PriiimmerattouS - Preise: Für Laibach: Ganzjährig . . 8 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 „ 20 Vierteljährig . 2 „ 10 .. Monatlich... — „ 70 „ Mit der Post: Ganzjährig............12 fl. Halbjährig................ 6 „ Vierteljährig............. 3 „ Laibacher Für Zustellung ins Haus viertelj. 25 kr., monatl. 9 kr. Einzelne Nummern 6 kr. TaMatl Anonyme Mittheilungen werd-n nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Redaktion Bahnhofgaffe Nr. 132. Expeditions- L Jnserateur Bureau: Eongreßplatz Nr. 81 (Buchhandlung von Jg. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg.) Jnsertionspreikb Für die einspaltige L 4 kr, bei w>ederholki-x W " schaltung L 3 kr^k>Z . Anzeigen bis ö Zeilen 2Ä ^ — 'W Bei größeren Inseraten österer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für complicierten Satz besondere Vergütung. Nr. 7. Dinstag, 11. Jänner 1876. — Morgen: Ernestus. 9 Jahrgang. Die Organisation des gewerblichen Unterrichts. Kein Mangel kann im materiellen und Kulturleben eines Staates fühlbarer hervortreten als der eines intelligenten und geistig wie materiell selbständigen Gcwerbestandes; nicht nur daß die eigene, heimische Industrie, wenn Kenntnis, Geschick, geläuterter Geschmack, Muth und Unternehmung« geist fehlen, darmederliegt, von jener der Nachbarländer überflügelt wird, es fehlt auch der ganzen staatlichen Gesellschaft die kräftige und solide Grundlage gesunden Bürgerthums. Und doch, so sehr manche Felder öffentlicher Wirksamkeit in Oesirrreich noch brach liegen, für nichls war man in un-seren Regierungskreisen noch vor kurzem weniger besorgt, als für die Heranbildung und Erziehung tüchtiger Gewerbsleute. ES ist nicht nur für den Kulturhistoriker, son-dern auch für den Politiker von hohem Interesse, sich über den Stand des gewerblichen Unterrichtes, der ja für die Eoncurrenzfühigkeit Oesterreichs dem Auslande gegenüber so bedeutungsvoll in die Wag-schale fällt, ein übersichtliches Bild zu gestalten. Um einen vollständigen Ueberblick über den Stand dieses UnterrichtSzweiges zu erhalten und ein begründetes Urtheil über den Geist und die Mittel zur Hebung desselben vonseile der Regierung sich bilden zu können, genügen die Jahresberichte des Unterrichtsministeriums keineswegs, da ja die Organisation des gewerblichen Unterrichtes bisher von dem Handelsministerium ausging. Es ist daher nothw-ndig, außer den Jahresberichten des Unter, richtsrmnistelmms noch anderweitige Quellen zu Rathe zu ziehen. Als solche ist vor allem Dumrei-chers Broschüre: „Die Pflege des gewerblichen Fortbildung«- und Mittelschulwesens durch den öfter« reichischen Staat" von Wichtigkeit. Erst während der letzten Jahre ist bedeutendes geleistet worden für die Pflege jenes gewerblichen Unterrichtszweiges, welcher in Fachschulen vorzugsweise dem Kleingewerbe und der Hausindustrie dient, um den jungen Leuten aus unbemittelten oder wenig »ermöglichen Klassen die Möglichkeit an die Hand zu geben, durch Ausbildung in einem besonderen Gewerbefache mit und neben der fabrik-mäßigen Großindustrie selbständig einen häuslichen Hera gründen und bestehen zu können. Das ihren Erzeugnissen ausgedrückte Gepräge individueller Arbeit soll deren Verkehrswerth steigern, indem die künstlerische Seite derselben von der lediglich ma-schinenhasten Großproduktion im großen und ganzen gar nicht oder nur selten zu erzielen ist. Die Ausgabe solcher Fachschulen strebt demnach im Grundgedanken dahin, neben der Fabriks- und Maschinenarbeit, welche gegenwärtig alle handliche Fertigkeit überflügelt, die selbständige persönliche Leistung wieder zur Geltung zu bringen. Die Fachschule bietet darum ganzen Klassen von Arbeitern — meist unentgeltlich oder gegen nur sehr geringes Lehrgeld — Gelegenheit, je in ihrem bestimmten Handwerks- oder Berufszweige eine entweder nahezu künstlerische Ausbildung sich anzueignen oder solche Partien desselben zu betreiben, deren Erzeugnisse auf blos mechanischem Wege nicht herzustellen sind. Die einsichtsvolle Lösung dieser Aufgabe, welcher erst die neueste Zeit begonnen hat sich zu unterziehen, enthält nicht weniger als den ersten, bedeutungs- vollen Schritt zu einer gedeihlichen Lösung der großen, socialen Frage auf dem Wege vernünftigen, praktischen Ausgleichs, der früher oder später die ganze Staaksgesellschaft und die staatliche Organisation mit höchster Gefahr bedrohenden Verminderung und Auflösung des Bürger- und HandwerkerstandeS durch die Eentralifation des Kapitals und der Fa-briksthätigkeit gegenüber der freien und selbständigen Handwerks- und Betriebsthäligkeit. Weiter ist eine vervollkommnete Hausindustrie auch unerläßlich, um den Bauernstand in unseren Alpenthälern vor dem gänzlichen Verkümmern zu schützen; denn diese Älpenbauern sind es zunächst, welche die großartige Umgestaltung in den mitteleuropäischen Verkehrs- nnd Productionsbedingungen weit mehr als die Bewohner der sogenannten Niederungen Böhmens, Mährens und UniersteiermarkS mit Verarmung und Untergang bedroht. Dum-reicher gibt zum Beleg dafür einige wahrhaft erschreckende statistische Daten. In dem letzten Jahrzehent hat sich die Bevölkerung der österreichischen Alpenländer nur um 3'62 Perzent vermehrt, während die der Sudetenländer (Böhmen, Mähren und Schlesien) um 8-40, der Karstländer um 10-60, der Karpathenländer gar um 18-13 Perzent gewachsen ist. „Die Kraft des staatlich wichtigsten Elements schmilzt an der Basis! Bedenklich groß erscheint schon jetzt die Menge der Kleinbürger, die aus dem dritten in den vierten Stand hinabgestiegen find, und die Zahl der GebirgSbauern, die ein veralteter Betrieb und eine neue Concnrrenz in Gant und um Haus und Hof gebracht haben. . . So fordert in Oesterreich die wirthschastliche, gesellschaftliche und staatliche Lage eine allseitige AuSbil- Jeuilleton. Das neue Maß und Gewicht. Jüngst kam mein Vetter her vom Land, Er ist ein Mann von viel Verstand, Und gab sich Müh' mich z» belehren, Das neue Maß mir zu erklären. Er sagt, die Ell' ist abgesetzt, Man heißt dieselbe Meter jetzt; Doch ist der Meter nicht so klein, Wird Ein ein Drittel Elle sein. Und Eentimeter d'rinnen sind Einhundert, das weiß jedes Kind, Was mich auch gar nicht wundert, Denn 0 siltum heißt ja hundert! Wir kenneu's ja vom Centner her, Der immer hundert Pfund war schwer. Das Eentimeter alleweil Ist eines Meters Hunderttheil. Ein jedes Centimeterlein Theilt man noch in zehn Theile ein, Die man dann Millimeter heißt, Denn w 1116 ist tausend, wie du weißt. Das Liter theilt man ferner ein Noch in zehn Theile; die sind klein. Doch sag', was wird ihr Name sein, Da V866M zehn heißt auf Latein? Natürlich: Deciliter, weil Vom Liter ist's der zehnte Theil. Ein Mann, der eben schlecht verdaut Sein Selchfleisch mit dem Sauerkraut, Trinkt drauf vom Englisch-Bitter Ein halbes Deciliter, Das wird gerad ein „Stamperl" sein: So heißt ein Gläschen, das recht klein. Theilst du das Deciliter Dann in zehn Theile wieder, So hast du Eentiliter schon. Im Stamperl sind nur fünf davon. Und hundert Eentiliter dann Ein Liter geben für jedermann. Und Hektoliter, was ist das? Das ist, mein Kind, das neue Faß. Nun merk vor allem, lieber Sohn, Hundert heißt griechisch Hekaton. D'rauS hat man nun ein Wort gemacht: Hekaton und Liter zusammengebracht. Doch Hektoliter also hat Einhundert Liter früh und spat. ES hält an zwei der Eimer schier, Beinahe so, wie ein Faß Bier. Jetzt stelle — höre, was ich sage — Ein Liter Wasser auf die Wage, So wird dir sein Gewicht bekannt: Ein Kilogramm wird es genannt. Und willst du sei.,e Schwere wissen, Wirst du zwei Zollpfund sagen müssen, Das macht sodann nach wiener Pfund Ein und dreioiertel ziemlich rund. Nun sag' ich dir's, damit du's weißt, Daß Kilo griechisch Tausend heißt. Jetzt stellst du dir es leicht zusamm': Ein Kilogramm hat tausend Gramm. Ein Gramm natürlich ist sehr klein, dung des länge vernachlässigten gewerblichen Unterrichtswesens." Einiger gewerblicher Unterricht war bei der rksten Organisierung unserer Realschulen bekanntlich in den unteren Klassen derselben erlheilt; die neueste Reform des Realschulwesens gab aber diesen Mittelschulen vorzugsweise den Charakter von Vorberei-tungsschulen für die technische Hochschule. So bietet zwar die jetzige Realschule an allgemeiner Bildung ' Mhr, als der unbemittelle Handwerker zu verwerthen /vermag, dagegen noch weniger als früher an un-. . mittelbar verwendbaren Berufskenntnissen. AuSbil-iWgSschulen für specielle Gewerbe sind deshalb vm "f» unentbehrlicher geworden für strebsame Arbeiter und Gehilfen, sowie für gereiftere Lehrlinge. Sie müssen ihre Schüler zunächst für mittlere Stellungen im Gewerbelcben, als Werkmeister, Werkführer, kleinere selbständige Unternehmer, Monteure (Ma-schinenzurichler), Bau- und Maschinenzeichner u. s. w. heranbilden. (Forts, folgt.) Politische Rundschau. Laibach, 11. Jänner. Inland. Das neueste Reichsgesetzblatt enthält eine Verordnung, betreffend die Feststellung der Vorspannsvergütungen per Pfund und Kilometer, dann die Umrechnung des NormalgewichteS der Belastung der Borspannswagen; eine Verordnung, betreffend die Arzneitaxe mit Rücksicht auf das durch das Gesetz vom 23 Juli 1871 eingeführte metrische Maß und Gewicht, endlich einen Erlaß des Ministeriums des Innern, im Einverständnisse mit dem Handelsministerium, betreffend die Anwendung des metrischen (Grammen-) Gewichtes bei der Verschreibung ärztlicher Receple. Den formellen Stand der Dinge nach den pester C onf erenzen stellt die „Pester Correspon-denz" so dar: In Wien sollen nun die Ergebnisse der Eonserenzen im Ministerrathe erörtert und die endgiltigen principiellen Beschlüsse gefaßt werden. Ebenso wird auch in Pest der nach Maßgabe der Conserenzergebinsse sich gestaltende principielle Beschluß der ungarischen Regierung im Ministerrathe präcisiert. Dann erfolgt von den beiden Ministerpräsidenten die wechselseitige Miltheilung über die formulierten Beschlüsse. Nachher wird zu erwägen sein, ob gemeinsame Besprechungen der Minister unter Vorsitz Sr. Majestät abgehalten werden sollen oder ob die Verhandlungen über die Details sofort auf kurzem Wege ausgenommen werden können. Inwieweit die Banksrage von den unter „strengster Discretion" resultatlos auseinandergehenden Ministern bereits verhandelt wurde, darüber ist vorläufig ebenfalls nichts zu erfahren. Dagegen läßt man es in Ungarn am Drängen und Schieben in dieser Hinsicht nicht fehlen. Der „Ellenör" rief Auf ein Loth gehen achlzehn d'rein. Nimmst du der Gramme zehn allein, So wird ein Dekagramm es sein. Du wirst auch das sofort verstehn, Denn Deka heißt auf griechisch zehn. Das Dekagramm ist's neue Loth, Gibt halb so viel, wie's alte bot. Auch ist es leichtlich einzuseh'n, Daß hundert aus ein Kilo geh'n. Und hörest du von Eentigrammen, Von Milligramm und anderen Namen, So wisse, das — Mein liebes Kind, Dies winzige Gewichte sind, Die brauchet nur der Apolheker, Und nie der Fleischer und der Bäcker. Ich will mich nicht damit befassen Und dich jetzt schon in Ruhe lassen ; Doch mußt du Mir in ein päar Tagen Auswendig diese Verse sagen, Und wirst du's nicht vergessen wollen, Mußt du sie täglich wiederholen. (Tgpr.) gestern pathetisch aus: „Die Zeit, das letzte Wort auszusprechen ist da. Diesem Worte kann nur die Lösung folgen: sofort, ohne Verzögerung. Das Land kann nicht warten. Wir schreiben dies im Voll-bewußlsein des Gewichtes dieses Wortes. Und doch mit leichtem Herzen, weil uns die starke Ueberzeu-gung eine kräslige Stütze bietet, daß die Regierung von dem Gefühle der unaufschiebbaren Forderungen der Situation durchdrungen ist und Willen und Kraft besitzt, düs verpflichtete Wort durch die entschließende Thal einzulösen, selbst auf die Gefahr hin, daß cs den Neidern des Landes draußen und den Neidern der Regierung im Lande noch größer« Schmerz bereiten sollte." Ausland. Die Mittheilung, daß der sächsische Kriegsminister v. Fabrice zu«, deutschen Botschafter in Wien ausersehen sei, stößl auf vielfache Zweifel. Die „Süddeutsche Presse" glaubt an diese Erkennung nicht, „weil sie eine überaus glückliche wäre." Die Akkreditierung eines sächsischen Generals ut>d Minister» als Botschafter in Wien würde, nach der Meinung des Münchener Blattes, zugleich die vollständige Aussöhnung der sächsischen Politik mit dem deutschen Reiche und den berechtigten Einfluß Sachsens auf die allgemeine Reichs-Politik illustrieren. Die Ernennung des Fürsten Hohenlohe zum Botschafter in Paris habe seinerzeir eine große Genugtuung hervorgerufen, weil der Fürst neben dem deutschen Reiche nebenbei auch Baiern vertrete. Das gleiche würde bei der Tätigkeit des Generals v. Fabrice in Wien der Fall sein und der noch immer sehr starke Einfluß des Königs Albert von Sachsen aus seinen kaiserlichen Vetter daneben zugunsten Deutschlands in Wirksamkeit kommen. Aber eben weil dies alles sich so verhalte, werde die Ernennung des Generals v. Fabrice bei dem altpreußischen MililärparticulariSmus auf starken Widerstand stoßen. Die französischeRegierung macht, der „Libertö" zufolge, gewaltige Vorbereitungen für die bevorstehenden pariser Wahlen. Vor einigen Tagen hätte der Chef der Sicherheilsbehörde alle seine Beamten versammelt, um ihnen specielle Verhaltungsmaßregeln für die Wahlperiode zu geben. Eine geheimnisvolle Andeutung der „Liberts" läßt vermuthen, daß die xrovotÄwurZ napoleonischen Ange- denkens auch bei den jetzigen Wahlen zu großen Thaten berufen fein dürften. „Die Wähler," meint das genannte Blatt, „werden also gut thun, auf ihrer Huth zu sein und keiner unbesonnenen Aufwallung nachzugeben." In ähnlichem Sinne warnt Lockroy im „Rappel" die pariser Arbeiter vor Candidaten, denen der Radikalismus zu gemäßigt ist. Der Freund Gambetta's verweist aus Element Laurier, der vor den Wahlen im Jahre 1871 zu den Rothen gehörte und dann in das reactionäre Lager desertierte. Der Hieb ist wol gegen den Radicalen Naquet gerichtet, von dem behauptet mird, daß er in bonapartistischem Solde steht. Earl Derby soll sich bei Entgegennahme der Circularnote des Grafen And rassy einen achttägigen Termin, refpective bis 12. Januar, Vorbehalten haben, „um dieselbe gründlich zu prüfen." So wird der „Kölnischen Zeitung" aus Wien telegraphiert. Italien hat, nach derselben Quelle, sogleich zugestimmt, doch wird in einem berliner Briefe die Möglichkeit zugegeben, daß Italien sich noch mit den Westmächten besprechen dürste. Die pariser Blätter bezeichnen die Nachricht der „Times," daß die sranzö-sische Regierung an Oesterreich die vorbehaltlose An-nähme der Vorschläge des Grafen Andrassy notificiert habe, als voreilig. Die diplomatischen Verhandlungen darüber sollen hauptsächlich in Konstanlinopel fortgesetzt werden, und die österreichische Note enthalte nichts, was ein-.m Vorschläge zur Etablierung einer Eontrole für die Ausführung der Reformen ähnlich sieht. Der „Mn. Ztg." wird aus Paris, 5. d., gemeldet, der deutsche Botschafter habe dem Herzog von De-cazes mitgetheilt, er sei von seiner Regierung beauf. tragt, die Andrässy'schen Vorschläge bei der französischen Regierung zu unterstützet». Die Pforte bereitet sich offenbar auf große Ereignisse vor; denn ein Konstantinopeler Bericht vom 4. Jänner lautet: Die Regierung ordnete die Ausrüstung sämmtlicher Schiffe der Panzerflotte an, zusammen 15 Panzerschiffe mit 116 Kanonen. Eilt großer Theil davon soll die Häfen des Schwarzen Meeres bewachen, ein anderer nach den albanischen Gewässern abgehen. In der serbischen Skupschtina kam eS am 4. Jänner abends in der Budgetberaihung bei einer allerdings sehr principiellen Frage zu einer sehr erregten Debatte. Die Regierung verlangte nemlich, daß remittierte Lredtte nicht als Einnahmen betrachtet, sondern zur Berfayung der Regierung gestellt werden. Die Skupschtina beschloß jedoch, daß diese Credite als Ersparnisse in die Staatskasse zu fließen haben. Hiedurch erscheint der Regierung ein Betrag von 400,000 Piastern entzogen. Die Skupschtina vertagte sich über die (griechischen) Weihnachlstage nicht. Zur Tagesgeschichte. — Ein Zug ein ge schneit. Aus der östlichen Linie der gatizischen Karl-Ludwig-Bahn wurde der zwischen Lemberg und Lodwoloczyska verkehrende Personenzng am 6. d. M. um bald 8 Uhr sriih mit vierzig Reisenden in einem Einschnitte nächst Ptuchow von Schneestür-men verweht. Die sofort angestellten Versuche mittelst Hilfsmaschinen den Zug zu befreien, blieben ersolglos; der erste Hilfszug blieb eine Wächterstrecke von dem Punkte, an dem der Personenzug stand, stecken; ein zweiter mußte, da der Sturm zunahm, am selben Wege umkehren. Bei dieser ve» zweifelten Lage der Dinge und gegenüber der Weigerung der ruthenischen Bevölkerung am Feiertage zu arbeiten, versuchte die Betriebsdirectiou von der politischen Behörde Unterstützung zu erlangen. Inzwischen wurden von Lemberg aus Arbeiter und Lebensmittel nachgesendet und nach unsäglichen Anstrengungen gelang es endlich aus Umwegen mit Hilfe von «Schlitten den verwehten Zug zu erreichen und die Reisenden, welche sich nahe 36 Stunden lang in einer fürchterlichen Lage befunden hatten, aus derselben zu befreien und sie mit Nahrungsmitteln zu versehen. — Aus Berlin wird geschrieben: Bei der Aus-' grabung in Olympia sind jetzt etwa 150 Arbeiter beschäftigt. Die gewonnenen Resultate lassen schon mit Sicherheit erkennen, daß die Ueberreste des Tempels und ein großer Theil der Weihgeschenke, wie sie durch das Erdbeben hiugeworfen wurden, unberührt liegen geblieben und allmälig von der herabgespülten Erde eingehüllt worden sind. Nur an einer Stelle hat man bis jetzt Sculpturfragmente, in einem späteren Bau verwendet, gesunden. Das kunstwissenschaftliche Interesse wendet sich jetzt vorzugsweise den Giebelstatuen zu. Die Gruppen des östlichen Giebels sind von Pansanias so genau beschrieben, daß sie in der Beilage zu Curtins' „Olympia," namentlich dem Kronprinzen Ler-anlassung gaben, die Ausgrabung von Olympia als einen seiner Lieblingswünsche ins Auge zu fassen, nach einer Zeichnung von H. Strack skizziert werden konnten. Die dort angedeuteten Figuren tauchen jetzt n.icheinander aus dem Schöße der Erde hervor. Vom Flußgott Äladeos ist nun auch der wohlerhalteue Kopf gefunden; auch der Wagenlenker Myrtilos wird jchon angemeldet und das erste Stück Sculptur, welches überhaupt vor der Ostseite gefunden wurde, scheint der Zeusstatue anzugehören, welche die Mitte deS Ostgiebels einnahm. Mal- und Proviuzial-Angelegenheiten. — (Karoline Roth von Rothenhorst f.) Männern und Frauen, die aus irgend eine Weise, sei es nun als Diplomaten oder Schriftsteller, als Schauspielerinnen oder Sängerinnen sich einen öffentlichen Namen gemacht, die die Welt in Staunen und Bewunderung hingerissen haben, denen weiht man bei ihrem Tode Nachreden, die preist man und erhebt sie bis z.w Himmel. Dies ist auch vollkommen recht; wer Großes gethan in seinem Leben, wer Bedeutendes geleistet hat, als er noch auf Eiden wandelte, der soll nach seinem Tode auch die gehörige Würdigung und Anerkennung finden, dessen Andenken soll auck nach seinem Tode noch unverwischt im Gedächtnisse seiner Mitmenschen fortleben - aber über diesen stolzen Ro'en und Lilien soll man nicht daS zarte Beilchen vergessen, daS i» Verborgenen blüht und dort seinen Duft zum Vergnügen der ganzen Umgebung ausströmt. Und doch ist es also, doch bewundert man die Rosen und Lilien und geht achtlos an den bescheidenen Veilchen vorbei. Während man jene bedeutenden Menschen feiert und ihr Streben anerkennt, veigißt man aus so manche, die, ohne sich einen öfsentlichen Namen zr> machen, doch segensreich und vielleicht segensreicher und wohltätiger als jene, in ihrer Sphäre wirken. Man vergißt so ost auf die treuen Müller. die mit liebevoller Hingebung ferne von der öfsentlichen Well nur ganz ihrer Familie leben. Auch diesen wahren Engelswesen im Kreise der Familie soll man nach dem Tode ein Wort des Andenkens widmen, auch Liese soll man gebührend feiern fowol im Leben wie nach dem Lode. Es ist ein schwerer Stand, der Mutterstand. Manchem mag es leicht dünken, wer aber in alle die schweren Lagen einer Mutier geblickt hat, der wird «s wissen, daß es schwer ist, Mutter i» sein, schwer bei wenigen Kindern, doppelt schwer bei mehreren. Glücklich diejenigen, die sich in alle Lebenslagen zu sügen wissen, L>e dies schwere Mutteramt vollkommen verstehen! Solch' eine Mutter, solch' ein wahrer Engel und Segen sür die Familie schied am 8. Jänner l. I. in der hochwohlgeboruen Krau Karoline von Roth. Die Tochter aus einem der angesehensten und reichsten Häuser der Stadt Laibach, war ihr Loch serne der Stolz und der Hochmulh, wie ihn so ost ei» reiches Weib zur Schau trägt. Die Bescheidenheit ist der Stolz des denkenden Weibes, die Bescheidenheit ist die Krone der Weiblichkeit. Still uud zurückgezogen lebte sie an der Seite ihres edlen Gemales, ganz sich der Erziehung ihrer sechs Kinder widmend. Da mitten im Werke überraschte sie nach langwieriger Krankheit, gegen welche die Heilquellen von Karlsbad zweimal vergebens gesprudelt hatten, der Tod. Nur kurze Zeit an das Bett gefesselt, schied sie in der Nacht vom 8. zum 9. Jänner aus dem Kreise ihrer trauernden Familie. Die wärmste Theilnahme erregte der Tod der edlen Frau in de» weiteren Kreisen von Laibach; den deutlichsten Beweis hievon gibt das Leichenbegängnis am 10 l. M., das «in endloser Zug von Leigtragenden war. Am Grabe steht ejn tiesgebeugter Gatte und sechs unmündige Kinder, deren Thränen um die Verlorne rollen. Möge die allindernde Zeit ihren Schmerz lindern und besänftigen; möge immerdar dem ausblühenden Geschleckte als leuchtendes Borbild vor-schweben das Bitd der edlen Mutter, der Ahnfrau derer von Rothenhorst! — (Dr. Leitmaiers Handbuch sür öfter r. Geschworne) ersreut sich auch in juristischen Kreisen einer außerordentlich günstigen Aufnahme. So widmet demselben der bewährte grazer Vertheidiger Dr. I. B. Holzinger in der „Gr. Lgpst." eine ebenso warme als sür den Verfasser ehrenvolle Empfehlung. Darin heißt es unter anderm : Es ist heute ein ebenso allgemeines als unabweisliches Be-rsuis, unseren Candidaten der Geschwornenlisten die Mög-ich eit zu bieten, sich jjher die Grundbegriffe des Straf-Nt S^sgesetzes Strafversahrens in leichter eist elehrung u»d richtiges Verständnis zu verschaffen. , Ersmsse ist in Oesterreich nunmehr durch ein n > a geholsen, zu welchem man, da es eine außerordent. Ausgabe aus eine in jeder Beziehung glanz-vo e eise gelöst bat, „ur den Autor, sondern auch das vaterländische Gesckworneninstilut geradezu beglückwün-schen muß! Das in Laibach im Verlage von Kleinmayr L Bamberg kürzlich erschienene Merkchen sührt den Titel „Handbnch sür österreichische Geschworne", und sein Autor ist der in Juristenkreisen gefeierte Dr. Victor Leitmaier, rin Mann, der sich srül er mit seltenem Tacte und Len reichsten Mitteln in Ler Rolle eines Staatsanwaltes bewegte und der jetzt Landesgerichtsrath j„ ^iback und das Muster eines Schwurgerichtspräsidenten ist. Sein Buch, im bequemen Ta,chensormat gehalten, umfaßt in höchst anziehender, gemeinsaßlicher und durch zahllose glückliche Beispiele unterstützter Darstellung ohne alle Ausnahme alles und jedes, was einem Gefckwornen zu wissen nöthig und nützlich 'st. Das Buch wird aber auch bald als unentbehrlicher Rathgeber sür den Richtertisch erkannt werden und namentlich der Abschnitt welcher das heikle Gebi,t der Fragestellung an die Weschwornen behandelt, ist eine klassische Fundgrube M tzchvmrgerichtSvorsiyend». Nicht blos der Gedanke an unsägliche Leid, das ein. oberflächliche Behandlung seines seine Mitbürger und deren Familien beraus-Ebte, sonder« auch das Bewußtsein, daß er im » 'fse stehe, das Recht, diese erhabene etbik», in einem gegebenen Falle zu verwirklichen, soll nach des hochverdienten Verfassers Wunsch den Geschworne» zur vollen und klaren Erkenntnis seiner Pflichten anspornen. Der Verwirklichung einer solchen Erkenntnis und damit der Lösung einer Aufgabe, der an Heiligkeit wenig Ausgaben, die Menschen zu ersülleu haben, gleichlommt, trägt Leitmaiers „Handbuch", dieser wahre Katechismus sür österreichische Geschworne, in vollendeter Weise Rechnung. — (Aus dem V e r e in S l e b e».) Samstag am 9. Jänner um halb 12 Uhr vormittag« hielt der Verein zur Uiiierstützuiig hitsMoürsliger würdiger Realschüler seine neunte ordentliche Geiieralvcrsammliuig ab. Obmann Dr. Mrhal eröfsnete dieselbe mit einer Ansprache, in welcher er einen Rückblick aus die Thäiiglcit teS Vereines im Jahre 1875 wars. Nachdem der Geschäsisberichl und der Rechnungö-abschlnß vorgelescn und genehmigt, wurdeu zu Nech^iuugS-revisoren die Herren Seueloori und Gniber, in den Ausschuß die Herien Kuapulch, Kremmgcc, KriZma, Preßuitz, Senekooic und Terpin gewählt. Die Gesammleiniiahmeu im Vereirisjahre 1875 betrugen 5d4 st. 62 kr., die Ausgabe» 4i»3 st. 24 kr. — (Vorsühruug von Privatbeschälheng-st e n.) Die k k. Landesregierung hat mit Erlaß vom 28ten Dezember 1875, Z. I0t64, zur Rührung (Untersuchung) jener Privathengste aus den politischen Bezirken Stadt und Umgebung Laibach, die zum Beschälen verwenvel werden wollen, dkn 24. Jänner 18/6 bestimmt. Hievon werben die Pserde-Jnhaber aus den benannten politischen Bezirken m«1 dem Bemerken verständigt, daß die Köhrnng am erwähnten Tage um 10 Uhr vormittags am lanbmirthschastlichen Ber-suchshose in der Polanavorstadl vorgenommen werbe» wird. — (Die tiroler Sänge rgesellschast Lückl) bereitete den Verehrern echter, kerniger und wohlklingender tiroler Lieder im Hotel „Elesant" einige recht vergnügte Ab°nde. Der Besuch dieser Productionen war bisher ein zahlreicher und an Beisallsb,Zeugungen fehlte es nicht Heute produciert sich diese Gesellschaft m der hiesigen Enal nica-Reslauration. — (Gesunde») wurde nach den beiden letzten Con certen: ein Operngucker-Etuis, ei» hirschlederuer Handschuh, eine Broche unv er» Sacktuch mit rvtheui Äiaud. Die Ge genslände wollen bei Herrn Karingcr abgeholt werden. — (Ein Kala» er) folgenden ergötzlichen Kalauer wollen wir unseren Lesern nicht vorenthalten: Welches ist der schwärzeste Ruß? — Der KleruS. — (Andere Länder — andere Sitten.) Bekanntlich wollte das Stadtpsarramt Marburg in der Zeit vom 25. bis LO. Dezember v. I einen Jesuitenpater pre digen lassen. Dagegen verwahrte sich jedoch der Stadlrath von Marburg sehr euergisch, indem er in seiner an das Lor tige Stadtpsairamt gerichietcn Noie das Abhalten dieser Predigten mit Hinblick aus die dort herrschende Scharlach Epidemie und unter ausdrücklicher Betonung, daß die Seel> sorge von dem dort allgemein geachteten Klerus sehr erfolg sam bestritten werde, für unstatthaft erklärte und gleichzeitig verordnete, daß, wenn der Pater, welcher die Mission abzu halten hätte, in Marburg eintreffen würde, derselbe polizeilich abgeschoben werden würde. Gegen diese Entscheidung recurrierte der marburger Fürstbischof an den Statthalter von Steiermark Baron Kübeck, allein vergeblich — letzterer be stätigte das Missionsverbot. Anders ist es bei uns. Wie uns erst heute aus Watsch geschrieben wird, bestellte sich der dortige Psarrer, wahrscheinlich um die Opfergelber reichlicher stießen zu mucken, gleichfalls Missionäre. Diese Mission wurde nun von der Bezirsshanptmai'nsckaft Littai, als erste Instanz, weil im Äezirke die Diphtheritis epidemisch austrat, verboten. Der Psarrer recurrierte bei der Landesregierung von Krain; die Abhaltung der Mission wurde mit Decret der hiesigen Landesregierung gestaltet und wurde auch, ob zum Nutzen der Pfarre — darüber weiß unser Bericht-erstatter nichts zu melden — richtig abgehalten. — Wir bringen diese nackten Thatsachen ohne Commentar, können jedoch nicht umhin, unserer Verwunderung darüber Ausdruck zu leiben, daß unsere Landesregierung über Abhaltung von Missionen, welche schon wiederholt als das Ansehen des heimatlichen Klerus untergrabend, selbst von Kirchensürsten, wir nennen nur den verstorbenen Fürstbischof Wolf, als gemeinschädlich bezeichnet wurden, anderer Ansicht zu sein und Len moralischen Einfluß, welchen Missionspredigten auf das Volk ausüben, durchaus zu verkenn»« scheint. - (Erfroren.) Aus Krainburg, 10. Jänner, wird uns geschrieben: In Ler Nacht vom 7. auf den 8. d. verließ der Insasse Gollob aus Feichting Bez. Krainburg seine Wohnung barfuß und im Bettcostltme mit Lem Bemerken gegenüber seinem Weibe: „Aus nimmer Wiedersehen!" Samstags morgens nu» sand man den Unglücklichen an der Berglehne bei Javornik unter St. Jodoci ersroren. Der Arme soll etwas geisteskrank gewesen und von seinen Angehörigen zu wenig beaufsichtigt worden sein. — (Zur Nachahmung empfohlen. Man chreibt uns aus Kropp unterm 9. Jänner: Es ist wol jedermann einleuchtend, welche Hindernisse und Schwierigkeiten bei Einführung des metrischen Maßes und Gewichtes im allgemeinen Vorkommen, die zumeist in der Indolenz und Unwissenheit des Publikums ihren Grund haben. Um nun auch der ländlichen Bevölkerung an die Hand zu gehen und den llebergang zu den neuen Maßen und Gewichten zu erleichtern, hat unser Lehrer Herr Markus Kovsca sich aus eigenem Antriebe berbeigelassen und zwar ohne allen Entgelt, um dem erwachsenen Publikum jeden Sonntag von 1—2 Uhr nachmittags in leichtsaßlicher Weise Vorträge über das neue Maß und Gewicht zu Hallen, und diese Vorträge beginnen schon heute. Ehre solchen Lehrern, die nicht allein i» der Schule, sondern auch Ler Bevölkerung gegenüber Las richtige Bedürfnis zu würdigen wissen und damil dem gemeinen Besten ersprießliche Dienste leisten. — (Stimmungsbild aus Unterkärnten.) Man schreibt uns aus Kärnten: Wechselnd wie das Hoffen und Fürchten der Menschen ist jauch die Witterung, heute strenge Kälte, morgen Thauwetter, jetzt braust der Sturm wie ein erzürnter Riese, dann deckt melancholisches Grau wieder in trüber Stille den Himmel. Wie oben, so unten. Fröhliche Sylvesterabende, als ob sich alle sreulen, daß ein Jahr wieder gestorben. Sind wir nicht Thoren, erben wir nickt alles, was das Gestorbene zurückließ? Das Jahr wird neu, alt bleibt das Leid, es wechselt nur sein äußeres Kleid. Und wol mit gerecktem Bange» schaut der Landmann wie der Bürger in die Zukunft. Rosig ist das Bild nicht, das sich zeigt. Gewitterwolken steigen drohend nah und ferne aus, im Osten kracht ihr Donner schon und leider kracht es auch bei uns ununterbrochen, wenn auch nicht aus ehernen Geschützen. Immer mehr werden die bestehenden Vorschuß, lassen in Anspruch genommen, die Sparkassen müssen immer n.ir herauszahlen, die Psändnngen mehren sich, der Credit hinkt auf beiden Füße», neue Steuererhöhungen werden befürchtet und machen die Stimmung noch drückender; das Dienslbotenunwesen nimmt immer größere Ausdehnung an und selbst das liederlichste, leichtsinnigste Ehepaar der Welt — der Luxus und die Mode — müssen ansangen, sich zu beschränken, sreilich höchst ungerne und kaum die Stunde erwartend, wo Herr uud Madame wieder sich jo recht in Staat Wersen können. Wird so schnell nicht gehen. Nah-ruugssorgeu sind schlimme Geister, sie leisten Vorschub jeder böswilligen Einflüsterung und machen leichtgläubig; wenn einer sagt, daß alles hat der Liberalismus gethau, so wird-geglaubt. Und an solchen absichtlichen Täuschungen sehlt es nicht, besonders reich daran ist das Lavantthal und das Jaunthal. Dort sinds Jesuiten, hier desgleichen, nur in anderem Kleide. Um desto schöner ist es, wenn der verfolgte Liberalismus nicht müde wird, helfend und unterstützend einzugreisen, wo eigene Mittel zu wenige sind. Beinahe in allen Städten Unterkärntens war mit der Sylvesterfeier ein wohlthätiger Zweck verbunden I» Wojfsberg, Bleiburg. St Andrä, Kappel und anderen Orten bestehen Dilettanten-gesellschasten, welche sür Schule. Arme und andere gemeinnützige Zwecks ihr möglichstes thu». Das ist eckte Nächstenliebe, nicht jene, welche blos Haß und Zwietracht säet und nur sich selbst zu bereichern sucht. Wären wenigstens in Hinsicht der werklhätigen Nächstenliebe alle liberal, eS stünde besser mit allen. Daö ist mein Neujahrswunsch, selbst jenen gegenüber, die »ickts davon hören wollen, sie Werdens eben sühlen Müssen - nach dem bekannten Sprich» Worte. _____ Drittes Philharmonisches Concert. Das gestrige Concert wurde durch 2. SpohrS Ouverture zu „Jessonda" eröffnet und vom Or« chester gut cxecuttert Der Ouvevlure folgte Beetho« vens Clavierconcert mit Orchester in L8-äur, vor-gelragen von unserem Pianisten Herrn Josef Zöhrer. Beethovens herrliche Lomposition fesselte schon ia den rrstrn Tactrn durch die Majestät, mit denen sie so wuchtig einherschreiten, die volle und ganze Auf. merksamkeit der Hörer an sich, welche denn auch den reich auSgebreitelen Schönheiten des Concerles mit Lust und Liebe folgten. Es gibt eben wenige, vielleicht kein zweites Clavicrconcert, welches in allen Farben des Gefühles so blendend zu leuchten versteht, wie dieses, sei es in der erhabenen Majestät de- ersten Satzes, in den zarten, mit gedämpften LiebeSlauten flüsternden Worten des zweiten oder in den munteren Rhyimen des dritten Satzes. Herr Zöhrer spielte das Concert mit einer Meisterschaft und einer pietätvollen Hingebung an seine große Aufgabe, daß der stürmische Beifall des Publikums, welcher die Aufführung begleitete, ein wohlverdienter war. Herr Zöhrer hat sich uns gestern nicht blos als denkenden und fühlenden, sondern, was uns noch bemerkenswerther erscheint, auch als den auf seiner Bahn noch fortschreitenden Künstler gezeigt, denn darüber ist kein Zweifel, daß sein gestriges Spiel gereifter und auch in Vollendung der Technik hervorragender war, als wir es je hörten, selbst das, was man an ZöhrerS Spiel dann und wann zu vermissen meint, jenen zartgehauchten poesievollen Duft, den die Künstler um der Tondichter-Werke zu weben wissen, freilich im Uebermaße der Anwendung oft zum Nachtheile der Dichtung, selbst das, wir vermißten'« gestern nicht. Das Orchester, was den streichenden Theil anbelangt, hielt sich wacker, doch über den Bläsern schwebte ein bös:S Verhängnis, wir hätten sie ein paarmal lieber ganz weggeblasen gesehen. Den Schluß bildete die vom letzten Concerte her bereits bekannte „Alhalia* von Mendelssohn, die bezüglich ihrer Aufführung sich der ersten ebenbürtig anschloß, wenn das böse Geschick nicht auch hier die Bläser oder diese uns verfolgt hätten. Frau v. Wurzbach hat die Befangenheit des ersten Debüts offrnbar abgelegt, und trat diesesmal mit mehr Kraft und Energie ein, hiedurch ihre von uns jüngst gerühmte Leistung um ein bedeutendes hebend. Frl. Eberhard war auch gestern wieder auf der Höhe der Situation und zwar, wie wir es bei ihr gewohnt, in dominierender Stellung. Hr. Frederigk sprach das verbindende Gedicht, wie uns dünkt, in den Affectstellen etwas gemäßigter, was seiner Aufgabe entschieden zum Vortheile gereichte. Die Wiederholung der „Athalia" selbst müssen wir als einen glücklichen Griff der artistischen Leitung bezeichnen, denn größere Werke sollen dem Publikum öfter vorgeführt werden, da dasselbe solchen gegenüber erst bei Wiederholungen das nöthige Verständnis entgegenbringt, und die ungeschwächte Theilnahme des Publikums der Wiederholung „Athalia's" gegenüber ist ein Beweis für obige Behauptung. Wenn der Süßere Beifallsausdruck den einzelnen Leistungen gegenüber ein unverhältnismäßig wenig lauter war, so mögen die Ausübenden dies nicht auf Rechnung de« Undankes vonseite des Publikums, sondern auf die in demselben anwesende Ueberzahl zarter weiblicher Hände nehmen. Oeffentlicher Dank. Der sechste Lag des lausenden Monates mar für die Gefertigten in doppelter Beziehung gewiß ein sehr denkwürdiger. Wir erlebten nemtich an diesem Tage das siinf-undzwanzigste Jahr unseres glücklichen eheliche» Bundes und beabsichtigten auch, die sogenannte silberne Hochzeit nur unter uns im häuslichen Kreise zu feiern. Doch wie überraschte uns die unerwartete sreundliche Einladung der p. t. Casino-direction, daß man uns heute abends zuversichtlich im Casino erwartet! Und wirtlich sanden wird dort von stimmt-lichen Casinomitgliedern, sowol Len Herren als den Damen, eine so herzliche und freundliche Begrüßung, eine so seltene Auszeichnung im Arrangement und im geselligen Verkehre und derartige Beweise ansrichtiger allseitig» Zuneigung, daß uns diese unverdienten Ovalionen nicht nur doch er-sreut, sondern auch n>f gerührt haben. Da nun der strenge Winter die Wege leider nohezn ungangbar macht, so finden wir es auch am angemessensten, sür diese seltene aufopfernde und uns fehr ehrende freundliche AuSzeicbnung unseren innigsten, wärmsten und schuldigsten Dank hieinit hier öffentlich abzustatten. — Insbesondere aber sind wir zum g oßen Dnik sür die ausopfernde Theilnahme ver- pflichtet : dem x. t. hochgeehrten Oberbergrathe Herrn Lipold und dessen hochwohlgeboinen Frau Gewalin, dann der lvbl. Casinodirertion und überhaupt allen p t. Arrangeuren dieses ausgezeichneten Festes, mit der Versicherung, daß uns dieser Abend unvergeßlich bleibt und daß wir an unsere Freunde, so wie an das liebe Jdria mit erhöheter Anhänglichkeit fortan gedenken. Glück ans! Jdria, 7. Jänner 1876. Paul Schurz, k. k. Material-Verwalter in Pension. Magdalena Schurz, dessen Gemali». Witterung. LaibaL, II. Jänner. In der Nacht geringer Schneefall, heute trübe, schwacher SO. Temperatur: morgens 7 M>r — 8-2°, nachmittags 2 Uhr — 4-4° 0. <1875 — 0 9»; 1874 — 43°6.) Barometer 741.60mm. Das gestrige Tagesmiitel der Temperatur — 91", um 6 5° unter dem Normale; der gestrige Nieder-schlag 4 65 mm. Schnee. Verlosung. ( C r e d i t lo f e.) Bei der am 3. Jänner d. I. vorge-liommenen 7!. Verlosung des Prämien-Anlehens der k. k. Ciedilanstalt wurden folgende vierzehn Serien gezogen, und zwar: Nr. 66 171 725 1243 1512 1727 2235 2342 2477 2523 3501 3529 3637 und 369?. Aus diese» siel der Haupttreffer mit 200.000 fl. auf Serie 2235 Nr. 63, der zwcile Treffer mit 40,00» st. auf Serie 3637 Nr. 99 und der dritie Treffer mit 20,000 fl. ans Serie 725 Nr. 59; ferner gewannen: je 3000 fl.: Serie 1243 Nr. 4 und S. 3637 Nr. 80; je 3000 fl.: S. 2523 Nr. 35 und S. 3529 Nr. 4; je 1500 fl..- S. 1727 Nr. 96, S. 2342 Nr. 48 und Serie 2523 Nr. 84; je 1000 fl.: S. 171 Nr. 48, S. '512 Nr. 35, S. 3529 Nr. 44 und S 3637 Nr. 66; je 400 fl.: S. 66 Nr. 37. 60. 81 und Nr. 99; S. 171 Nr. 10 und Nr. 20; S. 725 Nr. 95 und Nr. 99; S 1243 Nr. 75 und Nr. 94; S. 1512 Nr. 2, 64, 80 und Nr. 91; S. 1727 Nr. 3, 92 und Nr. 92; S. 2235 Nr. 53 und 62; S. 2342 Nr. 80. 91 und Nr. 100; S. 2477 Nr. 37 uud Nr. 52; S. 2523 Nr. 5, 12, 48 und Nr. 52; S. 3501 Nr. 20, 98 und Nr. I^O; S. 3529 Nr. 67 und Nr. 79; S. 3637 Nr. 48 und endlich S. 3698 Nr. II, 14, 29 und Nr. 52. Alle übrige» 1348 Nummern der verlosten 14 Serien gewinnen je 200 fl. ö. W. Theater. Heute: Epidemisch. Lustspiel in 3 Acten con Schweitzer. Morgen: Flotte Bursche. Operette in I Act von I. Offenbach. Hierauf: Feuer in der Mädchenschule. Lustspiel in 1 Act von Förster. Telegraphischer Cursdericht am II. Jänner. Papier-Rente 68-60 — Suber-Rente 73 80 — 1860er Staats-Snlehen N1 70. — «ankactien 905. — Lredit >90 70 — London 114 45. — Silber 10530 — K. k. Münz-vucaten 5 42. — 20-FrancS Stücke 9-20-/-. — 100 Reich», mark 56 90. Danksagung. Ich bitte alle verehrten Freunde und Bekannten, welche meiner verstorbenen Gattin da« letzte, mich und meine Familie a»S,eichnende Geleite gaben, meinen innigen nnd wärmsten, on« lies bewegtem Her,en kcmmeuden Dank sür die freundschaftliche Theilnahme wohlwollend eiilgegenzunehmeu. Laibach am 10. Jänner 1876. Josef Ritter v. Roth. Fm das Hotel „Stadt Wien" wird ein Rcchnungsfiihrrr gesucht, der im Schreibfache bewandert und mit günstige» Zeugnissen über die bisherige Berwendung versehen ist. Daraus Reflektierende wollen sich in der Kanzlei der krainischen Baugesellschaft melden. l!7) 2-1 Etwa (11) 3 -2 300Kilt» »11c Sämereien werden alö abgegeben (im ganzen oder auch partienweise) von der C. Schmid-s Handelsgärtnerei vitrr, Laibach. Karlstädtervorstadt 24. I» f isäer uiiä kekti^stsr » beseitixt ä»uernä ds-rükmte pariser venu kein Ludere» dllttl klLeov L 50 Kr. bei Herrn Lpoldetcer (15) 4-1 AngekommeneFremde am 11. Jänner. Hotel Stadt Wie«. Rietti, Kanfm., Triest. — Parth und Mittler, Kaufleute, Wien. — Sartori, Kaufm, Steinbrück. — Arauc, Notariatsbeamter, Leoben. — Röthel, Kaufm., Gottschee. — Dietrich, Privatier, Wippach. — Freiherr von Lempruch, k. k. Oberstlieutenant und Kark, Kfm., Cilli. Hotel Elefant. Deisinger und Triller, Bischoflack. --Simon, Berlin. — Gieben-rath, Mannheim. — Graf Lichten berg, Praprekhof. — Jurschel, Lilli. Hotel Europa. Alexin, k. k. Hauptmann, Stein. — v. Bntra, Oberlieutenant, Klagensnrt. Mohre». Schenk, Ingenieur, Wien -- Klar, Reisender, Lilli. Verstorbene. Den 9. Jänner. Marijana Gradisar, Magd, 50 Jahre, Civilspital, Bauch-Wassersucht. — Franz Zupan, Steinmetz, 35 Jahre, Civilspital. Phtisis. Ick braueks Kelä! und weil ick 6eld braucke, so erlaube icl, mir einem kockgeokrten P. 1. Publikum nebst allen meinen sekr geekrten Kunden die ergebenste ^nreige ru Mücken, das» ick von keut« sn folgende Artikel ru AW ltl». PSI- verkaufe, und r^var: llonsl—86tiet—8^LUki6t und kaufst! pergalin, Lkill'on, 8kirling, Oxlord, lland-tücl.er von 30 Irr. per Bieter. kleiöerstolle in allen Farben ?u 30 Kr. per iä^ter, bessere Waren plaidstolle ru 35 Kr. kumburger 1,einvgud, llausleinvand, Karn-leinen ru 30 Kr. bis 35 Kr. per Bieter. 6rosse Partie blausckwarre lauster und ^Ipacc» von 30 Kr. bis 45 Kr. per kleter. l-raue Leidenlüster und I^okair» von 30 Kr. bis 52 Kr. da^ leinst« per Kleter. breilen Lackemir ru I ü. 20 Kr. PS» >leter, breilen Liane» lur vamenklsidsr ru 1 ll. 20 Kr. per Bieter. in ksrti§sr ! Li» 8eknürI-8arekent-Lorset, llosen und koek ru 3 ll. 60 Kr. die ganre Larnitur. Lin Piqu6e - Karclient-Loreet, llosen und kock ru 4 ü. 85 Kr. die üarnitur. Leine gestickte Oamenkemden, llosen und köcke von 80 Kr. bis 3 ü. 50 Kr. 6estiekte Lorsets von leinem 8kirting von 95 Kr. bis 2 ll. 50 Kr. die leinsten. Lostümröcke mit 2 Volants und gesticktem Linsatr von 2 ». 80 Kr. bis 4 ll. 50 Kr. llg»>scl>!epp - und Woüselileppröi'ke ru 3 ll. 50 bis 5 tl. gestickte, kine Partie .ibßesteppte liettdsvken in Lotton, liouxe und Lseliemir von 2 N. 50 Kr. dis 5 ll. 50 Kr. die grössten C.gcliemir-deeken. Leins Liebenbürger Kotren von 2 ll. 50 Kr. dis 5 ll. die feinsten. Kettvorleger in Lür und >Vo»e, l^suttteppiek« ru 30 Kr. per Uetsr. 8>,l>«vere krünner 8vksk«o»»to8e, breit, für llerrensm-llge ru 3 ll. 25 Kr. der Elster oder 4 ll. 50 Kr. uuf eins gsars Hose. Lin Outrend t,einen-8scktüeker von 95 Kr. bi» 3 ll. 80 Kr. die feinsten. Kinder-8»cktücl>er ru 5 Kr. d»s 8lüek, gesäumte liiclieln ru 10 Kr. per 8tüek. Wo»en-8triimpfe und Lussooken ru 27 Kr. d»s 8tüek und melirsre bundert anders Artikel bei in I attuiek »m 25st, vi8-L-vl8 »n«!lnnx. NE" Aufträge aus >!>;r provinr >verden mitteist ^aclin^bme prompt und reell aus-gelübrt, iVIuster suk Verlangen franco rugesandt. (13) 4—2 ,! Druck voa Jg. v. Kleinmavr L Aed. Bamberq Lerleger Ottvmar Bamberg. ^irr d>e Redaction verantwrrilich: Franz Spitaler.