Praou«eratt«uv - Preise: Für Laibach: Ganzjährig . . 8 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 „ AI „ Bierteljährig . 2 „ 10 .. Monatlich ... — „ 70 „ Mit der Post: Ganzjährig...............12 fl. Halbjährig............... 6 „ Bierteljährig 3 „ Laibacher Kür Zustellung ins Haus viertelj. 25 kr., monall. 9 kr. Einzelne Nummern 6 kr. Tagblatt Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgelendet. Redaktion Bahnhosgaffe Nr. 132. «xpeditisuS- L Jnsereteu-Bureau: Longreßplatz Nr. 8 Handlung von Jg. mahr L Fed. Bambi * Jnsertions-reise: Für die einspaltige L 4 kr , bei wiederholter l schaltung L 3 kr. Anzeigen bis 6 geilen 20 kr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entspre-chender Rabatt. Für complicierten Satz besondere Vergütung. Nr. 106. Dinstag, 9. Mai 1876. — Morgen: Isidor. 9. Jahrgang. Die Grundzüge des Ausgleichs. Auch unsere Regierung hat sich endlich bewogen gefunden, einige dürftige halbamtliche Mitteilungen bezüglich der Vereinbarungen mit der östlichen Reichshälfte zu veröffentlichen. Dieselben enthalten übrigens keine neuen Aufschlüsse, sondern geben nur, was bereits die letzten Tage über in zahllosen Mittheilungen laut geworden, in knappester Form wieder. Auf ein bestimmtes Urtheil im Detail läßt sich noch nicht eingehen, da ja auch ziffer-mäßige Einzelheiten des getroffenen Abkommens noch nicht bekannt sind. Im allgemeinen aber läßt sich der nunmehrige Stand der Angelegenheit überblicken und lassen sich daher auch die Grundzüge de» Ausgleichs einer Beurtheilung unterziehen, und das machen wir uns in nachstehenden Zeilen zur Aufgabe. Bei den seit Neujahr zwischen den beiden Regierungen geführten Verhandlungen handelt, es sich um die Lösung von fünf großen ökonomischen Fragen. Die erste betraf das Zoll- und Handels, bündnis. Da hat nun vor allem peinlich berührt die abgesonderte Kündigung des Zoll- und Handelsbündnisses vonseike Ungarns und der Versuch der ungarischen Minister, dieses Bündnis von der Quo-tensrage loszulösen und zum Hebel zu benützen, der diesseitigen Reichshälfte eine finanzielle Mehrbelastung aufzuerlegen. Glücklicherweise hielt unsere Regierung allen Angriffen Stand, so daß die Trennung der beiden Fragen vermieden und die Erneue- rung des Zoll- und Handelsbündnisseö beschlossen worden ist. Dies muß an und für sich als eine werthvolle Bestimmung angesehen werden, denn niemand wird die Wichtigkeit und Nothwendigkeit der Erhaltung eines großen einheitlichen Wirtschaftsgebietes im Interesse der Machtstellung des Reiches verkennen. Freilich konnte von den Ungarn weder eine Erneuerung auf immer, nSch eine GiltigkeitS-dauer auf 25 Jahre, sondern nur eine solche auf zehn Jahre wie beim QuolenverhältniS erlangt werden. Bezüglich der Frage des allgemeinen Zoll-tarifs war bekanntlich in Ovsterreich in letzter Zeit eine von den Industriellen hetvorgerusene Schutzzollbewegung entstanden. Unsere Industriellen wurden nicht müde zu klagen, sie könnten vor der ausländischen Concurrenz nicht bestehen, falls nicht die Einfuhrzölle erhöht würden. Das industriearme Un-garn hinwiederum machte geltend, es müsse einerseits die Zölle entrichten» welche- die Regierung von den aus dem Ausland bezogenen Waren einhebt, anderseits aber auch die aus Oesterreich bezogenen Fabrikate in dem Maße theurer bezahlen, als die-selben durch den Zoll den Schutz des Staates genießen. Da standen sich denn geradezu entgegengesetzte Forderungen und Ansprüche gegenüber, frei-händlerische ausseite Ungarns, schutzzöllnerische auf-seite unserer Fabrikanten. Beide Verhältnisse heischten Berücksichtigung, und wenn es als ziemlich verläßlich angesehen werden kann, daß gewisse öfter, reichische Jndustrieinteressen, die zwar nicht als all- gemeine Interessen hingestellt werden können und welche allerdings noch der Erörterung unterliegen, den Schutz des Staates beanspruchen dürfen, so wird es auch nur folgerichtig erscheinen, wenn bei Festsetzung de» allgemeinen Zolltarifs auch gewisse ungarische Interessen ihre Berücksichtigung fanden. Wie sich nun aus den halbamtlichen Mittheilungen ergibt, einigte man sich hinsichtlich des allgemeinen Zolltarifs dahin, für einige Jndustrieürtikel, ins-besondere zum Schutze der Textilindustrie, die Zoll" sätze in einem dem wirklichen Bedürfnisse der Industrie entsprechenden Verhältnisse zu erhöhen; bei einigen Artikeln der landwirthschastlichen Production wurden die bestehenden Zollsätze theils beibehalten, theils erhöht: der Ausfuhrzoll auf Hadern wird beibehalten; auf eine Reihe von EonsumtionSartikeln endlich, insbesondere Kaffer» Südfrüchte, Petroleum, Wein u. dgl. werden im Interesse der Vermehrung der gemeinsamen Zolleinnahmen höhere Zollsätze gelegt. Wie hoch sich diese Finavzzölle belaufen, ist nicht gesagt, daher sich ein Urtheil über diese Maßregel auch nicht abgeben läßt. Unter den „Artikeln der landwirthschastlichen Production," deren Zollsätze theils beibehalten, theils erhöht werden sollen, ist wol in erster Linie der Getreidezoll zu verstehen, welcher den Ungarn zuliebe nicht blos aufrecht bleiben, sondern noch verschärft werden soll. Die Bewohner der österreichischen Alpen gebiete müssen dies doppelt beklagen, da durch den Getreidezoll nicht bloS der ungehemmte Bezug eine» der wichtigsten Lebensmittel erschwert, sondern Feuilleton. Papier aus Holz. Unter dem Namen „Cellulose" ist das auf chemischem Wege in seine Fasern aufgelöste Holz zu verstehen, ein Stoff, welcher als vollständiger Ersatz für Hadern eine große Rolle zu spielen berufen scheint. Der Gedanke, es müsse die Holzfaser sich eben so gut wie Lumpen zur Herstellung von Papier eignen, ist schon über hundert Jahre alt, denn aus jener Zeit stammende Bücher über Papier, fabrication sagen einfach: die ursprünglichen Be-standtheile der Lumpen find Hanf und Flachs, also Pflanzenstoffe, und demnach muß noch manches Andere, "us demselben Reiche Stammende zu gleichen Zwecken "Utzbar sein, wenn man nur das Mittel findet, die Fasern zu einer zarten, biegsamen, leicht von einander abzulösenden Masse umzuwandeln. Diese Aufgabe an der Holzfaser zu lösen, ist zuerst zweien ^"^ündern in Amerika gelungen, und seit 1865 blüht dort in der Nähe von Philadelphia die bedeutendste der bis jetzt mit Erzeugung des Holzzellen-stosfes beschäftigten Fabriken. Seitdem sind deren auch mehrere in Deutschland entstanden; nur dürfen diese nicht verwechselt werden mit den Holzstoff, fabriken, welche lediglich geschliffenes Holz Herstellen. Die Erfindung, Holz vermittelst Schleifsteinen zu Zwecken der Papierbereitung zu zerkleinern, wurde vor etwa dreißig Jahren von einem Deutschen gemacht (s. Hofmann» prakt. Handbuch der Papier-fabrication, Berlin 1875, bei Springer), und es bestehen jetzt in Deutschland allein wol an hundert derartige Anlagen. Das geschliffene Holz aber ist und bleibt immer Holz; wenn auch noch so sehr zerkleinert, bleibt die Faser immer noch von krustenartigen Bestandtheilen umhüllt, welche unter dem Einflüsse von Luft, Licht und Feuchtigkeit bewirken, daß die mit vielem Zusatze von solchem geschliffenen Holze gefertigten Papiere sich an den Rändern gerne bräunen. Es besteht deshalb zwischen dem Holzzell-stoffe oder Cellulose und dem schlechtweg Holzstoff genannten geschliffenen Holze ein Unterschied, so groß, wie zwischen einem lebendig kräftigen, saftigen und einem todten, nur ins Gewicht fallenden Körper. Sei es nun, daß dieser Unterschied von den Papierfabriken bisher zu wenig beachtet wurde oder daß die anfänglich mangelhafte Herstellung der Cellulose und ihr anscheinend höherer Preis einer allgemeinen Verwendung derselben hinderlich waren, Thatsache ist, daß erst jetzt dieser Artikel sich Bahn zu brechen beginnt. In seinem Jahresberichte der chemischen Technologie 1871 sagt Professor Rud. v. Wagner: „Soviel scheint doch sestzustehen, daß der HolzM-stoff noch einer ungeahnten Verwendung fähig ist." So verhält sichs wirklich; nicht nur als vollständiger Ersatz für Hadern, sondern auch zur Pulverbereitung und in manchen anderen Industriezweigen wird sich die Cellulose mit Erfolg verwenden lassen, sobald sie nur in genügender Menge und Güte zu haben ist. Als im Jahre 1872 förmlicher Mangel an Weißpapier herrschte, wurde zur Erzeugung von solchem ein Etablissement in Aschaffenburg angeregt, dem Sitze der bekannten beiden Buntpapierfabriken, deren jede fast eine Weißpapierfabrik zu beschäftigen vermag. Während des Baues dieses Etablissement-trat der Gedanke heran, die Fabrication der Cellulose damit zu verbinden und so wurden denn statt einer Fabrik eigentlich deren zwei errichtet, die jetzt, nachdem die ersten, wol für alles, wa« zum Dasein emporstrebt, unerläßlichen Kinderkrankheiten Überständer,. find, sich gegenseitig ergänzen. Auf einer länglich hingestreckten Halbinsel des eine halbe Wegstunde abwärts sich in den Main ergießenden Aschaff. bacheS, mit dem malerischen Hintergründe der Spessartberge, in dem durch die Ereignisse des Jahre» 1866 bekannt gewordenen Goldbacherthale, liegen die auch der einzige lohnende landwirlhschaftliche Ge-werbSzweig in den Alpen, die Viehzucht, empfindlich geschädigt wird. Die heikligste Frage bei den Ausgleichsverhandlungen, die am meisten Staub aufgewirbelt, bildete die Frage der Verzehrungssteuer. L)ie Ungarn traten bekanntlich mit der Behauptung heran, sie zahlten dadurch, daß sic große Mengen von Zucker und Bier aus Oesterreich beziehen, wofür hohe Verzehrungssteuern eingehoben würden, rein österreichische Abgaben, da unsere Fabrikanten den Preis der Waren ja um den Betrag der Steuer-leistung erhöhen. Die Magyaren forderten daher geradezu, Oesterreich solle ihnen eine bestimmte Summe (sie hatten sich bereit« bi« zu sieben Millionen heraus» gerechnet) bezahlen, widrigenfalls sie mit dcr Ausrichtung von Zollschranken an unseren Grenzen drohten. Diese Frage war schon von der Ausgleichsdeputation im Jahre 1867 gründlich erörtert worden. Wenn nun die Ungarn mit der Forderung herantraten, daß ein Theil der Steuern, die wir «inheben, als von ungarischen Consumenten einge-boben, wieder Ungarn zugute komme, dann beabsichtigten sie, einen Punkt, welcher eine Bedingung und ein wesentlicher Bestandtheil der damaligen Äb-wachungen, insbesondere bei der Quotenbestimmung, war, von letzterer lvSzulösen. Einem solchen Beginnen mußte von österreichischer Seite mit aller Entschiedenheit entgegengetreten werden. Da« gänz. liche Stillschweigen der mehrerwähnten amtlichen Mittheilung über das sogenannte Verzehrungssteuer-Präcipuum, welches die Ungarn forderten, sowie die Bemerkung, daß das Zoll- und Handelsbündnis wesentlich unverändert erneuert werde, beweist, daß diese Forderung von den Ungarn fallen gelassen wurde. Unsere Minister haben allerdings nur ihre Schuldigkeit gethan, wenn sie mit aller Entschiedenheit einem solchen Ansinnen an unseren Steuersäckel entgegentraten, denn bezüglich dieser Forderung gibt L« keinen Recht» und Billigkeitsstandpunkt» um von den Abmachungen de« Jahre« 1867 in irgend einer Weise abzuweichen._______________(Schluß folgt.) Politische Rundschau. Laibach. 9. Mai. JulanV. Die „Politische Correspondenz'. theilt die wesentlichsten Punkte der AuSgleichSverein-harungen in folgendem mit: Da« Zollbündnis wird auf zehn Jahre (wesentlich in der gegenwär. tigen Fassung) erneuert. Dir Kündigung vor dem neunten Jahre ist ausgeschlossen. Bezüglich des allgemeinen Zolltarifs wurde vereinbart, für einige Judustrieartikel, ülSbesosdere zum Schutz» der Textil- virlen Gebäude, über welche ein 96 Meter hoher, musterhaft gebauter Schornstein emporragt. Hier hat man Gelegenheit, den Prozeß zu verfolgen, der selbst in unserer kunstsertigen Zeit noch einige Bewunderung verdienen dürste: wie nemlich ein Haufen Holz, früh morgens aus dem Walde frisch herein, gefahren, abends als Papier in die Druckerei oder Färberei wandert, und zwar als ein anerkannt gutes und kräftiges Papier. Zuerst wird das Holz — meist Nadelholz — von der Rinde befreit oder „ab-gebastet", dann durch Maschinen in kleine Stücke zertheilt und diese in große eiserne Trommeln gebracht, welche wie ein Sieb durchlöchert sind. Zehn derselben füllen einen große« eisernen Sessel, werden hier bei hohem Dampfdruck von Sodalauge durch-Dömt und so ihr Inhalt binnen 6 Stunden in Holzfaser und Cellulose aufgelöst. Dieser Stoff muß nun im ..Waschholländer" sich von allen Resten der Lauge befreien und dann in den „Bleichhollän-hineinlaufen, um sich da durch Chlorkalk und etwas Schwefelsäure zu reinlich weiß aussehendem H»lzzellstoffe ausbleichen zu lassen. Dieser Prozeß dauert etwa 2 Stunden. Aber noch ist der Stoff nicht sauber genug, er enthält noch Knoten und Splitterchen des Holzes und diese werden ihm vollends dadurch abgenommen, daß er auf den soge- industrie, die Zollsätze, den wirklichen Bedürfnissen entsprechend, zu erhöhen, ebenso wurden bei einigen landwirthschastiichen Erzeugnissen die Zollsätze teilweise erhöht und beschlossen, bei einer Reihe von Consumartikeln höhere Zollsätze einzuführen. Betreffs der Verzehrungssteuern wurde vereinbart, die Verhandlungen über eine Reform des Zucker- und Brannlweinsteueruesches ehestens adzuschlteßen und den landwirthschasilichen Brennereien Begünstigungen zuzuwenden. Das bisherige QuoienverhältniS, sowie der Abzug der Stcuerrestitutionen vom gemeinsamen Zollerträgnis wurde mit der Modifikation beibe-haUen, daß die beiden Reichshälften an der Restitution für den ausgeführten Zucker, Branntwein und Biere im Verhältnisse der jährlichen Brutto-ecträgnisse der respectiven Steuern theilnehmen. Die Regierungen erkannten sich gegenseitig das Recht der Errichtung einer selbständigen Zettelbank zu. In den nächsten zehn Jahren jedoch soll unter der principiellen Anerkennung der Einheit der Note und Bedeckung in beiden Ländergebieten zur ausschließlichen Notenausgabe nur eine Bankgesellschaft mit zwei coordinierten Bankanstalten in Wien und Budapest und mit einem paritätisch zusammengesetzten Cen'.ralorgan ermächtigt werden, welches die Vermögensverwaltung besorgt. Die Bankanstalt in Wien erhält siebzig, in Budapest dreißig Perzent der emiltierien Noten zur ausschließlichen Verwendung im Bankgeschäfte. Die Regierungen formulierten ein Programm zur Ausführung dieser principiellen Abmachungen, welches sie in den Verhandlungen mit der betreffenden Bankgesellschaft zur Geltung zu bringen bemüht sein werden. DaS Programm enthält Punctationen über die Organisation beider Bankdirectionen, sowie de« Centralorgans, über die örtliche Aufbewahrung des einheitlichen Metallschatzes, über welchen nur das Centralorgan verfügt, sowie über die Bildung eine« außerhalb der Bank stehenden LontrolorganeS zur Ueberwachung de« Bestandes de« Bedeckungsschatzes. Nicht weniger als vier Interpellationen sollen im ungarischen Reichstage über das Ergebnis der AuögleichSverhandlungen gestellt werden; sämmtiiche Parteien des Hauses wollen, jede in ihrer Weise und mit der entsprechenden Motivierung, das Cabinet über die Action in Wien befragen. Die liberale Partei wird zwei dieser Interpellationen besorgen; dir eine wird von dem Anhänge des Ca-binets im Reichstage auSgehen, die andere von den dissentierenden Verfechtern des selbständigen Zollgebiete«. Herr v. TiSza wird die in einem Minister-rathe festgestellte Antwort ertheilen. Ebenso find die Eröffnungen, welche der ungarische Ministerpräsident seinen Parteigenossen machte, in einem Mi- nannten .Rasfineur" über einen „Knotenfänger" läuft. Wieder einige Stunden später begegnen wir ihm auf dem Wege vom ,Ganzzeug" zum „Mischholländer" und verfolgen seine Laufbahn zur Papiermaschine; das ist die Station der Vollendung; wenige Minuten genügen, um den bisher formlosen Stoff zu fester, völlig ungeahnter Gestalt umzubilden. Der ursprüngliche Waldbaum gehl als Druck-, Schreib- oder Packpapier au« der Maschine in alle Well hinaus. Das Problem, au« Holz ohne den mindesten Zusatz von Hadern ein für nahezu alle Zwecke brauch-bares Papier herzustellen, hat im Großen zuerst dir aschaffenburger Weißpapierfabrik gelöst. Aber weit wichtiger noch und bedeutende» als diese Papier-erzeugung ist die der Cellulos«. Das Etablissement verarbeitet von jetzt ab täglich gegen 4M Zentner Holz zu 100 Zentnern Zellstoff, verbraucht davon den dritten Theil selbst und verkauft das Uebrige an andere Fabriken. Durch die Thatsache, daß man gutes, brauchbares Papier ohne Lumpen machen kann, wird in der Papiersabrication selbst sich rin großer Umschwung vollziehen. Der Schwerpunkt drrselbrn lag nemlich bisher in dem Einkäufe, der Sortierung und der Zubereitung der Lumpen. Die Wiederwir-tigkeiten des Einkaufes aber, wobei Uebervorthrilun- nisterrathe durchberathen worden. Eine pester Cor. respondenz will wissen, Herr von>Tisza werde diese Mitteilungen dcr österreichischen Regierung früher christlich übermitteln, damit auch unser Cabinet gleichzeitig eine ähnliche Kundgebung oerlauibare. Nach einem wiener Telegramm der „Kölnischen Ztg." bezeichnet! Graf Andrassy „gesprächsweise" den Artikel der „Nordd. Allg. Zt^." als durchaus nicht osficiöS. Weiter erklärte der österreichische Minister, jedem etwaigen Jnterventionsplane entschieden entgegentreten zu wollen. Und in Ueber. einstimmung damit wird der „Augsb. Allg. Ztg." aus Wien telegraphiert: „Die Gerüchte über eine von Oesterreich beabsichtigte oder Oesterreich zuge-muthete Occupation Bosniens werden aufti nachdrücklichste dementiert. Als Zweck der berliner Con-serenz wird die Herbeiführung der Waffenruhe und die Auffindung neuer Bürgschaften für die Rechte der Rajah bezeichnet." Ausland. Ueber die Occupation der in. für gierten Provinzen äußert sich der „Pester Lloyd," die letzten Siege Mukhtar Pascha'« halten die Herbeiführung eine« Waffenstillstandes erleichtert. Die Nothwendigkeit radikaler Maßregeln trete nirgends hervor. Die Bedeutung der berliner Unter, redung sei speciell mit Bezug auf den Aufstand also etwas abgeschwächt, doch sei sie für den Frieden und die konservativen Interessen Europas um so größer. Die militärische Leistung der Türken am 27., 28. und 29. April wird als glänzend belobt; europäische Truppen hätten unter gleichen Bedingungen versagt. Diese Woche treten die sranzösischenKam-mern wieder zusammen. Unter den Vorlagen von Bedeutung, welche sie zunächst zu erledigen haben werden, sind das Maircgesetz, die Amnestie-Anträge und die Reform de« Universitätsgesetzes zu erwähnen. Bezüglich der beiden letzteren Gegenstände wird eben in ganz Frankreich eine rührige Petitionsbewegung in Scene gesetzt. Die Bischöfe fordern die Familienväter auf, gegen die Waddington'sche Vorlage zu protestieren; eine Masse von Petitionen wird zu diesem Zwecke in den Pfarreien kolportiert und der Kammer eingesendet. Man bemüht sich in denselben, die UmerrichlSsrage auf da« privatrechtliche Gebiet hinüberzuspielen. Im englischen Unterhause wurde am 6. d. die Interpellation Cochrane's über die Occupation KhokandS durch Rußland verhandelt. Disraeli erklärte, Rußland wisse, daß England die natürliche Entwicklung des russischen Reiches in Asien nicht eifersüchtig betrachtete. Ebenso sei es selbstverständlich, daß England entschlossen ist, das indische Reich und seinen Einfluß im Orient aufrechtzuerhalten. Ruß. land kenne diese Absicht und halte sie nicht sür unver. gen durchaus unvermeidlich sind, die Schwierigkeiten, das SortierungSpersonal zu überwachen, die Kräfte und Maschinen, welche arbeiten müssen, um die Hadern so weit fertig zu stellen, als die fertig zu habende Cellulose e« bereits ist, dies alles läßt sich in Ziffern nicht ausdrücken. Würden heute noch neue Papierfabriken angelegt — was freilich unter den gegenwärtigen Geschäftsverhältnissen sür lange Zeit nicht zu erwarten steht — so könnte dies mit dem halben Anlagekapital geschehen und jedenfalls erfordert eine Fabrik, welche sich nicht mit Hadern, einkauf zu befassen hat, ein viel geringere« Betriebskapital, denn ihr Rohstoff, die Cellulose, wird so rasch zum fertigen Fabrikate, daß sie mit der Einnahme für letzteres den elfteren decken kann. Da« Vorurtheil freilich, welches jeder Neuerung im Wege steht, dazu die Unlust des Personales, sich in eine andere, wenn auch einfachere FabricationSweife hinein-zuarbeiten, sind Factore«, welche zu bewältigen nur der Zeit und der Einsicht Vorbehalten bleibt. Da. durch ferner, daß der kraftlose Brei des geschliffenen Holze« für manche Papiere in allzu großer Menge verwandt und so dessen Qualität bedauerlich verschlechtert worden ist, hat sich ein allgemeines MiS-trauen erhoben gegen alles, wa« Holz und Papier in Verbindung bringt. täglich mit dem guten Einvernehmen beider Länder. Das Einvernehmen beider Mächte sei niemals besser gewesen als jetzt. Rußland« Eroberungen in Central-afien seien für die dortige Bevölkerung ebenso vor-theilhaft wie jene Englands in Indien für die indische Bevölkerung. Cochrane zog seinen Antrag zurück. Norlhcote erklärte, die Regierungen haben den Seemächten bisher nicht vorgeschlagen, den Suezkanal gemeinsam zu verwalten. England sei bereit, einen solchen Vorschlag anzunehmen. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. — (Gegen die Lntweihung der Sonn-und Feiertage) Mit „Novice" in ihrer letzten Nummer ernstlich zu Felde. Man würde wol meinen, daß das vorzugsweise für ländliche Leserkreise bestimmte klerikale Blatt zunächst der Landbevölkerung zu Gemüthe führen werde, wie seine Ruhelage, anstatt als Tage des Herrn zur geistigen Anferbauuug benützt zu werden, durch die landesübliche Trunksucht sich zum Gegentheile gestalten und nur Unheil über das Land und dessen Bewohner bringen, indem es durch die Gerichtsverhandlungen nachgewiesen ist, daß die Kapital-Verbrechen in Krain, nemlich jene der schweren Verletzung, des Todtschlages und der öffentlichen Gewaltthätigkeit meist aus die Sonn- und Feiertage entfallen. Zu solchen ominösen Folgen der Sonntagsfeier gehören auch die zahlreichen Verunglückungen beim Pöller-schießen an «irchtagen und anderen Festen. Doch von all dem ist in der „Novice" nichts zu lesen. Das fromme Blatt ereifert sich vielmehr gegen Eisenbahnen, Telegraphen und Poftanstalten, daß diese uneingcdenk des Spruches „Gottesdienst geht vor Herrendienst" auch an den dem Herrn geweihten Tagen niedrigem Erwerbe nachgehen und die Arbeit nichl rnhen lassen. Schließlich wird die in England übliche strenge Heilighaltung der Sonntage als nachahmenswertes Beispiel angefühlt. Wir bedauern nur, daß „Novice" so kurzsichtig ist, die ihr viel näher liegenden Entheiligungen der Sonntagsseier seitens der ländlichen Bevölkerung mit Stillschweigen zu übergehen, und wenn sie schon englische Sitte als Beispiel für Krain anführte, so sollte sie auch die in dem Volksbcwußtsein der britischen Nation tief eingewurzelte Achtung vor dem Gesetze ihren Lesern zur Nachahmung anemps«HIrn, anstatt dem Landvolke durch Misachtung der bestehenden Gesetze, der weltliche» und geistlichen Autoritäten mit üblem Beispiele voranzu-gehen, so daß es uns nicht Wunder nehmen darf, wenn das bethbrte Volk sich an behördlichen Organen vergreist, indem ja seine Führer gegen das Gesetz und Lessen Executiv. organe nur Schimpf und Hohn zur Schau tragen. — (Jnfpectionsreise.) Der Herr Landespräsident, Ritter von Widmann bereiste den politischen Bezirk Loitsch und besuchte auch die Bergstadt Idria. — (Ernennungen.) Steueramtsprakticant Albert Halm und Rechnungsdepartementsprakticant Panl Smo -lej wurden zu provisorischen Assistenten des hiesigen k. k. LandeSzahlamteS ernannt. — (Schwurgerichtssitzungen.) Als Vorsitzende werden in der nächsten Sitzungsperiode fungieren: in Laibach Landesgerichts-Präfident Anton Gertscher, als dessen Stellvertreter OLGR. Johann Kapretz und LGR. Dr. Leit maier; in Rudolfswerth: Kceisgerichts-Präsident Vinzenz Jeuniker, als dessen Stellvertreter LGR. Dr. Andreas Vojska. (Der Violinvirtuose Krejma) befindet sich wieder aus Kunstreisen; er concertierte in voriger Woche Fiume, wird heute und morgen in Triest, in den weiteren Tagen in Görz und im Verlause der nächsten Woche in Laibach Loncerte geben. — (Die Witterung) nahm seit fünf Tagen win-terlichrn Charakter an; aus den Bergen nächst Stein und Oberkain, im Karstgebiete und in allen höher gelegenen andestheilen fiel vorgestern und gestern Schnee; sogar die aus Gottschee und Rudolfswerth führten auf ihren achern Schneespuren mit nach Laibach. In Triest wüthet seit drei Tagen bei unaufhörlichem Regen die Bora und herrscht ,ine Ag^e, wi, eine solche gewöhnlich nach Weihnachten a»sj„,r,t,n Pfiegt. Trösten mag uns die Thatfache, daß in Frankreich, England, Belgien, Deutschland und in der Schweiz eben auch sehr ungünstige Witterung herrscht. — (Die Ueberschwemmungen auf dem laibacher Moore) ^wiederholen sich in bedenklicher Weise. Heuer sind bereits zum viertenmale ausgedehnte Flächen daselbst unter Wasser gesetzt worden. Die nach den vorgestrigen starken Güssen eingetretene letzte Ueberschwem-mung droht die neuen Ansaaten gänzlich zugrunde zu richten, welche von den Morastansiedlern infolge der vorhergegange-nen Vernichtung ihrer Wintersaaten durch die Hochwässer gemacht worden sind. Ebenso unrentabel wie die Bodenkultur ist auch der Torfstich geworden. Vielen Grundbesitzern ist die Ausbeute des gachen Jahres an getrocknetem Torf durch die wiederholten Hochwässer fortgeschwemmt worden. Während in früheren Jahren bedeutende Ueberschwem-mungen des MooreS erst nach wochenlangem Regen ein-traten, genügt dermalen ein 24 Stunden anhaltender Landregen, um weite Flächen unter Wasser zu setzen nnd bei dem nur sehr langsam erfolgenden Abflusse der Gewässer jeden Ertrag des Kulturbodens in Frage zu stellen. Alles deutet darauf hin, daß der kultivierte Morastgrund in seinem Niveau sich gegen früher bedeutend gesenkt hat. Es ist wirklich höchste Zeit die geeigneten Maßregeln zu ergreifen, was auch durch den vom krain. Landtage beschlossenen Morastknllur-Gesetzentwurs beabsichtigt wird, um die so häufige Wiederkehr solcher Lalamitäten zu verhindern, indem sonst das mit so günstigen Erfolgen der «ultur unterzogene Morastgebiet als Kulturland aufgelassen und einer neuen Versumpfung preisgegeben werden müßte. — (Wünsche und Beschwerden.) Jene Allee, welche nächst der klagensurter Mauth vom Wächterhause der Südbahn in die Hauptlinie der Lattermannsallee führt und von Fuhrwerken und Fußgehern benützt wird, befindet sich in schlechtem Zustande. Im Namen des verkehrenden Publikums wird um Herstellung dieser Alleestraße ersucht. — (EinSängerfest) findet am 13. und 14. August l. I. in Lilli statt; an demselben werden auch Ge-sangsvereine aus Krain theilnehmen. — (Aus der Bühnen well.) Die Gesellschaft Schwabe in Triest hat am 7. d. ihre Vorstellungen im Armoniatheater abgeschlossen. Die Herr» van Hell und Pohl er, Fräulein Van ini und Krau Weber wurden durch vielen Beisall ausgezeichnet. — (Historischer Wo che n ka l end>e r): K. Mai 1429, JeanneD'Arc befreite Orleans; 9. Mai I8VS, Friedrich v. Schiller gestorben; II. Mai 1873, Erlaß der Mai-gesetze; 12. Mai 1845, A. W. v. Schlegel gestorben; 13ten Mai 1792, Pius IX. geboren; 13. Mai l717, Maria Theresia geboren; 13. Mai 1871 Auber gestorben. — (Berichtigung.) In unserem gestrigen Berichte über die Generalversammlung des Musik Vereines soll cs anstatt » ocmto Zahlung an den Feuerwehrverein richtig lauten: „an da« frühere Musikcomiti" und einige Zeilen weiter muß es heißen: „vom früheren MusikcomitL übernommene Jnventarstücke". HVtvkl»« lur Viele! ln »Ilen Lrsnoden, insbesondere »der bei Leruz clor »Uxewein beliebten rsebtkertixt sieb äs« Vertrauen einerseits durch üverkrmnte 8oIiiIit.Lt Lvr kirm», »ndererseits dureb den sieb bierüns ergebenden enormen ^.bsst?. vurek ibre künktliebkeit und ksellitüt bekannt, vird dis k°irm» H vainp. I» »»inbur» ^edernmon desonders unä »ogelexsntliebst empkoblen. Zur Gesundheitspflege i« Laibach. (Schluß.) Der Gesundheitsrath inKlagenfurt stellte in Bezug auf Verbesserung des alten Systems folgende Anträge: 1. Die Uebernahme der Arbeitsleistung für die Stabtreini-gung ist öffentlich auSzuschreibeu und demjenigen zu über-tragen, welcher mit den nöthigen Kenntnissen ausgerüstet ist, mit den besten Apparaten die Reinigung und Verfüh-rung, sowie Verarbeitung der Auswurfstoffe zu Dünger vornehmen will und außerdem die nöchige Garantie bietet und billige Bedingungen stellt. Der avzufchließende Vertrag wäre vor der Genehmigung desselben dem Gesnndheitsrathe zur Begutachtung mitzutheileu. 2. Jeder Hausbesitzer, welcher keine eigene Düngergrube für Kehricht u. dgl. besitzt, ist verpflichtet, seinen Parteien im Innern des Hauses an einem bestimmten Platz «in bewegliche- und leicht handbares Gefäß zur Aufbewahrung deS stch im Hanse sammelnden Unrathes aufzustellen. In dasselbe dars keine Kohlenasche geschüttet werden. Die Gefäfse werden von eigenen vom Magistrate bestellten Fuhrwerken zu bestimmten Zeiten ab-geholt. Düngergruben müssen ebenfalls mindestens einmal im Jahre gründlich gereinigt werden. 3. Geschieht die Reinigung der Abortgruben durch Apparate, die eine geruchlose Manipulation sowol bei der Räumung als bei dem Verführen zulassen, so ist die Zeit für die Räumung und Verführung eine unbeschränkte. Geschieht die Räumung jedoch nicht in dieser Weise, so ist die Zeit dafür vom 1. Oktober bis Ende April bestimmt, und zwar nur während der Nachtzeit von 11 bis 6 Uhr innerhalb des Grabens und von 10 bis 6 Uhr in den Vorstädten. Nach 6 Uhr dürfen Fahrzeuge mit Fäcalstoffen nicht mehr im Rayon der Stadt stch befinden. In außergewöhnlichen Fällen darf mit vorher eingeholter magistratlicher Bewilligung auch in der Sommerzeit von II bis 4 Uhr in der Nacht geräumt und verführt werden. 4. Sämmtliche Gefäße, worin Fäcal-massen aus der Stadt ausgesührt werden, müssen vollkommen dicht verschlossen sein und nach jedesmaligem Gebrauch sorgfältig gereinigt werden. Sollen Fahrzeuge mit solchen Gesäßen auch bei Tag verkehren dürfen, so müssen selbe außerdem ein gefälliges Aenßeres haben und Fahrzeug und Wagen immer sorgfältig gewaschen werden, ü. Die Fäcal-stoffe, sowie «ehriLt dürsen nur auf außerhalb der Stabt vom Magistrate angewiesenen Plätzen abgelagert und zu Dünger verarbeitet werben. Hausbesitzer, welche die Fäcal-stofse auf ihren Feldern außerhalb der Stadt directe verwenden wollen, haben für den Fall, als die Räumung ei« Unternehmer besorgt, bezüglich der Verwendung mit demselben sich abzufiuben. Hausbesitzer, die diese Stoffe auf ihren Feldern, welche jedoch noch »n der Nähe von bewohnten Häusern nnd frequenten Wegen der Stadt sich befinden, verwenden wollen, müssen außerdem noch die Fäealstoffe auf einem Punkte am Felde in flache Gruben entleeren und diese sofort mit Erde oder Asche rc. so dicht bedecken, daß die Umgebung vollkommen geruchlos ist. 6. Die Hausbesitzer sind verpflichtet, ihre Abortgruben nur von dem oder von den vom Magistrate aufgestellten und überwachten Mehrungsräumern räumen und deren Inhalt verführen zu lassen. Für Ausnahmsfälle ist die Bewilligung des Magistrates einzuholen, jedoch können solche Ausnahmen blos gegen beliebigen Widerruf unter strenger Wahrung aller sanitätS-polizeilichen Vorschriften, und hauptsächlich nur fitr Grundbesitzer an der Grenze des Stadtgebietes, zugelassen werden. 7. Die Hausbesitzer haben für die Entleerung ihrer Abortgruben und Verführung des Inhaltes oder für die Verführung der Tonnen und Ausstellung der neuen Tonnen die behördlich genehmigten Einheitspreise an die Uuten>ehmer zu bezahlen. Die Gemeinde garantiert den Mehrungsräumern die Bezahlung dieser Taxen durch eventuelle executive Einbringung derselben. Freie Uebereinkommen mit den Unternehmern, wobei im Pauschale oder in einer anderen Art, als es die behördlich bewilligten Taxen angeben, die Bezahlung ersolgt, sind von obiger Garantie ausgeschlossen. 8. Wenn die Räumung durch Apparate erfolgt, welche auch bei Tag arbeiten dürfen, so ist jeder Hausbesitzer, welcher Senkgruben besitzt, verpflichtet, dieselben mindestens zweimal im Jahre gründlich reinigen zu lasten. In besonderen Fällen, wenn d«e Senkgruben nahe bei Brunnen sich befinden oder besonders durchlässig sind, kann auch bei einzelne» Gruben eine regelmäßige jährliche 3-4malige Reinigung vorgeschrieben werben. Außerdem kann vom Magistrate eine öftere Reinigung aller Senkgruben angeordnet «erden. 9. Wenn die Räumung der Senkgruben mit Pumpen ersolgt, so hat der HauSeigenthümer aus seine Kosten in die Bedieluug der Senkgruben eine kleine verschließbare Oeffnung zur Einbringung des Schlauches machen zu lassen, um nicht einen größeren Theil der Bedielung immer aufreißen zu müssen. Die Gemeinde behält sich vor, slir den Fall, als ein Unternehmer die Fäealstoffe, Kehricht und Asche zu Dünger verarbeiten will, die Methode einer Begutachtung unterziehen und nur mit Bewilligung des Magistrate« die ent-sprechende Methode zur Verarbeitung zu Dünger in Anwendung bringen zu lassen. Jedoch kann auch bei sich zeigenden Uebelständen diese Art der Verarbeitung wieder sistiert werden. 10. Wenn ein Unternehmer die Räumung, sämmt-licher Abortgruben besorgen sollte, so hat dieser auch die Verpflichtung, die Tonnen aus den öffentlichen Pissoirs zu verführen und wieder aufzustellen, wofür er keine Entloh-nung von der Gemeinde beanspruchen darf." Schließlich gelangt der genannte Sanitätsrath zu dem Antrage, für Klagenfurt das Tonnenfystem zu empfehlen und folgende Verwendung zu befürworten: „Bei Neubauten sind nur Aborte mit Faßapparaten nach einem vom Magistrate als gut anerkannten Systeme herzustellen. Bei alten Gebäuden, wo die Durchlässigkeit der Senkgruben notorisch nachgewiesen ist, sind ebenfalls anstatt der Neuherstellung der Senkgruben, Faßapparate in Anwendung zu bringen. Die obligatorische Einführung des Tonnensystems für Neubauten, sowie theilweise fiir alte Gebäude, ersordert jedoch auch noch eine regelrechte Abfuhr und Reinigung der Fässer, welche ebenfalls von demjenigen Unternehmer zu besorgen wäre, welcher die Räumung und Absuhr der Sendgruben übernommen hätte. Die entsprechenden Taxen wären ebenfalls unter behördlicher Intervention mit den Unternehmern zu vereinbaren, sowie überhaupt ein genauer und praktischer Vertrag mit denselben vonseite der Gemeinde geschlossen und mit Berücksichtigung aller dieser angegebene« Bestimmungen die ganze Manipulation und Gedühren-bemessung festgestellt werden müßte." » Wir werden seinerzeit nicht sSumen, Bericht, Befund vnd Gutachten des laibacher GesundheitSrathes (Sani-täts-Enquete) nach Abschluß der Lommisfionsverhandlungen der Oeffentlichkeit zu übergeben.______________________ Eingesendet (Der Lehrer als Jagdpächter.) Der steiner Correspondent berichtet unter großem Erstaunen, daß ein Lehrer sich erktihnte, eine Jagd zu pachten. Bisher dursten unter anderen wol auch Bauern so noble Passionen haben, nun aber wird gar noch ein Bolksbildner so unbescheiden, sich unter die Jagdpächter zu mengen. Wirklich unerhört im 19. Jahrhunderte! Ein Jugendbildner von Krain will, statt nach dem Glockcnstrange und Weihwkdel zu greifen und in alter Gemüthlichkeit als Paria den Klingelbeutel in der Kirche spazieren zu führen, seinen Amtsgenofsen in anderen Provinzen es nachthun und nach des Tages Mühen manchmal in frischer gesunder Waldesluft sich ergehen; aber was irgend jemand thun darf, das soll dem Pädagogus verwehrt bleiben. Freilich denkt die gebildete Welt anders und erkühnt sich sogar zu glauben, daß der Lehrer schon längst ausgehürt habe, ein Knecht der p. t. Kaischler und Bauern zu sein. Und diese gebildete Welt läßt es sich gar nicht beisallen, nach dem Bolksbildner mit Steinen zu werfen, auch wenn er Jagdpächter wird. Wie Schade! Aus Lehrerkreisen. 8t»st»koncl». Sperc. Rente, itft.Pap dto. dto. öst. in Silb. üosc von isst Witterung. Laibach, 9 Mai. Heute trübe, etwas windig, kühle Lust, mäßiger NO. Wärme: morgens 7 Uhr -j- 7 6». nachmittags 2 Uhr 35-75 mm. Regen. Ängelommeue Fremde am 9. Mai. Hotel Stadt Wien. Essinger, Birner und Engelhard, Kflte.; Kolineg, Reis., und Kukla, Wien. - Nossan, Triest. — Kolarbo, Handelsm., Krakau. H«trl Elefant. Fenderl, Triest. — Pasquale Tichiaz, Schifsseapitän, Kostrane. — Schweiger. — Jaklitsch, Rom, Kojar und Obermann, Bottschee. Hotel Europa. Witbe, Wien. — Michl, Handelsmann; Habarny und Brez, Kürschner, Graz. — Böck, Zngenieur, Divake. Mohre». Schleimer Maria, Köchin, und S»le,mer Josefa, Magd, Graz. — Franz Ritter v. Kozarye, Klagenfurt. — Primus, penf. Geistlicher, Beides. «aiser von vefterreich. Säger, Beamte, Steiermark. -Benvenuti, Sagor. — Globoönik, Villach. " Berstorbene. Den 8. Mai. Franziska Krasovic, Hausmeisterskind, 4 Monate, Tirnauvorstadt Nr. 86. hitziger Wasserkopf. — Franziska Gorsik, Kammerdienerin, 39 I., Stadt Nr. 163. Entkräftung. — Johann Goßar, Kofigeber, 36 I., Gra-dischavorstadt Nr. 37. Lungentuberculose. - Johanna Biditz, Schuhmacherskind, 8 Tg , Stadt Nr. 25, «innbackenkrampf. - Anna Regali, Kindswärterin, 70 I., St. Petersvors.adt Nr. 2, GedärmlLhmung. ______________ Telegramme. Wien, 8. Mai. Die „Wiener Zeitung" meldet: Der Kaiser genehmigte, daß Erzherzog Franz Ferdinand, gemäß dem Testamente des Herzogs von Modena, Namen und Wappen der Familie Este führe. — Der Kaiser verlieh dem Ackerbauminister Mannsfeld die Geheimrathswürde. Die „Politische Correspondenz" meldet: Gras Andrassy, seit mehreren Tagen unwohl, erhielt gestern den Besuch des griechischen Königs; er reist seines Unwohlseins halber erst morgen nach Berlin ab und lehrt längstens am 15. d. M. zurück. Berlin, 8. Mai. Der ..Reichsanzeiger" be richtet über die Affaire in Salonik und sagt, der Großvezier habe sich bereit erklärt, den Botschaftern Frankreichs nnd Deutschlands die verlangte Genug-thuung zu gewähren. Der Sultan ließ denselben durch seinen ersten Adjutanten sein innigstes Bedauern über den Vorfall aussprechen und ertheille die Zusage strengster Bestrafung der Schuldigen. Gestern wurde die Ruhe in Salonik nicht mehr gestört. (Zum Verständnis dieses Telegramme« se bemerkt, daß gestern am 8. Mai in Saloni! (Hauptstadt der türkischen Provinz Makedonien) ein Aufstand ausgebrochen. Ein Bulgarenmädchen wollte zum Islam übertreten; einige Christen wollte« über Anstiften des amerikanischen Consu.S das Mädchen mit Gewalt entreißen; der französische und deutsche Consul, welche in die Moschee gingen, wurden von dem sanatisierten Pöbel getödtet, trotz der schützenden Anstrengungen des neurS. — Eine Fregatte mit dem neuen Gouverneur Echref Pascha, dem Commisfär Vohan Effendi, dem zweiten Dragoman der französischen Botschaft und dem deutschen Cousul von Konstantinopel find nach Salonik abgegangen. Die Schuldigen werden exemplarisch bestraft werden. Eine französische Es-cadredivision erhielt Befehl sogleich nach den Ge-wäfsern von Salonik abzugehen.) Wiener Börse vom 8. Mai. rkLLlldrtvka. t!oje von 186», ganze Sose von 18S0, Fünft. Prämienlch. v. IK64 SKI Liebenbürg. Ungar» > vttv». Snglo-Lank . . . , Kreditanstalt . . . > Depositenbank. . > EScomvte-ilnstalt > franco - Bank . . > > landelSbank . . . lationalbauk . . > Oeft. Bankgesells. Union-Bank . . . verkehr»bank. . . > Ms-ild-Bahn . . Karl Ludwig' ' »ais. Llis.-Babu Kais. Fr. Josessb Slaalibabll küdbah» . Geld Ware 86 35 65-45 70 1« 70-L5 L05-5" 1(6- in— 111 5V 116 50 117'- 18S.5V 134 5V 74-5V 7550 76LV 77 75 «S ilö 63 50 13820 138 40 645- 655 - 14 50 15-- 58 75 58- 86L— 864-^ 5785 57 50 77.L5 78 — 1L4 50 105-50 188 75 ,88 75 144- l45— 13Z-50 1!i4'- 864.- 265— .87 L5 87 5V Allg. oft. Bvd.-Tredit dto. in »»4........ Nation, i. W........ llng. Bod.-Lreditanft. rrtortt»t«-OK1. Franz IosefS-Bahn -Oest. Nordwestbahn Siebenbürger . . . Staat-bahn .... Südb.-Ges.zu 500 Kr. dto. BonS I-0VV Credit - Lose . . Rudolf» - Lose . WooL«. (3Mvtt.s AugSb.ivOfl. südd.w. ^raukf. 100 Mark. . amburg „ „ ondon 10 Pfd. Sterl. Pari- 100 j)ranc» . . AlilLLVL. Kais. Münz-Ducaten ... enscheine. -FrancSstü« reuh. Kaffer jreul. Silber Geld 103 50 88 r,7 10 85b0 92 — 87— 148 -11050 155 LS 1850 5* 50 58 50 119 75 47 30 5 70 9 55 59 05 108 75 Ware 104'-88 L5 97 30 98 50 87 85 66 50 148 50 111 — 155 75 13 — 58-65 58-65 180-10 47 40 5'71 9-56 59 15 103 - Telegraphischer Lursbericht am 9. Mai. Papier-Rente 6680 — Silber-Rent-> 70 60 — l8«»ei StaatS-Lnlehen 111 50. — Bankactien ft55. — Lredit t39— London IIS 80. - Silber WS 70 — K. k. Münz, ducaten 5 68. - ÄO-Franc« Stücke 9-53. — 100 Reich?, mark 59'—. gegen (249) 40—10 Sommersprossen, Leberflecke, Wimmerln rc. Diese Salbe durch 10 Abende angewendet, verdrängt spurlos Sommersprossen, Leberflecke rc. Ein Original-Tiegel ,ammt Anweisung kostet 70 kr. Echt zu beziehen durch die LandsLafts-Apotheke des Wvu«l. , Apotheker und Chemiker, Graz, Sackstraße Nr. 4. General-Depot für Krain bei Vtvt«,- v. Apotheker „zum goldenen Einhorn" in Laibach, Hauptplatz Nr. 4. I>II.LI>8IL (kÄIsucdt) keilt drieüick äer 8peoi»I»rrt vr Lilliscli, Keustadt, vrsLäen (Ssvdsen). Vvrvits Itdvr 800« mit krtolx kvl»tu«l«lt (1) 26 Line schöne Wohnung, bestehend aus 3 Zimmern, Küche, Speise, Keller und Boden, ist sofort zu beziehen. Anfrage Wiener« linie Nr. 7 im dritten Stock. (274) Wohnungs-Aenderung. beehrt sich seinen p. t. Zahnpatienten höflichst anzuzeigen. Laß er vom 7. Mai an im Mally'schen Hause I. Stock an der HradeczkybrUcke wohnt, und ordiniert wie bisher von 8 bis 12 vormittags und von 2 bis 5 Uhr nachmittags. (267) 3 Allerneueste große deren erste Ziehung am 14. und 15. Jnnt d. I. statlfindet. In dieser vom Staate garantierten Ber-losung werden in wenigen Monaten 7.77 l,8W Reichsmark gezogen, welche unter die Theilnedmer an der Berlosung ausgezahlt werden. Außer 43,400 Geldgewinnen ist der größte Treffer ev. 375,000 Nmk. Zu dieser besonders soliden Auslosung kann ein jeder Driginal-Lose (keine Prom essen) erhalten und kostet hierzu Ein ganzes Jos 6 M. od. fl. 3 30 ö. W. „ halbes „ 3 1„ „ viertel „ 1 Vz85 „ Aufträge werden gegen Einsendung des Betrages selbst nach den entferntesten Gegenden prompt und verschwiegen ausgesührt, amtliche Gewinnlisten nnd Gewinngelder sofort nach Entscheidung zngesandt und Prospekte gratis vertheilt, sowie unentgeltliche Auskunft Uber alle gezogenen Staatslose. (254) 12-3 Ein jedes Hamburger Haus ertheilt Auskunft über unsere Firma. Man wende sich deshalb vertrauensvoll an die Unterzeichnete weltbekannte Firma, welche mit dem Berkauf dieser so vortheilhaslen Lose betraut ist. Staatspapieren-Geschäft, ^ Hamburg. I V, L^LS.SL SS KZ'LMs-ß -Z ^ s 8 - o A 2 ^ _________ ^ » «> «> 8S.S S ^ c>. — >«S< 0Z « er - L111 LÄlII ss< sv< ss< sss» »sch «« .-LLA- s s ^ l- „ L ^ - Zo 5 D ZU-sß L 8 T LL -- ^ r: ^ L. ^ o ^ LZ-Z ^ 8 >2 2 L r: r: —L) s Druck von Jg. v. jklernmavr Zr Ked. Bamtrrg» «erlegrr Ottomar «amberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Spitaler.