fürstbischof Pogakar. Graf Potocli. Graf Rech' berg. Erzbischof Romäsztan. Fürst Salm. Fürst San-guszko. Graf Schönborn. Fürst Adolf Schwarzenberg. Fürst Carl Schwarzenberg. Graf Serenyi. Graf Sie. minski. Graf Taaffe. Graf Friedrich Thun. Graf Leo Thun. Prinz Thurn und Taxis. Fürst Thurn und Taxis. Graf Hugo Traun. Graf Otto Traun. Fürst Carl TranttmanSdorff. Freiherr von Wassillo, Graf Westfalen. Graf Wiedmann. Fürst Windisch-Grätz, Graf Wodzicli. Fürstbischof Zwcrger. Mit „Nein" (gegen den Antrag des Freiherrn von Hübner) stimmten: Fürst.Erzbischof Cardinal Kutschler. Freiherr von Apfaltrern. Ritter von Ar« ncth. Graf Attems. Fürst Adolf Auersperg. Fürst Carl Auersperg. Graf Josef Auersperg. Gras Velrupt. Freiherr von Nezecny. Ritter von Brücke. Freiherr von Burg. Graf Otto Chotel. Fürst Clary. Graf Dubsky. Freiherr von Engerth, Freiherr von Felder. Landgraf Ed. Fürstcnberg. Graf Gleiöpach, Gügl. Freiherr von Haber, Freiherr von Hackelberg. Freiherr von Haerdtl. Gras Hartig. Ritter von Hafner. Freiherr von Hein, Abt Hclserstorfer. Ritter von Hoeflcr. Graf Hoyos. Freiherr von Hue, Edler von Kaiserfeld. Abt Carl. Freiherr von Kellner. Fürst Kinsly. Freiherr von Königswarter, Freiherr von Kuller. .Freiherr von Krauss. Graf Kuenburg, Josef von Latour. Graf Ledebur. Fürft Friedrich Liechtenstein. Graf Kaspar Lodron. Freiherr von Mayr. Graf Meran. Ritter von Miklosich. Alois Moscr. von Napaoiewicz. Graf Neipperg, Neumann. Edler von Plener. Freiherr von Nesti-Ferrari. Freiherr von Rizy. Fürst Rosenberg. schlnid. Anton Ritter von Schmerling. Josef Ritter von Schmerling. Freiherr von Schmiol. Ritter von Schoeller. Fürst Schönburg. Freiherr von Scrinzi. Freiherr von Stählin. Freiherr von Starck, Gras Josef Oswald Thun. Graf Ladislaus Thun. Freiherr von Tinti. Unger. Freiherr von Vesque. Graf Vrints. Graf Ernst Waldstein. Graf Josef Waldslein. Ritter von Waser. Freiherr von Washington. Freiherr von Wchli. Graf Wilczel. Freiherr von Winterstcin. Graf Wrbna. Freiherr von Wül-lerstorf. — Das Amendement des Frcihcrrn von Hübncr wurde somit mit 78 gegen 59 Stimmen abgelehnt. — (Die Taufe der Tochter des Her. zogs von Cumberland) fand Samstag in Gmunden statt. Die Herzogin Thyra nahm. in einem geöffneten Nebenzimmer auf der Chaise longne ruhend, an der Feier theil. Als Taufpathinnen fungierten Ihre Majestäten die Königinnen von Dänemark, von Hannover und von England, die Königin«Witwe Caroline Amalie von Dänemark, die Herzogin Auguste von Cambridge, die Großfürstin-Thronfolgerin Marie von Rufsland, die Prinzessin Alexandra von Wales, die Großherzogin-Mutter Marie von Mecklenburg-Strelih. die Erb-prinzessm Friederikc von Dänemark, die Prinzessin Lonise von Hessen, die Prinzessin Friederike und die Prinzessin Mary von Hannover. Am Abend fand bei Ihrer Majestät der Königin-Witwe von Hannover ein Fcstdincr statt, an welchem auch die königlich dänischen Majestäten theilnahmen. 11m der Hannover'schen Königs» familie ihre Liebe und Dankbarkeit zu beweisen, h.ltten die Bewohner GmundenS aus Anlass der Tausfeier und zu Ehren der dänischen Majestäten abends ein Fenerwerl auf dem See, o>e Beleuchtung der Esplanade mit Lampions sowie der umliegenden Berge und See-Ufer mit Freudenfeuern veranstaltet. Locales. — (Ordensverleihung.) Dem Commanda„ten des Landes-GrndarmeriecommandoS Nr. 12 in Laibach. Herrn Major Heinrich Rossi, wurde anlässlich der von ihm erbetenen Versetzung in den Ruhestand „in Anerkennung seiner langjährigen, im Kriege wie im Frieden gleich gntcn Dienstleistung" das Ritterkreuz des Franz. Josef-Ordens verliehen. — (Todesfall.) Vorgestern verschied in Laibach im seltenen Alter von 97 Jahren die verwitwete Frau Anna Strangfeld, die Mutter des Herrn Hofrathes beim k. l. Verwaltungsgerichtshufe in Wien Alexander Ritter v. Strangfcld und die Großmutter des hiesigen Advocate» und Landesausschusscs Dr. Robert Schrey Edler v. Redlwerth und detz l. k. Landesgerichtsrathes in Cilli Edmund Schrey Edler v. Nedlwerth. Die Ver-slorbene wird heute um 4 Uhr nachmittags zur Erde bestattet. — (Militär. Persona lverände rung en.) Nachstehende Herren Officiere wurden übersetzt: die bisher dem Gencralstabe zugetheilten Oberlieutenants Alexander Milcnkovit und Gustav Ienisch in den Stand des 12. Artillerieregimentz. wohin dieselben einzurücken haben; — die Lieutenants Josef Matieviö vom Oto-ianer 79. Infanterieregimente zum Infanterieregimente Freiherr v. Kühn Nr 17 und August Doppclmayer vom 12. zum 6. Artillerieregimente; — die Rcgimentsärztc erster Klasse Dr. Simon Mandit vom 43. zum Oto, caner 79. Infanterieregimente und Dr. Carl Perwolf vom 17. zum Neservecommando des 45. Infanterieregiments; — der Oberarzt Dr. Eduard Ehrlich vom 17. Infanterieregiment zum 15. Hußarenregiment; — der Lieutenant-Rechnungsführer Victor Chrupel vom 7, Feldjägerbataillon zum 40. Infanterieregiment (auf eigene Kosten). — Der Hauptmann zweiter Klasse Adolf Wischinla des Infanterieregiments Freiherr v. Kühn Nr. 17 wurde dem Generalstabe zugetheilt. — (Gutsverlauf.) Das zur executiven Veräußerung gelangte Gut Poganiz nächst Rudolfswert, welches gerichtlich auf 138,00» ft. geschäht war. wurde nach einer Mittheilung der „Novice" von einem aus drei Besitzern bestehenden Consortium, an dessen Spitze der Mrhlhändler Bahovec steht, um den Betrag von 40.000 fl. erstanden. — (Bühnennovitäten.) Für morgen steht an der hiesigen Bühne das neue Lustspiel „Sooom und Gomorrha" von Franz von Schönthan am Repertoire. Es ist das Erstlingswerk eines jungen österreichischen Dichters, das auch in Wien erst vor wenigen Wochen zum erstenmale gegeben wurde und seitdem schon zahlreiche Aufführungen erlebt hat. Die Kritik lobt die geschickte, für einen ersten dramatischen Versuch überraschend bühnenwirksame Mache, sowie den frischen Humor desselben. — Auch zwei weitere Novitäten, die Lustspiele „Starke Mittel" von Julius Rosen und „Wohlthätige Frauen" von L'Arronge, welch' letzteres bekanntlich erst diesertage im k, k. Hofburgtheater in Wien zum ersten» male in Scene gieng und einen nachhaltigen äußern Erfolg errang, wurden vom Herrn Director Ludwig an- ! gekauft uud werden im Kaufe der nächsten Monate zur Aufführung gelangen. Es wäre daher nur zu wünschen, dass auch der Theaterbesuch nicht bloß an Operetten-abenden, wie dies bisher constant beobachtet wurde, ein guter bliebe. Wenn die Aufführung eines gediegenen, viel Mühe in Anspruch nehmenden dramatischen Wertes, wie beispielsweise die vorgestrige „Graf Essex "-Vorstellung, bloß eine. nicht einmal die Tattesspesen deckende Brutto-Einnahme von 45 fl. ergibt, fo liegt darin wahrlich kein Sporn für die Direction, der unserer persönlichen Geschmacksrichtung nach zwar ganz begründeten, aber augenscheinlich doch nur von der Minorität des hiesigen Publicums getheilten Vorliebe für gute Schau-und Lustspiele öfter und besser als bisher Rechnung zu tragen. — (Liedertafel) Heute um 8 Uhr abends findet in den Nestaurationslocalitäten des „Hotel Europa" der kürzlich verschobene erste Familienabend der Laibacher Liedertafel statt, wozu nebst den Angehörigen der Mitglieder auch geladene Gäste Zutritt haben. — (Ein Opfer des Schneesturm.es.) Der 65 Jahre alte Auszügler Iovo Verlic aus Bojance im Tschernembler Bezirke wurde am 17. d. M. in einer unweit des genannten Ortes befindlichen Mulde von seinem Sohne in ganz erschöpftem und erfrorenem Zustande aufgefunden, nachdem derselbe die vorangegangene Nacht während des heftigen Schneegestöbers im Freien zugebracht hatte. Obwohl der Sohn seinen Vater sosort mittelst Wagen nach Hause schaffte und ihn mit warmen Getränke» zu laben versuchte, verschied der Greis doch, kaum zu Hause angelangt, an den Folge» der heftigen Erkältung und Erschöpfung, — li. (Theater.) Die vorgestrige Aufführung be» Lanbr'schen Schauspieles „Essex" war leider wieder so schwach besllcht, dass wir nicht umhin können, hier-über unser tiefes Veoauern an dieser Stelle auszudrücken. Wenn ein Drama von der Qualität des genannten bei einer Besehung der Hauptpartien, w,e sie das heurige, mit unbedeutender Ausnahme vorzügliche Schauspiel, personale ermöglicht. tVine Anziehungskraft auf da» Publicmn auszuüben vermag, so darf es niemanden wundernehmen, dass die Darsteller entmuthigt und zu Nach-lässigeit verleitet werden, Die bisherigen Leistungen der unmusikalischen Kräfte haben wahrlich eine nachdrücklichere Theilnahme der hiesigen Bevölkerung verdient, und auch die vorgestrige Darstellung bewies, das» es in der heurigen Saison möglich sei. klassische Stücke in einer Weise zu sceniereu. wie dies heutzutage auf unbedeutenden Prouinzbühnen nicht Regel zu sein pflegt. Besonders zeichnete sich Frau Directrice Ludwig durch ihr feines, tiefdurchoachles Spiel aus. das bei gefülltem Hanse von überwältigender Wirkung gewesen wäre. Auch Frau Andreae-Kühn (Rutland) und Herr Director Ludwig (Essex) brachten über das Maß des Gewöhn-lichen hinausgehende Leistungen, und ist an letzterem nnr die in, Pathos z» künstliche und daher undeutliche Diction ausznsetzcn. Die übrigen Darsteller und das Ensemble trugen dazu bei, die Vorstellung würdig in Scene zu sehen. Gestern wurde „Fatiniha" mit der von un» befürworteten BesehungSänderuna gegeben. Herr Weih war als Kantschuloff recht verdienstlich und dürfte bei einer Wiederholung infolge aM> er Sicherheit noch drastischer wirken. Herr Mond^im (Izzed Pascha) war mit seiner Partie noch nicht ganz emig und kämpfte mit dem Texte Wir denken uns den Reformtürlen gemüthlicher und humoristischer, als er uns gestern vor« gchellt wurde. Seine Couplets und nament ich d,e localen Strophen. daS Steckenpferd unseres Publlcums. fanden viel Beifall. Das Theater war mäßig gefM. weshalb auch im ganzen eine gewisse Lauhe.t der Aufführung wahrnehmbar wurde. Der Männerchor re.chte entschieden »icht auö. hingegen hielten sich die „Kaomen Izzed Paschas" recht brav. «138 Neueste Post. Original-Teleglllmm der „Laib. Zeitung." Wien, 29. Oktober. (Abgeordnetenhaus) Gro« cholski beantragt die Zuweisung der Zollvorlagen an d?n Ausschuss für die bosnische Vorlage. Ruß beantragt Zuweisuna des Zollanschlusses Bosniens an den bosnischen Ausschuss, dagegen für andere Zollvorlagen die Wahl eines 36gliedrigen volkswirtschaftlichen Aus« schusses. Der Alitrag Ruß' wird angenommen. Das Budget wird einem 36gliedrigen Budgetausschusse zugewiesen. Die Berichterstatter der Majorität und der Minorität leiten die Adressdebatte ein. Zahlreiche Redner sind vorgemerkt. Eduard Sueß bestreitet, dass die Regierung in diesem Hause die Majorität habe und dass in der Majoritätsadresse das Programm einer Regierungspartei enthalten sei. Die heutige Majorität könne man nicht als dauernde Stütze der Regierung ansehen. Er fragt die Polen, ob bei Fragen der äußeren Politik beide nationale Stämme ebenso vereint wie heute die Majorität bilden werden, und macht die Czechen, deren Tüchtigkeit er anerkennt, darauf aufmerksam, dass ihre Begehren sie leicht in Widerspruch führen könnten mit den glänzendsten Seiten ihrer eigenen Geschichte. Redner wirft der dritten Partei der Majorität vor, dass sie auf kirchlichem Gebiete die strammste Cen« tralisation, im Staate jedoch Decentralisation vertritt. Die Verfassungspartei aber ist die Reichspartei. Diese verlangt eine Regierung, welche befähigt ist, die Voltsstämme mit der Idee der Reichseinheit zu durchtränken. Dunajewski bemängelt die Schroffheit des Minoritätsentwurfes. Er verwahrt sich dagegen, dass nur die Verfassungspartei die Reichseinheit repräsentiere, verweist auf die Decentralisation in England. Belgien und namentlich Deutschland und des letzteren gebie-tende Stellung, ungeachtet es viele Souveräne und Länder in sich fasst. Redner weist nach, dass die Majoritätsadresse in den Stellen über Decentralisation und Wirksamkeit der Landtage nur die gewissenhafte Durchführung der Verfassung verlange. Die Mino-ritätsdresse enthalte gefährliche Schlagworte. Im Leben müsse man sich mit Compromissen behelfen. Er stimme vollständig dem Satze zu, dass die Verwaltung über den Parteien stehen müsse. Die Minoritätsadresse athme unbeugsame Gegnerschaft gegen jede Autonomie, wogegen der Majoritütsentwurf versöhnliche Tendenzen bekunde. Seine Partei wolle gerne die Hand zur Verwirklichung des Rechtes und der Freiheit für alle bieten. Kowalski erklärt, die Ruthenen würden stets zur österreichischen Fahne halten. Er beklagt bereu Niederlage bei den letzten Wahlen und sagt, die Ruthenen seien ihren Gegnern einfach ausgeliefert worden. Die Ezechen mögen eine Vermittlerrolle zwischen den slavischen Aruderstämmen übernehmen. Schließlich bekämpft er die Landesautonomie und verlangt Ausführung der Verfassung. Heinrich Clam-Martinitz erklärt, aus dem Mi-noritätsentwurfe spreche nicht der Geist der Versöh. nunH, sondern ein kalter Hauch starrer Unduldsamkeit, welcher, wenn er zur Geltnng gelangen sollte, nicht zu dem Ziele einer gleich freudigen Anerkennung der Verfassung führen würde. Die Vorbedingung jeder Verständigung sei gegenseitige Rechtsachtung; aus dem ehrlichen Kampfe der Meinungen kann eine Verständigung hervorgehen, aber ohne Vergewaltigung der Ueberzeugung. Selbstverständlich werde seine Partei das geleist^e Gelöbnis halten, aber nicht auf die eigene Ueberzeugung verzichten, und die gegnerische Ueber« zeugulig achten. Die Minoritatsadresse verweigere ein Entgegenkommen, fordere vielmehr Unterwerfung. In» deui man Ullvcränderlichkeit der Grundgesetze prokla- miert, verkündigt man die Aussichtslosigkeit einer Verständigung. Dennoch hat die Gegenpartei im Laufe der Jahre die Grundgesetze verändert, selbst geradezu in ihr Gegentheil verkehrt, Redner polemisiert dann gegen Süß, der Zwietracht säen wolle, indem er jeder Partei eine Lockspeise hinwarf, und der mit einer gewissen Selbstüber« Hebung sprach. Er vermisst ferner im Minoritäts-rntwurf die ernste Erkenntnis der kritischen volkswirtschaftlichen Lage und des berechtigten Schmerzens-schreies. Er tadelt es heftig, dafs man gegen die Krise nicht ankämpfte, obwohl die abgelaufene Legislaturperiode nicht durch Verfassungskämpfe gestört war. Es gehe nicht an, die Verantwortung abzuwälzen auf Verfassungskämpfe, die gar nicht stattfanden, und jetzt auf Verfassungskämpfe, die man selbst hervorrufe. Auf die Friedensbotschaft wolle er nicht mit einem Kampfrufe antworten, deshalb empfehle er die Majo« ritätsadresse. Scharschmid constatiert den gewaltigen Eindruck der Rede des Vorredners, dass auch in der Minoritatsadresse die Hand zur Verständigung geboten werde. Auf praktischem Gebiete lassen sich zahlreiche Anknüpfungspunkte finden, welche eine Reihe von Sefsiu-nen ausfüllen können. Mit Rücksicht anf die Erfahrungen der Verfafsungsgeschichte sei es verzeihlich, wenn man der Zukunft mit Bangen entgegensehe. Redner verweist auf den Pact mit Ungarn i. I. 1866 und auf den Umstand, dass die Ruthenen nur mehr drei Vertreter im Hause haben, und dies solle nun in bisher geeinigten Ländern fortgefeht werden. Woher soll dann der Stamm noch Nahrung bekommen, damit er nicht verdorre? Dürst Alfred Liechtenstein kann eine politische Verwnkungstheorie Rechten gegenüber nicht anerkennen, die sich im Besitze von Millionen befinden. Heute haben wir wenigstens eine Regierung, die wohl die Pflicht erkennt, allen Nationen gegenüber mit gleich wohlwollender Vermittlung einzutreten. Redner kritisiert fodann die Finanzwirtschaft der deutsch-liberalen Partei in früheren Jahren, indem die Deficite bei steigenden Einnahmen stets wuchsen. Er beleuchtet die volkswirtschaftlichen Verhältnisse und das Vorgehen der Ver« fafsungspartei bezüglich der Schul- und Kirchengesetze, welche er als schädlich bezeichnet. Die Verfassungs-Partei habe die Wucherfreiheit geschaffen, den Legalisierungszwang eingeführt, die politischen Eheconsense abgeschafft, die bäuerische Bevölkerung geschädigt. Die gegenwärtige schlechte Lage des Reiches sei durch die Verfassungspartei verschuldet, welche ungeeignet ist, den Pfad zu finden, der aus der selbstverschuldeten Lage heraus und zum Heile führe. Lusttandl polemisiert geaen den Vorredner. Er wirft den Czechen vor, dafs sie nicht schon im Jahre 1873 ins Haus eintraten, da dann manches von ihnen jetzt bekämpfte Gesetz gar nicht zustande gekommen wäre. Redner stellt sich streng auf den Boden der Verfassung, die Autonomie in Oesterreich sei schon bis zur Grenze der Möglichkeit realisiert. Er wciöt auf die Verfassungen anderer Staaten hin, namentlich Deutschlands, welche alle centrallstischer als die österreichische seien, und schließt mit dem Hinweise darauf, dass auf dem Standpunkte der Verfassung alle Wünsche der Nationalen Befriedigung finden können. Nächste Sitzung morgen. Lemberq, 28. Oktober. (N. fr. Pr.) Der Polenclub theilt heute den polnischen Blättern mit. dass er den Beschluss gefasst habe, für den Adressentwurf der Ausschussmajorität in Pausch und Bogen einzutreten. An der Adressdebatte dürfen bloß diejenigen polnifchen Deputierten sich betheiligen, welche Mitglieder des Adressausschusses sind; die übrigen,müssen, um in der Plenarsitzung das Wort zu ergreifen, eine besondere Ermächtigung des Polenclubs einholen. Berlin, 28. Oktober. (N. fr. Pr.) Die gestern vollzogene Vereinigung her Neu» und Altconservativen. wodurch diese die stärkste Fraction de« Abgeordneten« Hauses wurden, hat die Wahl Bennigsens zum Präsidenten wieder fraglich gemacht. Die Conservativen haben vermöge ihrer numerischen Stärke auf zwei Sitze im Präsidium Anspruch, die National'Libewlen nur auf einen Sitz. Das Eentrum dürfte ganz Übergängen werden. Paris, 28. Oktober. Wie man der „Agence Havas" versichert, wurde Don Carlos benachrichtigt, dass er des Landes verwiesen werden würde, wenn er sein jetziges Verhalten aufrechterhalten sollte. Rom, 28. Oktober. Cairoli wurde sofort zum König beschieden; man glaubt wegen des Beitrittes zum österreichisch-deutschen Bündnis. Telegraphischer Wechselcurs. vom 2U. Oktober. Papier«Rente 68 25. — Silber»Reute 70 30, — Gold-Rente 80 7b. - 1860er Staats-Anlehen 12? »0. - Vanl'Actien 838. — Credit«Actien 266 90, — London 116 60. - Silber — —. K. l. Münz. Ducaten 5 56, — A). Franlen . Ttilck 9 30. — lOo.Neichsmarl 57 60. Theater. Heute (gerader Tag): Ein ungeschliffener Dia< mant. Posse in 1 Act von Alexander Nergen 3te<-cpt gegen Schwiegermütter. Lustspiel in 1 Aufzug, nach dem Spanischen bearbeitet vom König Ludwig von Baicrn. Cannebas. Komische Operette in 1 Auszug. Musik von Franz v. Suppe. Meteorologische Beobachtungen i» Laibach^ « ^Z W z« « -- ^ Z "K M lt » ^ ^ 7U.Mg, 741 08" > 6 6 !SW, schwach ^ trübe ' 29. 2 „ N. 740 38 >12 9 SW. s, schw. theilw.heitcr 000 9 .. Ab. 740 5»! i- 6'2 windstill j heiter Vormittags trübe, dann Aufheiterung: mondhelle Nacht. Das Tagesmittel der Wärme -j- 8 6", um 0 5° über dem Nor« male. ^. Verantwortlicher Redacteur: Ott 0 mar Vamber Prachtvolle Neue Sendung angekommen liei Ornst Stöckl.__ W Die Gefertigten geben tiefbetrübt Nachricht von W W dem Hinscheiden der innigstgeliebten Mutter, b«< W M ziehungswcise Großmutter und Urgroßmutter, Frau W > Anna Strangfeld, » M welche heute um halb 4 Uhr nachmittags nach lurzem M W Lciden. versehen mit dm heil. Sterbesakramenten. M ^ im !)?. Lebensjahre ruhig verschieden ist. W W Di« irdische hülle der Verblichenen wird Don- M ^ ncrstag, den 3U. Oktober, um 4 Uhr nachmittags W ^ im Sterbchausc: Francibcailergassc Nr, 4, feierlich W M eingesegnet und auf dem Iricdhofe zu St. Christoph W M zur ewigen Muhe bestattet, W W Die heil. Seelenmessen werden am 31. Oktober W M um U Uhr vormittags iu der Pfarrkirche Mari» «er- W M kündigung gelesen. W W Laib ach am 28. Oktober 1879. > W Alexander Ritter v. Stranafeld, l k Hofrath. als W M Sohn. Dr. Robert v. Schrey. Ädvotat; E»m«nd M M v. Schrey, l. t Landcsgerichtsrath; Nntenie v»» W M Tchrcy grb. ssrisper, Anna v. Schrey gcl,. Piringer, M M als Enkel. Edmund, Johanna, Iosefine, Robert, M M Paula v. Schrey, als Urenkel. W Beerdigungsanstalt dc» Fianz Dobellet, Laibach. ^»N-s^t>ri^s W""' 28 Oktober li Uhr.) In denjenigen Papieren, in welchen sich ein namhafter Verkehr entwickelte, so namentlich in einigen Eisenbahnitres, war di« günstige <.'»/! st vc l l^l. Tendenz die vorherrschende. Papierrente........ 6345 6850 Silberrente........ 70 1b 70 25 Goldrente......... 80'W 8110 Lose. 1854........ 121 — 121 50 , 1860........ 12875 129 - . 1860 (zu 100 fi) . - - 130- . 130 50 5 1864 ........ !58 75 159 - Ung. Prämi«n.«nl..... 10425 10450 Eredit-L.......... 16825 18875 «udolf«.L......... 17— 17 50 Prämienanl. der Stadt Wien 113— 113 25 Dunüu.RcguIierungS.Üose . . 110 25 N0 50 Domänen'Pfandbriefe . . - 143 50 144 — Oesterr. Schattscheint 1831 rück« zahlbar ...... 10075 101' - Oeslerr. Schatzschein« 1882 rückzahlbar ....... 101 - 101 25 Ungarische Goldrente .... 95 65 95 7i. Ungarische Eisenbahn-Anleihe . 115 — 115 50 Ungarische EisenbahN'Anleihe, Cumulativstücke...... 114 25 11475 Ungarische Schahanw. vom I. 1874.......... - - —'- Anlehen der Stadtgemeinde Wien m V. V...... 99 bO 9975 Grundentl«ftn>g»Obli«atlsnen. «öhmen.........10275 103 75 Niederästerreich......104 75 1052b Valizien.........9450 9475 Viebenbiiraen.......87— 87 50 Tnneser Vanat......88 50 89 25 Ungarn..........91 — 92 - «ctlen von Vanlen. Vell, War, Anglo.österr. Vant..... 134 40 134'60 «reditanstalt ....... 26690 267 — Depositenbank....... 226 - 227 ^ Crcditanslalt. ungar..... 254 75 255 — Oesterrclchisch. ungarische Bank 839 - 840 Unionbanl . ....... 9350 9375 Verlehrsbanl....... 122— 122 50 Wiener Bankverein..... 136 — 136 50 Actien v«n tran»v«rt Nnterneh- " H«lb Ware Alföld'Nahn .......13? -- 18750 Donau.Dampfschiss..Gesellschalt 581 582 Elifllbeth.Westbahn . . . . 172 50 173 »eld lw«e Ferbinanbs-Norbbahn. . . .2265-2290 — Franz.Iosevh'Nahn .... 15050 l51 --Oalitische Carl »Ludwig. Nahn 239'50 239 75 Kaschau.Oderberger Vahn . . 11350 114 — 2b95 , l? ^ «el»l«rte». Pucaten .... 5 st- i.8 lr 5 ft--" "' «apoleo„«d'or . 9 ^ «!'/,.»." " Dentichc «eich«- „. Noten .... 5? . 70 . 5? . 7b , Zilberaulben .. 100 . — .!<"-'" ' Krainlsch« Grundentla,tu'lgs'0ölil,»tion«n: ^«,>ld 9650 V"" 97 50. N«chtr«g: Um 1 Uhr 15 Minuten notieren: Papierrente 6840 bis 68 55. Silberrente 70 15 bis 70 25. Ooldrente 80 80 bis 80 3b Credit 866 80 bis 2S7- «nglo 13420 134 40, Lyndon 116 85 bis 11? - . Napoleons 531 >,, bis »32. «ilber l00- bi« 100 -.