EINZELPBEISi wochMUgi II Rpf Hpf Saiiisla|{*Soaiila2 IS Hpi Mntott ßcitung Amtliches Organ des und Schriftliltung; Marburg a, d. l)r*u, btdgaue Nr. 6, Pernrut: 25-6'/, 25-68. 25-60. Ab Uhr itt die bchrittleitung nur tut Fernrut Nr. 28-67 erreichbar, — Unverlangte Zuschriften werden nicht rückgesandt. — öe« Anfragen Ist das Rtlckporto beirulegen. — Postscheckkonto Wien Nr. 54.608. Stelrlschen Heimatbundes iirictiemt wöchentlich sechsmal als Morgenzeitung (mit Ausnahme der üonn. uni Keiertage). Btzugiprei« (im voraus zahlbar) monatlich KM 2.10 einschl. Hostgebühr; bei Lieferung im Streifband zuzügl. Porto; bei Abholen in der (jeschiftsstelle KM 2.—. Altreich durch Post monatlich RM 2.10 zuzügl. 36 Rpf. Zustellgebühr !Jlr. 208 31tor6uro-a)rou, jnontafl, 27.3uH 1942 82.3alirgang Übergang über den Don erkämpft liiftangrMfe SchHftxM« auf dar Wolga — DI« Kämpfe Im gressan Denbogan Schwara Sew]«tvariutt* vor Woronatch Föhrerhauptquartier, 26. Juli Du Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Südlich und ostwärts Rostow wurde In harten Klmpfen der Obergang über den Don erzwungen. Die Versuche des Feindes, eine geordnete und zusammenhän-gende Abwehrfront am Südufer des Don aufzubauen, sind gescheitert. Ein sowjetisches Kanonenboot wurde von der Luft-waffe in der Donmttndung versenkt. Auf der Wolga warfen Kampfflugzeuge bei Tages- und Nachtangriffen zwei Tanker mit zusammen 6(K)0 Tonnen in Brand und versenkten drei mit Nachschubgtttem be* ladene große Schleppkähne, Im großen Donbogen stehen deutsche und rumänische Truppen im Kampf mit feindlichen Infanterie- und Panzerkräften und haben mit ihren Anfängen den Don erreicht. Im Raum von Woronesch schciterlen auch gestern alle Angriffe der Sowjets an dem hervorragenden Kampfgeist unserer Truppen. Nordwestlich Woronesch wurden massierte Truppenbereitsteliungen des Feindes durch zusammengefaßten Angriff vön Inf^iiterie-,, Paüiffr- und Luftwaffenverbänden zerschlagen. Gegenangriff»» des Feindes blieben erfolglos. Allein in einem Divisionsabschnitt wurden am gestrigen Tage 48 feindliche Panzer vernichtet. An der Übrigen Ostfront nur örtliche Kampftätigkeit. Auf Malta wurden neue Zerstörungen in den Anlagen der Flugplätze Luca und Halfar erzielt urtd vor Port Said ein größeres Hindelsfichlff durch Bombenwurf beschädigt. An der Ostküste Englands belegte die Luftwaffe in der vergangenen Nacht bei guter Erdsicht den Hafen von Middles-borough mit einer großen Zahl von Spreng- und Brandbomben. Nach heftigen Explosionen entstanden ausgedehnte Brände. Nafch pausenlosen Bombenwürfen einzelner britischer Flugzeuge am Tage im Rhein-Main-Gebiet ^riff die britische Luftwaffe in der letzten Nacht Westdeutschland und wieder vor allem Duisburg, Homberg und Moers an. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste, besonders in Wohnvierteln entstanden zum Teil erhebliche Gebäudeschäden. Durch Nachtjäger und Flakartillerie wurden elf der angreifenden Bomber zum Absturz gebracht. Sowjetische Bombenflugzeuge unternahmen wirkungslose Störangriffe auf ostpreußisches Gebiet. Die Sowjetluftwaffe verlor am 24. und 25. Juli 128 Flugzeuge, fünf eigene werden vermißt. Anliallende Braade In MlddlsslMroiiali Berlin, 26. Juli Zu dem gemeldeten Angriff der deutschen Kampfflugzeuge in der Nacht zum Sonntag auf Middlesborough teilt das Oberkommando der Wehrmacht noch folgende Einzelheiten mit: In mehreren Wellen durchbrachen deutsche Kampfflugzeuge in den frühen Morgenstunden des 26. Juli das Abwehrfeuer der rinRs um Middlesborough und seine wichtigen Rüstungswerke aufgestellten Flakbaltcricn. Auch zahircichc Ballonsperren über den Hafenanlagen und den Hochofenwerken dieser für die britische Rüstung bedeutenden Stadt an der Ost-küste Englands konnten die deutschen Kampflugzeuge nicht an gut gezielten Bombenabwürfen hindern. Eine große Anzahl Spreng- und Tausende von Brandbomben trafen mehrere Werkanlagen der Eisenindustrie und das Hafengebiet. Tn den angegriffenen Zielen entstanden heftige Explosionen, denen zahlreiche anhaltende Bränäe folgten. 30000 Feindllflge eines Slokaoeschwaders Ein Sturzkampfgeschwader hat auf 30 tausend Felndflügen an der Ostfront entscheidend in die Erdkämpfe eingegriffen und die Angriffe des Heeres bei den gewaltigen Siegeszügen, aber auch in den schweren Abwehrkämpfen des Winters hervorragend unterstützt. Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe sprach dem Kommandeur, Oberstleutnant Graf Schoenborn, und seinen bewährten Stukafliegern für die beispielhafte' Einsatzfreudigkeit und zu den Erfolgen seine besondere Anerkennung und seinen Dank aus. Zersdilageiie Eisenbafiniinien Im Raum von Rostow wurde, wie da^ Oberkommando d'^r Wehrmacht mitteilt, die BerelniRunjT des Nordufers des Don fortgeführt. Südlich Rostow zerschlug diö Luftwaffe feindliche Batterien, die den Überiiang ver.sprcngter Boisclie-wisten auf das südlichc Don-Ufer sichern sollten. Im.mittlewn Frontabschnitt konnten zwei Infanteriedivisionen in örtlichen Kämii>fen ivotz feindlichen Widerstandes und der durch den Regen teilweise stark aufgeweichten Straßen weiterhin erfolg-reich vordringen. Gegenangriffo des Feindes, die von Panzerkam'pfwagen unterstützt waren, wurden abgewiesen und fünf der angreifenden Panzerkatmpfwa- gen abgeschossen. Außerdem verlor der Feind hierbei über 200 Tote und zahlreiche Gefangene. In einem Waldgelände des rückwärt''^en Gebietes wurden mehrere Lager versprengter Bolschewisten zerstört und eine unifangreicl>2 Beute an Munition für schwere Waffen eingebracht. Deutsche Kampfflugzeuge vom Muster HE III bombardierten wiederholt die Eisenbahnlinien im rückwärtigen Feindgebiet. Acht Bahngebäude wurden durch Bomben schweren Kalibers wirkungsvoll getroffen. ' An der Wolchow-Front wurden Angriffe des Feindes gegen einen Brücken-ko-pf abgewiesen und erneute Bereitstellungen durch wirksames Airtilleriefeuer zerschlagisn. An der Einschließungsfront von Leningrad «riff der Feind an mehreren Stellen zum Teil mit Unterstützung von Panzerkampfwagen an. Die Angriffe wurden auch hier im Gegenstoß zurückgeschlagen und Ansammlungen des Gegners durch Artilleriofeuer zersprengt. Bei diesen Abwehrkämpfen wurden fünf fcindliclic Panzerkampfwa^en vernichtet. Anerkennung für einen kroatischen laadverband Ein an der Ostfront eingesetzter kroatischer Jagdverband unter Führung des Oberstleutnants Dzal hat sich im gemeinsamen Kampf gegen den bolschewistischen Feind hervorragend bewährt und eine stolze Zahl von Luftsiegen errungen. Der Reichsmarschall hat aus diesem Anlaß dem tapferen kroatischen Fliegerverband und ihrem Kommandeur seinen Dank und seine besondere Anerkennung für diese Leistungen ausgesprochen. Mussolini besuclite dio Marmarica B«i soinom 20tMgig«n Besuch In Nordafrika logto dor Duco übor 6000 km im Flugioug zurück Rom, 26. Juli Vom 2?). Juni, dem Tage der Einnahme von Marsa Matruk, bis zum 20. Juli hielt sich der Duce, wie von amtlicher italienischer Seite bekanntgegeben wird, im Operationsgebiet der Marmarica auf. Er hatte täglich Besprechungen mit dem Oberkommando in Nordafrika. Auf seiner Reise besichtigte der Duce Truppen,' Flugplätze, Flottenstützpunkte, italienische und deutsche Lazarette, Ver-pflegungs- und Ausbildungsstationen sowie italienische Siedlungsdörfer. Er verteilte an Piloten des 5. Luftgeschwaders Tapferkeltsauszeichnungen. Das unerwartete Erscheinen des Duce löste große Begeisterung unter den Truppen aus, die, neu geordnet, neu ausgerüstet und stets mit hoher Moral zusammen mit den deutschen Truppen weiteren Kämpfen entgegengehen. Auf dem Rückweg hielt sich der Duce einige Stunden In Athen auf, wo er auf dem Flugplatz von Tatol von General Geloso, dem Kommandanten der 11. Armee sowie von Minister Chigi empfangen wurde. Nach einem Besuch der Akropolis begab sich der Duce zu den Tlrenadieren des dritten Regiments und zu dem Kavallerie-Regiment Guide aus Mailand, wo er begeistert empfangen wurde. Am Sitz der italienischen Gesandtschaft empfing der Duce den Bevollmächtigten des deutschen Reiches In Athen, Gesandten Altenburg, den Chef der griechischen Regierung General Tsolakoglu, den Wirtschaftsmlnister Df. Gotzamanis und den Bürgermeister vod Athen, Gehordiados. Diese Vertreter der Behörden überbrachten dem Duce die Verehrung der Athener Bevölkerung. Am Abend des 20. Juli landete der Duce im Flughafen^ von Guidonia, nachdem er 20 Tage lang über 6000 k-m über Meer und Wüste im Flugzeug zurückgelegt hatte, Division Trenlo Generalfeldmarschall Rommel zeichnete den Kommandanten der Division Trento mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse aus und verteilte an Offiziers und Mannschaften dieser Division mehrere Auszeichnungen desselben Ordens aus. Der Überreichung der hohen Auszelch-nungen^ die sich mitten unter den von den harten Kämlp^:!n der verRangenen Tage fiebernden Truppen volizos:, kommt eine besondere Bedeutunsr zu. Diese Kämpfe verschafften der Division und ihren Regimentern die Ehre einer dop-pcltGroRe Männer sind' immer selten. Seit Generatinnen sind sie nicht so selten gewesen wie heute. Unsere Maßstäbe sind sehr bescheiden geworden.« Das ist in der Tat dac für England so niederschmetternde Ergebnis bisheriger britischer Staatskunst, Denn wo könnte rnan auf der Weltkarte mit samt ihren sieben Ozeanen für britische Gemüter ein ermutigendes Ereignis feststellen? Will inan etwa den Verlust Hongkongs od^r Singapurs. Burmas oder Mala'as als militärisches Plus buchen? Oder will man gar die Rlitzkapitulationen Tobruks und Marsa Matruks als Ruhmesblätter brilischer Kriegsgeschichte ausweisen? Erinnert man dazu noch an die für britische Ohren so peinlichen Ereignisse auf dem europäischen Kontinent, wie zum Beispiel an die glorreichen Rückzüge von Andalsnes und Dünkirchen, an das Wettrennen ans Griechenland und die Flucht von Kreta, so ist der Reigen glanzvoller Waffentatf-n Englands vollständig. Nirgends auch niir ein Schimmer von trostspendender Hoffnung und Ermutigung. Nirgends auch nur ein Hauch von Initiative, es sei denn das geräuschvolle Sichregcn der Anwärter auf die Konkursmasse des Empire. Hier allerdings bietet sich für den Betrachter ein heuchlerisches Spiel zwischen den beiden angelsächsischen »GroRniäch-ten Südufer des Don wurden wirkungsvoll bombardiert. Vergebliche Verteitiigungsversuche Im großen Donbogcn versuchte der Feind eine Verteidigungsfront westlich des Don zu errichten. Mehrere mit starker Artillerieunterstützung vorgetragene feindliche Gegenangriffe wurden erfolgreich abgewehrt. Südlich des Tschir wurden Stellungen des Feindes durchbrochen. Die Bolschewisten versuchten hier vergeblich, durch Heranführen von Verstärkungen das Vordringen der deutschen und verbündeten Truppen aufzuhalten. Auch ein feindlicher Durchbruchsver-such scheiterte, nachdem schnelle deutsche Verbände durch einen Flankenstoß starke feindliche Kräftegrupperi vernichtet hatten. An anderer Steide wurden mehrere von Panzerkamipfwagen unterstützte feindliche Angriffe in eirfolgrei-chem Zusammenwirken mit Sturz- und Kampfflugzeugen zerschlagen. Der Schwerpunkt der deutschen Loift-angriffe im Danbogen richtete sich auch am Sonnabend wieder gegen feindliche Panrerbereitstellungen und Kolonnen. 40 bolschewistische, Panzeirkampfwagen wurden durch Bomben der Sturzkampfflugzeuge vernichtet. Schiiacbt- und Kampfflieger »srstörten zahlreiche' Geschütze und Svarfen bei wiederholten Angriffen mit Material beladene Fahrzeuge in Brand. Der Nachschub verkehr des Feindes auf der Wolga war Tag und Nacht das Ziel deutscher Luftangriffe. Die Aufgaben der Honvedtruppen Im Zusammenhang mit dem ungarischen Heeresbericht erfährt das Ungarische Nachrichtenbüro MTI von zuständiger militärischer Seite folgendes: In der schnellen Erreichung des unteren Donabschnitts und in der Besetzung von Rostow spielten zwei Umstände die Hauptrolle: erstens, daß in größerem Maße Panzerkräfte und motorisierte Einheiten für den südlichen Vorstoß zur Verfügung standen, und zweitens, daß dieser großangelegte Angriffsplan durch nichts ge- stört wurde, besonders nicht durch einen überraschenden Angriff aus dem Räume östlich von Woronesch. In der Schaffung und Sicherung dieser beiden Grundbedingungen hatten die dort eingesetzten Honvedtruppen besonderen Anteil. Entsprechend der ihnen zugewiesenen Aufgabe übernahmen sie in breiter Front den Schutz des Oberlaufes des Don, wodurch starke deutsche Einheiten für den Vorstoß nach Süden frei wurden. Luftwaffe zerstört Bahnhöfe, Stellwerke und Züge Im mittleren Abschnitt der Ostfront wurden am 25. Juli und in der Nacht zum 26, Juli Luftangriffe-auf den Eisenbahnverkehr im rückwärtigen Gebiet des Feindes durchgeführt. Kampfflugzeuge zerstörten zahlreiche Schienenstränge und warfen Bahnhofgebäude, Stellwerksanlagen und auf den Güterbahnhöfen abgestellte Züge in Brand. Bei wiederholten Angriffen gegen belegte Ortschaften sowie Artilleriestellungen des Feindes kürz vor den eigenen Linien wurden zahlreiche Häuser, in denen sich die Bolschewisten mit schweren Waffen verschanzt hielten, durch Volltreffer vernichtet und zahlreiche schwere Geschütze zum Schweigen gebracht Nowotscherhassk im Stunn genommen Vergebliclie Durclibruclisversuclie der Sow|ets bei Woronescii 10S Sowietpanzer zerstört Führerhauptquartier, 25. Juli Das Obcrkomiiiando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Raum von Rostow wird das Kampf-gclände von versprengten (jruppcn des Feindes gesäubert. Ostv.ärts Rostow wunle im schweren ilMuserkampf tlie Stadt Nowotscherkassk im Sturm genommen. Der Kampf um den i3onübergang ist bei und östlich Rostow auf breiter Front entbrannt. Im großen Dunbogen westlich Stalingrad nähern sich die deutschen und In Ägypten hat der Feind seine vergeblichen und verlustreichen Angriffe nicht mehr wiederholt. Im Mittelmeerraum schössen deutsche Jäger zehn» brilische Flugzeuge ab. Auf Malta warfen Kampfflugzeuge Anlagen des Flugplatzes Luca in Brand. verbündeten Truppen dem StromlauL Nördlich und nordwestlich Woronesch Truppenfransporler versenhl Rom, 25. Juli Der italienische Wehrmachtsbcricht gibt u. a. bekannt: Im östlichen A^ittelmeer torpedierte und setzte der Feind mit starken Infanterie- v^^i^senkte ein unter dem Befehl.von Ka-und Panzerkräften seine Versuche fort, P'tänieutnant Sergio Puccini fahrendes unsere Front zu durchbrechen. Die Schlacht einen 5000-brt-Dampfer. Em an- dauert an. Alle Anstrengungen des Fein-M^res unserer U-Boote versenkte einen des scheiterten in harten Kämpfen an dem vollbesetzten Truppentransporter. zähen Widerstand der deutschen Truppen I Bei einem Angriffsversuch auf einen unter hohen blutigen Verlusten für den unserer Geleitzüge erlitt einer unserer eind. 103 sowjetische Panzer wurden vernichtet. Am Wolchow und vor Leningrad wurden mehrere örtliche Angriffe des Feindes abgewiesen. Handelsdampfer leichte Beschädigungen, während vier englische Torpedoflugzeuge zerstört wurden. Ein Teil der Besatzung dieser Flugzeuge wurde gefangen genommen. Ein Flog nach lapan und zniüclc italienische Flieger besuclien Tokio — Die gewaltige Strecke wurde In 5 Etappen oline FelndberUlirung zurückgelegt Rom, 26. Juli Fin italienisches Flugzeug hat einen 26 OOU-Kiloineter-Flug Rom—Tokio—Rom ausgeführt. Die Maschine, die dem japa-nisclien Volk den üruß Italiens und DvUtschlands überbrachte, ist am Samstag wieder auf einem mittelitalienischen Flugplatz eingetroffen und wurde dort vom Uuce, vom faschistischen Parteisekretär Vidussoni, vom Luftfahrtattache der deutschen Botschaft und vom japanischen Militärattache begrüßt. Die Besatzung überbrachte eine Botschaft der japanischen Minister für Krieg und Marine an Mussolini. Diese auliergewölinliche Flugleistung wurde von einer »Savoia-.Marclietti«-Ma-scliine ausgeführt, die unter dem Kommando des Oberstleutnants Moscatelli stand. Außer Moscatelli, der bereits 2ima! den Atlantik überflogen hat, nahmen an dem Flug fünf weitere Flieger teil. Oberstleutnant Moscatelli bericlitete vor Vertretern der Presse, daß der Flu?! bis ins einzelne vorbereitet worden war* und in Ermangelung ein'Sr Radiostation an Bord auch das Wetter für die Dauer des Fluges vorausberechnet wurden war.' Das Flugzeug flog stets in größtmöglicher Höhe, nach unten durch eine Wolken-und Luftschicht gegen Sicht geschützt, ein »zhr wichtiger Faktor, da der Flug, der die Südlinie über das Meer, dann über China nach Japan nahm, zum größten Teil über feindlichem Gebiet erfolgte. Während des ganzen Fluges war kein einziger Zusammenstoß mit dem Feind erfoigt. Der Flug wurde in dpei Etappen und mit zwei Zwischenlandungen, davon eine bereits auf einer japanischen Basis, durchgeführt. Bei dem Aufenthalt in Japan, der zwölf Tage dauerte, wurde das Flugzeug vom Bordmonteur in drei Tagen mit Hilfe der japanischen Kameraden voll'künunen überholt. Die Aufnahme in Japan war sehr herzlich. Es waren militärische Ver-treter sowie ein Angehöriger der Regierung erschienen. Die Besatzung wurde auch von Ministerpräsident Tojo emp-fanüen. Die Sfinberangsaktion in Bnsnien Berlin, 26. Juli Die Säuberungsaktion in Bosnien nahm auch in der vergangenen Woche einen planmäßigen und erfolgreichen Verlauf. Die kommunistischen Banditen und berufsmäßigen Straßenräuber versuchten, weiter in einsamen Tälern und abseits der Verkehrswege und Straßen ihre , Überfälle auf entlegene Ortschaften auszuführen. Diese Zusammenstöße hatten rein örtlichen Charakter und führten an I verschiedenen Stellen zur Vernichtung bczw. Gefangennahme der Banditen, Die Nachsäuberung des Gebietes im Una-Sana-Bogen schreitet weiterhin planmäßig fort. In den Gebrigstälern von Kozara wurden weitere Gebiete von Banditen befreit. Der Widerstand in der Save-Niederung nördlich Prosara ist nunmehr zusammengebrochen. Der noch überlebende Rest von 500 Banditen gab sich gefangen. Zahlreiche Gewehre und automatische Waffen wurden erbeutet. Die Säuberungsaktion wird weiterhin unter Beteiligung von deutschen und kroatischen Truppen fortgesetzt. HutsteHathtiddek Fernkampfbatterien bekämpfen britischen Geleitzug. Fernkampfbatterien der deutschen Kriegsmaririe nahmen in der Nacht zum Sonntapr einen britischen Geleitzug im Kanal unter Feuer. Es konnte beobachtet werden, daß der britische Geleitzug in verschiedenen Richtungen mit höchster Fahrt der britischen Küste zustrebte. Aueliinlcck wütend auf emglisehc Presse-verlrelcr, Cloneral Auchinleck isl sehr nn-zufrieden mit der Kne,£(sl>erichlorslaltuiig der englischen Presse. Er lioß die Ver-Ireter des Daily Herald", des „Daily Sketch" und dos Renlorbüros uns ihren Posten bei der von Rommel ueschlagenen 8. .\rtnoe abl>erul'on mit der Bej^ründung. ihi'c UerichterStairung ha!>o ihm „erhebliche Verleben hei ton'" Ijcreitel, Britischer Terror Im Irak, Unter den irakischen Persönlichkeiten, die neuerdings der britischen Verhaftungswelle zum Opfer fielen, befinden sich auch ein früherer Bürgermeister von Bagdad, Uschelat Chalid, und der Abgeordnete des irakischen Parlaments, Ra-fael Mutti. Kanadhehes Unlerhatui stimmt er die Einführung der Cbersec-Wehrdionstes für Männer sliinmte, \yi'e Reuler ans Otlawa meldt't, das kanadische Unterhaus dem OcscLz in dritter Lesung zu. l^SA besehlagnahmeii argMiflnlscheii Tunket*. Wie ans Buenos Aires crmcldet Nvird, hat die IJSA-RejjieJ'unü l>cscnJossen, den argentinischen Tanker ,7Vicloria'', der sieh gegt'nwärlig in den Vcreinigie'n Staaten zur Reparatur befindet, zu onloi^nen. Komniunistifthebe Hetzer in ArgemUnien verhärtet. In der urf^enlinischen Provinzhau ptstadl Rosario wurden elf kommunistische Agilaloren von der Polizei ver-liaflel. Sie wurden festf^enonimen, weil sie ohne jiolizeiliche tionohmigung eine Versammlung abhieHen. Druck und Verlag- Marhurgcr Verlask- .ind Druckerei. Oes m b. h — Verlac&leliunK Csun ßauiriKBitner' MauDtschrlfllelier ^ntoii Gerscliack allt In Ma burr a. d Drau Badeasbc b Zur ZeU (Ur Anzeisen die Preislist« Nr 2 vom 1 luli {942 sOUIr, Aiisfotl der Lieleruni! de* Rl.itte« bei tiftiiercr Gewalt oder neirlelisMörimc «ibi «finpn ^MSr>rucl) auf Rückzaliluite de5 BtiiiKsteide» AiMfdistkA fluMt&kB ik dfutxthfi' Hiutd Am Rand# d«r Startbahn zaigt sich das britisch« Schicksal — Dia Wüsta varschiucict dia Uabarblalbsal ainar gaschlaganan Armaa Auf äzyptischem Flugplatz, im Juli Es ist eine sandüberwehte Ebene und nennt sich Flugplatz. Es ist nirgends eine Rollbahn, weil alles Startbahn ist. Drüben steht ein Pfahl mit einem Windsack. So einfach und anspruchslos diese Plätze hier sind, so hart und erbittert wurden sie von den Briten verteidigt. Es sind Sprungbretter nach Osten, und wer sie hat, besitzt mit ihnen einen bedeutenden Vorteil. Sie liegen schon tief in Ägypten. Die Briten haben bessere Flugplätze drüben am Suezkanal oder hinter Alexandria. Dort starten sie von betonierten Bahnen gegen uns. Wenn dann unsere Flak hier in der Wüste feuert, Ist es geraten, sich von einen der Deckungsgräben zu verziehen. Die britischen Bomben fallen überall hin, und ihre Splitter sind mit dem schmutzigen Sand vermischt. Es ist besser, solange der Tommy den Platz beharkt, den Kopf >in den Sand zu steckcn«, wie der Afrikaner sagt. Man kann ja hin und wieder vorsichtig luchsen, wo die Hurricane und Curtiss entlangwetzen. Der Spuk ist minutenschnell wieder vorbei. Wenn auch der Sandsturm so schnell wieder weg wäre, würd^das Leben in Afrika noch-mals so viel SpaB machen. Der letHe Brief des Tommy Es sieht wüst aus, stellt man fest, wenn man ein paar Schritte am Flugfeld entlang tut. Um Beute zu machen, kommen wir wohl etwas zu spät. Um die einzigartige Verwirrung zu sehen, mit der hier geflohen worden ist, sind wir noch rechtzeitig gekommen. Hier haben sie- Kanister mit Sand gefüllt und Wälle gebaut. Ein Tommy hat noch Zeit gefunden, einen Bleistift zu einem Brief über himmelblaues Papier zu führen. Es sind hastige Zeilen an die »Dearest Wally«, die diesen Brief nicht mehr erhält. Der Brief ist voller Erinnerungen und spricht den Wunsch ans. das alles bald wieder wie früher sein möge, und das vollkommene Glück bestünde darin, wieder daheim zu sein, denn es wäre nicht schön hier. Ein alter Koffer Hegt halbgeöffnet herum. Ein Fußtritt fördert alte Wäsche und eine neue Zahnbürste zu Tage. Der Sand rieselt durch vergilbte Zeitschriften, auf denen in großen Lettern steht: »What the enemy want to know« — »Was der Feind wissen will«. Ich möchte im Augenblick nicht wissen, was der Zeitungsschreiber da an Spionagefällen aufzählt, denn daß es die Visitenkarte der geschlagenen 8. britischen Armee Ist, die hier überall Hegt, weiß ich auch so. Oruodlaxe unserer Aou'iife Es liegt ein seltsamer Reiz darin, einen geschlagenen Feind hinterher zu spüren. Hast und Kopflosigkeit spricln aus diesem Chaos. Am Rande des Flugplatzes sahen wir das britische Schicksal. Zeichen einer großen Flucht. Verrostete Ladestreifen mit englischer Munition werden von kleinen Wanderdünen begraben. Die Wüste verschluckt alj-mählich die Überbleibsel einer geschlagenen Armee. Önc unserer Ju 87 schwebt ein und entfacht eine quellende Staubwand, die schwer und träge über dem Platz lastet. Der Platz ist nicht gut. Wenn wir starten, rumpeln die Räder, und beängstigend lange bleiben wir in Erdnähe, bis wir über dem Platz schweben. Sie sind schmutzig und trostlos, diese Plätze, aber wir sind glücklich darüber, daß wir sie haben und die Briten wissen, was sie damit einbüßten, denn bei jedem i^euen Angriff, mit dem wir ihnen ihre Reserven zerschlagen, erinnern wir sie an die verlorenen Plätze in Westägypten. Syrische Armee uns gegenüber In fieberhafter Elle hat die englische Führung Verstärkungen aus dem Vorderen Ori- PK-Kfiegsberlchter Bauer (Sch) In einer Stadt im Dongebiet Der Kampf, der um die Stadt tobte, hat viele Häuser in ein wüstes Trümmerfeld verwandelt Bald aber kam die Bevölkerung aus ihren Schlupfwinkeln hervor und nahte sich ^vertrauensvoll den deutschen Soldaten ent herangezogen, ein Großteil der syrischen Armee wurde an die Ägypten-Front geworfen, dazu indische Divisionen und Neuseeländer. Sie stehen in dicht gedrängten Fahrzeugpulks Rommels Panzerbrigaden gegenüber. Die deutsche Luftwaffe aber hat neue lohnende Ziele, die ihre Bomben mit vernichtender Wirkung treffen. Eine neuseeländische Division, die in der Wüste vorstieß, um Rommels Nachschuh in den Rücken zu fallen, erlitt so schwere Verluste, daß sich ihre Reste schleunigst zurückzogen. Farbige Hilfstruppen, die nach unseren im Tiefflug über die hinwegbrausenden Me-Zerstörer Handgranaten warfen, lernten die tödliche Wirkung unserer Bordwaffe kennen. Kriegsberichter Karl Heinz, Holzhausen, PK. . V-. ? ^ . PK-Atifnahnic: Kricssberichter Otto (Wb.) Deutsche Panzer rollen auf Ägyptens Straflen nach vom Die Allilertm verlorei eine Flotte Was unseren Gegnern an Kriegsschiffen versenkt wurde, konnte durch Neubauten nicht ersetzt werden ^ Die Flotten der Dreierpaktmächte stehen in glänzenden Ausgangsstellungen bereit, gegen die angelsächsische Mächtegruppe an allen Seefronten neue Schläge zu führen. Unseren Gegnern aber fehlen gerade für den Seekrieg bereits beträchtliche Kräfte, die im Laufe des über zweieinhalb Jahre andauernden Krieges verlorengingen. Die Lage für das Empire und die USA ist um so ernster, als schon kurz nach Ausbruch des Krieges sich in einigen Kriegsschiffklassen — bei Kreuzern, Zerstörern, Unterseebooten und Geleitfahrzeugen — ein erheblicher Mangel an Schiffen ergab. Die Verluste konnten durch Neubauten nicht im entferntesten ausgeglichen werden, Die 50 Zerstörer, mit denen die Vereinigten Staaten England in höchster Not nach dem Ausfall der französischen Flotte beisprangen, fehlen heute jenseits des Atlantik bitter zur Bekämpfung der deutschen Unterseeboote an der Ostküste Amerikas. Die bisher von den Gegnern zugegebenen Verluste, besonders die an schweren Einheiten, sind heute schon wesentlich größer als die Gesamtkriegsschiffsverluste des Weltkrieges. Ein Zeichen dafür, wieviel intensiver und mit welchem Erfolg der Seekrieg heute von Deutschland und seinen Verbündeten geführt wird. Die Opfer, die die Flotte Englands, der Vereinigten Staaten und Niederländischindiens bisher tragen mußten, gehen aus den nachstehenden Tabellen hervor. Zum Vergleich sind die Flottenstärken bei Kriegsein-tritt den Verlusten gegenübergestellt. Britisches Reich Bestand Verluste am 3.9.1939 bis 10.5. 1942 Schlachtschiffe . « • 15 5 Flugzeugträger . « i 6 4 Schwere Kreuzer ■ i 15 4 Leichte Kreuzer . ■ i 50 15 Zerstörer . . . ■ ^ 182 71 Unterseeboote . . . 69 42 Geleit- u, Wachtboote 51 24 Minenleger u. -sucher 44 12 Flußkanonenboote . . 21 2 Hilfskreuzer . . , . — 22 Hilfsschiffe . . i . 250 240 Vereinigte Staaten Bestand Verluste am 8.12. 1941 bis 10.5. 1942 Schlachtschiffe (davon 3 veraltet) . 17 5 Flugzeugträger . . , 6 4 Schwere Kreuzer . . 18 2 Leichte Kreuzer , . 19 3 Zerstörer..... 179 13 Unterseeboote (davon 65 veraltet) III 5 Geleit- u. Wachtboote (davon 60 kleine Küstenwachtboote) . 98 3 Minenleger u. -sucher 47 7 Flußkanonenboote . . 5 4 Hilfskreuzer . . . . — ? Hilfsschiffe . . i > — ? Niederländisch-Indien Bestand Verluste am 8. 12. 1941 bis 5.4. 1942 Kreuzer . t i i . • 5 3 Zerstörer ^ . R 4 Unterseeboote . . . 12 3 Geleit- u. Wachtboote 2 — Minenleger u. -sucher 12 7 Es muß besonders darauf hingewiesen werden, daß es sich bei den angegebenen Verlusten nur um solche handelt die von den Gegnern zugegeben wurden oder durch einwandfreie Beobachtung, insbesondere durch nachträgliche Luftbilder, festgestellt wurden (amerikanische Verluste in Pearl Harbour). Wie schon im Weltkrieg, so geben auch jetzt England und seine Verbündeten nur die Verluste zu, die sich unter keinen Umständen verschweigen lassen, Jeder Schiffsuntergang, von dem angenommen wird, daß er nicht zur Kenntnis der deutschen, japanischen oder italienischen Seekriegsleitung gekommen ist, wird verheimlicht. Die britische Admiralität hat dies anläßlich der Versenkung der ,,Bar-hdm" offen zugegeben, wie aus dem folgenden, auszugsweise wiedergegebenen Text der Verlustmeldung hervorgeht: „Die Admiralität bedauert bekanntgeben zu müssen, daß die „Harham" versenkt worden ist. Die „Barham" wurde am 25. November vorigen Jahres versenkt. Die nächsten Angehörigen der Opfer wurden unterrichtet, der Verlust des Schiffes jedoch nicht bekanntgegeben. Denn es war damals augenscheinlich, daß der Feind nicht wußte, daß dieses Schiff versenkt war. Es war wichtig, gewisse Dispositionen zu treffen, bevor der Verlust dieses Schiffes veröffentlicht wurde. Der deutsche Runtfunk hat zu gewissen Zeiten Erklärungen abgegeben, mit der Absicht, die Bekanntgabe zu erzwingen. Diese Bestätigung wurde dem Feind aus oben erwähnten Gründen verweigert. Es liegt jedoch auf der Hand, daß er jetzt davon unterrichtet ist, daß die „Harham" versenkt wurde." Es werden also vor allen Dingen zahlreiche Verluste kleinerer Einheiten, begonnen bei den Kreuzern, nicht bekannt geworden sein, denn mit der wachsenden Zahl der vorhandenen Kriegsschiffe eines Typs nimmt natürlich die Möglichkeit der nachträglichen Feststellung von Verlusten ab. Insbesondere werden all die Verluste, die durch Minentreffer oder Unglücksfälle eintreten, uns nicht zur Kenntnis kommen. Die verlorenen Schiffe der Alliierten würden zusammen eine stolze und kampfkräftige Flotte bilden, die, auf Singapore gestützt, stark genug gewesen wäre, den südpazifischen Raum gegen Japans Seestreitkräfte mit Aussicht auf Erfolg zu verteidigen. Hier erkennt man, welch wesentliche Bedeutung für die Aufrollung der südostasiatischen Stellung der Gegner die Schwächung und Bindung der britischen Flotte durch die deutsche und italienische Seekriegführung und das kühne japanische Zuschlagen bei Hawai und Kuantan hatten. Insgesamt gingen bisher — eingestandenermaßen oder einwandfrei durch Luftbild nachgewiesen — bis zum 10. Mai 1942 verloren: 10 Schlachtschiffe 8 Flugzeugträger 6 Schwere Kreuzer 23 Leichte Kreuzer fl8 Zerstörer 50 Unterseeboote 24 Geleit- und Wachtboote 19 Minnensucher und Minenleger 6 Flußkanonenboote 22 Hilfskreuzer 240 Hilfsschiffe Diese Flotte wäre, abgesehen von den Unterseebooten, mehr als dreimal so stark wie es die deutsche Flotte bei Kriegsausbruch 1939 war, oder fast so stark wie die japanische Flotte, die drittgrößte der Welt, im Jahre 1939. Daraus kann man ermessen, wie schwer die gegnerischen Kriegssrhiffverluste sind. Die geringen Totalverhiste der Mächte des Dreier-paktes stehen hierzu in gar keinem Verhältnis. Dipl. Ing. Gerhard Höflach 1*0 1 jf, . PK-KricRsbcrichter Otto (Sehl Freiiuftwerkstatt in der Wüste Mitten in der Wüste hat sich hier eine Werkstatt-Kompanie niedergelassen. An Arbeit mangelt es >hr bei der starken Inanspruchnahme der Fahrzeuge durch den Wüstensand nicht flie ägyptischen Hafen Die Beherrschung Ägyptens ist für England stets in erster Linie eine stratgische und Verkehrsfrage, erst in zweiter Linie eine wirtschaftliche Angelegenheit gewesen. Zu allen Zeiten war das Nildelta eins der bedeutsamsten Durchgangsländer der Alten Welt, seit der Klroberung Indiens durch die Briten aber zugleich das wichtigste Verbindungsstück. für den englischen Mittelmeer-Seeweg nach dem gesamten Vorderen Orient. Ägypten und der Suezkanal — das ist für die Engländer ein und dasselbe. Der größte Durchgangshafen am Mittelmeer-Eingang des Suez-Kanals ist Port Said, das mit seinem 230 ha großen Hafenbecken und mit einem Schiffsverkehr von (1936) 16,1 Mill. brt zugleich den wichtigsten Haienplatz im östlichen Mittelmeer darstellt. Die Stadt mit rhren 130000 Einwohnern verfügt über einen großen Innen- und Außenhafen mit zahlreichen Docks und Werkstätten der Suezkanalgesellschaft. Am südlichen Ausgang des Suezkanals nach dem Roten Meer zu liegt die Stadt Suez, die mit ihren 50 000 Einwohnern als Hafenplat^ jedoch eine weit geringere Rolle spielt. Der eigentliche ägyptische üroßhafen, über den fast der gesainte Außenhandel des Landes geht, ist Alexandria am Westausgang des Nildcltas. Alexandrien, das schon in der hellenistischen Zeit eine der größten Handelsstädte des Altertums war, ist mit seinen fast 700 000 Einwohnern heute die zweitgrößte Stadt Ägyptens. Der Schiffsverkehr Alexandrias belief sich im Jahre 1937 auf 5,4 Millionen brt, von dem der weitaus überwiegende Teil auf den direkten Warenaustausch mit dem ägyptischen Hinterland entfiel. Die Bedeutung des Hafens beruht einmal darauf, daß er der einzige in Ägypten ist, der vor Verschlammung gesichert ist, zum anderen darauf, daß er große Docks und Reparaturanlagen besitzt. Alexandria ist des-« halb auch die eigentliche britische Elotten-basis in Ägypten. Die Stadt ist außerdem nicht nur Warenumschlagplatz, sondern auch ein wichtiges gewerbliches Zentrum mit Eisen-und Textilindustrie, Ölmühlen und einen bedeutenden Baumwollhandel. Von den sonstigen ägyptischen Häfen ist erwähnenswert nur Kosseir als einziger Küstenplatz an der wasserlosen Küste des Roten Meeres und die beiden von den Achsen-truppen an der Mittelmeerküste eroberten Hafenplätze Sollum und Marsa Matruk, die jedoch nur von kleineren Fahrzeugen angelaufen werden können. An der Küste de«; anglo-ägvptischen Sudans spielt ferner Port Sudan mit seinen 22 000 Einwohnern als Haupthafen des Sudans eine gewisse Rollr: für den Gummi- und Baumwollexport. L----- PK-Krlegsbcrichtcr Hermann'Sch Auch diese USA-Panzer können den deutschen Vormarsch nicht aufhalten Bei den Kämpfen zwischen Donez und Don traten erstmalig amerikanische Panzer auf, von denen gleich zu Beginn des deutschen Vormarsches mehrere abgeschossen bzw. erbeutet wurden. —- Unser Bild zeigt einen USA-Panzer vom Typ „Tank Light M3", der eine Besatzung von vier Mann hat und mit einer Funkeinrichlung ausgestattet ist. Die Bewaffnung besteht aus einem Geschütz, vier Maschinenflewehren und einem Fla-MG Vatk imd Jiultuc Die deuiscbe Sprache — kosibarstes Geschenh des deotschen Volkes Eine Rede Ludwig Sieberts Das Goethe-Institut der Deutschen Akade- Die Geburt der Kunst in der Vorzeit Von Jagdzauber und Höhlenhildern Fußend auf den ürundlagen, die die Wis-1 Wissenschaftlicher Bearbeitung ist es nun senschaft seit der Mitte des vorigen Jahr- gelungen, eine einleuchtende Entwicklung hiinderts erarbeitet hat, können wir heute den dieser Kunst dariustellen; Am Anfang steht Satz auszusprechen wagen: die Kunst des die Gravierung, die Zeichnung der Tierum-Abendlandes ist uns von ihrer (iebut an be- risse in den Lehm der Höhlenwände. Die Uufe d^pseTKHeaes^Somnverleh^ l^'^OOO vor der Zej- Zeichnungen werden immer mehr der Natur ur^iTirndisS ltinen^^a^i^^^ entsprechend; schließlich folgt die Ausfül- keit zu aeben sich in rif.n ripnf.^h« ^ Irll i höhere Menschenform, lung mit Binnenzeichnung und danach die kenntnissen zu ^0" Cro Magnon, Entwicklung zur vollen plastischen Malerei kenntnissen zu vervollkommnen. Die dies- Oberkassel. Chancelado. Orimaldi u. a. ken- mit Farbe. Es ist der Höhepunkt der Altstein- nen, den noch tierhaften Neandertaler ab- zeit, die sogar die künstlerischen Probleme löste. der Perspektive, der Darstellung der Massen-Machen wir uns ein Bild von jener fernen Einheit und der Bewegung angerührt hat, die Welt: Der Mensch war noch ein Naiurwe- wieder in Kreta und Mykenä (2000 v. Chr.), scn; aber ei, der auf das Fleisch der Tiere späten Rom, im Barock und im 19. Jahr-angewiesen war, war der Tierwelt gegenüber hundert gelöst worden sind. Indessen galt insofern im Nachteil, als ihm deren natürli- ®"ch bereits damals das Gesetz, wonach In che Hilfsmittel wie Krallen, scharfes Gebiß, Spätzeiten die Kunst sich aufzulockern Hörner, Rüssel, Panzerung, flinke Beine, rie- aufzulösen pflegt. Es kommt nämlich am siper Wuchs fehlten, Seine Überlegenheit be- zu einem die Naturdarstellung steigernstand einzig im" wachen Instinkt und Geist, Impressionismus, der die Tiere wied«r-Damit schuf er sich künstliche Hilfsmittel, gibt, wie sie in dem Spiel und Widerspiel des eine Bewaffnung, die aus Knüppel, Speer, Lichtes dem Künstler erscheinen. Um 8000 Steinbeil, Pfeil und Bogen, Steinmesser, c^^a, mit dem letzten Magdalenien und dem Handspitze und Schaber bestand. Oleichzeltig kommenden Azilien, also am Ende der Eisbegann eine umfassende Konzentration des z^'ten überhaupt, verfällt die erreichte mei-gesamten Denkens und Handelns auf die zu sterhafte KunstUbung. Technisch kehrt sie jagenden Tiere; und so entstanden um die-]*«"' Unbeholfenheit der Umri&zeichnung des selbe Zeit die ersten der Tier- und Jagdzeich- Anfangs zurück; Inhaltlich werden die Dar-nungen vom Bison, Mammut, Pferd und Höh-1 ®tc'i"ngen verkürzt, abstrakt, schriftartig und lenbär, die wir in den Höhlen Südfrankreich« symbolisch gegeben. Damit ist die Alfsteln- vervollkommnen. Die dies jährirjen Sommerlehrgänge, an deneA nahezu 250 Stipendiaten aus fast sämtlichen europä-isrhon Nationen teilnehmen, wurden Mitt-voch nachmittag im Ballsaal der Münchencr Residenz durch den Präsidenten der Deutschen Akademie, Ministerpräsident Ludwig Siebert, eröffnet. In seiner Ansprache gab MinisterprÄsident Siebert der Gonugtimng Ausdruck, daß die Jiiqcnd Irtst aller Völker Uiiropas vertreten spi, ein Ereirfnis, das zeige, wie die Völker dieses Erdteils ihrer Schicksalsgemoinschaft inne zu werden beginnen. Das Geschick Europas sei wie so oft in der Vergangenheit auch in dieser Stunde unlösbar verbunden mit rlrm Schirksdl Deutschlands. Das deutsche Volk habe nie seine Sendung für Europa treuer eriüllt als jetzt, da es an die Vertei-fliqunq seiner Rechte den Kampf für das Abendland gegen die alles bedrohende Gewalt des Bolschewismus geknüpft hat. Der Präsident der Deutschen Akademie unterstrich, daR die deutsche Sprache, mit der sich die Teilnehmer des Sommerlehrganges lernend und lehrend beschäftigen, eine der schönsten, tiefsten, beziehungsreichste.n Äußerungen des deutschen Lebens sei. Sie ist das remste Zeugnis deutscher Gechichte, und selbst im libernehmen der Fremdworte stets reiner Ausdruck deutscher Wesenheit. Noch jrrlrs Fremdwort, das wahrhaft notwendig War, weil uns für eino fremde Sache der deiilsche Name fehlte, habe sich dem Deut-üchen beugen müssen. Darin lebe auch ein Stück von der Weltweite des deutschen Denkens und Tuns und ein Stück von jener inneren Überlegenheit über jeden möglichen Widerstand, kraft deren wir unseren völkischen und an den Felswänden Ostspaniens finden und deren Zahl von über 6000 Stück nebst etwa 50 Pip.stlken, uns eine durchaus klare Vorstellung der damaligen Welt gegeben hat. (Es handelt sich also keineswegs um eine >dunkle Vofteit«.) Die erste Kunst ist als Jagdzauber ausgeübt worden, so wie wir ihn heute noch in Afrika beobnchten k(')nnen und nach dessen Ähn-lichkeitsregel man sich ein gültiges Bild machen kann: Der Künstler der Sippe malte von den zu jagenden Tieren ein Bild, auf das unter magischen Zeremonien mit Pfeilen geschossen wurde. So haben wir z. B. die Darstellung eines Pferdes, die zwanzig Schußlöcher aufweist, ebenso eine beschossene Tierplastik, der man den Originalkopf auf- bewahren und unsere politische Wirk-^esetzt^ halte. An einer Höhlenwand hat sich IichKeit, schulen. | jg,. Künstler (Zauberer) selbst abgebildet. Der Präsident der Deutschen Akademie for- j Er trägt die Maske eines Hirsches und an den die Teilnehmer dor Lehrgänge de.s [ Händen sind die Pfoten eines Bären befestigt. Goethe Instituts auf, dip deutsche Sprache als die Welt des deutschen Schicksals, in Ehrfurcht zu betrachten und gebrauchen zu 1er nen. So bewegt er tanzend die Glieder. Es gab also auch mimischen Zauber und Tanzziuber. Vielleicht wurde dabei sogar eine Flöte geblasen und gesunTpn. Daß es dieser Kunst nicht um eine bloß profane Darstellung oder + Deutscher Sprach-Verein tagt In Straß- »»altung oder Schmuck, son- burc. Der deutsUie Sprach-Verein, ;^wci5 u"" T magische Handlung ging Oherrhrin. liiiit :un 1 „...1 ? I "^eweK-^t vor allem auch die Tatsache, daß man H()hlenbilder nie in Höhlen gefunden hat, die Wohnzwecken gedient hatten. Immer (liTcrrlicin, hält um 1. uiid 2. August dieses Jahres in Straßhurs; seine .lalirestasfunK ab. Ein neues Buch von Bruno Brehm. Der \ erly? Adam Kraft. Karlsbad und l.eip/.iu Kiir;di}{t als NeuerscIieiniiiiK in Vorbereitung handelt es sich um abgelegene, oft um außerordentlich schwer zugängliche Höhlen, wie die von Trois Frercs, wo man sich durch ei (lesdiichtcri und iictraciituiijjen von Bruno nen 40 Meter langen! nur einen'halben Meter Brelini an, die den Titel »Der König von [flicken trapeii sollen. Im gleiclien Verlas hohen Gang winden muß, oder die von Mon-tespan, die ein Fluß durchströmt, der die zeit verlassen und die neue Zeit, die die mittlere, die Jungsteinzeit und die Bronzcztit umfaßt, beginnt. Bei der Bewertung dieitr Kunst kann man von einer seltenen Übereinstimmung der Urteile rechnen. Tatsächlich haben vnr et mit einer vollgültigen Malerei von erstaunlicher künstlerischer Vollkommenheit zu tun, die durchaus bereits unserem abendländischen Empfinden entspricht. Als ihre Schöpfcr müssen wir uns außerordentlich begabte Menschen vorstellen, die in einem tiefen Einklang mit der Natur lebten. Hans Reetz !Btick nach Südosten ReorgaDisaiioii der Uslascha Nach einem Qesetzdekret des kroatischen Maatsführers bildet die Ustaschamiliz einen Teil der Wehrmacht Kroatiens. Die Aufgabe der Miliz Ist, den Kampf der Ustascha fortzuführen, an der Verteidigung des Unabhäii-glgen Staates Kroatiens mitzuwirken und die Sicherheit des Volkes zu gewährleisten. Zur Ustaschamiliz gehören: die aktiven Standarten, die Leibstandarten des Poglav-nik, die Verkehrsstandarten, die Gendarmerie, die Polizeiwache, der Aufsichtsdienst, die Ustaschaschulen und das Disziplin- und Strafgericht. Außerdem gehören den Verbänden noch die Einsatzstaffeln der deutschen Volksgruppe an, für die aber die Bestimmungen des (Gesetzes vom 31. Juli vorigen Jahres gelten. Der oberste Befehlshaber der Miliz ist der Poglavnlk. der seine Befehlsgewalt durg.ll die Kotnmandanten ausübt. Die Formationen sind berechtigt. Fahnen und Standarten zu führen, die der Poglavnlk bestimmt. 0. Staatsfeiertage ia Kroatien. Von jetzt ab gibt es In Kroatien zwei Staatsfeiertage, und zwar den 10. April als den Tag der Staat.sgründung und den 30, Juni, an dem 1928 der tödliche Anschlag auf den Bauernführer Stephan Raditsch begangen wurde. 0. Neuer kroatischer Kundfunksender. Dieser Tage hat der neue Rundfunksender Sarajevo seinen Betrieb aufget^ommen. Nunmehr wird auch in Duhrovnik eine Sendeanlage eingerichtet, 0. Geschenk der Stadt Sofia an den Thronfolger. Am 26. Juli wurde in Sofia ein neues großes Sommerbad eröffnet. Das Bad gilt als Geschenk der Stadt an den Thronfolger Simeon. 0. Aburteilung bulgarischer Kommunisten. Das Kriegsgericht in Bitolja verurteilte 11 Personen wegen kommunistischer Betätigung zum Tode. 18 Personen wurden zu längeren Freiheitsstrafen verurteilt cr^chctiit iC-'t Hrclinis fröliliclicr Roman: niedrigen Hingänge völlig ausfüllt, so daß •l.in .Sch nÜ m Böhmen . der 1930 geschrie- man 20 Meter weit unter Wasser schwimmen nen \\nide und frülier »fiiti (iraf spielt 1 lica-. muß. (Also nur für Kunsthistoriker erreichter« hieli. f:s ist die (jeschichte der tragiko- har, die perfekte Taucher sind!) SS S *-"'ÄT CKh; ä w rL , Zaiil'" Bchaiint sei. Ganadi war die .|»Rd J f (1 ,n selbst als von nur unterReordnetcr Bedeu- i)le "Scheflcllinde« .S7ft .lahre alt. Die i tung. Das war eine großartige Bewertung, in .Acliilorf im Wutaclital des badisclien Sclnvar.'waldes celegene (iaststätte »Zur Sohrffclhnde*. In der Josef \'iktor von Scheffel seinen ».luniperus Resclirieben iiat, konnte in diesen Taeen auf ."iyil-iälirlKes Be-«•teilen zurückblicken. ja (Iberwerlung der Kraft des menschlichen (jeistes, deren (jeheininis in dem Glauben liegt, daß die künstlerische Darstellung eines Wesens oder Gegenstandes mit demselben identisch sei und die Herrschaft über ihn begründe. III VOM............. HAHNENGRUND ROMAN VON KURT RIEMANN •• V?r|fo Otltr Niirtir, WHii'Si IlfW«:-". (8 Fortsetzung) »Dafür kann ich einem begabten Jungen und verschönert: auf Familie und Eigenleben. Es ist ihm nicht leicht gewesen. .Aber Dr. Voglsang hat nie davon gesprochen. Auch von jenen harten Stunden der Entscheidung weiß nur er, als er detn Mädchen, das er liebte, seine Pläne ausbreitete. Sie hatte nicht die Kraft, ihm in dieses Leben zu folgen. Ihr Zögern war Ihm genug Antwort. Die Stadt, ihre (ieselligkeit, ihre Zerstreuung, SniletenileutSGber Schritttntnspreis für Franz Tumler Stiftung des Gaues Terliehen von Bruno Brehm War die Feieritunde in Eger, in der Gauleiter und Reichsstatthalter Konrad HenUin das Werk Bruno Brehms würdigte, gleichsam eine feierliche Huldigung der sudetendeutschen Heimat für Brehm, so trug die große schrifttumspolitische Kundgebung in Karlsbad, die ebenfalls im Zeichen des Geburtstages des Dichters stand, grundsätzlichen Charakter und verband die Ehrung dieses Großen der Dichtung mit einer Wesensschau des dichterischen Wortes im allgemeinen. In wegweisender Rede 'jnsriS Gauleiter und Reichsslatthalier Konrad Henlein Bedeutung und Aufgabe des Schrifttums im Kriege. Er kennzeichnete das heimische Dichter-tum als Spiegelbild großdeutschen Wesens und verkündete dann die Schaffung eines Schrifttumspreises des Sudetenlandes in Höhe von 10 000 RM, der alle zwei Jahre an junge Autoren vergeben werden soll. Ein Preisgericht, dem unter dem Vorsitz des Gauleiters u. a. die Dichter Erwin Guido Kolbenheyer, Erwin Wittstock, Robert Hohlbaum und Bruno Brehm angehören, wird jeweils über den Preisträger entscheiden. In diesem Jahr hat Gauleiter Henlein den Preis als Ehrung Bruno Brehm zur Weitervergebung zur Verfügung gestellt. Bruno Brehm erkannte ihn dem jungen, aus Tirol stammenden Dichter Franz Tumler, der einer der bedeutendsten Prosasrhöpfer unserer Zeit ist. Bruno Brehm hat ihn entdeckt und gefördert und seinem Schaffen, das im Zeichen soldatischer und kämpferischer Gesinnung eine I reistelle zukommen lassen!« pflegte er j ilas alles mochte sie nicht missen. Nein, so dann händereihend seinen Mitarbeitern zu er-zälilen. So mischte sich junges Volk aus begütertem Hause mit Jungen und Mädchen aus Familien, die scharf rechnen mußten. In Mahnengrund verwischten sich solche Unterschiede sehr schnell. Im übrigen gab es hier ein Gesetz, von dem selten gesprochen wi4fde, das aber immer und in allen Fällen unerbittlich befolgt wurde: das Oesetz der Kameradschaft. Das begann — wenn ein Neuer kam — bereits mit der Kleidung. A\an trug keine offizielle Uniform. Doch es galt als selbstverständlich, daß die Jungs »Krachlederne«, die lieb sie ihn auch hatte, sie wollte nicht nMt ihm in eines der l.andeslieime ziehen, in denen er seine jungen Mannesjahre verhnngen wollte, um die Erfahrungen zu sanimeiri, die ihm helfen sollten, wenn er später seine eiirne Anstalt ins Leben rief. Voglsang hat die Enttäuschung überwunden. Sehr schnell eigentlich. Vielleicht war es sogar gut. daß es so gekommen ist. Diese Ehe hätte ihr» mehr bela.stet nis gefördert. Außerdem ersetzte ihm das Schicksal das Kind, das er so ersehnt haUe. Schwester und Schwager starben zeitig und der kleine Jochen \Michs unter Voglsangs Fit-ticlien :uif. Konnte ein Vater sein Kind mehr lieben, Mädchen aber »Dirndlc trugen. Die Krach- als er an Jochen hing? Konnte ein Vater sci-ledernen steigerten ihren Wert mit den jah-! nein Kinde eine weitere Schau in die Oehoini-ren. |cder 1 ehrcr und jede Lehrerin war auf, nisse dieser Welt erschließen, als der wis-ll.-ilinengrmul mehr als ein Hr/.ieher, er war .sende Mann getan hat. der doch nur der On-aiich Kamerad Konnte od'jr wollte er das ll eines AVuiius Lehen ;ius(üil! Seluil/eit liebl; die I erien 8. Herr Kleemann hat «ich beleidigt in seine Turmgemächer zurückgezogen. Es ist Sechs Uhr nachmittag.s, also nach der Hausordnung Arbeitsstunde. r)a haben Jungen und MüdH pflichtgemäß ihre Nasen in die Bücher zu stecken, was natürlich voraussetzt, daß Ruhe im Hause herrscht. Stattdessen tobt es auf Gängen und in Zimmern wie in einem Bienenkorb vorm Schwärmen. Türen knallen, Koffer stolpern über Treppen. Hier werden Scijiänke aufgeräumt. In Reisetaschen verschwinden Hemden, Fußhallstiefel, Schwimm-anzügc. Ferien! Morgen brechen die großen Ferien aus' »Wohin?« »Norderney!« ».Mensch, ich fahre in die Alpen! Ich treff mich mit Vater in Rayrisch-Zell!« »Keine Ahnung. Soll nach Berlin. Mutter will mich bei sich haben. So'n Kotz! Wir gehen ins Landhaus, und ich verrecke vor Langeweile.« »Eine Seereise?! Kinder, habt ihr's gehört? Margot fährt mit ihrem neuen Herrn Papa und der alten AUitti nach Norwegen! Drei Wochen! — So'n Glück möcht ich auch mal haben Aber mein alter Herr hat dazu keine Zeit. Der .schickt mich mit Mutter einfach /u Tante Berta nach Hannover.« »Väter haben nie Zeit. A^einen kenn ich hloß vom Mittafessen.« Pfui, Fril a! Du solltest dich schämcn!« \\'ieso? Die rundliche Erika sieht gleich-iDüttg von ihrem Buch auf. Sie ist auch durch den größten Trubel nicht aus der Ruhe zu brin,^ ii. In-i ist gar nichts mit Pfui getan Aleui Vaii-r hat seit meiner Gi'burt keine Zeit für iiiicli. Aber wenn ein Geschäftsfreund bloß die Na.se iuk Mürü steckt, hat er mit ei- steht, Weg und Richtung gewiesen. Mit dem Sudetenland verband Franz Tumler das Erlebnis der Heimkehr im Herbst 1938. Daraals weilte er zusammen mit Bruno Brehm beim Sudetendeutschen Freikorps. Die bewegenden Ereignisse hat Tumler in einem kleinen Buch „Das Jahr 1938" festgehalten. Franz Tumler wurde 1912 in Gries bei Bozen geboren und kam als junger Lehrer in ein weltentlegenes österreichisches Dörflein — Buchkirchen in Wels in Oberösterreich —, wo er seine ersten* Gedichte und Erzählungen schrieb. •• Tumler versteht das Werden des Künstlers aus der Erde und von der Erde; hier berührt sich seine Anschauung mit der eines Gottfried Keller oder Adalbert Stifter. Und ihnen steht er auch als Erzlihler nahe, allerdings als ein sehr eigenwilliger und eigenständiger. Schon seine erste größere Arbeit, die Novelle „Das Tal von Lausa und Duron", zeigt die besondere dichterische Zucht dieser Begabung, deren formale Festigkeit erstaunlich ist; und geradezu ungewöhnlich ist der aus mythischen Quellen strömende Gehalt der Dichtungen Tumlers, der es wundersam versteht, das tägliche Leben zu betrachten und zu deuten aus seiner geheimnisumwitterten Hintergründigkeit heraus. In Tumlers Roman „Der Ausführende" Ist lebensvoller Hintergrund die machtvolle Donaulandschaft, die wie eine mythische Macht über dem aufwühlenden Geschehen dieses Werkes hängt. nem Male soviel Zeit, daß er prst morgens um vier nach Hause kommt. Macht eucht doch bloß nichts vorl Weshalb hat man mich denn nach Hahnengrund geschickt.« »Bitte — es ist eine erstklassige Anstalt! Du kannst kaum eine bessere Ausbildung erhalten!« Erika schnaubt verächtlich durch die Nase »Du Küken! Das ist doch so 'nem Vater ganz Wurscht! Ich jedenfalls bin hier, weil ich ihnen zu Hause unbequem wurde. Vater ist nie da. Muter hat Nerven, du Heber Gott, und dann 'ne erwachsene Tochter? Kommt nicht in Frage. Also ab mit ihr nach Hahnengrund! Vater gibt 'ne Daueranweisung für die Bank — fertig. Der Fall ist erledigt.« »Du Ärmste!'Darum fährst du nicht nach Haus?« »Würdest du in ein leeres Haus zu Besuch fahren?« Sie wartet die Antwort nicht ah, bohrt beide Zeigefinger in die Ohren, stützt die Arme auf und liest ruhig weiter. Die kleine verlegene Pause füllt sich bald mit neuem . LJtrm und Gelächter. 9. In Käthchens Zimmer ist eigentlich immer Besuch. Es scheint eigenartigerweise der zweite Mittelpunkt der Anstalt zu sein. Käth-chen — das ist Katharina Johannsen. In ihren Personalakten heißt sie auch Studienassessor. Aber hier fragt man sie nicht nach englischen Verbalformen oder nach Wallen-steins Charaktertiefen, hier kommt man zu ihr, wenn man mit seinen Strümpfen nicht weiter weiß oder am 28 Geld für eine f\ilirt in die Stadt braucht. Nirgends sitzt man so traulich wie in Käthchens weichen S'ühlen. nirgends kann man sich so ;i|''-« vom n reden, wif abends /w Indien IlcllseiU und Dunkel an ihrem Fenster. Ifummer 2CÄ »Mart»tirgw feltunj;« TT. Jul! 1t)42 Sefte 5 Aus Stadt und £and It Ist «In Stern gcfalUn Es ist ein Stern gefallen, ein Stern in der Sommernicht; ein Glaube aus Kindertagen ist mir im Herzen erwacht; Der Glaube, bei fallendem Sterne da sei uns hold das Glück und segne, wovon wir träumen in solchem Augenblick. E« ist ein Stern gefallen, ein Stern in der Sommernacht, — ich habe die Hinde gefaltet und habe an dich gedacht! Hertha Torriani-Setl« Im RomfeU liaint die Rogomino Nun kommt wieder die Zeit der Ernte und mit ihr werden die alten Bräuche lebendig, 1 die sich seit Urväterzeiten in Deutschland erhalten haben. Die meisten Sitten gelten dem Schluß der Ernte, der mit dem Erntedank- ! fest bei Spiel, Tanz und geselligem Beisam-1 mensein festlich begangen wird. Aber auch mit dem Beginn des Embringens der Frucht sind schöne alte Sitten verbunden. I Dazu gehört zum Beispiel da» Einläuten der Ernte, das besonders m Nord- und Mitteldeutschland heute noch geübt wird. An die Emteweihe schloß sich bei unseren germanischen Vorfahren der Feldgang: man versammelte sich auf dem Dorfanger und wan-aerte gemeinsam von Feld zu Feld, um den Stand der Frucht zu prüfen. Am ersten Tag der Ernte schmückte die Bäuerin jeden Mäher mit einem Blumenstrauß, und die Mädchen banden bunte Bänder an die Sensen. Die Sensen wurden vorher unter einem Hol-lunderhusch gedängelt, dann war der Schnitter sicher vor der Gefahr, sich beim Mähen durch die scharfe Schneide zu verletzen. Denn tief im wogenden Wald der goldgelben Halme hauste die Roggenfrau, die zwar, in weißeiTi Gewand und langwallendem Goldhaar, die Felder behütete und segnete, aber auch allerlei Böses stiften konnte, wenn der Mensch es an Fleiß und Sorgfalt für das Geschenk der Natur fehlen Heß. War doch für den Menschen der Vorgeschichte und auch noch weit in die geschichtliche Zeit hinein, das Ereignis der Ernte und ihr wechselnder Ertrag jedes Jahr von schicksalhafter Bede'j-tung, was die Kulturvölker nun nur noch unter besonderen Umständen — wie etwa Sn Kriegszelten — mit gleicher Schwere erleben. Besondere Bräuche weben um die erste Garbe und den ersten vollbeladenen Erntewagen. Die erste Garbe wurde — als Opfersymbol — dem Hausgeflügel vorgeworfen oder auch feierlich aufgehängt und bis zum Schluß des Jahres bewahrt. Den ersten Wagen holt man mit Musik ein und fährt ihn riickwärts durch das Hoftor — das soll für die ganze Ernte von guter Bedeutung sein. Heute wie vor Jahrtausenden ist für den I.andmann die Erntezeit die Spanne härtester Arbelt. In Friedenszeiten nimmt der Städter daran überhaupt nicht oder nur sehr mittelbar teil. Jetzt aber hilft ein erheblicher Teil der nichtländlichen Bevölkerung, vor allem der Frauen und der Jugend beiderlei Ge- ■ schlechts, überall im Kriegseinsatz dem Bau-' ern oder der Bäuerin, deren Söhne und Knechte zum großen Teil unter Waffen stehen, Ist doch Ernetearbeit an Lebenswichtigkeit der Rüstungsarbeit gleich. Und die Gemeinschaft aller bürgt dafür, daß in den kommenden Wochen alles, was auf deutschem Acker der Segen des Himmels reifen läßt, bis zur letzten Garbe eingebracht wird. Kampf und Sieg der Herren von Pettau Ein Stäck froAdeutscher Oeschkhte in der Untersfeiermark Wenn Großdeutschland heute unseren Erdteil durch eine neue Ordnung gegen die Mächte der Zersetzung für die kommenden Zeiten sichert, so geschieht dies In bewußter Wiederaufnahme der ruhmvollen Verpflichtung, die dem Deutschtum als Volk in Europas Mitte seit der Gründung des I. Reiches durch Karl den Großen obliegt. Angesichts der geschichtlichen Entwicklung ist es wohl angebracht, gerade jetzt sich auch der Rolle zu erinnern, die die Untersteiermark in vielen Abwehrkämpfen spielte. Aus der Fülle heldischen Geschehens leuchtet ein Geschlecht heraus, dessen Leistung und Haltung es zum würdigen Vertreter deutschen Rittertums macht: Die Herren von Pettau. Die Gegend von Pettau war seit 076 angesichts Ihrer Bedeutung als Bollwerk gegen Osten selbständige Grenzmark und wurde 1148, nachdem der letzte Markgraf, Bernhard von Sponheim, auf einem Kreuzzug gefallen war, mit der Mark Steler vereinigt. Eine ununterbrochene Kette von Einfällen der Madjaren kennzeichnet die Geschichte der vorangegangenen zwei Jahrhunderte. Da erstand in Friedrich I. von Pettau der Retter, der es verstand, die Feinde Immer weiter zurückzudrängen, bis er die wichtigen Höhen am Rande des Pettauer Feldes fest in Händen hatte und sie mit bewundernswerten Weitblick gerade an den strategisch geeignetsten Punkten durch Errichtung der Burgen von Friedau, Großsonntag und Ankenstein .sicherte. Es bedurfte harter, jahrelanger Kämpfe, bis dies erreicht werden konnte, von denen der bekannteste wohl der vom Jahre 1199 ist, In dem Friedrich, unterstützt durch deutsche Ordensritter, das Heer des Königs ^merjch schlug und damit diese Vorverlegung der Grenze endgültig sichern konnte. Das l^ohe Ansehen, zu den Friedrich seine Familie brachte, wird gekennzeichnet durch die Würde eines Landmarschalls in Steiern, die den Pettauern erblich zuerkannt wurde. Der Bedeutung seiner überragenden Persönlichkeit entsprach auch sein Besitztum, zu dem außer den Herrensitzen der Umgebung auch entferntere Schlösser, wie Schwanberg, Gleichenberg, Wöllan usw. gehörten. Sein Fnkel Friedrich III. war der richtige Mann, sich in den bewegten Zeiten, in die er geboren wurde, zu behaupten. Die Zerrüttung des Reiche» stand auf ihrem Höhenpunkt und ganz Steiermark war an Ungarn gefallen, von dem sich die steirischen Edlen vergeblich zu befreien suchten. Schließlich kam es zur offenen Empörung. Friedrich rückte mit den Herren des Drautales an und schlug die Madjaren so nachdrücklich, daß sie die ganze Lfntersteiermark räumten. Inzwischen war im Reich ein neuer Machtfaktor aufgetreten; König Ottokar, der es verstanden hatte, das Fehlen einer zentralen Gewalt zu bedeutender Ausdehnung seines Besitzes auszunützen und 1260 aucTi die Steiermark erwarb. Mit diesem neuen Herrn gab es bald schwerste Zerwürfnisse. 1260 finden wir mit anderen steirischen Edelleuten auch Friedrich IM. von Ottokar eingekerkert, mit Schleifung der Feste Wurmnerg bestraft, 1272 in neue Madjarenkämpfe verwickelt, 1275 auf den Reichstagen von Würzburg und .Augsburg als Ankläger gegen Ottokar und 1276 nach Wiedervereinigung der Steiermark ,mit dem Reich wieder als Herr auf Schloß Pettau bestätigt. Die >kaiserlose, die schreckliche Zeitc war überwunden und damit auch der Untersteiermark wieder friedliche Entwicklung gegönnt. 1279 huldigten die steirischen Edlen, mit ihnen auch der »Pettauerc, dem neuen deutschen Kaiser Rudolf bei seinem glanzvollen Auftreten in Graz. Mit Friedrich V. ist das Geschlecht der 5(X) Jahren, ausgestorben. Von ihrem Leben kündet das Buch der deutschen Geschichte und einige der schönsten Bauten der Stadt: Auf Mechtildis, die Witwe Friedrich I., geht die Gründung des ehemaligen Dominikanerklosters zurück. Friedrich Tv. war der Erbauer des ehemaligen Minoritenklosters, in dem heute die Kreisführung des Steirischen Heimatbundes untergebracht ist. Wenn dieser kleine Ausschnitt aus der engeren Heimatgeschichte auch ins großdeutsche Geschehen übergreift, so beweist dies die tausendjährige Verbundenheit des Unterlandes mit dem Reich und zeigt die durch die Tat des Führers vollzogene Wiedervereinigung als Anerkennung eines in zahllosen Kämpfen wohlerworbenen Rechtes. K....r m. Todetfftlle. In Gams bei Marburg ist der 61jährlge WerkfUhrer Karl Kußmak einem Schlaganfall erlegen. Der Leichnam wird nach Schwedt an der Oder überführt. In der Hnilitzkagasse 11 in Marburg ist die 73jährige Dienstmannsgattin Anna Bresnik gestorben. In der Magdalenen-straße 72 in Marburg Ist das Schlossers-söhnchen Erich Samide verschiedenu m. Bevölkerungsbewegung in Citli. In der vergangenen Woche wurden beim Standesamt in Cilli 20 Geburten, tier Trauungen und 15 Todesfälle verzeichnet. Den Bund fürs i.eben schlössen: Josef Grei und -Maria Zisei, Stefan Grabar und Maria Repin, Vladislaus Furlan und Wida Winter, Konrad Kauschek und Amalie La-pornik, alle aus Cilli. Gestorben sind: Franz Mallei und der 73jährige Jakob Knes, beide aus Cilli, Anton Lipusch, Planina bei Heilenstein, Angela Brodnik, St. Ruprecht bei Tüffern, Martin Seuschek, St, Magdalena bei Prag\«ld, Vinzenz Biditsch, Packdorf bei Paclanstein, Josef Skorjanz, Terschische bei Rohitsch-Sauer-brunn, Wladimir Sawolowschek, Kropp^bei Oberburg, Rosalie Schupnek, Swodno bei Tüchern und Anton Jagoditsch, Doli bei Eriachstein. DieiilapMll Ihr KtelsIlliriN Marbori-SMI Am Donnerstag abend vereinigte ein Appell im Musiksaal alle Amtsträger des Kreises Marburg-Stadt. Nach der Eröffnung durch Kreisführer Pg. Klingberg wurde das Andenken der in jüngster Zeit für die Sicherheit der Heimat gefallenen Wehrmänner geehrt. Sodann berührten sowohl der Kreisführer sowie Führungsamtsleiter Pg. Frankl verschiedene Fragen und richteten an die Versammelten die eindringliche Mahnung, alle Kräfte anzuspannen und in vorbildlicher Treue den Platz auszufüllen, auf den sie im Dienste der Gemeinschaft gestellt sind. Besondere Betonung fand die Aufforderung zur Höflichkeit im beruflichen und geschäftlichen Leben, die in dieser Zeit rückhaltloser Opferbereitschaft einen wertvollen Beitrag zur gewissenhaften Pflichterfüllung zu geben hat. Einen großen Teil des Abends nahm ein Schulungsvortrag von Pg. Otto Wamberger ein, der zunächst an Beispielen von Völkern des Altertums bis in unsere Zelt aufzeigte, wie ein Volk durch Entartung, Geburtenrückgang und Vermischung mit minderen Rassen zugrunde gehen muß. Der Vortragende wies darauf hin, daß sich fast alle Länder Europas vom Juden abwenden und die Judenfrage in radikaler Weise lösen. Warmer Beifall seitens der aufmerksam folgenden Zuhörer dankte den ausführlichen Darlegungen, Mit dem Gruß an den Führer fand der Appell seinen Abschluß. m. Eröffnung eines Erntekindergartens in FraBlau. Dieser Tage wurde in Fraßlau der erste Erntekindergarten eröffnet. Für den Besuch meldeten sich über 100 Kinder aus dem Marktgebiet und der nächsten Umgebung. Ein Kindergarten ist auch in Lebern in Bau und geht der Vollendung entgegen. In Fraßlau selbst ist ein großer Barackenbau für einen Dauerkindergarten für die Dauer des Krieges in Aussicht genommen. lugend spart Spinnstoffe Aufmf des Reichsjugendfü Arers an die Hitlerjugend Im Bestreben, ihren Kriegseinsatz auch im persönlichen Leben jedes Junten und Mädels praktisch za verwirklichen, führt die deutsche Jugend zur Zeit eine Aktion durch unter dem Motto: Schont Kleider und Schuhe — spart Spinnstoffe, Leder und Gummi! Reichsjugendführer Axman weist in einem Aufruf an die Hitlerjugend auf die Erfordernisse der Kriegszeit hin, wonach Spinnstoffe und Leder in erster Linie dem deutschen Soldaten vorbehalten bleiben müs.sen, die Jugend aber, durch Einschränkung der eigenen Bedürfnisse zur Sicherung der kriegswichtigen Rohstoffe beitragen kann. Im Hinblick auf die kommende Winterze.it werden nunmehr die warmen Sommermonate für das Ausbessern und Instandsetzen der Kleidung und des Schuhzeugs ausgenutzt. Die Mädel übernehmen zur Unterstützung für berufstätige Mütter in Nähstuben das Flicken und Stopfen, das Ändern und Bearbeiten aller vorhandenen Kleidungsstücke. Eine Anordnung der BDM-Reichsreferen-tin Dr. Jutta Rüdiger, bestimmt den zweckmäßigen Rinsatz jedes Mädels. Während die jüngeren unter Anleitung leichte Flick- uiid Pettauer im Jahre 1438, also vor mehr als Näharbeiten ausführen, übernehmen die be- reits vorgebildeten das Ändern tnd UmtN beiten von Kleidungsstücken, wobei auch die Arbeitsgemeinschaft des BDM - Werks »Glaube und Schönheit« überall mitarbeiten. Zugleich aber erfolgt die Ausbesserunj; und Pflege des Schuhzeugs. Nicht jeder Junge kann — sowie das auf dem Lande r.ur Feldarbeit als gesund und natürlich begrüßt wird —, im Sommer immer und überall bar-fuß laufen. Aber auch in der Stadt wird im Sommer leichtes Schuhwerk jeden Jungen helfen, die festen Lederschulie für den Winter zu schonen. Rr wird jetzt die beste Zeil dazu haben, seine festen Schuhe für den Winter instandsetzen zu lassen. Dies Vorha* ben wird bereits in der Schuhmacherwerkstatt erwartet, denn ein Aufruf des Reiche* innungsverbandes für das Schuhmacherhand« werk hat auch hier die erfolgreiche Durchführung der Aktion entsprechend vorbereitet» Jeder Junge und jedes Mädel setzt nunmehr alles daran, um seine Kleidung zu schonen» alte Kleidungsstücke zu überprüfen und au^« zubessern, seine I.ederschuhe für den Winter in Ordnung bringen zu lassen und jede achtlose Vernachlässigung des Gutes, das für den deutschen Soldaten gebraucht wird, zu vermeiden! linBlickfeliUes alten Steffi Bunter Wiener Bilderboxen Viele kleine und große sommerliche Freuden kennt Wien mit dem frischgrünen Kranze des Wiener Waldes, der mit sanft geschwungenen, rebenbestandenen Mügeln bis ins Weichbild der Stadt vorstößt. Warum in die Perne schweifen wenn das Gute und Schöne so nahe liegt? Wohl hat jeder Wiener, der die Alpen sozusagen als seinen Korridor betrachtet, irgendwo im Semmering oder im Salzburgischen seinen »Hausberg«, den er alljährlich besucht. Aber der Wiener schwärmt für das Bequeme. Er liebt es nicht, in überfüllten Reichsbahnzügen zu reisen. Da bleibt er lieber zu Hause, ,schlaft in einem orndllchcn Bett' und begnügt sich mit kleineren oder größeren Wanderungen in die wundervolle Umgebung seiner Stadt. Er grüßt von den Grinzlger Hügeln, allwo die Reben wachsen und einen guten Tropfen versprechen, die schimmernden, vom alten Steffi überragten Häuser seiner schönen Siadt. Im Lainzer Tierpark, kaum eine SU>nde vom Weichbilde der Stadt entfernt, wandert sichs gut unter dem Laubdach urwaldähnll-cher f^äume. Und wer Glück hat, kann bei früher Morgenstunde oder im goldenen Abendlicht filrsche und Wildschweine an den Futterstellen beobachten. Dem Naturfreunde. der die Stille liebt, tut sich die wundervolle. unberührte Landschaft des Donau-bruches. Schilfniederung und Auwald, auf. ein wahres Paradies unserer heimischen Wasscrvögel, die. anderswo längst vertrieben oder ausgetilgt, in der r)onaunlederung eine Heimstätte erhalten haben, wie sie ob j whrer unveriUcichllchcn Schönheit kaum mehr In solch unmittelbarer Nähe einer Millionenstadt zu finden sein dürfte. Weil hier von den kleinen Erholungsfreuden des Wieners die Rede ist, soll auch einmal von anderen Dingen gesprochen werden, mit denen sich der Donaustädter die karg bemessene Freizeit vertreibt. Der Wein, der die Nasen rot und glänzend oder gar blau und narbig macht, steht dabei durchaus nicht an erster Stelle. Gewiß, der Wiener ist lebenslustig, er will leben und läßt in unbändiger Daseinsfreude auch seine Mitmensclien leben. Er »draht« manchmal ganz gerne, das heißt, er macht, wenn der gebührende Anlaß vorilegt, die Nacht gelegentlich zum Tage. Ifn Grunde genommen aber hat die Wiener-Stadt mit den ihr In oberflächlichen Liedern und Schlagern nichtwienerischen Ursprungs angedichteten Eigenschaften des Suffs, der Weinseligkeit und des hemmungslosen Vergnügens nichts zu tun. Ganz im Gegenteil, der Wiener geht sogar zeltig schlafen, und jeder Fremde, der die Lehensverhältnisse Wiens näher kennenlernt, wundert sich über die Stille, die nach Mitternacht über der Stadt liegt. Der Wiener ist ein Freund des deutschen Buches. Die markenfreie geistige Kost ist sein schönster Zeitvertreib. Er will sie nirgends missen. Sie verkürzt und verschönt ihm die Stunden der Rast und des Feierabends. Ja. sogar die oft recht langen Wege von und zur Arbeitsstätte, die er mit Straßenbahn und Stadtbahn zurücklegt, werden mit der l.ektüre eines guten Buches verkürzt. Zahlreiche öffentliche und private Leilibilchereten. deren Bestände nach Millionen rHhlen. tragen diesem großen l esebe-dürfnis des Wieners Rechmmt. Die Stadt Ist es ihrem großen Rufe als Hüterin deutscher Kultur hart an der Südostecke des Reiches schuldig, daß sie Schmutz und Schund verschmäht. Namen sind keineswegs Schall und Rauch, wie der oberflächliche Betrachter meinen könnte. Ein Gang durch den Matzleins-dorfer Friedhof, den jüngst der bekannte Wiener Heimatforscher Swatosch mit Vertretern der Wiener Presse unternahm, bestätigte die Richtigkeit dieser Behauptung. Keiner der Namen, die in ihrer hohen Bedeutung für Wien immer mit dem Leben dieser Stadt verbunden bleiben, ist dem Gedächtnis der Lebenden entschwunden. Der beinahe hundertjährige Matzleinsdorfer Friedhof, der sich auf dem Gebiete der längst verschwundenen Ortschaft Bernhardsthal befindet, birgt wie nicht leicht ein zweiter Gottesacker der Wiener Stadt Träger und Trägerinnen berühmter Namen aus Politik, Kunst und Wissenschaft. Hier fanden Friedrich Hebbel, Heinrich Anschütz, die bekannten Maler Waldmüller und Canon, die Burg-theaterdlrektoren Laube und Dr. Förster ihre letzte Ruhestätte. Wir finden hier auch das Grabmal Johann Michael Vogls, des Freundes unseres unsterblichen Franz Schubert. Ein weiterer Grabstein vermittelt uns Kunde von dem Zeitgenossen des Walzerkönigs Johann Strauß, Philipp Fahrbach, auch der »Pariser Strauß« genannt, der mit 23 Jahren bereits Hofballmusikdirektor war und nach seinem Tode des Walzerkönigs dessen berühmte Kapelle übernahm. Und noch eines Grabes aus neuerer Zeit sei hier gedacht, das auf dem Matzleinsdorfer Friedhof zu finden ist. Es birgt die sterblichen Überreste unserer unvergeßlichen Adele SandrocK. Ja. Steine können reden . . . ^rai>t Hammeischmidt. Frani Kladd« Ein Schüler fährt Rad. Nicht auf der Fahrstraße sondern auf dem Fußweg. Aber ©r hat nicht gesehen, daß hinter der Litfassäule ein Mann in grüner Uniform lauerte. »Halt!« ruft der Wachtmeister und roftt mit den Augen, »absteigen!« Der Schüler steigt ab. »Name?« »Friedrich Schiller.« Der Wachtmeister hält zögernd den schreib^ bereiten Bleistift an. »Schiller? Wieso?« »Ich heiße Friedrich Schiller«, sagte der Schüler. Der Wachtmeister blinzelt mißtrauiscb. »Ausweis da?« Der Junge verneint. Da nimmt der Wachtmeister die Büchertasche, die an der Lenkstange baumelt, greift ein Heft heraus und was liest er auf dem weißen Schild: Franz Kladde. Acht Tage später läuft beim Direktor des Gymnasiums die Mitteilung ein, der Schuler Franz Kladde habe a) auf dem Bürgersteig Rad gefahren. b) einem Beamten falsche Angaben über seinen Namen gemacht und sei • c) zu bestrafen. Der Direktor schüttelt den Kopf. Einen Franz Kladde gibt es auf der Schule nicht. Er schreibt an die Polizei. Die Polizei vernimmt den Wachtmeister, schreibt an den Direktor. Der Direktor antwortet. Erst Wochen später versickert der Briefwechsel, der Fall bleibt unaufgeklärt, und nur der Schüler Friedrich Schiller weiß, daß das Heft, das der Wachtmeister aus der Schultasche gezogen hat, die »Französische Kladde« war, wobei er »Französisch« der Einfachheit halber In »Franz« abgekürzt hatte. Hins Riebau Sie starben für Deiitscilland Beisetzung der Pettauer Opfer In Pettau fand am 25. Juli die feierliclie Beisetzung zweier Kameraden statt, die ihre Treue zu Volk und Heimat mit ihrem Opfertod besiegelten. Um 10 Uhr vormittags wurde am Umgebungsfriedhof Kamerad Johann Sluga in AnwesenheitvonHauptsturmführerSchreit-hofer in das Grab beigesetzt. Die Stürme Pettau I und II und der Pettauer Motorsturm hatten Ehrenzüge gestellt, die dem Kameraden zusammen mit einem Musikzug der Wehrmannschaft das letzte Geleite gaben. Mit ihnen standen am Grab dieses aufrechten Mannes viele hundert Volksgenossen aus seinem Heimatdorf, die durch ihre Anwesenheit neben ihrer rein menschlichen Teilnahme zugleich auch ihrer uneingeschränkten Solidarität mit seiner treuen Haltung, aber auch ihrem tiefen Abscheu vor dem verbrecherischen Mordgesindel, dem er zum Opfer gefallen, Ausdruck geben. In Vertretung dos Kreisführers und Land-r^ts hielt Führungsamtsleiter Pg. Albert Scharncr die Gedenkrede, Er brachte die Grüße des Steirischen Heimatbundes, dem die Arbelt des Verewigten seit der Gründung gewidmet war. Er brandmarkte die Mörder als von den Feinden des Reiches gekaufte Verräter und ihre Handlungsweise als ebenso wahnsinnig wie verbrecherisch. Denn ebenso sicher wie unser schönes Land deutsch bleiben wird für alle Zelten, so gewiß wird dieses feige Gesindel vernichtet werden. Die angetretenen Verbände marschierten nun zum Stadtfriedhof, um dort dem im Einsatz gefallenen Wehrmann Franz Losinschegg die letzte Ehre zu erweisen. Hier verabschiedete sich Hauptsturmführer Schreithofer von dem gefallenen Kameraden, den er als Vorbild echter deutscher Pflichterfüllung und Einsatzfreude feierte. »Auch er starb, damit Deutschland lebe«, so rief der Redner aus, »sein Tnd soll uns neuer Ansporn und X'erpfliclitung sein im Kampf für ein größeres und schöneres Deutschland. Wir trauern mit seinen Angehörigen um einen lieben Kameraden, dessen Andenken in uns fortleben wird, so lange unsere Herzen schlagen.« Das Lied vom »Guten Kameraden^ klang feierlich über den Platz und bei den Liedern der Nation hoben sich die Arme aller zum Treuegelöbnis für Führer und Reich. Aus dem Hörsaal auf das Kornfeld Eine Studenlid erzählt vom Ernteeliisatz In der Uoterslelemuirk In dem kleinen Dorf Nikola, Kreis M^Lurg-Land, zogen vor nicht langer Zeit eine kleine Anzahl Mädel ein, die bei Bauern ihren Ente^-insatz ableisten. F'röhliclic Stunden bei Arbeit verbringen sei nun mit ihnen und ein Mädel erzählte uns folgendes: Es ist ein heißer Tag. NachmiLtags-schwülc brütet über den Feldern und Wiesen, die sich lang und breit hinter dem Dorfe ausdehnen. Die F'elder stehen in voller Reife und harren des Schnitters. Bald wird die Frucht die Speicher der Bauern füllen. Heute wird das Korn ßcschnittep! Aber Eile tut not, denn am Himmel ist viel Gewölk, das sich vielleicht schon in kurzer Zeit schwarz und drohend zusammenballt. Weit holt die Sense aus und mäht das Kom in breiten Schwaden, Der Tod ist im Kornfeldl Er schont weder den roten Mohn, der mit seinem leuchtenden Köpfchen prahlerisch aus dem Älirengold herausschaute, noch die lieblichc Kornblume und liedroht eine kleine Feldmaus, die sich noch rechtzeitig vor dem mörrlerischen Stahl retten konnte. Emsig arbeiten Männer und Frauen. Das Korn wird in Garben gebunden und dann immer zehn Garlwn zusammen auf den Feldern aufgestellt. Der alte Bauer stellt sie auf und wir helfen ihm dabei, wir tragen die Bündel heran imd reichen sie ihm hin, Er lächelt mit seinem liebeji Gesicht und fragt nur manchmal in unverfälschtem Sieirisch: „San schon zehne Heiß brennt die Sonne, bunt leuchten unsere Kopftücher und rot die vom Eifer und Hilze geröteten Gesichter. Gestern waivn wir noch Studentinnen, heute haben wir uns in frische Bauemmädel verwandelt Scherzworte fliegen hin und her. So vergeht die Zeit. Niemand denkt an sie. lautlos und eilig verrinnt sie und keine Uhr mahnt daran. .\n den I^ldern vorbei führt der Weg nach Marburg, Autos und Fahrräder sausen vorüber. Sie errinnern uns an eine andere Welt. Wir entsinnen uns j)lülzlich wieder, daß es Menschen dbt, die den ganzen Tag in irgendeiner Kanzlei sitzen und andere wieder, die in luibriken arl>ei-ten. Wie schön wäre es; wenn sie sich in der frischen Luft erholen könnten! Deshalb atmen wir recht viel von der köstlichen I.uft ein, die nach Heu, Blumen, NVald und Wiesen riecht, lün Mililärauto fährt yorrübor. Sein Anblick drängt einen Vergleich mit anderen Feldern auf, wo der Tod auch reiche F>nle hält. Deut.seh-lands Ix'sles IHut kämpft auf ihnen für die F!hre und GröBi^ des Vaterlandes gegen dio Iledroliung des Weltfeindes. .\ni Stand der Sonne kündigt sich der nuheiule .\bend an. Ein leeixjs Gefühl in der Ma«nÄgend sagte ihn schon voraus. Der Eifer laßt nach und die physischen Kräfte schwinden. An manchen feinen, zarten Handflächen zeij^ sich Blasen und die Unter arnw brennen seltsam. Das kommt vom Tragen, die scharfen Halme haben die Haut aufgekratzt Endlich ist das ganze Kornfeld abgemäht Die Mandeln stehen stramm in einer Reihe wte ^Idaten. Nun kann es regnen, die Arbeit ist get^ui. Das Essen nachher, Milch und Brot, schmeckt herrlich I Überhaupt schmeckt alles gilt in Nikolai, die jungen Kartoffeln, die Erbsen, (Ue Gurken und der Topfenstrudel und was es sonst noch gibt die Woche über. Ein wonniges Gefühl Säuerlinge In den Büheln Alte Quellen, die heute völlig versiegt sind Auf dem untersteirischen Murfeld und in den Büheln gibt es eine auffallend große Anzahl von Sauerbrunnen tmd Mineraiquellen. Viele von ihnen sind lediglich den nächsten .Anrainern bekannt und werden nur von diesen ausgenützt, oder aber sind sie halb ver-s>icgt oder versumpft. Von einigen weiß nur noch das heimische Volk zu erzählen. Im üebiet von Pöllitschberg bei Oberrad-kersburg gab es einst neun solche starke Quellen. Heute ist jedoch nicht eine einzige mehr bekannt. Auf den Schotterbänken und Griesharren der Mur sind die Steine oft mit dem Niederschlag einstiger Säuerlinge überdeckt und verklebt. Bei Radein verläuft quer unter der Mur eine ausgesprochen Konglo-merathüdenschwelle. Die Verkittung dieses Konglomerats hat jener Säuerling bewirkt, der schon lange nicht mehr besteht. Solche und ähnliche Spuren einstiger Mineralquellen ziehen sich von Oberradkersburg bis Leonhard in den Büheln hin. Dieser Te.il der Büheln ist also überaus reich an unnusgcnützten Bodenschätzen; es gilt nur dafür zu sorgen, daß sie nicht zurück in die l'rde verschwinden. Es ergibt sich oft die Notwendigkeit, die Adern durch Boh-runnjen neu zu erschließen, wie dies z.B. bei der schon aus ^er Römerzet bekannten Mineralquelle von Sissek der Fall war. Oft ver-niengen sich die Sauerbrunnen mit dem gewöhnlichen Grundwasser derart, daß sie un-benüt/bar und unverwendbar werden. Diese Gefahr drohte z. B. im vergangenen Jahrhundert den Mineralquellen von Karlsbad, die der berühmte Sues dadurch rettete, daß er die eigentlichen Quellen isolieren ließ. Zwei einschlägige Betriebe Radein und Pe-tanzen wurden von dem Unternehmungsgeist Ihrer fkgründer in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts eniporgebracht und stehen heute in Blüte. Die Nahe der Bahn trug viel zur Entwicklung dieser Unternehmen hfi. Man kann sich jedoch kaum der Ansicht einiger Geologen anschließen, die den gesamten l.uttenberger Bezirk in diesem Belange 7u einem Schutzgebiet erklärten. Die beiden Säuerlinge Radein und Petan-zen werden in unmittelbarer Nähe von einander ausgcnüt/t, ohne daß die Ausnützung des einen auch nur im geringsten die des anderen heeint rächt igen oder stören würde. Üntersuchiuigen halien nämlich erwiesen, daß •^ich das A\ineralw asser in drei verschiedenen tibcreinnndcr gelagerten Horizonten ergießt und anseinanderfließt. r^ie Säuerlinge des Stainztales und anderwärts in den Büheln sind nun nicht nur be-d'^ntcnd weiter \on den Rademerqucllen entfernt sondern weisen auch eine andere chemische Zusymmcnsct^uin; auf- In Radein und auch im nahen Schrottendorf überwiegt unter. den ionisierten Metallen im Säuerling die alkalische Gruppen: Natrium, Kalium und Ni-trium; in den westlicheren Säuerlingen der Büheln, also in erster Linie bei jenen des Stainztales, aber gesellt sich noch stärker die erdalkalische Metallgruppe hinzu, also 'one des Kalziums und Magnesiums. Demnach müs.sen diese Säuerlinge vor allem auf einem anderen Eruptivgestein entspringen, wie wir dies in ähnlicher Weise bei den Mineralquellen in der Umgebung von Gleichenberg sehen, wo einige aus dem Andesit, andere, ver-schiedengeartete, aber aus dem Basalt herrühren. Die wirtschaftliche Bedeutung dieser Mineralquellen in den Büheln ist zweifellos groß. Dr. Fr. M. if Weltbild der Sattheit erfüllt uns. Aber wie wäre eSj wcim wir es noch auf Nachbars Ku'schbaum versuchen würden?! Die kleine Zilli. die so viele deutsche läeder mit ihrer feinen Stimme singen kann, steht schon die ^anze Zeit drüoen am Gartenzaun und wmkt: Kommt, kommt Kirschen e.ssenl" Oh das wohl gut tun wird? Aber die Früchte imd Zilli locken verführerisch. Also, hinauf auf den Baum! Nach einer kurzen Viertelstunde ist das lustige Mahl l)eicndel. Zu zweien oder dreien gehen wir über die Dorfs!raßc zum Lager, das in der Schule aufgeschlagen ist, vorbei an den weißen, saul)eix'n ' Bauernhäusern mit den mooslvedachten Scheunen, auf denen zuweilen ein tönerner Halm angebracht ist. In den Ställen brüllen die Kühe und grunzen die Schweine, kleine Flerke! quietschen. , Da zi^ckt ein Blitz auf, Donner antwortet und gleich darauf fallen schwere Tropfen. Schnell, schnell unter das schützende Dach! Nachdem wir unsere Körper mit frischem Brunnenwasser geix^migt haben, stj'eckm wir uns auf unsei-c Strohlager aus. lune nimmt die Zieharmonika und spielt noch rasch ein Lied, einige singen dazu und eine andere liest. Bald verstummen {|lle Gespräche, das Pelroleumlämpclien wird ausf^löscht und mau hört nur mehr das liefe, gleichmäßige Atmen der schlafenden sechs Mädchen. Der Regen hat aufgehört, die Luft sti-eicht kühl \nid rein durch das offene F'enster. Da Pfiffe, Ge.sang und heimliches Kichern 1 F)in Mädchen richtet sich auf, horcht daiui huscht ein Lächeln über ihr Gesicht Die Dorfjugend bringt Ein ganzes Dorff spielt Schach Bauern als lebende Schachfiguren — EId Spiel zwischen Kurfürst und Bürcermeister Irn fruchtbaren liarzvorland des Landkreises Halbcrstadt liegt das Pfarrdorf Ströbeck, dessen Einwohnerzahl von rund 120(J Kön-fen sich seit einem halben Jahrhundert kaum verändert hat. EittResponnen in tiefste Beschaulichkeit und Selbstzufriedenheit, bietet es mit seinen sepfleKten Bauernhöfen mit stattlichen Scheunen, Hühnern, Enten, Gänsen und Viehherden ein Bild behäbigen Wohlstandes. Nur ab und zu wird die Stille auf der Dorfstraße oder den wogenden Getreidefeldern von einem raternden Ackerwagen unterbrochen. Äußerlich unterscheidet sich Ströbeck also in keiner Weise von anderen ländlichen Siedlunjieti Mitteldeutschlands. Nur in den Häusern erkennt man den Ort als das weltberühnde Schachdorf, dessen Geschichte bis in das frühe Mittelalter zurückreicht. Angeblich soll das »königliche Spiel« den Bauern von Ströbeck durch einen hochstehenden Gefangenen des Bischofs von Halberstadt, der in dem bis heute erhalten gebliebenen Pfandturm untergebracht war, um das Jahr 1011 beigebracht worden sein. Nach einer anderen Version war es ein ge-heinmisvoller Domkapitular oder Kreuzfahrer, der CS ihnen lehrte. Wie dem auch sei, bis zur GeKenwart hat jedenfidls das Schachspiel in Ströbeck einen sich immer stärker auswirkenden Einfluß erlangt. Es ist dort so^ar seit 18i3 Schulfach. Alljährlich bei der SchlußprüfuiiK wird in Ströbeck unter der Schuljugend eii» \\'ettspiel um sechs als Prämien ausgesetzte Schachbretter veranstaltet. Die Bretter der Sieger werden dann zu Hause wie anderswo Jagd- und Sporttrophäen an den Wänden aufgehängt. meist Karten zu spielen pflegen, huldigt man in Ströbeck ausschließlich dem Schachspiel. Auch die Bäuerinnen betätigen sich bei ge-selligetn Zusammensein mit König und Königin, Turin, Läufer und Springer, selbst zuf den Spinnabenden wird das Schachbrett mitgenommen. Der kostbarste Besitz des Ortes ist ein kunstvolles Schachbrett, das ein Geschenk des Großen Kurfürsten darstellt. Dieser soll einmal nach Ströbeck gekommen und mit dem damaligen Bürgermeister eine Partie Schach ffespielt haben, wobei er unterlag. In Anerkennung übersandte der Kurfürst dem Sieger später das wertvolle Schachbrett Eine wichtige Stellung nimmt in Ströbeck natürlich der Schachverein ein. Er unterhält ein eigenes Fremdenbuch, in das sich schon viele Gäste aus aller Welt, darunter die be-rümtesten Schachmeister, eingetragen haben. Zu ihrer Unterhaltung wird Kclegentlich auf dem Dorfplatz ein Schachspiel mit lebenden Figuren in historischen Kostümen aufgeführt. Die Männer erscheinen hierzu in blauen Kitteln, mit weißen Kniestrümpfen, Halstuch und Käppi, die Frauen in Bandmützen und dem dazugehörigen, eigenartig geschnittetien Mantel. Damit hat man in Ströbeck an die Tradition des Mittelalters angektiüpft. Damals mußten die Bauern für ihre Grundherren zuweilen in bunte Trachten gekleidet lebende Schachfiguren sein. Die Spieler saßen dabei beiderseits des des Kampffeldes auf hohen Gerüsten und lenkten von dort aus mit langen Stäben oder auch Leinen oder durch »ermunternde* Zu- Walirend sou^t die Bauern i;n Wirtshaus iUfc Muriouettcü, Nm iMmnrkim Die bisherigen treten am 10. Jänner 1943 außer Kraft Da die reichseinheitlich hergestellten Lebensmittelmarken und Reichskarten für Urlauber jetzt auf Papier mit dem g.elchen Wasserzeichen gedruckt werden, sollen zweckmäßigerweise auch die Reise- und Gaststättenmarken, die bisher kein Wasserzeichen hatten, auf diesem Papier hergestellt werden. Dies^ Umstellung wird zum Anlaß genommen, die Marken in neuer Gestaltung herauszugeben und Ihre Gültigkeitsdauer zu befristen. Der Relchsemährungsminlster hat deshalb angeordnet, daß die geltenden Reise-und Gaststättenmarken für Brot, Fleisch, Butter, Margarine usw., Käse und Nährmittel mit Ablauf des 10. Jänner 1943 dem Ende der 44. Zuteilungsperiode, außer Kraft treten. Es.werden neue Marken für Brot, Fleisch, Butter, Margarine, Käse und Nährmittel eingeführt, die von den Ernährungsämtern und Kartensteilen mit Beginn der 43. Zuteilungsperiode am 16. November ausgegeben werden können und von diesem Tage an zum Warenbezug berechtigen. Bis »um 10. Jänner gelten dann beide Ausgaben nebeneinander. Die neuen Reisemarken sind in ihrer Gültigkeit durch Aufdruck bis Ende September 1943 beschränkt. iiiiiiiiiiiiiiHiiiiHiiiHiiiiiiiHinniiiHiiiiiuiiHiunHiniiiiHiiiiiMntiii uns in ihrer Art ein Ständchen. Wir sind also schon bekannt Andere werden wach und gehen zum F'enster, sie sehen aber nur schwarze Schatten, die rasch ins Dunkel des Hauses verschwinden. Gretl fürchtet sich, wird ausgelacht und beruhigt sich dann. Aber sie erschrickt trotzdem wje» der, als der Wind plötzlich einen Fensterflügel zerschlägt Nach einer Weite verflüchtet sich der nächtliche Spuk, und wir dürfen wieder schlafen. Morgen wollen wir wieder frisch und munter zu unseren Bauern gehen. Die Weckeruhr tickt gleichmäDig und unermüdlich. Draußen hat die stille kühle Nacht den Tag abgelöst und ^ht nrit schwarren Augeji ins Zimm^ himein, in dem sechs Mädchen io tiefem, frkdUcliem Schlummer liegen. Rktaianoik m. Paket- und Postgutdienst hi Unter-Steiermark, Kärnten und Krain. Am 1. August 1942 wird In und zwischen den Gebieten Untersteiermark, Kärnten und Krain sowie zwischen diesen Gebieten und dem übrigen Reichspostgebiet einschließlich Elsaß, Lothringen, Luxemburg und Protektorat Böhmen und Mähren der Postgutdienst nach den innerdeutschen Ver-sendungsvorschriften und Gebühren aufgenommen. m. Die Hundstage beginnen. Am 23. Juli begannen die Hundstage, die bis zum 23. August dauern. Sie sollen die heißeste Zeit des Jahres bringen, die Erfahrimg lehrt allerdings, daß oft gerade während dieser Tage das Wetter auch recht schlecht wird und Regengüsse niedergehen. Mit dem Beginn der Hundstage haben die sogenannten »hellen Nächte« ihr Ende erreicht, dafür können wir uns aber an der Pracht des Sommernachthimmels erfreuen. Schon bei den alten Griechen galten die Hundstage als der Höhepunkt sommerlicher Hitze und sie waren es auch, die die außergewöhnliche Wärme, die mit dem Frühaufgang des Hundssternes, des Sirius, beginnt, nach diesem Stern Hundstage nannten. Von den alten Ägyptern wurde der »Große Hundsstern« als Segensspender verehrt, denn er war gewissermaßen das Zeichen, daß sich der Nil über die Ufer hob und die Felder mit dem fruchtbaren Naß überschüttete. Im Bauernspruch heißt es: »Hundstage hell und klar, zeigen an ein gutes Jahr«. Andere Bauernregeln besagen: »Wie die Hundstage beginnen, so enden sie« m. Unfälle. Am Marburger Güterbahnhof erlitt der 40jährige Zugsabfertiger Josef Ostermatin einen schweren Unfall. Er kam beim Rangieren eines Zuges zwischen die Puffer zweier Waggons, wobei ihm der linke Arm vollkommen abgetrennt und zerquetscht wurde. — In einem Marburger Großunternehmen kam die 34jäh-rige Arbeiterin Anna Turschitz aus der Grabegasse 17 beim Einordnen von Schachteln, das sie auf einer hohen Leiter besorgte, zum Sturz und erlitt dabei einen Beinbruch. — Das kleine, vier Jahre alte Besitzers^öhnchen Karl Rupnik aus Plan-kensteinbA'g bei Marburg machte sich in einem unbeobachteten Augenblick am großen Bottich, in dem noch dampfendes Schweinefutter war, zu schaffen. Plötzlich bekam der arme Kleine Übergewicht und fiel in die heiße Brühe, wobei er am ganzen Körper schwer verbrüht wurde. — Die Besitzerin Elfriede Kaspar aus Koschak bei Marburg erlitt einen Schlüsselbeinbruch. Sämtliche Verunglückten wurden vom Deutschen Roten Kreuz ins Marburger Krankenhaus übergeführt. Nummer 208 »Marburger Zeitung« 27. Juli 1942 Seite */ Wlrtscpatt Gate Ernteaussiclifen in allen Donaulandern Gründliche Verbesserung der Arbeitsmethoden und günstiges Sommerklima überwanden die Winterschäden Kampi den Scileichliandel Zuchtbaus und Todesstrafe vorgesehen In zahlreichen Verfügungen hat die Regierung gegen den Schleichhandel Stellung genommen und auf das volksschädliche Treiben jener Elemente hingewiesen, die die Ernährungslage durch ihre unlauteren Machenschaften gefährden. Der Generalstaatsanwalt beim Oberlandesgericht Graz hat nun die ihm unterstellten Staatsanwaltschaften der Reichsgaue Steiermark und Kärnten angewiesen, bei Schleichhändlern grundsätzlich mit größter Strenge vorzugehen, mag auch der Wert dessen, was als verhandelt festgestellt werden kann, gering sein. Die Tatsache, daß jemand aus der Ernährungslage mehr oder weniger gewerbsmäßig Gewinn zu ziehen sucht, genügt, um ihn als Volksschädling gefährlichster Sorte zu kennzeichnen, auch dann, wenn nicht gerade die Voraussetzungen eines Verbrechens nach der Kriegswirtschaftsverordnung vorliegen. Es wird daher in der Rege! Zuchthausstrafe, bei größerem Umfang des Schleichhandels die Todesstrafe zu beantragen sein. m. Trauung in Kranichsfeld. In der Ortsgruppe Kranichsfeld fand am 25. Juli die Trauung des Blockführers des Steirischen Heimatbundes Johann Bresnik mit der Landwirtstochter Stefanie Wergles statt. Die Feier war besonders schön. Beim Einzug des Brautpaares bildeten die Mädel Spalier. Nach einer inhaltsvollen Ansprache des Standesbeamten vollzog der Bürgermeister Langerscheg die Trauung. Zum Abschluß sangen die Mädel den Jungvermählten ein eindrucksvolles Lied. m. Film »Bismarck« fn Marburg. Dienstag, den 28. Juli, gelangt im Lichtspieltheater der Wehrmacht in der Kadettenschule in Marburg der Film »Bismarck« zur Aufführung. Karten sind noch an der Abendkasse erhältlich. m. Huhnerdiebe gefaßt. Die Hiirsarbei-tcrsgattinnen Maria Dworschak und Antonia Wisiak in Drauweiler radelten mit Vorliebe über Land, aber nicht auf Erholung. Mit Vorliebe hielten sie dabei nach Hühner Ausschau, Unter dem Verwände, Kartoffel kaufen zu wollen, betraten sie die Bauernhöfe. War am Hof niemand anwesend, was in der jetzigen Jahreszeit sehr häufig der Fall ist, wurden stets elliche Hühner mitgenommen. Zu Hause wurden die Hühner dann verspeist oder von den Ehegatten an dritte Personen, die ein Brathuhn ebensowenig verschmähten, verkauft. Vor kurzenj hatten die beiden Radlerinnen aber Pech, Zwar hatten sie beim Besitzer Ertl in Drauweiler bereits eine Henne eingefangen und in den mitgebrachten Sack verstaut, da kam der Sohn unerwartet nach Hause. Schnell wurde der Sack mit dem Huhn versteckt und die beiden Frauen traten als harmlose Kartoffelkäuferinnen auf. Der Sohn des Hauses hatte aber den Diebstahl schon bemerkt, hielt die Diebinnen fest und verständigte die Gendarmerie in Drauweiler. Diese stellte fest, daß die beiden Damen ihr Handwerk schon seit längerer Zeit betrieben und setzten eine davon und beide Ehegatten hinter Schloß und Riegel. m. Diebstahl oder grenzenloser Übermut? Vor dem Kindergarten in Roßwein fuhr kürzlich ein graulackierter Personenkraftwagen vor, in dem ein Mann, eine Frau und zwei Kinder saßen» Der Mann öffnete das Tor zum Kindergarten, nahm eine Leiter und bestieg das Dachgeschoß. Nachdem er von dort ein großes Tuch entwendet hatte, machte er sich mitsamt Gattin und lieben Kinderchen über die Johannisbeeren her, die für die Kinder des Kindergartens bestimmt waren. Sie verluden die Beere^i in das Auto-und fuhren unerkannt davon. Fürwahr eine reizende Familfel Da kann man wirklich nur staunen. Erst das kostbare Benzin verfahren, das wirklich für wichtigere Fahrten benutzt werden sollte, als für Sonntagnach-mittajgfamilienausflüge und sich dann auch noch am Eigentum der Allgemeinheit bereichern! m. Zusammenstoß eines Radfahrers mit einem Kraftwagen. Gestern prallten in voller Fahrt an der Ecke Hotschewar-gasse-Perkostraße in Marburg ein Radfahrer mit einem Kraftwagen zusammen, wobei der 30jährige Radfahrer Franz Kroschl aus der Perkostraße 47 mit ganzer Wucht vom Rade geschleudert wurde und mit schweren Kopf- und Schulterverletzungen, offenen Wunden und inneren Quetschungen bewußtlos liegen blieb. Er wurde vom Deutschen Roten Kreuz ins Marburger Kranneknhaus gebracht. m. DiebstaW. Vor einigen Tagen wurden dem Besitzer Heinrich Scheriau in Ruppersbach aus dem unversperrten Rinderstall vier Leghühner und fünf Kanin-then gestohlen. Zu beiden Seiten der Landstraße, die von Ploest nach Bukarest führt, liegen eine Reihe großer Farmen. Die Straße durchzieht hier eines der besten Anbaugebiete Rumäniens. Welthin erstrecken sich die Getreide- und Maisfelder, aber auch g-oBe Obstplantagen sind sichtbar, während andere Farmen ganz dem Gemüseanbau dienen. Der Kraftfahrer, der von Westen kommend sich Bukarest nähert, sieht überall auf den Feldern und den Höfen ein emsiges Getriebe. Ende Juli ist die Getreide- und Gemüseemte bereits in vollem Gange. Riesige Dreschmaschinen sind aufgefahren, und der goldene Staub, den sie erzeugen, lagert überall in der Luft. Nirgends wird die Fruchtbarkeit Rumäniens so augen-i scheinlich wie unmittelbar vor den Toren seiner Hauptstadt, Es ist in diesen letzten Juli-Wochen ein großes Aufatmen durch alle Büros des rumänischen Landwirtschaftsministeriums gegangen, das sich dann Vieder all denjenigen Stellen mitteilte, di® ttit der Landwirtschaft auf irgendeine Weise verknüpft sind. Im späten Frühjahr sah man der Ernte zeitweise mit gewissen bangen Erwartungen entgegen. Der endlos lange Winter hatte den Anbau von Woche zu Woche weiter hinausgezögert. Man befürchtete schon, daß schließlich das grüne junge Getreide in der Sommerhitze auf dem Halm verbrennen würde. Weite Gebiete Rumäniens hatten schwer unter den Frühjahrs-überschwemmungen gelitten. Aber der Marschall Antonescu hat dann selbst die Parole zu verstärktem landwirtschaftlichen Einsatz .gegebenv es konnte in der Bestellung der Felder viel nachgeholt werden, und schließlich hat der Wettergott ein Einsehen gehabt. Die Ernte ist gut ausgefallen, nicht gleichmäßig in allen Teilen des Landes, aber auf das Ganze gesehen. Der Sommer hat mit Macht das vom Frühjahr Versäumte aufgeholt, und verschiedentliche Regenfälle haben dafür gesorgt, daß des Guten an Sonne nicht zu viel wurde. Im einzelnen sieht das Ergebnis jetzt zur Zeit der Getreideernte wie folgt aus: Im Banal Ist eine „ausgezeichnete Ernte" zu erwarten, In Siebenbürgen, in der Moldau, in Bessarabien und In Transnlslrion wird sie als gut bezeichnet und als mäßig nur in der Walachei, aber auch hier mit Unterschieden, denn selbst in diesem Gebiet werden aus einzelnen Distrikten außerordentlich gute Ernteaussichten gemeldet. In einem Kreis z. B. erwartete man einen Hektarertrag von nur 5—600 kg, um jetzt erfreut feststellen zu können, daß er in Wirklichkeit 800 bis 1000 kg betrage. Die amtlichen Landwirtschaftsstellen erklären, daß die über Erwarten guten Ergebnisse nicht zuletzt auf die sorgfältige Bodenbestellung zurückzuführen sind, die in diesem Frühjahr unter Überwachung der Behörden durchgeführt wurde, ferner auf die Auswahl des Saatgutes. Man hat den Bauern alle Hilfe zur Verfügung gestellt, nicht nur Kredit, sondern auch menschliche, maschinelle und tierische Arbeitskräfte, dafür aber auch eine strenge Durchführung des staatlichen Anbauplans verlangt. Das Experiment, denn für Rumänien war es wirklich ein erstmaliger Versuch, ist gelungen. Es wird versichert, X 80 Jahre Kampf gegen die Weinbauschädlinge. Zu dem in unserm Blatt vom 24. d. erschienen Bericht über einen Besuch in der Versuchs^ und Forschungsanstalt für Wein-und Obstbau In Klosterneuburg schreibt uns Wirtschafter Vinzenz Medwed in Dittmanns-berg; Im Wiseller Weinbaugebiet, mit Recht als Mutterweingarten der durch das Auftreten der Reblaus bedingten neuen Umpflanzung der Weingärten genannt werden darf, woselbst in der Untersteiermark die ersten Unterlagen und veredelte Weinreben erzogen, die ersten geschulten Arbeiter für die Mos-und Grünveredlungen ausgebildet wurden, fand die im Kampf gegen die Reblaus durcn-geführte Umwandlung der Weinbaukultur Ende der achtziger bis Anfang der neunziger Jahre des vorigen Jahrhundert statt. Gegen die Reblaus kann mit Erfolg nur durch Anpflanzung von Weinreben, die auf sogenannte amerikanische Unterlagen veredelt wurden, angekämpft werden. Ein Bestäuben oder Bespritzen der von Reblaus befallenen Reben hat sich — auch als Vorbeugungsmittel — nicht bewährt. Das Bespritzen mit Kupfervitriol Ist die bekannte Abwehrmaßnahme gegen Pero-nospora. X Beginn der Preßburger Messe am 5. September. Die Messeverwaltung in Preßi bürg hat mit dem Bau eines neuen Pavillons begonnen, da der Aiisstellungspavillon für die diesjährige Messe nich ausreicht. Der neue Pavillon wird neben dem Elektropavillon aufgestellt werden und ein Ausmaß von 450 Quadratmeter haben. An der diesiährigen Messe wird neben dem Inland das Deutsche Reich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Kroatien und die Schweiz vertreten sein. Die Schweiz wird einen neuen Ausstellungspa-vijlon errichten. Die Preßburger Donaumesse wird am 5. September um 10 Uhr vormittags eröffnet werden. MudmdtäH ÄW von 22 bis f BdS 4S0Uhrl daß der Anbauplan auf der ganzen Linie erfüllt worden sei, daß darüber hinaus aber in diesem Jahr die Getreideernte sogar von einer selten dagewesenen Qualität sei. Verstärkte Lenkung Auch der Maisernte, die erst im Oktober fällig wird, sieht man schon jetzt mit besten Hoffnungen entgegen. Man nimmt allerdings an, daß der Mais infolge verspäteten Anbaus in diesem Jahre nicht überall zum Ausreifen gelangen wird. Die Regierung hat daher die Errichtung von großen Trockenlagern angeordnet. Das System der staatlichen Lenkung der Landwirtschaft ist überhaupt durch eine Reihe neuer Verordnugen noch weiter ausgebaut worden. Alle landwirtschaftlichen Betriebe haben Kontrollbücher über ihre Ernteergebnisse anzulegen. Zwangsversicherungen sowohl für die Ernte wie für das landwirtschaftliche Inventar und den Viehbestand sind eingeführt worden. Wie im letzten Jahr läßt auch diesmal die Regierung Antonescu Prämien an diejenigen Bauern, Gemeinden und Kreise verteilen, die die besten Ernteergebnisse verzeichnen können. Den Wünschen der Bauern ist man in Anbetracht der Teuerung, die seit einem Jahre alle Gebiete des rumänischen Lebens erfaßt hat, dadurch entgegengekommen, daß die Großhandelspreise für Getreide erhöht worden sind. Im Großhandel von Mals sind die Preisbeschränkungen überhaupt aufgehoben worden. Solange der bisherige Brolpreis beibehalten wird, dürften sich diese Erhöhungen nicht auf die breiten Massen auswirken, sondern nur die Gewinnspanne zwischen dem bäuerlichen Verkäufer und dem GroßeinkSu-fer verringern. Bulgarien, Ungarn und Griechenland ebenfalls günstig Das hier von Rumänien entworfene Bild der Ernteaussichten trifft im großen und ganzen auch für den übrigen Südosten zu. Auch in Bulgarien, Ungarn und Griechenland bestanden teilweise ähnliche Befürchtungen, wie man sie Im Frühjahr im rumänischen Landwirtschaftsmlnisterium hegte, und der günstige Verlauf des Sommers hat sie gleichfalls in ihr Gegenteil verkehrt. Die bulgarische Getreideernte wird als „im großen und ganzen befriedigend" angesprochen, in einzelnen Landesteilen sogar als ,,ausgezeichnet". Auch in Bulgarien hat die staatliche Lenkung der Landwirtschaft die besten Erfolge gezeitigt. In Ungarn wird besonders der Stand der Maissaaten als allgemein günstig beurteilt, und das Getreide soll ebenfalls, wie aus den einzelnen Bestandsaufnahmen hervorgeht, den bisherigen Rückstand aufgeholt haben. Vor allem in Griechenland ist es gelungen, die Anbdufldrhe gegenüber dem Vorjahr zu erweitern und der Landwirtschaft viel Hilfskräfte zuzuführen. Man erhofft sich durch die diesjährige Ernte eine Entspannung der bisher kritischen Versorgungslage. Was also eingangs von Rumänien gesagt wurde, trifft für den ganzen Südosten zu: Man sieht auf dem Versorgungssektor dem kommenden Winter ebenso ruhig entgegen wie auf dem militärischen Sektor. X Getreide statt Flachsanbau in Ägypten. Der ägyptisclie Wirtschaftsminister hat den Anbau von Flachs in ganz Ägypten verboten. Das freigewordene Land soll für Getreideanbau verwendet werden. Damit verliert Ägypten einen wichtigen Bedarfsartikel, denn aus dem Flachs wurden hauptsächlich Säcke hergestellt, da die Hauptexportwaren des Landes, Baumwolle und Zwiebeln, in Säcken transportiert werden. Spoct und Jjueum Uneniscliieden in Bukarest Wien—Bukarest 0:0 Am Sonntag traten sich die Auswahlmannschaften von Wien und Bukarest in einem Städtespiel in Rumäniens Hauptstadt Kcgen-über. Den Wiener Reianji es nicht, über das Unentschieden hinaus zu kommen. Das Spiel endete torlos. : FuBball'Länderkampl Deutschland—Rumänien. Nach dem Städtespiel zwischen Wien und Bukarest gibt es bereits am 16. August ein Länderspiel Deutschland—Rumänien. Das Spiel wird in Beuthen vor sich gehen. Die bisherigen T!rgebnissc der Begegnungen Deutschlands mit den Rumänen lauteten: 1935 in Erfurt 4:2, 1938 in Bukarest 4:1, 1940 in Frankfurt 9:3, 1942 in Bukarest 4:2. Deutschland gewann bisher also alle Spiele. : Ernst Schmidt and Luise Krüger — Deutschlands Mehrkampfmeister. Am Sonn-tagvormittag wurden im Berliner Olympiastadion die Meisterschaften in den Mehrkämpfen abgeschlossen. Im Zehnkampf siegte Gefr. Ernst Schmidt mit 72fi0 Punkten, die als das beste Ergebnis in diesem Jalir anzusehen sind. Bei den Frauen verteidigte Luise Krüger, Dresden, ihren Titel mit 362 Punkten, das sind 11 mehr als im Vorjahre. : Die Internationale Spielzeit 1941—1942 brachte für Deutschland in neun Länderkämpfen 5 Siege, 2 Unentschieden und 2 Niederlagen. Im einzelnen lauten die Ergebnisse: 5. Oktober 1941: gegen Finnland in Helsinki 6:0, gegen Schweden in Stockholm 2:4. — 16. November 1941: gegen Dänemark in Dres- Gewaltverbredier zumTode verorleilt Das Sondergericht Graz hat den Jahre alten aus Schleinitz bei Marliur« stammenden Franz Beronik als Gewaltverbrecher zum Tode verurteilt. Beronik hat in der Näl?3 von VoUsbers zwei Frauen auf abgelegenen Wegen überfallen, sie zu Boden geworfen, gewürgt und zu vergewaltigen versucht. Die Frauen hatten es nur einem glücklichen Zufall zu verdanken, daß Boronik seine Absicht nicht ausführen konnte. Gefährliche Gewohnheitsverbrecherin hingerichtet Am 23. .luli 1-942 ist die am 28. Oktober 1914 in Deutsch-Feistritz geborene Berta E b e r h a r t Iiingericlitet worden, die das Sondergericht Graz als gefährliche Gewohnheitsverbrecherin zutn Tode verurteilt hat. Berta Eberhart, die wegen schwerer Diebstähle schon oft, zuletzt mit 3 Jahren schweren Kerker, vorbestraft war. hat bald nach ihirer Entlassung aus der Strafanstalt innerhalb weniger Monate wieder annähernd 70 Einschleich- und Einsteigdiebstähle begangen. Aus oMee lüeit a. Eine 700 Jahre alte Mühle. Die Gemeinde Groß-Seletz bei Müuchengrätz besitzt die älteste Mühle im Protektorat. Das fast ganz aus Holz gebaute Gebäude ist einsfök-kig. Sein Alter wird auf 700 Jahre geschätzt. Die Mühle wird noch immer von einem ober-schlächtigen Holzrad betrieben. a. Blutrausch eines Silberfuchses. Aus einer Silberfuchsfarm in Herberholt an der Ruhr bjach ein Silberfuchs aus und gelangte auf das Gelände einer 'Entenzucht, wo er eia wahres Blutbad unter den Enten anrichlcto. Uber 100 junge, etwa 5 Wochen alte Enten wurden von ihm abgewürgt. a, Germanischer Goldschmuck im Torfbo* den. Von Zelt zu Zelt gibt die Erde immer wieder einmal etwas von don vielen Schdf-zen her, die noch aus alten Zeiten in groRon Tiefen ruhen. So fanden einiqo Einwohner auf der bei Sievern im Kreise Wesermünde gelegenen Heideschanze beim Torfgraben in einer Tiefe von 1,40 Meter einen kostbaren altertümlichen germanischen Goldschmurk, der aus 11 runden, aus reinem Gold lieste-henden Scheiben angefertigt ist. Die Scheiben zeigen schöne Mittel- und Randvorzierungen in Punkt- und Flechtbandmustern. Bisher hat man in der Provinz Hannover nur zwei zu Vergleichen heranziehbare ähnliche Funde machen können. a. GroBtreffen In der Storchenwell. Durrh welche Verständigiingsmöglirhkeiten die Störche ihre von Zeil zu Zeit stattfindendpn großen Zusammenkünfte durchführen, ist bisher noch nicht von der Wissenschaft geklärt worden. Sie erscheinen plötzlich auf irgend einer Wiese in Sciaren, stolzieren umher, klappern aufgeregt durcheinander und gehen prüfend umeinander herum. Gegen Abend ziehen sie dann wieder ihren heimatlichen Gelegen zu. Ansammlungen von zwanzig Störchen, die alle eine mehr oder weniger lange Anflugzeit haben, sind dabei keine Seltenheit. Wenn sich aber plötzlich auf emer Wiese über vierzig Storchenpaare versammeln, wie das vor einigen Tagen bei Augustfehn im Ostfriesischen geschah, so muß doch schon Irgend ein aufregendes Erlebnis oder sonst eine wichtige Angelegenheit für die Störche vorhanden sein, jedenfalls hatte ein solches Großtreffen in dieser Gegend, die durchaus nicht storchenarm ist, bisher noch niemals stattgefunden. den 1:1. — 7. Dezember 1941: gegen Slowakei in Breslau 4:0. ~ 18. Jänner 1042: gegen Kroatien in Agram 2:0. — I. Februar 1942: gegen die Schweiz in Wien 1:2. — 12. April 1942: gegen Spanien in Berlin 1:1. — 3. Mai 1942: gegen Ungarn in Budapest 5:3. — 19. Juli 1942: gegen Bulgarien in Sofia 3:0. — Mithin hat es in diesen neun Ländcrkämpfc:i ein Torergehnis von 25:11 gegeben. : Seit fünfzig Jahren wird in Deutschland eine Tennismeisterschaft ausgetragen; 1892 wurde nämlich das erste Mal um einen deutschen n ennistitel im Männer-Einzel gespielt. Vier Jahre später kam dann die Meisterschaft im Frauen-Einzel hinzu. Erst seit 1002 wird ein Männer-Doppel, seil 1906 ein Gemischtes Doppel und von 1925 ab ein Fraucn-Donpel bestritten. ; Internationales Fußballtreffen in Preßburg. Der slowakische Fußballmeister SK Bra-tislawa will nach der vollkommenen Fertigstellung des Preßurger Stadions am 2fi. September mit den führenden Mannschaften von dre' europäischen Staaten in der l.andes-hauptstadt ein internationales Fußballtreffen veranstalten, wozu Schalke 04. SK Gradjanski Agram und Venus Bukarest eingeladen wurden. : Europas Leichtathleten im Olympiastadion. Das leichtathletische Stadionsportfest am 2. August in Berlin verspricht ein grolk'S internationales Ereignis zu werden. An den vielfältigen Kämpfen im Olympiastadion werden neben den besten deutschen, italienische und ungarische Athleten teilnehmen, die ursprünglich an der gleichen Stelle im Dreilän-derkampf zusammentreffen sollten. Dazu kommen die Spitzenkänipfe aus Finnland, den Niedarl.mden und voraussichtlich auch aus Schweden. du Jeau Das macht nun alles ans Briell Eines unserer bekanntesten Nlhrmlttel Ist der (jrieß. Wir verwenden ihn fast ti|lich lur Hcrstcllunif von Suppen. Breien, Plam-meris und Knödeln. Darüber hinaus gibt ts noch eine Menge von Rezepten, die weiilj bekannt sind und die die praktischen Ver-wcndunirsinöglichkelten von Qrteß besonders deutlich zeigen. Man kann QrieB i. B. sehr jut tum Lln-gcn von Frikandellen verwenden. Man kocht H I Milch mit knapp 3 CBlöffeln QrieS zu einem steifen Brei, vermischt diesen mit 100 gr Hackfleisch, einem eingeweichten, ausgedrückten Brötchen, QewOrzen und Zwiebel. Man bekommt auf diese Welse ca. 5 h-'rikanclellen aus der angegebenen Menge. Durch den Grieß lassen sich die Frikandel-len besonders kroß braten, und sie schmek-ken trotz der geringen Tleischmenge noch sehr kräftig. In ähnlicher Weise verwendet man Grieß für einen Kohlpudding. Man läßt 130 gr Grieß in Vs—V2 I Knochen-, Gemüse- oder Wilrfel-brühe aufkochen und ausquellen und gibt nachher in die abgekühlte Masse 150 gr Kackfleisch, 2 Eßlöffel Paradelsermark, Salt und ein paar Würzkräuter. 1—kg Wirsing oder Karfiol entblättert man, schneidet die Rippen flach und kocht die Blätter ^ In Salzwasser halbweich. Nun legt man eine ausgefettetc. ausgestreute Puddingform doppelt mit gut abgetropften Kohlblättcrn aus, gibt ein wenig Füllung hinein, ein paar Blät-ter darüber und dann abwechselnd Füllung und Kohl dazu. Die Puddingform ^ird fest verschlossen und das Gericht im Wasserbade 1 Stunde gekocht. Durch den großen QneBzusatz hält der Pudding auch ohne Eier gut zusammen. Er schmeckt ausgv zeichnet, besonders wenn man eine Tomatentunke dazu gibt, und man gebraucht wenig Fett für diisea Kohlgericht. Für QrielknOdtl gibt es viele Rciepte. Ein wenig bekanntfs ist das der GrieQ*^m-nielknödel. hat einen Vorzug: man braucht kein Ei dazu. Man kocht H 1 Milch auf. streut 12 Eßlöffel QrieB hinein, läßt den Brei einmal aufkochen und vermischt ihn warm recht tut mit 4 eingeweichten ausge* drückten Brötchen, 2 Eßlöffeln Mehl und 3 Eßlöffeln Paniermehl. Man salzt die Masse, gibt nach Wunsch auch ein wenig Zucker und etwas abgeriebene Zitronenschale hinein, formt dann schöne, glatte, runde Knödel daraus und läßt diese Im offenen Topfe In kochendes Saltwasser garziehen. Mit Kompott gereicht bilden diese Knödel ein ausgezeichnetes Mittagsmahl. Eine besonders gute Süßspeise Ist der QrieB-Zltronenschaum. Man kocht Vi 1 Milch mit ca. 75 gr Zucker auf und tibt ein Stück Zitronenschale dazu. Unter Rühren streut man dann 40—50 gr Grieß hinein und kocht ihn noch 5 Minuten durch. Nun nimmt man den Top! vom Feuer, gibt den Saft von einer oder swei Zitronen hinein und schlägt die QrleBihasse am Fenster, bis sie kalt und ganz schsumig ist. Zum Schluß ein gutes, sehr einfaches Ku-chenreKcpt. zu dem man auch Grieß gebraucht. Die Zutaten sind: 1 El, 1 Tasse Zucker, 1 Tasse Milch, 1 Tasse QrieB, 1 Tasse Mehl, Saft und Schale einer abgeriebenen Zitrone, Vt Päckchen Backpulver, 500-750 gr festes Obst, vielleicht Kirschen oder Apfel. Man rührt das Ei mit dem Zucker schaumig, gibt die Milch und dann abwechselnd den üricß. das mit dem Bsckpttlver fe-mischte Mehl, den Zitron|nsaft dasu. Man filllt den fertigen Teig In eine auigefettete Springform und drückt In die Oberfläche Apfdstückchen ein, die man an der Breitseite etwas einkerbt, damit sie gut durchbacken, oder man belegt den Telf mit ein piar Kirschen. Man backt den Kuchen ca. I Stunde; er zeichnet sich nachher durch eine besonders knusperige Kruste aus, die sicher auf die Verwendung von Grieß zurückzuführen ist. I, M. Prahlische Winke ölfirbenanstrlch an den Wänden relnlff man mit Schlemmkreide und einem in laues Wasser getauchten welchen Tuch. Eierschalen heben wir auf, um damit unsere Einmacheflaschen und verschmutzte Glaagafäße zu rtinifcn. Messer dürfen ni^t in heiftea Waiser, da sie aonst leicht atumpl werden. An warmen Tagen nimmt gutes Fleisch oft einen unangenehmen Geruch an. Man entfernt ihn mit einer Lösung von übermangansaurem Kall. Die Lösung «oll dunkelrosa, nicht aber rot sein. Hat der Backofen zuviel Unterhitze, dann stellen wir die Form oder das Blech mit dem 1eig auf einen Ziegelstein. fiasthais „Zum Bleianten" TeietthoHitrafi« 18 wegen Qefolgtchaftsurlaubet vom 26. 7. bis 2. §. 1042 schlössen. 2 ge-7254 R Iii Im im Unterland ohne MAMUROIt XIITUNO" inimmiiniMM Jede» Wort Steileneeauchi fttttadrMckt« kMtct 6 Rpt. Won ftr 26 Rpt. lar Oald-. RiaIIII-Br Kleiner Inzeiier .^rnoiret fetttedruckl« Wort 40 Rpi. fflr alle Ibrlzea Wortantatcea 10 Rpl. dit fBttzfldrucktt Wort 30 Rpf. Der Wortpreii lilt bin in II Buchita^n le Wort Ketiawortsebuhr bei Ahholune der AnEebot* SS Rpl, bei Zusen-. dune durch Post Oder Boten 70 Rpf, Aeekunftetebahr flr Anteften mit dem Vermerk: »Atiikunft Ii der Verwaltenj od«r OeschiftseteHe« 10 Rpl. Anzeizen Annahmeechlnfi: An Täte vor erscheinen im 16 Uhr, Kleine Aneeicen werden aar ceteo VoreiasendniiR die Betrftc» (auch eUltlie Briefmarken) aufienommen. Mlndeitcebühr fir eine flelne Anzeii« I RM. Ffesdkiwtefcss Tüchtige Sekretirin für großes Textilwerk wird sofort aufgenommen. Angebote unter »Textilindustrie« mit Lebenslauf und Qehaltsansprü-chen an die Verw. 7121-S Wegen Oefolgschaftsurlsubes ist das Hutgeschäft J. Boga-tei, Herrengasse 3, vom 27. 7. bis 5. 8. geschlossen, 7247-1 Suche eine UnterlMuferin für Caf6 in Marburg. Franz Blas, Burggasse 20. 7253-8 Möbliertes Zimmer für die Monate August und September gesucht. Anträge unter >Ferialpraxis« an die Verw. 7248-6 ArtMiterInnen, auch ungelernte, dringend gesucht. Erste Marburger Wirkwarenfabrik, Marburg, Schlachthof-gassc 5. 7252-8 Solides Ehepaar (Beamter) such! ab sofort sauber möbliertes Zimmer. Angebole unter »Saubere an die Verw. 7251-6 Waehffliniier für die be> setzten Oeblete im Westen Msucht. In Betracht kommen in erster Linie Rentner, Pensionisten und einsatzfähige Invalide, sowie auch Arbeitskräfte, welche nicht In einem festen ArbeitsverhUltnis stehen. Bewerber, welche bereiti In einem kriegswlchtigeo Ar-beltsverhlltnii stehen, oder dafür in Frage kommen, Scheiden aus. Unbescholtenheit ist Voraussetzung. Anfragen sind an die zuständigen ArbeitsAmter tu richten. Nähere Auskünfte durch dit Dienststelle in Oraz, Alto Poststraße 107, Thiel Rudolf, Werbeleiter. 2609-8 Junglehrerin sucht dringend möbliertes Zimmer. Zuscnrif-ten erbeten unter »A. J. Erzieherin«, Schmidererg. 15. 7255-6 Suche für zwei Beamtinnen meines Notariats fUr sofort je ein gut möbliertes Zimmer. Zuschriften erbeten an Notar Dr. August Vedernjak, Marburg-Drau, üerichtsgebäude. 7235-6 OäM$k$ Vw Cbnellaag Arbdta-krttiM aaB die Zntlmnaai ^ santindigco Arbeitaanitc« •Ingeholl werden. Herr, 41 Jahre alt, wünscht Ehebekanntschnft Hner Witwe mit Kind oder geschiedener Frau, nicht unter 30 Jahren. Zuschriften unter »Kind« an die Verw. 7249-10 Frlseurirt wird aufgenommen bei Jo.iuhoUa. Bit au di«>em Teriuin bittea wir eiicH uneera Leili>FV«ier, Jutaiäcke und Kirten au rotouraieren. Nach dem 1, Au« guit I. J. würde die Auifolguo^ im Jnli b#uhltea Wpreo Sohwieri|keit»ii bereites. ' 7145 LEOPOLD CUSEU G. m. k Cr»aiiODdal. Verordnuigs- and Amlsblall des Chefs der Zivilvcrwaltung In der Unterstelermark Nr. if vom IS. lull 1M2 INHALTi Dritte Verordnung über die Marktordnung in der Untersleiermark vom 6. Juli 1^2. Verordnung zur Ergänzung der Verordnung über die Bestellung eines Stillhaltekommissars vom 6. JulT 1942. Verordnung zur Änderung der Verordnung zur Einführung reichsrechtiicher Vorschriften über den Straßenverkehr in der Untersteiermark vom 8. Juli 1942. Erfassung der Bevölkerung in der Untersteiermark, Stichtag 10. Oktober 1941 (Berichtigung). Elaielpreie 5 Rpf. Crhiltlich beim Schalter der MnbutgmMurlag»- u. Onnkwl-(Srns. m. b. ff. Nnrtoiirf/Orau, •adfaeee I bei den Qeschiftsstellen der »Marburger Zeitunga IN CILLI, Marktplatz 12 (Fernruf 7) IN PETTAU, Ungartorgasse, Herr Georg Pichlcr und bei den sonstigen Verkaufsstellen. Heiygsprels} Monatlich RM 1.25 (stets im voraus zahlbar). Basugsbestellunieo werden bei den üeschlftsstellen der »Marburger Zeltung« und im Verlag, Marburg-Drau, Bad-gSAM 1 angenommen. DER LAWDRAT DES KREISES MARBURO (DRAU) Zahl: V-043/3M2 B^mimiHMchuna Uber die Maslerung der Qeburtslahrgioge 1921 und 1922 Itir die Wehrfflscht. 1. Unter Hinweis tuf die Verordnung Uber die Einführung des Wshrrechtes in der Untersteiermark vom 24. III. 1942 — V,>u. A.-Bl. Nr. 75, S. 533 — und die hiezu ergangenen Bestimmungen findet die Musterung im Landkreis Marburg (Drau) wie folgt statt: Tag und Beginn der Musterung Mustsrungsort und -tok|l Dienstpflichtige der Gemeinden a. August 1942 S Uhr vermittai Marharg (Drau) Polizeikaserne Qoethestrsfie 6, 11. Stock frauheim Wura 4. Aagiist 1942 8 Uhr vormittag Egldi l.d.B. fr Ittenberg Oeorgenberg 5. August 1942 8 Uhr vormittag Bachem Jahring Jakobital Kunigund 6. August 1942 8 Uhr vormittag Lorenzen am B. Ranzenoerg 7. August 1943 8 Uhr vormittag Rast Schleinitz b. Mbg. 8. August 1942 8 Uhr vormittag Wachsenberg Wlticheln Zellnitz a. d. Drau 10. August 1942 8 Uhr vormittag Schober Täubling 13, August 1942 8 Uhr vormittag ».t., . , J ., WladlsohMstritz ehemaliges Wilsenhans Wlndlschfelstrlts 14. August 1942 8 Uhr vormittag Kerschbach Oberpul sgse Pöltschach 19. August 1942 8 Uhr vormittag f.aprlach Pragerhof St Martin am B. 17. August 1942 8 Uhr vormittag QoMMlt Schul! Qonobitt, Jg. 1922 18. August 1942 8 Uhr vormittag Gonoblti, Jff. 1921 Nagiu 19. August 1942 8 Uhr vormittag Hohlensteln 20, August 1942 8 Uhr vormittag Plankensteln Prelchan 21. August 1942 8 Uhr vormittag Weitenstein 3. August 1942 8 Uhr vormittag Wifldisc.ligrat Schule Wlndlschgras 4. August 1942 8 Uhr vorniittag Hartenstein Waldegg 5. August 1942 8 Uhr vorniittag Richerberg Widerdriefi 6, August 1942 8 Uhr vormittag Haus des Steiriseheo Hsimatbundes Mahrenberg Reifnlg 7. August 1942 8 Uhr vormittag Presen Kappel Rottenberit 8. August 1942 8 Uhr vormittag Hohenmauten Wuchern 10. August 1942 8 Uhr vormittag Saldenhofen 2. Musterungspflichtlg sind die erfaßten Qeburtslshrgänge 1921 und 1923. 3. Die Dienstpflichtigen haben In gewaschenem Zustand und mit sauberer Wische bei der Musterung zu erscheinen. 4. Sollte ein Dienstpflichtiger durch Krankheit an der Stel» lung »ur Musterung verhindert sein, so ist hierüber ein smtsäratliches Zeugnis vorzulegen. 5. Ansprüche auf Reisekosten bestehen nicht. Bezüglich des Lohnausfalles am Tage der Musterung ^t'ird auf die Bekanntmachung des Chefs der Zivilverwaltung vom 27. .S. 1942 (veröffentlicht in der »Marburger Zeitung« Nr. 14ft) verwiesen. 6. Die erforderlichen Ausweise (insbe&onders Mitgliedskarte des Stelrischen Heimatbundes, Kennkarte) sind bei der Musterung mitzubringen. 7. Dienstpflichtige, die ihrer Musteruiigspflicht nicht oder nicht pünktlich nachkommen, werden bestraft. Marburg/Drau, den 22. Juli 1942. 7i4i Der Landrat: Ttticher