Vaibllcher Nr. 214. «lznulnerationipi««»: I« «omptoll ganzj. « ll hnldj. fi. K-50. Nllr bie i^ufitlluna in» Hau« l)«,bj. 5,^ sr. Mil d« Post ganzj. ft. I5. halbj. ft. ? b«. Dinstag, 19. September. Insertion», eb»il: ff<», N«t,e ^»lnal« b!» ,» « Zeil«n «^ l, , gloieit p». ><«ile « ll. z bei «!«dn?hol»N5«! dr. »4« Genietruppe dagegen profilierte während der Action eine große Ballerie, erbaute in einer Nacht eine Deckung für 32 Geschütze u»d stellte viele Schützengräben her. Die Sanitätslruppe fa»d verhältnismäßig geringe Verwendung, da wenig Unfälle vorkamen und der Kran. lei'stand infolge dis g,.ten Wetlers lin sehr günstiger blieb. Die Verpflegung, ««„z lriegsmäßia eingerichtet, war aur und reichlich; das Vrol wurde in eisernen Backöfen erzeugt, da« Fleisch in eigener Ncgie aelilferl, die Conserve« von den Truppen mit besonderer Borliebe acnom men. Die Art der Etappenverpfleguna war den meisten Truppen vollständig fremd, doch kam »ach einigen ann; natürlichen Anfangsschwierigteiten der Bezug der Ärlilel in regelmäßige Ordnung. Die Landwehr wurde zum erstenmale in unmitlel barem taktischen Vcrbandc mil den ^inicntruppen vcrwen. det. Sie bcwieS — durchaus von ihren eigenen Offizieren commandiert - tüchtige Schulr, Eifer und Ausdauer und errang sich allseitig volle Anerkennung. Ganz besonders erfreulich ist die überaus freundlich-Hallung der BcMlerung und Presse der Armee gegen, iiber. Ueberall kam mau den milunler höher gesteigcrteil Ansprüchen der mililärischcn Organe »uf das bneilwil» ligste entgegen u„d bewies dem Ganze" wie dem Einzel "tn warme Ehmpathie, welche eben ,o lebhafte Erwi' der.mg fand. so daß die herzliche Harmonic zwischen Volt und Nrmec sich allots lundqab. Die lovilen Gefühle der Bevölkerung, die in beaeister.cn, Sl Mai dem Km,cr w,e den Milaliedern der laissrlichcn^m'il r nb r^ all dargebrachten H.Ndigm.,en zum' fanden ihren Ursprung in der hi"gebunasv°lle Viebe Die Mission Mantcufscls. Noch immer beschäftigt die Mission Mantcuffels nach Warschau iu hervorragender Weise die Journale und politischen Kreise. Ein berliner Correspondent dcr ,A. A. Zeitung" findet einen Beweis von dcr Dringlichkeit der dem General anvertrauten Geschäfte in dem Umstände, daß Manteuffel von Berlin noch einmal nach Mcrseburg zum Kaiser eilte, anstatt die Rücklehr seines Monarchen nach Berlin zu erwarten. Der „Times" telegraphiert man aus Wien: ..Hier einaeaaugenen diplomatischen Mittheilungen zufolge hat Fcldmarschall Manteufsil. dessen Sendung nach Warschau den Zweck hatte, Rußland zu bewegen, den kriegerischen Bestrebungen des Kanbetz (iin-halt zn tyun, Fürst Gortschatoss's Antwort nach B«zin gebracht. Dieselbe enthält sehr deutliche Bedingungen, unter welchen die russische Regierung den Frieden unter den jchigcu schwierigen Umständen aufrechtzuerhalten geneigt ist." Der berliner Correspondent des „P. Ll." meint, Kaiser Wilhelm und Fürst Bismarck Hütten in der Verstimmung Rußlands über die vonseite Oesterreichs und Frankreichs erfolgte Ablehnung seines Cona.reßo»f' schlages cine Conflagration gefürchtet, man sei im russischen Hostager bereits bei der Ide« einer ein^ sciligen Intervention Rußlands auf der Ballanhalbinsel angelangt gewesen. Diese (Erfahr sei durch die Sendung Manleufftls »bgewendct wurden. Kaiser Alexander soll sogar in ganz unzweideutiger Weise seine Ueberzeugung dahin ausgesprochen haben, daß Rußland angesichts der gegenwärtigen Orientwirren durchaus auf jede« vulgären und egoistischen Ehrgeiz Verzicht geleistet, lös komme nur darauf au, dcr Sache der Humanität zu bleuen und der gequälten christlichen Bevölkerung auf der Bal-lanhalbinsel jene Summe von Erleichterungen zn verschaffen, deren sie bedürfe, um einer friedlichen und gedeihlichen Entwicklung fürderhin sicher zu sein. Die deutsche Diplomatie habe sich alsbald bei den anderen Cadinctten zum Dolmetsch dieser Anschauung des russi» schen Hui.es gemacht, und so sei es den Bemühungen des Reichskanzlers, trotz seines scheinbar unthätigen Verhar« rens in Varzin, gerade in diesen Tagen c ' zwischen dcn Großmächten, England nicht aui n, eine Einigung zu erzielen, infolge deren schon m kurzer Frist dcr Türlei jeder Zweifel daran benommen sein werde, daß sie ganz iöuropa grgen sich habe, wenn sie durch illusorische Fricdensvorschlage die Sorge der Nachbarn um das Ll)S der christlichen Bevölkerungen der Türlei zu hintergehen versuchen sollte. Das berliner Mruwra«. dum wäre somit in seinen Endzielen wieder zu Ehren gekommen. Dazu ist nur wieder zu bemerken, wie die „Presse" hinzufügt, daß alle Gerüchte über den angeblichen ruf, sischen Conferenzvorschlag eben nur Gerüchte geblieben sind. der Pforte. In Ergänzung dcr in unseren» vorgestrigrn Blatte bereits in telegraphischem Auszüge gebrachten Friedens' bcdinguügcn dcr hohcn Pforte ist der gutuntcrrichtete lonstanlinopler Correspondent der „Pol. Curr." nunmehr in dcr ^agr, dcn Inhalt des den Mächten diesbezüglich zugegangenen Mcmones näher zu beleuchten. Derselbe schreibt hierüber unter dem 16. d. M.: Dic Friedcubbtdingungci,, welche die Pforte den Vertretern der Großmächte mitgetheilt hat, sind in Feuilleton. Ver Teufels-CapUän. Roman von I. Sleinmlln»,. (Fortsetzung.) Als der so gerufene Hausknecht erschien, nahm Ca. da« ^?" ^ Sterne aus der Hand, um bei derselben u« Mslchl seine« Führers in Augenschein z» nehmen. ""« der Bursche war plötzlich verschwunden, lnicht »l,'«M^5 b" Kopf und fragte den Haus-lötme' " b'" «ine gute Abendmahlzelt erhallen Bautr^ ^ ^" s^ Sie serviert," erwiderte der "Was? Ohne, daß ich vorher -" unterl,'^.?. erwarteten Sie schon seil heute Morgen," Da? s "- d" Hausknecht. Knae m» ' l« eine wunderliche Geschichte, dachte der mehr »u 1!"^"b" es ist mir recht. Ich habe ja nichts v" zu verlieren. Stall brn^.^ *"ni Hausknecht, der daS Pferd in den führte wn l^"b H" stlbst dann in das Gastzimmer demselben n'I°" ^r Tisch für ihn gedeckt war. Vor "« bekannt?" «auernvursche, dessen Tprache ihm Ab V "' beim »rme ?ntt^ ^" ^ wieder!" sagte er, den Knaben trachten." ''"^ »laß dich doch einmal bei Licht be- Or sah dem Vurschm scharf ins Gesich,, und eine plötzliche Nöthe deS Zorne« flammte in seinen Zügen. .Marotte! du bist es!" rief er, „du, die mich so schändlich hintergangcn hat!" Die junge, als Bauernbursche verkleidete Zlgeu-nerin schlug den Vlicl beschämt nieder und antwortete Castillan griff erst wüthend nach seinem Degen, alfüh Vann aber besann er sich. fahle die Tänzerin bei bciden Schultern m.d schülttllc stc hchlg. ..Wo ist mein Vrief. Hexe/ »lef er. ..die mich mei. nem Feinde in die Hände lieferte und nun hier nsch ihren Spott treiben will?'' ^ _ . Das junge Müdchm >ah den Zormgen lange und bewegt an, dann erwiderte sie mit zttlernder Glimme: „Sie können mich lödten. Herr Castillan, Sie haben ein Recht dazu. Es ist wahr. ich habe schlecht, ich habe nlchlswürdig an Ihnen gehandelt. Aber ich habe bereut, tief bereut, waS ich gethan, und M bin ich bereit. Ihnen in Ihren, Unternehmen bcizuslehen. Ich f^ht Sie an, meinen Borschlag anzunehmen, u„d schwöre Ihnen, daß ich eS gut mil Ihnen meinr." Castillan vermochte scln Mißtrauen nicht sogleich zu überwinden. ..Das sind schöne Worte," sagte er, „aber es stult Falschheit dahinter." .Meinen Worten soll ole That folgen," versicherte Marotte. „Geben Sic mir die Hand. mein lieber Herr Castillan, und lassen Sie jeden Hwüfel an memer auf-richtigen Reue schwinden. Ben Ivtl ist s«n, «nd »um ich es gewollt. Sie hätten mich niemals wiedergefunden Erlaube.. Sie mir mit an dem Tische Platz zunehmen, dann will lch Ihnen sagen, wüs ich für Sie tlmn kann." * Ein zärtlicher Vlick begleitete diese Worte, »ver er Secrelar dachte nicht mehr an ein Liebesabenteuer sondern °n den Pfarrer Thomas und an die Rache, b l er an Ben Joel nehmen wollte. ,^./n^? 'ine Here." verjehte Castillan mit einem wcht n kacheln. ..Gut. sprichst du lvahr, so wlll ich dir verzeihen.^lber versuchst du. mich aufs neue zu lauschen. l° w versichert, daß ich «uf meiner Hul bin und d«ß es dir übel ergehen wird." Er reichte ihr die Hand. die einen sanften Druck von der ihr,gen empfing, und der Friede war für jetzt zwischen beiden wieder hergestellt. Nichts dejloweoi«er beschloß er aber doch. auf seiner Hul zu sein. Als das frugale Abendessen von Castilla« ""> ^ rotle zur Halflr verzehrt war, fragte der ,rfte« "" Tänzerin: ^ ..Wie ist ls nur gekommen, daß ""!,"." Oe-men gegen mich geändert hast und M «"" i, nius fein willst?" ,.,_„ jzi. iil«^. Sie t>c„lm Ich «ri..l'"le mich an Ihr oss^es, fteund-l^e« Msln. an Ihr« Worte. Ihre VM, »nd siehe 1682 einem Memoire enthalten, welches, bevor es zur Defi-nierung der Friedenspuntte selbst gelangt, nach Charakterisierung des Vorgehens der serbischen Regierung die Gründe auseinandersetzt, aus welchen der Pforte ein Eingehen auf einen Waffenstillstand unmöglich zu sein scheint und aus welchen sie vorzieht, einen definitiven Frieden zu schließen. Die Friedensbedingungen selbst lauten, wie folgt: „1. Die mit der serbischen Fürstenwürde bekleidete Person wird sich in die Hauptstadt zu begeben haben, um dem Sultan ihre Huldigung darzubringen. 2. Die vier Festungen, deren Obhut dem Fürsten von Serbien durch den Ferman von 1283 anvertraut war und deren Besitz der kaiserlichen Regierung ad au-tiyuo geblieben ist, werden besetzt werden, wie in der Vergangenheit, und man wird sich in diesem Punkte genau nach den Bestimmungen des Protokolls vom 8ten September 1862 benehmen. 3. Die Milizen werden abgeschafft. Die Zahl der zur Aufrechthaltung der Ordnung im Innern des Fürsten, tyumcs nothwendige Militärmacht wird 10,000 Mann mit 2 Batterien nicht übersteigen. 4. Den Bestimmungen des Fermans von 1249 gemäß wird Serbien gehalten sein, die Einwohner aus den Nachbarprovinzen, welche dahin auswandern sollten, in ihre Heimat zurückzusenden, und mit Ausnahme der lld auti^uo in Serbien bestandenen Festungen werden alle später errichteten Festungen vollständig demoliert werden müssen. 5. Wenn Serbien nicht imstande ist, die Kriegsentschädigung, deren Betrag festgestellt werden wird, zu bezahlen, so wird der gegenwärtige Tribut um die Zinsen des die Kriegsentschädigung repräsentierenden Betrages erhöht werden. 6. Die ottomanische Regierung wird das Recht haben, die Eisenbahnlinie, welche Belgrad mit der nach Nisch führenden Bahn verbinden soll, bauen und durch ihre Agenten oder eine ottomanische Gesellschaft ihrer Wahl betreiben zu lassen." In den Bemerkungen, welche das Memoire an diese Bedingungen weiters knüpft, erklärt die Pforte, das Ziel nicht überschritten zu haben, das sie sich gesetzt hat. In dem Wunsche, jedem Verdachte eines Hintergedan« tens zu entgehen, und um einen Beweis ihres Vertrauens in das Vermittlungswerk der Mächte zu geben, erklärt die Pforte, nachdem sie dasjenige auseinandergesetzt, was nach ihrer Ansicht nur die gerechte und nothwendige Consequenz der betreffenden Sachlage vom Gesichtspunkte des Rechtes aus wäre, sich wegen der aufgezählten sechs Bedingungen ganz auf das erleuchtete Urtheil der sechö vermittelnden Mächte zu verlassen. Sie überläßt ihnen ganz die Sorge, die Gründe zu erwägen, welche diese sechs Bedingungen als Mittel dictiert haben, der Wieder-lehr der gegenwärtigen Calamitäten zu begegnen. Was Montenegro betrifft, so wird man sich an den 8wtu3 yuo auw halten. Sobald die Mächte ihr Urtheil über die Friedensbedingungen abgegeben haben werden, wird die Pforte in vierundzwanzig Stunden den Befehl zur Einstellung der Feindseligkeiten ertheilen. ______ Bom Kriegsschauplätze. Die Nachricht von der Räumung ZajöarS durch die Türken und dem Rückzüge Osman Paschas be< stiitigt sich. Auch der „Pol. Eorr." wird in diesem Sinn« aus Belgrad berichtet: „Den neuesten Nachrichten vom Kriegsschauplatz« zufolge wurde Zaj»!ar von den Türken geräumt. Da von einem Kampfe dort nichts verlautete, fo müssen besondere Gründe Osman Pascha veranlaßt haben, diese Stadt aufzugeben, nachdem dieselbe zuvor den Flammen überliefert worden ist. Um Zajöar herum wurden 08 Dürfer von den Tscherkesfen verbrannt. Das ist das einzige Resultat des türkischen Erfolges am Timok. DaS Armeecorps Lesjanins erhielt den Befehl, Zajöar zu besetzen und Osman Pascha bei Velili Izvor anzugreifen, Les-janin selbst ist fast ganz hergestellt und begibt sich dieser-tage zu Schiff über Radujevac nach Zajöar. Ueber die im Eorps Osman Paschas herrschende Demoralisation werden haarsträubende Geschichten erzählt. Thatsache ist eS, daß Osman täglich einige Tschertessen lriegsrechllich erschießen lassen muß. Die Vaschl.Bozuls aus Smyrna haben ihren Häuptling ermordet. Dle türkischen Soldaten leiden außerordentlich unter einer höchst unzurelchen-den Verpflegung und desertieren, namentlich die Irregulären, sehr häufig. Auch ins serbi>che Lager bei Brestoval kamen mehrere Redifs, um Brot zu erbetteln und um ihre Gefangennahme zu bitten. Von der Cquipierung der Irregulären entwerfen Augenzeugen ein jammervolles Bild. Es ist kaum anzunehmen, daß die türkische Armee einen eventuellen Winterfeldzug werde aushalten können. Mehmed Ali Pascha steht dem Corps des Lola! Antik am Ibar gegenüber. Der türkische General verfügt im ganzen über 10,000 Mann, mit welchen er nicht imstande ist, offensiv vorzugehen. Da Antii gleichfalls nicht start genug für eine Offensive ist, dürfte es bei einer gegenseitigen Observierung sein Bewenden haben. Man betrachtet die Gefahr einer Invasion von dieser Seite her als total geschwunden." Während Lolal Antii mit beiläufig 10,000 Mann unbeweglich am Ibar steht, seinen ungefähr gleich starken Gegner in Schach haltend, werden von Belgrad nach der Dr ina frische Verstärkungen geschickt, um die Lücke einigermaßen auszufüllen, die durch den Abzug des Gros zu der Morava-Armee entstanden ist, und um den Türken zu begegnen, die, hiedurch ermuthigt, sich anschicken, die Drina zu überschreiten und gegen Schabaz vorzurücken. Die Hauptmacht der Montenegriner soll bei Kuöi und Danilovgrad vereinigt sein und Nikola selbst an letzterem Punkte 12,000 Mann unter seinem Befehl haben. Infolge des herrschenden Unwetter« ist ein augenblicklicher Stillstand auf dem montenegrinischen Kriegs-schauplatze eingetreten. Derwisch Pascha erwartet, wie es heißt, Verstärkungen, um seine am U.d.M. mißlungene Offensive wieder aufzunehmen und insbesondere auch die Schlappe wieder gut zu machen, die er am 6. d. M. erlitten. Die letztere geben jetzt auch die Türken selbst zu. nur daß sie nicht 3000, sondern blos 1600 Mann verloren haben. Die Nachricht, daß Mulhtar Pascha bei Zaslap vollständig eingeschlossen sei, wird jetzt von allen Seiten bestätigt. Es heißt, Djeladdin Pascha begebe sich demnächst nach Konstantinopel, um eine lriegsrechtliche Untersuchung gegen Mulhtar wegen dessen saumseliger Kriegführung zu verlangen. Djeladdin Pascha war bekanntlich wegen Insubordination von Mulhtar Pascha gefangen gesetzt worden.____________________ Der Neform-Hat Abdul Hamids. Das offizielle türkische Journal „ Turquie" ver-öffentlich! den Wortlaut des vom 10. September datierten kaiserlichen „Hat". Derselbe verkündet zunächst die Thronbesteigung Abdul Hamids, bestätigt das Ministerium in seinem Amte, ruft die Hilfe des All. mächtigen an, ermahnt die Minister und alle Beamten des Reiches, dem kaiserlichen Beispiele in Erfüllung der obliegenden Pflichten nachzuahmen, und kommt dann auf die Krisis zu sprechen, welche auf dem Reiche lastet und welche in der unvollkommenen Ausführung der aus dem „Eheri", der fundamentalen Basis des Reiches, abgeleiteten Gesetze ihren Ursprung hätte. Heute nun handle es sich »arum, den Ausgangspunkt für solche Maßregeln fesl> zustellen, welche in vertrauenswürdiger Weise die AuS-ührung der Gesetze und Vorschriften sichern könnten. In wörtlicher Uebersetzung heißt es dann weiler: „Zu diesem Zwecke ist es unerläßlich, zur Einführung eines GeneralralheS zu schreiten, dessen Handlungen der Nation alltS Vertrauen einflößen und mit den Sitten und Fähigkeiten der Völker de« Reiches in Einklang stehen werden. Der Rath wird das Mandat haben, ohne Ausnahme die gelreue Ausführung aller blstehenden oder conform den Bestimmungen des „Eheri", den wirklichen und gesetzlichen Bedürfnissen deS Landes und des Volles noch zu erlassenden Gesetze zu verbürgen und daS Gleichgewicht der Einnahmen und Ausgaben des Reiches zu controlieren. Der Mlnisterrath ist beauflragt, sich einlm tiefen Studium dieser wichtigen Fra^e hinzugeben und Mir das Resultat seiner Berathungen zu unterbreiten. Ein anderes Hindernis der guten Ausführung der Gesetze und Verordnungen ist der Leichtsinn, mit welchem oft die öffentlichen Functionen unfähigen Händen anvertraut wurden, wie auch der Umstand, daß die Beamten der Gegenstand häufiger und nicht durch gesetzliche Motive gerechtfertigter Wechsel waren, was zu sehr ernsten Unzu-lömmlichlellen sowol für den Staat wie für die Geschäfte führte. Von nun an wird jedes Amt und jede öffentliche Function eine besondere Carriöre bilden. In den Staatsgeschäften fähige und competent« Personen beschäf. tigen, leine unmotivierte Absetzung odkr Ersetzung dulden, die Verantwortlichkeit der Minister, sowie die stufenmäßige und angepaßte Verantwortlichkeit der Beamten jeden Ranges einführen — oaS ist die unvermeidliche Regel, welche adoptiert werden muß. Die materiellen und moralischen Fortschritte, welche alle Welt einstimmig den europäischen Nationen zuerkennt, erfüllten sich Dank der Ausbreitung der Wissenschaften und des Unterrichtes. Da nun Mclne Unterthanen aller Klassen durch ihre Intelligenz und ihre natürlichen Anlagen in jeder Beziehung — Ich bin glücklich, die« zu constatieren — besondere Fähigkeiten für den Fortschritt haben, und da in Meinen Augen die Verb, eilung des Unterrichtes eine ebenso verkable als dringende Frage bildet, so werden Sie (der Grohoezicr) unverzüglich für die Mittel Sorge tragen, um dieses wichtige Resultat zu sichern, indem Sie die Ziffer der finanziellen Erfordernisse in einem genügenden und der Möglichkeit entsprechenden Verhältnisse aufstellen. Ferner muß sofort zur administrativen, finanziellen und judiciellen Reform der Provinzen geschritten werden, um für dieselben endlich eine wirkliche normale Situation zu schaffen, welche den von der Eenlralorganisution angenommenen Grundsätzen entspricht. Zu den Wirren, welche im letzten Jahre in der Herzegowina und Bosnien auf Anstiften übelwollender Leute ausgebrochen sind, ist die Rebellion in Serbien ge< kommen. Mit Rücksicht auf das vergossene Blut einerseits und andererseits mit Rücksicht darauf, daß cs das Blut der Kinder Eines Vaterlandes «st, sind Wir lief betrübt über die Fortdauer dieses Zustandes der Dinge-Wir werden darum die wirksamsten Mahregeln ergreifen, um einer so bellagenswerthen Situation ein Ende z" machen. Wir bestätigen alle mit den befreundeten Mächte" abgeschlossenen Verträge. Zur ferneren gelreuen Aus" führung dieser Verträge werden Sie sich bemühen, die freundschaftlichen Beziehungen, welche Wir mit diesen Mächten unterhalten, mehr und mehr zu befestigen. Das sind im wesentlichen Mtine Wünsche, Mei"t Absichten. Möge der Allmächtige Unsere Bemühungen '"il Erfolg krönen." da, mein Herz neigte sich zu Ihren Gunsten, und ich war plötzlich die frühere Marotte nicht mehr. Ich beschloß, Sie wiederzusehen, Ihnen zu dienen, gegen Ven Iocl beizustehen, Ihre Magd, Ihre Sklavin zu lew." DaS junge Mädchen war so beredt, ihre Blicke so zärtlich, ihre Stimme klang so sanft und aufrichtig — d« letzte Spur deS Mißtrauens war aus Eastillans " währen. Vielleicht kann ich cS errathen." .. Die Tänzerin, die eine scharfe Aeobachlungsaat' besaß, sah an der Haltung dcs Pfarrers und s"'" Gastes, an ihren Mienen und Bewegungen, daß l"'. in gutem Vernehmen mit einander standen. Dc»'"" wurde Ben Iocl von dcm Pfarrer für den echten ^^, seines Freundes gehalten. Sie hatte also wol ^" ^ gethan, ihrem Begleiter Vorsicht anzuralhen. Ein ^' ^ zwischen Castillan und Ben Joel tonnte dcn M^, gegen beide mißtrauisch machen und ihn bestimmen, nem von ihnen das Document einzuhändigen. .^ Als das kluge Mädchen ihren Posten wieder ^, lassen hatte, theilte sie dem jungen Manne diese danken mit und sagte dann: ^g „Sie müssen morgen früh eine geheime U"^^,,» mit dem Pfarrer haben. Freilich ist das sH'""', .^. in einem Dorfe bleibt ein Fremder nicht lange unvc Aber eS muß ein Mittel dazu gefunden werden. ^ Der Secretär antwortete nicht. Es war ew Plan in seinem Geiste aufgetaucht. . ^el „Woran denken Sie?" fragte Marotte nacy Pause. Er faßte plötzlich ihre Hand. (ßorts'hu«« f,l«t.) IS88 Politische Uebersicht. vutbach, 18. September. Pester Meldungen zufolge ist die Entscheidung be-zUglich der Einberufung des Reichs rath es nun er-fiossen und der 18. Oltober definitiv als Termin des WllderzusammentrilteS anberaumt wordcn. — Nach einer unter dem Porsitze des Ministerpräsidenten stattgehabten Berathung der Minister fand gestern in Pest unter Vorsitz Sr. Majestät des Kaisers emMinisterrath statt. -- Der ehemalige Communicationsminister Graf Eme-rich Mllo ist am 16. d. M. gestorben. In der vorgestrigen kroatischen Laubtagssitzung stellten Abgeordneter Safii und zehn Genossen den An-trag: Sr. Majestät durch eine Deputation für die Spende an die Bewohner von Staroselo anläßlich der dortigen Grenzverletzung den Danl des Landes auszu« drücken. Der Zwlschenfall in Lyon bei dem Empfange der Behörden durch den Marschall Mac Mahon ist bei» gelegt, da der Präsident des Generalrathes, Herr Ter -oer, selbst an den Präfeclen W'.lche geschrieben hat, die Person des Marschalls sei zu hoch gestellt, als daß sie in diese Angelegenheit hineingezogen werden dürfte, und der Prüfect, welcher so viele Beweise von Höflichkeit und gutem Willen gegeben, habe mit derselben gleichfalls nichts zu schaffen; da« Mißverständnis sei aufgeklärt und die guten Beziehungen zwischen dem Generalrath und dem Präfecten blieben unerschültert. In England werden die Versammlungen und Meetings, um Einspruch gegen dic Politik der Regie< rung und die bulgarischen Vorgänge zu crhcbm, mit Eifer fortgesetzt. Dennoch «nacht sich eine gewisse Rcac-tion gegen die mannigfachen Uebertreibungen und Miß. griffe geltend, die dabei mit unterlaufen, und selbst die liberale Presse ist weniger ungestüm und vorwärts, drängend, als sie dies noch vor kurzem gewesen. — Dic „Times" veröffentlicht eine Zuschrift Gladstone's, worin er die jüngste Erklärung des Grafen Derby be. spricht und tadelt, daß die Regicrungspolitik nur aus Protesten und Remonstrationen bestehe. Europa müsse jetzt definieren, was gerecht sei, und darnach handeln. Er glaube, daß dic Umstände einen baldigen Zusammentritt des Parlamentes erheischen. — Unbedingte Zustim-mungserllärungeu zu den Auslassungen Derby's finden sich dagegen in drn couservaliven Zeitungen, auch „Daily Telegraph" und „Pall Mall Gazette" denken ebenso. Ein am 15. d.M. erschienener russischer Ulas löst die kaiserliche eigene polnische Kanzlei auf, nachdem die Verschmelzung Polens mit Rußland uuumehr als vollzogene Thatsache zu betrachten ist. Im Haag schloß vorgestern der Minister des Innern die Session der Gtneralstaatcn mit einer Rede, in welcher er neue Vorschläge im Interesse der Landes. Vertheidigung anlünoigle und die Hoffnung ausdrilckle, baß eine Uebereinstimmung über dieselben erzielt werden wird. Ueber die Straßenunruhen in Amsterdam meldet ein Telegramm vom 15. d. M.: „Bei Tage herrscht fortwährend Ruhe, am Abende kommen jedoch immer wieder Ruhestörungen vor. Auch gestern abends hat sich eine zahlleiche Menschenmenge in feindseliger Absicht um vie Wohnuug des Bürgermeisters zusammengerottet und verweigerte, der Aufforderung, sich zu zerstreuen, Folge zu leisten. Die Truppen feuerten hierauf zweimal in die Luft, und erst, als Cavallerie und Infanterie einschritten, zerstreute sich die Menge. Einige Personen wurden verwundet und mehrere Verhaftungen vorgenommen. Man erwartet eine Verstärkung der Garnison/ Das spanische Cabinet hat sich durch die Iuto-leranz, mit welcher es die Protestanten behandelt, das Einschreiten der englischen und deutschen Regierung zugezogen. Lord Derby hat in Erwiderung auf einen an das auswärtige Amt gerichteten Brief des Secretärs des «Protestant Educations.Institut" in London erklären lassen, daß der jüngst den Protestanten in Spanien zuge» gangene Befehl der spanischen Regierung, alle äußeren Stichen ihrer Religion von ihren Schulen, Capellcn u. s. w. zu entfernen, von ihm in Erwägung gezogen werde und den Gegenstand eines Schriftwechsels mit dem britischen Gesandten in Madrid bilde. Das dielürlische Anlwortsnotc betreffs der Fric« densfrage begleitende ausführliche Mcmoirc legt die Gründe oer Naffcnstillstands.Verweigerung dar, gibt ein historisches Efposö der gegenwärtigen Vermittlung, betont die lange Geduld der Pforte, erklärt schließlich deren Be> reltwilllgleit zur Discussion und zur eventuellen Äblin« «rung der Gleich, zkltlg mit der Antwort an die Machte ist auS eigener Initiative des Sultans der Befehl zur sofortigen Ein. sttllung der Feindseligteilen auf dem ganzen Kriegsschauplätze ergangen, unter der Bedingung, daß ein gleiches v°n Serbien und Montenegro erfolge. Die arabischen VliMer Indiens veröffentlichen «ach authentischen Mittheilungen jetzt folgende Proclama-"""- ..Moslims und Diener des Prophelen! Erhebet s^l. « 6'" Mann und bringet dem Reiche des Padi-M ^"'zitlle Hilfe; denn er, der das Ot'rhaupt un-dr«..n. M-0" isl' wird jetzt von den Ungläubigen be> renm'l 6"lsn" nun eine Subscription, damit es unse-Unal»«^ "^"bern im Auslande möglich werde, den Ungläubigen dl« Köpfe abschneiden zu können, well sie es gewagt haben, ihre ruchlosen Hände gegen jenen Für. sten zu erheben, der von Gott zu unserem geistlichen und weltlichen Oberhaupte eingesetzt wurde. Für ihn sollten wir auch kämpfen und ihm wollen wir nun unser Ver» mögen und unseren Wohlstand opfern. MoSlims, erhebet euch nun! — Wie aus Arabien gemeldet wird, Hal man da-selbst die Subscription Weils eröffnet, um die Türlei in ihrem Kampfe gegen Serbien finanziell unterstützen zu können. Vun Cetinje aus wird behauptet, daß Mulhlar Pascha mit seinem Corps wieder eingeschlossen ist. Die montenegrinischen Slreilkrüfte stehen bei Kuii und Da» nilovgrad. Im letzteren Orte befindet sich oaS Haupt-quartler Nikola's. Hagesnemgkeiten. — (Trief!« Verlehr mit dem Inland e.) Nach den von der triester Vvrseuocputal,°n veröffentlichten Tabellen llbcr den Vrrlehr Trieste mil dem Inlaude im Monate August d. I. betrug der Gefammtverlehr 61.372,660 Kilogramm, gegen» über 63.214,250 Klgr. in der gleichen Penode be« Vorjahres, worauS ein Vlinns von 1.841,3^) Klgr. resullicrl. von diesem Oesammlverlchre entfallen auf die Einfuhr vom Inlande 4!,215,430 Klgr. gegen 48.971.4>MedailIe verliehe«; andernfalls sind Theilpreifr, mdeh nicht unter 1(^0 Marl, zulässig Nact, den Sta» tuten der ^.big-Stiftung sind nur in deutscher Sprait-e abgefaßte Prciöarbeiten zulässig; die Verleihung des Preijes dagegen ist an leme Nationalität gebunden. u n > wird^/d^'7^.r^a^^rol' 7^7^ großes Meteor beobachtet. Dasselbe fto« rasch von West gegen Ost horizontal 20 Grad Über dem Hor.z«....; D«uer d" Lrsch^ nung circa 3 Secunden. Der intensiv s.n°r°aog.<„.e stehlende Kern von 2 Zoll Durchm.sser ha.le vor,, ei..m htllrolh leuchte«, den Pnnlt; die Lichlfarbe dc« schembar i M^er „„^ ^^. fe« war gleich der de« Kernel, an dcsft„ flsscbul.i,'ft,ieis P, siesch creierte handelsjchnle in Marburg wurde am 7. d. M m Anwesenheit der hervorragendsten Honoratioren der Stadt eröffnet, und begann tagsoarauf die Elcheilung des Unlerricl'tes. Die Zahl der blSher eingeschriebenen göglinge beträgt fllnfundvierzig. - sVteue <3 > n fü h run g.) Wir eilauben uns, da» «,le» graphiersnde Publikum darauf ausmersfam zu mnche«, daß vom 1. Oll 0 b er b. I. an feil,»« der Teirgrophendirection »lgene marlierte »ufgabs-Vlaliquettc für T e l e a. r »p h r « a v i s i k 30 lr. zur 3 u«g°be g.lange«, «nd d^ß bi, Avisi von diesem Zeil» punlte an llusschllcbüch nur mehr auf den erwähnten Vlanauetlen angenommen werden. . (Nach Vigann) Am 16. d. M. traf ein Transport von vierzig weiblichen Stläftingen aus der Strafanstalt in Lanlo wih, begleitet von barmherzigen Schwestern und Vefangrn« aufjehern, in i,'aibach ein und wurde von hier aus in die neu errichtete Weiber.Strafanftall zu Vigaun in Obertram Uberfilhrt. — (Großes Schadenfeuer) Am 5. d. M, «in 5 Uhr nachmittags lam in der Dreschtenne des Grundbesitzers Johann Kumer in Iablan, im polilifchen Vezirl: ViuoolsOwert, ein Vchabenseuer zum Nusbruche. welches so schnell um sich griff, daß demselben trotz energische Hilfeleistung eine große Anzahl von Woh,',, und Wirthschastsgebäuben zum Opser fiel. E« verbrannten den Grund-besitzern: Johann Kumer Hau« Nr. I» 1 Dreschtenne, 1 Wohn» und 1 Wirlhfchaftegebüude; Anton KUß Nr. 1 und 26 zwei Wohn. und 2 Wirthschaflsgebäube und 2 Schweine; Joses Vau-pit Nr 22 ein Wohn» und ein Wirthschaftsgebäude- Martin Nahcievtit Nr. 2, Josef Papes Nr. 20 und Franz M il se Nr. 21 je ein Wohn- und ein W>rthschast«gebilube - dem Franz Sul» Nr. 18 ein Wohn- und ein WirthschaUsgedilude «edN 2 Schweinen, sowie dem Florian Dre»,l Nr 3 ein Wirthlchastsgebaude; allen Uberdit« »uch noch eine bedenth»nn Kumer oerurs°ch< ""den sem. 1684 — (Weinl»u«3sngreß.) Vorgestern wurde in Mar< bürg der etste internationale Weinbau» erlchl« h «ses, die innere Einrichtung desselben und da« bei demselben anzustellende Personale, sowie die Kundmachung des Handelsministeriums, enthalleud nachträgliche Vesiimmungen zu der Aichorduung und dem Aichgebühreularif, vou besonderer Wichtigkeit sind. Die beiden, den Verwaltungsgerichle» Hof betreffenden Verordnungen sind. mit einem eingehenden Ma« lerienregister versehen und durch die Verordnung über die An» Wendung der Stempel« und GebUhreugesche auf die Verhandlungen desselben ergänzt, zugleich als Nr. 14 der Separatausgabe der neuen iifterr. Gesetze (Preis 20 kr., mit Postzusendung unler Kreuz, baud 22 kr.) erschienen. - Die II, Abtheilung dieser Nummer enthält mehrere wichtige administrative Verordnungen und Kund» machungen, darunter den Erlaß vom 17. Juli 1876 über die Steuerbehandlung der V orsch ußla sse n, durch welchen die Einheit in der Steuerbehandlung dieser für da« öffentliche Leben hochwichtigen Institute hergestellt und Mißverständnissen, wie solche auf Grund der bisherigen minder präcifen Normen so häufig vor» gekommen sind, in der Folge vorgebeugt werden dürste. — („Neue illustrierte Zeitung.") Nr. 38 bringt fol> gende Illustrationen: Heinrich Laube. — Die Plünderung eines serbischen Dorfes durch Vaschi. Bozuls. Nack der Skizze unseres Special-Artlsten I, Schönberg, — ..Stillvergnügt." Nach den eigenen Gemälden auf Holz gezeichnet von E. Spitzer. — Der rauriser Goldberggletscher. Nach dem Gemälde von Adolf Ober» mlillner. — Aus dem Tempel des Diocletian in Spalato. Nach der Natur gezeichnet von I. E. Schindler. — Der Dorfstutzer. Nach dem Gemälde von Franz Numpler. (Reproduction unserer Faibendruck.Prämie für den Jahrgang 1877.) — Neiters Abschied. Volkslied. Anfang des 18. Iahrhundertes. (Illustriert von «. Vreil.) — Texte: Das Ding an sich. Novelle von Paul Heyse. (Fort» setzung.) — „Stillvergnügt." — Der rauriser Eoldberggletscher. — Uradelig. Noman von N. M. Kapri, (Fortsetzung.) — Fritz Neuters Dichtung: „Hanne Nute un de lütte Pudel." (Fort» setzung.) — Plünderung eines serbischen Dorfes durch Vaschi» VozulS. — Heinrich Laube. — Kartenspiele und Spielkarten. — der Dorfstutzer. — Aus dem Tempel des Diocletian in Spalato. — Kleine Chronik. — Schach,___________________________ Neueste Post. (Original-Telegramm der „Laib. Zeltung.") Wien, 18. September. Die „Politische Correspon. benz" meldet: Obgleich vom formellen Abschlüsse eines Waffenstillstandes bisher nichts verlautet, so ist sicher, daß die Pforte die Mächte von der an die Eomman. danten der türkischen Truppen erhangenen Weisung zur Sistierung jeder Operation vertraulich in Kenntnis sehte. Dem entsprechend wurde auch serbischerseits die Einstellung der Felndseliglelten angeordnet. Man hofft den baldigen Abschluß eines förmlichen Waffenstillstandes. Pest, 17. September. Hier verlautet, die Groß. mächte hätten der Pforte eröffnet, daß sie bereit wären, ihre Bedingungen zu oiscutieren, falls dieselbe sich her-beiläßt, auf eine Waffenruhe für zwei Monate einzu. gehen. Die Pforte ist geneigt, diesen Vorschlag zu acceptleren. Belgrad, 17. September. (N. Nr. Tgblt.) Fürst Milan und Ministerpräsident Ristit erhielten heute folgende Depesche vom General Tschernajeff: „Alexinac, 17. September. Die unter meinem Befehle stehenden drei Divisionen sandten am 15. spät nachmittags Deputationen zu mir, welche mir eröffneten, daß sie nicht nur für die Vereinigung und Befreiung der serbischen Länder lämpfen, sondern auch für die Integrität deS heutigen Serbien, trotz der Forderungen der Pforte. Die Armee erklärte durch die Deputationen, daß sie den Fürsten Milan zum König von Serbien proclamiere." Am folgenden Tage, 16. September, 11 Uhr vor. mittags, wurde dies der gesummten Armee unter Kanonen« salven feierlich proclamiert. Auf Verlangen der Armee sendet Tschernajeff ein Bataillon nach Belgrad, welches mündlich die Wünsche deS Militärs dem Fürsten berichten soll. Gleichzeitig wurde dieses Bataillon als Leibgarde deS Königs Milan Obrenovii bestimmt. Nlexinac, 15. September. (N. Wr. Tgbl.) Am 14. d. griffen die Türken mit geringen Streitlräflen Alerinac an. Fünf serbische Bataillone und 3(X) Mann vom montenegrinischen Corps unter Senator Masa Vrbica warfen sich mit blanken Handschars auf die Türken und schlugen dieselben mit großen Verlusten zurück. Kleine Gefechte finden jeden Tag statt. Horvalovlt besetzte mit seinem Corps Hupovac und befestigte die dominierenden Höhen. Jeden Tag erwartet man eine entscheidende Schlacht. Belgrad, 17. September (N. W. Tgbl.) Ueber Kladova und Milanovac kommen täglich große russische Freiwilllgenzüge. In letzterem Orte langten allein gegen dreihundert Kosaken mit Pferden an. Belgrad, 17. September. (N. Wr. Tgbl.) Der Minlsterrath beschloß auf Vortrug von Ranto Alimpik, dem gewesenen Commandanten der Drina-Armee, onß auf dem serbischen Ufer der Drina Befestigungen angelegt werden. AuS strategischen Rücksichten werden vorläufig leine ossiciellen Bullelins ausgegeben. Die Gesammt-lage der Armeen ist ausgezeichnet. Telegraphischer »echselcgurs vom 18. September. Papier. Rente «6 45. — Gilber >- «enle 69 60. — 18k(1et Staat«-Nnlehen112—. — Vanl-Nctien 865-. «lredit-Nctien 14« 80 — London 121 90. — Silber 101 75. K. l. Münz-Du« lateu 5 82. - stavoleonsd'or »72. — 100 Reichsmark 59 70. Wien, 18. September. 2 Uhr nachmittags. (Gchllißcourse.) «lreditactien 14870, 1860er i!ose 112 —, 1864er Vose 131 —, österreichische Rente in Papier 66 40. Gtaalsbahn 283 50, Nord, bahn 180 50, 20. Franlenftsllle 9 72, ungarische «lreditactien 12375, österreichische ssrancobanl — —, österreichische Nuglobanl 75—, Lombarden 76 —, llnioubanl 57 75, alchro-orlmt«lische Vllnt — —, Lloydactle» 336'-, anftro-ottomanische Vanl —-—, türkische Lose 16 25. Communal - «nlehen 96 — , «gyplische —'—. Ruhig. Handel und MlkswirUchastliches. Getreide. Die Vewegung im Gelreidegeschäfte ist — wie der „Wiener Geschäftsbericht" meldet — im allgemeinen eine recht befriedigende. Der Vegehr für den Export hat eine gewisse Regel» Mäßigkeit erlangt, und sind es namentlich die besseren Sorten, welche zu erhöhten Preisen gegen die Vorwoche gelauft werden. Die Notierungen der letzten Tage standen jedoch zum Theile auch unter dem Eindrucke der nassen Witterung, welche höhere For» derungen der Eigner hervorrief. Veachtenswerth ist es, daß der Export sich heuer fast noch mehr als in früheren Jahren an den gut sltuiertcn Provinzftalioilen versorgt. Angekommene Fremde. Nm 18. September. hstel Siadt Wien. Virti, Ritter des Franz Iosefs»Ordens, und Trigyessi, Director, Trieft. — Kapstein, Kaufmann, Siofol. — v. Üanger, VutsbesitzerS»Vattin, Possaniz. — Peterzil, Sta« tionschef, und Vlahner, Verlehrsassistent, Sagor. — Frau SilMi,, Private, und Frau Olivo, Vörz, — Ditter, Kfm., Wien. — Pirler. Vergingenieur, Trifail. — Kohn, Linz. Hotel Elefant. Verlow, mit Tochter, München. — »dele Nucb« sanl mit Tochter; Pitterl, Telegraphenassistent; Kandernal, Professor, und Maria Perpich, Trieft. — Kolban, Untertrat«. — Dusel, Lormons. — Lauriö, Neudorf. — Kanlovsly. Lilli. — M. Ierei sammt Tochter, Neuhaus. — Dr. Ienlo und v. Casser, Idria. — Eolean, Pianu. — hillegrand und Demar, Klagenfurt. — Cajalio de Fondocu, Moutalier. — Vröbl, Stadtrath, mit Tochter, Eraz. V 17 0', um 8 2° über den» Normale. verantwortlicher Redacteur: O l^ o m a r V » mbera. »ö^^N^H'l^^ Wlen, 16. September. Obwol die TageSfpeculation sich unlustig verhielt „nd das GeschNf« sich in den allerengften Grenzen bewegte, kann die Tendenz der Vürse nicht l^v^^z)!. al« eine ungünstige bezeichnet werden, da die RUckgUnge in SpeculationSefsecten «ermg waren und bei manchen «nlagewerthen ihre Compensation fanden. Mai» ^ ^^ W«l »tbrnnr.1 A"<. l..... 66 65 «6?k Hunner«, ^..... «k 80 66 ^0 »uril. i ^llberr«»»« < - - - 69 7b 69 8b Lose. 1889---------^ ' . ^7b 698b i»s^4 ..... «l»o— 2b4 — " 1««5........ 207,5 1b7 50 " I860 l'u'i00« ' ' N1V0 ULK) ^mäuenVPfandbriefe ! ! ' ! iZ^ "I.'b Prämienanlthen der Stadt Wi« by._ ^Z Vöhm-n l Grund, l' ' ^" i> - - Siebenbürgen j laftun« > ' ' Z^ ^ D7n7u.«egnli«rung..L°se . . 10b 7b ioe UN«. «if.nb«,hn.«wl.....A A 10025 Un«. Prämien.Vnl. . - - - - "") /1,d «lener ««mmuual.Nnlehen . 34- V llb «etie» tz«» ««.»tte«. »n»l°.««»l........7bbO 7b7b Vanlverein . . . —— — — V«dtner«bit«st«l» ^ « ^ ^ —«^ — ^ Gelb wai» «reditanfialt........ 14850 14875 «redilanfiall, ungar..... 13425 124 b0 Depositenbank.......— - — — ««cornpttllnftalt...... SK2— 6«S — Franco«««»!.......—-— - — 3i«tion»lbanl....... 868 — 864 — Oefierr. Vanlgesellschaft . . . —— — — Uul«ubanl ........b? 7b 58 — »erlehrsbaul .......»3— 84 — «ctle» »«« tr«««P«t«N»ter»etz- «»«>e». E«lb V«« «lfUld.Bahu........,08 50 IN4 — ««n.Lndwig.Vahu.....20« — 806 2b «Mo^'.?^^^ '«tsellschaft 270- 872- ^. ... ^lld w«« Etaatsbahn........ 282 50 288 Südbahn.........7ßbo 7575 Thtiß-Vahn........ i?8_. 575 59 Ungarische jNordoftbahn . . . 102 — 102 b0 Ungarische Oftbahn.....8050 81 — Tramway-Vesellsch...... I09bU 110 — »