Nr. 260. PrLnumeral>on«pr«ife: Für Loiiach: Sanzj. fl. 8-401 Zustellung in» Hau« vrtlj. 25 tr, Mit der Post: Ganzjähr. fl. 18 Onfettionep reife: ffiin» ■! Mittwoch, 12. November 1879.— Morgen: Stanislaus. 12. Jahrg. leigen bie 6 Zeilen !!U Ir. u Die Wehrgesetzvorlage steht augenblicklich im Vordergründe aller publi-cistischen Erörterungen. Während im österreichischen Wehrgesetzausschuss das Verlangen der Regierung, die Kriegsstärke der Armee auf weitere zehn Jahre mit 800,000 Mann zu bewilligen, derzeit noch den Gegenstand lebhafter Erörterungen bildet, ist der betreffende Ausschuss des ungarischen Abgeordnetenhauses bereits über diese Angelegenheit im Sinne der Regierung schlüssig geworden. Aller Augen sind daher auf Oesterreich gerichtet, wo nach den Andeutungen der Officiöfen mit dem Schicksal der Wehrgesetzvorlage auch das Schicksal des Ministeriums Taaffe entschieden werden wird. Nachdem Minister Pra^ak mit seiner Ansicht, dass zur Durchbringung einer zehnjährigen Verlängerung des gegenwärtigen Wehrgesetzes schon die einfache Majorität genüge, im Miniftevrathe nicht durchzudringen vermochte, muss sich die Regierung an Beschaffung ber zu Verfassungsänderungen erforderlichen Zweidrittelmajorität umsehen. Dazu finb aber wenig Aussichten vorhanben, wenn bie Verfassungspartei bie Wehrfrage als eine politische Principienfrage erklärt unb bie biesbezüglich gefassten Clubsbeschlüsse als binbeub für sämmtliche Mitglieber bes Clubs ber Liberalen unb ber Fortschrittspartei erklärt. Wir zweifeln jeboch daran, dass man im Lager der Verfafsungspartei die Gefahr riskieren wirb, burch bie Erklärung ber Wehrgesetzfrage zur Parteifrage beti nothgebrun-flenen Austritt jener Mitglieber aus den liberalen Clubverbänden herbcizuführen, welche in der Wehr* flage anderer Meinung als die Mehrzahl ihrer Collegen sind. Denn so schwer auch das Armeebudget auf dem Steuerträger lastet und so bedenklich es auch vom finanziellen Stanbpuukte scheinen mag, eine weitere Fortbauer ber unerschwinglichen Heereslasten auf weitere zehn Jahre zu becretieren, fo hat boch bie Entscheibung ber Frage, ob bie äußeren Verhältnisse eine Beibehaltung bes gegenwärtigen Kriegsstanbes ber Armee nothwendig machen, mit dem politischen Parteistandpunkte wenig zu schaffen. Man kann der größte Anhänger des Ersparungssystems, der eingefleischteste Freund einer Friedenspolitik sein, und kann doch der Anschauung huldigen, dass die gegenwärtige Lage Europas eine außerordentliche Krastanstren-gung Oesterreichs zur Erhaltung seiner Groß-machtstellung vollständig rechtfertigt. Ob reaktionär, ob liberal, kommt bei Beantwortung dieser Frage auch nicht in Betracht, so zwar, dass es immerhin möglich, wenn auch nicht sehr wahrscheinlich ist, dass es ber Regierung gelingt, mit Unterstützung eines Bruchtheiles ber Versassmigs-partei bie Wehrgesetz-Vorlagen int Abgeordnetenhaus« durchzubringen. Anders stellt sich jedoch die Sachlage, wenn die Clubs der Verfafsungspartei, dem Vorgehen der Autonomisten folgend, die Wehrfrage als Parteifrage auffassen, durch bereu Behanblnng ein Wechsel im Regierungssystem vermieden oder herbeigeführt werden kann. Denn ebensowohl, als die Parteien der Rechten ein Interesse daran haben, bes Ministerium Taaffe so lange am Ruber zu erhalten, bis die Verhältnisse zur Installierung eines Cabinets jgohenrtmrt reif geworden sind, ebensowenig hat die Verfafsungspartei ein Interesse daran, ein ihr wenig sympathisches Ministerium über den Schwierigkeiten seiner Existenz hinwegzuhelfen. Das ist es denn auch, was die Offiziösen befürchten, unb barunt wird der Verfassungspartei so eindringlich vordemonstriert, dass für beit Fall einer Demission Taaffes im gegebenen Augenblick nichts besseres nachkommen könne. Dass bie Verfassungspartei bie Drohung der „Montags-Revue" mit einem Cabinete Hohenwart-Smolka-Clani-Mar-tinitz keineswegs zu fürchten braucht, haben wir bereits erörtert. Was sie aber gegenwärtig in Erwägung ziehen muss, ist die Frage, ob sie die Verhältnisse des Augenblicks für geeignet hält, um schon jetzt die Wiedererlangung ihrer Herrschaft anzustreben. An diese Frage knüpft beim auch die „Presse" an, indem sie anbeutet, dass es für die Verfassungspartei besser wäre, att ihrer inneren Coitsolidierung zu arbeiten, als eine MinisterkrisiK heraufzubeschwören, welche wenigstens vorläufig nicht in ihrem Sinne erledigt werden dürfte. Auch wir sind überzeugt, dass die nächsten Neuwahlen für den Reichsrath umsomehr Chancen für die VerfossungSpaitei haben werden, je länger sich bie Autonomisteu im jetzigen Abgeordnetetthause der Majorität erfreuen. Die unausbleiblichen Beweise ber Regierungsuiisahigkeit werden ber Bevölkerung wohl die Augen öffnen müssen, welch ein himmelweiter Unterschied zwischen den Versprechungen ist, mit welchen die letzte Wahlagitation von verfas-snngsseindlicher Seite eingeleitet wurde, und den Leistungen, welche die bunt zusammengewürfelte beseitige Majorität zuwege brachte. Aber um diese Beweise zu erbringen, ist es boch nicht nothwendig, die Heereslast gleich auf zehn Jahre zu bewilligen. Und darum müssen wir auch jenen Veniiittluugsvoi schlügen beistitu« men, welche zwar dem Ministerium Taaffe burch eine Bewilligung bes Kriegsstandes der Armee in der geforderten Höhe auf zwei über brei Jahre das Verbleiben ermöglichen, ohne sich jeboch burch eine zehnjährige Tnippenbeivilligung eines wesentlichen parlamentarischen Rechtes auf lange Jahre hinaus enlänßern zu wollen. In brei Jahren fault sich sowohl die parlamentarische Situation derartig geändert haben, dass eilt Ministerwechsel nur im Sinne der Verfafsungspartei aussallen kann, und in brei Jahren können sich ferner auch die äußeren Verhältnisse berartig gestaltet haben, dass eilte Beibehaltung ber bisherigen Kriegsstärke bes Heeres völlig überflüssig ist. Eine weitere Nachgiebigkeit halten wir von Seite ber Ver- Imisseton. Eine Kleinstädter Spukgeschichte. Originalnovellette von Harriet. (Fortsetzung.) Das junge Paar wanbte sich zu ber Kranken; Burgis Gesicht zeigte eine tiefe Verwirrung, toähreiib auf Maysclds Stirn eine schwere Falte lag — er hatte einen kurzen Augenblick vergessen, dass sich eine unübersteigliche Schranke zwischen ihm unb ber jungen Dame erhob, bie in ihrem verschiebenen Glaubensbekenntnis bestaub! In Mayselbs Seele wallte es leidenschaftlich auf, denn fein Herz schlug warnt und innig für feine Glaubensgenossen, doch er bezwang seinen Bittern Unmuth. Der Anblick des Mäbchens hatte ihn zwar geweckt, machte ihn aber eben so rasch wieder verschwinben — es war ja eine holbe Sichtgestalt, bie sich urplötzlich auf den schmerzensreichen Lebensweg feiner Schwester gestellt — durfte er sie verscheuchenV „Bitte um den Handschuh, verehrtes Fräulein; ich hoffe in seinem Besitz bem Gespenst eine arge Beschämung zu bereiten, denn heute abends, muss ich in die Ruinen." Es dämmerte stark, als Walburga, von dem alten Diener begleitet, in das Landhaus zurückkehrte. Sie hatte schöne unvergessliche Stunden im Schloss im Thale verlebt. Immer und immer wieder tauchten die zwei edlen Gestalten des Geschwisterpaares vor ihrer träumenden Phantasie auf; sie schmückte sie mit all jenem farbenreichen Glanze au», den nur jugendliche Seelen über den Gegenstanb ihrer wärmsten Verehrung zu breiten wissen! Tante Gusti betrachtete forfcheitb das nachdenkliche Gesicht des Mädchens, das sich warm und innig belebte, als es die Ereignisse des Nachmittags erzählte: „Tante, morgen soll ich wieder hinüber. O, ich kann es kaum erwarten, zu erfahren, was er in den Ruinen ausrichten wird." „Die Mittheilung von dem Handschuh bringt mich auf einen ganz fonderbarett Gedanken", sagte Frau Bmnauer, „ich glaube fast das Gespenst zu ermthen; ich und Doctor Ritter sind ihm wahrscheinlich begegnet, da wir von Mayfelds Gut heimlehrten!" „Ach, erzähle!" bat bas Mädchen. „Nein, nein, wir wollen Mayfelds Erlebnisse abwartett." Indessen schritt der junge Mann, gefolgt von feinem Hunde, einen ziemlich breiten Waldweg empor, der nach dem Bergkegel führte. Im Thurmfenster tanzte und zitterte der Geisterspuk. Mayfelb beschleunigte seinen Schritt; er fetnb es nun recht albern, bass er nicht schon längst auf EntbcckungS-reifen ausgegangen fei unb erst ber Damen« haubschuh seine Neugierbe ebensosehr als sein Interesse an bem Possenspiel geweckt habe. Lautlos wie ein Schatten huschten er und sein Begleiter über den schmalen Wiesenvorsprttng vor den Ruinen; ehe er es hindern konnte, sprang Castor über den Mauervorsprung und steckte jeinen Kops in die Fenstervertiefung, ein lauter Schrei, ein klirrendes Geräusch, wie fallendes Glas, und das blaue Sicht war jetzt erloschen. Der junge Mann drang in den Thurm; auf den wettergrauen Steinfliesen lag eine erloschene Pechfackel und eine zerbrochene blaue GlaStafel: das war der ganze Geisterfpuk. Aber wo blieb die Urheberin desselben? Ach, sie war entflohen, unb zwar burch eine breite schwarze Oeffmmg, fassungspartei für ganz und gar ungerechtfertigt. Will sich die Regierung mit diesem Zugeständnisse nicht begnügen — gut, dann ist der Verdacht gerechtfertigt, dass es sich ihr nur darum handelt, auf lange Jahre hinaus der Controle des Parlaments überhoben zu sein, und in diesem Falle ist es wirklich im Partei-Interesse der Veifas-sungspartei, gegen die beabsichtigte Schmälerung der konstitutionellen Rechte Verwahrung einzulegen. Ebensowenig wir einem Beschlüsse der Verfassungspartei das Wort reden möchten, überhaupt gegen jede Beibehaltung der Heeresziffer zu stimmen, ebenso berechtigt ist es, wenn von dieser Seite eine Einigung dahin erfolgte, dass die Wehrgesetz-Vorlage nur mit einer räumlichen Beschränkung ihrer Wirksamkeit, fei es nun aus zwei oder drei Jahre, die Zustimmung der verfassungstreuen Clubmitglieder finden dürfe. Oesterreich und die Orientfrage. Der Wiener Correspondent des „Daily Telegraph" schreibt: „Die österreichisch«' Regierung beschäftigt sich in diesem Augenblick ganz besonders mit drei Gegenständen, nämlich: der Situation auf der Balkan-Halbinsel, den egyptischen Angelegenheiten und der Entente mit Deutschland. Die augenblickliche Situation auf der Balkan-Halbinsel liefert neue Beweise, dass der Berliner Vertrag keine endgiltige Lösung der orientalischen Frage, sondern ein Kompromiss zwischen den Großmächten zur Vermeidung des Krieges war, und bestand das Hauptverdienst des Vertrages darin, jene Ansichten bis zu einem Punkte versöhnt zu haben, welcher jede Gefahr vor einem kriegerischen Conflicte beseitigte. Wie die Dinge heute stehen, ist Oesterreich, und dem Anscheine nach auch England, geneigt, den Ereignissen ihren Lauf zu lassen. Die unsicheren Zustände in Con-stantinopel sind eine Quelle der Beunruhigung; allein für den Augenblick lässt sich durch eine Einmischung des Auslandes nichts erreichen. Der Sultan weiß, dass in seiner Schwäche gerade seine Hauptstärke liegt, denn die Zeit dürfte kommen, oa feine Autorität für mehr als eine Macht von höchster Wichtigkeit sein dürfte. Der einzige ernstliche Grund zur Befürchtung — infolge der kürzlichen Veränderungen in der Pforte — ist die Möglichkeit, dass die türkische Regierung sich zu einer Einmischung in Ostrumelien verführen lassen könnte — eine Einmischung, welche aus militärischen und finanziellen Gründen zu verpönen wäre. Unterdessen ist der österreichische Vertreter in Philippopel soeben beauftragt worden, bei Aleko Pa- die ihm aus einer tiefen Seitennische entgegen-gähnte; er wollte eben durch dieselbe schlüpfen, als lautes Gebell und eine wehklagende Frauenstimme an sein Ohr drangen ; sie kamen aus dem schmalen Gang. Simon drang in denselben und stand nach einigen Augenblicken auf einer zerfallenen Steintreppe an der ändern Seite des Bergkegels, die von Unkraut völlig überwachsen war und auf der im Morgensonnenschein der graue Handschuh gelegen hatte. Castor hielt mit seinen scharfen Zähnen das fliehende Gespenst an den Kleidern fest: es war eine kleine, hagere Gestalt, mit einer etwas hohen Schulter und einem gelben, vertrockneten Gesicht. Kaum hatte Mayfeld, durch das Mondlicht begünstigt, einen flüchtigen Blick in die Züge desselben geworfen, fo rief er höchlichst belustigt: „Was hat Ihnen der sündhafte Jude gethan, meine verehrte fromme Dame, dass Sie seinetwegen die Seele Ihres Oheims mit einem Stückchen GlaS und einer Pechfackel heraufbeschwören, zum Entsetzen all' Ihrer heiligen Schwestern und Brüder. O, die werden große Augen machen, wenn ihnen die „K sehe Zeitung" den Bericht über den Geisterspilk bringen wird mit all' seinen Neben- und Hauptzügen." Er hatte mit beißendem scha gegen die Verfolgung der Muselmänner zu protestieren. Die letzten Berichte hierüber haben die allgemeine Entrüstung hervorgerufen, und werden die Vorstellungen des österreichisch-ungarischen Vertreters nicht unbeachtet bleiben. Unter allen Umständen ist die Österreichische Regierung der Ansicht, dass die ostrumelijchen Schwierigkeiten keinen Voiwand zu einer Umgehung der Berliner Vertragsbestimmungen bieten dürfen. Oesterreich hat nichts gegen Aleko Pascha einzuwenden; alles, was es von ihm verlangt, ist, dass er seine Functionen in ehrenhafter und gerechter Weise erfülle und den Anhängern der verschiedenen Glaubensgemeinschaften gleiche Rechte zuerkenne. „Die Behauptung, dass Oesterreich in den schwebenden Unterhandlungen bezüglich Egyptens sich durch politische Motive leiten lasse, wird in formellster Weife dementiert. Es befinde sich eine nicht unwichtige österreichische Colonie in Egypten, deren Interessen bei der Liquidation der Finanzlage betheiligt seien; die Regierung habe diese Interessen zu beschützen, jedoch nicht die geringste Absicht, dies au einem Vorwande für die Ausdehnung ihres Einflusses zu benütze». Sie erkennt vollständig an, dass England und Frankreich genöthigt sind, eine prädominierende Controle und Autorität in den egyptischen Angelegenheiten aufrecht zu erhalten, und hat hievon vor einigen Wochen fattfame Beweise gegeben. Bezüglich der Liquidationskommission wird sich die Regierung gleichfalls versöhnlich zeigen, und sichert ihr Vorschlag, dass die Commission nur aus drei Mitgliedern bestehen soll, nämlich aus einem Engländer, einem Franzosen und abwechselnd einem deutschen, österreichischen und italienischen Mitgiiede, England und Frankreich wie zuvor die Majorität. „Eines der Hauptresultate der österreichisch-deutschen Entente ist, dass Deutschland, welches während der Schlichtung der Details der orientalischen Frage sich im Hintergründe gehalten hat, nunmehr nach Erledigung dieser Einzelheiten eine entschiedene Politik in orientalischen Angelegenheiten verfolge» wird. Es liegt nichts in der österreichisch-deutschen Entente, was die englische Regierung beunruhigen könnte, und hatte Lord Salisbury gewichtige Gründe, als er derselben in solch freudigen Ausdrücken in Manchester Erwähnung that. Die österreichische Regierung hofft, dass England schließlich dem Uebereüikomnien beitreten werde; es kann dies geschehen, wenn die Gelegenheit sich bietet. Nachdem England nunmehr mit der alten, von Lord Palmerston befolgten Tradition, welche die Unterminieruitg der Macht und des Einflusses Oesterreichs im Auge Spott gesprochen. Fräulein von Klappernberg versuchte ihr Kleid aus den Zähnen des Thieres zu befreien, jedoch vergebens; Castor hielt es so fest, dass sie Gefahr lief, eine noch weit unangenehmere Bekanntschaft mit dem scharfen Gebiss des Hundes zu machen, wenn sie sich nicht ruhig und stille verhielt. „Befreien Sie mich von dem schwarzen Teufel!" stieß sie angsterfüllt hervor, „ich will den Spass in den Ruinen nicht mehr wiederholen." „Sagen Sie lieber das boshafte Vergnügen, die Dummheit und Einfalt der Menschen zu prüfen. Ihr Gebaren verdient eine arge Rüge, es soll auch nicht ungestraft bleiben. Wie gesagt, die Kleinstädter Spukgeschichte wird eine recht nette Erzählung in den Zeitungsblättern absetzen." „Das werden Sie nicht thun, bester Herr!" „Was soll mich davon abhalten?" „Ihr Ehrgefühl einer Dame gegenüber." „So, glauben Sie an das Ehrgefühl eines Juden? Sie, die ganz K. gegen mich gereizt? Das hieße eine zu hohe Meinung von mir hegen, beste Dame! Uebrigens ist das Wort „Ehrgefühl" hier gar nicht am Platze, höchstens Revanche, und die werde ich üben, verlassen Sie sich darauf. Castor, da herein!" hatte, gebrochen, steht der Herbeiführung der besten Beziehungen zwischen den beiden Mächten und ihrer Cooperation in der Verteidigung ihrer gemeinsamen Interessen nichts mehr entgegen. Dies ist der Wunsch des österreichischen auswärtigen Amtes, der von Lord Beaeonssield und feinen Kollegen herzlich erwidert wird. Die allgemeine Tendenz der österreichisch-deutschen Entente bedeutet Frieden und die genaue Ausführung und Aufrechterhaltung des Berliner Vertrages. Die Einzelheiten des Uebereinkommens sind niemandem mitgetheilt worden und konnten es auch nicht, obgleich sie nur die angegebenen Ziele verfolgen.“ Der allenthalben hervortretende Widerwille gegen die vom Finanzministerium beabsichtigte Verlängerung der Amortisationsfrist für die ungarischen Gruiidentlastuiigs-Obligatioiieii hat die ungarische Regierung zur Zurückziehung der betreffenden Gesetzvorlage veranlasst. Schon vorgestern hat Gras Szapary im Finanzausschüsse eine Erklärung im Abgeordnetenhaus betreffs Zurücknahme der missliebigen Finanzmaßregel angekündigt, gleichzeitig aber auch erklärt, dass die Regierung einen gewissen Zeitraum beanspruchen müsse, um für die Deckung des Ausfalls, welcher durch die Zurückziehung der Grnndentlastungs-Vorlage erwächst, Sorge tragen zu können. Uebrigens sind durch diese Nachgiebigkeit der Regierung und durch die bereits gemeldete Beilegung des parlamentarischen Conflietes Szapary-Pazmandy noch lange nicht alle Schwierigkeiten beseitigt, welche dem Ministerium Tisza, beziehungsweise dem Grafen Szapary, durch die in Rede flehende Vorlage erwuchsen. Die äußerste Linke benützt eben den Pazmaiidy-Seaudal als willkommene Angriffswaffe gegen die Regierung auch jetzt noch, wo infolge der Aufklärungen Szaparys der meritorifche Theil der Angriffe Pazmcindys gegen den Finanzminister in Wegfall gekommen ist. Und zwar hat sie beschlossen, die Regierung zu interpellieren, ob es wahr sei, dass Graf Szapary den Abgeordneten Pazmaiidy wegen dessen Acnfjentngen im Parlamente gefordert habe. Die Interpellation wird den meritorischen Theil der Affaire ganz bei Seite lassen und sich bloß darauf beschränken, zu constatieren, ob ein Mitglied der Regierung solcherweise die parlamentarische Redefreiheit beeinträchtigen wollte. * * * Bei der gestern vorgenommenen definitiven ©oujlituierung des Präsidiums int österreichischen Abgeordnetenhause wurde Graf Coronini neuerdings zum Präsidenten und auch die Abgeordneten Sinolka Der Hund ließ das Kleid des Fräuleins von Klappernberg los und drängte sich an seinen Herrn, der hoch und stolz aufgerichtet auf der alten mondbeglänzten Steintreppe stand und mit dem Ausdruck der Geringschätzung auf die kleine graue Gestalt niederblickte; wie verächtlich erschien sie ihm und ihr ganzes einfältiges Gebaren. „Warum stehen Sie noch immer da? Fürchten Sie vielleicht, dem Geist Ihres alten Oheims, den Sie fo oft heraufbeschworen, im Walde zu begegnen ? O, kühne Heldin dieses Ritterschlosses, der graue Handschuh hat mich doch auf die richtige Spur geführt!" Fräulein von Klappernberg zuckte leicht zusammen. Sie hatte ihn im Laufe des Vormittags bei den Ruinen gesucht und war dann im Thale Frau Brunaner und dem Doctor begegnet. „Geben Sie ihn mir zurück!" sagte sie hastig. „Nein, nein, er ist mir ein theueres Andenken an Ihre Liebe und Freundlichkeit zu den Bewohnern im Thale. Ohne unsere Ansiedlung in K. wären Sie nie auf den Gedanken verfallen, die Rolle des Thurmgeistes zu spielen." (Fortsetzung folgt.) und Gödel-Lannoy zu Vicepräsidenten wiedergewählt. Mr den Grafen Eoronini stimmten alle Parteien des Hauses, während bei der Wahl der Vicepräsi-denten die Stimmen der Autonomisten und der Regierungsanhänger gegen den Kandidaten der Verfassungspartei in der Mehrheit blieben. * * * Wie der „N. fr. Pr." ans Pest telegraphiert wird, haben sich auch die kroatischen Abgeordneten gegen die bosnische Vorlage erklärt. Um die schwankenden Mitglieder der Regierungspartei für die Vorlage zu gewinnen, hat man das Gerücht verbreitet, dass Ti«za im gemeinsamen Miuisterrathe gegen die Vorlage und für die Competenz der beiderseitige» Parlamente in dieser Frage eingetreten fei, doch sei er anßer Stande gewesen, dem auf ihn ausgeübten Drucke erfolgreich Widerstand zu leisten. Außerdem hat die Regierung alle ihre unbedingten Anhänger telegraphisch zur Abstimmung einberufen, so zwar, dass sie trotz der Spaltung im Lager der eigenen Partei doch noch die Majorität für die bosnische Verwaltungsvorlage zusammenbringen werde. * * Die Organe der äußersten Linken im ungarischen Reichstag veröffentlichen einen Brief K^ssnths, in welchem der ehemalige Dictator die Nachrichten dementiert, welche der Pariser „Soleil" über die Besprechung eines seiner Berichterstatter mit ihm veröffentlichte. Koffuth verwahrt sich vor allem dagegen, als ob er gejagt habe, dass Ungarn schließlich eine Beute Deutschlands sein werde. So wenig er auch an den Bestand einer dauernden Freundschaft zwischen der österreichischen und der Berliner Re> flimmg glaube, so sei er doch stets ein warmer Vertheidiger einer Allianz zwischen Denschland und Ungarn gewesen. In Bezug ans die österreichische Orientpolitik, welche er allerdings für gefährlich halte, habe er nie gesagt, dass dem österreichischen Minister des Aeußeren das Wohl seines ungarischen Vaterlandes gleichgiltig gewesen sei. Er habe den Patriotismus Audrasjhs aus eigener Erfahrung viel zu sehr kennen gelernt, als dass er gegen denselben eine solche Beschuldigung erheben konnte. Andrassy habe eben nur die Wahl gehabt, entweder den ihm vorgezeichneten Occiipationsplan durchzuführen oder sich »ach Terebes in das Privatleben zurückzuziehen. Doch sei es seine Uebeizengung, dass die nach seiner Ansicht verderbliche Orinitpolitif Oesterreichs durch den Widerstand Ungarns unmöglich geworden wäre, wäre nicht eben der Minister des auswärtigen Amtes eilt Maghare gewesen. * * * Nachdem durch die von der französische» Regierung durchgeführte Reform der SBohithätigfeitsanftalten die Leitung der letzteren den Händen der Ultramontanen entzogen wurde, hat die eterieale Agitation den Versuch gemacht, zu zeigen, dass die Wohl-thätigkeitspflege nur unter ihrer Obhut gedeihen Jönne. Zu diesem Behufe suchte man den Aufforderungen zu milden Spenden, wie sie alljährlich von den Maires an die wohlhabenden Bewohner gerichtet werden, von clericaler Seite eine passive Opposition zu bereiten. Vielleicht wäre es auch dieser perfiden Taktik gelungen, die Wohlthätigkeits« bureaux der Regierung auszuhungern, wenn die ultrnniontauen Organe nicht allzufrüh über die Folgen dieses „Strikes der Reichen" gejubelt hat* tot. Den focialistischen Organen war dieser Selbst» verrath Wasser auf ihre Mühle, und bald sah bann auch die ultramontane Agitation bie Gefahren ein, welche daraus für ihre Partei entspringen, wenn man dieselbe als den hartherzigen Feind der bedürftigen unteren Volksschichten hinstellen lasse. Man entschloss sich also zur Umkehr, boch reicht bieser thätigkeitsanstalten wieder in ihre Macht zu bekommen, unb bamit hat beim auch bie clericale Agitation eines ihrer wirksamsten Mittel wahrscheinlich für immer eingebüfst. * * * Wie der „Pol. Corr." aus Paris gemeldet wird, ist man in dortigen politischen Kreisen geneigt, aus dem Umstande, dass der Cabinetschef im dortigen Ministerium des Aeußern, Gras de Ponte* coulant, und der Cabiuetsseeretär de Lasteyrie ans ihren derinnligen Stellungen scheiden und in die Finanzverwaltung treten, auf den nahe bevorstehenden Rücktritt des Conseilspräsidenten und Ministers des Aeußern, Waddington, zu schließen. * * * Der Laternenmann Henri Rochefort hat in der „Marseillaise" ein Evangelium jener Socialisten-partei veröffentlicht, welche unter dem Namen der ,,Collectivisten" aus dem letzten Marseiller Arbeiter-congresse die Erklärung abgaben, dass es Pflicht ihrer Partei sei, mit allen erdenklichen Mitteln auf die coHectioc Aneignung aller Arbeitswerkzeuge und Productionskräfte hinznwirken. „Proudhon sagte — so heißt es in diesem Commnnisten-evangelimtt — dass das Eigenthum ein Diebstahl sei. Er hätte hinzufügen sollen: Das Eigenthum ist widersinnig." Nach dieser vielversprechenden Einleitung fängt Rochefort an zu beweise», dass die Erde nimmermehr jemandem angehören könne. Sie könne ebensowenig, wie die Luft, die wir athmen, irgend jemanden^ Eigenthum sein.“ Was sollte man einem Chemiker antworten, welcher den Grundbesitzer» folgende Rede hielte: „Ihr wollt mich hindern, die Erde zu besäen, weil ihr sie bezahlt habt. Gut. Dann aber werde ich die Lust in ihre einzelnen Bestandteile zerlegen, und jedesmal, wenn ihr athmen wollt, sollt ihr mir die Lust zu einem bestimmten Preise zahlen." Der Collectivisrnus nimmt die Er De für den Baner in Anspruch, wie für den Arbeiter die Werkzeuge. Warum sollen die Bergleute das Erz für einen ändern aus der Erde holen, die ihnen angehört?" Der Artikel schließt mit den Worten: „Der Collectivisrnus ist aus socialen Ungeheuerlichkeiten heroorgegaitgen, die wir nicht eher los werden, als bis der Refrain der Arbeiter-Marseillaise: „Arbeiter, nimm die Maschine, Bauer, nimm die Eide!" zur Wahrheit geworden." Unverblümter kann der Kommunismus wohl nicht gepredigt werden! Doch haben diese Extravaganzen das Gute im Gefolge, dass die in Frankreich zahlreich vorhandene Partei liberaler Theoretiker, welche bei gleichzeitiger Erhaltung der socialen Ordnung an die Möglichkeit einer friedlichen Auseiuanber-fetzung mit ben Communisten glauben, bas Ungereimte ihrer Voraussetzungen einzusehen beginnen. netten gespielt haben, in ben Hintergrund treten werben." Vermischtes. — Der Witz eines geistlichen Herrn. In Nr. 851 bes „Grazer Volksblatt" findet sich nachstehende „große Bitte": „Ein armes, erbarmungswürdiges Geschöpf könnte in feinem noch nicht alten, aber sehr wertvollen Leben durch eine Cur, welche ben hohen Betrag von 2000 fl. (zweitansenb Gulden) erheischt, vom herannahenden Erstickungstods gerettet werden. Sollte durch diese Veröffentlichung der liebe Gott Herzen finden lassen, welche helfen können, fo ist der Untengenannte damit betraut, über das arme Wesen, dessen Wohnung und Name bereitwillige Auskunft zu geben, eventuell die Gabe demselben zu übermitteln. Vincenz Fer. Finster, Caplan, Schnlgasse Nr. 7 in Graz." Dass bei dieser Stilisierung niemand an was anderes als an einen armen Mensche» denken konnte, ist natür» lieh. I» diesem Sinne geschahen Anfrage» und liefen Gelder ein. Nu» sieht sich der witzige Caplan doch vera»lasst, z» erklären, dass daS „Geschöpf" die Orgel der Pfarrkirche „St. Andrä" sei, und thut dies wieder in nachstehender Fassung: „Große Bitte. Das unter der gleichen Uebeischrist in Nr. 251 bezeichnte arme und erbarmungswürdige Geschöpf ist kein menschliches Wesen, aber dennoch todtkrank zum Ersticken. Es hat 17 Luströhren, kann aber nur mehr mit einer mühsam athmen. Es heißt „Andreas Orgel" und befinüet sich in dem geweihten Hause nach Nr. 11 in der Schul* gaffe. Sollte durch diese Veröffentlichung der liebe Gott Herzen finden lassen, welche Helsen können zur Aufbringung der hohen Curkosten von 2000 fl., fo bittet der Gefertigte demüthig um diese Hilfe und die Redaction des geschätzten „Volksblatt" um Verzeichnung dieser Gaben. Vincenz Finster, Ca» plan in St. Andra in Graz." — Ein fünffacher Hausbesitzer a 18 Millionenbefraubant. In bent Petersburger Waifenhaufe würbe diefertage eine großartige Defraudation verübt. Als nämlich eine Revisions-Lommission die Waisenkasse revidieren wollte, fand ’ie dieser anstatt 4.500,000 nur etwa 50,000 Rubel vor. Es wurde sofort eine gerichtliche Unter» uchung eingeleitet, und diese brachte heraus, dass die Defraudation von dem Kassier des Waisenhauses, Rubzow, welcher Besitzer von fünf Häusern und ein mehrfacher Millionär ist, verübt worden sei. Nun wollte die Behörde die fünf Häuser Rnbzows mit Beschlag belegen, es stellte sich aber heraus, dass bieseiben fänimtlich verpfändet waren. Der Verbrecher flüchtete sich indessen ans Petersburg inS Ausland. Ueber die Stellung der Parteien in der Türkei wird aus Constantinopel geschrieben: „Es gibt jetzt im türkischen Reiche vier Parteien. Eine ist die alte Partei Mahmud Nedims, die aus den Alt-türken zusammengesetzt ist, die zweite ist die Partei Mithabs, bie dritte Saufet Paschas Partei und bie vierte ist bie jungtürkische Partei, bie sich bis jetzt allen Bewegungen ferngehalten hat. Saib Pascha, ber gegenwärtige Großvezier, gehört, obwohl et ein Mann von großer Intelligenz ist. bis jetzt keiner Partei an. Die jnngtürkische Partei besteht aus intelligenten Männern, benen bie Wohlfahrt ihres Lanbes am Herzen liegt. Da sie wissen, welchen Einfluss Saib Pascha aus ben Sultan ausübt, und Saib auch als einen Patrioten unb thätigen Staatsmann kennen, so setzen sie große Hoffnungen in bie Zukunft unb sinb bes Erfolges bes neuen Groß neuerbings erwachte Wohlthätigkeitssinn nicht aus,' Veziers gewiss. Diese Partei gewinnt täglich an ben wohlbegrünbeten Verbacht zu beseitigen, dass Boben, unb wenn sie Saib Pascha zu ihrem Chef all bie Barmherzigkeit ber Ultramontanen nur ein1 ernennt, was sehr wahrscheinlich ist, wirb die Türkei Mittel für politische Zwecke sei. Jedenfalls ist keine einen ungeheuren Schritt in ber Richtung einer Aussicht vorhanden, dass e§ ben ultramontanen neuen Phase gemacht haben, ba alle Männer, bie ■Korporationen gelingen wirb, bie Leitung ber Wohl- eine solch' hervorragenbe Rolle in früheren Gabi* Local- und provilyial-Angelegenheiten. Constitutionekker Verein in £oi6udi. Der Ausschuss beehrt sich, hiermit die Herren Mitglieder zur 73. Wevsammkung einzuladen, die Freitag ben 14. November t. I., abends 7 Uhr, im blauen Zimmer des Casino (1. Stock) statt» findet. Tagesordnung: Die Verfassnngspartei und die politische Lage. — (Warnung für Stcllensuchenbe.) Wieberholt fiiibet man in Wiener unb in Provinzialblättern bie Annoncen eines Pariser Stellenvermittlungsbureaus, welches sich Stellensuchenben aller Art in ber wärmsten Art reeommanbiert. Wir sinb nun in der Lage, aus ber eigentümlichen Gefchäftsmanipulation bieses BureauS einen Fall mitzutheifen, welcher uns bie Pflicht auferlegt, allen Stellensuchenben bie größte Vorsicht bei Benützung berartiger Pariser Geschäfte anzuempfehlen. Ei« junger Mann hatte sich an bas betreffenbe Bureau um Vermittlung einer Stelle als Uebersetzer oder Gotresponbent gewendet. Sofort kam eine unfran- kierte Antwort, in welcher mitgetheilt wird, dass man so glücklich sei, dem Stellensuchenden einen Posten mit 250 Francs bieten zu können. Die Bedingungen, welche das Bureau stellt, sind 30 $ro-cent von den ersten Monatsgehalten und die sofortige Einsendung von 10 Francs zur Deckung eventueller Spesen. Geht der glaubcnsselige Stcllen-werber auf den Leim und schickt er die verlangten 10 Francs ein, so ist das Geschäft für das Bureau gemacht und er selbst aber hat das Nachsehen. So ist eS auch unserem Gewährsmanne ergangen, welcher auf seine Geldsendung so lange keine Antwort erhielt, bis er sich um nähere Auskunft über den in Aussicht gestellten Posten erkundigte. Nun hieß es kurzweg, dass momentan kein solcher Posten auf Lager sei, und dass man ihn vorkommenden Falles davon schon verständigen werde. Damit ist sein Folio im Hauptbuche der sehr ehrenwerten Schwindlerfirma geschlossen, welcher es lediglich darum zu thun ist, von ihren Geschäftsfreunden Spesenvergütungen eivznkassieren, für welche sie selbst keinerlei Gegenleistungen zu übernehmen gesonnen ist. — (Rinderpestbullctin.) Der „Laibacher Zeitung" zufolge ist in der Ortschaft Jawor nächst Laibach die Rinderpest ausgebrochen und wurde infolge dessen die Ortschaft für verseucht erklärt. — (Theater.) Mit der gestrigen Aufführung des „Boccaccio" von Suppe wurde dem Repertoire unseres Landestheaters eine Operette einverleibt, welche, sowohl was den Text als auch das Libretto anbelangt, zu den besten ihres Genres gezählt werden muss. Heiter, ohne gerade burlesk zu sein, bietet das von Zell und Genee beigestellte Libretto dem Compositenr Gelegenheit genug zur Melodienentwicklnng, und Snppö ist nicht der Mann, der sich eine solche Gelegenheit unbenützt entgehen lässt. Dass auf die Chöre ein besonderer Wert gelegt erscheint, ist bei dem Compositenr des „Flotten Burschen" selbstverständlich. Was die Aufführung anbelangt, so muss zunächst das Verdienst hervorgehoben werden, welches sich unser rühriger Kapellmeister Herr Andreae um das musikalische Arrangement erwarb, während anderseits die Direktion das möglichste für die Ausstattung der Novität leistete. Unter den Darstellern hatte sich namentlich Frl. Widemann in der Titelrolle einer sehr sympathischen Aufnahme von Seite des Pnblicnms zu erfreuen und wurde durch zwei Kranzspenden ausgezeichnet. Herr Endtresser entledigte sich seiner Aufgabe trotz seines Unwohlseins mit Geschick und wurde ebenso wie Herr Weiß in beifälliger Weise applaudiert. Herr Mondheim, in welchem das Zeng zu einem tüchtigen Komiker steckt, war recht bravs; wenn wir etwas zn bemängeln haben, so ist es der hie und da haarsträubende Text seiner localen Couplet-Improvisationen, obgleich die letzteren namentlich in den „höheren Regionen" stets einen ungemessenen Beifall finden. Die Chöre hielten sich durchwegs recht wacker. Die Glauzstelle des Abends war, was den Applaus anbelangt, die Scene zwischen „Boccaccio" und den drei bürgerlichen Ehepaaren im dritten Acte. Das Theater war sehr gut besucht. Witterung. Laibach. 12. November. Morgens Nebel, dann bewölkt, sehr schwacher SW. Temperatur: morgens 7 Ubr — 4'4\ nachmittags 2 Ubr + 0 8° 0. (1878 + 5-2“; 1877 + 13 8" 0.) Barometer im Fallen, 72846 Millimeter. Da» gestrige Tafte«,luitcl der Temperatur — 2 7°, um 73° unter dem Normale. Gedenktafel über die am 14. N o v e m b e r 1 879 stattsindenden Visitationen. 3. Feilb., Langer',che Real., St. Jobst, 33®. Rudolss-wert. — 3. Feilb., Trost'schc Real., Podraga, BG. Wippach. — 1. Feilb.. Andlovie'sche Real., Poretsche, BG. Wippach. — 3. Feilb, Lamberger'sche Real., Jantschberg, BG. Littai. — 2. Feilb., Santt'sche Real , Belsko, BG. Adelsberg. — 2. Feilb., Zelko'sche Real., Rarem, BG. Adelsberg. — 2. Feilb., Bobek'sche Real., Neudirnbach, BG. Adelsberg. — 3. Feilb., Zitko'sche Real., Seuze, BG. Adelsberg. — 2. Feilb., Po^ar'sche Real., Eepno, BG. Adelsberg. — 2. Feilb., Dolenc'sche Real., Rakitna, BG. Adelsberg — 1. Feilb, Petrovkiö'sche Real., Kleinpule, BG. Wippach. — 2. Feilb., Domieel'sche Real., Unter-koschana, BG. Adelsberg. Telegraphischer Kursbericht am 12. November Papier-Rente 68 30. — Silber-Rente 70 95. — Gold-Rente 80 40. - 1860er Staats-Anlehen 127 75. - Bank-«ctieii 838 — Credttactieil 269 75. — London 116 25. — Silber 100 25. — K. k. Münzducaten 5 56. — 20-Francs-Stücte 9 29'/,. — 100 Reichsmark 57 50. Theater. Operette in 3 Heute (gerader Tag): Zuni zwcitenmale: Boccaccio. Acten von Zell und Genee. F. v. Suppe. Musik von „Die Modenwelt“ Nr. 4 vom 10. November 1879 und die „Illustrierte Imiienyitiinif Nr. 21 vom 27. Oktober 1879 sind ciiiflctrosscn und werden versendet. — Bestellungen aus obige Journale übernimmt und besorgt pünktlich Ig. v. iitrinmoyr & Jcd. JJamßergs Buchhandlung. Verstorbene. Den 10. N o v e m b c r. Franz Spindler, gewesener Hausbesitzer, 82 I., Floriansgasse Nr. 31, Luugeu-ödem. Im Civilspitale: Den 10. N ov cm b er. Mathias Hoge, Taglohner, 67 Jahre, chron. Lungen-rmphysem. Fracht- und vorräthig bei jMtintnayr 8c jßatn&erg, Laibach, Congreßplatz, Bahnhofgasse UorcLcleutscher Lloyd, in der östorr. Monarchie concesaionierto Dampfschiffahrt - Gesellschaft. Dirocto regelmässige Post-Damyfsehiffalirt zwischen Bremen und Amerika. Bei billigsten Ueberfahrtspreisen und solidester Behandlung der Boisonden empfiehlt sich zur näheren Auskunft die obrigkeitlich genehmigte Haupt-Agentur des Norddeutschen Lloyd für Krain K. Banzinger, Spediteur der Südbahn, Wienerstrasse Nr. 13 neu in Xi&itoacla.. _ Verlässliche .A.grenzten, für die Bezirke Krains werden engagiert. ZMMMNMNZNZNMMMU Kommis, 23 Jahre alt, militärfrei, tüchtiger Verkäufer, wünscht Anfangs Jänner seinen Posten zu wechseln. Anträge er» bittet inan unter der Chiffre: „M. Y. P., Trilail.“ @udt= und äirliafm o ff ui arcu- Fabriks-Niederlage von W5 Wien, VH. Bezirk, Mariahilferstraße 9ir! l04r empfiehlt ihr reichhaltiges Laqer von den billigsten bis zu den feinste» Uock-, Kosen- und MizuBoffen für die Herbst- und IDintcrfaifon, Dosqnins, Peruviennes, Düffel, Kammgarne, echt steierischen Loben für Herren, desgleichen auf Damenpaletots nnd Regenmäntel. — Musterabschnitte und für die Herren Schneidermeister Musteikarteu auf Verlangen. (497, 8-7 Man biete dem tiliieke die lland! 400,000 Mark Hauptgewinn im günstigsten Falle bietet die aller- 1 neueste grosse Geldverlosung, welche von der ] hoben Regierung genehmigt und garantiert ist. Die vorthoilhafto Einrichtung des neuen Planes ist derart, dass im Laufe von wenigen Monaten I durch 7 Verlosungen lii.OHNI