LaibllcherMMtlmg. Nr. 94. Plänxmclalionspl«!»! Im Homploir gnnzj. ft. il, hal>>j. si. s'.,^»». nllr dir.^usteNu>!<; ins Hau« halbj.s.l'lr. Mi! dc< Pos^ n>,nzj. ft. 15, hillbj. fi. 7.5.N. Freitag, liH. April Inlcrltvnegcb«^7 die 10 Zlllen - imal «0 tl.< ^.M.««ll., 3m. l st.; sonft pl. Zeile lm. «lr.,»m.8li., 1868. Amtlicher Theil. Alcr k. k. Finauzdircctor für ilraili hat dcm Ge-richtsauScultantcn Erlist Mühlciscn cinc adjntirtc EonceptSpralticailtcustclle bci dcr t. t. Finanzprocuratur in Laibach vcrlichcu. Nichtamtlicher Theil. Die Mittwoch Vormittags ciugelaugtc telegraphische ^Mittheilung über dic glückliche Entbindung Ihrer Ma» jcstät dcr Kaiserin, welche hier durch Placate und 21 Kauoucnsalucn vom Schloßbcrgc vcrtüudct wurde, ricf bci der gesammtcn Bevölkerung, welche nnt gespannter Erwartung nnd inniger Thcilnahinc der Kunde von dtin glücklichen Ereignisse cntgcgcnharrtc, die freudigste Bewegung hervor. Von dcr Musit'capcllc dcs hier garnisonircndcu Iu^ fautcric-Regiments Graf Huyn wnrde AbcudS, von einer überaus zahlreichen Zuhörerschaft begleitet, ein Zapfenstreich ausgeführt und vor dcr Wohnung des Herrn Vandes-Präsidcntcn mehrere Musik-Picceu vorgetragen. Gestern Vormittags 11 Uhr wurde auS Anlaß des beglückenden Ereignisse« vom hochwürdigcn Herrn Fürstbischöfe Dr. Bartholomnus Widmcr nntcr zahlreicher Assistenz ein feierliches Tcdeum in dcr Domkirchc abgehalten, welchem sämmtliche Civil- und Miülär-Au-toritätcn nnd sehr viclc andere Andächtige beiwohnten, die ihre Gebete für daS Wohl dcr neugeborenen Prinzessin, Ihrer Majestäten und des gesammten Allcrdnrchlauchtigsteu Kaiserhauses vereinigten. Kricgcrischclj aus >kr Dudget-Commission in Paris. Die erste Rede Niels vor der versammelten Bub-yet'Commission hatte bekanntlich deren Mitglieder in Uarte Erregung «ersetzt. Dcr Mnrschall fand für gut, blt Erfolge Preußens währcud des Fcldzngcs mit einer Vewullderulia, anzustaunen, dic ihm dic Schlußfolgerung erleichterte. Frankreich dürfe als militärische Macht nicht hinter Preußen zurückbleiben, das sich im Vollbesitze aller Errungenschaften der modernen Wissenschaft hinsichtlich feiner Ausstattung an Kriegsmaterial befinde. „Ich bin vom Kaiser aus einen Vertrauensposten berufen nnd werde ihn ausfüllen", schloß der Kriegsminister, „aber bedeuten Sie, meine Herren, daß es in Vcrlin einen Mann gibt, dcr stets freien Zutritt zum Könige nnd zu Herrn v. Bismarck hat, dcr nichts verabsäumt, Prcußeus Bewaffnung immer volltommcucr zu Walten, der zu diesem Behufe Summen auf Summen sordcrt uud erhält, dcr Tag für Tag die Karte Europa's "°r Augen, den militärisch kürzesten Weg slndirt, dcr von Berlin nach Paris führt, uud daß dicscr Mann ^" anderer ist, als dcr waffeucrproblc Sieger vou ^adolva, dcr General v. Mollkc!" Dcr Eindruck dicscr '-orte war, wie gesagt, teiu geringer. Als am folgenden ^-uge die Berathung weiter fortgesetzt werden sollte nnd .^ Capitel dcr Fcstuugsbautcn, sowie die Gewchrfrage HUr Verhandlung tamcu, erhob sich Rouher, um in fol« "^der. rcht französischer Weise die Rede dcs Kriegs-"unslcrs zn crlänlcru: „Während gestern", hob cr au, ^'dtr Kriegsminister Ihnen die Nothwendigkeit bewies, vl' keiner Ausgabe znrückznschrccken, dic Frankreich lallen Naug unter den europäischen Ätilitärmächtcn zu a?!"' ''" Staude sci, saß ich da uud hörtc ihm mit ucjchlosseii^l Augen zu. Und mciue Gcdaulen trugcu ^Uch nach Berlin, und ich sah dort dic Budgct-Eom-"Won dcs norddcutschcu Bundes im Gcistc versammelt "d vor ihr einen greisen Officer, den General von /Oltkc. Dcr aber hiclt dcn norddeutschen Abgeordneten ^ gar eindringliche Rede und sagtc ihnen: Sehen ^' Meine Herren, dieweil wir hier unterhandeln und i>>, !'' ^^ ks in Paris eincn Mann, vielfach erprobt ^ Waffenhandwerke, einen bewährten General, der geht 's ü„v cm beim Kaiser uud jcincu Miuislcru und bc-e»dt dic Rüstungen Frankreichs mit Nachdruck und Euer-lras/"^ ^'Mlchl Unsummen Geldes und erhöht dic Wehr-^«N des Bandes und hat dic Kartc in dcr Hand, anf der ^ täglich den Weg von Paris nach Berlin studirt! bcl^^ '^^"" "b"'' dcr solche Dinge verrichtet, ist der ei> b vv" Solferiuo, nicht nur cin General, sondern ^ ^'"schnll von Frankreich, ist der Kriegsminister °»s' s !< ^° ^°^^ '""" ln Berlin dieselben Summen >lik l, 5!."" Grunde, wie man sie in Paris verlangt "cw.ll.gt!" Der geistreiche Wulf fand bei dcn Com. missions-Mitglicdern allgemeinen Beifall, und Niel, der dic Situation ausnützen wollte, rief alsbald: „Da ich so durch die Autorität dcs Slaatsuiiuistcrs gedeckt bin, dcr mir soeben zu Hilfc gclommcu, halte ich mcine For« dcrnng wegen Anschaffn»«, vou 1.800.000 Chasscpots aufrecht." — ,Mcht doch," entgcgnclc Rouher, „mciu Glcichniß deckt Sie nicht im mindesten, nnd darnm wollen wir vorerst diöculircn." Die Debatte bcgauu darauf über die ciuzclucu Posten, bei welcher Gelegen, heit Nouhcr nochmals das Wort nahm, um auf den Eiuwurf, daß so viele Rüstungen nothwendig zu kriegerischen Ereignissen führen mülttcn, durch cin anderes Glcichuiß zn antworten: „Wcun ciu juuger Maun sich verheiratet uud cincn cigcncn Hausstand ciurichlel, so wird cr, ist er uur ciuigcrmaßcu vorsichtig, sein Eigen-lhunl bci einer Fcuervcrsicheruugs - Gesellschaft, selbst gcgcu hohc Prämicu versichern, sollte ihm deren Aufbriu« gnug auch schwer werden uud Ovfer erheischen. Glaubt cr abcr dcohalb schon, daß in gnuz uächslcr Zeit sein Eigenthum von cincr FeucrSbrunst heimgesucht wcrdeu müßte? Achnlich ist cS mit dcm Slaatc, der für etwaige Noth und Bcoräugniß beizeiten Fürsorge treffen uud sich Opfer auferlegen muß, will cr anders dcn Ercig-uifseu uicht unvorbereitet gcgeuüdcrslchcu." Dicsc Auslassungen, deren Veröffentlichung französischen Blättern nicht gestattet ist, sind sicherlich auch für das Anöland von Interesse, da sich dic Minister dcn Eommissionen, gegenüber vertraulicher auszusprcchcn pflegcu, als in dcu öffcntlichcu Kammcrsitzuugcu." Dmcht dcs Subcomik' drs Dudgrlausschuffes übcr >as Vcsctz wcgcn Erhebung cincr Abgabe vom Vermögen. (Schluß.) ES wird zugegeben werden müssen, daß eine Regelung der Steuer, und zwar dcr Grund», Einkommen-und Erwcrbstcucr dem Staat eine höhere Einnahme zu. führen wird. Aber so wie die Steuern jetzt cingchobcn werden, ist der Druck, den sie ausüben, desto empfindlicher. Wie groß aber die Steuerlast in dcn durch dcu Rcichsrath vertretenen Bändern ist, wird am besten dnrch cinc Vcrglcichuug unseres Budgets mit dem preußischcu Budget dargcthnn, und zwar mit dem preußischen Bud> get dcS Jahres 1865. Es ist taum nöthig, daran zu erinnern, daß Preußen vom Jahre 184!) bis 186l> sich aller günstigen Bedingungen zur Entwicklung dcr Pro-ductiou uud zur Erhöhung dcs Wuhlstaudcs zu crfrcucu halle, die Oesterreich culbchrcu mußte, als da siuo: Frieden, kluge Hciuoclspolitlt, gute Adnnnistration spar« samcu Haushalt, Fortschritte im Transportwesen, uud bllNgcu Ziusfuß. Nach dcm Voranschlag 1805 war daS Erfordcrniß an dircclcu Stcueru iu Prcu^cu folgendes: Grundsteuer .... 10,W0.2Z2 Rthlr. Gcbäudcslcucr.... 3,500.0M „ Classencinlommenstcuer . 3,408.1j.03^! Rlhlr. oder 47.207.448 fl. ö. W. Das Erfordcrniß an iudircctcn Steuern war sür Zull 1^,340.000 R. UcbclgaugSabgllbc von Wciu, Most uud Tabal......... 250.000 „ Nübcnzuckcrslcucr.......4,410.W0 „ Niederlage und Wuaggcld..... 4<.'.000 „ Rhcinzoll ......... 185.000 „ Braumwcinsleucr.......7,220,000 „ Bicrstcucr.........1,550.000 .. Iuläudischer Weinbau...... 100.000 ,. Iuläudischcr Tabal...... 87.000 .. Mahlstcucr.........l.435.000 .. Lchlachtstcucr........1,^i R. und schlägt mau die Einnahmen dcr Ge» richtskostcn, die dcn Stempeln uud Taxen unserer Bcslcucruug zu cut« sprechen schciucn, mit .... 9,< hinzu.......... 56,.'^.,. i. H. oder 84,761.911 fi. Der Ertrag der Ocsammtstcucrn be-rechnet sich für Prcuben mit . . 132,829.339 R. Dic wahre Steuerlast, die die Be> völtcrung bci den iudircctcn Steuern iu Oesterreich trifft, ist .... 143.029.544 fi. Dcr Gcsammtcrtrag der Steuern ist 209,066.795 fi. Die österreichische Bcoölkcrnng zahlt daher mehr...... 77.037.436 fi. Die Bevölkerung in Preußen zu 18 Millionen an. genommen, vertheilen sich per Kopf die dircctcn steuern nut............2 fl. 63 tr. dic indirecten Steuern mit.....4 „ 69 „ Snmmc . . 7 si. 32 lr. Bei einer Bevölkerung von 19,600.000 Menschen in Oesterreich dic directcn Steuern mit . 3 fl. 37 kr. die iudircctcn Steuern mit.....7 « 30 , Snmme ^ ^I0"fi'67lr. Eiuc Familie vou vier Köpfen zahlte in Pieußen im Jahre 1865 an directcu Steuern . . 10 fi. 52 tr. au indircclen Steuern......18 „ 70 „ Vummc . .'29 ^.'28 .. Eine Familie zu vier Köpfen wird im Jahre 1869 veranschlagt au dirccten Steuern . . . 13 fi. 48 kr. au iudirectcn Steuern......29 „ 20 ., Summe . . 42 fi. 68 kr. Differenz per Familie.....13 fi. 40 kr. .. Kopf......3 „ 35 .. welche Ziffer die Mehrbezahlnng dcr öslcrr. Bevölkerung für specielle Staatsausgabcn ausdrückt. Da abcr cm« zclnc Bänder nicht einmal die Vcrwallungskoslcn. die sie verursachen, durch Steuern hereinbringen, so muß die Vast für diejenigen Bänder, die am meisten von der Besteuerung getroffen werden, in dcr Wirklichkeit weit größer fein, als dic angeführten DurchfchuittS-ziffcru. Es drängt sich nun rine Frage auf: Wenn die trockene Ziffer nachweist, daß die östcrr. Familie fast das Doppelle an Steuern zahlt, als dic preußische, um wic viel muß sich dcr Druck dcr Staatslastcn für den östcrr. Angehörigen steigern dadurch, daß Kriege, schlechte Fiunuzwirthschaft, mangelhafte Verkehrsmittel die Eut-Wicklung dcs allgemeinen Wohlstandes verhinderten? Die Nutwort mögen diejenigen ertheilen, die da glauben, cs genüge Steuern zn decrctircn, um sic in die Staatscasse cinflicßcn zu lassen. Zum Schluß der allncmcinen Betrachtungen über dic Zulässialcil einer Steucrerhöhung sei die Politische Wirkung ciuc» solchen Maßregel angeführt. In einem 680 Lande, wo dic Zustände so unfertig sind, wie bei uns, wo die herrschende» staatsrechtlichen Doctrinen theils die Interessen dcr Bevölkerung dcr diesseitigen Rcichshälfle geschädigt, theils den Widerstand der Parteien gesteigert haben, tan» bei dcr schon bestehenden Steuerlast eine starke Steuercrhöhung, die — wie später nachgewiesen wird -- die Beoöllerung einseitig treffen wird, nicht dazu beitrage'.,, die Gemüther zu versöhnen Sie wird im Gegentheil, die Zwietracht vermehren. denWiderstand anfachen uud dev Regierung einen Theil der Unterstützung rauben, ohne welche daS parlamentarische Regime sich nicht befestigen kann. ä»l Ül. Dcr Gesetzentwurf, über welchen zu berichten ist, macht wohl keinen Anspruch auf die Durch' führung eines Prineipcs. Er beabsichtigt die Erhebung von 1.^ pCt. vom Vermögen im Grund und Boden; von s"s> pCt. vom Vermögen in Gebäuden, uon i.^pCt. vom beweglichen Vcruii'gcn überhaupt und von Bergwerken. Die Bemessung wird nach Abzug eines steuerfreien Capitals von 1500 fl. vorgenommen. Die verschiedenen Ansätze sind mit Rücksicht auf die blslehende Stencrbclastung festgestellt. Der Grundbesitzer, dessen Realität nicht den Werth von 1500 fl. hat oder bei dem die Bemessung dcr neuen Steuer ^ der Grundsteuer nicht erreicht, hat überhaupt als neue Abgabe ^ der Grundsteuer zu cntvichten. Diese Bestimmung soll den Nachlaß des Ministeriums Beleredi au dcr Grundsteuer für die Finanzen wieder hereinbringen. Die Siener wird im ersten Jahre vorgeschrieben und im Lause dcr 3 Jahre abgestattet. Man hat diese Modalität der Vorschrcibuug gewählt, die manche Härte mit sich bringen wird, um der alten Sache ein neues Gc« wand umzuhängen. Es scheint, dcr Gesetzentwurf der Regierung hat den Titel einer Vermögenssteuer angenommen, um die Befürchtungen zu mildern, die sich an diese fiSealische Maßregel knüpfen müssen. Im Grund ist diese neuc Stener, wie sie im Gesetzentwurf vorliegt, nichts andc» rcs, alö eine Erhöhung dcr schon bestehenden directcn Stcnern für drei Jahre in großen Dimensionen, und diese Erhöhung trifft trotz der Versuche des Gesetzgebers, die Fehler des Steuersystems zu vcrbesseru, nach wie vor in vielen Fällen nicht das Vermögen des Individuums, sondern seine Bcsitztitcl. Die Begründung, welche die Finanzgesetze im Ab-geordnetcnhausc einführte, erblickt einen großen Fort» schritt darin, daß nach den Bestimmungen des Gesetz« entwürfe« die neue Stcuervorschreibung für den Besitz getrennt wird von der Vorschreibung für die Capitalien, die ihn belasten. Dcr praktische Erfolg dieser Neuerung wird indessen im allgemeinen daS alte Resultat liefern.- dcr capitalbe» dürftige Besitzer, ob Lnndwirth, Hausbesitzer oder Gewerbetreibender, lann cbcn dcr Capitalien uicht entbehren und wird, um eine Kündiguug zu vermeiden, auch die Abtragung dcr neuen Steuern übernehmen müssen, die nach dem Wortlaut des Gesetzes vou den Glänbigcrn getragen werden sollte. Die Leichtigkeit, sich der Besteuerung zu entziehen, ist eben eine Eigenthümlichkeit des Capitals. Dcr Erfolg wird sein, daß der verschuldete Besitzer nicht allein die Quote zu tragen haben wird, die er nach den Grundsätzen uuscres Steuersystems bei einer Steucrcrhöhuug zu tragen hättc, — cr wird noch als Plns die Differenz dcr höheren Stcucrquote zu tragen haben, die nach dem Gesetzentwurf das Capital treffen soll. Ein Beispiel wird dicsc Erscheinung ziffermäßig belegen : Der Besitzer eines Hauses von 10.000 fl. hat, wenn er das Object nicht verschuldet hat, dem Gesetzentwurf gemäß nach Abzug der steuerfreien 1500 ft. /v vom Capital oder 76 fl. 50 kr. zu entrichte». Dcr Besitzer eines Hauses von gleichem Werthe hat seine Realität mit 8000 fl. belastet. Um seine Vermögenssteuer zu bezahlen, zieht cr erst die unbcsteuert bleibenden 15)00 fl. von dem Capitalswerth seines Besitzes ab und berechnet ebenfalls /ü des Capitals, macht....... . 76 fl. 50 kr. Von diesem Betrage berechtigt ihn § 5 ^ der durch die Verschuldung erwachsenen Lasten abzuziehen. Für die 8000 fl. zahlt er 400 fl. Zinsen. Es bringt ^ dieses Betrages von seiner Steuer in Abzug..........60 „ - .. bleiben zu zahlen.......16 fl. 50 kr. Der Gläubiger hätte von seinen 8000 fl. iz pCt. zu zahlen. Da der Schuldner aber creditbedürftig ist, so überträgt er diesem die Bezahlung der Stcuerquote mit...........120 ,. - ,. und der Hauscigenthümer, der nur 2000 fl. Vermögen hat, bezahlt nach der sogenannten Vermögenssteuer dem Staate..........l 36 ft. 50 kr. während derjenige, der 10.000 ft. besitzt, nur...........1^. " 50 " Differenz 60 ft. - kr. also fast das Doppelte zahlt, weil er verschuldet ist. Aber nehmen wir an, der Gläubiger ist großmüthig und zahlt die Steuer selbst, wie stellt sich da das Vcr. hältniß der Bcstcneruug heraus? Der M„„, der 10.000 fl. besitzt, wird ^>^ pCt. seiueS Capitals zahlen, derjenige aber, dcr nur 2000 fl. besitzt, !0"0 p"l. Es wird außerdem eiue cigcuthümliche Erscheinung deS neuen Gesctzeutwurfcs sein, daß verschuldete Realitäten dem Staate viel mehr durch Besteuerung abwerfen, als unverschuldete. Noch sonderbarer isl die Wahrnehmung, daß der verschuldete Besitzer je mehr zahlt, je niedriger dcr ZinS« fuß ist, dcn cr vom be^slclcn Capital entrichtet. Dcr Besitzer cilleS Hauses von 10.000 fl. Werth mit 8000 ft. Belastung zahlt, wenn er sein Darlehen mit A pCt. verzinst, 4 fl. 50 kr. Steuer, mit 4 pCt. 28 ft. 50 kr., mit 5 pCt. 16 ft. 50 kr., mit 6 pCt. 4 fl. 50 kr., mit 7 pCt. muß ihm dcr Staat consequcuter Weise 4 fl. 50 kr. herauszahleu. Es ignorirt also dcr Gcs.tz» cutwurf dic Wechselwirkung gänzlich, - die zwischen dcr Höhe des Zinsfußes und dcs Werthes von Grund und Boden besteht. Nach tz 8 haben die Acticugcfcllschaften die für ihr Actiencapital bemessene Abgabe unmittelbar zu entrichten. Die Steuer trifft also das Object. Bei dcn Prioritäten, die ihrer Natur nach ein ge-sichcrtcrcr Acsitz sind, tritt dcr umgekehrte Fall ein: hicr wird daS Subject getroffen. Der Besitzer muß sie einfaliren. Die Folge wird sein, daß die Prioritäten sich massen-haft der Besteuerung entziehen werden. Bei dcn Aelien wird mau dcn ausländischen Besitzer wie dcn inländischen treffen, bei dcn Prioritäten nur dic Einheimischen. Aus welchem Gruudc wurde ein Unterschied zwischen beiden Papieren gemacht? § 3 nimmt daS Vermögen dcr Ortsgemciuden auS, die Zuschläge erheben. Es gibt aber viele Gemeinden in Oesterreich, die kleine Zuschläge nnd großes Vermögen haben; warum soll dicscs Vermögen nicht zur Steuer herbeigezogen werden ? Es wird vorgeschrieben ß 6, jedes Object selbst» ständig zu fatircn, obgleich der ganze Gcsitz das Vcr-mögen summirt, welches oft im Zusammenhange beurtheilt werden muß. Man sieht aus diesen Anführungen, wie willkürlich der Gesetzentwurf vorgeht. Noch größer sind die Bedenken, die sich gegen dic Besteuerung des bewcglichen Capitals, wie sie dcr Gesetzentwurf intendirte, erheben. Hier werden die Dnrch-führnngsbcstimuwngen ans den größten Widerstand stoßen. Das bewegliche Vermögen der Gewerbe« und Handeltreibenden ist eine sehr variable Größe; was heute in dieser Bcziehnng wahr ist, kaun es morgen nicht mehr sein. Wer große Capitalien besitzt, wird selbst, wenn er seine Steuern ordentlich zahlen wollte, höchst ungern den Betrag dieser Capitalien dcin Publicum preisgegeben sehen. Wer abcr mit geringem Capital uud großem Credit arbeitet, wird gedrängt sein, sich höher als billig zu ta-xiren, um an Credit nicht einzubüßen. Ohne Zweifel wird sich das bewegliche Capital womöglich dem Drucke entziehen, es wird Oesterreich fliehen, statt es aufzusuchen, und das Resultat dieser Maßregel für dcn Verkehr wird sein, daß daS Geld seltener und theuerer wer» den wird. Cinc neue hohe Besteuerung der Unternehmungeu.j die durch Association entstehen, wird die Verbreitung dieser Unternehmungen lahmen, die cinc Lebensfrage für dcn Verkehr bilden. Woher soll das Geld zum Ausbau der Eisenbahnen kommen, wenn dcr Staat auf alles Hand legt, was faßbar ist, und in seiner Unersättlichkeit die Henne ver« schlingt, ohne die goldenen Eier abzuwarten, die sic lcgcn wird, wcnu man ihr Zeit dazu läßt? Die Vollzichnngöbcstinnnungcn werden nicht allein cinc große Erbitterung in der Bevölkerung hervorrufen, sie sind zum Thcil aucb gar nicht ausführbar. Wer hat, wenn ein Geschäft stralzirt, als Rechtsnachfolger für die Vorschrcibulig dcr Steuer einzutreten? Welchcr schwerfällige Apparat soll in Bewegung gesetzt werden, um die Fatirungcu entgegenzunehmen und zu prüfen? Wie viel Zeit wird vcrgchcu, bis der Staat cinc Einnahme von dieser ncnen Besteucruug bezicht? Die Art der Einschätzung wird bei dcn Objecten, die einen relativen Werth haben, zu großeu Schwierig« leiten führen. Was ist dcr Vermögcnswerth einer Fabrik, cincS Bergwerkes? Er hangt fast ausschließlich von dem Er-träaniß ab, daS solche Realitäten dnrch den Betrieb abwerfen. Die Anlagen einer Unternchn'.uug können eine Mil« lion kosten; ist sie passiv, so bildet sie nicht sowohl ein Vermögen, als daß sie dazu dient, das Vermögen des Unternehmens aufzuzehren. Aber selbst bei gedeihenden Unternehmungen wird das Anlagccapital nicht als Vermögen zu betrachten sein. da ein großer Theil des jährlichen Gcwinnstes erst durch die Amortisation der Anlage erzielt wird. Solche Ob. jccte aber haben keinen Vcrkchrswcrth, weil Begehr nnd Anbot für sie zufälliger Art sind. Was soll überhaupt der Ausdruck „Verkehrswerth des unbeweglichen Vermögens" heißen. Wer stellt die» sen fest? Ist für diese Worte cinc praktische Definition zu fiuden? Es gibt Realitäten, die sich in kurzer Zeit mit einer Differenz von 50 Percent verwerthen. Welcher Ansatz ist in solchem Falle der Verkehrswerth? Welcher ist dcr Verkehrswcrth für Güter, die vielleicht seit Iahr-huudcrtcu in dcusclbcn Familien sind, oder bei Gütern, die überhaupt nicht veräußert wcrdcu können und daher dem Verkehre ganz entzogen sind? Nicht minder schwierig dürfte ein richtiges Ein-bekcnntniß bei mauchem kaufmännischen Geschäfte sein. Diesen Schwierigleiten gegenüber erscheint dcr § 11 deS Gesetzentwurfes als eiu eiuseitigcr Ausfluß dcs fis-califcheu Gedaulcns. Man scheint von dcr ganz uu-richtige» Voraussetzung auszugehen, dic Feststellung dcS Vermögens sei einfaches Rcchcnercmpel, und deu zahllosen Prüfungscommissionen sei die Gabe dcr Infalli-bilität bcizumcsseu, was bei dcr bestehenden politische», Zerklüftung im Laude sehr gewagt erscheint. Warum der Irrthum von 5 Percent in der Fati-vung dem Vcrmögcnsbekenncr zngutckommt, ist nicht ein< zuschcn. Es taun Füllc gebcn. wo der Irrthum von 5 Percent sträflicher ist, als der Irrthum von 20 Percent oder mehr Percent in einem andern Falle, denn cS darf nicht vergessen werden, daß dcr Irrthum überhaupt erst durch die Entscheidung dcr Prüfnngscommission hergestellt wird. Bei der Unklarheit dcr Bestimmungen über die Art, wie bei dcr Einschätzung vorzugehen ist, ist eiue Geldstrafe für einen Irrthum übcr 15 Percent ganz unstatthaft und eben deswegen scheint es nicht räthlich, die Publication des Namens eines Schuldigen in die LandcSzeitnng zu acccptircn, wenn das Bekenntniß um 50 Percent zu niedrig gegriffen und der Un« terschicd mehr als 300 fl. beträgt. Die Strafbarkcit dcr Haudlung entsteht dadurch, daß man wissentlich oder unwissentlich ciucu Thcil scincs Vermögens verschweigt, nicht aber durch dcn zufällige» Geldbetrag dieser Quote. Dcr Inhalt dcs Berichtes führt zu folgcudcu Schlüssen: Es besteht für die im Reichsrathe vertretenen Länder keine Verpflichtung zur Uebernahme dcs öfter« reichischcn Dcfietts. Es läßt sich mit Bestimmtheit annehme», daß das Deficit größere Dimensionen hat, als diejenige», welche die Begründung dcr Finauzgcsctzc an-führt, uud daß dahcr die Finanzgcfetzc erst den Erfolg haben werden, das Gleichgewicht im Staatshaushalte zu regeln. Dcr Gesetzentwurf übcr die Vermögenssteuer ist nichts anderes, als cine Erhöhung dcr bestehenden directen Abgaben mit peinliche» Vollzugöuorschriften. Die Lage des LaudeS, die Höhe dcr bestehenden basten nnd dic Opfer, welche in nicht ferner Zukunft die Herstellung der Valuta erfordern wird, lassen jedoch eine solche Erhöhung dcr Steuerlast nicht räthlich erscheinen. Dicsü Schlüsse führen zu dem Antrage: Es sei die Regierungsvorlage eines Gesctzcnt-wurfeS wcgcu Erhebung einer Abgabe vom Vermögen abzulehucn. Alfred Skenc »>. p., Berichterstatter. Ins icm unMijchen Landlage. Pest, 20. April. Durch dic Unruhe, welche gewöhnlich bei der Vorlesung dcs Protokolls herrscht, fand sich heute Ignaz Somossy veranlaßt, das HauS zu bit-tcu, daß es dcr Verlesung des Protokolls ruhig zuhöre, dcuu es sei kürzlich dcr Fall vorgekommen, daß cine durch ihn beantragte uud vom Hause augcnoiumcne Modification im Protokoll gerade im cutgcgcugesetztcu Sinne abgefaßt war. Auch dcr Prüfidcnt ersuchte dic Dcpu-lirten, die Authentication des Protokolls in ci»er der Würde dcs Hauses ziemenden Stille vor sich gehen zü lassc». Hierauf reichte Alexander Mocsonyi im Aus" trage einer in TcmcSuar stattgefundcnen Confcrenz cinc Petition in Angelegenheit der Nalionalitätenfragc ein-Der Inhalt dicfcS OcsuchcS sci mit dem Elaborate der Nationalilätencommissiou uicht im Einklänge und ew' pfehle er es der Aufmcrksanikcit dcs Hauses, Dic Petition wurde dem Nalionalitätcl.ausschussc zugewicsc»' Sc. Ercellcuz dcr Herr Finauzmiuistcr v. Lonyal) legt dic Beilagen znm Budget auf dcu Tisch dcs Ha"^ scs nicdcr. Hierauf war die dritte Lesung dcr am ve^ flossencu Samstag angcnommcncn zwei GcsctzcntnilN" an dcr Tagesordnung und wurdc dcr dic Publication dcr Gcsctzc betreffende Gcsctzcntwnrf einstimmig, dcrje" nigc über die Handels» und Gcwcrbckammern mit Ä^ jorität angenommen. — Sodann erfolgte die Verhaus lung über deu Gesetzentwurf bezüglich Inarticulirll"9 dcs Ankaufes dcr Krouherrschaft Gödöllü. Nach Vcn^ sung des Entwurfs und dcs betrcsfcudcu Berichtes dc Ceutralauöfchusfes bemcrltc Samuel Bouis, cr ac.ep tire wohl dcn Entwurf als Grundlage der Spccialv dcbatte: nur möge der Krone nicht die „todte H^, gleichgestellt werden, dcr cS nicht gestattet ist, neue V^ tcr auzuschaffcn. Er hält daher die ausdrückliche ^ klärung für nöthig, daß auS diesem Gntcrankaufe >c> Schlußfolgerung auf dic „todte Hand" gezogen ^"^^ darf, uachdem jenes Vcrbot in ncncrcr Zeit offen « . treten wurde. Das Haus stimmte dem bei, wo ^ der Gesetzentwurf mit den Modifications dcS ^ "^r auSschusses augeuommcn wurde. — Der EntwuN ^, Prägung der uugarische» Geldmünzcn wurdc °lM .^. mcrkung als Grundlage der Spccialdebatte a^.^ In der Specialdebattc beantragte Graf Ferdmano ^ 681 beim § 3, dasi feme Silbcrschcioemnnze geprägt werden möge. Lmlyay entgcquetc, auch dns Ministerium habe daran gedacht, zur Scheidemünze anstatt des Silbers ein nndcrcS Metall zn ncrweudcn, und zwar Nickel; aber daö Gcsel.; ordnet an, daß in dicscr Beziehung die gleichen Bestimmungen ,n grltcn habcn, wic in den übrigen wandern dcr Monarchie. Der Antrag des Gra» fen Zichy wnrde verworfen. Bei H <> erinnert Johann Kuba, das; bei dcr Umschrift: .,>!»'<»>»!' v^Il^n''»//« (Ungarische Scheidciuüuze) das Wort ,.l<>!'!>lvi^ wcggc-blieben sei. Wird angenommen. Beim § 10 wird die durch den Centralansschnß vorgeschlagene Vezcichnnng ,/^'ul^ l'^ji'l^'!!!^ anstatt „lilnolv !, j^l'vüi'- (Karlsvnrg) mit dcr vom Finanz« minister beantragten Modification angenommen, daß einstweilen die Initialicn dcr früheren Bezeichnung belassen werden mögen, bis neue Matrizen geschnitten werden. Hiemit war anch dieser Gesetzentwurf erledigt. — Sigmund Dcttrich intcrpcllirt den Handelsminisler, wann die Znsländc dcr kleinen Gcwcrbsleutc gcsclllich geregelt werden. — Minister Gorouc würdigt die slioth« wendigst, daß die in Rede stehende Frage durch ein Haudelsgesetzbuch gelöst werde, doch sei dcr Reichstag vorläufig durch andere wichtige Fragen in Anspruch gc» nonuncn. — Ghhczy bittet, daß der betreffende Gesetz» entwurf, wenn möglich, noch während dieser Session vorgelegt werde. - - ^adislauS Kovach liest den Bericht der HauSbudgctcommission; ein Pnntt desselben, der von der dauernden Anstellung dcr Slcnographcn und der Gchaltövcrbcsscrnrg derselben handelt, wird gedruckt und zur Verhandlung angesetzt werden. Schließlich wurden die Stimmzettel zur Ergänzung dcs Hansordnnngs-ausschnsscs abgegeben. (Wr. slbdftst.) Päpstliche Uuntialur in Berlin. Bezüglich der päpstlichen Nnntiatur in Berlin wird ans anscheinend sicherer Qncllc von Posen berichtet: „Die Zeitungen habcn wiederholt von Unterhandlungen berichtet, welche mit dem preußischen Cabinet wegen Errichtung einer päpstlichen Nnntiatur in Berlin angeknüpft sein sollen. Ich kann diese Nachricht ans gntcr Quelle bestätigen und dahin ergänzen, daß die Initiative zu den Uutcrhandlungcu wcgcn dieser Angelegenheit vom Päpstlichen Stuhl ausgegangen ist, daß dic Untcrhand-lnngcu sclbst aber noch nicht daS Stadium dcr Vorbesprechungen überschritten haben. Dem päpstlichen Stuhle liegt viel daran, einen officielleu Vertreter dcr Interessen der katholischen Kirche in Berlin, als dem Sitze dcs Oberhauptes nnd Kanzleramtes dcs norddeutschen Vuu-dcS, accreditirt zu schcn, und auch Preußen taun bei dem von ihm adoplirlcn Grundsatz dcr cousessioncllen Parität und dcr dcr katholischen Kirche zugestcnidcucn ^lltoiiomic die Accrcditiruna, cincö päpstlichen Nuuliue Um so weniger zurückwciscu, als cö sich offenbar durch dieselbe dns Vertranen nicht blos seiner cigcuen, sondern auch dcr süddeutschen katholischen Äcviilkcruug in hohem Orade gewinnen würde, ^iach dcr Versicherung meines Gewährsmannes soll sich denn auch dic preußische Regierung in der That dem angeregten Projekt dcr Errichtung einer päpstlichen Nuntiatnr für den norddeutschen Vund nicht ganz abgeneigt gezeigt habcn. Die Angelegenheit wird jedenfalls in das Stadium der förmlichen Unterhandlungen trctcn und das Resultat der Unterhandlung wird davon abhängen, ob die vom Papst sür ben künftigen Nuntius beanspruchten Machtbefugnisse von der Art siud, daß Preußen sie ohne Verletzung seiner protestantischen Interessen zngcslchcn kaun. Anch dürfte der preußische Hof schwerlich geneigt sein, dem bei ihm accreditirten päpstlichen Nuntius die sehr weit gehenden Vorrechte uuo Privilegien einzuräumen, deren ^ch die an katholischen Höfen accrcditirtcn päpstlichen Mumien erfreuen. Die Nachricht, daß dcr Erzbischof Hraf VcdochowiM) zum Iuhabcr der iu Berlin zn errichtenden päpstlichen Nuutiatur dcsignirt sci, ist nach obiger Mitthcilnng mindestens als verfrüht zn bc- Die Rrise des dänischen Ministers RlMlocff nach Paris ^„h^ i„ ^,^^. Korrespondenz eine nc»ic, an» Ncblich allf ganz verläßliche Mitthcilnngcn gestützte Vcr-!lon. Als man in KoPcnlMcn zur Ucbcrzcuguug gelaugte, ^nß die Unterhandlungen mit Preußen zu lcincm Rc« 'Ultatc führen, fragte der König im Ministcrrathe, welche Haltung in dieser Angelegenheit cin^unchmeu sci. Nach laugcr Debatte sprachen sich zwei Minister dahin aus, ?aß dcr preußischen Regierung alle von ihr verlangten Zugeständnisse gemacht wcrdcn sollen. De» König schloß >lch dieser Ansicht au, da, wic er sagte, von Europa "lchls zn hoffen sei und dieses ihn, wie früher, Preußen ycgc'lübcr allein laffcn würde, er aber nicht gewillt sci, ohue Aussicht auf Erfolg das Blut seiner Unterthanen A opfcin. Der Kriegsminister bekämpfte in energischer ^e>se diesen Entschluß dcs Königs und wurde darin "on einigen sciucr Eollcgcn unterstützt. Er berief sich "»f dic Gerichte dcs dänischen Gesandten in Paris, wel-^cn zufolge auf Frankreichs Beistand gezählt werden s°""e. Das half aber nichts. Der König blieb uner. Mttenlch. Nuu erklärte dcr Miuister, er wolle lieber ' '" ^""'ssion nehmen, ils dcr Demüthigung, an Preußen neue Zugeständnisse zu machen, seine Veistim» ninng zu geben. Der König wollte dic Cütlassnng licht annchmcn nnd sagte endlich, als dcr Minister des» scnuugcachtct auf dcrsclbcn brharrte: „Sic glauben, daß Europa mit nns sein wird, wenn wir widerstehen; daß wir znm mindesten anf Frankreich zählen lönucu? Um so besser! Ich meinerseits glanbc es zwar nicht, da cS aber Ihre Ueberzeugung ist, so nehmen Sie Ihre Entlassung zurück, gcheu Sie nach Paris, sprechen Sie mit dem Kaiser, dann wollen wir scym, was wir zu thuu habcu." Dcr Minister ging nach Paris und sprach mit dem Marschall Nicl, auch mit dem Kaiser. Was aber in diesen Untcrreouugcu vorgegangen ist, daS weiß der Schreiber dcr erwähnten Correspondenz nicht, will jc< doch dcr plötzlichen Abreise dcs Hcrrn Raaslocff cine Bedeutsamkeit beilegen, die sic wahrscheinlich nicht hat. Ueber die Unruhen in M!wn berichtet das ..Journal do Eoimmrcio:" Gestern (am U'>.) nm 1 Uhr Nachmittag zog ciu Haufe von vierzig bis fünfzig Iudividueu vor das Hotel dcs Grafen d'Avila, Ministers des Innern. Es war eine angebliche Eommission, welche vom Minister Arbeit für die Arbci> ter vcrlaugtc. Sofort kamen dreißig Municipalsoldatcn zur Verstärkung dcr Wache beim Ministerium; cin Pi-quct Eaoalcric stellte sich am Eingang dcr Straße Ehiado auf, und Eaualcricpatromllcn durchstreiften die auftoszeu-deu Straßeu. Heute (14) haben die Dinge eine ernstere Wcndnug genommen. In der Straße Loreto rottctcn sich ungefähr 150 Individuen zusammen und vertheilten sich dann plötzlich in Vandcu. welche um Almosen batcu und in die schönsten Kaufläden traten, wo sie nm Un> tcrstützimg flehten. Die Läden wurden sofort geschlossen und die Bcstürzuug verbreitete sich in dcr Stadt. Nach Verlauf vou zwei Stunden waren mcyr als 300 Personen in der Straße ^orcto zusammengerottet, welche rcgicrnngöfcindlichcS Geschrei erhoben. Gcgcn drci Uhr erhielt ciuc angebliche Arbcitercommissiou Erlaubuiß. sich ins Ministerin!,! zu verfügcu, wo mau aber sämmtliche Individuen, ans wclchcn sie bestand, zn Gefangenen machte, wcil sie nicht sagen wollten, von wem sie gesen-dct worden. Antonio Vicrra da Silva, Präsident der Eommis' siou. ein von Herrn Fontes abgesetzter Beamter dcS Schatzamtes, rief, als man ihn und seine Gcfährtcu unter Escorte nach dem Carmo abführte: „Es lebe dcr König, cs lebe die Freiheit" nnd verlangte Brot nnd Arbeit für dic Arbeiter. Antonio Vicrra da Silva bc-hauptct, Hausbesitzer zn sein, die anocrcn Mitglieder dcr Commission sind Zimmcrlcutc, Hutmachcr :c. Dic Nnhcstörcr haben Arbeiter bcrbeigrzogeu, welche nicht in Lissabon wohnen und an ihrcm Anzüge erkannt wurden Während dicscs vorging, umstellte und übcrwachtc die bewaffnete Macht dic Wohnung dcs Grafen Pcniihc, l,ci wclchcr Abends zahlreichereZnsammcnrottiingcn slatt-fandcn. Die Nacht begünstigte dic Kundgebungen. Ein Hanfe fiel cin Dctachemcnt Cavalcric an, welches sich genöthigt sah. von der Wachc Gebrauch zu machen. Mehrere Municipalgardcn, Polizciagentcu nnd anch dcr Eommandant der Eivilpolizci'Division, Herr Palmcyro. wnrdcn vcrwuudct. Um N Uhr zerstreuten sich die Tumultuantcn, von wclchcn füufzchn verhaftet wurden. Einige dcr letzteren sagten aus, man habe sie unter dcr Vorspiegelung angeworben, daß man ihnen Arbeit verschaffen werde, daß sie sich abcr nicht angeschlossen hallen, '.'.'cun sie gedacht hätten, daß dic Bewegung ciuc politische sci. Dic Emcutc cndctc mit einem kleinen Fencrwcrkc, es sticgcn nämlich von mehreren Punkten der Stadt Rakcten-Giranoolen auf. U us land. Berlin, 21. April. (Der Zollbundes rath) genehmigte den dcutsch'östcrrcicliischcu Handelsvertrag. Paris, 22. April. (Diplomatisches.) Die heutige „Epoqnc" meldet: Goltz und Mclternich hatten gestern mit Monsticr cinc lange Unterredung. «undo«, 22. April. (Das Unterhaus) vcr-' warf hellte die Abschaffung der Todesstrafe mit 127 gcgcn 23 Stimmen. Hassesmnisskeiten — (Allerhöchste Spende.) Se. l. l. apostolische Majestät l'abrn cmö ?l"lm 22. d. elfolylen sslllcllickcn Entbindung IW'l Majsch> dlonomische Ocset!!ch^>st in Prä« hat beschlossen, vom Icchie 1560 .-»n^sanarn, an Itclle dcr kiehcii^cn Wochenciusgc,!)..' ibrer Vlatter ci»r Mo-nal^schtift in jcbcr del beidni Landessprachen berauZzuzebcn, und sordeit alle jene Fachmänner, welche geneigt wären, die Nedaltiou de« einen odcr de§ anderen Nlattcs zu über» nehmen, aus. ihrc Vcwrtbungsgesuche oder Antrüge bis zum 15. Juni abzugeben. — (Meteor.) Am 19. d. Abends 7 Uhr 45 Min. wurde in Graz ein prachtvolles Meteor von der Giohe und VichtilitensUal der Venus bcodachlll, do? mit glo^-r Schnei» liglcit dem östlichen Holizante zueilte und nach einem Laufe oo» vier Secunden verschwand. — (Mebrerc Falle vo» Hüügertypbu«) wurden in Vcrlin von der dorli^en Polizeibehörde festgestellt und an die A-rzte dic Auffordesung qerichtel, jeden in ihrer Praxis vorlomm^ndln TypbuHsall sofort anzuzeigen. - Kardinal Andrea) lieg», wie Nachrichli'n aus Wien m.'loen, im Sterben. Er litt scbon seit lüngerer Zeit an der Lungenluberculosc. Seit seiner Nucltchr nach Rom hatt«' s,ch sein Lcioen bldeutcnd verschlimmert. Locales. — (Der heutige Voltrag des HerrnWil-Helm v. Fr iisch) wird nach der uns vorliegenden Stizze sich besonders interessant gestalten. Wir finden darunter Streiflichter auf die Kohlenpioduclion Krams, erratische Vlvcke und Glelscherwiilungen, Diluvialpeliode in Krain, Tulchliß von fünf velschiedenen Serbecktn daselbst, Studien über das Aller des Menschen, Vedeutung dcr moderncn Schüoelmlßlunoe u. s. w. — (3l e u e ^ Qu e äsilb e r lag er.) Wie bereits in dem lchte,i Vortrage dcS Herrn v. Fritsch, behandelnd die geologischen Streifzüge in Krain, angedeutet worven, ftieh man im Bleibergwerke ilncipcuschc aus ein ^uläs>lbnlaa.er. und zwar sowohl aus reines, in Vlliglanz eingesprengtes, tropfbares Erz, als auch auf Zinnober und sogenanntes Lebererz. — Tie in der Bearbeitung untundigen Arbeittl llllanlten dem Vernehmen nach lcider bcicilö an den Folgc» von Qu!'clsllbel-V.!giflung. ^Turnerische«.) Der Turnrath dls Grazer Tinix vcninei« hil ilbk» virlfriliss mlSgcsprochmen Wnnsch befchlosse,,, dl'n in drr Gründung liegrifsrnrn Gaiwrrband der strielischs» Turnvereine zu erweitern und in denselben auch die druischri, Tnnwrrcim dcr Nachbarländer Kcirnlen und Krain, soniis d^? .ttilstenlandtö aufzunlhmcli. Es N'rrdrn demnach anch bicfe Ver^ cinc eingeladen, ihre Abgeordneten zu dcr am I(». Mai d. I. iin Vcrcin^Iocalc dcs Gra;« Turnvereines stattfindenden collslit»! rcndrn Versammlung zu entsenden. Aus der Sitzung des Gemcinderathes vuu« H3. April. Vorsitzender Vicebüsgelmiifter Dr. Orel eröffnet der V'tsammllmg, das, Herr GR. Dr. Vleiweis eine» Dling. lichleilsai'llag angenntdet habe. Hnr Dr. NleiweiH erklärt, dieser Dlinglichleltsan« trag blslche in . Becke, abgegeben im Reichsrathe im Juli 1867: „dic Eteu?lN und Abgaben lönnen nicbt erhobt werden, sic llsfsen »ichl die Rente, sondern das NalionaloslMUqen" Dr. VleiweiK will sich illdssfei, nur auf den Voden d,r fprlitUen Verbülliiisse unseres Landes fteücn, und beziebl sich zunilchft nuf die anerkannte Grundsleuerl!berbü>dung. W>isdie sub» jcctiur Berichtigung zu der Volition bttriffl, so gehe bie< selben aus dem § 79 des Grmeind, statutes hervor, wornach der Gemcindcralh das Rccbl babe, für denjenigen Theil des Landes zu sprechen, dessen Stkueilrüger er vertritt: nach tz 59 habe er aber auch die Pflicht, die Ioteresfcn der Ge> mcinlc Nxchlzuoehmen und die Woblsahrl des Landes zu be« sondern. Schlichlich stellt Dr. Vlliwiis den Weilern eo.n» lucllen Antiag auf beschleunigte Abfassung und Abjendung der Petition an den Rrichöralh. Beide Anliügc weiden !o» hin obne Debatte angenommen, GR. Dr. Schovpl vcrlirst als N'ferent der Finanz, section das st Ä d tisch e P r H li m i n ale für das Jahr 1 868. Wir entnehmen au« dernflloen, das, die Bedeckung 11I354fl. z lr., das E.fordernih 12209! fl. 85 ll. b,l'äi,t, milhiii crgidl sich meinderall) wolle das Plöliminare genehmigen, mit dem Veisatzc, dah alle Neubauten der Gl»ehmiga»g des Ge» nn'il'.dcialbes vochchallen bleibe» und dem Magistrate die möglichste Sucusamlcil empfohlen werde. Düse Annage werden nach nnigen Debatten genehmigt. Bei Position Vll Z. 1 des Erfordernisses: Löhnungen der Diener pr. 72L2 fl. 50 lr., ergreift Herr GR. Ho» ral das Wort, um scin Vefl.mden iibcr die Summen, welche dilscr „Generalslnb" verschlinge, auszusprechen und aul lii,'Verminderung odcl nulch'ingcnoere Beschäftigung eines Th.illil desfslben zu dringen. GR. Dr. Suppan hüll die eigentliche Poliznmannschast nicht fill zu stark, es wäre jedoch der MaMiat aufzufoidcln, sich zu äuheln. ob eine Redmlion im DieneistaUic' nicht thunlich roäle. GR, Horal stellt dcn Antrag, das; diese Aeußerung auch aus die Tiur. nisten auszudehnen würe. VNi-germcister Dr. Costa spricht für Beibehaltung derselben und be>uft sich auf da» Beispiel anderer Städte, welche velhältnißmühig böbere Aomimstra« tionsauslngen habcn, worauf ON. Horat etwiocit, wenn a»dcre Slüdte verschwenden, so folge daraus nicht, dah Laibach auch vclsckwenden milsje; ilberall lverdc heutzutage im Staalslebcn auf <5.sparu>'gen gedlungen, r« müsse olso auch in der Gememdluelwalning daran gedacht werden. Nachdem Dr. l^ofta noch replicirt u"d bemertt, eü gehe 082 nichl a», btl bcr Vudgctberathung Beschlüsse aber Rcduc« lion :c. zu fassen, wild dcr Antrag des Herrn Horal mil dem Zuscchanlca^ tcS Dr. Vleiweis, den Magistrat zur VrriHtetjlaltung übcr die allfällige Reduction des Ä e-amtenslandes auizusoideni, angenommen. GR. Descbmann, uiterslützt vom Herrn Horak, spricht gegcn die T'ucksoltn'.vclschwcnrung. GN. Hrrat, von Dr. Suppan unlersiuht, spticht für Streichung oo» 100 fl. von den für Brennholz Vrüli-mii'.ilten 60» f!., tc> vor dcci Jahre» rafül nur 500 si. Vtüliminiil waren und daö Holz seitdem dilliger geworden ist, Dr, Costa dagegen meint, der Gegenstand gehöre in das MaMralscollegium. Ho rat meint, die Beamten lönnlen zur Winterszeit conccntcirt werden, um an Feuerung zu erspare» , was Tr. Eosta wideilegt. Schließlich bleibt dcr Antrag i,l rcr Minolilät. Tr. Blei weis beantragt eine kleine stilistische Acn-dclung bei der Post XVlP. 3: „WasenmeisterV'H o n ° r a l sür das Hundeeinsangcn" in Löhnung. Vicedürgermeisler Tr. Orel stellt den Antrag aus Einführung admessern menschlicher Cultur aet)0ren, solgle cine historische SNzze über die Enlsteh-una und l^chniscten Fortschritte der beiden unterlrainischen Liieuwlil.,' Gradaz und Hof. Das erstere, Eigenthum des Ritler ,v F,irciu, wurde cr!t im Iahce 185? crbant , d>^> letztere, dem Fürsten Carlos Auerepera, gehörig, datirt sein Entsteh!>n vom Jahre 1790, wo an der St,lie des gegeu-wÄrtigen Schmelzrverlrs Hos nur sin ganz unbedeutender Eisenschmelzofen mit einigen Hämmern g.'sta»dt»l haben soll. Die gl'geiiwärti^e Gestaltung al^ Eisengitheni crbiell das W^rl aber erst im Jahre 18-14. Von beiden W.rlen. die sich in neuester Zcit auch auf den Munilionsguß yerleglcn, wurden außer den Ti!uuialeise„st>inen, aus denen das Eisen gewonnen wird, vcrschiedrne Schmclzproducle, darunter Hobl-Geschosse von Gradaz und ein Uhr gelungener Guß, einen Edelbi'sch l c, »stellend, rou Hvf vorgez.izt, waches l^lere E'.üct der bergbauptmannschaslliHe» Berg- und Hültenpro--ducl«n-2amml»nH entnommen war. B^lreffö d>t Giadazer Voll» und Hol'l^»schoss.' wuide noch der sehr gelungenen, in Pola vorgenommenen Schichproben und der weilerei' in Ver< lin und Paris vorzunebmenctn Versuche erwähnt, und be< züglich der Hoi^r Civllguhwaaren aus die neue Hladezti« B'ücte binaedeultt, welche eine Zicrre Laibachs und als die schönst? Probe der Vorzüglich'eit der Hofer Gießerei und d,ltn Leitung betrachtet werden lann. Hieraus solgte unter Elörterung dcr stufenweisen Enlwiclluug d>2 Eiienschmclzproccssee ein Rüäblict auf tie Zustünde rcr unterlraunschen üisenintust'ic der Vor-, jlit, wozu dtl Vortragende dei seiner vor kurzem vorge-rrmmenln diensilichcn Bereiiung Unte,liains in d«r Kanzlei dcs Vcrwlsamle« zu Gradaz ciu s,hr interessantes Matciial vorgefunden hat, das in den Ueberresten einer zu Vlcinil lici Turnau, im Vezirl Tschcrntmvl, im Diluvial» tcrrain abgedeckten alttn Elscnschmelze (eincö sog.uanntrn Waldosens) bestand. C^ sind dies Thonsormcn und Düsen-röbren, lylindelsöimige Schlaäenftücle, die in die Formen eingedrungen und dort erstarlt waren, Schlaclnunustcr, von 60 bis 70 pCt. Eisen haltend, und ein bei 2 Pfv. wie» gendcs Rohch'l'nslllck. Nach dcr mittelst eiuer sehr llaren Federzeichnung verslunlichten Beschreibung bestand der Lchmclz-,ipparal, w.lchlM dicse Gegenstände entnomluen warcn, aus einer b.i 6" langen, 3' breite» und 2// tiefen rinnenior» migen Mulce, die eine Neigung von 30 Grad gegen Mor» gen hatte. An dem oberen Tbelle, in Abständen von nahi 3', befanden sich gegenüberstehend Vertiefungen für die 3lusnali>ue der lhönerueü Formen und Gcbläsedüseu. Die ganze Vorrichtung biloelc so cinc A,t Uebergang von den j primitiven Schmelzgrul^n zu den ivätcren Stüclüfen, und ^ aus der in tic ui'tcrcn Formräumc eingcdillngenen erstarrten Schlacke und dcr geneigten Lage deS Schmelzraumes wurde der Schlus; gezogen, das; man mit dem Geblase nach Maßgabe der sich anl,''lll>'nl>°n Schlacke immer weiter »ach obln vorrückte. Die Frage, iu welche Zeilpetiode diese originelle Eisen-schmclzmanipulaliotl zu versehen sei, wurde dahin beantwortet, dah selbe wühl nicht der Römerzeit, sondern vielmehr jener Periode angehöre, wo nach der Völkerwanderung im !). Jahrhundert aus Etcie>mart und Kärnten, dcm alten Noricum, die Eisenil.dustnc allmülig nach Norden uno Süden sich verbrcilclc. Alö B.1eg des langsameccu Fortschrittes dieses Industliizweiges iu Unlertrain wu:de auf das alle Eisenwerk an der Kerla (G»ll) hingewiesen, wo nach Hacqu,t noch im I>ihre 1780 ein Stiiclofcn im Vctli^be war, desscn ganze sühiliche Erzeugung mit Hilse von ciu paar Hämmcri sich nur auf 592 Centner geschlagnes Eisn» und nicht ganz 300 Centner Nägcl belief. Nach cinem Vergleich dilse-) ehemaligen s.hr befchläxl-ttu Zustandes dec Eifcnindustlie in Uuterllcm, mil d<» ca-selbsl gcgl'l'wüitig bcslchentcn, ausö beste ausgrstaltetcu Eisen» wnkcn, ,.üd nach Elöllciung cinigec commercilllen Fragen, bei der im Inlcitssc ccr lraiuischen Ei,enwerke im allgenui« nln ein mäßigcr Schutzzoll befürwortet wlirdc, beschloß die Versammlung, dem Wertverwlscr in Graraz, Herrn A. Ho-matsch, sür die dcm Landelmuseum übe-lassenen, obenbezeich.' ücl.n sfhr schätzbaren Ucbcrrcile aus der Vorzeit der untel-lrainischcn Eiscnbeleituna, den Dank u»d die Nneilc-mmng d^s Vereins auszusprechen. Zum Schlüsse legte Gendarmerie-Obersllikutcnant Friedrich v. S c m e d tow s l i inleilssante Echauslnscn von Mi--neralien auö äiebrnbülgen, die er wühlend eine« mebr-ja'drigen Aufenthaltes in jenem Lande gesa:niM'lt, zur Ansicht vor, als den sogcnannleu Kadrunzastcin - Gold in Porphyr eingesprengt, — das seltene Tellursilber vo» Offen» danya, einen prächtigen StcinsalztrystaU von Marosch-Ujvar, einen wohlelhaltcüen Slcinttrn eiues Fusuö in Sphäridosi.-dcril u. a. m,, wobei auch die gcognojliichcn Verhältnisse ihies Vorkommens nilhcr lldl>«,t wurden. Dem Muscalverline neu beigctreten sind di< Heilen: Heinrich H a u s n e r, l. t. Ingenieur beim hiesigen Bau-drpartcment, und Fiiedrich v. Seme blow ölt, l. l. Gen» darmerie^Obelsllicutenant. Dritter gcmcinfaßtich-naturwijscnschastlichcr Vorlrag des Herrn Wilhelm Nitter v. /ritsch, welcher heute, un, halb 8 Uhr Abends bcgilmeild in dcm lalldschaftlicken Zicdoutengebaude abgehalten werden wird. Thema: Fortsetzung der ,.geologischen Streif« züge in Krain." ^Kreide-, Tertiär-, Eis» nnd Diluvial-Periode, Anftrctcn des Menschen, Schluß.) Cyclus-Karten sind in der Buchhandlung o. Klein« mayr «^ Bambcrg in dcr Zternallec, sowie des Herrn O. ^erchcr gegen (Hrlag von einem Gulden; Karten für einzelne Vorlesungen jedoch au der Cassa nni ^s) tr. per Stück, desgleichen gedruckte Prospcctc an der Cassa um 5 tr. das Exemplar zu haben. Nenestt M. Ofen, 22. April. Das heute Mittags ausgegebene Bulletin meldet: Das Befinden Ihrer Majestät dcr Kaiserin und der neugeborenen Erzherzogin ist vollkommen befriedigend. Pest, 22. April. Die heute um N Uhr begon« ncne Sitzung des Unterhauses eröffnete dcr Präsident mit folgender Ansprache: Die homagialc Verehrung und aufrichtige Anhänglichkeit, mit welcher das Land Ihren Majestäten zugethan ist, gebar jene nugetheilte Theilnahme, mit welcher eS das in dcr Mcrdurchlauchtigsten töuiglichcn Familie eingetretene freudige Ercigniß beglei« tctc. Dreihundert Jahre, ja noch mehr, sind verflossen, seit kein Sprößling der jeweilig regicrcudcn Monarchen auf dem Territorium Ungarns zuerst daS tticht der Sonne erblickt hat. Das; dies gegenwärtig ermöglicht wnrde, ist ebenfalls ein Beweis dcr hohen Zuncignng nnd Anhänglichkeit, womit Ihre Majestäten unserem Vatcrlandc zugethan sind. (Stürmische Eljcnrufc.) Dic< scS Ereign iß wird die beglückende Verbindung, die zwi< scheu dcm regierenden Monarchen nnd seinen treuen Un< tcrthanen besteht, noch enger knüpfen. Ich habe demnach die Ehre zu dem Dankgottesdienste, welcher in Folge dessen morgen Vormittags um 11 Uhr in dcr Ofner FcstnngS-kirchc abgehalten werden wird, die Mitglieder dcs geehrten HauscS emzuladcn. (Begeisterte allgemeine Eljcnrufe.) — Graf Keglcuich interpellirte dcn Finanzministcr in An-gclcgenhcit dcS für dcn Export gebauten nnd unvcrkanft gebliebenen Tabaks, ^onyay sagte die Autwort für eine dcr nächsten Sitzuugcn zu. Sodann wurden die Gesetze betreffs GüdöllöS und der Handels- nnd Gewcrbctam-mern in letzter Lesung angenommen. Dcr Ccntral-Aus» schuß rcferirtc über den Gesetzentwurf bezüglich dcr In-dcmmlätS-Vcrlängerung. Schließlich wurden die Abgeordneten Domotos nnd Dcszö ucrisicirt. Dcr ungarische Lloyd meldet, daß die croatische Deputation gestern Deal und deu Elnb dcr Rechten besuchte und daß sich der beider' seitigc Verkehr zu eiuein sehr herzlichen gestaltete. Telegraphisch? Weckselcourse. ^!l)ni 'perc. '.^ttallil.ue« 56.65>. — 5,pslc. Melalllque« ini! Mai- unk licivcuibel-Ziilsel!57.30. — 5)perc. viaß2 80, — l«lll),r Zlacltöwllch«,, «1.10. — Omilactii-:, , - S!ll)er I14«!'i. - K. l Dueatc« 5.56. Handel' und "UolkswirtljschaMches. NudolfOwerth, 21. Npnl. Die Durchschnitte-Preise slcll-tcli sich ans dcm heutigen Marlle, wie folgt: » __ ft. ! k7 Wrizcü p?r Mützen <; i(» Vutlcr pr. Pfund . —4« Korn ,. 4 10 Cicr pr. Süicl . . — 1i Ocrfte ., 3 1',. Milch Pr Maß . - !<> Hafcr „ 2 - Nindflrisch pr, Pfo, - 24 H^ldfriichl „ 5 10 Kalbfleisch „ — 2»! Heiden ,. 3, 2<» Schwcineflcisch „ — Hirsc „ 2 «8 Schöpsenfleisch „ — ssnluniv „ 3 2'» Hähudel pr, Stllcl — Erdcipfs, „ l 20 Taudeu „ - ^ 24 rinscu Mas; - 15 Hm pr, Centner . 1 "»0 Lrdsrii „ - 15 Gtroh „ . l ^- F'sulcil ,. — 1.^! Holz, harte«, pr. Kls!. 0 - NindSschmal; pr. Pfd — 45> — wcichcö. „ — - . Schweincschlnal; „ ^0 Wrin,rnNier, pr, (Himer « Speck, frisch, ,. -- — — wcißcr ., 5 Speck, grräuchcrt, Pfd. — 35 Angekommene Aremde. Am 21, April, Htadt ^ie«. Die Hcrrcn: Melliher, Fabricaiil, und Brat» loußkti. Nülslüdcr, von Wien. - Scnnan, und Rülhel, Kaufn«., von Gonschee. — v. Ztryl, ssansm., von Dresden. -- Ga-bcr, Besinn-, von Maivnrg. — Del i'in;, Kanfm., von Prä-wald. ^ Nuhard, Gcwrrti!l>csitzcri«soh!i, uon Saua. Olcfthant. Die Herren: Sccn'nliclli, Kaufin, v^n Tiirsl. — ^cmoch, Privatier, von Holeschau. Baierischer Hof. H^r Majarossy, l. t. Oucrl., von De^ brcczin. Ä?>.'lil'e!l. Die Hnrr»: Valrucic, Handelsin , Sauisa, Ml!h« Irübcs., und Zusterelic, Rcalitiiteudcs., Ucu Feislriz. I^ctl'ur'^ugi'ch? Heg5achll!ttiiesl i» Laibach. (i ll. M^' 32?,»H.....^."l».^"' ' W, schn'a'ch hli'tTr^ ' ' 5'j 2 „ N. 327.^9 l-1»>.4 TW. z.iiarl dunu vcw. 0.^. 10 „ M. 327.^ l- 9.0 SW.schwach hciler Zchüncr Morge». Spcit.-r windia.. Wärme rasch zuuch-iin'nd. Das Tagesmittcl dcr Willnie um 3 tt' llbcr dem Normale. VerautwoNlicher Redacteur: Ignnz u. Klci u m a ») r. "3^N»'l',»N^l>ri,'l»i Wien, 22 April Bei andaunnder OeschäftsMt behaupteten sich Ztaatö- mid, Iudustriepüpierc größleulheils zur unveränderten Notiz, während sich Devisen und Valuten HN'I^tt^lllU)l. nicht unmerllich ermäßigten, Geld abondant. vcffeutliche Hchuld. X. dc« Staate« (fur Ilx) fl,) Orld Waare In ü. W. zu 5p7 25 57,35 ', Siru^raul. iu li. W. u. I. 1«04zu bp^l. riichahlbar . !)2,.-. '^2,s5 '/, Steucraulehen in of!. W. . 89.25 89.50 Htldcr-Aülchen vou 18^4 . . <;9.— 70.— Hillicrcml. 18»i5 (ffr^«,) rliclznhlv, in 37 I. zu 5 'M. fi'v 10Y ft. ?o 77.50 5iat.:Au!.M>l Iaii.-Coup. zu5°/, «2.80 li2 90 „ „ „ Apr.-Eoup, ,, 5 ,. <^2.60 ^!^.7<,! Metalliqucs ...... 5 „ 56,65 5tt.75 detto mit Mai-Coup. „ 5 „ 57.3^ 57. l0 dettl? - - > " U« >^"i 5080 Mit Verlos'«/I.183. . , '. ^0 171.- '' " " Ift60zu500fl. 8l.- 81.2o " ^ 1860.1'X).' «9.50 90..., ^om^Äenteusch, zu 42 l.. «u.^. ^ "' ^-" Domailien 5pcrc in Silber 10^ ^04..^^ L. der Kronländer (für 100 si.) Gr.-Entl.-Oblig. Geld Wnare liicderosierrcich , zu 5"/« 85.— 85,50 Qvrruft^ich . ,. 5 ,< 8«.— «7. Salzburg .... „5 .. 87.50 88.5l> Aöhuien....., 5 ,. i»1.50 i)^i.50 Mäl^ci: .... ,, 5 „ ^8.50 89.— Schlesien , . . , „5 „ 88.50 s llugaru.....„ 5 „ 72.- ?2.5u Temcscr-Banal . . „ 5 ,. ,0.75 71.25 Croatian und Slavonien „ 5„ 71.— 72, - Galizien .... ,. 5 „ 64.-- 64.75 Sicbnlbürgel! ... „ 5 „ «7.75 68.25 Bulouiua .... „5 „ l)4.— 64,5'i Una. m. o. Ä..C, 1867 „ b « 70.- ?0..'>0 Tem.B.m.d.V.'H. 1867 „ 5 „ 6i',75 70.- Actien (sir. Gtitch, Natio'.lalvauk (ohn? Dividende) 6N3.— 695 — K.Fcrb.-Nordb.zu1000fl. o. W, 1760.- 1765 - Kredit-Anstalt zu 200 fl. d. N 1?i<,20 179 30 N. ü. Eöcom.-Gls.zu500ft. ü.W. shg— .^89 — S.-E.-G.zu200r'l.CM.o.5^)Fr. 1-53 70 25390 Kais. Tlis. Vahu zu 200 fl. CM. l4l>. - l40 50 ^iid,'Nc>rdd.Per..V.20s'„ ,. I37,/,0 l«? 75 Gcld LUaare Süd.St.-,l.-veu.n.,z,-,..— 49vi.— Ocftrn eich. Llol,d iu Trieft Z I 228.- 230.— Wir,ll.HllUlpfm.-«ctL,500fl.l>,W, 440.— 445.— Pester Kettenbrücke ' . . . . 380.— 3^5 — Anglu-Austria-Baut zu 200 sl. 120.75 .'21 25 Lcmbevg Czcrernowitzer Atticu . 178.25 !?8.75 Pfandbriefe (filr 1s)0 fl.) National- ^ baut auf ^ verlosbar zu 5°^ 96 -- 96.20 (^. M. j Nalioualb.aufü.W verloöv.5„ 91.4l' 9l,60 Nug. Bod.-2rcb.-Aust. zu s>'/, ,. 90.25 90.75 Mg. c>st, Bodru-Eredit-Austal! verlosbar zu 5«/„ in Silber NX'.üO 101,-^ose (pr. Stücl.) Crcd.-A.f.H uG.-l.1Wfl.ö.W. 129 25 129.75 Do,l.-Dmpffch.-G.;.100fl.2M, 93.— 93.5<' Sladtgcm. Ofen „ 40 ,. ü. W 26,— 26.50 Cstechc;') zu 40 fl. CM. 136.— —.— Galm » ^ ,. » - 33 ?5 3425 7.!'0 Hamburg, für !00 Mark Banlo 86 10 «6 3'' London für 10 Pf. sterling . 116^5 116." Panö silr 100 Frliulö . ^ . 46.20 4'i.3l) (5i)ttrS der Geldsortcn Gcld 30aa,c K. Münz-Ducatru 5 fl. 56j?>.'. 5 fl. 57 lr. NapolconSd'or . . ^ ., «2z.. 9 ,. 33 " Nuss. Imperial. . ? . 5l' . « .. 60. Vereinsthaler . . 1 ., < 1 .. l « "1" Silber . - N, « - ,. 114 „ 25 " Klaiuischt OnludcntlllNuuciS-Obligatiouen. V^^ natlworung: 8«j Gold, 87^ Waare