Sonntag, den 12. März 1871. X. Jahrgang. vi« „M-rdarger giilung' clscht.itt jeden S-»nt°g. Millwoch mid Sreiia»^ Pnis« - s»r Marbu,^: »»»,!!>>)«,, k halbjiihri» S »ikiteliibr!^ l fl. 5» kr! siir Sl.stellung IN» Ha«» lv tk. — mtt Poft»nsl»du«g: ganzjährig » fl., haldjährig 4 f!., «irrteljährig z s>. z»srr«io»«gr 1S6l. Die Bersassunfl von Krtmiur war «in zlv,i-seitiger Bertrag zwischen Kronr uud Volk letzte die R,gi,rung al» veranitvortliche Ratlitir-berin des Kaisers die B?rfaffung. so »var nach dem Vertragsrechie auch der andere Theil — daö Volt — gegen seinen Willen nicht nichr zur Aeflhaltung derselben verpflichtet. Am sjcbruln 1861 war dem österreichlschen Volke die Entschri dung über diese vorli gende Arat,e wieder anljeim gegeben — im Februar dies.s Ätilires konnte das österreichische Volk wieder ungetil849 von der damaligen Regierung gebrochen, ja ausgehot»en worden; auch die jetzige Regierung anerkennt den-selben nicht; denn essoll uns eine neue Verfassung verliehen werden — wir binde» uns gleichsalls nicht mehr an die Kremsierer Velst»ssung; wir weise« die verliehene zuriick. wir gehen weiter, als 184L. wir begehren den Abschlul» eines neuen Vertrages, der uns noch mekr Rechte gewährt!" — Öder es konnte das Volk auch erklären: „Wir dringen aus d'e Erfüllung des Vertraiits; wir stellen nns aus den Rechtsdoden, welche» ulisere sreigeivahlten Vertreter geschaffen, wir vertheidige« die Rechtsbeständigkeit von .str?msiel!" Das österreichische Volk h.u imgtbruar 1861 anders gesprochen und gehandelt; es hat die ver« liehkne Verfassung ohne Rechtsverwahrnn,;. ohne Vorbehalt angenommen, l)at auf die Kiemsierer-Verfassung unbedingt verzichtet l O! hätte Oesterreich 1861 wenigstens dirse Bersaffung zurückverlangt l Die Ungarn lvürden uns beigestanden habe« im politisch-paUamentari schen Kampfe um das theuerste Kleinod, das wir ümals besessen! Rechtsbeständigkel» hüben Rechtsbeständigkeit drülien! da» wäre unsere Lo« snng gewesen; den vereinten Tiägern dicses Van, ners ,Hütte Schmerling nicht entgegen gerufen: ^Vir können warten!" Dieses ipnnner hatte damals zu gemeinschaftlichem Siege vorange« ltUchtet — uttt so gewisser. als ja die Ungarn später allein die Ntecht^btständigkeit itjrcr Per« fassuug behauptet. Aber dle SUntde der CntscheiduNji fand in Oesterreich ein ties.eb ugt.», entwuttiigteS Volt und die erkornen Fül)rer wußirn und wollten nicht mehr, als die Wähler l Was wäre aus Okstereich gewordc^l. heilte die Kremsierer Verfassuung seil zweiundzwauzig Jahren unserem Ll,uitelcben Glundlag? und Richtschnur gegeben! ! tvat> wüie aus Orster- reich sogar noch snt dem Februar 1861 geivord n, lmtte daS Volt sein lusteS Recht damals nichi skeiwiilig geopflrt! Eine st^ic, lioffttUltgsfrendij^e Entwieklung unseres ganzen Volkt'thurnö politische, wirthschastliche und nationale Befriedigung hallen OalNet!ctt^'e Verfassung! Zur Geschichte des Hages. Forterhellung der Steuern wieder auf einen Monat! — das ist der neueste Antrag, w lchen dicRe^üeru-'g im Hanse derAiigeordnetcn eingebracht. Diese» HauS beflndet sich also nicht mehr in der angen.hmen Lage, mit der Rig'erung jN handtln und zu ferlsch n-, denn auf vlerzehn Tt^ge k.'nn dikFort«rl)cbung doch nicht bewilligen, wer s»e früljer ves Staates wegen auf einen Motten gknehlnigt. Das Abg,ordttetenhauS leidet jetzt »vohlverdient unter einen» Zwange der Verhältnisse. der ohne seine Mitivirkung unser parlamentarisches Leben nie beeinflußen würde. Die Verathung de» Voranschlages und die Betvilligung der Steuern sammt Allem, was d^iranS rechtlich solgen kann. l)abcn nur dann einen SlitN und einen Werth, wenn sie vor deiu Beginn deS Perwaitung^jahrls stattßndcn. Der Entschluß des PapsteS. Rom zu verlassen, m.ig schon gesajtt sun -- ilber den Ort jtdoch, wohin er sich begebcn werde, ist man im Patikan noch nicht einig; alle betreffenden Nachrichten diirfen als v rsliil)t bezcich. net ive'dtn. Nach einer Mittlieilung der „Augs-burger Abendzeitung" auS Münchrn soll rnan sich von Rom aus bei der preußischen RegierilNg vertrau! ch angefragt haben, ob in den Rlicin-lai'den si»r Pius IX. eine Stälte dcr Zuflucht zn finden sei; die Antivort habe gelautet: eö tväre dir Regierung nicht erwünscht, tvenn der P.'pst skin freiwilligesAsy! doithin verlegen wollte. Napoleon hat den politischen Krieg gegen die RepttUik begonnen. Von WilhilmShöhe ans v.rivahrte er sich am 6. d. M. in einem Tchreiben nn Thiers gegen die Abse^ung. Die Nationalveisainmlnng habe gar nicht das Recht gehabt zu einem solchen Beschlnß, behauptet dieser „Retter der Gesellschafl". »vie er nach dem Staats-streiche von allen Regierungen der europäischen Oroßfta.tten begrüstt wurde. 9ttipoleon ist ferner entsrhlossen. in einem Anfrnse an daö Volt seine „Rechte" gellend zumachen und zr, ertlär^n, daß er bereit sei. den Willen deS ^^^olfec^ zn ersüllu». »renn dieses ihn ruf-'. Die Nachllieile des Friedens. welchen die Repudlit geschlossen — d:e Un,init,kelt seiner Gegner — die Heimkrhr drr Kriegsgtfang'nen. unter w.Ichen sich gar viele taisellieh Gesinnte noch liesindeii die Anl^äiig' lichteit eitttS grosien Tliei!»' der Vail.rn —> d^is jvikle V.ld, über irulchiS der al'gesi^Ue ?t)ranl, v rfitgt — die unermüdliche Thätigkeit, die UN-sä,gliche Verworfenheit seiner Parteifiihrer . . . machen Napoleon gkfälirlicher. als die Gegner lväl)ntn. Wenn diese noch einmal den Fehler begehen nnd ihren Widersacher unterschätzen, dann ist daS nilndeste. rvaS »vir befürchten. — ein zerfleischender Burgertrieg in Fr.inkreich. Be»»«ischt« Staehrtchten. sEiiie S ta at sr e chn u n g ans dem )a lire I740.) Bezeichnend filr die Zustände in Frankreich vor der Revolut on ist die Aufstel-lang des Slaat^hanShalteS jener Zeit. Koll' theilt in seiner verl^lnchenden St^Uistit eine Staats-rechnung anö dkM Jahre 1740 mit; dirsclbe be-ginnt lttit dcr königliche» Tifcl. k^ie 7.300.60l) Franten erforderle. DaS „Taschengeld" des Königs betrug 840 000 Franken; t'ie „Geschenke" fiir gcl»iisse Freundinnen desselben rvaren aus 800.000 Fraiiken. die AuSgab.n für Spione atif 1,400.000 Franken angesetzt. (Z n der wilden Walachei.) Ueber die ruruänischen Ciserrliahnen »vird auS Gi»»rgewo geschriebtu: ..Jin übrigen » lvir uuS ger «de in der Nälje einis SumpfeS. Der Zug hielt, und alle Bediensteten beeilten sich, das sumpfige Wassel zu schöpfen und die Maschine damit zu heizen. Wir kamen liierter. ab>r in iv.lchcn» Zustande wai-die Bahn?! Hier glaubt kein Mensch, daß die rumänische Regierung verpflichtet ist. so elend gebaute Bahnen zu überneh->»»en. Dazu koiNiNt uoch der UmstanP. daß die taatsk^'ss.n leer silid und sich bei der j j^igen Wirlhsch.rst gewisi auch nicht so iiald fitllen ivirden." (P renpisch - r ussische Beziehu n g e n.) Zn Wiener diplomatischen Kreise,» »nacht ein Schleidttl aus Pctcrsbnrg über die prensiisch-russisch''N Brziehungcn. namentlich so weit oie-selberi O'sterreich znrn (.Gegenstände hab.n, vitl Aussehen; die bclreffcndc Stelle lautet: ..Der Czar und Konig Wilhel»»» haben in Ems. ohne Vaß iö eiueS TiuteltsasseS oder ein^r Feder de-durfte. genng znr Sprache gebracht, und daß die Verabredungen ihre Folg n gehatit. daS l>at die Haltung Rußlands Oestcreeich gegenüber während de» Krieges deutlich genug beiviesen. Darun» glaube ich auch je^t, lvo die Telegramme, »velche die beiden Kaiser auSgelauscht, Stoff zu derlei Berinutljnngen bieten, an keine neuen Abmachun-gen. Wohl aber siild r>ic Uonsegucttzrn dessen. lvaS schon in Em.'! bespiocheu rvord. n, noch nicht erschöpst und gerade die erwäljnten Teltgram»ne brweiien die'^. Ml>n interpretirt dieselben in t>ie-signl Zirkeln so. dlch Kaiser Wilhelm nun den» Kaiscr Aiezand.r anzeigt, d.^st cr jetzt breeit s< sich d.niklsar zu zeigen und dah er >u dem wute^ ren AM. der in den Ems» Besprechungen als zweiter Thril derstibcn vorgesehen worden, auf it,n rechnen köiute. GtNiz »ach dkM mephistofi-schen: „Wenn wir uns drüben wieder finden, dann sollst Du mir daS Gleiche thun." Ob man slch ljier bereits in dcm Falle beftndet, sich auf diesen zweite» Thcil des Pakts zu berufen, wei^ ich nicht. ,^twiß ist aber, daß man namentlich in 0 sterreich alle Ursache hat. auf der Hutl) zu sein; denn heutzutaj^e fallen Konflikte — sind sie nur erst ttellölist vorlicreit«! — über Nacht vom ^^im-mkl. und verliehlen kann ich es Ihnen nicht, daß man hier nickt» lieber srhen möchte, als wenn es dtM Grasen Hohenwart i^elange. Beust zu sliirzen, eine Annäl)erunj, an Nupland dnrchzuseKeu und hitdurch jene maßjjkbcnd n Kreise, die dem Fürsten Gvllschakc'ff doch nicht trauen — und das. bei Gott, mit Recht! — in eine gewisse Sicherheit einzulullen, die ihnen bald jtbel bekommen wilrde ..." i u S IX. und Oesterreich.) Der „Volksfreund" berichtet in aussührlicher Weise ütier den Empfang, der einer Abordnung i>ster-reichischrr Katholiken unter der Filhrung des Alt-grasen brim Papste voul 6. 0. M. zu Thell geworden. 3n der Antwort Pius IX. aus die Ansprüche des Gr«,fen ist folgende Stell? von besonderem Interesse sür Oesterreich: „Ich »veiß. daß Ihr Kais r in seinem Herzen den Triumph der Religion und der Kirche wilnscht. stbewußter, beh'lslicher Etemerite. w,e sie ans dem Kreise der Maschinenarbeiter sich rekrutiren) ein ganz außerordentlicher Kitt, eine moralische und materielle Stütze geboten ivird. (Findelkinder in Tirol) Nach einem ^^erichte dts Landesausschussks van Tirol beläust sich gegenwärtig die Gesammtzalil der Findtinge Tirols aus ungesähr 2100, vati denen 1 l in die Get'äl und Findetanstalt zu Innsbruck ntieiluacht worden find. Die Mehrzal»! derKind-littge wi»d Pflege Eltern iibergcben. von Letztelen nt» iSrwe'böqnelle brl)and'll und ihre Erziehnng gründlich vernachlässigt. „(Mundtodt.) Die „Militäi-Zeitung" schreibt: „Wir fignalifiren ein, demnächst in» Berordttungswege erscheinendes Verbot sur Osfi ziere und Armeeangehörige über Dienstes-Bor-tommnifse, lt«lasse u. ,c. an Zeitungen Bericht zu erjlatttN. PolrMik geg'N dieselben zu führten, Kritiken auszuüben zc. kiirz mai, will die Arme« mundtodt machcu. Wir ir»ollen die Verordnung zelbst altivarten — und werden dann sprechkU Doch möchten »vir schon jej^t d.naus ausmerksam machen, daß diese M.,ßieget nicht ausreichen ivird. «m der gesürchteten Aimelkrilik ein Ende zu machen — man mache k.it.e „Plutzn". ivelche den naivsten Sinn herausfordern und die Kritik ^vird von sell»st verstummen. Di semnach soll «s auch unstatthaft werden, daß k.k. Ofsizlere fernerhin Redakteure vou Zeitungen bleiben." Wenn aber die „Militär-ZeitUNg" bezweifelt, daß fich dies Alles im einfachen Berordnungsrvege werde dekretiren lafsen, und wenn sie „doch neugierig ist. aus die Männer und Legislative, welche zu dieser Vergewaltigung die Hand bieten" — jo können wir s,e leicht beruhigen. Diese Dekretirung wird sür jeKt Niemand hindern — am we-ni.rsten der Reichsrath und die Männer zur Vollziehung werden sich bereitwillig finden lassen, wie man solch? „Mämzer" noch immer gefundea hat — .n kern gemüthlichen Oesterreich. Marburger Berichte (Raubmord.) Leopold Buk in Zaun» dorf bei Schachenlhurn verließ am 2. März seine Muhle, um die Schleuse auszuziehen, k hrte aber nicht mehr zurück. Am nächsten Morgen wurde er an einem ^)^aume hängend aufgefunden — drechnndert Schritte von dcr Mühle entfernt. Eine Wunde aru Kopfe und der Umstand, daß seine Vrieftafche mit Geld vermißt wird, berechtigen zu dem Verdachte, es sei hier ein Ranli-Mord verübt worden. (Ne u e r K erei n.) In Remschnik ist ein katholischer Leseverein gegründet worden nr.d hat die Landesstelle die Satzungen desselben bereits lur Kenntniß genommen. Wir hoffen, dieser Verein werde durch die Getvalt des Gegens tz?ß den „Fortschritt" in Mah'enberg zu regerer Thätigkeit spornen. (L e h r e r v e r e i n.) 3» der letzten Versammlung des hiesigen Lehrervereins wurden zwei Borträge gehalten. Heir Direktor Eßl besprach, ivie wir bereits an.rekündigt, die Frage: „Wo ftudiit man Physik?"; er zeigte den Einfluß die« s.r Wiffenschaft aus das praktische Leben und er-ging sich dann über die Mittel und Wege, wie man zur richtigen Erkenntn h der Naturkräste gelange» kann. — Herr Iaksche (L hrer a» der städtischen Mäc»chenschule) zählte in seinem Vor-trt,ge über die Wichtigkeit deb nalurgejchi^tlichen Unterrichtes die H ndernisse auf. Ivette dem günstigen Erfolg desjelben in der Volksschule entgegenstehen, und sprach über die zrveckdienlichste Bt« Handlung dies s für die Jugend unentbehrlichtu Gegenstandes. (Sitzung des Gemeindeausschus-ses vom 9. M ä rz.) D s Protokoll verletzten Sitzung wild genehmigt. Der Bürgermeister, Herr Dr. M. Reiser, erstattet Berich» über die Ausführung jener Be-schtüsse. Ivelche in d»r letzten Sitzung gefaßt wyrde« Herr Kait Wucher stellt erue Anfrage be« jüglich des Eigenthnmsrechtes am Dreieck ob dem Hanse der Schutschwestern — die Beantwortung ivird demnächst erfolgen. Die Beltuchtuugskommission beantragt, di, vom Untern.hmer derPeirolennib leuchtung. Herrn Uasparitlch. für Reparaturen dtr Laternen u.f.w. geforderten 223 fl. zn bewill'gen, diejetben dem l^nteenehmer der GaSbeteuchtung. Herrn Graff anzurechnen, von einer weteren Strafe gegen tetzeren jedoch abznsehen. Wird angenommen. Der Pächter des Ptatztesälles bringt verschiedene Besch verden vor. z. V. über die Bestellzettel uud deren amtliche Bc,tlanbigUttg. die Waa» renbezüge mittels Eljenbahn. die Veriveigerung der vorgeschliebenen Getiühren. Nach der Ansicht des Pächters unterliegen sämmtliche in M.»r-burg eingeführte Waaren ohne Unt ischied dem Plapgesälle, sowie die Gilt>«jkeil der Bcstellz.ttel nur aus einen den Hausgebrauch nicht übersteigenden Bedarf, nicht al>er aus HandelSwaaren sich erstreckt. Um seinen Beschweroen Rachdruck zu verleihen, jperrt der Pächter den sällig^n Zins. Die Ab-theitnng stellt den Antragt Die Wochenmarkt-Oidnung sei der I. und 4. Sektion unter Beiziehung vou Sachveiftäudigen zur Revision und schleunigsten Birichterstattnng zu überweisen — die Bestellzettel seien unbedingt der stadtamttichen Begtaubigung zu uuterzehku. wenn sie g«t'en lollen — die Beschwerden ive^en einzelner G'fälls-nbertretungen habe das Stadtamt zu erledigen, der vir gleichzeitig alle Fach-und Tageszeitungen um Abdruck dieser Mitthei-lnn j ersuchen. „Das deutsche Wolltn.'G?welbr." >«»»»> „)a. Gehe jetzt. Besorge AlleS uitd briuge mir Bescheid biS um sechs heute Abend. Um sieben Uhr fängt dtl Ball an." „3ch iverde vor sechs ivieder bei Dir sein." Er ging. Abenteuer eineS Maskenballes. Der Maskenball be.tann nm sieben Uhr des Abends. Bon halb sicbettUhr ail fuhren vor dem Ballhause die Eqnipai,en init dcn inaskirten Gästen vor, ivährend jchoa von sechs Uhr an der Platz vor dem Hause von der Strtißenjugfnd nnd anderen Neugierige» belagert ivar. Man wollte die Gäste ankommen nnd aussteigen sehen, die Masken bewundern. Für Neugierige »vie für Belvun-derung bot sich in der That genug dar. Es war schon sieben Uhr vorbei, als ein großer, eleganter Stcidtwagen vorfuhr. Der Kutscher auf dem Bocke war maSkirt i der Bediente, der neb n ihm saß. dcr zweite Bediente, der hinten auf dem T'ilte sta»ld. ebenfalls, sie trugen die Kleidung von Nilterknappen des Mittelalter,^. Die Pferde vor dein Wagen waren ausstafsirt. wie Rltterpfevde. Das zusch.mende Volk drängte neugierig die Kopse zusammen. „Das muß etwas besonders Vornehmes sei»! Wer eS sein mag?" Die beiden Bedicnten sprangen V0in Bock und vom Tritte, ossnrten den Wagenschlag und halsen den 3nsasscn beim Aussteigen. Eine Rilterf>m lie in glänzendein Kostüm stieg aus. Voran schritt eine lange, l)agere Rilteigestalt init gektiinmlen Rücken, von lvürt»igcm AnSs^h. n. Die kleine, dicke Edeisrau solgte. stolz, »nit Golv beljan^;!, »nil (Lc^elsteitt n l'esät. Zwei zarte Edel-släuleiit» stiegen hinter ihr auS. jugendlich,', lans, ausgeschof^ene Gtstalicn. glänzend von Gold und edlcn Steinen, ivic die Multrr. Dann ein schiniickei , jung'r R'tter; da»n ein schnchtencr Ei^eltnippc; zuletzt noch ein Burgsräuletn, einfach in dunkil-graue Seid.' gekleidet, deich.ideu in ihr.in Wesen uui so auffallender und anzilhender war ihre hoh«'. schone, anmuthige Gestalt. Vie Menge hatte sie Alle mit »in>m säst ehrerbietigen Schiveigen aussteigen sehen. Man murmelte nur. „Seht 3hr. das »st etivaS reä.'t Vornehines l" Der Rittu nal)m den Arin der Edelsian. „AurortZtii. mein Lebeil," flilsterte er ihr in'A Ohr. „siehst Du, sie halten nns sür ciwas gai.z Vornel)mes. Mein l^infall, die Leute zn inasfiren. ivar tösllich " Fortsetzung solgt. Marburg, u. März. sVochenmarkt ßbericht.) «,i»en fi. S.1V. «orn si. 8.90. Gerste fi. 8.2N. Hafer ft 2.SS. KuNmch fl.3.64. Hirse si.S.4v. Heiden ft. 2.80, Erdäpfel«. I.SVpr.My. Fisolen k» kr. pr.Pf. Linsen 23, Erbsen 28. Hirsebrei« !6 kr. pr. Maß. Rindschmalz 55. «chweinschmalz 44. Speck, frisch »4. Spe.^ Butter, frisch 52. Rindfleisch 25. Kalbfleisch 28. Schlveiii-fleisch ttma23 kr. rr. l?f Milch frische 12 kr. pr. Maß. Hol», liart 18" fl. 5.80. dto. weich fl. S.50 pr. Klt,fter. HolMlen hart fl. 0-45. N'kich kl- ^».30 pr. viehen. Heu fl. 1.70, Elrol,. Vagcr fl. 1.00. Stren st. 1 30 pr. Der heutige Wochenmtlrkt ivar bedeutend gri>per alS der am vorigen Samstage. ES war besonders sehr viel Weizen, Korn. Heiden. Stroh nnd Hen am Plape, nnd obwohl die Getreide-. Heu- n. Strohpreise ,m Dnrchschmtte wieder bedeutend niedriger gehalten wurden, war die Rauf' lnst doch sehr flau. Die Fleisch' und tzettwaaren stnd lm Preise gleich geblieben, die Gemüsepreise aber nnbedentend gefallen Vis (Zsfsrtixtsu ^elieu (Iis dö(Zattm, r«sp. Aluttoi-, Lokvioxer. unä örogsmuttor, 6er k'rsu Itivfvsi» »vvossvlisk, xob ^ntlsuer, vsivlis km 10. ä. nsLil lanAvm Zclimsi'/liLllvn I^vjclvn uv6 dl. 8isr1)6«a^rkmsnts im 78. I^o1)vn8^kl»rs sankt unü 8o1»^ im llorrn ovt8od1»Lvn ttt. Vis iräiseds MIIv äer tkoueron Vorbnodo-nsn virä 8ovvt»x äsn 12. 6. I^avlimittax » vl»r iln oixevsn ttauso, Kärvwsr«»»»« 214 kvlsriivi» unti »aüaun ^ur evi^sn kudo ds8tattst. — vis KI. 8oo1önmeLss v»rä I«ont»x äsn 13. 6. um 10 vdr in äor vomkirodo ssloso». Allsrdurx, »m 11. 1871. 1'>4 als Vatto. kivir» 3okn orstsr Lks. vAsne^»». 7d«r«>t» Str^UtiH, s°d. vRVNoW^t. vr. 5od. vUVNvdlck. »1» IL'NlIor. X»r1» vA0N0^»t. ?sb. Savä«, al8 Kodvisesr-'iookter. r»! unä Lsrtd» unä SvunUUo^, vtdm», Sskmws UNÄ Ls^vv« vUor»oI»»^» al8 Lnksl. II. »tei«rw. I^oi<:l,vu»utd>»I,run? u. vee»Äiikunz»i»n>ti»It. Zahl lZ7. LizitatlonS - V«Sschr-lhu«g. Die Umltj^nnf, der Straße übcr den Schu-schejchüsttl NN der Ät. Georstentr Vezirköslkt^ße 1. Klafft in der Gemkinde Iedlontj^g lvud n lt kintM AuSlusspreise von 6910 fl. 2 kr. im Mi-nuendoliziwtionSwege hi»tann't;cb'n und lvird die d'essüllitie Berl)attdluntt aus Donnerstag den A. April l. I. Vormitta,, 10 Uhr in dcr hie-sigen Amltfanzln anberaumt. Bei diljer Lzltationsverhandlunjj iierdcu auch Offeit' ans.cnommrn. ivcnn sie vor Bcj,inn der Berhandluugd.r Lizitatiottskommission schrist. lich. verNtstelt und «trstiMPllt ülicri^tbrn lverden und mil drm 5"/g Vadium dcr Anbolj'untiie in baarem Grldc. Spaikasscbüchclu oder in Llaat^ papitren nach ds»«do nilt! 4Z»KOMAI2i I tOStS llsrrsMöiävr- V0N ällois kiselsli^ in Z^«i kurA. Eckt d>'> sjkri ril- inid postqassl Nr. ll2. tviittcr Paletot vo» „ Hosen voll Schlvnr)t Hostn von Gilet von . . . Iligd-Köllit voll . Havtloks von . . Lodtn-Gulia von . Salon-^nBye von Hauptttiederlage von SchlasröcktN. Ftlr Vestelluns^eu ist die reichste Auswahl der neuesten Stoffe am Lager, und werde»» selbe auch prmnpt ausgeführt. fl. 12 bis fl. 50 „ ^ „ 7 „ „ IS „ 3 „ „ 10 5 « .. 15 18 12 24 40 25 40 Zn Graz nahe am Stadtl'arke ist eiu kleines Kamilie«« Haus mit Galten zu verkauf.». 150 Anfra/le: Göiljestraße Nr. 36 in Gr.iz. .liki'hreie ParMkN Aecker sind ttnlcr siuttn Vedittgniffen in Pobersch zu vcz kaufen. 151 Strohsessel 149 werden von j»t^t an pr. Ttnck zu SQ kr. eingeflochl n in der Rohr- uud Atrohfefselmacherei: Ein Lehrjnnge aus ,^utcm H.'use lvird in dcr t^emischten Waaren-li ndlun.» des 3. 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März Bonnit-tng S lihr werden i» Lcudorf niehrtre Aecker-, Wiese»- und Waldparzellt» im freie» Wege verkauft »verde». Der Verkauf beginnt init de»> an der Bezirksstraße unter der Kapelle liegenden Acker. 144 t. k. Notar. Grllpptllvollbklitlitell Mkll Ratenzahlung siir die «ilchpeli Aith»>gt«, am SM !. lS. kprU,l.Z^lb.>!I»!,I.^lv.zuHz. Gleich nach «rlaa der »rfte« Rate nnd während der Abzahlung spielt man z«»i »Uoiv »ut »II« Vrvlker der in der Gruppe verzeichnete» Lose und erhält diese sukzessive nach den Bestimmungen des Ratenbriefel ansgesolgt. M« getiizt dihlr sch«i wi>hr»»> »er Ab-ti >»» V»IiI>»«» Griiiml Listi. Erste »KreditLos, Ziel)ung 1. April. »BraunschweigerLo». Ziehung 1. Mni. Gr.,NN, j««dolph.Los. Ziehung 1. »pril. ^ 'uppr iSachsen Meiningeii.Loö. Ziehung I.Juli. volleingezahltes Fr. 40V.Türten'Los, Ziehnng 1. April. Zlveite 50.1864er Lo». Siehung IS. April. k-V nng. Prümien-Lo«. Ziehg. Ib. Mai. / Staniölau Lo». Ziehung 15. Juni, l Keglevich'Lo», Ziehung 1. Mai. ^Künslel 1839er Lo». Ziehung l. Juni, fl. 50.l864er Lo». Zi.h.i»g 1ü. Aprtt. Gruppe ^Nudolph'Lo». Ziehung 1. April. j Jährlich spielt man in mehr als kS Ziehungen auf Haupttreffer von lll»er eine Wllioi!. Je line obiger Gruppen verkaufe ich bei »inrr ersten Rate von uur fl.1l» und lveiieren 2t) monatlichen Rtiten a fl. 10. Stempel ein» fitt allemal pr. Gruppe 2 st. ü5 kr. Alle in Oeßerreich eriltirenden Lose verde« soltioljl einttlll, al» avch in l»eliebig grstellte», Vrvppe» biltigst avs llalen' verkavst. Nankhaus W'arst, 4. Märj187l. Wien. SlephauSplatz.