Nr. 209. Donnerstag, 12. September 1907. 126. Jahrgang. Mb acher Zeitung Vr«innmlrationSprris: Mit HjoNvrrlc'üdunss: ganzjährig 3« K. halbMrig 15 X. Im Kontor: ganzjähri« " ^, hlllbjäl'rig 11 ll. ssür dil- Zustellung mi Hau? iillüzjührig 2 X. - Inlertionsgcbühr: ssür lleim' Inserate l>i« ,111 4 feilen 5» d, grüüere per Zeile 12 !i: bei vieren W!?dcrholun«e>i per Zeile « d. Nie «Lllibllchcr Zeitung» erscheint tän,lich, mit Ausnahnie de^ Lonn- und Feiertage. Die Administration beftiltet sich Koülirekplllh Nr. L. die Medaltlon Valmatingassc Nr. ll». Eprechstnnden bei Nebaltion von « bis >0 Ubl uor- mittag«. Unfranlierte Vrirfe werden »iätt aiigenommen, Manuslripte nicht zurückgestellt. Amtlicher Heil. . .Sein e k. u n d k. A P o st o l < s ch e Ac a -1 c st ä t siild Soilutag, deil !->. d. 'vl., abends alis "^allsee in Wien eingetroffen. Seille t. und l. Apostolische Vlajestät habeil wit Allerhöchster Enlfchließnng vom '2.^. Anglist ^ v'.. dem Landes-Forstiilspellor, Oberforstrate ^oritelius N i e d e r in Klagenfurt alis Alllaß der "W ihln erbetenen Übcrnahine in den dauernden Ruhestand tarfrei den Tirel eilles Hofrates aller-N'lädigst zu verleihen geruht. Seine k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließnllg voni 81. Anglist "- I. den Doillherril am Lavanter K'athedralkapitel ^r. Johann M laka r zliiu Toilidechanten dieses Capitels allergnädigst zu ernennen geruht. March et »u. p. Teine k. und k. Apostolische Majestät haben mit^Allerhöchster Eiltschließliilg voin ^!). Angus! d. I. den Pfarrdechanten iu Wippach :Viatthias Erjavec zulu Ehrendomherrn des Cathedral lapitels in Laibach allergnädigst zli ernelnien ^erllht. M a r ch e t ,". ,». ^eine k. nnd k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Einschließung vom !). September d. I. die Miuisterial-Sekretäre im Handelsiiliili steriunl Dr. Alfred 3 ch ö n , Dr. Rudolf Freiherrn Menfi von Klar bach und Dr. Rudolf Schindler zu Eektiousräten allerguädigst zu ^iienuen geruht. F o r t m. p. Seine k. lind k. Apostolische Majestät haben M'.^Allerhöchster Entschließung vo,u l>. Teptember ?- >^. den Ministerial-^ekretären iln HanZielsinini-U^Nlin ,vugo Diwald, Dr. Alfred O» i ü ck, ^l'- .^'ichard S ch ü ller und Dr. Ottotar 5 a, m - p a ch deu Titel nud Charakter eine5 3ektiouorates nut Nachsicht der Tare allergnäoigst zll verleihen geruht. ivort m. p. Der Minister für Cultus uud Niiterrichl bat den Tnpplenten am Ttaatögynniasilim in Reichen berg (^listav N i e s u e r zum provisorischen hehrer am ^taatvglimnasinm in (>)ottschee ernanitt. Den 10. September 1907 wurde in der k. l, Hof» und Staats» druclerei das X(^IX. Stnck des Reichsgesetzblattes in deutscher Ausgabe ausgegeben und versendet. Den 9. September 1907 wurde in der t. l. Hof« und Staats» bruckerei das I.XXIV. Stück der böhmischen, das I.XXXIII., I.XXXIV. und I.XXXV. Stück der sluvcnischeu, das X<^. Stück der böhmischen und das X^III. Stück der ruthcuischen und slo» veuischen Llusgabe; den 10. September 1907 wurde das I.XXVII. Stück der polnischen, das I.XXXIV. Stück der böhmischen, das I.XXXVI. Stück der sluvcnischen und das I.XXXVIII., XC, X01., Xcili. und X(^111. Stück der kroatischen Ausgabe des Reichsgcschblattcs ausgegeben und versendet. Nach dein Amtsblatte zur «Wiener Zeitung» vom 10. Sep^-tcmber 1907 (Nr. 208) wurde die Weiterverbreitung folgender Preßcrzeugnisse verboten: Nr. 25 «Österreichische Schulzeitung» vom 6. September 1907. Nr. 14848 «II Lscula» vom 28. August 1907 (Mailand). Nr. 184 «I/^Itn ^30. vom 14./15. August 1907. Nr. 18 «Lborink mläcloio Loci/lluü domokr»,tl<:1l^» vom 5. Oktober (relte September) 1907. Die im August 1!>07 iu Pardubih erschienene Broschüre: «voltuineiit^ Klol-illu,1i8mu>>. Nr. 71 «Leitmeritzer Wochenblatt» vom 4. September 1907. VII. Verzeichnis über die beim t. t, Laudespräsidium in Laibach zu Guusten der Abbrändler in Oberdainc, Bezirk Krainburg, eingelangten Spenden, uud zwar: Sammlungsergebuis des Gemeindeamtes Podgier 4A X und Salog 5 1i, dann der Pfarrämter: Nau 2 li, St. Mareiu 12 Ii 11 ti, Natitna 10 X, St. Veit 20 X und des .Mratic-llmtes Präwald 8 X, zusammen 100 X 11 li. Hiezu die Spen» den aus den früheren Verzeichnissen pr. 765 ll 96 b. Im ganzen 86« X 07 Ii. MchtamMcher Heil. Die Tagebücher des Generals Stoffel. (General Ttössel hat zur Wiederaufrichtuug seiues erschütterten Ansehens einem Mookaner Blatte seine Tagebiuher zur Veröffentlichung übergeben, die eine erschöpfende Autwort auf alle gegen ihu gerichteten Angriffe sein sollten. Der Erfolg diefer Veröffentlichnug hat jedoch, wie man der „Voss. '5tg." schreibt, die Erwartungen des Ver^ fassero getäuscht. Die Alifzeichliungeu sind nämlich nichte als eine bedeutungslose ^hronif. ivorin er schiitterilde >triegskatastrophen ebeilso gleichgi'iltig in wenigeit nichtssagenden Zeilen abgehandelt werden wie ^'ieburt5tag5besuche, ^amilienverhältnisfe, >tlatsch und dergleichen. Man sticht vergeblich nach unbekanntem Tatsacheumaterial, nach Aufschlüssen über deu Zusammenhang der einander überstürzenden Kriegoereignisse, uach Aufklärung der Rollen nnd Taten der einzelnen russischen Vefeblshaber. Al5 der Mann, in dessen Händen alle geheimen i,<>l^. ^chiilleiwriii hatte zwei lHigcu' fasten, die ihr im ivluge alle Herzeil de^ Publi- uiuo gewannen nnd alle Herzen der Kolleginnen ^tsremdeien: sie war sehr jung nnd sehr schön. ^")> lie ^i^ ^ii,„j)^^i^il^' Schlilpferde befaß und is dem besten Wege schien, die Koryphäen ihrer ' 'uft zu erreichen, das steigerte natürlich die Be-. Uld^rllng alif der eineu lind die Abneiguilg auf " auderen Teite bis ins Ertreme. ^,. '^^ilidia Eolling fchieit dom allen ilnr eine fehr f.^ ,^'lieorduete Bedeutung beizlilegen. Tie lvar q^/. ^''^ höflich gegen die Wohlwollenden, wie koni's ^'^ Übellvollenden, so lange es möglich war, keil s' "^" ^^'us" eiiergisch dort die Zudringlich wri's. ^'^' ^^'»villigkeit in die Tchranken zlirück' ocn ^ Zollte ee. incht begreifen, das; die Tradition ^ochj, "'t^ Logenstannngästen noch ganz andere o^i,^""^ das deo ^lpplaudiercils oder Zischeus j^'i)^ ^','^tlerinneu gegenüber einräumte. Sie schlug ^'s,,^"lladnng .''U!n Smiper aus, sie lies; jeden N'. d.' "?""l"^ NV warf alle duftenden Billetdour ^ ^piV'rkorb. Ti„,^,.^t der schöne (>iraf Tom'ev von den (^,i^^. l"wgonern, Moskan-' Adonis, fand keine obo^'.. ^^' >hren Angen, dieser vielgeliebte Er di>s.>'.' „^' hatte nichts nnversucht gelassen, lind ^"zlr>?- ' widerstand brachte ihn allmählich zur siting. Seme anfäuglich iinr spielerische Passion für die schöne Klaudia steigerte sich zu sehende zli eiller wüteuden ^eideuschaft. Al<' sie eiues Abende nach ihrer stürmisch be jubelten Prodnktion die 'Vlaiiege verlies; und ihrem arabischen Schimmelhengst in den Stall folgte, war Tom-ev anf ihr<'n Kerfen. Der Stallmann nahm das Sattelzeng gerade ab, uud das Mädchen klopfte den Halo deo fchöuen Tieres nnd hielt ihm iu der linken Zucker vor die rosige Schnauze. Da warf sich der Graf im Parorysmus seiuer liebes-raserei vor Claudia auf die Knie uud stammelte iu seiuem hilflofen Dentsch: „Schlaggen Sie nu'ch! Schlaggen Sie mich!" Seine ausgestreckte Hand lies; keinen Zweifel, das; er eine Züchlignng mit der Peitsche, die Klaudia in der Hand hielt, als das Ziel seiuer Sehnsucht zu bezeichnen wünschte. Die Schulreiterin zog die Ttiru iu Falten, und etwas wie herbe Euttänschnng znckte um ihren Mund. Sie warf dem Diener ihre Peitfche zu uud befahl ihm: „Vladimir, fchlage diesen Herru!" Der Graf federte auf die Fi',s;e. Er war schreck^ lich anznsehen in seinem anfkochenden Zorn. „Sie werden dafür büs;en!" stieß er hervor liild klirrte dauu eiligen Schrittes zum Stall hiu aus. Der bloude VIadinur kouute natiirliäi über eine so wichtige Angelegenheit nicht reinen Muiw halteu. Am nächsten Vormittag lies; der Direktor Fräulein Eolling zn sich in sein Bureau rufen. Er saf; vor seinem Schreibtisch, den Zylinder tief in die Stirn gerückt, um den mächtigen, immer feuchten Stiernacken ein weis;eo Taschentuch gelegt, eine riesige llpmau qnalmend im Mundwinkel. Vor ihm stand eine Flasche uralter Kognac lind ein Portweiuglas. „Morgen!" knurrte er. „Sie machen ja schölle Geschichten! Meine teuersten lind eiuflns'.reichsten, Stammgäste stos;en Sie vor den Kopf. Das geht ,licht. Fräulein Eolling, das geht absolnt nicht!" Klandia lächelte. Sie wußte, das; sie der Liebling des alten Herrn war. „Gut, Direktorchen, nas nächste Mal hall' ich das verspreche ich Ihnen." „Sie sind eiu Teufelchen!" lachte der Direktor, „ein richtiges Tcufelchen! Uuter uns, mich hat die Geschichte sehr amüsiert, und es schadet dem Ton-<"-ev gar uichts, das; er einmal eine Lektion bekommen hat. Aber Sie müssen sich höllisch in acht nehmen, Eolling. Er läßt Sie's auf irgend eine Art entgelten." „Bah! Wie sollte er das?!" „Sie kennen nnsere russischen Verhältnisse noch zu weuig, meine Liebe. Hier verschwiudeu junge Mädchen beim hellichten Tag von der Straße und kommen nie wieder zum Vorschein. Väterchens bleich ist so nnermeßlich groß." „Ich trage immer einen Revolver bei mir," sagte Klandia furchtlos. „llud fchikauiereu kaun Sie der Ton^ev," fuhr der alte Herr fort, „daß Ihnen die Angen über-gehen." Das junge Mädchen znckte die Achfelu. „Ve-dereino —" Viernndzwanzig Stnnden fpäter dachte sie weniger skeptisch darüber. Sie hatte eine Polizeiliche Verfügung ill Händen, die ihr bei Androhung so-forliger Laudesverweisuug verbot, ihren Schimmel-heugst feruer mit dein Nameu „Großfürst" auf das Programm zu setzeil. Fast gleichzeitig meldete sich ein Polizeioffizier bei ihr, der nachträglich an ihrem längst visierten Paß allerlei Ausstellungen zu üaibacher Zeitung Nr. 209.____________________ 1938 12. September 1907. wohnen. Das Hans ist vollständig eingerichtet, das Mobiliar ist komplett. Nach meiner Abreise wird in nnserem Hause der Vrigadekommandeur wohnen, wie ich es tat." Der Eindruck der Veröffentlichung Stössels war nach derselben Quelle so peinlich, daß das Kriegsministerium dein General Stössel die „literarische Vetätignng" verbot. Politische Uederstcht. Laibach, 11. September. Iil einer neuerlichen Vetrachtung über die A n s g l e i ch s fr a g e führt die „Neue Freie Presse" aus, es sei unverständlich, daß Ungarn lroh seiner Politischen und wirtschaftlichen Bedürfnisse, die zum Ausgleich drängen, ein Innktim zurückweisen könne, das es selbst verlangen und nach dem es mit beiden Händen greifen müßte. Nur Dilettanten können glauben, daß sich über Nacht ersehen ließe, was jeht die gemeinsame Bank für Ungarn ist. Trotzdem müsse gerade Österreich die Vankgemeinschaft verteidigen und das abkaufen, was der größte Vorteil für Ungarn ist. Der bloße Gedanke, daß die Zolleinnahmen nicht mehr zur Decknng der gemeinsamen Ausgaben dienen sollen, erzengt Stürme, nnd trotzdem wird fortwährend beteuert, daß Ungarn den Tag fegnen wolle, an dem die gemeinsamen Angelegenheiten gar nicht mehr bestehen werden. Wer vermag sich in diesem Wirrsal zurecht zu finden? Die „Agramer Leitung" richtete an den Präsidenten des österreichischen Abgeordnetenhauses Dr. Wciski r ch n e r eine Anfrage, wie er sich zu der geplanten Ernennung eines südslavischen Land s m a u n m i n i st e r s verhalte, und ob die Kreierung dieses Postens wahrscheinlich sei. Dr. Weiskirchner beantwortete die Aufrage von Novigno ans folgendermaßen: „Ich bin hier ans Urlaub und außer jeder Fühlungnahme mit, Wiener und politischen kreisen überhanpt. Persönlich würde ich der Ernennung eines südslavischen Abgeord neten zum Minister sympathisch gegenüberstehen. Dr. Weiskirchner." Aus Budapest wird berichtet: „Vudapesti Hirlap" meldet: Die Vorarbeiten betreffe der WahIrcfor m sind im Ministerium des Innern bereits weit vorgeschritten. Der Minister des Innern Graf Andrassv, äußerte sich diesbezüglich unter anderem folgendermaßen: Die Wahlreform ist in Arbeit. Den ganzen Sommer beschäftigte ich mich ansschließlich mit ihr. Ich habe das Material dnrchstndiert und zum Teil ausgearbeitet,. Ich bin so weit vorwärts gekommen, daß ich die Grundprinzipien der Vorlage bald werde dem Ministerrat vorlegen können. Ich hoffe, daß ich dann mit dem übrigen rasch fertig werde. Über die Details kann ich mich nicht äußern, doch glaube ich, daß jeder freund des Volksrechtes mit der Vorlage zufrieden sein kann. Sehr natürlich ist es aber, daß ich die größte Sorgfalt darauf verwendet habe, daß wir durch einen raschen Übergang keine Anarchie schaffen nnd daß wir den nationalen Charakter des uugarischeu Staates wahren. Nach einer Meldung ans Rom betrachtet man in vatikanischen kreisen, falls die antiklerikale Bewegung noch länger anhalten sollte, das Unterbleiben aller Pilgcrzüge, die für den Herbst geplant waren, als unvermeidlich. Man kann die Wahrnehmung inachen, daß die Umtriebe der erwähnten Bewegung, die sich neuerdings in Ausschreitungen gegen den >t'ardinalstaatssekretär Merry del Val nnd gegen den Kardinal Gennaro manifestierte, anch in den gemäßigten nichtt'irch-lichen Kreisen lebhaft bedauert werden. Durch solche Vorgänge wird das vom Papste Plus eingeleitete Werk der Annäherung zwischen den: Vatikan uud den: italienischen Staate durchkreuzt und der Einfluß der unversöhnlichen Partei im Vatikan gekräftigt. Die Neubesetzung der p ä p st lichen N u u -tiatu r i n M ü n ch e n wird erst in einiger Ieit erfolgen. Es ist feststehend, daß der apostolische Delegat anf >tnba, Msgr. Aversa, die Nachfolge Msgr. Eapntos übernehmen wird. Vorher muß jedoch die Regelung jener Angelegenheiten erfolgen, welche die Rückkehr Msgr. Aversas nach Havanna erheischten. Sobald dies gelungen ist, wird er nach Rom berufen und dann als Nnntins nach München entsendet werden. In vatikanischen Kreisen ist man in der Ansicht einmütig, daß Msgr. Aversa für diese Stellung besondere Eignung mitbringt. Von der chinesischen Regierung wurde eiue .Commission eingesetzt, die sich nach England, Deutschland und Japan zum Studium der Ver -fassuugeu dieser Länder begeben soll. Tagesneuigleiten. — (Die schlauen P o l i ze i m ä n n e r.) Ans dem dritten Polizeirevier in Erfurt wurde dieser-tnge friil) U Uhr gemeldet, daß zwei Männer sich mit einem mit Gurken beladenen Wachen auf der Leip. zigerstraßc verdächtig machten. Sofort wnrdcn zwei Schutzleute ausgesendet, die das Gnrkcngefährt auch alsbald antrafen. Auf verschiedene Fragen wurde den Hütern der Ordnung die Auskunft: „Die Gurten stammen aus der Gärtnerei von Schmidt, und wir müssen sie zu Frau Lelnnaun auf der Pilse (eine Straße iu Erfurt) fahren." Um den Fall einer möglichst gr,"mdlick>cu Prüfung zu unterziehen, ging sogleich der eine Schutzmann nach der Gärtuerei von Schmidt, wo er Erkundigungen holen wollte, während der andere erklärte, mit den Verdächtigen zu Frau Lehmann auf der Pilse gehen zu wollen. Als man hier tatsächlich vor einem Hause angekommen war, in dem eine Genmsehändlerin dieses popnlären Namens wohnte, bat der Schutzmann die beiden Männer, einstweilen anf der Straße bei den Kurten zu warten, er wolle hinein zu Frau Lehmann gehen und sie fragen, ob sie auch wirklich Gurken erwarte. Sprach's und tat also! Frau Lehmann scheint aber zu so früher Stunde nicht auf Nesuch gefaßt zu sein, denn es dauerte geraume Zeit, bis der Schutzmann wieder auf der Straße erschien und das erfahren hatte, was er wissen wollte: die Gurken waren go stöhlen und die beiden Spitzbuben hatten sich aus dcm Staube gemacht. '(Der „untrügliche Beweis".) Ein bekannter Darmstädter Nechtsanwalt hatte einen Mann zu verwidigeu, der von einem Logisgenossen des Diebstahls einer Hose bezichtigt wurde. Der Angeschuldigte leugnete die Tat. die sich, wegen der dabei geschehenen gewaltsamen Öffnung eines Spindes, als Einbruchsdiebstahl qualifizierte, aufs hartnäckigste. Er behauptete, an dem in Frage kommenden Tage anderwärts beschäftigt gewesen zu sein. Der Verteidiger unterstrich iu seinem PlaidolM die einzelnen Angaben seines Klienten, die dieser für den Nachweis seines Alibis vorgebracht hatte, und schloß mit Emphase: „Es scheint mir danach der untrügliche Veweis erbracht zu sein, daß der Angeklagte die Hose, die dein P. ft, Zeugen abhanden get'oiumen ist, gar nicht gestohlen haben kann!" Das Gericht trat dieser Auffassung boi und sprach den Mann frei. Die Kosten wurden der Staatskasse auferlegt. Befriedigt wandte sich der Anwalt zu seinem Klienten um, der hinter ihm auf dem Armesünder-bäiitchen saß. „Sie sind freigesprochen, man hat Ihre Unschuld erkannt, Sie können gehen." Der gute Mann indessen, der anscheinend den Freispruch nicht fassen tonnte und merkwürdig aufgeregt dasaß, wachte keine Miene aufzustehen. Eriuunterud wiederholte der Verteidiger, der an die Bank herangetreten war: „Sie können gehen. Das Urteil wird Ihnen zugestellt. Worauf warten Sie noch?" - „Ach, Herr Doktor", flüsterte der Brave, „ich will nur warten, bis der eine Zeuge weggegangen ist, ick hab' nämlich die gestohlen' Hos' an!" — (Die Folgen einer EhrenbeIei. di gu n g sila ge.) Ai,5 Srraßburg wird gemeldet: In Schiltigheim wurde der Straßeiwalmarbeiter Jakob Mein, als er die Treppe seines Wohnhauses hinaufsteigen wollte, von dem Nachtwächter Geßler überfallen nnd durch drei Revolverschüsse sclnver verletzt. Klein sprang in seiner Verzn>ei'flung aus dein Fenster lind blieb anf der Straße besinnungslos liegen. Hierauf vergiftete Geßler seine beiden kleinen Kinder mit Lysol und erschoß sich dann selbst. Das Motiv soll eine Ehrenbeleidigungsklage sein, die Klein gegen Geßler angestrengt hat. — (Tätowierte Modedamen.) Man schreibt ans London: Die neueste Mode, die die eleganten Damen zum Schmuck ihres Körpers mit groß' ten, Eifer aufnehmen, ist das Tätowiereil. Diese erotische Art der Hautverschönerung ist ja sonst im allgemeinen nnr noch bei wilden Völkern üblich, und >lnr Matrosen, Artisten, kurz Leute, die einem der^ bereu Geschmack huldigten, mochten sich dazn bequemen. Nun Plötzlich aber ist bei dein zarten Ge schlecht und in der feinsten Gesellschaft die Lust nach machen hatte. Vald darauf präsentierte ihr die Zollbehörde eine ansehnliche Nachforderung für das eingeführte Gepäck. Ein Koffer, den sie er wartete, traf nicht ein und blieb trotz aller Recherchen unauffindbar. Und eines Morgens lahmten beide Pferde, da irgend ein Schandbube ihnen Nägel in die Hufkrone getrieben hatte. Die beiden Schwestern Merlin warteten mit Ungeduld daranf, daß die verhaßte Rivalin nun endlich ihre stoische Rnhe verlieren sollte. Vergebens! Klandia Colling ließ sich ihr Bett im Stall zurecht machen, nachdem sie den Wärter Vladimir zmn Teufel gejagt hatte. Sie wollte selbst auf ihre Pferde acht geben, damit ihnen nichts Schlimmeres widerführe. Sonderbar war es, daß sie trotz aller Plackereien keinen enroll gegen Tonlev empfand, obwohl fie von seiner geistigen Urheberschaft durchaus überzeugt war. Er saß Abend für Abend in seiner Loge nnd machte ein Gesicht, das von rasen-der Liebe, gewöhnlichster Nachsucht und kleinlicher Schadenfreude offensichtlich erfüllt war. Da sie allen Diugeu geru auf den Grund ging, snchte sie ihre Gefühle für den Grafen zu analysis ren. Objektiv hielt sie es für eine Gemeinheit, daß er sie so verfolgte; snbjektiv gefiel er ihr in der Rolle des brutalen, jeder galanten Rücksicht baren Quälgeistes weit besser als damals im Stall in der verächtlichen Aufmachung eines wimmernden Lüstlings. Schließlich war es in gewisser Art auch interessant und zengte von einer ungewöhnlich starken Herzensneigung, wenn ein Mann von solcher Herkunft und Erziehung aus verschmähter ^ede wie ^m skrupelloser Halunke sich gebäroete (Schluß folgt.) Der Fall Vasilijev. Roman von Paul Dslar Höcker. (65. Fortsetzung,) (Nachdruck ucrbotl".) „Und Wie sie sich noch sorgt und ängstigt ill ih.em Brief, was wohl Vasilijev sagen und tun werde. Und nun ist er tot. Und Johannes? Weis; er denn schon davon?" Eckhardt znckte die Achseln. „Das ist ja eben der Grund unserer Unruhe. Ihr Sohn hat Karlsruhe verlassen. Wir bedürfe»: seiller aber dringend, seiner Zeugenaussage zum mindesten." Die alte Frau vermochte sich noch immer nicht z:> fassen. „Ei, wenn mein Sohn da scholl eiue Ahin^lg davon gehabt hätte, daß solckies Unglück vorgekommen ist, dann würde er doch nicht fortgegangen sein. Va silijev war sein Nebenbuhler, säx'int sich ja geradezu feindselig gegell ihn gestellt zu haben — aber der Too gleicht doch alles aus — und Johannes würde oocl> auch Speuers wegen dageblieben sein, um ihnen dann zu sagen, zu berichteil . , ," Sie war erregt alifgo standen, zitierte aber derart, das; sie sich wieder setzen mußte. Es war nicht allein eine Anwandlung von Humanität, die den Freihcrrn auch jetzt noch über den wahren Verdacht der Behörden schweigen ließ — auch die kriminalistische Überlegung ließ es ihm vorteil, hafter erscheinen, die Mutter dos Täters in dessen grausige Schuld vorläufig noch nicht einzuweihen, „Die Nachricht von dem Plötzlichen Tode do.-Nüssen, von dem sich Fräulein Spener, wie aus ihren-Briefe hervorgeht, uoch iuimer verfolgt glaubt, wiro natürlich sehr erschütternd auf die junge Dame wirken. Ich möchte Ihnen also empfehlen, Frau Brake, daß Sie ihr von hier aus keinerlei Nachricht zukommen lassen, bevor sie nicht in schonender Weise übe:, die furchtbare Tntsache unterrichtet worden ist. ^Fch werde selbst nach (Aenf fahreil. Telegraphieren Sie also uicht etwa — auch nicht, falls eine Depesche an Sie gelangen sollte mit irgend einer Anfrage. Nicht wahr, das versprechen SW mir?" Die Aufregung preßte der gutherzigen Alten Tränen ab. „Ach, ich weiß mich ja in ^ll das gar nickt hineinzufinden. Sie sind ja so freuudlich, Herr- von Eckhardt, daß Sie sich des armen Fräulein Marthu annehmen wollen. Aber wenn doch mein Sohn dort wäre, damit or Speners gleichfalls beistehcn kann. Und wie es ihn mitnehmen wird, wenn er hört . . Nein, die Vorstellung ist ja so gräßlich: Vasilijev solli-' sich ans Kummer darüber, daß SvcnerZ von ihm fortgingen, daß Fräulein Martha nichts mehr von llm' wissen wollte, das Lelx'n genommen haben. Es wird den Iohannos ja ganz außer sich bringen! Und da5 bleibt dann immer und ewig wie ein Schatten aur ihrem Glück . . . Ach, mein Herrgott! Warum mußte mm auch so etwas geschehen! W» alles sonst so glück-lich und gut uud schön hätte werden können, wenn es bloß mit dem Krauken nur besser geworden wäre!" Es war dem Staatsailwaltsbertreter unmöglich, die Verzweiflungsansbrüche der armen Alten noch länger anzuhören. Die Pflicht rief ihn auch, denn er mußte unverzüglich Schritte tnn, um die Fährte de' Flüchtigen über Basel nach Genf zu verfolgen. Nachdem er nun diesen Brief des Fräuleins Spener gelesen hatte, der in seiner naiven Ursprünglichkeit ihm mehr verriet als ein ganzes, großes Verhör, schloß sich die Nette dichter nnd dichter zusammen — und bald gab es für ihn in der Erforschung d?s Tatbestandes, seines psychologischen Zusammenhan» Laibacher Zeitung Nr. 209. 1939 __________12. September 1907. Tätowierungen erwacht und ein bekannter englischer Künstler in diesem Fach, Alfred South, kann mit-teilen, das; die Zahl seiner Anfträge ständig wächst und englische Aristokratinnen zu seinen Kunden gehören. „Ich habe in letzter Zeit", so erzählt er, „ver. schiedcne Damen in ihren Villen ans dem Lande und in London besncht, ja bin sogar nach Paris berufen worden, nm Tätolvierungen ausznfiihren. Gewöhnlich lassen sich die Damen auf dem Arm die Mono-gramme ihres Gatten oder, Freunde», ein Herz oder andere Symbole einzeichnen: aber anch andere Dinge werden verlangt, und es gibt eigentlich nichts, was nicht tätowiert würde. So hat sich eine Tame aus Kensington, die bei einem Preisansschreiben die Suwnlc von 3250 Kronen gewann, den Sprnch der Preisrichter auf ihren Arm tätowieren lassen. Eine langwierige und schwere Arbeit vollbrachte ich bei einer anderen Tame, die sich in den letzten Wochen ihr 400 Worte umfassendes Testament auf den Rücken tätowieren lies;! Verfc aus Gedichten von Words-worth, ein Kreuz, Vridgeprobleme find nicht ungewöhnlich. Einer Dame mnßte ich das Bildnis ihres Priesters, dessen Beichtkind sie ist, aus dem Arm ein zeichnen. — (E i n e r o m a n tifche Ü i e be s g e schicht e) aus „hohen kreisen" wird ans San Francisco be° richtet. Held nnd Heldin derselben sind der Prinz Ari Pai von Tahiti und die frühere Königin Lilinoka lini von Hawai. Die Hochzeit soll in Honolulu stattfinden und der genannte Prinz ist soeben ans der Reise dorthin in San Francisco eingetroffen. Prinz Ari Pai hat übrigens fchon um die Haud der Er-Königiu geworben, bevor sie Königin wurde, aber ihr Bruder, der damalige König Kalakana, wollte von dieser Verbindung nichts wissen, weil seiner Meinung nach der Prinz nicht reich genug für seine Schwester und wahrscheinlich auch für ihn war. Die Prinzessin bat ihren Bruder flehentlich, die Hochzeit doch stattfinden zu lassen, aber er blieb unerbittlich nnd Ari Pai mnßte seine Koffer packen. Dann kamen die unruhigen Zeiten, die dein Tode Kalakanas folgten, die Prinzessin wurde Königin nnd geriet mit den Vereinigten Staaten in Streit, sie wnrde abgesetzt, und Uncle Sam steckte das Königreich in die Tasche. Die Königin aber bekam die nette Snmme von nahezu zwei Millionen Mark ausbezahlt und sie hofft noch weitere vierzig Millionen zn erhalten. Auch der Prinz wurde letzthin reich nnd so wiederholte er seinen Heiratsantrag, er wurde angenommen und befindet fich, trie gefagt, jetzt anf der Neife zur Hochzeit, Er muß übrigens ein sehr gewichtiger Herr sein, denn sein Gewicht wird anf 280 Pfund ange-gebe», "' (Ein Niesen theate r.) Ans Newvork wird berichtet: Ein Theater von fo riesigen Dunen sionen, wie es heute in der Welt nicht seinesgleichen hat, wird jetzt in Ncwyork errichtet. Es nimmt ein ganzes Straßenviereck ein und wird sieben Etagen enthalten: ein Flügel des Gcba'ndes soll sogar elf Etagen hoch werden, so daß sich bei diesem Riesen-baunxrk bereits die schöne Perspektive auf das ..Wolkenkratzer-Theater" eröffnet. Natürlich wird das Gebäude anch lx!rschwenderisch ausgestattet, nnd zwar im Stile der italienischen Renaissance. Die Kosten des Theaters werden denn anch aus etwa 7 Millionen Kronen geschäht. Außer den Logen wird der Zu-schauerraum 25M Plätze enthalten. Der Verkehr zwischen den Rängen wird durch Fahrstühle vermittelt, uud auf dem Dacl>e wird ein Garten eingerichtet, zu dem die Zuschaner während der Pausen hinanf-befördert Norden, um srislultur gewesen. Die niedlichste aller Felshöhlen ist die Moser-Höhle, slovenisch Iama na Doleh oder Na Robjah, d. h. Höhle in den Niederungen, italienisch Tpelouca del ferro. Einige Schritte oberhalb der von uns erforschten großen Einsturzhöhle „No5-Grottc", in südöstlicher Richtung von der Eisenbahnstation, erreicht man eine Steinmauer, die senkrecht anf den Fuß' weg nach Samatorca zuläuft. Durch diese Mauer führt ein Durchlaß zu einer ebenen Wiesenfläche mit einem gewaltigen Felsblock in der Mitte, an dem vorbei rechts ein Fnßsteig in den Felsuiederungen Doleni zn einer zNxnten Scheide»,a»er führt, nelx'ii welcher, über Felsplatten absteigend, der Felszirtns mit dem Höhleneingang sichtbar wird. Eine reiche Baum- nnd Strauchvegetatiou in der nächsten Umgebung machen diese Höhle noch hente zu einem schNier auffindbaren Schlupfwinkel, Die mächtige Trümmer Halde in der Felsmnlde vor der Höhle n»eist auf eine» Deckeinsturz hin, so das; die Höhle einst viel größer gelvesen sein dürfte. Rechts am Fuße der Felswand liegt eine ganz mit Steinschntt verstopfte Höhle' die Ausräumung dieses Teiles wäre sür den Anthropo logen sehr lohnend tvegen den prähistoriMn Fnnden, die darin liegen müssen, bezw. könnte man auch auf Skelettgräber stoßen. Eine Trockenmauer verdeckt teilweise den hentigen zwei Meter hohen Höhleneingang; die Winkelböschnug seiuer Dreieck sorm paßt ganz genan zn dem Schichtenstreichen des umliegenden Kalkbodens. Die Höhle besteht ans zlvei Hohlrüumen; der vordere ist ll> Meter lang, 7 Meter breit und 6 Meter hoch; die ganze Aushöhlung wird vom Tageslicht bestrichen. Eine mächtige Ablagerung, von regelmäßigen Lehmschichte» mit kleinen Steinchen durchsetzt, bedeckt den Boden. In der obersten Lage fand ich bei meiner ersten Ansgrabnng im Jahre 18lN einige stark verrostete Eisenringe, die von dem Menschen der Metallzcit bei einem znfälligen Besuche hier zurückgelassen wurden nnd nnr als Iufallssund zn betrachten sind. Es sei hier erwähnt, daß ähnliclx' Fnnde am Karste in den jüngeren Sedimenten zahlreicher anderer Felshöhlen gemacht wurden. Rechts führt eil, drei Meter langer, kaum 40 Zentimeter hoher Schlupf znr zlneiten Halle, von deren Decke zahllose Stalaktiten hernuterhängen. Die Gesamt iäugc der Halle ist 21 Meter, die Breite 4 bis 8 Meter uud die Höhe 1 bis 4 Meter. Zahlreiche Fledermäuse (Rhinolophus ferrum equinnm) haben sich diesen Höblenteil zum Aufentbalte anfgesncht. Bei meinen wiederholten Besncheu erlosch das Kerzenlicht dnrch die anfgescheuchteu uud umherflatternden Tiere. In ihrem Pelzlverke schmarotzen die merkwürdigen Nl,cteriben, d. h. Fledermausfliegen mit fehlenden Flügeln, und verschiedene Zacken. In der nördlichen Ecke, der Halle liegt ei» großer Hänfen roter Lehmerde, der hier jedes weitere Vordringen unmöglich inacht. Anf diesem nassen Lehm findet man zu alleu Jahreszeiten die blinde Höhlenassel Titanetes albns. Am 1. Dezember l8!)A betrng die Temperatur vor der Höhle 4 Grad Celsius, in der Vorhalle 8 Grad und in der Erdkammer 15 Grad. Mittelst Subvention der hohen k. k. Zentral-konunissio» fiii- Kunst- und historische Denkmale hat der bekannte ^iarstforscher Prof. Dr. Moser aus Trieft in der Vorhalle in den Monaten Juli und Oktober 1898 und in den ersten dwi Monaten des Jahres !8W bemerkenswerte Ausgrabungen veranstaltet. Tnrch das freundliche Entgegenkommen des erwähnten Forschers war ich an den ersten Ausgrabungen selbsttätig beteiligt nnd konnte hier am 24. Inli l898 die erste Begräbnisstätte des >larstiMlenmenschen anf» decken. Das Skelettgrab lag fast in der Mitte der Höhle, 17t) Zentimeter nnter der Oberfläche; onrch darauf lastende große Steine war der Menschenschädel stark eingedrückt, die übrigen Skeletteile, in einem griesigen rotbraunen Erdreich eingebettet, ->eigten sich sehr morsch. Das Skelett lag in der Richtung von Osten nach Westen. Zahlreiche Beigaben umschlossen es; bei der linken Hand lag ein vcr° kohlter schwarzer Knochendolch, an der Spitze leicht abgesplittert, bei der rechten eine schöne plattweiße, Knochenspitze nnd zn den Füßen drei schön nusgearbei. tete Beinwerkzeuge. Unter dem Skelett fanden sich drei Geweihzinken, Flintsplitter, fünf Knochen-psriemen, ein kurzes abgebrochenes Stück der ges und der änßeren Zeitenfolge der Ereignisse über Haupt keine Lücke mehr. „Ich habe mich länger aufgehalten, als ich ursprünglich beabsichtigte. Nnn heißt es eilen, um noch ^u Zng zu erreichen." ..Und ich bekomme bald Nachricht, Herr von Eck hardt? Wenn Sie Fräulein Spener treffen — Sie kun mir !>ie Liebe an. ihr zn sagen, wie großen Anteil ich nehme. Ach, wenn ich ihr doch wenigstens ein paar Zeilen schreiben dürfte!" Der Freiherr überlegte. „Ja, schreiben können Sie ihr!" sagte er mit kurzem Entschluß, „Nur nicht depeschieren, Fran Brake. Hören Sie, was anch kommen sollte, kein Wort depeschieren!" Er hatte, unbemerkt von der fassnngslosen Alten ^" wie in der Zerstrennng - die Briefbogen emg?-steckt, die von Marthas Hand beschrieben ivaren. Hastig empfabl er sich nun. Wenige Augenblicke später saß er wieder im W.i-Nen, der inzwischen bis zur Dorfstraße herangekommn war. In Karriere ging es znr Bahnstation znriick. Die Einwohnerschaft von Karlsruhe geriet in nicht geringe Aufregung, als in den frühen Nach-'uittagostnnden an allen Ecken der Stadt Plakate mit ^uer vom Staatsanwaltsvertreter unterzeichneten T^kanntmachnng prangten, in der dem schon gestern W weiten Kreisen bestehenden Verdacht nnnmehr öf° gütlich Ausdruck gegeben und alle Behörde» nnd ^'Watpersonen znr Festhaltung und Einlieferung des Mutmaßlichen Täters des flüchtig gewordenen ^l'hrers a. T, und Kunststudierende» Johannes Brake aus Neßlingen aufgefordert wurden. Und die Abendzeitnngen brachten dann ohne ^usnahme den Tert des Steckbriefes, den der Tele- graph inzwischen in alle Kreisstädte Badens nnd Vor-orte der Schweiz hatte gelangen lassen. Zehntes Kapitel. Von seinem Plane, sofort selbst nach Genf zn reisen, nm die erste Vernehmung des Fränleins Spe ner persönlich zn leiten, stand Freiherr von Eckhardt ab. Zum Landgerichte zurückgekehrt, erfuhr er, daß Dr. Tierstätter, der erste Staatsanwalt, in den Abendstunden dieses Tages von seinem Urlaub be rcits znriickerwartet wnrde. Er beanftragte also den Knminalkolnmissarins Benecke, unverzüglich die Reise dahin anzutreten, Fräulein Spener anfznsuchen und zn -ermitteln, ob sie eine Austunst über den Verbleib des Flüchtlings zu geben imstande sei. Durch Anrufung des Beistandes der bereits drahtlich unterrichteten zuständigen Ve^ Horde sollte Benecke eine gewissenhafte Überwachung der Umgebung des Sanatoriunis Monrepos organisieren. Dr. Dierstätter hatte die Bekanntmachung seines Snbstituts schon auf der Heimreise in einem Karls' rnher Abendblatt gelesen, das er sich ein paar Stationen vor seinem Bestimmungsorte ins Eonp»">, hatte reichen lassen. Er schickte gleich vom Bahnhof aus einen Dienst man» zu dem juugen Freiberrn, um ihm anzlikün-digen, daß er ihn noch an demselben Abend in seiner Wohnung aufsuchen lverde. Nachdem er, daheim angelangt, seine Familie begrüßt und die Reisekleider rasch gewechselt hatte, machte er sich sofort anf den Weg. Dierstätter war sonst ei» fehr ernster, gewissenhafter, fast zn schwer veranlagter Beamter; diesmal aber konnte er sich'S nicht versagen, mit einem leisen Lächeln den jnnge» Kollegen zu apostrophieren: „Sie haben Glück, l>ester Freiherr. So lange Sie hier mit mir gemeinsam am Landgerichte tätig sind, gar nichts anderes als langweilige Urkundenfälschungen uud verwickelte Hypothekenbankschiebungen ^n verfolgen nnd t'anm ich fort bi», tonnen Sie sich die Sporen bei einer solche» Haupt- uud Staatsaktiou verdienen. Nun, lassen Sie einmal hören, wie die Sache sich entwickelt hat." Eckhardt gab einen erschöpfenden, sachlichen Be-richt. Der ältere Beamte schie» sehr befriedigt von de.n Maßnahmen seines Kollege». Der letzte Nest seines jovialen Gönnerlächelns verschwand aber, als er vernahm, in Nielchem Hause das Verbrechen geschehn war. Über de» Name» Tpener hatte er in drr ersten Betanntmachnng. die ihin zn Gesicht gekommen war, hinweggelesen, Nnn rief er geradezu entsetzt! „Speuer ^ Spencr - das sind die Kinder vom alten Spener aus dem Ministerium? Hören Sie, das ist ja eine furchtbare Sache, Ich kenne die Familie. Der junge Mann ist gelähmt. Sie erzählte» mir da-malö noch von seiner Krankheit. Ja, richtig, nun entsinne ich mich mit einem Mal au alles wieder. Und dieser Brake — wie kommt er in Verbinduug mit dem Hanse? Ein Seminarlehrer. sagten Sie? Spener sen. hätte denn doch etwas höher hinausgewollt, deut" ich mir, mit seiner Tochter. Das ist ja eine ga»z abenteuerliche Geschichte." Der Freiherr verließ nun den Boden der akten-»läßigen Darstellung und dab dein StaatsaMvalt einen Einblick i» seine persönlichen Wahrnehmungen - sprach über das Verlöbnis der beiden. Brakes künstlerisches Streben, die zwischen diesem nnd dein Russen entstandene eifersüchtige Spannung — und schloß mit dem Berichte über seinen Besuch in Neß-linge», dem älteren Kollegen den Bries Marthas zur Lektüre einhändigend. (Fortsetzung folgt.) Laibacher Zeitung Nr. 209. 1940 12. September 1907. Hirschstange mit dem Nosenstock, mehrere Backen-zahne dos Urriedes und eine im ganzen Umfang fein geglättete, 20 Zentimeter lange Knochcnnadel. Im selber Jahre, am 4. Dezember, fand Dr. Moser rückniärts nahe der linksseitigem Höhlenwand das zweite Skelettgrab unter ganz ähnlichen Verhältnissen wie beiin erstentdeckten, nur in entgegengesetzter Lage. Zahlreickie Beigalx'n fanden sich auch hier vor, dar-nnter zwei gespaltene Nöhreukuochen, wovon der eine wie ein Stift zugeschnitten, der zweite flach geschliffen ist. Die Gräber waren von der oberen, Topfscherben führenden Lehmschichte durch eine dünne weis;e Asclien-schichte getrennt: darnach sollten beide au5 der Palaeo-litischen Periode abstammen. Diese unterste Erdschichte enthielt außerdem verschiedene, sehr roh bearbeitete Messer und Pfeilspitzen aus einheimischem, dem Fischschiefer von .Nomen an gehörigen, gebänderten schwarzen Menelit und einige schlecht geglätete Knochenartcfakte-, daneben fanden sich zwei Kiefer eines fischotterähnlichen Tiere? (Lutra spclaea'c'). mehrere künstlich geteilte Schalen der Flußperlmuschel (Unis margarifer). zahlreiche Teile von Schildpanzer der Sumpfschildkröte (Cmys europaea) und zwei rechte Kiefe.räste von Biber l Castor fiber). Diese letztere Tierart wurde bis heute in keiner anderen der vielen nntersuchten ,^arsthöhle>i nachgewiesen. In ihrer Gesellschaft fanden sich die Knochenreste des Dachses und des Wildschweines. Es fehlen hier dagegen ganz die Meereskonchylien: ihre Abwesenheit in den nntersten Lehmschichten der Fels-Höhlen dee Küstenlandes ist eine auffalleilde Erscheinung. Der erste Mensch am klarst scheint mit den Verhältnissen der Höhlennmgebung nicht recht v<'r-traut gewesen zu sein, offenbar wagte er sich damals noch nicht an die Meeresküste: er muß ein armseliger nackter Wilder gewesen sein, der sich zn seinem Schutz rohe Waffen ans nur einheimifchem Material verfertigte, womit er die wilden Tiere des Urroaldes erlegen konnte. Erst später lernte er von den Pfahl bane^n der Po - Ebene die Verwendung des .Nochgeschirres, den Fang von Meerestieren und die Haus-zncht der Hege. Dagegen stellten sich in den oberen Schichten bcsferc Funde ein, wie feine 5inochennadeln, Hämmer nnd Griffe ans Hirschgeweih, bearbeitete Eberzähne nnd zahlreiche dolchartig zugeschliffeue Knochen. Von Tteinwerkzengen fanden sich Bruchstücke eines dunkelgrünen Serpcntinbeiles, feine Flintmesser in gelb-lichen oder bräunlichen Varietäten, drei Pfeilspitzen, darunter eine ans Chalzedon, drei Werkzeuge ans Obsidian und zahlreiche andere Steinartefakte verschiedener Formen. Von den vielen Gefäßresten rüb ren mehr als die Hälfte von ziemlich großen Schüsseln her, mannigfaltig in Forin nnd Größe fowie in der Ausführung und Verzierung. Bemerkenswert waren ein becherartiges Gefäß mit Mäenderverziernng und einige Bruchstücke mit eingeritzter Parkettmustcr. Zeichnung. Die 5lonchylien sind durch Nüstern, Schüsselsch necken und Erdbeerschnecken vertreten, wcwon mehrere fein bearbeitet oder gelocht sind. Über. raschend war auch der Fund eines Brnchstückes des menschlichen Oberkiefers sowie des Schädels einer unbekannten Katzenart. Größere Schleifsteine, ans dunkelrotem, sehr glimmerreichen Randstein dienten den Höhlenmenschen bei der Bearbeitung der verschiedenen Werkzeuge. Verschiedene Herdstellen mit ihren mächtigen Ascl>enschichten wurden au einigen Stellen im Lehmboden bloßgelegt: die Mächtigkeit nnd die Ansdehnnng diultga. rische Bank angesichts der in größeren Mengen in den Verkehr gelangten Falsifikate von Zwanzigkronen-Noten sich veranlaßt sieht, ihre jetzt in Zirkulation befindlichen Noten ü l< 20 einzuziehen nnd an deren Stelle eine neue Emission treten zu lassen. Die Her-stellungsarbeitcn sind schon so lveit gediehen, daß die Leitung des Noteninstituts bald iti der Lage fein wird, die nenen Zwanzigtronen-Noten dein Verkehre zu übergeben. * (Vom Volks schul dien st e.) Der k. k. Landesschulrat fiir Krain hat den bisherigen Lehrer nnd Leiter der zweiklassigen Volksschule in Planina bei Wippach, Herrn Johann Vuga, zum Oberlehrer an der vorgenannten Volksschule ernannt. Ferner hat der Landesschulrat znr definitiven Lehrerin an der Volksschnle in Oberfeld bei Moräntsch, die provisorische Lehrerin daselbst, Fräulein IolMma Cegnar, und zum definitiven Lehrer an der scchsklassigen Volksschule in Töplitz-Sagor den Provisorischen Lehrer in Sagor. . * (Intensivere Anzucht der Espe.) Das k. k. Ackcrbauministerium hat der Landesstelle bekannt gegeben, daß laut Mitteilung des t. k. Handelsministeriums die gewerblichen Interessenten der Zündhölzchenerzeugung gegenüber den Bestrebungen der Gesetzgebung und Verwaltung nach Einschränkung der Verwendung des gifthaltigen Weißphosphors bei der Zündl,ölzck>cnerzeugung darauf hinweisen, daß im Inlande das zur Erzeugung von Zündhölzchen mit amorphmn (rotein) Phosphor erforderliche Espenholz nicht in genügenden Mengen vorhanden ist und abgesehn von den technischen Verarbeitungsschwierigkeiten die Verwendung von Efpen-holz zu kostspielig ist. Das k. k. Handelsministerium hat nun, um den Klagen über das zu häufige Auftreten von Phosphornekrofe tunlichst Rechnung zu tragen, eine Reihe von Aktionen in Aussicht genommen, welche die TiäMheitokautelen in der Zünd-hölzckiener;engling verschärfen sollen und Praktisch wohl den Effekt haben werden, den Übergang von der Erzengnng der Zündhölzchen mit Weißphosphor zur Erzeugung solcher mit amorphem Phosphor mittelbar zn bewirken. Um nun die unleugbaren Übergangsschwierigkeiten einigermaßen zu mildern, wurden die k. k. Bezirkshanptmannschaften über Anf-trag des Ackerbanministeriums eingeladen, durch entsprechende Anfklärnng nnd Beeinflnsfnng der land-nnd forstwirtschaftlichen Interessenten und deren Organisationen auf eine umfangreichere und intensivere Anzucht der Espe (slovenisch Trepetlika). einznwirken. Gleichzeitig sind die Bezirksforsttechniker angewiesen, durch entspl-echende Unifrage zu erheben, in welchen Mengen im Verwaltungsgebiete schou gegenwärtig Espenholz erzeugt wird und bezw. zur Abgabe gelangt. —r. ^ (Der I. krai nische Gastwirte-Kongreß in Laib ach.) Wie bereits gemeldet, wird mn 1<>. nnd 17. d. M. in Laibach der I. rrai-nische allgemeine Gasttvirte-Kongreß abgehalten werden. Hiefür wnrde folgendes Programm festgesetzt: I. Montag, den 18. September Empfang der Gäste bei verschiedenen Zügen- Komiteenntglieder tragen Abzeichen in Farben der Stadt Laibnch. Abends sommers im Hotel „Zum Südbalmhof" (H. Teydel) unter Mitwirkung der Laibach^r Vereinskapelle und aus besonderer Gefälligkeit des Gefangsvereines „Slavec". Beginn um 8 Uhr. Eintritt frei. II. Dienstag, den 17. September, bis 9 Uhr vormit tags Zusammenkunft im Nestnnrant des Herrn Krisch „Zum Stern" am Baiser Josef-Platz. lll. Uni halb 10 Uhr vormittags Versammlung, im großen Saale des ..Mestni Dom" mit folgender Tagesordnung: .V. 1.) Begrnßnng von feiten des slomitee Vorstandes. 2.) Wahl des Vorsitzenden. !V) WM von znx'i Vorsitzenden-Stellvertreter!,. 1 ) Wahl von zwei Schriftführern. N. 1.) Abschaffnng des Wein kostkellers ,n Laibach und Errichtung von Weinmärkten an, Lande. 2.) Abschaffnng der Bnscken-schenke. 3.) Bericht und Stellnngnalmie gegen den nenesten Bierbrauer Kartell. 1.) Versteuerung der Weine von Privaten, 5.) Gegen die Verpachtnng von Konzessionen an dritte Personen. l>.) Gegen den Vier-Detailverkanf der Brauereien an Private und die Konzessioniernng des Flaschen-Wein- nnd Flaschen» Vierhandels. 7.) Abschaffnng der Prwat-AuZkock>c. 8.) Bericht, betreffend die Errichtung eines Gcwerbe-gerichtes in Laibach. !>.) Bericht über die fachliche Organisation der Genossenschaften anf Grundlage des nenen Gewerbegesetzes nnd Errichtung einer Fach-schnle, 10.) Antrag auf Abschaffung der Zwangs-vennaltung nnd Zwangsversteigerung, von Konzessionen. 11.) Antrag auf Emchtung des Landes-Gast» Wirte-Verbandes. 12.) Verschiedene Anträge und Ratschläge. — IV. Uni 2 Uhr nachmittags Bankett im Hotel „Ilirija" (H. Novak) Vahnhofgasse, Kuvert 4 K, ohne Getränke. Die Kongrchteilnehmer, welche auch am Bankette teilzunehmen wünschen, werden gebeten, dies bis zum 15. September dem Genossen-schaftsausschusse bekanntzugeben und 1 Iv per Person hiefür einzusenden. (Die hiesige OrgelschnIe) eröffnet Mittwoch, den 18. d. M, um 8 Uhr nachmittags das 31. Jahr ihrer Tätigkeit mit der Einschreibung der Zöglinge in ihren Lokalitäten Nr. 5 am Vodnikplatz. (W o ch e n markt in Laiba ch.) Auf den gestrigen Wochenmarkt wurden 221 Ochsen sowie 295) Kühe und Kälber, znsammen daher 51 <; Stück, anf-getrieben. Der Handel war mittelgut. — (Neue Fohlenmärktc in P e t t a u.) Der am 4. d. M. abgehaltene neue Fohlenmarkt war trotz der schlechten Witterung recht gnt beschickt. Nach dem viele Fohlen, alx'r wenig Ganser anwesend wm-en, werden hiemit die Käufer auf diese Märkte nochmals aufmerksam gemacht, da sie beim nächsten Fohlenmarlt, der am 18. September stattfindet, gün-stige Käufe abschließen können. Laibacher Zeitung Nr. 209. 1941 12. September 1907. — (Von der Volksschule in Brunnbor f.) Mit dem 10. d. M. wird die bisher drei-tlassigc Volksschnle in Vrunudors als viertlassige Schule eröffuet werden. Es ist für das Schulniesen nicht uninteressant, einige Taten über diese Schule, wühl eine dor ältesten im Bezirke Laibach Unigebung, anzuführen. In Brunndorf war der erste Lehrer, Organist und Mesner Georg Iacoinin, ein geborener Steiner, vom Jahre UM bis 1060: dann folgten: Veit Tratnit aus Oberlaibach 1000 bis l077, Jakoo Mikec aus Laibach 1077 bis 1098, Franz Wirh aus Laibach 10M bis 1706, Gregor Mosternik aus Lai° bach 1700 bis 1719, Josef Ambro5i5 aus Brunndorf 1719 bis 1724, Andreas Drenit aus Sostro 1720 bis 1734, Matthias Mosternik aus Laibach 17^ bis 17:i9, Josef Vidmar aus ? 1739 bis 1795 (volle 59 Jahre), Jakob Mikolu- aus Seisenberg !798 bis 1810, Sebastian Skubic aus ? 1810 bis 1818, Laurenz Iu-Vaneiö aus Laibach 1818 bis 1860, Franz Uröii- ans Idria 1800 bis 1862, Franz Govctar aus Idria 1802 bis 1880, Primus Menu-nik aus Pölland 1886 bis 1888 und seit 1888 der jetzige Oberlehrer Franz t. TrM. Die letzten vier versahen nicht nichr del, Mesner», die letzten zwei auch nicht den Organisten-dienst. Die Schule war im Anfange im Mesnerhause, sodann in der setzigen Kaplanei untergebracht, die aus der Kirche St. Ursula umgebaut worden war. In den Jahren 1859 bis 1861 wurde das gegenwärtige Schulgebäude aufgeführt', Bauleiter war der damalige Kaplan und jetzige Ehrendomherr und Pfarrdechant Michael Tartar in Tcisenberg. Die Schule war zlveiklassig. Im Iahn 1892 wurde das Tchulgcbäude zu einer dreiklassigen Schule erweitert und im Henrigen Sommer wurde das Schulzimmcr für die vierte Klasse im Gebäude hergestellt, worin sich anch die Wohnung des Oberlehrers befindet. Im Jahre 1898 wurde die Schulgemeinde geteilt und es entstanden die zweiklassige Volksschule in Tomiüelj und die ein-klassige in Jggdorf. - Die Vruundorfer Schule hat auch zwei besondere Wohltäter zu verzeichueu, der erste war Josef Ttrnß, Kuratbenefiziat in Tonn^elj vom Jahre 1780 bis 1814, der eine Lehrerdotations-stiftnng mit einem Kapitale von 2000 Gulden K. M. griindete. Diese Stiftung wurde jedoch im Jahre 1878 der Schulgemeinde zur Bedecknng der Tchnlerforder--nisse zugesproä)<'u und wirft jel^t jährlich einen Betrag von 105 K ab. Der zweite, Wohltäter war Mat-thias Pribil, Kutscher beim weiland Grafen Josef Aucrsperg in Sonueg, ein gebürtiger Czcche, der im Jahre 1884 starb und für die armen Schulkiudcr ein Legat von 400 l< stiftete, aus dessen jährlichen Zinsen Cchreibreauifitcu für arme Schulkinder zn beschaffen sind. überdies errichtete Pfarrvikar Michael Onlcrsa von 1715 bis 1741 eine Studentenstiftung. Nebsl diesen Wohltätern verdienen die Krainische Sparkasse, die eine Subvention zur Einfriedung des Schul' gartcns widmete, und die „Kmetska posojilnica", die schon seit dem Jahre 1893 einen jährlichen Veitrag für arme Schulkinder votiert, dankend genannt zu werden. -t. — (Verrat von Geheimnissen in der Advotatenpr aris.) Wir lesen in der „Neuen Freien Presse": Ein Advokaturskauzipient hatte nach seinem Austritte aus der Advokaturskanzlei. in welcher er seine Praris beendigt hatte, verschiedene Äußerungen seines früheren Chefs in einer Streitsache weitererzählt. Hierin erblickte der Ausschuß der Advokatenkammer eine Verletzung der Standesehre nnd verurteilte den Konzipieuten zur strnfwcisen Verlängerung der Praris auf s^s Monate. In der-gegen dieses Erkenntnis eingebrachte!, Berufung an oen Obersten Gerichtshof machte der Vei'urteilte geltend, daß es ein „Kanzleigeheimnis" bei Advo» katen überhaupt nicht gebe, daß vielmehr die Vor-gange in einer Advokatenkauzlei zu den öffentlichen Ereignissen gehören. Der Oberste Gerichtshof hat die Prüfung im Punkte der Schuld abgewiesen und nur öie strafweise Verlängerung der Praris von sechs auf .Noel Monate herabgesetzt. In der Begründung wird gesagt: Mit seiner Behauptung, daß die Vorgänge ln einer AdvoknturZkanzlei zu den öffentlichen Er-^guissen zählen, verkennt der Verufuugswerber ein ^sentliches Element im Verkehre des Anwalts mit ^n Klienten und mit seinem Perstmal, das notwendige Vertrauen des einen in der Verschwiegenheit ^5 anderen. Die Pflicht znr Verschwiegenheit gehört öu den von der Advokatenordnung auferlegten Pflich» ^n und bindet den Advokatnrskonzipienteri ebenso wie !x>i, Advokateli: es wäre widersinnig, Konzipien-^n eine Redseligkeit zu gestatten, die dem Chef ver-boten ist. Daß der Konzipient überdies noch eine Ehrenbeleidig'ilugsklage gegen seineu früheren Chef ^gen der Beschuldigung des Verrates von Kanzlei-f^eimnissen erhob, bezeichnet der Oberste Gerichts lw> als eine Unverfrorenheit, als einen bedauerlichen Mangel des nötigen Feingefühles, des Verständnisses für die jedermann, insbesondere aber den Advokaten nnd auch schon den Anwärter auf diese Vertrauens-siellung verpflichtenden Gebote der Ehre und des Anstandes. — (Stand de r h enrige n K r a i n e r Biene.) Die durch ihren außerordentlichen Fleiß berühmte Kramer Biene hat sich heuer ungewöhnlich brav gehalten. Infolge günstiger Witterungsverhält nifsc das ganze Jahr lnndurch ^ vorzugsweise zur Linden- und Kastanienblütezeit ganz besonders aber wegen fehr gut geratenen Buchweizens, ist das heurige Honigjahr sowohl quantitativ als anch qualitativ ungemein gut zu nennen. Tie Kramer Bienen-ziichter haben nach vielen mißratenen Jahren endlich einmal ein gutes Jahr zu verzeichnen und können du die Ware gesund ist und schon jetzt nach diesem Artikel vielfache Nachfrage herrscht — anf einen nicht zu verachtenden Ertrag aus ihrer Bienenzüchters rechnen, Die Honig- und Wachspreife sind zwar noch nicht endgültig festgesetzt, doch dürfte dies in Bälde geschehen. l^6—. (Dor Komet 190 7 en darauf aufmerksam, daß möglicherweise Reste des Kometen an jenem Punlte vorhanden sind und sich als Sternschnuppen zeigen könnten. Nach der Berechnnng von H. Kritzinger in Berlin würde der Ausgangspunkt solcher Sternschnuppen an« Himmel im östlichen Teile de5 Sternbildes der Fische liegen. Diese Region zieht Mitte September vor 8 Uhr abends aus, erreicht nach Mitternacht ihren höchsten Stand am südlichen Teile des Himmels und geht gegen 7 Uhr morgens nnter. Falls also ein Sternfchnuppenfall fich ereignet, wird man ihn in jener Nacht beobachten können. (Der Kinematograph Edison) bringt in der laufenden Woche eine Reihe von wohl-gelungenen Bildern zur Vorführuug, unter denen die komifchen Szenen nebst den beiden Zyklen „Belgien" und „Zwei Schwestern" besonders lobend hervorzuheben sind. * (Sanitäres.) Wie man uns mitteilt, sind in der Ortfchaft Lipovim, Gemeinde Banjaloka, politischer Bezirk Gottschee, eine Frau und ein Mädchen, in der Ortschaft Ober-Fernig, Gemeinde Zirklach, politischer Bezirk Krainbnrg, ein 13jähriges Mädchen, in der Ortschaft Ievnica, Gemeinde Kreßnitz, politischer Bezirk Littai, eine 19jährige Frauensperson und in der Ortschaft Adle«iei, der gleichnamigen Ge» meinde, Politifcher Bezirk Tschernembl, eine Frau an Typhns ertrankt. Znr Verhütung der Ausbreitung der Krankheit wurden die umfassendsten sanitäts polizeiliclien Maßnahmen getroffen. i-. (Abgestürzt.) Am 7. d. M. gegen Abend ging der 67jährige Schmied Franz s'uk aus Idria nach Koüevnik bei Schwarzenlierg, wo er zu Haufe ist. Dabei benutzte er den steilen Gehweg, welcher die Serpentinen der Bezirksstraße Idria-Schwm'gen-berg, „Kljul-i" genanut, abschneidet. Da er angeheitert war, glitt er aus, kollerte den steilen Abhang herab nnd blieb nnter dem Wege, stark verwundet am Kopfe und dem übrigen Körper, bewußtlos liegen. Durch die herabstürzenden Steine aufmerksam, ge-macht, begaben sich, einige Leute aus Podroteja au Ort und Stelle uud fanden dort den ("'nk in bewußt-losem Zustande in einer Blutlache liegen. Zwei Burschen luden den Verunglückten auf ihre Arme und trngen ihn in das Bezirksspital nach Idria, wo ihm der Distriktsarzt, .Herr Johann «nntar, die erste Hilfe leistete und die gefährlichen Kopfwunden verband, die wenig Hoffnung anf Genesuug gestatten. — (Der hiesige Zither lehr er Josef Omuletz) trifft von seiner Konzertreise im Laufe diefes Monates hier ein und beginnt dann sofort mit dem Zitherunterrichte. Theater, Kunst und Literatur. — (X s> V <> 1 e z n 5 l' t i l- ?.) Im Verlage der Buchhaudlung Ig, v. Kleinmayr il>oreul. pulm. Am ^. September. Johanna Oven, Besitzersgattin, 56 I., OllUKlHou». iutsstin. Neuigkeiten vom Büchermärkte. Fr. H. K., Wie sollen wir spiritistische Sitznngen ab> halten? li — 60. — Allan Kart, ec. Buch der Medien, X 6. — Kath. Neidtt, Verführt und entehrt. X 1 20. -Dr. Otto Henne am Rhun, Prostitution und Mädchen-Handel, li 1 44. — K. Birkenwald, Enthüllungen aus der Praxis der deutschen Rechtsanwälte, X 1 20. - Prof. Dr. MarianZdziechowski, Die Grundprobleme Rußlands, X 4 80. — Wie wandere ich nach deutschen Kolonien aus? L —'72. — E. A, Halle, Die Weltwirtschaft, ein Jahr-und Lesebuch, II. Jahrgang 1907, I.Teil: Internationale Übersichten, X 7 20. — Dr. G. Höckner, Änderung der Rechnungsgrundlagen, X 12. — Dr. W. Ha eck er, Die er> erbten Anlagen und die Bemessung ihres Wertes für das po. litische Leben, X 6. — A. Kloh, Die allgemeinen Sachen Luft uud Wasser nach geltendem Rechte. X 4 A2, - Parvus. Die Kolouialpolitik und der Zusainmenbruch, X 120. -Dr. Joses Gruden, Das soziale Wirlen der katholischen Kirche in Österreich, Band IV. Heft l: Diözese Laibach, X 8 40. ^. Dr. A. Kann, Der Teint, Fehler und Behandlung, X —'90. — Dr. E. Sommer, Gedanken über die Grund« lagen der physikalischen Therapie, X — 60. — Oskar Hey, Max Haushofer der Dichter, X 1 20. — Marg. M. Zepker, Menschenkultur, X 1 80. — Otto Ernst, Des Kindes Freiheit und Freude, X 1 20. I. Barfuß, Anleitung zur richtigen Blumenpflcge im Zimmer, X 144, Vorrätig in der Buchhandlung Jg. o. Nleinmayr H. Fed. Bamberg in Laibach, Kongrehplah 2. Lottozichung am 11. September 1907. Brunn: 44 40 3 83 16 Meteorologische Beobachtungen in Laibach. Seehöhe 306 2 m. Mittl. Luftdruck 736 0 mm. f "Z W? Z3 """ de« Himmel« ^^ ,< 2U. N. ^42 5^0^4! SO. mäßig bewölkt " 9U. Ab. 748 8 15-3> NO. schwach heiter 12.j 7U. F. !743>4> 11-0! windstill , Nebel > 0-0 Das Tagesmittel der gestrigen Temperatur 17 0', Nor. male 1b 5°. Wettervoraussage für den 12. September für Steiermart und Kärnten: Schönes Wetter, schwache Winde, mäßig warm, gleichmäßig anhaltend. Für Kr a in: Schönes Wetter, mäßige Winde, Temperatur wenig verändert, gleichmäßig anhaltend. Für das Küstenland: Meist heiter, mäßige Winde, Temperatur wenig verändert, gleichmäßig anhaltend. Verantwortlicher Redakteur: Anton Funtek. Vberali «n b«.t»on. (486) 42-24 MUM uns orümiert von 2 bi8 4 vbr naobm. (36ö8) 2-2 Ein Noltsmittel. Als solches darf der als schmerz, stillende, Muskel und Nerven kräftigende Einreibung bestlielannte «Molls Franzbranntwein und Salz» gelten, der bei Gliederreißen und den andeien Folgen von Erkältungen allgemeinste und erfolgreichste Anwendung findet, Preis einer Flasche l( 1 i>0. Täglicher Versand gegen Postnachnahme durch Apotheker A, Moll, l,u. t, Hoflieferant. Wien, I., Tuchlauben 9. In den Depots der Provinz verlange man ausdrücklich Molls Präparat mit dessen Schutzmarke und Untelschrifl. ^2454) 6 Jeden Freitag und Fasttag (3688) Sjn(i frische^ ausgewählte 4~! bei Anton Stacui zu haben. WWM D iWWWW MWHUMWW Tu beziehen clurck lg. V. KkillMllM 5 zfell. Vambesgs NuH« banckung in Nmbacd. Filiale der K. K. priv. Oesterreichischen Credit- j^&c^ Anstalt für Handel und Gewerbe in Laibach I Fpanx-Joses- '^vSSeI^^' »*»•»«•*«> KKT ¦-. ». I I AUtlonlctri^itixl K 120,000.000- **&&?** KcHcrveiond 1-v. 03,000.000" /1718) I I Kontokorrente. — Kauf und Verkauf von Effekten, Devisen und Valuten. — Safe - Deposits. — Verwaltung von Depots. — Weohselstube. I ^^^^^^^^MMI^SBBBBSBBBBSSMIilllMSBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBJsMsMSBBMSMSBJSBMSBBBBBBB^ ' I Kurse an der Wiener Dorse (nach dem offiziellen Aurslilatte) vom 11. September 1907. Die notierten Kurse verstehen sich in Kronenwahruno. Die Notierung sämtlicher «lticn und der „Diurrsen Lose" verficht flch per Stiicl. Geld Ware Ullgemelue Staatsschuld. Einheitliche Rente: lonv. steuerfrei, Kronen (Mai-Nov.) per Kllsse. . »Oll W Ä<> betto (Iän,-Ii»i) per Kasse W i> 8«ä< t 2°/««. W.Nolen Febr.-Uuz) per zlasje......87 «< U8 l0 4 2 >'/« 3. W. Silber (LIpriLOlt.) p« Kasse....., S7 8, !,t, 1« z»«0er Staatllose 500 fl. 4"/s,li8 7b t20 ?5 t«60tl „ 100 sl, 4°/»l9S i>! s>8 d< 18S4« ,, lU0 sl. . .2<0- .l44 - l»»4ei „ 50 fl. . .l«^u —Ü4-I- Dom-Pfllndlir. i^ 180 fl. b°/„89;-b(, 2i>»'i>< Staatsschuld d.i. «eich»' rate vertretenen König» reiche und Länder. Österr. Orient«, stfr., Gold perllasse ... 4°/„ lib 4b llb-«t Österr. Meute iu K^onenw. stfr., «-. per Kasse, . . 4°/„ bS 2l> li«'4.' oetlo per Ultimo . . 4°/« «j 2b 8ö 4b 0ft. Investilions.-Rente, stfr./ ssr, per Kasse . U>/,°/° »<ö-l5 86 2ö Gis«»iatin.»l<>»l«sch»l». »«schttlbmlgtn. Oll fabethbalin iu G., steuerftei, zu 1U.0XN fl. . . . 4«/n — - — „ gränz Iofes-Nahn in Lilber (div. St.) . . . 5'/<°/<,!2<>-li> l21-,t Oal. Karl liudwig-Nahu (bw. Slücte) Kronen . . 4"/, 85'10 ls K Nubolfbahn in Kroueuwülirung, steuerfr, (div. St,) . 4°/„ »ü l< 9«ic Vorarluergcr Nahn, steuerfrei, 40« Krone» , . . 4°/„ vb i0 8« L<> )n >ln«U Kronen . . . .462 - 467-detto «iuz-Budweis «U0 sl. 0. W. S, b'/4"/<, - . . . ,2? - 4)lS -detw Salzburg Tirol »00 ü, W, E- b°/,.....» zl»abll»«lil>n»n. Böhu>. Westbahn, Lm. 1«l,5, 4W Kronen 4"/« , - . , 8d » 8 Vorarlberger Vahn <3m. 18«4 (dlv. St.) Ellb. 4°/. . . 9b-?l «« ?v Staatsschuld der Länder der ungarischen Krone. 4°/v uug. Gllldrente per Ka,!e , 109 8< llU 10 4«/u delto per lUlimo l«i» Ul> >ia 1l> 4°/u ung. Rente in Kronen- »ähr. stfrei per Ka^e . . b^^b 92-At, 4°/« detto per Ultimo 9? 2^ ri! 4'-3>/,°/° betto per Kasse . 81 ^i, »l ! 2n 1R' L,' betlu k 50 fl. . 186 2ft l8?'»!b Theih^cg.-Lose 4°/» . . , . ,42 - »44 8l, 4°/u ungar. Gruudentl.-Oblig. 81 «b 82 e«i> 4°/° lroat. u. flav, Vrundentl.- 0b!!g. , . 82 - 9270 Nndere öffentliche Nnlehen. Äosn. Lande«.«nl, (div.) 4°/u , »13« 82 «l! Vosn.-Herceg, Eiscnb.-Lande«. Nnlehen (div,) 4 >/,<>/„ . , «7 8c »« 9ü 5°/n Donllu°Reg.-Anleihe 18?« IN» - l<>4 - Wiener Verlehr«°«nlclhe 4°/^ «s 2( «? L^ detto 1900 4°/., 9« li i»>'1b «nlehen der Stadt Wien . . 101'.i> i«2 75 detlo (E. od. G.) . . . 118 ?i> >2» 75 betlo (1884) .... »:> 4' dctto (18U0) ... 8ä'3ö 9S Lb delto Inv.««.) 190» . 85'?< 8s 7l Bbrsebauslnlehen verlosb. 5°/u «L— 87 — »ulg. Etaatstisenb.-Hyp.°«!il, 1U89 Gold .... 6°/° Il8'4l lL0 4<> Vulg. Staats» Hvpothelar Nnl. 1882.....L°/, l'^l »< I22'8< Veld Ware Pf«ndbriefe ic. Vodcnlr.,üNg,ösl,inb<>I.»l.4''.l, 8b'7! 9«'b< Vtthm. Hypothelenbanl Verl. 4°/l> 96 7.' 37 75 Zenlral-Vob.-Kred.-A!.. vstcrr.. 4b I, verl, 4'/,"^ ^ - - ><>1'5U l02b<, Zru!ral°Äod>Kreb.«Vl., öslerr., «5I. Verl. 4°/l, .... 87- Ll,— Krrd. Inst.,österr..f.Beil.'Unt, u.öffentl.Nrb.Kllt.^vl.4°/„ 96»^ 97-i>«' Landesb. d, Kön. Gallzien und Lodom. 57 >/, I. rull». 4"/^, 9» - 8.^-4') Mähr, Hypothelenv. verl, 4> 9b li> 96 2o N..i!sterr, Lande«.Hyp..Anst,4°/^ 9«ö( 87 v^ dettoi»ll.2"/«Pr. uerl. 3»/,°/« 87- 88 — bottoK,.NchuldIch,veil.8'/,°^ 8,^75 ^775 detto verl. 4°/u y>z »^ «7-20 Lsterr.'uugar. Van! b« jähr. Verl. 4°/u l>. W..... 9680 97 8c dctto 4«/« Kr..... 98 - 98 - Sparl. 1. öst., 6U I. ven, 4'/» 9?-- 1N0 - Giseubahn-Prioritäts« Obligationen. Ferdinanbe.Norbb»hn Vm, 1«8« — - —-- , detto Gm, 1804 — — — — ONerr. Norbwestb, 2N0 fl. E, , 102 »5 108 8!, Swat«bahn bao Fr..... 408 - — — Liidbahn it 8°/l> Jänner. Juli 500 Fr. (per St.) . . . 29t 25 LN,'^ SÜdbahN K b«/,..... 1L1'4l> l22 40 Diverse Lose (per Stück). z«iw»uch» z»s». 3°/« Vodenlrebit.Lose Em, 1880 L«7- 273 — dttt, Gn,. 1888 26? - 573- . 5°/u Tonau. Regulierung« - Lose l<»o fl. ö. «j..... !>b3-- 2K8-— Serb. Pram..«»I. v, l0U Fr,2"/^ «9 - l^b-. zlnveritn»llchl Los,. Nubap.'Basilila (Dombau) 5 fl, ^> üi> 22'2b Krcdülole 10« fl..... 432- 440- Clary.Lofr 40 fl. K. Vi. , . 140 - 146 ^ Ofener Lofe 40 fl..... 2l!i'- 2/6 - Plllffy.Lofe 40 fl. «. M. . . IS« - IW - Roten Kreuz, «st. Ges. v., I« fl. 4ü'5l> 47 dl, Noien Kreuz, una. Gef, v., ü fl. 2« 6ü 23 6!> Nudolf.Lose I« sl...... e» - «? - Nalm.Lofe 40 fl. K. M. . . 20l'— i"?-- «elt Ware Türl. V.'«..«nl. Präm,»0blig. 400 ssr, per Kasse , . . — - ^_ delto per M. ... «8,-- i»>2 - Wiener Komm,»Luft u. I. 1874 442 — 45» — Äew.'Sch.d. »°/uPiäm..Schulbu. »>. Vodenlr..Anst. Em. 1889 6K - 73 - Aktien. Allln»poil>zlnlewth»nngln. «ussig.Tepl. Elsenb. 500 fl. , 3S4 — Ü40» Völm,. Normal,» 15N sl, . . »40- »44-' Auschtichra'^r Eisb. 5NN fl. KM. i«50 - 888« - detto (lit, «.) 2no fl. per Ult. lu°0 — ,u7<> -Donau . Dampffchlssahrt« > Ges., ,., l. l. priv., üoo fl. KM. il'<>« — iac.5- Dnx.Bodenbackei 1i>0 - «1S8 -^tmb..Lzern.>IllNti. »ifenbahn» Gelellfchaft, 2»« fl. E, . 5H>- f,6C nl' Llol>d,üst«rr,,Trieft,,50Ufl.KM. 42?'— 4go- bsterr. Äiorbwestbuhn 2<«> fl. S. 43l b« 4«»^l! dctto (IN, U.)LUU fl.O, p, Ult, 429 50 431- prag.DilxerEisenb.iWfl.llbgft. 2t4— 2,6- Ztaatseisb. 200 fl,S, per Ultimo «62 6«! 863'«<' Südb.2N»fl. Silber per Ultimo ib?-7ü ,567° Züdnorddeutschc Verbindungsb, 200 fl, KM...... 39b b!) «37 — Iramwah'Vef., neue Wiener, Prioritäte.«lltien 100 fl. . — — — -Ungar. Westbahn (Raab'Kraz) 2W fl. S....... 402 — 4V^ - Wr. L°lalb..UNien.Gef. «00 si. «^ - 240- V«nlen. «nglo.Österr. Vanl. 120 fl. . . 299 50 »0»-i>^ Uanlverein, wiener, per Kasse — — -»'- dctto per Ultimo . . . 529 50 530 .»>! Vudenlr.'Nnst. österr.,3U0fl.E icvb— I014-- »entr..Nod..krebb. »st.. 200 fl. 5Z4-— ü27 -Kreditanstalt für Handel und Gewerbe, 160 fl., per Kasse — - dett» per Ultimo 63ö - 6»« - Kreditbank allg. uug,, 2U0 fl. . 740 2b 741« Depositenbaul, allg., 20U fl. . 46l 20 4Ü2 ü« Estompte. Gesellschaft, nieder« österr., 40» Kronen . . . b«<-> — ü?1 -Oiro< und Kassenvereln, Wiener, 200 sl........ 458 - 4SU — Hypothelenbanl, österreichische, !i00 fl. 30«/u E..... 285 — 289- liändtibaul, üsterr., 2uo fl. per Kasse....... --- --- detto per Ultimo .... 4237b 4^4 ?ö „Merwr". Wechselst.. «ltie». «esellfchaft, 200 fl, . . . !!>is — KN6 — i»?ld W»r, ü,t«il..ung. ÄllNl 1400 NlllNtN 1785 . 1785 Unionbanl »aa fl...... !:86 50 b8? b) ^erlehrsbanl. allg.. 140 fl. . gz!» — 3nftlie.Yn<,lnt!>«N!,z»u. Äaiines,, allz,. üsterr,, iaa fl. . ,i>2 ?>u ,28- Br!lxcrttohleiibera.d.»Gel.i!)nsl. ?ü, — v/l? ._ Zisl'Ubatinw.Leihss,, erste, ,0u fl. 2emühl", Papiers, u, A.'G. 13»— 19, _ 3leltr.>Ges., allg. «»«>,,, 2oa fl. 4;.; __ 4^. _ detto internal., 200 fl. df>2 _ 5»v — hirtenberger Vatr.<, Zünbh. u. Met.ssabril 4«l» Kr. , . 9»»- - ,oo>>- Uiesinger Ärauerei 100 fl. . . i>4<> , g:4 — Montan'GeseNlch,, 3sterr..alpine 6,19 ö0 6,0 b» ,,PoIl!>>H>ltte", Tiegelgutzstahl» sf..«,.G, WN fl, ... 4z»^ . 42>,_ Zran>r Eisen.Ind,.Ges. Vm. 1W5. 2W ,l...... 2643-265,- Nima.Murailv,. Talgo.Tarjaner Vifenw. ino fl..... log d(> ü4' »0 Zalgo.Tarj. Ztelnlohlcn 10a fl. 5?»-., 57« - „Schloglmühl". Papiers., 80«fl. 340 _ »zu -,,3chobnlca", N..«i>. f. Petrol.» Inb,, 500 kT..... 4s» — 4^2 — ..Nteyrernluhl". Papierfabrik ^ . >l"d «,-H...... 447 - 4ba - Trlfailer «ohlenw..«. 70 fl. . 266 — »«» -lürl. labalregie'Vel. «00 Fr. per Kasse . ^-'— —' -. _ betto per Mllnu) 422 zo 42s:,a WaffNls..Ges,. österr., in Wien. too fl........ 457.^ 4«2 — Waggon.Leihanftalt, allgem., in Pest, 40N Kr..... —-- — - Wr. Baugesellschast 100 fl. . . 149 — ib3 h» Nieneiberaer giegelf.>«tt.'Ve;. ?^ - 7,4 - Devisen. »nr»e Klchln, und Scheck». Amsterdam ... . . i99>>5 <^»^«i futsche Plätze...... l.^ ^fa lionbon ... . 24^'i>0 24U-8' Italienische Nantplähe . ' ' gä 7>i' 8z vü Zürich und Vasel . ! ' .'^ g'd zz» 9^7» Valuten. Dulaten I...... ll 36 ll 40 20-ssranleN'Ttücle , . . l9^I 19 <« ^.Markstücke...... zz-48 28 l>» Leutsche Reichsbanlnoteu . . ,17 5« ,,7-70 italienische Aanliioten . . . 95-50 t«mlbrl«I«u, l'riorltttl«ii, Aktien, Lo«en ««*•» 1»«>vIn<>.i unU Vninten. ^______Lo8-Ver8lcherune. mMm Cm Mayei* Bank- -a.nd. "Weclislergescliäft I.nlbavh, Htrltnrgnssc. ^—------- Privat - Depots (Safe - Depositn) Varzlmung von Barelnlaoen lm~KÖnta-Korrent and luf Blrt Konti. Laibacher Zeitung Nr. 209. 1043 12. September 1907. (3680) ___Firm. 737 ŽadrriV."l43/l. Razglas. Pri c. kr. deželni kot trgovski sod-niji v Ljubljani se je izvršil vpis firme : Trgovsko - obrtna zadruga v Ljubljani registrirana zadruga z omejenim jamstvom v zadrožni register. Zadruga se opira na zadnižna pravila z due 27. julija 1907, ima svoj sedež v Ljubljani in namen iz-boljševati gospodarsko - blagostanje svojih èlanov, zlasti pospeševati njih trgovino in obrt s tern : a) da jim daje posojila in pri-akrbuje kredit po kolikor moèi nizki ceni; b) da sprejema denar na hranilne vloge in tekoèi raèun proti obresto-vanju; c) da priskrbuje svojim èlanom sredstev v trgovske ali obrtne namene, vzlasti tudi dobavnih kavcij; d) da pomaga svojim Èlanom pri skupnih podjetjih, osobito skupnem pridobivanju, odnosno pri skupnem razpeèavanju trgovskega in obrtnega blaga; e) da ustvarja za svoje èlane iia-prave, ki povzdigujejo trgovsko in obrtno obratovanje, n. pr. blagovna skladišÈa, prevozna podjetja i. dr. Naèelstvo obstoji iz naèelnika, dveh njegovih namestnikov in štirih odbornikov, katere izvoli obèni zbor za tri leta. Vsakokratni èlani naèelstva so takoj po njih izvolitvi za vpis v za-druzni register priglasiti. Naèelstvo podpisuje v imenu za-druge tako, da se podpišeta pred-sednik ali njegov namestnik in en Èlan pod firmo zadruge, katera naj bode pisana ali s peèatom natisnjena. Svoje sklepe razglaša naèelstvo v èasopisu «Slovenski trgovski vestnik». Dan, ura, kraj in dnevni red obè-nega zbora razglasiti je osem dnij prej v èasopisu «Slovenski trgovski vestnik», izhajajoèem v Ljubljani. Ljubljana, 8. septembra 1907. (3664) C. III. 343/7 1. Oklic. Zoper Janeza Omejc, posestnika v Žlebek, katerega bivališèe je ne-znano, se je podala pri c. kr. okrajni sodniji v Ljubljani po Uršuli Bezlaj, preužitkarici v Preski, po gospodu dr. M. Pircu tožba zaradi 300 K s prip. Na podstavi tožbe doloèa se narok za ustno razpravo na 19. septembra 1907, dopoldne ob 7210- uri, pri tej sodniji, v sobi št. 38. V obrambo pravic toženca se po-stavlja za skrbnika gospod dr. Danilo Majaron, odvetnik v Ljubljani. Ta skrbnik bo zastopal toženca v ozna-menjeni pravni stvari na njegovo ne-varnost in stroške, dokler se ne oglasi pri sodniji ali ne imenuje pooblašèenca. C. kr. okrajna sodnija v Ljubljani' odd. Ill, dne 9. septembra 1907. (3681) 148—150. Oklic. I. Zoper Ignacija Smuk, katerega bivališÈe je nezna.no, se je podala pri c. kr. okrajni sodniji v Ljubljani tožba po a) Mariji Pajer, posestnici v Vevèah št 36 ; b) Apoloniji Hribar, posestnici iz Vevè št. 34, obe zastopani po gosp. dr. J. Furlanu zaradi ad a) 400 K in 516 K s pr. in ad b) 160 K s pr. Na podstavi tožb doloÈa se narok za ustno sporno razpravo na dan 2 1. septembra 1 907, popoldne ob 3. uri, pri tern sodišèu, v sobi št. 50. V obrambo pravic toženca se po-stavlja za skrbnika gospod Janez Mežik, posestnik v Gojzdu pri Kranj-skigori. Ta skrbnik bo zastopal toženca v oznamenjeni pravni stvari na njegovo nevarnost in stroške, dokler se ta ne oglasi pri sodniji ali ne imenuje pooblašÈenca. II. Pod skrbstvo se je postavil Ivan Pavliè, posestnik iz Studenca St. 15, zaradi sodno dognane blaz-nosti in se je temu postavil za skrbnika gospod Janez Virant, posestnik na Igu št. 104. C. kr. okrajna sodnija v Ljubljani, odd. X, dne 11. septembra 1907. (3666) _?-i/7^ 13.""*" Oklic. S sklepom te sodnije z dne 19ega aprila 1907, opr. St. S. 4/7/1, o inio-vini gospoda Valentina Uršièa, ne-protokoliranega trgovca v Kostanje-vici, razglašeni konkurz se proglasi po § 155. konk. reda za konèanega. C. kr. okrožno sodišèe v Rudolfo-vem, odd. I, dne 7. septembra 1907. Anzeigeblcrtt. Verlaa von Id. i Kleinmayr & Fed Bambera Poezije dr. Franceta Preiema, 2. ilustrirana izdaja K 5"—, v platno vezane K 6 "40, v elegantnem usnju vezane K 9" —, po poati 30 h veè. Poezije dr. Franceta Preiema (ljudska izdaja) K I1—, v platno vezani K 1-40, po pošti 20 b veè. Ruska zuoderna, prevela Mlnka Oovekarjeva, K4 —, najelegantneje v platno vezana K 6"—, po pošti 20 h vesi. GregorÖlö Simon, Poezije I, 2. pomnožena izdaja, K 2 • —, elegantno vezane K 3"—, po poftti 20 h vesi. Sienklewloz, Mall Vltez. Roman z mnogimi lepimi podobami, 3 zvezki, broairani K 7*—, lidno vezani K 9'60. Sienklewioz H., Rodbina Polaneiklh. Roman z mnogimi lepimi podobami. Ji zvozki. Rrosirani 10 K, liöno vezani 16 K, v en zvezek vezan 13 K. Dr. Sorll, Pot Za razpotjem, vezana knjipa K 3'—, po poäti 10 h ve6. Meiko Reaver, Ob tihih veèerih, K 3 50, vezane K 5 —. Meško Fr. X., Mir Božjl, K 2 50, vez. K 3 50. Malster Rudolf, Poezije, K 2 —, vezane K 3 —, po pošti 10 h veè. Aikero A., Prlmož Trubar, K 2*—, elegantno vezan K 3*—, po pošti 10 h veö. Aikero A., Balade In romanoe, K 2 60, elegantno vetane K 4*—, po pošti 20 h ve6. Aikero A., Llrske In epske poezije, K2-60, elegantno vezane K4 —, ])O poftti 20 h veè. Aikero A., Nove poexlje, K 3*—, elegantno vezane K 4'—, po podti 20 h veö. Aikero A., Èetrtl zbornlk pooalj, K 3-50, liäno vesana knjiga K4-5O, po poäti 20 li veö. Cankar Ivan, Ob zorl, K 3 —, po poöti 10 h veö. gohelnigg, Narodne peiml koroiklh Slovenoev, K 2 —, elegantno vezane K 3*30, po posti 20 h veè. Baombaoh, Zlatorog, poslovenil A. Fantek, elegantno vezan K 4'—, po pošti 10 h veè. Jos. Strlt&rja zbrani «pill, 7 zvezkov K 35—, v platno vezani K 43 60, v pol franeoHki vezbi K 48 40. Lewtlkovl zbrani spUl, 5 zvezkov K 21 •—, v platno vezani K 27'—, v pol trancoski vezbi K 29*—, v najfinejši vezbi K 31"—. Fantek, Oodeo, K 160, elegantno vezan K 2 60, po poöti 20 h ve<5. Majar, Odkr^tje Amerlke, K 2•—, po poftti 20 h veè. Brexovnlk, Saljlvl Sloveneo, 2. za polovico pomnožena izdaja K 1 • 50, po poöti 20 h veè. Brezovnlk, ZvonÖekl, K 1-50, po poäti 20 h veö. Für das österreichische Patent Nr. 6951, betreffend: Maschine zum Biegen und Formen von Metall werden Känser oder Lizenznehmer gesucht. Geil. Anfragen erbeten an Viktor Tischler, Ingenieur und Patentanwalt, Wien, VII./2, Siebensterngasse Nr. 39. 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Seine Schilderungen zeichnen sich durch scharfe Beobachtungsgabe und prächtigen Humor aus, Kriegsflagge und Fischersegel Erzählungen aus dem Seeleben von Johannes Wilda. 1. Band: Kadetten- und Kapltäns- Abenteuer. 184 Seiten. 2. Band: Boots- und Bord-Novellen. 188 Seiten. Frschienen tin - Preis jedes Bandes Outenberg-Verlag .' ^^v geh. 2.50 M. Hamburg. ^^ \, geb. 3.SO M. . rS Durch alle ^v^^ r^ Buchhandlungen zu beziehen. v Vorrätig bei: lg. v. Kleinmayr & Fetl. Bamberg Buchhandlung in Laibach.