LMchcr TaMtt. Rcdactio» und Expedition: Bahnhosgasse Nr. 15. l>rii«ium«ration»Vrk>Ie' a»serti»n«preile: Hi»- Nr. 49. «SL.LL.LM Donnerstag, 28. Februar 187L—M»rgm: «lbimr. ll.Zakrx^- MU d-rPosti Ganzjabr.fl.ir. ^ ^ «ngri, bi« L Acilc« kr. ^ Vor dem Kriege! Während Rußland mit der Eröffnung der Diplomatenversammlung — eines wahren Proteus, heute Konferenz, morgen Kongreß, heute in Baden-Baden, morgen in Berlin — dasselbe Spiel zu treiben scheint, wie mit den Friedenspräliminarien, will es doch nach den neuesten Nachrichten die Eröffnung auf den 1. April — hübsche Ironie des Zufalls — hinausschieben, — folgt von Wien und Ungarn, von den Grenzen Siebenbürgens und Serbiens eine allarmierende Nachricht der anderen. Wir registrieren diese, von offizieller Seite bisher noch nicht widersprochenen Meldungen als Symptome der gespanntesten Lage, des entscheidungsvollen Momentes. In Wien ist das Ereignis des Tages das am verflossenen Montag stattgefundene Hoffest, auf welchem militärische Angelegenheiten und die ernsten Eventualitäten der nahen Zukunft den Hauptgegenstand der Conversation bildeten. Krakau und Hermannstadt sollen dir beiden Pole gewesen sein, welche häufig mit einander in Verbindung gebracht wurden. Der Kaiser zog zahlreiche Ab» geordnete ins Gespräch und sprach lange und eindringlich mit dem englischen Botschafter Elliot und dem englischen Militärattache Major Gouner. Die Stimmung der militärischen Gesellschaft wird als eine durchwegs entschiedene und zuversichtliche geschildert. Wie die „N. fr. Pr." erfährt, sind in den letzten Tagen alle Vorbereitungen für ein militärisches Avancement und die Anstalten getroffen worden, um im Mobilisierungsfalle sofort zu den erforderlichen Ergänzungen bei der Besetzung der Offiziersstellen schreiten zu können. Aus Bukarest wird dem „N. W. Taabl." gemeldet, daß am verflossenen Montag russische Truppen Positionen an der rumänisch--siebenbürgi- schen Grenze eingenommen haben und daß eine Truppenbewegung vom linken Donau-Ufer gegen die österreichische Grenze stattfindet. Russische Truppen sollen bereits Alt-Orsowa, gegenüber von Oesterreichisch-Orsowa, besetzt haben. InSieben -bürgen, wo man sich erinnert, daß die Russen seinerzeit zwei Tage vor der Kriegserklärung den Prnth überschritten haben, herrscht nach Bericht des „Ellenör" eine wahre Panik. „Hon" weiß zu erzählen, daß in Marmarosch-Szigeth (Endstation der Nordostbahn) diesertage mehrere Offiziere erschienen, um alles für die Mobilisierung anzuordnen, so die Anlegung der Bureaux, die Bereithaltung der Wagenparks und Magazine für Truppentransporte und Fourage. Auch wurden mehrere Gebäude der Stadt für militärische Zwecke in Aussicht genommen. Endlich wurde in ungarischen Abgeordnetenkreisen erzählt, daß die Regierung an die Direction der Staatsbahnen einen Erlaß gerichtet habe, worin sie für den Fall der Mobilisierung die sofortige Einstellung der Warentransporte, die Bereithaltung alles Materials für die Truppen anordnete. In Paris wie in London sieht man die Situation als sehr kritisch an. Die „Times" führen redactionrll aus, Oesterreich könne die russischen Friedensbedingungen nicht zugeben, selbst die Hofpartei würde dieselben nicht dulden. Der Friede werde gefährdet, wenn Rußland sich nicht herbeiläßt, die Grenzen Bulgariens einzuschränken und wenn es auf einer längeren Occupation desselben besteht. Nach dem „N. Wr. Tagbl." wäre ein solches Nachgeben Rußlands nichts weniger als zu hoffen, Bulgarien soll von dem Bulgaren Ba-labanoff, derzeit Gouverneur von Sistowo, unter direkter Abhängigkeit von den russischen Gewalten administriert werden. Das russische Occupations-corps soll nicht 30,000, sondern ö0,000 Mann be- tragen und die Occupation mindestens drei Jahrt > dauern. >> Der Entschluß zum Kriege ist sicher der""" schwerste, den ein mit innerem Unfrieden, mit den Folgen der größten Handels- und Börsenkrise noch ringender Staat fassen kann. Er kann nur von der unabweislichenNothwendigkeit, von der Existenzfrage diktiert werden! Um so berechtigter ist das Verlangen, von unseren leitenden Staatsmännern über dieZiele belehrt zu werden, welche ein mit den schwersten Opfern verbundenes kriegerischer Auftreten gegen Rußland haben soll. Jetzt soll endlich mit der überlebten diplomatischen Geheim-thuerei gebrochen, jetzt soll das Programm Oesterreichs, dem weltgeschichtlichen Falle des Osmanen-reicheS gegenüber, klar entwickelt werden, damit die einmüthige Zustimmung der Bevölkerung der militärischen Machtentfaltung erst ihre wahre Bedeutung gebe. Verwehren dies für jetzt noch diplomatische Rücksichten, so dränge man Rußland zur Entscheidung, man mache dem frevlen Spiel mit der Ruhe Europa's ein Ende und man lege dann der bangenden Bevölkerung offen die Ziele dar, welche man anstrebt und für welche man dir höchsten Opfer fordert! Abgeordnetenhaus. Sitzung vom 26. Februar. — Fortsetzung der Spezialdebatte über den Petr oleum zoll. Nachdem Abg. Heilsberg mit Rücksicht auf die Bedürfnisse der ärmeren Bevölkerung erklärt, daß er sür den Minoritätsantraa stimmen werde, spricht Abgeordneter Wickhoff für die Anträge der Ausschußmajorität. Er bettachte den Petroleumzoll als eine reine Finanzfrage. Er könne ohne Rücksicht auf den ungarischen Ausgleich jederzeit eingeführt werden. Er sei keine Äonression an Feuilleton. Eine Annoncenheirat. Nach dem Englischen des Kapitän West. (Fortsetzung.) „Nun, was halten Sie davon?" fragte *-"^ge, indem er den Brief zusammenfaltete und in die Tasche steckte. „Nun handelt es sich darum, sie zusammenzubringen." "Doch es können noch mehr kommen, George," sagte Nina in hoffnungsvollem Tone. „Es mag sein, doch bis dahin, warum diese zwei liebenden Herzen trennen?" „Oh, gttviß nicht. Ich möchte alles darum geben, dtese Begegnung zu sehen. Wäre der zoologische Garten em passender Ort?" „Vortrefflich! Ein glücklicher Gedanke!" rief Fitzgerald. „Und Wir werden die Bärenhöhle als Ort des Stelldicheins bezeichnen — nicht?" „Oh George! Welch' ein Ort für Liebende!" „Bah! Wissen Sie nicht, daß es dort herum gute Verstecke gibt? Eine Menge von Bäumen und Stränchern, hinter denen verborgen wir alles sehen können, was vorgeht; es ist ganz leicht zu bewerkstelligen. Am nächsten Tage, wenn wir in den Park reiten — a propos, Nina, Ihre Stute braucht Bewegung und wir könnten ihr diese Woche einmal einen tüchtigen Galop geben, nicht?" „Ganz gut, George, ich werde mich freuen, an was immer für einem Tage mit Ihnen zu reiten, nur bringen Sie keinen Ihrer Kameraden mit, denn ich möchte nicht, daß jemand wüßte, ich sei in einen solchen Streich verwickelt. Sie verstehen?" Fitzgerald versprach das Verlangte, und da die jungen Leute oft in den Phönixpark ritten, in welchem der zoologische Garten liegt, so hofften sie, auf keine Schwierigkeiten in dem Vorhaben zu stoßen, Zeugen der Begegnung zwischen Adonis und Ariadne zu sein, welche unter ihren Auspicien stattfand. Diesem Uebereinkommen zufolge wurden die Briefe an die heidnischen Gottheiten geschrieben, indem sie nächsten Freitag, 3 Uhr nachmittags, als die Zeit und die hölzerne Bank rechts, nächst der Höhle des braunen Bären, dem See gegenüber als den Ort des Stelldicheins bezeichneten. Beide Briefe wurden durch Fitzgerald dem obgenannten Schuhmacher und der Putzmacherin übergeben, von welchen George auch einige Auskunft über die Korrespondenten zu erlangen suchte. Doch sie vermochten keine zu geben. Krispin wußte nur, daß Ariadne's Brief von einem Keinen Jungen abgegeben worden sei, welcher sagte, er habe von einer Dame einen Schilling erhalten, damit er denselben an seine Adresse abgebe und bestelle, daß sie im Laufe der nächsten Lage um Antwort senden würde. Die AuSwnft der Putzmacherin lautete dahin, daß ein Kommissionär den Brief Adonis' von einem militärischen Klub aus gebracht, doch den Absender nicht gesehen habe, da ihm der Brief vom Portier des Klubs übergeben worden sei. „Das ist spaßhaft!" dachte George. „Sie sind entschlossen, die Sache im Dunkeln zu halten. Doch wir wollen bald Licht hereinlassen. Geduld bis Freitag!" Die Putzmacherin ihrerseits war ebenfalls neugierig, so viel als möglich von Mhgerald erfahren, doch konnte sie keine befriedigende Auskunft über diese Sache von dem lustigen iungev Offizier erhalten. „Gewiß, Kapitän Fitzgerald, es ist keim Posse, sondern eine Heirat im Ernst, die wir alle erwarteten, zwischen Ihnen und Miß Nina, gegenwärtig die schönste, holdeste, reizendste junge Dame von ganz Dublin." UikMN, denn dieses konsumiere verhältnismäßig ebenso viel Petroleum als wir. Der Krebsschaden des Staates, das Defizit, müsse beseitigt werden. Soll der Staat etwa ein zweitesmal die Zinsen seiner Schuldtitel reducieren? Redner zeigt, daß das Petroleum auch nach der Zollerhöhung nicht thenerer sein werde, als im Jahre 1870, wo es seinen Einzug in Oesterreich hielt. Die arme Näherin, welche jährlich 30 kr. auf Petroleum mehr ausgeben soll, werde dies leichter tragen, als wenn sie durch eine Staatskatastrophe aller ihrer Arbeit beraubt würde. Abgeordneter Stendel erklärte, er werde deshalb gegen den Petroleumzoll stimmen, weil derselbe eine Belastung Oesterreichs zugunsten Ungarns sei, und er nicht wolle, daß Oesterreich an Ungarn tributpflichtig werde. Es trat dann der Finanzminister für die Regierungsanträge ein. Er hob hervor, daß der Petroleumconsum in Ungarn mindestens 30 Perzent ausmache, ja in Kürze mehr ausmachen werde, und daß man auch, abgesehen vom Ausgleiche, doch in nächster Zeit aus die Anträge der Regierung zurückkommen werde. Es sprach sodann Abgeordneter Fux gegen die Finanzzölle überhaupt, weil dieselben einen Bestandtheil des Ausgleiches bilden, den er für schädlich halte. Dagegen befürwortete der galizifche Abgeordnete Dzwon-kowski vom Standpunkte der galizischen Petro-leuinindnstrie die Majoritätsanträge. Nach den Schlußworten des Referenten Meng er und Professor Sueß erfolgte die schon gemeldete Abstimmung, wornach mit 16b gegen 107 Stimmen der vom Ausschüsse beantragte Zoll von 3 fl. angenommen wurde. Mit „Ja" stimmten von den krainischen Reichsrathsabgeordneten: v. Langer, Dr. Suppan, Graf Thurn; mit „Nein" Graf Barbo, Defchmann, Hotschewar, Pfeiffer. Nächste Sitzung Mittwoch, 27. Februar. Tagesneuigkeiten. — Leuchtgas als Meuchelmörder. In der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag ereignete sich in Fünfkirchen, wie die dortige Zeitung berichtet, in einem Hause der Schlangengasse ein entsetzlicher Unglücksfall. Als die Hausleute am Mor gen in das Zimmer traten, das von zwei hoffnungS reichen Söhnen des Mohacser Seilermeisters Käs bewohnt war, fanden sie den jünger», 11 Jahre alten Knaben todt in seinem Bette, den älteren, 16 Jahre alten, wol noch am Leben, jedoch bewußtlos in dem seinigen. Ein deutlicher Gasgeruch wies sogleich auf die Ursache dieses Unglücks hin. Im Hause selbst war keine Gaseinleitung; es wurden daher sofort unter Aufsicht der Behörde und der Gasanstaltsleitung Nachgrabungen im anstoßenden, kanm drei Meter breiten Theile der Schlangengasse veranstaltet, die das nachfolgende Resultat ergaben: An einer Stelle, wo seit Menschengedenken eine übelriechende Pfütze stagnierte, fand man das zweizöllige gußeiserne Gasrohr, das vor kaum acht Jahren gelegt worden war, in der Tiefe von einem Meter von dem umgebenden naßfaulen Erdreich, das sich gesetzt hatte, abgedrückt. Das Gas trat infolge dessen aus, und da es durch die gefrorene Straßenoberfläche nicht entweichen konnte, infiltrierte es den umgebenden Schutt und gelangte so durch das seichte Fundament des genannten Hanses unter dasselbe, drang meuchlings in das Zimmer, ein junges Leben zerstörend, ein anderes bedrohend; denn bei Schlnß des Blattes war der ältere Knabe noch nicht ganz außer Lebensgefahr. — Die letzte Freiiu v. Paravieini. Am 20. d. M. starb anf Schloß Rundegg bei Meran im hohen Alter Frau Josefine v. Riceabona, geb. Freiin v. Paravieini, die letzte dieses Geschlechtes in Tirol. Sie war die Witwe des um die Stadt Innsbruck sehr verdienten einstigen Bürgermeisters Dr. Felix Adam v. Riceabona. Ihr Großvater war ebenso durch seine Lebensschicksale wie durch sein hohes Alter merkwürdig. Er vermälte sich im Jahre 1749, bereits im 84. Lebensjahre stehend, mit Ma-rianna Freiin v. Zinneberg, welche ihm bis zu seinem im Jahre 1770 erfolgten Tode treu zur Seite stand und ihm acht Kinder gebar. Da er 104 Lebensjahre erreichte und mit 14 Jahren zum ersten-male sich verehelicht hatte, stand eine ihn überlebende Tochter aus erster Ehe bei seinem Hinscheiden in dem Alter von hoch 80 Jahren. — Schiller als Lebensretter. Vielleicht interessiert es die Leser, zu erfahren, daß der nunmehr verstorbene erste König von Italien nicht nur die deutsche Sprache sehr gut sprach, sondern deutsche Dichter in der Ursprache mit Vorliebe las. Im königlichen Schlosse zu Turin, in Victor Emannels eigentlichem Arbeitszimmer, sieht man in einem kleinen, höchst simplen Bücherkasten neben einander Schiller und Heine. Der ko Aslautnowo griff nach beiden sehr hänfig, besonders nach Schiller. Denn der große Poet hat ihn nicht nnr oft genug erbaut und entzückt, sondern ihm einmal auch das Leben gerettet. Es war in der Schlacht von No-vara: Victor Emanuel stand in der Reihe der Vordersten und hatte plötzlich die Empfindung, einen ^ Schuß erhalten zu haben. Sein Waffenrock war auf der Brnst zerfetzt, der König aber unversehrt. Der dicke Band des Wilhelm Tell, de» der damalige Kronprinz a»f dem Schlachtfelde als Leetüre mit sich führte und in seiner Brusttasche trug, hatte die Kugel aufgefangen. Dieser Band — der Einband ist gar nicht königlich, sondern sieht vielmehr nach einer Leihbibliothek aus — steht gleichfalls in jenem kleinen Bücherschrein im Schlosse zu Turin ; die Kngelspur ist noch sichtbar. — In Parma wnrdeu am 21. d. M. bei Sprengungsversucheil mit Dynamit durch das dortige Militär 20 Personen getödtet uud eine größere Anzahl von Zuschauern mehr oder weniger verletzt. — Ein fetter Prozeß hat sich iu Nürnberg abgespielt. Die fürstlich Thnrn-Taxis'sche Familie hat den Prozeß gegen den ehemaligen Chef der fürstlichen Güterverwaltuug, Grasen Dörnberg, wegen Rückersatz von l'/z Millionen Mark beim Appellgericht zu Nürnberg verloren und hat mm auch die uicht unbedeutenden Kosten zu tragen. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. — (Beförderung.) Herr Oberstabsarzt Dr. Emil Bock, Leiter des Garnisonsspitals Nr. 8 iu Laibach, wurde zum Sanitätschef beim Militärkommando in Kaschau ernannt. An seine Stelle kommt im Uebersetznngswege Herr Oberstabsarzt Dr. Ferdinand Haueisen, Garnisons-Chefarzt zu Peterwardein. Das Scheiden des Herrn Dr. Bock aus Laibach wird in den weitesten Kreisen Bedauern hervorrufen. — (Personalnachrichten.) Herr FML-Ludwig R. v. Raitz, Adlatus des kommandierenden Generals FZM Freiherrn v. Kuhn, wurde pensioniert und an dessen Stelle GM. Wilhelm Ritter v. Görtz ernannt. — Die „Triester Zeitung" berichtet, daß der bei der hiesigen Landesregierung functionierende k. k. Polizeirath Herr Kaus nach Triest zurückkehrt und an dessen Stelle der k. k. Po-lizei-Oberkommissär Herr Schweiger nach Laibach zngetheilt wird. — (Fleischtarif für den Monat März.) Das Kilogramm bester Qualität von Mastochsen kostet 52 kr., mittlerer Qualität 44 kr., geringster Qualität 36 kr.; von Kühen nnd Zugochsen kosten die drei Sorten Fleisch 46, 38 und 30 kr. — (Die „Laibacher Schulzeitung") bringt in ihrer letzten Nummer einen Artikel über die Aufgabe uud die Vortheile der Bürgerschule, welche den angehenden Handwerker, Gewerbsmann, Landwirth heranziehen nnd ausbilden, welche ein abgeschlossenes Wissen für jene Stellungen im bür- Obwol die Putzmacherin sich „Madame" nannte, so sprach sie doch weder französisch noch englisch, sondern einfach irisch. „Sie machen uns beiden ein Compliment, Madame," sagte Fitzgerald. „Kapitän, ich möchte aufrichtig gegen Sie sein. Man sagt, daß Miß Nina ein schönes Vermögen von Mrs. Villiers erhalten werde." „Ich bin nicht der Rechtsanwalt der Dame, und so weiß ich nichts davon. Leben Sie wohl, Madame," und indem er ihren Bitten, zu bleiben und zu plaudern, widerstand, schlüpfte Fitzgerald auf die Straße, rief einen Wagen an und fuhr ziemlich übellaunig in die Kaserne. Vielleicht war chm seine Cousine doch mehr als er sich gestehen mochte, denn Anspielungen auf Nina's Verheiratung stimmten ihn jedesmal verdrießlich. Es ist wahr, daß er immer nur leichthin von seiner „kleinen Cousine" sprach nnd sie anscheinend als ein bloßes Kind behandelte. Nichtsdestoweniger verkehrten sie viel mit einander, was sie dem Umstande verdankten, daß Nina elternlos und von einer solchen Landläuferin, wie Mrs. Villiers, adoptiert worden war. Zuweilen hatten wohlwollend Gesinnte der letztem Dame die Gefahr angedeutet, welche in dem ungehinderten Verkehr der jungen Leute für sie liegen könne, worauf Mrs. Villiers zu antworten pflegte, daß Nina und Fitzgerald ganz gut auf sich selbst Acht haben könnten- und daß keine Gefahr einer unklugen Heirat vorliege, da sie wüßten, daß eine solche unmöglich sei. „Alles, was Nina hat oder jemals haben wird, kann nur von mir kommen, und alles, was George besitzt oder besitzen wird, kann nur von seinem Vater kommen," so pflegte sie oft zu sagen; und befriedigt in ihrem selbstsüchtigen Glauben, daß Liebe ohne Reichthum nicht möglich sei, fuhr Mrs. Villiers fort, den Geschwisterkindern zu gestatten, zu thuu, was ihnen beliebte, vorausgesetzt, daß sie sie nicht zu oft ersuchten, bei ihrer Reitpartei zu sein, was sie haßte, da sie nur eine mittelmäßige Reiterin war. Die Bärenhöhle in den zoologischen Gärten von Irland ist an dem Abhange einer Terrasse errichtet, die sich von dem obern Theil der Gärten bis an den See an ihrem Fuße erstreckt. Diese Terrasse oder dieser Abhang ist dicht mit Bäumen und immergrünen Sträuchern bepflanzt, deren kühle Schatten von gewundenen Pfaden durchzogen sind, welche an schönen Sommertagen zu durchwandeln sehr angenehm ist. Der braune Bär ist oder war ein sehr schönes Thier und schien durch die dicken Eisenstangen seines Gefängnisses hindurch mit philosophischer Ruhe die Sonntagsspazier- gänger mit ihren Hunden draußen zu betrachten. Dienstfreie Constabler der irischen Polizeiwache, Kindermädchen mit Kindern und der selbstverständlichen militärischen Begleitung überlassen sich ihrem Hange zu Liebeleien oder Jngwerbier aus den Bänken am Ufer, doch an diesem Freitage gab es zufällig eine Truppenrevue im Phönixpark in der Nähe, welche für die Müfsiggäuger mehr Anziehungskraft zu besitzen schien, als die wilden Thiere. So waren denn die Gärten verhältnismäßig leer, als George und Nina Fitzgerald eintraten, nachdem sie ihre Pferde der Obhut einiger zerlumpten Jungen übergeben hatten, wie sie den Reitern stets zu folgen Pflegen. Dann gingen sie auf die Bärenhöhle zu, Nina etwas aufgeregt, doch voll Erwartung der Szene, deren Zeuge sie sein sollte. Sie gingen an der bezeichnet«» Bank vorüber, doch nur ein Rothkehlchen war dort zu sehen, das die Brodkrümchen aufpickte, welche von irgend einer Pickenickpartie dort verstreut worden waren. George sah auf seine Uhr und fand, daß noch zehn Minuten an der Zeit fehlten, die er nuu dazu verwendete, einen sicheren Versteckplatz für sich und seine Cousine zu wählen, hinter irgend einem dichten Lorbeergebüsch in der Nähe der Bärenhöhle. Er hätte keinen bessern für seinen Zweck finden können, denn er beherrschte die gerlicheu Leben gewähren soll, welche technische oder klassische Studien nicht erfordern. Es folgt dann die Fortsetzung des historischen Vortrages über die Klosterschulen, worin hauptsächlich die bezügliche Thätigkeit des Jesuitenordens beleuchtet wird. Das Blatt bringt schließlich eine Rundschau auf die Schul-gebiete Oesterreichs und des Auslandes, gedenkt derben Betrag von 3200 fl. für das Jahr 1877 übersteigenden großmüthigen Spenden der krainifchen Sparkasse zu Schulzwecken, widmet dem am 16. Februar in St. Marein verstorbenen Dechant Herrn Mathias Brolich einen seine Verdienste als Schul-distriktsauffeher und Mitglied des Bezirksschulrates der Umgebung Laibachs hervorhebenden Nekrolog. Aus dem Vereinsleben der Lehrerschaft erwähnen wir schließlich, daß Herr Prof. Linhart am 16. Februar einen Vortrag über das „Telephon" hielt und Herr Anton Seydler, Lehrer an der Lehrerbildungsanstalt, am 9. und l6. März in den Vereinslokalitäten Vorträge über das „Wesen der Musik" halten wird. — (Widmungsplätze.) Die krainische Landesregierung hat behufs Besetzung von zwölf Widmungsplätzen L 39 fl. 90 kr., welche infolge Beschlusses des hiesigen Frauenvereiues aus den Interessen der durch Patriotische Sammlungen eingegangenen Gelder alljährlich am 18- August, am Geburtsfeste Sr Majestät des Kaisers Franz Josef, vertheilt werden sollen, den Concurs ausgeschrieben. Die Gesuche sind im Wege der zuständigen politischen Bezirksbehörde der Bittsteller bis 20. März l. I. an die hiesige Landesregierung einzusenden. Dem diessälligen Gesuche sind folgende Nachweise beizulegen: der Taufschein des Bittstellers; der Nachweis geleisteter österreichischer Kriegsdienste im Feldzuge 1866 durch Militärabschied und Patental-Jnvaliden-Urkundeu; der Nachweis, daß der Bewerber in Kriegsdiensten im Feldzuge 1866 verwundet und invalid geworden ist; der Nachweis der Art der Invalidität; Angabe, ob der Bewerber ledig, verehelicht, Witwer und Versorger anderer Personen ist; das pfarramtliche, von der Gemeindevorstehung bestätigte Dürftigkeitszeugnis. Witwen nnd Waisen jener Soldaten, die den Feldzug l866 mitgemacht, haben nebst dem Taufscheine des Ehegatten (Vaters) auch den Trauuugs- und Todten-scheiu und eigenen Taufschein beizulegeu; Angabe der Anzahl hinterlassener unversorgter Kinder; das pfarramtliche, von der Gemeindevorstehung mitgefertigte Dürftigkeitszeugnis. — (Eine Forstwartstelle) im Bereiche der k. k. Forst- und Domänendirection für Kram, Kärnten, Küstenland und Dalmazien mit dem Jahreslohne von 400 fl. nebst Nebenbezügen ist zu besetzen. Bank, die innerhalb Hörweite war und doch war er so tief im Laubwerk verborgen, daß niemand dort Lauscher vermuthet oder gesucht haben würde. Leute, welche Steine sprengen oder Minen mit einem langsamen Zündstocke entzünden, werden die peinliche Spannung verstehen, womit man die Explosion erwartet; so war es unfern Verschwörern zu Muthe, welche, in den Büschen versteckt, glaubten, der Augenblick, der ihre Neugierde befriedigen sollte, würde niemals erscheinen. George flüsterte die lächerlichsten Vermuthungen in das Ohr semer Cousme, welche zu aufgeregt war, um zu lachen, und es doch gerne gethan hätte. Wer mochte Adonis sein — oder wer mochte es nicht sein? Er könnte sich möglicherweise als der Lordkanzler, als der Lordoberrichter ooer wol gar als seine Excellenz selbst entpuppen; und was Ariadne betrifft, so verging Nina fast vor Neugierde, sie zu sehen. Drei Uhr war vorüber, und nach fünf weiteren Minuten in diesem Zustande der Spannung dachte George schon an das Fortgehen, als man einen Schritt den gewundenen Pfad herunterkommen hörte. Es war der Schritt eines Mannes, und die jungen Leute guckten angstvoll durch das Gebüsch. (Fortsetzung folgt.) Gesuche sind bis 23. März l. I. bei der k. k. Forst-und Domänendirection in Görz zu überreichen. — (Faschingschronik.) Die vorgestrige geschlossene Abendunterhaltung in den Restaurations-Lokalitäten des Hotels „Europa" fiel wieder recht günstig aus, 200 Gäste aus beiden politischen Lagern fanden sich ein und huldigten der internationalen Muse des Tanzes mit regem Eifer, 54 Paare standen in den Reihen der Quadrille, es flatterten die Flaggen des Frohsinns und der Eintracht. — Nicht minder animiert ging es gestern im Glassalon der Kasinorestauration zu . 40 Paare nahmen am Tanzvergnügen theil, hervorragend war unsere Bühnenwelt vertreten, und Herr Kapellmeister Czansky konnte, dem Wunsche der tanzlustigen Gäste entsprechend, die Geige erst in hentiger später Morgenstunde beiseite legen. Herr Ehrfeld wurde auf-gefordert, im Verlaufe dieses Faschings noch einen Vergnügungsabend zu veranstalten. Wie wir heute vernommen haben, arrangiert Herr Ehrfeld am Faschingssonntag, den 3. März l. I., ein Schluß-Tanzkränzchen. Besondere Einladungen werden nicht ausgesendet werde», sondern die Einladung zur Theilnahme an diesem Kränzchen wird durch die Zeitung geschehen. — (Aus der Küust'lerwelt.) Frau Anna Essipoff, eine der renommiertesten Klaviervirtnosinnen der Gegenwart, konzertierte in Graz mit glänzendem Erfolge. Der Mnsikreferent der Grazer „Tagespost" hebt die ausgearbeitete Technik, blendenden Läufe, unfehlbaren Sprünge, de» fein ausgemeißelten Vortrag, ausgehend aus einer fein und tief empfindenden Seele, hervor. Den Musikfreunden und Klavierspielern Laibachs ist somit ein seltener Kunstgenuß in Aussicht gestellt. — (Aus der Bühnenwelt.) Der kön. preußische Hosoperusänger Herr Josef Beck, in hiesigen Musikkreisen im besten Andenken stehend, sang auf der Olmützer Bühne den „Don Carlos" in „Ernani" und den „Teil" in der gleichnamigen Rofsini'schen Oper mit immensem Erfolg. — (Landschaftliches Theater.) Bei Aufführung des gestrigen historischen Lustspieles „Josef II. und Maria Theresia" trat auf unserer Bühne eine unverantwortliche, nahezu sträfliche Nachlässigkeit in den Vordergrund, sowol auf Seite der Schauspieler, als auf Seite der Regie. Die gestrige Theatervorstellung entzieht sich jeder Kritik, sie war nämlich unter aller Kritik; Gedächtnisfehler, Unachtsamkeit, Pansen, Verstöße aller Art, Mißachtung der Zeit und mißlungene Auffassung der verschiedenen historischen Charaktere standen aus der Tagesordnung. Das schwach besuchte Haus gab seiner Unzufriedenheit zu wiederholteumalen durch lautes Zischen Ausdruck. Herrn Hellwig (Josef II.) ausgenommen, war kein einziges Bühnenmitglied rollenfest. Es ist hohe Zeit, daß Herr Direktor Fritzsche von seiner „Reise um die Erde" nicht erst in 80 Tagen, sondern sofort zurückkehre und seiner Gesellschaft das bekannte Couplet aus „Fatinitza": „Ein Bischen auffrischen" in recht ernster Tonart zu Gehör bringe. Hamlet sagt: „Sein oder Nichtsein", und unser Publikum drückte gestern sein Mißfallen durch ein kategorisches — entweder ordentliche Vorstellungen. — oder Schließen der Bühne aus. Eine alpine Rechtsfrage. (Fortsetzung.) Italienische Normalien erklären Meeresufer, Häfen, Landstraßen, Ströme, Flüsse und per ana-IoAis,M anch Berge als öffentliches Gut. In Oesterreich jedoch kann davon nicht die Rede sein, daß die Berge im ganzen, beziehungsweise die Gletscher, als Staatseigenthum zu betrachten seien, da in Oesterreich nur die metallischen und mineralischen Produkte der Berge einen Gegenstand des Berg-regales bilden, alle anderen Erzeugnisse der Berge (Kalk-, Marmor-, Mauer- und andere Steine. Ziegelthon, Torferde, Gyps n. s. w.) als Industrielle anzusehen und nach den allgemein bestehenden Eigen-thumsgefetzen zu behandeln sind. Nur für Tirol besteht ein Spezialgesetz, wornach die öden, oberhalb und unterhalb der Vegetationsgrenze liegenden Ge-birgsmafsen und Lager von verwenduugsfähigen, erdigen Fossilien Staatseigenthum und der freie» Zueignung nicht überlassen sind. Es sei also als allgemeiner Grundsatz anzuerkennen, daß Berge, als Ganzes genommen, und deren Bestandtheile — die Gletscher — als Staatseigenthum nicht anzusehen sind. Eine zweite Ansicht derjenigen, die sich mit der Frage über das Eigenthum der Gletscher beschäftigen, lautet dahin, daß die Gemeinde, in deren Rayon (Umkreis) der Berg oder Gletscher liegt, als Eigenthümer anzusehen sei. Dieser Ansicht huldigen italienische und schweizerische Juristen, berücksichtigend, daß es nicht Wohl angehe, Berge als herrenloses Gut zu betrachten; bewegliche Sachen könnten immerhin als herrenlos betrachtet werden, unbewegliche Sachen jedoch müßten, wenn sie nicht Privateigenthum sind, entweder als Staats- oder Gemeinde-Eigenthum angesehen werden. Das Recht der Besitzergreifung habe nur auf solche Ländereien Anwendung, welche, wie z. B. eine neu entdeckte, unbewohnte Insel, noch nicht von einer zu einer Staatsgemeinschaft verbundenen Bevölkerung in Besitz genommen worden seien. Die Richtigkeit dieses Satzes kann jedoch nicht dahin ausgedehnt werden, daß jede einzelne Parzelle eines bewohnten Landes noth-wendig einen Eigenthümer haben müsse und daß bei unbeweglichen Sachen nichts Herrenlose» sich denken lasse. Nach den Satzungen des österreichischen Zivil-rechtes können in Oesterreich freistehende Sachen von allen Staatsbürgern durch Zueignung erworben werden. In Oesterreich besitzen wir klare und prä-cise Gesetze, welche von unbeweglichen Sachen als Gegenstand der Occupation sprechen; zu diesen zählt das Patent vom 17. April 1784, nach welchem öde Grundstücke in daS Eigenthum desjenigen gelangen, der die Bebauung dieser öden Fläche übernimmt. Ist man berechtigt, eine öde Fläche behufs der Urbarmachung sich anzueignen, so ergibt sich die Anwendung dieses Rechtes auf Gletscher oder überhaupt auf öde Flächen von selbst. Die Besitzergreifung solcher Flächen soll jedoch durch äußere Zeichen und Merkmale, durch Pfähle, Grenzsteine, Zäune rc. kündbar gemacht werden. Schon zur Zeit der Römer galt der Grundsatz: ,?rimo ocnupLuti rö8 veäit.« Durch die Besitzergreifung eines herrenlosen Gletschers wird wol dem Gemeinwesen, dem öffentlichen Interesse ein Schaden nicht zugefügt; es obwaltet kein Zweifel, daß es jedermann freistehe, eine Theilfläche eines großen Gletschers zu occupieren und dieselbe zur Eisgewinnung zu benützen; es bedarf zur Ausbeutung eines derartigen Benützungsrechtes keiner besonderen Concession, eS ist ein Ausfluß des Eigenthumsrechtes. Vom Büchertische. Neue Erscheinungen der Manz'schen k. k. Hofver-lags- und Universitäts-Buchhandlung in Wien: Oesterreichifche Volks- und Jugendschriften zur Hebung der Vaterlandsliebe, Band Nr. VIII: „Die Hochwarte der Steiermark", von Dr. Isidor Proschko, Preis 60 kr. Populäre Schreibart und Belehrung, patriotisches Gefühl sind Vorzüge, welche dieser Druckschrift einen Platz in Schul-u >d Familienbibliotheken sichern. Schriften der Gesellschaft österreichischer VolkS-wirthe, beziehungsweise Bericht über die Verhandlungen des zweiten Kongresses österreichischer Volkswirthe zu Graz in September l877. herausgegeben nach den stenographischen Protokollen Anton Stauffer. Wir finden in dieser Druck schrist: die Währungsfrage, den Entwurf des neuen österreichischen Berggesetzes, das Verhältnis zwischen Staatsanfwand und Volkswirtschaft in Oesterreich, die Eisenbahnfrage, die Errichtung ländlicher Vor schnßkassen und landwirthschaftlicher Vorschußvereine gründlich besprochen nnd beleuchtet. Preis 1 fl 60 kr. Oestcrreichisches Jahrbuch, redigiert im Vereine mit rmhreren vaterländischen Schriftstellern von Dr. Ferdinand Stamm, zweiter Jahrgang, enthaltend belehrende Aufsätze über Volksschriften und Angelfischerei, Erzählung der Brautfahrt Maximilians und Maria von Burgund, Abhandlungen über Oesterreich, Biographien mehrerer österreichischer Helden und Tonkünstler, Johannis Kegler u. s. a. Die Namen Faust Pachter, Dr. Albert Jlg, Dr. Ferdinand Stamm, Wilhelm v. Janko, Dr. I. Proschko, L. Bowitsch, A. Schmitten, I. Pfundheller u. a. verbürgen den Lesern des Oesterreichischcn Jahrbuches angenehme Stunden geistiger Unterhaltung, Preis 2 fl. Bestellungen auf diese drei Novitäten besorgt die Buchhandlung Jg. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg. Nur gegen die wirklich guten Artikel macht sich die Concurrenz geltend. Die Gnyot'schen Theerkap-sein, welche von so ausgezeichneter Wirksamkeit in Erkältungsfällen, bei Katarrhen sowie gegen Bronchitis und Lungenschwindsucht sind, haben zahlreiche Nachahmungen hervorgerufcii, Herr Guyot kann nur sür diejenigen Flacons eine Garantie leisten, welche mit seiner Unterschrift in dreifarbigem Drucke versehen sind. Depot,n Laibach bei G. Pieeoli, Apotheker. Witterung. Laibach, 28. Februar. Morgens dichter Nebel, dann trübe, schwacher SW. Temperatur: morgens 7 Uhr — 0 2°, nachmittags 2 Uhr -j- 9 4« 6. (1877 16°; 1876 -s- 9 0° 6.) Baro- meter im Steigen, 742 52 min. Das gestrige Tagesmittel der Temperatur -s- 3 5°, um 2 2° über dem Normale. Ängekommene Fremde am 27. Februar. Hotel Stadt Wien. Hohsinger, Ernst, Bossow, Wassermann und Neumami, Kauflte., Wien. — Eisl, Bahndirektor, und Fink, Hoflieferant, Graz. — Schunter, Werksarzt, Johannisthal. — Kren, Kfm., und Razinger, Fabrikant, Gottschee. Hotel Elefant. Barou Taufferer, Unterkrain. — Prister, Agram. — Abeles, Frankenberger, Kauflte., und Ros-kosch, Reis., Wien. — Pfurtfcheller, Kfm., Fulpmes. Rigntti, Triest, -n Linde, Agent, Görz. — Berger, Gastwirth, Kärnten. Hotel Europa. Taussing, Tarvis. — Jauschke, Fabriksdirektor, Rovigno. — Deutsch, Bauunternehmer, Sissek. Kaiser von Oesterreich. Wastl, Student, Klagensurt. — Aliantschitsch, Gemeindevorsteher, Kaier. Verstorbene. Den 27. Februar. Jakob Widmer, Aufseher, 34 I., Petersstraße Nr. 1, Typhus. — Antonia Kasalister, k. k. Beamtenswaise, 58 I., Lungenlähmung. Gedenktafel über die am 2. März 1878 stattfindenden Licitationen. 1. Feilb., Valjavec'sche Real., Smirtschach, BG. Neu-marktl. — 1. Feilb., Demsar'sche Real., Ermern, BG. Lack. I. Feilb., Juvanc'sche Real., Oberprekope, BG. Landstrnß. Am 4. März. 2. Feilb., Kozjek'sche Real., Klanz, BG. Krainburg. — 1. Feilb., Walthcr'sche Real., Gut Großdors, LG. Laibach. — 1. Feilb., Mechle'sche Real., Laibach, LG. Laibach. — I. Feilb., Bokau'fche Real., Laibach, LG. Laibach. Lebensmittel-Preise in Laibach am 27. Februar. Weizen 9 fl. 59 kr., Korn ü fl. 50 kr., Gerste 6 fl. 1 kr., Haser 3 fl. 57 kr., Buchweizen 6 fl. 34 kr., Hirse 6 fl. 18 kr.. Kukurutz 6 fl. 63 kr. per Hektoliter; Erdäpfel 3 fl. 5 kr. per 100 Kilogramm; Fisolen 8 fl. 50 kr. per Hektoliter; Rindschmalz 94 kr. Schweinfett 80 kr., Speck, ftischer 66 kr., geselchter 72 kr., Butter 80 kr. per Kilogramm; Eier 1»/, kr. per Stück; Milch 7 kr. per Liter; Rindfleisch 52 kr., Kalbfleisch 50 kr., Schweinfleisch 52 kr. per Kilogramm; Heu 1 fl. 95 kr., Stroh 1 fl. 78 kr. per 100 Kilogramm; hartes Holz ü fl. 50 kr., weiches Holz 4 fl. 50 kr. per vier C-Meter; Wein, rother 24 fl., weißer 2" fl. per 100 Liter.____________ Telegramme. Wien, 27. Februar. Das Abgeordnetenhaus nahm die Zolltarifpositionen über Baumwolle und Baumwollgarne nach den Anträgen der Ausschußmajorität an. Die „Pol. Korr." meldet aus: Konstantinopel: Montenegro soll die Häfen von Spizza, Antivari und Dulciguo. ausgenommen Skutari, erhalten, überhaupt so arrondiert werden, daß es an Serbien grenzt, welches Altserbien bekäme. Sulina ist türkifcherseits geräumt, russischerseits besetzt. Athen: Von den griechischen Truppen an der Grenze von Epirus desertierten 200 Mann und überschritten die Grenze. Die Truppenchefs wurden deshalb von der Negierung abgesetzt. London, 27. Februar. Es ist entschieden, daß im Kriegsfälle Lord Napier den Oberbefehl erhalten, Garnet Wolseley zum Generalstabschef ernannt wird. Die englische Kanalflotte, bestehend aus sechs Schiffen unter Lord Hay, ist am 27. d. in Malta eingetroffen, „Coquette" ist nach der Besikabai abgegangen, „Helikon" und „Stittern" werden nachfolgen. Petersburg, 27. Februar. „Ageuce Russe" sagt, die in London publicierten Friedensbedingungen seien unrichtig. Telegrafischer Kursbericht am 28. Februar. Papier-Rente 61 95. — Silber-Rente 66 50. — Gold-Rente 73 40. — 1860er Staats-Anlehen 110—. — Barik-aclien 785. — Kreditactieu 227 25. — London 119 60. — Silber 107 10. — K. k. Müuzdukaten 5'64. — 20-Francs-Stücke 9-55'/,. — 100 Reichsmark 58 90. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme anläßlich des Verlustes unseres theueren Sohnes und Bruders Artkur Eekmann erstatten die Gefertigten allen, insbesondere aber seinen Commilitonen und den Sängern aus der Oberrealschule, den innigsten, tiefgefühlten Dank. Die trauernde Familie. Laibach den 27. Februar 1878. Herren-Wäsche, eigenes Erzeugnis, solideste Arbeit, bester Stoff und zu möglichst billigem Preise empfiehlt L. ktunann, Hauptplatz Nr. 17. Auch wird Wäsche genau nach Maß und Wunsch an-gesertigt und nur deslpassende Hemden verabfolgt. (23> 18 (76) 6-4 pr. Klafter Buchen ... 6 fl., per Klafter Fichten . . 4 fl. Emik Mükkeifen, Brühl, Haus Ziakowsky Nr. 27, vormals Koschier. Bei I. Giontini in Laibach ist zu haben: Cotillonorden.vLLÄ" Dutzend von 20 kr. bis 5 fl., einzelne Stücke von 2 bis 50 kr. Kopfbedeckungen,LN, anzüge re. für Carneval-Cotillon zur Aufführung lebender Bilder u. dgl, das Stück von 20 bis 50 kr. ^o^nnibüde^, fein coloriert, L 12 kr ^6eiiei'I)i1dei', 50 Sorten, L 3 kr., 1 Dutzend 30 kr. Der lustige Tanzmeister, leichte Tänze und Märsche für das Pianosorte, zwei Heste mit achtzig Tänzen und Märschen, Preis 1 fl. 80 kr. Neueste Wiener Tanzmufik LA'7L Ziehrer; ferner sind zu haben: Potpourris, Tänze und Märsche ans: „Der Tenfel aus Erden" von Suppe, „Fa-tinitza" von Suppe, „Fledermaus" von Strauß, „Der Seekadett" von Genee, „Herzblättchen" von Suppe. Sämmtliche für das Pianoforte, zweihändig. 100 neue Cotillontouren raschikmitAbbildungen. Wien 1878, 60 kr. Neuester Wiener Tanzlehrer,' kVA" Liebesbriessteller, °» Complimentirbuch, --Der fidele Wiener, soll, 64 kr. Ausschlagkarleii Confectionspapiere, neval, Schwalbenpost, Edelweiß.____(47) 3—3 F» R» ^ ->bäsr uuä iwktr«»ter ^rt »» « deseitixt äsuernä äks de- rilkiats t'Lriser I X«»» veoii kein Liicitzres Nittel tülktl kl»eoii L 50 Lr. bei Herrn ^potbeker (4)9-6 Lpitzwegerich-Zast. Dieser unschätzbare Saft dient als vorzügliches Heilmittel sür Brust- und Lungenleiden, Bron-chial-Verschleimung, Husten, Heiserkeit re. Eine große Flasche sammt Anweisung kostet 80 kr., eine kleine Flasche sammt Anweisung 60 kr. Depot für Krain bei Vlotor v. ^rnküerx, Apotheker „zum goldenen Einhorn" in Laibach, Rathausplatz Nr. 4. (28) 15—9 Im »chmthkichiM und Midmillichm ertheilt gründlichen Unterricht Frau U.LLdm, Florianigafft Nr. 1, Schmalz'sches Haus. (22)5-5 Theater. Heute (gerader Tag) bei aufgehobenem Abonnement: Zum achtenmale: Der Seekadett. Komische Oper in 3 Acten von Richard Genie. Mit nur so Kr. Diese, vom Magistrate der Stadt Wie» zum Besten des Armenfondes veranstaltete Lotterie enthält Treffer von 1000,200. 1 Dukaten 100, 100 » Gulden SOO, 100, 100,1 in Gold, 100, 100 / Silber als Preis eines Original-Loses sind zu gewinnen 1 O «> Dukaten effektiv in Gold. ....... ...... 3VW Treffer »L"»' Stt.W» fl. Die Ziehung erfolgt unter Kontrolle des Magistrats am 5. März 1878. Bei auswärtigen Aufträgen wird frankierte Einsendung des Betrages und Anschluß von 30 kr. für Franco-Znfendung der Lose und s. Z. der Ziehungsliste ersucht. (651) 12—12 »IM iik MANN, M, KM IZ. 3 Wiener Kommunal-Lose, deren Haupttreffer II beträgt, und viele andere Kunst- und Werthgegenstände in Gold und Silber, zusammen Druck von Jg. v. Kleinmayr L^Fed. Nürnberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.