Tchrlftletvmg; ««ttza»»gassc ftr. A. Wi. tl, Inlrnttao. • intlilli lUtllA i«tt «B«naSm< Mi C«n- ». ftfin-r»«« m ii—ii nti m™ {iHWMitq »trtrn trt«! t. ■asraloVr Bin >tnMnura nidt I>atl4ft6t1«t ■ >11sll^gi »»MI Nc «tr»»IN>!>>i ,e>«» «> -«»-» >, »« dLliss» >«« Mm ntgtttn 9ct HW«t rt»i luBflt» Vini-MIUL ®(t. E-ufldx wschl' erWctrl ! «k» Ktt»i«» H.*rt verwalt»»«: «athautgafle Nr 5 Xibttn Ib. tl, hMtu 9aB8,r «minnqni ln4 tu fort Nkr«* : wuntitiirng ...*«■* AtltyStrtf . . . . K «-«o ««onidirta. . . . K U M Slk *1111 mit giltlni ■st H»>« I DiemrlUU , . . . » 1 — WWdlUrt) . . . K »— SaTlUWi) .... X *■— acitBtna . . . . K U-— 9*1* antlM* rtjivn M M* Sinais«* Jetm »tcUfenra tewhnl MUm. •tcgclcltd« UpnBOBatl ■ K iu« nMiSui (lilli, Mittwoch den 4. Juli 1917. Nr. 53 Amnrftii'. In der Sitzung des JustizauSfchuffes am 2. Qum verlas der Ministerpräsident folgendes Handschreiben deS Kaisers: Lieber Ritter von Seidler! Es ist mein uner-schütlerlicher Wille, die durch eine göttliche Vorsehung mir anvertrauten Rechte und Pflichten in der Weise auszuüben, daß ich die Grundlagen schaffe für eine gedeihliche und segensreiche Entwicklung aller meiner Voller. Die Politik des Hasses und der Vergeltung, die. durch unklare Verhältnisse genährt, den Welt« krieg auslöste, wird nach deffen Beendigung unter allen Umständen und überall ersetzt werden müssen durch eine Politik der Versöhnlichkeit. Dieser Geist muß auch im Innern des Staates vorwalten. Es gilt, mit Mut und Einsicht nnd in wechselseitigem Entgegenkommen Völkerwünsche zu besriedigen. In diesem Zeichen der Versöhnlichkeit will ich mit Gottes mächtigem Beistand meine Regentenpflicht üben und will, alS Erster den Weg milder Nachsicht betretend, über all jene bedauerSwcrten politischen Verirrungen, die sich vor und während des Krieges ereigneten und die zu straigerichtlichen Verfolgungen führten, den Schleier des Vergeffens breiten. Ich erlasse den Personen, die von einem Zivil- oder Militärgericht wegen einer der folgenden im Zivilverhältnisse begangenen strafbaren Handlungen verurteilt worden sind, die verhängte Strafe: Hochverrat (88 58—62 St.-G.-B.), Majestätsbeleidigung (§ 63), Beleidigung der Mitglieder des kaiserlichen HanseS i§ 64), Störung der öffentlichen Rnhe (§ 65), Ausstand ,§§ 68—72), Aufruhr (§§ 7:$—75), gewaltsames Handeln gegen eine von der Regierung zur VerHand-lttng öffentlicher Angelegenheiten berufene Versammlung, gegen ein Gericht oder eine andere öffentliche Behörde (§§ 76, 77, 78), seiner die strafbaren Handlungen nach Artikel I, II und IX des Gesetzes vom 17. Dezember 1862, R.-G.-Bl. Nr. 8 vom Jahre 1863, Vorschubleistung zu einem der ange-sühnen Verbrechen (§ 211—219). Erfolgte die Verurteilung nicht nur wegen einer der bezeichneten strasbaren Handlungen, so will ich die Strafe nachsehen, wenn die anderen strasbaren Handlungen entweder verhältnißmäßig geringfügig sind oder einen vorwiegend politischen Eharakter haben. Ist das Strafversahren noch nicht rechtskräftig beendet, fo verfüge ich die Einstellung und Abbrech-ung des Verfahrens, wenn es nur wegen der eingangs bezeichneten strasbaren Handlungen eingeleitet ist. Bon dieser Gnade sollen jedoch alle Personen ausgenommen sein, die sich der Versolgung durch Flucht ins Ausland entzogen haben, zum Feinde übergegangen oder nach Ausbruch des Krieges nicht in die Monarchie zurückgekehrt sind. Zugleich mit der Strafe erlasse ich die krast gesetzlicher Vorschriften als Folge der Verurteilung eingetretene Unsähigkeit, bestimmte Rechte, Stellungen und Besugniffe zu erlangen, sowie den Verlust des Wahlrechtes und der Wählbarkeit in öffentliche Körperschaften. Ich erwarte mit Zuversicht, daß alle meine Völker, dem Beispiele folgend, das insbesondere die Deutschen und ihre Vertreter durch ihre maßvolle, die Staatsinteressen fördernde Haltuugauchbeidenjüngsten parlamentarischen Verhandlungen zu nneiner lebhaften Befriedigung gegeben hiaben, sich in gemeinsamer Arbeit zur Lösung mller jener großen Ausgaben zusammenfinden, die z,ur Heilung der Wunden, die der Krieg geschlagen h>at, und zur Neuordnung der Dinge an der Schwelle einet neuen Zeit an uns herantreten. Für die dank der unerschütterlichen Haltung omeiner tapferen, braven Soldaten glücklich erfolgte Albwehr der letzten Offensive an der Südwestsront meines Heeres glaube ich meine Dankesschuld an die allgütige Vorsehung und an meine Völker nicht besser abstatten zu können, als durch diesen Gnadenakt. Ich wähle hiezii den heutigen Tag, an welchem mein innigst geliebter ältester, durch Gottes Gnade mir geschenkter Sohn die Feier seines heiligen Namenspatrons begeht. So sührt die Hand eines Kindes, welches berusen ist, dereinst die Geschicke meiner Völker zu leiten. Verirrte ins Vaterland zurück. Laxenburg, am 2. Juli 1917. gez. Seidler. gez. Karl. Von den Abgeordneten wurden aus Grnnd der Paragraph l4-Verorduungen über die Zuständigkeit der Militärgerichte die tschechischen Abgeordneten Dr. Kramar und Dr. Rasin wegen Hochverrates nnd Verbrechens gegen die Kriegsmacht des Staates verurteilt, die Abgeordneten Choc, Bnrival, New-liest) und Vojna wegen Teilnahme am Hochverrat, die rnffophilen Abgeordneten Markow und Kurylowicz wegen Verbrechens des Hochverrates und wegen Verbrechens gegen die Kriegsmacht des Staates, sowie wegen AuSspähuig, der slowenische Abgeord. nete Grasenaner wegen Störung der öffentlichen Ruhe. Die Folgen des kaiserlichen Amnestieschreibens haben nun solgende Sachlage geschaffen: Den Ab-geordneten Kramarsch, Rasin, Marköre und Kury-lowiez wurde im Urteil neben dem politischen Verbrechen des Hochverrates noch ein anderes Ver-brechen, nämlich das Verbrechen gegen die Kriegs-macht des Staates zur Last gelegt, desgleichen wurde gegen den Abgeordneten Klosac außer wegen Hoch-Verrates noch wegen AnSspähung die Anklage erhoben. Dies hat zur Folge, daß gemäß dem kaifn-lichen Gnadenerlaß noch ein besonderer Gnadenakt ersorderlich ist, damit die Amnestie eintritt. Bei den Abgeordneten Choc, Vojna, Netolicky und Grasen-auer ist ein besonderer kaiserlicher Gnadenakt nicht nötig, da die Folgen der Verurteilung ausgehoben erscheinen. Dc über das Vermögen der Abgeordneten Kramarsch und Rasin die Sequestration verhängt wurde, so erscheint damit auch die VermögenSbeschlag-nähme über das Hab nnd Gut der genannten Abge-ordneten aufgehoben. Mit Ausnahme des Abgeord« neun Klosac haben sämtliche der genannten Abge-ordneten ihr Reichsratsmandat verloren, da das Urteil bereits rechtskräftig dem Präsidenten des Hauses mitgeteilt wurde. Da aber die Abgeordneten aus Grund deS Gnadenerlasses die Wählbarkeit besitzen, so können sie nun sür den Rcirbsrat kandidieren. Für Klosac ist gleichfalls ein besonderer Gnadenakt nötig. Falls dieser erfließt, so kann Klosac sein ReichSratsmandat ohneweiters ausüben. Eine besondere Klausel enthält der kaiserliche Gnadenakt bezüglich der Personen, die inS Ausland geflüchtet sind, oder in fremden Staaten Kriegs-dienste leisten. Ins Ausland sind die tschechischen Abgeordneten Masaryk und Dürich sowie der slowenische Abgeordnete Dr. Gregorin gestohen, die wegen Hochverrates verfolgt werden. Für diese sindet mithin der kaiserliche Gnadenakt keine Anwendung. In deutschen Kreisen hat die Amnestie daS größte Aussehen und begreifliche Verstimmung her-vorgerufen. Der Deutsche Nationalverband beauf-tragte seinen Obmann Dobernig, im Hause eine Er-kläruog abzugeben, in der der Standpunkt der deut-schen Parteien zum Amnestiehandschreiben genau sest-gestellt ist. In der Erklärung wird unter anderem ausgeführt: Eine Kritik an dem spontanen Akt deS Kaiser« stehe den Deutschen nicht zu, aber die sort-währenden politischen Überraschungen berühren sie aus daS peinlichste. Sie glauben aber nicht, daß der mit der Amnestie verfolgte Zweck erreicht wird und besürchten eher das Gegenteil, so daß unsere Politik auf eine schiefe Bahn gedrängt wird, aus der eS dann keinen Halt mehr gib». DaS politische Verhal-ten der Amnestierten bedeute die schwerste Belastung der Deutschen. Man dürse den Eindruck bei der 42. Jahrgang. Armee und im Hinterlande nicht überschätzen, man dürfe nicht übersehen, daß die schwersten Blutopfer von den Deutschen gerade wegen deS Verschulden» derjenigen gebracht werden mußten, die jetzt der kaiserlichen Gnade teilhaftig werden. Selbstverständ-lich werden die Deutschen dem Staate die Treue bewahren, die Deutschen kennen eben keine Loyali-tätSauskündigung. Die Redner deS Deutschen Nationalverbandes, die bisher aus Klubbeschluß zur größten Zurückhal-tung gezwungen waren, und alleS zu vermeiden hatten, was die nationalen Gegensätze verschärsen könnte, werden von nun an dieser Beschränkung ledig sein. In einem Teile des Verbandes wird dafür Stimmung gemacht, die Folgerungen auS der neugeschaffenen »olitischen Lage zu ziehen und von nun an eine zuwartende Haltung einzunehmen. Zugleich aber ist den slawischen Parteien die Sorge sür die Fortführung deS Staatshaushalte« zu überlassen. Als erste Folge dieser Stimmung ist der Be> schluß zu betrachten, der in der Obmännerkonserenz mit den Stimmen der Deutschen gesaßt wurde, näw-lich die sür heute abends angesetzte Vornahme der DelegationSwahlen mit der Begründung zu verschie-ben, daß vorerst die Einberufung der Delegation ab-gewartet werden müsse. Der Reichgrat soll und muh arbeiten! .Vom ReichSratSabgeordneten Karl Schürl. Die politischen Debatten sind vorüber. M#n hat im Reichsrate über den Frieden gesprochen, beim Budgetprovisorium mehr Politik getrieben alS eS sür den Staat und seine Wohlfahrt gut sein kann, die slawische Intrigue hat Triumphe gefeiert und Graf Clam ist alS ihr Opfer gefallen. Seite 2 Das einzige, roa« bisher geleistet wurde, ist die Reform der Geschäftsordnung; den» die Bewilligung dcs Budgetprovisoriums gehört in jedem Parlamente der Welt, besonders im Kriege zu jenen Selbstver-ständlichkeiten, deren Verweigerung auch der erbit-tertsten Opposition nicht beifallen würde, am aller-wenigsten, wenn die Abstimmung unter Umständen erfolgt, w:e sie zur Zeit im österreichischen Abge» ordnetenhause eingetreten waren: nach dem Sturz eines Kabinetts nämlich und der Bestellung eines UcbergangSministeriums, als dessen alleinige Ausgabe die Entgegennahme der provisorischen Siche-rung dcs Staatshaushaltes bezeichnet wurde. Das einzige positive Ergebnis der Tagung, die GcschäftSordnungsresorm, wurde von den Deutschen verlangt, von ihnen ausgearbeitet und durch die un-zähligen Fährlichkeiten und Klippen der parlamen-tarischen Verhandlungen hindurchgefühlt. Del Auteil der Slaven an diesem Reformwerke, dessen segens» reiche Wirkungen sich heute schon zeigen, beschränkt sich aus das gesetzgeberische Lallen der berühmten Lc? Franta. Man sollte meinen, daß sich die Tschechen und ihre Verbündeten an diesem traurigen Scherze genug sein lassen könnten und endlich einmal aus-hören müßten, die Bedürfnisse des Staates mit würgender Hand zu drosseln. Noch ist ja nichts von dem geschehen, was die gesamte Bevölkerung dieses Staates vom Reichsrate erwartet und daher gewiß keine Zeit für staatsrecht-liehe Kopsfcchtereien. Es ist im Gegenteile notwendig, datz wenig-stenS jetzt nach Erschöpfung der höchst überflüssigen, politischen Debatten endlich einmal positive Arbeit geleistet werde. Der ReichSrat hat ein weites Ar-beitSseld vor sich Der Staat mub vom Reichsrate gebieterisch die Ordnung der Finanzen verlangen, die Beamten erwarten die Besserung ihrer une.lräg-lich gewordenen Lage, die Konsumenten eine gerechte Austeilung der vorhandenen Vorräte und Lebens, «ittel, die produzierenden Stande Maßnahmen, die die Steigerung dcs Hervorbringens ermöglich n; alle aber den Kamps ge^en den Wucher und die Berei-cherung Einzelner auf Kosten der Gesamtheit. Nicht zuletzt ist es notwendig, die ungezählten Verordnungen, die während der parlamentslosen Zeit erlassen wurde», zu überprüsen und bei der Umwandlung im Gesetze so zu ändern, wie es dem Geiste der Zeit und den Erfordernissen unsere» Wirtschaftslebens entspricht. ES muß auch das Recht der Kontrolle vom Reichsrate im vollen Umsange wieder ausgenommen werden, sowohl gegenüber der Regierung und der Verwaltung, alS auch gegenüber den zahlreichen im Kriege geschaffenen Einrichtungen, gegen deren Tätigkeit die schwersten Bedenken ob-wallen. Bei dieser Sachlage geht es nicht an, daß sich der ReichSrat jetzt etwa, nachdem einige politische Matadore ihrer Eitelkeit gesröhnt haben und ihrer Wut, den Staat zu schädigen und zu zerstören, die Zügel haben schießen lassen, in daS dolce sar'miente mehrmonatlicher Ferien gleiten lasse. Was sich wäh-rei.d der dreijährigen Ausschaltung des ReichSrateS a» Schult ausgetürmt bat, muß bis zum Herbst ausgeräumt sein; denn man darf sich gar keiner Täuschung darüber hingeben, daß nach dem Ablauf deS Budgetprovisoriums im Oktober dieses Jahres der Staatsvoranschlag zu beraten sein wird und daß bei dieser Gelegenheit wieder alle politischen Lieder erschallen werden und daß im Wirrsal dieser Töne sich daS Motiz furchtbringender Arbeit wird kaum durchringen können. Was vom Reichsrate verlangt w:rden muß, ist mindestens die fleißigste Tagung seiner Ausschüsse, unter ihnen vor allem deS ErnährungsausschusseS, des kriegswirtschaftlichen Ausschusses. des StaatS-angestelltenauSschuffeS, des Gewerbeausschusses, d-S landwirtschaftlichen Ausschusses, ^>cs FinanzauSichus-seS und des Verfassungsausschusses; denn in diesen Körperschaften sind gegenwärtig die lebenswichtigsten Anordnungen vorzubereiten. Damit soll aber nicht gesagt werden, daß nicht auch andere Fachausschüsse, wie namentlich der Justizausschuß, sich mit größtem Eiser ihren Obliegenheiten hingeben sollen. Was die Tätigkeit der Ausschüsse und der Berichterstatter zur Beratung im vollen Hause ser-tiggestellt hat, muß jeweilig vom Hause rechtzeitig in Angriff genommen und verabschiedet werden. E» ist daher unerläßlich, daß das Abgeordnetenhaus auch im Sommer Sitzungen abhalte, die der Ausarbeitung der Ausschußbcrichtc gewidmet sind. Für ein weiteres Zögern gibt es gar keine Ausrede; denn die Berufung auf die Tätigkeit einzelner Abgeord neter in ihren private» Unternehmungen ist ganz hinfällig. Wer nicht arbeiten will oder kann, soll sich nicht wählen lassen. Wer eine Wahl angenom- si___ men hat, muß wissen, daß er für seinen bürgerlichen Beruf, seine Familie und seine privaten Unterneh-mungc» verloren ist. DaS Leben und die gan,« Ar-beitSkrast dcs Abgeordnet«« gehört den Wählern und dem Staate. Wohlan denn! In dieser Erkenntnis säume der Reichrat n'cht, auch während deS Sommers seinen Aufgaben gerecht zu werde». Die deutsche» Ab-geordnete» sind dazu bereit und werden nichts ver-absänmen, die gleiche Bereitwilligkeit von allen an-deren zu verlangen und wenn nötig zu erzwingen. Der ReichSrat soll und muß arbeiten! .Der Weltkrieg. Der Krieg gegen Rußland und Rumänien. Der Bericht des österreichischen G e n e r a l st a b e s. Amtlich wird verlautbart: 30. Zum. DaS in Galizien seit einigen Tagen zunehmende feindliche Artillerieseuer hat sich seit ge-steril mittags in der Gegend von Brzezany zu größ-ter Heftigkeit gesteigert. Wo eS die Lage erjordert, antwortet unsere Artillerie mit kräftigem Vernich-tungSseuer. Ein bei Koniuchy eingesetzier Infanterie-angriff brach in unserem Sperrseucr zusammen. 1. Juli. In Ostgalizien ist bei der Abwehr des Generalobersten von Böhm-Ermolli die Abwehr-ichlacht in vollem Gange. Nach mehrtägiger sichtli-cher Zunahme des Artilleriefeuers entwickelte sich gestern die Artillerieschlacht zu größter Heftigkeit auch schwerste Geschütze haben eingegriffen. Nach-mittag setzten südlich nnd südöstlich Brzezany und Koniuchi starke Jnfanterieangriffe ein, die überall vollkommen abgewiesen wurde»; wo sich Teile der feindlichen Jnsanterie in unserem VernichtungSseuer überhaupt erheben konnten, blieben sie im Sperr-seuer liegen. Ein in den späten Nachmittagsstunden nordwestlich ZaloSze angesetzter, sehr starker Angriff brach im vorzüglich vereinigten Artilleriefeuer zu-sammen. Gegen Mitternacht versuchte der Feind süd-lich Brzezany ohne Artillerieseuer vorzugehen; er wurde abgewiesen. Nachtsüber flaute das Artillerie-seuer ab, um in den Morgenstunden wieder auszu-leben. 2. Juli. Gestern hat der Feind zwischen der Narajowka und der Strypa sein« zusam» engeballien Jnfanteriemassen in der ihm eigentümlichen Art voll in die Schlacht gcworsen. Ungeachtet der schweren Verluste, die ihm schon unser Artilleriefeuer zuge-fügt ha«, zog er seine Sturmwellen durch jortwäh-renden Einsatz dichter Reserven in den Nahkampf-bereich heran. Allmählich kamen mindestens 20 In-santeriedivisioien zum Eingreifen. An der ganzen 50 Kilometer breiten Schlachlsront tobte der In-santeriekan.ps bei äußerster Heftigkeit und Erbute-rung. Hiebei wurde der Feind größtenteils schon vor unseren vordersten Gräben abgewiesen. Die stärksten Massenstöße richteten sich gegen die Räume südlich Brzezany und bei Koniuchy, wo sie in Riegelst«!-lungen abgewehrt wurden. Alle auch in den heuti-gen Morg«nstund«n mit Zähigkeit erneuerten Ber-suche des GegnerS, den Angriff in diesem Raume vorzutragen, brachen äußerst verlustreich zusammen. Westlich von Zborow und im Stochodknie konnte sich ein angesetzter Angriff in unserem Artillerie-seuer nicht entwickeln. Die Fortdauer der Schlacht ist zu gewärtigen. 3. Juli. Am Stochod wurden schwächere An-griffe abgewiesen. Südwestlich von Zborow gelang es vem Feinde, durch den Maffeneinsatz weit über, legener Kräfte einen begrenzten Teil unserer Front in eine vorbereitete Rückhaltsstellnnz zurückzudrückcn. In schweren opservollen Kämpsen haben hier öfter-rtichisch-ungarlschc Truppen, dem Drucke der Ueber-macht nur schrittweise weichend, das Eingreift» der Reserven zur Herstellung der Lage und des Kräfte» Verhältnisses ermöglicht. Weitere Angriffe sind hier nicht erfolgt. Bei Koniuchy sind mehrere starke Vor-flöße blutig abgewiesen worden. Im Raume bei V zany sind die Russen durch die bisherige» Miß-m ige und sehr starken Verluste zu einer Kamps-pame gezwungen. Der Ches des Generalstabes. i e Berichte der Deutscheu Ober st en Heeresleitung. 30. Juni. Front des GeneralseldmarschallS \ >e» Leopold von Bayern. Aus dem wachsen-h; Druck der übrigen Verbandmachte hin beginnt ssische Gefechtstätigkeit in Ostgalizien den Ein- bt besichtigter Angriffe zu machen. Starkes 'iummer 53 ZerstörungSseuer liegt seit gestern aus unseren Siel« lungen, von der Bahn Lemberg—Brody bis zu den Höhen von Brzezany. Bei Koniuchy griffen nachts ruffische Kräfte an, die in unserem Vernichtung»' feuer verlustreich zurückfluteten. Auch nördlich und nordwestlich von Lnck nahm cie russische Feuertätigkeit erheblich zu. 2. Juli. Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. Die russischen An-griffe am 1. Juli zwischen der oberen Strypa und dem Ostuser der Narajowka sührten zu schweren Kämpfen. Der Druck der Russen richtete sich vor-nehmlich gegen den Abschnitt von Koniuchy und die Höhenlinie» östlich und südlich von B.zezany. Zwei-lägige stärkste Artillerievorbereitung halle unsere Stellungen u>m Trichtersei» gemacht, gegen da! die feindlichen Regimenter den ganzen Tag über an« stürmten. Das Dorf Koniuchy ging verloren. In vorbereiteter Riegelstcllung wurde der russische Mas-senstoß ausgesangen, neue Angriffe gegen sie zum Scheitern gebracht. Beiderseits von Brzezany wurde beionders heftig gekämpft. In immer neuen Wellen stürmten dort 16 russische Divisionen gegen unsere Linien, die nach wechselvollem Ringen von sächsischen, rheinischen und oSmanischcn Divisionen in tap serster Gegenwehr völlig behauptet oder im Gegen-stoß zurückgenommen wurden. Die russischen Ver-lüfte übersteigen jedes bisher bekannte Maß. Ein-zeln« Verbände sind aufgerieben. Längs dcs Stochod und am Dnjei'tr hielt die lebhaft« Feuertätigknt der Russen an. Nördlich der Bahn Kowel—Luck brach ein Angriff dcs Gegners vor der Front einer öfter-reichisch-ungarischen Division zusammen. 3. Juli. Front des GeneralseldmarschallS Prinzen Leopold von Bayern. Während zwischen Ostsee und dem Pripjct die GesechtStätigkeit nur bei Riga und Smorgon sich steigerte, war der Feuer-kämpf stark am Mittellause des Stochod, wo russisch« Teilangrifie an der Bahn Kowel—Luck verlustreich scheiterten und südwärts bis an die Zlota Lipa. Dort hat die Schlacht in Ostgalizien ihren Fort-gang genommen. Ueber die Höhe des westlichen Stiypausers vorbrechend, gelang es russischen Mas-senangriffen, die Einbruchsstelle des Vortages zu verbreitern. Das Eingreifen unserer Reserven gebot dem Feind« Halt. Bci Koniuchy sind vor- und nach-mittags starke Angriffe der Russen vor den neue» Stellungen unter schweren Verlusten zusammeuge-brachen. Weiter südlich fand der Feind bisher nicht die Kraft, sein« Angriffe gegen die Höhenstellungen bei Brzezany zu erneuern. Oberste Heeresleitung. Der Krieg gegen Italien. Amtlich wird Verlautbart: 30. Juni. Aus dcm Monte Ortigara wurdi» bisher 12 erbeutete Geschütze «ingebracht. 1 Juli. Bei der Zsonzofront drangen Sturm-Patrouillen der «ngarrfchen HeerrSregimenter Nr. 7l und 72 nächst Vertoiba bis zur zweiten feindliche» Linie vor. wehrten dort zwei Gegenangriffe ab und machten dabei einen Offizier und 156 Mann z» G«fang«nen. 2. Juli. Außer einer schneidigen Unternehmunz deS österreichischen LandsturmbataillonS I V/2, westlich von Riva, bei der 16 Alpini avS den scindlichea Gräben geholt wurden, nichlS Wesentliches. 3. Juli. Abteilungen der Honvedregimenter 20 und 31 haben b«i Kostanj«vica «in« selndlich« Vorstellung genommen und zwei Offiziere, 270 Man» und zwei Maschinengewehre eingebracht. Der Chef d«s Generalstabes. Gegen Frankreich und England. Bericht« deS Großen Hauptquartier». 2. Juli. Heeresgruppe deS Kronprinz« Rupprecht. Nur in wenigen Abschnitten zwischen Meer und Somme steigert« sich der Artillcriekamps. Während ErkundungSvorslöße östlich von Nieuport, bei Gavrelle und nördlich von St. Ouentin schciter-tc». gelang es einigen unserer Sturmtrupp? in der Aserniederung nördlich von Dixmuiden, durch Ueber-fall dem Feinde erhebliche Veiluste zuzusügen und eine größer« Anzabl Belgier als Gesängen« «inzn-bringen. Früh morgens und von neuem am Nach-mittag griffen die Engländer westlich von Lens a». Sie drangen an einigen Punkten in unsere Linie, sind jedoch durch oberschlesische Regimenter in Nah-kämpsen, bei denen über 175 Gefangene und 17 Maschinengewehre von uns einbehalten wurden, über-all wieder geworfen worden. Heeresgruppe deS deutschen Kronprinzen. Nach starker Feuervorbereiluii^ *>tz' n di« Franzosen am Ehemin-dcs-DameS nti:« Au'risse gegen di« von Nummer 53 Deutsche Wacht Serte 5 ihnen südlich deS Gehöfte« La Novelle verlorenen Giäben an. In Kämpsen, die am Osthange der Hochstäche besonders erbittert waren, sind sämtliche Angriffe deS Feinde« abgeschlagen worden. 3. Juli. Heeresgruppe de« Kronprinzen Rupprcchl. Erst gegen Abend lebte allgemein die Feuertätigkeit aus. Sie erreichte im Apcrnabfchnitt erhebliche Stärke. Eigene Vorstöße in die englischen Linien nördlich deS Kanals von La Bafsce, westlich von Lens und bei Bullecourt hallen gute Ergeb-nisse. Auch bei einem Boipostengefechte bei Hargi» court, nordwestlich von St. Ouentin, wurden von uns Gesängen« gemacht und Kriegsgerät geborgen. Heeresgruppe des deutichcn Kronprinzen. An dieser Hront suchten wiederum die Franzosen die ver-lorenen Gräben an der Hochfläche von La Novelle und aus dem linken '..aasufer zurückzugewinnen. Südöstlich von Cerny brachen zwei Angriff« in im« serer Abwehrwirkung verlustreich zusammen. Am Walde von Avocourt und an der Höhe 304 verhin« derte unser Vcrnichtungsfeur die zum Angrisse b«< reilgcstcllten Sturmtruppen, die Gräben nach vor. wärt» zu verlassen. Am Poehlberge in der Champagne gelang gestern ein eigenes Unternehmen wie beabsichtigt. Die E»kui,der brachte» Gefangene und Beute zurück. Oberste Heeresleitung. Der Krieg in den Lüften. Der Bericht des östkrreichischen G e n e r a l st a b e s. Amtlich wird Verlautbart: 30. Juni. Feindliche Flieger warfen in der Nähe von Trieft mehrere Bomben ab. Seäis feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen, eines davon durch Rinmeiiier Freiherrn von Richt-Hosen. Ein Kopfpreis für einen deutschen Flieger. 1. Juli. Es bestätigt sich, daß ein englischer Armeebesehl lOUO Psund Sterling Belohnung der Fliegtrabteilung verspricht, di« Richthosen tot oder lebendig habhaft wird. Ein Kopfgeld von weiteren 50V Pfund Sterling wird d«m Führer der tapferen Schar versprochen. Fliegerleutnant Allmenroeder gefallen. 30. Juni. Der bekannte ersolgreiche deutsche Fliegerleutnant Allmenroeder ist töllich verunglückt. Der verschärfte U-Bootkrieg. Ein englischer Kreuzer torpediert. Meldungen des Wolff-Büros: :$0. Juni. Eines unserer U-Boote lfdt am II. Juni im Mittelmeer einen unbekannten engli schen kleinen Kreuzer älteren Typs torpediert. Aus-gesunden« z«rtrümmert« Boote trugen am Bug den Buchstaben G. Der Chef d«S Admiralstabes der Marine. Neue U Boot Erfolge. Meldungen deS Wolfs Bureaus: 2. Juli. Durch die Tätigkeit unserer U-Boote wurden im nördlichen EiSmcer in den Sperrgebieten um England wieder 24.000 Registerionnen versenkt. Der Chef des Admiralstabes der Marine, Die Vorgange in Rußland. Die Anarchisten in Petersburg. Die „Nowoje Wremja* meldet, daß sich in Petersburg 35.000 Anarchisten aufhalten, die mit Gewehren und mit Munition versehen sind und durch Deserteure fortwährend Verstärkungen erhalten. Sie drohen, alle Munitionsfabriken im Falle eine? Offen sive in die Luft zu sprengen. Aus ötildt im,i Zand. Kriegsanleiheversicherung des Kaiser paares zugunsten des Witwen und Wai fenfondes. Der Kaiser und die Kaiserin haben bei dem unter ihrem Protektorate stehenden k. u. k. österreichischen Militär Witwen- und Waifenfond einen hoh«n Betrag an 6. österreichischer Kriegsanleihe in Verbindung mit der vom Fonde geförderten Krieg« anleiheversicherung gezeichnet. Zusolge besonderer Widmung hat das versicherte KriegSanleihekapital dem Witwen» und Waisenfonde für Zwecke der Waisensürsorge zuzufallen. Diese hochherzige Zuwen du, g des Kaiserpaares bildet neucrdings einen jener za Hosen Beweise rührender Liebe und nimmermüder Sorgsalt, mit welcher Kaiser und Kaiserin an dem Schicksal der schutzbedürstigen Kriegerwaisen Anteil nehmen und als leuchtendes Vorbild stets an erster Stelle stehen, wo eS Not zu lindern und Hilfe zu spenden gilt. Der Umstand, daß diese neueste kaiser« liche Widmung zugunsten dcs Witwen» und Waisen« sondeö im Wege der Kriegsanleiheversichcrung erfolgt ist, darf zugleich als eine von allerhöchster Stelle ausgehende Anerkennung dieser, so glänzenden be-währten Institution bezeichnet werden, als ein An-sporn sür die breitesten Schichten der Bevölkerung, durch Teilnahme an der Anleihezeichnung mit der Erfüllung der patriotischen Pflicht ein W?rk der Familiensürsorge oder sozialen Wohlfahrt zu verbin-den und die Kriegsanleihe, deren glänzendes Ergeb» niS schon bisher alle Erwartungen übertreffen hat, damit vollends zu einer wahren BolkSanleihe zu gestalten. Todesfälle. Am 30. Juni starb hier der Schmiedmeister und Hausbesitzer Herr August Kol« laritsch im Alter von 64 Jahren. — Am 1. Juli ist der k. u. k. Major Herr Camillo Haaß von Grünenwaldt, Besitzer des Militärverhwistkreuzes mit der KriegSdtkoration nach schwerem Leiden im 76. Lebensjahre verschieden. — In Laibach ist am 30. Juni Herr Albert Lamassa, von 1886 bis 190i) Ches * der Glockengießerfirma Samasja im 85. Lebensjahre gestorben. Ernennung im Bergdienste. Der Mi-nister für öffeuiliche Ardtiten hat den Oberberg-kommissär Wilhelm Seescldncr in Ctlli zum Berg-rat ernannt. Ernennung im Postverkehrsdienste. Die Post- und Telegraphendirektion hat die Anwär-terin Gisela Vodopivcc zur Postoffiziantin für Win-dischfeistntz ernannt. Kriegsauszeichnung. Der Kaiser hat den Oberleutnant in der Reserve Dr. Franz Goßleth, Ritter von Werkstätten des FHR. 6 das Militär« verdiknstkreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration und den Schwertern verliehen. Kriegsauszeichnungen. Für tapferes Verhalten vor dem Feind« wurden folgende Schüfen ausgezeichnet: Franz Jeckel, Schüler der Clllier Handelsschule mit der Silbernen Tapfcrkeiismedaille l. Klaff« und Jakob Fischer mit der Bronzenen TapferkeitSmedaille und dem Eisernen Verdienstkreuz«. Beide sind deutsche Bürgerssöhne auS Hochenegg. Anerkennung im Dienste der toirt> schaftlichen Hilfsbureaus Das wirtjchasiliche LandeshilsSbureau der Statthalterei hat dem Ober-landeSgerichlSrate i. R. Dr. Karl GelingSheim in Drachtnburg, den Landesgerichtsräten und Bezirks-gerichtSvorstehern Dr. Artur Dolezell in P.ttau und Dr. Hubert Wagner i» Tüffer und den Richtern Dr. Josef Fifchinger in Lichienwald und Dr. Bin-zenz Bauer in Pettau den Dank für ihre Tätigkeit auf dem Gebiete der Hilfsaktion für die Besorgung der Privatangelegenheiten der Eingerückten und ihrer Angehörigen ausgesprochen. Schwer verwundet. Korporal im LJR. Johann Killion, Zuckerdäcker in Eilli, wurde bei den letzten Kämpfen im Gebiete der Sieben Ge> meinde» dmch einen Granatsplitter an der Brust schwer verwundet Er befindet sich im Garnisons» spital in>Jnnsbruck. Die Gründung des Gewerdekammer-Verbandes. Am 29. Juni fand in Äraz eine Versammlung dcs BezirksverbandeS der Gewerbe-genosskiischasien im Handelskammersprengel Graz statt, in der die Neukonstituierung vorgenommen wurde. ES nahmen Vertreter aller gewerblicher Kör-perschastrn aus d«m ganzen HandelSkammcrsprengel Graz teil. Als Ehrengäste wurden besonders begrüstt: ReichsralSabgevrdu«t«r Dr. Hofmann v. Wellenhof, Landcsausfchuß Stallner, Handelskammelpräsidcm Kloiber und Kammersekretär Dr. Jentl; als Bcr-treter der Handelskammer Leoben die Abgeordnete» Seidlcr und Sedlatfchek; als Vertreter dcs Stadt« rates Dr. Gellen, GenossenichaftSmftruklor Dr. Tengg und andere. Den Versitz sührte Abg. Ein spinnet, der die Aufgaben des Grazer Kammervcr-bandcs in wirtschaftlicher und nationaler Hinsicht eingehend erörterte. Einhellig saßien sohin die De legierten den Beschluß, die Konstitnierung deS Ver bände*, dessen Satzung«., genehmigt sind, vorzuneh-meit. In den Ausschuß des Verbände« wurden dann einstimmig gewählt: Abg. Einipinner als Obmann, Gradt (Cilli) als Obmannstellvcrireier, Abg. Krebs (Graz), Letonia (Marburg) und Mastcn (PeNau als Beisitzer, Kourimsky und Leindl (Graz), Wo grinfchek (RadkerSburg), Abg. Feßlcr (Ltibnitz). Bürgermeister Stachel (Hartberg), Berna (Cilli) und Wonisch (Weiz) zu Ausschüssen; zu Ersazaus« chüssen wurden gewählt: Altziebler und Potzner Cilli), Nekola (Pettau), Misera (Marburg), Thaller Leibnitz), Fluck (Wei»), Melanschik (Schönstem), Zirngast (Deuifchlandsberg), Lehr (Hartberg), Schrottner, Kobald und Schmiedt (Graz). Zum St-retär wurde Johann Eder bestellt. Wiederholung des Kirchenkonzerte». Das Kirchenkonzert, welche» ungeteilten Beifall fand, wird Samstag, den 7. d. wiederholt werden. Die Aufführung findet abermal« in der evangelischen Christuskirche um halb 8 Uhr abend? statt. Da« Reinerträgnis ist dem Jnvalidenfonde des Ins.-Reg. Nr. 87 ge.vidmet. Mit umso größerer Begeisterung wird auch diesmal die kunstfreudig« Bevölkerung un-crcr Stadt dltser Veranstaltung zu einem vollen Gelingen verhelfen. Eintritt 1 Krone. Der Karten» vorverkauf findet au« besonderer Gefälligkeit in der Buchhandlung des Herrn Georg Adler am Haupt« zlatz statt. Verwundete Soldaten haben freien Eintritt. Dom Bruder angeschossen. Die Besitzer»» tochter Rosalia Profenicki aus Prosinac in Kroatien wurde von ihrem 16jährigen Bruder Johann mit einem Gewehre, welches unglücklicher Weise geladen war, angcfchofsen und mußte sogleich in schwer» und lebensgefährlich verletztem Zustande in da« Kranken« Haus nach Rann gebracht werden. Man zweifelt an ihrem Aufkommen. Die Cillier Kriegsküche erfreut sich eines wachsenden Zuspruches und gereicht in dieser schweren Zeit der notleidend:« Bevölkerung Cilli» zum reichen Segen. Im Monate Juni wurden 19.101 Portionen gegen Bezahlung abgegeben und zwar 624l Suppe, 11.080 Gemüse und 1780 Fleisch. Unentgeltlich wurden an Arme 3309 Por« tioncn verabreicht und zwar Suppe 1496, Gemüse 1540 und Fleisch 2,3. Soldatenbegräbnisse. In den letzten Ta-gen wurden nachsalzende Soldaten, welche in den hiesigen Spitälern gestorben sind, am städtischen Heldensriedhose zur letzten Ruhe bestattet: am 2. Juli Ins. Michael Kosziuk des JR. 55, am 5. Juli Ins. Johann Mulec be« JR. 87 und Jnf. Hujein des Salet Ekica des bosn.«herz. JR. 2. Der Obstverkehr. Betreffend den Obstver« kehr und den Obstverkauf haben die Abg. Dr. von Hofmann, Maickhl und Genossen (Deutscher Natio« naiverband) an den Minister sür BolkSernährung «in« Anfrage gerichtet, in der u.a. angefragt wird: „Gedenkt das BolkSernäyrunzsamt die für Obst fest« gesetzten Preise auch aus Obst ungarischen Ursprung« auszudehnen? Ist daS VolkSernahrungsamt berett, sich mit der politischen Landesbehörde dahin ins Einvernehmen zu setzen, daS kein Obst aus dem Lande ausgeführt werden darf, bevor das Bedürfnis des Militärs und der gesamten Bevölkerung im Lande gedeckt ist?" Die Landesfuttermittelstelle für Steiermark, Abteilung für Heu und Stroh, gibt hiemit bekannt, daß sie mit 27. Juni 1917 ihre Kanzleien nach Eggen berg, Eggenbergeralle« 26 verlegt«. Die Briesanschrislen lauten demnach: „Lan» deSsuttermittelstelle fiir Steiermark, Abteilung für Heu und Stroh, Eggenberg bei Graz. Eggenberger» atlee Nr. 26." Die Drahtanschrift ist „Rauhfutter« stelle Graz". Fernsprechanschluß ist ,3358 und 3553". Es wollen demnach alle Briefschaften, Drah-lungen und Ferngespräche an die vorstehenden An» fchriften gerichtet werden. Ausweiskartenbezug durch Militär-urlauber und vorübergehende Besucher. Das LandwirtfchaftSaml der Statthalter« teilt mit: ES wurde die Wahrnehmung gemacht, daß für Mi» luärurlauber sowie für Perionen, die sich sonst au« einem Grund nur vorübergehend in einem Hau«, halt« verköstigen, auch uach Ablauf der Aufenthalt«, daucr AusweiSkartcn bezogen werden. Es wir daher ausmerkfam gemacht, daß die Haushaltungsvorstände vn pflichtet sind, sofort nach Ablauf des Ausenthalle« den Brotkartenbezug abzumelden, bei Militärurlau» betn außerdem die aus die restliche Ausweiskarten» bauet entfallenden Ausweiskarienreste zurückzustellen. Die Anßerachtlaffung dieser Pflicht wird streng« g«. ah»d«t werden. Gefunden. In der Spitalgasse wurde eine G xafche mit einem kleinen Geldbetrag« gefundtn. i Verlustträger möge sich im Stadtamte melden. Böhmische Union-Bank. Stand der Ein» lc » gegen Kasfenfcheine und Einlagsbücher am Juni 1917: 132.747.014-19 K. Deutsche unterstützet eure Sclmtzvereiue! Seite 4 Knttsche Aiach, Nuow>rr 68 ZI. 8534/1917. Kundmachung betreffend die Festsetzung von Höchstpreisen für den Kleinverkauf von Kirschen und Beeren« obst im frischen Zustande. Zufolge Verordnung der k. k. Statthaltern in Graz vom 24. Juni 1917, L.-G. und Vdg.-Bl. Nr. 53, werden für den Kleinverkauf nachstehender Obstgattungen inländischer Herkunft im frischen Zustande durch Händler bezw. Erzeuger nachstehende Höchstpreise festgesetzt: I. Kirschen. a) Weichsel (saure Kirschen, Amarellen, Glaskirschen und ähnliche) mit Stiel...................K 1*— ohne Stiel.........................................., —'95 b) weiche, sQsse Kirschen.......................» —*80 c) harte, süsse Kirschen (Knorpelkirschen).................., 1*— II. Gartenbeerenobst. a) Erdbeeren, erste Sorte (Tafelware)...........K 2 20 Erdbeeren, zweite Sorte.............................., 1*— b) Johannisbeeren (Ribisel) weiss, rot oder schwarz.........., 1*— c) Stachelbeeren jeder Art, reif oder unreif . .............„ —.90 d) Himbeeren.........................................., 1 80 III. Waldbeerenobst. a) Erdbeeren.......t..............K 2 20 b) Himbeeren..................... , 1*80 c) Preiselbeeren.................... . 1*20 d) Heidelbeeren.................... „ —70 e) Brombeeren......................—90 Wer für Kirschen oder Beerenobst inländischer Herkunft im frischen Zustande einen höheren Preis als die in dieser Kundmachung festgesetzten Höchstpreise fordert, sich oder einem anderen gewähren oder versprechen lässt, wird mit Arrest von einer Woche bis zu sechs Monaten bestraft, soferne die Handlung nicht einer strengeren Strafe unterliegt. Neben der Freiheitsstrafe kann eine Geldstrafe bis zu 10.000 Kronen verhängt werden. Den gleichen Strafen wie der Täter unterliegt, wer einen anderen zu einer dieser Handlung anstiftet oder bei ihrer Verübung mitwirkt. Bei einer Bestrafung kann auch auf den Verlust einer Gewerbeberechtigung für immer oder auf bestimmte Zeit erkannt werden. Auch kann in dem Straferkentnisse der Verfall der Waren, auf die sich die strafbare Handlung bezieht, gleichviel ob sie dem Täter gehören oder nicht, oder ihres Erlöses zu Gunsten des Staates ausgesprochen werden. Stadtamt Cilli, am 30. Juni 1917. Der Bürgermeister: Dr. v. Jnbornegg. Gelegenheitskauf. Eine sehr preiswflrdige Weingartenrealität in n4clist«r Sähe von Cilli in herilicher Lage zu verkaufen, Dieselbe besteht :»u« einem Wohnhans nebst Zngehör nnd Wirt-«cbaftegebände sowie SUllnng für 8 Stück Vieb. Znr Realität gehört ein Ackcrgrund, ein Obstgarten, bepflanzt mit Aepfel-Birnen-, Kirschen- nnd Zwctschkenbiuinen nnd ein schlagbarer fiuehenwild. Der Weingarten ist mit beiläufig 3 Joch amerikanischen Reben bestockt. Sämtliche Objekte befinden sieh in gut«m Zustande. Anzufragen bei der Realitatenvermittlnng der SUdtgemeinde Cilli (Stadtamt, Stadt-Mkretär Hans Blechinger). Möbl. Zimmer für ein oder zwei Fräulein zu v e r-mieten. Kaiser-Wilhelm-Straße47 1. Stock, links. Bettfedern zu verkaufen. Anzufragen in der Verwaltung d. Bl. C. Jahreswohnung in Cilli gesucht. 2 Zimmer und Zubehör, in reinem ruhigen Hause, von einem einzelnen älteren Herrn, Ingenieur im Kuhestande. Geti. Nachrichten an Ingenieur Josef T ei rieh in Leibnitz, Morregasse 6. ZI. 4583/1917. Kundmachung. Im Sinne des Erlasses der k. k. steiermärkischen Statthaltern vom 4. April 1917, ZI. 11/415/1 1917 findet die diesjährige am Donnerstag den 5. Juli 1917 um 2 Uhr nachmittags im Stadtamte statt. Die Impfung ist für jedermann unentgeltlich. Stadiums Cilli, am 2. Juli 1917. Der Bürgermeister: Dr. T. Jabometcg. ZI. 112. Kundmachung. Sonntag den 8. Juli 1917 vorthittags 9 Uhr tindet im Kasselokal die 2. Generalversammlung der Bezirkskrankenknas« Cilli statt. Di««» Voraatnmlung ist bei jeder Zahl der Anwesenden beachlusssiiliig. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes öbor den Rechnungsabschluß pro 1916 und Entlastung desselben. 2. Neuwahl desUobcrwaehungsaueschussos. 3. Neuwahl des Schiedsgerichtes. 4. Statutenänderung. 5. Allfällige Anträge. Cilli, am 30. Juni 1917. Der Obmann : Viktor Schwab. neue, gebrauchte und Bruch kauft stets und erbittet Angebot W. JUNGE, Fischern-Karlsbad. Einkäufer werden gesucht. A usweis über die im ftiibt. Schlachthause tn der Woche vom 25. Juni bis 1. Juli sowie die Menge und Gattung des eingeführten 1917 vorgenommenen Schlachtungen, Fleisches. Name d«« Fleischers Junger Ludwig . Koffär Ludwia . Lestoschek Jatob Plevial Franz . Redeultbegg Joses Sellat Franz . . Eteljer Joses . . Zan» Bitlor . . Prycic Peter . . • ••••• «••••• Kastwitte Private Schlachtungen b,w HnaHilfrrtt* fletsch m flamm Gt!i U o t« n ■0 «5 - | -5 ■8 i m | ao v i ?fi — K> 3* 68 Eingeführtes Fleisch tn Kilogramm •= •& Ü> Q u et SS ; « a tu £ 5 tf) 'O c i «3 Einspänner-Wagen wird zu kaufen gesucht. Antrüge an „L. H.", Thurn bei Wöllan. Es werden anständige and iieissige Wäscherinnen gepen gute Bezahlung gesucht. — Anzufrvgen in der Wäscherei des k. u. k. Notreser vespitales.Land wehr-kaserne, Cilli. Gesucht werden bis 1. August 2 Zimmer u. Küche oder Zimmer, lvabinet und K'iche, leer oder möbliert. Anträge an die Verwaltung des Blattes. Altertümlich« Türen nus Holz od. Fisen, Tfirstöcke, Säulen, alte Eisengitter, Yascn, Figuren aus Stein, Steinplatten und Brunnenkränze aus behäuenem Stein werden zu kaufen gesucht. — Antrüge an L. H., Thurn bei WöIIan. Möbliertes Zimmer mit separiertem Eingang an alleinstehenden Herrn zu vermieten. Herrengasse 15, I. Stock. 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