Wahlfpruch Was wir begehren von der Zukunft Fernen Dast Brot und Arbeit uns gerüstet stehen, Das; unsere Kinder in der Schule lernen, Und unsere Greise nicht mehr betteln geheu G. Herwegh. Telephon Nr. 2325. Jer Scheckkonto 38.413. Zentralorgan des Österreichischen Eisenbahn-Personales. Redaktion: Wien VA, Zentagafle Nr. 5. R.daklionrschluß: Zwrl Tage vor btm Erschrincn bte Blatlco. Sprechstunden finb jeden Tag mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage von 10 Uhr vormittags bis */a* Uhr nachmittags. Jnsertiouspreis: Die zweimal gespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum 40 Heller. Bei Jahresauftrag Rabatt. Abonnements-Bedingungen: Halbjährlich........................... . . Kr. 2-88 Ganzjährlich . ............................„ 5 76 Für das Deutsche Reich ganzjährlich 921k. 6'—. Für das übrige Ausland ganzjährlich 9 Franken. KM-Int jeden 1., 10. und 20. im Monat. Rr. 9. Men, den 20. Mm 1911. An die geehrten Ärtsgruppenleitungen zur gefälligen Kenntnisnahme. In den am 10. und 16. März 1911 stattge-fundene» Zentralnusschustsitzungen wurde über die rrage des Baues von Einsam ilien-äusern für Eisenbahner eingehend berate» und folgendes beschlossen: „Den Ortsgrnppcnleitungen ist nahezulegen, in der Frage der Einfamilienhäuser einstweilen eine z u w a r t e n d e Haltung einziinchmcn. — Endgültige Beschlüsse werden in der kürzeste« Zeit gefaßt und im „Eisenbahnen veröffentlicht werden." Die Zcntralleitung. Bedenkliche Seichen. DaS Scharfmachertum gegen die Eisenbahner. Seit vielen Monaten schon inehren sich die Symptome und Zeichen, daß es dein Scharsmachertum des In- und Auslandes nach einem planmäßigen Feldzug gegen die Organisation der Eisenbahner gelüstet. Die Kämpfe der Eisenbahner um die Verbesserung ihrer Lage in den letzten Jahren haben naturgemäß «t Unternehmer- und Regierungskrcisen eine starke Gegenströmung erzeugt. Zuerst der große Streik m Holland, dann in Italien, Ungarn und zuletzt in Frankreich, das waren die Warnungssignale für die gcängstßste Bourgeoisie. Und irr Oesterreich ist vor allem die wiederholte passive Resistenzbewegung nicht vorübergegangen, ohne daß dieselben weiten Kreise der Oeffentlichkeit eine eindringliche Lehre daraus geschöpft hätten. Freilich war diese Lehre hier wie dort nicht etwa die so naheliegende Erkenntnis, daß eine durchgreifende soziale Reform für das Personal der Eisenbahnen nötig sei, um durch Schaffung erträglicher Zustände und Gehälter, die mit der allgemeinen Preissteigerung im Einklang stehen, den Quell der Unzufriedenheit zu verstopfen. Der bürgerliche Klassenstaat braucht den durch die Arbeiterklasse geschaffenen Mehrwert ganz wo anders als zur Befriedigung dringender sozialer Bedürfnisse. Das haben gerade wir in Oesterreich durch die Ablehnung aller im Parlament gestellten Anforderungen für die Eisenbahner und durch die ebenso glatte Bewilligung der unerhörten Anforderungen für den Militarismus deutlich genug erfahren. Worum es der besitzenden Klasse wie der Staatsgewalt als deren Exekutivoryan zu tun ist, das ist die Macht der erstarkenden Eisenbahnerorganisation zu brechen, um so den einzelnen isoliert wieder den herrschenden Gewalten bedingungslos zu unterordnen. Es meße daher Augen und Ohren verschlossen halten, wollte man nicht erkennen, daß heute längst die Den-dniz eines solchen allseitigcn Bestrebens immer offenkundiger wird. Schon als die österreichische Eisenbahnerschaft llst Jahre 1905 ihren ersten großen Lohnkampf fieg-tCtch beendet hatte, hallte es in den Blättern der Unter-uehnier von Entrüstung, daß die Staatsgewalt nicht Mittel gefunden habe, den — unbotmäßigen Eisen-Mihnent „den Herrn zu zeigen". Und seither sind die ^Omnien bei den verschiedenen Aktionen der Eisenbahner immer zahlreicher und lebendiger geworden. kurzem erst waren wir in der Lage, darauf hin-«Urveistn, wie das Blatt der österreichischen Arbeit-Überorganisation anläßlich der letzten Bewegung auf to6t .Südbahn in einem giftgeschwollenen Artikel die -Negierung in der schärfsten Weise nngriff, weil sie es unterlassen, einmal mit einem entschlossenen Streich ie Stöhlen, das heißt so viel, als daß der Staat seine eigenen .Kohlen erst wieder von privaten Großhändlern kauft. Die gegenwärtig bestehenden Verträge laufen mit dem Jahre 1912 ab und sie sind nun, wie verlautet, a u f neuerliche zwölf Iahre verlängert worden. Wie nun erinnerlich, hat voriges Jahr im Subkomitee des Teueriingsausschusses eine Debatte über 'ine Kohlentarife stattgefunden und bei dieser Gelegen-jheit wurden auch die vom Ae rar mit der Kohlenfirma Weinmann abgeschlossenen Lieferungsverträge einer Kritik unterzogen. Die Debatte endete auch mit dem im Subkomitee gefaßten Beschluß, die Regierung sei aufzufordern, den Vertrag mit der Firma W c i n m a n n nicht wieder z n erneue r n. Trotzdem folljber Firma Weinmann auf weitere Zwölf Jahre vom Staate der Kohlenverkauf von ärarischen Schächten überlassen werden. Die Firmen Wl-inmann und Petschek haben bis zum Jahre 1912 das alleinige Verkaufsrecht für 75 Prozent des auf den staatlichen Gruben geförderten Kohlenmaterials. Nur über 25 Prozent kann der Staat frei verfügen. Benötigt er mehr, so muß er seine eigene Kohle zu dem Preise, den diese Firmen zu bestimmen belieben, rückkansen. Das Ungesunde dieser Zustände liegt aus der Hand. Der Staat hat bekanntlich in den letzten Jahren die großen Privatbahnen in sein Netz einverleibt und er kommt damit in die Lage, immer mehr Kohlen für seinen Staatsbahnbedarf beanspruchen zu müssen. Wie nun die Kohlenfirmen, und darunter befinden sich die großen Händler, ihre Wucherpreise diktieren, das geht aus folgendem hervor: Die Prager Kohlenkleinhändler richteten im November 1908 ciit Memorandum an den Klub der sozialdemokratischen Abgeordneten, in welchem in klarster Weise die Ursachen der enormen Kohlen-tcuernng aufgezählt werden. Wir entnehmen diesem Memorandum folgendes: , „DieKohlengroßhandlungsfirmen P c t f ch c k und W c i n tn n rt n haben auf den verschiedensten Bahnen Lagerplätze. Diese fungieren als Operationspunkte für die Beherrschung des Prager Marktes. Für diese Lagerplätze werden Geschäftsleute bestellt, die den Kohlenhandel weiter kommifsivnsmäßig ausüben, ivoM sie aber an die Bedingungen gebunden sind, ihren ganzen Kohlenbedarf von der Firma zu beziehen, die ihnen den Lagerplatz überläßt. Diese Kommissionäre treten Plätze und Winkel ihres Lagerplatzes wieder an andere ab unter der Bedingung, daß diese Sitbinieter die Kohle nur von ihnen beziehen. Diese Prozedur wiederholt sich bis zum kleinsten Kohlenhändler. Ein weiteres Glied in dieser Kette von Abhängigkeiten ist das Nntjonisieren der Konsumenten, der so-I genannte „Kundenschutz". Feuilleton. Sie Zeit der schiefen Ebene. Von Franz Swoboda. Wenn auch erst der 27. September 1825 als der Geburtstag der Eisenbahn angcfetten wird, da an diesem Tage der zum leitenden Ingenieur der Stockton-Darlington-Bahn ernannte Georg Stephenfon zum erstenmal eine verhältnismäßig große Last mit bedeutender Geschwindigkeit mittelst der von ihm konstruierten Lokomotive • beförderte, so ist doch schon vorher „ein ganzes Siolf von Ingenieuren" tätig gewesen, das in der Luft schwebende Problem, die Dampfkraft, zur Beförderung von Menschen und Gütern heranzuziehen, zu lösen. Allein die Voraussetzung, die man noch vor diesem großen Gedenktage in Bezug aus die Leistung der Lokomotive bei großen Steigungen annahm, indem man behauptete, das; „der Stützpunkt des bloßen Eingreifens der Näder auf die Schienen" ungenügend sei, demzufolge also gebirgige Tcrrain-'verhältnifsc von der Lokomotive nicht überwunden werden konnten, diese Voraussetzung wurde auch noch lange nach dem 27. September 1828 als fest und unantastbar aufrecht erhalten. Denn die Errungenschaft des Teilbetriebes galt als so groß, daß der Lokomotive einfach die Fähigkeit, große Lasten über große Neigungen zu bringen, abgesprochen wurde, ohne sich erst weiter die Mühe zu geben, endlich an den Ausbau der Lokomotive zu schreiten. Deshalb ließ der damalige Stand • des Lokomotivbaues und auch die primitive Konstruktion des Oberbaues nur die einfache, möglichst gerade und horizo n-t a l e Bahntrasse als das beste erscheinen, um es als Prinzip, und zwar als unumstößliches, festzuhalten. Dort aber, wo die Terrainverhältnisse eüie unbedingte und starke Neigung zur -Notwendigkeit '.nachten, dort gedachte man ohne eine Anlage !der „selbstwirkenden geneigten oder schiefen Ebene" nicht aus-'zukonimen. Und diese sogenannte schiefe Ebene war durch sehr lange Zeit, etwa dnrch 50 Jahre, eine große Gefahr für die ^Lokomotive, weil sie unendlich viele uud einflußreiche Verteidiger aufzuweisen hatte, wodurch der Ausbau der Lokomotive verzögert wurde. Der Kampf um dieses System erregte ibic ganze Welt. Die hervorragendsten Fachgenossen, selbst Stephenson, redeten diesem System das Wort. Darum wird diese Zeit, die beinahe dem Fortschritt der Lokomotive hätte Wenn sich einer itnt eine Kohlenlieferung bewirbt, also einen Detailverkauf erreichen will, muß er sich die Erlaubnis zum Verkauf der Kohlen erst einholen, wobei ihm Einkaufs- nnd Verkaufspreis von der kartellierten Firina einfach diktiert wird. Fügt er sich diesem Diktat nicht, so bekommt er von niemandem eine Kohle. Aus diesem ist zu ersehen, was für ein Spiel mit der Existenz so eines Kleinhändlers getrieben wird." Und nun zum Preise. Der Preis der Kohle für den Großhändler stellt fich auf der Grube auf 5 6 H. per Meterzentner. Der kleinste Händler darf ihn nicht unter Kr. 2"08 verkaufen. Sein Profit per Meterzentner b e-trägt 6 H. Da er bei diesem Verdienst nicht existieren kamt, muß er, um etwas zu verdienen, z it einem ganz knappen, in vielen Fällen zu schlechtem Gewicht seine Zuflucht nehmen, so daß dieKonsumenten doppelt betrogen erscheinen. In diesen dürren Ziffern: 5 6 H. — Kr. 2 08, drückt sich die ganze Verwerflichkeit u tt d Sch ädlichkeit dieses an sich grandiosen Systems der Beherr-schnng des Marktes aus. Sie könnte segensreich wirken, ivemt sie dazu dienen würde, die Konsumenten mit billiger Kohle zu versorgen. Sie schreit aber förmlich nach dem Staatsanwalt, da sie bloß dazu dient, die Profitrate des Unternehmens auf Kosten der Armen und Aerntstert zu erhöhen. Dieser das Volk ausbeutenden Macht erfolgreich zu begegnen, vermag nur der Staat mit Hilfe des Parlaments. Nachdem die Verstaatlichung des Kohlenbergbaues auf Schwierigkeiten stößt, wäre dringend ein Kartellamt zu schaffen, dein die Statuten und Beschlüsse aller Kartelle zu unterbreiten sind. Auf diese Weise könnte der Staat kraft seiner autoritären Gewalt Höchstpreise festsetzen. Es wäre nichts Neues. Zn einem Privilegium des Herzogs Heinrich von Sachsen vom Jahre 1783 ist dem Bergwerksbesitzer vorgeschriebe«, „itt Satzungen des Preises der zu verkaufenden Kohlen eine gewisse leidliche, der Billigkeit und dem gehobenen Aufwand gemäße Taxe zu beachten und sich damit zu bescheiden, damit es nicht widrigenfalls unseres obrigkeitlichen Einsehens und gewisser Ordnung bedürfen möge". Was im Jahre 1783 an gezeigt war, ist im Jahre 1911 zur unbedingten Notwendigkeit geworden, wenn der Staat sich nicht negieren will. Seine Pflicht ist es, pretsrcgttltcrend zu wirken und die übrige Industrie und die Bevölkerung nicht ansbenten zn lassen. Die wirtschaftlichen Verhältnisse eines Staates sind ungesund, wenn zum Beispiel die Aktion der Brürer Bergbaugesellschaft von. 200 Kr. auf 780 Kr. gestiegen und wenn 42 Prozent Dividende gezahlt werden. Die wirtschaftlichen Verhältnisse eines Staates sind korrupt, wenn trotz dieses riesigen Nutzens die Staatsbahnen der Braultkohlenindustrie abermals eine Tarif-ermäßigung gewährt, wodurch die Firmen Weinmann und Petschek Millionen verdienen und der Konsument, der Steuerträger, den Ausfall der Staatsbahnen decken muß. Bei derartigen Millionengeschenken dürfen die Negierung und das Parlament nicht klagen, daß die Staatsbahnen passiv seien. Durch richtige Anweu- verhängnisvoll werden können, am besten mit dem Ausdruck als die „Zeit der schiefen Ebene" bezeichnet. Das System der schiefen Ebene, auch das Seilbahnsystem genannt, beruhte in einer auf den höchsten Punkt einer Neigung ausgestellten (stationären) Maschine, die die Wageitziige vermittels eines Taues hinauf oder hinab beförderte. Die stolze Errungenschaft bestand in der größeren Sicherheit, beladene Wagen ohne jede Gefahr über die größten Gefälle hiuabzu schaffen, welche Last zugleich die Hinaufbeförderung des geringeren Gewichtes, der leeren Wagen, bedingte. Entweder bestand die Anordnung bei der Maschine darin, daß um ein liegendes Bremsrad das Tau geführt wurde ober daß das Zugtau über zwei Seiltrommeln geschlungen war, die durch Zahnräder miteinander in Verbindung gebracht wurden. Die erste gebaute, urkundlich bestätigte schiefe Ebene wurde im Jahre 1788 von Reynolds an einem Kanal der Ketley-Eifeiiwerke angelegt. Sie fand dann bei Bahnbauten gebirgiger Terrainverhältnisse ihre stete Anivintmnq, so daß man in den Bierzigerjahren des vorigen Jahrhunderts ihrer 130 in Europa und Amerika zählen konnte. Immerwährend waren die Augen der Techniker ans Vervollkommnung dieses Systems gerichtet, und es ist hier insbesondere der ersten europäischen Gebirgsbahn, der Semmeringbahn, Erwähnung zu tun, die beinahe daran war, mit solchen schiefen Ebenen eingerichtet zu werden. Alle politischen Tagesblätter, alle belletristischen Wochenschriften, alle Fachzeitungen der ganzen Welt erörterten in mehr oder weniger hitzigem Eifer die durch nichts zu ersetzende Wirkung der schiefen Ebene, denn für die Lokomotive galt als Grundsatz, daß sie Steigungen von nur 1 :200 überwinden könne, welcher Grundsatz jedoch von dem genialen Karl Ritter v. Ghega in kühnen Auseinandersetzungen bestritten wurde, der durch außerordentliche Studien die Nachteile der Seilrampen erkannte und deshalb mit voller Zuversicht für einen Lokomotiv-betrieb eintrat'. Aber weit entfernt, diesem großen Vorkämpfer helfend au die Seite zu springen, wurde ihm sogar von de» eigenen Berufskollegen fchärfstens entgegengearbeitet. Selbst der zu jettet Zeit ins Leben getretene „O e st erreicht s che I n g e n i e u r ve i e i ti" kam in seiner eingehenden Untersuchung zu dem Schlüsse, daß der Lokoinotivbetrieb auf das entschiedenste zu verurteilen, die Anlage von schiefen Ebenen aber wärmstenS zu empfehlen sei. Was umt den Ruhm Ghegas ausmacht, ist, daß er lange Zeit mit dem Grundsatz allein buttg der Tarife und Aufhebung aller Begünstigungen werden die Staatsbahnelt Millionen dem Staate abwerfen. Die Staatsbahnen dürfen aber auch nicht die ärarische Kohle beim Weinmann, sondern direkt bei den ärarischen Julius-Schächten kaufen, es darf nicht die Firma Weinmann den Zwischenhändler zwischen dem Eisenbahn- und dem Ackerbaumiuisterium, dein der Bergbau unterstellt ist, spielen. Man wird gut tun, diesen Lieferungsskandal im Auge zu behalten und darauf hityumeifen,juctm man Bei den gerechten Forderungen der Staatsbahnbediensteten immer wieder mit der Ausrede auf die schlechten Betriebsergebnisse der Staatsbahnen kommt. Die Staatsbahnen können auch hier IIttsttmmen ersparen, wenn es crst der Staat nicht m ehr mit seiner „A tt t o r.i t ä t" verein ljarlich finden wird, si ch zum Sklaven dcrKohIentuuchercr zu machen. WotzlllUMgeirsKe«schast Md ItefoEilietilättfet. Wir werden um die Ausnahme der folgenden Zuschrift ersucht: Auf die beiden Artikel der Nummern 7: und 8 des „Eisenbahner", welche sich mit der E. B. G. befaßten, bitte ich auch diese Zeilen veröffentlichen zu wollen. Die Einfamilienhäuser und deren leichte Er-Werbung, wie sie von der E. B. G. so verlockend propagiert Wut den, haben auch unsere Genossen Eisenbahner in Versuchung gebracht. Auf eine Einladung seitens der, E. V. G. wurde ein Genosse von Gloggnitz zur Versammlung nach Wien entsendet. Nach dem Bericht dieses Genossen, der auch ein Statut der E. B. G. mitgebracht hatte, fand sich auch hier eine Anzahl Genossen unter den Eisenbahnern, die daS Programm für gut hielten uni) Lust zeigten, sich dieser Genossenschaft anztischlteßett. Ich wurde durch den Obmann ihrer Ortsgruppe auf diese Tatsachen aufmerksam gemacht, interessierte mich dafür und bekam ein Statut der E. B. G. zur Hand. Da ich auf diesem Gebiet bereits Erfahrungen gesammelt habe, und zwar nicht die angenehmsten. — Ich war Kassier der Wohnuitgsgenossenschaft in Mödling, die den natürlichen Tod, nämlich an Kapitalstnangel gestorben ist, wobei der dortige Konsumverein bei Anwendung aller Vorsicht ttur mit Mühe vor Schaden bewahrt wurde. Wir mußten trotz dem Eifer und der Opfer-! Willigkeit der Mitglieder das begonnene Werk aus dem; obenaugefiiljrten Grunde aufgeben. Ich war also bc-j gierig zu erfahren, wie die E. B. G. ihre so reklamehaft! angekündigten Ziele zu erreichen sucht. Nach Ueberprü- j ftmg des Statuts wußte ich allerdings, daß die E. B. G.j nicht darnach beschaffen ist, um für die Masse gesunde! Wohnungen zu errichten oder gar auf die Wohnungsnot wohltätigen Einfluß auszuüben. Diese Motive wurden in unseren ^Besprechungen erläutert und so kamen wir zu dem Entschluß, daß wir nur durch genossenschaftliche Selbsthilfe, wo nicht der Erwerb der Eigenhäuser für den einzelnen, sondern die Erbauung von gesunden Arbeiterwohnungen als genossenschaftliches Eigentum zum Hauptzweck gestellt, und die Einfamilienhäuser als Ideal der späteren Entwicklung der Genossenschaft überlassen wurden. Bei dieser Gelegenheit möchte ich einen Punkt Ihres Artikels dahin richtigstellen, daß nach dem Gesetz über Arbeiterwohnun-j gen vom Jahre 1902 in geschlossenen Orten Häuser bis zw zwei Stock Höhe die Begünstigung erhalten können, wenn sie die, allerdings sehr harten Vorschriften dieses Gesetzes erfüllen. Als sich eine genügende Zahl der Mitglieder, stand, daß «AdhüsiouÄokomotiveu vor allen übrigen Syste-inen*) auch in Gebirgöregionen den Vorzug verdienen", ein Grundsatz, der zwar im Widerspruch eines Stephenfon und der ungeheuer großen Zahl von Fachgenossen stand, der aber durch den hinreißenden Schwung der Vortragsweise GhegaS nnd die präzise Richtigkeit in den theoretischen Nachweisungen — auf die Praxis konnte ja damals noch nicht hingewiesen werden — vertrauensvoll die Zustimmung der Generaldirek-iion erhielt. Daß Ghega aber auf solche Weise über die maßlose Agitation seiner Kollegen siegte, daß dem Genie und dem Fortschritt in Oesterreich einmal vertraut und gehuldigt wurde, ist eilt Moment in der Geschichte dieses Staates, das in der Tat besonders hervorgehoben und verzeichnet zu werden Der-dient, um so mehr, als es ja das erste und bis heute das: einzige mal war, daß Oesterreich in die Lage kam, den! Kulturstaaten als erster voranzuschreiten. Diesen Anspruch Oesterreichs wird die Geschichte der Eisenbahnen auch betonen -müssen, weil mit der Ueberwindung des Systems der schiefen Ebene die Lokomotive so vollständig siegte, daß sie die ganze Welt eroberte, so daß wir uns heute ohne Eisenbahn gar nicht mehr denken können! Die Zeit der schiefen Ebene ist durch unsere Darlegung einerseits zeitlich begrenzt worden, anderseits geherrschte und behinderte aber das System der schiefen Ebene, wenn wir diesen Ausdruck versinnbildlichen und diese Idee als ein Symbol des Rückschrittes bezeichnen, überhaupt immer die Mensch-' heit, wenn es gegolten hat, dem Fortschritt zu dienen. Seil es in der Wissenschaft oder in der Religion, in der Kunst odecj in der Politik — immer und immer spielt das System der schiefen Ebene die größte Rolle, zu bereit Ueberwindung sich so manche Helden der Menschheit geopfert haben. Freilich er* scheinen uns die Kämpfe um die Eisenbahn recht drastisch vor das Auge gerückt, weil wir die kolossale Umwälzung in uuS selbst empfinden, die dieser Sieg über die ganze Welt gebracht hat. Darum soll hier der Kampf Ghegas nicht allein erwähnt worden sein, auch Stephenson hat seine ganze Kraft in diesen ' Kampf gestellt. Denn gegen den Lokomotivtransport stellte sich nicht die Wissenschaft allein, es war hier die große und gewaltige Masse der Menschheit mit ihren verschiedenen Interessen, die Dummheit nicht ausgeschlossen, zu besiegen. „Man, *) In besondere Erwägung wurde auch das „atmen; sphärische System" gezogen, welches System besonders Sie»1 phenson empfahl. _u T"“1 .......................................—■— ----------------------------- ———--------------------------- ■ — ------- ""TT—r-"1"’—■ ; MT Besucht nur Lokale, in welchen der „Eisenbahner" anfllegt! Bereit erklärt hatte sich diesem Prinzip anzuschließen, haben lnii eine Genossenschaft für möglich gehalten. Wir ließen einen Planentwurf anfertigen, der uns bon den Architekten Hubert und Franz Geßner in Wien nebst eine: Rentabilitätsberechnung entgegenkommend bei-gestellt wurde. Die Belehnung der zu erbauenden Realität wurde uns von der Arbeiter-Unsallversicherungs-anstalt in Wien unter der Bedingung zugesichert, wenn die Gemeinde die Zinsengarantie übernimmt. Erst als wir auch die Zinscngarantie der Gemeinde durch einen Beschluß des Gemeindeausschusies hatten, gingen wir zur Konstituierung der Genossenschaft sowie zur Ausarbeitung der Baupläne. Unsere Brudcrgenossen-schast, der Konsumverein, kam uns entgegen, indem er uns einen sehr günstigen Baugrund verkaufte, wobei wir denselben nicht sofort bar bezahlen müssen, sondern die Priorität der Belehnung für die Idealität eingeräumt . wurde. Es waren also die glinsiigsten Vorbedingungen geschaffen und olles zum Baubeginn vorbereitet. Da auf einmal wurden durch den Beschluß des Gemeindeausschusses die Hausbesitzer und Zinswucherer — die sich bei uns in Gloggnitz nicht spotten lassen aufgeschreckt. Gegen den Beschluß der Gemeinde wurde ein Protest unter unglaublichem Terrorismus zustande gebracht. Der Gemeindeausschuß hatte sich trotz der ungeheuren Blamage diesem Protest angeschlossen und feinen ecstgefaßten Beschluß annulliert. Untere schönen Hoffnungen wurden durch diesen einzigen Beschluß zerstört. Als alte Praktiker haben wir zu alldem kaltes Blut bewahrt und unsere Genossenschaft weiter aus- ■ gebaut. Daß uns die E. B. G. mit ihren Versprechungen und Versammlungöreden mit ihren „Kartenhäusern" — denn um den in ihrer Broschüre angegebenen Preis sind nur solche möglich — weit überflügelt hat, ist leicht begreiflich. Die Wiener-Neustädter Genossen wollten sich uns anschließen, aber wir koiiiiten die Versprechungen der E. B. G. nicht annähernd uachahmen und so sind auch die Wicner-Ncustädter der E. B. G. beigetreten. Wir haben von allein Anfang an erklärt: unsere Wohnungen können nicht billiger sein als die von Privaten erbauten, weil wir dieselben in erster Linie als hygienisch einwandfrei, also als gesunde, menschenwürdige Wohnungen erbauen wollen. Denn bei uns in Gloggnitz sind die Mehrzahl Wohnungen von einer Beschaffenheit, wie man sie nur im Königreich „Dreher" findet und von unserem Genossen Max Winter wiederholt geschildert wurden. Eine gemeinnützige Genossenschaft kann eben nur die Mieter für die Dauer von 50 Jahren vor weiteren Mietzinssteigerungen bewahren. Wie haben bei unseren Voranschlägen alle Eventualitäten berücksichtigt und sind zu dem Resultat gelangt, daß eine Wohnung mit Zimmer und Küche auf 21 Kr., und Zimmer, Kabinett und Wohn-küche auf 28 Kr. per Monat an Miete kommen wird. Wir haben verschiedene Begünstigungen und Vorteile nicht berücksichtigt. ES wird für die Leitung der Baugenossenschaft viel angenehmer sein, wenn sie in die Lage kommt, den Mitgliedern zu erklären, daß der Mietzins sich eventuell billiger stellt. Natürlich sind wir arme Leute und rochen mit Wasser. Unser Rechnungsabschluß per 19-0 weist einen Mitgliederstand von 126 mit Auteilcn ä 100 Kr. auf, auf die bereits w* !” r!. kc§ Jahres bar eingezahlt wurden r Kr. eingezahlt). Unsere Ver- waltiingskosret' tonnen sich allerdings mit denen der * • "E inessen. Die Geschäftsunkosten betragen bei uns Kr. 112-31, wobei die Registrierung allein 57 Kr. verursachte. Wir werden laut den von den Architekten Hubert und Franz Geßner in Wien ausgearbeiteten Bauplänen die vom Arbeitenministerium überprüft und technisch ciiv erklärte, daß die neue Förderungsmethode das Grasen der Kuhe, das Eierlegen der Hennen verhindern werde. Die vergiftete Luft, welche die Lokomotive auSatme, wirke tödlich auf ote dahinfliegenden Vögel. Die Zucht der Fasane, die Erhaltung der Füchse sei gefährdet; die naheliegenden HauSeigen-tumer aber stünden in steter Gefahr, ihre Wohnstätten in Flammen ausgehen zu sehen, entzündet von den Funken, welche der Maschine enteilen, während das Firmament verdüstert werde von Wolken entströmenden Dampfes. Gefährlich sei das Reisen nicht nur für den einzelnen, welchen zerspringende Kessel in Atome zu zerschmettern vermögen, sondern auch für den Bestand der Gesellschaft, da dadurch die Grund-Pfeiler derselben, die Landwirtschaft, geschädigt werde durch den Entgang des Hafer- und HeuverkaufeS infolge der Abschaffung der Pferde. Dringe aber trotz alledem das System durch, so werde e3 sich selbst richten, da daö Gewicht der Lokomotive nie und nimmer bewegt werden könne durch die Kraft des Dampfes!"*) Und ungeachtet des Umstandes, daß Ste-phenson in seinem am 25. April 1825 vor dem Komitee des Parlaments beinahe als Verteidigungsrede gehaltenen Vortrag anführte, daß er bereits 35 Maschinen, darunter 16 Lokomotiven, gebaut habe, welche alle Hoffnungen erfüllt haben, trat ihm das Komitee mit offenem Hohn und beißenden Spott entgegen und brachte die albernsten Einwände vor. So sagte water anderem Harrison: „Jede Partie des Planes zeigt, daß vieser Mann sich an ein Problem gewagt hat, für welches er kerne Kenntnisse, zu dessen Lösung er nicht die Fähigkeit besitzt!" Jm^allgemeinen wurde das Projekt Stephensons als absurde ^Spekulation bezeichnet und selbst seine besten Freunde, die ehrenwerten Herren Brougham und Wood, fingen an, ihn reif für das Narrenhaus zu erklären. Und das geschah in einem Lande, wo die Spurbahnen der Anlage von «traßen vorangingen! Ja es ist kein Unterschied zwischen Sie-vhenfons und GhegaS Kampf: das Beharren der Menschheit auf dem Boden des Bestehenden. Althergebrachten — und des-halb Behinderung tut Fortschritte — bezeichnet das Symbol fer schiefen Ebene hier wie dort. Dennoch sollte man meinen, vaß das Erkennen eines so gewaltsamen Hindernisses für die Zukunft von guter Wirkung sei. Wenn aber in der Gegenwart Herr Viktor Sicherer, Reichsrats- und Landtagsabgeordneter, Gemeinderat ec* in Vorträgen und Broschüren seine *) Siehe die Biographie Stephensons in den „Helden dcr Menschheit". Verlag „Aufklärung" in Berlin. 19021 wandfrei befunden wurden, im nächsten Monat in Gloggnitz mit dem Bau beginnen. Es werden drei in V-Fo:m gebaute, zwei Stock hohe Bedienstetenwohnhäuser mit 4-1 Wohnungen errichtet. Nicht Versprechungen und Demagogie, sondern zielbewussti Arbeit kann auch auf diesem Gebiet Nützliches leisten. Der Wohnungsfürsorgesonds kann durch vorsichtige Verwaltung doch zum Teil dem Wohnungselend steuern, nur müssen uns, wir Genossenschafter, energisch dagegen wehren, daß derselbe zu Erwerbsquellen einzelner Personen mißbraucht wird. Wi: wollen nicht zulassen, daß auch unsere Baugenossenschaft von der Perspektive der E. B. G. betrachtet ! und behandelt wird. Die Arbeiter selbst müssen diese | müh", und gefahrvolle Arbeit auf sich nehmen und nicht warten, bis Leute, die keinen Begriff von einer genossenschaftlichen Verwaltung haben, die brennende Frage der Wohnungsreform verpfuschen. Unserer Baugenossenschaft gehören über 50 Prozent Eisenbahner als Mitglieder an. Als Statut wurde das Musterstatut der Regierung für Wohnungsreform vom Jahre 1902 mit unwesentlichen Abänderungen angenommen. Für die Ausnahme dieser Zeilen bestens dankend, zeichnet sich Andreas W u k o v i t s. Direktor der Gemeinnützigen Arbeiter-Bau- und -Wohmrngögcnofscnschaft für Gloggnitz und Umgebung. Zu der aufgerollten Frage der Einfamilienhäuser veröffentlicht nun auch das offizielle Organ der deutschen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften Oesterreichs „Die Genossenschaft" einen Artikel, der um so bemerkenswerter ist, da die E. B. G. dem Verband der deutschen Erwerbs- und Wirtschaftsgcuossenschaften selbst angehört. Wir entnehmen den fachmännischen Ausführungen, die in den schwersten Bedenken gegen die Ausführbarkeit der Errichtung von Einfamilienhäusern gipfeln, folgende sachliche Argumente: Am 1. April 1910 wurde beim Wiener Handelsgericht das Statut der „Einfamilienhäuser-Baugenosseiischait für Eisenbahner" registriert, die den statutenmäßigen Zweck hat, die Wohnungsverhöltnisse der Mitglt-der zu verbessern, indem denselben die Möglichkeit geboten wnd, gegen Zahlung eineö verhältnismäßig geringen Mietzinses das Eigentum an Einfamilienhäusern zu erwerben Die Gründer dieser Genossenschaft entfalteten sofort nach der Registrierung des Statuts eine lebhafte Tätigkeit, io dctz c8 möglich war, in der Zeit vom April bis PI. Dezember 1910 1648 Mitglieder der Genossenschaft zuzufüy>-er welche sich zur Einzahlung von zusammen 1657 Anteilen zu je 200 Kr, verpflichtet haben. Diese Genossenschaftsmitglieder gehören den verschiedenen in Oesterreich bestehenden Bah..Verwaltungen an und lind in verschiedenen Orten der Monarchie zerstreut. Dieselben bereinigen sich aber zu Ortsgruppen, an deren Spitze Vertrauensmänner der Genossen.'chaft sichen. Regelmäßige, Versammlungen der einzelnen Ortsgruppen einerseits, in, Wien stutsindende Delegierten tage anderseits sollen den Verkehr zwischen den teilweise» weit-entfernten Genossenschaftern und dun Vorstand in Wien vermitteln. In der Tat haben auch schon zahlreiche Ortsgruppen-versammlungen siattgefunden und w ttde die erste Delegiertenkonferenz am 15. Jänner 1911 in Wien rbgehawen, weiche die der Generalversammlung zur Beschlußfassung vorbehaltenen Gegenstände vorzuberaten batte. D'e erste Generalversammlung hat am 29. Jänner 1911 stat,gefunden. in welcher der Geschäftsbericht und Rechnungsabschluß für daS GründungS» iahr genehmigt, eine der Entwicklung der Genossenschaft rech-nungtragende Statutenänderung und die nötigen Wahlen in den Vorstand und Aufsichtsrat vorg»nommen wurden. Damit der Vorstand mit den in den verschiedenen Orten der Monarchie verstreuten Mitgliedern in steter Verbindung bleiben könne, hat die erste Generalversammlung beschlossen. ganze Kraft einsetzt, die Fortschritte der Flugtechnik in Oesterreich zu verhindern, wenn er die Herstellung eines lenkbaren Ballons alL ein Ding der Unmöglichkeit erklärt, wenn er dieses Projekt mit Kraftausdrücken, wie: „höherer Unsinn", „Eselei", „hirnrissig", „tollhäuslerisch", „Gipfel des Blödsinns" u. s. w. lächerlich, macht, tatsächlich aber schuld ist, daß die Flugtechnik in Oesterreich um 20 Jahre zurück ist, so muß betont werden, daß dieser Herr der Neuzeit mit den vielen Aemtern, Würden und Titeln leider einen so großen Einfluß besitzt, und es ist darauf hinzuweisen, daß er ganz genau denselben Standpunkt einnimmt wie seinerzeit Haxrison, Brougham und Wood, und daß man eS auch heute unterläßt, das Narrenhaus entsprechend zu besetzen. Die Zeit der schiefen Ebene ist eben leider noch nicht überwunden. Und in ebensolchem Maße, wie hier heute noch gegen den Fortschritt der Technik gekämpft wird, in ebensolchem Maße — nur noch leidenschaftlicher — wird gegen sozialpolitische Maßnahmen Stellung genommen, die im Fortschritte der Menschheit gelegen wären. Die richtende Geschichte triumphiert zwar, indem nicht nur gewissenlose einzelne, Korporationen und Parteien, sondern auch ganze Staaten hinweggefegt werden — aber müßte man mit Jung fragen: „Was nützt es dem einzelnen, daß in der Geschichte selbst sich langsam die Gerechtigkeit vollzieht, wenn er längst vermodert ist?" Hat nicht jeder einzelne dav Anrecht, die Güter und Errungenschaften dieser Erde voll und ganz zu genießen? — Das Gespenst der schiefen Ebene mit den schreckhaft verzerrten Zügen grinst der Menschheit unausgesetzt entgegen, aber ihre Verteidiger gleichen dem Tod mit der Hippe, der zwar den einzelnen fällen, nicht aber die ganze Menschheit ausrotten kann. Gleichwohl kann der Menschheit unberechenbaren Schaden gugefügt werden, denn nicht immer siegt der Genius der Vernunft. Wenn eS sich auch später erweist, daß sich „die Welt doch bewegt", die Zeit des unnützen Streites und der Lüge ist ein unersetzlicher Verlust für den Fortschritt, eine Zeit, die vielleicht die Bedeutung von Jahrhunderten haben kann. Wohl ist es richtig, daß eigentlich erst der Kampf das Leben bedeutet, ober es ist nicht notwendig, dem Unsinn im Leben einen solchen Vorzug einzuräumen, auf daß er so schwer bekämpft werden kann. Der Prozeß der Erkenntnis wird sich immer und ewig auf der schiefen Ebene abspielen, immer aber sollte Vorsorge getroffen werden, daß die Gesamtheit keinen Schaden erleide! ein monatlich erscheinendes Genossenschaftsorgan „Mitteilungen der Einfainilienhguser-Baugenossenschaft für Eisen-, bahnet“ herauszugeben, dessen Bezug für alle Mitglieder dev Genossenschaft obligatorisch ist. Wie wir den bereits erschienenen ersten zwei Nummern dieser „Mitteilungen" entnehmen, hat der Vorstand der neugegründeten Baugenossenschaft eine Reihe von Vorarbeiten ge leistet, welche aber leider noch zu keinem vollen Erfolg geführt haben. Am 4. Dezember v. I. wurde dem A b g e o r d n e te ru Hause von der Genossenschaft eine Petition, überreicht, mit welcher eine Ücubetunj. den Gesetze über die Verpfändbarkeit der Bezüge' öffentlicher oder Privatbeamten und anderer Angestellten in der Richtung verlangt wird, d'aßsowohldieQuartiergelder, alSauchinn er- halb des bisherigen pfandfreien Einkommens ein Betrag, welcher ein Fünftel des gesamten Einkommens überschreitet, für Abstattungen a n Baugenossenschaften sowie ander e ä h n-liche Körperschaften freiwillig verpfändet werden können. Weiters hat sich der Vorstand der Ein-familienhäuser-Baugenossenschaft an den Eisendahnminister und an verschiedene Funktionäre des Eisenbahn- und Ärbeits-ministeriums um werktätige Unterstützung gewendet und ist bei der „Arbeiter-Unsallversichirungsanstali" und der „Berufs-genossenschaftlichen Unfallversichernngsanstalt für Eisenbahner" in Wien zwecks Kreditgewährung vorstellig geworden. Auch mit ausländischen Banken, Versicherungsgesellschaften u. s. w. hat sich der Vorstand zu demselben Zwecke in Verbindung gesetzt. j Entsprechend der lebhaften Propaganda, welche dm: Funktionäre der Genossenschaft inszeniert haben, sind auch die > hierfür gemachten Auslage». Dieselben betragen laut des in der ersten Nummer der „Mitteilungen" veröffentlichten Rechnungsabschlusses einschließlich Spesen, Trucksort,m, Porti» Bureaukosten und Bureaumiete Kr. 6226 58 und verzehrten den größten Teil der EintrutSgebühren, welche mit 8240 Kr. ausgewiesen worden sind. Wenn auch die Funktionäre für ihre Tätigkeit keine Entschädigung erhalten haben, so erscheinen uns die für Propagandazwecke aufgelaufenen Kosten doch zu hoch, da dieselben nicht gerade als fruchtbringend und für die Genossenschaft vorteilhaft anzusehen sind; denn diejenigen Personen, welche sich durch eine lebhafte Agitation zum Beitritt zur Genossenschaft bewegen lassen, sind nicht immer die zuverlässigsten und leistungsfähigsten Genossenschafter. Daß die 'Genossenschaft kein allzugroßes Vertrauen in de» Zahlungseifer und die Zahlungsfähigkeit ihrer Mitglieder hat, zeigt vor allem der Umstand, daß die Genossenschaftsleitung die früher erwähnte Petition im Abgeordnetenhause eingebracht hat, womit die Pfändbarkeit eines sonst exekutionsfreien Teiles des Einkommens verlangt wird. Die positive Arbeit, welche die Genosienschafts-funktionäre bisher geleistet haben, liegt darin, daß sie bei Bruck an der Mut ein Grund st ück im Ausmaß von zirka 18.000 Quadratmetern erworben haben, welches in der Bilanz mit Kr. 19.607-92 ausgewiesen wird und nach einer im Bericht ausgestellten Behauptung jederzeit mit einem Gewinn von 30.000 Kr. weiterverkauft werden kann. Wenn ein solcher Gewinn bei einem etwaigen Verkauf auch faktisch erzielt werden könnte, so ist eS doch nicht mit den genossenschaftlichen Grundsätzen vereinbar, mit einem derzeit noch nicht realisierten und gewiß fraglichen Gewinn im Bericht zu paradiere tu Wenn die Genossenschaft einen Baugrund erwirbt, so geschieht die Erwerbung desselben nicht zu Spekula-tionszwecken, sondern zum Zwecke der Erbauung von Häusern für ihre Mitglieder. Auch entspricht es nicht den gesetzlichen Grundlagen einer Genossenschaft, wenn sie, wie die in Rede stehende Baugenossenschaft unter den Aktiven der Bilanz „A u s st ä n d i g e Anteilüraten der Mitglieder" und unter den Passiven die „Geschäftsanteile" im vollen gezeichneten, aber noch nicht eingezahlten Betrag ausweist. In dieser Weise kann eine Aktiengesellschaft, deren Grundkapital durch daS Statut festgesetzt ist und keiner von der Willkür der Aktionäre abhängigen Veränderung unterliegt, ihre Bilanz aufstellen, nicht aber eine Genossenschaft, deren Grundkapital sich jederzeit ändern kann, da einerseits die Mitglieder aus der Genossenschaft auStreten können, bevor sie noch ihren Geschäftsanteil eingezahlt haben und anderseits den austretenden Genossenschaftern de r " ----------- ----- -i Ablauf der lanz ein, anlctle nur m i t demjenigen Betrag auSzu-weisen, welcher im Moment der BiIa nzauf steU lung tatsächlich eingezahlt worden i st. Eine Bilanz, aus der die „tatsächlich eingezahlten" Geschäftsanteile erst durch die Subtraktion der „ausstohenden"-Anteilsraten von den „gezeichneten" gefunden wirb, ist zwar rechnerisch nicht falsch und wird von jedem Bilanzkundigen auch richtig gelesen werden, aber sie ist geeignet, bet Mensche n, welche sich mit dem Ä ila nz lesen gewöhnlich nicht befassen, irrige Vorstellungen über den Vermögensstand der Genossenschaft hervorzuruken, was eine Genossenschaft, die für Mitglieder berechnet ist. welche mit dem kaufmännischen Lebe» nicht genau vertraut sind, vermeiden soll. Im großen und ganzen können wir konstatieren, daß die idealen Bestrebungen der „Einfamilienhäuser-Baugenossen-schaft für Eisenbahner", welche — wie in einem in den „Mitteilungen" enthaltenen Aufsatz des Anwaltes der Genossenschaft Dr. Johann Joachim in „Woher nehmen wir bas zum Bauen notwendige Geld?" ausgeführt wird — es als ihren vornehmsten Zweck ansieht, gerade den bedürftigsten unter den Mitgliedern, denjenigen, welche nichts besitzen, zu eigenen Häuschen zu verhelfen, sehr anerkennenswert sind, aber» „Fcstina lento — Eile mit Weil c." Sie erste Reichrkonserenz der Stations- und Magazinsarbeiter aller österreichischen Eisenbahnen. Im Gartensaal des Favoritner ArbeiterheimS in Wien fand Sonntag den 5. und Montag den 6. März die (Srsie Reich Kkonferenz der Stations-und M a g a z i n s a r b e i t e r der ö st erreicht-» s ch e n E i s c n b a b n e n statt. An der Konferenz nahmen 113 Delegierte dieser beiden Arbeiterkategorien teil, die von 103 Ortsgruppen oder Zahlstellen entsendet worden waren. An den Beratungen der Konferenz beteiligten sich, ferner mehrere Mitglieder der Arbeitcrausfchüsfe der k. 1. Staatsbohnen und der ArbeiterauSfchüsse von Privab-bahnen. Die Zentrale unserer Organisation war durch -Genossen S o m i t s ch, deren Sekretariate durch die Ge-- Sorget dafür, daß der „Etsenbahtter" attch vom reisende» Publikum gelesen werdet /iwssen Brodecky, Kaczanowski uttö KopaL j vertreten. Genosse Reichsratsabgeordneter Tomschik, her am ersten Tage des StattfindeS der Konferenz verwundert war zu erscheinen/ da er in einer auswärtigen iVersammlung referierte, fand sich int Laufe der Beratungen der Konferenz am zweiten Tage bei dieser ein. ! Von der Redaktion des „Eisenbahner" war Genosse K r a-J w a n i) anwesend. Die Tagesordnung lautete: , e 1. Die Lage der Stations- und Magazinsarbeiter bei den österreichischen Eisenbahnen. 2. Bericht der Zentralarbeiterausschußmitglieder über die am 26. November v. I. im Eisenbahnministerium stattgefundene Sitzung. 8. Beratungen und Beschließung geeigneter Anträge zur Verbesserung der Lage der Stations- und Ma-gazinSai beiter. 4. Organisation und Taktik. i _ Zu Vorsitzenden der Versammlung wurden die Genossen IernejciL und Kratvchwill gewählt. Als Schriftführer fungierte Genosse St r a m a n y. Zum ersten Punkt der Tagesordnung: „Die Lage der Stations- und M a g a z i n 8 a r b e t* t e r bei den österreichischen E i s e n b a h n e n" ; imljm Genosse Somit sch das Wort und führte nach-stehendes aus: Die Stations- und MagazinZarbeiter sind daS erstemal in einer Reichskonferenz versammelt und da sei cs angebracht, eilten weiteren Rückblick auf die Verhältnisse in diesen Kategorien zu tun. Die Arbeiter dieser Kategorien haben ihre Verwendung als StationS- oder Magazinsarbeiter zumeist als ein Uebergangsstadinm zu einer anderen Verwendung im Eisenbahndienst auf Dienerposten angesehen und es lange Jal)re_ hindurch unterlassen, die geeigneten Maßnahmen zur Verbesserung der Zustände in diesen Arbeiterkategorien zu ' ergreifen, (äenojsc Somit)" ch schilderte dann ausführlich die ersten Erfolge, die von der erstarrten Organisation errungen wurden und die partiellen Kämpfe, die von den Maga-zinöarbeitem in neuerer Zeit in den Stationen Wien-Matz-leinSdorf, Graz und Triest geführt wurden Er konstatierte dann, dass mit dem allgemeine» Erstarken des Selbstvertrauens der Stations- und Magazinsarbeiter die Jahre 1907 und 1008 diesen größere Erfolge brachte und besprach dann eingehend die bestehenden Uebelstände für die Stations- und MagazinS-iarbeiier, deren Existenzbedingungen durch die steigende Teuerung der Wohnungszinse und Lebensmittel in der letzten Zeit 'wesentliche Verschlechterungen erfahren haben. Hierbei verwies er insbesondere darauf, das; bei den k. k. Staaisßahneit die ftugestandenen Urlaube für die Arbeiter noch nicht eingeführt feien und daß die Frage der Herausgabe einer Arbeitsordnung ebenfalls noch nicht gelöst fei. Bei den Privat-bahnen fei die Angelegenheit der L o h n v o r r ü ck n n g feine geregelte und auch bei den k. k. Staatsbahnen werde das tatsächliche Eintreten der Lohnvorriickung von den vorhandenen Krediten abhängig gemacht, was das Anrecht auf diese stark gefährde. Bei den Privatbahnen und bei den zuletzt verstaatlichten Bahnen bestehe, zu ungunsten der Arbeiter, teilweise 1 noch immer das A £ f o r b w c s c n, das Genosse S o nt i t s ch eingehend bespricht, ebenso wie er in seinen Ausführungen die Dienst- und Lohnverhältnisse der Gepäcksträger, vornehmlich die Schwierigkeit für diese die Stabilisierung zu erreichen, fchilder}. Zum Schlüsse seiner Ausführungen erklärte Genosse Somttfch, daß, wenn die Aufklärung Unter den Stations- und Magazinsarbeitern in gleichem Maß fort-schreite, als dies in den letzten Jahren der Fall war, die Verhältnisse bessere werden müssen. So man aber der Verbesserung der Zustände Schwierigkeiten in den Weg setze, werde der j Kampf um die besseren Zustände unvermeidlich und dieser ! Kampf erfordere, daß die Stations- und Magazinsarbeiter ‘.^eschlo^cn hinter ihrer Organisation stehen. (Lebhafter Hierauf brachte das Zentralarüeiterausschnßmit-filici) Genosse Kubitschek zum zweiten Punkt der Tagesordnung: „BerichtderZentralarbeiter-ausschuf;ini tgliede r über die am 26. November v. I. im Eisenbahnministerium stattgefundene Sitzung des Zentralarbeiterausschusses, Gruppe Verkeh r," eine umfangreiche und detaillierte Darstellung dieser Versammlung. (Wir haben, und zwar in der Nummer 2 des „Eisenbahner" vom 10. Jänner 1911 unter dem Artikel: „Vom Zentralarbeiterausschuß der k. k. Staatsbahnen" über die alle Kategorien betreffende, von den Zentral-arbeiterauSschichmitgliederu gestellten Anträge und ferner in der Nummer 5 des „Eisenbahner" vom 10. Februar 1911 in der Fortsetzung dieses Artikels über die für die Gruppe Verkehr gestellten speziellen Anträge sowie über den Verlauf der Sitzung vom 25. November 1910 ausführlich berichtet und nehmen daher von einer neuerlichen Berichterstattung über diese Angelegenheit Abstand. Die Redaktion.) Zum dritten Punkt der Tagesordnung: „Beratungen und Beschlietzung geeigneter Anträge zur Verbesserung der Lage der S/t a t i o n s- n n d M a g a z i n s a r b e i t e r" berichtete Genosse Somit sch über die von den einzelnen Ortsgruppen und Zahlstellen der Reichskonferenz borge-legten Anträge und deren Verwendung im diesbezüglich von der Zentrale ausgearbeiteten Elaborate. In der sehr regen Debatte zu diesem Punkte sprachen die Genossen Patzak, Bursa, K r a t o ch w i l l, U l l m a n n, B i d-m a n ii, Filipic, Ployer, Mitterlehner, Ba-huii, HammermiiIler, Jernejciö, Horni-scher, Dostal, Toth. Frans. Dritter, Sitt-f a m, Blatnik, B a ch u n, Wald a, Dobryneck i, Kubitschek, Fuchs, Wied nt an n, K oute, K a c z a a n o w s t i, S$ o P a c, Brodecky und S o-m 11 s ch. Die Abstimmungen bei diesem Punkt der Tagesordnung ergaben die einstimmige Annahme nachstehender Forderungen der in den Stationen und Magazine» der österreichischen Gisenbahnc» beschäftigten Arbeiter. 1. Neuerliche Regulierung der Löhne der Ma-igazins- und Stationsarbeiter, und zwar der Grundlöhne, wie 'der Löhne der älteren Arbeiter bei den f. I. StaatSbähnen auf .f neuerlicher und nnt Beiziehung der zunächst domizilieren-|den Arbetterausschußmitglieder gepflogenen Erhebung der örtlichen Verhältnisse. Dort, wo die Löhne der älteren gegen» -über dem Grundlohn und ihrem Dienstalter nicht entsprechen, soll diesen Arbeitern jede Vorrückungsfrist inso-lange um je ein Jahr getürat werden, bis sie den ihrem Dienstalter gegenüber dem Grundlohn entsprechenden Lohn Erreicht haben. Dieselbe Regulierung soll auch bei den Maga. zin». und Stationsarbeitern der Privatbahnen vorgenommen werden. In Orten, wo gDei oder mehrere Bahnen oder Direk- tionen cinmündc» und verschiedene Grundlohnhohen bestehen, sollen die Grundlöhne nach dem höchsten gleichgestellt und die Löhne der älteren Arbeiter im Sinne des vorstehenden bezüglichen Satzes geregelt werden. 2. Eheste Schaffung einer für alle Arbeiter der Magazine und Stationen geltenden Arbeitsordnung mit dem Inhalt: Festsetzung der normalen täglichen Arbeitszeit im Tagdienst ohne Ablösung nach Maßgabe der Inanspruchnahme während derselben mit höchstens neun Stunden bei (tarier und mit zehn, elf und höchstens zwölf Stunden bei geringerer Inanspruchnahme; im Ablösedienst (Turnusdienst) ist das Verhältnis der Arbeitszeit zur Ruhezeit mit 1 :2 bis höchstens 1 :1 nach Maßgabe der Inanspruchnahme festzusetzen. Der 24stündige Dienst ist überall abzuschaffen. Dte Festsetzung der Arbeitszeit in jeder Station, beziehungsweise der einzelnen Kategorien derselben, soll im Einvernehmen mit den Vertrauensmännern, beziehungsweise den Arbeiterausschüssen erfolgen. Die Arbeitszeit in den Materialdepots ist mit wöchentlich 54 Stunden und möglichst fo festzusetzen, daß an Samstagen mittags Arbeitsschluß ist. Jede über die normale Arbeitszeit in der Zeit von 6 Uhr früh bis zum Beginn der normalen Arbeitszeit und vom Schluß der normalen Arbeitszeit bis 8 Uhr abends und in der Mittagszeit geleistete Stunde ist als lleberstunde mit 50 Prozent, in der Zeit von 8 Uhr abends bis 6 Uhr früh und an Sonn- und Feiertagen mit 100 Prozent auf Konto der Bahnverwaltung besser zu entlohnen. Die an den bezahlten ganzen oder halben Norma- oder freien Tagen geleisteten Stunden sind außer der Normaltagsbezahlung mit dem ganzen auf die im Dienst zugebrachten Stunden entfallenden Lohn separat zu entlohnen. Jede begonnene lieber stunde ist als voll zu entlohnen. Jene Arbeiter, welche vorübergehend zum Wechseldienst herangezogen werden, haben die über die normale Arbeitszeit, in der sie standen, geleisteten Stunden nach dem vorhergehenden Absatz als Uebergctt vergütet zu erhalten. Diejenigen Arbeiter, deren Normalarbeitszeit in die Nachtzeit fällt, sollen für jede Nacht eine Nachtdienstzulage von 1 Kr. erhalten. Jedem Arbeiter ist bei seiner Aufnahme ausdrücklich — schriftlich — zu erklären, ob er als ständiger oder nicht ständiger Arbeiter ausgenommen wird. Nach einjähriger Verwendung ist jeder Arbeiter als ständig zu betrachten, und ist ihm dies unter Einrechnung dieses Jahres am Aufnahmsschein anzuführen. Die ständigen Arbeiter sollen nur nach einer vorherigen protokollarischen Untersuchung entlassen werden können, und es soll ihnen das Recht des Rekurses an die Direktion gegen die Entlassung zustehen. Arbeiter, welche zur aushilfsweisen Verwendung in eine andere Dienstkategorie versetzt werden, sind, sofern in der neuen Verwendungskategorie nicht bessere Bedingungen bestehen, während der ganzen Dauer dieser Verwendung sowohl in Bezug auf die Normalarbeitszeit alö auch auf die Entlohnung nach ihren bisherigen Bedingungen zu behandeln. Im Falle eines llebertrittes zu einem anderen Dienstzweige ist derselbe ungehindert zu gestatten. Die Verrechnung und Auszahlung der Löhne hat vierzehntägig während der Arbeitszeit, die zweite Zahlung aber immer vor dem Ersten eines jeden Monats zu ersolgen. Ist die Auszahlung nach der Arbeitszeit, ist dafür lleberzeit zu verrechnen. Innerhalb einer jeden Auszahlungsperiode ist den Arbeitern eine Akontozahlung zu gewähren. Wo gegenwärtig eine wöchentliche Lohnauszahlung besteht, hat dieselbe aufrecht zu bleiben. Bei Verwendung außerhalb der Domizilstation ist den Arbeitern, wenn sie die Mittagspause nicht in der Domizilstation zubringen, ein SOprozentiger, und wenn damit eine Uebemachtung verbunden ist, außer der Uebernachtungsgebühr ein lOOprozentiger Lohnzuschlag zu bezahlen. Die Arbeiter im Ablöse (Turnus-)dienst, welche im Dienst- und Ruhezeitverhälinis von 1:15 stehen (— 12 :12, 12:24) und keinen freien Tag im Monat haben, sollen einen 36stündigen bezahlten freien Tag im Monat erhalten, die mit schlechterem Dienst- und Ruhezeitverhältnis sollen zwei Rüstündigc bezahlte freie Tage jeden Monat erhalten und soll einer davon auf einen Sonntag fallen Die beim Verschubdienst und bei der Desinfektion der Wagen fowie die beim Wagenreinigungsdienst sollen zu ihrem Lohn eine Zulage erhalten. Alle in den Verkehrs- beziehungsweise Stationsdienst neuausgenommenen Arbeiter sollten zuerst in den Wagen-reinigungs- oder Desinfektionsdienst und von diesen erst den anderen Kategorien in der Reihenfolge des Dienstalters zugeteilt werden. Einbeziehung der Gepäcksträger in den Stand der ständigen Arbeiter und Gleichstellung dieser Kategorie mit den übrigen Arbeitern in allen auf die Arbeiter bezughabenden Normen. Fortdauer des zuletzt bezogenen Lohnes bei aushilfsweiser Verwendung im Fahrdienst, falls derselbe höher ist als der für den Fahrdienst festgesetzte, bis zur Definitivernennung. Gleichstellung der im Fahrdienst verwendeten Arbeiter mit dem definitiven Personal hinsichtlich aller Nebenbezütze. Die Besetzung der Diener- beziehungsweise Unter« beamienpoften soll aus dem Stand der ständigen Stations-und Magazinsarbeiter nach der Eignung und der Reihenfolge des Dienstalters erfolgen. Die Arbeiter sollen in ihrem Bestreben, Prüfungen ab-zulegen, nicht gehindert werden, vielmehr soll ihnen hierzu jede wie immer geeignete Möglichkeit eröffnet sein. Sljstemisterung aller Nachtwächterposten. Für die Zertififatiftcu sollen keine Ausnahmen gelten, als daß sie bei der Aufnahme zur Bahn alS Arbeiter vor den anderen den Vorzug haben. In allen sonstigen Beziehungen sollen sie dieselben Bedingungen zum Vorwärtskommen zu erfüllen haben, wie olle anderen Arbeiter. Alle jene Posten, welche nicht ausgesprochene Arbeiterposten, das heißt der Art der Dienstleistung nach zu den definitiven gehören, und länger als ein Jahr, das ist dauernd bestehen, sollen als definitive normiert werden. Zu außergewöhnlichen Dienstleistungen, wie Inspektion halten, zeitweise Bewachung u. s. w., sollen nicht immer dieselben, sondern alle Arbeiter, der Reihenfolge nach hcrange zogen werden. In jenen Stationen, in welchen der Akkord noch besteht, ist der gegenwärtige Gesamtverdiettst der Arbeiter ungekürzt in definitiven Lohn umzuwandeln und der Akkord aufzulasien. Bis zur Auslassung des Akkords soll derselbe in allen Stationen und so reguliert werden, daß der garantierte Akkordverdienst, welcher mit 50 Prozent des Lohnes festzusetzen ist, erreicht, beziehungsweise überschritten werden tarnt. Wo noch Subakkord besteht, ist dieser sofort abzuschasfen. Zu Arbeiten, für welche keine Akkordsätze bestehen, sollen Akkordarbeiter nicht herangezogen werden. Wo dies geschieht, soll eine der Akkordentlohnung entsprechende Entlohnung für diese Arbeiten eintreten. Zu anderen als den Zwecken der Bahnanstalt dienenden Arbeiten sollen die Arbeiter nicht verpflichtet sein. Ausfolgnng von Dienstkleidern und zwar: 1 blaue Tuchmontur. 1 Dienstrappe, 1 Leinenanzug mit einjähriger, 1 Loden» rock mit dreijähriger und 1 Pelz mit vierjähriger Tragdauer. Arbeiter, welche ein Jahr im Dienst gestanden sind und zu was immer für einer Militärdienstleistung cinberufen werden, find nach ihrer Rückkehr sofort wieder in den Dienst einzustellen, und zwar zumindest in lene Kategorie und zu jenen Bedingungen, in welcher, beziehungsweise zu welchen sie vor dem Einrücken gestanden sind. Arbeiter, welche ein Jahr im Dienst gestanden sind und zur Ableistung einer Waffenübtmg einrücken, sollen während der Dauer derselben den vollen Lohn weiterbeziehe», wenn sie sich verpflichten, unmittelbar nach ihrer Rückkunft den Dienst wieder aufzunehmen. Den Magazins- und Stationsarbeitern sollen alljährlich Erholungsurlaube im selben Ausmaß, wie sie dem desi«-uitiUen Personal nach § 59 der Dienstordnung zustehen, gewährt werden. Die Arbeitsordnung sowie alle anderen Bestimmungen mit Ausnahme jener, welche sich naturgemäß nur auf Männer beziehen können, haben auch auf die weiblichen Arbeiter Anwendung zu finden. Die Verwendung von Frauen zur Nachtarbeit soll unter» agt sein. Der 1. Mai soll, soweit es in der Möglichkeit des Be* tricbes gelegen ist, freigegeben werben. Die Arbeitsordnung spll jedem Arbeiter und jeder Arbeiterin ausgefolgt werden und außerdem tu jeder Station, beziehungsweise jedem Magazin an einer für jeden Arbeiter jederzeit zugänglichen Stelle ersichtlich asfichiert werden. Aenderung des gegenwärtigen Auszahlungsmodus in der Weise, daß jeder Arbeiter sein Geld in einem geschlossenen Kuvert aus festem Papier erhält, auf welchem auf der Vorder-eite wie auf einem Lohnzettel der Gesamtvcrdicnst, die Abzüge und der zur Auszahlung gelangende Betrag genau angc» "ührt ist. Die Arbeiter der Stationen, der Magazine, beziehungsweise des Verkehr» sollen in jedem Direktionsbezirk, beziehungsweise jeder Privatbahn in Lohnkategorien, alle Stationen jeder Direktion, beziehungsweise jeder Privatbahn in Lohnrayone eingeteilt werden. . . «. Die Lohnvorrückungen sollen wie folgt festgesetzt werden:-Für männliche Arbeiter: viermal alle zwei Jahre, so* dann alle drei Jahre mit 20 H.; für weibliche Arbeiter: vier-, mal alle zwei Jahre, sodann alle drei Jahre mit 10 H. Die als Aushilfsarbeiter, beziehungsweise -Arbeiterin sugebrachte Zeit ist bei der Lohnvorriickung einzurechnen. Als Grundsatz zur Entlohnung der Arbeiterinnen und der Arbeiter mit Qualifikation gelte, daß die Arbeiterinnen einen höchstens um 10 Prozent niedrigeren, die qualifizierten Arbeiter (Arbeiter mit Prüfungen sowie Schreibet) einen um 25 Prozent höheren Lohn als der der gleichdienstalten Arbeiter erhalten. , , Rückt ein Arbeiter, wenn auch nur für vorübergehend« oder substitutionsweise auf einen höheren Posten vor, so hat er wahrend der Dauer dieser Vorrückung den höheren Loh« zu beziehen. . ..... Die LohnvorrückungSbeschränkungen bet einem gewissen Lebensalter oder durch die Anzahl der Vorrückungen soll auf* lehobcti werden; ferner auch der in allen Lohnerlässen cnU laltene Passus: „nach Maßgabe der vorhandenen Mittel". Die Arbeiter der Stationen (Magazine) und des 23er* kehres sind nach einer Dienstzeit von zwei Jahren zu stabilisieren. „ c S Erhöhung des Krankengeldes für aste Mitglieder auf, 60 Prozent. Gewährung der freien ärztlichen Behandlung und des Medikamentenbezuges für die Familienangehörigen im Ruhe» stand befindlicher Arbeiter. Gleichstellung der Unfallsrenten auf 00 Prozent. AuSfolgung der Statuten sowohl der Krankenkasse tote der berufsgenossenschaftlichen Unfallsversicherungsanstalt, alti auch des ProvisionssondS an jedes Mitglied in seiner Mutter* sprechendem Arbeiter, beziehungsweise jeder Arbeiterin soll nach einjähriger Dienstzeit der Beitritt zum ProvistonSfondü ungehmdert gewährt werden. _ t Die Einzahlung sowie die Berechnung der 'Provision soll nicht von 85, sondern von 100 Prozent deS Lohnes erfolgen. Die Minimalprovision soll von 300 auf 850 Str. erhöht werden. „ _ _ Die Zeit zur Erreichung der vollen Provision soll voit 35 auf 30 Jahre herabgesetzt werden. , . Jedem Arbeiter soll nach einer einjährigen Dienstzeit! eine Regiefahrlegitimation mit Photographie zumindest für die eigene Bahn, beziehungsweise die ganze Hauptstrecke mit den gewissen Nebenlinien, nach dreijähriger Dienstzeit im selben Ausmaß auch für die Familienangehörige* bis zur Erreichung der im Fahrbegünstigungsübereinkommen enthaltenen Fahrbegünstignngen, ausgefolgt werden. Den im Ruhestand befindlichen Arbeitern und den itu Unfallrentenbezug stehenden Arbeitern sollen dieselben ,;ahr-begünstiguugen gewährt werden wie icnen aus dem definitiven Personal. . , ... „ Jedem Arbeiter soll nach einjähriger Dienstzeit der Sc* zng von Freischeinen zum Einkauf von Lebensmitteln ge« währt werden. .. „ .. Den Arbeitern von den Linien der St. E. G. sollen die ihnen von der privaten Verwaltung gewährten Fahtbegünsti» gungen erhalten bleiben und es soll diesen weiters der Bezug von Freisabrscheinbeften mit Berechtigung zu vier Zährten im Monat — auch des Inhabers — gewahrt werden. An Stelle der ausgelassenen LokalarbetterauSschusie sollen von den Arbeitern gewählte Vertr-auens-mäuner in jeder Station anerkannt werden. Die Anzahl der Vertrauensmänner hätte sich nach der Zahl der ständig beschäftigten Arbeiter zu richten, und zwar so. daß auf je 30 bis 40 Arbeiter einer zu kommen hätte. In den Betriebs* leitungen mit geringer Arbeiterzahl sollen mindestens zwei Vertrauensmänner gewählt werden. t Sämtliche Arveiterausschußmitglieder werden beauftragt, eine Aenderung der Bestimmungen über die Arbeiter» ausschüsse zu beantragen, dahingehend, daß die Direktions-arbeiterauSschiisse sowohl als der Zentralarbeiterausschutz nicht getrennt nach Sektionen, sondern gemeinsam einzube» rufen ist, respektive daß die Sitzungen stets gemeinsam statt« zufinden haben. Ferner ist zu bestimmen, daß jeder Arbeiter-ausschuß mindestens zweimal in jedem Jahre zur Sitzung zusammentretcn muß und daß die Vertreter der Direktionen, beziehungsweise des Eisenbahnministeriums in jeder Sitzung zu erklären haben, ob und inwieweit die in der vorhergegan. gelten Sitzung gestellten Anträge durchgeführt sind oder werden. Schaffung von UnterkunftSräuiucu mit Einrichtungen zunt Wärmen mitgebrachter Speisen. Trocknen der Kleider und zum Steinigen von Schmutz. Zur Verhütung von Unglücksfällen sollen geeignete Sicherheitsvorkehnttigen eingeführt und Sicherheitsvorschriften erlassen werden. Die SichcrheitSvorfchriftcn sollen mt einer für die Arbeiter jederzeit zugänglichen Stelle und ersichtlich asfichiert werden. Außerdem sollen die-Partiesuhrer mit allen, betreffenden Instruktionen und sonstigen 'Vorschriften beteilt werden, damit sie die Arbeiter genau in denselben unterweise« können. Die Direktionen sollen alle jene die Arbeiter betreffenden Angelegenheiten, welche in den Statuten und der Arbeitsordnung nicht enthalten sind, wie die Einteilung der Arbeiter in Lohnkategorien, deren Grundlohnsätze, die Orte der Lohn» nchone, die Lohnvorrückungen aller Ärbeiterkategorien, ferner die sonstigen Lohnbestimmungen sowie alle den Arbeitern zustehenden Beneftzien vollständig genau und ausführlich in einem eigenen Amtsblatt in jeder Direktion gejammelt her« 1 avHkbeq., " r'' - - * N> . 9 „Dev Elfc»l»aljner." Seile o ■* Die Amtsblätter sollen den Arbeitern immer ausführlich bekanntgeaeben werden und zudem cm einer für die Arbeiter jederzeit zugänglichen Stelle zur Einsichtnahme aufliegen. Zur besseren Verbreitung des Inhalts der Amtsblätter unter den Arbeitern sollen den Arbeiterausschutzmitgliedern die Amtsblätter ausgefolgt werden. Straffolgen sollen ein Jahr nach dem Erhalten der Strafe erlöschen. Bei Errichtung von P e r s o n a l h ä u s e r n mögen bei der Vergebung der Wohnungen auch die Arbeiter berücksichtigt werden, sofern es sich um Wohnungen handelt, die von Arbeitern bezahlt werden können. Ferner mögen in Stationen mit Wohnungsmangel Arbeiterhäuser gebaut werden. Aenderung der Instruktion VIII über den Bezug von B r e n n st o s s dahingehend, daß jeder Arbeiter nach einjähriger Dienstzeit sowie die provisionierten Arbeiter zum Bezug von Brennstofs berechtigt sind. Die Konferenz beschloß ferner einstimmig nachstehende Resolution. Die erste Neichskonferenz der Stations- und MagazinS-arbeiter aller Bahnen Oesterreichs spricht sich mit aller Entschiedenheit gegen Praktiken ans, wie solche beispielsweise im Lemberger Magazin geübt werden, wo die im Magazin beschäftigten Arbeiter nicht als Magazins- oder Stationsarbeiter eingereiht sind, sondern von der Bahnerhaltung mit einem viel niedrigeren Lohn, als dein für Magazins- und Stationsarbeiter vorgeschriebenen, als Oberbanarbeiter geführt und an das Magazin verborgt werden. Diese Arbeiter stehen jahrelang im Stations- oder Magazinsdienst, erhalten aber nie den für diese Kategorie festgesetzten Lohn. Die Reichs-konserenz fordert entschiedenst, das; jeder im Stations- oder Magazinsdienst stehende Arbeiter als Stations- oder Magazinsarbeiter geführt wird und den für diese Kategorie fest» gesetzten Lohn erhält." Bei der Erledigung des vierten Punktes der Tagesordnung: „Organisation u n d T a k t i k" erläuterte Genosse S o in i t s ch die Erfordernisse einer richtigen Vertretung der Bediensteten, die Notwendigkeit des Ausbaues des Vertrauensiuänuersystems und die Or-ganisationsverhältnisse'bci deil Stations- und Magazins-arbeitern. Geuosse Reichsratsabgeordneter T o m s ch i f, der bei Erledigung dieses Punktes das Wort ergriff, führte nachstehendes aus: Es werde vielfach gegen die Organisation der Vorwurf erhoben, das; sie zwar für das anaestcllte Personal Verbesserungen durchsetzte, datz sic aber für die Kategorien der Arbeiter nichts getan habe, obwohl die Sache wesentlich anders steht. Als seinerzeit im Parlament der Antrag aus Bewilligung von 20 Millionen Kronen zur Verbesserung der Bezüge des gesamten Staatsbahnpersonals gestellt wurde, wurden hiervon t> Millionen Kronen für die Arbeiter verlangt, mit welchem Betrag bei der Festsetzung entsprechender Grundlöhne und Lohnvorrücknngen das Auslangen gesunden worden wäre. Die bürgerliche Parlamentsmajorität hat durch Ablehnung unseres Antrages.von- diesem Betrag 3 Millionen Kronen abgestrichen und daraus erklärt sich die ungenügende Regelung der Grund» löhne und Lohnvorrückung. Da tatsächlich bei den letzten Verbesserungen die Unterbeamten am besten abschnitten, müsse uic_ Organisation in der nächsten Zeit den größten Nachdruck auf Durchsetzung der Forderungen der Arbeiter und Diener legen. Es werden im Budgetauöschuh neuerlich 3 Millionen Kronen zur Verbesserung der Bezüge der Arbeiter verlangt {*• ~.ctl Deputationen wirb im Eisen bahn Ministerium erklärt, ßafe kein Geld zur Erfüllung der Forderungen der Bediensteten vorhanden sei und die Staatsverwaltung versagt nicht nur den Eisenbahnern ihre Mittel, sic hat überhaupt kein Geld sür sozialpolitische Maßnahmen, nicht einmal für Krankenhäuser und Kliniken :c. Dieser Haltung steht auf der anderen Seite die Teuerung gegenüber, so das; sich die Dinge uniner mehr zuspitzen. Wenn Verbesserungen der Bezüge immer von der Verteuerung der Lebensmittel und Wohnungen aufgebraucht werden, wird sich der Kampf der Eisenbahner vornehmlich auch gegen die Teuerung und die daran Schu'.d-tragenden richten müssen. In einem Kampf gegen Teuerung dürfte die Sympathie der gesamten städtischen und arbeitenden Bevölkerung aus Seite der Eisenbahner sein. Die gegenwärtigen Verhältnisse aber sind unhaltbar geworden und müssen beseitigt werden. (Lebhafter Beifall.) Es wurden sodann nachstehende Resolutionen von der Konferenz einstimmig gefotzt: Resolution. Die am 5. und 6. März 1911 in Wien abgehaltene Erste Neichskonferenz der Stations- und Magazinsarbeiter, an der Vertreter der Stations- und Magazinsarbeiter aus allen Teilen des Reiches teilnähme», erklärt einstimmig daß der Zusammenschlutz der Stations- und Magazinsarbeiter im ^allgemeinen Rechtsschutz- und G e w e r k s ch a f t S-berein für Oesterreich das allein geeignete Mittel ist, me für die Stations- und Magazinsarbeiter ausgestellten Forderungen in absehbarer Zeit zur Durchführung zu bringen. ’ jjjj® wird daher im eigensten Interesse jedem Stations- und Magazinsarbeiter dringendst empfohlen, durch Beitritt zum Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschastsoerein an den -Bestrebungen um Verbesserung seiner Existenzbedingungen wltzuwirken und nicht durch Gleichgültigkeit und Fernbleiben von der Organisation seinen eigenen Kollegen den Existenzkampf zu erschweren. Ferner hält cs die Erste Reichskonferenz der Stations-m * Magazinsarbeiter zur Wahrung und Vertretung der hechte der Stations- und Magazinsarbeiter für dringend erforderlich, ein Vertrauensmünnershstem einzuführe», respek-^ve ausznbauen, um unter dieser Kategorie die notwendige SUHlung herzustellen, damit die notwendigen Aktionen vorbereitet und durchgeführt werden können, damit in die entlegensten Stationen das Verständnis für die Existenzfragen »e.r Stations- und Magazinsarbeiter und für die'Notwendigst der Organisation derselben getragen wirb. Ferner folgende Resolution. c Die am 5. und 6. März 1911 tagende Reichskonferenz "er Stations- und Magazinsarbeiter protestiert auf das ent-lchicbenftc gegen die bisherige Behandlung der Arbeiterans-Musse und der von diesen gestellten Anträge und erklärt, diese Behandlung als M i tz a ch t u n g d e r A r b e i t e r aufzufassen. «7« Konferenz fordert, das; den Arbeiterausfchüfsen jene Be-, uu0 zuteil werde, die ihnen als Vertretungen der Ar->, er zukommt und fordert ferner, das; deren Anträge nicht »»Ä^rhand mit der Erklärung: „Gehört vor dem Arbeiter-lo^ schutz" abgewiesen, sondern behandelt werden, lieber cn Sn Antrag sollten die nötigen Erklärungen seitens der ahnvertretungen erfolgen. . ltttX z«i int« Die Konferenzteilnehmer verwahren sich ferner gegen jede Beeinträchtigung des Koalitionsrechtes und fordern alle Stations- und Magazinsarbeiter auf, sich bereit zu halten, um für den Fall, als die gegenwärtigen Rechte angetastet werden sollten, jedes gesetzlich zulässige Mittel zur Abwehr zu ergreifen, um die ohnehin kärglichen Rechte mit aller Energie zu verteidigen. Da damit die Tagesordnung erschöpft war, schloß der Vorsitzende die Konferenz, deren Arbeit gewiß fruchtbringend wirken wird und die den Stations- und Maga-zinsmbeitern aller Bahnen und aller Stationen Oesterreichs die Mittel und Wege wies, mitzuwirken im eigenen Interesse an dem Kampfe der österreichischen Eisenbahner, um die Verbesserung ihrer Existenz. Konferenz der Portiere deröndbahn. Die Zentrale unserer Organisation berief für Samstag den 18. Februar 1911 nach Marburg eine Konferenz der Portiere der Südbahn mit folgender Tagesordnung ein: 1. Bericht der Personalkoinnnssionsmit-glieder und Stellungnahme zu den Forderungen der Portiere. 2. Eventuelles. Der Grund zur Einberufung der Konferenz war der, daß die Südbahnverwaltung trotz der zahlreichen Aktionen, die bezüglich der Forderungen der Portiere unternommen wurden, bisher die dringendsten und berechtigten Forderungen der Portiere unberücksichtigt ließ und in letzter Zeit Gerüchte auftauchten, wonach die Südbahn eine Verschlechterung der Lage der Portiere durch die Wegnahme der Garderobe planen soll. Die Konferenz fand in Brosch' Gasthaus in Marburg statt. Erschienen waren 24 Delegierte aus 17 Ortsgruppen, beziehungsweise Stationen. Anwesend waren ferne. Pcrfonalkonimissionsmitglied Genosse Osmetz aus Bozeu, Genosse Weigl und Genosse Adolf M ü l° I e r von der Zentrale, Genosse ® o p ci e vom Sekretariat in Triest und Genosse Topf vom Arbeitersekretariat in Marburg. Zu Vorsitzenden wurden gewählt die Genossen Mlaker (Cilli) und Mößner (Villach) und zum Schriftführer Genosse Z o r z i (Bozen). Genosse O s m e tz erstattete einen ausführlichen Bericht über seine Tätigkeit in der Personalkommission bezüglich der Forderungen der Portiere. Er besprach die zahlreichen Aktionen, welche die Personalkommission und die Organisation bisher unternommen haben. Es seien seit 16 Jahren eine Reihe von Verbesserungen erreicht worden, die heute natürlich durch die furchtbare Teuerung und die dadurch bedingte Verschlechterung der Lebens-haltung der Portiere nicht mehr in Betracht kommen. Dazu kommt der Umstand, daß die Südbahnverwaltung gerade in letzter Zeit die berechtigten Forderungen der Portiere, wie dieselben bei der im Jahre 1909 stattgefundenen Neichskonferenz beschlossen wurden, nicht erfüllt hat. Freilich hat dies seine Ursache darin, daß auch die Kollegen aus den Staatsbahnen diese verlangten Verbesserungen nicht erhalten haben. Der Redner bespricht nun in längeren Ausführungen die auf der Reichskonfe-renz beschlossenen Forderungen. Es sind dies hauptsächlich folgende: Ernennung der Portiere nach zwei in der Gehaltsstufe von 1100 Kr. zugebrachten Dienstjahren zum Unterbeamten und Einreihung in das Unterbeamten, schema. Anrechnung der 1 ^.fachen Dienstzeit. Abschaffung des 24/24stiinbiflcn Diensrturuusses. Bei permanentem Nachtdienst Einführung des 12/24stündigen, in den anderen Stationen des 16/24stündigen Dienstturuusses. Nichtherauziehung der Portiere zn anderen Dienstleistungen. Nachtdienstzulage und die sonstigen, die Regelung der Urlaube, der Monturbezüge, Quartiergelder, Schreib* pauschale 2-. betreffenden Fragen. Genosse O s m e tz verwies darauf, wie sich der Eisenbahnminister der betreffenden Porticrdepntation gegenüber fast allen diesen Anträgen ablehnend verhalten habe. Dies sei aber nicht nur bei den Forderungen der Portiere, sondern auch bei den Forderungen der übrigen Kategorien der Fall. Das Personal wird immer mit dem Hinweise darauf abgefertigt, daß zur Erfüllung der Forderungen kein Geld vorhanden sei, wenn wir auch davon überzeugt sind, daß für andere Zwecke Millionen unnütz verpulvert werden. Da hat nun die Südbahn leichtes Spiel, und verweist uns, wenn wir die Forderungen vertreten, immer darauf, daß dies und jenes bei den Staatsbahnen ebenfalls nicht besteht und die Südbahn daher keinen Anlaß habe, ihrem Personal mehr zu geben als oie Staatsbahnverwaltung. Wir sind als') in einer schwierigen Lage, und wird uns nichts anderes übrig bleiben, als uns eine entsprechende Organisation zu schaffen, das heißt die Organisation unter den Portieren so auszubauen, damit wir die Kollegen auf den Staatsbahnen entsprechend unterstützen können. Zu allen diesen Fragen bleibt uns nichts anderes übrig, als wieder einmal im gegebenen Moment mit der Gesamt-organisation einen energischen Vorstoß zu unternehmen. Da müssen aber aucb die Portiere der Südbahn durch Zugehörigkeit und Mitarbeit in der Organisation ihren Teil dazu beitragen. ^ Nun haben wir Südbahner auch eine spezielle Angelegenheit, und das ist die Regelung der Garderobefrage. Mit dieser Frage hängt auch die Art der Behandlung zusammen, die den Portieren seitens einiger Organe der Südbahnverwaitung zuteil wird. Darüber find sich die Portiere der Südbahn einig, daß sic sich diese Behandlung nicht mehr länger gefallen lassen. Hier muß also energisch Wandel geschaffen werden und dieser Ausgabe muß sich die heutige Konferenz unterziehen. lieber den Bericht des Genossen Osmetz wurde hierauf die Debatte eröffnet. Mehrere Delegierte gaben vorerst ihrer Meinung dahin Ausdruck, daß die Zentrale der Organisation schuld daran sei, daß die Forderungen der Portiere bisher nicht alle erfüllt wurden. Die Zentrale habe die Forderungen 1907 und auch in den späteren Jahren zu wenig energisch vertreten. Dies gehe aus privaten Aeußerungen des Genossen Weigl hervor, da er erklärt babe, daß die Südbahn mit Rücksicht auf ihre finanzielle Lage die Forderungen nicht bewilligen könne. Genosse Weigl protestierte energisch gegen die Vorwürfe und verlangte dafür Beweise. Die Antwort des betreffenden Delegierten brachte Klarheit. Genosse Weiglhat in Versammlungen und auch im persönlichen Verkehr mit Portieren wiederholt den Standpunkt der .Wdbo.hmre,rwqltung dargelegt« die auf d.ic -iv.ersM In- terventionen und Aktionen der Zentrale immer wieder erklärte, mit Rücksicht auf ihre finanzielle Lage die Forderungen nicht bewilligen zu können. Diese Meinung der Südbahnverwaltung werde nun als die persönliche Art* sicht des Genossen M e i g I ausgelegt, und so entstehen dann die Verdächtigungen der Zentrale. Genosse Weigl widerlegte ferner an der Hand von Beweisen die gründe lose Behauptung, daß die Zentrale die Forderungen der Portiere nicht vertreten habe. Die Schuld müsse wohl der Südbahnverwaltnng beigemessen werden, die einfach erklärt, was die Staatsbahn nicht macht, mache auch ich nicht. Mitschuldig an einer Reihe von Uebelstanden seien aber auch die Portiere selbst, weil sie sich infolge des Mangels der Zugehörigkeit zur Organisation so manches ruhig gefallen lassen, wogegen sich Bedienstete, die eine gut' Organisation hinter sich haben, entsprechend wehren. An der Arbeit der Zentrale hat es nie gefehlt, wohl aber an der Organisation unter den Portieren. Bezüglich der Regelung der Garderobe entfaltete sich eine lebhafte Diskussion, an der sich die meisten Delegierten beteiligten. Die Debatte war nach den aufklären-den Ausführungen des Genossen Weigl in sachliche Bahnen gelenkt worden. Es wurden in der Garderobefrage eine Reihe von Vorschlägen und Anträgen erstattet. Nach einer mehrstündigen gründlichen Beratung dieser Angelegenheit gelangte folgender Antrag znr einstimmigen Annahme: . , .. „Die schmachvolle Behandlung, die den Portieren seit längerer Zeit zufolge der Führung der Garderobe zuteil wird, zwingt dieselben, die Abschaffung der Garderobe zu verlangen. An Stelle der Garderobe ist den Portieren ein fixes Pauschale zu gewähren, welches monatlich mindestens 40 Kr. zu betragen hat. In jenen Stationen, wo der Verdienst der Portiere ans der Garderobe bisher höher war. ist der genannte Pauschalbetrag entsprechend zu erhöhen." Bezüglich der übrigen Forderungen der Portiere wurde folgender Antrag einstimmig angenommen: „Die Konferenz hält die von der Neichskonferenz be-, fchlossenen Forderungen voll aufrecht. Sic ersucht die Zentral» lcitnng der Organisation mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln zu trachten, dah die dringenden Forderungen in der allerkürzesten Zeit durchgesetzt werden. Die versammelten Delegierten verpflichten sich, ihre ganze Kraft dem Ausbau der Organisation zn widmen, um damit der Gesaintorganisation die notwendige Unterstützung zum Durchsetzen der Forderungen zu verleihen." Weite: wurde beschlossen, daß bezüglich der Garderobefrage eilte dreigliedrige Deputation beim Genera^ direkter der Südbahn vorzusprechcn und den Beschluß der Konferenz entsprechend zu vertreten hat. Als Deputa-tionsmitgliede'-' wurden gewählt: Osmetz (Bozeu), Maru (Cilli) und Waschencggcr (Wien). Die Zentrale wird die nötigen Vorarbeiten bezüglich der Deputation besorgen. Nach Erledigung diverser Beschwerden sand die Konferenz abends ihr Ende. Ser ®latemlismus im GewniMst»-leben. „(Sin schweigender Stockfisch, in Butter gesotten, Behagt den radikalen Rotten Mehr als ein Mirabcan Und alle Redner seit Cicero." H. Heine. Vor ein paar Wochen lasen wir in einem sonst durchaus vornehmen und anständigen Bourgeoisieblatt, der „Frankfurter Zeituug", eine gegen den Geist der modernen Gewerkschaftsbewegung gerichtete Kritik. Die moderne Gewerkvereinsbewegnng, so lauteten die Vorwürfe dem Inhalt nach, konzentriere das Denken der Arbeiterschaft allzusehr auf die rein materiellen Ziele, statt, wie cs das allgemeine Kulturideal erfordere, auch auf die höheren menschlichen Bildnngswerte die entsprechende Rücksicht zu nehmen. So sehr sonst auch der ökonomische Fortschritt und der allgemeine Kulturgrad eines Landes mit dem Lohneinkommen der Arbeiterschaft zusammenhängt, so darf doch auch nicht vergessen werden, daß die menschliche Jnnenkultur nicht allein von höheren Löhnen und kürzerer Arbeitszeit abhängt. Aehnliche Vorwürfe hat man, wenn auch nicht in derselben Form, so doch sicherlich ihrem Inhalt nach schon öfters gegen die moderne Arbeiterbewegung vernommen. Die allseitig starke Betonung der materiellen Interessen habe — so sagt man — unter der Arbeiterschaft den Sinn für höhere Kultur- und Schönheitswerte vernachlässigt, was schließlich zu einer allgemeinen geistigen Verödung führen müsse. Zunächst fällt einem bei solchen Argumentationen freilich nur das Heinesche Zitat ein, daS im gewissen Sinne eine ironische Abfertigung der an den wirtschaftlichen Tatsachen des Lebens blind vorübergehenden Ideologie enthält. In den bürgerlichen Lagern lebt eben immer noch, um mit Heine zu reden, die Vorstellung vom „sinnlichen Nattenhaufen", der mir „fressen und saufen" wolle und foust nicht weiß, „daß unsere Seele unsterblich ist". Und in der Tat steckt, wie es einmal im Wesen der Ironie liegt, auch darin ein Körnchen Wahrheit. Aber freilich nur infoweit, als damit gerade die soziale Ordnung von heute, am allerwenigsten aber die GegeMvartsfordernngen der Arbeiter getroffen erscheinen können. Man gehe doch einmal den Dingen tiefer auf den Grund, als dieL der gute bürgerliche und zumeist recht satte Aesthetiker tut. Die Kultur, unter der heute die Masse der Arbeiterschaft lebt, ist nicht die Kultur der Allgemeinheit und ist kein Gradmesser für die Höhe derselben. Das Leben unseres Turchschnittsarbeiters verläuft trostlos und einförmig wie ein bleierner Regentag. An den Beruf geschmiedet, fehlt ihm vor allem das innere erhebende Gefühl der Freiheit und Selbständigkeit und die tägliche Sorge um die Nächstliegende» materiellen Dinge läßt feinen Raum in der Gedankenwelt für höhere geistige Bedürfnisse uud künstlerische Schönheitsbegriffe. Was aus der Enge der Werkstatt und dem surrenden Gebraufe des Maschiueusaales der Fabrik geboren werden! kann, ist in der Tat nicht das geläuterte feinsinnige Kulturideal des „Uebermenschen". Und die Wohnungen^ der Arbeiterschaft, die sich in trostlosen, öden, zwingburg-^ ähnWen^Zinskase.ryen^ unserer Städte befinden, reichen; Seile o Dtr. n gleichfalls nicht im entferntesten an ein Kulturideal heran, auch öamt nicht, toeim man ganz davon absieht, daß in engen, unwirtlichen Räumen, Kopf an Kopf gedrängt, zumeist Zustände herrschen, die jedes Aufkommen höherer Kulturbedürfnisse einfach ausschließen. Ueberall idort, wo die Arbeiterschaft sich nicht durch ihre eigene Kraft aus der Niedrigkeit jener kulturwidrigen Verhält-irisse emporrang, die der Kapitalismus geschaffen hat, ist das Leben des einzelnen nichts weiter als das tägliche Bemühen, die grobsinnlichsten Bedürfnisse zu decken. Für inehr läßt der Kampf ums Dasein weder Zeit noch Raum. In diesen Zuständen wurzelt aber die moderne ge-töcrfichciftliche Bewegung. Der Druck aller dieser wirtschaftlichen Mißstände erzeugte jene Gegenwirkung, die -den Tendenzen der kapitalistischen Produktionsweise jene Hemmungen auferlegt, die das Hinabgleiten in ein immer tieferes absolutes Eleud verhindern. Im Zusammenschluß mit seinesgleichen findet der Arbeiter die Stütze und das Rückgrat für den ernsthaften Widerstand, iaber auch die moralische Kraft des Vertrauens in die eigene Sache, die ihn in seinem allmählichen Aufstieg mit dein festen Glauben an eine neue Zukunft erfüllt. Jeder Lohnkampf, der geführt wird und der auch nur den kleinsten materiellen Erfolg bringt, schließt auch in diesem Stinte ein Stück Zukunftskultnr uud ein Stück von den idealen Gütern der Menschheit in sich. Freilich spielt in den modernen gewerkschaftlichen Forderungen immer wieder nur das materielle Streben, das sich in dein Verlangen nach mehr Lohn und kürzerer Arbeitszeit erschöpft, die einzig hervorragende Rolle, lind es soll sogar nicht in Abrede gestellt werden, daß der Arbeiter in seiner Gewerkschaft vorerst an gar nichts anderes deitft als daran, wie er seine materielle Lage verbessern könnte. Er ist wirklich so derb „materialistisch" angelegt, daß er, insoweit der Arbeiter als Massentypus in Betracht kommt, vorerst nur an recht materielle Dinge denkt nnd daß ihm ein saftiger Braten lieber ist als ein Kunstwerk aus der klassischen Epoche Griechenlands. ! Aber liegt nicht darin, daß es so ist, eine schwere Anklage gegen die moderne Gesellschaft? Liegt nicht darin gerade der stärkste Beweis, wie die Klassenscheidnng der bürgerlichen Welt die unteren Schichten allen wirklichen Kulturgenüssen entfremdet hat? : Es ist wahr: wie der Wilde Afrikas die westeuropäische Kultur verständnislos bestaunt, weil ihn lange Zeiträume der kulturellen Entwicklung davon trennen, so ist heute die Masse der unteren Schichten innerhalb einer Kulturgemeiuschast nicht viel heimischer, wo der Unterschied in der Lebenshaltung einfach nnübersteigbare Grenzen errichtet hat. Und deshalb wird erst der Weg hinüberführen müssen, wo die bürgerliche Gesellschaft bisher alle Zugänge verrammelt hatte! Dieser Weg aber ist durch die moderne Gewerkschaftsbewegung beschritten worden. So nüchtern und Brocken und so wenig ideal die Gegenwartsziele, die im gewerkschaftlichen Hm und Auf die Objekte aller Kämpfe bilde«, für manchen auch erscheinen mögen, in Wahrheit schließen sie doch die llebergänge zu aller idealen Kultur in sich. Ist es heute längst schon allseitig eine anerkannte Tatsache, daß der gewerkschaftliche Widerstand die. Arbeiterschaft vor dem Hinabgleite,! in die Tiefen des Elends bewahrt und ihr Mancherlei bessere Eristenzbedin-gungen gebracht hat. so darf in konsequenter Folge doch nicht übersehen werden, daß es für die weiteren gewerkschaftlichen Ziele keinen eigentlichen Ruhepunkt gibt. Jedes höhere Niveau, das in der Lebenshaltung des Proletariats erobert wurde, wird neuen Drang nach weiteren Erfolgen anslösen, so das; die Entwicklung der Bedürfnisse zu einer Schraube ohne Ende wird. Diese »steigende Begehrlichkeit", auf die von den bürgerlichen Gegnern so oft mit Schrecke» hingewiesen und die als ein Beweis für den ungezügelten „Materialismus", der in der Gewerkschaftsbewegung lebendig ist, angesehen wird, ist aber doch nichts weiter als eine Bestätigung der alten Regel, daß alle Kultur durch den Magen geht. Zuerst eben kommen der Menschheit die leidlichen Sorgen und Bedürfnisse und daun erst erhebt sich der schlummernde Drang nach den idealen Schönheiten, die uns Kunst und Wissenschaft im edlen Wetteifer zu bieten haben, Und daß dieses Lebeudigwerdeu der Knlturbedürs-irisse gerade in _dcr organisierten Arbeiterschaft heute schon mit aller Stärke sich bemerkbar macht, weiß wohl der am besten, der den Lerneifer in unseren Unterrichts-kursen, das Lesebedürfnis in unseren Bibliotheken, wie da3 vielfache künstlerische Verständnis für die dramatischen Darbietungen beobachtet. Wer heute darüber redet, daß die gewerkschaftliche Bewegung der Arbeiter lediglich vom „Materialismus" durchsetzt ist, verkennt mit einem Worte die inneren Triebkräfte aller Kultur. Kultur ist Lebensgenuß, der alle Quellen öffnet, woraus die Menschheit zu schöpfen hat. Und wo immer eine unterdrückte, von den Genüssen des Daseins ausgeschlossene Klasse sich mit Macht an diese Quellen drängt, dort führen die Wege aufwärts zu neuen Höhen des reinen Sonnenlichts. Und die Politik der Gewerkschaften, fo real sie auch ist, .ist Nicht bloß ein Feilschen um Heller und Minuten, daö zwischen Arbeiter und Unternehmer stattfindet: es ist ein langsames, mühseliges, aber sicheres Aussteigen der Arbeiterklasse, bei dem jede Gegenwartssordernng nicht bloß Selbstzweck ■ ist, sondern immer nur eine Phase ans dein Wege zur endlichen Befreiung und zu einer neuen, die Klassengegensätzen ansschließenden Kultur! Sie Stabilisierung der WeMtten-arbeiter bei den k. f. Staatsdakmen. Wir bringen im nachstehenden den Erlaß der ehemaligen Generaldirektion der k. k. Staatsbahnen, nach dessen Grundsätzen die Stabilisierung der Werkstättenarbeiter, die Umwandlung des Akkordverdienstes in definitiven Lohn imö die Festsetzung der Löhne der Neuein-tretendcn zu erfolgen hatte. Eine nähere Besprechung der Entwicklung von diesem klaren Erlasse bis zu dem heutigen Wirrwarr, dieser totalen Verhunzung aller Grundsätze dieses Erlasses, müssen wir uns diesmal des Raumes wegen, den der Erlaß selbst einnimmt, versagen und titüt spätere Nummern Vorbehalten^ K. k. Generaldirektion der österreichischeu Staatsbahnen. Kundmachung, betreffend die Einreihung gewisser Arbei-terkategorien in das statusmäßige Personal der k. .k. österreichischen Staatsbahnen. Die mit dem Zirkular vorn 18. Dezember 1894, Nr. 181 (V. u. A. Bl. Nr. 53 ex 1804) seitens der k. k. Staatseisenbahnverwaltung verlautbarte Einbeziehung gewisser Arbeiterkategorien in das statusmäßig eingereihte Personal der k. k. österreichischen Staatsbahnen wird in folgender Weise zur Durchführung gelangen: I. Umfang der Stabilisierung. Mit 1. Juli 1895 kommen zur Einreihung: 1- Im Zugsörderungs- und Werkstattendienste: a) vou den Prvsessionisteu in einer Werkstätte ober in einem Heizhause, dann von den Arbeitern bei einer Hilfsmaschine, von den Kessel-, Kupferschmiede- uitb Schiniede-helfcrn 70 Prozent des Standes vom Dezember 1894, außerdem weitere 10 Prozent mit 1. Jänner 1890 als Werkmänner, beziehungsweise Oberwerkmänner: dann b) von den Putzern in den Heizhäusern, welche auch als Heizer verwendet werden, endlich vou den Vorarbeitern, beziehungsweise Partieführern der Taglöhner (Hausknechte) i« den Werkstätten, dann bei den Kohlenarbeitern in den Heizhäusern, endlich von den Lampisten und TransmissionS-schmiereru der ständige Bedarf (Minimalstand) als Werkgehilfen. 2. I in Verkehrs- und kommerziellen Dien st c: Die für den ständigen (Minimal-) Bedarf der einzelnen Stationen erforderliche Anzahl der Vorarbeiter (Partie-sichrer) in den Gütermagazinen als Magazinsdiener, der Ladescheinschreiber als solche, der Verschieber oder Partieführer einer Verschubpartie als Verschieber beziehungsweise Oberverschieber, der Partieführer der Wagenputzer, dann jene Wagenpntzer, welche die zur Verschling des Dienstes erforderliche Profession ausüben, als Wagenputzer, der Sam-Pisten (Spengler) als Lampisten, endlich in kleinen Stationen jene Stationsarbeiter, welche die i» größeren Stationen den Magazins- beziehungsweise Stationsdienern obliegende Verrichtung versehen, als Stationsdiener. «). I m Materialdepotdienste: Vou den Vorarbeiter» (Partieführern) und Professio-nisten, dann von den warenkundigeu, geschulte» Arbeitern 80 Prozent des Standes der einzelnen Materialmagaziue als Magazinsdiener. 4. Iin Bühnerhaltungsdienste: Von den Bahnrichtern (Vorarbeitern, Visierern, Partie» führern) jeder Bahnmcistcrstrcckc einer als Bahnrichter. II. Allgemeine Voraussetzungen der Stabilisierung. Im Hinblick aus die Bestimmungen des § 7 der Dienstordnung für das der k. k. Generaldirektion der österreichischen Staatsbahnen unterstehende Personal muß der zu Stabilisierende: a) die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen; bj ein ehrenhaftes Vorleben aufweisen; c) ununterbrochen mindestens zwei Jahre (außer allfälliger Lehrliugszeit) bereits im Dienste der k. 1 österreichischen Staatsbahnen oder einer verstaatlichten Bahn stehen und während dieser Zeit Fleiß, Geschicklichkeit uud anständiges Betragen bewiesen haben; d) die Militärpräsenzdienstpflicht bereits absolviert haben oder von derselben befreit sein; e) dermalen bereits eine Entlohnung in solcher Höhe ins Verdienen bringen, welche zumindcstens den niedrigsten, für den betreffenden Posten normierten ständigen Bezügen annäherungsweise gleichkomm!. Arbeiter, welche aus einem unter der Verwaltung der k. k. Generaldirektion stehenden Altersversorgungsinstitut (Pensions- beziehungsweise Provisiiousanstitut) einen Ruhegenuß beziehen, sind von der Stabilisierung ausgeschlossen. Arbeiter, deren Stabilisierung nur deshalb nicht erfolgt, weit sic nicht österreichische Staatsbürger sind, werden mit einem eigenen Verstäudiguugsschreiben aufgefordert werden, die österreichische Staatsbürgerschaft oder die Nachsicht hiervon ehestens zu erwerbe» und wird die f. k. General-dircktion bestrebt sein, die Genehmigung derartiger Ansuchen zu erwirken. Da nach § 8 (lit. a beziehungsweise d) der Dienstordnung Personen, welche strasgerichtlich eines Verbrechens oder eines aus Gewinnsucht begangenen oder die Sittlichkeit verletzenden Vergehens oder einer solchen Ilebertretung schuldig erkannt wurden, ferner diejenigen, welche wegen einer anderen Gesetzesübertretung zu einer sechsmonatigen oder längere» Freiheitsstrafe verurteilt wurde», endlich solche Personen, welche strafweise aus dem Eiscubahndienste entlassen wurden, von jeder Anstellung bei den k. k. österreichische» Staatsbahn eu ausgeschlossen sind, werden alle Arbeiter, deren Stabilisierung ei» derartiges Aufnahmshinderuis entgegensteht, hiermit aufgefordert, sobald sie die Verständigung erhalten, daß ihre Stabilisierung beabsichtigt ist, sofort freimütig ihrem Dienstvorstande oen Anstand zu melden, damit soweit als möglich dessen Behebung von Amts wegen erwirkt werde» könne. Sollte nachträglich hervorkoininen, daß ein Stabilisierter einen solchen Ausschließungsgrund verheimlichte, so müßte gegen einen solchen Bediensteten im Hinblick auf die Bestimmungen der §§ 8 uud 89 der Dienstordnung im Diszipli-uarwege vorgegangen werden. III. A r t der Einreihung. Wie bereits mit dem Zirkular vom 18. Dezember 1894, Nr. 181 (V. it. A. BI. Nr. 58) verlantbart wurde, darf durch die Einreihung kein Bediensteter verlieren; die letztere wird deshalb allenthalben unter Aufruuduug des effektive» Jähres-verdieiistes (Tag- oder Wochenlohii inklusive des etwaigen Akkordverdieustes) auf den nächsthöheren, sich aus Gehalt und Quartiergeld zusammensetzenden ständigen Bezug erfolgen. Die hiernach in Betracht kommende Entlohnung ist: a) bei den Arbeiter« im reine» Taglohn (mit Ausnahme jener im Bahnerhaltungsdienste) der nach dein Tag-loh» vom 1. Jänner 1895 berechnete Jahresverdienst; b) bei den Arbeitern der Dahnerhaltung der durchschnittliche Verdienst eines Jahres während der Zeit vom 1. Juli 1898 bis 1. Juli 1895; c) bei den Arbeitern, welche gegenwärtig im Akkord-Verdienste stehen, der gesamte Akkordverdienst des Jahres 1894. Die einzelnen Arbeiterkategorien für Ileberstunden an Werktage», dann für Soun- und Feiertagsarbeit separat gezahlte Entschädigung bleibt für den Einreihungsgehalt außer Betracht, nachdem solche Arbeit diesen Bediensteten auch iu Hinkunft separat entschädigt werde» wird. Nach diesen Grundsätzen werden in die Gehaltstuse von die O b c r iv e r k m ä n n e r I. Kategorie II. Kategorie 750 sl., beziehungsweise 650 fl. beziehungsweise 700 „ 600 , nebst dem 800 fl. 260 fl. . ’< . m Wien entsprechende» Quartiergeld eingereibt» 1 ' Die Werk Männer und W e r I g e h i k, e n. III. Kategorie IV. Kategorie V. Kategorie 650 sl., bezw. 450 sl., vezw. 350 sl., bezw. 500 „ 400 „ ' 300 „ nebst dem 200 fl. 400 fl. 300 fl. in Wien entsprechenden Quartiergeld. Die Magazinsdiener, die Ladescheinschreiber, Verschieber und Ober verschieber, Wagen Putzer, Lampisten, Stationsdiener und Bahnrichter. IV. Kategorie V. Kategorie 450 fl., beziehungsweise 350 sl., beziehungsweise 400 „ 300 „ nebst dem 150 fl. 120 fl. in Wien entsprechenden Quartiergeld. Insoweit die Einreihung innerhalb dieser Gehaltsstufen nicht möglich ist, erfolgt die Ausgleichung durch eine anrechenbare, auf Monatsgulden aufgerundete Zulage. Um jedoch auch in Bezirken mit abnorm niedrigem Tagloh» einen Uebergang zu dem Jahresgehalte von 300 sl. zu ermöglichen, kann in solche» Orte» die erste Einreihung auch in Monatslohnstufen von 21 fl. beziehungsweise 24 fl. nebst dem 100 fl. i» Wie» entsprechende» Quartiergeld erfolgen. Ist e.ttt zu stabilisierender Arbeiter kränklich, sein Arbeitsverdienst in de» letzten Jahren also Wege» wiederholter Erkrankungen geschmälert worden, so wird zu seinem für die Einreihung ermittelten Berdienstbetrage das bezogene Krankengeld gugeschlagen, dafür aber für die entfallenden Tage kein Lohn berechnet. Ist dagegen ein sonst rüstiger, gesunder Arbeiter int Vorjahre nur ausnahmsweise durch längere Zeit, das ist fortlaufend mindestens 14 Tage trank gewesen, nunmehr aber wicoer vollkommen diensttauglich, so wird feinem, für die Einreihung maßgebenden Verdienste nicht das Krankengeld, sonder» der während der Krankheitsdüner entgangene Verdienst zugeschlagen. Ebenso wird der durch Urlaube, zur Waffeuübuug oder aus dienstlichen Anlässe», dann ans Kontumazierungen entstandene Verdienstausfall dem Einzureihenden nach dessen sonstigem Durchschuittsverdienste gutgerechuet. Jeder für die Einreihung iit Aussicht genommene Arbeiter wird hiervon mittels einer Zuschrift verständigt, die ihn über die Art seiner Einreihung vollständig aufklärt. IV. Uniformicrungsgcbuhr der Stabilisierte«. die O b e r w e r k m a n it c r, Werkmänner und Wer k-g e h i l s e n Erhalten als Uniform: 1 Tuchbluse mit zweijähriger Tragzeit 1 Tuchbeinkleid (I) „ einjähriger 1 blaue Leinenhose „ 1 „ Leinenbluse „ „ „ 1 Kappe (I) „ , 1 grauen Lodenpaletot „ zweijähriger Bei der ersten Beteiluug ivird übrigens eine zweite Leinen-1 Bluse und zweite Leinenhose ausgefolgt. Die Magazinsdiener, die Ladescheinschreiber und S t a t i o n 3 d t c n c r mit zweijähriger Tragzeit „ einjähriger „ 1 Tuchbluse 1 Tuchbeinkleid (I) 1 Kappe (I) „ 1 grauen Lodenpaletot „ zweijähriger „ 1 Winterkappe „ dreijähriger »' Außerdem erhalten die Magazinsdiener einen Leibriemen, der nach Bedarf gegen Abgabe der . alten Stücke aus-getauscht wird. Die Oberverschieber und Verschieber 1 Tuchbluse mit zweijähriger Tragzeit 1 blaue Leiiseubluse „ „ „ 1 Tuchbeinkleid (I) „ einjähriger „ 1 Lodenrock „ dreijähriger 1 Kappe (I) „ einjähriger . 1 Pelzrock (II) „ vieriährigcr „ 1 Winterkappe (II) „ dreijähriger „ Bei der ersten Beteiluug wird überdies eine ztueitf Leinenbluse ausgcfolgt. Die Wagenputzer und Lampisten 1 Tuchbluse mit zweijähriger Tragzeit 1 blaue Leinenbluse „ einjähriger „ 1 Tuchbeinkleid (I) „ „ ,, 1 blaue Leinenhose „ „ » 1 Kappe (I) „ w 1 grauen Lodenrock „ dreijähriger „ I Pelzrock (II) vierjähriger „ Bei der ersten Betcilung wird überdies eine zweite Leinenbluse und zweite Leinenhose ausgefolgt. D i c B a h n r i ch t e r i 1 Tuchbluse mit zweijähriger Tragzeit 1 Tuchbeinkleid (1) „ einjähriger „ ) 1 Kappe (I) » „ > 1 grauen Lodenpaletot „ zweijähriger 1 Pelzrock (II) » vierjähriger 1 Wintcrkappe (I) „ dreijähriger Der Wert dieser Uniformstücke wird den einzureihen.' den Arbeitern bei Ermittlung des ihrem bisherigen Jahres* Verdienste entsprechenden ständigen Bezuges nicht angerechnet. V. Altersversorgung. Jeder in das ständige Personal eingereihte Arbeiter muß, insofern er nicht bereits früher schon Mitglied des Pro» visionsiustttuts war, diesem Institut als Mitglied beitreten und als solches während seiner aktiven Dienstzeit verbleiben. Sofern derart stabilisierte Bedienstete das Normalalter überschritten habe», erfolgt ihre Aufnahme in das Provisions-institut unter Nachsicht des im § Ö deS betreffenden Statuts vorgeschriebenen Eintrittsgeldes. Die nachträgliche Anrechnung einer vor der Einreibung, beziehungsweise vor dem Beitritt zum Provisiousiustitut im Tagiohu zugebrachten Zeit kann gegen einfache Nachzahlung der gegen Nachsicht der sonst als Regel vorgeschriebeuen doppelten Nachzahlung nur dann stattfinden, wenn das betreffende Gesuch entweder bereits eingebracht wurde oder bis längstens 1. Oktober 1895 eingebracht wird. VI. Ausl a s s» n g der Akkord« r b eit in den Wer U ft nt teil u u d Heizhäusern. i Mit 1. Juli 1895 wird bie Akkordarbeit in allen Heiz»! Verdienste binnen 14 Tagen ausbezahlt werden. DaS Entgelt für geleistete Arbeit erhalten hiernach die mit 1. Juli 1895 stabilisierten Oberwerkmäuuer, Werk-» männer und Werkgehilfen in ihren ständigen Bezügen, in welchen bie bisherigen Akkordverdieuste mitcnthnlten finb; die nicht zu stabilisierenden Arbeiter erhalten dieses Entgelt in ihrem Taglohn, der sonach mit 1. Juli 1895 berctrt aufge-bessert werben wird, baß der künftige Taglohnverdienst dem bisherigen Gesamtakkordverdienste möglichst gleich bleibt. Auch für die Höhe des künftigen Taglohnes ist somit der im Jahre 1804 von einem Arbeiter in einer Werkstätte oder in einem „Der Eifettbaijner." Seite 7 Heizhause der I. L österreichischen Staatöbahitcn über einer Verstaatlichten Bahn erzielte Gesamtverdienst maßgebend. VII. Schlußbestimmungen. Arbeiter, deren Stabilisierung mit l.Juli 1895 sbe° zielMiigswetse im ZugsorderungS- und Wcrtstättendienste auch mit 1. Männer 1806) lediglich deshalb unterbleiben mutz, weil iu: zu jenem Termin die österreichische Staatsbürgerschaft noch nicht erwarben oder die Nachsicht hievon (§ 7 der Dienstordnung) noch nicht erwirkt hatten oder weil vorerst die Nachsicht eines der oben sub II genannten AuSschließungSgrüude SU erwirken war, werden bei der später folgenden Stabilisierung genau so behandelt wie die mit 1. Juli 1895 (beziehungsweise 1. Jänner 1896) Eingereihten- Es bildet somit die Ueberschreitung des Normalalters lein Hindernis der Stabilisierung, der Beitritt zum ProvisionSfonbs erfolgt mit Nachsicht des Eintrittsgeldes und auch die Anrechnung früherer Dienstzeit wird gegen einfache Nachzahlung erfolgen. Ebenso bildet in diesem Falle eine nicht vollkommen gesunde Äörperbeschaffenheit kein Hindernis der Einreihung. Jeder Arbeiter, der die im Schlußabsatz des Abschnittes III erwähnte Verständigung erhält, daß er zur Stabilisierung in Aussicht genommen ist, hat den ihm von seinem 'Dienstvorstand auszufüllenden Fragebogen in allen Teilen auszufüllen und zu fertigen, demselben &) den Tauf(GeburtS)schein, b) den Heunatsschein, . >;) die Militärdokumente, d) die allsälligen Zeugnisse über die Erlernung eines Hmtdwerkes oder einer Profession anzuschließen und mit dem ÄcrjtälidigungSschreibeu» aus welchem die Klausel „Einver-ftonDen" zu fertigen ist, binnen acht Tagen dem Dienstbar» stände zurückzujtcllen. Autzerdem hat jeder solcher Arbeiter binnen vier Wochen den Nachweis des ehrenhaften Vorlebens durch Vorlage eines legalen LtttenzeugniffeS neuesten Datums zu erbringen. Wien, am 28. April 1805. ' Der Präsident: Bilin 8 2 i m. p» Zur Sanierung der Stuatrbahnen. Im „Allgemeinen Tarifanzeiger" veröffentlicht Herr Rudolf Natscheradetz eine Artikelserie über die österreichischen -Staatsbahnen. Der Autor erörtert die Ursachen der ungünstigen Rentabilität des Staatsbahnbe-triebes. Diese sei zum Teil in der Entstehungsgeschischte der Staatsbahnen begründet, zu denen der Grundstock durch Uebernahine der den Staatsschatz schwer belastenden garantierten Eisenbahnen gelegt wurde. Daneben müssen pc jedoch auch auf Umstände zurückgeführt werden, die in den Betriebsverhältnissen begründet sind. Die StaatZ-bahnen leiden unter einem unökonomischen Betrieb, der wieder auf die mangelhafte Ausrüstung zurückzuführen sei. Die Ausgaben für Wagenmiete seien gegenüber den preußischen Staatsbahnen außerordentlich hoch, ebenso der Materialverbrauch im Zugsverkehr. Der Prozentsatz alter irnb uuökonomisch arbeitender Lokomotiven sei im Vergleich zu den preußischen Staatsbahnen ein sehr be° ■beutender. Bon den Lokomotiven der preußischen Staatsbahnen stammen kaum M Prozent aus der Zeit vor 1880, während von den Lokomotiven der österreichischen Staatsbahnen fast 20 Prozent aus jener Periode herrühren. Der Autor hält eilte planmäßige und erschöpfende Investitionstätigkeit für unerläßlich und macht Bor-schlage, wie die Staatsbahnen in ihren Anschaffungen »ott Der Finanzverwaltung unabhängig zu stellen wären. nickst notwendig, daß der Staat das in den Eisenbahnen angelegte Kapital regelmäßig amortisiere. Die Notwendigkeit der Kapitalsamortisation entspringe bei den Privatbahnen nicht ans der Erwägung, daß der Bahnkörper und die Ausrüstung nach einer gewissen Periode wertlos werden, sondern lediglich aus der Endlichkeit der Konzessionen. Im Besitze des Staates gewinnen die Bahnen einen anderen Charakter. Sie sind, wenn einmal verstaatlicht, an keine Konzessionsdauer gebunden, und wenn der Staat im Rahmen der Betriebsrechnung dafür sorge, daß ihre Bermögenssubstanz intakt bleibe, sei nicht einzusehen, weshalb er noch das Anlagekapital besonders amortisieren sollte. Wenn die Bahnen immer in gutem Zustand erhalten werden, immer leistungsfähig bleiben und sich aus sich selbst heraus erneuern und ausgestalten, dann sei dagegen nichts eiit-äutuenden, daß einem Aktivum von so hohem Wert auch ein entsprechendes Anlagekapital dauernd gegenüberstehe. »;st ja doch in der Art der Bewertung der verstaatlichten Bahnen, die seit nahezu einem halben Jahrhundert ihr Anlagekapital regelmäßig getilgt haben, schon eine ansehnliche Abschreibung enthalten. Wenn der Staat inber bisherigen Weise mit der Tilgung der Eisenbahnschulden fortfahre, würde dies zur Folge habe», daß in späteren fahren ganz ungewöhnlich große Entlastungen des Waatsschatzes eiittrctcn würden. Die erste große Entlastung würde sich bereits nach dem Jahre 1910 durch den Wegfall der 30-5 Millionen Kronen betragenden Einlösungsrente der Ferdinands-Nordbahn ergeben, und nach dem Jahre 1965 würde der Staat bereits mindestens 160 Millionen Kronen weniger für den Anlehensdienst ^uKzugebcn haben als heute. ES liege eine Ungerechtigkeit darin, der Gegenwart die ganzen Tilgungsquoten aufzubürden. damit die Früchte dieser Aufwendungen späteren Generationen zugute kommen. Da es nicht mög-lrch sei, die Verlosung der staatlichen Eisenbahnobliga-twnen einfach einzustellen und ein Umtausch dieser Obligationen in Renten »Ut großen Opfern für den Staat verbunden wäre, schlägt der Autor eine etappenweise Konversion in der Weise vor, daß der Staat das Erfor-öetnis für Tilgungen, das jetzt den laufenden Einnahmen entnommen wird, künftig durch Ausgabe von "teilten beschaffe. Der Staat würde auf diese Weise schon letzt 35 Millionen Kronen ersparen und diese Ersparnis würde noch weiter wachsen, weil die Tilgungsquoten Waffelförmig ansteigen. Allerdings wäre dieser Wegfall Mi Tilgungen nicht zur Gänze eilte absolute Ersparnis. Dte Rente, welche der Staat begebe» müßte, um den Til° flungsbedarf zu decken, müßte verzinst werden. Im ersten >rahr wäre der Zinsenaufwand nicht bedeutend, aber er Kurde in späteren Jahren progressiv steigen. Trotzdem wiine in diesem Zuwachs an Zinsen eine unbedingte Belastung des Staates nicht erblickt werden. Wenn die aus Tilgungsquoten freigemachten Beträge ausfchließ-uch für Investitionen auf den Staatsbahnen verwendet Werden, so würde der Ertrag dieser Investitionen für sich 1 Ww schon zur Erhöhung der Rentabilität der Staats» °aöoen beitragen uttb eine natürliche Deckung der neu entstandenen Zinsenlast bilden. Der Vorschlag des Autors läuft im Wesen darauf hinaus, eine neue Tilgungsreute zu schaffen, wie ja der Staat auch jetzt das jährliche Erfordernis für verschiedene rückzahlbare Schulden nicht aus den laufenden Einnahmen, sondern aus neuen Schulden decke. Ein neues Gesetz über die Tilgungsrente könnte die Finanzverwaltung um so leichter verantworten, als in einigen Jahren das bestehende Gesetz über die Tilgung der in den Fünfziger- und Scchzigerjahren aufgenommenen Staatsschulden hinfällig geworden setn wird. Ter Finanzminister brauche nicht zu fürchten, datz dem Staat ans der Umwandlung der amotisablen Eisenbahnschuld in eine Rentenschuld allzu große Lasten erwachsen würden, da doch der Staat auch jetzt schon genötigt sei, für die Staatsbahnen in gewissen Intervallen große Opfer zu bringen, die den Dienst der Staatsschuld belasten. Künftig würde eben das Ausmaß dieser Opfer von vornherein feststehen und die Staatsbahnen würden von der Finanzverwaltung nicht mehr so abhängig sein wie jetzt, wo sie um jeden Bahnhofbau, um jede Lokomotive und jeden Waggon feilschen müssen» 0 Wanderer, stehe W. Reiseeindrücke eines Forschers. Wenn du, o Wanderer, von Nußdorf kommend, die Schleuse passiert hast, so verfehle nicht, längs des Donau-stromes zu wandeln. Wenn du stromabwärts gehst, so sichst du zur rechten Hand einige Hütten stehen, die dein für Raritäten empfängliches Auge fesseln werden. In Betrachtung versunken bleibst du stehen und.... Doch erzähle selbst, waS dir Wunderbares passiert ist. „Nicht lange stand ich da, den Blick unverwandt auf die Hütten gerichtet, als mit meiner Umgebung eine merkwürdige Wandlung vor sich ging. Der Donaustrom wurde zum Eismeer und rechts vor mir sah ich nichts als eine weite, weite Schneefläche, von dem Polarlichte wunderbar beschienen. Ein eisiger Sturm machte mich frieren. Und die bange Frage: Was soll ich hier in den Eis- und Schneefeldern? Soll ich hier ein rühmloses Ende finden? tauchte in mir auf. Doch täuscht mich mein Auge oder ist cs Wirklichkeit? Ich sah, wie sich in der Ferne einige Hütten mit flachen Dächern gespenstisch von dem Boden abhnben. Dort ist die Rettung und ich ging darauf loS. Jedenfalls, dachte ich mir,' sind diese Hütten von jagenden ESfimoS als Etappenstation errichtet worden. Bevor ich jedoch eintreten konnte, bot mir ein Zaun ein Hindernis. Ein Zaun in der Polargegend? wird der Leser fragen, und doch ist c» so. Durch ein entdecktes Loch schlüpfte ich hindurch und stand in der nächsten Minute vor der Front. Nach einem längeren Kampf mit dem Sturm gelang cs mir, eine Tür zu öffnen, welche mich, vom Sturm zugeworfen, mitten unter die Eskimo hincinwarf. Ich entschuldigte mein rasches Eindringen und erhielt im unverfälschten Wiener Dialekt die Antwort: Hat nichts auf sich, wir waren auch einmal arm. Und der Sprecher wollte schon in die Tasche langen, als ich ihn dahin aufklärte. daß ich eigentlich von Beruf Forscher, nicht aber ein 'Fechter sei. Diese im Wiener Dialekt gesprochenen Worte und die Uniform der österreichischen Staatsbahnen, welche die in der Hütte anwesenden Leute trugen, bewiesen mir, daß mir meine erregbare Phantasie einen Streich gespielt. Wie ich nun erfuhr, befand ich mich unter Verschiebern der k. k. Staatsbahnen, und da, wo ich mich befand, war der Rangierbahnhof Wien-Brigittenau. Die Aehnlichkeit dieser Hütten mit der einer alten Jagdhütte trug freilich mit bei, mich in eine arktische Gegend zu versehen. Trotz der geschlossenen Tür empfaitd ich einen unheimlichen Luftzug und meine rheuinatisicrenden Beine mahnten mich, sie besser zu schützen. Ich sah durch mehrere größere und kleinere Spalten die unmittelbare Nachbarschaft dieser Hütte und daher der Luftzug. Als ich einen Verschieber fragte, ob dies ihr beständiger Aufenthalt wäre, erhielt ich folgende Aufklärung: Wir hatten früher einen gemauerten Raunt, in dem wir uns während der Pausen insoweit wohl befanden, daß er groß und hoch genug war und wir keiner Erkältung durch Luftzug auS-gefetzt waren. Doch der Verschieber denkt und c-inc k. k. lenkt, sagte er. Eines schönen Tages wurde auSgemessen und wieder eines schönen Tages standen diese Hütten und wir mußten von der altgewohnten Stätte heraus und hier binein. Man kam höherenorts daraus, datz der Verschieber bei dem 12/24stünbigcn Dienst eigentlich keine Unterkunft brauche; man besann sich jedoch und montierte diese alten Kastenwagen für uns auf und seither sind wir Bürger IV. Klaffe. Einen Moment stockte das Gespräch. Dies genügte mir, um zu hören, datz die Verschieber den Raum mit Mäusen teilen mutzten. Auf meine diesbezügliche Frage teilte man mir mit, datz diese Tiere schon so frech seien und in die Taschery krochen, in denen die Verschieber ihr Essen aufbewahrt haben.'Dank der großen Kleiderkisten, welche den kleinen Raum zum größten Teil ausfüllen, ist cittc Jagd auf sie meist erfolglos. . Ja, sogar Ratten zeigen sich ab und zu. Der kleine Raum und die darinnen befindlichen Gerüche zwangen die Verschieber, die Tür zu öffnen. Ein Windstoß jagte die, in Ermanglung eines Kleiderrechens auf fünf-zölligen Nägeln hängenden Kleider durcheinander. Der plötzliche Uebergang von der Wärme zur Kälte machte mich frösteln und ich sprach mich dahin aus und erhielt die Antwort: Auch uns fröstelt, aber wir sind ja nur Verschieber, und dies in einem Tone, der gewiß eine kleine Reihe von Demütigungen seitens der Verwaltung in sich barg. Die Verschieber müssen nun Hinaus und ich bleibe allein zurück. Meine Phantasie arbeitet mit Pferdelräften, ich eile der Zeit voraus und befinde mich im Hochsommer. Brennende Sonnenstrahlen finden an dem flachen Blechdach einen trefflichen Wärmeleiter. In der Hütte zittert die Luft vor Wärme. Auf den Kisten stehen die Taschen der Verschieber, darinnen daS Essen und sie sind möglichst in den Schatten (?) gerückt. Ich fühle eine an; auch sie ist wohlig durchwärmt. Doch schon weilen meine Gedanken an einem Krankenbett. Darinnen liegt ein Verschieber. Sein Weib ist bemüht, ihm die Nützlichkeit der in einer Flasche befindlichen Medizin, ..Fenchelwafser" im VolkLmund genannt, einzureden. Nur um feilt besorgtes Weib nicht zu betrüben, nimmt er davon; er weiß es besser, daß die Medizin, die ihm -er Sparsurnn und der Arzt verschrieb, nichts hilft. Magenkatarrh? Diät! Fenchel-Wasser! Der Unglückselig: hat die der Hitze ausgesetzten, iu dem Anfangsstadium der Zersetzung begriffenen Speisen genossen und mutz nun seine Unwissenheit bützen. Gin anderes Bild: Die Verschieber nehmen ihre Mahlzeit ein. Lausende Fliegen uinschwärmen sie und c§ kostet eine HerkuleSarbeit. um sie davon zu überzeugen, daß sie lästige Eindringlings seien, die im Verein mit Mäusen und Ratten den Verschiebern daS Dasein vergällen. Einer kamt sich nicht mehr erwehren und schon liegen mehrere Fliegen in dem Essen. Angeekelt dadurch, mutz er vom Essen aufhören und fasten. Mich überkommt cm Durstgefühl und ein zuvorkommender Verschieber holt' mir ein Glas Wasser, dessen Inhalt ich, wegen der grotzen ■ Wärme, aus-spucken muß. Ich erhalte folgende Aufklärung: Man legte bei der Schaffung der Wasserleitung die Rohre zu seicht und darum ist im Sommer das Wasser ungenießbar. Trotz wiederholtem Petitionieren des Personals unt Abhilfe, scheint man die Kosten zu scheuen, und es bleibt beim Alten. So die Verschieber. Ein anderes Bild: Der Wirt sicht schmunzelnd zwischen der Tür und blickt dem wasserholendcn Eisenbahner höhnisch nach; er weiß, daß dieser in der nächsten Viertelstunde zu ihm kommt, weil der^ Durst ihn dazu treibt, und so ist die Quelle des warmen Wassers für ihn die Quelle einer guten Einnahme, denn der Durst, den auch die Eisenbahner fühlen, läßt die letzten Groschen zusamntensuchen oder der Betreffende hilft dem Wirt, die Kreide zu seinem Schaden abnützen. Bewußt entzieht so die Verwaltung dem Armen von seinem knappen Gehalt monatlich eine Summe vom Wirtschaftsgeld. Es lebe der Sommer, die seichte Leitung und die arme Verwaltung, ist das Feldgeschrei des Wirtes. O, über diesen Mephisto! WaL ich während der Abwesenheit der Verschieber phantasiert, wurde mir vollinhaltlich bestätigt, und es soll noch andere Dinge unter der Sonne geben, die wegen Raum« Mangel für diesmal entfallen müssen. „Und eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, bevor • die Gerechtigkeit der Verwaltung die Binde von den Augen nimmt, um zu sehen, wie sehr auf diesem Bahnhof sie gesun-digt," sagte im prophetischem Tone einer; „cs sei denn, daß wir einmal die Binde mit Hilfe einer starken Organisation lösen. Auch frißt uns das Ungeheuer „Moloch" di? fetten Bissen vor der Nase weg und nnS bleiben die Knochen." Während ich mich schon lange auf dem Rückweg von dieser kleinen Welt, mit einer grotzen Geschichte ausgeitattet, befand, sann ich noch lange nach, wie eigentlich den Verschiebern geholfen werden könnte. Ich beschloß, mich an die Woh'ltätigkeitSvcreine zu wenden und durch eine Saimnlpng von alten Ziegeln, Fenstern und Türstücken ic. und waS notwendig ist, einen Bau herzu-stellet!, um der armen k. L Bahnerhaltung unter die Arme zu greifen und ihr helfen, ein Stück Kulturschande ans der Brigittenau zu löschen. Ja, wenn es ein Kirchenbau wäre.... Inland. Ein bürgerliches Urteil über die bürgerlichen Aßßd* ordneten. Auf" einem vor kurzem in Teilchen stattgefun» denen Gewerbetag hielt der Handelskammerrat Siegl cittc Rede, die ein Klagelied über die Enttäuschung durch den Parlamentarismus sein soll, die aber ein vernichtendes Urteil über die Politik der deutschnationalen Abgeordneten ist. Er sagte unter anderem: „.... Der nationale Streit tobt ■heuie in weit größerem Maße, als cs vor fünf Jahren der Fall war, und er hemmt die Arbeitsfähigkeit des Hauses in einer Weise, welche die ganze Wahlreform als eine» Schlag ins Wasser erscheinen läßt. Die Abgeordneten verstehen uns nicht mehr, wir verstehen unsere Abgeordneten nicht mehr. Die gegenseitige Entfremdung ist ein böses Symptom. Oesterreichs Völker beginnen parlantentSrnüde zu werden. Allüberall in die zweim und dritte Linie zurücktzedrängt, sehen sic sich rechts und linS von anderen Völkern überflügelt, sehen sie die besten Ent-wicklungSmöglichkeiten vom AuSla-rd vorweggenommen, so daß die Gesamtheit ans den meisten Gebieten menschlichen Könnens und menschlichen Schaffens trotz gleicher Begabung des einzelnen zurückbleibt Die Erkenntnis, daß daS Parlament fast jeden Fortschritt hemmt, dricht sich immer mehr Bahn. Redner bespricht dann die Erscheinung, datz die Abgeordneten sich die Gunst der Wählerschaft dadurch zu erhalten suchen, daß sie sich bestreben, ihren Wahlkreisen tleiue Geschenke heimzubringcn. Das Buhlen um die Gunst der Wähler geht so weit, daß nicht selten Forderungen erhoben, Resolutionen gefaßt werden, welche ihre Urheber selbst nicht ernst nehmen, geschweige denn verwirklicht sehen möchten. Die Politik der Unaufrichtigkeit ist eine der Erscheinungen unseres öffentlichen Lebens. Redner verweist noch auf die Zunahme der sozialdemokratischen Partei als Folge dieser Verhältnisse im Parlament.... >" Was Herr S i e g I als das Verschulden des Parlaments nennt, das ist die vollständige Unfähigkeit des Bürgertums, den nationalen Frieden herbeizuführen uni) eine wahrhaft fruchtbare demokratische Politik zu verfolgen, und die totale Unfruchtbarkeit der Regierung, welche mit der Kriegsspielerei jeden Weg zum sozialen Aufschwung verrammelt. Klagen nütze» dagegen nichts, sondern man muß den Mut haben. Tatsachen ins Auge zu schauen und darnach zu handeln. Nicht das Abgeordnetenhaus, fonbent Regierung und bürgerliche Parteien verschulden den österreichischen Marasmus Die Rechnung für die Steuerzahler. Vor wenigen Tagen tagte der Vudgetausschuß, der die Aufgabe hat. das kurzfristige Budgetprovisorium zu erledigen, das Abgeordneter Dr. Adler schon in der Obinännerkonserenz als eine Gefahr bezeichnete. Wie recht er damit hatte, beweist das Exposee des Fiuanzininisterö. das dieser unlängst zum Dortrag brachte. Die Regierung will mit dem Budgetprovisorium etnert Pump durchführen und wünscht die Ermächtigung, folgende Anleihe aufzunehmen: 1. zur Tilgung der allgemeinen Staatsschuld . Kr. 25,864.597 2. die Quote der für dieses Jahr bewilligten Militär- und Flottenkredite.................... 50,241.000 also in Summe. . Kr. 76,123.51)7 Der Finanzminister sprach über den Effekt des Präliminares für 1911 gegenüber dem Vorjahre, über die finanziellen Ergebnisse aus dem Salzmonopol, deS Lottos und der' Staatsbetriebe, welche keine günstigen feien und ging dann auf die Mehrerforüernisse ein. Der Mimkep ctÖorte sich für eine« großzügigen Finanzplan und sucht den Abgeordneten damit die Aussicht auf große Neubelastung der Steuerträger schmackhaft zu machen, indem 'ec es als eine Staatsaufgabe betrachtete, auch für die Befriedigung anderer Bedürfnisse zu sorgen. Er nannte die Sanierung der Landesfinanzen, die Fürsorge für die Staatsbeamten, die Befriedigung der Verkehrsbedürf-nisie, soziale Reformen und die unabweislichen Bedürfnisse der Verwaltung. Der Finanzminister rechnet mit der Zunahme der indirekten Steuern, was aus folgender Gegenüberstellung der direkten und indirekten Steuern hervorgeht: Die Summe der direkten Steuern betrug 1903 . 298 Millionen Kronen 1909 7 « 36b " ,, 4- 68 Millionen Kronen Die Summe der indirekten Steuern (ohne Zölle, aber inklusive Salz und Tabak) 1903 808 Millionen Kronen 1 90 J IA.1* 1.« L.• 4*4: • A 063 „ „ . . ...:-"4ä$ + 155 Millionen Kronen Zusammen 1900 gegen 1903. s«x.„. + 223 Millionen Kronen Das Jahr 1905, also das Jahr de-OAbschlusses des militärischen Programms, steht von 1909 so weit ab als 1909 von 1903. Wenn diese Entwicklung anhält, könnte man also im Jahre 1915 aus diesen Steuerquellen ebenfalls eine Mchrcinnahme von 220 Millionen Kronen erwarten, eine Summe, die das militärische Mehrerfordernis zu jener Zeit sehr bedeutend überschreitet. Der Finanzminister stützt sich im wesentlichen auf das Bilinskjsche Steuerprogramm. Es sollen Mehreinnahmen geschaffen werden: 3. Durch eine Erhöhung der Branntweinsteuer. 2. Durch eine Erhöhung der Personaleiukommen-steuer. 3. Durch Jnkameriernng und Erhöhung der Biersteuer. 4. Durch Einführung der Zündhölzchensteuer. 5. Durch eine Erhöhung der Weinsteuer. W' 0. Durch Erhöhung der Erbschaftssteuer. Wie man sieht, vor allem eine Neubelastung der breiten Massen der konsumierenden Bevölkerung und dazwischen winzige Steuererhöhungen für die Reichen. Eine merkwürdige Beamtenernennnng. Der Vor- - stand des Deutschen Nationalverbandes veröffentlicht folgende Mitteilung: „Mit Rücksicht auf den Umstand, daß Herr Eduard Gerstgrasser als Beamter in das Eise n bahn in iuisteri u m berufen wurde und von der Herausgeberschaft und Leitung der Deutsch-nationalen Korrespondenz zurückgetreten ist, sind die bisher bestehenden Beziehungen des Deutschen National-Verbandes zur Deutschnatioualen Korrespondenz gelöst." '— Die „Lösung" interessiert uns weniger als die Ernennung, die schon dringend die Frage Hervorrust, wie sich der deutschnationale politische Journalist in einen Eisenbahnbeamten verwandeln konnte. Seit der Verstaatlichung des Abgeordneten K r o y scheint man also auch schon auf die Verstaatlichung der deutschnationalen Redakteure gekommen zu sein. Wie der Staat durch Schutzzölle ausgebeutet wird. Der österreichische Staat erfährt jetzt die Segnungen des Schutzzolles am eigenen Leibe. Auf dem ungeheuer hohen Eisenzoll baut sich die Herrschaft des Eisenkartells auf, das, durch Verträge auf Kundenschutz mit den schlesischen und westfälischen Werken gesichert, mit seinen allseitigen Verzweigungen auf dein Markte souverän maltet. Ihm Zst nun auch die Marineverwaltung auf die traurigste Weise tributpflichtig geworden. Man bat berechnet, daß die gleichen Schisse, die Oesterreich-Ungarn in Triest für OQ-O Millionen Kronen baut, in England um 46, in Deutschland um 48. in Italien um 51, in Frankreich um 56 Millionen Kronen hergestellt werden. Die Erklärung für diese auffällige Tatsache läßt sich leicht geben. Das ,‘eiserne Schiffsmaterial zum Beispiel wird vom Dona-witzer Werk des Eisenkartells zu 21 Kr. per Kilo-witzer Werk des Eiseilkartells zu 21 Kronen per Kilogramm geliefert. Die reichlich bemessenen Selbstkosten samt Fracht nach Triest betragen jedoch bloß Kr. 13-34. Bei. 15 Kr., entsprechend dem englischen Durchschnittspreis, würde das Werk einen Gewinn von 15 Prozent heimtragen, es hat aber außerdem noch einen lieber=■ gewinn von 500.000 Kr. bei jedem der vier Dreadnoughts. Das Rothschildsche Werk in Witkowitz, das die Stahl-platten liefert, treibt es nicht besser. Witkowitzer Gießereiroheisen kostet in Wien Kr. 10-35, englische Ware trotz der Fracht und Zollspeseu von 4 Kr.: Kr.10-35. Auch hier also ein Extraprofit von 30 Prozent. Endlich das Schmiedeeisen für die maschinellen Einrichtungen der Schiffe. Unter dem Diktat des Kartells zahlen die Fabriken für Stabeisen, Fassoncisen, Bleche und dergleichen 122 Kr. für 100 Kilogramm, während das gleiche Quantum in Deutschland und England um 15 Kr. erhältlich ist. So ist es denn wohl nicht als Uebertreibung anzusehen, wenn man sagt: bei jedem einzelnen Dreadnought zahlt der Stat etwa 12 Millionen, bei vier Dreadnoughts also etwa 48 Millionen Kronen Ertrprofit an das Kartell und die Freunde des Kartells — eine Summe, die ersparen könnte, wenn der Schutzzoll fiele. Ausland. Maßnahmen der Eisenbahner in Holland. Als Antwort auf den Angriff des Ministers bei der jüngsten Etätberatung hat die Nederlandsche Verceniging ein umfangreiches Memorandum ausgearbeitet, das an alle Fachvereine und -Organe im Eisenbahnbetriebe, allen Behörden und. fast der, ganzen holländischen Presse gesandt worden ist, so daß die breiteste Oeffentlichkeit von dem Inhalt Kenntnis nehmen kann. Ferner hat die Leitung der Neüerlandschcn Verceniging die Vorstände der beiden konfessionellen Verbände (Römisch-Katholisch und Protestant-Christlich) eingeladen zu einer Besprechung zwecks gemeinsamen Vorgehens zur Geltendmachung der Forderungen des Personals. Momentan führt die Neder-fondsdje Verceniging einen heftigen Kampf auch mit den fcbeti genannten Organisationen bei. der Wahl eines Er-. satzmannes für den Pensionskassenausschuß der S. S. Der gegnerische Kandidat, gestellt von der katholischen Organifation, hat die Hilfe nicht allein der christlichen, sondern auch der angeblich „neutralen" Vereine. Der Wahlkampf ist bereits von der Nederlandsche« Vereeni-ging durch eine größere Zahl von Versammlungen und einer ausgedehnten schriftlichen Propaganda eröffnet worden. Die Zentralleitung beabsichtigt zu der am 2. und 3. Juli abzuhaltenden Generalversammlung der Neder-landschen Verceniging einen Antrag zwecks Umwandlung des heute 14tägig erscheinenden Vereinsorgans in ein Wochenblatt einzubringen. Der Harem des Stationsvorstehers. Eine höchst sonderbare Entdeckung wurde auf der russischen Eisenbahnstation Taschkent gemacht. Wie dem „B. T." gemeldet wird, wurde durch eine Revision der Bahn festgestellt, daß der Stationschef sich ans Staatskosten einen Harem von 22 jungen, hübschen Mädchen auf der (Station hielt. Die jungen Mädchen waren als Telegraphistinnen, Diene-rinnen und sogar als Beamtinnen eingetragen und bezogen ein stattliches Gehalt, obgleich sie einzig und allein zum Amüsement des Stationschefs dienten, der fröhliche Feste mit ihnen veranstaltete. Ter Stationschef und die meisten Beamten waren auch an zahlreichen Bahndicb-stählen beteiligt. Der Stationschef nahm bei der Teilung des Raubes stets die Manufakturwaren, namentlich die Wäsche und Damenkleider für seinen Harem. Die Revision stellte ferner fest, daß der Wartesaal "der I. Klasse vom Stationschef zur Veranstaltung seiner Festlichkeiten benützt wurde, daß die Bahnbeamten ein herrliches Leben führten und die Einnahmen der Bahn für sich verbrauchten. ____________________________________ Aus dem Gerichtssaal. Die Eisenbahn ist keine Behörde. Ein Fall von prinzipieller Bedeutung lag kürzlich dem Wiener-Neustädter Berufungssenat unter Vorsitz des HofrateS Dr.. Kheres zur Judikatur vor. Am 6. August 1910 sprangen die beiden Tischlergehilfen Leopold Helmling und Johann Fuchs aus Baden in der Haltestelle Ortmann der Gutensteinerbahn auf den fahrenden Zug. In dieser Hchtestelle findet keine Fahrkartenausgabe statt und es werden die Reisenden durch eine ganz unzulängliche Kundmachung angewiesen, in einem etwa zehn Minuten entfernten Gasthause sich Fahrkarten zu lösen. Besteigt mau ohne Fahrkarte den Zug. so- mutz man Strafe entrichten, da der Kondukteur zur Fahrkartenausgabe nicht berechtigt ist. Un-zähligemal führt diese unzulängliche Einrichtung zu Konflikten. Auch die beiden Genannten befanden sich in einem solchen Irrtum und sprangen auf den fahrenden Zug ohne Fahrkarte. In Wittmannsdorf wurden sie dem Stationsbeamten vorgeführt, der ihnen das Nationale abnahm. Dabei gaben sie falsche Namen und falsche Adressen an. Sie wurden dennoch ausgeforscht und von der Bezirkshauptmannschaft Baden wegen des Aufspringens zu 6 Kr. Geldstrafe verurteilt, aber auch dem Badener Bezirksgericht wegen Falschmeldung angezeigt. Der Richter sprach sie mit der Begründung frei, datz der Bahn beamte kein sanktioniertes Recht habe, einem Passagier das Nationale ab zun eh men, und das Gesetz unter Irreführung der Behörde nur eine falsche Angabe vor Gericht verstehe, die beiden Angeklagten aber gar nicht wissen konnte», ob sie sich vor Gericht oder vor der politischen Behörde zu verantworten haben werden. Der Berufungssenat wies die staaisanwali-schaftliche Berufung zurück und bestätigte unter Zugrundelegung der erstrichterlichen Argumentation den Freispruch. Renlenznerkennung »ach siebenjähriger Dienstleistung. Am 18. Oktober 1903 erfolgte in der Station Krainburg ein Zusammensiotz zweier Züge, bei welchem der Lokomotivführer Johann Tavcar aus Laibach mit großer Wucht zu Boden geschleudert wurde, wobei er sich eine Verletzung zweier Nippen und Verletzungen an der rechten Hand zuzog. Nach diesem Unfall war Tavcar durch fünf Wochen im Krankenstand und bezog für die letzte Woche auch seitens der berufsgenossenschaftlichen Unfallbersicherungsanstalt der österreichischen Eisen-bahnen die Heilverfahrensrente. Nach dieser Zeit trat er seinen Dienst alö Lokomotivführer wieder an, welchen er, abgesehen von einer kurzen Unterbrechung von wenigen Tagen, u n u n-t e r b r o ch e n bis zum ß. April 1910, somit durch nahezu sieben Jahr e, fortsetzte, in welchem Zeitpunkt er wegen geschwächter Sehkraft vom Fahrdienst abgezogen wurde. Nunmehr meldete Tavcar von seinem Unfall vom 18. Oktober 1903 Unfallöfolgen an, die sich hauptsächlich in nervösen Beschwerden äußerten, wurde jedoch mit seinem An-fuchen unt Zuerkennung einer Rente von der Anstalt abg e-wiese n, weshalb er durch Dr. Leopold Katz die Klage beim Schiedsgericht einbrachte. Bei der SchiedsgcrichtSvcrhandlung erklärten die Sachverständigen, daß wohl geringfügige nervöse Beschwerden bei Josef Tavcar zu konstatieren seien, daß jedoch der Umstand, daß Tavcar nach dem Unfall noch 6% Jahre ununterbrochen seinen Dienst fortgesetzt habe, gegen einen Z u s a in m e n h a n g zwischen den heutigen B e-schwerden und dem Unfalc vom 18. Oktober 1903 spräche. Außerdem habe Tavcar im Jahre 1 9 0 7 ein Fuhrwerk überfahren, wobei er nach seiner eigenen Angabe sehr erschrocken ist, so daß die Beziehung von nervösen Beschwerden auf dieses erst vor viel kürzerer Zeit eingetrctene Ereignis viel näher liegend sei, als auf de» vor mehr als sieben Jahren erlittenen Unfall. Der klägcrische Vertreter.Dr. Katz hob gegenüber diesem Gutachten hervor, daß das Ereignis im Jahre 1007 wohl kaum als Unfall in Betracht kommen könne, da Tavcar den Dienst damals gar nicht unterbrochen und an irgendwelche Folgen dieses Ereignisses so wenig gedacht habe, daß er cs gar nicht als Unfall angesehen und eine Anmeldung unterlassen habe. Die Einwendung, daß Tavcar noch durch viele Jahre hindurch seinen Dienst als Lokomotivführer fortgesetzt habe, sei deshalb nicht stichhältig, da Tavcar, wie ja auch das Gutachten entnimmt, nur an leichteren nervösen Beschwerden leide, welche bei dem Umstande, daß Tavcar sonst ein gesunder Mensch gewefen sei, ihn durchaus nicht an der Fortsetzung seines Dienstes hindern mußten. Tavcar sei übrigens, da er eine große Familie zu erhalten habe, gezwungen gewesen, mit Ueberwindung seiner Beschwerden seinen Dienst so lange als möglich fortzusctzen, woraus ihm gewiß kein Nachteil erwachsen dürfe. Das Schiedsgericht unter Vorsitz deS Oberlande»-gerichtSrates Cap sprach dem Kläger unter Annahme einer Einbuße von 25 Prozent der Erwerbsfähigkeit eine Rente zu, indem cs den Zusammenhang zwischen den nervösen Beschwerden und dem Unfalle vom Jahre 1903 im Sinne der Ausführungen des Klageanwaltes anerkannte. Labtzrinthvcrletzung als Unfallöfolge. Am 13. Juli 1910 wurde in der Station Nabresina der Dienstwagen, in welchem der Oberkondukkenr Adolf Rauwolf sich befand» ziemlich heftig an die Lokomotive anfahren gelasten, so daß durch den Anprall Rauwolf niederfiel und sich hierbei an einer im Dienstwagen befindlichen Stellage anschlug. Er klagte sofort über,Sausen im Kopfe, Schwiudelgefühl. verrichtete durch einige Minuten die notwendigsten Dienstleistungen und meldete sich sodann marod. Da die beiden Aerzte, bei denen Rauwolf unmittelbar nach dem Unfall in Behandlung stand, an ihm keinerlei objektive Shmptome einer erlittenen Verletzung konstatierten, lehnte die berufsgenossenschafiliche Unfallversicherungsaustalt der österreichischen Eisenbahnen, an die sich Rauwolf gewendet! hatte, jede Entschädigung für den erlittenen Unfall ab. Dieser Unfall hatte nach Angabe Rauwolsö noch einen zweiten im Gefolge. Infolge der durch den ersten Unfall ausgelostei, Schwindelgefühle passierte es ihm, daß er infolge eines solchen Schwindelanfalles auf der Straße von einem Fuhrwerk uberfahren und am Bein verletzt wurde. Außerdem stellte sich der Rauwolf Schwerhörigkeit ein. Rauwolf brachte nun durch Dr. Leopold Katz die Klage beim Schiedsgericht ein. . ^ ^ Nach Durchführung des Bewcisverfahrens, da» dick Unfallsereignung nach den Angaben der Klage bestätigte, führte der (sachverständige Professor Dr. Pollat m seinem Gutachten aus, daß bei Rauwolf eine beiderseitige Bor« l e tz u n g deS Labyrinths der Ohren zu konstatieren sei, welche, wenn auch nicht zweifellos, so doch möglicherweis e auf den Unfall zurückgcführt werden könne, da oft schon ein leichter Schlag oder eine leichte Verletzung des Kopfes solche Labyrinthvcrletzungcn nach sich ziehen können, welche dann eilte Verminderung des Gehörs zur Folge haben. lieber Befragen des klägerischen Vertreters gab der Sachverständige auch zu, daß solche Labyrinthverletzungen plötzlich Schwindelanfälle hervorzurufen geeignet seien. Der zweite Sachverständige Professor Dr. Chwostek konstatierte wohl geringe nervöse Beschwerden an dem Kläger, erklärte jedoch, daß diese Beschwerden mit dem Unfall in keinerlei Zusammenhang stünden, sondern auf den Genuß von Alkohol zurückzuführen seien. Ob Rauwolf in einem Schwm-delanfall überfahren worden sei, könne nicht gesagt werden, da der Sachverhalt in keiner Weise klargestellt sei und diesbezüglich nur die Behauptungen des Klägers vorliegen. DaS Schiedsgericht erkannte mit Rücksicht auf diese» Gutachten die nervöfen Beschwerden wohl nicht als Unfallsfolgen an, nahm aber im Sinne der Anträge des Klagean-waltcs Dr. Kaü den Zusammenhang zwischen dem Unfall und der Labyrinthverlctzung als erwiesen an und verurteilte die Anstalt, dem Kläger einen Betrag von Kr. 4 6 6-5 6 und' für die restliche Dauer des Heilverfahrens eine 90prozentige Schadensrente zu bezahlen. Streifung in Bruck tut der Leitha. Wir berichteten be«' reit» über eine Streifung, welche am 28. Oktober 1910 in der Station Bruck (Abzweigung) der St. E. G. vor sich ging. Der Verkehrsbeamte Adjunkt Werner gab der als Zug 38/11 in der Richtung Wien zu expedierenden Lokomotive (Lokomotivführer Wenzel Nowak) da» Abfahrtszeichen, ohne vorher den Ver« schub des Lastzuges 04, durch welchen nebst den Verschub« geleisen auch daS von Nowak zu befahrende Geleise I ttr Anspruch genommen wurde, abzustellen. , Bei der herrschenden Finsternis vermochte der int Schatten der Waggongruppe auf dem Nebcngeleise fahrende Führer Nowak erst knapp vor dem Ausfahrtswcchsel zu er« kennen, daß Zug 94 vom Hauptgeleise über den nicht für Nowak stehenden Ausfahrtswechsel zurückschob. Er tat zwar sofort alles, um die Maschine zum Stillstand zu bringen, vermochte aber die Zugstreifung nicht mehr zu verhindern. Das Bezirksgericht Bruck an der Leitha sprach sowohl Adjunkten Werner als auch Lokomotivführer Slotval, verteidigt durch Dr. Leopold Katz, von der Ueüertrctung gegen die Sicherheit des Lebens nach § 432 St.-G. frei. Elfteren» weil er, zum erstenmal in Bruck (Abzweigung) mit dem Ver« kchrSdienst betraut, im entscheidenden Zeitpunkt mit anderen Geschäften in Anspruch genommen, an die Abstellung des Ausfahrtswechsels nicht gedacht hatte, den Lokomotivführer aber, weil er seiner Pflicht entsprochen hat, wenn er durch Ausschau auf die Wechselstellung achtete. Der Freispruch erfolgte entgegen einem Gutachten des kaiserlichen Rates Liebl, welches dem Beamten geradezu leichtfertige Pflichtverletzung vorwarf, und dem Lokomotivführer, datz er bei der Geradlinigkeit der Strecke, deren verhältnismäßig guter Beleuchtung durch die Bogenlampen der benachbarten Zuckerfabrik und der guten Witterung bei entsprechender Achtsamkeit bei der Ausfahrt die unrichtige Stellung der AusfahrtSwe'iche unmöglich hätte übersehen können« Wenn, wie Lokomotivführer Nowak behauptet, durch Wind und Rauchniederschlag ihm der Blick auf die Ansfährtsweiche benommen war, so hätte sich Nowak, der ortskundig war, durch rechtzeitiges Stchenbleibcn von der Wcicheustellung zu überzeugen gehabt. Auf Grund dieses Gutachtens erbob der staatsanwalt« schaftliche Funktionär die Berufung, welche bei der Verhandlung vor dem Landesgericht Wien Staatsanwalt Doktor Mayer vertrat. Für 'Alois Werner machte Dr. Ernst Low den Entschuldiguugsgrund der Inanspruchnahme durch andere dringende Obliegenheiten geltend. Für Wenzel Nowak führte der Verteidiger der ersten Instanz, Dr. Leopold K a tz», an der Hand der Instruktionen ans, daß die Pflicht des Führers nach der alten Instruktion, sich bei der Ausfahrt von der Wcicheustellung zu überzeugen, nach der neuen Jnstruk-•iimi die Pflicht, nebst den anderen Verrichtungen auch auf die Weichenstellung zu achten, gemildert worden ist. Dieser letzteren Verpflichtung sei Rowak durch da» AuS-schauen nach der Weichenstellung nachgekontineu. Das Landesgcricht unter dem Vorsitz des OberlandeS-gerichtsrateö E s ch e n a u c r verwarf die Berufung der Staatsanwaltschaft gegen den Lokomotivführer Nowak aus den vom Verteidiger Dr. Ä a tz geltend gemachten Gründen, hob dagegen das Urteil im Freispruch de» Adjunkten Werner auf und verurteilte den letzteren zu einer 24stün« digen Arreststrafe mit der Begründung, daß ihm die anderweitigen Beschäftigungen die Ueberwachung der Weichenstellung sehr wohl ermöglicht hätten. Streiflichter. Kro» und 5töllner. Zwei Tote sind wieder auferstandeni Herr K r o y und Herr K ü l l n e r. Herr Otto Kroy nämlich zählte, wenn man den öfteren Versicherungen der Reichsbund-lente glauben dürfte, in der deutschnatioualen Eisenbahn« bewegung zu den politisch Toten. Herrn Kroy wurde nämlich, als er cs durch seine „Eisenbahnerretterei" zum glücklich verstaatlichten Abgeordneten gebracht hatte, vom »Reichsbund deutscher Eisenbahner" zu verstehen gegeben, daß man weiterhin mit seiner ehrenwerten Person keinen Staat mehr machen könne, und er trat formell aus dem „Reichsbund" aus. Das weitere Pech, das der „Reichsbund" mit Herrn Köllnor in Obcrleutcnsdorf hatte, dürfte unseren Lesern noch bekannt sein. Der Mann mußte „leider" als Provinzsekrctär des „Reichsbundes" sanft auL dessen Reihen hinausgelicfert werden, als er sich von dem Vorwurf der Defraudation nicht reinwafchen konnte. Aber der „Reichsbund" und die deutschnationale „Arbeiterpartei" können die Kroy und Köllner nicht los werden. In der „Ostdeutschen- Rundschau" vom 10. ix M. lesen wir nämlich: i „Eine deutsche Arbeitertagung. Montaü fand in QJberleHiensdorf die Gründung des Bezirks« ^ctBaubes der deutschen Arbeitervereine statt, zu der sich trotz ver Ungujt der Witterung 360 Vertrauensmänner und Ber-«rnsvertreter cingefundcii hatten. Der Tätigkeitsbericht des Bezirkslartells sowie die Referate des Abgeordneten SC r o y, tecncL- der Herren Köllner und M o tz wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Unter stürmischem Bei-T a 11 wurde dem Abgeordneten K r o y einstimmig der Dank und das Vertrauen der deutschen Arbeiter ausgesprochen. Nach (Schluss der Versammlung begleiteten die Arbeiter den Abgeordneten St rot) ’n. geschlossene,» Zuge nach dem Deutschen HauS, vor dessen Eingang in heller Begeisterung das alte Schutz- und Trutz-ued „Die Wacht am Rhein" abgesuugen wurde." ' Und zwei Tage später, am Sonntag den 12. d. M.. mel-dct dasselbe Blatt im Wiener Lokalbericht: „Ci senb al, ne rversant »ilung. Der Reichs-vund deutscher E-senbahncr hielt vorgestern seine menge Monatsversammlmig ab, derauch Abgeordneter *Jtto Kroy beiwohnte. Nach Erledigung der geschäst-uchen Angelegenheiten wurde beschlossen, nunmehr wieder mit aller Kraft die Arbeiten der Organisation in die Hand zu nehmen und durch eine scharf einsetzende Agitation die Reihen zu starten. Am Schluß der Ausführungen verschiedener Redner wurde Abgeordneten K r o y von der V e r s a in m-l uHg der Dank für seine vielfachen gün stig en Interventionen bei der Regierung ansgc-i P r o ch e it.“ , Damit wären also Stroh und Köllner wieder glücklich in den Hafen der deutschnationalen „Arbeiterorganisationen" eingeschifft. „Otto und Franz, kehre zurück, alles vergessen und verziehen!" Herr Kroy erhält den „Dank für seine vielfachen günstigen Interventionen bei dcx Regierung", die wenigstens in Bezug auf feine eigene Person nicht zu leugnen sind — und Herr Köllner wird hoffentlich wieder als — > ,.Säckelwart" eingesetzt. Sehr lange hat also das moralische Reinlichkeitsgefühl unserer Deutschnationalen nicht nachgehalten. Ein Beitrag zum Kapitel: Sparen'. Nachstehender Aicnstfchtcibcnwcchscl zwischen der Betriebsleitung WcIS, der k. k. Staatsbahn dircktion Linz und der -Serksiättcnlciiung Linz zeigt neuerdings, welche .tuswuchse die Sparerei bei den f. k. Staatsbahnen zeitigt. Es handelt jtdj hrer darum, mit verhältnismäßig geringen Kosten dem Zugbegleitungspersonal drohende Gefahren, deren Vorhandensein bahnämtlich bestätigt ist, zu beseitigen. Wenn man »ich hierbei von rein cisenbahnsiskalischen Motiven leiten ließe und die Verpflichtung außer acht läßt, Gefährdungen des Personals mit allen Mitteln hintanzuhalten, kommt man noch immer zum Schluß, daß es doch für die Bahnverwaltung vorteilhafter fein müsse, den tit dem ersten Dienstschreiben verlangten Austausch der Uebergangsbrücken vornehmen zu lassen, da ein einziger Unglücksfall doch mehr an Kosten zu verschlingen droht, al sdie Kosten der Uinwechsluug der Uebergangsbrücken j®tt vielen Wägen betragen würden. Doch so kalkuliert nur der ! simple Verstand. Der Geist des Eisenbahnbureaukratismus entscheidet anders. Er beruhigt sein Gewissen mit der in Aussicht stehenden Kassierung der alten Wägen, als ob man dort, wo man kein Geld für das Auswechseln der Brücken hat, nur so leicht über Gelder für neue Wägen zu verfügen hätte, und hilft sich übrigens mit einem recht typischen Mittel: mit der Anordnung periodischer Belehrungen des Personals, die jedenfalls billiger sind als irgendwelche Schutzvorkehrungen. Auch ohne umfangreicherem Kommentar sind die nachstehend veröffentlichten Schreiben geeignet, die Sparwirtschaft bei den r. t. «taatsbahnen richtig zu charakterisieren. St. t. Betriebsleitung Wels. o8 Wels, am 6. Jänner 1909. betreff. Umgestaltung von Personenwagen (Uebergangsbrücken) k. k. Staatsbahndrrektion, Abtlg. IV, in Linz. Die hierortigen Personenwagen BCs und einige Ge-packvwagen sind mit ganz kleinen, kurze», eisernen lieber-n r0 /11 versehe». Namentlich zur Winterszeit ist das uefictstctßcu von solchen Wagen mit Gefahr verbunden, -octm 'Abrutschen von der UebergangSbrücke ist der Sturz auf vau Geleise nicht ausgeschlossen. Die Bleche werden wohl mit »ano bestreikt, doch wird derselbe Während der Fahrt abge-Ichuttet. Auch muß damit gerechnet werden, daß das Zugbe-ßUimnßSpcrfmial oft mit vereisten Absätzen diese Brücken Passieren muß. . Noch gefährlich ist es aber, wenn eine Garnitur kom-Diiusrt ist mit Wagen von kleinen Uebergangsbrücken und wiche» mit großen, normalen. An der Stelle, wo zwei derart verschiedene Wagen aneinandergehängt sind, bastelst noch immer größerer Zwischenraum zwischen Beiden Brücken, das Ge-ILhrLiuoment zum Ausrutschen ist noch größer hierbei, weil die Ortzeit Brücken nach abwärts gebogen sind. Bei einer deraxt kombinierten Garnitur (läßt sich nicht vermeiden) ist der Wechsel der Uebergangsverbindungen über-ues namentlich zur Nachtzeit gefährlich, weil es Vorkommen kann, daß auf die wechselnde Beschaffenheit verfielen wird. (Substituten von der Hauptbahn.) UebervorgebrachteBitteder hierortigen ^>Ugsbegleiter erlaube ich mir daher zu beantragen, daß oie Kernen Uebergangsbrücken abweichend vom Normale für ^l^Wagen gegen große Uebergangsbrücken ausgewechselt Der k. k. Betriebsleiter: E Hb erg er m. p. K. k. Staatsbahndirektion Linz. Präs. 8. Jänner 1909, Z. 647/1V, Big. r : Ur. *■ An die k. k. W e r t st ä t t e n l e i t u n g Linz. i vltr Aeußerung, mit welchen Kosten die Auswechslung Uebergangsbrücken in vorstehendem Sinne (und zwar an und an Material) verbunden wäre. G..R. Linz, 14. Jänner 1909. _ Von der k. k. StaaiSbahndirekrion Linz, '^rerkstättenleitung Linz, Präs. am 15. Jänner 1909, Z. 88. Z. 647/1V ex 1909. An die k. k. Staatsbahndirektion in Linz. . .. Die Einrichtung mit normalen Uebergangsbrücken be- fragt per Wagen an Lohn 40 Kr., an Material 20 Kr., somit ®nmme 60 Kr. Hierzu wird bemerkt, daß alle Lokalbabn- «gen („s"\ hölzerne Langträger besitzen und somit zur Kassie-.^"g beantragt werden; sie sind auch sehr schlecht. Die Ge-^°ütfen!0Cn ausschließlich nur kurze Uebergangs- <'0lt der k. k. Werkstättenleitung Linz, am 18. Jänner 1909. Der Werkstättenvorstand: Huber m. p. ^1 8Ln die k. k. Betriebsleitung WelS. « ... Die Wagen der Serie BOs und Cs find schon für die Isterung i» Aussicht genommen; es muß daher von einer Auswechslung der Uebergangsbrücken Abstand genommen werden. Bis zur vollzogenen Kassierung ist das Zugbegleitungspersonal periodisch zu belehren, daß die kurzen Uebergangsbrücken aller Wagen der Serien BOs und Cs nur mit größter Vorsicht, bei regnerischem Wetter, beziehungsweise dann, wenn sich auf Straßen und Wegen Glatteis bildet, besser gar nicht überschritten werden dürfen. G. R. Von der k. k. Staatsbahudirektion Lin^ A. E. V, Lokb. Gruppe, 11. Februar. Erst langwieriger „diplomatischer Notenwechsel" und dann anstatt ein Quentchen Arbeiterschutz das billige Endresultat: Belehrungen an das Personal. Das ist der StaatL-bahnbureaukratismus, lute er lächerlicher und kleinlicher noch in keinem Witzblatt karikiert wurde! Ein Notschrei aus den Reihen der Bremser und Aushilfskondukteure. Aus den Kreisen der Bremser und AushilsS-koudukteure erhalten wir eine Zuschrift, die in wenigen Zeilen ein Bild des nackten Elends entrollt. In der Zuschrift, die von den Bremsern und AuLhilfskondutteuren Wien II stammt, heißt es: Die Bremser haben einen Taglohn von Kr. 2'30, die Aushilfskondukteure einen solchen von Kr. 2 40. Davon geht auf monatlichen HauSziiiS ab 28 bis BO Kr., weiters 6 Kr. auf diverse Abzüge, so daß zum Leben für den ganzen Monat der Rest von 31 Kr. verbleibt. Wie davon heute eine ganze Familie leben soll, das soll uns der Staat, der so viel Geld für militärische Rüstungen übrig hat, sagen. Wahrhaftig, solche Tatsachen wirken aufreizender als es der beste Agitator könnte. Ein neues Strasregleinent der k. k. StaatSbahn. In letzter Zeit wurden, wie man uns schreibt» 13 Kondukteure deshalb bestraft, weil sie vom Herrn Berkehrsbeamten in G r o ß - Neifli» g nicht gesehen wurden und ihm die ihm gebührende Ehrenbezeigung nicht machten. Die Station Groß-Reifling liegt im Mittelpunkt eines Bogens, und zwar an der Außenbiegung. Will nun der Kondukteur den Zug überblicken und sehen, ob alles im Zuge in Ordnung ist, so muß er sich an die Innenseite halten, denn um die Ecke> zu schauen ist selbst einem Kondukteur nicht möglich. Und da muß man denn doch die k. k. Staatsbahnverwaltung fragen, was wichtiger ist, den Dienst pflichtgemäß zu versehen oder den Beamten „Manderln zu machen". Durch die Ehrenbezeigung des Kondukteurs gegen den Beamten allein läßt sich kein Unglück verhüten. Auch wurden von den 13 Kondukteuren 6 Personenkondukteure bestraft, zwei davon darum, weil infolge großer Kälte die Fenster bis auf ein kleines Fleckchen gefroren waren; sie grüßten den Beamten durchs Fenster. Da er sie aber infolge des Fensterreifes nicht sah, zeigte er sie au, und sie wurde» mit 1 Kr. bestraft. Da Strafgelder immer für humanitäre Zwecke verwendet werden, so zerbrechen sich Hunte die Kondukteure schon die Köpfe, was mit diesen Strafgeldern wohl geschehen mag. Sie meinen nicht irre zu gehen, wenn sie glauben, daß damit für die Kondukteure k. k. StaatS-bahntascheuuhren ausgefolgt werden, denn es ist ihnen ausfällig, daß der Herr Verkehrskontrollor Schmied sich gar so warm um ihre Taschenuhren anninimt. Wie leicht kann's da sein, daß er auf ein paar so arme Teufel stößt, die, um das Strafgeld zahlen zu können, die Uhr versetzen mußten, oder es kann anch der Fall sei», daß einem Kondukteur seine Uhr zerbricht. Eine zweite besitzt er nicht, und so ist der arme Teufel gezwungen, ohne Uhr ein paar Touren zu machen. Was aber geschieht, wenn ihn der Herr Verkehrskontrollor ohne Uhr erwischt? Das weiß man nicht. Vielleicht kauft ihm dieser gute Herr eine neue Uhr, der sich, nebenbei bemerkt, wohl sehr heiß um die Kondukteure, wohl aber weniger um den Verkehr annimmt. Eine Deputation der Werkstättenarbeiter der t I. Norbbahn beim Direktor. Am SamStag den 4. d. M. sprachen die Vertrauensmänner der Werkstättenarbeiter in Floridsdorf, die Genossen T a u t s i n, H e i d e r. St o n c c n ty, M verkünden die Nichtigkeit der Prahlereien der vereinigten ©eg*-ner, als da sind: Reichsbündler, Werkehrsbünd--! l e r, Reichs- und S ü d b a h n v e r b ä n d l e r und wie alle diese Vereinchen heißen. Von 19.071 abgegebenen Stimmen wurden 6 ungültig erklrät, 791 waren leer und 372 zersplittert. Unsere Kandidaten erhielten, und zwar Genosse Scher-» bäum 15.278 und Genosse Beer 15.282 Stimmen, wogegen die Kandidaten des „kumulierten" schwarz-blau-gelüschmutzi'« gen Kudlmudl 2 6 2 4 (Leitner) und 2 63 0 (Dworzak) erhielten. Nnn werden die Herren üver den sozialdemokratischen Terror heulen, sie werden es versuchen, ihren Anhängern beweisen zu wollen, daß die 15.000 Stimmen durch Terrorismus zusamiueugebracht worden sind. Die Herren waren schon so1 siegeszuversichtlich, daß sie — wie um die Gewerkschaft zu froz-zeln — an uns telephoniert haben, zwei Vertreter, zum Skru-tiniuul zu schicken. Der Urgermane S t r n a d wollte sich an der Todesangst unserer Genossen laben. ES kam aber anders;' die Herren Skruiatoren S e d l in a i e r und Franz (timiu Verkehrsbund), Tschawetscha und Phi ltepic (als Ver-»i treter des ReichsbundeS, Reichsvereines und Südbahnvcrban-i de§) sollten nicht gerade geistreiche Gesichter geschnitten haben», als sic das Resultat der Wahlen erfuhren. Ja, ja, man soll j halt nie den Tag vor dem Abend loben und nicht gar soviel' über den Verfall der „Gewerkschaft" den Mund voll nehmen,^ da die Blamage nach einem solchen gewaltigen Siege _ denn! doch zu groß ist. . ‘ j Bon den Wägermeistern und Aufseher» der Ziidbahn. AuZ diese Kategorie sind feit der Reduzierung Klagen zu hören über Verschlechterung ihres Dienstverhältnisses. Findet1 cs die Kategorie einmal notwendig, aus die Gewährleistung i ihrer Rechte hinzuweisen, so bekommt man znr Antwort, das;< dies oder jenes den k. k. Staatsbahnen angepaßt sei. Die Wagen-! meister und Aufseher haben betreffs 12/24itündiger Dienstzeit! schon vor mehreren Jahren bei der Südbahndirektion ait^ gesucht und durch Deputationen Vorgesprächen. Der Herr Hof rat, Dr. v. Egger, hat der Deputation im Septeniber 1908 versprochen, sobald die k. k. Staatsbahn die 12/24stündige! Dienstzeit einführt, wird er diese auch bei der Südbahn ein--! führen. Ferner wurde den Wagemneistern und Aufsehern-Da diese keine Nebenbezüge und nur ihren Gehalt haben, cinci Wageninstandhaltungsprämie versprochen. Nun sprach am 18. September 1910 wieder eine Deputation beim Herrn Ma-» schinendirektor wegen des 12/24siündigen Dienstes vor. Diesem Herr sagte, daß er ein absoluter Gegner des reinen 12/24stün--, digen Dienstes sei, doch finde er es begreiflich, daß eine 18stündigen Diensttour, wo die Nacht mitin begriffen ist, tatsächlich eine anstrengende Tour ist und eventuell eine Aendc-j rung eintreten könnte. Doch nach 12stüudigem Tagdienst eine darauffolgende 24stü«dige. Ruhezeit erscheint ihm unbegreiflich. Herr Mafchinendireltor ist ^geneigt, Untersuchungen vor-> nehmen zu lassen, um in jenen Stationen, wo der Dienst ein sehr anstrengender ist, die 60prozentige freie Zeit auözudehnen^ respektive die 40prozentige Dienstzeit herabzusetzen. Der Herr Maschiuendirektor ist zür Einsicht gekommen»! daß die 18stündige Diensttour eine sehr anstrengende ist, jedoch», begreift er nicht, daß eine 24si»ndige Ruhezeit notwendig ist. Es ist merkwürdig, daß dein Herrn alles unbegreiflich er*1 scheint. Wir wollen den Herrn fragen, ob ihm auch die Re--i duzierung der Wagenmeister und Aufseher bei der Südbah»! unbegreislich erscheint. Nachdem durch die Reduzieruug der Wageiiineister und Aufseher eine Mehrarbeit der genannten Kategorie auferlegt wurde, fühlen dieselben eine'schwere lieber--, bürdung. Im 20. Jahrhundert sollte man von solchen hohen-Herren schon verlangen können, daß sie das begreifen sollen.. Weiters mache« wir alle Kollege» darauf aufmerksam, daß 6er allen Personalkommissio»ssihnngen mit der Direktion deci 12/24stüitmge Dienstturnus von de» Pcrsonalkmiimissions* Mitglieder» sowie von der Zentrale wiederholt uraiert werde. Andere Kategorie» haben schon längst den 12/24stündige« Dienst sowie verbesserte Dienstverhältnisse. Das haben diese Kategorie» nur allein ihrer starken Organisation zu verdanken. Schließlich wollen wir dem Herrn Maschinendirektor die' Sache begreiflich machen, und zwar: wenn er schon einsteht, daß die 18stündige Diensttour bei Nacht eine sehr anstrengende! ist und nach 12stimdigem Tagdienst eine 24stündige freie Zeit notwendig sei, dann soll der Herr Maschinendirektor durch Einführung der 12/24stündigen 'Dienstzeit seine Einsicht dc--stätigen. I Eisenbahnerlos. Ein schreckliches Unglück hat sich atm 14. d. M., abends, in der Westbahnstation Penzing er4 eignet. Als etwa um 9 Uhr ein Personenzug entfuhr, wurde! der 39jährige Verschieber Franz H o s b a u e r, Brigittenauer« lande 38 wohnhaft, von der Maschine erfaßt und nieder-' gestoßen. Die Waggons gingen ihm über den Kopf. Als man ihn hervorzog, zeigte cs sich, daß ihm der Kopf buchstäblich vom Rumpfe getrennt war. Man hatte wohl die Unter-St. Beitec Freiwillige Rettungsgesellschaft berufen, doch der Arzt stellte natürlich bloß den Eintritt des Todes fest. Das Sßoftzeikmn* inissariat Hietzing wurde verständigt und entsendete eine Kommission an den Unfallsort.______________________________ • Aus den Amtsblättern. Beitritt der Budapestev Lokalbahnen, dev Steiermärkischen Landesbahnen und der Friedläuder Bezirks-bahnen zum allgemeinen KahrbegiinstisptngSübereiu« komme». Die administrative Direktion der Sttdbahn hat an alle Dienstvorständc nachstehendes Zirkular ergehen lassen: Die B u d a p e ft e r Lokalbahnen, die Steiermärkischen L a n d e s b a h n e n mit der M u r t a l b a h u Unzrnarkt - Mauterndorf nnd den in unserem Betriebe stehenden Limen: Pöltschach-Gonobitz, Preding- Wieselsdors-Stainz und Kapfenberg -Au-See-» wiesen sowie die Fried!ünder Bezirk8bahnen sind dem Allgemeinen Fahrbegünstigungsübereinkommen beige-treten. Das in, Allgemeinen Kahrbegünstigungsübereinkommen auf Seite 31 und 32 erschcinenoe Verzeichnis ist entsprechend zt$ ergänzen, beziehungsweise zu berichtigen. i Bei den Bndavester Lokalbahnen werden an die Inhaber von Legitimationen für aktive Eisenbahn Bedienstete (moosgrünes Büchel) Freifahrscheine im kurzen Wege seitens • der Sinsteige--station ausgefolgt. Die Friedländer Bezirksbahnen erkenne» die Legitimationen für aktive Eisenbahnbedienstete als FreifahrtS-ausweise an. Besitzer solcher Legitimationen benötigen daher bei-Benützung dieser Bahnen keine anderweitigen Freisahrtscheine. Z» allen anderen Fällen sind bei Inanspruchnahme der überem--kommengemäßen Fahrbegünstigungen die Bestimmungen des Allgemeinen FahrbegiiiisligiiligsübcrcinkommenS maßgebend. Korrespondenzen. Älageufurt. (S ü b B <1T, it.) Unter dein ZugLegkestkmgs-Personal ber Südbahn in Klagenfurt befindet stdj ein ehemaliger Genosse, welcher zum Denunzianten gesunken ist. Dieser Herr hört auf den Namen Firpaß und ist Ober-Kondukteur. Im Monat Jänner L I. ist in der Station Velden der Stockmann der Zuges Nr. 482 zurückgeblieben, der diensthabende Beamte veranlaßte telephonisch, daß der Zug auf der Strecke bon einem Wächter angehalten und der Zuasführer vom Fehlen des StockmanneS verständigt werde. Nachdem der Zug noch genügend gebremst war, wurde eine entsprechende Bremseneinteilung vorgenommen und der Zug setzte nach einem kurzen Aufenthalt die Fahrt weiter. Nachdem weder eine Verspätung noch sonstige Folgen verursacht wurden, haben die diensthabenden Beamten und der ZugSführer keine Anzeige erstattet. Nun erhielt der Oberkondukteur Firpatz von diesem Vorfall Kenntnis und sofort wurde dies beim BetriebSinspektorat einem Kontrollor denunziert. Wir warnen die Genossen von Klagenfurt vor diesem Herrn Firpatz. Falkeuau «nt der Egcr. Scho» wieder hat der rote „Eisenbahner" den Frieden unserer Herren vom Reichsbund gestört, berat auf ihrer Generalversammlung — die, nebenbei bemerkt, von 25 Mannen besucht war — sind sie gar fürchterlich gegen uiiS loögegangen. Mit Entrüstung hat nämlich die Ortsgruppe Falkeuau des ReichSbundeö die Notiz des sozialdemokratischen „Eisenbahner" Nr. 4 vom 1. Februar d. I. zur Kenntnis genommen und mit Verachtung weist oie Generalversammlung diesen Schmähartikcl zurück, in welchem der Herr Vorstand Karl Simon in schamloser Weise ungerechtfertigter Handlungen geziehen wurde. Auch leiden sie cd nicht, daß wir zwischen den Reichsbündler» und dem Herr» Vorstand die Protektionswirtschaft ein wenig beleuchtet haben. Diese unsere Borgangsweise verachte» sie umt mifs tiefste. Das ist wirklich ein vergifteter Pfeil, der unS im Herze» verwundet hat, und^wir können ausrufen: Das war Tauschs Geschah. Wenn mtS'baS jetzt noch nicht umbringt, dann leben wir eben noch lange. Wir glauben es ja diesen guten Leutchen lehr gerne, daß sie sich über diese Notiz empören und daß die General. Versammlung deck ReichSbuiideS der beste Lack ist, um die ein wenig verblaßte Reputation deL Herrn Vorstandes Simon wieder aufzustaffieren und für Herrn Simou mag cS ja wirklich eine seelische Genugtuung gewesen sein, als man ibm die gehör-wischte Entschließung gegen die Roten vermeldet hat. Gestaltet sich doch gerade dadurch das Liebesverhältnis deL Herrn Vorstandes zu den Herren Tausch und Konsorten nach inniger. Aber wir werden halt trotzdem hie und da ein wenig störend in diese Seelenharmonie wirken und immer wieder beweisen, daß wir recht haben. Wir sehen ja tagtäglich da8 Zusammenwirken einiger Herren Beamten mit dem Herrn Tausch, alles, waL den Reichsbündler» nicht paßt, wird durch dieses Zusammenwirken von Herrn Simon im Sinne der Reichsbündler erledigt und wenn da die Herren meinen, loie hätten die Unwahrheit geschrieben, da werden wir eben einmal all die Liebesdienste aufzählen, die Herr Simon' seinen Lieblingen, den Reichsbündler» und den Sterbevereiulern, erwiesen hat. Wir haben da Fälle bei den Wächtern, die alles beweisen. Zum Beispiel der Kontrollwächter Brautferger geht bei den Wäch-fern herum, will dieselben zum Austritt aus unserer und zum Beitritt m die nationale Organisation bewegen. Sind die Leute nicht zu bewegen, dann erklärt er einfach, daß sie, wenn sie nicht deutsch sein wollen, einfach sitzen bleiben. Und darüber haben wir wirklich Beweise. Alle Wächter, die bei uns organisiert sind, gibt man auf die schlechteren, die Retchs-bündler auf die besseren Wächterposien. lieber die Oualifi-kation der einzelnen entscheiden eben die Kontrollwächter, und will ein Wächter von uns um Zuweisung zu einem anderen Posten ansuchen, da läßt Herr Simon dieses Ansuchen in seinem Tische liegen, über Vorschlag der Kontrollwächter bekommt diesen Posten ein recht serviler Reichsbündler. Anstatt daß aber die Kontrollwächter ihren Dienst versehen, wie cs sich gehört, gehen sie auf nationale Werbearbeit auL, schnüffeln in der Station herum, ob sie nicht hie und da etwas erlauschen können, lungern in den Kanzleien herum bei den Herren Beamten, draußen könnte aber ein Zug auf den anderen draufkrachen, bei den Ein- und Ausfahrten der Züge sieht man sie selten. Und Herr Vorstand Simon duldet diese Schlamperei, weil etz eben" seine Lieblinge sind. Da möge» sich die Herren Reichsbündler nun aufregen, wie sie wollen, da» eine können wir ihnen immer beweisen, daß sie die ans-gesprochenen Protektionskinder des Herrn Vorstandes sind. Wenn es jedoch noch eines Beweises bedürfte, so ijättcn wir . diesen anläßlich der Wahlen in die B. U- 8u , Vom Reichsbund sind die Herren Jugl (Komotau) und ' Lessig (Saaz) als Kandidaten aufgestellt, jedoch bei dem Abholen der Stimmzettel werden den Bediensteten in rer Kanzlei auch gleichzeitig die Klebezettel für die Herren Jugl und Lessig mitausgeteilt. Tie radikalen Herren, die am ü. Okro er 1010 der Bahnverwaltung den Krieg erklärt haben, sind nun Über Nacht die Kandidaten der Direktion geworden. Selbstverständlich werden sich die Herren wieder über uns entrüsten, aber waL würde Herr Simon dazu sagen, wenn wir au ihn das Ersuchen stellen würden, auch unsere Kandidatenzettel gleich beim Abholen der Stimmzettel in der Kaitzlei auszu-teilen? Die Herren Reichsbündler sollten sich also nicht so sehr entrüsten, denn wenn wir sie und ihr Verhältnis zu Herrn Simon einmal unter die Lupe nehmen, dann werden wir nicht nur Beweisen, daß sic die Lieblinge dcS Vorstandes Simon, sondern daS gehätschelte Pflegekind der Bahnverwal /tung sind. . Villach. (Die Wcrbekunst der „gelben Eisen-! bah «er" in Villach.) Gegenwärtig lassen am Villacher i Hauptbahuhof die .Herren vom Reichsbund deutscher Eisen-Bahner alle ihre Künste spielen, um für ihre klägliche „Gelbe" Mitglieder einzufangen. Da sie mit ihrer Agitation einerseits recht heimlich und schlau tun wollen, anderseits ihre Werbe-kurvst aber bereits recht schmutzige und terroristische Formen .angenommen hat, (oll auch die Ocffeutlichkeit dieses „deutsche Heldentum" kennen lernen. Daß das Manöver von einigen Herren Beamten ausgeht, ist lange bekannt und soll dies natürlich ein Akt der Vergeltung dafür sein, daß sich die organisierten Eiseubahnbediensteteu in letzter Zeit nicht mehr als Werkzeuge der nie verläßlich gewesenen und nun national organisierten Beamtenschaft benützen lasten wollen. Diese Herren sind immer der falschen Meinung, die Bediensteten seien nur dazu da, um ihnen im Notfall Vor-spanndienste zu leisten und sobald sie mit deren Hilfe ihrem Ziele näher sind, dieselben einfach wieder auszuschalten und nach wie vor tu eigendüullischer Hochnäsigkeit zu brutalisieren. Was die Herren auf dem Gebiet der Solidarität mit den Be. dienfteien zu leisten imstande sind,' hat die ganze 53er gangenheit, haben insbesondere die Jahre 1905 und 1007, die von den Bediensteten nicht so leicht vergessen werden, gezeigt. So geht die Geschichte natürlich nicht, daß man fortwährend ent den Rockschötzcu der bürgerliche» Parteien herumzipfelt und ein bißchen Großmachtpolitik spielt, im Falle eines notwendig gewordenen Lohnkampfes aber einfach die sonst nur nach der Seite angesehenen Bediensteten zu Hilfe ruft oder gar kommandiert Daß ihnen die organisierten Bediensteten und Uuterbeamteu nicht mehr auf den Leim gehen, haben sie bereit» praktisch zu spüren bekommen, und so versuchen sic ihr Glück unter den gänzlich Indifferenten und Haupte sächlich unter jenen Leuten, die ihnen unmittelbar unterstellt sind und die sie kraft ihrer Stelle als Vorgesetzte in ihre „Gelbe" hineinkommandieren zu können glauben. Die Erfolge, die sie bis jetzt erzielt haben, sind freilich nicht groß, aber noch weniger rühmlich. In erster Linie hätte das Verhetzen und Verleumden gegen die Gewerkschaft und deren Führer den Zweck erfüllen sollen. Da dies ein total untaugliches Mittel war. mußte zu etwas „Großem" geschritten werden. Eine „Ehristbaumfeier" sollte Wunder wirken. Mit einigen zusammengebettelten Spenden wurden etliche Bediensteten* linder beschenkt und zum Dank für diese paar Fetzen sollten deren Värer zu Verrätern ihrer Kollegen, also „gelbe Reichsbündler" werden. Tatsächlich haben sich ein paar Leute, die von der Organisation keine» Dunst haben und der Meinung sind, die Ortsgruppe soll ihnen schon vor ihrem Beitritt mit Geldunterstützungen und nicht durch solidarisches Kämpfen ihre Lage verbessern, zu dieser Verräterei gefunden. Es find daS solche Elemente, die immer vorschützten, für die Organisation das Geld nicht aufbringen zu können und zum Ver-sammlungsbesuch keine Zeit zu haben. Nun haben sie auf einmal Geld für die Verräterorganisation und sogar Zeit für diese zu agitieren. Es ist traurig, daß es unter den Bedienst c. ten noch solche Subjekte gibt, die sich selbst für einige morsche Fetzen kaufen lassen und cS dabei noch wagen, die Ehrlichkeit makelloser Vertrauensmänner anzuzweifeln. Sie gehören dem Reichsbund zur Gänze und find wie dafür geschaffen, nur dürften sie wieder locker werden, sobald es keine „Geschenke" mehr gibt. Ebenso gegönnt sind ihnen ein paar GesinnungSlumpe, von denen einer übrigens nicht ganz z i m m e r r e i n ist und nicht gar zu vorlaut werden soll. Anders verhält es sich mit jenen Bediensteten, die zur „Gelben" einfach gezwungen werden. Namentlich sind es die McgazinSarMter, die Reichs-bündler werden müssen, weil sie sonst in ihrem ferneren Fortkommen geschädigt werden. Da ihr Herr Chef Adjunkt Glaser, auch zugleich ein Feldherr der „Gelben" ist, versieht sich daS von selbst. Wer nicht zum Verräter seiner Kollegen wird, darf auf keinen Kuppler- oder Wächterposien kommen, darf keine Substitutionsgebühren verdienen, wird, wenn nur halbwegs möglich, zum Strafen beantragt und auf diese Art natürlich disqualifiziert. Wer Reichsbündler ist, wird bevorzugt und protegiert, bekommt einen besseren Posten, und übermäßiger Alkoholgenuß schadet ihm gar nichts. Da nicht angenommen werden kann, daß sich die Südbahnverwaltung mit derartigen Schäbigkeiten identifiziert, muß schon die Frage erlaubt sein, mit welchem Rechte sich das Herr Glaser als Magazinschef herausnimmt, DaS ist nicht mehr Terrorismus, den die Herren den Sozialdemokraten so gerne andichten möchten, das ist, offen gesagt, ein Mißbrauch der Amtsgewalt, und wenn sich sonst niemand finden sollte, der diese Frechheiten von Amts wegen abstellt, werden die organisierten Bediensteten gewiß in ausreichendem Maße Reutedur zu schaffen wissen. Wenn es Herr Glaser und Konsorten mit „deutscher Treue, Männerstolz und Heldenmut" und insbesondere mit ihrer deutschen „Ehre" auch vereinbaren können, slowenischen Arbeitern ärmlich hinten hineinzuschliefen, um sie als „deutsch)«: Reichsbündler" einzufangen, und wenn sie cs als Freiheitliche (!!) auch mit ihrem Freisinn vereinbaren können, für die christ-lichsozialeu Kandidaten in die „BerufSgenossenschaftliche Un--fallversicheruiigsanstalt" zu agitieren, so mag das ja ganz ihre Geschmacksache sein; die üblich gewordene Vereinbarung von Unverschämtheiten mit dem Amte eines Vorgesetzten werden aber wir nicht länger vereinbarlick, finden. Würden die Magazinsarbeiter halbwegS denkende Menschen fein, hätte es ihnen nie passieren können —r aus Angst vor einem kleinen Gernegroß — in eine zum Vorteil dcS Unternehmertums ge schaffen«: Streikbrecherorganisation Hineingetrieben zu wer. den. Nur Angst und Selbstentmannung konnten dies fiewir. fen, denn weder der Verrat ihres nunmehrigen deutschen E i s e u b a h u e r v e r t r e t e r s Ä r o H. der im Versicherungsausschluß für die Verschlechterung des Unfallversicherungsgesetzes stimmte und zum Dank dafür — vielleicht auf Kosten der Bediensteten — rückwirkend avancierte, noch das arbeiterfeindliche Verhalten der übrigen deutschnatioualen „Volksvertreter" tonnte sie entzücken. Selbstverständlich ge-hört eine crHccftichc Portion Dummheit dazu, wenn sich Arbeiter für eine Partei einfangen lassen, die eigens da^u geschaffen tourdc, um damit die Arbeiten $u bciantpfcn. Arbeiter, der nicht ganz ins Blaue hineinlebt, weih, dah diese nationalen „Arbeiterführer" samt ihren Zettungen nachweisbar von Fabrikanten subventioniert und ausgehalten wer-dem Bei jeder Wähl lasten die Herren Kapitalisten enorme Geldsummen fließen, um mit Hilfe dieser charakterlosen Subjekte die sozialdemokratischen Kandidaten, die sich wirklich Mühe geben, für die Arbeiter Verbesserungen zu erringe», zu Falle zu bringen. Das Liefern von 'Streikbrechern bei Lohnkämpfen besorgen sie erwiesenermaßen sur klingende Münze — kontraktmäßig. Wem cs nun tu solcher Gesellschaft gefällt und wer darin sein „Heil" finden will, der laste sich mißbrauchen. Die Verachtung aller anständigen Kollegen ist ihm sicher, nur auf die „Protektion" mutz er verzichten, denn da wird „Hol t" geboten. töriinit. (Staa tse is en boh n ges ellsch a f t.) Seit langer Zeit sehen wir dem Treiben des Signalmeister» Schwejda in Brünn ruhig zu. Nun aber ftnbtotr schon gezwungen, auf das Treiben dieses Herrn öffentlich aufmerksam zu machen. Genosse Geh nat. Arbeiterausschußmitglieo. soll zum Opfer dar Treibereien dieses Herrn werden. Der Signalschlosserposten, welchen Genoffe tochnal sott einem Jahre bei •einer vierjährigen Gesamtdienstzeit vollkommen anstandslos bekleidet, soll für ein Lieblingskmd des Herrn Schwejda freigemacht werden. Die Sache verhalt sich so. Ein Bahnrichter namens Hejl sitzt mit Herrn Gchwe)da beisammen im „Reichsbund". Diese politische Verwandt)chaft veranlaßt Hcern Schwejda zu Verschwärzungen und .lufhepe-reien gegenüber dem Genossen Sehnal, an dessen Stelle rer Sohn des Bahnrichters Hejl eingeschmuggelt werden soll. Der junge Hejl steht erst seit 3. Februar 1011 im Bahndienste. Trotzdem will Herr Schwejda diesen Mann für die Strecke verwenden und den Genossen Sehnal von seinem derzeitigen Posten verdrängen. Zu betonen ist, daß Genoste Sehnal vei der k. k. Direktion für die Linien der St. E. G. für die Stabilisierung als Signalschlosfer vorgemerkt ist. Die Absicht des Herrn Schwejda ist einleuchtend: Genossen Sehnal in cm solches Licht zu stellen, um ihn für seine Stabiliueruug unwürdig erscheinen zu lasten. Letzthin handelte eS sich um die Reparatur einer Bogenlampe in Blazowitz, wobei sich Schwecha erlaubte zu behaupten, daß die Lampe sich in ~rubau zur Reparätur befindet. Die Lampe hat aber Genoste Sehnal tu Blazewitz repariert. Diese Schlappe verführte nun Herrn Schwejda dazu, dem Genossen Sehnal „Dienstevverweigerun-gen" vorzuwerfen und in der Kanzlei die Verwendung dös jungen Hejl anstatt des Genossen Sehnal anziiregen. Wir erwarten. daß dem Treiben des Herrn Schwejda seitens der k. k. Direktion der St. E. G. ein (Sende gemacht werden wird. Komotau. (Werkstätte der B u sch t i e rh a de r E i s e n b a h n.) Hier herrschen Zustände, wie sie wohl leiten tn einem Betrieb Vorkommen dürften. Besonders hervorragend ist die Abteilung „Kesselschmiede". Kommt ein Kessel zur Reparatur, so wird von den aufsichtsführenden Organen ganz einfach gesagt: daS und jeneö wird daran gemacht, ohne den Kessel zuvor genau untersucht zu haben. Was daraus entsteht. zeigt folgender Fall: Es kommt ein Kessel zur Reparatur, welcher eine neue Feuerbüchse bekommt, jedoch ist auch der Mantel hei den Stehbolzenlöchern schon sehr abgezehrt, wes- halb angeordnet wird, daß Büch,en hineingemacht werden. Als zwei Arbeiter beinahe zwei Tage daran gebohrt hatten, kommt der Herr Oberinspektor und ordnet wieder an, dah der Mantel weggeworfen wird und somit auch die 25 bis 30 ausgebohrten Löcher, woran ein Manu beinahe zwei Tage zu bohren hat, Bei der Feuerbüchse war es derselbe Fall. Dort sollte eine alte Rohrwand verwendet werden. Es wurden zwei Rohrwande fein säuberlich ausgebohrt und zum Ausrichten und Untersuchen warm gemacht, wobei sich herausstellte daß keine rer-selben verwendet werden kann. Es mußte 14 Tage gewartet werden, bis eine neue Rohrwand aus der Fabrik kam. Solche und ähnliche Fälle sind hier und speziell in der Kesselschmiede auf der Tagesordnung. Bei solcher Manipulation wundert es uns gar nicht, wenn es am Schluß des Monats zum Verrechnen kommt, daß sie sagen: Ihr wäret faul, ihr habt nicht mehr verdient. Wir fragen: Sind vielleicht die Arbeiter daran schuld, daß solcher llnsinn gemacht wird? Dabei wird den ganzen Tag und den ganzen Monat angc-tricbcu. Im Antreiben wird in dieser Abteilung Erstaunliches geleistet. Es wäre weiters sehr »»gezeigt, wenn der Herr Gewerbeinspektor sich in diesem Betrieb mehr und womöglich unangemeldet sehen ließe. Es wäre hier gar vieles, was nicht den Vorschriften entspricht, besonders bei den Gerüstvaaten. Ta werden auf niederen, schmalen Böcken fünf bis sechs Spalten aufgelegt und dann die Bretter darüber gedeckt. Die ganze Geschichte wackelt, das; cS einem graut^hinaufzusteigeu, geschweige darauf zu arbeiten. Fällt so ein Spalten herunter und schlägt einen zum Krüppel, so heißt es ganz einfach: Hätten Sie besser aufgepaßt! Wir warten, daß i« dieser Angelegenheit baldige Abhilfe geschaffen wird und dem Zwecke entsprechende Gerüstböcke beigeslellt werden. Wir hoffen, daß diese Zeilen genügen, um die gewiß bescheidenen Wunsche •her Arbeiter zu erfüllen, andernfalls wir gezwungen waren, nächstens mit mehr Material aufzuwarten. Sternberg. (Ein netter Bahnarzt.) Der hier-artige Bahnarzt Dr. Mois G a h e r. welcher k. k. Oberbezirksarzt mit dem goldenen Kragen ist und die Funktion des Bahnarztes nur als Nebenerwerb und sehr oberflächlich ha»o° habt, wird für da? hiesige Personal und deren Angehörige schon derart unerträglich, daß der Wunsch. Erlösung von diesem seines Berufes überdrüssigen Arzte, ein allgemeiner geworden ist. Wie gleichgültig und oberflächlich die Patienten behandelt werde», soll mit folgendem Beispiele der Ccrfcimich-keit bekanntgegeben werden. _ Einem Magazinsarbeiter erkrankte ein Kind. Nachdem selbes sehr stark fieberte und bewußtlos ward, wurde der Bahra arzt gebeten, zu demselben zu kommen. Dieser Herr erklärte aber kurzweg, „er fei selber krank und kann nicht kommen, man soll das Kind zu ihm bringen , als ihm bedeutet wurde, daß bas Kind stark fiebert und eS unmöglich zu ihm gebracht werden kann, sagte er gleichgültig: ..Eö wird nicht so gefährlich sein, man soll es nur «ünpackeu und es wird nichts geschehen." Der Magazinsarbeiter Berief auf eigene Kosten einen Privatarzt. Die Unter, uchungdcS KindeS ergab lebensgefährliche Erkrankung mit 40 Grad Fieber. Der Magazinsarbeiter wurde dafür, weil er einen Privatarzt rief und nachdem dessen Diagnose dem Bahnarzt zur .Kenntnis gelangte, mit Worten, wie: Glauben Die. ach bin euer Tofstotmcr, von euch hav' ich ja so nichts von D res ein höfliche» k. k. Oberbeamten angeflegelt. Einem zweite» MagazinSarbeiter behandelte dieser liebenswürdige Herr seine an Scharlach erkrankte» Kinder. Die Behandlung war eine solche tote zu Zeiten des Blute schröpsens und erstreckte sich nur auf das Scharlachfieber. Ilm eine dem Scharlach zumeist folgende Nachkrankheit. welche unter Umständen gefährlicher als die augenblickliche Krankheit sein kann, kümmerte sich der Bahnarzt nicht mehr, denn es sind ja nur Kinder eines Arbeiters und sobald das Scharlachsieber sowie Ausschlag verschwunden war. betrachtete er seine Aufgabe für erledigt. AlL jedoch der Urin eines erkrankte« Kindes dem besorgten Vater bedenklich vorkam, ließ dieser den Urin sowohl vom Bahnarzt als auch vom Privatarzt untersuchen. Der Privatarzt fand Eiweiß vor und_ konstatierte Nierenentzündung, der Bahnarzt aber sagte: „Sie habe» immer w a S, Sie sind gescheiter w i e ich, ich finde in dem Urin nichts." ' Beim ältesten, achtjährige», Buben .stellte» sich 14 xagc noch Verlauf des Scharlachfiebers Anschwellung des Halses mit schmerzhafte» Schling- und Atembeschwerde» ein. Nachdem der. Balmarzt gar nicht mehr noch,ehe» kam und auch die Eltern Mißtrauen gegen denselben hatten, wurde auf eigene Kosten ein Privatarzt zu dem Bube» verlangt. Dieser und nvlh ein zweiter Privatarzt ginge» aber nicht zu dem Kinde, sondern erklärten, sie wolle« m 11 dem Herrn k. k. Oberbezirksarzt keine Unannehm-l'ichkeite« haben. Infolgedessen waren die Eltern »euer-dinns ncAtonn^cn, dem Bahnarzt den Zustano des kranken KindeS zu schildern und zu bitten, dah er docki wieder etnmol Nachsehen kommen möchte. Ter Bahnarzt war zwar sehr ungehalten darüber, kam aber schließlich dock, mit dem Gruß: Wo ist der B u b. der e r st i ck e n soll ins Krankenzimmer. Die Behandlung bei der Untersuchung des in große« Schmerze» sich befindenden Buben war für die Eltern empörend und erklärte dieser liebenswürdige Arzt nach statte gehabter oberflächlicher Untersuchung: „GS ist nicht so gefährlich, man stirbt nicht s o g e s ch w i« d„ die Mandeln sind halt angeschwollen und muffe», wenn die Geschwulst nicht zurückgeht, herausgenommen werden." Als sich nach Verlauf einiger Tage vlotzlich Brechreiz einstellte, wurde schnell ein Privatarzt verlangt, welche« auch nach viele« Bitte» spät abends zum Kranken kam. Der Arzt untersuchte den Buben und konstatierte zur größten Bestürzung der Eltern, dah eine starke Entzündung des Herzfleisches vorhanden ist und der Bub kaum mehr die Nacht überleben dürfte. Er starb auch tatsächlich noch in der Stacht und die untröstlichen Eltern haben das Gefühl, daß der Bahnarzt durch seine Nachlässigkeit viel dazu beigetragen habe. Derartige Zustände will das Personal nicht mehr länge# dulden und überlaßt es der Oeffentlichkeit. zu urteilen. Warum Dr. Gauer. welcher als k. k. Oberbezirtsarzt ein schönes Einkommen hat. seine Kinder bereits versorgt und außerdem einige Häuser besitzt, sich an dem schmale» Profit eines Bahnarztes so festklammert, dessen Leistungen ihm augenscheinlich eine Ucberbürdung bedeute», ist dem Personal sehr gut bekannt und ist selbes auch fest entschlossen, wenn diese Zeilen nicht dazu beitragen, daß dieser rate Herr lungeren Kräften Platz macht, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln korporativ cinzugrcisen, um sich selbst von diesem unbeliebten Herrn zu befreie». Spittal an der Drau. (53 o m L o k o m o t i v p e r-soua l.) Noch sind zwei Jahre nickte verflösse», seit der Schlußstein des großen AlpenbahnenprojektS durch die Eröffnung der a» Naturschönheiten so reichen Tauernbahn gelegt wurde, und täglich, ja stündlich mehren sich die Klagen des auf dieser Strecke Bedienstete» Personals. Immer aufreizender wirkt das Vorgehe» der Vorgesetzten, nicht allein der höheren, mit ihren oft gänzlich unverständlichen Erlässen und Verordnungen. die oft nur dazu beitragen, das Personal unter sich durcheinander zu bringen, sondern auch jener kleinen, die sich wohl an den schwer erkämpften Errungenschaften der anderen Bediensteten gütlich tun, und die noch immer trachten, nach jenem alten System: nach u n t $» drücken und nach oben kriechen, für fich eine Ausnahmsstellung zu erreichen. Am krasseste« treten diese Verhältnisse beim Maschinenper- loncrl zutage; die Sparwut und Tantiemenwirtschaft rc. feiern -wahre Orgien. Die Folge davon ist eine aus Maßlose grenzende Ausnützung des Personals. Was den Verdienst anbe-tangt, so wird jeder vernünftig denkende Mensch einsehen, ' . t> üuf. einer Strecke, wie Spittal-Schwarzach-St. Veit, von c Länge von 81 Kilometern mit durchwegs 25 bis SO Pro-mtllc Steigung respektive Gefälle unter 18 Tunnels von 200 vis über 800 Meter Länge, abgesehen von dem beinahe 9 Kilometer langen Tauerntuuuel, das Maschinenpersonal für diese Außergewöhnlichen Strapazen auch eine entsprechende Entlohnung findet. Als hauptsächlichste Entschädigung des Ma-Ichlnenpersonals für die Strapazen und Mehrverbrauch an Kleidern re. gelten die Kohlenprämien und das Kilometergeld. OM Anfang schien e5, als wollten dies auch unsere matz-gevenden Herren einsehen. Der Verdienst war noch so ziemlich gut. da bas Ausmaß "c? Brennstoffes cm entsprechendes war. Seit einiger Zeit haben es die Herren auf unsere Prämien abgesehen; eilte Jicdu^tcrun^ bcs» Ausmaßes folgt bei* anderen, und um dem ganzen die Krone aufzusehen, nahm matt mit 1. Jänner 1011 fllctch cutc Reduzierung von 50 Kilogramm per 1000 Bruiio-luometei und bei der Reserve um 20 Kilogramm per Stunde vor. Man weiß nicht, können die Herren nicht rechnen, wie Gittlchncidcitb diese Maßnahme wirkt, oder halten sie uns alle zusammen für Idioten, daß sie glauben, einen solch unerhörten -liaubzng aus unsere Taschen werden wir uns, ohne zu mucksen, ticsaUan lassen? Die Herren mögen sich nicht einer Täuschung hrngeben, denn auch dem Ruhigsten reißt einmal die Geduld. Schon längst machten wir Vorstellungen, um die Fahrzeiten^ namentlich zwischen den Stationen Penk-Ober-Vellach-Mallnitz, zu verkürzen, damit matt durch die neun hittier-cumttbcrlicgcitbcit Tunnels schneller hinauskommt. Doch ver VI.» Oi —f.j ... . * ••. v— > " v - *• •• | v »•« v k. iuli) vvmv || v* neu Ruhezeit zur Ausnahme enbloser Protokolle hinfteUcn, ,’unb zwar vor einem Menschen, der gar keinen Begriff vom 'Fahrdienst hat, wie es unser derzeitiger Vorstand Herr In- genieur Schalter ist. Hefters werben Kontroll- und Jnspeltionsfahrtcn unternommen. Doch die Herren Inspektoren urtb Kommissäre haben herausgesunde», baß es ihrer Gesunbheit nicht zuträglich wäre, eine solche Fahrt einmal auf ber Schnbmaschine , undi bet einer Belastung von über 600 Touueu mit31tmachc.it. iWch utc hat sich einer der Herren den Quatcu einer solchen ö-aljrt zwischen Penk und Obcr-Vellach ausgesetzt, wo das Personal infolge der enormen Hitze und Stickluft fortwährend ttt Erstickungsgefahr ist ltitb abwcchseliib in Schweiß gebadet und kaum aus beut Tunnel heraus, wieder vor Kälte geschüttelt wird. Von einer Verkehrssicherheit kann hier gar reme Siebe sein; wenn die Zugsmaschine bereits in den zweiten oder gar schon im dritten Tunnel einfährt, wahrend me Schubmaschine noch im ersten steckt. Wenn die Kraft der Lokomotiven auf das äußerste ausgenützt und alles in Dampf und Rauch gefüllt ist, da möchten wir den Menschen kennen, der da noch ein Signal, sei es mit der Mund- ober mit ber U.ampspfcise wahrnimmt. Jeder vernünftig benkeitbe Mensch wird einseheu, baß ein solches Personal seinem Körper die Notwendige Nahrung, Ruhe unb Pflege gönnen mutz. Daß das aber mit dein jetzigen Verdienst und diesem mörderischen Turnus nicht möglich ist, wollen unsere Bureaukrateu nicht begreifen. ■ r Ihr Herren, gebt euch einmal die Mühe und schaut euch das Personal an, wenn es nach jo einer Tonr in Mallnitz oder Spittal ankommt, wenn ber Führer anstatt auf feinem Platz xietiit Regulator,^ die halbe Strecke am Tender Kohlen vor-loie Hc auSschattcit, mit Schweiß bedeckt, mit rwevschuttet mtb am ganzen Körper zitternd vor An. '.^er das spielt feilte Rolle, wenn nur genug Fracht -befördert imto und die Tantiemen nicht leiden. —'eiistlciftuitg bcs Personals beträgt monatlich bis « )n'"- diversen Nebenbeschäftigungen im jpu04|au»,- U)tc Auswaschen rc. Davon kommen zwei Drittel •,UJ ^achtstundeii.^Bei Zug Nr. 762 geht die Ausnützung schon 7 itr ’ aeuannter Zug fährt in Spittal um i].1' abends ab, kommt mit 12 Uhr 26 Minuten nachts nach Schwarzach-St.' Beit. Dort wird umgebreht, aus« gerüstet und schiebt Zug 761 (Abfahrt 1 Uhr 47 Minuten nacht») bis Backstein. Ankunft 4 Uhr 19 Minuten früh, dreht wieder um und führt in ber dreizehnten Dienststunde den -ßcriouüuzug Jl. 722 (2I6fcif)rt 5 Uhr 24 Minuten früh) nach «chwarzach, Ankunft dortselbst um 6 Uhr 28 Minuten früh. ioll da noch eine ^erantwortuns; übernehmen, lvenn oie,em Personal etwas Menschliches passiert? Bei größter An-itticugung ist cs oft nicht zu verhindern, baß einmal dem einen oder dem anderen die Augen zusallen, ein Signal überfährt oder sonst ein Hindernis übersieht und auf solche Weise bas ~ebeit und bic Gesunbheit der Reitenden und des Personals gefährdet. 1 Wir haben auch noch einen zweiten Turnus, den sogenannte» Milöseturnüs, wen» man da überhaupt von einem Turnus reden kann, denn vorgezeichnet ist er wohl, aber in den seltensten Fällen wird er eingehalten. Die Einhaltung , bangt meistens von dem Protektorat der Herren Maschinenmeister ab. (Wen wir damit meinen, bas wird Herr Sliaßny sehr gut wissen.) Wir wollen uns heute nicht damit befassen, *PeiI wir sonst diesem Herrn in seiner zwiefachen Rolle als Denunziant und Hetzer zu viel Ehre antun würden. Wir wollen uns jetzt mit Herrn Vorstand Sch aller befassen, der sich in seinem Eigendünkel immer was zu vergeben glaubt, wenn ein Bediensteter mit ihm etwas zu tun hat. Unter uns Md Männer, die auf eine lange anstc-ndslose Dienstzeit zurück-mtefen, die zu einer Zeit, als der Herr Vorstand noch die Schulbank Drückte, den Eisenbahndienst versehen haben. Dieses glaubt, daß.er Buben vor sich hat, für bic es nur Pflichten und keine Rechte gibt. Kommt ein Bediensteter mit einer Beschwerde zu ihm »egen anstrengendem Dienst oder sonst etwas, so heißt es glctch: '„Geh'n S' nicht so viel in die Wirtshäuser, bleiben S' zu Hause und schlafen Sie sich aus." Will man über Turnus-öngelegetthcitcn sprechen, da ist man gleich ein Hetzer und Auf. nnegler, weil er einen Lokomotivführer zu minder findet, ihm, dem hochwohlgeborenen Herrn Vorstand, eine Aufklärung zu öcoen. Von gewissen Herren aus der Maschinenkanzlei, von venen läßt er sich wohl die Ohren vollblasen, weil diese ja den »ahrdienst entschieden besser verstehen als der Führer, der den Anertit versieht. Viel besser wäre es freilich, wenn sich der Herr i•vorstand mehr um das Wohl der Bediensteten annehmen wurde, und bei Gelegenheit seiner Villacher Fahrten beit maßgebenden Herren auch einmal zu zeigen, wie es in Bezug ?ui unsere Dienstleistung in Wirklichkeit aussieht und wie cs ?eK Wahrheit entspricht. Aber das kann nur ein Vorgesetzter, «er wirklich ein Herz unb ein Verständnis für feine Unter» Gebettelt hat, der infolge seiner eigenen Tüchtigkeit den Mut iaufbringt, auch am rechten Platz ein rechtes Wort zu sagen. fjncn solchen Vorgesetzten werden wir gebührende Achtung Agenten. Wir hoffen, daß diese Zeilen eine Aenderung zum •besseren bewirken mögen, da wir sonst gezürnugen sind, uns an dieser Stelle baldigst wieder zu sehen. . ZumjSchluffc noch ein Wort an alle Kollegen: Laßt die peinlichen Streitereien, welche mir zu dem Zwecke von gewisser ^ene geführt werden, um Uneinigkeit unter uns zu bringen. " bedenkt, wir alle haben die gleiche Not, Vereinigen wir uns, dann werden wir uns nicht mehr der Willkür solcher Vorgesetzter aussetzen brauchen. Aussig. (Aussig-Teplitzer Eisenbahn.) Recht erbauliche Sachen kamen anläßlich eines Streites zwischen einem StationSmeisteranwärter und einem Kanzlisten ans Tageslicht. Uns liegt es ferne, sich in derart schmutzige Angelegenheiten zu mischen, denn früher oder später mußten ja diese Zustände ohne unter Zutun zu Ohren der Direktion kommen. Siun aber die Angelegenheit einmal im Rollen ist, können wir nicht umhin, der O-fsentlichkeit zu zeigen, welch skrupellosen Jnbivibuen baS Aussiger Personal ausgeliefert ist. Wir haben bereits einmal auf bas Treiben dieses Kanzlisten aufmerksam gemacht. Dieser „Herr", ehemals auch ein Roter, hat aber, wie bei Streberseelen üblich, bald seine Gesinnung im Stich gelassen und unter dem damaligen System Ofner-Schön, wo das Spitzelwesen systematisch gepflegt wurde, kam er auch bald zu einem gewissen Ansehen. Als ..praktischer Manu" wußte er nun auch das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden und seine bekannten Machenschaften brachten ihm einen schönen Nebenverdienst. Wir könnten mit einer Fülle von derartigen Fallen dienen, warten jedoch erst den Urteilsspruch der Direktion ab. Sollte wieder ein Unschuldiger büßen müssen, bann werben wir dieselben veröffentlichen. Unserin Personalvorsiand Herrn Kontrollor E r n st können wir nicht jede Schulb absprechen. Solche Sachen mußten ihm bekannt sein. Wir wäre es sonst möglich, baß einzelne Kondukteure ganz offen erklärten: „Wenn mir Herr Ernst keinen IIrlau6 geben will, so g. be ich bunt Kanzlisten P... eine Krone und dann bekomme ich denselben sofort." — £jft baü eine gerechte Dienstvorschreibung? Dasselbe würbe im heurigen Fasching mehreremale praktiziert, wo verschiedene Freunberlit dieses Kanzlisten Bälle besuchten mtb von gewissen Zügen Urlaub bekamen, von welchen ein anderer nie mtb nimmer frei bekommen kann. Daß Derartige Falle nicht geeignet sind, das Ansehen des Herrn Personalvorstandes zu fordern, ist loßisch. Noch^ einen Punkt müssen wir erwähne», u»b dies betrifft die Vortragungen, von Schlußmännern zu Personen-ziigeit. Diese Angelegenheit haben wir schon einmal besprochen. Es wurde auch damals etwas geändert, doch scheint jetzt die alte Willkür wieder Platz zu greifen. Zeigt cs etwa von Gerechtigkeit, wenn man einen Dienst, welcher nicht ber leichteste ist, erst erbetteln muß, ui» bei beit mißliche.» Verhältnissen auch einmal etwas mehr verhielten zu können? Jetzt steht bic Sache so, baß derjenige, welcher Herrn Ernst gegebenenfalls auch etwas vorlügen kamt und recht bettelt, erst vorgetragen wird. Bei dem Werkstättendienst wurde genau Buch geführt, damit ja eilt jeder darankommt. Wäre dasselbe nicht auch bei den Persoiieiiziigsschlußmännern möglich? Es wäre eine Beleidigung des gesamten Zugspersonals, welches ja ob seiner Intelligenz oftmals gerühmt wurde, wenn Herr Ernst dasselbe in seiner Gesamtheit nicht für fähig halten sollte, diesen Dienst zu versehen. Wir hoffen, daß hier baldigst eine gerechte Aenderung Platz greift. Wir appellieren an unseren StationSvorstand Herrn D i t t r i ch, be.it Herrn Personalvorstand zu veranlassen, hier mehr Unparteilichkeit unb Gerechtigkeit walten zu lassen. Innsbruck. (Heizhaus Franz an s feste.) Das hiesige Lokomotivpersonal sieht sich veranlaßt, einmal bic Verhältnisse im Heizhause Franzcnsfeste zu kritisieren. Bekanntlich ist Franzensfeste für die Zugförderung eine Disposttions. station, das heißt ein Heizhaus, in welchem die angekommenen Lokomotiven des Heizhauses Innsbruck, Bozen mtb Lienz ausgerüstet werben. Obwohl gerabc bas Heizhaus Franzens, feste als eine der größten Ausrüstungsstationen angejehen werden kann, da dort täglich bis zu 300 Tonnen mtb mehr Kohle verausgabt wird, so betrachtet unsere löbliche Maschinendirektion dieses Heizhaus nur als Hilfsstation und hält demzufolge beinahe gar kein Personal dort. Wie verfehlt nun diese Idee, beweist der Umstand, daß Lokomotiven, welche mit einem kleinen Defekt dort entkommen, wegen Mangel oit Schlossern nicht repariert werden können und deshalb auf der Strecke liegen bleiben und erst eiitü andere Lokomotive verlangt werden muß, um beit Zug weiter zu befördern. Der Gesellschaft ist hierdurch gewiß schon großer Schaden erwachse». Die löbliche Mas ch inend irckt io» will trotzdem nicht einsehen, daß schließlich^cin paar gute Schlosser billiger komme» würde», als das Fehlerhaftwerden ganzer Lokomotiven. Freilich, gespart mutz >'t erster Linie beim Personal werden. Ebenso bedauerlich ist cS mit dem dortigen Stand des Lokomo-tivpersouals bestellt. Die laut Turnus erforderlichen Partien müssen täglich noch drei bis vier Ersordernisdienstleistungen, welche nicht im Turnus sind, übernehmen. Die Folge davon ist, daß beinahe nie eine Hansbereitschast anzutreffen ist und muß das ankoutmende Lokomotivpersonal die Maschine selbst ausrüsten. Dadurch verlieren diese oft eine geraume Zeit ihrer Ruhezeit. Am allermeisten trifft dies bei den Zügen 101, 111, 29/Il und 141, welche mit Zug 142 oder 96 retourfahren müssen. Häufig genug fehlt es sogar au den nötigen Kohlenarbeitern, wodurch das Aus rüsten verzögert wirb. Wir haben des öfteren Gelegenheit zu sehen, wie der diensthabende Souschef in Ermanglung von Kohlenarbeitcrn selbst die Kohlcnhttudc schiebt und Lokomotive» ausrüstet. Die Gesellschaft hat Unsummen Geldes für diese äußerst praktische Kohlenanlage ausgegeben, auch an der Ausrüstung der Werk, stättc fehlt cs nicht. Eine sehr nute Drehbank für Kleinarbeiten sowie cittc Schmiede stehen vollständig unbenützt. Also, kolossale Wertanlagen, jedoch keine praktische Ausnützung. So arbeitet unsere Maschinendirektion. Freilich ist iit anderen Fachabtci-lungett oft genug dasselbe Spiel. Am meisten fühlbar macht sich diese ErsparnngSwirt-schaft beim Vcrschubdicnst. Bei einer so großen Kohlcnbcwe-gmtg hat dort eine Hausreserve, die von der Hausbereitschaft bedient werden soll, beinahe den ganzen Tag zu verschieben. Da aber, wie oben erwähnt, die Hansbereitschaft meistens aus der Strecke ist, so sieht sich der diensthabende Souschef genötigt, selbst den Dienst eines Lokomotivführers zn übernehmen und zu verschieben, so ibafj nachmittags oft stundenlang kein ©mische f zu sprechen ist. Aber das Schönste vom Ganzen kommt erst. Im Heizhause FranzenSscste sind Maschinenmeister, sogenannte Lokomotivführer, welche wegen geschwächter , Sehkraft vom Fahrdienst abgezogen wurden und eigentlich niemals mehr eine Lokomotive i» Gang setzen sollen. Ferner fehlt cs an gutem Verschubperseual, wahrscheinlich auch aus Sparsamkeit der Maschinendirektion. Dabei wird täglich mit einem blinden Lokomotivführer und ein paar unkundigen Kohlen-arbeiter» herumkutschiert. Wenn man sich die letzteren Kräfte ansieht, so darf es einem gewiß nicht wunder», wenn man hört, wie häufig Lokomotiven utib Wagen zertrümmert werden. Alles aus Sparsamkeit. Lieber großen Materialschaden, als genügend und^ geschulte Kräfte. Daraus ist es zu erklären, daß ber bortige Herr Heizhauschef häufig mit Unwillen dem Personal begegnet. Wenn in diesem Heizhaus einmal ein Unglück passiert, wo wird man da den Schuldigen suchen? Es frägt sich hier nur noch um eines: Welche Sparsamkeit an gutem Personal geht Weiter: die des Herrn HeizhattschesS oder die der Maschinendirektion? Gelesene Nummern des „Eisenbahner" wirft man nicht weg, sondern gibt sie an Gegner und Indifferente weiter. Brünn. Ueber Auftrag der k. k. Direktion für die Linien! der Staatseisenbahngefellichaft ist in den Kasernen des Zug« begleitungspersonales die Bestellung der Handtücher eingestellt worden. Wir waren erstaunt, mit welcher Eile und Prä-i zifion diesem Direktionsauftrage von seiten der P. Ti SationL^ Vorstände entsprochen worden ist. Es wird gewiß niemand den in Gebrauch gewesenen Hadern, genannt Handtücher, eine Träne nachweinen.. Es soll aber nicht unerwähnt bleiben, daß da gleich alles auf den Beinen war, wo. es galt, dem Personal etwas wogznnehmen, jedoch dieselben Faktoren keinen Finger rühren, wenn den schon lange bestehenden Anordnungen derselben $. k. Direktion zu entsprechen und biSjenigc in diese Kasernen oeisteilen zu lassen, was bas Personal benötigt. So ist laut Kasernettordnmtg strengstens untersagt, sich mit den bloßen Kotzett zuzudecken und soll hierzu das Vorhang bette zweite Leintuch unb hierauf erst ber Kotzen verwendet werden. Was sollen aber bic Zugsbeglcitcr tun, wenn, wie in der Station Böhmisch-Trüban, auf keinem einzigen Bette der Güterzugsbegleiter eilt zweites Leintuch vorhanden ist? In ben Kasernen soll die Anzahl der Betten so groß sein, daß auf je einen Mann zirka 15 Kubikmeter Luftraum entfällt. Wie diese Vorschrift eingehalten wird, davon ivtssen die Zugsbegleiter, welche gezwungen sind, an verkehrsreicheren Tagen in Böhmisch-Trüban zu übernachten, ein Liedchen zu singen. Da findet man viele Betten mit je zwei Man« belegt, die S i tz bänt e, ja sogar der Tisch wirb als Nach Uager. benutz t. Trotzdem schon vielmals Beschwerben vorgebracht wurden oder die Betroffenen um Zuweisung eines Beltes oder um Bestätigung über die außer-halb der Station verbrachte ilebeniachtung verlangten, geschieht von gliedern nichts. ES wird keine weitere Kaserne er-. richtet, kein Bett irgendwo zugewiesen.' Ju dss» Kasernen des Prager und Olmv'her Zugbegleitungspersonals ist es um nichts besser. Die Bestätigung über außerhalb der Station verbrachte Uebcrnachtimg wird vom jeweiligen diensthabenden Beamten Verweigert, und nur der eine gute Rat wird den Beschwerdeführenden erteilt, zu. warten, bis ein Mann oder eine Zugspartie aufstcht. Daß _ solche Zustände unhaltbar, höchst ungesund mtb sanitätswidrig siitix wirb wohl jedermann einsehen. Darum möchten wir auch auf diesem Wege an die k. k. Direktion für die Linien ber Staatseiscnbahngesellschaft das biensthSsliche Ersuchen Helle», de n Herr?. Stationsvor-staub in Böhu>iich-Triibau mtb auch in Tischnowitz anzuord« tten, nicht nur die Kasernenordnung in ben Ubilationen zu veröffentlichen, sondern auch darauf 0u sehen, vatz durch gute Instandhaltung der Kasernen dem Personal ber Aufenthalt in .diesen möglich gemacht werde. .________ Konferenz des Wiichterpcrsvnal^ der Staatsbahndirek-, rionSbezirkc Villach und Triest. Am Sonntag den 19. Februar fand in fttagenfurt iit Türlers Gasthaus.eine Konferenz der Vertrauensmänner des Wächterpersonals der DircktionSbezirke Villach und Trieft ciifgegcuticljmeii unb baß über die tochrittc beraten werden tonne, wie eine Veröesse.run^ bei: Dienst tu rnnsse herzige führt werden könne. Zn der. Konferenz waren von 22 Ortsgruppen 34 Delegierte erschienen. Anwesend waren ferner Personal-SommiffionSmitaltcb Genosse DoUinaer unb von der. Zen^ tntfc Genosse Adolf Müller. Zum Vorsitzenden der Konferenz wurde Genüsse Mach ne (Dl. B>it.an der (Man! und.als Schriftführer Genosse Skrube (Klagenfurt) gewählt. Ge-nosse D o 11 i n g c r. erstattete einen ausführlichen Bericht über seine Tätigkeit als Pcrsonalkommissionsmitglieb, der mit großem Beifall ausgenommen wurde. Die _ Konferenz nahm einstimmig einen Antrag an, wonach Genossen Dollingcr ber Dank für seine Tätigkeit in der Personaikommtssion ausgesprochen wurde. träge beraten. —......... . „ . , . .. . in der Zentralpcrsonalkominission unb in ben einzelnen Perso-nalkommissiouen eingebracht mtb beschloß daher, die Konferenz, att diesen Anträgen festzuhalten. Mit Rücksicht darauf, daß aäc diese Anträge bereits wiederholt veröffentlicht wurden (siehe zum Beispiel die Verhandlungen Über die Zentralpersonalkommission, Sektion Diener, im Jahre 1910, „Eisenbahner" Nr. 19, 22, 23, 25, 26, 21, 29 und 32/1910), nehmen wir von cittem neuerlichen Abdruck dieser Anträge Abstand. Be-soubers eingehenb beschäftigte sich bic Konferenz mit der Frage ber balbmöglichsten Erreichung ber brennendsten Forderungen des Wächterpersonals, zum Beilpiel der Nachtdienst-zulagc, der Gewährung gekürzter Vorrückungsfristen für die älteren Diener, der Quartiergeldregelung. Diesbezüglich« erstattete Genosse Müller ein ausführliches Referat. - Er verwies dabei insbesondere auf den Umstand, daß Stogeord* neter Genosse Tomschikbei den diesjährigen Verhandlungen Über baS Bubget des EisenbahnministeriumS neuerlich, so wie im Vorjahre, beantragen wird, baß die zur Erfüllung dieser dringenden Forderungen nötigen Beträge in das Budget des Eisenbahnministeriums eingestellt werben. Es wirb sich nun zeigen, ob bic bürgerlichen Abgeordneten diese Förderungen wieder ablchnen werben. Ist bicS ber Fall, so wird die Organisation dazu in entsprechender Weise Stellung nehmen. Die einzelnen Delegierten beschäftigten sich in der Diskussion ausführlich mit dieser Frage unb alle waren ber einmütigen Meinung, daß auf eine neuerliche Ablehnung biefer bringenden Forderungen eine energische Antwort seitens des Personals erfolgen müsse. Im Sinne dieser Anschauungen beschloß die Konferenz einstimmig einen Antrag, dahingehend, baß bic -Organisation mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln trachten soll, im heutige« Jahre bic dringendsten Forderungen des Personals durchzusetzen, anderseits verpflichten, sich bie Delegierten, die Kollegenschaft über bie bestehende Situation entsprechen!) aufzuklären und für die Stärkung und den Ausbau der Organisation mit aller Kraft zu arbeiten. Des weiteren beschäftigte sich die Konferenz ausführlich mit der Frage der Regelung der Dienstzeit. Diesbezüglich wurde beschlossen, daß eine dreigliedrige Deputation die entsprechenden Vorarbeiten zu treffen und darauf die Forderung wegen Einführung des 16/lCfHmbigen Dienstes beim Eisenbahmninisterium entsprechend zu vertreten hat. Gewählt wurden in die Deputation vom Staatsbahndirektionsbezirk Villach Pcrsonalkommissionsmitglieb Genosse SDotliuger, Josef Kall (Mallnitz) und Hermann Tiefe nböck (Admont). Die Durchführung der Wahlen in die Deputation für den Triester Direktionsbezirk wurde dem Sekretariat Triest zugewiesen. An der Deputation soll auch Zeiitralpcrsonal. iommifsionSmitglicd Genosse Sommerfeld teilnehmen und wird die Zentrale um bic nötige Unterstützung in dieser Aktion ersucht. Beim Punkt „Eventuelles" wurden noch einige Orga-msationSangelegenheiten besprochen und schloß hierauf der Vorsitzende Genosse M a ch n c nach einem kräftigen Schlußwort die Konferenz in später Nachmittagsstunde. A. M, ski geführten Deputation ein entsprechend verfaßtes, die iWünfche und die Forderungen dieser Kategorie enthaltendes Memorandum überreicht wurde. Die Konferenz war durch Delegierte aus allen Teilen des Landes reichlich beschickt und !nahm stellenweise einen stürmischen Charakter an. Hier der -kurze Bericht: . ; Um 10 llbr vormittags wurde die Konferenz seitens Genossen Szhdlik vom Lemberger Sekretariat durch eine kurze Ansprache eröffnet und nach Erledigung der einleitende» Formalitäten erteilte der Vorsitzende den DeputationS-mitglicdern der Reihe nach das Wort. Die Deputations,nit-glieder schilderten nach einander in einfachen Worten den Verlauf der Audienz. Sie teilten mit, daß sich der Minister zum Abgeordneten Genossen Tomschik, welcher die durch die Deputationsmitgliedcr vorgcbrachten und in dem den, Minister überreichten Memorandum enthaltenen Wünsche der Bahnrichter befürwortete, äußerte, daß Genosse Tomschik den Bahnrichtern nicht viel versprechen und keine großen Hoffnungen machen solle, „da dies nur gewöhnliche Arbeiter feie n", was große Erregung der Konferenzteilnehmer hervorrief. Dasselbe war bei der Mitteilung der Aeußerung des Ministers der Fall, daß die Bahnrichter nur «üsführende Organe seien, die die von den Bahnmeistern erhaltenen Aufträge und Weisungen anszuführen hätten. (Was, nebenbei bemerkt, in den neueren Zeiten der Zertifikatisten-Bahnmeister nicht ganz stimmt.) Von allen seitens der Deputationsmitglieder vorgebrachten und iin betreffenden, dein Minister überreichten Memorandum enthaltenen Wünsche der Bahnrichter versprach derselbe nur, die Forderung betreffs der Beteiligung der Bahnrichter mit Regenmänteln in Erwägung ziehen zu wollen, respektive zu studieren. Betreffs aller anderen Wünsche und Forderungen verhielt sich der Minister in höflichster Weise mehr oder minder ablehnend. ' Dieser Bericht der Deputationsmitglieder rief eine sehr lebhafte und langandaucrnde Diskussion seitens der Konferenzteilnehmer hervor. Speziell gegen die Auffassung des Ministers, daß die Bahnrichter nur ausführende Organe der seitens der Bahnmeister ihnen erteilten Aufträge und Weisungen seien, sowie, daß selbe im übrigen „gewöhnliche" Arbeiter seien, Ivurde seitens aller Redner entschiedenst Stellung genommen. Sodann wurde ein Antrag eingebracht, die Zentrale zu ersuchen, in nächster Zeit eine nochmalige Reichskonferenz der Bahnrichter aller Bahnen Oesterreichs nach Wien einzuberufen, um über die nun einzuschlagenden Wege zur Erreichung der Verwirklichung der Forderungen der Bahnrichter zu beraten. Hierauf ergriff Genosse Szhd- l i k, als Vertreter des Lemberger Sekretariats, das Wort, welcher in einer längeren Rede die Ursachen des passiven Verhaltens des Eisenbahmninisteriums gegenüber den Forderungen der Bahnrichter besprach. Betreffs der Auffassung des Ministers bezüglich der Bahnrichter, daß selbe nur ausführende Organe der ihnen seitens der Bahnmeister erteilten Aufträge und Weisungen und im übrigen nur „gewöhnliche" Arbeiter seien, meinte Genosse Szydlik, daß sich die Bahnrichter hierüber nicht aufregen sollen, denn jeder Eisenbahner weiß, wie lange ein intelligenter Oberbauarbeiter bei schwerer Arbeit praktizieren mutz, um Visierer und dann Bahnrichter zu werden, und daß das.. was der jeweilige Cisen-bahnminister den unterschiedlichen Deputationen sage, nur die jeweilige Information sei, welche ihm seitens der betreffenden Organe im Eiscnbahnministerium vor den diesbezüglichen Audienzen cingeblasen wird. Das komme davon, weil die Lehrzeit eines Eisenbahnministers in Oesterreich bedeutend kürzer sei, als die eines Bahnrichters, und sich zumeist nur auf Fahrten in der I. Wagenklasse reduziere. Uebrigens wissen heute die Eisenbahner schon, daß die Eisenbahnen Oesterreichs einen Eisenbahnminister mit vorvcnannter — oder auch gar keiner — Eisenbahnpraxis aushaltcn können, Bahnrichter jedoch, ohne vorherige langjährige Fachpraxis aber absolut nicht." Die Ausführungen des Genossen S z h d I i k fanden ungeteilten Beifall. Sodann wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die am 19. Februar 1911 in den Lokalitäten der Lemberger Ortsgruppe tagende Landeskonferenz der Visierer und Bahnrichter Galiziens und der Bukowina nimmt den Bericht der Deputationsmitglieder über den Verlauf und das Resultat der Audienz vom 15. Dezember 1910 beim gewesenen Eisen-bahnminister Wrba zur Kenntnis und spricht ihr Bedauern über die Auffassung desselben betreffs der Einschätzung der Dienstleistungen der Bahnrichter sowie über das passive Verhalten gegenüber den Wünschen derselben aus. Gleichzeitig ersucht benannte Konferenz die Zentrale des Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewcrkschaftsvercincs, in nächster Zeit eine nochmalige Reichskonfercnz der Visierer und Bahnrichter aller Bahnen Oesterreichs nach Wien einberufen zu wollen, um über die weiteren Schritte zur Erreichung ocr Verwirklichung der Wünsche und Forderungen dieser Kategorie zu beraten." Die Resulütion wurde angenommen. Sodann wurde noch das AgitatiouSkomitee und die Vertrauensmänner der unterschiedlichen Linien gewählt, worauf die Konferenz — nach vierstündiger Dauer derselben — seitens des Vorsitzenden mit einem kräftigen Appell zur weiteren unermüdlichen Agitation geschlossen wurde. Seil. Falkcnn» n. d. Eget. Am 12. März dieses Jahres tagte hier eine sehr gut besuchte Versammlung, in welcher Dienstesund Organisationsangelcgenheiten besprochen wurden, lieber Antrag erfolgte die einstimmige Wiederwahl des gewesenen Vertrauensmannes der Verschieber, des Genossen HanS Schindler in Falkenau. Zum zweiten Punkt sprach Genosse Alois Albert über die schlechten Dienstes- und Lohnverhältnisse. Er betonte, daß die Verschieber trotz ihrer aufreibenden Tätigkeit eine der entrechteten Kategorien war und daß nunmehr ihre besser gestellten Verhältnisse in Bezug auf Salm, Dienstzeit und vieles andere mehr nur ihrem geschlossenen Zusammenwirken zuzuschreiben ist sowie daß alle diese Verbesserungen nur dem energischen Vertretungen des Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschastsvereincs zu verdanken sind. Er schilderte das feige Auskneifcn der nationalen Delegierten, die als Vertreter des Kondukteurvereines das Personal bei den Verhandlungen vertreten sollten, die aber auf halbem Wege wieder Umkehr machten. Als Hetzer und im Kampfe gegen unsere Organisation ist den Reichsbündlern ein Lob gewiß nicht abzusprechen, daß sie (die Reichsbündler) aber gerade die Kategorie der Verschieber als geeignet betrachteten, den Herren Beamten und Reichsbiindlern die Kastanien aus dem Feuer zu holen, das war unseren Verschiebern, die heute doch schon denkende Mänrier sind, einfach zu dumm. Die letzten Kämpfe des Personals haben deutlich gezeigt, wo die Förderer und Freunde der Interessen der Verschieber zu finden waren und sie fanden sie nur durch gemeinschaftliches Zusammenwirken in ihrer Organisation, dem Allgemeinen Rechtsschutz- und Gelverkschaftöverein. In einem Appell, sich in Zukunft nicht durch verschiedene Radaubrüder in ihrem gemeinsamen Zusammenwirken beirren zu lassen, schloß der Redner unter vielem Beifall seine sachlichen Ausführungen, worauf folgende Resolution beantragt wurde: „Die heute, am 12. März in Fenkls Gasthaus in Falkenau versammelten Verschieber erkennen mit vollster lieber-zeugung die durch den Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschaftsverein für die Verschieber errungenen Zugeständnisse an und geloben sich, weiterhin nur den Weisungen dieser Organisation Folge zu leisten. Demgegenüber erklären die Versammelten: Die Verschieber verurteilen das Vorgehen des Reichsbundes in den letzten Lohnbewegungen aufs schärfste und sprechen denn genannten Verein, gleichviel welche Herren sich unter dieser Firma verstecken mögen, das tiefste Mißtrauen aus; die Versammelten sind nicht gesonnen, sich vom Reichsbuud in einen Kampf hetzen zu lassen, den zum Wohle des Personals nur eine starke, auf internationaler Grundlage aufgebautc Organisation zu führen imstande ist; sie (die Verschieber) sind weiters nicht gesonnen, ihren Feinden und Bedrückern die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Des weiteren sprechen sie dem Reichsbund infolge der Vielseitigkeit seines Programms jedes Recht ab, in Fragen der Verschieber etwas zu unternehmen, weil erwiesen ist, 1. daß der Reichsbund eine Organisation ist, aus deren Mitte sich der Herr Eisenbahnminister Derschatta den Mann herausholte, der die berufsgenossenschaftliche Unfallversicherung vor den, Bankrott, die Eisenbahner-Invaliden aber vor hohen Renten schützen sollte, de» Mann, der durch Derschattas Gnaden den Eiffelturm zu überspringen imstande gewesen wäre, der als Goliath des Reichsbundes Hunderte seiner Kollegen weit hinter sich zurückwarf; 2. weil in Falkenau an der Spitze der Reichsbundesortsgruppe ein Mann steht, der nur durch klerikale Protektion in das Dienstverhältnis der B. E. B. wieder ausgenommen wurde, nachdem er sich vorher alle Achtung verwirkt hatte und der gewiß nicht mit Entschiedenheit sich für die Interessen des Personals cinsetzen kann und 3. weil gerade der Reichsbund die Sammelstätte bildet, wo sich die verbissensten Feinde des Personals, die servilen Streber und Speichellecker zufammcnfindcn zum Kampfe gegen unsere Organisation. Zum Schluß sprechen die Versammelten den Vertretern des Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschaftsvereines für Oesterreich das vollste Vertrauen aus und versprechen, dahin zu arbeiten, daß jeder Verschieber auch Mitglied des Vereines wird, weil nur dadurch auch diese Kategorie zu ihren Rechten gelangen wird." Diese Resolution wurde ohne Debatte einstimmig angenommen. Nach einem kräftigen Schlußwort des Genossen Schindler, der betonte, das Versprechen auch zu halten, wurde die Versammlung geschloffen. Villach. Am Samstag den 4. März l. I. fand in Herrn Raimunds Gasthaus eine Werkstätten, und Heizhausarbeiterversammlung der k. k. Staatsbahn und der Südbahn statt und war dieselbe außerordentlich stark besucht. Der Zweck dieser Versammlung war, die Stellungnahme dieser Arbeiter zur Werkstätten- und Heizhausarbeitcrkonfercnz in Wien am 25. und 26. März I. I. Nach dcr_ Eröffnung derselben wurde nach eingehender Debatte beschlossen, zwei Delegierte zu entsenden, und zwar einen Südbahner und einen Staatsbahner, und wurden die Genossen Pfand! (k. k. Staatsbahn) und Matth. O n i t s ch (Südbahn) einstimmig gewählt. Hierauf wurde Stellung zum Dienst- und Entlohnungsverhältnis beider Bahnanstalten genommen und wurden Anträge zur Verbesserung gestellt und den Delegierten zur Vertretung bei der Konferenz empfohlen. Ein Genosse, dessen Frau eine Arbeiterbrotfiliale in Villach errichtet hat. bat um Unterstützung durch Abnahme von Brot und Gebäck. Es wird auf diese Filiale, welche sich auf der Klagenfurterstraße befindet, aufmerksam gemacht und den Genossen Eisenbahnern empfohlen, dort ihren Bedarf zu decken. Sodann wurde über Organisation, ihr Zweck und Nutzen ein Vortrag gehalten, der mit Beifall ängehört wurde. Den Arbeitern wird aber empfohlen, entsprechend dem Gehörten zu handeln. Bär» Am 12. März sprach hier in einer gut besuchten Versammlung Genosse K o r a n d a aus Brünn. Schwarzenau. Am Sonntag den 12. März nachmittags fand in Herrn Salmayers Restauration in Schwarzenau (Bahnhof) eine gut besuchte freie Eisenbahnerversammlung statt. Den Vorsitz führte Genofse Steinbauer. Als Referent erschien Genosse Spieß aus Wien, der über die derzeitigen Verhältnisse der Eisenbahner und die Stellung der Regierung sprach. Sein Referat wurde mit Beifall ausgenommen. Am Schluffe der Versammlung beantwortete der Referent die an ihn gerichteten Anfragen betreffs der in Schwarzenau eingetretenen Uebelstände. Wels. Am 4. März sprach hier in einer gut besuchten Versammlung Reichsratsabgeordneter Genosse Rudolf M ü l-ler über Wohnungsfürsorge bei den k. k. Staaisbahnen. Insbesondere wurden die Wohnungsverhältnisse des Welser Personals genügend besprochen und soll der Bau von Personalhäusern in Wels angestrebt werden. Graz. (Eine Versammlung der Oberbau-arbeiter der Südbah u.) Sonntag versammelten sich in den geräumigen Lokalitäten „zum deutschen Ritter" in Graz einige hundert Oberbauarbeiter der Südbahn aus nah und fern, um gegen die Verschleppung ihrer Lohnregulierung. die aus den k. k. Staatsbahnen schon im vorigen Jahre durchgeführt wurde, Protest zu erheben. Die Verfammlung war für 3 Uhr nachmittags einberufcn, jedoch waren sämtliche Räume schon lange vor dieser Zeit überfüllt, so daß die Hälfte der Erschienenen keinen Platz mehr finden konnten, obwohl alle Tische aus dem Lokal entfernt wurden. Daß die Oberbau-arbeiker mit Sehnsucht auf die Verbesserung ihrer Lage warten, bewies der Umstand, daß die große Menge bis zum Schluß der Versammlung auf der Straße vor dem Versammlungslokal ausharrte. Diese Versammlung erbrachte den Beweis, daß die Geduld der Oberbauarbeiter zu Ende ist. Genosse K a b i n g e r, Arbeiterausschußmitglicd aus Wien, der den Oberbauarbcitern die Schwierigkeiten, die sich den 'Ausschussmitgliedern bei Verhandlungen mit der Baudirektion entgegenstellen, auseinandersetzte, wird nun Gelegenheit haben, bei der nächsten Sitzung der Direktion klar zu mache», daß es höchste Zeit ist, den Wünschen der Oberbauarbeiter 'Rechnung zu tragen, da sonst die Südbahn ihr? Rechnung ohne den Wirt machen dürfte. Die Versammelten nahmen schließlich folgende Resolution einstimmig und mit großer Begeisterung au: „Die heute den 19. Februar 1911 im Gasthause „zum deutschen Ritter" in Graz tagende Massenversammlung-der Obcrbauarbeiter der Südbahn verlangt von ihren Vertretern, den ArbciterauSschußmitgliedern, bah dieselben mit allen ihnen zu Gebote stehenden Machtmitteln bei ihrem nächsten Zusammentritt dahingehend wirken, daß die Verwaltung der r. k. priv. Südbahngesellschaft endlich die Regulierung der Grundlöhne analog den k. k. österreichischen Staatsbahnen mit Rückwirkung auf den gleichen Zeitpunkt, da die k. k. Staats-bahnen die Regulierung vorgcnommeu haben, durchführt. Die versammelten Obcrbauarbeiter und mit ihnen alle ihre Kollegen auf der ganzen Südbahn, die schon durch Jahrzehnte bei ihrer schweren Arbeit am Hungertuch nagen, protestieren gegen die unerhörte Verschleppung der Grundlohnregulierung, die schon zu wiederholten Malen versprochen wurde, and erklären, daß sie nicht früher nachgeben werden, bis die Verwaltung der Südbahn ihr Versprechen eingelöst hat. Sollte die Verwaltung der Südbahn wider Erwarten auch diesmal die Angelegenheit verschleppen wollen oder nicht zufriedenstellend durchführen, dann haben die Vertreter der Bahnerhaltungsarbeiter mit ihr nichts mehr zu reden, und die Arbeiter werden sich mit den ihnen zu Gebote stehenden Machtmitteln selbst helfen." lieber einen weiteren Antrag wurde auch beschlossen, daß das bisherige Arbeiterausschußmitglied der Gruppe ,Bau» und Bahnerhaltung", Leopold Ranz in Mureck, >e:n Mandat in die Hände seiner Wähler ungesäumt zurückzulegen habe, da er seinen Verpflichtungen als Vertreter der Oberbauarbeiter in keiner Weise Nachkomme. Aus den Organisationen. Sigmundshcrbcrg. In der am 12. März abgehaltenen Generalversammlung der Ortsgruppe wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Drascht, Obmann; Fellner, Kassier; Brazda und N i e b c r tu o i e r, Kontrolle; ferner: Binder, Pfeiffer, K a l t e n b ö ck, G a a g, Johann Hube r, Fuchs, Pytlik, Neubauer und Leopold H ü t t n e r. Als Subkassiere und Vertrauensmänner sür Horn Genosse Lehr, für Langenlois Genosse D u r st m il 11 e r. Zum vierten Punkt der Tagesordnung brachte Genosse Fuchs von der Zentrale in Wien einen Vortrag über „Nationale und internationale Gewerkschaften", der allseits Anerkennung erhielt. Beim „Eventuellen" wurden noch einige Erleichterungen für die Ortsgruppenleitung und die Errichtung einer Auskunftsstunde beschlossen. Wir machen daher unsere Genossen aufmerksam, in Zukunft die Beschwerden, Wünsche, Anträge und dergleichen an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat von 2 bis 3 Uhr nachmittags dem Ausschuß im Bereinslvkal bekanntzugeben. Die Vereinsversammlungen finden am ersten Sonntag jedes Monats statt. Aendcrungen sind aus der Stntionstasel der Ortsgruppe ersichtlich. Passim. Die hiesige Zahlstelle hielt am 5. März ihre diesjährige Generalversammlung ab. Der von Genossen Z a y z c gebrachte Tätigkeitsbericht wurde mit 'Befriedigung zur Kenntnis genommen und dem Ausschuß das Absolutorium erteilt. Gewählt wurden: Matth. Stöger, Obmann, Josef Frösch!, Stellvertreter ; Johann Schmidt, Kassier, Fr. Denk, Stellvertreter; Johann Mose r, Schriftführer, Johann O b e r m a y e r, Stellvertreter; Fr. Feichter und Matth. Enzelmüller, Bibliothekare; W. Zapzc und Johann Kittl, Revisoren; Fr. Laus und Fritz F u ch s b e r g e r, Ausschüsse. Alle Zuschriften sind zu richten au Matth. Stöger, Voglau Nr. til/8, Posf au. Weipert. Bei der am 12. März abgehaltenen Generalversammlung wurden folgende Genossen gewählt: Wenzel Brückner, Obmann, Hermann John. Stellvertreter; Karl S i e h r, Schriftführer. Mitteilungen in Vereinsangelegenheiten sind an Genossen Karl Siehr, M a g a z i n s a ns s e h er in Weipert, Grund Nr. 17, in Geldangelegenheiten an Genossen Wenzel Brückner, Weichen Wächter in Weipert, Grund Nr. 17, zu senden. Lundcnburg. Montag den 13. Februar fand im Saale des Hotels „zur Krone" die Generalversammlung statt. Zum ersten Punkt berichtet der Obmann Genosse Ho 1 a f c f, daß im vergangenen Jahre 16 Ausschußsitzungen, 5 Bcreinsversanunlungen und 104 Branchenversammlungen abgehalten wurden. Der Einlauf an Schriftstücke» betrug 268, der Auslaus 207, Gesuche wurden durch die Ortsgruppenleitung sür die. Mitglieder 46 verfaßt. Der Kassier Genosse Goltwnld berichtet, daß im Vereinsjahre die Einnahmen Kr. 9367 50, die Ausgaben Kr. 9013°52 betrugen. Aus der Bibliothek wurden 764 Bücher entliehen. Die Ortsgruppe zählt 681 Mitglieder. Die Revisoren Genossen Hubalek, Ignaz Weselij und Kokinek berichten, daß sie bei ihren regelmäßigen Revisionen alles in bester Ordnung vorgefunden haben und beantragen, dem scheidenden Ausschuß das Absolutorium zu erteilen. Der Antrag wird einstimmig angenommen. Zum zweiten Punkte werden folgende Genossen gewählt: H o l a s e k, Obmann, I. H u s ch und I. P a b st, Stellvertreter; Th. Gottwald, Kassier; R. Smolik, Schriftführer; Josef Schuttes, Johann Hrdlitzka, Ferdinand Fischer, Ruppcrt H ö n i g, Franz Korinek, Ignaz W e s c I h, Fritz Hubalek, Johann T r a v n i c z e k, Anton Kilian, August Stieglitz, Otto W e j e l y, Otto L a n g h a m m e r und Anton M i k u I i c a, Ausschußmitglieder. Zum dritten Punkte referierte Genosse K o r a n d a über „Die Rechtsverhältnisse der Eisenbahner". Gleichzeitig diene den geehrten Mitglieder» zur Kenntnis, daß bei der konstituierenden Ausschußsitzung folgende Genossen ermächtigt wurden, als Subkassiere Monatsbeilrüge entgegen» zunehmen: sür die Station Lundenburg außer dem Kassier Genossen G o t t w a l d auch die Genossen Josef Husch und Josef Schuttes, sür Ravensburg: Genosse Zaua t, sür Drösing: Genosse Oberndorfer, sür Laa: Genosse Johann Sänger, sür Bernhardsthal: Genosse Neusiedler, für die Strecke Lundenburg-Zellerndors der Kondukteur Genosse Ignaz W e s e l y. Nenhaus. Bei der dritten ganzjährigen Generalversammlung der Ortsgruppe Neuhaus, die am 5. März 1911 stattfand, wurde als Obmann Genosse Franz S v a 6 e £ wieder-gewählt. An dessen Adresse (Franz S u a 6 c k, Neuhau 8, Prager Vorstadt Nr. 207) sind alle Zuschriften, die Ortsgruppen» angclegcnhcilen betreffen, zu richten. Als Vertrauensmann für die Neu-Bistritzer Strecke ivurde Genosse Wenzel Sank, Heizer, Neu-Bistritz, gewühlt. Blndenz. Bei der am 4. März 1911 stattgesundenen Generalversammlung wurden nachstehende Genossen in die Ortsgruppenleitung gewählt: Otto Siegt, Obmann, Anton R eitzenstein, Stellvertreter; Franz Müller, Schriftführer, Franz tzammerschmid, Stellvertreter; Karl Sieß, Kassier, Franz S a l l c t m c y c r, Stellvertreter; Wilhelm Sieß und Josef Lin g g, Ausschußmitglieder: Franz Gabt und Johann Fr eiseisen, Revisoren. Die Wahl der Bibliothekare ist entfallen, da laut Generalversammlungsbeschluß die Bibliothek zentralisiert wurde und ab 1. April 1911 in unserem neuen Vereinslokal, Casö Rathaus, zur regen Benützung aufliegt. Alle Zuschriften sind zu richten an Otto Sie gl, Kondukteur, B luden z, Obgaienhof31 4, in Geldangelegenheiten Karl Sieß, Kondukteur, B l u d e n z (Au). Aussig a. d. Elbe. Am 5. Mürz fand im Volkskeller unsere Generalversammlung statt, welche sehr gut besucht mar. Nach Verlesung des Protokolls der vorjährigen Generalversammlung, welches zur Kenntnis genommen ivurde, bringt Genosse Krön ich zuerst einen Bericht für die k. k. St. E.G. Er teilt unter anderem mit, daß im verflossenen Jahre bei ihm 160 Schriftstücke und 2 Telegramme eingelauken sind. Abgeseudet wurden 230 diverse Schriftstücke. RechtSschutzsall wurde einer erledigt und 7 Ilnfallsanzeigcn erstattet. Ferner wurden 4 Konferenzen, und zwar in Wien, Böhmisch-Trübau und Bodenbach beschickt, nebst einigen Versprachen bei der Direktion der k. k. St. E. G. Sodann berichtet als Ortsgruppenobmann Genosse Schiller. In der Zeit vom 1. Jänner 1910 bis 31. Dezember 1910 fanden 16 ordentliche und 4 außerordentliche Ausschuß-, sitzungen statt, ferner 4 große öffentliche Eisenbahnerversammlungen, 1 Generalversammlung, 8 Monatsvcrsammlungen, 4 Konferenzen und 21 Vertranensmänncrsitzunge». Eingelaufen sind 446 Schriftstücke, abgesendet wurden 682. Weiters wurden 11 lln-sallsanzeigen erledigt. Zu Punkt 3 bringt der Kassier Genosse H a ck l den Kassenbericht zur Kenntnis. Im Berichtsjahre betrugen die Einnahmen der Ortsgruppe Kr. 10.82V35, die Ausgaben Kr. U.064’96. Es verbleibt somit ein Soll von Kr. 242-96. m ^tgliedcrstand betrug am 31. Dezember 1910 von der E. 184 von der f. k. St. E. G. 220. 5 Mitglieder sind im Zahre gestorben. Genosse Sie rlik e gibt im Namen Kontrolle bekannt, daß alles in musterhafter Ordnung vor-Munoen wurde und stellt den Antrag, dem scheidenden Aus-ll??!' 'poziell aber dem Genossen Hack 1 den Dank auszusprechen, weichm die Versanunlung durch Erheben von den Sitzen be-£ £ r dem Bericht des Bibliothekars Genossen S p i l l e r flieht die Bibliothek aus 268 Bänden. Ausgeborgt wurden Eande. Genosse Spiller appelliert an die Mitglieder, die Eibliothek mehr in Anspruch zu nehmen. . Bei Punkt Neuwahlen wurden folgende Genossen gewählt: Obmann; Hackl, Kassier; Sacher, Schriftführer; er' Bibliothekar: Kohl, Dworschak, Lüsel, No-L°s ky, KraUS, Op p e l t, Klemmer, H a n t s ch e 1, f Am9- Fattin, Walter, Kranich, Ekotajan, rrrschka, Jedliöka und Weber, Ausschuß. Die Ausschußsitzungen finden stets am ersten Montag im ^ während die Ätonatsverfammlungen immer am nwerten tzsonntag> im Monat abgehalten werden, und zwar im >ücrclnslokal „Volkskeller". Die Bibliotheksstunden sind von 7 bis Ic°ct? Montag, auch in den Monatsversammlungen können k)UCQPT »itfftpnnn Chi* ......s.»..r..,*.* m, : jc 'o.ii i* *'• iviui8 iuuv m vcim Leopold ^ vle , ^estauration die konstituierende § 2-Versammlung statt, welche sehr zahlreich besucht mar. ~ . r Zum ersten Punkt der Tagesordnung ergriff Genosse ??? ^(Referent der Zentrale) das Wort und brachte ein aus-luhrllches und für jeden leicht verständliches Referat, welches >eyr begeistert aufgenommen wurde. Sodann berichtete Genosse Jotowetz über den Wert der Arbeiterausschüsse. Zum Schlüsse richtete Genosse K a f e d e r einen Appell an die Versammlungs-reunehmer, daß diejenigen, welche noch der Organisation ferne-stehen, üch derselben baldigst anschlteßen mögen. A a f e d e r, Sch . V . V, WVIUJ|WV, WUIHU , TUgrer, Robert Baier, Stellvertreter; Anton Baumgartner °ter. Kontrolle; Josef Berger, Joses Zartl, Balthasar H alter und Wiktor B a i e r, -Ausschüsse. In Vereinsangeleg enheiten möge man sich wenden an Johann Kaseder, Wächter Nr. 22 in SaraSdorf. - _ Falkenau a. d. Egcr. Die Generalversammlung der ü-.rtSgrunpe fand am 19. Februar unter sehr starker Beteiligung der Mitglieder statt. In derselben wurde Genosse AloiL Albert einstimmig zum Obmann wiedergewählt. In der AuSschuß-ltzung wurden folgende Funktionäre gewählt. Karl D e ck e r t und Anton K a st l, Obmannstellvertreter: Andreas Lötzl. Saffter, Joses Prrbil und JosesHeyda, Stellvertreter; Georg «uh n I, «Schriftführer, Ferdinand Povenz und Josef Kneitzl, Stellvertreter; Hans Schindler, Bibliothekar, Mich! Mod es, Stellvertreter: Wenzel Kardinal. Heinl, Franz Maier II Ud Jüses PIeier I, Kontrolle; Josef Reich, Karl Heger, -mchard Honesch, Albert Hampl, Rohler und Joses Mahnert, Ausschüsse. 1 Die Einnahmen der Ortsgruppe betrugen Kr. 3222-67, Ausgaben Kr. 3193-59. Die Ausgaben der Ortsgruppe für Delegierungen, Unterstützungen, Versammlungen und Korre-,?""denzen betrugen im Berichtsjahre allein Kr. 624-22. Die >«u>lwthek wurde sehr in Anspruch genommen. . lieber die Tätigkeit der Ortsgruppe sprach Genosse Albert. L v biLnätf)ften Ausgaben Genosse Kraus. In Zukunft sollen m de» Monatrversammlungen Vorträge Über Volkswirtschaft^ lehre und Sozialismus gehalten werden. „ Wiener-Neustadt. Bei der am 5. Mürz abgehaltenen Generalversammlung wurden folgende Genossen gewählt: Engel-«7/Sagmeiste^ Obmann Joses Edl und Karl Tipka, I* er* Schmid, Wallis und Franz Pichler ifjflnTrkassier, Weidner, Fa ly ® H°fbück, Janeöiö •je e t b e n b c r g c r, Winkler, Merschirz und Nevisorer^ 2aly, Dobrvvnik und Grundner, fand Die Generalversammlung der Ortsgruppe ©amSton Beteiligung ihrer Mitglieder am der « $ T Arbeiterheim Floridsdorf statt. Von ?cn°j|c y- Müller, vom Verband der rUe,mne,^enos,e Gru be r anwesend. Unter den Gästen W»« ir \v Lwiuvci ll„we,eno. unter oen rsasten »Cn’b l'ch auch der Obmann der Ortsgruppe Odersurt, Genosse Gila, /ach ersvlgter Begrüßung durch den Obmann Genoflen Läni Ä ^ m 7 °T vvu svuuimm vyvnunun ?cr.Ic|u"3 der Protokolle, und Erstattung des Tätig-* * der einzelnen Funktionäre sowie Erteilung des M^ ^oriums wurde nach einem Bericht des ObmanneS des ^A^mnitees Genossen F u r t n e r zur Nachwahl des Ausschusses geschritten, welche folgendes Ergebnis hatte: E. H e i d e r, Obmann Karl T a n t s i n, Matthias K o n e e n y, Johann L a z a r, Mnst Knopp Leopold Kurzweil, Heinrich Madl, Ignaz 8k9, Ausschußmltglieder. In die Kontrolle wurden die Mnossen Ansried und Mauer gewählt. Zur Aufstellung gelangte für beide Werkstätten eine entsprechende Anzahl Sub-rasstere. Bei Punkt Vereinsangelegenheiten gelangten mehrere m .£Q|EV.u,r Beantwortung. Der Vertreter der Zentrale, Genosse ^lvon Müller, entrollte ein wahrheitsgetreues Bild über die um”.8 imi> Verhältnisse der Eisenbahner im allgemeinen, liuite ihrer Gegenwart die Zukunft gegenüber und schloß mit Begeisterung auslösenden Appell zu unermüdlicher und ^tkrästlger Orgamsationsarbeit. In, selben Sinne hielten Genosse 5®»tsin und zum Schlüsse Genosse H eider Ansprachen, die oe,fltllig ausgenommen mürben. Um ‘UXO Uhr abends wurde die ^^"eralversammlung vom Obmann Genoflen H e i d e r geschlossen, yujchnsien sind an den Obmann Genossen Eberhard H e i d e r, Brünnerstraße, zu richten. Postelberg. Bei der Generalversammlung wurden fol-«1, Cv^.elm>fcn als Funktionäre gewählt: Jo!ef Zein, Obmann, »arl Winkler, Stellvertreter; Franz T o d t jun., Schriftführer; ^oitoid E-chrödl und Alois 3)1 rnak. Kassiere;Franz Peter, jMcs Smetak, Konrad Krbek, Revisoren; Franz Tobt sen., eniel Cech und Franz Uintera, Ausschußmitglieder. Sämtliche Zuschriften in Vereinsangelegenheiten find an 2„ °lletn 3“fes Zein, Bahnhosstraße in P0ste 1 berg Gleichzeitig wird aufmerksam gemacht, daß die Mb= ft?H?e?ammIun0cn >eden ersten Sonntag eines jeden Monats HwjI Fvcrzeichnisse angeschlagen. EL heißt da; Tücher, Staub................ . 2 „ tzand-..................... 4 Uhren, Wand-.................... 1 Näpfe, Spuck- ................. 3 Wagen, Dezimal- ...... 1 Gewichte, Eisen-..................12 Ein Reisender hat in der Station Spital am Pyhrn mit Bleistift hivzuMügt: Schimmel, Amts- . * 1: , Freie Glocken, denkertum und 5)albMonatsschrift für Freimonist i sch e W c 11 a n s ch a u u n g. (Leipzig, Bayrische Straße 4. Vierteljährig 1 MI.) Das 5. Heft des 37. Jahrganges der „Freien Glocken" ist soeben erschienen. ES enthält folgende Artikel: A n t io o r t. Von G. E. Z s ch i nt m e r. — Berufswahl und Berufsausbildung. Aon Heinrich Back. — Ein österreichischer Priester gegen d e n Mvd erni steneid. — D er V atika n u n d D e uts ch-land. — Klerikaler Zeitungsboykott. — Neues aus den Wissenschaften: Karborundum-Brillanten. — Erblindung von der Nase aus. — R undschau: 'Aberglauben beim Kartenspiel. — Lierquäler-Äicnschenquäler. — Neue Bücher. Der Schritt ins Licht. So nennt sich ein Festblatt, das die Hörer des Wiener V o l k S h c i m S anläßlich des zehnjährigen Bestandes dieser Volkshochschule in die Welt schicken. Als Herausgeber zeichnet Josef Luitpold Stern. AlleBciträgc, die reizvollen Bilöer, darunter ein ganzseitiges Kunstblatt, und die originellen Aussätze, rühren ausschließlich von Mitgliedern des Wiener Volksheims her und zeigen wieder einmal, wie viel Geist und künstlerische Kraft in der Tiefe der Masse steckt. Die Lektüre dieser vollendet, schönen 10 Oimrtfettcn starken Festschrift ist überaus empfehlenswert itttb anregend. Einzelexemplare sind zum Preise von 20 H. im Volksheim, Wien, XlV. Koslerpark, und itt der Wiener L o l k »b u ch h a n fein lt g Ignaz Brand n. K o ni p., Wien, VI. Gumpendorser-straße 18, erhältlich. Bei Mehrabnahme treten folgende Preise ein: 10 bis 19 Exemplare k 17 H., 20 bis 49 Exemplare LIK H., 50 bis 99 Exemplare » 14 H., 100 Exemplare und mehr & 13 H. Le Traductcur. The Translator. II Traduttore. yyuiiuuuuiio m ^ sind. Jährlich (24 Hefte) 5 Frcs. Probenummern für Französisch Englisch oder Italienisch kostenlos durch Verlag des Truducteur in L a E haux de Fonds (Schweiz). j 3ur Uebernahme von Verschlerßstellen für Hammerbrot werden geeignete Eisenbahner gesucht. Bewerber, die bereits seit längerer Zeit der Berufsorganisation angehören, werden bevorzugt. Offerte sind zu richten an das Ver-Kaufsbureau der ioiiiieitQÄrMüii# mitotoeiwuseo. Wien II, ZirKusgasse 21 E Eingesendet. (Für biffe Rubrik übernimmt bic SicbaNion keine SBccauttocetueg.) An die Adresse des „Deutschen Eisenbahners In Nummer 6 des „Deutschen Eisenbahner" vom: 20. Februar werden die Gefertigten verdächtigt, über die Vorhand* lungen der Einreihnngsgrundfähe dem Personal unrichtige Informationen gegeben zu haben. Dem gegenüber stellen die Gefertigten sest, bei den Berichterstattungen über die Verhandlungen der Einreihung bezüglich der Bestimmungen wegen Einhaltung des Usus bei Ernennung zum Unterbeamten dem Personal nur die Erklärung des Herrn Vorsitzenden der Personal-kommission mitgeteilt zu haben. Zugleich machten die Gefertigten das Personal aufmerksam, welche Schädigungen demselben eventuell auS der Art der Stilisierung des letzten Absatzes des Punkt 3 der EinreihungSzrund-sätze entstehen rönnen. j Außerdem haben die Gefertigten wiederholt erklärt, bafe! es ihnen ganz fern liege, den Bediensteten die Abgabe ihrer! Einwilligung zur Einreihung zu empfehlen da eS dem Urteil jedes einzelnen Bediensteten selbst überlassen werden muß, ob er seine Einwilligung, beziehungsweise Verweigerung zur Einreihung geben soll. | Da somit der Sinn sowie der Wortlaut der betreffenden Notiz der Wahrheit widerspricht, so erklären die Gefertigten den! Einsender dieser Notiz als einen Lügner. -1 Ed. Paul._____________________Ad. Bauer. * Arbeitsvermittlung des Vereines der Heimarbeiterinnen. Wien, Tl., Wel>gas,e 25, Telephon 5981. Der Verein vermittelt unentgeltlich Wäschekimren) Büglerinnen, Bedienerinnen, Näherinnen itt und außer HauL sowie Aushilfskräfte für alle häuslichen Arbeiten (bei UcBei=i fiedlungen :c.) Es werden nur verläßliche Frauen von obengenanntem Verein vermittelt. J Ortsgruppe X/l, Siidbahn. \ Att die Arbeiter der k. k. priv. Südbahngesellschaft in Favoriten. Wir erlauben uns bckanntzugebcn, daß in Favorite» eine Bezirksgruppe des Touristenvereines ,Die Naturfreunde" seit kurzer Zeit besteht und laden alle Gesinnungsgenossen ebt, diesem Verein beizutreten. Wir sind bestrebt, unseren Mitgliedern die Schönheiten der Bergwelt zu vermitteln und nnterüehmeni leichtere und schwierigere Ausflüge . in Berlin öS gelangte kürzlich folgender Brief: „23ont innigsten Dank erfüllt, erlaube ich mir, einige Zeilen an Cie zu senden. Zu meiner größten Freude kann ich Jhnrn mitteilen, datz das Allgemeinbefinden meines Mannes sehr gut ist. Das Schnaufen, mit welchem er zuerst soviel Mühe hatte, ist jetzt ganz normal, Appetit und Stuhlgang gut, bloß Kopfschmerzen wollen noch nicht recht Nachlassen. 9tun, bei so hohem Alter, im 75. Jahre stehend, kann ich Ihnen nur meinen wärmsten Dank auSsprechen. Er hat oft t—ö Monate im Bett zubringen müssen, von Hexenschuß und Rheumatismus zum Verzweifeln geplagt. Am Vormittag hatte er oft 5—6 mal Stuhlgang. Die Herren Aerzte, bereit ich mehrere hatte, erklärten mir einfach, sic könnten ihm nichts geben, cg sei Alters- und Nervenschwäche. In kurzer Zeit ist dieS nun alles verschwunden durch Ihr ausgezeichnetes Mittel „Renascin". Meine Hauptaufgabe wird sein. Ihr jo vorzügliches Mittel aufs beste zu empfehlen, da ich erfahren habe, was leiden heißt. Mein Mann hat oft so laut schreien müssen, vor Schmerzen, daß der ganze Hau»-emgaitg voll Nachbarn stand, um die Ursache zu erfahren. Dieses nur anzusehen, war schrecklich, selbst meine Nerven wurden dadurch sehr angegriffen. Er kann jetzt schon seinem ■. Beruf wieder vorstehen. Nochmals meinen besten Dank." i Familie Hof, Augsburg. Volckhartstraßc 18. Es ist also ein Mann im Alter von 75 Jahren, dem nach allgemeiner Ansicht nicht mehr zu Helsen war, wieder frisch und kräftig geworden, und zwar, wie hier gleich bemerkt werden soll, durch eine ganz einfache Reinigung des Blutes. . Solange nun der Körper gesund ist. kann sich das Blut vermöge seiner eigentümlichen chemischen Zusammensetzung fettst reinigen. Wird freilich diese Zusammensetzung durch ungeeignete Nahrung oder andere Umstände verändert, so verlier! daö Blut die Fähigkeit, sich selbst zu reinigen. ES bleiben darin Stoffe zurück, die es vergiften und dick machen. Die Folgen dieser Verunreinigung des Blutes tonnen sehr verschiedener Art sein, zum Beispiel können eintreten: schlechte Verdauung. Appetitlosigkeit. Angstgefühl, leichte Erregbarkeit, Mattigkeit, Energielosigkeit. Kopfschmerzen, Atutenschmerzen, Schlaflosigkeit, Nachtschweiße. kalte Fuße, Blutandrang nach dem Kopse. Herz-, Leber- ober Nierenleiden, Korpulenz. Blutarmut, ßamorrhoiben, Beinschäden, Pickeln, Rheumatismus, Gicht, Zuckerkrankheit, Katarrhe beS Halses, der Nase oder der Ohren tu s. w. Dr. Schröders ..RenaScin' enthalt nun diejenige» Mineralsalze, welche das Blut braucht, um sich selbst reinigen zu können, und welche Wirkungen damit erreicht werden, daS beweist außer obigem Brief auch der folgenbe: - "Ach fühle mich verpflichtet. Ihnen für Ihr ganz vor. gugliches „RenaLcin', wodurch ich ein zirka 25 Jahre gehabtes Selben, Gicht und Rheumatismus in den Füßen, gänzlich loS-geworden bin. meinen berzlichsten Dank hiermit auszusprechen. Seit flirte 25 Jahren litt ich an fürchterlichen Schmerzen und Schwache in den Füßen, so daß es mir sehr schwer fiel, meinen Dienst zu versehen, abends nach Beendigung meines Dienstes war ichjroh, wenn ich nicht mehr zu gehen brauchte, weil meine Füße dermaßen schwach waren und schmerzten, daß ich sie nicht mehr setzen mochte. Auch war mir durch biefe fortgesetzten Schmerzen unb Mübigkcit mein Humor fast gänzlich nefchtounben, obgleich ich sonst ein lebenslustiger Mann Hin. Durch ben Gebrauch Ihres genannten, ganz probaten Mittels fühle ich mich so wohl unb gefunb, baß ich cä für meine Pflicht halte. Ihnen meinen Dank hiermit abzustatten. Wie Sie wohl schon gemerkt haben, habe ich Ihr .RenaScin" meinem Bekanntenkreise auf bas Wärmste empfohlen und werde möglichst dafür sorgen, datz sie sich an Sic wenden u. f. w." W. H. Speckhahn, Polizeiscrgeant, Elmshorn. Das sind nur zwei Briefe von Taufenden ähnlichen V.nhalls, die vorliegeu und bereit Richtigkeit sich jederzeit leicht jcftftcllen läßt. 9hm konnte aßet trotzdem jemand zweifeln, 06 ein Mittel, welches schon Zehntausenden geholfen Hat, auch gerade thro bekommt oder ob man sein Geld dafür umsonst ausgibt. DaS ist aber bei „RenaScin" gar nicht nötig. Wer nämlich unter Berufung auf diesen Artikel an Dr. med. H. Schröder G. m. b. H., Berlin 36, Postfach S. 145, eine Postkarte schreibt, erhält eine Probe .RenaScin" ganz umsonst geschickt. Nicht einmal daS Porto braucht man selbst zu bezahlen. Man kann es dann probieren und sich entschließen, oB man damit sortfahren will ober nicht. ES ist jedem, der sich für diese Sache interessiert, dringend anzuraten, sich sofort an obige Adresse zu wenden, da sich wohl kaum wieder eine Gelegenheit bietet, ein so ausgezeichnetes Mittel ganz kostenlos zu erproben. Mitteilungen der Zentrale. Zentralausschutzsitzung am 10. März 1911. —-(Sin^eljenbe Beratung über die Frage des Baues min Einfamilienhäusern für die Eisenbahner und Fassuna diesbezüglicher Beschlüsse. — (Siehe die darauf bezughabende Bekanntmachung der Zentrale m der vorliegenden Nummer deS „Eisenbahner'.) Verivaltuugskomiteesitzung am 9. Mürz 1911. Erlebt» gttNt^beS vorliegenden Einlau>eL und Entgegennahme diverser Sprechsaal. 2(djhmg, Wächter des DirektiorrSbezirkes Linz. Am Sonntag den 2. April l. I. um 739 Uhr vormittags findet m WipplingerS Gasthaus, Linz. Wiener Reichs-Straße. eine Konferenz sämtlicher Wächter nach § 2 Statt. AlS Referent erscheint Genoffe Sommerfeld aus Wien. 68 ist notwendig, tafe alle Wächter, welche dienstfrei find, erscheinen. Das Wächterkomitec-. Achtung! Achtung! Mitglieder des Lebensmittelmagazins der k. k. Staatsbahne». Wien. IX. Stustborfcrftrafoe 23, statt. Bei bieser Generalversammlung erfolgt auch die Neuwahl zweier VorstanbSmitglieber, eines AufsichtSratmitgliebeL und eines Ersatzmannes in den Aussichtsrat. Zusolge des Beschlusses der VertrauenSmünnersitzung vom 9. März L I. werden zur Wahl folgenbe Genossen empfohlen: AlS Vorstandsmitglieder: Ferdinand Stolzer, Verfchubanffeher, Wien IL Wilhelm Knottck, Dberlonbultcur, B.-B.-A. Nußdors. Als Aussichtsrat: Gustav Jordc, Kondukteur. Wien L Als Ersatzmann in den Aussichtsrat: Joses Hübner, Lokomotivführer, Hütteldors. Wir ersuchen die Mitglieder, einhellig ihre Stimme für vorstehende Genossen abzugcben. da bieselben eine sichere Gewähr für baS volle Gedeihen beS LebensmitlelniagazinS unb bie Wahrung ber Interessen der Genossenschaftsmitglieder bieten. Wer den LebcnSmittelwucher bekämpfen will, der wähle unsere Genossen. Die Legitimationen zurGenerakversamm-lung find in d e n L eb e ns m it t e l m a g az in en unter Vorweisung dcS Mitgliedsbuches zu beheben. Die Vertrauensmänner der organisierten Eisenbahner WicnS. Hffene Anfragen^ All die k. k. Nordbahndirektio» in Wien. Tie Berschubausseher und Blocksignaldiener in Oftrau» Wilkowitz haben bereits dreimal im Dienstwege um Einführung deS DienstturnusseS mit zwöls Stunden Dienst- und 24 Stunden Ruhezeit gebeten, unb zwar mit Ansuchen E.-Nr. 955 vom 25. Jänner 1908, mit Ansuchen E.-Nr. 11.208 vom 12. November 1908 unb mit einem persönlich am 23. Jänner 1909 bei der f. t Nvrdbahndireltioii überreichten Ansuchen, ohne daß bis dato eine Erledigung dieser Ansuchen erfolgt wäre. Ta diese Ansuchen durch die hier herrschenden Verkehrsverhältnisse begründet Unb, waS in biesen ausführlich nachgewiejen ist, erlauben sich biefe Gcsuchstcllcr um balbigc günsiigc Erledigung ihre» Ansuchens zu bitten. _________ An die Direktion der f. k. Oesterreichischen Nordwestbahn in Wien. Die Bediensteten der Station Pilnikau bitten eine k. k. Direktion möge veranlassen, dah die Einkaussbüchet für bie Strecke Pilnikau-Trautcnau ehestens auSgesolgt werben, ba bie Arbeiter ber Bahnerhaltung ihre Einkaussbüchet bereits im Jänner bieseS Jahres erhalten haben, so vermuten bie übrigen Bediensteten, daß ihre EinlausSbuchel höchstwahrscheinlich irgendwo vergessen wurden. ________ An die f. f. Direktion für die Linien der Staatseisenbahugesellfchaft in LLien. Die provisorischen ZngSbcgleiter in Kunowitz reichten am 13. Lktober 1910 ein Wefuch im Dienstwege ein, in welchem sie um Erhöhung ihreS Lohnes (Kr. 1'60 per Tag) ersuchten. Eine Erledigung ihres Gesuches gelangte an die Petenten noch nicht herab, obwohl sich die Existenzbedingungen derselben infolge der vorjährigen Hochwasserkataslrophe wesentlich verschärft haben. Um ehebaldigsle unb günstige Erledigung ihres Gesuches ersuchen nochmals aus diesem Wege _______ Die Petenten. An die k. k. Bahnerhattungsfektion in Knittelfeld. Die Bahnwächter der Strecke Mautcrn-St. Michael ersuchen, die f. k. B.-E.-S. in Knittelfeld möge veranlassen, daß die ausgegebenen Amtsblätter ben Wächtern regelmäßig unb rechtzeitig zugeiendet werden, damit die verschiedenen und oft sehr notwendigen Erlässe und dergleichenrechtzcitig zur Kenntnis der Bahnwächter gelange,r. An die L k. Etaatsbahndirektio» in Villach. Die Wagenausseher bitten um bte Einführung des 12 24stündigen Dienstturnus. Da bereits der 12/24stündige Dienst in den angrenzenden Direktionsvezirken eingeführt unb ber Dienst ber Wagenaufseher, insbesondere in den Knotenpunkten bei dem immer stärker werdenden Verkehr ein sehr anstrengender und gefährlicher ist, so erwarten die Bittsteller eine ehebaldige Gewährung ihres Ansuchens. An die Generaldirektion der k. f. privilegierten Südbahngesellschaft. Laut Erlaß des k. k. EifenbahnministeriumS vom 10. November 1908, Zahl 51.081 wurde die Dienstzulage für Stationsvorstände mit Wirksamkeit vom 1. November 1908 eingeführt und erhalten demzufolge bie Stationsmeister ber k. k. Staatsbahn als solche eine Zulage von 180 Kr. jährlich. Die Stationsmeister ber Südbahn erhalten aber nur bic für StationSaujseher normierte VorstanbSzulage im Ausmaße von 120 Kr. jährlich. Unter Berufung auf baS Zirkular 385/A 01 1907 unb die gleichen Dienstverhältnisse der Südbahnstationsmeister wie jener ber 1. I. Staatvbahn, ersuchen wir bie Generalbirektion ber Südbahn, die Dieustzulage für Stationävoiftänbe analog ber k. k. Staatsbahn auf 180 Str. jährlich für bie Stationsmeister, rückwirkend ab 1. November 1908. zu erhöhen unb die aufgc« laufcneit Differenzbeträge im Nachzahlungswege zur Auszahlung anweisen zu lassen. D i e b e t r 0 s f e n e n S t a t i 0 n S m e i st 0 r. An dis t. f. Ltaatsbahndirektion in Olmüü. Mehrere Bebienstete ber Heizhausleitung Jägemborf suchten anfangs Jänner um einen Vorschub an, auf beffen Er-lebtgung sie schon zwei Monate warten. Wie lang gebentt eine löbliche 1. k. Staatfcbahnbircttion noch warten zu lassen S Mehrere Bedienstete. Sllgemtiaer Rechtsschutz- und GewerkfchaftSverei» . für Oesterreich. Zahlstelle fjuttbryg. Den Genossen diene *ur Kenntnis, daß die Generalversammlung Sonntag ben 9. April, vormittag« um 9 Uhr, in Hartberg (Koglbauers Gasthaus), nachmittags um 2 Uhr in gürftenfelb (WeixelberaerS Gasthaus) stattfindet. Um zahlreiclicS Erscheinen wird ersucht. (Ortsgruppe Komotau. Es wird hiermit ben geehrte» Mitgliedern zur Kenntnis gebracht, datz bie BibliothekSauSgabe von nun an zweimal monatlich, und zwar nur Sonntag vor- mittags von 10 bis 12 Uhr tut VolkShauS ftattfmbet. Wegen llebergabe 0er Bibliothek an bcu neugewählten Bibliothekar sowie wegen Revision der Bücher ersuchen wir die Mitglieder höslichst, sämtliche entliehenen Bücher bis zur nächsten Monats-Versammlung, welche Mitte beS Monats April stattfindct, abzv-sührcn, widrigenfalls die nicht abgeführten Bücher der säumigen Genossen aus deren Kosten abgeholt werben. Wir ersuchen, dem Verlangen der Orlsgruppenleitung gewissenhaft nachzukoinmen, damit ben Mitgliedern Unannehmlichkeiten erspart bleiben. Im übrigen bringen wir ben Mitgliebcrn baS Statut betreffs der Bibliothekrbenütznng in Erinnerung. Ortsgruppe Wistel,. Am 20. März um 7 Uhr abends finbet im Deutschen HauS inMistek eine öffentliche Versammlung statt. Referent aus Brünn. Die Mitgliederversammlungen werben jeden Montag nach dem 1. und 15. im Mcirnt abgehalten, rtällt aus bieien Tag ein Feiertag, so finbet bte Versammlung Dienstag statt. Jene Genossen, welche Bücher auS ber Bibliothek entliehen haben, werden ersucht, diese bis längstens ö. April zu retournieren. Ortsgruppe Iglau. Samstag ben 25. März um 2Uhr nachmittags finbet in beit Vereinslokalitäten. Pragergasse 8, eilte öffentliche Ver-ammlung für Tschechisch fprechenbe E,enbal,ner mit folgender Tagesordnung statt: 1. Sozialismus unb Separatismus bei Der Eisenbahn. 2. Wer schädigt bic Lebenslage fceS Eisenbahners? 3. Freie Anträge unb Anfragen. Das Referat besorgen bic Genossen Dr. Veverka und H 0 r 0 witz. Nachbcm bte Referate nur in tschechischer Sprache gehalten werben, fordern wir bic tschechischen Genossen aus, vollzählig zu erscheinen unb ihre Arbeitskollegen tschechischer 'Nationalität milzubringen. Ortsgruppe Kudmeiv. Die Generalversammlung wird am 26. März um 8 Uhr vormittags int Vereinslokal „zum roten Herz" abgehalten. Referent aus Prag. Die dienstfreien Kollegen werden ersucht, bestimmt und zahlreich zu erscheinen. Gleichzeitig werden die Mitglieder des eterbefonbö zu bieser Versammlung freundlichst cingelabcit. Ortsgruppe Krür. Die nächste MonatSversammlmig wirb am 2. April um'8 Uhr abends im BereinSlokol, Restaurant Euk. abgehalten. Sämtliche dienstfreien Kollegen finb freundlichst eingelaben. Ortsgruppe Oger. Die Generalversammlung der Ortsgruppe wird am 3. April um 8 Uhr abends int Vereinsheim, Gasthaus „golbener Fasan', abgehalten. Vortrag von Genossen Kränkt. Vollzähliges Erscheinen notwendig. Ortsgruppe Pudig. Am 2. April um 1/,,4 Uhr nach» mittags finbet im Gasthaus „zum Morgenstern" eine öffentliche Eifenbahnerversammlung statt. Referent Genoffe Krau s. Alle dienstfreien Kollegen finb freundlichst cutgclabcit. Zahlstelle Ziervdorf. Samstag ben 25. März um V;4 Uhr nachknittagS hält bie Zahlstelle in Herrn Eduard S'tranükl)S Gasthaus in Egge tt bürg ihre ordentliche Generalversammlung ab. Sämtliche biciistfrcicit Kollegen finb freundlichst eingelaben. Ortsgruppe Saar. Die Ortsgruppe Saaz wird ant 27. März 1911, 8 Uhr abends, in SchuaS Gasthaus bie ordent» licke Generalversammlung abhaltcn. Die Genossen werden auf-aeforbert, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Ferner werben bie Genossen ersucht, ihre Mitgliedsbücher behüte Revision ab» zugeben. Ortsgruppe Marienbad. Den geehrten Mitgliedern ber Zahlstelle Marienbad diene zur Kenntnis, dah unsere Jahres, terfammlung Samstag den 1. April l. I. um 8 Uhr abends in Rengers Gasthaus (Bahnhof) stattstndet. Da in derselben die Berichte entgegenzunehinen sowie die Neuwahl des AuSschuffcs üorzunchinett ist, so ist es Pflicht sämtlicher Genoffen, nach Zulässigkeit des Dienstes bestimmt zu erscheinen. Zalllstelle Äleinreifling. Am Sonntag den 2. April 1911, 1 Uhr nachmittags, finbet in Klcmrcifliitg, (Engelbert KaltenbrunnerS Saal, eine wichtige Zusammenkunft ber Mitglieder der Zahlstelle statt. Zahlreiches Erscheinen notwendig. Ortsgruppe Sta-lau. Es diene den Gcnoffen zur Kenntnis, bai Mittwoch den 22. März 1911 um 8 Uhr abends in I. Janks Gasthaus, XXL Stadlauerftrafse 5, die diesjährige Generalversammlung mit folgender Tagesordnung stattfindet: 1. Bericht der Funktionäre. 2. Neuwahl, 3. Vortrag eines Referenten von der Zentrale. 4. Anträge und Anfragen. Zahlstelle zleulengbach. Sonntag den 2. April 1911, 2 Uhr nachmittags, finbet in Oller Sb ach, Mengls Restauration, eine wichtige Besprechung statt, in ber Genoffe Ferbinattb S ch n c i b c r, Mitglieb des ArbcitcrauSschusscS, einen Bericht erstatten wirb. , Ortsgruppe Nudig. Jene Mitglieder, welche sich mit ben MonatSbeiträgen im Rückstand befinden, werden aufgefor-bert, ehestens nachzuzahlen, da sonst nach § 9 der Statuten vor-gcgangett toirb. Ortsgruppe Trautenau. Die diesjährige Generalversammlung findet Sonntag den 2. April um 8 Uhr abends im Gasthaus „zum Deutschen Reich* ant Kreuzplatz statt. Die Mit-glicber werden ersucht, ihre Mitgliedsbücher mitzubringen. Zahlreiches Erscheinen notivcnbig. Ortsgruppe Taiinwald-Kchumburg. Den geehrten SDiitgliebcnt biene zur Kenntnis, datz eonntag am 26. Marz b. I. um 7 Uhr abends im Ga» Hans des Herrn W. Müller in Schumburg eine öffentliche Etscnbahnervcrfammlung ftatifinbet. Alle dienstfreien Kollegen werden criucht, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Gäste willkommen. Referent aus Prag. Zahlstelle Pörtschach. Die Zahlstelle hält Sonntag den 26. März um l/.ß Uhr nachmittags im Gasthaus „zur Seerose* in Pörtschach ihre diesjährige Generalversammlung mit Vortrag ab. Alle dienstfreien Eisenbahner finb freundlichst cingelabcit. Referent aus Silagenfurt. Erst \ ßd>laft°s'9 , aact wälzt. Et na \ auf seinem Lag und das 1 \ auf Taae Kaffee 9etTU„L{t Coffein 1 am Tafl tW-UenePftattzeTl9 ldat\n enthalten \«ubt »W 4eo ® Kjgee genannt« , I Der kurz 2-A-Aksnkre^ und Bohnenkaffee w ^ Nad)trube. \ stört m tödliche Nebenwirkung Ida ohne * mten Organismus lauf den iUlllllMim Briefkasten der Redaktion. Wächter M. E. Ihre Vorrückung in die Gehaltstufe von 1000 Sir. erfolgt nach den Bestimmungen des GtfenBahnminifteriai-erlasses Z. 14.635 vom 8. Juli 1909 (Siehe .Eisenbahner" Nr. 21 1909) am 1. Jänner 1912. — (5. B. Nur jene Ruhegenüsse alten Stils werden erhöht, die ans dem Pensionssonds für Beamte und llnterbcamte und aus dem Provisionsinstitut für Diener und Hilfsbedicnstete der L f. österreichischen Staatsbahnen fließen. Alle anderen leider nicht. Jedoch hat Genosse Abgeordneter Tomjchik bereits im Parlament diesbezügliche Anträge ge-stellt und ist auch eine solche Aktion im Zuge, damit auch die Altprovisionisten der verstaatlichten Bahnen eine solche Erhöhung erfahren. hoho Preise werden oft für Herren-und Bamen Stoffe gezahlt. Dies k ann j oder Pr i vute vermeiden,wenn er seinen Bedarf in diesen als ;*uch in schlesischen Leinen- und Waaohwaren direkt YomFabriks-pltttzü deckt. — Verlangen Sie daher kostenlose Zusendung meiner reichhaltigen Frühjahrs- und Sommer-Musterkollektion und geben Sie geü. au, ob Sie feine oder billigere Ware zu kaufen beabsichtigen. Führe nur erstklassige Erzeugnisse. Tuchverisandhaufl Franz Schmidt Jägerndorf Nr, 76, Oest.-Schles. 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Neuwahl des AussichtLratcs und Ergänzungswahl des Vorstandes. — 3. Rechenschaftsbericht des Vorstandes und Voranschlag für daS nächste Jahr. — 4. Bericht des AufstchtsrateS und Erteilung des Ab-solutoriumS. —6. Aenderuna der Statuten und Geschäftsordnung. — 6. Eventuelles, Anträge und Interpellationen. Vertreter auch zu gelegentlichem Verkant überall gesucht te nicht zu vergessen, die Bahnstation anrageben, nach welcher dl» Moselilna i/>Irt. urArdan -.vH 1 ” Ortsgruppe Kadenbach. Am 2. April um 8 llhr abends findet in der Volkshalle in Bodenbach eine öffentliche •vctcmätietfammlung statt. Zahlreiches Erscheinen notwendig. Zahlstelle Uostell-era. Am 2. April mit 2 Uhr nachmittags findet im Bereinslokal eine öffentliche Eisenbahnerversammlung statt. Sämtliche dienstfreien Kollegen sind freundlichst ungeladen. Getageuppe Gen» I (Südbahn). Die ordentliche Generalversammlung findet am Montag den 3. April 1911 um 8 Uhr abends in den Juliensälen in Graz statt mit der Tagesordnung: 1. Verlesung des Protokolls. 2. Bericht der Orts, gruppensunltionäre. 3. Neuwahl des Ausschusses. 4. Vortrag vom Rcichsratsabgeordneten Genossen Rudolf M ü l l e r aus Wien. S. Anträge und Anfragen. Die geehrten Mitglieder und Kollegen werden ersucht, hierzu zahlreich zu erscheinen. Frauen sind herzlich willkommen. Grtagvuppe Schrecke,rsteiu. Am 3. April, abends /s8 Uhr, findet im Gasthaus „Helgoland" unsere Generalversammlung statt. Ortsgruppe KarolinenthaL Laut Beschluß der Mitgliederversammlung vom 1. März 1911 werden in der Folge die Mitgliederversammlungen jeden ersten Donnerstag im Monat abgehalten. Ausschußsitzungen finden jeden dritten Donnerstag im Monat statt. Alle Versammlungen werden im Vereinslotal, K a r o l i n e n t h a l, K ö n i g st r a ß e 19a, abgehalten. Die p. t. Mitglieder werden auf gef ordert, alle Versammlungen zahlreich zu besuchen, in diesen an den Verhandlungen sich zu beteiligen und so den gewählten Ausschuß in seiner Arbeit zu unterstützen. Ortsgruppe Wirsa-Gberlcutensdorf. In Obernitz ist Re Mutter des Genossen Aschenbrenner, Mitglied der Sterbekasse, gestorben. Die Genossen werden ersucht, die Beitrüge ehestens an den Kassier, Genossen E r n st W o d i c f a, Oberleutensdorf Nr. 472, abzusühren. Bei der am 12. März 1911 abgehaltencn Monatsversammlung wurde beschlossen, daß die Monatsversammlungen über die Sommermonate, vom April bis September, abends aus verlegt werden, und zwar finden die Ausschußsitzungen um 7 llhr und die Monatsversammlungen um 8 Uhr an ,edem ersten Sonntag im Monat statt. Die Genossen werden ersucht, dies zur Kenntnis zu nehmen und die Versammlungen besser zu besuchen. Wegen Versetzung des Kassiers Genossen Johann Scholz nach Teltsch, wurde bis zu der nächsten Generalversammlung Genosse Heinrich H e r g e I, Strecken Wächter in der Station Wiesa, bestimmt. Die Genossen werden ersucht, die Nionatsb^iträge regelmäßig an den Genannten abzulicfern. Ortsgruppo Jalau. Sonntag den 2. April um 2 Uhr nachmittags findet im Bereinslokal, Pragergasse 8, eine „öffentliche VereuiSversammlung" mit folgender Tagesordnung statt: Sic Humanitätsinstitute der österreichischen N o r d w e st b a h n. DaS Referat besorgen die Genossen Josef Schwab und Eduard B a r t e j s aus Wien. Jeder Eisenbahner erscheine, soweit cs der Dienst erlaubt, bestimmt in dieser äußerst wichtigen Versammlung. GrLsIviippe ilrofmist. Die Mitglieder der Ortsgruppe werden ersucht, die Büchel behufs Abstempelung ehestens einzu» >senden; ferner werden jene Mitglieder, welche mit den Beiträgen im Rückstand sind, ersucht, pünktlicher cinzuzahlen, um die Ordnung zu erhalten. Ortsgruppe Külimlfch-Leipa. Die diesjährige General-Versammlung findet am Samstag den 25. März, um 2 Uhr, nachmittags im „Hotel Bahnhof" statt. Die Mitglieder werden ersucht, sich recht zahlreich an derselben zu beteiligen, um sich von der Geschästsgebarnng und der Tätigkeit der Ortsgruppe zu überzeugen. Säumige Mitglieder mögen ihre Rückstände ehestens begleichen. Inhalt der Nummer 8 vom IO. März 1911. Nrtitcl: Mielzinssteigerung und Mieterbcwcgung. Zur srage der Einfamilienhäuser. Disziplin und Demokratie in den Gewerkschaften II. Der Sparkoller. Das Elend der AuShilsszugS-begleiter der k. k. Nordbahn. Justizpflege bei der Salzkammergut-Lokalbahn. Der Frauentag und die Eiscnbahnersrauen. Zur Bewegung der Signalmeister. Von den Kanzleiexpedienten der Sudbahn. r rL 6 nd: Die Sparpolitik der Staatsbahnen. Eine Gc-haltserhöhung für die Offiziere. Glombinskis Geschenk an seinen »wund Bilinski. Eine deutschnationale Kandidatenliste. Ter Eisenbahnverkehr im Jahre 1910. Die Einnahmen der Aussig-Teplitzer Bahn. Das JnvcstitionSprogramm der Staatsbahnen. Die Reorganisation der Staatsbahnen. Der Frmientag am 19. Mürz. _ Ausland: Die Gewerkschaftsbewegung in Finnland. Massenprotest der preußischen Eisenbahnarbeiter. Betriebserspar-utsse bei den bayrischen Staatsbahnen. Die Annahme eines Einsenbahnerentwurfes in Italien. Drohender internationaler Seemannsstreik. Aus dem Gerichtssaal: Eine reichSbündlerische Verleumdung. Rentenzuerkennung durch das Schiedsgericht trotz mangelnder Schätzung der Sachverständigen. Beleidigung in einer Versammlung. Streiflichter: Zum Kapitel: Disziplinarstrafen bei den k. k. österreichischen Staatsbahnen. Vorspruche der Kanzleidiener der k. k, Staatsbahnen im Eiscnbahnministerium. Von der Personalkommission der bosnisch-herzcgowinischen Landesbahnen. Ersatzwahlen in die Personalkommission des Staatsbahndirektionsbezirkes Wien, Sektion Diener, Gruppe Lokomotiv-sahrdicnst. Ein Erfolg für die Wagenschreiber. Die Bremser beim Eisenbahnminislcr. Eine nationale Eisenbahubeamtenvcrsamm-lung in der Volkshalle des Wiener ZlathauseS. Bahnärtzliches von der k. k. Nordbalm. Zur Wahl in den Ausschuß der Krankenkasse der k. k. Staatsbahnen. Die Lage der Gepücksträger des Wiener WestbahnhoseS. Aus den Amtsblättern: Entlohnung der Zuwartezeit bei der Auszahlung als lleberzeit. Korrespondenzen: Klvstergrab. Eisenerz. Linz a. d. Donau. Linz a. d. Donau. Teilchen. Karlsbad. Floridsdorf. Deutsch-Wagram. Vordcrnberg. Kontotau. LeoberSdors. Schrecken-stein. Innsbruck. Unzmarlt. Leoben. V e r s a m m l u n g s b e r i ch t e: Die nichtdurch- geführten Zugeständnisse der Staatsbahnarbeiter. Wien' IX. Bozen L Schreckenstein. Marburg II. Wollersdorf. Jglau. Attnang. Aus den Organisationen: Rakonitz. Aßling. ( Roscnbach. Marburg. Admont. Krems a. d. Donau. Jagerndorf. Stejnbrück. Neu-Aigen. Standing. Stockerau. Vordernberg. Steyr. Marburg 1. Lundcnburg. Linz a. d. D. Villach. Technisches: Neue Lokomotiven und Waggons aus den österreichischen Staatsbahnen. Verschiedenes: Was der Papst in einem Jahre ein-Klnimt. DaS Ergebllis der Wiener Volkszählung. Mitteilungen der Zentrale: Bertvaltunas-»omiteesitzung. S p r e ch s a a l: Bahnrichter der k. k. Staatsbahndirektion ,U Pilsen! Bahnrichter Wiens l Mitglieder des Levensmittel-?""gazins Linz. . Bekanniinachung au alle Ortsgruppen und Knitn^lb’ 'tU ‘)ic Etglieder des Lebensmittelmagazins in Offene Anfragen: An die Verkehrsdirektion der Sudbahn. AIl gernei nerR ech ts schütz- und G e w c rkscha f tS- 5,c r e i tt für Oesterreich: Rudig. Lcnd. Hallein. Bozen I. Dur;. Straßhof. Tetschen. Schwechat. Komotau. Bruck o. d. M. IT. Moritz. Himberg. Gänserndorf. Bückstcin. Prerau I. Jägerndorf. w>lgmundLherberg. Geiersberg. Salzburg 1. Ausjee. Olmütz. Süßen-Proßnitz. Karlsbad. Wien X/l. Kufstein. Wien IX. Wick-G- Parschnitz. WolkerSdors- Znaim. Seite 16 ..Der Etsenvaqner." Nr. 9 (hfl fidMt $ Rheumatische, gichtischc, Kopfweh, Zahnschmerzen? Haben Sie sich durch Lustzug, Erkältung was zugezogen? Versuchen AAUperi Alk Alymkkzen 8 Sie doch den schmerzstillenden, heilenden, stärkenden Feller Z^Fluld m. d. 9)t. „Elsaflmd". Der ist wirklich gut! Das ist M nicht blosi Reklame I Probedutzend 5 Kronen franko. 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