pzscsn» v gviovint. ___ , N? ^ SZ Freitag, den iL August tS22 »2. Sadnk FmnkreGZ VerUumnis. ^ Zweimal hat GotleS Vorsehung das Volt der Franzoson minoren, um einflußgebend und uiodclliercnd auf die Entwicklung und-Zutnnft der ganzen Menschheit einzuwirken. ^ Tas erste Mal durch die französische Revolution und das zweite Mal durch den Sieg im Weltkrieg, dessen gewichtigste Trüger auf der siegreichen Seite die Franzosen waren. Grog und erhaben waren die Ideen, die sich die Franzosen in beiden Fällen aus ihre Fahnen geschrieben und für welche sie den Kamps bis zur Neige ausgefochten hatten. Von allem Beiwerk entkleidet, handelte es sich in der französischen Revolution um die Gleichberechtigung der keuschen, im Weltkriege aber um die (Gleichberechtigung der Völker und Nationen. Für das erste Problem traten die Franzosen gegen eine Welt von Feinden in die Schranken. Die Kriege, die sie darum führten, gebaren ihnen Napoleon, eines der -größten kriegS^enie?, das die Menschheit« kennt, und speziell seine Fcldznge sind es, die' in der Geschichte Frankreichs die schönsten Ruhmesblätter ausfüllen. Wohl erlag Napoleon schliesslich der feindlichen Uebermacht, ober die Idee der Gleichberechtigung der Menschen hielt doch ihren Triumph,'.ug durch die ganze Welt. Und die ganze Menschheit Ziud in dieser selbst die Feinde der Gleichbe-rechtignnasidee sahen mit Bewunderung auf das Volk der Franzosen und empfanden es nicht als Übertreibung, wenn sie sich selbst 'die graude nation Nannten. Nun brach der Weltkrieg aus und Frankreich, die granoe uation, die der Menschheit. die Gleichberechtigung erlümpste, schrieb sich > diesmal die Gleichberechtigung der Völler,! ihre Befreiung vom Joche der Unterdrückers und des Militarismus und den Völker frieden ^ auf das Panier. Der Glaube an Frankreich i wer gros; uud deshalb war eS kein Wunder,! daß selbst ein großer Teil der Menschen, die ^ ^durch die Verhältnisse gezwnngen, in den j Reihen der Feinde Frankreichs standen, in j diesem ihren Befreier erkannten, ihm im In- ^ nersten ihres Herfens den Tieg erwünschten ^ und wo es nnr anging, anch das ihrige dazu ^ beitrugen, daß es so werde. Tie Sehnsucht j wurde erfüllt, Frankreich ging als Sieger aus! dem schweren Ringen hervor nnd fand znm' z^^lten Male Gelegenheit, der Welt den ^ Stempel seines vollkommenen Beispieles auf-. znprägen. -^un sind fast vier Jahre verflossen, seit-' dem Frankreich die Geschicke der Welt dirigiert, aber das Weltproblem, das zn lösen ihm das Schicksal auferlegte, blieb in der Hanptsache ungelöst, das beweisen die russische uud die deutsche Frage. Der so seltene und sich vielleicht nie wieder ergebende Augenblick, richtunggebend auf die Entwicklung^ der Menschheit einwirken zu können, nnd der ruhmreichen Vergangenheit Frankreichs ein! neues und noch viel schöneres Blatt hinznzn- ^ fügen, wnrde verpaßt. DaS Weltproblem! wurde für Frankreich hauptsächlich ein Reparationsproblem. Die Idee wurde abgestoßen, verleugnet uud das goldene Kalb der Welt als jenes Ideal hingestellt, dem nachzujagen allein der Mühe lohnt. Das ist das Versäumnis und die Sünde Frankreichs und die Ursache, daß ihm manche bewundernde! Sympathie verloren ging. Man darf sich keiner Täuschimg hingeben. In der Welt stehen sich dermalen in sozialer Beziehung zwei sehr extreme Strömungen, nnd noch dazu iu einer Stärke gegenüber, die die allergrößte Beachtung herausfordert. Kurz charakterisiert kann man die eine die französische oder kapitalistische und die andere die russische oder extrem sozialistische nennen. Gejund jst keine von den beiden. Der Abbruch der Londoner Konferenz. Telegramm der „Marbmger Zeitung". Der letzte Beschluß. ' ' '' ! W5IB. London, 16. August. Eine amtliche l Mitteilung über den Schluß der Konferenz läßt die Stellung erkennen, in der der Ab-lnmch erfolgt ist. Lloyd Geoge erklärte in der Versammlung gestern früh, Großbritannien sei gewillt: 1. den italienischen Vorschlag auf Vertagung der Konferenz bis Ende dieses Jahres anzunehmen; 2. die Frage eines Moratoriums der Re-paratiouskommission zur Entscheidung zu überlassen: 3. zuzustimmen, daß die bereits vom Ga-rantiekomitee geforderten und von Teutschland angenommenen Garantien sofort angewendet würden, und 4. von den alliierten Schuldnern bis zur . nächsten Konferenz Ende dieses JahreS keine ! Zinsen zu fordern. > Die britischen Vorschlage wurden von allen ^ Alliierten mit Ausnahme Frankreichs angenommen. Poincaree erklärte, zu seinem großen Bedauern könne er dies nicht annehmen. Frankreich nehme den Standpunkt ein, daß ohne neue Garantien dnrch Deutschland kein Mo-ratorinm gewährt werdeu könne. Lloyd George erwiderte, er könne einer Vertagung der Konferenz ohne Moratorium nicht zustimmen. Die Konferenz habe neue Garantien in der Annahme erörtert, daß ein Moratorium notwendig sei nnd eS scheine nutzlos, sich für eine Vertagung zu entscheiden, wahrend eiu Moratorium vollkommen ausgeschlossen sei. Lloyd George betonte, Großbritannien mißbillige die von den franzosischen Vertretern vorgeschlagenen neuen Garantien nicht aus irgendwelcher Nachsicht mit Deutschland, sondern weil er überzeugt sei. daß diese Garantien ihren Zweck erfüllen würden. Wenn jedoch Deutschland ein Moratorium gewährt werden sollte, würde die französische Regierung zweifellos die notwendigen Maßnahmen ins Auge fassen, da sie sich volle Aklionsfreiheit gewahrt hat. , Nach der Londoner Konferenz. Telegramme der ,77irburger Heltung*. Paris, 1l5. August. In dem heute unter Vorsitz des Präsidenten Millerand in Rambouillet stattgefnndenen Ministerrate gab Ministerpräsident Poincaree eine eingehende Uebersicht über die Londoner Verhandlungen sowie über die Gründe, die ein Übereinkommen möglich gemacht hätten. Der Ministerrat billigte einmütig die Lwltnng des Ministerpräsidenten und erklärte sich mit ihm solidarisch. Nachmittags fand eine neuerliche Sitzung des Ministerrates statt, in welcher die verschiedenen Eventualitäten, die sich gemäß den Entscheidungen der Neparations-kommission ergeben könnten, eingehend erörtert wurden. Die Kabinettsmitglieder reisten sodann nach Paris zurück. Paris, IN. August. Wie verlautet, werdeu Marschall Foch und General Degontte sich heute nach Rambouillet begeben, um sich zur Verfügung des Ministerrates zu halten. Paris, IL. August. „Petit Journal" hält es für möglich, daß das belgische Ministerium Wie immer in solchen Fällen liegt das Gute ! in der Mitte nnd wir in unserer Heimat haben sehr viel Ursache, unsere Haltung diesen' beiden Strömungen gegenüber sehr genan zu Prüfen und zu überlegen. Der Bundesgenos--senschast im Weltkriege zuliebe sich für die ^ französische Richtung allzusehr zu erponieren, scheint riskant und undankbar gegen das rus-sische Volk, dem nnr doch zumindest ebenso-^ viel zu verdanken haben, wie den Franzosen, > znmal selbst ein Umsturz in Rußland eine ^ ^ Aeuderuug der Mentalität im französischen, ^ Sinne kaum erwarten läßt. Wir müssen unbedingt mit eiuem ganz nenen Rußland rech- > nen und es wäre gefehlt, dieses neue, koni-! meude Rußland ganz aus uuserer Rechnung auszuschalten. Das Beispiel, da? uns hente Moskau gibt, ist eklig, uureiu, abstoßend, jenes von Paris aber kalt, unbarmherzig, unchristlich. Nachah-! menS!vert ist keines von beiden. A. L. D!e VeMsche Krise. Einigung zwischen Berlin nnd München? de. München, 14. August. Die iu Berlin geführten Verhandlungen zwischen Bayern nnd dem Reich sind abgeschlossen und die bayrische Delegation nach München .zurückgekehrt, wo sich' sofort der Ministerrat versammelte, um ihren Bericht seinem Vertreter bei der Reparationskommis-sion die Instruktion erteilen werde, er müsse sich dem französischen Vertreter Dubois anschließen und das deutsche Verlangen nach einem Moratorium ablehnen. Der belgische Ministerpräsident trat dafür ein, daß die Ne-parationskommifsion eine rasche Lösung treffe. Paris, 15. August. Die belgischen Minister Jasper nnd Theunis haben dem Sonderberichterstatter des „Jntransigeant" folgendes erklärt: Die Note Balfours hat den Grundsatz der unausbleiblichen Notwendigkeit einer Regelung unter den Alliierten aufgestellt. Belgien, das die wirtschaftlichen Fragen genau kennt, hat das Bedürfnis, den Horizont von den drohenden Wolken zu befreien, die einem Anleiheplan den Weg versperren. Sobald Deutschland wieder zu Atem gekommen sein wird, wird es wirklich Zahlungsfähigkeit besiven. Das gibt einer Anleihe gediegene Durchführung?mi>glichkeit. Darauf müssen sich jetzt unsere soxstrengungen richten. entgegenzunehmen. Das Herlin m letzter Stunde unterzeichnete Protokoll zäblt die Zugeständnisse auf, welche die Berliner Regierung an Bayern gemacht hat und die in vielen Punkten als sehr weitgehend Zeichnet werden müssen. Ob allerdings dadurch schon eine gerechte und unparteiische Handhabung der neuen Gesetze gewährleistet ist, kann im ?ln>>enVIick noch nicht übersehen werden. Die Dnrchberatnng der getroffenen Vereinbarungen wird voraussichtlich erst nach einigen Tagen beendet sein und eS kann daher mit einer endgültigen Entscheidung ^ Bayerns zurzeit noch nicht gerechnet werden. ! Die Zugeständnisse der Reichsregiernng umfassen im wesentlichen folgende Punkte: ' Der ueue StaatSgerichtShof wird nur bei besonders wichtigen Fällen in Funktion treten, ^ in der Regel wird die Aburteilung von Poli-. tischen Vergehen nach wie vor den örtlichen Behörden überlassen werden, insbesondere dann, wenn das Interesse an der zu behandelnden Sache sich anf einzelne Länder oder engere örtliche Kreise beschränkt. Bei der Auswahl der Mitglieder des Staatsgerichtshofes wird jede Einseitigkeit vermieden werden. Die Auswahl wird in erster Linie unter ^ dem Gesichtspunkte der persönlichen Eignnng ? zur richterlichen Tätigkeit erfolgen und sich! nnr ans solche Personen erstrecken, die in der ^ Oejfel.'lichkcit das sür ein Mitglied deS^ obersten Gerichtshofes notige Ansehen be-sitzen. ES werden mehrere Senate gebildet und die Besetzung unö Geschäftsverteilung unter dem Gesichtspunkt des örtlichen Ursprunges der Sachen aus den Ländern geregelt werden, um den besonderen Interesses der Länder gerecht zu werben. AehnUchet wird für die Reichsdisziplinarlammer festgesetzt mit der Maßgabe, daß zu deren Mitglie» dern nur solche Beamte ernannt werden dür» fen, die im Bereich dieser Kammer ihren dienstlichen Wohnsitz haben und eine Verlegung der Kammer nur mit Zustimmung der zuständigen Landesregierung «folge» darf. Maßregelungen von Beamten durch die Neichsregierung sollen nur dann stattfinde«, wenn zuvor der Landesregierung Gelegen« heit zur Aeußerung gegeben worden ist. Bezüglich der Kriminalpolizei sollen die Landesregierungen vollkommen freie Hand ha» ben, insbesondere soll eine selbständige Ermittlungstätigkeit des ReichSkiminalamteS nicht erfolgen, diesem vielmehr die Wicht auferlegt werden, sich bei seiner Tätigkeit iU dem Gebiet der einzelnen Bundesstaaten de» örtlichen Polizeiorgane zu bedienen. Oberstal Grundsatz der Durchführung des ReichSkk minalgesetzes soll sein, die Exekutive de» ew« zelnen Ländern zu überlassen. Der Schluß« absatz des Berliner Protokolls lautet wört« lich: „Die Reichsregierung erklärt: Durch die Politische Entwicklung der letzten Jahn, insbesondere durch den Erlaß des Gesetze« zum Schutze der Republik, ist in einzelne» Ländern die Besorgnis entstanden, daß die Politik der Reichsregierung planmäßig da« rauf gerichtet sei, die Zuständigkeiten dG Länder fortschreitend einzuschränken, sie letz« ten Endes ihres rechtlichen Charakters z» entkleiden und das Reich immer mehr zu» Einheitsstaat zu gestalten. Diese Auffassung entbehrt jeglicher Begründung. Die LebauS« Notwendigkeiten unseres durch äußeren Druck zu innerer Einheitlichkeit genötigten Reiches haben eine Erweiterung der Zuständigkeit des Reiches notwendig gemacht. Diese Eni« Wicklung hat aber nach menschlichem Ermes« sen ihren Endpunkt erreicht. Die Einschränkung der Polizeihoheit und der Justizhohett durch das Schutzgesetz ist zeitlich begrenzt« Der bundesstaatliche Charakter des Reiches und die Staatspersönlichkeit der Länder sinb in der Reichsverfassung anerkannt. DiT Reichsregierung ist nicht willens, über bis verfassungsmäßigen Zuständigkeiten des Reiches hinaus Hoheitsrechte der Länder an sich zu ziehen. Sie ist der Ueberzeugung, daß di» einzelstaatliche Gestaltung der Länder dev reichen Mannigfaltigkeit deutschen Wesens und deutscher Kultur entspricht unh daß die Pflege des Staatsbewußtseins im lebendigen engeren Gemeinwesen die beste re!chsfreudig> Einordnung in das Ganze der Ration ist." Dagegen verpflichtete sich die bayrische Ra, giernng, ihre Verordnung vom 24. Juli spätestens am 18. August aufzuheben. Ministerpräsident Graf v. Lerchenfekd, de? Führer der bayrischen Unterhändler, hat vor der Unterzeichnung des Protokolls erklärt» daß die endgültige Entscheidung beim bayrischen Gesamtministerium liege und eS steht heute bereits fest, daß dieses seine Entschlüsse erst fassen wird, wenn die Volksvertretung gesprochen hat. Da die Parteiausschlüsse erst in einigen Tagen zusammentreten könne», ist eine Entscheidung im Augenblick nicht zit envarten und es muß damit gerechnet «er« den, daß seitens der bayrischen Regierung der vereinbarte Zeitpunkt zur Aufhebung der Verordnung (18. August) nicht eingehalten iverden kann. Ueber die Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit der Annahme der Berlik ! ner Vereinbarungen im Süden können heute ^ nnr Vermutungen angestellt werden. Sicher 4 ist nur so viel, daß man die einzelnen Punkt« «»»»«rIsr Z11Iii»A «r. ?ugiif LeS Protokolls qmch«,d durchberatcn wird, v« jeshzuftellen, od die von Berlin gemach' tea 'Aagestö!,dn^ ausreichen!» sind, um ei« tlebergreisen des links gerichteten Kurses 'dt d« Gesetzgebung, Justiz- und Polizeihond-habung, wie eS im ^rden ist, aus Sü-^ dauernd zu verhindern. ^ Parteiführer erkl^ten nach KenntniSnabme des Berliner ProwtolS, daß sie die Zugeständnisse der i^chSvegkervng nicht als so weitgohend ansehen, als daß dieselben ohne Befragung chrer Fraktionen gutheißen könnten. Gleichwohl darf damit gerechnet werden, daß die berliner Verembarungen ohne besondere Abänderungen aagenommon werden, t>emr >er gute Wille zur Einigung ist aus beiden Herten vorhanden. Telepdonlsche Nachrichten. Demisfio» öe» «^garische» Parla-«e?n Schreiben des Präs^d^^nten Gaal, worin Djieser seine Demission anzeigt. Der Borsttzen-be stellte den Antrag, l>ie Rationalversamm-'lumg möge die Demission mit Bedauern zur lKenntnis nehmen und dem Präsidenten für s^e bisherige Tätigkeit d«nt Dank aussuchen. Dße TariserhShttvHEtt bel de» hmgarilchO» 2wh»e«. ^ ^B. Budapest, 16. August. Infolge der belgischen Schwierigkeiten treten die Tarif-»rhöhungen bei den ungarischen StaatSbah-?MN mcht, wie in der Verordnung vorgeschen, Vm l7, d., sondem erst am 19. d. M. w Draft. Der «tUIler öe» Tuaereu Sber OkwÄle AragE». Beograd, 17. August. Gestern um 4 Uhr Vachmittags hat der Jnnonmrmster Kosta Ti-motievi^ die Bertteter der Presse empfangen «md ihnen dabei solgende Erklärungen gemacht: König Alexander hat sich im Kronrate Hn erster Linie über die Invalidenfrage interessiert, worüber der?^inister für Sozial-^litik Dr. 2erjaV e'men ausführlichen Bericht erstattete und versprach, obwohl er Trank sei, NÄch Beograd zu reisen und danach M trachten, daß diese Frage einer endgülti-^ Erledigung zugeführt werde. Es wurde weiterS über die Äuerungsfrage verhandelt zmd gerade in der Kronratssitzung wurde die Btl't^nng einer ETN^uetekommission ins Auge j^oßt. Auf die Frage der Journalisten, ob m dieser Citzung auch über die Angelegeil-heit des Prinzen Georg beraten wurde, erwiderte der ?)?inilter, daß in der AronratS-fchung in Ljublsana dreöbczüglich kein Be-Muß gefaßt wurde. Vttt der Komniission für Gekämpsmig lder Teuerung steht das Aus-)llhrverbot in Verbindung. Die Kommission ^ Bekämpfung der Teuerung wird in den nächsten Tagen Me Ditzung abhalten, iu welcher beschlossen Zverden wird, ob die Ausfuhr verboten werden solle und welche Maßnah? ?ven zur Äekänchsung der Teuerung zu tref- fen seien. Auf die Frsge eme? Journalisten, ob die Bars und die .Äabarett^ geschlossen werdeu, erwiderte der Minister, daß das ^Innenministerium die Bars weder eröffne noch schließe. Er habe von seinen Untergebenen verlangt, daß über solche lokale eine besondere Aufsicht geführt werde. ES ist j^^denfaSs nicht gerade erbaulich, zu sehen, wie in diesen Lokalen bis in die Vorgenftunden gezecbt würde, während die breiten Volksschichten mit Lebensschwierigkeiten zu kämpfen haben. Er wisse noch nicht, ob nicht auch die Masthäuser um 9 Uhr abends gesperrt werden. Nil^ nur in Beograd, sondern auch in allen anderen Zentren unseres Baterlandes ist es notwendig, daß sich die bürgerliche Bevölkerung in diesen schweren Zeiten unserer Wirtschaft einschränkt. Bezüglich deS Sokolzlet in Aarahe» i« London, August. Die „Times" melden cnis Berlin: Auf das i^eriicht hin, daß ?9ran«?el demnächst in Odessa landen wolle, die «omsetsbehördcn Maßnahmen geti-liffen, wobei ihnei? die Arbeiter den l^ehorsam verweigerten. Es kam zu blutigen Zusammenstößen, in derm Verlauf der Ha-fenkommifsär nnd nier bolsckewistische Agen' ten getötet sowie drei Arbeiter schwer verletzt wurden. Kurze Nachrichten. WKB. Peris, M. August. Im Laufe des Ministerrates in Rambouillet erklärte der Minister des Innern Pressevertretern ge- LMIana b-wnl- d«r Jm.c°minist-r. d-ß! S-"°b-r. -j s« kcin« Rİ davon, daß die dieser ein« grosic Manifestation unserer Na< z embcrusen würden. tron war. Sc. Majestät gab über diese gekm- l WKB. Lovds», 16. August. Wie die Blät-gene Veranstaltung wiederholt seiner Freude j aus Lahors melden, ist der Rebellenführer Ausdruck. Was seine Reise nach Südserbien, Motisinghi, der Anstifter der Ausstände in anlange, erklärte der Innenminister, daß Pends6)ab, zu Klvei Jahren Gefängnis ver- dieS von der Arbeit der Ministerien und deS Regierungspräsidiltms abHange. Snquette zvr BekNWPftMD her Se«er««ß. Beograd, 17. August. Gestern nachmittags wurde im Fmanzministerwm eine Konferenz zwischen einem besonderen Komitee der Minister und der Erwerbskreise abgehalten, in welcher eine Enquetekommission zur Bekämpfung der Teuerung gebildet wurde und über die Bekämpfung der Spekulatwn mit Lebensmitteln, sowie über die Approvistonierung der bverten Volksschichten verhandelt wurde. An der Enguetekomnnssion naHmen tell: der Vertreter des MnisteriumS des Innern Ko-sta Timotieviö, Dr. Kumanudi, der HandelS-mittister Osman Biloviö, der Minister für Sozialpolitik 2erjav, der AbteilungSches im Handelsministerium Milo RadoslavoviL und Dr. Miho Jovanovi,ö als Vertreter Beamtenschaft. DaA »Ofiuöe« dM««»»zws. WKB. Gardonne, 16. August. Nach dem gestern abends veröffentlichten Bericht über ws Befinden dAnnunzios hält die Besserung an und gibt der Hoffnung aus Genesung Raum. " Sxpwsiov w EwE«KOhlE«berg««k 13 Toi«, s Benmmdete. MB. Darbau, 16. August. In den Koh urteilt worden. WKB. SleoeliMd, 16. August. Der Ausstand der Kohlengrudenarbeiter ist beendet. WKB. »«.."August. Nach ewer Blättermeldung hat der Minister deS Innern seine Demission gegeben. WKB. Budapest, 16. August. Nach einem heute vom Finanzminister Kallay ^r Na-tionalversammlmlg unterbreiteten Bericht sind auf Grund d^ ersten und deS zweiten BermögenSablösungSgesehes bis Ende Mai d. I. insgesamt 6^ Milliarden Kronen eingeflossen, die vis auf den Betrag von 996 Millionen Kronen bereits aufgebraucht sind. WKB. Lsttdo«, iü. August. Lloyd George !hat sich aufs LM begeben. Marburger und Tagesnachrichten. Das SönigSpaar auf der Durchreift durch Maribor. Mittwoch den 16. d. um Uhr kam der Hofzug aus südlicher Richtung nach Maribor. Wenige Minuten darauf kam ein Antomobil am^Ba^nhose an, in dem sich der König Md dj^, Köniszin besanden. Da W-nig Alexander W Zl^il war, wurde er nicht sofort erkanilt. Auf dem Bahnhofe waren Offiziersdeputationen vnid Vertreter der Be-zirkShauptmannschaft sowie eine zahlreiche -Menschenmenge anwesend. Der König war lengruben von Dundee ereignete sich eine Ex-! äußerst leutselig, sprach viele an und reichte plosion, wobei 13 eitigoborene Arbeiter getö- > ihnen die Hand. Um Uhr setzte sich der tet und 6 verwundet wurden. Zahlreiche Ar bcitcr werden vermißt. Verüstewflurz. 5 Tote, S Schwerverletzte. WKB. Berlin, 16. August. Heute vormittags stürzte ein unter dem Dache der hohen Halle. des Anh«lltl?rbahnhofs angebrachtes Baugerilst herab. Die auf dem Gerüst mit Reparat-urarbeiten beschäftigten Arbeiter sind in die Tiefe gestürzt. Ein zuMig anwesei^r Arzt konnte bai fünf Verunglückten nur mehr den Tod feststellen. Sechs Arbeiter sind schwer verlcht. ! ! . Zug unter stürmischen Ovationen der Bevölkerung gegen Norden in Bewegung. Im königlichen Gefolge befand sich auch der Minister des königlichen HofeS J^ovi^. Patzgebiihreuermößiguug für Reift« w tIl!^chopo«Msche Badeorte. Die tschochoslo-v^rschen Vertretungen wurden ermächtigt, Angehörigen fremder Staaten, die auf Grund eines ärztlichm Zeugnisses beweisen können, daß sie in die tslZ^oslowakische Republik zum Zwecke des AufenchalteS in irgendeinen tschechoflowakischen Bad^rt reisen, daS Visum gegen die Hälfte der Gebühr auszustellen. Das Visum wird mit einer besonderen Klausel öerscheN,.daß es.nur zum Zweck<^ deS Besuches sineS Bades auS^zeftellt worden ist. Diese Herabsetzung der Biiumgebühr gilt vorläufig nur fjjr das Jahr Die itolienische?pegie?ung vnd die Äfföre der Adriabans. ??arod" crfä^??r 0!in autoritativk^r »^-sits, daß die it-aliemsch.^ Regierung die B-'^rader Regierung offiziell l>crjtändigt daß der itals«??lische Staat durch die angeblichen Unregelmäßifzkeiten in ^ Gsschäftsgedarunq ^„:r Adriatljl5)en Bank in Trieft nicht dün geringsten Schaden erlit» ten habe. LandeSgeserdeauSsteSung iu MariSor. Der Ausschuß der LandeSgewsrbeausstellung hat seine Kanzlei auS^der 'Aleksandrova cesta 22 auf den Ausstellungsplatz verlegt. Eingang durch das kleine Tor in der Razlagova ulica oder beim Hachittor in' der Presernova ulica. Namensgleichheit. Herr Alois Petlar, Schmied in Ai^öevina, ersucht unS mitzuteilen, daß er an der Affäre wogen des Verkaufes von ärarischen Baracken, die in der nach» sten Schwurzerichtösession zur Verhandlung kommt, gänzlich unbeteiligt ist. Es handelt sich in diesem Fall um den Maurermeister Herrn Alois Peklar, ebenfalls in KriZevina ansässig. - ; Berlore». Dienstag (Feiertag) abends wurde in der Frankop^ova ulica vom Gast-Hause Juritsch bis zur Unterfahrt ein silber« neS H^Skett^n verloren, von dem der An« Hänger abgerissen war. Da das Kettchen ein liebes Andenken ist, wird der Finder ersucht, eS in der Dvorniitkä 22, (Part, r.) gog^ entsprechende BelHinmg lavzugeben. Bersammlimg der Tabaktrafikauteu i« Maribor. Wir werden um Aufnahme nach« stehender Zeilen ersucht: Am 13. d. wurde bei der Versammlung der Tabaktrafikanten von Maribor und Umgebung ml Sinne der Sta^ wten der Tabaktrafikanten von Krain in LjuVljana beschlossen, daß eS notwendig sei, daß sich die DBaktrvfikanten von ganz Äoq wenien vereinigen mtd Mmeinsam ihre Znq teressen verfolgend Der Ätz der Zentrale für Slowenien wird in Ljubljana, die Filiale aber in Maribor sein. Für die Filiale in Ma--ribor wurde folgend« Ausschuß gewäMs Zum Borstand ^rr Fvanjo Nevat, Stelk^H treter Stevo Savernik, Sekretär Franjo Kos, pina, Stellvertreter Frau Maria SlamL, Kass^ Anton Gole8, Stellvertreter Frau Justma Maöek, I. Kontrollor Philipp Hauptmann, 2. Kontrollor.Fvau Christina MlÄuö, AuSsMsse: Karol Jakob,"^rau Maria Ortner, Frau Josefa Sever. ES ist PfliÄ)t eines jeden Trafikantm, daß er sich im eigenen Interesse organifiei^ und dem Verein als Mitglied dettritt, da eS nur dann möglich sei» wird, daß seine Interessen vertreten werde«. Allfällige Beschvserden und Wünsche werden beim Sekretär der Vereinigung der TabaFq trafikanten für Wowenien, Filiale Marwor, QM Ztralja Pßlxq hI Nr, 2 entgegengenomq men. LgassermaVDffl. Der Stadtmagistrat der« lautbart: Die geringen Ni^rschla^mengen im vergangenen Winter und FrÜhj^)r und die Dürre im heurigen Sommer find die Ur-sache, daß Äe städtisch« Wasserleitung den WW s» Nsß M ilit Litte vtim... t0 Erich öffnete die Tür weit und sah hinaus. Noch mit mwerminderter Mewalt rauschte der Regen nieder. Sie drängte sich in der engen Tür an seine Seite, e^nfallS inS Freie spähend'. Ihr Haar berührte seine Wange; er fühlte den jungen Körper dicht an dem seinen — da trat er hastig vor und ließ mn seine heiße Stirn die frische Regenluft wehen. Jutta war durch irgend etwas enttäuscht; „Der Liebste mein, wenn ich ihn hätte -» Venn ich ihn hätte--^ Erich wandte sich jäh um und sah sie zornig an. Er wußte, daß sie eS daraus anle^, ihn aus seiner Selbstbeherrschung zu reißen. Er schalt sich selbst einen schwerfälligen Toren, well er die Gelegenheit nicht beim Schöpfe faßte. Aber sein Stolz verbot eS ihm — und Z^tta war ein unbev^enbareS Geschöpf, dem es Freude machte, andere Leute zu quälen. „Hören Sie aus!" gebot er mit rauher Roman von Kr. Lehne. (Nachdruck verböte«.) ^ ?Jch habe eine Idee, Herr Förster!" rief Ne da fröhlich, „ich werde uns einen Tee machen — oder einen.Grog — es ist ja alleS dazu da!" Sie schob die Borhärige von einem kleinen ^brett auf dem in musteret« v«- ^ung eme Fläche Rum Ar«., «ne Mch- > !»bachtete fie ih«^ M- ele^t und v«n.hm StLm7 Wme standen; auf dem Tisch neben dem klei- , i.. « «m eisernen Ofen befanden sich ein Spiri. j ^l.chte ^ ^ 7 « ' ^ ^ ^«kocher und «in- Flasche Spiritus. ^ "u^uckSvoll »nd trillerte sie und sah ihn l-chelnd an. irna ickon an mit den Tassen j^u « gescZ^Men sein Proftl . zglut trat ihm in sein blasseS Gesicht, Sutt' „Und du zürnst mir nicht?" „Eigentlich Wohl, da du ein so schwerfällig ger Mensch bist, d« vor lauter Bedenken beiq nahe unser Gl'ü3632 Volksschulen. Hievon entfallen auf il^roatien und Slawonien 1778. auf Eerl?ien 1313, auf Elo-wenicn 821, auf die Woswodina Ks>7, aus Bosnien und Her^c^gowina 523, auf Dalma-tisn 521 und auf ?)^ontene^o B^lisschu-len. Wasserbedarf der TtM nicht mchr «n vollen Umfange wird Äecken können. Der Stadtmagisttat wird sich daher bemüßigt sehen, i.n Kürze strenge Maßnahmen betreffend den Wasser-yerbrauch herauszugeb«, wenn sich nicht bald SN ausgiebiger Regen einstM. Vorderhand wird nur darauf aufmei^ksam gemacht, daß ^ strenge verboten ist, Wasserleitungswasser von einem Grundstück auf daS an1>ere zn führen. Gegen Auwit^rhmidelxde wird mit aller strenge vorgegangen werdc^ und die s^chuld-tragenden auf jeden Fall da^ Wasserbezugs-,!ccht entzogen werden. Die Btwölkerung wird ^ucht, mit dem Wasser möglichst sparsam Zimzugehen. Grazer Mefl««Aarten sind eingetroffen und bei der königl. Hofspeditiott „Orient", 5Keljs-?a cesta 12 und derün ^silialen erhältlich. — Preis 30 Dinar, mit retomn'andierter Zu^en . dung 22 Dinar gegen Voreinsendung deZ Bc trageS. GrülldungSfeier dss UrüeitertmuoereweS tz^Gloga". Sonntag den 20. d. findet im Gast garten Moder in.Studenci (gegenüber der Südbahnwerkstätte) die Gründungöfeier deS ^ Arbciterturnverclnt^ „Lloga" statt. Außer döm Schauturnen sind auf dem Programm verschiedene Votksbelus^tigungcn, alS: Tanz, Iuxpost, Gemeindearrest, . Konfettischlacht, Glückshafen usw. vorgeschev.. Die Musik bc sorgt die Feuerwehrlapelle auS Pckre. Das Fest beginnt um 3 Ul^r nachmittags. Ein trittSpreis: im Vorverkauf 3 Dinar, an der Kasse 4 Dinar. Im FaÜe ungünstiger Wit. terung wird das Fest auf einen der nächstfob genden Sonntage verschoben werden. GeWerbeausstellung in Lelje. Au» Celje, 15. d.. Vird uns geschrieben. Die . Gewsrbeausstellung in Celje ist eröffnet und man kann schon lt«ute mit gutem Gewissen sagen, daß da» Dargeboten« die Lrwartungeu weitau» übertreffen hat. Die Autstevung zeigt, daß auch da» heimische Gewerbe genug ^ntwicklungsMöglichkeiten hat. D^r slowenische G^werbeverein in Maribor teilt un» d«zu mit: Nächsten Sonnjqg, da» ist am 20 d. wird sich der ^werlöeverein.hrporatio naci Celje begeben, um die ^Au»stellung zu besichtigen; aber au^ die anderen Gewerbe treibenden und Raufleute sind eingeladen sich an der Besichtigung zu beteiligei Legitimationen auf Grund deren eine Fahr Preisermäßigung unr die Hälfte gewährt wird find in der Kanzlei de» slowenischen Gewerbe treidendenverbande» in Maribor, Aleksandrova cesta SS, oder bei kjerrn Ias»f Berani«^ Schithmachermeifler, Rralja Petra trg anzusprechen, woselbst auch alle nStigen Informationen erteilt werden. Treffpunkt für die TsUnehmer: Sonntag »m filnf Uhr früh ckm ^auptbahnhoje. Di« Ausstellung dauert bi» TS. d. M. Em stechcr Raub aus der Sisetlbahil. Bor ungefähr 14 Tagen war der HolzhäMer Er-' nest Gabathh aus Brezno a. D. mittelst Fließen drau- und donauabwärts nach Palanka - ^ . -^gefahren, hotte dort die Flöhe verkauft undfortsetzte. war vorige Nacht mit der gespickten Brief-Z Ein weidlicher „El^ann". Eine wunder-tasche auf der Heimreise begriffen. Ungefähr liche Geschickite kam kürzlich zur Kenntnis der um Mitternacht begab , sich d«r tzolzhändler Polizei in Desmoines, der Hauptstadt des aus dem vollgepfropften, nur mit einer Ker-! amerikanischen Staates Iowa, als dort eine ze beleuchteten ^ggon yuf d^S Klosett. Er ^ gewisse Frau Janet Simmons mit dem Er-hMe kaum ^e Tür hinter sich verriegelt, als ^ suchen erschien, einen Haftbefehl gegen Frau «in Individuum draußen heftig zu klopfen, Irene Gaul auszufertigen. Wie sie erzählte, begann und stürmisch Einlaß beehrte. Als hätten sie und die Beschuldigte 18 Monate ^bathy diesem Wunsche nachkam und die. als Eheleute gelebt. Sie hatte ihren „Ehe Tür öffnete, wurde er von dem Gauner gc- mann" in einem Restaurant.kenn«? gelernt, packt und in einen Winkel geschleudert. Zu ^ wo „er" als Ehef tätig war. Die verkleidete gleicher Zeit erschien ow zweiter, der ihm ein' Frau hätte rhr mehrere Monate den Hof ge Tuch vor den Munid hielt, um ihn am Schrei- macht, und sie hatte sich schließlich bereit ge en zu verhindern, während sein Komplize daS' funven, den stürmischen Bewerber zu heira wehrlose Opfer ausraubt«-. Als der Zug vor! ten. Drei Wochen nach der Hochzeit will sie der Station Bosnisch-Brod seine Fahrt der«' die betrübende Entdeckung gemacht haben, langsamte, sprangen die beiden Räuber ab daß ihr Gatte eine Frau war. Aus Schamge-und verschwänden. Der ganze Borfall hatte fühl und auS Furcht, sich dem Gefpötte der taum zwei Mrnuten gedauert. Der AuSge- ^ Leute auszusetzen, habe sie von einer Anzeige ' raubte erstattete bei der Gendarmerie in abgeschen. Als aber jene aufhörte, zu arbei tcm. vielmehr den 5lnsvruch erh?S, s^ch ihr t?rnähren lizfssn, sah sie sich schließlich doch in Not.n.'Ni^-igk^'it ^ers<'^t, sich an dic! Polizei ^^u w. Flllgzeugpop. Der Minister für Post- und Telegraphenwesen ist ermächtigt wordcn, ei« ne Konvention zwecks Errichtung eines Flug-zougpostdienstes zwischen Beogra'd und Paris zu schließen. Für einen Brief inl Gewichte von 20 Gramm werden 2 Dinar entrichtet werden. Ueberdies wird die Flugzeugpost auch dem Personenverkehre dienen. Von Paris bis Beograd wird die F«^rt 19 Stunden dauern. Elve ganze MscherbootSmaunschaft religiös wahujwuig. Ein merkwürdiger Fall religiösen Wahnsinns ereignete sich kürzlich in Bord eines holländischen Fischloggers in der Nordsee. Ein junger Mann der Besatzung be hauptete matten auf See, daß der Teufel an Bord sei, und redete der Mannschaft ein, daß sie viel in der Bibel lesen müsse, um diesen Gast zu vertreiben. Der Einfluß des Geister sehers war so groß, daß tatsäWch ein Teil der Bemannung den ganzen Tag lang die Bibel las und die an Bord notwendigen Ar beiten nick)t versah. Die Bemühungsn des LoggerführerS, Ordnung zu schaffen, waren vergebens. Schließlich behaupt^e ^der von den Teufelsvisionen Besessene sogar, daß das Schiff sofort an Land zurück müsse, da eS der Teufel andernfalls an den Meeresgrund brin gen würde. Seine Anhänger baten den Füh ver himmelhoch, dem Ansuchen stattzugeben, doch weigerte sich dieser energisch. Bei den Shetlands-Jnseln warf, dann der Teufels seher ein betriebswichtiges Rad der Maschinerie über Bord, so daß der Fjjhrer wohl oder übel doch anlaufen mußte. Auf der Rückreise veranstaltete die besessene Mannschaft noch allerhand wüste Auftritte. Bei Ankunft deS Loggers in Holland wurde der Rädelsführer des Unfugs von der Polizei in Haft genommen, wo er seine merkwürdigen Spukgeschich- „Frag' mich 'doch nicht, du —! Du weißt'S zu küssen, und fast verstimmt wurde sie, als ja doch selbst nur zu gut!" flüsterte er heiß, ,»u«d ^st mich trotzdem so geguält." Er küß-tf sie aus die Augen und aus den trotzigen Mund. „Törichter Mensch du! Soll ich dir denn er jetzt mahnend der Zeit gedachte. „WW du mich allein lassen?" klagte sie. „Diana bleibt bei dir; ^ bist du gut be^ schützt Diana, hörst du, gib auf mein Herz lieb fein acht", sagte er zu dem Hunde, „ich um den Hals fallen^'' sagte sie mit reizender, kann dich jetzt nicht mitnehmen — hier bleibst Schelmerei. „Ich glaube zwar, ich hab's nun du — — Und eS war, als habe ihn daZ doch getan.* ^ ^^uge Tier verstanden; den gehorsam legte es Wie zwei Kin!dsr scherzten unid lachten sie. ^ ^utta nieder. Der frohe Ausdruck dnkl^e Erichs sonst so —! Nur .ernstes Gesicht. ,Autta, mein Lieblmg—^ mein einziges, sitßeS Mädchen!" »Ach, du, sag' das iwH el«mat! Wie seltsam , „Ach, Erich, bleibe doch noch ein paar Minuten." Er nahm den Kopf der Geliebten in seine beiden Hände und sah mit einem heißen Blick in ihre Augen. „?^ein, mein Lieb! Halte mich nicht länger klingt mir das auS deinem Mutche! —" Sie - ich bin ja bald wieder zurück." ' lSor'iedung lolq».! Ein Aukv fi»r 1 ^^lm'rika ist der Auto'nobil?. bessere Mann, ZX'r Silvas auf fi'ch hält, vi^rfüstt sein^'n eixil'nen Waqen, und rnerkwi/rdig sehen oft in ?cew ?)ort die Gesäzäft'^jlraj^en aus, in denen end^-lose Reihen von Aui>>s fiihrerlos vor den )bii.preise heute eine fallende Tendenz. Die Dawenvort (Iowa) hat hiebet den Vogel ciogeschojjen. C'in oort woh nender Automodishändler bietet eebrauchtc Autos zum Preise von 1 Eent für daS Etück auf dem Wi'ye des öffentlichen Zeitungsinse rates an. Dabei ist dieses der Bevölkerung von Davenpi)rt angebotene Auto keineswegs nur noch toteiZ Material, sondern es wird in der Anzeige ausdriicklich als „fahrfertig" be zeichnet. ??ur eine Bedingung knüpft der Ver-käirfer an den billigen.Preis: er gibt das Auto für 1 Cent nur an einen solchen Käufer ab der ihm ein gleiches gebrauchtes Auto zum normalen Katalogpreise abkauft. Das ganze spassige Manöver würde also, praktisch ge nommen, nur eine Ermäßigung des Kaufpreises unl öO Pro.Mt gleichkommen, wobei allerdings der Käufer den Nachteil hat, daß er ebensoviel wie sonst zahlen muß und als Entgelt statt eines Autos deren zwei bekommt, wofür er sicherlich gar keine Berwen-dlmg hat. DeklN eins von den beiden durch Weiterverkauf loszuwerden, dürfte ihm auch nicht allzuleicht fallen, da selbst der Händler solche merkwürdig gekrümmten Wege gehen muß, um seine Ware an den Mann zu bringet. Fokkee ilber de« Lustlrieg der Zulunst. Fok-ker, der bekannte holländische Flugzeugkonstrukteur, der das Feld seiner Tätigkeit jetzt nach Amerika verlegt, hatte bei der Durchreise in London eine Unterredung mit dem Vertreter eines dortigen Blattes, in der er seiner Meinung dahin Ausdruck gab, daß der Zukunftskricg so gut wie ganz durch die Luftwaffe entschieden werde. „DaZ Land, das über die stärkste Luftflotte verfügt", erklärte er, „wird die Offensive eröffnen und dadurch gleich von vornherein im Vorteil sein. Luftangriffe auf Städte werden dazu führen, daß diese von den Bewohnern geräumt werden. Man wird den Angriff mit Gas- und Rauchbomben eröffnen, denen Explosiv- und Feuer-bonrben folgen werden. Die wick?tigstcn Punkte, die Eisenbahnen, Munitionslager, Regierungsgebäude werden das Hauptziel der Angriffe und infolgedessen den Mittelpunkt der Verteidigung bilden. Das einzige Mittel, die Luftflotte zu bekämvfen, besteht in der Schaffung einer starken Vsrteidigungsflotte. Es ist die Pflicht jeder Nation, sich zum Verteidigungszweck in der Lust so stark wie möglich zu machen. Der Krieg kann nicht durch Friedenskonferenzen aus der Welt geschafft werden, sondern nur dadurch, daß man die Luftflotte so unwiderstehliä) und stark wi<.' möglich macht und desbalb ist es nicht zu viel gesagt, wenn man behauptet: Die Entwicklung des Flugzeuges ist der Beginn des Endes der A riegsmoglichkeiten." Die Sorge um die Vrautausstattung Leicht ist es wal haftig nicht, aber es muß doeb sein. Die wenigsten Väter sind jetzt in der tage, füe den Vä'chekchai^, überlifaupt für ein kseiratsgut, der Tochter zu sorgen. Sie ^önnsn ja nicht einmal den laufenden Bedarf des Dauses decken und bedürfen auch dazu der Mithilfe der Gattin oder der Rinder. Gibt es aber mehrere solcher erwerbenden Helfer in einer Familie, dann wird es meist so ein gerichtet, daß die verdienenden Rinder nur einen Teil ihres Einkommens daheim abliefern und mit dem anderen Teil eigene Ausgaben bestreiten, vor allem ihre Rlsidung. Und dieses Bekleidungsbudgöt wird von klugen und ökonomisch denkenden Nlädchen so verwendet, jeden NIonat irgend ein Stück für die Ausstattung angeschaft wird. Einmal ein oder zwei paar Strümpfe, dann Taschentücher, im näcbsten Monat drei kjandtücber, später etwas Tischzeug, hierauf sin S'ück Leibwäsche oder drei RÜcbentücher, bis ein kleiner Fond zusammen ist, der jetzt bekanntlich sickerere Kopital« anlage bedeutet, als ein ^^ankkonto. aber man bat sich lä-gst daran gewöhnt, mit Stücken stcktt mit Dutzenden zu rechnen, viele Mädchen haben ja jetzt schon in jungen ^abren ein verhältnismäßig großes Li«» on^men und wie sie ehedsm ihre Aussteuer näbten, so erwerben sie ihr Lseiratsgut jeszt Siück um Stück. So le'nen üe mit dem Sparen und Beroahren auh die Freude am Wirtschaft ichen Au'bau der eiqensn Zukunft; denn jedes einzelne Stück kellt setzt ein Stück eigenen ?!eifes dar und bedeutet dann das Ergebnis vieler Arbeitstag». Dadurch liebt man diese Dinge und hänat an il^i'sn genau so wie einst, da ma» keinen sel Ü spann und dadurch den Beweis hanswirlschastlicher Tüchtigkeit erbrachte. Aämxfendö ZN^iulwürfe. Ls dürft» ismlich allgemein bekannt sein, daß der Maulwurf ein unersättlicher Fresser ist. der kaum eine Stunde lebsn kann, ohne Nahrung ju sich zu nehmen Weniger bekannt ist es wübl. daß die Maulwürfe nroöeRaufbolde sind. Da di se Tiere das Licht scbeuen, nur ausnahmsweise aus der Erdoberfläche sich blicken lassen und dann nur an ganz schattigen, oersteckten Plätzen, so wird dem Beobachter selten Gelegenheit geboten, ihre Gewohnheiten zu studieren. Diese ungelchlachteten, scheinbar blinden pelz« und Muskelklumpen werde«, wenn sie rvegen eine» Regenwurm» pVer Engerlings oder aber auf dem Pfade de» Minne aneinander geraten, zu eingefleischten Teufeln, zu wahrhaften Tigern der Unte»« welt. Sie stürzen mit solcher tvnt und so rücksicktslo» übereinander her, daß sie selbst die Gegenwart des Menschen vollständig ignorierest und dicht vor seinen Fü^n .sich herumbalgen, krampfhast mit den kurzezr muskulösen und schaufel^roehrten Aermch«» strampelnd »nd kratzend und gegenseitig -» dem Ghre des Zuschauers deutlich vernehmbar mit dem scharfen, kräftigen Gebiß dick Unochen sich zermalmend. Man muh e» selber^ gesehen haben, u« sich eine vorstellnng von der Naserei machen können, die diese kleine« Geschöpfe im Kampfe beseelt, die, »enn sle nicht von dritter Seite gervaUsam unterbräche» wird, ihren Abschluß erst dann findet, u»«n» wenigstens einer der mutigen Streiter sei» Leben eingebüßt hat. Nicht selten werde» wohl zwei Leichen auf der U?«hlßatt liege» bleuen, -«P Park-Cafe. Täglich bei schöner WitZvnmz verstärktes Salonkonzert von 17 bis 19 tmh von 20 bis 22^ Uhr. Spott. Radftihrerklub „Edelweiß 1900". Sonntag den 2l1. d. Tagespartis nach Krapina unÄ tinSka Toplice, retour über RogaSka Glatrna^' Anmeldung beim Schristsührer Halbwidl,' Gäste willkommen. Börse. ZagrÄ, 17. August. Schluß. Wien 0.l2 bit 0.125, Berlin bis 5^, Lire 3l>4 bis 40y, London 382, Budapest bis 5^, New Dorf 86 bis Dollar 8ü>^, Paris —, H:ag 265 bis 269, Zürich 1650, Bukarest 63 b^ 65. Zürich, 17. August. Schluß. Berlin Y.4S) New Jork 524.25, London 23.49, Paris 41.65, Malland 28.65, Prag 15.30, Budapp« 0.33, Zagreb 1.52^, Bukarest 3, Warjjö^ 0.07, Wien 0.00 sieben achtel. Theater und Kunst. „Alt-Heidelberg." Es war ein gMcklichet (bedanke des Verbandes deutscher ^chschüler MariborS, für seine Veranstaltung am IS. und 16. d. M. ein Schauspiel aufzugreifen das einerseits zufolge seines Milieus denDar« stellern besonders gut liegen mußte, andererseits aber zu jenen Wer!^n gehört, die oll«r herrschenden Modeströmungen zum Trotz an ihrer Bühnenwirksamkeit keine Einbuße ers litten haben. Wilhelm Meyer - Försters Schauspiel „Mt-Her^lberg" ist ein Studen^ tenstüct im wortwörtlichst?en Sinne, erfüllt, von lachendem Leben und einer feuchtfröhlichen Weltanschauung, romantisch verbrämt durch den landschaftlichen Hintergrund der Neckarstadt Herdelberg, die unS zum Synrbo» der Poesie geworden, aus der wunt»erbaren Einheit von Geschichte und Kunst, Jugend und Natur heraus. Hier nun spielt sich eine tragische Episode einer Jugend ab: Karl Heinz. Als ein sorgsam von Hofschranzen und Lakaien gehütetes Stubenpflänzchen kommi er nach 5>eideU^rg, mitten hinein in den Mai und das farbenbunte Treiben, um hier in der aufschäumenden Iugondlust studentischen Le» Selbßverßändlich geht es meist nur ftack«eilez l.dens seine ^gend wiederzufinden. Mitte? Sk »H ? y I ? z? e ir » « s ?!r. 18?^' — 18. August kmS höchster MückStninkenheit sedoch WKL der flotte AorpSstudent herausgerissen. Pflicht erfülluag ruft ihn nach KvrlSburg und !»er Maim Karl .^«z weiß seinen Wcg, obwohl «S em K'waltiqeS Aufbünmen aller seiner Gefühle ^yen die drückende Fessel dc5 Hoflebens ist. So kommt er, von verzehrender Sehnsucht getrieben, vor feiner Hochzeit wie->erum nach Heidelberg, um noch cinnml die traute St^ seirres Studentenwiederzusehen und um in bell Armen seiner geliebten Käthe von Jugend und Gliick Abschied zu nehmen. In dreser tragisch.^: Episode ruht neben der Milieuzeichniulsi die Wucht uud die stärke des Bilhneniverke^ und sie Wierde trotz des stark ausgetral^euen humoristischen Elementes durch d'ie t^Innzende Leistung des Herrn jur. Luis Stanek nIZ Karl Heinz voll mrd plastisch zur Geltung gebracht. Nicht nur, daß Herr Stanek den psychischen Wandlunqs-Prozeß seiner Rolle durch alle Aufzüge hindurch mit großem Feingefschl und erlesener Sorgfalt zu interpretieren verstand, sein Karl Hewz verriet vielmehr ein vi^lliqe'Clch-hineinversenken, schöpferiicheS Gestalten, ei» Umstand, der ganz deutlich von der hoheil Begabung deZ Rolles^trägerS spricht. In Frl. ?rude Mertl hatte Herr Stanek eine e^n-vürtige, temperamentvolle Partnerin gefunden, die ihre Käthe mit jugendlicher Grazie und GemütSinlllgkeit deS siißen Wiener Mädels verkörperte. Herr Dr. Kleebinder bot als Dr» Iüttner einen warnifühlenden Pädagogen, ^r sich würdig an die beiden Vorge-irannten anschließt. Nnen ganz ausgezeichneten Lutz gab uns jedoch Herr Schuhmann, der in Herrn can'd. ^g. Albert Bauer als Schöllermann eine vortreffliche Resonnaiiz fand. Eine selbstbewußte Kammerdienerfigur,, die aber die obligaten Domestikeumanieren! mit feinem Humor zur Geltung brachte. Die Herren cand. ing. Richard Bauer als Staats-inwlster und techn. Kurt Glaser als Hofmar-.schall stellten sehr gute ^'»oftypen, trockenes Pflichtmenschentum, besonders ersterer, der den GtaatSmimster mit imponierender Würde Wil4>erzugeben verstand. Frau Schuhmann Md Herr techn. Segalla waren ein biederes imd dk?voteS Wirtspaar, während Herr med. Miglitsch als 8lellermailn in Aufnlachung Ain-d Spiel nrdrollig wirkte. Die Ensemble« fzenen steigerten sich oft unter der schneidigen Führung des Herrn techn. Zeichen, eine, nebenbei bemerkt, forsche Burschenschafterge-stalt, zu ewem operettenhaften Schwimg und hinreißender Wirkung,' die selbst der etwa? ^scheidene Bi'chnenraum nicht f.u beeinträchtigen imstande war. AlleZ in allem: die bei-dm Aufführungen mi^ssen unbedingt als sehr gelungen bezeichnet werden, ein Verdienst der allen Lagen gewachsenen Regie, die in' den Hünden des Herrn Schuhmann lag, dessen prächtiger Lntz oben bereits gebührend hervorgehoben wurde, wozu sich noch der nimmermiide technisclie Leiter Herr techn. Frank gesellt, der eS uutcr den gewiss nicht gerade günstigen Verhältnissen wohl verstand, wirkungsvolle Bühnenbilder zu schaffen. Darsteller wie Regie haben ihr Beste? und Möglichstes geleistet und so kann man denn auch den rauschenden Beifall und die Vlumm als die ehrliche Aenßerung eineS Publikuin? hinnehnien, daS für einen genußreichen Abend dankt. ' —k. Die „Marburger Äektung" kann mit jedem Tage abon-nlert werden. ..Blenvend"! Das neue Schlagwort. ' Auch " in den LieblingSkraftausdrüclen herrscht so etwas wie Mode. Es kommt ein Wort auf, ein Ausdruck in Schwung und das geht wie auf unsichtbaren Flügeln durch die Lande. Jeder sagt eS, jeder benützt eS, bis es verbraucht, abgenützt ist und von einem neuen abgelöst wird. Bor v'ielen Jahren war das Modewort „Kolossal" sehr in Schwung. Alles Außergewöhnliche, Ueberraschende, Verblüffende war uns Jungen in der Zdadettenzeit dcS Lebens einfach kolossal. „Du, Frennd, ein Madel Hab' ich eben auf der Straße gesehen, zierlich und fein, ich sag' dir — einfach kolossal!" Wobei uns der Widersinn nicht einmal auffiel, denn aslch das Reizendste war uus damals kolossal! Machte einer von uns auf dem Karam-bolbrett eine „Serie" von 15 oder 20 Points, so war das kolossal, und waren wir gegen den Ersten ohne alle Barinittel, so fanden wir den Znstand' kolossal betnibend', besonders wenn der andere auch einen kolossalen Dalles hatte. Als Snperlatiiz deS „Kolossal" kam sogar schon das Monstre^vort „Kolossi'v" auf. Aber dann wurde es s6)on von der neuen Mode abstellest. Auf einmal war alleS Unge-wl.ihnliche auf Erden „pyramidal". Das Wort kam von der Spree. Gardeleut-nailtS mögen es wohl geprägt haben. Zur Zeit, als es in Spreeathcn noch eine Iarde unl) Jardeleutnants gegeben hat. DanlalS sagte js» auch der junge Offizier von der Garde in Potsdam: „Pyramidal amiWrt jestern. Beinahe Sekt getrunken." Welcher Witz zu einer geradezu klassischen Redensart ge-. schon die kleinen Ü^indor spielen blendend' worden ist. Wie oft im Leben bringt man es z Fußball, oder haben ein blendendes Stuck mit Ach und Krach so weit, daß man „bei nahe" Champag-ner trinkt. Tatsächlich trin^-ken ihn iu7mer andere. Einst sangen wir Ka« dctt?n ja auch daS Lied: . ' ^ .7 „Mein Fräulein, Sie sind gottvoll, Und ganz pyramidal. Uff Iardefähnrichs Taille — Nächstens stürm' ich Sie mal!" Es hat sich auSgestürmt. Vorerst wenig-stens. Und was die preußische „Jarde" be .Tort? gegessen. Je miserabler der Kursstind der Mark ist, desto blendender wird die Redensart, je härter Volk und Staat vom Tchick sal bedrückt und gedemütigt werden, delto öfter kann man hören, der Kaffee sei blendend gewesen, die Mnsik habe blendend gespie!»-, die Ella habe noch nie so blendend ausgesehen wie in der neuen Toilette, und beim Rennen im lÄrunewald sei der Favorit einfach blendend gelaufen, weswegen es auch l?lZ sür lt) gab beim Toto, was doch blendend ist. In der trifft. Und „pyranUdal" als Begriff ist auch ^ Wellington-Bar weiß man glänzend Eoctail längst aus der Mode gekommen. Anderes zu mixen, in der Aurora-Diele ianzt man Worte stellten sich ein. Die Dinge auf der! blendend Shymmi und die Aglaja I)ätte sich Welt wurden abwechselnd „sabelhaft" oder , für 5000 Mark einen weisM Zwergmops gc-auch sadulös. Dann wieder kam das Wort! kauft — geradezu blendendschön. „glänzend" in Schwung. Wir haben uns; ES ist also heute in dein niedergebrochcnen „glänzend" unterhalten, oder auch es war ^Deutschen Reiche alles, alles weder kolossal, „glänzend" langweilig. Vor dem großen. iveder pyramidal, noch märchenhaft wahnsin-Weltereignis war dagegen eine Zeitlang al-'uig, sondern einfach blendend. Es gelit les Außergewöhnliche „wahnsinnig". Ich ha- mit uns blendend abn'ärts. Der Do5ar steht be eine Zigarre geraucht, ich sage Ihnen, , blendend hoch und daß ein Ei zehn Mark lo-wahnsinnig fein. Gestern traf ich auf der > stet, ist doch gewiß auch blendend. Bleibt nur Straße eine Dame, die war geradezn wahn-'die Hoffnung, daß das Modewort sich, solange sinnig elegant geklei^det. Ein Stück haben sie es noch im Uulauf ift, zu seinem eigentlichen im Theater aufgeführt, es war wahnsiunig, Sinn wendet. Daß es uns und der ganM gut. Alles war schlechthin wahnsinnig. Sogar ^ übrigen gemarterten Welt endlich wahrhaft die Liebe. „Eleonore, ich liebe Sie wahnsin-^ b len d en d geht, weil wir sonst vor lauter nig. Einen Kuß von ihnen und ich will ster-' blendenden Sachen geblendet in den Abgri'nd ben." Darauf erwiderte Eleonore: „Wahnsin-, stürzen. A. R. nig! Sterben wollt ihr, aber heiratenj ^ Aich«' Wngesendok. In Berlin ist ja auch die Quelle der mei-I Fllr diese Rudrik übernimmt die Redal^lion sten Modeschlagworte. Dort fanden sie dcn >^^^^^ Veraniwortung. Ri-fr-lin! „Warum denn weinen, wenn man! S« wirdhiemllj.dnmam gewam» 'von Uupusk Äeifch««'». Maler. Äleidunosstllcke. aui?cmandergeht? Und überall singt, gri.hlt, Wgiche, Kttle Eckiuhe und onderes'zn ktiusen. pfeift man daS Lied, und wenn eine dicke! guch wird ersucht Psrlonen, welche von Anlon Dame auf ihren hohen Stöckelschuhen stol pert, hinfällt und ihr dabei die zu eng ge-fchneiderten kurzen Röcke Platzen, dann singt der Berliner mitleidlos: „Warum denn weinen, wenn man auseinandergeht?" Jeht aber kam, auch aus Berlin natürlich. die Parole „blendend". Es ist auf einmal alles in der Welt „blendend" geworden. Es wird kein Satz gesprochen, in dem nicht 'das Wort „blendend" einige Male vorkommt. „Hören Sie, ich fuhr da von Berlin nach Frankfurt mit dem Schnellzug, blendend rasch, und wie wir in Frankfurt sind, stieg ich im Hotel ab, blendend elegant, und ein Abendessen gab es, sehr teuer, aber blendend. Dann fuhren wir weiter, .Heidelberg — blen-ldend! Auf dem Schloß eine Menge Amerikanerinnen — einfach blendend, und am Abend i!:i Stadtaarten ein Lsonzert — blendend!" ... Alses, alles ist jetzt „blendend". Die blendende Wortseuche verbreitet sich rapid, und Äokol Eachen abgenommen haben, bei der Polizei anzugeben, da dies Eigentum des Unterzeichnelen tst. Weilers billet derselbe der Polizei mitzuteilen ol> Krischanz Sonnlaq den 6. ylustust nach 19 Ill»r <7 Ul)r abends) gesehen wurde. Der Genannleist mittelgroß, mit dunklen zurückgeltämmten Agaren, dunklen Teint und gute Zäline. er trägt einen eleganten Trap-Anzug. Girarditjut und ganz neuen amerikanischen.Neilektosfer. alles Eigentum des Unicrzeichneien^ Sm stalle er dies oder jen^s zum Kaufe anbietet, wird s!ebelen, ihn verkiasten zu lassen. Iofip Schwetssr. «533 Kleiner Anzeiger. Fabrlksneue und gedrauchte liefert das 1. S-ezialgelchSj! für Schreib-vaschmen und Atrsartikel Avt. N»d. >eU0t.Maridor.Stove«»ka AlVNpI«v für et»e» SchSlee de? drilten Mfs« bei besserer Famitie A«trüie unter.Adppla^' Veutscher SchUs«rh»nd 124. A»a»Wen »»fOWiltenh««» in Poljsaue. «it Feld und Odstgsrte« svlort t» verkaufen. Anfr«ßen Aleksan-»w»« eest« 149, Treml« öS0S A» imtfim sspttp y««flE»»»»k>U«ae. Linoleum. teppich und LSuser, Schreibttlch. Dovpelch!ffvne»r zum Barock pasjeeb. zu k«use» gesucht. An-trSje an Dienil«ann Pitul>. l?tra«kopansl»« ulice S5. SS4? 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