CFailIfvrud), C3Q5 wir freeeljtcn cor. der Zukunft Fernen» Ta» Bro! und Ari-rtt uns gcriir-tt [teilen, Edii unsere Kinder in der Schule lernen Und unfetc Ereile nicht mehr betteln gehen. <8. Henvegh. deutschen Eisenbahnen zu suchen, wo man es rechtzeitig verstand,, im Jahre 1897 durch den Direktion-.-chef Ullrich in Kassel alle Eisenbahnervereine zu einem „Bunde preußisch-hessischer Eisenbahnervcr eine" zu vereinigen, welche Organisation heute 170.000 Mitglieder zählt. Dieser Bund, der im wesentlichen die Aufgabe hat, Zuschüsse zu der bestehenden geseü liehen Alters- und Pensionsversicherung zu gewähren, hat vor einigen Jahren aus Staatsmitteln über Antrag des preußischen Eisenbahnministers Budde ein Dreimillionengeschenk erhalten, natürlich als Auer kennung für seine loyale Haltung. Natürlich hat diese unter der Leitung der Eisenbahnverwaltüugen stehende Organisation nicht den geringsten Einfluß auf wir: schriftliche Berufsfragen, denn ihr eigentlicher Zweck ist sa gerade die Eisenbahner von der Wahrung ihrer Interessen fern zu halten. In Oesterreich ist, wie unseren Kollegen bekannt ist, ein ähnlicher Versuch zu einer solchen Nachbildung auf einer Privatbahn, auf der „Aussig-Teplitzerbahn", unternommen warben. Mit welchem Erfolg diese seltsamen Gewächse auch nach Oesterreich verpflanzt werden sollen, wird freilich erst eine spätere Periode lehren. Aber die Tatsache ist, wie das Vorkommnis abermals auf der Südbahn beweist, nicht abzuweisen, daß das Werk der lln teriuii filmt g der großen zentralen Eisenbah-nergewerkschaft von den B a h n v e r w a 1-tungen in unverkennbarer Weise unterstützt wird. Weshalb das geschieht, braucht freilich niemand zweifelhaft sein. Und wir sind die letzten, die es nicht verstehen würden, wenn Staat und Unternehmertum alles fördern helfen, was der Arbeiterschaft schadet und ihren eigenen Klasseninteressen nützt. Aber die, die durch ihre Branchen- und Kategorienvereine die Eisenbahner in der schwersten Zeit schwächen helfen und sie ihren natürlichen Feinden ausliefern, wird man unnachsichtlich als die Verräter brandmarken müssen, die bewußt oder unbewußt die Geschäfte der Regierung und der Bahn-Verwaltungen besorgen helfen I überlegenem Lächeln: „O, das wissen wir alles. Aber es ist kein Grund, daß nicht alle jene Vereine, die das Wohl der Eisenbahner erstreben, z u s ci m nt e n, vereint Vorgehen konnten." Gibt man aber darauf die einzig mögliche und zutreffende Antwort, daß, wenn die Notwendigkeit der Einigkeit schon erkannt wird, nur die letzte Konsequenz übrig bleibt, all die kleinen Vereine und Tischgesellschaften aufzulösen nnd ihre Mitglieder einer großen Zentralorganisation z u-zuf ühren, dann natürlich wird eine solche Zumutung mit Entrüstung fortgewiesen uud der „Einigkeitsschwärmer" von früher verwandelt sich in einen rasenden Roland. Inmitten dieser allgemeinen Begriffsverwirrung, die Kindsköpfe und Narren stiften, fühlt sich freilich die herrschende Klasse, die die Eisenbahner fürchtet wie das Feuer, sehr wohl. Und cs versteht sich ganz von selbst, daß alle ihre Organe und Körperschaften die Uneinigkeit und Zersplitterung fordern, wo sie nur können. In anderen Ländern wurde, wie man weiß, dieser Zweck lange vor uns durch die Gründung und Protegieruttg der sogenannten „gelben Gewerkschaften erreicht, die teils durch offene und teils durch geheime Fördentun durch das Unternehmertum lediglich in der Ansicht ins Leben gerufen wurden, die sozialdemokratischen Gewerkschaften zu schwächen und die Arbeiter mit der „Milch der frommen Denkungsart" zu erfüllen. Bei uns in Oesterreich sind solche Versuche, teilweise freilich mit wenig Erfolg, gleichfalls gemacht worden. Aber es ist bezeichnend und lehrreich, daß gerade jetzt Set den Eisen-Bahnern die Wahrnehmung zu machen ist, daß sich die Gründung von Berufs- und Kategoriever-einen auf einmal der liebevollsten Fürsorge der Vahnverwaltungen erfreut, bei denen, wie man weiß, die Anerkennung einer modernen Gewerkschaft^ organifation erst erkämpft werden mußte. Vor uns liegt ein solches Dokument liebevoller Fürsorge, das in der amtlichen Zirkularensammluug der Südbahnverwaltung veröffentlich ist und das, wie folgt, lautet: 478. Nr. 9991/A. Aenderung des NamenS „Verein der Kanzlei-Expcdienten der k. k. priv. S ü d b ab n ge s e l l-schaft mit dem Sitz in Wien" in „Verein brr Süd- Noch ist der Jubel der christlichen Presse über bahnücamten und Veamtcnanwärter". den angeblich so glänzenden Verlauf des christlichen (Personalangelegenheiten.) Gewerkschaftskongresses in Dresden nicht verklungen, An alle Herren D i e n st a bt e i l u n g s-, Betriebs- da legt sich auf die Blüten, die diese Tagung getrie illspektorats- und Lokalvorstände der öfter- ben, wie eilt Meltau die Kundgebung des Papstes, reichischen Linien der Süd bahn samt Neben- Das „Zentralblatt der christlichen ' Gewerkschaften Deutschlands" weist in seiner Nummer vom 11. No- Mit Beziehung aus das Zirkular 197 A 1009 setzen wir bember, in der es übrigens die inzwischen bekannt- K.n.sysstfts f.*.y’SÄv.»v,:tlSK «*»*»« -»».«- <$«*» schaft mit dem Sitz in Wien" mit Genehmigung des Gewerklchafteu noch mit keinem Wort erwähnt, „au, Ministeriums des Innern vom io. Oktober 1912, Z. 35.193, die klare und sichere Neuorientierung unserer Ve seinen Namen in „Verein der S ü d b a h n b e a m t e n weaung in grundsätzlicher und volkswirtschaftlicher und Scarntcnantoarnr ecanberi hat. Hinsicht" hin die ein bedeutsames Ergebnis der en ai~ ■ \0J!:m.CL,' _ Dresdener Veranstaltung war. Diese Selbstzufrieden- Die administrative D.rektw..: „all rn. p. ,)cU mjtft ^radezu komisch. Was bedeutet denn ein Ist das nicht eine recht verdächtige G ö n- christlicher Gewerkschaftskongreß? Haben denn die n e r f ch a f t, die hier eine s o g c n a nute „Eisen- Stegerwald, Schiffer und Konsorten, haben die an -bahnerorganisation" durch eine kapitalistische Eisen- bereit Teilnehmer des Kongresses über die Orientie-bahnverwaltung genießt? Welches Interesse, so muß mng der christlichen Gewerkschaftsbewegung in grund-man wohl fragen, hat denn die Südbahn, daß sie im sätzlicher und volkswirtschaftlicher Hinsicht etwas zu Wege ihrer streng amtlichen Verlautbarungen die sagen? Darüber bestimmen ganz andere Stelle». Der Agitation für die separatistischen Kategorienvereine Papst in Rom hat gesprochen, und da geziemt es sich, besorgt? Die Antwort daraus wird wohl leicht zu für die christlichen Schwadroneure fein still ju sei» finden fei», wenn man weiß, wie gern es die Bahn- und aufzumerken, denn „Gehorsam ist des Christen Verwaltungen sehen, wenn die Bediensteten, wahn- Schmuck!" witzig genug sind, den Kastengeist zu pflegen uud Wer wird denn jetzt noch danach fragen, was für sich in ohnmächtigen Gruppen- und Branchenorgani- Richtlinien der Dresdener Kongreß für die Betäti-fatiönchen aufzulösen, statt in einer starken und ; gütig der christlichen Gewerkschaften fcftgelcgt hat. Der mächtigen Einheitsorganisation Schutz und Rückhalt Heilige Vater in Rom weiß kraft der ihm innewoh-zu suchen. Das Muster für derartige amtliche B e- , »enden Unfehlbarkeit am besten, was den deutschen gönner ungen hat man wohl auf den reichs-, Arbeitern nottut. Die güten Christen hätten das „Gelbe Organisationen" ans den Eisenbahnen. Die Eisenbahnerschaft Oesterreichs, soweit sie einen wirklichen und ernsten Kampf um ihre Interessen führt, kämpft heute nach zwei Fronten. Sie hat nicht bloß ihre Macht und ihren Einfluß nach jener Richtung fortgesetzt zu erproben, wo das ganz natürliche Klasseninteresse auch den gauz natürlichen Feind und Gegner, den Staat und das Unternehmertum, zum Widerstand aufstachelt, sic hat vor allem auch, wie das gerade in der jüngsten Zeit immer deutlicher wird, ihre energische Abwehr nach dort zu richten, wo der Feind im eigenen Lager seine fortgesetzte Minierarbeit betreibt. Denn darüber kann heute bei keinem Vernünftigen und Denkenden ein Zweifel mehr bestehen, daß alle diese Dutzendgründungen von Vereinen und Organisationen eine schwere Gefahr bedeuten, der mit der größten Entschlossenheit, aber auch mit der notwendigen sachlichen Aufklärung vor allem, entgegengetreten werden muß. Es mag heute bei jedem klassenbewußten Eisenbahner, der mit der sozialistische» Weltanschauung, mit dem Wesen ihrer Lehre und ihren Zielen vertraut ist, immerhin als bedauerlich gelten, defj noch ein Teil der Eisenbahner im Säger der nationalen und christlichsozialen Feinde steht, wo doch Bereits eine reichliche Erfahrung hinter uns liegt, die beweist, .daß alle diese Parteien die Interessen der besitzenden Bourgeoisie und des Staates vertreten. Aber die weit größere Gefahr für die Interessen der Eisenbahner, für die Möglichkeit, für die Zukunft irgendwelchen weiteren Erfolg zu erreichen, liegt heute dennoch dort, wo man fortgesetzt das Streben nach neuen Gründungen von allen möglichen Kategorienvereinen zu suchen hat. Denn während man es bei den nationalen und christlichsozialen Organisationen immerhin mit Gebilden zu tun hat, die aus einer Welt- und Lebensauffassung herausgewachsen sind und die in letztem Grunde auch politische Ziele und Anschauungen vertreten, waltet heute bei den Gründungen einiger konfuser Nörgler und mit herostratischer Ruhmsucht begabter Gernegroße kein einziger stichhältiger Grund vor, mit dem man sich wirklich ernsthaft beschäftigen könnte. Man kann sich mit einem nationalen und christlichsozialen Parteimann, sofern er es nur ernst meint und von seiner eigenen Sache, die er vertritt, etwas versteht, immerhin noch sachlich auseinander-setzen und man kann eine Weltanschauung, die irrig und falsch ist, bekämpfen und widerlegen. Aber was soll man einem Menschen sagen, der ernstlich meint, wenn ein paar Hundert Leute aus einer der im Eisenbahnwesen vorhandenen vielgestaltigen Kategorien einen kleinen Verein gründen, dann werde es besser werden? Was soll man einer Tischgesellschaft antworten, die nur Kritik übt, weil das, ach, gar so kinderleicht ist, während sie selbst keine einzige positive Tat vollbringen kann? Und was soll man dazu sagen, wenn einen jeden Monat ein paar bedruckte Quart-zette! auf den Tisch fliegen, die sich stolz als „Fachblätter" der verschiedenen „neuen Organisationen" ausgeben? Allerdings man kann zu diesen Tollheiten manches sagen. Man kann den armseligen Kindsköpfen zunächst ein Kolleg über die Einigkeit halten und sogar mit der Geschichte aus der Elementarklasse beginnen, von jenem König, der am Sterbebett seinen Söhnen an einem Bündel Stäbe das Beispiel von der Macht der Einigkeit und Geschlossenheit zeigte. Man kann die alte Binsenwahrheit wiederholen, daß jede Zersplitterung der Kräfte einer Kräftevergeudung gleichkommt, die nur dem Gegner, der jede Schwäche^ seines Partners belauscht, zugute kommt. Aber auf das alles antwortet der geehrte Herr Ver-einsgründer und Taschenfeitelvereinsvorständ mit „HF"'. Der „Eisenbahner" erscheint in einer Auflage von 50.000 Exemplaren. "MW Geld, das ihnen der Kongreß gekostet hat. sparen, ihre Führer hätten alle die schönen Reden, die sie geredet, für sich behalten können. Sie haben keine Bedeutung. Will man sich über die Aufgaben der christlichen Gewerkschaften, über die Ziele, die sie verfolgen, orientieren, dann wird man nicht nach den Beschlüssen des Dresdener Kongresses, sondern nach der Enzyklika des Papstes vom 2 >. September 1912 sragen. Es erregte in diesen: Jahre einen großen ; Sturm, als auf dem Psingstkongreß des Verbandes katholischer Arbeitervertreter (Sitz Berlin) der i Pfarrer Beyer mitteilte, daß der Papst ihm als Antiwort auf seine Huldigungsadresse mit Bezug auf die katholischen Arbeitervereine, „Sitz Berlin", gesagt habe: „Euch lobe ich, euch billige ich, euch er- kenne ich an nnd mit allen Kräften strebe ich an, daß alle eure Grundsätze sich zu eigen machen mögen. Die anderen billige ich nicht; ich verdamme sie nicht, denn es ist nicht meine Sache, zu verdammen; jedoch ihre Grundsätze, welche falsch sind, kann ich nicht anerkennen." Damals haben die Müncheu-Gladbacher Christen kräftig losgeschlagen, nicht gegen den Papst, sondern gegen die lieben Brüder in Christo mit dem „Sitz Berlin". „Noch nie ist", so hieß es in der damaligen Erklärung des Gesamtverbandes der christlichen Gewerkschaften, „das Oberhaupt der katholischen Kirche über Wesen und Charakter der christlichen Arbeiterbewegung Deutschlands schmählicher hintergangen und getäuscht worden, wie in dieser Hnldi-gungsadrcsse." Nun, in seiner neuesten Enzyklika urteilt der Papst ganz ebenso, wie in seiner Ansprache Win den Pfarrer Beyer und er sagt ausdrücklich, daß er sein Urteil auf die Informationen aufbaut, die er von den deutscheu Bischöfen eingeholt hat. Werden die Christen jetzt wohl noch ihre Ansicht aufrechterhalten nnd zu wiederholen wagen, daß die Bischöfe den Papst schmählich hintergangen und getäuscht haben? Die Zeiten der Züricher Christentagung liegen lauge zurück. Heute wird kein Schiffer mehr riskieren zu sagen: , Hochwnrdige Bischöfe, bis hier und nicht weiter!" Löblich werden sich die christlichen Großklappen unterwerfen. Sic werden so tun, und einige ihnen nahestehende ultramontane Blätter geben ja auch bereits den Ton an, als ob die Enzyklika im Grunde eine Anerkennung der christlichen Gewerkschaften sei. Die Kunst, sich „mit Gottes Hilfe durchzulügen", beherrsche» ja die Christen ausgezeichnet. Jni übrigen aber werden sic sich löblich unterwerfen und sich bemühen, zu verhüten, daß die himmlische Gendarmerie, die zu ihrer Ueberwachung bestellt ist, einen Anlaß zum (Sin-schreiten findet. Nachdem der Papst in seiner Enzyklika dargelegt hat, daß es Pflicht aller Katholiken sei, namentlich die Grundsätze zu beachten, welche sein Vorgänger in der Enzyklika Berum novarum auseinandergesetzt hat, betont er, daß die soziale Frage und die mit ihr verknüpften Fragen über Arbeitszeit und Lohn in erster Linie eine sittliche und religiöse ist und deshalb vornehmlich nach dem Sittengesetz und ti o m Standpunkte der Religion gelöst werden muß. Dann bespricht er die Arbeitervereinigungen und meint, es seien „am meisten zu billigen und unter allen für den wahren und dauernden Nutzen der Mitglieder als bestgeeignete jene Vereinigungen anzusehen, die hauptsächlich auf der Grundlage der katholischen Religion aufgebaut sind und der Kirche als Feuilleton. Bilder vom Basler Kongreß. ES ist schwer, nicht eine Satyre zu schreiben. Der alte Römer, der diesen Satz geprägt hat, könnte die Empfindungen eines Oesterreichers vorausgeahnt haben, die diesen über-fommen mußten, wenn er die Basler Tage miterlebt hat, die Tage, da in der ehrwürdigen Römersiedlung Augusta raurica-Basilia, 2000 Jahre später, die Arbeitsmenschen aus allen Gauen Europas zusammenströmten, um zu sagen, daß sie rieben wollen, den Frieden der Völker, den Weltfrieden. Cs ist schwer, nicht eine Satyre zu schreiben, hat man mit den Augen des Oesterreichers all dies gesehen und erlebt. In dem Lande, in dem die Habsburg steht, ist alles ganz anders als in dem Reiche der Habsburger, so ganz anders, daß dich der Spottteufel juckt, ob du willst oder nicht. Alle Heiligtümer haben mir fallen sehen in diesen Tagen: die Schule, die Kirche, die Kaserne — ja sogar die goldenen Krage». Diesem Friedens-rongreß der Arbeiterklasse ist schon ein anderer internationaler Arbeiterkongreß in Basel vorangegangen. Ihn hat im Namen der organisierten Arbeiter ein Staatsanwalt begrüßt. Er war noch von ber Polizei Überwacht, aber auch damals schon nur in der Form, daß der Polizeikommissär und seine llnterbeamten Kongreßkarten lösten. Sie waren Mitglieder des Kongresses. Sie hätten die in Behandlung stehenden Gegenstände mitberaten können und nur in den Geheimakten der Baseler Staatspolizei konnte ihre wahre Meinung über den Kongreß zum Ausdruck kommen. Wir aber sind von Basel zu-»ückgekommen — vierzig Jahre später — und den ersten Gruß, den uns die Heimat bot, war der Gruß des Staatsanwalts: „Das Friedensmanifest der Internationale — konfisziert"; so starrte uns der Gruß des Staatsanwalts in der „Arbeiter-Zeitung" entgegen. Dort der Staatsanwalt vor 40 Jahren schon — Parteigenosse — hier der Staatsanwalt nach 40 Jahren noch immer Buttel eines vorinärzlichen Polizeigeistes, der e» aller Welt ohne Scheu kündet: Die Freiheit, die die Habsburg umweht, ist nicht die Freiheit des Habsburger Reiches. "v 1* j FührcriN offen folgen Hieraus folgt, daß der« | artige sogenannte konfessionell-katholische Vereinigungen sicherlich in katholischen Gegenden, und außerdem in allen anderen Gegenden gegründet und auf jede Weise unterstützt werden müsse it." Damit hat der Papst die Bestrebungen der katholischen Arbeitervereine, Sitz Berlin, umschrieben und zum Ausdruck gebracht, wie sehr sie ihm ans Herz gewachsen sind. Er geht aber in der Lobpreisung dieser Vereine noch weiter, indem er sagt: „Wir spenden also allen und jeden in Deutschland bestehenden rein katholischen Arbeitervereins gungen mit Freuden alles Lob und wünschen allen ihren Bestrebungen zum Wohle der Ar beiter bevölkern n g glücklichen Erfolg und erhoffen für sie ein immer erfreulicheres Wachstum." Man sieht, das ist im wesentlichen das gleiche, was er dem Berliner Pfarrer Beyer gesagt hat. Aber auch sein Urteil über die interkonfessionellen Gewerkschaften hat sich nicht geändert. Freilich er verdammt sie nicht, weil es nicht seine Sache ist zu verdammen, aber sehr weit ist das Urteil des Papstes von einem Verdammungsurteil nicht entfernt. Der Papst erklärt: „es könne geduldet und den Katholiken gestattet werden, auch jenen gemischten Vereinigungen, wie sie in euren Diözesen bestehen, sich anzuschließen, solange nicht wegen neu eintretender Umstände diese Duldung aus hört, zweckmäßig oder zulässig zu sei n." Vorsicht tut aber für alle Fälle not. „An erster Stelle ist dafür zu sorgen, daß katholische Arbeiter, die Mitglieder solcher Gewerkschaften sind, zugleich jenen katholischen Vereinigungen a n g e h ö r e n, welche unter der Bezeichnung Arbeitervereine bekannt sind." Ferner müssen sich die christlichen Gewerkschaften von allen: fernhalten, was mit den Lehren der Kirche nnd den Geboten der kirchlichen Obrigkeit nicht in Einklang steht: „DarMi mögen die Bischöfe es als ihre heilige Pflicht anfehen, sorgfältig das Verhalten dieser Vereinigungen zu beobachten und darüber zu wachen, daß den Katholiken aus der Anteilnahme an ihnen kein Schaden erwächst." Damit sind die christlichen Gewerkschaften formell unter die Aufsicht der Geistlichkeit gestellt, die strenge darauf zu achten hat, daß in ihnen nichts passiert, was den Wünschen des Klerus widerspricht. Aber Ruhe soll jetzt im schwarzen Lager Eintreten, deshalb verbietet der Papst den beiden Richtungen, sich noch ferner zu zanken. Diese Mahnung richtet er nach beiden Seiten, aber die Art, wie er die Mahnung ausspricht, ist charakteristisch. „Wie es einerseits niemand berstattet wäre, eines verdächtigen Glaubens diejenigen zu bezichtigen und unter solchem Vorgehen diejenigen anzufeinden, die standhaft die Lehren und Rechte der Kirche verteidigen, jedoch aus gutem Grunde den gemischten Gewerkschaften dort beigetreten sind oder beitreten wollen, wo in Anbetracht der Ortsvsrhältnisse die kirchliche Obrigkeit es für gut befunden hat, solche Gewerkschaften unter gewissen Vorsichtsmaßregeln zuzulassen, so wäre es anderseits als höchst verwerflich zu tadeln, die rein katholischen Vereinigungen feindselig zu befehden — diese Art von Vereinigungen muß im Gegenteil a u f j e d e W e i s e u n t e r st ü tzt n n d g e s ö r d e r t werden — und zu verlangen, daß die sogenannten interkonfessionellen Vereinigungen eingeführt werden, und sie gleichsam aufzudrängen, sei es auch unter dem Vorgeben, daß alle katholischen Vereinigungen in den einzelnen Diözesen nach einer und derselben Form einzurichten seien." Dies ist der wesentliche Inhalt der Enzyklika, die zwar ein förmliches Verbot der christlichen Gewerkschaften nicht enthält, sachlich sich aber von einem An die Klaraschule werden wir auch alle recht lange denken. Eine städtische Volksschule, die dem Kongreßlokal am nächsten gelegene, öffnet den Kongreßdelegierten kurz nach ihrer Ankunft ihre Pforten, damit sie dort Beratung pflegen können. Auf Oesterreich übertragen: Im Arüeiterheim Favoriten haben wir unseren Kongreß und die Schule auf dem Keplerplatz öffnet ihr Musikzimmer (sie hat gar keines) den fremdländischen Delegierten, etwa Franzosen, damit eine Beratungsstätte zu bieten. Freundlich öffnet der Schulpförtner, geleitet uns in den Saal, fragt nach etwaigen Wünschen und verschwindet dann. „Sind Sie Parteigenosse?" — „So wie so" lautet seine Antwort. Ja, wenn wir noch Eucharistler wären, dann stünden uns auch die Schulen offen. Nicht allein zu Beratungen, auch als Wohnung. Am Sonntag ist bann der große Friedenszug durch Bafel. Im Kasernenhof sammeln sich die auswärtigen Delegierten. Das müssen wir vorher genau sehen, so denken einige österreichische Genossen, und fahren vom anderen Stadtende im Auto zur Kaserne und dann den Weg entlang, den der Zug gehen soll, zum Münster, wo er endet. „Zur Klingental-kasentc", sagen wir dem Kraftwagenlenker, und er fährt und fährt, nnd plötzlich sind wir mitten im Kasernenhof. Er ist durch das Kasernentor auf den Nebungsplah eingefaßten und keine Schildwache hielt ihn auf. Die „Zivilisten" sahen im Wagen urtb fuhren keck mitten in den Hof. Kein Halt! Keine Aufregung! Kein Schuß ist uns nachgesendet worden. Es war niemand da, der uns hätte itachschießcn können. Das Kasernentor ist offen, aber keine Schildwache steht bei ihm. Die Kaserne wird nicht weggetragen werden. Eine einfache Erwägung, aus der folgt: Zum Schildwachstehen hat eine Volksarmee keine Zeit. Die Kaferne fcheint leer und verödet. Kein Soldat weit und breit. Natürlich. Zum Herumlungern in Kasernen hat eine Volksarmee nicht Zeit. Der Soldat wird ausgebildet und dann geht er heim und arbeitet als Bürger. In der Kaserne „liegt" nur Sanität, der Truppenteil also, der auch in Friedenszeiten etwas zu tun hat, zumal er die Aufgaben erfüllt, die bei uns die freiwillige Wettungsgefcllfchaft auf sich genommen hat. Zu solchem Tun hat man bei uns nicht Zeit. Von den Beiden Türmen weht die Schweizerflagge. Die Kasernenverwaltung grüßt den Friedenskongreß der Arbeiterklasse. Wir fahren weiter zum Münster. Dort entlohnen wir den Wagenlenker. solchen nur wenig unterscheidet. Ob der Papst und die Bischöfe ihrer Kirche einen Dienst erwiesen haben, als sie dieses Dokument Herausgaben, das zu untersuchen, ist nicht unsere Sache. Wir können es aber verstehen, daß die katholischen Arbeiter, die das Denken noch nicht völlig verlernt haben, angesichts der Enzyklika zu ganz eigenen Gedanken kommen. Weshalb hat wohl der Papst eine so große Sorge, daß das Seelenheil der katholischen Arbeiter nicht gefährdet werde, weshalb empfiehlt er dann nicht den katholischen Unternehmern, sich in besondere konfessionelle Vereine zusammenzuschließen? Weshalb wird den Bischöfen nicht ein Aufsichtsrecht über die Arbeitgeberverbände übertragen, analog dem, das sie über die christlichen Gewerkschaften ausüben sollen? Die neueste Enzyklika knüpft mit Recht an die Enz y-k l i k a Berum novarum des vorigen Papstes, wie jene, steht auch sie auf dem Standpunkt, daß die gewerkschaftliche Betätigung, das Streben der Arbeiter nach einer Besserung ihrer wirtschaftlichen: Lage von der Kirche nach Möglichkeit verhindert werden in u ß. Deren Aufgabe ist es, den Besitzenden Beizustehen und sie vor der „Begehrlichkeit der Massen" zu schützen. Das spricht die berühmte Enzyklika Berum novarum auch deutlich aus, indem sie schreibt: „Die Bewegung der Massen, in welchen die Gier nach fremder Habe erwacht, muß mit Kraft gezügelt werden. Ein Streben nach Verbesserung der eigenen Lage ohne ungerechte Schädigung anderer tadelt niemand; aber auf Aneignung fremden Besitzes ausgehen und das unter dem törichten Vergeben, es müsse eine Gleichmachung in der Gesellschaft erfolgen, das ist ein Angriff auf die Gerechtigkeit und auf das Gemeinwohl zugleich. Ohne Zweifel zieht es der allergrößte Teil der Arbeiter vor, durch die ehrliche Arbeit unb ohne Beeinträchtigung des Nächsten sich zu einer besseren Stellung zu erschwingen. Aber zahlreich sind auch die Unruhestifter, die Verbreiter falscher Ideen, denen jedes Mittel recht ist, um einen Sturz vorzubereiten und das Volk zur Gewalttätigkeit zu verleiten. Es muß also die Gewalt dazwischen treten, dem Hetzen Einhalt gebieten, die friedliche Arbeit bor ber Verführung und Aufreizung schütze.n, den rechtmäßigen Besitz gegen den Raub sicher stelle n." Um die evangelischen Arbeiter, die den christlichen Gewerkschaften angehören und vereinzelt als Konzessians-Schulzen auch in deren Leitung berufen wurden, wollen wir uns den Kopf nicht zerbrechen. Wenn es ihnen besonderes Vergnügen macht, sich unter das Kommando des Papstes unb die direkte Aufsicht der Bischöfe zu stellen, dann wollen wir ihnen diese Freude gern gönnen; hoffentlich leiden ihre religiösen Gefühle, auf die sie ja so großen Wert legen, dabei keine Not. Für Arbeiter, die von ehrliche nt Streben erfüllt sind, die wirklich an der Hebun g der eigenen L a ge und der ihrer Klassengenossen arbei- t e n w o l l e n, i st k ü N f t i g i N d e N ch r i st I i ch e N Gewerkschaften kein Raum mehr. Mögen die christlichen Führer noch so pathetisch verkünden: „Wir sind, was wir waren, und bleiben, was wir sind", so glaubt es ihnen kein vernünftiger Mensch. Sie können nicht bestreiten, daß alles Tun und Lassen ihrer vorläufig noch geduldeten Organisationen unter der Aufsichter Bischöfe steht. Und wie diese über die Bestrebungen der Gewerkschaften denken, das hat mit aller wünschenswerten Deutlichkeit der Bischof „Sind Sie Genosse?" ... So wie so .. . lautet wieder die entfache Antwort. Was sollte ein arbeitender Mensch auch anderes sein, als Sozialdemokrat. Wir treten in den Münster, in dem Rudolf von Habs-burgs Frau und zwei ihrer Söhne begraben liegen. Ein überwältigender Bau. Auf romanischen Grundfesten erhebt sich ein gothischer Ueberbau. Durch die hohen Fenster mit herrlicher Glasmalerei fallen Sonnenstrahlen, das Licht des Himmels und erhöhen die Weihe dieses Ortes, den höchste Menschenkunst geschaffen. Eine katholische Kirche, aber eine ohne Altar. Dort am Ende des Mittelschiffes, wo sich sonst der Altar aufbaut mit Prunk und strahlendem Glanz, steht auf erhöhter Stufe ein einfacher Tisch mit dunklem Stoff verkleidet: der Tisch des Herrn, auf dem das Abendmahl gereicht wird. Dahinter steigen amphitheatralisch Bänke auf, An diesem „Tisch des Herrn" saßen nachmittags die Stenographen und in fieberhafter Eile flogen die Stifte über das Papier, die geschichtlichen Friedensreden festzuhalten, die von den Wortführern der europäischen Arbeiterklasse von der Kanzel herab gesprochen wurden. Jetzt aber, am Morgen, braust die Orgel durch den hohen Raunt, von dessen einfacher unbentalter Decke keine Lusterseile niederhängen, unb ladet die anbächtige Menge ein mitzusingen das Lied: „Den Frieden gib, o Herr, den Frieden!" Die Kunst des Baues, die Kunst ber Glasmalerei ist geblieben, bie Kunst ber Holzschnitzer auch, die die Kanzel gebaut haben und die Chorstühle, aber aller Prunk wurde hinausgeschafft, da die katholische Kirche nach dem Bildersturm ber Baseler.Reformatio« in eine reformierte gewandelt wurde. Die Einfachheit hat über das Schaugepräuge gesiegt und sie hat bie Weihe des Raumes gewaltig erhöht. Die Orgeltöne - verklingen, das. Licht - des Himmels nur fällt durch die hohen Scheiben in die Halle und dann fallen von der Kanzel Worte des Grußes an jene weltlichen, die nachmittags hier einziehen fallen. Pfarrer Tä fehler ruft fein: Von unten herauf! in die Hatte, von unten herauf sind alle Reformationen gekommen, voit unken herauf wird und muß auch kommen der Bolkerfriede, der Weltfriede. Ohne Pathos ruft er es und doch mit unwiderstehlicher sittlicher Kraft, das Natürliche wird einfach entwickelt, einfach vorgetragen. Das Friedensmanifest des Zaren ist vor den Kriegsstimmen, die ihm folgten, zerflattert wie ein Papier-schnitzelchen, die sanfte Stimme der Friedeitsliga wurde von den Schlachtenlärm übertönt . , . , „jetzt aber werben die «SgagagUÜlMiL. . — —------------------------------------------------- >" .. xWT Sorget dafür, datz der „Eisenbahner" auch vorn reisenden Publikum gelesen werdet Hcnle von Regensburg ausgesprochen, als er an autoritativer Stelle es als einen Grundsatz des Christentums bezeichnen:: „W er Kn ccht ist, soll Knech t bIe i bc n!" Sie Seienemie Im StecbbeSnletriel. Ein betriebsgesahrlicher Sparerlaß. Der Finanzminister hat in seinem Expose zuin Budget für das Jahr 1913 angekündigt, daß im 'Ltaatsbahnbetrieb eine erhöhte Oekonomie Anwendung finden solle und man hätte erwarten sollen, daß man einmal in richtiger Art im Staatsbahnbetrieb zu sparen beginnt. Ist doch dort, wo man tatsächlich im Staatsbahnbetrieb spart, bte Oekonomie nicht mehr zu übcrbicten. Der Stand der Arbeiter aller Dienstzweige ist auf ein derart niedriges Maß reduziert, daß die Arbeiter überbürdet und überarbeitet sind, und daß sie bei kleinen Löhnen auf alle erdenkliche Art ausgenützt sind. Dem Lokomotiv- und Zugbegleitungs-Personal werden Turnusse aufoktroyiert, bic Vas Äeußerste an Arbeitsleistung aus diesem Personal herausholen, und die Verschieber können bei zwölf-stündiger Dienstleistung kaum eine Mahlzeit einnehmen. Es wird fedc Möglichkeit ausgenützt, an den niederen Bediensteten zu sparen und zu kargen und diese nach allen Regeln dieser Kunst zu überbürden. Bei der Diätenmacherei in den höheren Regionen ist nichts von einer Ersparerei zu vermerken. Nach wie vor werden auch ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Bedarf an Beamten die Söhnchcn der Bourgeoisie in den Staatsbahndienst untergebracht, wobei sehr häufig die Protektion bürgerlicher Abgeordneter ihre Rolle mitspielt. An eine rationelle Ausnützung dieser Herren des Staatsbahnbetriebes ist nicht zu denken, sic besetzen den tatsächlichen Arbeitskräften unter den Beamten nur die besseren Posten. Nachstehender Erlaß der Direktion der Linien dev.St. E. G. zeigt deutlich, daß das System, das man sich für die Äparerei zurechtgelegt chat, in der Zukunft noch verschärft werden soll. Die U e b e r t r e t u n g e n der V o r s ch r i f t e n ü b e r d i e D i e n st- u n d R u h e-rt c H c n i m exekutiven Dien st erhalten nicht nur d i e Sanktion, sie werden direkt an befohlen. Die Direktion der Linien der St. E. G. kennt dem Erlaß nach die Misere in den Kasernen, sie weiß von einem Wechsel im Belag der Kasernenzimmer während der Nacht und da weiß sie wohl auch, daß Betten, die noch von den abgehenden Zugsbegleitern wgrm sind, mit Neuangekommenen Bediensteten belegt werden müssen. Ihre Sorge geht nicht danach, diesbezüglich bessere Verhältnisse zu schaffen, sondern nur danach, an der Beleuchtung in den Kasernen zu ersparen. Die Beleuchtung in'den Kasernen wird auf je eine Stunde zum Aus-'und Ankleiden beschränkt und so ist das Ungeziefer der Kasernen durch nichts mehr abgehalten, über die in den Kasernen schlafenden Bediensteten herzufallen, wenn diese auf einige Ruhestunden den anderen Peinigern entrückt sind. Mit der Anordnung der vorübergehenden Abänderung der Diensteinteilung im Bedarfsfall, die sich in der Wirklichkeit in eine ständige Ucbcrtretung der erstellten Turnusse umsetzen wird, hat die Direktion großen breiten internationalen Arbeite r-massen von der Strömung erfaßt und darauf setzen wir unsere zuversichtliche Hofs nun g." Wer könnte sich der Gewalt dieser Rede eines echten Christen entziehen! .... Wie hätte der Pfarrer von St. Stephan wohl gepredigt, hätte eine Macht (welche, wir wissen es nicht) einem internationalen Sozialistenkcngreß die Stephanskirche a!t Volksversammlungsstätte eingeräumt? Dieser echte Chrikt und die Wiener Reichspostjünger — wie viele Jahrhunderte trennen beide? * (Stu dem Kanton Basel gehöriger Saal, die „Burgvogtei", dient als Beratungsraum deß Kongresses. Rot aus-geschlagen ist er. Die Fahne der „altewhJnternationale" wird in ihm entrollt, die Banner aller Arbeiterorganisationen, auch das rote Banner der Staatsarbeiter und das Banner, von dem der Kraftspruch grüßt: Möge für jeden Tyrannen, Stets ein Tell den Bogen spannen. Vor vierzig Jahren war es ein roter Staatsanwalt, der die Internationale begrüßte, heute steigt der Baron Hey-uolb des Kantons Basel, der Minister des Innern, Regierungsrat W u l l s ch l e g e r auf die Bühne, die Genossen willkommen zu heißen, erst als Parteigenosse, dann erst liest er das Grußschreiben der Kantonsregicrung vor, in dem der aufrechte Satz steht: „Sie wollen durch Ihre Kundgebung die Gewissen schärfen, damit nicht Machtgier und Leidenschaft die Schicksale ganzer Völker zu bestimmen vermögen. Die Behörden der Stadt... entbieten Ihnen dazu ihren herzlichen Gruß." Man stelle sich doch nur einen Augenblick lang vor, daß unter dieser Kundgebung der Raine: Stürgkh steht. Nachmittags der Zug. Kinder voran. In Basler und Schweizer Farben kostümiert — wie Landsknechte von einst, mit Pfeifen und Trommeln ziehen sie voran und hintennach kommen 50 weißgekleidete Mädchen mit Friedenszweigen in den Händen, wie im Reigen umgebend den Friedenswagen, auf dem ein anderes Mädchen als Friedensengel tront. Ein Bild voll holdester Lieblichkeit und Lehrerinnen schreiten neben den glücklichen Mädchen und geleiten sie auf diesem Weg. Wie rasch wäre eine Wiener Lehrerin ihres Amtes enthoben, die solches der Linien der St. E. G. einen schweren Verstoß begangen. Hofrat Burger scheint sich d(.r Bedeutung und der Gefährlichkeit dieser mit seinem Namen gedeckten Anordnung nicht bewußt zu sein und man wird ihn persönlich dafür verantwortlich machen müssen, wenn durch Außerachtlassung der Vorschriften über die Dienst- und Ruhezeiten Bedienstete auf ben Linien dieses Direktionsbereiches ins Unglück getrieben werden. Nachstehend bringen wir im ganzen Wortlaut diesen überaus unmenschlichen Erlaß, der die systematische Ausnützung des niederen Personals zum Aeußersten auf die Spitze treiben soll. K. k. Direktion für die Linien der Staatseisenbahngesellschaft. Kurrende Nr. 324. Wahrung der größtmöglichen Oekonomie beim Station?- und Fahrdienst. An alle Verkehrschefs, Betriebs- und Verkehrsleitungen, Bahnbetriebs- und Bahnstationsämter, Verkehrs- und Trans-portkontrollorc. Aus dem Ausgabenerfolg für die Zeit vom 1. Jänner bis 30. September l. I. ist zu ersehen, daß die Betriebs-' kosten des Stations- und Fahrdienstes eine Höhe erreicht haben, welche auch bei voller Berücksichtigung der Verkehrssteigerung nicht gerechtfertigt erscheint und nur ans die unökonomische Gebarung zurückzuführen ist. So geht aus den seitens der Dienststellen anher vor-gelegten Nachweisungen der „Personalwirtschaft" hervor, daß die meisten Stationen den normierten oder mit besonderen Erlässen bewilligten Arbeite rstand mehr oder weniger überschreiten und daß in jedem Krankheits- und Urlaubsfall, ferner bei jeder wem, auch nur geringfügigen und vorübergehenden Mehrarbeit sofort Aushilfskräfte aufgenom m.e n werden, anstatt durch entsprechende Arbeitsdispositionen und vorübergehende Abänderung der Diensteinteilungen mit dem vorhandenen Personal das A usl a n g en zu suchen. Auch die verhältnismäßige Steigerung der Ausgaben für die verschiedenen Materialien, insbesondere für Beheizung und Beleuchtung der Station und der Züge, und für die Nachschaffung von I n v e n t a r g e g c n st ä n d c n, trägt zum großen Teile die Schuld an dem ungünstigen Erfolg. Dem k. k. ./• wird daher neuerdings die gewissenhafte Befolgung der Bestimmungen der Kurrenden Nr. 25 und 209 ex 1911 zur Pflicht gemacht und erhalten speziell die Herren Vorstände der k. k. ./' den dringenden Auftrag, diesen bedauerlichen Zuständen unter Anwendung aller ihnen zu Gebote stehenden Mitteln Einhalt zu tun und so-fort das Nötige zu veranlassen, daß die möglichst größte Sparsamkeit sowohl bei der Verwendung der Bedien st eten und Arbeiter, als auch in der Materialinventurgebarung Platz greife. Insbesondere haben sich die Vorstände der k. k. Bahnbetriebsämter sofort an der Hand der erwähnten Nachmessungen der Personalwirtschaft und der Diensteinteilungen von der Notwendigkeit der vorhandenen Arbeiter des Stations- und Fährdienstes umgehend zu überzeugen und durch die energische persönliche Einflußnahme nicht nur die vollständige Uebereinstimmung des faktischen Pcrsonalstandes mit dem ^ bewilligten Stande beziehungsweise dem jeweils notwendigen Erfordernis beim Fahrdienst herbeizuführen, sondern sie haben auch darüber hinaus mit allen Mitteln zu trachten, weitere Ausgabenverminderungen durch entsprechende Zusammenlegung einzelner Verrichtungen geringeren Ilmfanges, für die bei unvollständiger Ausnützung besondere Kräfte aufgestellt sind, ferner durch alternative Verwendung der Bediensteten bei der Güter-Auf- und -Abgabe je nach der wechselnden Geschäftsintensität, schließlich durch Verlegung der Arbeitszeiten einzelner Magazinarbeiter und Aufsichtsorgane, Kartanten und Kalkulanten auf die geschäftsstarken Arbeitsstunden zu erzielen. Hinsichtlich der sachlichen Ausgaben ist durch rationelle Maßnahmen zu trachten, den Verbrauch an Heiz- waö uns auffällt und wir werden auf die richtigen Gedanken kommen. Das ist aber noch nicht alles. Der Platzkommandant, Genosse Dr. Blocher ist schwer vorzustellen. Cr ist etwa Baron B i e n e r t h, Ritter v. B r z e z o w s k y und Ludwig August Bretschneider in einer Person. Regierungspräsident, Polizeidirektor und parteigenössischer DemonftrationSkoinman-dant zugleich. Im Hof der Rudolfskaserne sammeln wir uns — es wäre ein so prächtiger Sammelpunkt und von dort marschieren wir erst durch Proletarische Viertel, dann durch die Straßen, in denen der Reichtum wohnt, mit klingendem Spiel und Gesang und mit 100 roten Fahnen zur Stephanskirche, wo Sozialdemokraten aus Berlin, Paris, London, Wien, Sofia, Krakau und Zürich auf die Kanzel steigen und zu 5500, die unten sitzen, reden vom Frieden, den das solche Christentum gefährden will. Und die Glocken läuteten, da wir mit den roten Fahnen cinzogen. Nun sollen aber gar noch Ahnen der Habsburger in diesen Hallen begraben liegen und H a a s e und Greulich, Adler und Das-zynski, Jaurzs und S a k a s o w und K e i r H a r d i e donnern von der Kanzel ihre Worte für den Frieden und wie eine Salve fällt ab und zu das Bcifallsgerassel ein. Kanu ein Oesterreicher solches verstehen? Der Kongreß ist zu Ende. Die weite Bahnhofshalle der Gepäckträger harrt der Einfahrt des Zuges. Wir plaudern. „Haben Sie etwas von dem Umzug gesehen?" — „Nein, ich hatte Dienst". — „Aber Sie sind Parteigenosse?" — „So wie so . . ." wird uns zum drittenmal die Antwort. Vom Schuldiener bis zum Regiexungsrat des Innern, vom Chauffeur bis zum Regierungspräsidenten. vom Gepäckträger bis zum Gewerbeinspektor, der mit an der Spitze der Schweizer Genossen im Friedenszug ging — alle Parteigenossen. Man versteht schließlich die gleichlautende Antwort: So wie so... Wie sollte es auch anders sein in diesem glücklichen Land, das uns so weit voraus ist in diesem glücklichen Land, in dem auf einsamer Bcrgeshöhe die Habsburg steht. Max Winter. und BeleuchtungLmatcrialien auf das n o t-tv c n b igst c Maß zu beschränken. Es wird daher in Erinnerung gebracht, daß das unnötige oder vorzeitige Brennen der e I cf t r t=. s ch c n, Gas- und Starklichtlampcn, Stations-, Wechsel- und Zugsignallaternen, Hänge- und K a n z l e i l a m p e n a u f k e i n c n F n l l z u d u l d c n i st. Hinsichtlich der Zugbeleuchtung ist auch dahin Sorge zu tragen, daß die Signalmittel nach Ankunft der Züge in den Endstationen nicht länger als es die Verkehrssicherheit erfordert, beleuchtet, bleiben und daß die Coup ö lampen in der Aus-, g a n g s st a t i o n nicht allzu bald a n g e z ii n d e t,! während der Fahrt bei Gas- oder elektrischer Coupöbeleuch-i tung in unbesetzten Abteilen auf „Dunkel" gestellt und in der Endstation nach erfolgtem Aussteigen der Reisenden sofort verlöscht werden. Die Kaserne nbeleuch tung hat nur nach Maßgabe des faktischen Bedarfes stattzufinden und wird eine ganznächtige Beleuchtung nur für jene Lokale zugestanden, in welchen das Personal in der Nacht wechselt. Für die übrigen Kasernenlokalitäten ist die B e-leuchtungsdauer auf je eine Stunde für das Aus- und Ankleiden und Waschen zu reduzieren. Das gesamte Stations- und F a h r p c r s o-nal ist zur wirtschaftlichen Gebarung mit den Gebrauchsmaterialien und zur schonenden Behandlung aller Inventar gegen st ände energisch zu verhalten und diesbezüglich streng zu beaufsichtigen. Bei wahrgcnommcner Verschwendung von Materialien, bei erwiese n e r m a h e n v o r s ä tz l i ch e r, mutwilliger oder durch Sorglosigkeit herbeigeführter Beschädigung von Material- und Jnventargegenständen sind die s ch u l d t r a g e n d c n B e d i e n st c t e n u n n n ch sichtlich zur Ersatzleistung im vollen Betrage des Schadens hcranzuziehe n, andernfalls müßten die Rechnungsleger selbst gemäß § 9 der Instruktion Nr. IX für den aus Unterlassung der pflichtmäßigen Obsorge c n t si a n d e n e n 'S ch a d e n ersatzpflichtig gemacht werden. Die durch natürliche Abnützung schadhaft gewordenen Gegenstände sind stets rechtzeitig der Reparatur zuzuführen, damit deren gänzliches Unbrauchbarwerden verhütet und die Anschaffung des kostspieligen Ersatzes vermieden werde. Die Bevorrätigung mit den zum Dienstgebrauch erforderlichen D r u ck s o r t e n ist derart zu rcgetn, daß die jeweiligen Anforderungen dem voraussichtlichen, tal-sächlichen Bedarfs entsprechen. Daher ist auch die Bestellung und Gebarung mit den Drucksorten genau zu überwachen und unbedingt dafür zu sorgen, daß keine unnötigen, für die Dienststelle nicht in Betracht kommenden Drucksorten bestellt werden. Außerdem sind die Druck sortenporräte einer einer gründlichen Revision zu unterziehen und alle jene gültigen Drucksorten,-für welche kein Bedarf besteht oder voraussichtlich eintritt und die binnen fünf Monaten nicht ausgebraucht werden können, mitte!-.-Konsignation Allg. Form. Nr. 115 anher (Abteilung V) zur Disposition zu stellen. Schließlich werden die k.' k. V noch beauftrag!, außer den bereits mit den Kurrenden Nr. 32 ex 1909 und Nr. 290 ex 1912 angeordneten, quantitativen Ausschreibungen über den Verbrauch an Materialien av 1. Jänner 1913 für Kontrollzwccke noch Vormerke zu führen, aus welchen die an die einzelnen Bediensteten fallweise oder periodisch {.’V-dienstliche als auch für Zwecke der Bebeizung und 'Beleuchtung ihrer Wohnungen unentgeltlich oder vertaufswesse ver abfolgten Materialien nach Quantitäten zu ersehen sind. In diesen Materialaussolgungsvorinertcii haben die Bediensteten den Empfang der erhaltenen Materialien zu bestätigen. Die betreffenden Organe der Fachabtelluug wurden angewiesen, gleich den Verkehrs- und Transportkontrolloren bei allen Anlässen bezüglich ordentlicher und zweckdienlicher Befolgung dieser Maßnahmen an Ort und Stelle genaue Kontrolle zu üben und behält sich die k. k. Direktion vor, jede konstatierte M c h r v e r w c n d u n g von A v Leitern oder jeden ungerechtfertigten Mehrverbrauch an Materialien und Jnventargegenständen den Herr e :i Vorständen zum Ersatz v o r z u s ch r e i b e n. (Z. 70.112.) Wien, am 29. Oktober 1912. Der k. k. Direktor: Bürge r. Der Erlaß, der geradezu eine detaillierte Anleitung ist, wie man das Sparsystem auf die Spitze treibt, verdient vor allem auch in der w e i t c st e n Oeffcntlichkeit bekannt zu werd e n. Denn obwohl cs vorerst das Personal ist, das die Folgen gründlich zu spüren bekommt, wenn man den Vorständen geradezu unter Zwangsmaßregeln befiehl!, unter allen Umständen der Staatsbahnverwaltung sparen zu helfen, so werden anderseits derartige Anleitungen auch eine Gefahr für das g e s a m i c r c i s e n d c P u b l i k u m. Daß mau vorschreibt, zum Beispiel mit der Coupebclcuchtung zu sparen, die ja in Oesterreich ohnehin schlecht genug ist, wäre ja noch weniger folgenschwer. Aber daß die Sparern selbst bei den Beleuchtungskörpern und Signalvorrichtungen Platz greifen soll, das ist so recht ein Burcaukratenstück, das von der Fremdheit zeigt, die die oberen Organe unserer Eisenbahnvcrwaltuug gegenüber dem praktischen Verkehrsdienst an den Tag legen. Man wird jedenfalls die schwerwiegenden intd verhängnisvollen Folgen, die unter Umständen aus solchen Anordnungen für die Sicherheit des Ver -kehrs erwachsen können, der weitesten Oeffentlichkeit noch ausführlich vor Augen halten müssen. Vielleicht hilft es, wenn das Publikum sich gegen die Zumutung unsinniger Sparerlässe wegen der größten Gefahren auszusetzen, sich einmal ganz energisch zur Wehr setztl I Gelesene Nummern des „Eisenbahner" wirft, man nicht weg, sondern gibt sie an Gegner! nnd Indifferente weiter. wagte. Denken wir nur immer an Wien. Bei allem und jedem, ;11 ... ............ ...........-.............. , »>—- '.nagfj""iJlgjKSbrgJ.! Besucht nur Lokale, in welchen der „Eisenbahner" aufliegt! "MD. • SiirftrMeorr. Das vom Internationalen Sozialistcn-kongretz in Basel beschlossene Friedens-m anifc st icitrbc in Oesterreich vom Staatsanwalt konfisziert. Eine dagegen im Parlament angebrachte Interpellation ließ der dem Natjonalvcrband an-gehörigc Präsident Dr. Sylvester nicht verlesen. Abgeordneter ©eist protestierte gegen die Konfiskation der ..Arbeiter-Zeitung" wegen Veröffentlichung des Friedcnsmanifcstcs sowie gegen das Vorgehcn^des Präsidenten. Die Ausführungen von Seist wurden von den Abgeordneten der Linken init lebhaften «chlutzrufen und Lärm unterbrochen. Der Präsident erwiderte, er sei init Rücksicht« auf die schwere Situation, in der der Staat sich befinde, der Ansicht, daß die Interpellation in geheimer Sitzung zu verlesen sei. Abgeordneter Stölzl (Deutscher Nationalvcrband) trat unter . ; . lebhaftem Beifall der Linken den Aus- führungen von Seist entgegen und erklärte, die ganze Bevölkerung Oesterreichs Woche den Frieden, aber den Frieden in Ehren. Stölzl hob den patriotischen Sinn der Bevölkerung hervor, welche bereit sei, mit aller Kraft für die Ehre und für die Integrität des Reiches einzutrcten. Von dem gleichen Gefühl sei auch das Parlament erfüllt. (Stürmischer, langanhal-tender Beifall links.) Der Präsident ordnet hierauf eine geheime Sitzung an, worin die Abgeordneten sich der Ansicht des Präsidenten anschlosscn, daß die Interpellation der Sozialdemokraten nicht in öffentlicher Sitzung zu verlesen sei. Dieses Vorgehen Jtct Parlamentsmehrhcit und insbesondere des Deutschen Nationalvcr-bandes charakterisiert die „Arbeiter-Zeitung" in glänzender Weise in folgendem Artikel, den wir auch unseren Lesern nicht vorenthalten zu dürfen glauben. Die Redaktion. , . In allen Sprachen, in allen Ländern Europas imrd heule das Friedensmanifest der sozialistischen Internationale gedruckt, verbreitet, gelesen. Man kritisiert es, man streitet über seinen Inhalt, inan erörtert seine Forderungen. Aber es mit Polizeigewalt zu unterdrücken fällt niemand ein — niemand, so weit der Bereich politischer Kultur reicht. Nur zwei Staaten gibt es noch in Europa, die Vas freie Wort nicht mit Argumenten, sondern mit der Polizei bekämpfen. Der eine ist Rußland, der andere ist — Oesterreich! Rußland ist ein absolutistisch regierter, halb barbarischer, halb asiatischer Staat. Oesterreich liegt — aus der Landkarte wenigstens — mitten in Europa! Man soll in Europa einmal von der „Freiheit wie in Oesterreich" gefaselt haben. Heute tonnen wir in Oesterreich anfangen, sehr ernsthaft von der Freiheit wie in Rußland zu reden! Nur ist es doch noch ein kleiner Unterschied zwischen Rußland und Oesterreich. In Rußland ist es die zarische Ge-walt, die das freie Wort knebelt — die zarische Gewalt, gegen die sich auch das Bürgertum noch aufbäumt. In Oesterreich besorgt das Bürgertum selbst die .'.denkersarbeit! Und zu unserer, der Deutschen Schande müssen wir es gestehen: das deutsche Bürgertum stellt den Präsidenten, der die höchste Würde, die Oesterreichs Völker zu verleihen haben, zu Polizei-Diensten mißbraucht; das deut.sche Bürgertum bat oie Abgeordneten gewählt, die dem Polizistenstrcich am lautesten Beifall klatschen; das deutsche Bürgertum ist heute die festeste Stütze der österreichischen Reaktion! Wir sprechen nicht von den Christlichsozialen. Rnechtseligkeit war stets der Römlinge Gesinnung. Lakaiensinn die Grundlage ihrer Macht. Sie sind in ihrer Rolle, wenn sie Bütteldienst leisten. Aber von den anderen sprechen wir, von den Nationalen, den Freiheitlichen, von denen, die Tag für Tag den Namen Des deutschen Volkes iin Munde führen! O, sie sind Freiheitshelden, die Herren vom Deutschen Polizeiverband! Tragen sie' nicht das schwarz-rot-goldene Band — die Farben der Revolution von 1848! — an der Uhr? Legen sie nicht am Grabe Robert Blums Kränze nieder? Singen sie nicht auf der Bierbank die feurigen Lieder Arndts? Deklamieren sie nicht bei Sonnwendseslcn die Dichtungen unserer Freiheitsdichter? Tragen sie nicht am Schiller-Fest^ leuchtende Fackeln durch die Stadt? Jubeln sie nicht den Schiller-Worten zu: „Geben Sie Gedankenfreiheit!", „Ich kann nicht Fürstendiener sein!", „Vor dem Sklaven, wenn er die Ketten bricht, vor dem freien Menschen erzittert nicht!" Und so weiter! O sie sind Freiheitshelden, unsere Deutsch-nationalen, Freiheitsmänner — auf der Bierbank! Aber wenn es dann gilt, die Gesinnung zu bekennen — dann sind nicht Arndt noch Schiller ihre Führer! Dann steht der Herr Stölzel da und deklamiert, daß die Römlinge Beifall klatschen! Das Parlament ist keine Schiller-Feier. Für die Schiller-Feier — die Gedankenfreiheit; für das Parlament — die Polizei! Freiheitsmänner sind'sie ja nur — auf der Bierbank! Gestern noch haben wir sie das Lied vom „Gott, der Eisen wachsen ließ", singen gehört: chrüm gab er ihm den kühnen Mui, Den Zorn der freien Rede, Daß er bestünde bis aufs Blut, Bis in den Tod die Fehde! „Den Zorn der freien Rede"? Den Staatsanwalt gegen ihn! Die Polizei gegen ihn! Die geheime Sitzung für die „freie Rede"! Er ist ja ein herrliches Gut, der Zorn der freien Rede! Aber doch nur auf der Bierbank! Doch nicht, wo cs ernst wird und bekennen heißt, in der Volksvertretung, im Rate der Gesetzgebung! Ja, wenn sie wieder beim Bier sitzen, dann singen sie wieder die alte Weise: Stoßt an, die Wahrheit soll leben, hurra hoch! Wer die Wahrheit erkennt und saget sie nicht, Der ist ein ehrlos erbärmlicher Wicht. Wahr sei der Mann! Wahr sei der Mann! Und wer kein erbärmlicher Wicht sein und die Wahrheit sagen will? Der Staatsanwalt herbei! Sagen darf man die Wahrheit schon, aber nur — in der geheimen Sitzung! Aber halt! Das Vaterland ist in Gefahr! Seht ihr nicht, wie Slowenen, Serben, Kroaten den Siegen ihrer Volksgenossen am Balkan zujubeln? Ist das nicht schimpflicher Verrat am Vaterland? Tut in solcher Stunde, in der der Hochverrat frech die Stirn erhebt, nicht Vorsicht not? Gemach! Denkt doch daran, wie eure Väter gefühlt haben, als 1870 Deutschlands Heere durch Frankreich zogen! Denkt an Hamerlings Worte, die ihr bei Sedanfeiern so gern deklamiert: Wo war Deutschösterreich in Deutschlands Schlachtentagen? Neutral blieb Ocst'reichs Hand und Oest'reichs Erz! Neutral? Nicht ganz! Das Herz hat mitgeschlagen, Das Herz Deutschösterreichs, das deutsche Herz! Und wenn morgen wieder ein fremder Eroberer Deutschland bedrohte, wenn Deutschland einen wahren, echten Volkskrieg zu führen gezwungen wäre, würdet ihr, ihr Deutschnationalen, nicht wieder mit ganzem Herzen sein, wo Deutschlands Fahnen wehen? Was wundert ihr euch, daß die Südslawen ebenso fühlen wie ihr selbst? Gerade ihr müßtet es verstehen, daß das Band, das die Gemeinschaft der Sprache, der Geschichte, der Kultur um ein Volk schlingt, stark und unzerreißbar bleibt, wenn auch das Schicksal Staatsgrenzen ausgerissen hat zwischen den Volksgenossen! Hofräte und Römlinge mögen von Hochverrat reden, wenn eines Volkes Herz für seine Brüder im Nachbarland schlägt! Ihr Nationalbewußte verleugnet euch selbst, wenn ihr in solch Gerede einstimmt! Aber wir hören schon euren Vorwand! Nicht die Südslawen zeihet ihr des Verrates am Vaterland. Aber uns, die deutschen Arbeiter, beschuldigt ihr des Hochverrats, weil wir nicht jubeln bei dem Gedanken, ins Feld zu ziehen für Nlessio und Durazzo! Verrat am Vaterland! Was ist denn euer Vaterland? Haben wir euch doch unzähligemal singen gehört, des Deutschen Vaterland sei: So weit die deutsche Zunge klingt Und Gott int Himmel Lieder singt! Nun denn, denket heute an dieses ganze große deutsche Vaterland! Und dann saget, ob Deutschland — das ganze große Deutschland! — Krieg führen soll für den albanischen Adriahafen! Könnt ihr es euch vorstellen, was solcher Krieg bedeutet? Wenn Oesterreich gegen Rußland Krieg führt, was wird dann das Deutsche Reich tun? Wird cs neutral bleiben? Dann ist der Dreibund zerstört, eine Stütze der deutschen Weltstellung zerbrachen! Wird es seine Herre gegen Rußland aufbicten, dem bedrohten Bundesgenossen beizustehen? Dann rückt auch Frankreich ins Feld, das die Wunden von 1870 noch nicht verschmerzt hat! Dann hat Deutschland einen Krieg nach zwei Fronten zu führen, gegen Frankreich und Rußland zugleich — einen Krieg, der Hunderttausenden Deutschen das Leben kosten; einen Krieg, der, auch wenn er siegreich beendet würde, der deutschen Nation unendliches Leid, unendlichen Schadeir zufügen würde! Und wofür all das? Für einen Hafen an der Adria! Nicht einmal dafür, daß dieser Hafen deutsch oder auch nur österreichisch werde! Nein, dafür, daß er Eigentum des künftigen Königreiches Albanien sei! Ist es deutsch gedacht und national gefühlt, wenn man um solchen Kampfpreis das ganze deutsche Volk so furchtbarer Gefahr aussetzen möchte? Warnt euch Brsmarcks Wort nicht, daß der Balkan nicht die Knochen eines pommerschen Musketiers wert sei? Aber wer denkt an Deutschlands Interesse im Deutschen Lakaienverband? Deutsch seid ihr ja — auf der Bierbank! Sonst habt ihr stölzelhaft ganz anderes im Sinne: die Gnade der Mächtigen, die Titel und Orden und Würden verleiht, und als letztes, leuchtendes Ziel den goldgestickten Frack des k. k. Ministers! Was gilt Deutschland noch dem Deutschen Strebexverband! Es gibt im deutschen Bürgertum Oesterreichs keine Deutschnationalcn mehr. Die schwarz-rot-goldene Fahne deckt nur noch höfische Knechtseligkeit. Das war eine andere Zeit, als in den Achtzigerjahren der junge Schönerer gegen die altliberalen Fürstendieuer, die Stölzel von damals, zu Felde zog! Wir Sozialdemokraten waren und sind seine unversöhnlichen Feinde. Aber wenn wir das Gelichter der Epigonen, wenn wir die Sylvester und Stölzel und Sommer und Seidl sehen und dann des alten Schönerer uns erinnern, denken wir doch an das Wort Lassalles: „Und wenn wir Flintenschüsse mit ihm wechselten, so würde die Gerechtigkeit erfordern, noch während der Salven einzugestehen: „Er ist ein Manu; jene aber sind alte Weiber." Es ist ein furchtbarer Niedergang — der Weg von Schönerer bis Stölzel. Wir aber fragen heute, ob es im deutschen Bürgertum unseres Landes noch einen einzigen echten Deutschnationalen gibt; e i n c n noch, der nicht dabei sein will bei diesem Sturz in die Knechtschaft; einen noch, der sich von diesen unwürdigen Sachwaltern des Deutschtums mit Abscheu _abtocnM; einen noch, der seinen Schiller, im Kopfe und im Herzen hat und dem Deutschen Höflingeverband das Schiller-Wort entgegenschleudert: „Ich kann nicht Fürstendieuer sein!" 3m Frage der Wlllflerans der Arbeiter. Eine Rück- und Ausschau nach dem Bilinskischen Erlaß. Die Frage, ob die seinerzeit erfolgte Stabilisierung eines Arbeiters mit 300 oder 365 Tagen vollzogen wurde, und welcher Arbeiter derzeit mit 300 oder 365 Tagen stabilisiert werden soll, ist gegenwärtig ■ für die Eisenbahnarbeiter sehr wichtig. Die Staatsbahnverwaltung, die die Schuld trägt, die Begriffe vollständig verwirrt zu haben, wird selbstverständlich nicht so leicht eine Klarheit schaffen wollen, denn wie sollte sie sich eines so günstigen Mittels begeben, durch welches nur allein ein so reicher, sagen wir, Ersparniserfolg möglich ist. Und so ist es unbedingt notwendig, daß die Zugehörigkeit der Bediensteten zu dieser oder jener Anstellungskategorie klar und unzweideutig festgestellt werde. Es ist evident, daß die Staatsbahnverwaltung selbst (wir reden heute nur von Dienern) zwei Arten von Anstellungen unterscheidet: eine mit 365*), die zweite mit 300 Tagen. Als der Bilinskische Erlaß im Jahre 1894 diese zweite Anstellungskategorie einführte, wurden die diesbezüglichen Grundsätze festgesetzt. Freilich war es von vornherein jedem klar, daß diese Grundsätze einer Reform unterzogen werden müssen, weil sich diese Grundsätze auch auf Bedienstete im Verkehrs- und kommerziellen Dienst erstreckten. So wurden ihnen die Magazinsdiener, die Ladscheinschreiber, die Verschieber, die Oberverschieber und Stationsdieiier unterstellt, Personen, die durchwegs zu diesen Diensten^heran-gevildet werden und durch Ablegung einer Spezialprüfung erst ihre Fähigkeit Nachweisen mußten, zum großen Unterschied von jenen Arbeitern, die infolge Erlernung ihres Handwerks ihre Fähigkeit schon mit-brachten. Bei letzteren nur konnte es darauf ankommen, sie (bevor sie sich einen besseren Verdienst anderwärts suchen) zu stabilen Arbeitern zu gewinnen, während jene Personen, die zum Eisenbahndienst erst erzogen, herangebildet werden müssen, zu diesem oder jenen Dienstzweig ernannt werden dürfen, bis sie eben den Befähigungsnachweis (Prüfung) erbracht hoben. _ Maßnahmen solcher Art liegen lelbstverstandlrai im Wesen dieses eigenartigen Unternehmens. Sre liegen in der Aufrechthaltung des Verkehrs, in der ^anstands-losen Abwicklung desselben, so zwar, daß die Sicherheit auch gewährleistet erscheint, um derentwillen wohi auch die Instruktionen erstellt wurden. Der objektive Beurteiler wird das durchwegs zugeben, denn die aus-aebürdete Verantwortung geschah doch bloß aus dreien dienstlichen Rücksichten. Und das; bei Aufrechlvaltung aller dieser in Betracht kommenden Umstände auch das von Vorteil ist, daß alle dem exekutiven Dienst untet-stellten Organe zu jeder Zeit innerhalb der für sie erlassenen Vorschriften, Turnusse, auch dienstlich zur Verfügung zu stehen haben, ist um so' elnl^Menoer, ata. uns die verschiedenartigen Unglückssalle bei gegenteiligen Tatsachen eine solche Notwendigkeit aufzwang**). Hingegen wird bei jenem Personal, das abseits vom Getriebe des exekutiven Dienstes die Betriebsmittel schasst und in Stand hält (die Arbeiter der Werkstätten, des Heizhauses, der Bahnerhaltung rc.) die im Gesetz feist gelegte normale Arbeitszeit an Wer t-tagen vollkommen eingchalten werden können und werden diese Dienstzweige im BrllNskrschen Erlaß auch ganz folgerichtig und besonders herausgehobem Aus dem vorstehenden ist nunmehr.ichon ersichtlich, daß wir grundsätzlich nur zwei Anstelluugstategorieii zu unterscheiden haben, und zwar gibt es: 1. Angestellte, deren Einerntung auf Grund einer absolvierten Ansbildungs-f r i st, einer erfolgten Ernennung zuAu s-h i l f s b e d i e n st e t e n und erst d an n d u r ch-neführt wird, wenn die in d e n P r u , ung S- Vorschriften bezeichn ete ^pezralpru-fung abgelegt worden, und 2 Angestellte, bei welchen alle oben erwähnten Voraussetzungen entfallen, denn ihre Anstellung erstreckt sich kla rer Meise nur au fjjfic Bestimmmu n g, datz fre die auf den E r b e i t e r st a n d zählenden, aber st a t u s mä tzig eingereihte n Bedien-steten sind. *) Die 365 Tage-Anstellung, die vor dem Jahre 1895 allgemein üblich war, bon welcher ein Erlah der General-direktion im Jahre 1893 die maßgebenden Dienststellen mit folgendem Satz noch besonders erinnern zu müssen glaubte, daß „die erste Anstellung der Unter beamten und Diener nach zurückgelegtem Vordere i t u n g s d i e n st e und abgelegten Dien st Prüfungen in der Regel in der niedrigsten für die betreffenden Posten s y st e m t s i e r t e n Gehaltstufe zu erfolgen hat". Diese 865 Tage-Anstellung toutde demnach & conto dieser Richtschnur derart ausgebaut, daß der im Taglöhn befindliche und für eine Anstellung aus-, ersehene Arbeiter auf einen bedeutend ^ kleineren Taglohn herabgesetzt wurde, um eben in die niedrigste (!) Gehallstufe eingereiht zu werden. Das ist auch heute noch so. In dieser Beziehung sprach man von einer „Jntimierung" solcher Arbeiter, bfc auch jahrelang andauern konnte. Aus den kr aff en Fällen der jüngsten Zeit heben wir insbesondere den ^ Fall eines Bahnrichters heraus, der zuni Aushilfsbahnrichter avancierte und dessen Taglohn infolge dieses Umstandes, beinahe um 1 Kr. reduziert wurde! Dabei gehören die Bahnrichter nicht itt die erste, sondern in die zweite Änstellungs-kategürie. **) Leider wird vielfach bemerkt, daß die Bei den ZugS-Begleitern eingeführte erste Reserve, die ausschließlich zu dem Zwecke Bereitschaft halten soll, bei Unglücksfällen die Hilss-und Aettungszüge zu führen, oft aus Ersparungsrücksichten zu anderen Dienstleistungen kommandiert wird, somit also oft niemand da ist, wenn ein Rettungszug cmgcfordert wird. Die Herren Dienstkommandierenden wissen da nicht, welche Verantwortung sie auf sich laden! Bei den Bediensteten der ersten Unstellungskatego rte sagt der Eisenbahner, daß sie ernannt, bei der zweiten, daß sie stabilisiert werden, und drückt dabei aus, daß diejenigen, die ernannt wurden, t a g-täglich (§ 27 der Dienstordnung) der Eisenbahnver-Iraitmtg verpflichtet sind (365 Tage ^); daß aber diejenigen. die stabilisiert werden, im Jahre nur 300 Arbeitstage verpflichtet Jinb, wobei jeder Arbeitstag höchstens mit zehn Stunden Arbeitszeit bestimmt wurde i jetzt bei den Werkstätten- und Heizhausarbeitern mit neun Stunden zu bestimmen ist. Und diese natürliche Bestimmung, datiert seit dem Erscheinen des Bi-linskischen Erlasses vom Jahre 1894, der sodann als „Kundmachung" im April 1895 eine tiefgehende Popularität erlangte. Diesen klaren Bestimungen konnten bis heute Versuche, die über den Begriff „stabil", „Stabilität" noch so haarspaltende Mätzchen der Tefinierungskunst an-fteHten, nichts anhaben **). Wir müssen aber trotzdem von einer in dieser Frage bestehenden Verwirrung reden, und entstand dieselbe bloß in seiten Köpfen, die die Absicht hatten, das Personal zu schädigen. Sie entstand nämlich dadurch, daß die Stabilisierungsfrage seitens der Staatsbahnverwaltung ganz plötzlich ein wohlwollendes Augenmerk zugewendet wurde, weshalb in der Folge diese Frage eine ganz gewaltige Hochflut von Erlässen ausgelöst hatte. Wohl oder übel müssen wir uns mit einigen derselben schon ein wenig befassen, so groß auch die Aufgabe ist. Denn in diesen Erlässen allein liegen die schrittwene vollzogenen Schädigungen an den Bediensteten, eine Taktik, die im Ausland als österreichische ureigenste „Sozialpoli-t i k" der Staatsbahnverwaltung berüchtigt ist. Aber um was handelt es sich denn eigentlich der Staatsbahnverwaltung bei der so hochwichtigen Stabilisierungsfrage im besonderen? Nur um die Bezahlung her Ueberstunden. Werden doch die Arbeiter auch oft über die normale Arbeitszeit, sowie an Sonn- uud Feiertagen zur Verrichtung von notwendigen Arbeiten gebraucht. Es müßten sohin die über die normale Arbeitszeit und an Sonn- und Feiertagen geleisteten Stunden als Ueberstunden bezahlt werden. Bloß um dieses zu verhindern, ist in die Frage der 300 oder 365 Tage als Stabilisierungsfrage so viel Verwirrung vermittels der Erlässe hineingetragen worden und bloß dadurch, daß dies geschah, sind viele Arbeiter Tag für Tag -N'oßen Schädigungen ausgeletzt. In dieser Frage hatte aber schon der Biliuskische Erlaß klar entschieden; der betreffende Passus lautet: „Die den einzelnen Arbeiterkategorien für Ueberstunden an Werktagen, dann für Sonn- und Feiertagsarbeit separat bezahlte Entschädigung, bleibt für den Einreihungsgehalt außer Betracht, nachdem solche Arbeit auch in Zukunsl separat entschädigt werden wird " Das ist nun denen, die die Ueberstunden nicht gern zahlen, sehr unangenehm. Was tun? Schon am 12. Juli 1898 hat das Eisenbahnministerium mittels Erlasses, Z. 29.221, den Bilinskischen Erlaß vollständig außer Wirksamkeit gesetzt, indem es den Bilinskischen Erlaß nur für den 1. Juli 1895 und 1. Jänner 1896 Wirksamkeit Anerkannte. Nach dem genannten Erlaß ordnete das Eisenbahnministerium an, daß „bei der definitiven Anstellung von in Werkstätten und Heizhäusern verwendeten Professionisten, Vorarbeitern 2C. und von Aushilfsdienern (Aushilfsftations-auffehern, Aushilfskondukteuren, Aushilfsmagazinauf-sehern 2c. :c.) eine Unterscheidung'nicht mehr Platz zu greifen hat und darf insbesondere die Ermittlung des jährlichen Taglohnverdienstes der erstgenannten Bediensteten nicht mehr nach der in den vorangeführten Durch-tübrungsbestimmungen angegebenen Weise erfolgen; es ist vielmehr bei diesen Bediensteten, ebenso wie bei den Aushilfsdienern, bei Ermittlung der Gehaltstufe, in welche dieselben bei ihrer definitiven Anstellung ein-gereiht werden sollen, der tatsächliche Taglohnverdienst des letzten Jahres in Rechnung zu ziehen und ist nur in dem Falle, wenn der normierte Anfangsgehalt, das Quartiergeld und der Wert der Dienstkleider den vorerwähnten jährlichen Taglobnverdienst nickit erreichen sollten, die hierortige Genehmigung zur definitiven Anstellung mit einem höheren als dem normierten Anfangsgehalt, eventuell zu einer Differenz ausgleichenden Zulage einzuholen. Sollten Bediensteten gegen diese Art ihrer definitiven Anstellung vorstellig werden, so sind dieselben über die Art ihrer Einreihung im Sinne dieses Erlasses auf-zuklaren und auf die großen Vorteile aufmerksam z u machen, welche ihnen durch ihre definitive Anstellung erwachsen' denselben wird ferner zn bedeuten fein, daß ein allfälli-kleiner,VerStcnstentgang bei der ersten AnfMuitn schon bei der nächsten Vorrückung.................wieder hereingebracht wird. Beruhigen sie sich trotz der B e l e h-r u n g n i ch t, so ist ihnen der Rücktritt in das Taglohn-Verhältnis freizustellen, und die Ernennung zu annullieren"!). Daß ei.it solcher Erlaß erscheinen tonnte, der mit einem Schlag die zweite Anstellungsart (300 Tage) aufhebm will, in der er anordnet, daß alle die. die nach dem Bilinskischen Erlaß in der zweiten Anstellungsart definitiv würden, nunmehr mit den Aue» hilfsdienern und deren Anstellungsart gleichzuhalten seien, also mit 365 Tagen: daß ferner die Anstellung^ arten in gar keiner Weise mehr auseinandergehalten *) Für dieses Personal wurde bie Dienst- beziehungsweise Arbeitszeit im Verordnungswege geregelt und kommen hier insbesondere die Vorschriften über bie Dienst-und Ruhezeit in Betracht. (Siehe Erlässe des k. k. Eisen-bahnniinisteriums vom 14. Februar 1898, Z. 2725, vom 16. August 1908, Z. 28.282.) "*) Der Begriff ist übrigens mittels Eifenbahnmini-storialerlasses Z. 53.121, 15. November 1900, in ganz eigentümlicher Weise „abgegrenzt" worden. Nach dieser M-grenzung handelt es sich nur mehr um „stabile Dienerposten" und sind dieselben taxativ aufgezählt wie folgt: Drucker, Kanzleigehilfen, Kanzleidiener im Materi-'l-magazinsdienste, Telegraphenlaboranten, Hausaufseher, Weg-und Torwächter. ' f) Kurz vorher, am 14. Februar 1898, erschien der in den weitesten Kreisen bekannt gewordene sozialpolitische Erlaß Wittels. werden, sondern dezitiert bloß von einer Summe des „jährliche n Taglohn verdien st e s" gesprochen wird; daß weiters in die Einrechnung der Wert der Dien st kleide r ausdrücklich betont wurde und daß schließlich, wenn bei einer projektierten Stabilisierung die Summe des Jahrestaglohnverdienstes höher ist als der Anfangsgehalt, erst die Genehmigung des Eisenbahnministeriums einzuholen ist — daß all dies mit einem Schlag publiziert werden konnte, das lag in den damaligen betonten Verhältnissen bei den Eisenbahnern, denn unsere Organisation war doch knapp vorher aufgelöst worden und erholte sich von diesem Schlag nur lantzsam. Die damals verhältnismäßig schwache Organisation konnte damals nur die strikte Durchführung des oben genannten Erlasses einigermaßen verhindern, indem sie darauf Einfluß nahm, daß die zweite Alt* stellungskategorie nicht in vollem Umfang (in jenen Zeiten wurden die feindlichen Brüder: die Kapitel XV und XVI geboren), aber doch bis zu einem gewissen Grad aufrecht blieb. Infolge der vom Eisenbahnministerium geschaffenen Teüung'konnte sie indessen nicht verhindern, daß sehr viele Arbeiter gerade durch diese Teilung eine große Schädigung erleiden mußten. So blieb auch durch volle 14 Jahre die Anrechnung der Montur in Kraft, und zwar eine Summe, die oft ausschlaggebend war, die Arbeiter um eine oder zwei Gehaltstufen (selbstverständlich mit der famosen „A b r n n d n n g") zu schädigen. Erst vor kurzem wurde das Anrechnen der Montur in Wegfall gebracht. Geblieben ober ist bisher die Willkür iit der Einreihung in die Anstellungsart, wodurch sehr viele stabilisierte Bedienstete geschädigt erscheinen, indem ihnen kurzweg die Ueberstundenentschädigung gestrichen wird und dieselben auch an Sonn- und Feiertagen ohne Bezahlung arbeiten müssen. Ja, man ging so weit, daß man Bediensteten der zweiten Anstellungs-kategorie urplötzlich kurz und bündig erklärte, sie wären mit 365 Tagen stabilisiert worden und hätten daher kein Anrecht auf die Ueberstundenbezahlung. Es wurden in dieser Beziehung nicht nur die Elektrizitätsarbeiter in Heiligenstadt und den dazu gehörigen Betrieben geschädigt, es war schon vorher eine große Anzahl von Werkgehilfen in den Heizhäusern um die Ueberstundenbezahlung gebracht worden mit dem Oktroi,, daß sie von dem Augenblick an eine übergroße Arbeitszeit an Werktagen und Sonn- und Feiertags-arbeiten zugewiesen erhielten. Aber wir finden sogar Bedienstete, die noch nach dem Bilinskischen Erlaß stabilisiert wurden und seither immer die Ueberstunden-bezahlmig erhalten halten, jetzt aber plötzlich nicht mehr erhalten,'weil inan ihnen die 300 Tage Stabilisierung streitig macht, und erklärt, sie wären mit 365 Tagen stabilisiert worden. Zur besseren Beurteilung heben wir den Fall T r i e b l n i g, Werkgehilfe in Spittal an der Drau, heraus, der am 1. Juli 1895 nach dem Bilinskischen Erlaß stabilisiert wurde, der durch 16% Jahre die geleisteten Ueberstunden bezahlt erhielt und dem nunmehr erklärt wird, er sei mit 365 Tagen stabilisiert worden. Die k. k. Staaisbahndirektion Villach behauptet, daß ihm nur „infolge eines Versehens" die Ueberstunden durch so lange Seit separat bezahlt wurden. Welch ein überzeugender, alle Zweifel beseitigender und beweiskräftige Argumente beinhaltender Beleg für eine rechtliche Entscheidung dieser in solchen Dingen sich besonders hervortuenden k. k. Staatsbahndirektion! Wenn da behauptet wird, daß es jesuitiscke Kniffigkeit wäre, zu sagen, daß der Biliuskische Erlaß bloß für die Vornahme der Stabilisierungen am 1. Juli 1895 und 1. Jänner 1896 gegolten habe, und man kennt den Fall Trieblnig und so vile andere, die ilnn auf ein Haar gleichen, dann muß man nach einem tüchtigen Sprach-meifter suchen, der uns das Wort erfindet, die Tat, die an Trieblnig und so vielen anderen begangen wurde, richtig zu bezeichnen, ohne konfisziert zu werden! Nachdem sich die Kraft der Organisation einigermaßen wieder gesammelt hatte, konnte man höherer-seits nicht wagen, den Bilinskischen Erlaß so vollständig außer Kraft zu setzen, wie das der oben bezeichnete Erlaß gewollt hat. Man mußte vielmehr der im Bilinskischen Erlaß gezeichneten sozialen Richtlinie einige Beachtung schenken und der zweiten Art der Anstellung auch fernerhin Rechnung tragen. Deshalb erschienen in den Jahren 1906, 1907, 1909, 1910 und 1911 die verschiedensten Erlässe mit den verschiedentlichsten Interpretationen, von welchen man nur sagen kann, daß die zweite Anstellungsart noch lebt, daß dieses Leben aber nur mehr ein Dahin-siechen bedeutet. Bei dem Erscheinen dieser Erlässe fand man jedrsmal, daß „die gegenwärtig in Anwendung stehende Interpretation" die vorhergegangenen nach den Köpfen ihrer Schöpfer auch notwendig gewesenen Interpretationen ausgehoben hat, ein Fall, der juristisch am Ende sehr interessant sein mag, der den Bediensteten aber große materielle Schädigungen aufhalste. Es ist ein Mischmasch und ein Wirrwarr von Gedanken und Anordnungen in' ihnen enthalten, denen immer noch separate Anfklärungserlässe folgen mußten, weil sich darin kein noch so gefinkeller Vorstand ausgekannt hat. Nur eines wird in ihnen konsequent festgehalten: den Bilinskischen Erlaß vollständig auf den Kopf zu stellen, seine Wirkung immer mehr zu schwächen und seine Endziele zu vereiteln. Somit ist zu konstatieren, daß es der Wille des Eisenbahnministeriums ist, die Stabilisierungsfrage bezüglich der 300 und 365 Tage abfolut ungelöst und völlig verwirrt zu erhalten. Sonst haben diese Erlässe gar keinen anderen (außer den der Schädigungen) Zweck. Wir als Organisation sind aber durchaus nicht gewillt, diesen Zustand andaueru zu lassen. Wir wollen unbedingt die Lösung dieser Frage, lind diese Lösung muß auf den Bilinskischen Erlaß zurückgehen, so zwar, daß alle jene Bediensteten, die auf den Stand der Arbeiter zählen und die absolut den Taglohnarbeitern angehören würden, wenn es gar keilte Stabilisierung der zweiten Art gäbe, die also in der Werkstätte, im Heizhaus oder bei der Bahnerhaltung arbeiten, mithin in den Verkehr weder in exekutiver, kommerzieller noch in administrativer Weise Eingreifen und nie in die Lage kommen, eingretfeit zu können, daß alle diese Arbeiter, die nur deshalb stabile Bedienstete sind, weil sie statusmäßig eingereiht sind (oder werden), i n die zweite An stellungskategorie gehören. Ausgehend von dem Bilinskischen Erlaß, der eine Zwei- teilnng der Anstellung nack dem Grundsatz schuf, daß nur die Arbeitstage gezahlt werden, an welchen faktisch gearbeitet wird, Arbeitstage, die auch gesetzlich festgelegt sind, 300 Tage im Jahre, muß dieses Prinzip sich selbst, vom Standpunkt des Gesetzes, das die Sonntag s> arbeit absolut verbietet, auch bei der Eisenbahn durchsetzen, die doch wahrlich keine Sklaven, sondern Staatsbürger zu ihren Bediensteten macht. Wenn nun aber bei einem Betrieb, wie die Eisenbahn, die Not-, Wendigkeit einer gewissen Arbeit in Werkstätten, Heizhäusern und in der Bahnerhaltung an Sonn- und Feier».] tagen sowie Ueberstunden an Werktagen ins Treffen geführt nnd auch begründet werden kann, dann muß eben die Staatsbahiwerwaltung diese notwendigen Arbeiten,! die separat gemacht werden, auch separat bezahlen. Es ist in der Tat genug att dem, was das übrige Personal, au Ueberarbeitszeit tagtäglich in beinahe unmenschlicheni Turnussen dem Staate kostenlos leistet, ohne dafür einen: Dank zu ernten! _______________________________ F. 8. $ie Mnsche der 2otomotibfB6tet. Vorsprachc beim Eisenbahnminister. Am 16. November fand dem Beschluß der Reichskonferenz der Lokomotivführer vom 4. und 5. September 1912 entsprechend, die Vorsprache bei Seiner Exzellenz dem Eisenbahnminister statt. Die Deputation, bestehend aus den Kollegen K ü h n, P r e i ß und K it ö ch !, wurde vom Eisenbahnminister Herrn v. F o r st e r, Ministerialrat Dr. Boe ß, und Oberbaurat R o s u e r empfangen. Auf das Ersuchen der drei Kollegen, auch die übrigen Mitglieder der Deputation, und zwar die Kollegen Wiktor czyk (Stanislau), Hoff mann (Oe. N. W. B., Nimburg). G. Gehlert (St. E. G.. Prag), Hasler (B. E. B., Prag), die als Mitglieder des engeren Exekutivkomitees de» Auftrag haben, an der Audienz teilzunehmen, zu empfangen, erwiderte der Minister, er könne sich daraus nickt einlassen, und meinte, schließlich können drei Vertreter genau so gut die Inter essen ihrer Kollegen Vertreten, als dies eine der Zahl nach größere Deputation tun könne. Kollege Kühn als Führer der Deputation sagte dem Minister einleitend, die Lokomotivfürer haben wegen der triften Verhältnisse, die infolge der Teuerungsverhälstnisse eingetreten sind, eine Reichskonferenz am 4. und 5. September einberufen, die eine Reihe von Beschlüssen faßte, die jedenfalls Seiner. Exzellenz bekannt fein dürften. Er erlaubte sich, die Beschlüsse dem Minister zn übermitteln, und teilte mit, daß Kollege Preiß die Begründung der Forderungen und Vorsprache geben werde. Kollege P r e i ß als Wortführer der Deputation siihrte beiläufig folgendes aus: Wir sind hier erschienen als die Vertreter der gesamten Lokomotivführer' der k. f. Staatübahnen und verstaatlichten Privatbahnen von ganz Oesterreich, um Eurer Exzellenz die Wünsche und Forderungen der Lokomotivführer vorzutragen, die sich auf die einmütig gefaßten Beschlüsse der Reichskonfe-renz vom 4. und 5. September aufbauen. . Gleichzeitig mit uns sprechen auch die Vertreter der Lokomotivführer von Ungarn sowie jene von Bosnien und der Herzegowina bei ihren zuständigen Ressortministern vor, um im Einklang mit uns, für ihre Kollegen dieselben Forderungen zu vertreten. Wir messen, dem heute unternommenen Schritt eine außerordentliche Bedeutung bei. Wir sind nicht als gewöhnliche Deputation ge-komnint, die einfach eine Bitte verträgt und sich wieder ent fernt, nachdem ihr erklärt worden ist, man habe _ kein Geld, um ihre Forderungen befriedigen zu können. Die hier erschienenen Vertreter bilden das auf der ReichSlonfcrenz g c-wählteExekutivkomiteederLoko motivführe r. hinter denen der einmütige Wille von 15.000 Lokomotivführern und außerdem van 6 0.0 0 (I organisierten Eisenbahnern ü e h t. Wir hoffen . und erwarten "heute, daß das hohe k. k. Eisenbahnministerium in loyaler Form und ohne allen Rückhalt mit uns verhandelt und eine Erklärung darüber abgibt, ob eS die Forderungen, die wir uns zu überreichen erlaubten, zu erfüllen gewillt sei. In diesem Augenblick unterbrach der Herr Eiscubahu-minister die Ausführungen Preis;' und sagte: »Die Forde rungen sind uns neu, sie enthalten 26 Punkte, die ich erst mit den Herren Referenten beraten muß, ich bi» nicht in der Lage, iiber die Durchführung Ihres Memorandums eine Erklärung abzugeben." Sowohl Kollege P r e i ß als auch die Kollegen Kühn und St n ö ch l erklärten, daß c5 sich iii dem Augenblick nicht so sebr darum handle, eine Erklärung über alle in dem Memorandum enthaltenen Forderungen vom Eisenbahn Ministerium zu erhalten, sondern die Deputation lege Wert darauf, daß die aI5 besonders wichtig und als brennend erscheinenden Punkte des Memorandums einer raschen Erledigung zugeführt werde. Diese Punkte werden »och speziell bezeichnet werde». Kollege Preis; fuhr dann in seinen Ausführungen fort: Wir haben hier in ruhiger, sachlicher, leidenschaftsloser Form, die Stellung nicht vergessend, die wir als Lokomotivführer Eurer Exzellenz als dein obersten Cef des gesamten Eisenbahnwesens in Oesterreich gegenüber einnehmen, unsere Forderungen präzisiert, müsse» jedoch in bestimmter Form sagen, das; bis zur Stunde seitens der Staatseisenbahnver-waltung, seitens des Parlaments und der hohen Regierung alle jene Forderungen und Wünsche, die sich auf unsere wichtigsten und einschneidendsten Verhältnisse bezogen, fpst gar keiner Beachtung gewürdigt worden sind. An dieser Stelle erinnerte nun der Herr Eisenbahn-minister, daß es denn doch nicht richtig, sei wenn gesagt wird, man habe den Wünschen der Eisenbahnbediensteten keine Beachtung geschenkt, und verwies vom Standpunkt der Staats-eisenbahnverwaltung mit Recht auf die Reformen, die seit dem Jahre 1905 durchgeführt wurden und dem Staate viele Millionen Kronen kosteten. Diesem Einwand hielten die Deputationsmitglieder entgegen, daß seit den letzten Jahren die Teuerung in einem Maße zugenommen habe, die alle Auf. beflerungen weit hinter sich gelassen habe, daß daher die Eisenbahner mit Recht über die Not und die Unzulänglichkeit ihrer Bezüge klagen. Sie würden heute nicht mit Lohnforderungen kommen, wenn sich die Lebensmittelpreise in einer Höhe halten würden, wie vor ungefähr 20 Jahren. Für die Eisenbahner gelte auch in Bezug auf die Teuerung der in der jüngsten Vergangenheit aktuell gewordene Begriff des status quo. Wa5 die Lokomotivführer anbelange, ist zu konstatieren, daß selbst bei jenen Forderungen, die im Verlauf der letzten' Jahre zum Teil durchgeführt wurden, in einer solchen Weife vorgegangen wurde, daß immer ein großer Teil unserer Kollegen von den durchgeführten Reformen geschädigt worden ist. So ist daher heute die Frage der variablen Bezüge für! die Lokomotivführer und Anwärter jn ein Stadium ge-! ; treten, das, abgesehen von der finanziellen Unzulänglichkeit, eine Ungerechtigkeit pav excellonce bedeutet und für die iDaner nicht mehr ertragen werden kann. In der nun folgenden Aussprache, in welcher Kollege Preitz und die beiden anderen Kollegen sich des Näheren i über die wichtigsten Forderungen der Lokomotivführer !äußerten, wendete zunächst Herr -Oberüaurat Ros n e r ein, ; dajj es ihn sonderbar berühre, wenn heute auf einmal die i Abschaffung der Prämie verlangt würde, während doch Preitz ! selbst für eine Reform der Prämie eingetreten sei und sogar diesbezüglich konkrete Vorschläge gemacht,hahe. Ferner habe Preitz auch immer die Meinung vertreten, das; die Lokomotivführer sich ihre Prämie müssen berechnen können, um eine Kontrolle zu haben. Demgegenüber wendete Preitz ein, er habe früher tatsächlich für eine Reform der Prämie gearbeitet, das Eisenbahnministerium sei aber auf eine Reform der Prämien nicht eingegangen und habe statt dessen verlangt, dar, die Lokomotivführer sich die Prämie selber berechnen müssen, also den Rechnungsbeamten eine Arbeit augenennnen und diese auf die Schultern der Lokomotivführer überwälzt werden sollte. Dies sei die Ursache, warum die Lokomotivführer von Mißtrauen erfüllt wurden und von einer Prämie überhaupt nichts mehr wissen wollen. Infolge dessen wurde auf der Neichskonfercnz der einmütige Beschlutz gefaßt: „Weg mit den Prämien!" Herr Ministerialrat Dr. Büß glaubte auch daran erinnern zu müssen, datz dem Lokomotivpersonal im Jahre 1909 eine Mprozentige Erhöhung ihrer Fahrgebühren z»gestanden worden sei, die zu einer Regelung benützl wurde. Kollege Knöchl meinte, es werde gegen eine Regelung der variablen Bezüge seitens des Eisenbahnministeriun:S der größte Widerstand entgegengesetzt, aber auch von seiten der .Stollegen wird auf die Reform der Nebengebühren der größte Wert gelegt und auf die Vertrauensmänner der größte Druck ausgeübt. Insbesondere von den verstaatlichten Privatbahnen gehe in diesem Belange die schärfste Bewegung aus. Ich Der-tictje heute noch nicht, führte College Knöchl weiter aus, datz !>chStaatsbahnkollegen das System der Entlohnung im Verschubdienst so lange gefallen liegen. Wir haben auf unserer ^rivatüahn die Verschubdienstleistungen normiert bekommen und sind gut ausgekommen dabei, das Personal war zufrieden und die Verwaltung kam auf ihre Rechnung. Erst durch die Verstaatlichung wurden bei uns die Nonnen der k. k. Staats-vahn, das Couvonwesen, eingeführt, die unsere Kollegen zum Protest herausforderten. Kollege Preis; erinnerte daran, datz im selben Saale t>ot ungefähr zwei Monaten Klage über die Interpretation lencs Erlasses geführt worden ist, die die Einschränkung der Berichubstunden zur Folge hatte. Dies und die ewigen Reduktionen der Passierungssätze haben zur Folge, datz der aller-grüßte Teil des Lokomoiivpersonals von den 30 Prozenten nichts'mehr .habe, auf der einen Seite wurde g e= geben, auf der anderen Seile wurde g e-u o m üi cn, Di- beiden Herren 'Referenten wendeten besonders eifrig p-C.cn diese Argumente ein, es liege nicht in der Tendenz ~’crjd)uberlaf)e8, beit Lokomotivführern etwas zu nehmen; t.r;e tafhfchcit SBcrfchubfciftungen müssen auch heute noch hr.iortert werden, nur für nicht gemachte Leistungen könne i'V.ch ein Acquinalcnt nicht gewährt werden. Was die Prämie r.KOclcngi, uestritt Herr Oberbaurät Rosner, datz sie ge-irtkn {et, vielmehr weise die Prämienziffer in den letUen . ehren eine steigende Tendenz auf. (Die Kreditziffer.) P r e i tz meinte, auf die Verrechnungen deo Ministeriums können wir nicht cingehen; Tatsache sei, datz zum Bei- it i .. .ix ' r. <•. . • > v • ^ . . . , . - V - _ O*•*/«-•’ > I i, Vt-l [) QUIll .-VUt- lpiel tut Jnnsbrucrcr DtrektionSbezirk die Durchschnittsprämie .ahren von 12 auf 40 Prozent (im Verhältnis zum pi-'r "0 ^ahrc.. v«.ugi.iii (im oiiiiiiuiub gun 1 -’-otnctCL'gelb) gefallen fei. Im übrigen Habe auch ein Rcfc ;*!,t l??'5 Departements '21 zugegeben, datz, während früher iicüf.rjchrcitungen des für die Prämien ausgeworfenen Kredits geculbet wurden und alljährlich borkamen, bi-.d feit 1009 auf fifiä energischeste eingestellt worden sei. Ebenso ist cs mit den ^tchu&co’JponS. Dort, wo früher für die Tagreserve ‘v 'Stunden Verschub gezahlt wurden, gibt es jetzt in sehr uden «'allen acht Stunden. Jeder Beamte kann heute an - useren Verdiensten herumdoktoren und reduzieren. Daraus ’vtu hcrc der Miubercctdicnst unserer Kollegen, insbesondere her Re,ervesuhrer. uueuegeoen, snr Prämien 4 iUitU liuneu jvtonen, nach einer approximativen Berechnung seiner-ieit& würbe die verlangte 'Reform der Nebengebühren uu-!l?'Wr den Betrag von 13 Millionen Kronen beanspruchen, teilte. Exzellenz meinte, die ©efnnüforöerungen der Loko-i.tottoführer dürsten einen respektablen Betrag erreichen, dabei ict noch zu gewärtigen, datz auch andere Kategorien kommen imirocn, dies alles würde wohl eine Summe repräsentieren, oic ment so ohneweiters beschafft werden kann, bie übrigens ■•cö Parlament zu bewilligen hätte. Er führte bann weiter i'Jö Daß bieic Forderungen ganz neu feien; in den 17 Mil-,D;’c"'.m,t 'ö,cI^?n ^ ’5a? Abgeordnetenhaus gegenwärtig iieichafhge, sino diese Forderungen nicht enthalten.' Er babe immer die Meinung gehabt, datz die parlamentarischen '-Ger-treuir das Vertrauen der Eisenbahner genießen, nun scheint . ,ex> nicht mehr der ^all zu fein, weil sie hier Forderungen vorvrtngen, die vom Abgeordnetenhaus nicht vertreten worden * dieser Meinung schlossen auch die beiden Herren Referenten an, die ihrerseits diese Idee noch weiter verfolgten. * reiß erwiderte hierauf, cs fei für die Deputation ichlser, auf parlamentarische Verhältnisse einzugehen, er erinnerte, daß 38 Millionen Kronen schon vor einem Jahr vom .‘togeorbnetenhaus angenommen worben sinb, daher, firctia ac. noinmen, bte restlichen 57 Millionen rückwirkend auf den -ag der Annahme verwendet werden müßten. Damals schon waren die 08 Millionen unzureichend, während seitdem die •t rucrung neuerlich wieder vorgeschritten ist. Preitz führte t.eifcr aus, er halte es für ein Unglück, daß itt Oesterreich immer von den Millionen geredet werde, die man den Eifen-°£,nc ”u bedenken, datz dieses Geld auf iitier ■ »00.000 Bedien,tete verteilt wird, daher dem einzelnen sehr utcnig aufaHt. $n ber Schweiz frerbe bic Sache cntbcr$ ac= macht, 3m vorigen Winter erhielt dort jeber Bedienstete :?°Y Teuerungszulage, kein Mensch hat gefragt, wie-- lolc Mrlllonen ausmache, lind wenn immer uon den tiefen Millionen, die unsere Forderungen ausmachen, geredet >nnb, bann erlaube er sich einmal bic Kehrseite der Medaille zu zeigen. Es steht doch fest, datz unsere Forderungen berechtigt sind; auch die Herren vom k. k. Eisenbahnministerium onnen nicht sagen, datz unsere Forderungen übertrieben sind. '-Senn sie nun aber zur Durchführung viele Millionen Kronen h.anfbntcheit, dann beweist das meines Erachtens, daß diese Millionen den Lokomotivführern und Eisenbahnern überfyiu|u die ganzen Jahre hinburch vorenthalten worden sind. Weiters erklärte Preitz, baß die Lokomotivführer auf die Regelung der Automatik besonderen Wert legen. Die t'nfnmotivführer erhielten in Anerkennung ihrer besoubers nerantworturiHsvollen unb schweren Dienstleistung die anderthalbfache Berechnung der Dienstzeit gewährt; cs gibt aber keinen Lokomotivführer, ber innerhalb biefet Zeit seinen End-flehatt erreichen könne. Abgesehen davon, kommen auch andere Härten vor, so daß wir auf ein gerechtes Ausgleichs-avancemcnt bcfoitberiß bringen, baS auch unsere alten Kollegen aus ihrer uuccrbicntcu Zurücksetzung herauSreißt. Kerner ist eine Regelung des Disziplinarverfahrens bringend nötig; obwohl dies der Slaaiseiseiibahüverwalkung gar nichts kostet, ist in der Sache absolut gar nichts unternommen worden. Das System der Disziplinarkammer ist der modernen Rechtssprechung unwürdig; wir haben nur verlangt, datz sich jeder Angeklagte einen Verteidiger wählen kann aus den Reihen seiner Kollegen, und auch dies wurde nicht durch-geführt. Ferner tritt Preis; für eine Reform der Prüfungen der Sinnesorgane ein, die -den praktischen Bedürfnissen an-gepatzt werden soll. Man möge doch endlich einmal mit dem Lesen der Bilderrätsel und anderer Sachen, die unserer Meinung nach für den praktischen Dienst keine Bedeutung haben, aufräumert und Prüfungen an Ort und Stelle vornehmen, oder doch mit Vorrichtungen, die den praktischen Bedürfnissen nachgebildet sind. Zum Schlutz erinnerte Preitz noch daran, datz hier in demselben Sattle schon vor Jahren versprochen worden ist im Beisein d„5 früheren Ministers und ber .Herren Referenten, den Kollegen des .Refervedienstes die Dienststunden für alle kommandierten Leistungen zu gewähren. Außerdem überreichte er Sr. Exzellenz ein Gesuch der beiden Sof.otnotitiführerbcrcmc im Interesse der Kollegen der StaatSbahndircklioncn, wegen Sichternennung von Anwärtern zu Lokomotivführern, obwohl es ihnen nach den Bestimmungen des acl I>oo-ErlafseS gebührt hätte; dann noch ein Gesuch, welches für einen Ausgleich für die Kollegen der Anstellunasjahre 1898 bis 1900 eintritt, die infolge der früheren schlechten Verhältnisse erst in der Gehaltstufe von' 1300 bis 1403 Kr. stehen und im Verhältnis mit anderen im Gehalt weit zurück sind, tnit der Bitte um Berücksichtigung dieser Gesuche; ferner ein Gesuch betreffend die Jntimierutig und Anstellung re. Kollege Preitz erklärte noch zum Schluffe: Wir haben — wie alle übrigen Eisenbahnbediensteten — in loyaler Weise unseren Dienst versehen, als die hohe Regierung, das Parlament und die StaatSeisenbahnverwaltung über alle, auch bie berechtigsten Wünsche, zur Tagesordnung überging und der Notschrei der Eisenbahnerschaft uugehört verhallte. Insbesondere wir Vertrauensmänner und da wieder in erster Linie die Vertrauensmänner des organisierten Lokomoiivpersonals waren es, die mit allem Nachdruck, mit allem unseren Einfluß und unserer Energie auch dann für die ordnungsmäßige Abwicklung des Dienstes eintraten, als infolge der Ablehnung der brennendsten Wünsche der Eisenbahner eine kolossale Erbitterung unter dem gesamten Personal eingetreten war. Wir hoffen und erwarten deshalb, daß nunmehr auch die Staatseifenbahnverwaltung ihrerseits in loyaler Weise und in der allerkürzesten Frist die schon mehr als brennend gewordenen Wünsche und Forderungen der Lokomotivführer durchführ!. Wir haben den Auftrag, die Worte Eurer Exzelleuz unseren Kollegen sofort zur Kenntnis zu bringen. Unsere Kollegen erwarten, datz an Stelle des prinzipiellen Wohlwollens die praktische finanzielle Fürsorge treten soll und Verhältnisse geschaffen werden, die es unseren Leuten, die täglich und stündlich ihr Leben im Dienste des Staates auf das Spiel fetzen müssen, ermöglicht, als Menschen leben zu können. Freiherr v. Forste r. erklärte, er werde die Sache prüfen und beraten und und im gegebenen Moment Mitteilung machen. Auf eine Befristung der Antwort könne er sich nicht einlassen. Damit war bic Audienz b-p.ndet. Wenn auch die Antwort des Ministers keine bestimmte, an eine Frist gebundene Erklärung beinhaltet, haben doch die Tevuta-tionsmitglieder die Ueberzeugung gewonnen, datz sich der Minister dem Ernst der Situation nicht verschloß. Damit ist nun die Frage, ins Rollen gebracht, cs liegt an dem Solidaritätsgefühl der Kollegen, die Lache möglichst bald zu einem günstigen Abschluß zu bringen. Einen eigenartigen Fall wollen wir hiemit den Kollegen und der Oefsentlichkeit zur Kenntnis bringen, der so recht geeignet ist, die geringen Rechtsgarantien und die Rechtsunsicherheit des Lokomotivpersonals zu beleuchten. Aber auch das Rechtsverfahren und die Art der Rechtsprechung erscheinen durch diesen Fall drastisch illustriert. Die Geschichte trug sich im Heizhaus« Wien I der f. f. Ttaatsbahnen zu und hat folgenden Hergang: Der Lokomotivführer AloiZ R i e g l e r hatte am 12. Mai 1912 den Gütereilzug Nr. 08 von Amstetten nach Wien zu führen. Bis Loosdorf war eine Tenderachse heiß-gelaufeu; er blieb, um das Heißlaufen zu beheben, in Loosdorf zurück und die Maschine des dort befindlichen ZugeS Nr. 174 führte Zug Nr. 68 bis St. Pölten. Riegler dagegen führte nach fachgemäßer Behandlung seines heißgelaufenen Lagers Zug Nr. 174 bis Saukt Pölten. In St. Pölten übernahm Lokomotivführer Niegier eine Maschine der Serie 229 und führte den Persoircuzug Nr. 226. Bis Neulengvach, durchwegs. Horizontale, ging die Fahrt anstandslos, obzwar die Dampferzeugung faul war, doch nahm Riegler fachmännisch ganz richtig an, daß bei der forcierten Bergfahrt -Neulengbach-Rekawinkel (durchgehends 10 Permille Steigerung durch 13 Kilometer) die schwere Schwarzkohle besser brennen würde. Bis Anzvach ging die Sache gut, doch nach Oberndorf fuhr er bereits länger und mußte daselbst Dampf sammeln. Der Heizer, durch die Manipulation mit dem Feuerhaken vollständig erschöpft durch 13 Stunden unuuterbrochen im Dienst, war außerstande, das Feuer herzurichten. Er hatte für eine zweitägige Diensttour Kr. 1-66 als Wegzehrung mit und hatte seit 13 Stunden nichts gegessen. Riegler nahm nun wiederholt den Feuerhaken und es gelang ihm, bis vor Retawinkl zu kommen. Tort unmittelbar mußte er von einer anderen Maschine obgeholt werden, da auch die beiden Speiseapparate versagten. Lokomotivführer Riegler mußte sich in Rekawinkl ablösen lassen, da er dnrch die Aufregungen und Anstrengungen dieser Fahrt sich kaum auf den Füßen zu halten vermochte. Er fuhr Regie in sein Heizhaus und meldete diesen Vorfall seinem Heizhausleiter Herrn Emil F e i l e n d o r f und teilte diesem gleichzeitig mit, daß er sich krank melden müsse. Auf diese Meldung sagt Herr Inspektor Feileu-dorf folgendes zu dem Lokomotivführer Riegter: „Hoffentlich kommen Sie nimmermehr, es ist mir lieber, wenn ich Sie nicht mehr sehe." Wir sehen also bereits, daß das objektive Rechtsverfahren gegen den Missetäter beginnt. Riegler war durch neun Tage krank, da der Arzt Anschwellungeil iit der Magengegend, hervorgerufen durch die Anstrengungen konstatierte. Am 21. Mai trat er seinen Dienst wieder an und wurde ohne jede Erklärung und Formalität zur Reserve zugeteilt. Zu bemerken Führer übernahm die Maschine und führte Zug Nr. 3o, mußte aber schon in Hütteldorf wieder Dampf sammeln und kouute nur dadurch seine Fahrt fortsetzen, daß es ihm gelang, aus den Ecken des Tenders bessere Kohle hervorzukratzen. Ein deutlicher Beweis, daß die schlechte Kohle die Ursache des Dampfmangels des Lokomotivführers Riegler war. Dieser Umstand war auch Herrn Inspektor Feilendorf bekannt. Also am 21. Mai war Riegler zum Verschubdienst verurteilt und am 27. Mai setzte erst das „objektive Verfahren" gegen denselben ein; er machte beim Vorstandstellvertreter Herrn Inspektor Faimann Protokoll. Am 1. Juni sollte Riegler rangsgemäß zum Hauptzollamtsdienst (Güterzüße) eingeteilt werden. Er ist bis heute beim Verschubdienst und hat durch diese strafweise, mit den Bestimmungen der Dienstpragmatik in Widerspruch stehende Verfügung, eilte materielle Einbuße von 600 Kr. erlitten. Dieses ungesetzliche Vorgehen stempelt diese Maßregel des Inspektors F e i l e n d o r f zu einer gehässigen. Selbst wenn eine objektive Untersuchung den Lokomotivführer Riegler eventuell als mitschuldig an den; verursachten Verkehrsmangel befunden hätte, so wäre bei einem geordneten Rechtsverfahren eine derartige materielle bewußte Schädigung uumög-lich. Das mag nun auch Herrn Inspektor F e i l e n d o r f klar gewesen sein, deshalb beschloß er den Lokomotivführer Riegler, dem er seit langem, allerdings ohne stichhältigen Grund, nicht besonders grün ist, heimlich im eigenen Wirkungskreis abzumurkseu. Nun kam die Sache aber anders. Die Lokomotivführer, . welche schon hundertmal solche „Himmelfahrten" mit elender Kohle durchgemacht hatten und davon^ graue Haare iiud kranke Nerven bekommen, waren nicht so ohneweiterS von der Schuld des Lokomotivführers Rieglers überzeugt. Am wenigsten aber von der Richtigkeit des Strafverfahrens des Heizhausleiters. Denn wenn schon Riegler einen Anstand beim Lokalzug hatte, warum sollte er vom Güterzugsdieust am Hauptzollamt ferugehalteu werden? Uebrigeus aber hatte Riegler schon vor Jahren beim Ablösedienst monatelang Lokal-ziige ohne Anstand geführt. Und das Liegenbleiben wegen Dampfmangel und Längerfahren war doch im Heizhaus Wien I keine Seltenheit; ja sogar Bleischrauben wurden schon ausgeschmolzen, ohne daß es zu solchen drakonischen Bestraflingen gekommen wäre. Die Gehässigkeit und Ungerechtigkeit dieser Verfügung stempelten sie zu eiuer Maßregelung. .. . , . ‘ Die Vertrauensmänner iprachcn im Aufträge des organisierten Lokomotivpersonals beim Heizhausleiter vor, um Aufklärung zu verlangen, ob die Dienstprag-luatik noch zu Recht bestehe. Der Heizhausleiter lehnte schroff jede Erklärung seines ungesetzlichen Vorgehens ab. Erst- als im Wege der Organisation die Sache dem Herrn Ministerialrat Kolisko vorgetragen wurde, begann sich die Sache in legale Bahnen zu lenken. . Die k. k. Staatsbahndirektion sprang dem Heiz-hausleiter bei und bestätigte dessen' Verfügung, allerdings wieder ohne ein Wort der Begründung und ohne Zitierung irgend welcher verletzten ober mißachteten 1 Dienstvorschriftenbestimmung. Doch halt, setzt war die Möglichkeit geboten, das; Eisenbahnministerium tn einem Rekurs von diesem Vorgang in Kenntnis zu setzen. Das Eisenbahnnünisteriuni' schwieg lange, im Juni wurde der Rekurs eingebracht, im November endlich kam die Erledigung nach wiederholten Urgenzen durch die Organisationen. t ,. ... Nach fünf volleil Monaten endigt das obiefhve Verfahren gegen den Lokomotivführer Alois R ' e g l e r und das Eiseubahnministerium bestätigt neuerdings das Abziehen vom Streckendienste, kein Wort der Begründung, kein Wort der Belehrung, wie^sich der bestrafte Lokomotivführer in einem analogen Falle zu verhalten hat. Und unser Jnsianzenzug benötigte fünf Monate, wobei aber den gesamten LokoniotivNihrern mir bewiesen wurde, daß ihre durch die Dienstpragmatik verbrieften Rechte, bloß am Papier stehen. Nun fragen wir den Herrn Eisenbahnminister, ob er sich mit einer solch groben Verletzung des Rechlsbcwußtseins und Gefühls der Lokomotivführer einverstanden erklärt? § 20, Absatz 5 der Dienstpragmatik, sagt: „Von der ihm eingeränmten Strafgewalt soll der Vorgesetzte !>:ficbeneitfalls nur nach reiflicher ltcberlegung und vollkommen . leidenschaftlos Gebrauch machen und durch die Form der Bestrafung eine nachdrückliche Wirkung auf das Pflicht- und Ehrgefühl zu erzielen trachten". Entspricht die Handlungsweise des Herrn Inspektors Feilendorf diesen Bestimmungen der auch für ihn gültigen Dienstpragmatik? § 93 der Dienstordnung bestimmt: „Vor der Verhängung einer Ordnungsstrafe ist dem Bediensteten Gelegenheit zu geben, sich über das ihm zur Last gelegte Dienstvergehen zu verantworten. — Die Strafverfügung erfolgt schriftlich unter Angabe der Gründe". Trotz all dieser ganz klaren Bestimmungen, die für den Heizhausleiter geschriebene Gesetze sein sollten, weiß der Lokomotivführer Alois Riegler von Wien I noch immer nicht, warum er bestraft wurde. Ist der Herr Eisenbahnminister mit diesen offenkundige» Verletzungen der Dienstvorschriften durch den Heizhausleiter einverstanden? § 9.1 der Dienstordnung sagt weiter ausdrücklich: „Absichtliche Verletzungen oder gröbliche Außerachtlassungen der Bernfspflichten, durch welche der Bedien-stete die Vertrauenswürdigkeit für den Dienst überhaupt oder für einen bestimmten Posten einbüßt oder beeinträchtigt hat. werden mit Disziplinarstrafen geahndet". Warum hat Herr Inspektor Feilen darf nicht die Einleitung des Disziplinarverfahrens gegen den nach seiner Meinung so schuldigen Lokomotivführer N i e gier beantragt? Er unterließ es aus dem einfachen Grunde, weil dem Lokomotivführer Riegler im strengsten Falle nichts anderes vorgeworfen werden konnte,, als daß er sich in Bezug auf die Brennbarkeit der Kohle geirrt hat. In welcher Verfassung kommen die Lokomotiven der unterschiedlichen Züge in Rekawinkl bei der im allgemeinen schlechten Kohle an? Hat der Lokomotivführer Riegler aunehmen können, daß auch Erde statt Kohle geliefert werden kann? Er hätte sollen in Neulengbach Vorspann nehmen, wenn er nicht mit apodiktischer Sicherheit annehmen konnte, daß er anstandslos hinaufkomint. Man frage sämtliche Lokomotivführer, wie viele mit Sicherheit angeben können, daß sie anstandslos über den Berg kommen. Alle glauben es und setzen ihr möglichstes daran; das hat aber auch Lokomotivführer Nie gier getan, selbst zum Schaden seiner Gesundheit. Was machen die. technisch gebildeten Herren Vorgesetzten, wenn sie bei ihren Jnspizieruugsfahrten bemerken,'dost es dem Lokomotivführer schlecht geht? Sie empfehlen sich bei der nächstbesten Gelegenheit auf englisch; die Belehrungen und „praktischen Winke" sind nur in der Kanzlei erhältlich. Aus diesem Vorgehen des Heizhausleiters ergibt sich ganz klar, daß eine rechtliche Handhabe zur Belangung und Bestrafung in einem derartigen, die wirtschaftliche Existenz des Lokomotivführers Riegler vollständig erschütternden Ausmaß nicht vorhanden war. Nach den Bestimmungen der Dienstordnung kann der Dienstvorstand nur Ordnungsstrafen im rechtlichen Verfahren bis zu 10 Kr. verhängen. Lokomotivführer Riegler wurde aber um 600 Kr. bestraft Allerdings durch einen eigenen „Dreh", indem man ihm kurzerhand die Eignung zum Streckendienst absprach. Solche Rechtsverdrehungen sind nun im höchsten Maße geeignet, das 'Vertrauen der Lokomotivführer in die Rechtsprechung zu erschüttern und eine Rechtsunsicherheit zu schaffen, die den dienstlichen Interessen nicht gerade zuträglich wäre. ;, Wenn der Herr Jmpektor Settendorf das Vertrauen zur Bewältigung der dienstlichen Aufgaben durch einen Lokomotivführer verliert, so hat er das dem. Betreffenden unter Erteilung einer entsprechenden Belehrung zu eröffnen und ein ordentliches Verfahren einzuleiten. Tie Lokomotivführer haben ruhig zugefehen, als er notorische Trunkenbolde durch sein Vertrauen im höchsten Maße auszeichnete, indem er ihnen die besten Maschinen gab, bloß weil sie dieses Laster durch die Tugend des skrupellosen Vielsahrens weltzumachen suchten. Aber die Lokomotivführer werden nicht zugeben, daß anständige Kollegen tückisch dem Hunger ausgeliefert werden. Daß die organisierten Lokomotivführer in ihrem Rechtsempfinden verletzt wurden, bewiesen sie dadurch, daß sofort eine Sammlung einsetzte, welche dem Kollegen Riegler einen Teil des Schadens ersetzte. Und hat der Herr Inspektor F e i I e n d o r f das Vertrauen zum Lokomotivführer Riegler verloren, so muß das Lokomotivpersonal durch eine derartige Austragung das Vertrauen zur Objektivität des Herrn Inspektors Feilendorf verlieren. Für die Lokomotivführer non Wien I bleibt noch immer die Frage offen, warum konnte Lokomotivführer Riegler nicht zum Haript-zollamtsdienst eingeteilt werden? Weil er beim Lokal* zugsdienst einen Anstand hatte? Ist die Hallereserve ein Strafdienst? Oder gilt im Heizhaus Wien I nimmer die Dienstpragmatik, sondern nur mehr die Willkür des HkizhonSleiters? Das sind Fragen, an welchen weder der Heizhaus-Ie.iter noch das Eisenbahnministerium vorübergehen kann und darf, ohne das Vertrauen nt die Rechtsprechung ufti) das Ncchtsversahren vollständig zu erschüttern. Aber für. die gesamte Lokomotipstihrerschast Oesterreichs ist und.- bleibt dieser 1 Fall lehrreich, to' c i I c r h a a r= scharf beweist, daß der Lokomotivführer trotz feiner i n d er Dien st Pragmatik lt i e o c r g e I e g t e n 9f ech t e und einem genau fe ft gelegten Strafverfahren, noch immer d a s Freiwild für die Heizhausleiter bilden kann. Da kann nur eines helfen, nämlich auch die Öffentlichkeit mit diesem sonderbaren Gerechtigkeitsbetrieb und -Verschleiß etwas eingehender bekanntzumachen. Vielleicht, strengt man sich. dann im k. k. Eisenbahnministerium etwas an und findet bann doch eventuell für eine derart drakonische Maßregelung irgendeine Begründung, Wenn es auch noch länger dauern sollte als fünf Monate. Die Lokomotivführer haben Geduld, das haben sie doch bewiesen. Sau den PrsvifimusindMulkl» der l. k. Staatrdahneu. Von einem Ausschußmitglied des Provisionsfonds. ^ . Seitdem das Personal der k. k. Staatsbahnen Sozialdemokraten in den Provisionsfondsausschuß entsendet hat, sind diese im Verein mit der Organisation stets bemüht, das Eisenbahnministerium in puncto Wohnungsfürsorge vorwärtszutreiben. Tie Anträge des Ausschusses, dahingehend, einen Teil des Fondsvermögens zum Erbauen von Bedienstetenwohnhäusern zu verwenden, fanden bei den Bediensteten kräftigen Widerhall, und so war es in verhältnismäßig kurzer Zeit, nachdem die Sache einmal im Fluß war, möglich, einen glänzenden Erfolg zu erzielen. Betrug die Summe, welche in Realitäten angelegt, im Jahre 1906 noch 4 Millionen Kronen, so ist dieselbe bis heute auf rund 19 Millionen Kronen angewachsen. Tausenden von Bediensteten ist dadurch schon die Wohltat einer gesunden, verhältnismäßig billigen Wohnung zugute gekommen. Andere wieder, welche nicht in diesen Häusern wohnen können, ziehen indirekten Vorteil daraus, weil es ihren Hausherren nicht möglich ist, so rasche und hohe Zinssteigerungen vorzunehmen, wie sie sich'wünschen würden. So hat der Ausschuß im Verein mit der Organisation auch in dieser Beziehung in wohlverstandenem Interesse der Bediensteten gehandelt. Dies wird auch allgemein anerkannt. Selbst die Gegner müssen trotz aller Nörgeleien dies-zugeben und sie nützen dies auch gelegentlich gehörig aus, was auch ganz in der Ordnung ist. Die Christlichsozialen in Wien haben das Beispiel schnell nachgeahmt und haben für die Bediensteten der elektrischen Straßenbahnen einige solcher Häuser aus den Mitteln ihres Pensionsfonds erbaut. Die christlichsoziale Gemeindemehrheit, die selbst keinen Heller dazu hergab, sondern bloß die Bewilligung zum Erbauen solcher Häuser erteilte, schreibt diese Erbauung nun auf ihr Konto und schrotet dies hei Wahlen gehörig aus. Schwer war der Kamps des Ausschusses und lange hat es gedauert, bis endlich Bresche geschlagen war und das I Finanz- und Eifenbahnministerium teilweise auf die j diesbezüglichen Anträge des Ausschusses einging. Diese Tatsache muß heute sehr bedauert werden, wenn man bedenkt, wie viele Bedienstete heute billig wohnen könnten, wenn man früher, wo noch die Gründe und dos Banen um vieles billiger war, dazu geschaut hätte. Aber damals war jede Anregung vergebens. Die schönst-gelegenen und billigsten. Gründe, welche der Ausschuß zum Kaufe empfahl, waren längst von Privaten angetanst, ehe der Bureaukratismus sich in Gang gesetzt hatte. Erst als W r b a, T e. r f ch a i t a und unser jetziger Eisenbahnminister v. Förster an die 'Spitze des Eisen* Ministeriums kamen und im Departement V die Herren Busch m a n n, Roll, Miller und SÄik eine anerkennenswerte Tätigkeit zugunsten der Wohuungsfür* forge entwickelten,_ ging die Sache etwas vorwärts. Von einer syste m o. tischen Wohnungsfürsorge auf den k. k. Staatsbahnen kaust aber. heute noch nicht die Rede sein, das sieht man daraus, daß nicht in jenen Stationen zuerst gebaut wurde, wo dies am dringendsten notwendig ist (außer, wenn cs in dienstlicher Hinsicht sein mußtet, sondern zumeist dort, wo es die Bediensteten am besten verstanden, den richtigen Weg. zu Befreien, und wo sie ihrer Forderung am besten Nachdruck verschafften. Bis heute wurde die Forderung der Organisation nach Errichtung eines eigenen Departements für Wohnungsfürsorge nicht erfüllt und es wurde nicht einmal das vom seinerzeitigen Minister Der s ch a 11 n versprochene Bureau für diesen Zweck errichtet. Gerade jetzt, wo sich die Wohnungsnot auf der einen Seite überall schrecklich fühlbar macht und wo .es auf der anderen Seite - wegen hoher Kursverluste nicht möglich ist, Wertpapiere zu verkaufen und wo die disponiblen Gelder des Fonds verhältnismäßig spärlich sind, muß die Erfüllung dieser Forderung im Interesse der Sache auf das energischeste urgiert werden, damit beim Bauen systematisch vorgegangen wird, damit aber auch die Verwaltung der schon gebauten und bewohnten Häuser zentralisiert werden kann. Ist es der Staat§bahnbe>toattung wirklich ernstlich darum zu tun, ihre Bediensteten von. dem Wohnungselend zu befreien, so muß sie diese Forderung in erster Linie berücksichtigen und darf nickst wie bisher die Wohnungsfürsorge als eine Nebensache betrachten. Welche Schwierigkeiten dann noch zu überwinden sind, ist bekannt. In erster Linie macht das Finanzministerium die Bewilligung zum Banen von der Rentabilität abhängig und'darum ist es für Situationen, welche in eine niedere Ouartiergeldstuse eingereiht sind, fast unmöglich, die Bewilligung.zum Bauen zu erlangen, weil die Bediensteten mit ihrem Ouartiergeld nickst einen der Verzinsung entsprechenden Mietzins zahlen könnten. Die Bediensteten büßen dafür, daß ihr Quartiergeld niedrig bemessen ist. Aber auch andere Umstände spielen oft mit, daß im manchen Stationen die Bediensteten die größten Anstrengungen machen müssen, um Häuser zu Bekommen. ES sei nur auch ein Beispiel hier verwiesen, daS, ist jenes von Salzburg,, wo die. Hausherren intrigieren, damit der Bau der Personalhäuser nicht zustande komme. Aehnliches hat sich verschiedeuemal und verschiedenartig ereignet. Das Wenbahnministetium soll im Interesse der Bediensteten. derartigen -Einflüssen keinen Raum geben und es soll auch in entschiedener Weise vom Finanzministerium, welches für. Wehrreform und Kriegsschiffe (wo 'cs keine Zinsen trägt) Geld genug bat, die Geldmittel zum Bauest von Bedienstekenwohn-häusem anfordern. Die Bediensteten, die so schwer unter der Wohnungsnot und dem Wohnungselend leiden, müssen auch das ihrige beitragen, daß kein Erlahmen in der Bautätigkeit einfritt. Sie müssen in ihren Versammlungen das Erbeuten von Wohnhäusern laut fordern, und müssen durch Beitritt zur Organisation in ihrem Interesse kräftig nachhelsen. Jetzt noch einiges zur Begründung der Forderung -bentralifation der Verwaltung der schon erbauten Häuser. Der verstorbene Hofrat Tr. Pollak hat wiederholt von dem Provisionsfondsausschuß die Zustimmung verlangt, daß der Staatsbahnverwaltung ans den Mitteln des Fvstds größere Summen gegen Verzinsung zur Verfügung gestellt werden, damit dieselbe in der Lage wäre, für die Bediensteten Naturalwohnungen zu bauen. Solchen Ansinnen trat aber der Ausschuß jedesmal entgegen, weil die Bediensteten nicht auch noch als Mieter ihren Vorgesetzten unterstellt werden wollen. Der Ausschuß verlangte immer ein Vermietungsverhältnis, nach welchem die Bediensteten nach ihrem Ermessen eine Wohnung wählen können und nach welchem das Ein- und Ausziehen von ihrem eigenen Willen abhängt. Die vorn Provisionsfonds erbauten Häuser werden auch nach diesem System vermietet, mit dem auch die Bediensteten einverstanden sind. Nicht so zufrieden sind aber die Bediensteten mit der jetzigen Form der Verwaltung und Administration der Häuser, die dezentralisiert wurde, da sich die Agenden für die wenigen Beamten in der Fondshäuseradmini-ftration im Eisenbahnministerium so vermehrten, daß sie dieselben inicht mehr bewältigen konnten. Es laufen nun über ungerechte, brutale und parteiische Behandlung der Wohutzärteien beim Ausschuß und in der Zentrale der Organisation zahlreiche Beschwerden von allen Seiten ein, seitdem einzelnen Staatsbahndirektionen die Administration über die in ihrem Bereich sich befindenden Häuser übertragen wurde. Dazu kommen Kompetenzstreitigkeiten, betreffs welcher bis jetzt in keiner Weise Klarheit geschaffen wurde. Im Departement V im Eisenbahnministerium, wo jetzt lauter neue Herren c'.n* gezogen sind, hat man sich anscheinend mit dieser Angelegenheit noch nicht befaßt oder befassen wollen oder auch nicht können. Sollen aber die Säufer und somit das Fondsvermögen nicht zu Schaden kommen und die Bediensteten den Schikanen in den Häusern nicht ausgesetzt bleiben, so ist es bringend notwendig, daß Ordnung geschaffen wird. Tie einfachste Losung dieser Frage ist das Eingehen auf die Forderung des Ausschusses und der Organisation: Errichtung eines eigenen Departements oder Bureaus im Eisenbahnrnintsterium für Woh-nungsfiirsorge und Zentralisierung der Administration aller Fondshäuser der k. k. Staatsbahnen in diesem Departement oder Bureau: Dann wären die Häuser einheitlich verwaltet und dann wären die Bediensteten von dem Druck befreit, unmittelbaren, dienstlich vor* gesetzten Behörden auch als Mieter zu unterstehen. Die von den Staatsbahndirektionen als Administratoren bor-geschlagenen Beamten (wenn es schon solche sein müssen) würden in ihrer Eigenschaft als Administratoren nur der Fondshäuseradministration int Eifenbahnministerium unterstehen und sie würden für diese ihre Funktion auch separat vom Fonds honoriert. Es würden diesen die Hausbesorger selbstverständlich unterstehen und sie hätten auch dafür Sorge zu tragen, daß sich die Bewohner ihrer Häuser Vertreter wählen, mit denen ein Einvernehmen zu pflegen und mit deren Einverständnis alles Notwendige unternommen wird. Bei unausgleichbaren Meinungsverschiedenheiten ist die Fondshäuseradministration oder der Provisionsfondsausschuß anzurufen, welche beide Körperschaften im Einvernehmen dann entscheiden. , So wurde es auch im Anfang geübt und die Sache funktionierte klaglos und wurde auch für gut befunden. Ter jetzige Eisenbahnminister Herr v. Förster war selbst einmal persönlich in den Häutern m der Selber • straffe in Wien, besah sich einige Wohnungen und erkundigte sich eingehend nach der Institution der Vertrauensmänner, die er für gut befand. Auf die Unterstützung der gewählten Vertrauen.-männer wird ein vernünftiger Administrator gewiß nicht verzichten, denn durch, diese ist auch seine Funktion sehr erleichtert. Wenn auch im Anfang die jungen Herren Beamten, mit wenig Lebenserfahrung ausgestattet und in guten Verhältnissen ausgewachsen, die vom Arbeiter-leben und seinen Sorgen und Kümmernissen keine Ahnung haben, sich oft nicht recht dareinfinden werden tonnen, und wenn sie es für notwendig erachten werden, als Vorgesetzte aufireten zu müssen, werden sie sich durch Belehrung von lebenserfahreneren Herren in der Fondshäuseradministration schon zurechtsinden. Ebenso werden die neugewählten Vertrauensmänner _ in den Häusern die richtige Taktik treffen. Ihre Ausgabe ist ja, den Administrator zu unterstützen, die Wünsche und Beschwerden der Parteien anzuhören und weiterzuleiten und als Schiedsrichter.bei , Streitigkeiten zu fungieren, damit die Streitenden nicht vor ein__ Gericht gehen müssen, damit sie dabei nickjt großen Schaden erleiden und damit die Häuser nicht in schlechten Ruf, kommen. Durch gegenseitige Kontrolle soll aber auch.jede Protektion vermieden werden. Nachdem in den Häusern bis 300 und mehr Parteien mit 300 bis 600 Kindern wohnen, was der Einwohnerzahl einer ziemlich großen Ortschaft gleichkommt, so ist die Administration dieser Häuser nicht mit der eines Privathauses zu vergleichen. Wenn es eines Beweises bedarf, wie segensreich , und praktisch eine demokratische Verwaltung und Administration wirken kann, so sei auf den Ersten Spar- und Bauverein der Bediensteten der k. k. Staatsbahn in Wien hingewiesen, der in jeder Hinsicht als Muster gelten kann. Ganz ausgeschlossen ist es aber, daß der heutige ungeregelte Zustand verbleibt. Jede Staatsbahndirektion schaltet und waltet nach ihrem Belieben in den Häusern, jeder Administrator macht, andere Einführungen. Die Bewohner der Häuser werden mit ihren Wünschen oder Beschwerden bei der einen Direktion an die Personal kommission verwiesen, bei einer anderen wieder an das Eifenbahnministerium und bei der dritten an den Pro* Visionsfondsausschuß u. s. w. Niemand weiß, wie die Kompetenzen abgegrenzt sind. Um aus den vielen Beschwerden, welche aus den meisten Staalsbabndirektionsbezirken kommen, nachzuweisen, daß sich die Staatsbahndirektoren ebensowenig darum' kümmern, wie die Mieter in den Häusern wohnen, wie sie sich seinerzeit darum nicht gekümmert habe», daß die Bediensteten überhaupt Wohnungen bekamen, loll das Vorgehen der Staatsbahndirektion Wien als Administratorin der ihr zugewiesenen Provisionsfonds-hänser hier etwas beleuchtet werden. Die Handlungen dieser Staatsbahndirektion werden nur von der Absicht diktiert, um die viel gepriesene geheiligte Disziplin aufrechtzuerhalten. Als "die Staatsbahndlrektwn die Administration übernahm, wurde der Administrator, ein Techniker bei der Bahnerhaltung, dieser Funktion enthoben, und junge Juristen aus der Abteilung I für diese Funktion bestimmt, wahrscheinlich, weil der Ingenieur doch etwas von den notwendigen Arbeiten in den Häusern verstanden hätte oder auch, weil er mit den Mietern gut auskam und mit deren Vertrauensmännern im guten Einvernehmen stand, was doch bei den jungen Doktoren, die noch 'dazu der strenge Herr Direktor viel mehr in der Hand bat, nicht so leicht Vorkommen kann. Das erste war natürlich, den brutalen Standpunkt hervorzukehren, was natürlich immer Widerstand hervorruft. Dafür einige Beispiele: Ein großer Teil der Bewohner der Häuser in der Felberstraße, hat bei den letzten Reichsratswahlen auf ihre Wohnungsfenster Wahlplakate mit dem Namen Forstner aufgeklebt. Sofort kam ein Jurist von der Direktion, der mit der Kündigung drohte, wenn die Plakate nicht sofort verschwinden. Als die sozialdemokratisch gesinnten Bewohner gegen diese einseitige Behandlung protestierten und darauf verwiesen, daß sie, so wie die christlichsozialen Bewohner, welche bei kirchlichen Umzügen ihre Heiligenbilder in die Fenster geben, das Recht haben, über ihre Fenster zu verfügen, und daß sie sich hier nicht als Untergebene betrachten, sondern als Mieter, und daß der Hausherr allen Grund habe, sich neutral zu verhalten, während es lediglich Sache der Polizei ist, Plakate etwa zu beanstanden, wurde ihnen mit der sofortigen Delogierung gedroht, wenn die Plakate bis 2 Uhr nachmittags nicht entfernt seien. Der Effekt war allerdings das Gegenteil. Um 2 Uhr nachmittags waren fast alle Fenster mit Plakaten für Forstner geschmückt, was nicht geringes Aufsehen machte und nicht wenig zur Blamage der Staatsbahndirektion beitrug. Der Herr Ministerialrat Kolisko, der durch sein russisches Strafsystem bekannt ist, beauftragte die Administration, ein strenges Regiment zu sichren, insbesondere hasten ihm diese mit ihrem Kops dafür, daß kein sozialdemokratischer Zettel irgendwo angeklebt wird. Durch Anhören der einzelnen Bediensteten in den Sprechtagen (sprich Beichttagen), bei welchen noch kein Denunziant hinausgeflogen ist, meint Herr Kolisko, sich schon genügend informiert zu haben, so daß er zu einem Schlag gegen die Sozialdemokraten ohne Gefahr einmal auszuholen zu können glaubt. Es wurden vor, kurzem die Lokale, die deu Bewohnern der Häuser über Bewilligung des Eisenbabuiuiuisteriums bisher zum Zweck von Besprechungen, für Märchenvorlesungen für Kinder, als Sitz für den Sparverein der Mieter und auch zu harmlosen Spielen nach Feierabend zur Verfügung gestellt wurde, kurzerhand alle gesperrt. Die Vertrauensmänner wurden nicht mehr anerkannt. Für die Entgegennahme von Vormerkungen für die Wohnungen in den neuen Häusern in der Brigittenau wurde von den interessierten Bediensteten ein Komitee gewählt, zu dem Bedienstete ans fast allen Dienstesstcllen der in der Nähe befindlichen Stationen genommen wurden. Dieses Komitee wurde mit seinen Vormerkungen ignoriert. Ein Diensttelegramm, Unterschrift Kolisko, kündigte allen Dienststellen an, daß Bedienstete, welche auf eine solche Wohnung reflektieren, um diese und diese Zeit bei dir Direktion, Abteilung I, sich einzufindcn haben, wo sie sich aus den dort aufliegenden PläneN eine Wohnung wählen können. Die Folge war, daß die Staatsbahndirektion den ganzen Tag belagert war und die Bediensteten mit ihren Frauen viele Stunden dort stehen mußten und dann erst nicht die ihnen zusagende Wohnung erhielten. Böse Zungen behaupten übrigens, daß schon vor der telegraphischen Bekanntgabe gegen vierzig Wohnungen an ganz Brave vergeben wurden. Die ungeheure Wohnungsnot leistete dieser den Bediensteten gegenüber ansgeübten Brutalität und dieser Mißgunst-bczeugung die Hilfe, sonst hätte wohl kein Bediensteter vom Herrn Direktor, der seine eigene Wohnung auf Kosten der Staatsbahnverwaltung um 80.000 Kr. adaptieren ließ, den ihm als Gnade hingeworfenen Brocken angenommen. So wie Herr Kolisko in dienstlicher Hinsicht straft, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, ob auch die Bahnverwaltung ihre Pflichten den Bediensteten gegenüber erfüllt, so läßt er den Bewohnern dieser Häuser die Knute fühlen und kümmert sich nicht darum, was den Häusern not tut. Die Administratoren, die niemand außer ihn anzuhören haben, werden nur zum Sparen abgerichtet, und so geht schon jetzt sehr viel in diesen Häusern zugrunde. Ob darunter nur die verhaßten Sozialdemokraten leiden, ist die Frage. Jetzt nur n.cch -kurz ein bißchen was über die Pöchlarner Häuser, um das Bild zu vervollständigen. Nach jahrelangen mühevollen Kämpfen haben endlich die Bediensteten von Pöchlarn den Ban. von Häusern durchgesetzt, und waren höchst erfreut, daß sie endlich von der Raubgier der Hausherren befreit, aus den dumpfen, feuchten Löchern in helle, gesunde' und trockene Wohnungen werden übersiedeln können. Die Freude war um. so größer, da ihnen ein ziemlich niederer Zins angekündigt wurde. Die Wohnungen waren rasch bewohnt und die Bediensteten fühlten sich wohl im neuen Heim. Da aber kam der neue Hausherr (die Staatsbahndirektion) und sagte, daß er sich bei der Zinsenerstellung geirrt habe, der Zins sei um so und soviel höher. Das ii.-,ar. eine bittere Pille, aber sic wurde verschluckt. Aber nach einer kurzen Zeit kam der Hausherr wieder, teilte inst, datz er sich noch einmal geirrt habe und daß der Zins um so und soviel mehr betrage. -Nun war es -aber'zuviel/ . Ms auf einige Bedienstete, die hiezu nicht den Mut batten und die sich vor der Rückkehr in die soeben verlassenen -Löcher fürchteten, kündigten alle Bewohner die Miete-. Als die Zeit um war, ließ man die Leute ziehen und besetzte die Wohnungen mit Privatparteien. Um sich ober so quasi zu entschuldigen, ließ die Staatsbahndirektion nach einigen Protokollen und Einvernahmen den Genossen Lokomotivführer Ziegler als Mädels-führet bezeichnen und versetzte ihn strafweise telegraphisch nach Hainfeld. Jetzt ist somit alles in Ordnung...... .Wenn man von Wien auS aus der Station Pöchlarn ausfährt und rechter Hand die drei hübschen Häuser erblickt, da wird man an den Kampf um die Häuser erinnert, >in dessen Verlauf sogar Maßregelungen vor-kamcn, da denkt man aber auch unwillkürlich an den jetzigen Herrscher bei der Staatsbahndirektion in Wien, der es züließ oder gar selber veranlaßt hat, daß den Bediensteten die Früchte dieses Kampfes so arg vergällt wurden. Nun vorläufig genug zur Begründung der oben ausgestellten, übrigens nicht mehr neuen Forderung. Es bleibt noch viel, viel Munition, welche im weiteren Kampfe, wenn cs notwendig werden soll, Verwendung finden soll. _______________________ Verschlechterungen in den Ahn- und Iienstverhültnisfen der f. I. Staatsbrchnen. Die Aktion zur Hebung der Lage der Arbeiter der f. f. Staatsbahnen, die wir im Vorjahre begonnen und im Parlament auch durchgeführt haben und zu welchem Zwecke die Negierung schließlich auch unter den 21 Mil-Itonen Kronen mehr als 10 Millionen Kronen für die Aufbesserung der Arbeiter in Aussicht nahm, hat sehr änderbare Wirkungen gezeitigt. Wo wir auch Hinblicken, auf die Lohn, oder Dienstverhältnisse, auf die Stabilisierungen, auf die Ueberftundenentlolmungen oder auf die Zulagen, die ja jetzt Zuschläge heißen, überall sind krasse, sehr krasse Verschlechterungen eingetreten, Verschlechterungen, welche mit harter Rücksichtslosigkeit durchgeführt wurden und noch immer dnrchgeführt werden. Sinnlas müssen wir diese Maßnahmen nennen, die den guten Willen des Parlaments zunichte machen, einsichtslos, wenn wir bedenken, daß die schlechten Verhältnisse der Arbeiter trotz der 10 Millionen Kronen noch bedeutend verschlechtert werden, Maßnahmen, die gg. wichtig werden, wenn uns überall die kläre Absicht entgegentritt. Oder soll es nicht Absicht sein, wenn nicht einmal der Grundlohn, der festgesetzt wurde, eingehakten wird? Wenn beispielsweise in Wien 3 Kr. festgesetzt werden, so machen die Bremser der Nordbahn, der Nordwestbahn und St. E. G. eine Ausnahme, denn diese dürfen nur Kr. 2-80 erholtem Ebenso in Brünn. Und die Lohnautomatik: die Lohnvorriicknngsfristen von einem und zwei Jahren werden jetzt auf drei Jahre verlängert, die Vorrückungshöhe von 20 auf 10 H. reduziert! Kurz, die Verschlechterungen erreichen bereits Dimensionen, die von der Arbeiterschaft nicht mehr er- tragen werden. Abgeordneter Genosse Tonischst hat deshalb am 27. November 1912 folgende Interpellation an den Eisenbahnminister gerichtet: Interpellation der Abgeordneten Josef T o m s ch i k und Genossen an den Herrn Eisenüahnminister, betreffend die durch die sagenannte Regelung der Arbeit S- und Entlohnungsverhältnisse der Arbeiter bei den 1. i. Staats bahnen eintretendcn Verschlechterungen. Durch die Einführung der neuen Arbeitsordnungen treten in vielen Arbeiterkategorien fast aller Direktionen ganz wesentliche Verschlechterungen der Arbeitszeit, der Bezahlung der lteberstunden, Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit, sowie bei Substitutionen und an dienstfreien Tagen ein. Die vom I. k. Eisenbahnministerium geplante Lohnordnung enthält bedeutende Verschlechterungen gegenüber den bis jetzt bestandenen besseren Lohndorrückungsfriften, die in einzelnen Direktionsbezirken erst eintreten werden; in einzelnen Direktionen aber, trotzdem die Lohnordnung noch gar nicht in Kraft ist, bereits eingetreten sind. Einzelne Zulagen für besondere Arbeitsleistungen wurden bereits unter Hinweis auf die neue Lohnordnung herabgesetzt, andere sollen noch herabgesetzt werden. Den qualifizierten Arbeitern (Vorarbeitern ec.) wird die Entlohnungsart geändert, indem ihr bisheriger Lohn in Grundlohn und eine nur für die Dauer der Verwendung geltende Zulage geteilt wird, was sich ziffernmäßig, wie folgt, darstellt: Ein Arbeiter ist mit 0 Kr. eingctreten, auf Kr. 3"80 bis jetzt vorgerückt und mittlerweile Vorarbeiter geworden. Wenn er nun abgezogen wird von seinem Posten, was jetzt leichter ist als früher, erhält er Kr. 8-30 — 40 H. Zulage — Kr. 2'90. Also um 10 H. weniger als bei 'seinem vor Jahren erfolgten Eintreten in das.Arbeitsverhältnis. Die in den letzten zehn Jahren fortgesetzte Verschlechterung der Stabilisierung durch Herabsetzung des Prozentsatzes der Stabilisierten, Schädigung am Einkommen, Ausschaltung ganzer Kategorien x., hat eine weitere Fortsetzung erfahren durch die Erhöhung der AufrundunaSgrenze von 50 auf 100 Kr. und der Einstellung der Ueberstunden und SonntagScntlohnung bei schon Stabilisierten. Rach all dem werden zwar mit den neuen Arbeitsordnungen auf der einen Seite kleine Verbesserungen eingeführt, aber auf der anderen Seite die Arbeitszeit verlängert, die Ueberstundcnentlohnung von der anderthalbfachen auf die. fünfviertelfache, die Nachlarbeitentlohnung von der doppelten auf die anderthalbfache Bezahlung herabgesetzt, die bezahlten freien Tage vermindert. So werden die kleinen Verbesserungen, welche den Arbeitern auf Vereinen Seite zuteil werden sollen, auf der anderen Seite doppelt hereingebracht. Dasselbe gilt auch bei den Lohnordnungen. Dort, wo Vorrückungen nicht offiziell festgesetzt waren, werden diese eingeführt, aber auf Kosten der Arbeiter, die schon bessere Verhältnisse erreicht harten, indem diesen Arbeitern Zuschläge entzogen und herabgesetzt, freie Tage entzogen, die ein- und zweijährigen VorrückungSfristen auf dreijährige verlängert werden, bei einer erheblichen Anzahl Arbeiter, der VorrijEungZbetrag von 20. H. auf 10 H. reduziert wird und . trotzdem die Lohnordnung noch nicht in Kraft, ist, wurden die nach den alten Vorrückungssristen oijt 1. Juli fällig gewordenen Lohnvorrückunßsbetrüge den betreffenden Arbeitern nicht mehr ausbezählt. Alles zusammen macht den Eindruck, die Staatöüähn-. Verwaltung: verfolgt mit diesem Wechselspiel ein Scheinmanöver, um den für die Arbeiter zur Verbesserung. ihrer Lage bestimmten Betrag nicht ganz und dauernd verwenden zu müssen, sondern auf der einen Seite zu Verbesserungen verwendeten Betrag auf der anderen Seite durch Verschlechterungen wieder, und sogar vielleicht vielfach hereinzubringen. Die Unterzeichneten stellen daher an den Herrn Eisenbahnminister folgende Anfragen: Ist der Herr Eisenbahnminister geneigt zu veranlassen, daß den Arbeitern der zur Verbesserung ihrer Lage bestimmte Betrag im Sinne des Beschlusses des Abgeordnetenhauses vom 16. Dezember 1911 ungekürzt und dauernd zukommt, und zwar so, dah die bisher bestandenen.besseren Lohnvorrückungsfristen, ArbeitSverhältniffe, Ueberstundenentlohnung :e. :e., als diese in den neuen Arbeitsordnungen, Lohnordnungen und Staüilisierungsnormcn vorgesehen sind, aufrecht bleiben und eine Verschlechterung der bestehenden Verhältnisse nicht eintreten darf? Ist der Herr Eisenbahnminister geneigt, über die Per- j Wendung des für die Arbeiter zu Aufbesserungen bestimmten Betrages dem Abgeordnetenhaus ehestens einen detaillierten, nach Direktionen ausgeteilten, genauen Bericht zu erstatten? Wien, am 27. November 1012. Inland. Christlichsozialc Sehnsucht nach dein Staudrecht. Die Christlichsozialen, die es jetzt vor lauter „patriotischer Begeisterung" nicht erwarten können, bis „wir gegen die Serben marschieren", sind über die Friedenskundgebungen der Sozialdemokratie anher Rand und Band geraten. Weil wir den Patriotismus jo auffassen, daß wir Land und Volk vor den entsetzlichen Folgen eines Weltkrieges bewahrt wissen wollen, sind wir „Hochverräter". In dieser furchtbar ernsten Zeit wirkt es vielleicht auch ein wenig heiter, wenn man folgenden von einer Wiener Korrespondenz ausgegebenen Bericht liest: Freitag fand in Eggenburg ein Bürgermcistertag statt, wobei LandcSauSschuh Stöcklet erklärte, daß die sozialdemokratische Propaganda für den Frieden um jeden Preis weniger dem Frieden als der Vorbereitung des Umsturzes gilt und einen internationalen Charakter trage. WaS speziell die in Oesterreich um sich greifende Propaganda der Sozialdemokratie betrifft, so habe die-selbe nur den Zweck, um die Autorität zu unter» graben, das militärische Pflichtgefühl zu unterdrücken und den militärischen Gehorsam im entscheidenden Moment zum Versagen zu bringen und die Disziplin der Armee z u lockern. Wenn noch nie, so jetzt, in dieser hochernsten Zeit, müsse gegen diese Propaganda entschiedenst «tellung genommen werden, und #3 ist zu hoffen, daß die- selbe, was speziell die niebe.rösterreichischen Landgemeinden betrisst, in diesen leinen Eingang finden wird. (Lebhafte Zustimmung.) Der Tenor der weiteren Ausführungen erscheint in einer vom Landesausschuß Stöckler beantragten Resolution widergegebcn, in der es heißt: „Im übrigen glaubt der Bürgermeistertag, daß jeder Hoch- und Landesverrat i n s o ho che r n st e n Zeiten st a n d-rechtlich behandelt werden soll, auch bei solchen Leuten, die als Abgeordnete sich von österreichischen Steuerträgern bezahlen lassen und im Ausland hochverräterische Pläne schmieden." Wir sind dafür, daß man Herrn Stöckle r mit seinen christlichsozialen Rammeln nach Serbien als erstes Aufgebot schickt! Krieg und Börse. Die Vorboten von jenen Zuständen, die die unausweichlichen Begleiter eines jeden Krieges, ja selbst jeder schwebenden Kriegsgefahr sind, haben wir bereits im Oktober bei Beginn der serbisch-türkischen Feindseligkeiten gesehen. Wer damals die Börsenrubriken der kapitalistischen Blätter verfolgt hat, der hat die rapiden Kursstürze aller Papiere.mitängesehen, die nicht nur auf den österreichischen Märkten, sondern auch im Ausland zu verzeichnen waren. Das sind Erscheinungen, die freilich nicht bloß, wie man meinen sollte, die Besitzer von solchen Papieren, sondern leider auch die Arbeiter an-gehen. Tenn die Börse, die auf alles, was sich in der Wirtschaftspolitik Einschneidendes ereignet, reagiert, ist nur das Barometer, das die Gefahren eines heranziehenden Wetters kündet. In den letzten Tagen, wo die politische Situation Oesterreichs ihre H o ch s p a n n u n g erreicht hat. traten nun abermals jähe Kursstürze ein. Wir greifen aus dem Börsenbericht nur die Kurse der V e r k e h r L u n t e r n eh m. u n gen heraus: Sri) l u 61 u.r)" e -jor.i Slffermj 25. C;oa:nt5cr 3J. Ilc.’cmfcrt in Stronc» Orientbakm ......... 680.— 693.— — 13— Buschtiehrader A ...... . 2295.—, 2320.— — 25.— L'Uscljtietzrader 13. . . . . . . 327.— 922.— — 25. — Tamp',schiff ...1117.— 3158.— — 41.— Nordbahn..................... 40:30. --' 4730.— — 50.- Lloyd...................... - . . 489.— 49:'.— — 10.— Staatsbahn ......... 648.60 ■ 670.60 — 22.10 Südbahn ...........................03.50 . 100. - — 0.59 Die außerordentliche Empfindlichkeit der Börsen, ans der übrigens die Arbeiter manches fernen' können, beruht einfach ans der fiktiven Rolle, die das Kapital im heutigen Wirtschaftsleben spielst Das große, machst gebietende Kapital wird nämlich, wie. Hilfe r ding in feinem „Finanzkapital" glänzend nachgewiejen hat, immer mehr zu einer p a p i e r e n e n Macht, das heißt es besteht in Wertpapieren und Aktien) die an den Börsen gehandelt werden und mittels denen der Käufer einen Anteil an dem Reingewinn von den betreffenden Jndustrie-gruppen, die diese Scheine'in Umlauf setzen, erwirbt. So kommt ■ es, daß sich beim heutigen Kapitalismus Wert-steigerungen ergeben, die in Wahrheit gar nicht existieren, die einfach ideelle Werte darstellen. Ter .Kapitalismus rechnet einfach mit der A ns,bpu in n a K r e n t c, die er den Arbeitern abknopfl und deren (8reize*, er als voraussichtlichen NepMZpirm. im voraus abschatzt. In Zeiten eines ruhigen Geschäftsganges, einer sogenannten wirtschaftlichen Hochkonjunktur, steigt daher Der Wert des Besitzes ins Fabelhafte, und wir haben gerade vor einigen Jahren in Wien Ziffern über Wertsteigerungcn an Objekten vernommen, die als Schulbeispiel dienen können, wie der Wertzuwachs des- Kapitalismus sich vollzieht. In diesen fiktiven Werten, die solcherart die kapitalistische Spekulation schafft, liegt aber die größte Gefahr f ü r die Arbeite r, sobald irgendein Ereignis droht, das die ruhige wirtschaftliche Fortentwicklung stören könnte. Der Krieg mit den Balkanstaaten hat daher auch im Moment seines Ausbruches, und als man nicht sicher war, wie darin die Großmachtstaaten verwickelt werden können, wie ein lähmender Schreck auf die Märkte gewirkt, denn man weiß, daß jeder Kriesi die Bedingungen des Warenabsatzes stört, die Möglichkeiten des Geschäftsganges unterbindet, kurz alle Voraussetzungen beseitigt, die die Industrie für die Erzielung von Gewinn benötigt. Und so tritt mit einemmal die Entwertung der so kostbaren Papiere ein und die Arbeiter bezahlen durch Arbeitslosigkeit, Hunger und Elend die Zeche. * Konversationen des Kaisers. Die deutschnationalen Abgeordneten, die als Mitglieder der Delegationen fungieren, sind außer sich vor Entzücken: sie wurden beim Delegationsdiner vom Kaiser angesprochen. Die besonders reklamelüsternen Abgeordneten geben diese Ansprachen in die Zeitung und so konnte man über die Unterhaltung des Kaisers mit dem Teutschgelben Ferdinand Seidl und mit Herrn K. H. Wolf ausführlich lesen. Diese Unterhaltung wird auch unsere Leser interessieren. Also verlief, nach dem Bericht des Herrn Seidl (den er dem „Neuen Wiener Tagblatt" zugesteckt bat), die Unterhaltung zwischen dem Kaiser und diesem Abgeordneten: Der Kaiser: Sic haben eine sehr schöne Rede gehalten. Ferdinand Seidl: Majestät, ich vertrete den Standpunkt meiner Partei, die im Rahmen der Staats« treue soziale Reformen anstrobt. Der Kaiser: Sie haben wohl viel zu tun? Ferdinand Seidl: Ja. Majestät, unsere Partei ist ein junge, und man fordert von ihr, immer im Vordertrcffen 'zu stehen. Das. kostet auch viel Arbeit. ... Der Kaiser: Welchen Wahlbezirk vertreten Sie? Ferdinand Seidl: Die Landgemeinden Freiwaldau. Der Kaiser: Wie sind die Verhältnisse dort? Ferdinand Seidl: Majestät, ich vertrete sehr viele Arbeiter, die in sehr bescheidenen Verhältnissen leben und ebensoviele Kleinbauern, die gleichfalls vielen Grund zur Klage über ihr Schicksal haben. Der Kaiser: Hoffentlich wird da» alles besser werden. Geradezu erstaunlich ist, wie gut die Fragen für die agitatorischen Bedürfnisse des Teutschgelben getrost worden sind. Es fehlt nur noch, daß der Kaiser den Herrn Ferdinand Seidl defrnnt bätte. was er wobl über die Sozialdemokratie denke... Womöglich noch inieressan-i-er ist der Bericht über eine Unterhaltung mit dem Herrn K. H. Wolf: darüber berichtet Herr Wolf dein „Juden-biatt" dieses: Zum Delegierten Wolf, der dem Monarchen Vom Mnisterpräsidenten Grafen Stürgkh Vorgcstellt wurde, sagte bcr Kaiser: Herr Delegierter, Sie haben eine sehr /Patriotische Rede gehalten. Delegierter Wolf: Ich freue mich außerordentlich, datz Majestät die Güte Haben, da?, was ich dom Standpunkt des deutschen Volles zur gegenwärtigen Situation zu sagen - für notwendig hielt, auch im Interesse des Staates gelegen anzuerkennen. Ich habe die gegenwärtige Situation so beurteilt, wie ich bas als Deutscher tun mutzte, und ich konnte fest stellen, daß zwischen den Interessen des Staates und dem der Deutschen auch diesmal wieder, wie schon so oft, ein enger Zusammenhang ist, und datz die Interessen des Staates gefördert werden, wenn liinn die Interessen der Deutschen berücksichtigt, und datz der Staat und die Deutschen auseinander angewiesen sind, der Staat auf die Deutschen sewohl wie der Deutsche auf den Staat. Wir haben unser Lebtag mit dem Kaiser noch nicht ac sprachen, wissen also nicht, ob es wirklich möglich ist, .auf eine konventionelle Bemerkung hin mit einer ellenlangen politischen Auseinandersetzung zu ant-ivorien. Aber es scheint uns, daß Herr Wolf die „Antwort" nur im „Neuen Wiener Tagblatt" gibt und sie weniger dem Kaiser als denen gilt, die darüber, datz er nun sehr patriotische Reden hält, einigermaßen überrascht sein werden.... * Die Staatsbeamten gehen auf die Straße. ■ In der Volkshalle des Wiener Rathauses fand Dienstag den 20. v. M. eine Massenversammlung der höheren Staatsbeamten statt, in der namentlich gegen die Verweigerung des automatischen Zeitavancements und gegen die Antastung der Koalitionsfreiheit der Beamten durch die Regierung protestiert wurde. Es wurde unter anderem ausgeführt, daß die Vorgesetzten die durch die Teuerung verschärfte wirtschaftliche Notlage einzelner Beamten ausnützen, um von ihnen direkt den Verzicht auf ihre O r- g.a nisationzu erpresse n. Vielfach wurde von der Versammlung gefordert, daß die Kampfmittel der p a s-j-rvett Resistenz oder sogar des Streiks benützt warben mögen. Als die Beamten aus der Versammlung l'ui den Rathausplatz traten, sahen sie sich einem riesigen Vvlizeikordon gegenüber, der ihren Abzug hindern wollte. EL kam zu stürmischen Rufen gegen die Regie-" u n g und gegen die Polizeimatzregeln. Mehrere. Staats-b'amte wurden verhaftet, was zu erneuten stürmisch e n D e m o n st r a t i o n e n Anlatz gab. „Die vier Wenzeln." - Unter dieser Aufschrift bringt düs deutschnationale „Badebkati" vom 17. v. M. eine Notiz, in der es unter anderem heißt: '"Kde. domov niuj?" Wo ist ferne Heimat? Herr ^ w2r^ es nicht. Da- komnn, pc>m vielen Herum- /.na^rert.-• So KauLte» er unlängst im Parlamrnt in der .skupschtlüa zu fern und plädierte f ü t Serbien. A ls aber mit der Linien in die Tasche griff, demerite er. datz er österreichische Diäten im Sack habe. Das geniert aürr einen Charakter nicht, und der ist der Stlofäo sicher. Pc-siä sagt cS wenigstens. ' Sehr treffend erinnert unser Karlsbader Partei-■bkiti, der „Volkswille", daran, daß dem Heiligen des „Badeblattes" ein ähnliches Unglück passierte. Als Herr Hart Hermann Wolf seinerzeit im österreichischen Parlament „Heil, Hohenzollern!" rief, klimperten dazu in .feinem Hosesack österreichische Gulden, die auch öfter« reichliche Diäten waren. Ist auch ein Charakter. DaS „Badeblatt" sagt es wenigstens. Wer ott dem Krieg verdient. Wir lesen in den Blättern: Die KapitalScrhöhung der Skoda-Werke. In der am 20. November 1912 abgehaltenen außerordentlichen Generalversammlung - i.er Aktionäre der Skoda-Werke, Aktiengesellschaft in Pilsen, wurde der Beschluß gefaßt, das Aktienkapital der Gesellschaft von 30 Millionen H r o nen auf 40 Millionen Kronen z u e r-.10 yen, und zwar in der Weife, daß a) vorerst 5 Millionen -t?D.t1cn 85.000 Stück bar und voll eingezablte Aktien zu 200 Kr., welche an dem Erträgnis der Gesellschaft vom 1. Jänner 1913 an partizipieren sollen, zur Ausgabe gelangen und den bisherigen Aktionären im Verhältnis von je sechs alten zu einer neuen Aktie zum Kurse von 500 Kr. zum Bezug angeboten werden; b) der VerwaltungSrat er--nächtigt werde, bei neuerlichem Kapitals-oeüarf zu einem dem V e r w a l t u n g s r a t gün-erscheinenden Zeitpunkt und unter den von dem VerwaltungSrat zu bestimmenden Modalitäten die Ausgabe weiterer Aktien im Nominalbetrag von fünf Millionen Kronen int eigenen Wirkungskreis zu beschließen. Aber nicht bloß in Oesterreich geht jetzt das fiononengefchaft. Auch aus deutschen Blättern erfährt man: Die Firma Krupp in Essen wird ihre Dividende in diesem Jahre von 10 aus 12 Prozent erhöhen, ein noch nie erreichter Abschluß. Der JahreSverdienst der beiden Fräulein Krupp dürste damit 50 Millionen Mark erreichen. Der französische Kanonenkönig Schneider u. Co. in Creusot erhöht seine Dividende von 15 auf 1 6 Prozent. Der Reingewinn ist auf n a h « j u 7 Millionen Franken gestiegen. - Jetzt'weiß man wohl ganz genau, wessen Interessen die christlichsozialen und üeutschnatwnalen Blätter vertreten, die jetzt so eifrig Kriegshetze betreibe». Eine ungeheuerliche Nachricht wird dem „Prager Tagblatt" aus Budapest gemeldet. /Danach wurde in der österreichischen Delegation mitge-teilt, daß die nächste Tagung der Delegation im März 1913 in Wien stattfinden wird. Der nächsten Delegation soll, wie verlautet, eine Vorlage bezüglich eines Kredits von 300'MiI- (tonen ?, u m Bau von v i e r n c n e n Drea d-nouti h t s vorgelegt werden. So ungeheuerlich diese Meldung anmutet, möglich ist es. das; sich die Marineverwallnng mit diesen Absichten trägt. Wir erinnern nur daran, daß der Marinekommandant Gras Monlccnccoli in seiner letzten Rede eine Verstärkung der Marine als sehr ^ dringend be-,zeichnete. Es ist auch kein Wunder, wenn die militärischen Machthaber immer wieder unerhörte Forderungen stellen. Der Stiefelleckerpatriotismus der erbärmlichen bürgerlichen Abgeordneten, deren perverser Bewilli-gungseifer muß ja solche Folgen zeitigen. Orsterrcichische Soldaten und serbische Ochsen. Die „Volkstribüne" schreibt: Wie mir zu der Gegenüberstellung kommen? Das soll sofort kurz und bündig gesagt werden. Am 15. November fand eine Versammlung des christlich-sozialen Niederosterreichnchen Bauernbundes statt. Bundesobmann Landesausschuß und Reichsratsabgeord-r.cter Stäckler — natürlich christlichsozial — besprach die „Situation". Die Herren Agrarier sehen sich eben vor, um für den Kriegsfall gleichfalls gerüstet zn sein, das heißt um im geeigneten Moment ihre Produkte im Preise noch weiter erhöhen zu können. Dabei tat nun der Peitscherlhub der österreichischen Agrarier ohne Unterschied der Parteistellung, Neichsriüer v. Hohenblum, folgenden sehr charakteristischen Ausspruch: „Uns (den Agrariern) sind die serbischen Soldaten weniger gefährlich a l s die serbischen 0 ch s e n!" Damit hat Herr v. Hohenblum zwei Bekenntnisse unter einem abgelegt: Erstens weiß man nun aus einer gewiß verläßlichen Quelle, das; es zwischen der Teuerung und der Kriegsgefahr einen Zusammenhang gibt und zweitens ist durch den Führer der Agrarier zugegeben worden, d atz die Herren Agrarier in der Tat lieber die österreichischen S o l d d a t e u den serb s ch e n Bajonetten a u § 1 i e f e< n würde n. als datz sie z u g c b e n, daß die serbischen Ochsen 1 h nen Konkurrenz machen u n d die Preise drücken könnten. Damit der serbische Ochs nicht nach Oesterreich kommt, soll der österreichische Soldat nach Serbien marschieren. So wollen es deutschnationale und christlichsoziale Agrarier. Ein nettes Bekenntnis das. •Sr Der internationale Bund der Agrarier. Der Herr v. Hohenblu in, der die Ausfassung der Agrarier über die Kriegsgefahr in die Worte ge-kleidet hat: „Die serbischen Ochsen sind gefährlicher als die serbischen Soldaten!", der also wie alle agrarischen Wucherer ein Feind der Verständigung mit Serbien ist, von der die Offiziösen soviel reden, hat es für nötig befunden, heute noch einmal kundzutun, wie die Agrarier über das Balkanproblem denken. Dabei hat er auch mit Stolz erzählt, datz die Agrarier eine internationale Verschwörung gegen die Konsumenten erklärt haben. Es war am 27. d. eine Sitzung des ständigen Ausschusses der agrarischen Zentralstelle, und da hat Herr v. Hohenblum über die internationale Politik der Agrarier gesprochen. Zuerst wetterte er gegen die Einfuhr von italienischen Ochsen und daun erzählte er über den Konflikt mit Serbien:, ' An eine'ZoIIun'itin mit den Balkanstaaten kann ein ernsthafter Volkswirt nicht denken. Das wäre die Aufnahme sämtlicher landwirifchafilichcr Erzeugnisse der Balkanstaaten in die Monarchie, die üßeryflaiyung der dortigen Seuchen und die Absperrung der deutschen Grenzen gegen uns. Der Bund der Landwirte in Berlin hat ausdrücklich erklärt, daß dann jede wirtschaftliche Verbindung zwischen Oesterreich und Deutschland entzweigeschnitten wäre. Wir werden nicht allein kämpfen, mächtige Bundesgenossen stehen unL zur Seiie: die ungarischen Agrarier, welche eine Erhöhung Handels- und zollpolitischer Konzessionen an die Balkanstaaten nie zugeben werden. Herr v. Hohenblum malte also einen internationalen Bund der Agrarier gegen ein wirtschaftliches Uebereinkommen mit Serbien an die Wand. Das ist der agrarische Patriotismus. Der leiste Akt der Somübit. Die christlichsozialen Abgeordneten Pantz und K e m eite r, die wegen der Haltung der Christlichsozialen zum 17 Millionen-Autrag des Abgeordneten Genossen T o nt s ch i t aus der Vereinigung der chrisi-lichsozialeu Abgeordneten ausgetreten waren, sind, wie voranszusehen war, ihrer Partei erhalten geblieben. Sie sind jetzt, wo sich die Wogen der Entrüstung gegen den Verrat der Christlichsozialen unter den Eisenbahnern etwas gelegt haben, wieder zur christlichsozialen Vereinigung beigetreten. Um sich wegen des Wiedereintrittes ihren Wählern gegenüber zu decken, knüpften sic an ihre Rückkehr die Bedingung, sich in wirtschaftlichen Fragen das Recht der freien Abstimmung vorzubehalten. Die „Reichspost" brachte über das Wiederaufnahmsgesuch der Abgeordneten P a n tz und Kemetter nachstehende Meldung: Herr Abgeordneter Ritter v. Pan h schreibt uns zu der von der Korrespondenz „Austria" auSgegcSencrt Meldung, datz er und der Abgeordnete Kemciter um Wiederaufnahme als ordentliche Mitglieder in den christlichsozialen Reich-ratS-klub angesucht haben, datz die beiden Abgeordcntcn allerdings ihre Bereitwilligkeit zum Eintritt als ordentliche Mitglieder dem Klub beranntgegeben haben, jedoch in einem ausführlichen schreiben nach Erörterung ihrer Progammatischen Stellungnahme diese Beitrittserklärung an die Bedingung geknüpfthaben, daß ihnen sowohl in Angelegenbeit ihre? Antrages vom 22. Oktober l. I. auf Zuwendung von 17 Millionen Kronen für die StaatS-eifenbahnbediensteten und Einstellung der für soziale Fürsorgematznahmen für Staatsarüeiter, Postbedienstete und Vertragsangestellte erforderlichen Beträge ins Budget, beziehungsweise Budgetprovisorium per 1913 sowie in allen wirtschaftlichen Angelegenheiten ihrer Wähler die Freiheit des Wortes und der Abstimmung zugesichert werde. P an tz und Kemetter machten es aber schließlich billiger. Sie lietzen sich endlich vom Klub der Schrift« lichsozialen Abgeordneten doch wieder aufnehmen, ohne Latz eine Bedingung an ihren Wiedereintritt geknüpft worden wäre. In der „Reichspost" vom 27. November d. I. wird über diese Wiederaufnahme folgendes berichtet: Die C h r i st I i ch s o z i a l e Vereinigung d e u i s ch e r St b g c o r d n e i c r hielt heute während und nach der Haussitzung unter Vorsitz des gefchäftsführenden Obmannes Abgeordneten Schoiswohl eine mehrstündige Klub-Beratung ab, in bcr zunächst das Ansuchen der Abgeordneten v. Pantz und Kemetter um Wiederaufnahme in den Klub als ordentliche Mitglieder behandelt wurde. Der Vorsitzende brachte die ausführlich motivierten Anmeldungen der Heiden Herren zur Kenntnis der Vereinigung, worüber dieselbe in eilte längere Erörterung einging. Als deren Ergebnis wurde in geheimer Abstimmung beschlossen, dem Ansuchen zu entsprechen und die Anmeldung des Wiedereintrittes der Abgeordneten v. Pantz und Kemetter zur Kenntnis zu nehmen; jedoch erklärte der K l uo, d ah an diesen Wieder-,' eintritt keine Bedingungen geknüpft werden' dürfen. Bezüglich der. Abstimmung über den sogenannte« 1 7 Millionen-An trag wurde neuer«. I i ch konstatiert, datz der Klub schon vor der ?tivj Meldung der Abgeordneten v. Pantz und Kemetter zum Wieder«; eintritt deren Freigabe beschloss611 hat. Im übrigen wurde auf den Wortlaut des § 6 der Klubsatzungen verwiesen, der alle Mitglieder in gleicher Weise bindet: „In grundsätzlichen, politischen, nationalen und religiösen Fragen. haben die Mitglieder sich einem ordnungsgemäß gefaßten Beschluß der Vollversammlungen zu fügen, und zwar in der Weise, datz sie weder in den Ausschüssen noch im Hause gegen einen solchen Beschluß sprechen oder stimmen. In wirtschaftlichen und Landesfragen besteht für die einzelnen Mitglieder rückfichtlich ihrer Stellungnahme volle Freiheit. Im Falle des Zweifels entscheidet über Zwang oder Freiheit die Vollversammlung." j Die Freigabe der Abstimmung über den 17 Mil* lionen-Antrag kommt wohl etwas verspätet und ist jedenfalls mir darauf zurückzuführen, datz in der Zwischenzeit den Christlichsozialen wegen,ihrer Haltung gehörig zugefetzt wurde. Bei der nächsten Gelegenheit wird sich das gleiche Spiel wiederholen. Die Eisenbahnerwähler der Herren Pan tz und Kemetter werden aber von dem Eiertanz zwischen chnftlichsazialer Partei und Vertretung der Eisen-bahnerinteressen nicht sehr erbaut sein und sie werden denn doch die nur für die Wähler hergerichteten Austritte und Wiederaufnahmen der Herren Pantz und Kemetter durchschauen, trägt doch die ihnen borge--spielte Komödie den Titel: Pack schlägt sich, Pack: verträgt sich. Ausland. Tie Eiscnüahnunsällc Englands und ihre Entschädigung. Für den Jahreskongreß der größten Eisenbahn-' Organisation Englands, der Amalgamated Society of Railway Servants, der kürzlich stattfand, war ein Bericht vorbereitet, welcher die zunehmende Zahl der Eisen bahnunsälle veranschaulicht, und zwar für eine ganze Reihe von Jahren. Die Daten zu dem Bericht waren die periodischen Veröffentlichungen des britischen Handels-amte» entnommen und sind daher authentische. Es ergibt sich daraus, datz während der letzten elf Jahre eine stete Zunahme der Unfallverletzten E'senbahnbedienstöten zu verzeichnen war, während die Zahl der durch Eifenbahn-nufälle getöteten Bediensteten einer Schwankung unterworfen war, im gesamten aber eine mir unbedeutende Verminderung erfuhr. Tie Zahl bei“ getöteten und verletzten EisenbahnbkdienstLteii in beit Jahren 1901 bis war nämlich Wie folgt: firriit SW i)(U li'ilöiii ii Üaljl bc: Letletzl 1901 . 565 14.740 1902 . 476 13.643 1903 . 497 14.356 1904 448 14.408 1905 . 447 14.345 1903 . 493 18.332 1907 509 21.514 1908 . 482 24.181 1909 372 24.095 3910 420 25437 1911 446 27.848 Dieser Aufstellung war auch eine Uebersicht angefügt, woraus zu ersehen ist, in welchem Ausmaße die Unfälle zn einer Entschädigung führen. Die Vertreter der Organisation führen schon jahrelang einen erbitterten Kampf, um die Bestimmungen des britischen Unsallver-sicherungsgesetzes zugunsten der verunglückten Bediensteten zu gestalten. Tatz ihnen dies zu einem Teil gelingt, erhellt daraus, datz die zur Auszahlung gslangenden Entschädigungen relativ hoch sind, ebenso leie die Zahl der entschädigten Fälle von Jahr zu Jahr zunimmt. Schließlich wird auch die Form der Abfertigung rege He-handhabt, doch sind die Abfertigungsfummen ziemlich bedeutend. Die entschädigten Fälle und die darauf entfallenden Beträge find ans der folgenden Tabelle ersichtlich: a) T Übliche U n f i alle: 3ahr 2-chl bet Fälle OtiomtEeltflgc bet auLbkMttcn Cntschäbigung Sfunb Etct infl Schilling Pence 1907 . ... 64 11.219 7 6 1908 . ... 74 12.193 1 9 1909 . ... 80 12.772 ( 3 3 1910 . ... 75 14.413 x 33 11 1911 . ... 47 10.456 2 10 1912 . ... 65 14.416 ii ? 7Y, b) Un falle erlern n ß c n : 7 Jahr Zahl btt fiälle iSeitos bet $funb Stelling wöchentlichen Echikling Unlkrstüyungen Pence 1907. .... 486 289 2 4«/i . 1908. .... 804 486 2 ’■ 57, 1609 ... .688 496 13 11'/« 1910. . . . .685 442 —, 10',, 1911. ... . 750 525 10 10Y, 1912. .... 832 535 .3 »'/. ■’t) Abfertigung cn bei Unfa llverletz ungut: J-Hr Zahl bet Fälle Sefantibettan bet OTitttiguitgeti Sfunb Sterling Schilling Pettfe i 1907 • • • . 34 4873 15 6 ‘ 1908 .... 28 3481 11 i 8 1909 ... .24 4012 .1 __ 191V .... 12 • 1876 •e—• 1911 .... 9 1591 5 . 1912 .... 5 770 , ' ■ 1 ■ . -B.-> , Das Stückzeitsystem tu den preusrischen Llsettbahnhnupt-werkstätten. Von L. Brunner (Berlin). Um den 1. Oktober herum ist in alle» Hauplwerk-srälten der preußischen Staatseisenbahnen das neue Ent-WKnungssystem eingesührt worden. Tie Neuerung besteht in der Anwendung des Stiiä'zeitverfabrens an Stelle dös -bisherigen Stückpreisverfahrens. Die Bedeutung des neuen Verfahrens besteht darin, daß beim Einzel- tote, beim Gruppenakkord mit einer Erhöhung des Lohnsatzes 1 ainfi der Verdienst ohne Aenderung der Stückzeit in glöicheni Maße steigt. Beim Gruppenakkord wird der Verdienst keines Teilnehmers geringer, wenn den Stiin-. denlohnsatz eines oder mehrerer Teilnehmer sich erhöht. ' Der Lohnsatz soll jedem Arbeiter auch dann als Mindest-cmfonmtM gewährleistet sein, wenn er ohne sein Ver-löiul'dett den Akkord nicht erreicht. Während nun die. EAenbahnverwaltung sich von dieser Neuerung eine recht fiiinftigc Wirkung aus die Werkstättenarüeiter versprach, ; inachten sich unter diesen sehr erhebliche Bedenken gegen j düs neue Äkkordversahren bemerkbar, und nachdem nun | jvjc ersten Lohnzahlungen auf Grundlage dieses neuen j Berechttungsverfahrens erfolgt sind, zeigt sich, das; die! Kedeuken der Arbeiter nur zu berechtigt waren. ES sind fast gar keine Probearbeiten gemacht worden zur Ermittlung der Stückzeit, und wo Probearbeiten «leniacht worden sind, geschah das in einer Weise, die dein '/Zwecknicht diente. So kamen denn bei der ersten Lohnzahlung die nnglanblichsten Resultate 'heraus. Der Stun-dciilohnsatz soll so bemessen sein, daß nach den/festgesetzten Stückzeiten etwa 20 Prozent Akkordnberschus', Erzielt wird. Jetzt bekamen in ein und derselben Werkstatt ein . '.eine Arbeiter bis zu 40 Prozent, andere aber viel weniger als 20 Prozent, wieder andere kamen nicht ans ihren Lohnsatz. Für den ersten Moment sollte den Arbeitern der . bisherige Verdienst gesichert sein, wenn sich, wie das bei 1 Neuerungen in der Regel der Fall ist, Unebenheiten Geraus stellen, die aber rasch beseitigt werden sollten. Das ist jedoch nicht geschehen, vielmehr haben viele Handwerker und Arbeiter einen Lohnausfall gehabt, der lO Mk. und sogar bis 30 Mk. betrug. Das neue Akkordsystem dürfte der preußischen Eisenbahnvertoaltung noch viel zu schaffen machen, denn es zeigt sich, daß es in der Praxis sich durchaus nicht so bewährt, wie es nach der Theorie sich bewähren sollte. Dagegen stellt sich etwas bei der neuen Berechnung de§ Verdienstes heraus, was man vorher sicher nicht in Betracht gezogen hatte. Es kommen die beim bisherigen System eingewurzelten „Schiebungen" ans_ Licht. So Mancher Schmarotzer erzielte guten Verdienst ohne sich aiizustrsngcnt, während andere, trotz ihrer Geschicklichkeit und fleißiger Arbeit, stets geringen Verdienst hatten. Tie Bloßstellung dieser Schieverei wird manchem Werkmeister !ir!.ö Werkführer nicht angenehm sein, und wenn dem >'eüen'Akkordverfahren eine gute Seite abgewonnen werden. kann, so ist cS die, daß den sogenannten Schiebungen der Boden jo. ziemlich entzogen wird. Tie Vorgesetzten werden aber neue Mittel erfinden, womit sie die ihnen mißliebigen Arbeiter drücken Und schikanieren können, dazu bietet jedes Äkkordversahren Gelegenheit, und die Beseitigung jeder Akkordarbeit wird deshalb in der nächsten Zeit von den Eisenbahnarbeitern in Preußen noch entschiedener und nachdrücklicher gefordert werden als bisher. /' Heber die Stückzeitverfahren kursieren in unserer Tagespresse die sonderbarsten Nachrichten. So ist eine Korrespondenz durch eine ganze Reihe von Zeitungen gegangen, in der es heißt: „Da nun der Lohn so eingerichtet ist, daß er mit dem zunehmenden Alter steigt, so erhöht sich dev Arbeitsverdienst der Staatsbahnarbeiter mit dein zunehmenden Tienstalter. Es ist also künftighin nicht allein die Arbeitsleistung, sondern auch das Wer des Arbeiters für die Löhe seines Verdienstes maßgebend. Dnrch das neue Löhnsystem wird einem lang gehegten Wunsch der Arbeiterschaft entsprochen, der dahin ging, ähnlich den Be-amten mit zunehmendem Alter, wenn auch die Ansprüche an die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Mannes steigen, ein höheres Einkommen zu erzielen." Was hier.als ganz neu hingestellt und mit dem neuen Akkordsysiern in Verbindung gebracht wird, ist etwas ganz altes. Der Lohn der Staatsbahitarbeiter war schon von jeher so eingerichtet, daß er mit dein zunehmenden Dienstalter steigt. Auch in den Werkstätten war das der Fall, der Arbeiter einer höheren Alters-üuse erhielt cmch im bisherigen Äkkordversahren stets mehr als der einer niedrigeren Altersstufe, vorausgesetzt, daß eilte reelle, genau uach den Vorschriften sich richtende Berechnung des Verdienstes erfolgte. Daran aver krankte das alte System am meisten, und das ist auch die Krankheit des neuen Systems. * Eine Konferenz der Eisenbahner Deutschlands. In den letzten Tagen fand eine and Vertretet,! der Ortsgruppen und Einzelmitglieder der Reichssektion der Eisenbahner des Deutschen Transportarbeiterver-bciiides zusammengesetzte Konferenz statt. Es ist bezeichnend für den Terrorismus der preußisch e i> S t a a t s b a h n v e r w a l t u it g, daß mit Rücklicht auf die Teilnehmer Ort und Zeit der Konferenz ge heimgehalten werde» muß. Es war dies die erste .‘hmfemtz seit dem Anschluß des Verbandes der Eisen-l'ahn er Deutschlands. an den Transportarbeiterverband. Der Besuch war ein außerordentlich starker. Vertreten waren mit Ausnahme der bayerischen, badische,t und württeinbergischen alle Staatseisenbahnen ltttd, einige Pripateisenbahnen. Bei der Einberusnng der Konferenz war besonderes Gewicht darauf gelegt worden, daß als Delegierte nur aktive Eisenbahner gewählt wurden, die Mindestens ein Jahr dem Verband als Mitglied cm-gehörten. I Die Konferenz hatte verschiedene wichtige Angelegenheiten zu erledigen, von denen wir hier nur folgende Beschlüsse registrieren: Alt Stelle des bisherigen Einheitsbeitrages von wöchentlich 40 Pf. wurden die Klassenbeiträge von 40, 45'Und 50 Pf. festgesetzt, mit der Maßgabe, daß die Ortsgruppen selbst bestimmen können, welcher Beitragsklasse sic angehören wollen. Die besonderen Unterstützungssätze sind aufgehoben worden und haben die Mitglieder der Reichssektion der Eisenbahner nunmehr Anspruch auf die vollen vom Verband gewährten Unterstützungen nach Maßgabe ihrer Beitragsleistung. Zur Frage des K o a l i t i o n s r e ch t e Z hat die Konferenz ebenfalls erneut Stellung genommen und einstimmig folgende Erklärung beschlossen: ..Auf das allen Arbeitern und Bediensteten im wirtschaftlichen Gingen unentbehrliche volle Koalitionsrecht können auch die in Staatsbetrieben Beschäftigten nicht verzichten. Die Selbstachtung gebietet allein schon den Eifenbahnbediensteten. an diesem Rechte unbedingt feftzuT,alten, weil durch Preisgabe. desselben jjch der Eisenbahner selbst zum Staatsbürger zweiter Klasse degradieren würde. Die Reichsseküon der Eisenbahner und ihre Organe propagieren nicht den Streit, sondern sind stets bestrebt, den berechtigten Wünschen der Eisenbahner durch Anwendung friedlicher Mittel Geltung zu verschaffen und dadurch den Streik und die Benützung ähnlicher Kampfmittel von den staatlichen Berkehrsanstalten sernzuhalten. Die Reichssektion der Eisenbahner erklärt in Uebereinstimmung mit dem internationalen Transport-arbeiterkongreß in Wien 1908, das; mit Rücksicht auf die volkswirtschaftliche Bedeutung der Eisenbahnen und aller staatlichen Verkehrsanftalten der Streik oder die passive R e s i st e n z zwecks Erring u n g besserer Arbeitsbedingungen oder s i> nstiger wirtschaftlicher Vorteile nur als letztes Mittel i n A n w endung gebracht werden darf, wenn sich weder auf dem Wege der Verständigung der Organisation mit den Etfenbahnverwältungen oder durch das Parlament eine notwendige Verbesserung der Lage des Personals erreichen läßt, und auch dann nur, w cmi die © H in m unj der Bevölkerung nicht gegen die Anwendung s o l ch e r Machtmittel i st. Das letzte und gerade deshalb unentbehrliche Mittel im wirtschaftlichen Kampf ist der Streik, dessen Anwendung ' nach Erschöpfung aller anderen Mittel, das unveräußerliche Recht aller Arbeiter bleiben mutz. Die beste Gewähr für die Fernhaltung des Streiks erblickt die Konferenz in der gesetzlicher, Anerkennung der gewerkschaftliche n £ rganisatio u und deren Mitbestimmungsrecht bei Festsetzung und Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen." ' Ferner hat die Konferenz beschlossen, beim Sekretariat der Internationalen Transportarbeiterföderation zu beantragen, daß auf die Tagesordnung des im nächsten Jahre in London stattfindcnden Transport-arbeiterkongresses gesetzt wird: Das Koalitionsrecht und seine Anwendung auf staatliche Verkehrsanstalten. Me moralische Hinrichtung des Vizepräsidenten des „Reichsdcreinks". a 1.3 gewöhnlicher Lump neuerlich K o N t g gerichtlich (H e r r sti g-m a t i f i e r t.) Wir haben in Nummer 21 unseres Blattes, ausführlich über eine GerichtSverhandku.ng berichtet, die in Wiener-Neustadt stattfand und in loelcher Genosse Adolf Müller von der gegen ihn erhobenen Anklage. König als „gewöhnlichen Lumpen" bezeichnet zu Haben, freigesprochen wurde. Am 27. d. M. fand in Wiener-Neustadt die Berufungsverhandlung in derselben Sache statt. Genosse Adolf Müller wurde nach zweimaliger Vertagung der Verhandlung neuerlich freigesprochen, beziehungsweise wurde da6 erstrichterliche Urteil vollinhaltlich bestätigt. Wir werden in der nächsten Nummer unseres Blattes ausführlich über die Verhandlung berichten. Der ttnfeö eines EisenÄnhnüediensteten in der Mittagspause im turuuSmüüigeü Dienst ist kein entschiidigungsbercch-tigter BrirkrbSnnfall. (Schiedsgerichts Das Schiedsgericht der BerusIgenoffenschaftlichen Unfallversicherungsanftalt der österreichischen Eisenbahnen in Wien halte am 1. Oktober 1912 über d>e Rechtsache eines verunglückten Eisenbahners zu entscheiden, in der die Frage cei „Unfalles auf dem Wege zur Arbeit", den strittigen Punkt bildete. Dabei handelte es sich um folgendes: Ein Bahnhofportier, der am 6. FeSraur 1912 irrt turnusmäßigen Dienst stand, suchte in der Mittagpause seine vom Bahnhof zehn Minuten entfernte Wohnung auf, um daselbst schn Mittagessen einzunehmen. Er hatte hiezu die Erlaubnis und machte am genannten Tage davon Gebrauch. Als er nach beendetem Mittagmahl wieder in den Dienst gehen wollte, fiel er bei seinem Wohnhaus nieder und verletzte sich den rechten Fuß. Die BerufSgenossenschaftliche Unfallversicherungsanstalt, an die der Verletzte sich wegen einer Entschädigung gewendet hatte, bestritt die Ereignung eines A e l r i eb s Unfalles und lehnte die Zahlung einet' Entschädigung ab. In der hierauf beim Schiedsgericht angebrachten Klage verwies der Verletzte nachgewiesen werden kann, daß sie wegen de§ Dien,--antriites notwendig war. Der Kläger konnte ebenso gut mit dem Verlassen des Hauses aus einem anderen Grunde gesäumt haben, so daß er infolge dieser VersMtung eilen mutzte; aus all diesen Gründen konnte ein Unfall beim Betrieb nicht angenommen werden." • ■-. . - Die Urteilsbegründung sucht zwar sich strikt an dem Gesetz anzupassen, daS beweist aber noch nicht, daß die ^Entscheidung auch gerecktfertigt ist. Im Gegenteil, manche Schluß, folgerungen darin erscheinen stark bei den Haaren herbeige-zogeu. Am Ende kommt man nicht darüber hinweg, daß eilt EifenbahnbedieNsteter, der seinen Dienst für knappe Zeit unterbricht, um sein Mittagessen'einzunehmen, doch nur physisch aus seinem Dienste ausgeschaltet ist. Geistig ist er von seiner Berufspflicht durchaus nicht losgelöst, denn das Bewußtsein seiner dienstlichen Gebundenheit wirkt in ihm fort, und schon dieser Umstand schafft eine Brücke zu dem,Zusammenhang zwischen Berufstätigkeit und dem Unfall, der sich in der Pause zuträgt. Das trifft auch im vorliegenden Falle zu, und man muß sagen, daß der Verletzte sich, als der Unfall ihm geschah, im vollsten Sinne des Wortes im „Banne" des Betriebes -be» fundeit bat. Durch Schreckwtrkung hcre.Kgennndcrte Arbeitsfähigkeit. (Schiedsgericht.) Anton Wolf, Lokomotivführer der k. k. Staatsbahnen in Stadlau, hat am 7. November 1910 im Heizhauörayon Marchegg einen Unfall erlitten. Die von ihm geführte Maschine drohte mit einer anderen zusammenzustoßen, worüber Wolf auf das heftigste erschrack. Trotz aller seiner Be-mühungen fuhr die von ihm gelenkte Maschine an eine andere im Heizhaus stehende an. Infolge dieses Unfalles, der eine -starke Schockwirkung auf Wolf ausgeübt hatte, war dieser sechs Wochen krank und dienstunfähig. Nach Wiederantritt des Dienstes wurde Wolf vom Verkehrsdienst abgezogen und als Pumpenwärter verwendet.. Die Unfallvcrsichcrungsanjtalt hatte W o l s.nach Einstellung der Heilverfahrensrente jede weitere Entschädigung verweigert, mit der Begrünoung, dag Unfallsfolgen nicht mehr vorhanden seien und die Abziehung vom Verkehrsdienst nicht wegen einer Erkrmkung, sondern au 3" administrativen Gründen erfolgte. Gegen diese. Entscheidung brachte Wolf durch Dr. Anton Braß Klage beim Schiedsgericht ein. Bei der am 18. Oktober. 1912 unter Vorsitz des Oberlandesgerichtsrates Dr. Cap durchgeführten Verhandlung wurde der Bahnarzt aus Marchegg, Dr. W ä 1 d l e r, als Zeuge vernommen. Der genannte Bahnarzt bestätigte, daß sich Wolf am Tage nach dem Unfall bei ihm als krank gemeldet hatte und Laß er eine sichtlich objektive nachweisbare Einwirkung des erlittenen ChokS konstatierte. Die vernommenen Sachverständigen, Herr Dozent Dr. v. Stejskal Und Dr. H o e v e l, gaben an, daß-zwar bei Herrn Wolf noch -andere Gesundheitsschädlichkeiten t>o>> liegen, daß aber sicherlich die Schreckwirkung des Unfalles bedeutend gewesen fein müsse und eine gewisse Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit zur Folge hatte. Unter Hinweis auf die Aussage des Herrn Dr. Wäld ler und das. Gutachten «der Sachverständigen, führte Dr. „Braß sodann aus, daß dem Kläger zweifellos eine-Entschädigung gebühre und daß. selbst wenn man die Abziehhng Wolfs vom Verdienstsdienst als rein administrative Verfügung aussassen will, Wolf schon wegen seiner zweifellos durch den Unfall geminderten Arbeitsfähigkeit einen Anspruch auf eine. Unfallsrente habe. In Akzeptatiou dieser Ausführungen verurteilte daS Schiedsgericht die beklagte Anstalt, dem Kläger eine löpro-zentige Rente, monatlicher Kr. 2 9*38, sowie an A a chza h-lung einen Betrag von Kr. 6 75'7 4 und. die Gerichtskosten zu bezahlen, wobei der Vorsitzende Oberlandesgerichtsrat Last in der Begründung ausführte, das Gericht sei' auf Grund der Zeugenaussage und des Sachverständigengutachtens zur Ncber-zeugung gekommen, .buk die erlittene Chcckwirl'img noch Heute die Arbeitsfähigkeit Wolfs beeinträchtige und- daher der Zuspruch einer loprozeniitzen 'Rente dein Gericht angemessen .erscheine. .v J Streiflichter. daß die MittagSvause auch zum Dienst gehöre, zumal ■ Mi das Mittag- darauf, es ihm erlaubt war, den Dienst zu verlassen essen in der Wohnung einzunehinen. DaS Schiedsgericht aber schloß sich der Auffassung der Anstalt an und wies den Entschädigungsanspruch als ungerechtfertigt, weil int Gesetz nicht begründet, ab. In der Begründung des Urteils wird gesagt, der 8 1 des Unfalkversicherungsgefetzes bestimme ausdrücklich, daß die Arbeiter und Betriebsveamlen eines versicherungSpftichugen Betriebes nur gegen die Folgen der sich beim Betrieb ereignenden Unfälle versichert feien. DaS beißt, ein Arbeiter ist nur solange versichert, a l S e r i m Dienst steht, und ist ;rnr gegen solche Unfälle versichert, welche sich bei einer dienstlichen Verrichtung ereignen. Die. Tatsache, daß sich ein Unfall innerhalb der turnusmäßigen Dienstzeit ereignet, genüge allein nicht zur Annahme eines Unfalles beim Betrieb, sie ist nur die erste Voraussetzung; um einen Unfall beim Betrieb annehmen zu können, muß noch die zweite und wichtigere Voraussetzung — ein sachlicher Zusammenhang der Tätigkeit, bei welcher sich der Unfall"ereignete. mit dem Betrieb — gegeben sein, der Unfall mutz sich in Ausübung d-S Dienstes ereignet haben. „Von. diesem Standpunkt aus — so heißt es tu der Begründung weiter — sind auch die Ausführungen des Kläger«, auf welche er seinen Anspruch stützt, vollkommen belanglos; wenn auch die Mittagspause zum Dienst gerechnet wurde, so wäre damit noch jntmer nicht gesagt, daß jeder Unfall während der Mittagspause^ auch ein Unfall beim Betrieb ist. Aber auch der Hinweis des Klägers, daß i?ic Mittagspause kurz war und er daher in den Dienst • eilen mußte, konnte zugunsten der Klage nicht verwertet werden, weil der Kläger gar nicht angeben konnte, wie lange die Pause in der Mittagszeit war, so daß ein Maßstab für die Abschätzung der notwendigen Zeit zum Miltageffen fehlt. Aber seihst wenn nachgewiesen wäre, daß die Mittagspause nur kurz war, so könnte mit der Eile nicht operiert werden, weil nicht * Deutschnatienale Schrittmacher für die Entrechtung der Eisenbahner. Um seinen alten Traditionen nicht untreu zu werden, speit der „Deutsche Eisenbahner" in seinen letzten zwei Nummern wieder einige dummdreiste Lügen gegen uns aus. In seiner Folge 32 beschäftigt er sich in einem Leitaufsatz mit der Schrift unseres Redakteurs über „Das KoalitionSrecht der Eisenbahner im österreichischen Strafgesctzcntwuif", wobei das Blatt die gewiß vielen interessierende Entdeckung macht, daß wir, die Sozialdemokraten, die eigentliche Schuld daran tragen, daß von der Regierung, ein derartiger, die. Eisenbahner bedrohender Gesetzentwurf zustandegebracht wurde. Warum? Weil wir gegen den deutschnotionalen Eisenbahnergesetzentwurf der Herren Kro p, M ich l und Weidenhof fer hetzten und so durch die Verhinderung seiner Gesetz.werdung, die Regierung indirekt bewogen, einen anderen, viel schlechteren Gesetz-. Entwurf einzubringen. Nun ist es erstens schon recht saudumm, zu behaupten, die Regierung hätte, wenn der deutschnationale Entwurf bereits Gesetz wäre, keine Handhabe gehabt, ihren Entwurf einzubringen, um so mehr, wo es sich um eine seit vielen Jahren fällige Reform deS allgemeinen Strafgesetzbuches handelt. Und zweitens: welcher Unterschied besteht zwischen den § 163, den die Regierung vorschlägt, und zwischen den § 124, den die parlamentarischen Vertreter des ReichSbundeS vorschlugen? Man sehe sich doch einmal den Unterschied genau an: § 124 des deutschnationalen Eisenbahnergesetzentwurses: § 124. Mit Retter wird in der Dauer von sechs Monaten bis zu vier Jahren Kerier bestraft: Mer die Bahninspektoren, Mitglieder des Personalbeirates oder Organe der Generalinspektion gewaltsam an der Ausübung ihrer Pflichten hindert oder zu hindern versucht. Mit Kerker in der Dauer von einem bis sechs Monaten wird bestraft: Wer vor Ablauf der Vertragsfrist zum 8of)tv tampfe auf reizt oder zu diesem verleitet. § 163 des Regierungsent-murfes zur Reform des Strafgesetzes : § 163.1. Wer in einer Druckschrift oder öffentlichen Versammlung oder vor einer Menschenmenge dazu eiussdrdert oder cs > an preist, Pflichten nicht nachzu>omuien, dte sich aus einem Gesetz, einer Verordnung, einer Anordnung oder Dienstvorschrift einer öffentlichen Behörde ergeben; 3. wer eine Verbindung zu dem Zweck gründet, solche Pflichten nicht zu erfüllen, oder wer jiit, sie Mitglieder w rbt, wird wegen Vergehens mit Gefängnis oder Last von drei Tagen bis zu sechs Monaten oder mit Geldsirafe von zwanzig bis zu zweitausend Kronen bestraft. Wie man sieht, sind die beiden Bestimmungen einander ähnlich, wie ein Ei dem anderen. Der Unterschied ist bloß der, daß, während die deutschnytionalen Antragsteller die vorbereitende Handlung zu einem Lohnkampf, der Eisenbahner unter Strafandrohung gestellt wissen wollten, geht die Regierung um einen Schritt weiter, indem sie jede Aufforderung „Pflichten nicht nachzukommen"- bestraft wihen lvill. StB er die Aehulichfeif im ganzen, lveist deutlich genug darauf ein, dag der Regierung der b eu t f ti) it a t i o it o I c C n f'lo uvf a i 6 M u st c r vorlag. als fie die gegen die Eisenbahner gerichteten Bestimmungen in ihrem Strafgesetz-enitöurf formulierte. Also sollte heute, wo cs klar ist, dag es die Deut sch nationalen waren, die der Regiert! n g den Weg wiesen, iv i c m a n die Eisenbahner knebelt, der „Deutsche Eisenbahner" hübsch ruhig sein! Zum zweiten, fällt uns der „Deutsche Eisenbahner" an, weil wir die dom Subkomitce des Sozialversicherungsaus-schusseS beschlossene Gleichstellung des Betriebsunfalles mit dem B c r k c h rS u n s a l l eine ,/kleine Besserung" nannten, während cs in Wahrheit eine wichtige Errungenschaft ist. Und so meint der „Deutsche Eisenbahner", der sich wieder ein Verdienst aus seine Fahne schreiben möchte: ..Die Beseitigung der Ungerechtigkeit, die so drückend war, weil eben dadurch ein Verletzter in einen geringeren Bezug kam, als er in seiner Gesundheit erzielte, nennen die Sozialdemokraten eine kleine Verbesserung. Aus dieser wegwerfenden Bezeichnung ist gewiß deutlich genug der Zorn heraus,zuschcn, das; nicht sie es waren, die diese bedeutungsvolle Verbesserung errungen haben, weil eben s i e sich nie besonders dafür eingesetzt habe n." Wer nun unteren Bericht in der Nummer 82 unseres Blattes gelesen hat. der wird daraus ersehen haben, daß wir beit einer „kleinen Verbesserung" lediglich mit dem Hinweis auf die beschlossene Verschlechterung in der Unfallversicherung fovachen, die allerdings der „Deutsche Eisenbahner" nicht gelten lägt weil er die heutige Selbstverwaltung in der Berufsge-nossenschafllichen lieber an die Bahnverwaltung prciSgegebcn sieht, alö das; er sie von' sozialdemokratischen Personalver-tiete'rn geübt sehen will, Aber wenn schon der „Deutsche Eisenbahner" cs will, so können wir ruhig die beschlossene Gleichstellung der Rente eine „wichtige Errungenschaft" nennen, und zwar mit umso größerem Vergnügen, alsunserKarnp.f b n f ü r auf gute zehn Jahre zurückoatiert. Schon am zweiten österreichische« Eisenbahnerkongreß zu Wien, der in den Tagen vom 7. bis 9. Dezember 1602 stattfaud, erklärte nämlich der damalige Referent über die „U n f a l l b c ft ch c r u n g Genosse Dr. Verkauf: „Wir verlangen in erster Linie, daß die Zweiteilung der Rente in eine 6 0- und eine 00p ro-zeil t i ge verschwinde. Wir glauben,, daß der verunglückte Eisenbahner in seinen Hoffnungen, die er zur Bahn brachte, genug getroffen wurde und nicht noch sonst getroffen werden soll. Wir kommt der Wcrkstättenarbeiter, wie -ommt der Oberbauarbeitcr. wie kommen alle jene 'Bedien--uetcn. die nicht im exekuiiben Dienst tätig sind und das Unglück haben, bei ihrer beruflichen Tätigkeit einen Unfall :,u erleiden, dazu, nür einen Ersatz von 60 Prozent des erlittenen Schadens ,u erhalten? 23 i r verlangen also, baß.die Teilung falle, und fordern, datz dem verunglückten Eisenbahner voller Ersatz des ihm entgehenden Verdienstes gewähr: »erb c." Also sind die Herren „Reichsbündler" wieder einmal um ein Jahrzehnt zu spät aufgestanden, wenn fie meinen, daß wir uns bisher um diese Ungerechtigkeit nie kümmerten, und daß es ihr Verdienst sei, wenn man heute die in Rede stehende Bestimmung beseitigen will. Aber auf eine Lüge mehr ober weniger kommt es den Herren schon nicht an. Von den Friedlinder BezirkSbahnen. Von unterrichteter Seite wird uns geschrieben: Immer unerträglicher wird es bei diesen Bahnen. Man schikaniert das Personal, wo sich nur der kleinste Anlaß hiezu bietet. In neuester Zeit erst ließ die Direktion ein Zirkular vom Stapel, welches wohl einer Kritik unter-lügen werden muß. Auf die Generalinspektion redet man sich aus und sagt, daß eine Inspizierung durch diese Behörde erst er bis heute geblieben sind. Obwohl schon wiederholt lettene der Perionalkommission und der Arbeiterausschüsse auf diese Zustände hingewiesen wurde, hat die Verwaltung bis heute für diese Bediensteten keine Entscheidung getroffen. ______________________ Aus den Amtsblättern. Zirkular Nr. 210 der k. f. Staatsbai,ndircktiun Wien. Belastung dev Fahrbcgünstigungen für er-krankte Arbeiter. Laut Erlaß des f. t. EisenbahnministeriumS vom 15. Oktober 1912, Z. 30.453/6 a. können die für aktiv in Verwendung sichende Arbeiter der t. I. österreichischen Staats-vahnen normierten Fahrbegünstigungen 'einschließlich der ihnen instruktioncgcmäß oder übereinkommengemäß even-tuell ausgesolgten dauernden Legitimationen. Freischeinhefte zum Lebensmitteleinkauf. Freikarten für Kinder zum Schulbesuch und dergleichen! denselben auch ick Erkrankungssällen solange belassen werden, als da? Arbeitsotrhältnis nicht durch Kündigung, Entlassung. Provisionicrung u. f. w. gelöst worden ist. Die Gewährung von Fahrbegünstigungen für etwa während der Kranlheilsdauer durch erkrankte Arbeiter s c l b st ,u unternehmende Fahrten hat sich jedoch auf die im Punkt (7i h der Instruktion Rr. XII vorgesehene freie Fahrt zur ärztlichen Ordination oder in eine Krankenanstalt und sonst nur auf jene Fälle zu beschränken, in welchen c8 sich um eine vom Bahnarzt ungeordnete oder laut bahnärztlicher Bestätigung ohne Nachteil für den Zustand der betreffenden Kranken zu unternehmende notwendige Fahrt handelt. Im Krankenstand geführte Arbeiter, welche die in ihrem Besitz befindliche Legitimation zu anderweitigen Fahrten benützen sollten, werden im Betretungsfalle zur Verantwortung gezogen werden. Wien, am 24. Oktober 1912. (Z. 265/1 F.) Der k. k. SiaatSvahndirektor: K o l i S k o ni. p. Korrespondenzen. Burkersdorf. (Todesfall.) Am 17. November fand hier unter zahlreicher Teilnahme der Kollegen' und der Be völkerung das Leichenbegängnis des Genossen Ä. Thu-ntinger statt. Genosse Thuminger war ein langjähriges und treues Mitglied der Organisation. Wir werden ihm stets ein treues Angedenken bewahren. Selzthal. Anläßlich des Eucharistischen Kongresses wurde auch die Station Selzthol mit einer Remuneration bedacht. Wie immer und überall, so wurde auch hier in Selzthal die Verteilung so vorgenommen, daß jene, die wirklich während des Kongresses mitgewirkt haben, wenig oder gar nichts er-Hielten. Auf die niederen Bediensteten und Arbeiter Hat Herr Koller auch diesmal vergessen. Ja. es sollen sich unter den Beteilten sogar solche Leute befinden, die während dieser Zeit auf Erholungsurlaub waren. Herr Inspektor Koller wird mit zunehmendem Alter immer mehr vergeßlicher. Vorigen Monat versprach er den Wächterlontrolloren, daß er den Wünschen des Wächterpersonals Rechnung tragen wird. Sein Vorgehen beweist gerade das Gegenteil. Erkrankt ein Wächter, so nimmt Herr Koller einfach einen Wächter dom Posten VII zur Substituierung weg. mit dem Bemerken: „Ed ist ja so. wieso nichts zu tun." Nachdem dieser Posten häufig zum Verständigen und Herbeiholen der Bremser abkommandiert wird, so kommt cs oft vor. daß dev Wächterkontrollor ganz allein am Platze ist. Solche kleinliche Drangsalierungen könnte man mehrere anführen, zum Beispiel Verteilung der Remunerationen für den Stationdumbau ;c. Mit solchen Vorgängen, wie selbe Herr Inspektor Koller übt, wird sieh kein Tienstvorstkwtz das Vertrauen seiner Untergebenen festigen. Villach. (AuS dem Heizhaus der S ü d b a b n.) Bevor sich int Villacher Heizhaus der Chefwechsel vollzog und das Personal von der Neubesetzung des Postens durch Herrn Ingenieur Pllhak Kenntnis erlangte, gratulierten sich damals die ganzen Bediensteten deshalb, weil es wieder einen HeizbauSchef bekommen sollte, dem ein Ruf eines tüchtigen und umsichtige» Fachmannes als auch eines wenn auch strengen so doch objektiven und unparteiischen Vorgesetzten voranging, wie im April 1911 berichtet wurde. Tatsächlich bewies sich Genannter in den ersten Monaten feines Antrittes als das, wofür ihm der Ruf voranging, da er durch seine Umsicht den wirklich sehr vernachlässigten Lokomotivpark in kurzer Zeit seiner Leitung derart herstellte, daß es eine Freude war. Dienst zu verrichten. Da seit dem Antritt des Heizha'.ispostens fast V-4 Jahre verstrichen und keine Silbe von den hiesigen HeizbauSzuständen in die Ccffent» lichkeit drang, so wird man allgemein der Anschauung sein, daß jener Zustand, den das Personal anfangs anzunehmen alle Ursache hatte, bis heute besteht. Das sind aber seit langem „Tempi paosati". Denn nicht seine fachmännische Tüchtigkeit, sondern den ganzen Ruf, der ihm hiebet gefolgt ist. büßte er fest dieser Zeit ein und das Personal steht seit langem vor. einer aufgeknackten Nuß, weil diese «male einen falschen Kern, dav heißt einen Tantiemenjäger, barg. Was daher den Lokomotivpark anbelangt. der in kurzer Zeit nach seinem Dienstantritt in guten Zustand gesetzt war, befindet sich nun derselbe wie unter der Leitung bei vorherigen Chefs, wenn nicht noch schlechter, so daß sich das 52o?omoiib-! personal in dieselbe sorgenvolle Lage versetzt sieht, mit einer Lokomotive, selbst wenn sie aus der Heizhausreparatur kommt, das Heizhaus zu verlassen, wie es früher der Fall war. 1. Nach periodischer Reparatur fährt mau mit einer ; Lokomotive vom Heizhaus zum Dienstantritt in die Station, | welche sich l'/i Kilometer vom Heizhaus befindet, aus de» .Zug/ dor t selbst bemerkt der Führer die Ausschmelzuug des neuen Verkuppelungslagers. Ta aber diese Tour (FabritS-zug) nicht mehr als 5 Kilometer hin und zurück ausmacht, so i beendet er selbe, um noch Einlangen im Heizhaus dem Ches hievon Meldung zu erstatten. Auf die Frage des Chefs, warum er den Keil nicht nachließ, gab der Führer die Antwort, das; derselbe bereits beim Splinten bestand. „Wenn dies der Fall: warum nahmen Sie eine oder zwei Beilagen nicht heraus?" Aus dem ersieht man, wie genau die Reparaturen seitens des Chefs genommen werden, da c5 sonst nicht üblich, daß man bei nenausgegossenen Lagern schon Beilagen nimmt. 2. Rach periodischer Auswechslung der Räderpaare fährt man mit der Lokomotive ab und schon in der zweiten Station bemerkt der Führer, daß beide Treibachslager ausgeschmolzen sind. (Lokomotive Nr. 782.) Das Liegenbleiben des Zuges wurde dadurch verhindert, weil in der Station ein außergewöhnlicher Zug Kreuzung hatte, bei welchem zwei Lokomotiven raren, so daß die fehlerhafte ins Heizhaus ‘und der Zug von einer der beiden Lokomotiven weiterbefördert werden konnte. Ein weiterer Uebelstand von weitgehender Bedeutung ist "a'genber: Weil sich die Lokomotiven in einem derart desolaten .instand nun wieder befinden, werden die Reparaturen, welche von dem Lokomotivpersonal eingetragen, seitens der Heizhaus lrituug entweder gar nicht oder nur derart mangelhaft aus-s.führt, so daß die Lokomotivführer nach Beendigung der ■ aitren die gleichen Reparaturen neuerlich eintragen müssen. So kam ein Lokomotivführer mit Lokomotive Nr. 1611 von einer Tour nach Hause, trug die notwendigen Reparaturen ein und machte außerdem den diensthabenden Souschef darauf aufmerksam, dieselbe in diesem Zustand nicht mehr auf die Strecke zu schicken, da sonst das Heizhaus mit dieser nur Anstand haben könnte. - Troy der Warnung wurde an derselben nichts gentacht i.itb gleich einem anderen Führer zum Führen eines.Gütereilzuges zugewiesen. Tatsächlich mußte, dann der Führer während der Fahrt Dampf sammeln. Im Heimatheizhaus ange-ipmntcn, machte er hievon dem Chef die Meldung, wofür er noch — trotz anstandsloser Dienstleistung außer dem Damstf-sammeln — mit 1 Kr. bestraft wurde. Nach dieser Tour wurde endlich die Lokomotive in Re-! araiur genommen, wo sich nachstehende Gebrechen ergaben: das Blasrohr war gebrochen, die Kolbenringe und Schieber ganz abgenützt und mehrere Achsenlager ausgeschmolzen. Daß daher die gemachten Reparaturen nicht so, wie sie in einem Heizhaus, welches von einem Chef geleitet wird, der sich der Tragweite der Verantwortung voll bewußt ist, durchgeführt werden, ist einerseits auf den geringen Professionistenstand, anderseits ans die mangelnde Zeit, die diesem zur Verfügung steht, zurück-,y sichren. Nachdem sich die Lok. Motiven fast durchwegs in den geschilderten Zuständen befinden, versucht der Herr Ingenieur Vifho.f die Belastung der Eilgüterzüge Nr. 451, 459 in der Strecke Villach-Linz und Zug Nr. 453 in der Strecke Marburg-Villach bei Serie 32 a um 40 Tonnen noch zu erhöhen, wie dies Beim Zug Nr. 451 schon der Fall ist. Zu dieser nicht fachmännischen Anschauung kam Herr Ingenieur deshalb, weil er einige Probefahrten mit dieser Serie machte, welche von der Hauptreparaturwerkitätte Marburg kam, daher in tadellosem Zustand war. Ob man aber von solchen Lokomotiven, mit welchen man eine Zeitlang Dienst macht, oder von jenen, welche die Hauptreparatur gar nicht haben, obige Leistungsfähigkeit für die Dauer verlangen kann, ist eine andere Frage.» Weigert sich ein Lokomotivführer, jene ltlbcr» last zu nehmen, so hat Herr Ingenieur Pllhak folgende ironische Antwort zur Hand: „Wenn Sie nicht fahren können, so stelle ich Ahnen einen Führer hinauf, der Ihnen das Fahren lernen wird." Es können sich daher die Lokomotivführer nach dem Ausspruch des Herrn .Heizhauschefs nicht verstellen, wie er dies - ustandeüringt, ohne dabei seine Sicherheit sowie die seiner Mitmenschen und der ihm anvertrauten Güter zu gefährden. Daß mit derartig angefüllten Lokomotiven bei jener Ueberlast es mit dem Wasserstand einen Haken hat, ist für jeden Verantwortungsvollen Führer einleuchtend. Gleichzeitig kann man die Art der Verpackung nicht unerwähnt lassen, welche im hiesigen Heizhaus verabsolgt wird. Verlangt ein _ Führer oder eilt Heizer zur Verpackung reine Jute, welche in anderen Heizhäusern in Zöpfen gefaßt wird, jo bekommt man vom Herrn Chef folgende Antwort: „Verwenden Sie die Jute, die Sie zur Reinigung des Mechanismus brauchen, und sollten Sie zu wenig haben, so nehmen Sie sich die vom Heizhaus aus der Kiste." Diese Jute, die dem Verlangenden angewiesen, ist jene, die im Heizhaus von Schlossern und Putzern gebraucht ist und dem Heizmeister zum Attbrennen dient. Daß mit solchem Verpackungsmaterial, welches von Sand nicht frei, cs keine Freude ist, die Stopfbüchsen zu verpacken und diese dann eine Zeitlang halten sollen, wird wohl niemand annehmen. Ein weiterer Grund, daß die Verpackung nicht halten kann und sogar Stopfbüchsen ausschmelzc», ist der, weil Herr Ingenieur außer bei neuausbindendeu Achslagern — wo der Schlaffer wohlgezähite vier Fäden Schafwolldocht per Achse bekommt — keinen anderen für sämtliche übrigen Lager kennt als den schlechten Schnürldocht. Daß sich die Lokomotiven tatsächlich in den geschilderten Zuständen befinden, beweist der ziemlich große Mehrverbrauch von K ohle mit denselben Zügen und der Belastung gegen frühere Jahre, was einer löblichen Maschinendirektion bei genauer Prüfung der eingesendeten Kohlenverbrauchsausweise auf-fallen kann. Auch auf die sehr schlechte Beleuchtung der Lokomotiven mutz hier fnngcroiefen werden, weil _cs Herr Chef noch nicht für notwendig befunden hat, einen Spengler einzustellen, der i:t einem Heizhaus unentbehrlich und auch überall ist. So kommt es, daß das Lokomotivpersonal wegen schlechter und ouSgelöschter Lichter in den Stationen beanstandet wird. Diese schon fast unerträglichen Zustände, dessen Fälle noch lange nicht erschöpft sind, und zwar in Bezug auf die Nichtdurchführung der eingetragenen Reparaturen, sehr schlechtes Verpackungsmaterial, Beleuchtung, höchste Ausnützung des Personals als auch des FaHrparkS liegt nicht mehr in der ökonomischen Handhabung des einem Chef anvertrauten Materials, sondern hier ist es Sv st cm, nur die höchsten Tantiemen sowohl beim lebenden als auch beim toten Material — als was höchstwahrscheinlich Herr Ingenieur Pllhak beides ansieht — herauSzuschindeu. Ob beides dieser Wirtschaft noch lange standhalten kann, darüber zu urteilen wird Sache anderer Faktoren sein. Beglückwünscht kann nur jener Nachfolger werden, durch dessen lieber-nähme fein Bestehen fast unmöglich gemacht wird. Nicht unerwähnt soll das von Herrn Ingenieur Pllhak eingeführte ungerechte und parteiische Strafsystem bleiben, unter welchem das Personal zu leiden hat. So bekommen die Heizer, wie schon erwähnt, zur Reinigung der Lokomotiven ein so minimales Quantum von Jute — welche zur Illustration der Maschinendirektion vorgewiesen wurde — daß dg4 Personal gezwungen ist, auf irgendwelche Weise in den Besitz eines größeren Quantums zu gelangen. Wer dies nicht kann und die Lokomotive nicht so rein aussieht, wie es Herr Chef wünscht, derjenige Heizer wird dann ganz einfach bestraft. Traut sich einmal einer von den Bestraften beim Chef gegen die Strafe Einspruch zu erheben, so erhält er nachstehende Antwort : „Wie und mit was Sie die Maschine reinigen, ist mir gleichgültig; ist Ihnen aber die 1 Kr zu viel, dann zahlen isic 2 Kr." llnd_ so kommt es vor, daß mancher Heizer 4 bis 5 Kr. monatlich Strafe diktiert bekommt, was auch in Abzug gebracht wird. Für dieses einsichtslose Strafen und Schikanieren Bekommen nun einige Heizer nicht einmal Paletots, weil keine im Handmagnzin vorhanden'und auf ausdrückliche Anordnung des Herrn Chefs feine angefordert werden dürfen. Im gleichen Maße verhält sich das Strafen Bei den Lokomotivführern, welchen er gegen Einwendungen erwidert: „Wenn Ihnen die Strafe nicht recht ist, so machen Sie dagegen einen Rekurs." Wie jedoch Rekurse und Gesuche geamtshandelt werden, darüber ist das Lokomotivpersonal genügend informiert, so das; sich Herr Ingenieur Pllhak diese ironisch gemeinten Ratschläge ersparen könnte. Wie die Unparteilichkeit der Strafen aussieht, zeigen nachstehende Fälle: So mußte rin Wagen im September und einer im Oktober 1912 in der Station Lienz wegen Heiß-laufend abgestellt werden. Bei erstem« Zug, den der bekannte Wagenmeister W i r t n i g — ein Gesinnungsgenosse des Chefs — untersuchte, wurde von diesem die Schuld dem. Schmierer Beigcmcffe», welcher mit 1 Kr. bestraft wurde; beim zweiten Fall wurden nicht nur der Schmierer, sondern auch die beiden Wagenmeister mir je 1 Kr. bestraft. Welcher Gunst sich der Südbahnverbündtrr Wirtnig beim Chef erfreut, zeigt nachstehender Fall. Anläßlich der cvubstitution des Genannten in Spittal (Tagdienst 7 Uhr früh bis 7 Uhr abends! vertrat er denselben nachstehend: Wirtnit fuhr zum Dienstantritt um 7-25 früh von Villach ab und kam von Spittal um 5V9 in Villach an. Indem die Substitution zehn Tage dauerte, so weif; man nicht, ob diele tägliche Minusdienstleistung einem anderen als Wirtnik gewährt worden wäre. Daß Genannter dies ohne Einwilligung des Chefs nicht getan hätte, steht außer Zweifel. Bei dieser Gelegenheit wollen wir zu den vielen Sünden, die Herr Ingenieur Pllhak als Heizhauschef am Kerbholz hat. auch die Beeinflussung. des Arztes Dr. K a t t n i g streifen. Wie es nun seit gebende fej.it soll. Denn sonst könnte der Doktor nicht zum Krankmeldenden sagen: „Versuchen Sie, noch Dienst zu machen, da der Chef zu wenig Personal hat. Und sollte Ihnen schlechter werden, so kommen Sie wieder." Den Beweis, daß der Chef den Doktor zu beeinflussen sucht, ist der, weil er gelegentlich " Vorläufig wollen wir dies bei diesem Hinweis belassen. Was die Affichierung der Krank- und Gesundmeldung betrifft, welch erstere Herr Ingenieur Pllhak, bevor man zum Arzt geht, persönlich zu empfangen wünscht, sei folgendes bemerkt: Wie die Erfahrung lehrt, geschehen die meisten Erkrankungen in Ausübung des Dienstes, wo nach Beendigung der Tour die. Krankmeldung erfolgt, die in Villach zum größten in die Nacht entfallen, so wäre es nur selbstverständlich, daß diese Meldungen der i diensthabende «ouchef die Berechtigung haben soll entgegenzuuehmen, luic es wo anders geschieht. Zum Schlüsse sei noch der Vereinsabzüge, wie sie unter der jetzigen Leitung geschehen, gedacht, wonach die Abzüge für die Mitglieder des Südbahnverbandes höchstwahrscheinlich mit der Zustimmung des Chess durch die Rechnungskanzlet geschehen, während er anderseits die Vertrauensmänner der Gewerkschaft, welche die Beiträge ihrer Mitglieder entgegennehmen wollen, aus dem Heizhausrahon auf die Straße weist. Indent daü Personal auf verschiedenes hier Angefühxie durch seine Vertreter sowohl bei der löblichen Masäiincndirektion als auch durch die Personallommission schon des öfteren intervenieren ließ und um Abhilfe etsuchi Pat, aber trotz Versprechens bis heute nichts geschah, so sieht sich das Personal gezwungen, int Wege der Oeffentlichkeit neuerdings die kompetenten Stellen auf die Mißstättde aufmerksam zu machen. Gterzing. Eine eigentümliche Einrichtung besteht in der Station Sterzing. Während in allen Stationen die Bahn-avisi der f. k. Post zur weitern Zustellung übergeben werden, müssen hier die Stationsarbeiter dieses Geschäft in ihrer dienstfreien Zeit unentgeltlich besorgen. Nach einem 24stiin-digen Dienst werden die Leute gezwungen, die Avist den Parteien im Stadtrahon zuzustellen, was jedesmal einen Zeitaufwand von zwei bis drei Stunden beansprucht. .Die Stationsarbeiter sind in dieser Angelegenheit bereits öfter beim Stationsvorstand vorstellig geworden, doch immer ohne Erfolg. Wir wollen hoffen, daß die Südbahnverwaltung noch so viel Einsicht hat, und dieser Ausbeutung der Stationsar-beitcr nach einer 24ftündigen Dienstleistung ein Ende macht. Kufstein. Den Wächter Perktold fordern wir auf, daß er sich das Zerreißen von Stimmzetteln abgewöhnt. Er hat mitsamt seinem Berkehrsbund nichts beigetrogen, daß der Arbeiteransschutz eingeführt worden ist, er lasse darum auch von den Stimmzetteln seine Finger, sonst kann eL fein, daß ihm ein. , l daraufgeklopft wird. Die Oberbauarbeiter aber sollten sie • rganisieren, damit ein solcher Patron nicht mehr glauben kann, daß er sich alles erlauben darf. WittmanSdorf-Gutenstein. (M a ng elhafte S i g. n a l i s i e r u n g.) Was für Zustande auf dieser Linie herrschen, spottet schon jeder Beschreibung. Artikel 25 der Signalordnung schreibt vor, daß für die vorschriftsmäßige Ausrüstung der verkehrenden Lokomotiven und Züge mit den entsprechenden Signalinitteln, dann für die richtige Anbringung und Anwendung der letzteren zunächst die Ausgangsstationen beziehungsweise die Disvositionsstationen, in zweiter Reihe die Lokomoliv- und Zugsführer, sodann der Schlntzkondukteur und endlich die Jwischenstationen die Verantwortung fragen. WaS geschieht aber auf dieser Linie? Die Züge haben zumeist kein Signal und das .Streckenpersonal muß immer mit größter Vorsicht arbeiten, um ja nicht von einer Maschine nieder-gerädert zu werden. Hier ein Beispiel: Gitterzug 2088 hat gewöhnlich Vorspann, manchmal verkehrt Lokomotivzug 2065, manchmal auch Güterzug 2083. Wenn Lokomotivzug 2065 verkehrt, soll der Personenzug 2013 das Signal 143 haben, was aber gewöhnlich nicht der Fall ist. Hat Zug 2013 kein Signal, so ist man im Glauben, es verkehrt Güterzug 2053. Es wird das Geleise gehoben oder man hat Bahnwagen-fährten zu machen oder Schwellen auszuwechseln. Man rechnet auf keine Durchfahrt einer Maschine, ein Pfiff und die Maschine steht vor der Partie. Gerade noch mit heiler Haut springt die Partie auf die eseite und die angefangene Arbeit ist wertlos und man muß wieder von vorn anfangen zu heben, man ist nun froh, daß keiner gerädert wurde. Hätte Per» sonenzug 2013 das vorgeschriebene Signal, so würde man wissen, daß Lokomotivzug 2065 verkehrt, und würde sich danach die Arbeit einrichten. Wir möchten die Herren Stations-Vorstände schon aufmerksam machen, den Artikel 25 der Signalordnung fleißig durchzulefen und sich nicht vielleicht einzubilden, daß es schon genügt, wenn sie es wissen, daß außergewöhnliche Züge oder Maschinen verkehren. Oder glauben die Herren, das Streckenpersonal habe so scharfe Geruchsorgane, daß sie eZ, wenn das telegraphische Zirkular ergeht, vom Draht herunter riechen können? Es sind auch schon Fälle vorgekommen, daß die Maschinenfahrt erst emgeleitet wurde, als schon auf der Rückfahrt die halbe Strecke passiert war. Diesbezüglich wäre schon dringende Abhilfe am Platz, bevor ein Unglück wie in St. Pölten geschieht. Wir lehnen heute schon iede Verantwortung bei einem etwaigen Unglück ab. Auch mit,der Einleitung des GüterzugH 2088 ist es so. Man bekommt einen Laufzettel, daß heute Zug 2083 verspätet verkehrt. Laut Fahrordnung gebt Zug 2083 um 12 Uhr 10 Minuten mittags von Waldegg ab. Gewöhnlich hat die Vorspann von Zug 2088 bei der Rückfahrt den Zug 2083. Zug 2088 geht aber erst in Waldegg um 3 Uhr 26 Minuten nachmittags ab, hat Verschiebungen und die leere Maschine geht vielleicht erst um 4 Uhr von Waldegg ab, also fast um vier Stunden zu spät. Da kann man dann auch auf der Strecke auf den verspäteten Zug, 2083 warten. Man kann keine richtige Arbeit anfangen, weil man keine genaue Abfahrtszeit weiß. Könnte nicht Zug 2075 eingeleitet werden und mit genauer Fahrzeit verkehren? Es wären die Arbeiten leichter zu verrichten, wenn man genau wissen würde, wann der Zug kommt. Wir möchten den Herren das Dienstmachen auf der Strecke wünschen, wenn sie bei solchen Ungewißheiten arbeiten müßten. Wir glauben auch, sie würden sich bei solchen Zuständen beschweren und nach Abhilfe rufen. Auch das Signal 244 kennt man auf dieser Strecke nicht. Zum Beispiel verkehrt in der Winterfahrordnung Personenzug 2018 nur an Sonn- und Feiertagen und deren Vortagen mit der Abfahrt von Witt» mannsdyrf um 10 Uhr 10 Minuten nachts. Das Signal hat aber der um 5 Uhr 10 Minuten abends abgehende Personenzug 2016. Also ist der Zug schon um fünf Stunden vorher signalisiert, obwohl noch zwei Züge in dieser Zwischenzeit verkehren. Die Wächter warten manchmal sehr lange auf den Zug, weil sie oft nicht wissen, ob nicht Lokomotivzug 2086 verkehrt. Warum wendet man hier nicht das Signal 244 an, um das Dienstmachen zu erleichtern? Wir hoffen, daß auch in dieser Beziehung Abhilfe geschaffen wird. Pettau. (Todesfall.) Einen schweren Verlust hat die Ortsgruppe durch den Tod des Genossen Berste jun., Ma-gazinSarbeiter, erlitten. Genosse I. V er sic war stets ein eifriges Mitglied unserer Organisation und ein zuvorkommender Arbeitskollege. An seinem Grabe trauert eine junge Witwe mit einem Kind. Möge dem so früh Dahingeschiedenen die Erde leicht sein. Mühlbach im Pustertal. Ein Unikum von einem Vorgesetzten ist der Bahnmeister H a n i k a, der durch seine fachmännischen Unkenntnisse eine direkte Plage für die Bediensteten bedeutet. Am meisten beklagen sich über den Bahnmeister die Streckenbegeher, da von diesem Vorgesetzten weder eine ge- . nügende dienstliche Auskunft noch sonst etwas Vernünftiges zu haben ist. Seine ganze Weisheit besteht darin, daß er auf jede dienstliche Anfrage antwortet: „Geht mich nichts an" oder: „Ich weiß nichts." Selbstredend ist mit einer derartigen Erledigung weder den Bediensteten, noch der Babnverwaltung irgendwie geholfen. Seine Unkenntnis der dienstlichen Vorschriften ist auf der ganzen Linie bekannt. Ist uns doch schon früher eine Anzahl von Beschwerden von Franzensfeste und Lienz über H a n i k a eingesendet worden. Oft genug müssen die Bediensteten und Arbeiter die vorschriftswidrigen Anordnungen des Bahnmeisters Hanika korrigieren, um die Gesellschaft vor eventuellen Nachteilen zu schützen. Im Interesse des Dienstes und der Bahnverwaltung wäre es gelegen, den Herrn Bahnmeister auf die verschiedenen anhaftenden Fehler aufmerksam zu machen. Der Bahnmeister ist doch der Südvahngesell-schaft unterstellt und diese hat wiederum die Pflicht, jene Organe, die den Bediensteten und Arbeitern als Vorgesetzte bezeichnet werden, in den verschiedenen Dienstleistungen gehörig zu unterrichten und auszubilden. Bei Herrn Hanika dürfte man dies übersehen haben. Thalheim an der Mur. Durch die Versetzung des Sta-tionLmeisterS Rudolf Hof f-m a n n von Thalheim an der Mur nach Rolbnitz (Tauernbahn) dürfte endlich chmtäl_dic so lang ersehnte Ruhe unter dem Personal und in der Station Thalheim an der Mur eiuireten. Stationsmeister Hoff nt a u i: bat es mit seinem Kompagnon Vinzenz Has lauer, Magazinsaufseher in Thalheim, ausgezeichnet verstanden, das Personal und die ihnen mißliebigen Personen beim dortigen Stationsvorstand anzuschwärzen. Nun hat Ho ff mann das Geschick ereilt und ein Angeber ärgster Sorte muß die Station M" xssen, wo er so viel Unheil gestiftet hat. Der Magazinscher Haslauer dürfte bald seinem seelenverwandten pagnou Hoffmann folgen. Wir erachten es als unsere Pflicht, die Kollegen in Kolbnitz auf den Stationsmeister .Hoff» mann gebührend aufmerksam zu machen. »,»»»» UBli n u Bf » 9 & c a ■ a e ■ B C O B B U m a a c a a a c a c 8 B ■ B a a « e a k ■ a a b BUBI uea: c ■ e i ■ B b u » a a a e a B B ■ B B 1 B B r o ■ o b a b « a a ■ B a a 8 ■ B » a n a a a e a a a a a 9 8 8 8 1 : bb : BIBI 8 8 8 8 !OBaoBacee«JiB iiiiaaiaa^B ®, ist te X8I1, Sflltl UNsiMS B B b a per 1918 und wird derselbe «ach Maßgabe der Ablieferung an die Besteller versendet werden. Jeder Käufer erhält ein Heftchen über ge*?“ die Fahrbegünstigungen des Personals auf den europäischen Eisenbahnen gratis OüS' verabfolgt. Der Preis per Exemplar betrugt samt einer Versicherung auf tödlichen Unfall auf 200 Kronen nur 1 Krone 20 HsAer. Anspruch auf diese Karte hat derjenige Kalenderkäufer, der beispielsweise im Anfang des Jahres im Eisenbahnbetrieb verletzt wurde und an den Folgen dieser Verletzung innerhalb des Kalenderjahres mit Tod abgegangen ist oder derart verletzt wurde, daß der sofortige Tod eintrat. Das neue Jahrbuch ist für alle Mitglieder und Kollegen bei unseren bekannten Vertrauensmännern gegen Barzahlung in den Stationen zu haben. Genossen! Agitiert allerorts für dieses schöne und inhaltsreiche Büchlein, damit e- eine große Verbreitung findet. Zer SeniraMW. n a B n 8 U 8 8 8 0 b a 8 8 8 8 8 a 8 8 8 8 O 8 8 8 8 * 8 8 8 ti 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 8 e 8 8 8 B 3 8 8 8 8 Giöt. Die Bediensteten und die Arbeiter von Cilli sind schon wieder um eine Erfahrung reicher geworden. Es hat sich schon wieder der Herr Stationsches K ü g l e r als guter Vater seiner Bediensteten gezeigt. Der Sachverhalt ist folgender: Die Bediensteten von Cilli streben schon lange danach, einen guten und vertrauenswürdigen Bahnarzt zu erhalten, um von Dr. Premschak loszukommen, gegen den viele berechtigte Beschwerden vorliegen. Das Personal hat in dieser Angelegenheit alle Schritte unternommen und es hat auch einem Krankenkassenausschußmitglied Gelegenheit gegeben, in einer Versammlung die Beschwerden des hiesigen Personals über die >äffenärztliche Behandlung kennen zu lernen. Als die Sache in der Sitzung des Krankenkassenausschusses vorgebracht wurde, legte dcr Herr Chefarzt ein günstiges Zeugnis vor, das Stalionschef K ü g l e r über die Tätigkeit Dr. Prems ch a$S ausstellte. Dies ist sehr verwunderlich, hat doch Herr Kügler weder für sich noch für feine Familie je die Dienste Doktor PremschakS in Anspruch genommen, so daß er über keinerlei Wahrnehmungen verfügt, um die Tätigkeit Dr. Premfchaks beurteilen zu können. Der Herr Stationschef von Cilli sollte seinem Personal nicht dort Schwierigkeiten machen, wo cs sich um eine so wichtige Sache, als die Behandlung kranker Bediensteter oder kranker Familienangehöriger von Bediensteten ist, handelt. Die Bediensteten haben noch weitere Wittel, um auf ihrem Rechte nach einer anständigen Behandlung im Krankheitsfalle zu bestehen, und sie werden nicht früher rasten, ehe sie nicht aus den Händen des Dr. Premschak befreit sind. Wir raten allen Bediensteten und Arbeitern von Cillt, eiiige-! denk zu sein, das; eine gute Organisation die größten Schwierig-' feiten beseitigen vermag und daß jeder einzelne m die Organisation gehört. Troppau. Der Obmann unserer Troppauer Ortsgrupp-Genosse Johann B i r s a k, Portier der k. k. Nordbahn, ist gestorben und wurde am 21. November l. I. zu Grabe getragen. Genosse Birsak war ein langjähriges Mitglied unserer Organisation und ein überzeugungstreuer Genosse und wurde wegen seines lauteren Charakters allgemein geschätzt. Die Genossen von Troppau werden ihm ein ehrendes Angedenken bewahren. Gänserndorf. (Ein Wächter als Veteranen-Häuptling.) In der Haltestell,. Winkendorf kriecht der Wächter Ernst herum, der in seiner dienstfreien Zeit öfter in einer phantasiereichen Uniform arrzutreffen ist. An Festtagen trägt Ernst eine buntscheckige, mit Streifen und Dekorationen reich garnierte Uniform. Um den Körper ist eine breite Schärpe geschlungen und den viclverheißenden Schädel Leckt ein mit Hahn- und Gänsefedern geschmückter Hut. Der Wächter ist Veteranenvorstand, und als solcher hat er die Pflicht, auf alles, was nicht den Patriotismus zur öffentlichen Schau trägt, zu wettern. Gegenwärtig sind cs die verdammten «ozialdeniotraten, die unserem „Schärpenträger" im Magen liegen. Doch hin und wieder kann auch ein Veteranenhäuptling die Hilfe der Organisation ganz gut brauchen. Vor drei Jahren bemühte sich Ernst, sieben provisorische Dienstjahrc in Anrechnung zu bringen. Dieses Kunststück konnten sämtliche Veteranenvereine Oesterreichs nicht zuwege Bringen, deshalb trat Ernst der Organisation der Eisenbahner bei. Die Vertreter unserer Organisation intervenierten und dem Wächter Ernst wurden die sieben Dienstjahre angerechnet. Kaum war die Anrechnung im Amtsblatt- erschienen, so kehrte der „tapfere >Held" der Organisation den Rücken und schimpft fleißig über die Roten, die ihm den Erfolg gebracht haben. So bandelt kein Ehrenmann, und wenn er zehnmal „Schärpenträger" ist. Wie lange möchte wohl die Herrlichkeit des Wächters Ernst als Veteranenvorstand dauern, wenn wir die gewiß nicht einwandfreie Geschichte mit dem Holz- und Kohlengeschäft in unserem Fachblatt beschreiben mochten? Oder sollte das Wegnehmen von dem für sechs Monate Berechneten Heizmaterial für die Diensträume eine besondere patriotische Handlung bedeuten? Also Vorsicht, Herr Schäcplinger! Troppau. (V o „ der k. k. B a h n c r h a 11 u n g.) Am 1. Oktober l. I. erkrankte plötzlich im Dienste dcr feit mehr als 20 Jahre in der Strecke Troppau—Bennisch beschäftigte Visierer Johann Nierlich schwer und mußte dessen Ueberfüh-rung ins Allgemein« Krankenhaus veranlaßt werden. Am 12. Oktober wurde derselbe gebessert aus dem Krankenhaus entlassen und befindet sich seit dieser Zeit in häuslicher Pflege. Da feit der Erkrankung bis zum heutigen Tag bereits ach! Wochen verstrichen sind, und Nierlich bisher noch keinen Heller Krankengeld Bekommen hat, wäre es wünschenswert, daß sich um den in Not lebenden Nierlich, welcher außer seiner seit Jahren kranken Frau noch kleine Kinder hat, an maßgebender Stelle gekümmert wird, damit derselbe durch die grobe Nachlässigkeit der Bahnerhaltungssertion Troppau nicht länger darben muß. Es erweckt Beim Personal den Anschein, daß Bei dieser Sektion nur jene Leute ihre Rechte und Gebühren er-halten sowie auch sonst bevorzugt werden, welche gute Butter-, Eier- und Obstlieferanten sini. Bersammlunqsberichte. Wien-Haupizollamt. Am 2. November fand in Wien, III. Bezirk, in Binders Gasthaus eine gut besuchte Versammlung statt, zu welcher von der Zentrale Genaffe S w o b a d a entsendet wurde. Genosse Swoboda sprach über Organt-s a t io n und Vertraue nsmännersy st cm, für welche Ausführungen er reichen Beifall erntete. Nachdem noch verschiedene Anfragen gestellt wurden, deren Beantwortung durch die Zentrale erfolgen wird, schloß Genosse G o l l e r st e p p e r die Versammlung. i Matzleinsdorf. Donnerstag den 21. November fand in Jakefch' Gasthaus, Wien XII, eine gut besuchte Eisenbahner-Versammlung statt, in welcher Genossc Hon dl in einem ausführlichen und sehr wirkungsvollen Referat über die Sozialversicherung sprach und den Regicrungsentwuerf und die Haltung der bürgerlichen Parteien kritisierte. Seine Ausführungen wurden oft von Beifall unterbrochen und fanden begeisterte Zustimmung. Genoffe Swoboda, der von der Zentrale entsendet wurde, bekrittelte die unglaubliche Saumseligkeit mancher Kategorien, die dem Leben und der Arbeit wahrlich kein Verständnis entgegenbringen. Es muß auch bei diesen getrachtet werden, aufklärend zu wirken. Genosse Kovar schloß mit einem kräftigen Schlußwort die Versammlung. Stadlau. (Heizhaus.) Am 13. November I. I. fand in Stadlau in FrIuenknechts Gasthaus eine Sektionsversammlung des Lokornotivpersonals statt, zu welcher von der Zentrale Genosse Swoboda erschien. Nachdem die Zustände des Heizhauses Stadlau einer gründlichen Erörterung unterzogen wurden, die wir demnächst ausführlich behandeln, sprach Genoffe Swoboda über „Organisation und T a k t i I", welcher Vortrag beifällig aufgenommen wurde. Es wird darauf hingewirkt werden, den Zuständen in diesem Heizhaus ein Ende zu Bereiten. Penzing. Am 10. November Berichtete Genoffe Decker .iit einer gu> besuchten Versammlung des Verschubpersonals jüber die Anträge im Zentralausschuß der Personalkommission. St. Pölten. Am 7. November fand Im Vereinslokal eine Zügsbegleiterversammlung statt, in welcher Genoffe Schober über die Tätigkeit der Personalkommision Bericht erstattete. Salzburg. ^Eisenbahnerversammlung in Itzling.) Samstag den 23. November fand im Gasthaus „zum Pflanzmann" eine gut besuchte Eisenbahnerbersammlung statt, in dcr Genosse D u 3 e k von der Zentrale über den von der Regierung int Parlament eingebrächten Strafgesetzentwurf | referierte. In leicht verständlicher Weise schilderte er besonders jene Paragraph« dieses Entwurfes, die für die Eisenbahner und ihre Organisation von einschneidender Bedeutung wären. Besonders wies Genosse Dusek nach, daß der sattsam bekannte Eisenbahnerretter Kroh in seinem Gesetzentwurf, der dank der Wachsamkeit unserer Genossen nicht zur Verhandlung kam, der Regierung den Weg wies, wie man auf Gesetzeswegen den Eisenbahnern jeden berechtigten Lohnkampf unmöglich machen kann, trotzdem diese Herren im Vorjahr nicht genug mit ihrer passiven Resistenz drohen konnten. Jeder einzelne Eisenbahner hat alle Ursache, zu verhüten, daß diese Vorlage Gesetz wird, weil trotz aller Wachsamkeit im Dienste auch im modernen Betrieb Unglücksfälle Vorkommen, nach welchen der Bedienstete auf Grund drakonischer Paragraphe mit Kerker und Arrest bestraft würde. Die jeden Eisenbahner bekannte Formel „mit einem Fuß im Grabe, mit dem anderen im Kriminal", würde erst recht zur Wahrheit. In die hierauf folgende Debatte griff auch der Obmann der Salzburger Reichsbundortsgruppe, Herr Schöberl, ein, nicht aber um die für die Eisenbahner so schädliche Vorgangsweise der nationalen Retter zu verteidigen, sondern er schimpfte weidlich über die „Schlappschwänzigkett dieser Herren" im Parlament. Es ist ja bekannt, daß, wie Herr Schöberl, so alle nationalen und christlichsozialen Helden, wenn sie vor sozialdemokratischen Eisenbahnern sprechen, eine andere Walze einlegen, es hätte auch hier nicht viel gefehlt und der Herr Reichsbundobmann wäre in manchen Ausdrücken radikaler geworden, als selbst die Sozialdemokraten. Wir bezweifeln, ob Herr Schöberl in seinen Kreisen die Juristenfrage und die Bcnmtenfrage überhaupt so radikal beurteilen wird, wie in unserer Versammlung. Die ganzen Ausführungen waren ein krauses Durcheinander, ans dem man sich keinen vernünftigen Satz bilden konnte und Genosse _ Dusek hatte leichtes Spiel, dem mit dcr beschränkten bürgerlichen Phrasenideologie behafteten Herrn entsprechend zu erwidern. Nachdem noch mehrere Kollegen zu der für die Eisenbahner so wichtigen Angelegenheit gesprochen, wurde die Versammlung mit der Absingung des Liedes der Arbeit geschlossen. Friedland t. B. Am 16. November fand int Saal des Arbeiterheims in Friedland eine öffentliche Eifenbahncrver-sammlung statt, in welcher Genosse G r ü n z n e r aus Bodenbach über die Organisation und die wirtschaftliche Lage der Staatsbahn- und Friedlinder Bezirksbahnbediensteten ein mit Beifall aufgenommenes Referat erstattete. Malborghet. Von Pontascl bis Tarvis versammelten sich die Vertrauensmänner der Eisenbahner des Kanaltales am 10. November nachmittags int Hotel Schnabelegger, um über wichtige, die Eisenbahner interessierende Dinge zu beraten. „Die Eisenbahner und die Erfolge der Organisation seit zwanzig Jahren", zu diesem Thema sprach Genosse Brandt aus Villach, welcher in sachlicher Rede die Lage der verschiedenen Kategorien besprach, und wie sich die Stellung der Eisenbahner durch den Einfluß der Berufsorganisation gebessert habe. Warum sich die Eisenbahner auch mit besonderem Interesse der politischen Organisation annehmen sollen, zeigte Genosse Schatzmahr aus Villach, welcher nachwies, wie die bürgerlichen „Volksvertreter" bestrebt sind, den Eisenbahner seiner rechtlichen Stellung zu berat,' en, ihm das Vereinigungsrecht zu nehmen und die im Dienste zu Krüppeln gewordenen Eisenbahner zu schädigen. Die Ausführungen beider Redner fanden allgemeinen Beifall. Arnoldstein. Die am Sonntag den 10. November um 9 Uhr vormittags im Gasthof Lipot' stattgefundene Versammlung der Eisenbahner der Strecken Gailtal und Tarvis-Fürnitz hatte trotz der ungünstigen Zufälle einen guten Besuch zu verzeichnen. Genosse Brand! aus Villach sprach über Eisenbahnerfragen und über die Erfolge der gewerkschaftlichen Organisation. An der Hand eines reichen Zahlenmaterials besprach er die Entwicklung des Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerk-schaftsvereines seit 20 Jahren und was diese Entwicklung für die Eisenbahner aller Kategorien bedeutet. Genosse Schatzmayr aus Villach sprach über die Notwendigkeit der politischen Organisation. Gerade die Eisenbahner haben cs besonders notwendig, sich für die öffentlichen Angelegenheiten zu interessieren, da man von gegnerischer Seite immer wieder versucht, den Eisenbahner in feiner rechtlichen Stellung als Staatsbürger zu fchädigen. (§ 430 des Vorentwurfes zum neuen Strafgesetz.) Die Beratung int Sozialversicherungsausschuß, wo Kroh mit Hilfe der Regierungsbeiräte eine Verschlechterung der durch Unfälle Betroffenen Eisenbahner bereits durchsetzte. Um den notwendigen Einfluß auf die Gesetzgebung zu gewinnen, müsse der Eisenbahner sich der Waffe der politischen Organisation bedienen. Je besser dieselbe ausgebaut ist, um so wirkungsvoller wird sie bei gegebenen Aktionen zu gebrauchen sein. Klein-Reifling. Am 10. November sprach hier in einer öffentlichen Verrinsversammlung Genoffe Dusek über „Parlament und die Forderungen der Eisenbahner". Neumarkt-Kallham. Am 10. November fand in Neu-markt-Kallham eine § 2-Bersammlung statt, in welcher Genosse Mahr aus Wien einen lehrreichen Vortrag hielt. Lichtenau. Am 15. November sprach Genoffe Koranda über „Parlament und Eisenbahner". Brüx. (Separatistische Demagogie.) Die separatistischen Eisenbahner in Brüx hatten für den 11. November 1912 eine öffentliche Eisenbahnerversammlung arrangiert und dazu die tschechischnationalen Bergarbeiter,Schneider, Bäcker u. s. w. eingeladen. Als Referenten waren mehrere tschechifchnationale Abgeordnete angekündigt, die über das Thema „Eisenbahner und Parlc-meyt" sprechen sollten. Die mit so viel Tamtam angekündigte große Versammlung wurde schließlich in eine § »«Versammlung umgeändert, da statt mehreren Reichsratsabgeordneten nur Herr H a w r a n e I als Referent gekommen war. Doch auf eine ruhige, sachliche Verhandlung konnten sich die Herren Separatisten nicht entlassen und nach kurzer Dauer mußte Genoffe Buchar infolge des andauernden Gebrülls der Separatisten sein Referat beenden. Wir hatten Gelegenheit, bei dieser Versammlung die Separatisten genauer kennen zu lernen und werden uns die Ausführungen des Herrn Hawranek und die Zwischenrufe der Friedensstörer gut im Gedächtnis behalten. Unsere Genoffen beteiligten sich ebenfalls an dieser Versammlung und hatten Genossen Buchar als Referenten eingeladen. Gleich zu Beginn konnte man bemerken, zu welchem Zweck die separatistischen Bergarbeiter Schuster, Schneider u. f. tu. eingeladen wurden. Ein ohrenbetäubender Lärm und ein wüstes Geschimpfe war während der Rede des Herrn Hawranek die einzige Leistung der geladenen Separatisten in dieser „Eisenbahnerver-famntlung". Nach Herrn Hawranek meldete sich Genoffe Buchar zum Worte, um den Standpunkt und die Bestrebungen unserer einheitlichen Organisation festzustellen. Polnischer Gisenbahner-TerschenkalenHer Allen Genossen diene zur Kenntnis, daß bet Taschen- Kalender für die polnischen Genossen bereits zur Ausgabe gelangt. Derselbe ist unter den ganz gleichen Modalitäten wie der deutsche Kalender von der Adihuiisiration des „Eisenbahner" zu beziehen. (i'utc Agitation fiit biefeef Buch ist notwcudiq. Ans den Organisationen. Wickwitz. In der am 17. November 1912 abgchaltcneit Generalversammlung dcr Ortsgruppe Wickwitz wurden folgende Ausschußmitgliedcr gewählt: Eduard Grund, Ob-mann, Josef Hammer jun., Stellvertreter; Marzellus Himmel, Schriftführer, Josef Schmidt, Stellvertreter; Josef I l l, Kassier; Jasef H a nt m e r sen., Johann R i ch t c r, Alois S ch m i d t, Ausschüßmitglieder; Wenzel H a in in e r, Johann Siegt, Revisoren; Max Calupka. Bibliothekar; Franz Grund, Subkassier für Warta und Hermann Fuchs für die Lokalbahn Gießhübel-Sauerbrunn. Innsbruck II. Am 9. November 1012 fand die Generalversammlung der Ortsgruppe Innsbruck II statt. Auf Antrag der Kontrolle wurde dem alten Ausschuß das Absolutorium erteilt. In den neuen Ausschuß wurden folgende Genoffen gewählt: Alois U rt i e r 6 e r g e r, Obmann, Karl Hackl, Stellvertreter; Josef Rotter, Schriftführer, Johann Mik^e, Stellvertreter; Ferdinand Wacker, Kassier, Anton Bergmann, Stellvertreter; Karl Danner und Rudolf Hiesl, Beisitzer; Kobelnig und Gruber, Revisoren. Sämtliche Zuschriften in Ortsgruppenangelegenheiten sind an Genossen Alois Unterberger, Innsbruck, P r ach l erst ratze 68, 2. Stock, in Geldangelegenheiten an Genossen Ferdinand Wacker, Innsbruck, Inn st ratze N r. 10 5, 3, Stock, zu richten. Alt-Paka. Die Mitglieder werden ersucht, die Monate-beitrage pünktlich zu begleichen, da geg« Restanten nach § 9 der Statuten vorgegangen werden müßt»» Ferner werden die Genossen aufgefordert, die Mitgliedsbücher behufs Revision an Genossen Maronn abzugeben. Zuschriften in Vereins-angelegenheiien sind an Genossen Wenzel Iizicnh, Platz-inciste r in Alt-Paka, in Geldangelegenheiten an de» Kassier, Genossen Wenzel Maronn, Wächter in B e l a bei Alt-Paka, zu adressieren. Turnau. Die Genossen der Ortsgruppe werden ersucht, ihre Mitgliedsbücher dem Kassier zur ganzjährigen Revision zu übergeben. Wolfsberg. Die Mitglieder werden ersucht, ihre Jnie-rimskarten und Mitgliedsbücher behufs Kontrolle an den Kassier abzugeben. Die «stierenden Mitglieder werden aufgc-fordert, nachzuzahlen, damit die Jahresrechnung rechtzeitig an die Zentrale eingesendet werden kann. Obertrau». Die Zahlstelle hielt am Q. November eine gut besuchte Versammlung ab. Als Referent war Genosse Erhard t aus Linz gekommen, welcher über die Forderungen dcr Eisenbahner referierte. Görz II. Jene Mitglieder, die sich mit den Monats» beitrügen int Rückstand Befinden, werden aufgefordert, ehestens nachzuzahlen, damit sie nicht ihrer Rechte verlustig werden. Nachdem der Hauptkassier den Jahresabschluß mit der Zentrale fertigstellen muß, fo Bitten wir die geehrten Mitglieder, die Beiträge pünktlich und bestimmt zu entrichten. Troppau. Da unser Obmann Genosse Birsak gestorben ist, sind alle Zuschriften an den Obmannstcllvertreter Genossen Eduard Kantck, Troppau, Feldgasse 8, zu richten; solche in Geldangelegenheiten an Heinrich K r i s ch k e, Troppau, Gilsch-witzcrgassc 12, für die Nordbahn und Johann Termin für die Staatsbahn. Verschiedenes Blutopfer des Krieges. Die Menschen schlnchterei, die gegenwärtig den türkischen Boden mit dem Blute der Balkanvölker düngt, Bringt das Unheilvolle und Verbrecherische der Kriege wieder einmal zu grauenhafter Erkenntnis. Hundert* und tausendmal sind die Greuel von berufener Feder bärge» stellt worden, nichts wirkt aBer fo unmittelbar, als die nackten Ziffern über die Vernichtung von Menschenleben, als die nackten Ziffern über die Vernichtung der wirtschaftlichen Güter, die der Arbeit für die Kultur durch den Krieg entzogen werden. Betrachte man nur, was die Kriege der letzten fünf Jahrzehnte des vei'floffeiten Jahrhunderts an Menschenleben gekostet haben. Diese Blutbilanz übersteigt alles menschliche Fassungsvermögen. Es wurden getötet im Krieg in der Krim . . 750.000 Mcnm Italien . . 45.000 Dänemark . . 8 000 „ Sezession (Amerika) . . . . 800.000 Preufzen-Oesterrcich . . . . . 45.000 Rußland-Türkei .... . . 250.000 Mexiko „ Gochinchinn „ Frankreich-Deutschland . * / 2,178.000 Mann Mcr das Meer von Menschenblut ist in Wirklichkeit noch größer, als in diesen Zahlen zum Ausdruck kommt, da wegen Mangel an zuverlässigen Angaben die Zahl der Gefallenen in den Kriegen in Abessinien, Indien, Afghanistan, Madagaskar, Kuba, Transvaal, China, Dahomei Tunis, ■ im Tonkin, Zululand und die der chinesisch-japanischen und russisch-japanischen Feldzüge und einiger kleinerer Kampagnen nicht einbezogen worden sind. Man geht sicher nicht fehl, wenn man die Zahl der in diesen Kriegen Getöteten auf mindestens 800.000 festfetzt. Drei Millionen Menschenleben kosteten also die Kriege in einem halben Jahrhundert. Die Opfer »n Geld lassen sich für das ganze Jahr-hundert feststellen. Die hauptsächlichsten Kriege haben gekostet: Napoleonisckie . ... 16.500 Millionen Franke» Türkisch-russischer.... 500 „ „ Algier • 1.200 Spanisch-portugiesischer . 1.260 „ „ ftannda.................. 55 „ „ Seminola .~T............ 135 „ „ Meriko.................. 185 „ „ Kaffer................... 50 Krim...................7.600 „ „ Italien............... 1.500 „ „ Sezession............ 25.000 „ , Abessinien.............. 215 „ „ Paraguay...............1.200 „ „ Deutsch-französischer . . 15.500 „ „ Aichantis................ 27 „ , Zentralasien...........1.125 „ , Russich-türkischer .... 6.000 „ „ Afghanistan-Zululnnd . 425 „ „ Sudan................... 105 „ „ Madagaskar.............. 105 „ „ Abessinien.............. 575 „ , Kuba ......... 5.000 „ „ Transvaal..............4.000 „ „ Chinesisch-japanischer . . 1.500 „ „ Auch hier fehlt eine Anzahl Feldzüg«. Aber schon die hier ufgeführten Ausgaben zeigen, daß die Kriege des 19. Jahrhunderts 100 Milliarden verschlungen haben. Und das ist bei weitem nicht alles. Denn hier sind nur die direkten Kricgskosten angeführt. Nicht viel niedriger als die direkten Kriegskosten wird aber der Schaden sein, der durch die Verwüstungen angerichtet wiro. die mit dem Krieg naturgemäß verbunden sind/ Und endlich mutz man, um die ganze Größe der durch die Kriege vergeudeten Summen zu erhalten, auch die Betrüge der Militärbudgets in Rechnung ziehen, die wir an anderer Stelle veröffentlichen. Aber wie ungeheuer auch die Geldausgaberi, die Vernichtung des wirtschaftlichen SBoljl» standes ist, alles verschwindet doch neben den gewaltigen Opfern an jungen Menschenleben. Welche Summe von Glück, Wohlfahrt und Kultur hätten diese nutzlos gemordeten Menschen durch ihre Arbeit und ihr Talent der Menschheit schaffen können! Literatur. Verschrobenes Volk. Unter diesem Titel gelangt soeben im Verlage der Buchhandlung Vorwärts Paul Singer G. m. ),i. H., Berlin SW. 68, eine Sammlung Erzählungen und Satiren aus der Feder von Robert Grötzsch zur Ausgabe. Der Preis ist wie bei den früheren Bänden der Vorwärts-Bibliothek gebunden 1 Mi. Als humoristisch-satirischer Erzähler ist Robert Grötzsch der Arbeiterschaft Jüngst bekannt. Seit Jahren erscheinen seine Arbeiten in den Spalten der Arbeiterpresse. Jetzt legt er eine Sammlung humoristisch-satirischer Geschichten auf den Büchertisch. „Verschrobenes Volk" heißt das Buch, und dieser Titel trifft. Leute aus dem Volke, schnurrige Käuze, schlicht-einfache Naturen, an denen man im Alltag leicht vorübersieht, zieht Gröhsch aus ihrer Verborgenheit hervor, zeigt sie uns in ihren richten und großen Schmerzen, in Situationen, Umständen und Beleuchtungen, die das menschlich-komische Gehaben dieser Typen ergötzlich sichtbar werden lassen. Straßenbahner Staudigl, der die Postillione aus Naugueid vergiften möchte, Alois Steprniak, der quecksilbrige Arbeitsfanatiker, Wähler Zirrgiebel, der von seinen politischen Feinden zur Urne geschleppt wird, die konkurrierenden Schuster Gaudernack und Motziklab, die einander die Luft nicht gönnen, der immer dankbare Heinrich Negensiehl und was an Käuzen sonst noch im ijuchc umherläuft: sie alle schleppen unter ihrem Alltugsgewand ein gerüttelt Maß Narrentum und Narrenschmerzen mit durchs Leben. Wo ihre Verschrobenheit harmlos bleibt, gestaltet der Autor seine Leute mit herzhaft-ironischem, verfitzendem Humor, zur bissigen Satire aber steigert sich dieser Humor, wo die menschliche Komik ins Reaktionäre hinüber» spielt. Es ist ein Buch, das über Menschlich-Allzumenschliches ,'nchen macht, ohne die sozialen Nöte unserer Zeit zu vereisen. Das Seuchcngefetz und die Sozialdemokratie. Die Sozialdemokratie ist auch eine Kämpferin für die Gesundheit; stet? hat sie Forderungen erhoben für gesundheitliche Bedingungen der Arbeitsstätten und der Wohnungen der Arbeiter, für jede Ausdehnung der Gesundheitspflege und für alle Einrichtungen, die die Verbreitung von Volkskrankheiten verhindern^ sollten. Der Kampf gegen die Tuberkulose wird seit Jahrzehnten als eine der wichtigsten staatlichen Aufgaben von den Arbeiterorganisationen bezeichnet. Unzähligem«! wurde darauf hinge-wiesen, daß die ungesunden Lebensbedingungen der breiten Massen der Bevölkerung die Kindersterblichkeit, die geringe Gebens Wahrscheinlichkeit, wie die Verbreitung und schwere Heilbarkeit der Krankheiten verursachen. Aus diesen Erkenntnissen heraus mußte die Sozialdemokratie zur Vorkämpferin aller einschneidenden sanitären Maßnahmen werden. Mit Energie traten die Sozialdemokraten auch int österreichischen Abgeordnetenhaus für ein Gesetz ein, das der Verhütung und Bekämpfung ansteckender Krankheiten dienen soll. In vortrefflichen Reden vertraten die Sozialdemokraten Dr. Schacherl und Doktor Adler den Jnteressenstandpunlt der Arbeiter, sie scheuten sich auch nicht, gegen Jrrtümer und Vorurteile der Arbeiter anzukämpfen. Die schmähliche Haltung des Deutschen National» Verbandes und der Christlichsozialen, die aus demagogischen Erwägungen das Seuchengesetz bekämpften, wurde gebührend gebrandmarkt. In unserem Parteiverlag, in der Wiener Volksbuchhandlung, sind die beiden Reden der Abgeordneten Adler und Schacherl, die in die weitesten Kreise Aufklärung über die Gesundheitspolitik der Sozialdemokratie tragen sollen, erschienen. Wir wünschen dieser Schrift, die für den Preis von 12 Hellern zu beziehen ist, die weiteste Verbreitung. Gegen Einsendung von 15 Hellern in Briefmarken an die Wiener Volks-vuchhandlung, Wien, 6. Bez. Gumpendorferstraße 18, erfolgt sofortige Frankozusendung der Broschüre. Vereinsabzeichen Wir bringen den OrtSgruppenfunktionären und Mitgliedern in Erinnerung, daß viele Ortsgruppen noch keine Nereiusabzeichen bestellt haben. Da manche Genossen der Meinung sind, daß diese Vereinsabzeichen nur während des Jubiläumsjahres zu verkaufen sind, machen wir darauf ausmerksam, daß dieselben als eine für alle Zeit dienende Erinnerung und als bleibende Erkennungszeichen unter den Genossen gelten sollen. Diejenigen Ortsgruppe», die noch keine Abzeichen bestellt haben, ersuchen wir, dies baldigst zu tun. Eingesendet. (Für fflnbrif übernimmt die Sicdaltion teilte Verantwortung.) Betriei'scrwctterniig der Hammerbrotwerke. Der an- kaltend steigende Konsum von Hammerbrot erforderte eine bedeutende Vergrößerung der Schwechater Werke. Wie die br’-cit» erstellenden Anlagen, wurden auch die Zubauten mit den modernsten technischen und hygienischen Einrichtungen ausge-fiattet und am 28. November d. H. in Betrieb gesetzt. Die .Hammerbrotwerke siltd hierdurch imstande, täglich 125.000 Kilogramm Brot gu erzeugen. Verschiedene Mängel, die bisher durch übermäßige Forderung des Betriebes entstanden waren, werden nun durch diese Erweiterung vollstäi^ig beseitigt Infolge der Sonntagsruhe, die in keinem privaten Bäckerrtbetrieb -so- strenge gehalten wird rote in den Hammerbrotwerksn, gab es insbesondere an Samstagen und Montagen oft Klagen über vorgebackenes Brot, die beim besten Willen von der Betrisbsleitung nicht ab-gestellt werden konnten. Ohne eins entsprechende Anzahl von Refcrbcöfen war es unmöglich, de« {tarieren Brotbedarf an diesen Tagen in der durch die Sonntagsruhe verkürzten Arbeitszeit auSzubacken. Diese Kalamität ist nunmehr beseitigt und. die Hammerbrotwerke sind jetzt in der Lage, ihr gutes und so beliebtes Brot an allen Tagen frisch und tadellos zu liefern. Die Erkenntnis, daß die Hammerbrotwerke ihren vornehmsten Zweck — als PreiSregulator des täglichen Brotes zu wirken und dadurch der konsumierenden Bevölkerung zu nützen — getreu erfüllen, dringt in immer weitere Kreise. Die Tatsache, daß iie konsumierende Bevölkerung für die Marke H a nt nt e r-brot unablässig selbst wirkt und wirbt, bietet wohl die beste Gewähr für die weitere gedeihliche Entwicklung dieses musterhaften Parteiunternehmens. Wie so oft Ichon haben unsere Gegner mit ihren gehässigen Anfeindungen das Gegenteil ihrer Wünsche herbeigeführt. Unsere, auf proletarischer Solidarität und Treue aufgebaute Parteibäckerei gedeiht prächtig, und wir hoffen, daß in nicht zu ferner Zeit der bereits vergrößerte Betrieb dem steigenden Bedarf nicht mehr genügen und neuerliche Erweiterungen erfordern wird. Der Unterstützung aller klassenbewußten Arbeiter ist die gute Sache wert und sicher. In allen unseren Organisationen, auch in den wirtschaftlichen, kann es für uns nur einen Weg geben — den auf-steigenden — auf dem wir zuversichtlich und vereint unaufhaltsam vorwärtsdrängen müssen, bis zur höchsten Spitze, an unser Ziel! Weit ist der Weg und fern das Ziel. Aber unerschütterlich fest in uns die Ueberzeugung, daß wir dieses Ziel erreichen werden. Jede Hausfrau strahlt vor Freude Bei Anblick der herrlichen Webwaren aus der Leinenwarenfabrik Josef Kraus, N a ch o d, Böhmen. Wenn Sie Webwaren irgendwelcher Art benötigen, wenden Sie sich an obige Fabrik, die Ihnen eine außerordentlich reichhaltige Musterkollektion franko zusenden wird. Darunter werden Sie alles finden, was Sie für Ihren Haushalt benötigen, von einfachster Küchenschürze bis zur feinsten Brautausstattung. Musik erfreut des Menschen Hez! Von jung und alt werden stets die Klänge guter Hausmusik freudig begrüßt werden. Namentlich Musik- und Sprechapparate erfreuen sich in allen Kreisen der Bevölkerung großer Beliebtheit. Aber auch ohne besondere Notenkenntnisse können andere Musikinstrumente, wie Gitarr- und Akkordzither, Akkordion und Bandonion mechanisch spielbar erlernt werden. Sowohl in diesen Instrumenten, als auch in Violinen. Mandolinen, Gitarren, Bandonions, Ziehharmonikas, Flöten, Trommeln, Kornets, Trompeten, Posaunen, Mundharmonikas u. s. w. bietet unseren Lesern der dieser Nummer beigefügte Prospekt der bekannten Firma Georg Bernhard, Bodenbach a. d. E., Teplitzerstraße 2, eine große Auswahl. Die Anschaffung wird noch dadurch bedeutend erleichtert, daß die bewährten Melodiamufikinftrumente der Firma gegen bequeme Teilzahlungen von 3 Kr. an geliefert werden. Reich illustrierte Musikkataloge werden auf Wunsch umsonst und portofrei zugesandt. üritminrndinttg 6er AdmiMralioii. Anläßlich des bevorstehenden Jahresschlusses ersuchen wir sämtliche P. T. Ortsgruppen- und Zahlstellen-leitungen, die Abrechnungen und Geldsendungen für die im Monat Dezember einkassierten Beiträge bestimmt bis längstens 27. Dezember zur Ausgabe zu bringen, so daß dieselben bis 31. Dezember in der Zentrale noch einlausen und im Bericht für 1912 noch erscheinen können. Alle nach dem 31. Dezember in der Zentrale für 1912 noch einlangenden Geldbeträge können im Bericht für dieses Jahr nicht mehr Berücksichtigung finden, ein Umstand, welcher — wie die Erfahrung der Vorjahre gelehrt — zur Folge hätte» daß der Rechnungsabschluß der Zentrale mit jenen der Ortsgruppen nicht übereinstimmen und zu Reklamationen Veranlassung geben würde. Desgleichen ersuchen wir auch alle sonstigen, für Kalender re. bis Dezember noch einkassierten Beträge in vor-bezeichueter Weife abzuführeu. Mitteilungen der Zentrale. Verwaltungskomiteesitzung am 20. November 1912. Bericht über den Stand des Baues des Eisenbahner-heims in Wien. — Bericht des Administrators und Erledigung des vorliegenden Einlaufes. Versammlungsanzeigen. In nachstehenden Orten finden Versammlungen statt: Vad-Auflee. Am 8. Dezember um 2 Uhr nachmittags im Hotel Schindlegger Generalversammlung. Bischofshofen. Die Diskussionsabende werden jeden ersten Samstag nach dem 3. und 15. im Monat um ‘AB Uhr abends im Vereinslokal abgebalten. Gänserndorf. Am 1. Dezember in Cernys Gasthaus Mitgliederversammlung mit Vortrag. Krttzendorf. Am 4. Dezember um 7 Uhr abends in Böcks Gasthaus in Mördern. Komotau. Am 15. Dezember um 2 Uhr nachmittags in Georgs Gasthaus in Oberdorf. Bodenbach. Am 1. Dezember um 8 Uhr abends in der Volkshalle in Bodenbach. Meran. Am 7. Dezember Monatsversaminlung. Hallei». Am 8. Dezember tun 2 Uhr nachmittags im Gasthaus „Eislwirt" in Golling. Deutsch-Wagram. Am 7. Dezember um 7 Uhr abends in Boeeks Gasthaus freie Eisenbahnerversainmlung. Sigmundsherberg. Am 1. Dezember um %4 Uhr nachmittags in Waitz' Gasthaus in Sigmundsherberg. Krems a. d. Donan. Am 4. Dezember um 8 Uhr abends in Frau Hubers Gasthaus. Furth im Walde. Am 8. Dezember um 4 Uhr nachmittags im Gasthaus Weber in Böhmisch-Kubieen. Ebensee. Am 2. Dezember um 8 Uhr abends in Stigers Saal in Ebensee. Giirknu. Die nächste Monatsversmnmlung findet nicht am 1., sondern am 26. Dezember um 'AS Uhr abends in Hüblers Gasthaus statt. Turiiau. Am 22. Dezember um 8 Uhr abends Mitgliederversammlung im Vereinslokal. Alt-Paka. Am 22. Dezember im Gasthaus „zur alten Post". Mit der Tagesordnung: „Berichte über die Tätigkeit der berufsgenossenschaftlichen U n-sallverstcherungSanstalt der österreichischen Eisenbahnen" finden nachstehende Versammlungen statt: Bludenz: 30. November 1012; Feldkirch: 1. Dezember 1912; Bozen: 2. Dezember 1912; Giirz: 6. Dezember 1912; Nabresina: 7. Dezember 1912; Pragerhof: 9. Dezember 1912. Referenten: Genosse Karl T a n t s i n und Genosse Karl Wild. Vorstandsmitglieder der berufsgenoffenschaftlichen Unfallversicherungsanstalt. Sprechsaal. An unsere Ortsgruppen und Zahlstellen! Die Zentrale hat im September laufenden Jahres an alle Ortsgruppen und Zahlstellen ein Zirkular, dem ein Formular betreffend Bestellung von Flugblättern und Klebezetteln für die Wahlen in die Humanrtäts-institute (Ponsionsfonds, Provisiousfonds, Krankenkasse, Unfallanstalt und Lebensmittelmagazin) beigeschlossen war, mit dem Ersuchen versendet, die Formulare auszufüllen und ehestens einzujenden. Diesem Ersuchen sind mir die wenigsten Ortsgruppen und Zahlstellen uachgekominen. Nachdem demnächst Wahlen bevorstehend ist dringend notwendig, daß diejenigen Ortsgruppen, die unserem Verlangen noch nicht entsprochen haben, die Formulare sofort einsenden, damit die erforderliche Auflage der Flugblätter und Klebezettel festgestellt und eine klaglose und prompte Expedition derselben ermöglicht wird. Die Zentrale. Die Wahlen in den Arbeiterausschuß bei der k. k. Staats-bahndirektion Villach. Sämtliche von der Organisation ausgestellten Kandidaten uni) deren Ersatzmänner wurden mit riesiger Majorität gewählt.. Der Reichsbund deutscher Eisenbahner und der Pro-fefsioniitenverein, welche eigene Kandidaten ausgestellt hatten, fielen jämmerlich durch, da deren Kandidaten nur einige wenige Stimmen erhielten. Nachstehend die gewählten AuSfchußntitglieder: Sektion I. Arbeiter des Bau- und Bah n er Haltung 5-d i e n st e 8. Johann Egger, Oberbauarbeiter. Franz Hammer, Anstreicher. Oswald Perjak, Vorarbeiter. Matthias Göpfhardt, Zimmermann. Ersatzmänner: Ferdinand Strimitzer, Oberbauarbeiter. Simon Grentner, Maurer. Sebastian Lillak, Oberbauarbeiter. Johann Glanzet, Oberbauarbeiter. Sektion II. Arbeiter des Zugsförderungs- und des Werkst ä 11 e n d i e n st c S. Leopold Thumfort, Dreher. Anton Dorn, Heizhausarbeiter. Josef Prag, Putzerheizer. Johann Czipin, Schlosser. Ersatzmänner: s Josef Skornschek, Dreher, Franz Zauner, Kohlenarbeiter. Franz Weber, Kohlenarbeiter. Isidor Kanzler, Heizhausarbeiter. Sektion HI. Arbeiter des V e rk eh rs d i e n st e s. Philipp Rohrleititer, Magazinsarbeiter. • Rupert Auer, Magazinsarbeiter. Andreas Vlattnig, Stationsarbeiter. Gustav Pöcher, Stationsarbeiter. Ersatzmänner: Christian Licbmanu, Magazinsarbeiter. Johann Rassi, Gtationsarbeiter. Josef Kügler, Magazinsarbeiter. Karl Kunter, Stationsarbeiter. Achtung, Bahnerhaltungsarbcitcr des Staatsbahndirck' tionsbezirkes Wien! Die Vertrauensmänner, d ie in den Sitzungen in HötzelSdorf, St. Pölten und Krems dte Fragebogen in Empfang genommen Ti a b e n, mögen dieselben e h c 6 a I d i g st c n Genossen Karl Hosbauer, Wien XII. Gatte.rhölz. g a f 1 e Nr. 21, 3. Stock, Tür 24, senden. S e l i> st» verständlich sollen die Fragebogen sorgfältig aus gefüllt sein. Der Hauptvertrauensmann. Offene Anfragen. An die k. k. Staatsbahndircktion in Triest! Bei der Dienstkommandierung in Triest, k. k. Staats-Bahn, hat ein System eingerissen, welches direkt als Protektionswirtschaft bezeichnet werden kann. Durch die Begünstigung einiger Güterzugskondukteure werden die dienstälteren Kollegen geschädigt. Wir ersuchen den Herrn Staatsbahndirektor, die Dienstkommandierung in der Station Triest, k. k. Staatsbahn, einer eingehenden Untersuchung zu unterziehen. _____________ An die k. k. Staatsbahndirektion in Oltnütz! Die Oberbauarbeiter von Nam sau, Ober- und N i e d e r Ii n d e w i e s e, welche diesen Sommer bei der Schienenneuanlage in der Strecke Namsau-Oberlindewiese vom Kilometer 21'6 bis 24-5 gearbeitet haben, erlauben sich an die löbliche k. k. Staatsbahndirektion Olmütz die höfliche Anfrage zu richten, wann ihnen die von der k. k. Bahnerhaltungssektion Freiwaldau versprochene Arbeitszulage von 20 H. per Tag ausgezahlt wird? Au die. k. k. Direktion der Staatseisenbahngesellschaftl Die Bremser und Hilssbremser der Station G r u h-bach baben sich 35 an der Zahl zur Ablegung der borge-schriebenen Prüfungen gemeldet. Von diesen 35 Mann wurden jedoch nur 20 zur Prüfung zugelassen; dabei wurden bi« jüngeren Leute den älteren vorgezogen. Um auch den abgc wieselten die Möglichkeit zur Stabilisierung zu bieten, so bitten diese um ehebaldige Zulassung zu den Fachprüfungen. An die k. k. Direktion der Staatöciscnbahngesellschaft in Wien! Die Bahnerhaltungswächter der Linie Wie n-B r u cf an derL^itha erlauben sich an eine löbliche k. k. Direktion die höfliche Bitte zu stellen, für die Diensträume anstatt des: oft nassen Holzes Kohlen beizustellen, so wie es bereits auf allen Linien der St. E. G. eingeführt ist. Briefkasten der Redaktion. Zell am See. Die Rente betragt für jeden A b n e h> nt e r 200 Kr. Ob Mitglied oder nicht, ob Mann oder Weib, dos ist ohne jeden Belang. Die Hauptsache ist, datz die Hinterbliebenen nachweisen können, dah der Abnehmer innerhalb des Kalenderjahres infolge eines Eisenbahnunglückes mit Tod abgeangen ist und dah der gekaufte Kalender auch bezahl wurde. — Nr. 100. Sie müssen uns genau Ihre Anstellung^ und Sorrückungsdatcn mitteilen. — St. Sie müssen uns Jlue Anstellung»- und Vorrückungsdaten genau angeben. — G. 10, Klee. Nach Ihrer Darstellung haben Sie keinen Anspruch auf einen Härteausgleich, rücken jedoch, wenn Ihre Angaben richtig sind, in die 1300 Kr. am 1. Jänner 1914 vor. — X. A. 95. 1. Sie rücken am 1. Jänner 1914 vor. 2. MagazinZ-diener müssen auf Grund der bestehenden Bestimmungen nicht zur Magazinsaufseherprüfung zugelassen werden. Es ist jedoch Usus, sie in einzelnen Fallen zur Prüfung zuzulaffen. Für den Inhalt der ln-iorato übernimmt die Redaktion und Administration keine wie Immer geartete Ver-o o antwortung. o I lütt Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion und Administration keine wie immer geartete Ver-o o antwortung. o 0 srX MÄ6GI Würfel ä 5 h (fertige Rindsuppe) sind die besten! DRÜCK ü. WES3SLÄGS-ÄliSTÄHT -- = VORWÄRTS WienV, Rechte Wienzeile 97 liefert Vereine« und Organisationen Druck-arbeiten rasch in tadelloser Ausführung und zu .... sehr coulanten _ ... .... Telephon 2364 Bedingungen TOlßPllOn 3545 S. Benisch Beste böhmische Bezugsquelle! Billige Bettfedern! 1 kg graue, nute, ge.diliffetie ü K, bei|eveHK4U;Driim ImlütOftfieüK HO; lucifie 4 K; weifte, floitmiite 5 K 10; 1 ke hochfeine, schneewetst«. «c= fitilitfeilt 6 K 40, JK; 1 kg Tonnen (itlatrai), graue 6 K. ? K: weiße, feine lu K; ollerfti uttet Brust Na um lü K. Bei Abnahme von 5 kg franko. 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Jedermann ist beätjalb »erpstichtet, feinem Körper, aber vor allein feinen Nerven bie notige Spannkraft zu erhalten, um den vielseitigen Ansorderuugen beS menschlichen Lebens in jeder Lage gerecht zu werden. Ter Arbeiter, der Tourist, der TPortSmann, der Solbot sowie auch der an ben Schreibtisch gefesselte Hausmann tmb Gelehrte bedarf einer solchen Aussrischung unb Stählung feiner körperlichen und geistigen Kräfte und hat den bisherigen Mangel eines berartigen Mittet« sicher schon bitter empsunden. Ein solcher Mittel ist nun in dem so sehr beliebten Präparat $er1ulc3=RoIn gefunden worben. Den «srikareisenden ist cS schon bot Jahrzehnten aitV e . «•_ ...11 L..f ' if v cl^l.l.lf Sta fGJ«« * ..f... .. .« m«. KIa «1 gefallen, mit welch spielender Leiilitigkeit die Eingeborenen die erstaunlichsten Marschleistungen vollbrachten. Sie stellten darauf' fest, das, die Eingeborenen dies durch den Scnuh einer unschädlichen Anregungsmittel«, der Kolanuß, erreichten, au» deren Extrakt, fli Verbindung mit den »alzen bet Zitrone und unter Beimischung von Schokolade die Hrrluler-Kala-Tablelte» heiaefteHt werden. Sie HerkuIeS-Kola-Tabletten erweisen ihre vorzügliche Wirkung: Bei allen durch geistige ober körperliche Arbeit ermüdeten und erschöpften Mienscheu; dieselben werden sich nach einigen Tabletten wie neugeboren suhlen, ^ bei von fchwerer Straufljtlt Genesenen, die noch matt und schtvach sind, bei Schulkindern, die der Unterricht amtreitgt, , ,, bei Rauchern, die an den Folgen zu starken Viifoitngcnuffco teibbei nervösen Menschen, die bei jedem geringsten Anlatz vor Aufregnng^zitten, '^gErgstcigern, Turnern. Soldaten nnd EvortS-leutcu, die alle oft einer übcrmäSinen Anspannung ihrer körperlichen Kräfte anSgesetzt sind. _ . , Jeder Bien sch, der an irgendeiner »rankheit leidet und tn-foloedenen miftnintig und verstimmt ist, wird schon nach Verbrauch einer nur kleiueu .Quantität ,H e rk» 1 eS - »o Ia -Ta b Ie 11 c n seinen Lebensmut wieder finden und dadurch heilfordernd aus feilte Krankheit cinwirkcn. HerkuIeS-Kola-Tabletten sind burch ihre wunderbaren nerven- unb körperftärkendeu Eigenschaften _ , eine Quelle der Wohltat - für bie Menschheit geworden. Enthusiastische Tank- und Anerlennuich«jchreib«ti lausen täglich in großer Zahl bei un« ein. •. > vertuleS-Kola-Tabletten kosten: 1 Schachtel, enthaltend 100 Kadetten . . . . .Kr. 3'— i „ $oo „ 5-— franko jeder Poststation. Die Quantität-reich! längere Zeit sür den täglichen Gebrauch und der Preis ist so billig gestellt, um icbem Menschen diese Wohltat zu ermöglichen. 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