priaiimrrattoll» - Prnik: Für LaidaL Banzjährig . . . L st. — tr. Halbjährig . . . S , — » Vierteljährig. . . 1 . SV » Monatlich . . . — , L0 , Mit der Post: Ganzjährig . . . S st. — kr. Halbjährig . » So , Lierteljährig. . . i , LS , Für Zustellung ins Hau» vierteljährig iS kr., monatlich S kr. einzelne Nummern S kr. Laibacher blatt. Lrdaktiov: Sahnhosgaffe Nr. ISi Lrxrditiou «nt Zuskralku Surcaii).^ Longreßplatz Nr von I. v. Lleinmai^L^i! ZnscrtioniH Für die einspaltige 1 bei zweimaliger Einschallnng L s kr. dreimal L. 7 kr. (InsertionSftcmpel jedesmal z» kr. Lei größeren Inseraten und österer Einschaltung entsprechender Rabatt. Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Nr. 101. Donnerstag, 5. Mai. — Morgen: Johann v. P. 1870. Die Volkssührer und der landwirth-schastliche Unterricht in Kram. In der gestrigen Generalversammlung der krai-nischen Landwirthschaftgesellschaft kam auch die Frage wegen Gründung einer niederen Ackerbauschule in Krain zur Sprache, und es wurden bei diesem Anlasse von Dr. B l ei w e s und Dr. To man schwere Borwürfe gegen die frühere sogenannte deutsche Majorität des krainischen Landtags erhoben, als hätte diese dem Landvolkc den Unterricht in landwirth-schastlichen Gegenständen in seiner Muttersprache mißgönnt und ihm die Quellen zur weiteren Ausbildung in seinem BernfSzweige unzugänglich gemacht. Vorerst sprach Dr. Bleiweis sein Verdikt über solche, das Landesinteresse mit Fichen tretende brutale Tirannei aus; es lautete: „Die deutsche Majorität des Landtages hat die in Laibach bestandene Ackerbanschule begraben, ohne ctwaS besseres an ihre Stelle gesetzt zu haben." Diese unwahre Behauptung fand schon in der Versammlung von Seite eines Mitgliedes jener Gesellschaft lebhaften Widerspruch, allerdings unter Aeußerungen des Mißfallens darob, daß sich jemand erkühne, gegen den infalliblen Ausfpruch eines ergrauten Volkssührcrs eine Bemerkung vorzubringen. Hur näheren Beleuchtung jedoch, wie es mit der Wahrheitsliebe des Sekretärs der krainischen Land-wirthschastgesellschast bestellt sei. verlohnt es der Mühe, den berührten Gegenstand mit Zugrundelegung der stenografischen Berichte deS krainischen Landtages ausführlicher zu erörtern. Allerdings hat der frühere Landtag die von der krainischen Landwirthschaftgesellschaft im Jahre 1850 gegründete Ackcrbaufchule in Laibach, die bis zum Jahre 1863 ein kümmerliches Dasein fristete und deren Besuch nur durch Verwendung der früher aus dem Landesfonde für Pferdeprämien bestimmten Summe von 923 fl. zu Stipendien für ihre Schüler ermöglicht wurde, sein Augenmerk zugewendet, und eS wurde mit Sitzungsbeschluß vom 31. Mürz 1863 der Landesausschnß beauftragt, die Zweckmäßigkeit jener Ackcrbauschule einer genauen Prüfung zu unterziehen und in der nächsten Session darüber Bericht zu erstatten und allfällige Anträge zu stellen. In welcher Weise Dr. Bleiweis diesem Land-«agsbeschluffe Rechnung getragen hat, erhellet aus dem vom Landesausschuß in der nächsten Session in der Sitzung am 5. April 1864 erstatteten Berichte, worin dieser mittheilte, daß das Präsidium der Landwirhschastgesellschast über die gemachte Anzeige jenes Landtagsbeschlusscs dem LandeSausfchusse blos die Einladung zu den seinerzeitigen öffentlichen Prüfungen der Ackerbauschule in Aussicht gestellt, jedoch jede weitere Erhebung über die fragliche Schule, als in den Bereich des Landtages nicht gehörig, abgelehnt habe. Als sich hierüber eine längere Debatte im Landtage entspann, äußerte sich Dr. Bleiweis nach dem stenografischen Berichte jener Sitzung: „Daß jene Schule nichts ist, als eine WohlthätigkeitS-anstalt, ganz ohne Dotation, ohne Einkünfte, angewiesen nur auf den Patriotismus jener Männer, welche sich derselben opferwillig hingeben, denn das, was l früher aus dem Kameralfonde, nun aus dem Landesfonde der Anstalt zugewendet wird, das berührt! die Anstalt nicht, sondern das sind nur ein paar Stipendien, die man den Ackerbauschülern gibt. Es ist wüuschenswerth — sagte Dr. Bleiweis weiter — und ich selbst werde mir erlauben, beim Präliminare, auf welches der hohe Landesausschuß diesen Gegenstand verwiesen, einen Antrag zu stellen, daß wen» diesfalls diese Post der Stipendien nicht ge st r i ch en w or d en i st, selbe zustreichen, und daß man für eiue wohlorganisirte aus Landesmittcln dotirte Ackcrbauschule Fürsorge trifft. Bei der später erfolgten Bcrathung des Prä-limiuaieö wurden jene 923 st. für Stipendien in den Landesfond nicht mehr eingestellt, und in der Sitzung am 11. April 1864 begründete Dr. Bleiweis einen Antrag, „daß der Landesausschuß beauftragt werde, den Entwurf zur Gründung einer Ackerbauschule nach dem Muster der Großauer Schule im Einverständniß mit dem Zentrale der Landwirthschaftgesellschaft auszuarbciten und dem nächsten Landtag daüber Berich! zu erstatten." Dieser Antrag wurde einem Ausschüsse, dessen Obmann Dr. Bleiweis selbst war, zur Vorberathung zugewiesen. Welches Interesse letzterer an der von ihm beantragten Schule hatte, erhellet am lüsten daraus, daß der gewählte Ausschuß zur Vorberathung dieses Gegenstandes von seinem Obmann Dr. Bleiweis gar nicht einberufen wurde, es erfolgte die Schließung dcö Landtags, ohne daß jener Antrag abermals ins Haus gekommen wäre. Wie wenig cs dem Dr. Bleiweis um eine Ackerbauschule zu thuu war, erhellet weiters aus dem Umstande, daß derselbe in der folgenden Session des I. 1865 den von ihm im Vorjahre gestellten Antrag ruhen ließ, so daß der Abgeordnete Gut mann diesen „in Vergessenheit gerathenen Gegenstand" wieder aufnahm und den früheren Antrag des Dr. Bleiweis zu dem feinigen machte. Es wurde demnach in der Sitzung vom 10. Febr. 1866 der LandeSauöfchuß beaufträgt, in der nächsten Session eine Vorlage über die Errichtung einer Ackerbauschule nach dem Muster der Großauer Schule einzubringen In der Sitzung am 28. November 1866 erstattete Dr. Bleiweis im Namen des Landcsans-fchusses einen darauf Bezug nehmenden Bericht, dessen Unbestimmtheit, noch mehr aber die Schluß-anträge die klare Absicht des Berichterstatters aus-fprachen, den Gegenstand ganz fallen zu lassen. Letztere lauteten dahin: 1) Die gemeinschaftliche Errichtung einer Ackcrbauschule für Krain, Untersteiermark und Istrien und Görz nach dem Muster der Großauer niedereren Ackerbauschule werde angestrebt; 2) der Landesausschuß werde beauftragt, diesfalls mit den bezüglichen Landesausschüssen in Verhandlung zu ireten und das Ergebniß derselben dem nächsten Landtage zum Behufe weiterer Beschlußfassung mit-zutheilen. Der frühere Landtag jedoch, oder dessen sogenannte deutsche Majorität, hat in letzter Session ihrer Wirksamkeit, an Stelle jener Anträge des Dr. Bleiweis, folgende Beschlüsse gefaßt: 1) Von der Errichtung einer Ackerbanschule im Verein mit den Nachbarländern wird abgesehen. 2) Die Frage wegen Errichtung einer selbstständigen niedern Ackcrbauschule in Krain wird als eine offene erklärt. 3) Dagegen wird die Errichtung von land-wirthfchaftl. Spezialschulen, nämlich einer Schule für Obst- und Weinbau, Seiden- nnd Bienenzucht in Unterkr.iin, dann einer niedern Forstschule in Oberoder Jnnerkrain mit einem entsprechenden Beitrage aus dem Landesfonde beantragt und der LandeS-auSfchuß beauftragt, die diesfalls nöthigen V-rcin-leitungen und Erhebungen zu pflegen und dem nächsten Landtag in seiner ersten Session die darauf bezüglichen Anträge vorzulcgen. 4) Sollte jedoch dicö dem LandcSauSfchufse bis dahin nicht möglich werden, so wird er beauftragt, in der nächsten Session definitive Anträge wegen Ertheilung von Stipendien zur Entsendung geborener Kramer mit entsprechender Vorbildung an anerkannte, bewährte mittlere oder niedere lsn^wirth-schastl. Schulen zu stellen. Dies ist die Passionsgeschichte der Ackerbau-schulen in Krain unter der Herrschaft der sogenannten deutschen Majorität des früheren Landtages, und cs wäre zu deren Vervollständigung nur noch hinzu-zusügen, daß in Ausführung des oberwähnten Land-tagSbefchlusses vom 29. Dezember 1866 und des patriotischen Anerbietens des deutschen Fürsten Schönborn eine niedere Forstschule für Krain in Schneeberg gegründet wurde, und daß ein ähnliches Anerbieten des Grafen Lanthicri in Wippach nebst einer ausgiebigen Unterstützung des Ackerbauministeriums, verbunden mit einem Beitrage aus dem Landesfonde, das baldige Jnslebentreten einer Spezialschule für den Weinbau im Wippacher Thale in Aussicht setzt. Die Rolle des Todtengräbers der bestandenen lebensunfähigen Ackerbauschule am Verfuchshofc der Land-wirthschaftgesellschaft in Laibach dürfte nach obiger Auseinandersetzung wohl dem Dr. Bleiweis Zufällen, dcr sich sogar gegen eine nähere Einsichtnahme des LandesauöschufseS in jene Schule hartnäckig sträubte, wobei nur noch zu erwähnen ist, daß derselbe gegenüber der Bereitwilligkeit, mit welcher er diese Schule selbst einsargen zu wollen erklärt hat, mit großer Leidenschaftlichkeit für fein LicblingSkind, die Hufbefchlagsfchule am Polanahofe, eingestanden ist. Die LandtagSverhandlnngen geben auch Aufschluß darüber, warum letztere sich des Patronates des Dr. Bleiweis in so hohem Grade erfreut, daß sogar der künftige erste Jahrgang der niederen Ackerbauschule in Laibach ihr einverleibt werden soll. Zu dem Anwurfe des Dr. Bleiweis gegen die frühere Landtagsmajorität fügte sein Sekundant Dr. Toman unter beifälligem Kopfnicken und Gemurmel der Mehrzahl der anwesenden Herren Pfarrer und Dechante und des gläubigen Trosses der No-vice-Partei die Beschuldigung eines noch größeren an der Nation versuchten Verbrechens, dcssen sich der frühere Landtag dadurch schuldig gemacht hat, daß er krainischen Jünglingen mit entsprechender Vorbildung durch Verleihung von Stipendien den Besuch an auswärtigen bewährten niedern oder mitt. lern Ackerbauschulen ermöglichen wollte. Dr. To-man erging sich hiebei in den gewohnten Fräsen über Entnationalisirnng des Volkes, die man damit bezweckte, über den grimmigen Haß, den der frühere Landtag damit gegen die slovenische Sprache deutlich bewiesen hat. Auf diese perfide Anschuldigung haben wir nur zu erwidern, wie es denn komme, baß das jetzige Zentrale der Landwirthschaftgesellschaft, in welchem doch die Führer der Nation sitzen, denen deutsche Schulen ein Gräuel sind, sich als so gelehrigen Schüler der früheren Landtagsmajorität erst vor kurzem bewiesen hat? Eben dieses Zentrale hat in einer Denkschrift an das Ackerbauministerium die Bewilligung von drei Staatsstipcndien für Krainer zum Besuche der Flachsbauschule in Schönberg in Mähren angesucht. Die Eingabe fand eine günstige Erledigung, und in der vorletzten Generalversammlung der Landwirthschaftgesellschaft wurden die drei krainifchen Jünglinge, darunter zwei Bauernburschen, welche jene Schule besucht hatten, wegen der Kenntnisse, die sie sich im deutschen Schonberg angeeignet haben, von Dr. Bleiweis und Konsorten mit Lobeserhebungen überschüttet. Ja das Zentrale ließ cs nicht bei diesem Schritte allein bewenden, cs richtete neuerdings ein Gesuch an das Ackerbauministerium, um Bewilligung eines weiteren Staatsstipendiums für einen Krainer zum Besuche der Weinbauschule in Klosterneuburg. Wenn demnach die liberale Partei in Krain talentirte Jünglinge auf deutsche Schulen zu ihrer besseren Ausbildung schicken will, erheben die Führer ein Zetergeschrei über die dem Lande drohende Ger-manisirung; wenn sie selbst im Drange der Noth und bei der Unzulänglichkeit der slvvenischen Bildungsbehelfe auf Staatskosten zu diesem praktischen Mittel greifen, dann ist das ein löbliches, ein gemeinnütziges, ein patriotisches Unternehmen. — Die beiden hier besprochenen Expektorationen zweier krainischen Volksführer haben unsere Hoffnungen, es werde die Landwirthschaftgesellschaft unter dem neuen Präsidium jeder Veranlassung zu den gewohnten nationalen Verhetzungen aus dem Wege gehen und sich als ein nur die Zwecke der Landeswohlfahrt im Auge behaltendes Organ von jeder Parteigehässigkeit, ferne zu halten wissen, leider nicht bestätiget; ja es siel allgemein auf, daß der jetzige Präsident, Herr Landeshauptmann Wurzbach, der bezüglich einiger unrichtigen Auffassungen einzelner Redner bei anderen Programm-Punkten mit Berichtigungen sogleich bei der Hand war, zu jenen verdächtigenden Anwürfen, die zum Theile auch auf seine Thätigkeit im früheren Landtage sich bezogen, nur zu schweigen wußte. In solchen Fällen gilt der juridische Spruch: (jui taost, eollsöutirs viäötur. Aus Frankreich. Der französische Klerus wird sich bei dem bevorstehenden Plebiszit für denKaifer erklären. Die meisten in Rom anwesenden fraiizösischcn Bischöfe haben ihren Seelsorgekreis angewiesen, auf den Kan-zeln nach Thnnlichkeit für die Zustimmung zum Plebiszit zu wirken. Der Papst selbst hat uns die Bischöfe in diesem Sinne eingewirkt. Die republikanische Partei dagegen macht der Regierung viel Sorge. Aus das Gerücht hin, daß die Unversöhnlichen in einigen Städten Unruhen hervorzurufen beabsichtigen, wurden Vorsichtsmaßregeln angeordnet. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, kam es in St. Quentin zu einem argen Skandal. Der Präsident des internationalen Lokalkomitee wurde verhaftet, um dessen der Regierung feindlichen Einfluß auf die Arbeiter zu verhindern, da brachen bei 2000 Arbeiter los und wollten ihn mit Gewalt befreien. Nationalgarde > und Gendarmen mußlen die Ruhe wieder herstel-z len, wobei viele durch Steinwürfe verwundet wur- i den. — Auch Garibaldi rührt sich; in einer Adresse an die „französische Armee" weist er auf die Sol- daten der ersten Republik hin und erklärt, seinen Posten wieder an der Seite der Armee einnehmen zu wollen, wie im Jahre 1859, wenn es verlangt werde. — Die Regierung ihrerseits versäumt nicht, das Bürgerthum mit dem rothen Gespenste zu schrecken und ihm die Segnungen des kaiserlichen Regimes zu Gemüthe zu führen. Die Taktik der revolutionären Partei wird als eine solche geschildert, die erst verbrecherische Akte in Szene setze und hinterher behaupte, daß dieselben von der Regierung ausgehen, um diese zu diskreditiren; aber die Untersuchung werde die Wahrheit an den Tag bringen. Endlich beruhigt Ollivier noch das Volk über die Gerüchte einer bevorstehenden Reaktion : „Die Freiheit, heißt es in seinem Schreiben, wäre nur dann in Gefahr, wenn das Volk das liberale Plebiszit mit Kälte aufnehmen würde. Wenn eS dasselbe, wie ich dessen sicher bin, mit einer ungeheueren Majorität aufnimmt, so ist die Freiheit unter dem Schutze des Kaisers Napoleon unwiderruflich begründet." Trotz alledem bleibt die Opposition bei ihrer Behauptung über den Ursprung der Attentats- und Bombengeschichte und „Siecle" lst boshaft genug, jetzt d>e Geschichte einer im Jahre 18ö2 entdeckten Höllenmaschine zu erzählen: Napoleon, damals noch Präsident, machte eine Rundfahrt nach dem Süden, um fürs Kaiserthum Stimmen zu werben. Die Sache sei Anfangs sehr flau gegangen; da sei die Entdeckung der Maschine zu Hilfe gekommen. Der Plan derselben sei in den Journalen erschienen; man habe auch einen gewissen Gaillard als Haupt-anstister angeblich sestgenommen und die Erhärtung des Falles durch die Justiz versprochen. Von all' dem sei später nichts geschehen; die Höllenmaschine sei sammt dem Uebelthäter Gaillard wie weggeblasen gewesen, nachdem der Zweck, die Ratifizirung des Kaiserreichs, erreicht worden. Politische Rundschau. Laibach, 5. Mai. Zur Lage berichtet die „aus bester Quelle" unterrichtete „Tagespr.:" Die nächste Aktion des Ministeriums, die Besprechungen mit den polnischen und deutschen Führern, slehl unmittelbar vor der Thüre. Hieran wird sich die Fortsetzung der Pourparlers mit den Ezechenführern und die Reise des Grasen Potocki nach Prag reihen. Von dem Endresultate aller dieser Schritte hängt die weitere Gestaltung des Aktionsprogrammes der Regierung ab. Die Auflösung der Landtage und des Reichs-rathS vor Beendigung der Ausglcichöunterhandlnn-gen liegt keinessalls in der Absicht des Ministeriums. Als erstes und nnverückbareS Ziel hat sich die Regierung die Ausgabe gestellt, die Klompleti-rnng des Reichörathes durchzuführcn und das Rumpfparlament somit in ein Vollparlamcnt zu verwandeln. Um dies zn ermöglichen, sind eben die Unterhandlungen mit den Ezechen eingeleitet worden, und in der Hand derselben wird cs liegen, durch Annahme oder Ablehnung der von dem Ministerium zur Erreichung dieses Zweckes in Aussicht gestellten Konzessiionen an dem parlamentarischen Leben Theil zu nehmen oder nicht. Bei Auflösung des Jesuitengimnasiums in Ragusa wurde ein der Anstalt gehöriges Besitzthum dem Studienfond übergeben. Hiegegen legte der Bischof von Ragusa unter Androhung von Kirchen-strasen Protest ein. Der Kaiser ließ dem Kirchenfürsten dieferhalb das allerhöchste Mißfallen ausdrücken. Die griechische Regierung hat in der Angelegenheit von Marathon dem Vernehmen nach selbst die Initiative ergriffen und in einer , besonderen Mittheiiung an die Mächte zunächst ihre i Pflicht und ihre Bereitwilligkeit erklärt, jede Ge-j nugthung zu leisten, die einer Regierung für eine i jedenfalls ihr nicht unmittelbar zur Last fallende That angcfonnen werden könne, gleichzeitig aber der bestimmten Hoffnung Ausdruck geliehen, es werde ihr nichts zugemuthet und kein Schritt gegew sie unternommen werden, der ihre Autorität in den Augen ihrer eigenen Bevölkerung erniedrigen und sie damit vollständig außer Stand setzen müsste geordnete Zustände zu schaffen und zu erhalten. Zur Tagesgeschichte. — Samstag den 14. Mai um 12 Uhr Mittags findet die feierliche Inauguration der Donauregulirung durch den ersten Spatenstich statt, den Se. Majestät der Kaiser vornehmen wird. — Der Weltreisende Dr. Karl Ritter v. S ch er-zer hatte dieser Tage nach seiner Rückkehr von der ostasiatischen Expedition Audienz bei dem Kaiser, welcher mit Interesse die Mittheilungen über die Thä-rigkeit dieser Expedition entgegennahm. — Der Kurfürst von Hessen wird, wie man aus Prag meldet, fortan seinen Aufenthalt in Salzburg nehmen, und soll der Verkauf der kurfürstlich hessischen Herrschaft Horzowitz an den Dr. Stroußberg definitiv vollzogen sein. — Baron Anselm v. Rothschild hat aus Anlaß der Aufstellung der Statue seines Vaters am Nordbahnhofe der Direktion der Kaifer-Ferdinands-Nordbahn die Summe von 5000 fl. übersandt mit der Bestimmung, dieselben unter das untergeordnete Dienstpersonale der Nordbahn zu vertheilen. — Jur Pusterthal hat ein Schullehrer, Namensvetter des Fürstbischofs Vinzenz von Brixen, bei der betreffenden Bezirkshauptmannschaft ein Gesuch um Bewilligung zur Eingehung einer Zivilehe eingereicht. Motvirt wirv das Gesuch damit, daß der Seelsorger sich weigert, die der Gemeindevorstehung unliebsame Ehe, welche von der politischen Behörde im Rekurswege bewilligt wurde, cinzusegnen. — In Olmütz konstitnirte sich Sonntag nach einer einleitenden Ansprache des Dr. Machanek der Verein der Deutschen in Mähren unter zahlreicher Betheiligung der Landgemeinden und benachbarten Städte. Eine Rede des Dr. Werber, das unbedingte Festhalten an der Versassung betonend, wurde mit Begeisterung ausgenommen. — Exzeß wegen den Juden. Die „Pr." schreibt: Am 27. v. M. war im deutsch-böhmischen Städtchen Wichstadtl (Bezirk Grulich) Jahrmarkt. Es regnete und um die Marktbesucher, welche unter den „Lauben" ihre Plätze hatten — zumeist Juden — konnten ihre Waaren auspacken. Das verdroß die verregneten Konkurrenten sehr, und bald war ein Krawall gegen die jüdischen Marktbesucher fertig. Die Juden ließen sich aber in Anbetracht ihrer Minderheit nicht hinreißeu, trotz der fortwährenden Rufe: „Haut sie nieder, die Inda, die Betrüger, heut is Judamarkt!" n. s. w. Die anwesenden Gendarmen waren nicht im Stande, der Menge die Spitze zu bieten, daher der Bürgermeister die Finanzwache um Hilfeleistung ersuchte, welche auch der Aufforderung Folge leistete. Da indessen die Zahl der Tumultuanten sehr groß war und die bewaffnete Macht viel zu gering, auch die Rufe: die Juden sollen einpacken, nicht aufhörten, so ersuchten der Bürgermeister und die Geudarmen die jüdischen Kausleute, eiuzupacken, da für den weiteren Berlauf des Krawalls sonst nichts Gutes zu ahnen sei. Die Juden lüfteten auch der Aufforderung Folge, schickten die zahlreichen, bei deren Buden anwesenden Kunden sort und packten nm 2 Uhr Nachmittags ihre Waaren ein, also zu einer Zeit, wo in kleinen Marktorten das Geschäft eigentlich beginnt. Der Krawall war zumeist von Schnittwaarenhändlern aus Schenkowitz, Worlitschka, Schönau, Grulich u. s. w. angestistet. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — („Pauliha" und die Regierung.) Die Regierung hat sich in auffallender Weife beeilt, die Behauptung der klerikalen Blätter, daß das Witzblatt „Panliha" von ihr fndvenüonirt werde, in offiziöser Weise zu dementiren. Bekanntlich haben die klerikal-nationalen Blätter es sich zur Aufgabe gesetzt, auch bezüglich unseres Blattes die gleiche unwahre Behauptung zu verbreiten, ohne daß sich die Regierung je veranlaßt gesehen hätte, derselben ihr Dementi entgegen zu setzen. Dies konnte uns bisher auch ganz gleichgültig sein; denn wir wußten recht gut, daß das Publikum den Werth solcher perfiden Lügen vollkommen zu würdigen wisse, und außerdem haben die Regierungen mit ihren Dementis selten Glück gehabt. Jetzt aber, wo die Regierung den „Pauliha" weiß zu waschen bemüht ist, könnte ihr Schweigen über unser Blatt denn doch zu Mißdeutungen Anlaß geben und wir fordern sie daher zur Erklärung auf, wann für das „Laibacher Tagblatt" eine Subvention in was immer für einer Form angesucht oder ertheilt wurde? Was für den „Pauliha" recht ist, ist für das „Laibacher Tagblatt" nur billig. — (Die gestrige Generalversammlung der k. k. L andwirthscha ft gesell! -schast) wurde zum erstenmal in ihrem Versuchshofe auf der Polana abgehalten. Die Betheilung war eine ziemlich lebhafte, unter den Anwesenden bemerkte man mehrere Geistliche vom Lande, etliche Großgrundbesitzer und auch einige Landleute. Landespräsident Conrad von Eybesseld, Ehrenmitglied der Gesellschaft, war ebenfalls gegenwärtig. Nach Vorweisung einiger im Hof ausgestellter Ackerbaumaschiuen, welche meist Herrn Fidelis Terpin z gehörten, wozu noch eine im Souterrain befindliche Ausstellung von Jndnstrie-objekten, als eine Flaschenverkorkungsmaschine des Hrn. Peter Koslcr, zwei Modelle zur Wiesenbewässerung, eingesendet vom Ackerbauministerium, eine Flachsbrech-maschine nebst einigen Fruchtsorten kamen, wurde die Versammlung um 10 Uhr mit einer Ansprache des Präsidenten Karl von Wurzbach eröffnet. Dieser gedachte vor allem der Verdienste des verstorbenen Vereinsmitgliedes Dr. H. Costa, verglich sodann die frühere wegen Mangels an Geldmitteln mannigfach gehemmte Wirksamkeit der Gesellschaft mit ihrer durch die ausgiebigen Subventionen des Ackerbauministeriums nunmehr ermöglichten ersprießlichen Tätigkeit, ging sodann in slovenischer Sprache auf den nur geringe Hoffnung verheißenden heurigen Stand der Saaten über, weshalb das Zentrale Veranlassung genommen hat, schon derzeit beim Ackerbauministerium eine ausgiebige Steuerabschreibung für dieses Jahr zu beantragen. Sodann referirt Landeshauptmann-Stellvertreter Peter Kosler im Namen des Zentrales über den ersten Gegenstand der Tagesordnung, nämlich über die von der hiesigen Landesregierung im Jahre 1800 erlassene Weinleseordnnng, die jedoch in der Praxis nie gehandhabt wurde. Das Zentrale spricht sich über den Weinlesezwang in sehr reservirter Weise aus und will dessen genauere Präzisiruug den Gemeinden nach ihren lokalen Bedürfnissen Vorbehalten wissen. Zugleich wurde ein Antrag der Filiale Wippach vorgelesen, worin sehr strenge Bestimmungen über die Gleichzeitigkeit der Weinlese sestgcstellt werden. Dieselbe hätte im Wip-pacher Thale zur selben Zeit zu geschehen, die dawider Handelnden wären mit Konfiskation ihrer Lese zu bestrafen. Die zur Ueberwachung bestimmten Aufsichtsorgane wann zunächst der Wahl der weinbauenden Grundbesitzer anheimzustellen, doch hätten auch jene Grundbesitzer, die keine Weingärten besitzen und 30 fl. Steuer zahlen, ferner die Schullehrer und Geistlichen an der Wahl Theil zu nehmen. Das Zentrale will derzeit diese Eingabe der Wippacher noch nicht erledigen, sondern beantragt: die Regierung sei 1. zu ersuchen, eine Weinleseordnuug dem Landtage demnächst vorzulegen, 2. bis zu deren Zustandekommen die im Jahre 1860 für Krain publizirte zu handhaben. Ritter von Gutmannsthal erklärt sich gegen jedes zwingende Gesetz, namentlich gegen den Antrag der Filiale Wippach, weiters wünscht er die gänzliche Aufhebung der im Jahre 1860 erlassenen Weinleseordnung. Nicht die allzufrühe Lese sei die Ursache der vielen schlechten Landweine in Krain, sondern die Mischung der heterogensten Traubensorte». Bei der Masse der ohnechin schon bestehenden Landeskulturgesetze sei die Erlassung eines neuen nicht zu wünschen, der Weingartenbesitzer werde sich schon selbst in seinem Besitze schützen, übrigens führe der Weinlesezwang zu einer bestimmten Zeit den Ncchtheil für den Großgrundbesitzer mit sich, daß, dieser die nöthigen Arbeiter für seine Weingärten um keinen Preis bekommen würde. Dr. E. H. Costa befürwortet den ersten Antrag des Zentrales, erklärt sich jedoch gegen den zweiten. Die Erlassung einer neuen Weinleseordnung sei nöthig, um die Majorität der Weingartenbesitzer gegen eine allfällige übelgesinnte Minorität in Schutz zu nehmen. Landespräsident Conrad wünscht, daß im Falle der Ausführung der Verordnung vom Jahre 1860 die Funktionen der Ueberwachung der Weinlese anstatt der dort festgesetzten Bergmeister auf die autonomen Gemeinden zu übergehen hätten. Bei der Abstimmuug wird der erste Antrag des Zentrales angenommen, der zweite fallen gelassen. (Schluß folgt.) — (K. k. Landw ir th sch astgesellsch ast oder Taborausschuß?) In der gestrigen Generalversammlung der k. k. krainischen Landwirthschast-gesellschast würde bei dem Programmpnnkte: „Ueber Hebung des Handels mit Wippacher Obst" unter ändern auch der Beschluß gefaßt: „Es sei der Vorsitzende des bevorstehenden Tabors in Wippach zu ersuchen, diesen Gegenstand mit auf die Tagesordnung des Tabors zu stellen." Da bisher von einem Tabor in Wippach noch nichts verlautete, so hat jener Beschluß im Grunde genommen die Bedemnng, es möge im Wippacher Thale ein Tabor einberufen werden. Wie kömmt nun die vom Ackerbauministerinm subven-tionirte k. k. Landwirthschastgeseltschast dazu, auch die Taborei in ihren Wirkungskreis einznbeziehen? Soll dies etwa die Andeutung ihrer Thätigkeit unter dem neuen Präsidium sein? Das sonderbarste hiebei ist jedoch der Umstand, daß der Landeshauptmann Herr Karl von Wurzbach es nicht der Mühe werth fand, in der Versammlung seine Stellung zu diesem unter seinem Präsidium gefaßten Antrage des Zentrales mit ein paar Worten zu kennzeichnen. Wir können unmöglich glauben, daß der Herr Landeshauptmann den Taborschwindel als ein geeignetes Mittel zur Förderung der Obstzucht ausehe, und dennoch könnte mancher, durch sein Stillschweigen zu diesem Antrage verleitet, den Präsidenten der k. k. Landwirthschastgesell-schast ebenfalls für einen Taborarrangeur halten. — (Attentat auf einen Priester.) Am 2. Mai kehrte der Pfarrer von Prezgajn, Bezirk Littai, Franz Levicnik, von einem Versehgange aus Volavlje zurück. Ungefähr auf der Halste des Weges kam dem Priester ein Bauer aus Tepe in der Pfarre Billichberg entgegen und entriß demselben mit Gewalt die Bursa, die Versehbüchse und das Versehkreuz. Während des Ringens stürzten sowohl der Pfarrer als der Angreifer zu Boden, welcher letztere sich dabei am Kopfe beschädigte. Mehrere Insassen von Prezgajn eilten endlich dem Geistlichen zu Hilfe, bemächtigten sich des Angreifers und brachten ihn nach Littai. Die ärztliche Untersuchung ergab, daß derselbe tobsüchtig sei und daß er im Zustande der Unzurechnungsfähigkeit gehandelt habe. Er wurde deshalb ins hiesige Zivilspital geschasst. — (Der Grazer Stadtschulrat h) hat den Beschluß gefaßt, daß in Zukunft die korporative Betheiligung der Schulkinder au der täglichen Frühmesse, wie sie bisher üblich war, zu unterbleiben habe. Man kann selbst ein Freund der Kirchenfrömmigkeit sein, und wird dieser Maßregel dennoch zustimmen müssen, denn wenn etwas das Ändachtsgesühl im Kinde ersticken muß, so ist cs diese kommandirte, zur lästigen Gewohnheit werdende Frömmigkeit. Gemeinderathssitznng am 3. Mai. (Schluß.) Vorträge der Bausektion. GR. Stedry referirt über die Errichtung einer Zufahrtsstraße zum Bahnhofe der Laibach-Tarvisbahn. Die kürzeste und natürlichste Linie wäre die Straße, welche aus der Klagensurterstraße zwischen dem Hause zur „neuen Welt" und dem Dreo'schen Hause nach der Stelle abzweigt, wo das Frachtenma-gazin des Westbahuhoses zu liegen kommt. Diese Lmie (erstes Projekt) erfordert Häuserablösung und Grundablösungen (die Straße soll 7" Breite haben) und ist daher sehr kostspielig. Ein zweites Projekt wäre eine Straße, welche von der Klagenfurter Reichsstraße vis-a-vis von der Stelle abzweigt, wo die Tivoli-Fuhrallee in dieselbe einläuft. Ein drittes Projekt will die Straße neben dem Mauthgebäude direkt nach der Mitte 'des Bahnhofplatzes zu führen, doch ist mit diesem Projekte (Nr. 3) die Unzukömmlichkeit verbunden, daß die Wägen, um zum Frachtenmagazin zu gelangen, einen großen Umweg (200° hin und zurück) machen müßten. Bei der Wahl der genannten Projekte tritt die Kostenfrage in den Vordergrund, namentlich in dem Sinne, inwieweit die Kosten die Gemeinde, inwieweit den Staat treffen, da derselbe diese ja auch als Post- und Militärstraße benützt. Herr Kosler, der Besitzer der „neuen Welt," erklärt sich bereit, Haus und Grund insoweit deren Benützung zur Anssührung des ersten Projektes nöthig erscheint, abtreten zu wollen gegen eine mäßige Ablösungssumme. Für das genannte Prozekt spräche ferner der Umstand, daß hiebei auch das Interesse der Stadtverschönerung gewahrt erscheint, insbesonders, wenn in Zukunft auch noch eine Straße von der Wienerstraße abzweigend hergestellt würde, welche zwischen dem „Baie-rischen Hofe" und dem Garten des Herrn Tönnies nach dem Bahnhofe geradlinig verlausen würde. Für die Bestimmung des ersten Projektes ist auch eine Petition hiesiger Handels- und Geschäftsleute mit zahlreichen Unterschriften an den Gemeinderath eingelaufen. Die Bausektion stellt schließlich folgende Anträge: die Stadtgemeinde lehne das Projekt Nr. 3 ab, lasse die Frage, ob Projekt Nr. 1 oder Nr. 2 zu wählen sei, noch offen, doch sei die Regierung zu ersuchen, zu erklären, wie viel sie für die Zufahrtsstraße als Kosten für die Reichsstraße beizusteuern geneigt sei, und zwar in der Art, daß die Stadtgemelude diesen Beitrag mit der Verpflichtung verfügbar erhalte, die Zufahrtsstraße nach einer der zwei vorbehaltenen Traßen klaglos herzustellen, zu welchem Zwecke die Kostenerhebung der Reichsstraßenzufahrt mit Zuziehung der Gemeinde geschehen möge. GR. Stedry referirt über im laufenden Jahre vorzunehmende Neubauten und die Kanali-firnng im Kuhthale. Die Sektion hebt aus der Reihe der überhaupt in Aussicht zu nehmenden Bauten nur die besonders dringlichen, z. B. die Herstellung der Gradaschzabrücke nächst der Tirnaner Kirche, des Kanals im Kuhthale, die Pflasterung der Judengasse u. s. w., hervor und beantragt die Genehmigung der Ausführung derselben. (Geschieht.) Dr. Schöppl beantragt, daß die Umwandlung der Fenerlöschdepositorien in Verkanssläden ebenfalls, und zwar unverzüglich in Angriff zu nehmen sei. Der Bürgermeister erinnert daran, daß darüber bereits ein Beschluß des Gemeiuderathes im Sinne des Dr. Schöppl bestehe, in Folge dessen Dr. Schöppl den Antrag zurückzieht. Referent GR. Stedry spricht über die Herstellung eines Kanals in der Klagensurterstraße, um welche die Hausbesitzer dieser Straße vetitionirten. Wird nach längerer Debatte über Antrag des GR. Laßnik bis zur Regelung der Frage, wo die neue Bahnhofstraße geführt werden wird, vertagt, da die Kanalisirung mit dieser Frage im Zusammenhänge stehe. GR. Bürger referirt über die Herstellung einer neuen Thurmuhr am Rath Haufe. Es wird beschlossen, es sei ein detaillirter Kostenüberschlag einzubringen. Dr. Keesbacher wünscht, es möge der Beschluß gleichzeitig dahin erweitert werden, auch einen Kostenvoranschlag über eine Transparentuhr vorzulegen. GR. Bürger beantragt serners die Herstellung eiues Trottoirs längs der Nordseite der Stern -allee (Kasinogartenseite). Wird genehmigt. Dann werden noch Gebühren für verschiedene Baulieseruugen erlediget. Vortrag der Schnlsektion. Die Realschuldotationsrechnungenfür 1868—1869 (Ref. v. Kalten egger) werden be- Hufs näherer Aufklärungen an die Realschuldirektion zurückgeleitet. Schluß der öffentlichen Sitzung um 8 Uhr Abends, Beginn der geheimen Sitzung. Ans dem Gerichtssaale. (Versuchter Raubmord.) Gestern begann vor einem Füiisrichterkollegium, welches aus den Herren LGR. Hein-richer als Vorsitzenden, Raab und Perko und den Herren Boschitz und Schetina zusammengesetzt ist, die Schlußverhandlung gegen Anton Dormis aus Jäka und dessen Mühlknccht'Autou Rupert wegen des Verbrechens des versuchten Raubmordes. Ankläger St.AS. Hren. Die Vertheidigung führt Dr. Pfeffer er. Aus der Anklage entnehmen wir folgenden Sachverhalt: Am 6. Oktober 1869 kam Anton Austersic vulgo Salj, Grundbesitzer in Jska, um 10 Uhr Abends in einem arg zugerichteten Zustande, ganz blntig und zerschlagen, ohne Kopfbedeckung und der Sprache unfähig nach Hause. Seiner erschreckten Gattin gab er mühsam durch Geberden zn verstehen, daß er am Heimwege von Laibach, wo er drei Fuhren Bretter verlauft, unweit seines Hauses von zwei Männer», die er durch Zeichen und schließlich über Vorhalten verschiedener Namen als seinen Nachbar Anton Dormis und dessen Knecht Anton Rupert bezeichnete, über-1 fallen, mißhandelt und seiner Barschaft von 135 fl. beraubt worden sei. Die sofort durch Maria ZusterZic, im Vereine mit ihrem Stiefsohne Anton Sustersic und der Magd Helena Sapel ins Werk gesetzte Verfolgung der Spnren hat die Mittheilung des Beschädigten bestätiget, indem dieselben, kaum 300 Schritte vom Wohuhause entfernt, an einer einsamen, mit Gebüsch bewachsenen Stelle neben dem Jskabache unverkennbare Spnren eines dort stattgefundenen Kampfes, nämlich mehrere frische Fußtritte im Kothe, daun ein Weiu-fäßcheu und 2 Hüte, welche letztere Gegenstände Snstersic später alS sein Eigeuthnm erkannte, endlich auch einen mit Blut besudelten Holzprügel vorfanden, wodurch cs festgestellt war, daß gerade an dieser stelle der Uebersall stattgefunden hatte. Der schwer verwundete Anton SusterZic konnte erst uach 12 Tagen sein Sprachvermögeu wieder erlangen, während welcher Zeit anch Anton Dormis nnd Anton Rupert als mnthmaßliche Thäter in Haft genommen worden. Ueber Len ganzen Sachverhalt enrnehnieu wir der Anklage Nach^ stehendes: Kustersii hat am 0. Oktober 1869 drei Fuhren Holz in Laibach um den Betrag per 123 fl. ö. W. verkauft uuv ist sodauu allein nach Hanse gegangen. Unterwegs trank er in Jggdorf etwas Wein und trat sodann ungefähr um 9 Uhr Abends den Heimweg zu seinem nur 7. Stunde von dort entfernten Hause an' Als er jedoch die Kirche der St. Gertraud neben dem JKkabache passirte, wurde er plötzlich von zwei mit Knitteln bewaffneten Männern, von denen er in dem einen sogleich seinen Nachbar Anton Dormiä erkannte, überfallen nnd vou beiden gleichzeitig über den Kopf geschlagen. Er packte den DormiZ an der Brnst und mit den Worten : „Halt Landsmann ! Was treibst Du ?" stieß er ihn von sich, wurde jedoch in demselben Momente vom zweiten Thäter mit einem Messer in den rechten Vorderarm gestochen und gleich darauf- vou beide» Gegnern derart über den Kopf geschlagen, daß er zn Boden stürzte. Als Hnstersic hierauf mit den Worten : „Jesus Maria !" um Schonung bat, ries ihm Dormiä zn: „Stille, stille," kniete ihm ans die Brust, packte ihn am Munde und bielt ihm diesen so lange fest zu, bis sich «Zustersic nicht mehr rührte und er diesen wahrscheinlich sür todt hielt. Nach einiger Zeit, als anch der zweite Thatgeuosse, welchen er mittlerweile als den Knecht des Dormis. nämlich als den Anton Rupert erkannt hatte, bemerkte: „Schau, es hat ihn schon der Teufel gehvlt, ich habe ihm das Messer in die Gedärme gestoßen," sind die beiden Thäter auf die Seite getreten, jedoch bald wieder zurückgekehrt nnd auf die Aeußeruug des Rupert: „Er ist schon fertig, der lebt nicht mehr, nehmen wir ilun noch das Geld, dann gehen wir," hat Dormis dem sich todt Stellenden die Weste aufgeknöpft, aus der inneru Westentasche die Brieftasche mit 135 fl. weggenommen und zu sich gesteckt, woraus sich die beiden, nachdem Dormis dem schwer Verwundet!n noch mit einem Zündhölzchen ins Gesicht geleuchtet, um sich zu überzeugen, ob er noch lebe, mit den Worten: „DaS Auge ist schon gebrochen, — er ist lodt," eilig über den Jskabach entfernte». Zusteräic blieb hierauf »och Stunde liegen nnd schleppte sich dann, ans allen Vieren kriechend, mühsam zn seinem Hause. Da die beiden Angeklagten bethencrn, daß sie an dem Tage der That von 8 Uhr Abends an bis zum Morgen das Haus nicht verlassen haben und sich zum Beweise dessen auf Zeugen stützen, so wurde eine große Anzahl derselben vor-geladen, mit deren Verhöre nun begonnen wird. (Fortsetzung solgt.) Eingesciivet. Seitdem Seine Heiligkeit der Papst durch den Gebrauch der delikaten ligvalsseiöie äu glücklich wieder hergestellt und viele Aerzte und Hospitäler die Wirkung derselben anerkannt, wird niemand mehr die Heilkraft dieser köstlichen Heilnahrung bezweifeln und- führen wir die folgenden Krankheiten an, die sie ohne Anwendung von Medizin und ohne Kosten heilt: Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Driisen-, Schleimhaut-, Athen,-, Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blut-aussteigen, Ohrenbrausen, Uebelkeit und Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — 72.000 Kuren, die aller Medizin widerstanden, worunter ein Zeugniß Sr. Heiligkeit des Papstes, des Hofmarschalls Grafe» Pluskow, der Marquise de Bröhau. — Nahrhafter als Fleisch, erspart die 1i.6val686i6r6 bei Erwachsenen und Kindern 50 mal ihren Preis in Arzneien. Stadt Weidenau, k. k. Schlesien, Troppaner Kreis, 14. Ok-wber 1868. Mein 18 Monat aller heftiger Lungenkatarrh, welcher allen Medizinen nicht weichen wollte und bei meinem 80. Jahre unheilbar schien, verschwindet bei dem Gebrauche Ihrer lie-virloseiero und selbst meine hartnäckigen Hämorrhoiden bessern sich nnd ich hoffe sie nunmehr gänzlich zu beseitigen, bitte deshalb um uoch 12 Pfd. gegen inneliegendeu Postscheiu. Karl Kriß, pensiouirter Bürgermeister. In Blechbüchsen von Pfd. fl. 1.50, 1 Pfd. fl. 2.50, 2 Pfd. fl. 4.50, 5 Pfv. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — lisvLleseiörö (ÜIioeolLtäö in Tabletten fnr 12 Tassen fl. 1.50, für 24 Tassen fl. 2.50, für 48 Tassen fl. 4.50, in Pulver für 12 Tassen fl. 1.50, 24 Tassen fl. 2.50, 48 Tassen 4.50, für 120 Tassen fl. 10, 288 Taffen fl. 20, 576 Taffen fl. 36. — Zu beziehen durch Barry du Barry L Co. in Wien, Goldschmiedgasse 8; in Laibach bei Ed. Mahr, Parsnmeur; in Pest Török; in Prag I. Fürst; in Preßburg Pisztory; in Klagensnrt P. Birnbach er; in Linz Hasel mayer; in Bozen Lazzari; in Brunn Franz Eder; in Graz Oberranz-meyer, Grablowitz; in Lemberg Rottender; in K lausen bürg Krön st ädter, und gegen Postnachnahme. Witterung. Laibach, 5. Mai. Nachts Regen, kühle Witterung, in den Alpen Schuee-sall, Ostwind mäßig. W ä r in e: Morgens 6 Uhr -s- 4.0° L., Nachmittags 2 M,r-j-9.0'> (1869 -s-'l7,0", 1868-j-16.4") Barometer im steigen, 328.<>-^". Das gestrige Tages-mittel der Wärme -s- 7.8", um 1.6" unter dem Normale. Der gestrige Niederschlag 4.16'". AnkekomlillM Fremde. Am 4 Mai. LI^iln»t. Tonquau, Baunnternehmer, Bittt>s.—Brandeis, Kfm., Wien. — Pribil, Ingenieur-Assistent, Rad-mannsdorf. — Rabic, Hotelbes., Radmannsdors. — Va-lencic, Kfm., Jll-Feistriz. — Roblek, Student, Beselj. — Pollak, Dechant, Haselbach. — Resch, Dechant, Kraiu-burg. — Baron Roschltz, Unterkraiu. Ogriuz, k. k. Bezirkshauptmaii», Loitsch. — Klein, Kfm., Triest. Heimaii», Kfm., Berlin. — Berle, Kfm., Triest. — Cellarz, Kfm, Oberlaibach. — Hutter, k. k. Beamter, Wien. — Schleimer, Ha»delsm., Prag, — Pogacer, Besitzer, Oberkraiu. — David Guidi, Kfm., Wien. — Karnitzer, Kfm, Vrod a, d. Kulpa. - Langhaus, Prag. — Alberti, Triest. — Freiherr v. Kalchberg.Wien. — Jenko, Privat, Kärnten. — Fabiani, Kfm. Wien. — Boccardi, Kfm., Triest. — Hirschmatt», Kfm., Lzakathnrn. — Koller, Private, Steinbrück. — Kavcic, Private, Pa-novic. — Hertel, Kontrolorswitwe, Wien. Hi»»«, Jaklitsch, Handelsm, Preßburg — Sckimid, Glockengießer, Augsburg. Verstorbene. Den 3. Mai. Theresia Jenko, Näherin, alt 18 Jahre, im Zivilspital an der Gchirnlähmnug. — Herr Georg Lanrin, Hausbesitzer und Bürger, zugleich Besitzer der silbernen Verdienstmedaille, alt 75 Jahre, in der Tirnanvorstadt Nr. 20 an der Lungenlähinniig. Geschiistszcitung. Verlosung. (K e gl ev i ch - Lo sc.) Nr. 66719 ge-wiuiil den Hlinpim-ffer vo» fl.; Nr. 14702 gemiuur 1200 fl.; Nr 56682 uud Nr. 59351 gewinnen je gt>» fl,; Nr 260>!3, 35616 n»d 3775!i gewinnen je 200 fl.; Nr. 3257, 25220, 32888, 38908, 40633 und 44963 gewinnen je 10» fl.; Nr. 196'', 17998, 21725, 23564, 33783 nnd 4n9I6 gewinnen je 30 fl.; Nr. 11252, I7>»7!>, 2/942, 26X1 <, 26889, 37194, 4.'>65I, 45839 und 49000 gewinnen je 30 fl. (Türkische Lose.) Die erste Ziehung der Obligationen der türkischen Eisenbahnen hat in Kvnstautiniipcl stallgefunden; die ersten zehn gezogenen Nummern find: Nr 113^680: 600 00» Franken, Nr. 1309390: 60.000 Franken, Nr. 1451715: 20/,00 Franken, Nr. 1787066 20.000 Franken. Nr. 1-59772, 18L8593, 1181816, 893645, 1590167 und 784091 jede 6.000 Franken. Usä.-Vr. Dozent an -er Grazer Universität, wohnt hier L.-Hsi-. so SI nnd ordi- nirt täglich von 8 Uhr früh bis 5 Uhr Abends. (123 —17) Mff- Der Aufenthalt mußte bis 7. Mai d. I. verlängert werden. 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Geld 93.50 94.- 86.— 79.^5 83.50 75.50 S4.— 79.75 84.— 76 — 714.— ?50.— 852. -294.50 376.- 245^ — ! 8289 187 70 195.— 237.25 167.— 186 25 171.-! 170.75 > > VI5 — 250.2» 855.— L95.— 380.— 250^ — 2831 187.90 195 25 227.75 167 50 186 75 172.— 171.- 93.85 93.50 90.75 91.-107.25 107.75 90.r5 90.5«> 116.-245.25 94.101 i'0.70j 9Ä.—i 95.90 Ware 99.— 116.25 246 — 94.20 91.— 93.25 96.10 Kredit 100 fl. ö. W. . Don.-Dampssch.-Ges. zu ivo fl. CM. . . Triester 100 fl. CM. ^ dto. 50 fl. ö.W. .> Oscner . 40 st. ö.W.i Salm . „ 40 „ ! Palffy . „ 40 ^ ! ?>arv . „ 40 „ St. GenoiS., 40 „ Windischgrätz 20 „ Waldstein . 20 „ Keglevich . io ^ Rudolfsstift. 10 ö.W. IVvoLsoL (3 Mon.) AugSb. 100 fl. südd.W. Franks. 100 fl. ^ ^ London 10 Pf. Sterl. Paris 100 Francs . LkÜQLsn. Kais. Münz-Ducaten. 20-FrancSflück. . . BereinSthaler . . . Silber . . . . 158.25 153 50 99.— 127.— 6I.-j 33.50 40.-3...50; 36. — ! 29.50 20.50 22.— 17.50 103.10 103.35 123.90 49.20 5.86 9.89» 1.81 121.— 100.— 129.— 63.— 34.50 41.-31.-37.— 30.50 21.— 82.50 18.50 103.25 103.50 124.— 49.25 5.87 9.90 1.82 181.50 Telegrafischer Wechselkurs vom 5. Mai. üperz. Rente österr. Papier 60 65. — öperz. Rente iisterr. Silber 69.70. — 1860er Staatsanlehen 96 25. — Bankaktien 724. — Kreditaktien 253.10. - London 123 25. - Silber 121.—. — Napoleonsdor 9.88. Anleger und kür die N-daktion verantwortlich: Ottomar Bamberg. Druck twu Igu. r. Kleinmahr L Aed. Bamberg in Laibach