Pp-»»«eratt*ns-Prrt<« Für Laibacd: Lauzjährig . . 8 fl. 40 kr. ^»lbjLhrig . . •* w 20 „ BierteljähriZ . 2 „ 10 „ jRonatli* ... — » 70 " Mit der Post: G»azjShyg....................1^' H-lbjShrig............... I " WerteljLhrig..............3 " Mir Zustellung in» Hau« »ierlelj. 25 kr., mono«. 9 kr. *i njnjelnf Nummern G kr. Laibacher TJ • «O- 236. 'agblatt. Anonyme Mittheilungen perden nicht berücksichtigt; Mauuscripte nicht zurückgesendet. Freitag, 15; Oktober 1875. — Morgen: Gallus Mt. Reracttsn «»hnhos^fse Pr, M. Er«epiti-V- & Avftrayrv S?«reau: LoygreMatz Nr. 81 (Buch. Handlung von Jg. v. Klein-mayr & Fed. yam6erajs«r-*^ Jnsertt«»s»rei«: ' Für die einspaltige L 4 kr., bei wjederhpltj schqltung L 3 kr Anzeigen bjs 5 Zeilen Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für complicierten Satz besondere Vergütung. 8. Jahrgang. England und seine Handelsverträge. In England scheint gegenwärtig die continen-tale Handelspolitik, welche sich mehr und mehr dem britischen Freihandel abwendet, in der ersten Reihe der wirtschaftlichen Sorgen zu stehen. Recht beut-lidje Anreichen hicfür finb auf dem socialwissen-kchaftlichen Congresfe zu Brighton hcrvorgelreten. Namentlich finb e« die sreihändlerischen Auslafsun- ted österreichische» Generalconsuls in London, bti Dr. v. Scherzer. welche Beachtung verdienen. Derselbe wies ausdrücklich auf die im Braunbuch veröffentlichten Berichte des Grafen Beust hin, als einer Bertheidigung beS Cobdenclubs unb seiner frei-bänblerischm Bestrebungen. Außerdem erregte bie Kt, welche Herr Grant Duff als Vorsitzender der Abtheilung für Volkswirlhschaft unb Hanbel hielt, bas Interesse der Theilnehiner am Congresfe. Der Gegenstand, die augenblickliche Lage und die nächsten Aussichten der englischen Handelsverträge, verdient wol auck die Aufmerksamkeit unserer winh-schaftlichen und industriellen Kreise, da die Rede ibrem Hauptinhalte nach eine Uebersicht beffen bie-5, was btt internationale Handel ben Verträgen in jiflnfn Ijcit. rhnguiniftien Erwartungen, welche sich an ben aioyen Triumph beS Freihandels, bie Aufhebung oer Korngefetze' im Jahre 1846 knüpften, würben nicht erfüllt. Europa fah mit Staunen bie großen Fortschritte Nies englischen Handels unb bie segenS« reichen politischen Folgen beS Sieges CobbenS und feiner Bundesgenossen; aber bessenungeachlet wirkten falsche Theorie, üble Gewohnheit unb vor allem verberbliche Interessen mächtig genug, um bie allgemeine Befolgung bes englischen Beispiels zu verhinbern. Cobben, Chevalier und andere Vertreter des Frei» handelSprinzipeS befchtoffen deshalb, ihre Taktik zu ändern. Der Redner erklärte nun, auf welche Weise der Handelsvertrag mit Frankreich zustande kam, wie die übrigen Handelsverträge sich daran reihten, unb fuhr hierauf fort: „Das Jahr 1870 fanb uns in dieser Lage. Alle großen Handelsstaaten Europas, Englanb, Frankreich, ber Zollverein, Oesterreich, Italien, Hollanb unb Belgien waren ein großer internationaler Körper, besten Theile alle bas Prinzip, für bie ausschließlichen Vortheile bes eigenen Han-bels zu stimulieren, aufgegeben zu haben schienen unb von benen nicht ein einziger eine Erleichterung in seinem Zollsystem eintreten lassen konnte, ohne daß alle anderen daraus Vortheil zogen. Innerhalb dieses Körpers hatte die Klausel von der „meistbegünstigten Nation" eine solche Wirksamkeit, daß sie die Ankunft fast unbeschränkter Freiheit des Handels nur zu einer Frage der Zeit machte." Es folgt nun ein statistischer Vergleich de« englischen Handels mit ben genannten Ländern vor unb nach dem Abschluß der Verträge, um deren Einfluß auf die Ausbreitung des Handels und den Wohlstand der Nationen zu zeigen, wobei ber Rebner jeboch nicht vergißt, baß andere Ursachen, insbesondere bie Ausdehnung des EifenbahnsystemS, gleich zeitig wirkten. Da nun das moderne System der Handelsverträge solche Erfolge erzielt hat, fragt der Redner, ist es da nothwendig, mehr zu thun, als sich gegenseitig dazu Glück zu wünschen? Ja, leider ist viel mehr noihwendig. „Die letzte halbe Generation hat gewaltige Veränderungen in Europa gebracht, bie „unheilvollen Interessen" haben bie ihnen von ben Umständen in bie Hanb gegebenen Waffen so gut als möglich benützt, unb bie Folge baoon ist, baß fast überall in Europa eine starke Bewegung im Gange ist. um nach Ablauf ber Verträge ihre ganze ober theitweife Beseitigung zu erzielen. Außer biefen offenen Feinben hat ber Freihandel noch viele geheime, ihm gegenüber stehen alle bie Kräfte, welche man in Frankreich unter bem Namen „Chauvinismus" zusammen zu fassen pflegte." Die ausführlichen Berichte von Vertretern des Freihandel« in verschiedenen Ländern, welche der Cobbenclub unlängst veröffentlichte, setzten Herrn Grant Duff in den Stand, Autoritäten wie Bunsen, Faucher, Montgomery Stuart rc. zu Zeugen aufzurufen. Lord Aberbare, ber Prüfibent bes CongreffeS, beantragte, ein Dankvotum für den Redner, und der österreichische Generalkonsul Dr. Karl v. Scherzer sekundierte den Antrag und fügte hinzu: Erlauben Sie mir, wenige Worte inbezug auf Oesterreich-Ungarn unb Deutschland zn sagen, wo bie Strömung gegen ben Freihandel in ber Thal sehr stark ist. Ich hoffe jeboch, daß der Freihandel bas Feld behaupten werde. Ich spreche natürlich nicht in rnti* Feuilleton. Die Herzegowina vom commerciellen Standpunkte. Der frühere französische Consul in der Herze-avwina Herr be Saime-Maris, ist soeben daran, Wne v'ieljährigen Wahrnehmungen in bieser lürki-L Provinz in einem bemnächst erscheinenden Ln,-«, bet Oeffenllichkeit zu überliefern. Soweit bie Auszüge aus biefem Werke in dem „Bulletin de 1» <2nci6t6 de Geographie , sowie in dem Journal WYnlorateur“ urtheilen lassen, dürfte dieses unter ben gegenwärtigen Verhältnissen auf „T größeres Interesse Anspruch machen können, L Mittheilungen des Verfasser« auf gründlichen SLkImi unb eigenen Anschauungen beruhen. Für „ nLinnen biefelben noch eine besondere Bedeu-? 9 indem darin die engen Beziehungen der ge- ,un0' Provinzen zu Oesterreich konstatiert werden. Mesaaimtwerlh de« Handels der Herzegowina Der G»am 9.400,000 Franc«, wovon Francs auf die Einfuhr und 4.100,000 5 i »uf bit Ausfuhr entfallen. Vom Jahre 1866 Francs " i l869 ^atte btr Berkehr eine auf. bis zum steigende Richtung genommen, seitdem blieb er ununterbrochen stationär und schlug eher eine retrograde Richtung ein. Der Verfasser glaubt die Gründe der Abnahme beS Handels in den letzten Jahren theilweise in den drückenden Steuern zu finden, mit denen sowol die Einfuhr-, als die Ausfuhrartikel belastet werben. Theils bürsten aber auch die au« dieser Provinz nach Smyrna verlegten Lieferungen zu Militärzwecken zur Verminderung des Handels beigetragen haben. Ueberdies versiegte noch eine andere Einnahmsquelle für bie Provinz, indem die Regierung alle Straßenbauten und andere öffentliche Arbeiten einstellen ließ. Jnsolange aber auch die Straßen nicht befftr werden, der Waren-tranSport aus dem Rücken der Pferde bewerkstelligt werden muß und der Landmann seine Erzeugnisse nicht in entsprechender Weise zu verwerthen vermag, wird der herzegowinische Verkehr stets nur auf einen geringen Verbrauch fremder Waren unb eine unerhebliche Ausfuhr von Rohstoffen beschränkt bleiben, welche im Vanbt nicht zubereitet werben können. Der Verkehr ber Herzegowina ist fast ganz auf Triest angewiesen, wohin deren Naturprodukte gelangen unb von wo die Bewohner ihre Waren beziehen, «n bem Werthe ber in Mehl, Kaffee, Zucker, Baumwolle, Woll unb anberen Waren bestehenben Einfuhr war Oesterreich im Jahre 1871 mit vier Millionen 837,000 Francs betheiligt. Etwa 25,000 Francs kamen auf den Import aus Montenegro und 421,130 Francs auf jenen aus Bosnien. Die meisten Lebensmittel werben aus Triest bezogen, blos ein kleiner Theil wirb aus Bosnien zugeführt. Unter besseren EommunicationSverhältniffen würbe Bosnien viele Waren billiger liefern können; allein im Winter finb die Straßen selbst für Tragthiere unwegsam unb die Erzeugnisse können alsdann von dort nicht beförbert werden. Der größte Theil der Cerealien sowie des MehleS dient dem längs der montenegrinischen Grenze stationierten Militär zur Verpflegung, was zugleich beweist, daß die Herze-gowina außer ihren 180,000 Bewohnern eine permanente Besatzung von 5000 Mann nicht au« eigenen Mitteln zu ernähren vermag. Die Colonial-waren werden ausschließlich aus Triest bezogen, für beffen havarierten Kaffee bie Herzegowina ben besten Markt bitbet. DaS zugeführte Eisen ist bosnisches, der Stahl österreichisches Product, Kupfer zu Kesseln, Kochtöpfen u. s. w. kommt über Triest aus Deutschland und Frankreich. Die eingeführten Baumwollgarne sind englisches Fabrikat, bie Baumwoll-, Woll- und Halbseibenwaren im Wenhe von etwa 1.600,000 Francs finb theils österreichischen, theil« net officiellen Eigenschaft als Vertreter der HandelS-intereffen Oesterreich Ungarns in diesem Lande, sondern nur als Ehrenmitglied des Eobdenclubs, als ein Freund von Freihandel und allgemeinem Frieden, der eine Folge desselben ist. Es wird interessant für Sie sein, zu erfahren, daß unser Botschafter am Hofe von St. James, Graf Beust, soeben einen sehr schätzenSwerthen und interessanten Bericht über die Verhandlungen des Cobdenclubs veröffentlicht hat, der im hohen Grade dazu beitragen wird, das Interesse für die wichtigen und edlen Zwecke dieser so nützlichen Gesellschaft zu vermehren. Erlauben Sie mir, zu bemerken, daß ich die große Ehre hatte, den Wohlthäter der Menschheit, Richard Sobben, bei einer Versammlung der Freunde des allgemeinen Friedens in der Exelerhall zu London im August 1851 kennen zu lernen. Damals herrschte eine feindselige Stimmung gegen Oesterreich, und ich benützte die Gelegenheit, um zu erwähnen, daß auch in Oesterreich die Freunde des allgemeinen Friedens sehr zahlreich find, und ich schließe mit demselben herzlichen Wunsche, welchen ich damals aussprach, mit dem Wunsche nach jener glücklichen Zeit, deren Ankunft man auch in Oesterreich sehnlich entgegen« sieht, wo in der ganzen Welt die Menschen Brüder sein werden._________________________________ Politische Rundschau. Laibach, 15. Oktober. Inland. Die Herren im goldenen Kragen, welche in den Delegationssitzungen neben dem Kriegsminister sitzen, scheinen eine allzustarke Antipathie gegen die Conttole zu besitzen, mit welcher infolge der StaatSgrundgesetze die Manipulation mit den Steuergulden des Volkes verbunden ist. Der Finanzausschuß hatte die für die Befestigung von Krakau eingestellten 200,000 fl gestrichen, und die Delegation stimmte dem bei, denn sie konnte sich bei diesem Votum auf militärische Fachleute berufen, welche die totale Nutzlosigkeit derartiger Befestigungen erweisen; aber trotzdem gab der Vertreter des Kriegsministeriums Oberst v. Becker den Delegierten ziemlich unverblümt zu verstehen, sie verstünden von strategischen Dingen nichts, sollten daher lieber schweigen. Als dann der Delegierte Oppenheimer es rügte, daß das Militärgeographische Institut für 80,000 fl. eine Karle von Centralafien herausgegeben habe, welche von Kennern als unbrauchbar bezeichnet wurde und wieder eingeftampft werden mußte, war der Regierungsvertreter Oberftlieutenant Merkl zwar nicht in der Lage, diesen Vorwurf zu widerlegen, hingegen antwortete er mit der sonderbaren Bemerkung, daß englischen, schweizerischen ober deutschen Ursprungs. Geistige Getränke allein werben zwischen Metkovich unb Moftar auf Karren transportiert, bie Beförderung aller übrigen Artikel mittelst Wagen wäre zu kostspielig. In der Ausfuhr figurieren Roh» probuctc, als Wolle, Häute u. f. w. mit einem Werthe von ungefähr 560,000 Francs. Die Wolle ist von schlechter Qualität, weil für die Veredlung nicht das geringste gethan wirb. Den Hauptgegen» stand des Exportes bildet das Schlachtvieh, welches fast ausschließlich nach Dalmatien und Istrien geht. Das Rindvieh ist klein unb mager. Die Pferdezucht verschlechtert und verringert sich von Jahr zu Jahr. Die Bienenzucht ist ganz primitiver Natur. Man findet nirgends Bienenkörbe; der Honig wird in den Baumstämmen gesammelt. Das Wachs findet vornehmlich feinen Absatz in Triest, wo es in Waben von 45 bis 50 Oka vorkommt. Die Hiutcauefuhr nach Dalmatien ist seit dem Jahre 1869 merklich gestiegen, indem die Felle in zwei Gerbereien nahe an ben türkischen Grenzen zubereitet werden. Auch Hasen- und Fuchsbälge, Wolf- und Bärenfelle kommen hie und da im Handel vor. Der Weinbau wäre einte großen Aufschwunges fähig, wenn er nicht durch die Traubenkrankheit beeinträchtigt würde. Die WarenbedÜrfnifle der Bevölkerung sind gering, sie lauft bloe da« Allernothwendigste. Wenn die das Institut für diese Karte ja kein Geld bei den Delegationen beansprucht habe. Natürlich nicht mehr, nachdem es schon nutzlos verschleudert war. Doch solche Vorgänge hoben einen sehr ernsten Hintergrund; sie zeigen klar, welche Anschauungen heute noch, nachdem die Verfassung bereits vierzehn Jahre in Geltung, in gewissen Kreisen über den Äbgeord-netenberuf und das Budgetrecht der parlamentarischen Körper herrschen. In einer vertraulichen Sitzung hat der g r az e r Gemeinderath nach dem Referate des ibiccbürger» meisters Dr. Portugal! ben Beschluß gefaßt, der Regierung bei der Inanspruchnahme der staatlichen Polizeiorgane für die der Gemeinde verbleibenden Agenden einen nicht erhöhbaren jährlichen Beitrag von 45,000 fl. zu leisten. Der Club der Linken des Abgeordnetenhauses versammelt sich Montag, 18. Oktober, abends 7 Uhr, zu einer Vorbesprechung. Am 19. Oktober wird bekanntlich der Reichsrath wieder eröffnet. Die Jungczechen haben diesmal in den Reichsraths Ersatzwahlen eine entschiedene Niederlage erlitten. War schon das Ergebnis der Wahlen in den Landgemeinden ein für sie ungünstiges, da eines ihrer Häupter Dr. Trojan, unterlag, so haben die in den Stadtbezirken vollzogenen Wahlen die Niederlage vervollständigt, da kein einziger jungczechischer Eandidat durchbrang. Selbst der bei den letzten Wahlen nach heißem Wahlkampf eroberte Stabt-bezirk von Schlau ging wieder an die Altczechen verloren. Der einzige jungczechische Eandidat, der diesmal überhaupt für den Reichsraih gewählt wurde, ist Sladkowsky. Bon dem Mandate werben weber er noch die altczechischen Eandidaten Gebrauch machen. Ausland. Aus Belgrad wird der „A. A. Z." über einen weitem Act der Einflußnahme Fürst Milans auf die Skupschtina berichtet, welcher die unruhigen Köpfe in berjelben vollenbs zur Vernunft brachte. Der Fürst berief nenilich sämmtliche Skupschtina- Mitglieder in ben ftonat (fürstlichen Palast.) Als sich bieselben einfanben, richtete er an bie versammelten Lanbesvertreter bie Frage: »Wer ist für ben Krieg, wer nicht?“ Hierauf nahm er das Verzeichnis der Skupsthtina«Mitglieder zur Hanb und verlas die Namen der einzelnen Abgeordneten. Diese antworteten nun je nach ihrer ün-sicht oder, besser noch, je nachdem der eine mehr, der andere weniger Furcht gehabt hatte, mit „Ja" und „Nein." Zwölf Abgeordnete hatten den Mulh, mit „Ja zu antworten; sämmtliche übrigen Abgeordneten stimmten gegen den Krieg, trotzdem daß sie eine Stunde vorher kriegerisch gesinnt waren. Hier- Ernten in Der Herzegowina fehljchlagen, bann gerat h ber bortige Hanbel völlig ine Stocken. Heber-Haupt ist der äderbau und die Industrie sehr vernachlässigt. Von letzterer kann im eigentlichen Sinne auch gar nicht die Rebe sein, indem man sich wegen ber unverhältnismäßig hohen Besteuerung zur Be-schaffuug bcs nöthigen Materials nicht im geringsten angeregt fühlt. Selbst bie allergewöhnlichsten «rbei-len lassen sehr viel zu wünschen übrig. Die Werk zeuge sind überaus mangelhaft, Maschinen völlig unbekannt. Die traurigen ilrbeiteocrhaltnifle könnten wol durch ein auf dieselben verwendetes entsprechen-des Kapital wesentlich verbessert werden; allein cs fehlt an jedem UnternehmungSgcifte. Ebenso rnislich ist der Zustand der Landwirthschaft. Die einzige fahrbare Straße führt nach Metkovich. Und dennoch konnte die Herzegowina zu einem der wichtigsten Product ionsgebiete herangebildet werden. Die Gebirge sind mit den prächtigsten Tannen, Eichen, iöuchco u. s. w. bedeckt; in der Ebene von Lju-bufchka gedeiht der Reis, ebenso Oliven, Maulbeet» und Granatenbäume. An fruchtbarem Boden fehlt es nicht, aber die Felder liegen größtentheis brach. Mit einer besseren Pflege der Landwirthschaft würde nicht nur der Au-fuhr», sondern auch der Einfuhrhandel eine« großen Aufschwunges fähig fein. auf richtete Milan an die Abgeordneten die Frage: „Wer wol dafür fei, daß den Aufständischen Unterstützung gewährt werden solle?* Die Abstimmung geschah auf dieselbe Weise, und wieder erklärte sich die Mehrheit der Versammelten gegen eine Action selbst nach dieser Richtung hin. Als man za Ende war, entließ der Fürst die Skupschtina mit einet gnädigen Handbewegung. Der Eorrespondent des augsburger Blattes meint, Fürst Milan spielte mit bie|en StaatSstreich-Acten ein gefährliches Spiet, da» ihn leicht um den Thron bringen könnte. Nach der jämmerlichen Haltung der Skupschtina scheint hiefür nicht der mindeste Grund zu einer Besorgnis für den Fürsten zu fein ; wenn etwas aus diesen Vorgängen zu schließen ist, so ist dies die Thatsache, daß der ganze constitutionelle Apparat in Serbien eben nur dem Namen nach figuriert unb daß der Fürst trotz desselben die gleiche patriarchalische Macht ausübt, die der alte Milosch handhabte. Wie man der „Polit. Eorr." aus Belgrad' berichtet, werden bezüglich des neuen Ministerium-Stimmen laut, welche dasselbe als ein provisorische» oder richtiger als ein UebergangScabinet zu einem vollständig conservativen Ministerium bezeichnen. Den Frieden wird das jetzige Eabinet ehrlich wahren und die Zeit der serbischen Freischarenzuzüge auf türkisches Gebiet scheint endgiltig vorüber zu sein. Die meiste Aufmerksamkeit zieht die Skupschtina auf sich. Sie wird aller Voraussicht nach dem Ministerium, desfen Präsident bisher ihr Präsident gewesen, Ordre parieren. Fürst Milan ist im Augenblicke wieder der populärste Mann des Landes. Sein entschiedenes Auftreten in der letzten Krise, welches bas Land vor großem Unheil bewahrte, hat ihm viele Sympathien erworben. Dem zserbischen Volke imponiert nichts fo sehr, als eine entschlossene That, und dies war das persönliche Eintreten des Fürsten für den Frieden in den Momenten der höchsten politischen Aufregung. Vom Kriegsschauplatz in der Herzegowina wird mir von kleineren Gefechten bei Dabra gemeldet, in welchen bie Insurgenten den Kürzeren zogen. Peko Paolooic und andere Insurgenten«*”5 führet sind momentan in Ragusa. Ihre Anwesenheit scheint mit Verhandlungen im Zusammenhänge zu stehen, die durch Vermittlung einiger dort residi«»-den Lonsular-Functionäre ftattfinden. Mit dem nächsten Lloyddatnpscr begeben sich die genannten Jnsur-gentenchefö nach Eastel-Nuovv. Das Gros der Insurgenten weilt gegenwärtig bei GlavSkisol. Die gegenwärtige Kriegführung der Insurgenten soll die türkischen Befehlshaber beunruhigen, weil die Insurgenten plötzlich in größeren Massen bald hier, bald dort austauchen und ebenso rasch verschwinden. Nach mehrtägiger Ruhe auf ungefährdetem Gebiete sammeln sich bie Insurgenten wieder unb erscheinen an Orten, wo sie von den Türken am wenigsten ver muthet werden. % Das „Journal te St. Petersbourg" halt den überreizten Staatsgläubigern der Pforte vor, daß dieselben am I. Januar zwar ungefähr ein Drittheil fer gehofften Zinsen verlieren, jedoch in Anschlag zu bringen hätten, daß die Obligationen zu fünfzig Perzent des NennwenheS ausgegeben wurden, bie Speculanten mithin sich hätten zur Genüge bereichern können. Die Maßregel ber Pforte fei eine unerläßliche, um wiebet Orbnung in die Finanzen zu bringen, ©obalt) dies erzielt, würbe sich die Er. bitterung der Ereditoren in Sympathie verwandeln. Bei der Adreßdebatte der venerischen Abgeordnetenkammer verlas Stauffenberg nach einer meisterhaften Rede eine von 76 liberalen Abgeordneten Unterzeichnete Erklärung, in welcher gegen die Entstellung des Sachverhaltes in der Adresse und namentlich gegen den Versuch protestiert wird, daß nur ein Theil der Bevölkerung als derjenige bezeichnet werde, weichet allein Treue und Anhänglichkeit an den Lönig bewahrt habe. Es wird in dieser Erklärung das Herabzlchen der geheiligten Person des Königs in den Streit der Parteien um fo unerhörter genannt, als die Liberalen von keinem Unfrieden wissen, welcher das Band zwischen Fürst U V Dolk gelockert hätte. Die Erklärung spricht stbließlich daS Vertrauen aus, der König werde wie hiebet auch ferner, getragen von der Liebe und von dem Vertrauen des Volke». Recht. Gesetz und Frieden nnkrelbterhalten Zur TageSgeschlchte. _ Dem Hund 2000 fl. und dem Ncssen „ ~ Die am 2. 6. M. verstorbene wiener Hausbesitzerin v Betschwester Anna Maria Weigl testierte ihr aus' eils “ , unt) 152,000 fl. an barem bestehendes Bermögen Lt“ Ärouentlöflern in Oesterreich zu gleichen Theilen; fer-ein Legal von 2000 fl. ihrer Dienerin Josefa Friedl rar Erhaltung und Pflege ihres Schoßhündchens „Lidi," Lube der letzteren obliegt; ein Legat von 1000 fl., einen _ oon 25,000 fl. zu Messen in den von ihr besuchten Li Len Maria Trost, Mariahils und Maria am Gestade, Summe von 20,000 fl. in Silber für die Schatzkam. Maria Zell; schließlich ein Legat von 600 fl. für ifirtn Neffen Fr- Hartmann, der aber wahrscheinlich nach zÜrn"(Besetze Universalerbe weiten dürfte, weil das Testament teil Fertigung tragt und sich Die Unterschrift der Erblasserin kmie dreier weiblicher Zeugen blos auf dem Couverte be> Selbstverständlich hat der Neffe, der einzige Jntestat-febe Herr Hartmann, Uhrmachergehilfe in St. Pölten, die «iltiakeit des Testamen.es angesochten. Theure Sparsamkeit.» Zur Zustandebrin-einer flüchtigen Person namens Anna Horaczef ha-Ln »oei Panduren drei Tage gebraucht und an Spesen «erat 8 fl. 40 Ir. ausgenommen Hierüber entstand ^ «lincipienfrage, die contitmierlicbc (Sortelponbenjen »mitdien Staatsanwaltschaften, Rechnungsabtheilungen und Ministerien verursachten. Ob bereits eine endgiltige Ent-Ickeiduna gefaßt wurde, ist nicht bekannt, aber dem „K. N. nkoloe hat dieser Ideenaustausch dem Staate während eines StaeS - denn so lange schon zieht sich diese Angelegenheit L - bereits 444 fl. 44 fr. gekostet. — Der Papst als Aussteller. Wte aus Rom «meldet wird, gedenkt fid) Seine Unfehlbarkeit an derWelt-att§ßetlung zu Philadelphia zu betheiligen, intern er zwei prachtvolle Mosaike» zu derselbe» abschickt. Man muß ge-»eben daß der Vatica» sehr schlau aus die nationale Eitel-Wt Der Amerikaner speculiert; zuerst hat er ihnen einen Wninen purpmrothen Lardinai gegeben, jetzt rechnet er sichs int Ehre, ihre Ausstellung zu beschicke» - die Politik ist nicht schlecht. Man muß abioarten, ob Bruder Jonathan 4nf den Köder to^TunD Provmzinl-Angelegenheittn. _ ($er Fall von Brutalität.) der gestern im Taablatt" unter den Localberichten berührt wurde und btr "leider mit dem Tode eines dev Setheiligten geendet, ttirt uns von dem daselbst erwähnten Hauptbetheiligten in folaender Weise dargestellt. Nachdem derselbe mit eigenen eschen, daß verdächtiges Gesindel aus seinem Felde ttttcr dort befindlichen Harfe während der Nackt Unter-stand suche begab er sich in der Nacht vom 16. September l ungefähr um zehn Uhr abends, wegen drohender (Befahr’in Begleitung zweier seiner Bediensteten, hinaus auf tag Seid UM die Strolche zu vertreiben. Bei der Harfe »naekLmen, fanden sie drei Mensche» dort gelagert, zwei Dänner und eine Frauensperson. Dieselben hatten das zum Trocknen anfgehängte Kleeheu von den Stangen herunter* genommen und sich daraus ein Lager bereitet. Auf die fcr t was sie da machten, antwortete einer: „lezimo." llunie Aufforderung auszustehen und sich zu entfernen, teaten sie dies ohne Widerstand zu leisten. Da habe er nun dem Stocke jedem ein paar Schläge über den Rücken '»triefet und dieselben hätten alle drei die Flucht ergriffen. UnTfi der nicht aus dem Auge zu verlieren und aus v® “ f e föchten wiederkehrcn und die Harfe in Brand fc-T9"/ i ibnett mit seinen Leuten gefolgt. Etwa tausend vr”;;'., ter Ha.se entsernt, hätten sie einen der beiden V® , fcem B-den liegend und am Kopfe blutend länner a I ^ warum er sich nicht mit den ^troffen. 6abe eV geantwortet, er könne nicht weiter, ^rigen entl ' W feilt Kamerad habe ihn ntebet.-sei s-dwer batübtr, daß er ihn dazu verleitet, «Wagen, Nachtlager zu suchen. Mittlerweile wur. > au6