Sri»u*erett»tt£ - Preise Für Laibach: «»»»jiihrig . . 8 fl 40 tt. KiwjShrig. . . 4 „ 20 „ «irrtrljlihrig . 2 „ 10 „ Stewttlch . . . — „ 70 „ Mit der Post: V-»»Mrig.................12 fl. »"ldjlihrig 6 „ ^«trljiihrig 3 „ Wir Zustellung int Hau» VKrtoi. 86 fr., «onatl. 9 kr. 9t*tdnt Knmmtm 6 kr. Laibacher «edacti-n Bahnhvsgafle Nr. 132. tj [flgblatt Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuscripte ni»t zurückgeseudet. tzrpedition- & Inserate»-Burcau: Lvngreßplatz Sir. 81 tvuch-Handlung von 3gn. e. Slein-mavr & Fed. Bamderg.) Znsertionspreise: ^ Ä Für die einspaltige Per^eile-^U 4 4 fr., bei zweimaliger EiN^<,^ ?challung ä 7 tr., dreimälißS- 7-D ä io fr. Kleine Anzeigen bis Zeilen 20 fr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Nr. 163. Dinstag, 21. Juli 1874. — Morgen: Maria Magd. 7. Jahrgang. Der neue französische Verfaffungs-entwurs. Im Lause dieser Woche stehen in Frankreich wichtige und ereignisschwere Entscheidungen bevor. Nach mehr als dreijährigen unerquicklichen Kämpfen, welche das Land bis ins innerste Mark erschüttert haben,' ist die Versailler Kammer endlich an jenem Punkte angelangt, wohin der greise Thicrs ohne Erschütterung und ohne Zuckungen führen wollte: Die französische Nationalversammlung soll die schwebenden Verfassungsfragen auf friedlichem Wege lösen und damit die Zukunft des Landes sichern. Nicht allein Frankreich, der ganze Welllheil hat das leb» hafieste Interesse daran, daß die große Entscheidungsschlacht, welche gestern im Versailler Schloßtheater zwischen Republik und Monarchie begonnen, recht bald ausgesochten werde. Unter den drei Haupt-Parteien, welche sich im Kampfe gegenüberstehen, ist w nur eine, welche von der Fortdauer der Unordnung oder im Falle eines Staatsstreiches von einer Lkwaltsamen Lösung der Bersassung-frage Vortheil ziehen kann, dies sind die Bonapartisten und ihre Schützlinge, die Reactionäre und Finsterlinge aller Farben. Die endliche Lösung der Verfassungsfragen und die Befestigung der republikanischen Negierungsform würde vor ollem die Befreiung Frankreichs von der Pest des Bonapartismus zur Folge haben. Der Bericht des Verfassungs- oder sogenannten Dreißiger-Ausschusses, wie ihn der reactionäre Deputierte Ventavon der Kammer vorgelegt und welcher das Substrat der gegenwärtigen Verhandlungen in Versailles bildet, nimmt Bezug auf die von der Kammer eingegangene Verpflichtung, die öffentlichen Gewalten zu organisieren und recapituliert die verschiedenen Vorschläge der Herren Dufaure, Broglie, Casimir Perier u. s. w. Ein Punkt sei über jede Anfechtung erhaben: das sei die siebenjährige Dauer der Gewalten des Marschalls Mac Mahon, für diesen Punkt habe die Kammer sich unwiderruflich ihrer constituierenden Gewalt entäußert. Der Perier'sche Antrag trat aber der Grundidee des Gesetzes vom 20. November zu nahe. Die Prorogation sei mehr als ein Waffenstillstand, sie sei ein Friedensschluß auf sieben Jahre, den Titel eines Präsidenten der Republik führe der Marschall bereits; jetzt noch die Republik eigens als definitive Regierungsform proklamieren, hätte gar keinen praktischen Zweck und würde nur die Leidenschaften aufs neue in Wallung bringen. Es sei also viel besser, diese Frage für die Dauer des Septennats auf sich beruhen zu lassen, dann könnte das Land mit aller Reife entscheiden, ob es die bestehende Regierungsform beibehalten oder eine andere ergreifen will. Der Ausschuß empfiehlt also dem Haufe die Verwerfung des Perier'schen Antrages und bringt hingegen fünf Verfassungsartikel in Vorschlag. Der Bericht erläutert des weiteren diese fünf Artikel, welche folgendermaßen lauten: Artikel 1. Der Präsident der Republik, Marschall Mac Mahon, übt auch ferner unter die» sem nemlichen Titel die vollständige Gewalt, welche ihm durch das Gesetz vom 20. November 1873 übertragen worden ist. Artikel 2. Er ist nur für den iM des Hochverrates verantwortlich. Die Minister sind solidarisch für die allgemeine Politik und individuell für ihre persönlichen Acte verantwortlich. Artikel 3. Die gesetzgebende Gewalt wird von zwei Kammern geübt: der Deputiertenkammer und dem Senat. Die Deputiertenkammer wird nach dem Wahlgesetze ernannt, welches die Nationalversammlung beschließen wird. Der Senat besteht aus gewählten und aus ernannten Mitgliedern in einem noch näher zu bestimmenden Verhältnisse. Artikel 4. Der Präsident der Republik hat das Recht, die Deputiertenkammer aufzulösen. In diesem Falle müssen die Wahlen binnen sechs Monaten stattfinden. Artikel 5. Wenn die vollstreckende Gewalt durch den Ablauf der gesetzlichen Frist oder durch den Rücktritt oder Tod des Marschall Mac Mahon erledigt ist, so versammelt der Ministerrath die Deputiertenkammer und den Senat zu einem Eongreß, welcher über die zu ergreifenden Maßregeln zu berathen hat. Der Präsident der Republik hat allein das Recht, die Revision der Verfassungsgesetze zu beantragen. Das Organ Gambetta's, die „Republique srarxaise" bemerkt zu diesem Berichte kritisch genug: Man wird in der Nationalversammlung von Amilletou. Eine Tragödie zur See. Seitdem mit dreifach erzumfchnürter Brust der Mensch zum erstenmale der See sich anvertraut, toben die Schrecken und Gefahren des Meeres für Mt entsetzlichsten gegolten, und in ihnen hat des Dichters Phantasie seit Jahrlausenden unerschöpflichen Stoff für immer furchtbarere Erzählungen ♦ fltfiuidtn. Aber die Wahrheit übertrifft doch das flewaltigste Dichterwerk in erschütternder Macht und lausigem Jnleresse. Das ist eine schaurig in-pressante Geschichte, welche das sonst langweiligste aller amtlichen Blätter, die „London Ga-i^te", in ihren Spalten diesertage enthielt, eine Geschichte, die des Menschen thierischste und mensch-"ch göttlichste Eigenschaften kraftvoll, weil wahr, kontrastiert. In Anfang dieses Jahres segelte die kleine Handelsbarke „Amtion", mit Kohlen beladen, von Shilda, dem bekannten nordenglischen Hasen, nach dem fernen Bombay ob. Auf dem Meere, Hun. wtte von Meilen vom Lande entfernt, brach in den «ohUnräumcn der „Arravan" am 17. Februar plötzlich Feuer aus, und das Schiff mußte verlassen werten. Der Eapitän mit einem Theile der Mannschaft besetzte ein Boot, der erste Offizier mit dem größten Theile des Restes ein anderes, und der zweite Offizier, Namens Webster, besetzte mit drei Matrosen und einem Knabm die Pinasse. Die Boote wollten nach den Maldive-Jnseln steuern, und drei Tage glückte es ihnen, zusammenzuhallen. Als sie hierauf sahen, daß das Zusammenhalten nicht länger mehr möglich sein werde, theillen sie die Nahrungs, und Wasservorräthe. Nach zwei Togen sehr günstigen Weiters war Websler'S Boot allein zurückgelassen, aber mit Noth und Mühe gelang es doch, vierzehn Tage beständig weiterzukommen. Nach dieser Zeit hatten die Nahrungsmittel ein Ende und kein Land, fein Segel in Sicht. In solcher Noth verfiel man auf jenen schrecklichen, schon so oft gehörten Ausweg: durch das Loos entscheiden zu lassen, wer zuerst getödtet werden und den Ucbrigen zur Nahrung bienen sollte. Ob zufällig ober absichilich, das Loos fiel gegen den Knaben. Sofort wurde versucht, das Opfer zu tödten, aber glücklicherweise erwachte Webster, der nach seinem Wachen und Arbeiten eingeschlafen war, zur rechten Zeit auf und rettete den Knaben. Später wurde ein Versuch gemacht, Webster selbst zu tödten, aber der Knabe war glücklich genug, den Plan zu vereiteln, und das Leben seines Erhalter» zu retten. Mit Hilfe einer Flinte, die er zufällig zurückbehalten hatte, konnte Webster die drei durch Hunger dem Tode und dem Wahnwitze nahegebrachten Männer in Schach halten. Webster und der Knabe schlossen eine Defensiv-Allianz gegen die drei anderen, wechselten Tag für Tag mit dem Wachehallen ab und waren so im stände, manch unheilvollen Plan gegen sie zu verderben. Die Nolh war inzwischen so unerträglich geworden, daß wiederholt von einem der drei Matrosen der Versuch gemacht wurde, das Boot zu versenken, und Webster war genöthigt, ihn aufs Korn zu nehmen und auf ihn zu schießen. Zum Glück versagte das Gewehr und zum noch größeren Glück flog jetzt ein Vogel über das Boot, Webster zielte und diesmal versagte da« Gewehr nicht, er traf und roh wurde der Vogel zerfleischt und verschlungen; selbst die Knochen und Federn entgingen dem Heißhunger nicht und wurden ausgenagt. Auf diese Krise voll furchtbarer Erregung folgte eine fünftägige Betäubung. Man fand dann, daß einige Entenmuschelrr sich an das Boot angesetzt hatten, und daß durch Tauchen Seefeigen erhalten werden konnten. Mit diesen knappen Lebensmitteln erhielt sich die unglückliche Mannschaft, bis wiederum Irrsinn ausbrach. Webster allein behielt die ganze Zeit seine Ruhe und seinen Muth, und rr theilt mit dem Knaben Versailles keine Majorität finden, um auch nur einen einzigen Artikel diese« unseligen Entwurfes zu votieren. Unter dem Vorwande, ehe feste und dauerbare Gewalt einzusetzen, die im Slande ist, alle Interessen zu beschwichtigen und die wechselseitigen Rechte aller Parteien zu schonen, verleiht man einem Manne die erheblichsten Rechte, man gibt ihm alles, die Befugnis sich an der Bildung des Oberhauses zu beteiligen, die Befugnis, das Unterhaus aufzulösen, die Befugnis, eine Revision der gesummten Verfassungsorganisation zu veranlassen. Wenn nur wenigstens alle diese Vorrechte da;u beitrügen, beut» (ich zu machen, was das persönliche Septennat sein wird! Aber nach wie vor dem Berichte stellt man sich die Frage, was das für eine Verfassung ist; man sucht ihre Gründe, ohne sie finden zu können; man gewahrt nur eine Herkunftlose unbegründete, jeder1 unmittelbaren Zweckmäßigkeit entbehrende Dic-tatur. Der Bericht hat dem persönlichen Septennat den Todesstoß versetzt. Man kann sich leicht die Verwirrung j denken, die eine solche Mittheilung in der Kammer hat Hervorbringen müssen. Man harrte des Lichts. Anstatt dessen machte der Bericht die Finsternis noch dichter, den Wirrwar, in dem man sich schon so lange herumschlägt, noch bedenklicher. Und doch ist an klaren Lösungen kein Mangel. Einige sin) sogar schon bereit. Unter diesen befindet sich der Antrag Casimir Perier's. Da er nun mit den Arbeiten des Versaffungs-AusschusseS verknüpft ist, hat man auf baldmöglichste Eröffnung der Verhandlung über den Bericht angetragen. Die gegneriichen Parteien, die Royalisten, die Bonapartisten haben diese Verhandlung auf die lange Bank schieben wollen. Nach dem Budget! sagten die einen, nach den Ferien! die ändern. Alle diese Vertagungen sind abgelehnt worden und in diesem Augenblick der Sitzung konnte man sich von den großen Fortschritten überzeugen, welche der Gedanke gemacht Hat, daß der Sache auf irgend eine Art ein Ziel gesetzt werden muß. Die Verhandlung über den Bericht ist aus Montag anberaumt worden. Eine beträchtliche Majorität hat sich in diesem Sinne ausgesprochen. Nicht ohne ein Gefühl patriotischer Trauer sieht man, wie weit es Dank den angeblichen Staatsmännern schon mit uns gekommen ist, welche Frankreich ihre politischen Begriffe aufzwingen wollen, anstatt das Land zum obersten Schiedsrichter zu nehmen und ihm die Aufgabe wie die Verantwortlichkeit zu überlassen, durch das Organ seiner frei gewählten Bevollmächtigten zu sagen, wie es leben will. So steht es um die Politik in der großen Nation, welche so lang die Leuchte der übrigen Welt gewesen ist! So drückt man sich heute aus! Man nach wie vor die Mühe des Wachens. Nur auf diese Weise, daß nicht beide zugleich schliefen, retteten sie sich vor den Wahnsinnigen, und diese vor sich selber. Einer von ihnen wurde einmal von einem Kameraden geschlagen, da« Blut floß aus der Wunde, und es ist gräßlich zu sagen, das Blut wurde in einem Gefäße gesammelt und gierig von dem Verwundeten, wie feinem Angreifer, ausgeleckt. Bald war die Erschöpfung der drei vollständig, ab und zu fuhren sie in Raserei auf, um sich wie nMe Thiere zu beißen. Nach 31 Tagen solcher Leiden wurde das Boot von einem Segelschiffe gesehen und die Unglücklichen fanden Aufnahme. Als dies geschah, war das Boot immer noch 600 eng« ljsche Meilen vom Land entfernt. DaS Ende ist nun leicht zu denken, die Unglücklichen wurden gepflegt und wohlbehalten nach Ealcutta gebracht. Die Königin verlieh dem tapferen, Willensstärken und pflichtgetreuen Webster die Albertmedaille zweiter Klaffe, eine nur für ganz außerordentliche beim Retten von Menschenleben gezeigte Tapferkeit ge-währte Auszeichnung, und hier steht die wahre Geichichte dem Dichterwerke nach, in einem Romane würbe auch der Knabe eine Belohnung erhalten haben, davon verlautete bis jetzt nichts. erfindet Barbarismen um Einrichtungen zu benennen, die nach dem Geständnis derer selbst, von denen sie ausgehen, nicht in die Kategorie der definitiven Werke gehören. Man will nur ein Provisorium gründen und weiß nicht einmal, woraus man es stellen soll. Man verdreht und verwirrt alles, so daß man sich am Ende tiicht mehr auskennt. Herr von Ventavon ist gestern von der Tribüne herabgestiegen, ohne daß ihm ein einziges Zeichen des Beifalls zu theil geworden wäre. Diejenigen sogar, deren Auffassung er wieder geben wollte, schienen ihn nicht zu begreifen, oder richtiger, sie legten es darauf an, sich den Anschein zu geben, als begriffen sie ihn nicht. Glücklicherweise sind wir nahe am Ziel aller dieser Dunkelheiten, aller dieser Fallstricke angelangt. Frankreich sehnt sich nach Licht, und man setzt alles ins Werk, um es ihm vorzuenthalten. Aber die lange, an Hinterhalten überreiche mit Finsternis erfüllte Bahn liegt nunmehr hinter uns. Es ist Zeit, daß wir ankommen, aber es ist die höchste Zeit!_______________________________________ Politische Rundschau. Laidach, 21. Juli. Inland. Nach und nach kommt die Bevölkerung Böhmens czechischer Zunge zur Ueberzeugung, daß es so nicht fortgehen könne, daß sie sich nicht zu willenlosen Werkzeugen der altczechi-schen Führer und zu Lakaien des feudalen Adels herabwürdigen lassen dürfe. Der Protest czechischer Wähler des Landwahlbezirkes von Neupaka gegen die Wahl des Altczechen Kaöka ist ein sprechender Beweis hiefür. Zugleich wirft dieser Protest ein grelles Licht auf die unlaulern Agitationsmittel, deren sich die altczechische Partei bei ihren Wahlmanövern bedient. Dieselben haben es nemlich bei den diesjährigen Wahlen nicht beim moralischen Terrorismus bewenden lassen, sondern sich in ihrer Wahlbeeinflussung bis zur Anwendung roher Gewalt verstiegen. Die Agitatoren der altc;echischen Partei rissen den jungczechijchen Wählern die Wahlzettel aus der Hand, strichen die jungczechischen (Kandidaten aus und setzten den Namen KaSkas daraus. Einer der Agitatoren bespuckte einen jungczechischen Wahlmann; nur das Einschreiten der Polizei konnte eine Rauferei iyid Blutvergießen verhindern. Hoffentlich wird die Statthaltern in Prag die strengste Untersuchung dieses Wahlactes anordnen und gegen die altczechi« schen Agitatoren die Strenge des Gesetze« in An» Wendung bringen. Wie man aus Pest meldet, ist inan in den dortigen Regierungskreisen keineswegs geneigt , die „Einstimmigkeit" der Wahl Stojkovic tragisch zu nehmen; eS sei nur geschehen, was man erwartet habe. In bezug auf die weitere Entwicklung der Dinge glaubt man, daß nach der Aufforderung, eine Neuwahl vorzunehmen, ein Theil der Mitglieder des Congreffes diesen unter Protest verlassen w.rde, während die Stimmen der Verbleibenden sich auf Gruik, Kengyelat und Jvackovic vertheilen werden. Ein karloroitzcr Telegramm des „P Lloyd" stellt diesem 40 bis 50 Stimmen in Aussicht. Gerüchte, die auch telegraphisch gemeldet wurden, sprechen davon, daß StvjkooiL die Wahl ablehne« werde; nach der einen Version wurde ihm von befreundeter Seite dieser Schritt empfohlen, nachdem ihm vonfeite des Congreffes eine so glänzende Satissaclion geworden; nach einer ändern Angabe wäre Stojkoviö, mit Rücksicht auf seine ge* schwächte Gesundheit nicht geneigt, sich die schwere Last aufzubürden. Der ungarische Reichstag hat gestern die Debatte über die Eisenbahnvorlagen beendet. Aus derselben ist nur hervvrzuheben, daß sämmtliche Vor-lagen im Sinne der Regierung erledigt wurden und daß anläßlich der Verhandlungen über die Raab> Ebenfnrthcr Bahn eine Resolution angenommen wurde, welche das Ministerium anweist, einen Gesetzentwurf» betreffend die Rechte der Besitzer von PrioritätSobligationen, einzubringen. Diesem Wunsche kann Herr PauUr leicht entsprechen. Das cisleitha» nische Gesetz über diesen Gegenstand darf er gelrost als Muster nehmen. Nach der expeditiven Erledigung der Eisenlahnvorlagen dürfte nun doch auch die Wahlgesetzdebatte vor Schluß der Session beendet werden. Nach dem Hon ist die Regierung einer beschlußfähigen Anzahl von Abgeordneten sicher, welche den Heroismus besitzen, bis zum Schluffe dieser Debatte in Pest auszuharren. Ausland. Der auf Verdacht der Mitschuld am kissinger Attentat verhaftete Pfarrer Haut Haler aus Walchsee bei Kufstein ist nach Meldung des schweinfurter „Tagblatt" als unschuldig auf freien Fuß gestellt. Es lag in betreff feiner Persönlichkeit jedenfalls ein misliches Zusammentreffen von auffälligen Einzelheiten vor, um seine zeitweilige Sistierung als gerechtfertigt erscheinen zu lassen. Das „Vaterland" führte noch im letzten Moment als Entkräftungsgrund gegen jeden Verdacht den Umstand an, daß Hauthaler nicht zur katholischen „Rechtspartei" in Tirol gehört habe. Ein naives Eingeständnis, aber nicht besonders schmeichel» Haft für die „Rechtspartei" und deren Organe selber! In der „Spener'schen Zeitung" wird mitge-theilt: „Sehr bedeutsam ist, daß auch der Culrus-minister Dr. Fa l k in letzterer Zeit mit einer Menge von Briefen überschüttet worden ist, welche directe Bedrohungen seiner Person und der des Fürsten Bismarck enthalten." Es gab also mehr als nur ein schwarzes Schaf unter den vierzehn Millionen Katholiken, womit die „Germania" den Vorgang feiner weiteren Bedeutung entkleiden wollte. Die „Republique Franyaise" erklärt, sie habe nur eine einzige (!) Bemerkung zu dem Vorgänge zu machen: es sei ein stets wiederkehrender Jrrthuin politischer Meuchelmörder, durch die Vernichtung einer Person ein ganzes System stürzen zu können. Die „Germania" erklärt sich „von officieller Seite veranlaßt und autorisiert" zu der wiederholten Erklärung, daß die am Grabe des heil. BonifaciuS im verflossenen Juni versammelt gewesenen Bischöfe und Vertreter von Bislhümern Preußens in keinerlei Weise und unter keinerlei Form Vermi'tlungsvor-schläge nach Berlin gesendet haben, daß sie von den wiederholt aufs entschiedenste ausgesprochenen kirchlichen Principien auch nicht um paaresbreite ab-weichen werden. „Die Note beweist wohl nur", bemerkt die „National Zeitung", „daß nun von Rom her, wohin bekanntlich die Bischöfe ihre Befchlüffe mitgetheilt haben, die Weisung gekommen ist, auf dem bisherigen Wege der Auflehnung wider die Staatsgesetze zu verharren." Unmittelbar vor der Entscheidung über die Zukunft Frankreichs ist in Versailles eine theil» weise M i n i ft e r k r i f e ausgebrochen. Der Minister des Innern, Fourtvu, hat, wie von offieiöfet Seile versichert wird, weil er bezüglich der „allgemeinen Politik" sich mit seinen College» entzweit hatte, seine Demission gegeben, welche auch von Mac Mahon bereits angenommen wurde. Hinter dem Ausdrucke „allgemeine Politik" dürfte wohl keine andere Frage als die wegen des bonapartistischen Centralcomit6s gegen Rouher beantragte gerichtliche Verfolgung zu suchen sein. Seit Magnes Sturz ist Fourtou der einzige Minister, welcher mit den Äv' partisten liebäugelt und der sich, um die Unter» stützung derselben zu erhalten, gegen die Verfolgung Rouhers ausgesprochen hat. Die Car listen haben, wie man der „Times" telegraphiert, Estella verlassen, sind nach Biscaya gezogen und haben Bilbao neuerdings Mokiert. Abtheilung von 900 Mann machte vor wenige" Tagen von Bilbao aus eine Expedition ins Innere. Beim Rückzüge hatte sie einige Kampfunfähige Die Communlcationen auf dem Fluß find eröffnet, aber die Carliften drohten, von den rechtsseitige" Höhen Besitz zu ergreifen. Die neuerbauten Fort» beschützen das linke Ufer, i'androciber wagen e» gelegentlich, nach Bilbao zu gehen, aber keine Männer, da sie angehaltcn und erschossen würden. Küsten* bewohnet, welche Verbindungen mit den Liberale» haben, werden verhaftet, und die Carlistenchefs haben Ordre, für jeden von der Flotte abgefenerten Schuß eine Person zu erschießen! ,Die Carlisten scheinen entschlossen," schließt da« Telegramm, „einen höchst barbarischen Krieg zu führen." Eine Depesche aus Madrid meldet, daß die Carlisten in Biscaya sechzehnhundert Menschen als Geiseln ausgehoben hätten und sie zu erschießen drohen, falls sie angegriffen würden. Wenn die Streiter für Thron und Altar in ihrer Bestialität wirklich so weit gegangen sein sollten, dann wäre wohl die Frage angezeigt, wie lange noch die Mächte diesem barbarischen Treiben ruhig zusehen wollen? Demzufolge sagt auch die „R6pub. Fron?.": Dank dem Einverständnisse des Präfekten Nadailhac sei das Departement der unteren Pyrenäen eine wahre Zufluchtsstätte für die carlistischen Banditen. Man wäre zu glauben versucht, die ganze Gegend gehöre in partibus zu dem Königreiche von Don Carlos. Andererseits entfalteten die französischen Legitimisten einen Eifer für die carlistische Sache, der ins Unglaubliche ginge. Zur Tagesgeschichte. — Für die Blinde». I» Wien tagte in der letzten Zeit ein Blindencongreß. Der Minister des Innern Hai, um die Aufmerksamkeit der vielen Blinden, deren sich im österr. Kaiserstaate 29,605 befinden, und nur 300 in den bestehenden 8 Anstalten in Wien, in Döbling und aus der hohen Warte, tn Brünn, Prag, Sin}, Lemberg und Pest untergebracht, unterrichtet und erwerbsfähig gemacht werden können, lebhaft zuzuwenden : den protokollarischen Congreßbericht mitetlst einbe« gleitender Note an die Statthalter gesendet. Bereits haben die Statthalter von Oberösterreich, Mähren, Steiermark, Triest und Dalmatien im Schreibe» an den Congreßpräfidenten Ludw. Aug. Frankl ihre wärmste Theilnahme für die unglücklichsten Menschen ausgesprochen und die Förderung der ihnen gewidmeten Hilfe nach Thunlichkeit zugesagt. Bereit« sind diesbezügliche Anregungen auch in Bozen durch einen daselbst abgehaltenen Vortrag, in L a i b a ch und Graz vorerst durch einzelne Humanisten, zur Kenntnis des Congreßprä-fttiiums gelangt, und es ist, sicherem Vernehmen nach auch ei» VergrößerungSbau des kaiserlichen Blinden. Institutes in Wien in Sicht genommen. Das Gebäude, ursprünglich für 40 Blinde eingerichtet, beherbergt deren, nicht zu ihrem Vortheile, 80, und noch mehr als 100 harren sehnsüchtig der Aufnahme. ES ist mit Zuversicht zu hoffen, daß der zweite im Jahre 1876 für Dresden anberaumte Congreß die energisch begonnene und glücklich durchsührte Arbeit des ersten von 4 Weltteilen beschickten CongreffeS forlsetzen und gleich wichtige Resultate erzielen werde zum Heile der statistisch nachgewielenen Million Blinden, die sich auf der Erde befinden. — Ein enthülltes Wunder. Durch vier Jahre trieb sich in den Bezirken Fürstenfeld und Hartberg in ©teiermatt ein Mann herum, welcher den Taubstummen spielte. Im vorige» Jahre pilgerte er nach Mariazell, wo er zum Staunen der frommen Wallfahrer aus einmal hörte und sprach. DaS Wunder wurde gepriesen, ein Bild der Muttergottes geweiht «ad schließlich ein feierlicher Einzug in die nächst dem freundlichen Markte Pöllau gelegene Wallfahrtskirche Diaria-Pöllauburg gehalten, nachdem selbstverständlich Johann L-chner (so nannte sich der Mann) vom gläu-öigrn Landvolke reichlich beschenkt worden. Kürzlich ftellle es sich nun heraus, daß Johann Lechner eigentlich Paul Wieslet heiße und den Honveds vierzehn ^a9e nach der Emreihung desertierte. Am 11. Juli ®«tbe er durch die Hartberger Gendarmerie, welcher et Zweiwal entwich, an die zuständige Behörde einge-liefert. Daß er je wirklich taubstumm gewesen, wird ln friner Heimat bestritten. — Wenn unsere heutigen Raucher plötzlich um 140 Jahre oder mehr zurückversetzt wür» den, so möchte eS ihnen doch recht uabiquem sein, sich von einet hohen Obrigkeit die Erlaubnis zum Rauchen zu erbitten. Um die angegebene Zeit aber herrschte überall in Deutschland die Sitte und durfte man nur mit einem Legitimationsschein versehen sich mit einer Pfeife auf die Straße wagen. Ja Mainz wurde ein solches Document jüngst aufgefunden und lautete dasselbe wörtlich: „Borzeiget dieses Carl Graff zu Bingen, Obcramt Mainz, hat Erlaubniß auf etn Jahr Taback zu rauchen, gegen die der Landschreibetei bezahlte Gebühr, als 18 Kreuzet deutscher Sours. Zwei, brücken den 23.8 1729. W. Stein. — Seltene Wahrnehmung. Der Lehrer einer Dorfschule fragte neulich bei Erklärung des SonntagSevangeliumS von den 10 Aussätzigen ein Mädchen: Warum sollten wohl diese Männer zu den Priestern gehen? — DaS Mädchen mochte wohl dabei an Hausmittel, guten Rach und dergleichen denken. Schnell und naiv antwortete eS: Die wissen auch manchmal etwas! — Selbsterkenntnis. Ein junger Börse-mann, so erzählt ein berliner Blatt, der nicht in dem Ruse steht, ein lumen mundi zu fein, es aber doch verstanden hat, sich ein nicht unbeträchtliches Vermögen zu erjobbern, kehrte neulich von einer kleinen Reise in seine komfortable Wohnung in der Hohen-zollernstraße zurück. Sein Kammerdiener hatte den Herrn nicht so zeitig erwartet und wurde von diesem dabei überrascht, wie er, umhüllt von dem seidenen Schlafrock seines Herrn, auf einer Chaiselongue sich behaglich machte und aus der türkischen Pfeife feines Herrn mächtige Wolken von sich blieS. Unser Börse-jüngling, den dieser Kommunismus unangenehm berührte, wandte sich entrüstet zu Jean mit dem Bemerken : „Du glaubst wohl, daß Du hier der Herr bist, dumm genug bist Du freilich dazu." — Brigham Ioung'» Leibkoch. Das in New-Nork erscheinende „Eco b’Jtalta“ erhielt folgenden Brief: „Salt Lake City, 30 Mai. 1874. Herr Redacteur! Ich las in der Nummer 38 ihres geehrten Blattes, daß ein Deutscher, bet in Readmg (Penn-sylvanien) wohnte, auf zwei Ehen 41 Kinder hatte. Ich stelle mir vor, daß diese Notiz viele Leset überrascht haben wird, überhaupt jenen kleinen Kreis von Ehegatten, denen die Natur und das Schicksal das Glück, Vater zu fein, versagt haben. Was würden nun diese sagen, wenn ich mich rühmte, Vater von einer patriarchalischen Nachkommenschaft von 72 Söhnen zu sein? ES ist bekannt, daß ich noch nicht 50 Jahre alt bin, so daß ich mir noch eine große Anzahl von Kindern von meinen zweiundzwanzig täemalinen, die noch Alle am Leben und Alle fruchtbar sind, versprechen kann. Mögen sie nur schreien, die Heiden und ihre Journale, gegen die Poligamie, hier haben sie Thatsachen und kein eitles Geschwätz, und die Werke der Menschen beuttheiUn sich ja nach ihren Früchten, so lehrt eS wenigstens die Lehre der „Heiligen des letzten Tages". Wollen sie noch etwas Näheic» übet mich wisien, so will ich Ihnen sagen, daß ich ein aufrichtiger und eifriger Mormone bin; ich bin ferner au» Vucca gebürtig und bekleide den Posten eines ersten Koches im Paläste des Propheten Brigham $aung. Meine Gemalinen sind ebenfals in der Küche beschäftigt und meine erwachsenen Söhne bekleiden hohe Aemter in der kirchlichen Hierarchie. Einet von ihnen ist Bischof und drei sind Missionäre. Ihr ganz ergebenster Gian Domenico Pellegrini." — Verkehr. DaS Postdampsschiss „Hammo. nia“, Capitän B. Voß, welches am 1. d. von Hamburg abgegangen, ist am 16. v. wohlbehalten in Newyvrk angekommen. in———b— .................................... * Local- und Proviuzial-AllgeiegeuheUL». — (Die Vorstellung des Beamtenkörpers) der hiesigen Landesregierung bet dem neuen Leitet Hofrath R. von Widmann fand heute durch den bisherigen Amtsleiter RegterungStath Ritter von Roth statt. Herr R-g.-Rath Roih begrüßte den Herrn Hofrath und empfahl ihm die Beamtenschaft aufs wärmste. Herr Hofrath Widmann dankte, bat um die Unterstützung der Herren Referenten und Beamten, versprach, das Wohl der Beamten stets auf» wärmste vettreten zu wollen. Er bitte ihn nur als Mitarbeiter an dem gemeinschaftlichen Zwecke zu betrachten und es werde ihn stets freuen, w:nn er irgend jemand zur Erfüllung eines Wunsche» behilflich fein könne. Ec bitte aber vor allem um Vertrauen, da er diese», als mit den Localvethältntffen noch nicht vertraut, umsomehr benö.htge. Hierauf stellte Herr Reg.-R ith Roth die einzelnen Herren vor, an welche Herr RegierunzSleiter Widmann in freundlichster Weife Worte richtete. — (Schwurgerichte.) Nach Vorschrift de» § 301 der St. P. O. werden vom Präsidium des k. k. Oberlandesgerichtes in Graz zu« Vorsitz des Geschworenengerichtes bei dem Gerichtshöfe in Laibach für die vierte Schtvurgerichtssitzung: der Präsident Dr. Andreas Luschin Ritter von Ebengreuth und der Oberlandesgerichtsralh Franz Tomfchitz, dann al» Stellvertreter der Landesgerichtsrath Johann Perko; bei dem Gerichtshöfe in RndolSwerth für die dritte SchwurgerichtSsitzuog: der Oberlan» deSgerichtSrath Joh. Heinricher und zu dessen Stellvertreter der LandeSgerichttraih Dr.Andreas VojSka berufen. — (Militärconcert.) Heute abends spielt die Militärkapelle statt beim Zapfenstreiche im Casiao-garten. — (AuS dem Sanität-wochenberichle de» laibacher StadtphysikateS) vom 5. bi» inclusive 11. Juli 1874 entnehmen wir folgende»: E» starben 21 Personen, 11 Personen mehr als in der Vorwoche, von diesen waren 7 männlichen und 14 weiblichen G-schlechteS, 13 Erwachsene und 8 Kinder. AIS häufigste Todesursache traten auf: Tuberkulose 3mal, d. i. 14 3 °/#; Schlagfluß, Magenkrebs, Fraisen und Lungenlährnung je 2 mal, d. i. 9 5 °/o > Scharlach, Typhus, Diphleritis re. je lmal, d. i. 4 8 °/e aller Verstorbenen. Im Cwilfpitale starben 9, im Elisabeth-Kmderspitale 2, in der S'adt und den Borstädten 10 Personen. Von den letzteren starben in der Stadt 1, PeterSvorstadt 2, Polana 0, Kapuzinervorstadt 2, Gradischa 3, Krakau und Tyr-nau 1, Karlstädtervorstadt und Hühnetdorf 1, Moor« gtund 0. — (Zur Aufbesserung der Lage de» niederen Klerus.) Nur tropfenweise sickert durch daS dreifache Erz, mit dem die staatliche CultuSver« roaliung sich gegen das profane Auge der Öffentlichkeit gepanzert hat, die spärliche Kunde von den Maßnahmen, welche die Regierung zur Durchführung der confess.onellen Gef tz> zu treffen gedenkt. Aus dem Umwege des „Pester Lloyd* erhalten wir wieder eine Andeutung, daß man int CultnSministerium sich mit der Regelung der fix-n Bezüge des CuratklernS beschäftigt, uno zwar im Sinne einet ausgiebigen Besserung der bekannten kläglichen Lage dieser Seelforgepersonen, denen überdies vielfach von einem hohen Episkopate alle erdenklichen Hindernisse in den Weg gelegt werden, wen» sie sich um die bewilligte zeitliche SiaalSunterstützung bewerben wollen. DaS jetzige Minimum der Congrua soll von 300 fl. auf 800 und 1000 fl. erhöht und für Pfarrer tn Städten selbst bis auf 12- und 1400 fl. festgesetzt werben; die Unterscheidung zwischen Localistea und Pfarrern soll entfallen und Pfarrer erster und zweiter Klaffe geschaffen werden. ES wird wohl feine Schwierigkeiten haben, diese mit großen Kosten verbundene Reform durchzuführen, zumal die sattsam bekannte „milde Prox fl“, von der nun auch die offi-ciösen eingestehen, daß sie zum Systeme erhoben wurde, wenn sie auch auf das Pfründen-Besteuerungsgesetz an» gewendet wird, den Kaffen de» ReligionSfondS nicht sehr zuträglich ist. Indessen ist die geplante Erhöhung der Congrua, wie immer ihre Durchführung erfolgen wird, und wäre sie auch mit weitern Ansprüchen an die Steuerträger verbunden, ein vernünftiger Anfang. Da» PsiündenbesteuerungSgesetz hat nur einen Sinn, wem» es mit einer E-höhung der Congrns der niedetn Geistlichkeit Hand in Hand geht. Hier ist bet Punk», tm> eine vernünftige Regierung den H bei einzusetzen hat, um sich einen reichstreuen Klerus zu erziehen und damit den Widerstand des Episkopats zu brechen. — (Bergwerke.) Der vom Ackerbaumini-sterium herauSzegebene „BetgwetkSbettieb Oesterreich» Im Jahre 1873“, et ft« Theil (Tabellen), ist fotben in Buchhandel (CommissionSverlag von C. Gerold'» Hoho) erschiene», der zweite Theil (VerwaltuugSbe-richt) wird noch im Sanft LrS Jahres folgen. Die rasche Publikation verläßlicher statistischer Daten Uber die Ergebnisse deS österreichischen Bergwerksbetriebes gerade im Jahre 1873, welche das Interesse der Be» schSslSwelt ohnedies in erhöhtem Maße in Anspruch «ehwen dürften, wird um so willkommener sein, als die vorliegenden ziffermüßigen Ergebnisse geeignet sind, die schlimmen Befürchtungen, welche sich bezüglich der Montaoproduction an das Johr 1873 knüpften, wenig-fienS bezüglich dieses Jahre» einigermaßen zn beschwichtigen. Konnte dasselbe auch nicht ohne nach, ^heiligen Einfluß auf die Bergwerke und Hüttenpro. idnction bleiben, so ist doch vor allem die Thatsache 3» konstatieren, daß in den ProdnctionSergebnissen des ZahreS 1873 nicht nur kein Rückgang zum Ausdruck ^gelangt, sondern vielmehr bei de» wichtigsten Produc-■ »ivnSzweigen eine erhebliche Zunahme der Mengen und \txm Werthe bemerkbar ist. So betrügt die Production an Branvkohle: 103,266,000 wr. Ztr., um 17 1 Mill. wr. Ztr. oder 20 pCt. mehr; an Steinkohle : 80,123,000 wr. Ztr., um 6 Mill. wr. Ztr. »der 8 pCt. mehr; Eisenerze: 18,579,650 wr. Ztr., um 2 Mill. wr. Ztr. oder 12 pCt. wehr; au Frischroheisen : 5,724,700 wr. Ztr., um 12 Mill. wr. Ztr. oder 27 pCt. mehr als im Jahre 1872, während der Werth der gesavimlen Bergwerksproductioo 47,314,470 fl., um 5,200,000 fl. oder 13 pCt., Hüttenrohproduction 38,114,590 fl., um 7,100,000 Gulden oder 22 pCt. mehr als im Jahre 1872, beträgt. Hiebei darf allerdings nicht übersehen werden, daß ein nicht unbedeutender Theil von Roheisen wegen mangelnden Absatzes am Lager blieb. Eine meist unbedeutende Minderproduction wird nur bei den Gold-, Quecksilber-, Kupfer-, Blei-, Zinn- und WiSwniheizen, bei Graphit und SSphaUsteinen, ferner leim Gußeisen (um 205,000 Ztr.), Gold, Quecksilber, Nickel, WiSwuth, Cadmium, Arsenik, Kupfer and Eisenvitriol, Alaun und bei den Mineralfarben nochgewiesen. Die Zunahme der Freischürfe im Jahre 1873 um 12,300 (20 pCt.) spricht für die anhaltende EchUrslust und die Zunahme der verliehenen Fläche um 23 2 Mill. Ouadratklafter (nahezu 6 pCt.) für die erzielten Erfolge der Schürfe. — (Wie man das Fleisch billig macht.) Einige Landwirlhe nächst München sind mit einer Reform ausgetreten, welche darin besteh», daß sie ihre Rinder nicht den Metzgern verkaufen, sondern selbst stlachten, und dies neue Verfahren Hot die Folge, toß in der Freibank in München gegenwärtig sehr gutes Rindfleisch zu 16 bis 17 Kreuzer gekauft wird. Verdient auch außerhalb Münchens Nachahmung. — (Wie stark das Herz ist.) Seitdem es wissenjchoftfich fepgefiellt ist, doß tofl Herz ein äußerst merkwürdiges, mechanisches Kunstwerk, welches a» Vorzüglichkeit der Einrichtung olle klii stlickcn Diuck-«nd Eouzwerke übertrifft, haben die Naiutforscher sich bemüht, die Kraft genau zu wessen, mit welcher das Hrrz feinen Druck auf das Blut auiübt. Um eine genaue Messung vornehmen zu können, bedient man sich eines Instruments, das auch in medizinischer Be-.»iehung wichtig geworden ist. Dies Instrument nennt man den Blutkrasimisser und eS wird gegenwärtig für Untersuchungen der angegebenen Art, wie besonders Lei Versuchen gewisser Medikamente benlitzt, deren Ein. «„6 auf die Kraft de« HerzenS man prüfen will. Es versteht sich von selbst, doß man bei Versuchen dieser Art zu Thieren feine Zuflucht nimmt. Den Weg dieser interessanten Untersuchung auch nur anzu-teut'en ist äußerst schwierig, da es sich hiebei um mathematische Berechnungen deS Umfanges der Hauptschlagader und deren Verhältnis zu den Verzweigungen 'derselben handelt. Wir können demnach nur da» Resultat angeben, daß man wiederum gesunden hat, «S sei bei jedem Eäugelhier die rechte Hälfte der Her-ynS so stark, daß sie bei ihrer jedesmaligen Zusammensetzung eine Kraft äußert, die gleich ist einem Dreihuvdnistel des Gewichte« des ganzen TbiereS. Die linke Hälfte de» Herzens ist dreimal so stark, beträgt also an Kraft ein Hundertstel deS Gewichtes des Thie-res. Do» ganze Herz ist demnach an Kraft gleich einem Fünfundzwonzigfiel de» ThiereS. Deutlicher auS-gedrückt heißt dieses so viel: Ein Thier, daS 100 Pfund wiegt, besitzt ein Herz, welches so stark in seiner Druckkraft ist, wie ein Gewichrstück von l1/» Pfund. Da nun ein Mensch im ausgewachsenen Zustande an 140 Pfund wiegt, so ist die Druckkraft feine» Herzen« etwa gleich zwei Pfund. Diese Kraft äußern vir bei jedem PulSschlag, daS heißt in der Minute 70 mal, was jo viel sagen will, wie eine Kraft von 140 Pfund in der Minute ober 8400 in der Stunde. Nun aber ist das Herz, das mit jedem PnlSfchlag eine Kraft von zwei Pjirnd äußert, nur im ganzen etwa 15 Loch fckwer; wir haben also eine 15 Loth schwere lebendige Maschine im Leibe, die nicht nur ein Meisterwerk von Druck- und Säugpumpe ist, sondern auch so viel Kraft besitzt, doß sie in einer Stunde eine Druckkraft auitibt von 8400 Pfund. — (Kellerwirthfchaft. Cernentfäffer.) Seemann und Meister in Zolltton (Schweiz) habe» sich in mehreren Staaten ein Verfahren patentieren lassen, Lagersässer aus Gement anzufertigen. Es ist zwar schon früher versucht worden, zählende Flüssigkeiten in Ce-mentgruben aufzuheben, doch ohne sonderlichen Erfolg Die oben erwähnte Firma stellt nun Cernentfäffer her. welche durchaus dem Zweck entsprechen und dabei be> deutend billiger sind, als die mit jedem Tage theuxet werdenden Holzfäfser. Besonders für Weinkeller sind diese Fässer von bedeutendem Voriheil. Neue Weine, die in solchen Fässern vetgähttn, zeigen nicht die geringste Spur einer Veränderung, während allerdings alte Weine bei erster Füllung, aber nur bei dieser etwas von ihrer Säure verlieren, was gegenüber dem Laugengeschmack bei neuen eichenen Füffern immerhin noch ein Vcrtherl ist. Die Haupivortheile der Gement« fäffer sind: fehr große Raumersparnis unverwüstliche Haltbarkeit, sogar bei Brandunglvck, besserer Verschluß gegen Tewperaiurwrchsel, wodurch die Haltbarkeit der Weine bedingt ist, und zu alledem weit billigere Herstellungskosten ohne spätere Reperaturen, wie dies bei hölzernen Fäffern in feuchten Kellern fo bald nöthtg. Witterung. Laibach, 21. Juli. Herrlicher Morgen, nachmittags theilweise Hausenwolken längs der Alpen, Südwestwind. Wärme: morgens 6 Utr + 13 5 , nack mittags 2 Utir -f 28 3° C (1873 + 23 2', 1872 4 24 3« C.) Barometer im Fallen 732 31 Milli-mettr. Das gestrige TageSmittel der Wärme -(-18’7° um 0-76' unter dem N rmale. WcDcnttofel über die am 24. Juli 1874 stattfindenden Lici-tationen. 1. Fei£&., Tomsic'sche Real., Feistriz, BG. Feistriz. — 3. Feilb., Svigkl'fche Real., Niederdorf, 8®. Planina. Lelegrapbiskder Cuttdrnar am 21. Juli. Papier-Rente 70 25 — Silber-Rente 75-------------1860er Staats-Anlehen 109 85 — Bankactien 671 — Kredit 233 — — London 110 80 — Silber 104— — 20» Franc* ©.iitfe 8-85. Telegramm. Allen Kegelfreunden: Bestscheiben, Citalnica-Restau- ration. 5. Tag 1344 Serien, 19 Kegel 3 mal. Serie 20 kr. (425—2) Comite. am Hauptplatz in Laibach wird vermiethet. Auskunft gibt das Annoncen-Bureau in Laiback (Fiirstenhof 206.) Frische Erdbeeren- Pomade bei J«gef Karlnger. e-i Josef Kantiger sehr hübsche Zwimhandschuhe fiir Herren & Damen, per Paar zu 50 kr. bis fl. 1'20. (310—9} Pergament - Papier MM GMein-imsten, 1 Bogen 20 tr., (351-6) bei Josef Karinger. Jeder und heftigster Art be-/ 3 nn lAr Pn » seit'gt dauernd das berühmte ■■**1111 ■■ VII ■ pariser Liton, wenn kein anderes Mittel hilft! Flacon ä 50 kr. beim Herrn Apotheker Blrseliitz. (392-2) Druck von Jgn. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg in Laibach Asgekommeuc Am 21. Juli. Hotel Stadi Ulen. Ritter v. Widmann, k. k. Hofrath. — Hofmann, Fabrikant; Wikgrill, Privatier, mit Familie; Zaller. Sfm.; Seiz, Jenichen und Bruckner, Reifende, Wien. — Soldmann, Reisender, Oesterreich. — Burgfialler mit Frau, und Dragovina, Prii alier, Triest. Hotel Kleiant. Tauco, Kraschna. Tr. Bouporat mit Familie, und Tonncich, Professor, Triest. — Dr. $. C. Leyer, Fobriksbesitzer; Eesrerrer und Pulver. Graz. — Stadler und Nadler, Voitsberg. — Pelder mit Gemalin, Fiume. — Huß, Cilli. — Jaklilsch Priester, und Kästner, Handeltzrn., Gottschee. — Perc, itfm., Steyer. — Aildmann und Plan, Kfm., Wien. - l§u-solle, Prag — Baron Bu» ßeck, k k. Ritimeister, und jtiiapii, Wachmeister, St. Veit. Hotel Fiiro|itt- Marburgs, Triest. — Wiarburgo, Italien. — Welser, Wien. Petronio, Besitzer, Venedig Muhren. Hosar, Priester, <8örz. — Koppe, Hosrath, Odisfa. — Vehovc, Han-delsm., Arch. Kalwer von Oesterreich. Wolfgang, Prag Kautz, Oberförster, Haaö> berg Dränumeration8-Einka^ung. Unter der Presse befindet sich: Geschichte fles Landes Krain. Herausgegeben von (403—3) -A-'u.g'-u.st ZDImitz, k. k. Finanzrath. Eine Geschichte Krains von der Urzeit bis zum Ende der französischen Herrschaft in lllyrien (1813) mit besonderer Berücksichtigung des Kulturlebens zu schreiben, bat der Secretär des historischen Vereines für Krain und seit 1858 Bedacteur dessen rMittheilungen“, Herr k. k. Finanzrath August Dimttz unternommen. Durch genaue Kenntnis aller localen Quellen, durch jahrelange Opfer von Zeit, Mühe und Geld ist es dem Verfasser gelungen, das Werk zustande zu bringen, bei welchem ihn nur der Wunsch geleitet hat, zu Ruhm und Ehre unserer geliebten Heimat beizu tragen. Das ganze Werk wird ca. 30—40 Druckbogen umfassen und in sechs Lieferungen in splendider Ausstattung zum Subscriptionspreise von 1 ü. per Lieferung bis im Herbste d. J. vollständig ausgegeben. (Nach Erscheinen des completen Werkes wird der Ladenpreis auf 9 fl. erhöht.) ige Subscriptioncn Bitten nur zu ricfitcn An die Vcrlagshandlung Ign. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg. Verleger und für die Redaktion verantwortlich: Ottomar Bamberg