Vrennraetettonß - Preis«: Für Laibach: Ganzjährig . . 8 fl. 40 kr. HalMhrig . . 4 „ 20 „ Vierteljährig . 2 „ 10 „ Monatlich „ 70 0 Mit der Post GanzjSbrig.............12 fl. Halbjährig............ 6 , VictIctjfShcig . • • • • 3 ft Laibacher Für Zustellung in« Han« »iertelj. 86 h., monatl. S kr. *tn,elue Nummern 6 kr. Anonyme Mitthrilungen werden nick« berücksichtigt; Manuskripte nichi jitxilcfgefenbet. fteHectidn: Vahnhosgaffe Nr. 16. Er»edttl««s- * Jnseratrn-Burean: «ongretzplatz Nr. 2 (Buch. Handlung don Jg. v. Klein» mayr & geb. Bamberg.) Jusertiousvreise: Für die einspaltige Petit,eile i 4 !t, bei wiederholter Einschaltung ä 3 kr. Anzeigen bi- 6 Zeilen 20 Eei größeren JnseratechjWW öfterer Einschaltung echsO^ A. chender Rabatt. X : 'v Für complieierten Satz bew^-.Ä dere Vergütung. Nr. 276. Freitag, 30. November 1877. - Morgen: Eligius. 10. Jahrgang. Der Aolltmis. Die Regierungsvorlage, betreffend den neuen Zolltarif, kann fich einer sympathischen Aufnahme nicht rühmen, sie wurde in allen Bevökerungökreisen mit Widerwillen und Opposition begrüßt, die Industriellen, die Handelswell, das konsumierende Pu. blikum ist mit den Ansätzen unzufrieden, nahezu alle größeren Gemeinden in den im ReichSrathe ver. tretenm Königreichen und Ländern, die Industriellen in Böhmen, Mähren, Schlesien und Niederösterreich sehen in den hohen Ansätzen ihren Ruin; da« projek. tiertc hohe ZvllauSmaß auf d>e nolhwendigsten und unentbehrlichsten Sonfumartikel erzeugte in allen Bevölkerungskreisen der Monarchie Niedergeschlagen, heit, Unzufriedenheit, und beide Häuser werden von-feite der Gemeindevertretungen mit Petitionen, welche die Herabminderung der Ansätze auf Consumartikel, namentlich auf Kaffee, Reis, Petroleum u. a. Artikel anstreben, förmlich überschüttet werben. Fachmänner erblicken in der neuen Zolltarifsvorlage keineswegs ein Produkt reiflicher, unbefangener Erwägung, sondern nehmen eine gänzliche Nichtbeachtung der heute in Oesterreich herrschenden Verhältnisse wahr, die wirtschaftliche KrisiS wüthet erst jetzt in den Eingeweide» sämmtlicher Staatsbürger, der von Tag zu Tag mehr und mehr sinkende Wohlstand der Bevölkerung und die Unthätigkeit, die Tod verkündende Ruhe der Industrie und deö Hantel« in Oesterreich, in ganz Europa gestatten es nicht, dem monströsen Zolltarifs-Elaborate Beifall zu zollen. Einige. Interessengruppen, die sich an maß. gebender Stelle fest ins Zeug setzten, mögen Befriedigung ihrer Wünsche und Beschwerden gefunden haben, einige Tarisposten tragen leicht wahrnehmbares Gepräge, daß gewissen Einflüssen ihre Geburt zu danken ist, so mancher Großfabrikant mag ungestüme Pression auSgeübt haben.^Jn Fachkreisen, die vom Geiste der Unparteilichkeit angeweht, gab man der malitiösen Bemerkung Ausdruck, daß in den Re-gierungsbureaux niemand austrat, um die Interessen wichtiger Industrie- und Produktionszweige zu schützen und vor Druck zu bewahren. Auch, die Mehrzahl der Mitglieder de- Abgeordnetenhauses ist durch den neuen Zolltarif nicht besonders entzückt, sie bedauert den Abbruch der Vertragsverhandlungen mit Deutschland. Die Lage in Frankreich. An der Seine sind k,irische, gefahrdrohende Ereignisse eingetreten, nach Verlauf einiger Tage wird es sich zeigen, ob Frankreich Republik bleibt oder in die Reihe der monarchischen Staaten Europa's in Gnaden wieder ausgenommen wird. Die Deputiertenkammer geht muthig und energisch vor, die im Mai l. I. begonnene KrisiS muß zu Ende gehen, entweder muß die Regierung, welche die Bildnisse der Reaktion, des UUramontaniSmuS und des Staatsstreiches in ihren Fahnen trägt, oder es muß die nach Freiheit dürstende Republik fallen. Die Deputiertenkammer wird sich nie und niemer dazu herbeilassen, mit einem dem republikanischen Sisteme fernstehenden Ministerium in nähere Be- I rührung zu treten, es steht demnach die Wiederholung des Trauerspieles „Kammerauflöfung" und der Druck des Belagerungszustandes, vielleicht sogar btr Bürgerkrieg in naher Aussicht. Frankreich Hat wahrlich einen schweren parlamentarischen Kampf um die Republik zu bestehen; die Bevölkerung Frankreichs blickt mit schmerzlichen Empfindungen auf den gegenwärtig im Innern de» LandeS sich vollziehenden Konflikt. Die Politiker bedauern es tief, daß Frankreich derzeit lahm gelegt ist, um in der orientalischen Frage ein gewichtiges Wort in die Wagschale zu legen; die Sorge um den Frieden im eigenen Lande hemmt jede Einflußnahme auf fremde, auswärtige Fragen. Die Politiker in Frankreich setzen Inbetreff btr Lösung der orientalischen Frage nicht allzu große» Vertrauen auf England und Oesterreich; sie zweifeln, daß diese beiden Mächte die Aufgabe übernehmen können, übernehmen wollen, Europa btn Frieden zu bringen, mit bloßen platonischen Mahnungen und in Glacehandschuhe gehülltem Winken wir!» Rußland gegenüber nichts Gedeihliches und Erfreu-liches geschaffen. Die Vage in Frankreich ist nach innen und außen eine beklagenswerthe, da« „Ministerium de» Widerstandes" hat weder da« Land noch die Depu-tiertenkammer für sich, und doch wäre eS dem Mar« schallpräsidenten möglich gewesen, ein Ministerium zu bilden, welche« der Sympathien der Majorität der Kammer sicher gewesen wäre. Soll die Lage Frankreichs eine veränderte, bessere werden, so muß die gegenwärtige Politik, die gegenwärtige Verwaltung geändert werden, vor allem müßte die Regit- Feuilleton. Die Herrin von Kirby. Roman von Dd. Wagner. (Fortsetzung.) Rakcher flog jetzt der Wagen dahin, und bald hatten sie die Bucht erreicht, wo das von Tim gemietete Boot liegen sollte. Als sie fich derselben näherten, Hemmte Tim den Lauf der Pferde und ließ sie einen mäßigen Schritt gehen, um die Fischer in ihren Wohnungen nicht im Schlafe zu stören und deren Aufmerksamkeit zu erwecken. „Ich ließ einen Mann an Bord, Mylady," sagte er. „Er ist Mitbesitzer de« Boote« und hat die Aufsicht über dasselbe, wenn ich nicht da bin; aber er kann uns auf unserer Fahrt nicht begleiten, da er Familienverhältnifle wegen gezwungen ist, am Lande zu bleiben.- „Um so befser," entgegnete Olla. „Ich bin überzeugt, daß Sie das Fahrzeug allein führen können." „Gewiß kann ich das, Mylady; ich führe es stet» allein," sagte Tim hastig. „Es fiel mir nur gerade ein, daß Sie möglicherweise Bedenken tragen könnten, mit mir allein in See zu gehen. Ich dachte, daß Sie sich vor mir fürchten möchten." „Wie sollte ich mich vor Ihnen fürchten, da Sie mich aus einer schrecklichen Gefangenschaft — vielleicht auch von einem schrecklichen Schicksal errettet haben?" rief daö arglose Mädchen lebhaft. „Nein, Mr. Wilkin, ich habe keine Ursache, mich vor Ihnen zu fürchten; vielmehr vertraue ich Ihnen wie meinem Bruder. Sie haben mir Ihr gutes Herz zu deutlich gezeigt, als daß ich mich vor Ihnen fürchten könnte." „Ich bin nur ein roher, unwissender Bursche," bemerkte Tim nach einer Pause, während welcher er finnend vor fich hinblickte; „und wenn Sie mich ansehen und mich sprechen hören, werden Sie nicht denken, daß ich der Enkel eines Gentlemans bin. Und doch bin ich das. Mein Großvater war ein angesehener Arzt.1 Seine jüngere Tochter heiratete einen Architekten Namens Bullock und lebte wie eine feine Dame. Sie ist jetzt Mr. Kirby's Haushälterin, und es würde mich nicht wundern, wenn sie eines Tages seine Frau würde. Die ältere Tochter meines Großvaters heiratete einen Mann von niederem Stande — einen vergnügungssüchtigen, verschwenderischen Trunkenbold, deffen Sohn ich bin. Mein Vater starb, als ich noch ein kleine« Kind war, und meine Mutter schlug sich kümmerlich durch. Meine Tante nahm sich meiner an und schickte mich zur Schule. Ich sollte Arzt werden, wie mein Großvater es war; aber daS Schicksal wollte e» anders. Von unruhiger Natur, mit einer starken Neigung nach Abenteuern ausgestattet, machte ich mich auf, um die Welt zu sehen. Und ich habe sie ge« sehen! Haben Sie niemals von mir gehört, Mylady — von Tim Wilkin, dem Neffen MrS. Bullocks?" „Niemals", erwiderte Olla bestimmt.„Jch weiß wenig von Mrs. Bullock, weiß überhaupt wenig von dem Haushalte Mr. Kirby'S, da ich nur selten in dessen HauS gekommen bin. Wenn ich mit meinem Vater nach Dublin kam, stiegen wir stets in einem Hotel ab, und als wir einmal längere Zeit in Dublin blieben, miethete mein Vater ein HauS." M war eine thörichte Frage von mir," be-merkte Tim, erleichtert aufathmend, da er von der ihn plötzlich befallenden Furcht, feine Vergangenheit rung die Republik achten und hochhalten; seit dem 16. Mai l. I. wurden die Republikaner vonseite der obersten Dictatur geschwächt und gedrückt, gleich einer Canaille, behandelt. Frankreich- Lage könnte und würde nur dann zu einer besseren, glücklicheren sich gestalten, wenn die Männer der Dictalur und Gewalt geopfert würden. Zu einem solch' patriotischen Entschlüsse dürfte sich jedoch die Regierung nicht emporschwingen, e» dürsten im Gegentheil strengere Gewaltmaßregeln in Anwendung kommen, es dürsten die Leidenschaften noch mehr erregt und erhitzt werden, e« dürften über Frankreich noch ärgere Tage kommen. Die französische Regierung hat mit dem VolkS-willen, mit der Verfassung, mit dem allgemeinen Stimmrecht ein verbotenes Spiel gewagt, aber die Volksvertretung wird dieses Verbrechen nicht unbestraft lassen. Der Marschall-Prästvent kann zur Kammerauflösung schreiten, er kann am 2. Dezember l. I. das Trauerspiel des Staatsstreiches zur Wiederholung gelangen, er kann den Belagerungszustand verkünden lassen, jedoch mit allen diesen Gewalt-acten wird die Krisis in Frankreich nicht gehoben. Nach Meldung Pariser Blätter denkt Mac Mahon denn doch ernstlich daran, die Zügel der Regierung niederzulegen, schon faßt Frankreich den Nachfolger Mac Mahons ins Auge, in erster Linie wird Dufaure genannt. Mac Mahon mußte dir traurige Wahrnehmung machen, daß seinen Ent-schlaffen und Beschlüssen selbst der getreue Senat nicht unbedingte Zustimmung ertheilt, Mac Mahon beabsichtigt nämlich, die Kammer auszulösen, dir Steuerquoten provisorisch einheben und den Belage. rungSzustand proklamieren zu lassen. Das Thema der Steuerverweigerung steht bereit« auf der Tagesordnung, und das große Publikum beschäftigt sich bereit» mit dieser Frage. Frankreich hat traurige Lage zu erwarten! Bom Kriegsschauplätze. Die Russen versuchten die Donau gegenüber Rustschuk zu pasfieren, wurden jedoch durch da« Geschützfeuer der Befestigungen daran verhindert. Salih Pascha unternahm eine RecognoScierung jenseits Opata und Polomirza. In einem zweistündigen Gefechte brachte er den Russen große Verluste bei und nahm ihnen viel Kriegsmaterial ab. Ein russische« Detachement versuchte die Position von Kazeljewv zu recognoscieren, wurde jedoch zurück-geschlagen. Da» Bombardement R u st s ch u k S dauert fort. Die Russen wurden in der G:gend von Rachowa geschlagen. ÖSman Pascha leistet bei Plewna noch immer Widerstand. Die Türken occupierten eine starke befestigte Position am Eingänge de« Orhanje-PasseS, Orhanje wurde au« strategischen Gründen geräumt. Dir neue Position ist sehr widerstandsfähig. Die türkische Garnison von R a ch o w a hat sich nach einem Kampfe, in welchem die Russen 800 und die Türken 165 Mann verloren, nach Lom-Palanka zurückgezogen. Im Schipka-Paffe ergaben sich 400 Türken al« Kriegsgefangene. Die Armee de« Zarewitsch hatte nächst KaSgrad ein günstige« Gefecht. Rachowa und Ni» kopoli« bleiben unter rumänischer Occupation. Die Türken griffen die russischen Stellungen bei Mrtschka und Göl-Tsche«me unweit Pyr-gos an und nahmen die ersten Defensivlinien hinter Metschka. Ein serbisches Bataillon überschritt die Grenze bei Wratarniza, um eine Anzahl bulgarischer grauen und Kinder gegen Mißhandlung durch die Türken zu schützen. Die Türken trieben die Serben zurück, wobei beiderseits viele getödtet und verwundet wurden. Eine Kommission verließ Belgrad zur Untersuchung der Affaire. Die Pforte wurde davon informiert. Die Belgrader Brigade marschierte an die Grenze ab. _____________________________ Politische Rundschau. Laibach, 30. November. J»la»d. In der 313. Sitzung des österreichischen Abgeordnetenhauses wurde die Spezialdebatte über da« Bankstatut fortgesetzt; cs wurden die Artikel 24 bis einschließlich 55 angenommen, nahezu gleichlautend mit den Ausschußanträgen, betreffend den Wirkungskreis des General-rathes, der Direktionen, de« landesfürstlichen Kommissär« und den Escompte von Regierungswechseln durch die Bank. Nach Bericht de« .Pester Lloyd" wurde am 26. d. M. ein Meistbegünstigungs-Vertrag zwischen Oesterreich und England auf unbestimmte Zeit und mit einjähriger Kündigung abgeschloffen. Aaslavd. Die .Assembler Nationale" erfährt, daß Marschall Mac Mahon in kurzem erklären werde, er sei der Hüter der Verfassung und habe das Recht, seine Minister zu ernennen sowie die Bewilligung dt« Budget» zu fordern. In der durch die Kammer herbeigeführten Situation sei da» einzige Mittel, den Eonflict zu beenden, die Auflösung der Budgetkommission, weil dieselbe dir Dekrete de» Ministerium» Broglie, welche außerordentliche Kredite «öffneten, al» ungesetzlich erklärte. Man dürfe Ausgaben nicht verweigern, die sich al« nothwendig erwiesen hätten. Serbien nimmt die Aufmerksamkeit der politischen Kreise in Anspruch, selbst vsfiziöserseit« wird zugegeben, daß ein unabhängige«, durch Annexionen vergrößertes Serbien gleichbedeutend sein würde mit einem südslavischen Piemont, und daß die Etablierung eines solchen den Interessen unserer Monarchie diametral entgegengesetzt sein würde. Die S k u p s ch t i n a wird am 15. Dezember zur Bewilligung der Geldmittel für den Krieg und zur Erklärung der serbischen Unabhängigkeit zusammen* treten. Sie wird ihre Sitzungen in Kragujewaz halten. In der rumänischen Thronrede erscheint folgende bemerkenswerte Stelle: „Wenn Plewna einmal in unsere Hände gefallen ist — lassen Sie uns alle dies hoffen — werden wir auf seinen Trümmitn den Frieden auflesen, welcher uns stets theuer gewesen ist. Halten wir uns auch für überzeugt, daß wir aus diesen blutigen Ruinen die von Europa anerkannte Unabhängigkeit Rumänien» erstehen sehen werden. Dank Ihren politischen Beschlüssen, Dank der Tapferkeit unserer Soldaten und ihrem für so eine edle Sache vergossenen Blute, hat der Fürst den sicheren Glauben — und sicherlich (heilen Senat und Kammer denselben, — daß die Garantiemächte zu dieser Stunde in Rumänien ein eine wahrhafte Lebensfähigkeit besitzendes Land vollständig erkannt haben. Sie haben sich zu überzeugen vermocht, daß wir eine Nation find, welche sich von der ihr an der untern Donau vorbehaltenen Mission Rechenschaft zu geben weiß, welche genug Beharrlichkeit zu ihrer Erfüllung und Energie zu ihrer Verteidigung, erforderlichenfalls mit den Waffen in der Hand, besitzt. Die Zeit fremder Vormundschaft, die Zeit de» Vasallenthum» ist für uti» vorbei. Rumänien ist heute und wird für immerdar bleiben ein freie» und unabhängige» Land." Der spanische Minister de» Aeußcrn wird die ausländischen Vertreter von der projektierten Vermälung des König« mit der Prinzessin Mercedes von Montpknfier in Kenntnis setzen.________________ Zur Tagesgeschichte. — Di« österreichische Delegation besteht aus nachgenannten Mitgliedern, und zwar: 1.) aus de» Abgeordnetenhause: Dr. Barenther, «ras Coro-nini, 9t. v. Chrzanowski, Dr. Euseb. Ejerkewski, Dr. Demel, Dr. Dunajewski, Freiherr v. Fluck, Dr. Graf, Dr. GiSkra, (Bttuter, Dr. «roß, «. v. «rochotSki, Dr. Herbst, R. v. JaworSki, Dr. Robot, Freiherr v. IkellerSperg, Dr. Klier, Dr. flutende, Baron Korb-Weidenheim een , Baron flübeck Max, Dr. Del), Dr. v. Plener, Ritter, Dr. Schaup, Schier, Schöffel, SmarzewSki, Dr. Sturm, StShr, Stree» ruwitz, Sueß Ed., Teuschl, TomaSzczuk, Graf Thurn, Li-dulich, Baron Walterskirchen, Wenta, Wolfrum, Weebrr, Wegscheider. ErsatzmLnner: Neumann, Seidemann, Graf Begna-Poffedaria, MendelSburg, Dr. Schrank, Ritter von Planck, Dr. fleil, Freiherr v. Hammer-Pnrgstall, Hitler von Möchte dem jungen Mädchen bekannt sein, befreit war. „Wie sollte eine hochgestellte Dame, wie Sie, von einem armen Burschen, wir ich bin, gehört haben? Doch wir find jetzt am Ziel. Nochmal« muß ich Sie fragen, Mylady, ob Sie e« wirklich für da« Beste halten, in einem schwachen Fahrzeug fich meiner Führung anzuvertrauen und sogleich nach England aufzubrechen; oder ob Sie lieber bi« morgen zum Abgang de« Dampfer« warten wollen ?" „D nein, nein I" rief Oll« ungeduldig. „Ehe da« Dampfschiff abgeht, wird Humphrh Kirby in Kiug«town sein, so daß zu entkommen mir dann zur Unmöglichkeit würde. Wärt ich mündig, hätte ich nicht« von ihm zu fürchten; so aber, wie die Sache liegt, beruht meine Sicherheit in der unverzüglichen Abreise." Tim Wilkin lächelte vergnügt unter seinem falschen Bart. „Sie haben recht, Mylady," sagte er. „Auch ist keine Zeit vorhanden, eine Frauensperson zu Ihrer Begleitung zu suchen, wo« jetzt in der Nacht nicht so leicht sein würde. E« ist nothwendig, daß wir, ohne Zeit zu vertieren, abfahren." .Ja, so rasch wir möglich!" „Ich muß gestehen, daß ich im vorau« Ihre Flucht in jeder Weise 'twogen und auch eine Fahrt zu Waffer in Betracht gezogen habe, weshalb ich dir nöthigen Anordnungen getroffen. Ich war heute hier und sagte meinem Eompagnon, daß ich diese Nacht die Yacht gebrauchen wollte und daß ich eine junge Dame mitbringen würde." „Das haben Sie ihm gesagt?" fragte Olla bestürzt. „O, wenn er mich verrathen hätte! Er könnte Verdacht geschöpft haben —" „Da« kann er nicht," unterbrach sie Tim mit schlauem Lächeln; „denn ich gebrauchte die Vorsicht, ihm im Vertrauen mitzutheilen, daß ich mit einem jungen Mädchen nach Schottland entfliehen wollte. Er hat nicht die geringste Ahnung von der Wahrheit irnd wird alle« nach der Verabredung in Orb» dnung finden. Wollen Sie nur Ihr Gesicht verschleiern." Olla zog den Schleier über ihr Geficht und hüllte sich dichter in ihren Mantel. Tim fuhr langsam an den die Bucht zum Theile umgebenden Häusern vorüber und hielt endlich dicht am Ufer an, wo er die Pferde an einen Pfahl band. Darauf half er Olla au-steigen, nahm den Korb au« dem Wagen und führte Olla den kleinen Hafen entlang, indem er nach dem von ihm gemieteten Boote aus-spähte. Bald hatte er dieses au» der Menge der Fischerfahrzeuge herausgefunden. ES lag segelfertig in geringer Entfernung vom Lande, und in einem Kahn daneben saß der Eigentümer der Dacht. „ilhoy! Boot her!" rief Tim Wilkin mit tiefer Stimme. „Ja, Sir!" tief der Mann im Boote zurück, setzte die Ruder ein und war mit einigen Schläge« am Lande. „Ich mögte noch ein Wort mit Euch sprechen, mein Freund," sagte Tim. Der Mann sprang an« Land unb folgte Tim einige Schritte seitwärts. „Hier ist die Uhr als Sicherheit für da« Fahrzeug," flüsterte Ti«, dem Manne eine große altmodische Uhr überreichend. Dir« war der größte Schatz seiner Mutter, den er in einem günstige« Augenblick am Nachmittag fich ongeeigwet hatte. .Und zur noch größeren Sicherheit ist dort auch mein Fuhrwerk, welche« Ihr beaufsichtige« mögt, bl« ich zurückkommr." tS-rtsetz,», folgt. Jessernigg, Ritter v. Langer, v. Ren»ey, Dr. Promber, ®taf Kalnoky, Freiherr v. Beeß, Ritter v. Wörz, Thurn-her, Freiherr v. Polesini, Ritter v. Wittmann, Winkler. 2.) Aus dem Herrenhause: Gras Belrupt, Freiherr v. Burg, Braf Falkenhayn, Landgraf Johann Fürstenberg, Freiherr v. Engerth, Feldzeugmeister Hartung, Abt Helfer-storfer, Kardinal Kutschker, Freiherr v. Koller, Fürst Friedr. Liechtenstein, Gras Rechberg, Altgras Salm, Ritter von Schmerling, Fürst Schönburg, Ritter v. Scrinzi, Fürst Thurn und Taxis, Gras Trauttmansdorff, Gras Widmann, Freiherr v. Winterstein, Graf Wrbna. — Ersatzmänner: Tjartoryski, Graf Hoyos, Freiherr v. Hackelberg, Freiherr ». Mahr, Moser, Freiherr v. Ritter, Freiherr v. HSrdtl, Graf Guido Thun, Fürst Rosmberg, Graf Georg Thurn. — Sie dalmatinischen Staatseisenbahnen bestehen aus der Hauptlinie „Spalato-Siverich", 83 Bahn- und 103 Tarifkilometer, und ferner der Abzweigung „Sebenico-Perkowich-Slivno", 22 Bahn- und 27 Tarifkilometer, also zusammen 105 Bahn- und 135 Tarif-kilometer lang. Die Betriebsdirection befindet sich in Spa-lato. Zum Betriebsdirektor wurde Friedrich Reumann ernannt. Mit den Functionen eines Sekretärs und Direktor-Stellvertreters ist der Handelsministerial-Bizesekretär Dr. Johann Prini betraut. Als commercieller Referent fundiert Friedrich Geisenberger, als Maschinenmeister Franz Plank und als Bahnerhaltungsvorstand Rocco (Stein. — Pariser Weltausstellung. Den auswär-tigtn AuSstellungs-Sectionen in Pari« wurde das Vertagungsgerücht alS unbegründet bezeichnet. Diese setzen ihre Arbeiten fort. 62 Pariser Aussteller haben ihre Anmeldungen wegen der Krise zurückgezogen. — (D i p h t h e r> t i S.) Die „Laib. Ztg." meldet, daß der Herr LandesprSfivent den M. Dr. Perko in AdelS-berg mit der Leitung deS Epidemieverfahrens und der offiziösen Krankenbehandlung im Bezirke I d r i a betraut hat. — (DaS Aichamt in Gottschee) beginnt morgen seine Thätigkeit. — (Aus dem Gerichtssaale.) Der hiesige HauS-besitzer und Tabaktrafikant ThomaS P i r n a t h wurde gestern wegen Beleidigung eines LandeSgerichtSrathe» in dienstlichen Angelegenheiten nach 69 312 und 313 des St. G. vom hiesigen städt.-deleg. Bezirksgerichte zu einer sechstägigen Arreststrafe verurtheilt. — (Aus den Nachbarprovinzen.) Das vom Wiener .Extrablatte" gemeldete, angeblich in einem Südbahncoupk erster Klaffe zwischen Klagenfurt und Mar. bürg vollbrachte Attentat bestätigt sich nicht. - In den verschiedenen LandeS-WohlthätigkeitSanstalten Kärnten» ßanden im Oktober l. I. 699 Individuen in Verpflegung, *• z.: im Krankenhause 418, im Jrrenhause 107, im Ge-bärhause 50, im Siechenhause 43 und im Armenhause eine Verson. — Auch der Gemeinderath in Jtlagensurt ächtet an beide Häuser deS Reich»rathe» eine Petition um Ermäßigung der Zölle auf Lonsumartikel. — Im Saftmo-bereine zu ÄIagtufu11 gelangt am 4. k M. V-rdi'S flttfje» Requiem zur Aufführung, u. z. die Sätze Requiem «nd Kyrie, Dies irse, Domine, Agnus, Lux aeterna und Libera. — Die Wörther S e e b a d - Aktiengesellschaft «achte Heuer nach Bericht der „Blätter für die Alpenländer Oesterreich«« gute »«schäfte. — Im «urkthale kamen Raub-Unfälle und Diebstähle vor. — (Der Agiozuschlag) wird vom 1. Dezember l I an zu den hievon betroffenen «ebüren jener Bahn-anstalten, welche zur Einhebung eineS AgiozufchlageS berechtigt sind und von diesem Rechte Gebrauch machen, mit 6 Perzent berechnet. Hiedurch wird die bestehende theilweife Einhebung eines ISperzentigen AgiozufchlageS im Personen-, Eepäck- und Eilgutverkehre der k. k. priv. Südbahngesell-f*6ft nicht berührt. Die zugunsten deS Publikums bestehen-den Ausnahmen von der Einhebung eine» AgiozuschlageS überhaupt, sowie nicht minder jene Ausnahmen, welche durch die Fixierung eineS Maximal-AgiozufchlageS für gewisse Artikel auf einigen Bahnen zur Einführung gelangten, bleiben unverändert. Ueberdie« wurde von der Sinhebmtg eine» AgiozufchlageS unter anderem auch der vom 1. November d> I ab giltige Tarif für Tour- und Retourkarten der Kronprinz RudolfSbahn befreit. — (Ueber die heurigeWeinernte) erstattete der bekannte Wiener Weingroßhändler Th. Römer in der am 26. d. M. abgehaltenen Sitzung der Wiener Landwirth-schasts-Gesellschasl folgenden Berichte „DaS Resultat der Weinernte des Jahres 1877 sei ein noch traurigeres als jenes des Jahres 1876; schuld hieran seien zum großen Theil die höchst ungünstigen Witterungsverhältniff« des Frühjahrs gewesen. Herbstfröste und Traubenfäule infolge feuchter Witterung machten auch die Spätlese unmöglich. Was die Quantität betrifft, so ist das Resultat drr Weinernte kaum jenes eines guten MitteljahrgangeS ; in Niederösterreich selbst ist wol die Quantität noch immer etwaS besser als in Ungarn, speziell in Südungarn, ausgefallen, »o kaum ein Biertheil einer normalen Jahresernte erzielt wurde; wir in Niederösterreich haben wenigstens die halbe Fechsung eines normalen Jahrganges erhalten. Ein gleiches Verhältnis besteht in Steiermark und Tirol, namentlich bei Weißweinen, nur zeigen dieselben einen enormen Gehalt von Säure, insbesondere Frnchtsäure. Dagegen hat Dalmazien ein quantitativ und qualitativ gute#' Ergebnis zu verzeichnen, ebenso auch Italien und Südsrankreich, während in Nordfrankreich, der Pfalz, am Rhein und im Elsaß da» Ergebnis höchstens ein solches wie in Niederösterreich ist. Aus dem Gesagten ergebe sich, daß die filtern Weine wieder an Werth gewinnen. Seit dem Jahre 1874 hatten wir kein gute» Weinjahr, die Produkte desselben sind zumeist auf« gebraucht, und man wird deshalb zu jenem des Jahres 1875 greifen müssen, wenngleich dieser Jahrgang nicht zu zu den besten gehört. Die allgemeinen wirthfchaftlichen Ber> hältnisse haben es mit sich gebracht, daß der Weinverbrauch sich bedeutend verminderte und die Weinfpecnlativn gelähmt wurde. Auch die Exportverhältnisse im vergangenen Jahre haben den Erwartungen nicht entsprochen; trotz günstiger Kursverhältnisse war die Aussuhr nicht bedeutender alS in den beiden vorhergegangenen Jahren, und ist selbst unter normalen Zuständen kaum ein stärkerer Export für die nächste Zukunft zu gewärtigen. Hier müsse er mit Bedauern bemerken, daß die Ausfuhr niederösterreichifcher Weine dadurch geschädigt wird, daß Ungarn billigerer Eisenbahntarife sich erfreut alS wir. Auch müsse er bei diefer Gelegenheit der Zollverhandlungen erwähnen. Während bis nun in Deutschland ein mäßiger Eirigangszoll für Weine aus Oesterreich-Ungarn beftänd, forbcvt Ungarii jetzt die gänzlich freie Einfuhr feiner Weine nach Deutschland. Nachdem nun die Zollverhandlungen mit diesem Staate abgebrochen worden sind und der autonome Zolltarif für die Einfuhr von Weinen nach Oesterreich-Ungarn einen Zollsatz von 60 Perzent normiert, so fei eS zweifellos, daß Deutschland für die Einfuhr öflerreichisch-ungarischer Weine bedeutende Repressalien üben werde, und auch Frankreich dürfte dem Borgange Deutschlands bald folgen. WaS die ReblauS betrifft, fo hat sie bei uns glücklicherweise keine besondere Ausbreitung gewonnen; nur in Südsrankreich, das aber trotzdem 60 Millionen Hektoliter Wein ausweise, hat deren Verbreitung bedeutende Fortschritte gemacht, ohne jedoch auf de« Werth der dortigen Weine einen befandet» ungünstigen Einfluß zu üben. Beweis hiefür die billigen Ptitife, zu welchen füd-französifche Weine angeboten werte». Redner schließt feinen Bericht mit der Bemerkung, daß der 1877er Jahrgang zu den sehr traurigen Jahrgängen zähle, denn eS gebe wenig guten, dagegen aber viel säuern Wein. — (Landschaf tl.Theater), Laibach, 29.November. Hätte der Affenmimiker Herr Jackfon den „Demi" zur Antrittsrolle gewählt, in welcher er wirklich recht gute und gelungene Sprünge au»führte und namentlich in der Sterbe-fzene lauten Beifall errang, fo wäre ohne Zweifel die heutige Vorstellung besser befucht gewefe», fo aber fürchtete da» gebrannte Kind da» Feuer, und fowol große» al» kleine« Publikum hielt sich heme ferne. Vielleicht hätten am Mittwoch und Donnerstag nachmittag» zu herabgesetzten Preisen veranstaltete Kindervorstellungen günstigere Kasse» resultate erzielt. Im dramatischen Theile drr heutigen Komödie excellierten Fräulein Anfelm (Adelaide) und Herr Uiigtr (Cassotoa). Der heutige schwache Besuch erklärt sich auch anJ der Thatsache, daß im Verlaufe dieser Woche fünfmal erhöhte Eintrittspreise auf der Tagesordnung flehen. Dir Direktion scheint aus da» neueste, überall in Szene gefetzte Trauerspiel »Schwere Zeiten" keine Rück-sicht genommen zu habe» ? Eisenbahnlinie Siffek-Novi. In einem von sehr beachtenSwerther Seite an die Redaktion der »Deutschen Ztg." gerichteten Schreiben wir» hervorgehoben, daß die bei Vereinbarung des neuen Zoll-und HandelSbündnisseS aufzuftellende Forderung, e» solle die Au-sührung der orientalischen Anschlnßlinie Siffek-Novi vertraglmäßig gesichert werden, von sehr hoher Bedeutung für die Interessen der Gefammt-Monarcbie ist. Die Welthandels-Interessen, insbesondere unser Levanteverkehr, verlangen kategorisch die Herstellung eineS kontinuierlichen Schienenweges bi» Konstantinopel und Salonichi. Nachdem die türkische Linie von Konstantinopel und Salonichi bi» USküb, ebenso die bosnische Theilstrecke Novi-Banjaluka, welche 101 Kilometer lang ist, bereits vollendet sind, so erübrigt noch dir vsterreichisch-ungarische Strecke Siffek-Novi und dir türkische Strecke Banjaluka-Mitrowiz in einer Länge von 611 Kilometer herzustellen. Die ottomauische Regierung hat fiel» da» größte Gewicht auf die Vollendung der bosnischen Linie gelegt, während sie sich fo lange al« möglich weigerte, die Strecke Sophia-Nifch-Velgrad zu concessioniere», welche schließlich auch von der serbischen Regierung al« ihrem Jutereffe nicht entsprechend verzettelt wurde. Da« Hindernis, welche« dem Ausbau der doluifchen Linie bis jetzt im Wege stand, war einzig und allein die Sonderpolitik Ungarns und dessen absolute Verweigerung de« Anschlüsse» bei Novi. Für die Entwicklung der österreichischen Handelsbeziehungen mit dem Orient ist aber der Anschluß bei Novi rinr Lebensfrage, und die ablehnende Haltung de« HandelSrninisterS Ritter v. Lhlumecky bei den Verhandlungen deS AuSgleichSauS-schusses mußte befremden und in hohem Grade beschämend wirken; lieferte sie doch einen neuen Beweis, daß die wichtigsten Interessen Oesterreich» und der Gefammtmonarchie keine Unterstützung sindkn, wenn sie mit irgend einem fpe-zifisch magyarischen ZukunstSprojekte kollidieren. Dem Ideale Pest-Belgrad-Konstantinoprl muß drr österreichisch-orientalische verkehr geopfert werden, und um eine solche absolute Unterwerfung unter die Ansichten der ungarischen Machthaber zu bemänteln, «erden technische Schwierigkeiten erfunden und übertrieben, welche entweder gar nicht oder nur in brschränktem Maße existieren. E« ist schwer zu begreifen, warum Herr v. Ehlumrcky feine Anschauungen über die angeblichen Schwierigkeiten der bosnischen Linie und über die mit der Via mal» zu vergleichenden Höhendifferenzen auf der Strecke von Banjaluka nach Novi-vazar auf die Meinung eine» (nicht genannten) französischen Ingenieur» stützt, da eS ihm doch ein leichtes gewesen wäre, sich bei dem in Wien weilenden frühem Baudirektor der türkischen Bahnen, Ingenieur Wilhelm Preffel, genaue und auf forgfSlligeu technischen Studien basierte Informationen einzuholen. . 3n dem Berichte, welchen Presse! im Jahre 1874 d m damaligen türkischen Minister für öffentliche Arbeiten, Edhem Pascha, unterbreitete, erklärte derselbe, daß die bosnische Linie Mitrowiz-Serajewo-Busowaz-Banjaluka mit normaler Gelei«»eite, mit Krümmungen vom Halbmesser 240 Meter und wenigen kurzen Steigungen von 25 per mille ausgeführt werden kann und sich dir Durch-schnitt».Maximalkosten auf 860,000 Francs per Kilometer stellen, daß gar keine Nothwendigkeit besteht, Novi-Bazar zu berühren, sondern die Träte zwischen Mitrowiza und Serajewo längs dem Lause des JbarflusseS und nach Uebet-setzung der nicht fehr bedeutenden sekundären Wasserscheide zwischen Rozai und Bjelopolje in daS Limthal geführt werden muß. Fast will es eS aber scheinen, alS ob nur die ungarische, und wo diese nicht auSreicht, die französische Terrainkunde den Maßstab für die Anschauungen des österreichischen Handelsministers abgeben und die spezifisch magyarische Handels- und Eisenbahnpolitik die Grenzen der österreichischen BerkehrSentwicklung zu bestimmen berufen ist. Sonst wäre eS kaum möglich, daß Herrn v. Lhlumeckv die verläßlichen Studien des k. k. Oberstlieutenant» RvskieviL vom militär-geographischen Institute, deS Baudirektor« Pressel und feiner Sektionsingenieure über die bosnischen Terrain» und KulturverhSltuiffe gänzlich unbekannt geblieben wären. •tweefe*bet. Anti-LchneUfahrtverein. Die in erschreckender Weise fo rasch auseinander folgenden Unglücksfälle durch schnelle» Fahren innerhalb der an den frequentesten Paffagen leider viel zu engen Streßen unserer Stadt müssen endlich doch dir Bewohner Laibachs au» ihrer Lethargie ausrütteln und auf Mittel und Weg« aufmerksam machen, wie diesem Uebelstaude gründlich ab-zuhelfen wäre. Nachdem sich nun die unzweckmäßige Anlage der Straßen, welche für den Kunstsinn nuferer Vorfahren das glänzendste — ArmuthSzeugni« bietet, mit einem Schlage nicht wegiaubern läßt, die Sicherheitsorgane bet ihrer bt-schränkten Anzahl Wunder nicht wirken können, um überall, wo sie nothwendig find, rechtzeitig einzuschreiten, fo müssen die Bewohner Laibach» einen Theil dieser Sorge selbst über-nehmen und nach echt britischem Sisteme zum Gesammt-wohlr drr Stadt rin Opfrr zu bringen sich bereit erklären. DaS sicherste Mitte! zur Erreichung de» erwähnten Ziele» wäre die fogleiche Gründung eine» Anti-Schnellfahrk-Vereines. Die Mitglieder desselben hätten dir Pflicht, jrdr» wem immer ungehörige, an beengten Stellen in unerlaubter Weise dahinrasende Gefährte anzurufe«, zum Langsamfahren »u ermahnen, und wenn der Ermahnung nicht Folge ge- Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. leistet werden sollte, foglrtdh auMizeizen und bei der betreffenden Strasverhandlung stets alS Belastungszeuge zu fnegiettii. Lurch kleine Monat-beitrSge der Mitglieder könnte ein Kapital geschaffen werden, um bet vorkommenden Unglücks« fällen an verunglückte arme Personen kleine Geldunterstützungen verabfolgen zu können. So sonderbar auch im ersten Augenblicke dieser Vorschlag manchem Leser klingen mag, so wird doch so mancher bei reiflicher Ueberlegung zur Ueberzeugung gelangen, fceß bei den nun einmal bestehenden und vorderhand nicht zu ändernden Verhältnissen unserer Vaterstadt dieser einzige Weg zum ersehnten Ziele führt. Mögen daher diele Zeilen einer günstigen Aus«i>hme und eines gleichen Erfolges sich erfreuen und in Männern der Thatkraft, deren Laibach, wir können es mit Stolz behaupten, genug zählt, den ernsten Borsatz wecken, sich und seine Angehörigen selbst zu schlitzen, um den hier anempsoh-lenen Anti-Schnellsahrtverein, welcher sicher auf Tausende von Mitgliedern zu rechnen berechtigt ist, demnächst ins Lebrn lu'fm zu können. Laibach am 28. November 1877. Kunibert Drenik. Witterung. Laibach, 30. November. Anhaltend nebelumhüllte Bewölkung, abwechselnd Regen, schwacher Ost. Temperatur: morgens 7 Uhr -f 5 4», nach, mittags 2 Uhr + 8 4« 6. (1876 + 6 8°; 1875 + 04« 0.) Barometer im Fallen, 722 22 mm. Das gestrige Tagesmittel der Temperatur + 6 4«, um 4 6« Über Dem Normale ; der gestrige Niederschlag 6 50 mm. Regen. Angekommene Fremde am 30. November. Hotel Stadt Wien. Wols, Lern berget und Löwy, 51 fite., Wien. — Azzolini, Kfm., Triest. — Zienert Christine, Schuhmachersgattin. — Deutsch, Kaufm., Böhmen. — Schmutz, Oberlieut., Lusfin. — Schmidt Aloisia, Private, Velden. -- Brohman, Schönlinde. 6»tcl Elefant. Schwarz, Agram. — Trinker mit Frau, Wien. — Hönigmann, Kaufm, Warschau. — Lenardii, Kaufm., Vogrii, Äörz. — Kafsi und Hellferich, Kflte., Triest. Bairischer Hof. Eisenstädter, HandelSm., Graz. — Kröll, Tirol. — Urbanec, Peltau. — Valeniik, Dornegg. Kaiser von Oesterreich. Ruß, Reis., und Wenk», Graz. Mohren. Stromayer, Rechnungsrevident, Graz. Gedenktafel über die am 3. Dezember 1877 stattfindenden Skitotionen. 3. Feilb., DrachSler'sche Real, Laibach, LG. Laibach — 3. Feilb., Seunig'sche Real., Laibach, LG. Laibach. — 8. Feilb., Koflelc'fche Real, ad Thurngallenflein, 86. Littai. — 3. Feilb., Luser'sche Real., Untermacharouz, BL. Land-straß. — 3. Feilb., Kovakii'sche Real., Untermacharouz, BG Landstraß. — 3. Feilb., Maihen'fche Real., Neuberg, SB®. RndolsSwerth. — 3. Feilb., Hribar'sche Real., vergansko selo, BB. Landstroß. — 3. Feilb., jkapler'sche Real, Dbei' feit), SB». Landstraß. — 2. Feilb., Zwayer'sche Real., Sat. bach, LB. Laibach. — 2. Feilb., Pschiebl'sche Real., Laibach, LG. Laibach. — 1. Feilb., Bolz'sche Real., Nafsenfuß, BB. Nafsenfuß. Am 4. Dezember. 3. Feilb., Fatur'sche Real., Batsch, BB. Feistriz. — 3. Feilb., BoLljankii'sche Real., Smerje, BB. Feistriz. — 3. Feilb., iKeiikinc'sche Real., Schambije, BB. Feistriz. — 3. Feilb., Kozaroch'fche Real, Belkeraune, BG. Ratschach. — 2. Feilb., Mechle’sche Fahrnisse, Laibach, LG. Laibach — 2. Feilb., Klerr'fche Fahrnisse, Laibach, LG. Laibach — 3. Feilb., Tomsii'sche Real., Harije, BG. Feistriz. — 3. Feilb., Bemeindereal. Alt» und Neudirnbach, «B. Adelsberg. — 1. Feilb., Motovilc'sche Real., Pijanagora, BG Nafsenfuß. Theater. Heule bei aufgehobenem Abonnement (ungerader Tag): Zum erstenniale (ganz neu): Line feste Burg ist unser Bott! BolkSstück in 5 Auszügen von Arthur Müller Morgen (gerader Tag): Der Waffenschmied von Worms. Komische Oper in 3 Acten von Albert Lortzing. Par iS, 29. November. Mac Mahon verstcher e die Präsidenten it8 SenaleS und der Kammer, daß Befürchtung!» betreffs der Sicherheit der Ratio» nalvertretung unbegründet feien, dieselbe laufe keinerlei Gefahr. Versailles, 29. November. Der Senat >iahm den Antrag betreffs Einsetzung einer Enquete-Kommission an. Mac Mahon empfing heule den Kammerpräsidenten Grövy. Konstantinspei, 29. November, abends. Suleiman meldet aus Rasgrad: Dienstag fand eine tarke türkische Osfensivrecognoscierung von Kadik'öi gegen Trstenik M'ifchka flott. Nach mehrstündigem heißem Kampfe erhielten die Russen Verstärkungen und kehrten die Türken nach Kadikiöi zurück. Die Russen verloren 2000 Mann, die Türken 208 Soldaten und 8 Oisiziere tobt, 60(5 Soldaten und 43 Offiziere verwundet. Gleichzeitig griff eine Re-cognoScierungSabthcilung die Russen bei PyrgoS an, denselben große Verluste beibringcnd, zog sich jedoch, nachdem die Russen Verstärkungen ethietfen, wieder zurück. Die Türken verloren hier 74 Trete und 205 Verwundete. Telegramme. Wien, 29. November. Der AusgleichSaus schuß nahm die Bestimmung an, daß die Zölle in Gold zu entrichten sind. Budapest, 30.November. (Fruchtbörse/ Prima«Weizen, per Meterzentner 80 Kilo effectib wiegend, kostet 12 fl.; Usance-Weizen 10 fl. 80 kr., weniji Verkehr, Käufer zurückhaltend. I -HB—68—E—BS—ffl—B—g-BHl ■ S Rohes üiischSitt ® ldiVifon fort während zum möglichst hohen Preise | Carl Pamperl Söhne, Vn3clilitt.sehviel7.eroi,Kerzen-u.Seifenerzeugung, rh os •j- Lagorv. Zf;ii'iw:v.ircn,Beleuchlunga-u.Fettstoffen, “ oa 7 Klagenfurt. RI—(V —Bl—*S- - — - Im Verlage von Gustav Heckenast in Preß, bürg und Leipzig ist erschienen unv in allen Buch-Handlungen vorräihig; in £aiM ßci Ifeinmayr & Jkmßerg: las mm x. Illustrirter deutscher Bolkskalender. Sechster Jahrgang für 1878. (535) 2-1 HeranSgegebe» von P. K. Rosegger, Preis, elegant geheftet, 60 kr. Inh Der Kain v. (Eine Geschichte P. K. Rosegger.) Gedichte von R. Hamerling: Schient« den Becher du nicht in den Abgrund. Auf hohen Sergen, Bergelt's (Bott. (Eine ®e-schichte ans dem Bvlke von P. St. Roseciger.) Schdoan-Schdeirischi Weis ausgschbild van Z^ver- and Hokdredlschloga: Stet Juchaza. Sf der Olm. 8 valofsn Dirndl. Der den Blitz vom Himmel gerissen. Ränke und Schwänke (zur Kurzweil gewählt unv ?r-zählt vom Kalendermann); Wie die Wäldler einen großen Dichter feiern. Der Mönch, der nicht lachen will. Wie ein Kalender zn seinem Ruhme gekommen ist. Zum Scheine. Eine Sorg' muß sein im HauS. Mäuserlstill sein I Bon der Küche unseres Körpers. (Ein Kapitel für jedermann.) Das Blut der Nächstenliebe. LiebeSlied. (Gedicht von Ludwig Fichrodt.) alt: Der Adlerschweif oder die Beschichte vom Engländer und dem Senn. Kleine Späße. Der stille Beit. (Ein Kalenderstück aus dem Nachlasse von Christian Oefer.) Allerlei Alt und Neu: Das nordische Hauslhier. Das ewige Licht am Pole Wie man in Amerika zu betteln versteht. Der Ankerln von Rinn. Das Denkmal an den 18. Februar 1853. Das Menschenauge und seine Zukunft. Farben und Charaktere. Uebet das Luftschift. Zeiilichter. ZuMailand aus dem Dome. (Ein Reisebild ans Italien vom Kalendermanne.) Ein Sträußchen. (Gedicht von St. G. Leittier.) Der alte Adam. (Eine närrische Geschichte von P. K. Rosegger.) Wohin? (Gedicht v. Friedr. Marx.) Der Neujahrsbote. Nachschlagdlätter: Das neue Maß u. Gewicht. Deutschlands neue Münzen. Postwesen. Jahrmärkte. Verstorbene. Den 29. November. KatharinaMihelii, Bürstenbinderskind, 7 Mon, Glockengasie Rr. 9, häutige Bräune. - Franzisla Jerje, Stblosserekind 2 3. 11 Mon., E.isabeth» »inderspjial, PoUnafltajje Nt. 18, Rachenbräune Neu eröffneter Gaffenschank von alten, gut abgelegenen Eigen üaum ritten aus dem StadtBerge Sei üludoffstoertfi. Burftstallgafse Nr 15, ebenerdig, 1 Liter 36 Kr. (584) 3—1 Verpachtung. Die zum Gute Hollenburg — eine Meile von 8bgenflitt, in nächster Nähe der ßaibacber Straße gelegen -• gehörige Meierei, bestehend aus 38 Joch Aeckern, iti*/* Joch (»arten und Wiesen und 5 Joch Weiden, nebst hiezu gehörigen Wohn- und Wltthschaftsgebäuden, Brennholz, und Streubezug wird auf längere Z-it verpachtet. Nähere Auskünfte hierüber ertheilt Dp. Johnnn v. Vest, k. k. Notar in Klagenfurt. (579) 3 -1 Pariser Gkus -Motograpkien (Lunst-Ausstellung). Vom 29. 4!ovember bis 1. Dezember ist ausgestellt : XI. Serie: Reise durch Palästina. Zn sehen im Hanse der Handels-Lehranstalt am Kaiser Josefsplatz Nr. 12. öeßffnet von 10 Uhr vorm. bis 8 Uhr abends. Eintritt 20 tr. (f>37) 31 Eine Partie Glasbilder ist zu verlausen, auch einzeln. Wiener Börse vom LS. November. Aitgm«iiit Sleeti- r