^^3.^S- «9. ^(1^?"^.....^ ^—" ^. M. von einem rheumatisch'katarrhalischen Mber befallen worden. — Die Krankheit nahm ihren ltgrltnäßigen Verlauf. — Der vollkommen fieberfrei« Zustand d:s Fürsten am achten Tage, und die geringe F^eberaufregung beim Beginn des neunten TageS be» zeugen auf das «tfreulichst« b!e Abnahm« der Krank» heit und den baldigen Eintritt der Reconval,scenz. (W. Z.) Wien. tlz. August. Unter den Fortschritten des Kaiferstaans in allen Zweigen der öffentlichen Ver» «altung verdient insbesondere der Bergbau rühmlich« Erwähnung. Binnen der letzten Dccennien ist hierin Außerordentliches geleistet worden, und der Gewinn dieses Industriezweiges steigert sich hledurch fast mit jedem Jahre. Nach Grundlage der zwei letzten Jahre darf das jährliche Ertrag, nlß aus circa 6U00 Mark Gold und 180- bis 200,000 Mark Silber angenommen werden. Die fiebenbürgischcn Bergwerke insbesondere liefern all' jährlich eine gesteigert reichliche Ausdeute. (Allg. Z.) Mähren. Vrünn. Scit 10 bis 15Jahren halten wir nicht 'o hcflige und ^ndäuernde tierische Emladunzni, a!ö am 26. Juni d. I., wo stch unaufhörlich Blitze kreuzten und das Rollen des Donners nie unterbrochen ward, und besonder« am 5. August, wo schon in den Vormittagsstunden Gewitterformationen sich bildeten und der Horizont von ^ Uhr Nachmittags big Y Uhr früh des folgenden Tages vom Blitze erleuchtet blieb. Um Nachmittage entlud sich ein starkes Gewitter mit Schlossen, und Abends und in der Nacht folgte W<-lvitter anf Gewitter, mit starken Schlägen und wölken« bruchähnlichene Negen. Den bedeutendsten Schaden hat bas Elemen.-rarereigniß in der Nacht vom 5. auf den 6, der Eisenbahn gebracht. In der Gegend von Rohr-dach hatte, sich das Wasser eines WolkenbrucheS an dem 5 Klafter hohen, bicr durch Felder ziehenden Eisenbahndamme bis zu einer Höhe von 5 Klafter geschwellt, und, unmittelbar von Rohrbach, ein« stark«, durchaus auS hartem Materials erbaut«, 2V./ Klafter weite, und über einen Feldweg führende Brückt s» gerissen, baß man fast keine Spur von derselben sieht; selbst die Pfosten, auf welchen die Grundmauern ruhten, wurden herausgewühlt, unb die Ziegeln, nebst dem vom Damme fortgerissenen Erdreich weit hin fortgeführt. Die hiedurch entstandene Oeffnung am Eisenbahndaiumt, der am Fuße 21 Klafter Breite hat, beträgt ungefähr 25 Klafter. Das Wasser mußte hicr einen furchtbaren Andrang geüdt haben, da starke entwurzelte Weidcnbäumc durch dasselbe getragen wurdin- — Ein zweites bt-scha'digtcs Vauobject der Eisnibahn befindet sich etwa »ine Viertel Stunde weiter, nämlich im Hunk?witzer Damme, wo ebenfalls eine Brücke, bic zur Durchfahrt diente, weggerissen ward, und die Oeffnung an !2 Klafter betragt. In dem nahen Dorfe Schab-schitz wurden zugleich zwti Scheuern zusammrnge« worscn. Dieser Unglücksfall, welchen keine menschliche Mstcht vclhnschc» , ie Fahrten zwischen Brunn und Wien regelmäßig fortgehen tonnen, indem das von Brunn abgehende Locomotiv bis in die Nähe von Wojkowic. fährt, wo die Personen und das Gc-packe schnell auf Gesellschaftswagen, welche die Direction auf ihre Kosten kommen ließ und unterhält, ausgeladen, und bis zur Schabschitzer Allee geführt werden, wo schon der von Wien angekommene Wa-zenzug wartet, und so ein Umtausch der Personen Statt sindet. Gewiß wird Jedermann die Opfer dankbar anerkennen, welche die Direction bei diesem beklagenswerchen Ereigniß leistet, um di, Communication nicht stören zu lassen, und dem reisenden Publikum jcoe mögliche Bequemlichkeit wahrend den 2 bis 3 Wochen, innerhalb welchen der Schaden" völlig hergestellt seyn wird, bieten zu können. So viel von andern Unfällen bis jetzt verlautet, so sind die Dämme des Teiches bei Reckowic durch den, wolkenbruchartigen Nicderschlag beschädigt worden, so daß die Ponawka eine Überschwemmung verursachte. Auch den lheilweisln Einsturz einer Maucr der Bastion beim Ferdinandsthor, zzegen den Franzensberg zu, kann mL der Kunstschule, NamenS Sarasim, wurde in dem Clubd beschlossen, und der Unglückliche in.cincr Nacht auf dem Wege nach feiner Wohnung ermordet. Um einen Beweis von ihrer „Allmacht" i« geben, stürzten sie die ganze Stadt in Folge eines Privatstreitcs in vollkommene Gesetzlosigkeit; «s floß Blut. Die Civil-bcamten, von denen einige ermordet wurdcn, mußten sich verborgen halten. Ein nach Coimdra gesendetes Truppencorps ward wieder abberufen, und als die gerichtliche Untersuchung eröffnet wurde, konnte man keinen einzigen Schuldigen au,fsind«n ! Diese Schreckens-scenen endigten mit der Ermordung des Professors der Medicin an der dortigen Universität, Namens Cezario, in dessen Körper drei Kugeln gefunden wurden. Dicß veranlaßte den Prorector, die Uinversilät bis auf wei-ttre Entscheidung der Regierung zu schließen. Aehnlicy« 275 Scenen wurden von den Landleuten der Umgegend von Coimbra gegen die Studenten verübt." Englische Blätter schreiben aus Lissabon vom 22. Juli: „Die Regierung hat gestern, wahrend der König und die Königinn mit dem Herzog Ferdinand ,on Sachsen-Coburg sich in Cintra befinden, den un. erwarteten Beschluß gefaßt, die Cortes zu schlie? ßen. Das Budget wurde noch vorgestern in aller Hast in einer neunstündigen Sitzung von der Deputirten-kammer und gestern von dem Scnat angenommen. Der Regierung ist jeht die runde Summe von 11,500 Contos de Reis v»rwilligt; der Gesetzentwurf, durch welchen die auswärtigen Staalsgläubiger sicher gestellt werden sollten, beruhte auf sich. Das von den Cortes bewilligte Anlehen von 1^00 Contos ist mit den Banken in Lissabon und Oporto abgeschlossen. (Öst. B ) Großbritannien. Am 7. August verkündete Richter Littlcdale in Warwick die Straferkennlnisse 'gegen die von der Jury schuldig befundenen Ruhestörer von Birmingham. Die schwarze Mütze auf dem Haupte des Richters deutete an, daß über einige der Unglücklichen das Todesurtüeil ergehen werde. Es traf die Gefangenen : Jeremiah Howell, Francis Roberts und John Jones. Der Richter sagte in seiner Anrede: «Ihr sepd durch eine Jury eures Landes der Felonie schul.-dig befunden wegen Zerstörung des Hauses von James und Henry Bourne zu Birmingham. Dieses Verbrechen wurde nach unsern Lan,desgesetzen von jeher mit dem Tode bestrast, und obwohl in den letz-, ten Jahren die Strafen für viele Verbrecher, welche »oimals für capital gegolten, durch die Menschlichkell der Legislatur gemildert worden, wurde doch für geeignet erachtet, die Todesstrafe für dieses von euch verübte Verbrechen beizubehalten. Zugleich bedauere ich, euch ankündigen zu müssen, daß euer Verbrechen ,on dfl Art ist, daß ich in der Erfüllung meiner Amtspflicht es nicht mit meinem Gewissen vereinbar finden kann, euch der'königlichen Gnade zu empfehlen." Der Nichter schilderte hier die Größe des verübten Frevels und die schauderhafte Gefahr, von der die Stadt Birmingham bedroht gewesen, und schloß mit den Worten: „Unter solchen Umständen finde ich es nothig, ein Exempel zu statuiren, um ähnliche Frevel in Birmingham und andern Theilen des Königreichs zu verhüten. Mögen Andere euer trauriges Schicksal sich zur heilsamen Warnung dienen lassen! Doch obschon ich euch keine Hoffnung aus Vcgnadi- ' gung gebcn kann, so bleibt euch doch die Hoffnung, ^ Gnade zu erlangen in einer andern Welt von jenem ! allmächtigen Wesen, das Herzen und Nieren prüft, , und immer geneigt list zu Gnade nnd Erbarmen, 1 wo demüthige und wahre Reu» ist. Eure Zeit geht > schnell zn Ende, berciln «uch, vor das Angesicht l Gottes zu treten. Verwendet die futze Frist zu inniger Neue für alle eure Sünden, und trachtet durch die Vecdiensie unsers Mittlers und Heilands Ies« Christ jene Gnade von Gott zu erlangen, die ih, von Menschen nicht zu hoffen habt. Jetzt ist mi» nur noch übrig, aus;usprechen den schauerlichen Spruch des Gesetzes. Er lautet: Ihr, Jeremiah Howell, Francis Roberts und John Jones, sollet, alle und jeder von euch, nach dem Orte gebracht werden, von dem ihr hicher kämet, und von dorl sollet ihr nach dem Richtplah gebracht, und aUdcll einzeln aufgehangen werden am Halse, bis daß ihr todt seyd ^INgeti d^ ik« nec-.lc nil )-ou are äeücy. Möge der Herr in seiner unendlichen Gnade sich eurer Seelen erbarmen!" London, 9. August. In der Oberhaussitzung am 8. August zeigte der königliche Oberhofmeister, Herzog v. Argyle, an, daß er von der Königinn beordert sey, als Antwort auf die neuliche Adresse dem Hause zu erklären, Ihre Majestät werdt un-verweilt mit den auswärtigen Regierungen Unterhandlungen eröffnen, auch den brittischen Kreuzern an,de» afrikanischen Küste die nöthigen Befehle zugehen lassen, um dem brasilischen und portugiesischen Scla« venhandel ein Zi,l zu setzen. — Die Vriefpostbill ging ohne AmendementS durch die Commitee. Di« Vill zur Verbesserung der Schifffahrt auf dem Shannon, dem größten Flusse Irlands, wurde zum zwei? tenmale gelesen. Die Grafschafts-Polizeibill ging durch die Committee unter einigen für das Ministerium günstigen Abstimmungen. -» Spät in der Nacht, als kaum mehr als 56 Mitglieder noch anwesend waren, moti-virte Lord PalmcrAon in einem beredten Vvrlrag den Antrag, eine neue (theilnmse nach den Ansichten des Oberhauses modisicirle) Bill zur Unterdrückung des portugiesischen Sclavenhandels einbringen zu dürfen. Die Ermächtigung ward ertheilt, und sofort die Bitt zum erstenmale gelesen. In der Obtrhaussitzung vom 9. August wurde die Briefpostbill zum drittenmal gelesen und an? genommen. (Allg. Z.) N u ß I » n d. T,'romsöe (im Stiftsamt Drontheim) , 50. Juli. Die des Handcls wegen hier angekommenen Russen bestätigen die Nachricht von der unter den Polen in Archangel entdeckten Verschwörung, die wir zuerst aus Vabsöe vom 12. Juni mit dem Zusatz erhielten, daß der zur Sprengung einer Kirche gesammelte Pulvervorrath vorhanden gewesen. Die Einigkeit unter den in Verhör Genommenen war merkwürdig im Laugnen, und selbst der eine Ueberwiesene hat nicht vermocht werden können, seine Milschul- 275 dig«» anzugeben. Das Urtheil war nrch nicht gesprochen. (Allg. Z ) Gsmanisches Neich Constantinopel, 29. Juli. Die osmanische Flotte ist bereits auf den Fuß der ägyptischen Marine gestellt, obgleich der Vicekönig die Versicherung gegeben, sie nicht behalten zu wollen.' Allerdings bemäntelt er diesen Schritt dadurch, daß er die ge-sammten Schissscapitäne zu sich berufen ließ, ihnen sagte, es gebe jetzt keinen Unterschied zwischen Aegpp-tiern und Türken mehr, es gebe nur Gläubige, die dem Islam huldigen, den zu vertheidigen er sich berufen fühle; er erachte sich für den ersten treuen Dieiier des Sultans, und so stelle er es ihnen frei, unter feiner Fürsorg? dem Sultan zu dienen, oder die Flotte zu verlassen. Alle sagten, daß sie die größte Achtung für Mehemed Ali hätten, und daß sie fort-dienen wollten. In diesem Fall, erwiederte der schlaue Vicekönig, müßt ihr die Uniform wechseln und die ägyptische anlegen, denn keiner soll sich von dem andern unterscheiden, wozu sich denn auch die türkischen Offiziere verstanden. Auf diese Art ist bereits die ägyptische Flotte mit der osmanischen verschmolzen. Sie zählt insgesammt mehr als 5000 Feuerschlünde mn allem nothigen Schießbebarf. Die englische und die franzosische C'scadre, die auf dem Punct sind, sich bei den Dardanellen zu vereinigen, haben keine l500 Kanonen am Vord,' es wäre also nicht unmöglich, daß Mehemcd Ali in seinem Unwillen über die ihm jetzt zukommenden Eröffnungen die Klugheit auf die Seite setzte, und den Versuch machte, ob er nicht mit den Waffen durchsetzen kann, was er so sehnlich wünscht. Er istjedoä/zu gut berathen,"um v2b2n<^L spielen zu wollen. Constan tin 0 pel, 1. August. Vorgestern hatten wir hier eine seltsame Execution. Es wurden, um dcr Nation mit gutem Beispiele vorzugehen, sämmtliche Norräthe von Wein, die man in den großherrlichen Pallästen vorfand, in den Bosyor geworfen, und durch tme bald darauf erschienen« Verordnung ist das Trinken deS edlen Traubensaftes und aller übrigen erhitzenden Getränke verpönt worden. (Mg. Z.) Griechenland. Der Times wird aus Athen 6clo. 19. Juli geschrieben, baß aus Furcht vor großen Ereignissen in der europaischen Türkei, namentlich in Rumelien, viele Griechen in das Königreich Griechenland einwandern. Andrerseits trafen aus Albanien und Thessalien täglich Briefe- an die Capitani ein, die sie ein-laden, über die Gränze zu gehen, und an einer In« surrection Theil zu nehmen. Bereits hieß es, Ts.nnis, Karatassos und Pclibos, in Thessalien wohlbekannte Männer, seyen von ihren Posten entwichen, undObrist Minnouris hatte berichtet, dali fast sein ganzes Corps Gräi'zwächtcr desertirt sey. (Allg. Z,) A e g y p t e n. Alexandria, 17. Juli. (Zufällig verspätet.) Gestern fand die Vorstellung dcs Patrona-, Reale-und Kapudnn-Bey, so wie sämmtlicher Flotten-Offiziere Statt. Der Kapudan Pascha führce sie ein. Da die Offiziere beim Eintritt ihre Säbel ablegen wollten, befahl ihnen Mehemed Ali, sie zu behalten. Sie gingen an dem Vicekorng vorüber, einer nach dem andern, und küßten scine Füße, dann stellten sie sich in Reihen. Der Vicekönig redete sie folgendermaßen an: »Meine Kinder, die Kraft einer Nation besteht in ihrer Einigkeit. Künftig werden wir alle unter uns eins seyn. Constantinopel und Alexandria bilden keine Gegensätze mehr. Wir sind alte Muselmänner. Unser Souverän ist einer; er ist ein junger Sultan, Gott gebe ihm ein langes Leben! Er ist ein Ed,lstein> Wir müssen alle trachten, ihm treu und ehrlich zu dienen, und das beste Mittel dazu ist, daß wir Vrü: der seyen. Beobachtet strenge Mannszucht, übt euch i>, eurem Dienste, und Gott wird mit Abd-ul-Med-schid und seinem Volke seyn." Hierauf fragte Mustapha Pascha bittend, ob er erlaube, baß sie alle das ägyptische Kleid nehmen. Mehemcd Ali antwortete: »Wer es will, dcr thue es, eS soll kein Zwang seyn." — Der Kapudan Pascha, von mehrerev Europäern besucht, sprach sich so aus: »Ich habe die Flotte nicht zum Feinde, sondern zum Freunde geführt. Alexandria und Constantinopel sind beide Städte des Reichs. In' Europa, wenn man ein Ministerium nicht will, daS den Staat gefährdet, wehrt man sich dagegen. Ich thue dasselbe." — Ibrahim Pascha war in Marasch am l». d. angelangt. Die Türken hatten sich über d?n Taurus gegen Koniah zurückgezogen, und wurden nicht verfolgt. Der wahre Verlust deS großherrlichen Heeres soll an Todten und Verwundeten i,76l)Mant, betragen, an Gefangenen 2600 Mann, l?3 Kanon,« und an 16,000 Gewehre nebst einem Material von mehr als 5 Millionen Thalern Wcrch seilen ,'„ die Hände des Siegers gefallen sevn. (Mg. Z.) Nachrichten aus Alexandrien vom 26. Juli (in der Gazette Piemontese) melden: »Fast die ganze tückische Flotte ist nun in den Hafen eingelaufen. Fünf bis sechs große Schiffe sind noch außerhalb desselben, sollen aber entwaffnet werden, u,n gleichfalls einlaufen zu können. — Alle Kricgsmunition, und selbst die Casse der Escadre, in wclcher sich 600,000 Thlr. befanden, sind aus diesen Schiffe weggenommen worden. — Der K.'plid^n - P,)fcha u„t> der größte Theil ver türkischen Offnere tr.-.^'n nunmehr di? ägyptische Militär. Uniform, — Der englische SchWcapilän W,llk«r, der sick auf der türkischen Flotte alo Insiruc: teii:- befand, hac seine Entlassung genowmcn, und ist auf einem «ngl. Dampsbooic ^am Admiral Stopford abgegan^n." (W. Z.) T^l-lsssl-r: Vgnaj Alox.I L?3!N' v. Nlrin^alir..