^^.________________ Freitag. 22. Fcbrulll 1895._________________Jahrgang 114. Lmbacher —------- ______ >>»/WV»> "Vn?^'<"' h°lbjäh!w^^°^"A'!'," u"ll i, s°nzl«hrln fi, 1b. h«ll>jahr!g fl ? ün Im «omplolr: I Dle «Laib, Zel«,. n-,chs °"" M? °es erwähnten Gesetzes und für den U^'in we H^ ^ '" denjenigen ^?"", dann ^i bei Zahlung von Jollen und Neben-U^e« Si h" " ^"^°""g v°n Jollen st.tt des ""Wd von p?./ ^ iur Verwendung kommen, ein " /« ftEt. in Silber zu entrichten ist. ——___^ Plener m. p. X.l I"tttve?^n ^ ?' "^ ^ Uhr vormittags wird Vllon des m^« U der Staatsschnlden-Control-Com. i^^n E°? m ^ " dem für Verlosungen be- ^' verlos««« kp? ^""gebäude (Singerstrahe) die I. ""'en^2n« . ^""" und Gewinnummern des ^« der ,7" ^ ^°^" 1»64 und die 12. Ver- 3^'"en vierv?^^ "^^ur Selbstzahlunq über- wetden. "'" °er Vorarlberger Bahn vorgenommen ^ Von der , , ^> "^^^l.!. Directlon der Staatsschuld. Mchtamtlicher Hheil. "" r. Vie all^ überzog Albrecht f ^Vl^nten ^'"'?^uer über das Hinscheiden des Sr. l. und k. Hoheit des ^^^^' " Nerrn ^«s^^^^s Erzherzog Albrecht, tritt in ebenso weihevollen als erhebenden Kundgebungen zutage. In allen Ländern des Reiche« wie in allen Volksschichten wird der schwere Verlust, den das Allerhöchste Kaiserhaus, die l. und k. Armee und das Gesammtvaterland durch den Tod des siegreichen Feldherrn und edlen Menschenfreundes er« litten, auf das innigste mitempfunden. Auch außer« halb der Grenzen des Reiche« gibt sich überall die wärmste Theilnahme, verbunden mit der aufrichtigsten Verehrung und Bewunderung, für den verblichenen Helden-Marschall kund. Die erste Sitzung des Herrenhauses im neuen Sefsionsabschnitte war gleichfalls wie die Sitzung des Abgeordnetenhauses einer Trauelkundgebung für den verewigten Erzherzog Albrecht gewidmet. Der Präsident hielt folgenden Nachruf für den verewigten Herrn Erzherzog Albrecht: «Meine Herren! (Die Versammlung erhebt sich.) Wir treten heute zusammen, tief beweqt unter dem Eindrucke schmerzlicher Trauer über das Hinscheiden Seiner k. und k. Hoheit des durchlauchtigsten Feldmarschalls Erzherzog Albrecht, im Gefühle drs schweren Verlustes, welchen die erlauchte Dynastie, ganz Oesterreich und unsere von ihm zu Sieg und Chre geführte Armee erleidet. In ihm waren die schönsten und edelsten Eigenschaften des Mannes und des Fürsten vereinigt, in ihm, dem Senior der Dynastie, sah der treue Oesterreicher die theuren Traditionen des ruhmreichen, mit seinem Kaiserhause innig vereinigten Oesterreich verkörpert. Erfüllt von glühendem Patriotismus, war sein Leben ganz der Ehre und dem Ruhme des Vaterlandes gewidmet. Der Sohn des H^ldenfürften, bei dessen Name jedes patriotische Herz hoch schlägt, hat auch er Oesterreichs Heere zu Ruhm und Sieg geführt, mit seinem Namen sind die schönsten Ehrentage unserer tapferen Armee glorreich verbunden. i Was er, ein leuchtendes Vorbild aller militärischen Tugenden, auch im Frieden für die Armee gethan, lässt sich hier nicht aufzählen, aber von segensreichen Folgen wird sein Wirken für dieselbe bleiben und Zahllose haben in dankbarer Erinnerung zu bewahren, was er in edlem, großmüthig wohlwollendem Sinne für sie gethan.__________________________ Indem wir ein hochverehrtes Mitglied diese« hohen Hauses betrauern, stehen wir mit ganz Oesterreich schmerzlich bewegt an seiner Vahre. Aber wenden wir dabei vor allem unsere Gedanken unserem trauererfüllten allergnädigften Herrn und Kaiser zu (sich erhebend) und gestatten Sie mir daher den Antrag: Das hohe Haus wolle beschließen, da« Präsidium ist beauftragt, die inniqste trauernde Theilnahme des hohen Hause« bei Sr, Majestät unserem allergnadigsten Herrn und Kaiser allerehrfurchtsoollst zum Ausdrucke zu bringen. Ich sehe, meine Herren. Si? haben sich alle er» hoben. Ich betrachte daher meinen Antrag al« ange« nommen und werde der Verpflichtung nachkommen, die daraus für mich erwächst. Ich glaube der allseitigen Stimmung und dem allseitigen warmen Gefühle entgegenzukommen, wenn ich ausspreche, dass wir heute uns nicht in eine weitere Geschäftsverhandlung einlassen wollen, die Sitzung dieser Trauerkunbgebung gewidmet bleibt und ich dieselbe schließe.» Die Trauerrede wurde von der Versammlung in tiefer Bewegung angehört. Unmittelbar darauf wurde die Sitzung geschlossen. Die im Palais Albrecht in Wien aufliegenden Bogen füllt bereits eine große Anzahl von Namen her« vorragender Persönlichkeiten, welche sich zur llondolenz im Palais eingefund?n haben, darunter jene Ihrer Excellenzen des Herrn Ministers des kaiserlichen Hauses und de< Aeuhern Grafen Kalnoky und des Herrn General« adjutanten G d. C. Grafen Paar. In den Straßen der inneren Stadt wie in be« Hauptstraßen der übrigen Bezirke m-hrt sich die Zahl der ausgesteckten Trauerfahnen mit jedem Tage. In«» befonbere bieten der Kohlmarkt, der Graben und die Kärnterstrahe einen düster ernsten Anblick, nahezu an jedem Hause befinden sich eine ober mehrere schwarze Flaggen. Manche Läden sind mit dem schwarzumflorten Gildmsse des verewigten Erzherzog« geschmückt. In der Kapuziner-Kirche werden bereits die ent. sprechenden Vorbereitungen für die Leichenfeier getroffen. Aus diesem Anlasse bleibt die Kirche bi« auf weitere» geschlossen. Ziemsseton. W«z°» «,tl und Erzherzog Allrech« '» Knin. ^?^undV"Nlichen Namen des «Siegers von b> von Eustozza., die Helden- d 5" tH7^ und seines »eK2°"«in n U^ °"" österreichischen Patrioten A°tn, " EohnVs N-"? erhabenen Vater ruhm- '2 ! sind au/^"°g brecht, die beiden hohen kMen Ges2 ^ ben, Buche der lrainisch-vater-V?de H^e dankerfüllt verzeichnet fü immer-bim?r^bH «",^ beiden glorreichen Sprossen wiederholt in unserem den >t. wie«? "nlässlich ihrer An- ^g?:'uH/ 7 "lf.blutiger Walstatt selbst. °5ielt getreuen Landes Krain «3 gesp^°"° der Anerkennung und Auf- ^lo großer H unversl^^ Lob aus dem den >6'"n ersinn ?ldherren l 1?9l>ls die Bewohner von Laibach ' und" Erzherzog Karl im Jahre 'H.N Uhr ^ " , ?^ "' I"" «bends zwischen «in^n Ka^ Kaiser Leopold ,1. mit den ^ 2" 2°»is >m <^?p°lt> aus Julien in Laibach ^chtl^te ahend" ^Wse «zum wilden Mann. Ves^» der Stadt-^^""d "ne allgemeine Ve< ^ b ^; auch «"^gte^.das Theater mit seinem ""ienVen Unwe2 ^"" Taqe der Allerhöchsten VtMe ^stN?"/rfolgte Theaterbesuch, wobei ^Per "it drM,"ben wurden; die Schauspieler "folgte die °3N?.""e" beschmkt. Nach dem "e Weiterreise nach Wien. In dem unter Erzherzog Karls Führung so rühm« vollen FeldMe in Deutschland 1796 hatte sich unser Landsmann Vega unter den Augen des Erzherzogs bei der Vorrückung der Armee an die Lahn und bei der Ver-folgung des Feindes derart hervorgethan, dass dem bereits im Feldzuge 1793 mit dem Theresienkreuze Ge-schmückten für diese seine neuerlichen hervorragenden Leistungen aus deS gefeierten Oberfeldherrn Munde die schönste Anerkennung persönlich zutheil wurde. Al« aber bei Wandung des Kriegsglückes Bona-parte bald darauf zwischen Brenta und Piave bereit stand, ins Herz der österreichischen Lande über die Alpenpässe her einzudringen, da war es bekanntlich Erzherzog Karl, der, von der Rheinarmee abberufen, nach Italien eilte, um den Rückzug hinter den Taglia-mento anzuordnen und. sobald dies geschehen, wieder nach Wien zurückzukehren, da dem Kaiser persönlich über die Lage zu berichten In diesen bedeutungsvollen Tagen sah dle Landes' Hauptstadt Laibach den Vielersehnten in ihre Mauern einkehren, und zwar zum dnttenmale — das zweitemal war Erzherzog Karl am 26. Jänner 1795 hier durch, aelommen - diesmal, es war der 17. Februar 1796, nahm höchstderselbe in unserer Stadt Nachtquartier, ^n der Gegleitung des Erzherzogs Karl befand sich Er;berzoa sserdinand; die Ankunft erfolgte nm '/. 6 Uhr. und stiren die höchsten Herrschaften in dem Gasthofe «zum wilden Mann. ab. «wo die Vürgercorps mit Musik paradierten.; der Hauplplatz vor °cm Mste.ge. kartier hinauf und hmunter. war nnt Menschen d ch g füllt diese Volksmenge lieh ununterbrochen den R?f erschallen: -Ts lebe Prinz Karl-. Der Erzherzog ^ so erzählt eine zeitgenö,sische Aufzeichnung - trat an« Fenster, um zu danken; es steigerte sich der Jubel und da» Voll rief: «2anz lebe Prinz Karl». De» Abends dann erglänzte die Stadt in feierlicher Illumination. Das Rathhaus war mit achtzig großen Lampen beleuchtet. Unter das Publicum wurde ein «Lied vom Prinzen Karl» vertheilt, und im Fetttheater, das der Erzherzog wegen Ermüdung von der Reise — er hatte die Strecke von Codroipo bi« Laibach ununterbrochen zurückgelegt — nicht besuchen konnte, war von den Besuchern begeistert die Volkshymne abgesungen worden, zu welcher der Dichter Vobnil eine Zusatzstrophe in slooenischer Sprache hinzugedichtet mit Beziehung auf das bevorstehende Andrängen der Franzosen und auf das väterliche Walten des guten Kaisers Franz. der eigens seinen geliebten Vrub'r gesendet, uns zu retten und die ausklingt in das Flehen zu Gott um «Schuh nnd Segen für Franz und Karl!» Des nächsten Morgens sehte Erzherzog Karl die Reise nach Wien fort, Ercherzog Ferdinand lehrte nach Trieft zurück. Bei der Abreise rief dem Prinzen Karl die Bevölkerung Laibach« die Worte zu: «Heil. Vioat. Prinz Karl. Er fei unser Laudon l» worauf der Erzherzog erwiderte: «Mit Gott, Ihr Lieben, wir werden uns wiedersehen.» Wenige Wochen später erfolgte d,ese, Wiedersehen. DaS Tagebuch eines Laibacher Bürgers aus jenen Tagen verzeichnet das Ereigms nnt den Worten: «Den 3. Marcy haten wlr abermahl da« alikh. den so lieben Prinzen Karl m,t dem Herrn General Aellegarde zu sehen und sein zu der walllsch Armee hinein.» Während des Pferdewechsels besuchte der Erzherzog die hier weilenden Söhne des Erzherzogs Ferdinand, dann erfolgte die Weiterreise. Ali die Würfel des leider unglücklichen FeldzngeK von 1797 gefallen waren, kam der Erzherzog am 20. März wieder nach Krain, Laibach und Kiainburg, und die Geschichte hat eS mit goldenen Buchstaben verzeichnet, wie er dann bei Tarviil der letzte aus dem Kampsplahe war Laibachcr Zeitimg Nr. 44, ______________________________ 370___________'_______________________________________22. Februar 1S9b^ Das deutscht» Armtt-Verordnungsblatt veröffentlicht nachfolgenden Armeebefehl: «Mein Heer hat mit mir einen neuen fchweren Verlust zu beklagen. Au« der Zahl feiner General-Feldmarschälle fchicd durch den Tod zu meinem großen Schmerze mein treuer Freund Se. l. und k. Hoheit Erzherzog Albrecht von Oesterreich, Chef des 2. ostpreußischen Grenadier-Regiments König Friedrich Wilhelm I. Nr. 3. Mit ihm ist ein ruhmreicher, auf vielen Schlachtfeldern erprobter Führer und Held, ein leuchtendes Vorbild aller soldatischen Tugenden, ein treuer Pfleger der Waffenbrüderschaft zwifchen der österreichisch-ungarischen und meiner Armee dahingegangen, den wir mit Stolz zu den Unferiaen zählen durften. Um das Andenken des Verewigten zu ehrcn, bestimme ich hiedurckl, dass sämmtliche Officiere der Armee drei Tage, die Officiere des vorgenannten Regiments, dessen Ehef der General-Feldmarschall fast 36 Jahre gewesen, acht Tage Trauer — Flor am linken Oberarm — anlegen. Außerdem hat eine Abordnung dcs Regiments, bestchend aus dem Commandeur, einem Slabsofficier, einem Hauptmann und einem Lieutenant, an den Beifchungs-Feierlichkeiten theilzunehmen. Ich beauftrage Sie, Vorstehendes der Armee bekanntzumachen. Berlin den 18. Februar 1895. Wilhelm. An den Kriegsminister. » Aus allen Landeshauptstädten der Monarchie ver^ lauten die erhebendsten Trauerkundgebungen. Bei den Landeschefs erschienen die Chefs und Vertreter der Behörden und Corporations mit dem Ersuchen, dem tiefsten Beileide über den unersetzlichen Verlust Ausdruck an den Stufen des Allerhöchsten Thrones zu verleihen. Der Club der Conservative« des Abgeordneten-Haufes hat beschlossen, für weiland Se. k. und k. Hoheit den durchlauchtigsten Herrn Feldmarschall Erzherzog Albrecht einen Seelengottesdienst abhalten zu lassen. Cinen gleichen Beschluss fasste der Polenclub. Ueber anderweitige Trauerkundgebungen wird uns vom 20. telegraphiert - Lemberg. Der Landesausschuss richtete aus Nnlass des Hinscheidens des Erzh'.rzogs Albrecht an den Ministerpräsidenten eine in den wärmsten Ausdrücken abgefasste Adresse mit der Bitte, in angemessener Weise das tiefste und loyalste Beileid des Landes Ga-üzien dem Kaiser zum Ausdrucke zu bringen. Arco. Heute nachmittags fand im Saale des Hotels Nelböck ein feierlicher Trauergottesdienst für den verstorbenen Erzherzog Albrecht für die Anhänger des evangelischen Glaubens statt. — Zu den hiesigen Trauerfeierlichkeiten wird auch LandesvertheidigungZ-minister Baron Fejervay hier eintreffen. Belgrad. Anläjslich des Ablebens des Erzherzogs Albrecht wurde eine zehntägige Hoftrauer angeordnet. Politische Ueberficht. Laib ach. 21. Februar Das Abgeordnetenhaus wird in seiner heute stattfindenden Sitzung zunächst die Berichte des Petitions- und Thierseuchen-Ausschussts über Petitionen in Verhandlung ziehen und sodann in die Special- debalte über das Strafgesetzbuch, insbesondere über das vom Hochverrathe handelnde Hauptstück eingehen. Es besteht die Absicht, zu Beginn des Sessionsabschnittes etwa drei bis vier Hauptstücke des Strafgesetzes zu erledigen. Inzwischen wird der Budgetausschuss die Volberathnng über die Verlängerung des Budget-Provisoriums, welches die Regierung in einer der nächsten Sitzungen einbringen wird, gepflogen haben, und das Vndgetprovisorium gelangt Anfangs März auf die Tagesordnung des Hauses. Nach der Beschluss» fafsung über das Audgetprovisorium beginnt dann die Verhandlung über die Steuerreform, welche ohne Unter-brcchung bis Ostern fortgeführt werden foll. Das Herrenhaus hält heute Sitzung mit der für die gestrige Sitzung bestimmten Tagesordnung. Bei der Reichsraths-Ergänzungswahl bei der zweiten Großgrundbesitzercurie in Czernowitz wurde der Großgrundbesitzer Georg Wassillo mit 6l. von 109 Stimmen gewählt. Das ungarische Magnatenhaus soll demnächst die Verhandlung dcs 1885er Staatsvoranschlages vornehmen, sobald nämlich das bezüglichl? Nuntium des Abgeordnetenhauses eingelangt sein wird. Nach Erledigung des Budgets gelangen wahrscheinlich am 4. März die noch unerledigten zwei kirchenpolitischm Gesetzentwürfe auf die Tagesordnung. Das ungarische Abgeordnetenhaus nahm gestern einstimmig den Antrag des Abg. Endrey, die Diäten von einem Tage für die Nothleidenden in Alföld zu verwenden, mit dem Zusatzantrage des Abg. Uranyi an, die Summe unter die Noihleidenden im ganzen Lande proportions zu vertheilen, an. Dr Minister des Innern und der Ministerpräsident befürworteten die Anträge. Die Umsturzcommission desdeutschenReichs-tages lehnte mit 15 gegen 12 Stimmen den Absatz 2 des ß 126 der Regierungsvorlage betreffend die Bestrebungen auf gewaltsamen Umsturz der bestehenden Staatsordnung sowie sämmtliche Anträge zum § 126 ab und nahm mit 19 gegen 8 Stimmen den Absatz 1 des § 126 betreffend die Störung des öffentlichen Fne-dens durch Androhung eines Verbrechens an. — Im deutschen Reichstage folgte a/stern die zweite Berathung des Antrages Pachnicke betreffend die Voltevertretungen in den Bundesstaaten. Bundesbevollmächtigter von Oertzen erklärte, man solle die mecklenburgischen Vcr-fassungsangelcgenheiten den Mecklenburgern srlbst überlassen. Die Mecklenburger seien durchaus zufrieden und ein Eingreifen des Reiches wäre widerrechtlich. Hierauf sprach Abg. Richter über die Volksvertretungen in den Bundesstaaten. Seine Rede erregte lebhafte Heiterkeit bei der Linken, aber energische Protestrufe seitens der Rechten. Besonders kritisierte er die Zustände in den beiden Mecklenburg. Abg. Buchta wies diese Angriffe mit Entschiedenheit zurück. Der Autrag Pachnicke wurde sodann gegen die Stimmen der freisinigen Volkspartei, der freisinnigen Vereinigung, der Socialdemokraten und der Mehrzahl der Nationalliberalen abgelehnt. Die Anträge des Abg. Anker und Auer wurden gleichfalls abgelehnt. Auf der Tagesordnung stand auch ein Antrag der Antisemiten auf Verbot der Iudcneinwanderungen. Dieser Antrag wird erst zur Verhandlung gelangen. — Der Berliner «Reichs-anzeiger, meldet: Der Kaiser verlieh dem Oberst-hofmarschall Grafen Eulenburg für seine Person fortan bei Hofe den Rang unmittelbar nach dem Staatsminister. Der französische Ministerrath beM für den Fall, als der deutsche Reichstag die M! ausflihrprämien votieren sollte, sofort Maßregeln inu"", reich zu ergreifen, um die Wirkung dieser Prämie«" l dem Markte zu paralysieren. — General Negrier M" beauftragt, über den Gesundheitszustand der MM von Dijon eine Untersuchung einzuleiten. -^ D«e ^ gierung zeigt sich geneigt, es der Stadtvertretung Lyon zu überlassen, eiuen Versuch mit der AufhevW der Verzehrungssteuer zu machen. _,.„,. Im englischen Unterhause erklärteW" berlain im Laufe der Verhandlung über die Mso!"'^ Howard Vincenz, nicht die Opposition, sondern die gierung müsse Mittel vorschlagen, um dem wach>e" Uebel zu begegnen. In deutschen Gefängnissen u" gegenwärtig 20 Artikel angefertigt, welche in M" eingeführt werden sollen. Die Einsetzung eines ^ schusses genüge nicht; die Regierung müsse sofort A!^. thun. — Der dahin lautende Antrag Howard «'^ wurde angenommen. . .^ Aus Petersburg wird gemeldet: Seit "W Zeit bemeikt man eine lebhafte Bewegung unt" ^, russischen Industriellen gegen die Einführung dec ständigen Arbeitszeit in ihren Fabriken und M"!"^ Gewisse Fabrikanten wendeten diese Maßregel ve praktisch an, ohne den Lohn herabzusetzen. ^ Ueber die norwegische Ministerlrisis w^. die Zeitung «Verdens Gang», dass Steen nachKeN".^ nähme der Ansicht des Königs erklärt habe, °^ Standpunkt basiere klar und bestimmt auf der I^ bischen Auffassung der Unionsfmge, verwerfe .^ was Norwegen als unbedingtes Recht festhalten ^ Er hoffe fett, dass dieser Standpunkt bewirken " ^ dass sich alle Norweger einmüthig um die SM Vaterlandes sammeln. PÜ Den «Times» wird aus Kairo berichtet' ^ officiöse Blatt «Elahram» sagt in einem angebl^ ^ Khedive selber inspirierten Artikel, Englands" j zweifelsohne keinen Ministerwechfel; aber ft^ ^l> Ministerium Nubar nicht seine Haltung ^N^ ^ seinem Souverän und seinem Lande diene, an! Engländern, sei eine Ministerkrisis unausblelbll^^ Aus Shan Hai wird berichtet: LichunH^ hat an Japan das Ersuchen gerichtet, die l) ^ Verhandlungen in Port Arthur zu führen. ^ ,,^ nische Regierung hat das Gesuch abgelehnt um» ^ ^e nur auf japanischem Boden zu unterhandeln. 3"° l^ Kriegsschiffe kreuzen in der Nähe von Formo!«'zcheil nische Kreuzer dampfen südlich der Küste entlang s" Swatow und Hongkong. ^-«^ Tagesnemgleiten. ^ - (EntHaftung.) Die drei Kinder des ,^ diener« Friedl, dessen Wirtschafterin Lederer "^F vor einiger Zeit in Wien ermordet wurde, ""...hsta^ lräglich unter dem Verdachte eines Einbruch«"^^ verhaftet wurden, find nunmehr aus der b">l ^e» worden, nachdem die Untersuchung ergab, dass sie lisslandene Verdacht unbegründet war. ^ D" — (Wie man Fünser spaltet.) ^.^ wird jetzt bekanntlich gegen eine raffinierte " st^ Schwlndlerbande ein Process geführt. Aus der "° °^V" Verhandlung wird unter anderen Folgendes be"" l^ Präsident verliest eine Note des Reichs.Finanzn""' M^ welchem fünf gespaltene Noten zur Vegu^^^ und nur durch die heldenmüthige Aufopferung eines Dragoners der höchsten Gefahr glücklich entgieng. Wieder war es der Krieg mit Frankreich, der 1805 den Erzherzog Karl in unsere Heimat und in die Landeshaupistadt brachte; am 22. November desselben Jahres trafen nämlich die Erzherzoge Karl. Johann, Ludwig. Max und der ganze Generalstab aus Italien in Laibach ein, das Absteigequartier ward im «Bischofhofe» genommen, und am 24. November erfolgte die Abreise in der Richtung gegen Cilli. Einunddreißig Jahre später, im Jahre 1836 am 28. September, sah Kram des «Siegers von Aspern», des Kämpfers für Deutschlands Ehre, nachher selbst sieggekrönten Sohn Erzherzog Albrecht zum erstenmale, als 19jährigen Jüngling, die vielgepriesene Märchenwelt der Atklöberger Grotte in Begleitung des Erzherzogs Friedrich besuchen. Das Jahr darauf (1837 am 21. Jänner) traf wieder Erzherzog Karl selbst, aus Italien kommend, wohin er seine Tochter Therese als Braut des Königs Ferdinand II. beider Sicilien begleitet hatte, in der Landeshauptstadt Laibach ein. Die «Laibacher Zeitung» vom 24. Jänner 1837 schreibt darüber wie folgt: «Am 2l. Iänncr Abends halb 7 Uhr sind Se. k. k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Karl, von Italien tommend, in dieser Hauptstadt eingetroffen und im Gaschof zur Residenzstadt Wien abgestiegen. Tags d?r°d N?«" ?-' 5''' H°lMt. nachdem Höchstdieselben und hielten auf der Hin- und Rückreise in Kram, beziehungsweise Laibach, an; auf der Hinlour erfolgte am 12. März um 2 Uhr nachmittags die Ankunft der höchsten Herrschaflen in Laibach und nach Ueber-spannung der Wagen die Weiterreise nach Neapel. Auf der Rückkehr von dort trafen die Herren Erzherzoge am 19. April in Adelsberg ein, um die Grotte gemeinsam zu besichtigen, bei welcher Gelegenh it mein in Gott ruhender Vater, der als k. k. Officier die Feldzüge unter dem «Helden von Aspern> mitzumachen das Glück gehabt, in seiner nunmehrigen Eigenschaft als k. k. Straßen-commifsär, dem zugleich die Obsorge der Grottenwege zustand, die hohe Auszeichnung genoss, den Führer durch die Grottenräume abgeben zu können. In der Begleitung der kaiserlichen Hoheiten befanden sich FZM. Graf Grünne und GM. Baron Piret. Die höchsten Herrschaften verweilten über drei Stunden in der Grotte und es wurde der Weg bis zum «Calvarienberg» begangen. Um 3 Uhr nachmittags erfolgte die Abreise. Nachdem die Herren Erzherzoge das Nachtlager in Loilsch genommen, erfolgte tagsdarauf (20. April) die Ankunft höchstderselben in Laibach. Die höchsten Herrschaften nahmen hier die Arbeiten ?ur Austrockmmg des Morastes, die soeben am Laibachflusse in der Strecke bis Kaltenbrmm vorgenommen wurden, in Augenschein, und beehrten dann auch das Landes museum mit miem Besuche. Nach der abgehaltenen Hostafel erfolgle die Abreise der Erzherzoge in der Richtung gegen Cilli unter den lauten Segenswünschen der bei der Abfahrt zahlreich versammelten Volksmenge. P. v. Radics. MippsN. ^ Roman aus der Gesellschaft von T. TschUr" (37. Fortsetzung.) ,^ b^ Es war ein Vergnügen, ihr zuzusehen^ z^ die Allüren der vollendeten Weltdame und va^ ^ zaubernde Ungezwungenheit eines Kindes, ",^M sehr verwöhnten Kindes, das sich seiner Untvl" keit voll bewusst ist. , ..« Plü"' Trotz der nervösen Unruhe, die M " ^lU immer mehr bemächtigte, je weiter der w"'". e v"> konnte er doch nicht umhin, seine 9"""" immer von neuem zu bewundern. ,.. ja Ah, Ein graziöser, kleiner Unhold war ^/il^s damals in Rom gewesen, aber doch zu ^,^^ als dass ihre wilde Anmuth besonderen U"" ihn gemacht hätte. . . ce^ Dass sie sich zu einer so elgeuart'^ ^ M jungen Dame entwickeln würd?, hätte er " ^, lich gehalten. OchM^ Alles an ihr befriedigte seinen subn"" ^W sinn - ihre Erscheinung, ihr Wesen. NlelttHit, der Ton ihrer Stimme, ja. stlbst 'h«.^" Sinf"^ einfach war — aber von jener rasfimeN die Kenner zu würdigen wissen. ^ Eine Stunde war vergangen. ^ de^ell Egon faß neben einer jungen t5^"^„e ^^ regelmäßiges Gesichtchen durch muntere, " ^ auf das angenehmste belebt wurde. AMslN^ ^ Es war eine seiner zahlreichen " ssaM^eil Gräsin Konsly, die eben erst mit iy"^^'!" einem beinahe einjährigen Aufenthalte 44. «71 22 Februar ,«95. l°nnt 5. ür."""" ^>ie Noten wurden als echt er-Gutackipn ^. ^"'^" ^ Wilhelm Gulda gab folgendes besteh«, «.?. .^^ Staatsnoten zu b fi. zweiter Emission °"leb D? «."? ^"'" und find nicht zusammen-mechanism m "3- ^" ^"" Klingt unschwer auf °n Ä Eck^^ . ^' «/^" "" einige Uebung dazu. zu lva,,.« ^. ^nem scharfen Taschenmesser die Note Mi°en « ^°"" killst sich das übrige leicht bewerl-Veae in ^/^m spalten der Noten auf chemischem der °e ^l. ^ ^°""l' Schapira. um die Provenienz durdtn?" Fünfer, die bei ihm in London gesunden «reih nick.« ^°^ achselzuckenb: « ^°"^le der Pole Namens Cmil ""urthM ?" Theilnahme an dem polnischen Auf-"" dass r« i^ ^ ""^ Sibirien verschickt wurde jungen sei ... ?^ dreijährigem Ausenthalte daselbst ^ lange <>ak>r, .^"^^en. DaS Unglück, das den Mann ^issal des sibirz^""?^" "folgte. d°« l° traurige .^blicum grok V". Flüchtling« erregte im Wiener ^ Spenden bei "7^'' und " laufen sür ihn zahl-." ^. VlaieN^ . ^ "? Vertheidiger Dr. Flax ein. Ein ? den H »?lch nach des Onkels Tode leidend N" ""lNben" "°l" Arzte einen Aufenthalt im Dieser unleidliche, alte U^"i er 2 wahrend seines Lebens genügend sich "^'can er° ^. "'^ "cht noch nach seinem Tode «^ Wär's ihm gelungen, er hätte U ^ Nauern^-W" darüber im Grabe um-Ul ^s ich ? unlchn - auch noch! Ich dankte Gut z 5Z wiiß n?«bl l'« los war. dm alten Wse-"an «,-'>, abe? A von den Todten soll man nur DuVil°lut nickt« m">ll man das anfangen, wenn ^1 ihn ^ G"es von ihnen zu sagen we.ß? <^ behauptet" «nd wirst mir recht geben, "it A'." seinen»^ '^ " ^'^ und Galle statt des beiu> "ich t^l" We. Da er meine Verbindung lih »> lebend" l°""e, !° bestand er darauf, b zu stör« ""was er thun konnte, unsere glück-' ""n, das hat er in diesen acht Jahren redlich gethan. Dann eines schönen Abends im vorigen November — wir wollten eben in den Wagen steigen, um in die Oper zu fahren — kommt sein Kammer-diener und berichtet, er habe den gnädigen Herrn so« eben todt in seinem Lehnstuhl gefunden. Er hatte sich bei Tisch an den Austern übernommen und war von seinem Nachmittagslchlafe nicht mehr aufgewacht. Ein schöner Tod! Nicht wahr? Und er war zweiundachtzig Jahre alt, speicherte Zmsen auf Iinfen und gab keinem Bettler einen Kreuzer und memem Sigi keinen Heller über den vereinbarten Iuschuss, obwohl wir bei den zunehmenden Kosten des Haushaltes manchmal Mühe genug hatten, durchzukommen. Gott lass ihn selig ruhen! Ich hab' ihm keine Thräne nachgeweint. Als ich zurück« kam und keine vertrocknete Mumie vorfand, die mich boshaft angrinste, ist mirs erst so recht heimatlich zu Sinn geworden. E« lst doch emzig schön in unserem Wien. Wenn ich wieder hier bin, begreif' ich nicht, dass mir'ö anderswo auch wohl sem konnte. Ah, da ist ja der Fred Rabenau! Kommen Sie Hieher, ^red! Wo haben Sie den Baron und Tessa? Fred Rabenau klappte grüßend die Hacken zusammen. , ^ . Seme kaiserl. und künigl. Doheit > > Erzherzog Albrecht -j- > Wien, 21. Februar. Nachmittags trafen aus Warschau als Deputation des litthauischen Dragoner-Regiments Erzherzog Albrecht Nr. 14 Colonel Chrouley und Capitän Wielopolsly behufs Theilnahme an der Leichenfeier des durchlauchtigsten Herrn Erzherzogs Albrecht ein. Arco, 21. Februar. Im Laufe des Tages besichtigte ein zahlreiches Publicum die Leiche des Erzherzogs Albrecht. Nachmittags um 4 Uhr verabschiedeten sich die Mitglieder des Kaiserhauses von der Leiche, worauf der Sarg geschlossen, verlachet und das diesbezügliche Protokoll unterzeichnet wurde. Zur Leichenfeier tnssen heute der Statthalter Graf Vierveldt, Corpscommandant v. Reicher, Admiral Varon Sterneck, Minister Baron Fejervary, morgen Generalstabschef Varon Beck, 12 Generale und eine Deputation der Theresienritter ein. Samstag 6 Uhr abends wird die Leiche mit militärischem Conduct auf den Bahnhof getragen. Unterofficiere werden den Sarg tragen, die Erzherzoge und Erzherzoginnen schreiten hinter dem Sarge, dann werden Obersthofmeister Piret, Flügeladjutant Somogyi, die Generale, Theresienritter, der Statthalter und die Beamten folgen. Zwei Bataillone werden Spalier bilden. Nach der Einsegnung der Leiche reisen die Mitglieder des Kaiserhauses ab, der Zug mit der Leiche, welcher vom Obersthofmeister Piret und dem Adjutanten Somogyi begleitet wird, geht um Mitternacht ab. Arco. 21. Februar. Ununterbrochen laufen aus allen Provinzftädten Meldungen über Trauerkundgebungen und Abhaltungen von Trauergottesdiensten ein. Dresden, 21. Februar. In Vertretung des Kiwigs wird Prinz Georg den Beisetzungsfeierlichkeiten für den Erzherzog Albrecht in Wien beiwohnen. Madrid, 21. Februar. Die Königin-Regentin wird bei der Leichenfeier Sr. kaiserl. Hoheit des Herrn Erzherzogs Albrecht durch den Marschall Martinez Campos vertreten sein, welcher heute nach Wien abreist. Bukarest, 21. Februar. Der Kriegsminister General Polnaro wird den König Carol beim Leichenbegängnisse des Erzherzogs Albrecht vertreten. Derselbe begibt sich heute abends nach Wien. Ueichsrath. Gestern tagten beide Häuser des Reichsrathes. Im Herrenhause legten die meisten der jüngst neu in dieses Haus berufenen Mitglieder das Gelöbnis ab, worauf zur Tagesordnung, d. i. zur Vornahme einiger Ersatzwahlen, geschritten wurde. Nach Verkündigung des Wählnsultates wurde die Sitzung geschlossen. Im Abgeordnetenhause widmete der Prä« sident dem verstorbenen Mitgliede des Hauses Dr. Frei» Herrn von Sommaruga einen ehrenvollen Nachruf, wobei sich die Versammlung zum Zeichen des Beileids von den Sitzen erhob. Seitens der Regierung wurde eine Reihe von Vorlagen eingebracht, darunter Gesetzentwürfe übrr die Verstaatlichung der Telegraphen- und Telephon' Anlagen der Wimer Privat - Telegraphen» Gesellschaft sowie über die Ausdehnung der Sonntagsruhe auf den Hausierhandel. Den Hauptgegenstand der Tagesoidnung bildete die Erledigung von Petitionen. Abg. Steinwender interpelliert den Finanzminister, warum für die letzte Anleihe der 4proc. Typus gewählt wurde, warum die Vermittlung auf das Bankconsor-tium übertragen wurde und warum die Vergebung 2'/. unter dem Tagescourse erfolgte. Abg. Ritter von Kraus interpelliert den Finanz« minister bezüglich der im Bezirke Weiz in Steiermait constatierten Circulation falscher Staatsnoten 5 50 fl. 0. W. beziehungsweise über die gegen diese Calamität zu ergreifenden Maßregeln. Die nächste Sitzung findet heute statt, Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der Specialdebatte über den Strafgesetzentwurf. Der Krieg zwischen China und Japan. Hieroshima, 21. Februar. Die gesammte Flotte der Japaner lief Sonntag in den Hafen von Wei«hai« wei ein. Die Forts, alle Torpedolager, zehn chinesische Kriegsschisse und die gesammte Garnison hatten sich den Javanern ergeben. Nach kr Abrüstung des chinesischen der Mandschure: an. wurden aber zurückschlagen «nd hinterließen dreißig Todte. Die Japaner erlitten keine Verluste. _________ Gelsgvannne. Wien, 22. Februar. (Orig.'Tel.) Se. Majestät der Kaiser verlieh Sr. Excellenz dem Minister für Landes« Vertheidigung FZM. Grafen Welser she imb das Großkreuz des Leopoldordens. Wien, 22. Februar. (Orig-Tel.) Se. Majestät der Kaiser geruhten allergnädigst 55 Sträflingen den Straf» rest nachzusehen. Wien, 20. Februar. (Orig.-Tel.) Die Dauer des heute zusammengetretenen Städtetages wird wahrscheinlich zwei Tage sein. Vertreten sind die Städte Brunn, Czernowitz, Görz, Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Kralau, Laibach, Üemberg, Linz. Salzburg, Trieft, Troppau und Zara. Bürgermeister Grübl begrüßte den Städtetag mit dem Ausdrucke des Bedauerns, dass auf die Vertretung von Prag verzichtet werden musste, da diese erklärt hat, dass sie mit Rücksicht auf den principiellen, föderativen und autonomen Standpunkt sich vorbehalte, für Prag das Erforderliche im Petitions-wege anzustreben. Der Bürgermeister drückte die Trauer über den Tod des Erzherzogs Albrecht aus, wobei sich sämmtliche Anwchnde von den Sitzen erhoben. Der Bürgermeister, welcher die Ermächtigung erhielt, von der Trauerlundgebung dem Kaiser Mittheilung zu machen, schloss seine Ansprache mit einem dreimaligen, begeistert aufgenommenen Hoch auf Seine Majestät den Kaiser. Trieft, 21. Februar. (Orig.-Tel.) Italienische Zeitungen bringen Hiobsposteu über die entsetzliche Kälte im ganzen Königreiche. Vorgestern fiel die Temperatur sogar in Neapel auf —5 Grad Celsius. In Turin verzeichnete man vorgestern 16, beim Eislaufplatze Valentino sogar 21 Grad Kälte. Betrübend lauten die Nachrichten aus Sicilien. In Messina schneit es, im Innern herrschen Schneestürme. Der Schnee liegt bei Chiaramonte ein Meter hoch, die Schäden an den Mandelbäumen, Orangen- und Citronenpflanzungen sind ungeheuer. Fünf Bauern sind erfroren. Paris, 21. Februar. (Orig.-Tel.) Einer Meldung der Agence Havas aus Petersburg zufolge wären an der dortigen Universität ernste Ruhestörungen vorgekommen, und cs hätte ein Zusammenstoß zwischen der Polizei und den Studenten stattgefunden. Zahlreiche Verhaftungen sollen vorgenommen worden sein. Paris, 21. Februar. (Orig.°Tel.) Im Erpressungsprocesse wurde heute das Urtheil gefällt. De Clerck wurde zn fünfzehn Mmiaten Gefängnis und 200 Francs I Geldstrafe, Girard und Hefftler zu zwei Jahren Ge-i fängms und 1000 Francs Geldstrafe, Dreyfus zu einem Jahre Gefängnis und 500 Francs Geldstrafe oerurtheilt. Die Angeklagten Trocard und CannMt wurden freigesprochen. Die Angeklagten Portalis und Alazousti wurden in contumatiam. und zwar Portalis zu fünf Jahren Gefängnis und 3000 Francs Geldstrafe und letzterer zu zwei Jahren Gefängnis und 200 Francs Geldstrafe verurtheilt. London, 21. Februar. (Orig.-Tel.) Reuters Office meldet aus Cairo: Die Missstimmung gegen das Ministerium dauert fort. Ein von Nubar Pascha und Goist ausgearbeiteter, vom Cabinete angenommener Entwurf über die Verwaltung der Dürfer wurde dem gesetzgebenden Rathe vorgelegt. Letzterer gieng weder !auf diesen noch auf einen andern Entwurf ein und .vertagte sich in ungesetzlicher Weise. Trotz der dringenden Maßnahmen wegen des Ramasanfestes wird derselbe vor diesem nicht wieder zusammentreten. Verstorbene. Am 21. Februar. Paul Dovjal, Nrbeiters-Sohn, 2 I., 8 M,, Wienerstraße, Arbeiterhaus 2, Diphtheritis. Im Spit ale. Am 2 0. Februar. Matthäus Armic, Inwohner 84, I., Lungenentzündung. Volkswirtschaftliches. Lalbllch, 20. Februar. Aus dem heutigen Martte sind er-schienen: 4 Wagen mit Getreide, « Wagen mit Heu und Stroh und 12 Wagen mit Holz. Durchschnitts.Preise. Mlt.. Mgz,» AM« Mgz.. fl.'V«r, N. !t^ N^tl' «,! li" Weizen pr.Meterctr. 7 — 7 50 Butter pr. Kilo . . — 78------- Korn » b 80 6,— Eier pr. Stück . . — 3------- Gerste » 6>— 7,— Milch pr. Liter . . - 10------- Hafer » « 20 6 50 Rindfleisch pr. Kilo — 64------- halbfrucht .-----------!— Kalbfleisch » - 70------- Heiden » 6 90 725 Schweinefleisch » —70------- Hirse » 6 8b 7 50 Schöpsenfleisch > - 42------- Kukuruz . 7 — 7 40 Hiihndel pr. Stück — M------- Erdäpfel 100 Kilo 3-----------Lauben » 20------- Linsen pr. Heltolit. 12j-----------Heu pr. M.'Ctr. . 1 »7------- Erbsen » 10,-----------Stroh » .. 170------- Fisolen ' 10>-----------Holz, harteö pr. — Rindsschmalz Kilo — 92 - j— Klafter 8,20------- Schweineschmalz » —,66-------— weiches, » 6----------- Speck, frisch . - >b6-------Wein,roth.,100 Lit.------24 -— geräuchert » - >66-------— weißer, »-------30 — Lottoziehung vom 20. Februar. Prag-. ?1 2 g 54 3 Angekommene Fremde. Hotel Stadt Wieu. ^ .., Am 21. Februar. Peuler, Kaufm., Neustadt. - ^eF", Weill, Stögerer, Burger. Glück, Neurath, Büchner u. Mlm'' Kflte.; Otizly, Privat, Wien. — Zehner. Privat, Rann. Braun, Kaufm., Klagenfurt. - Flach, Kanfm., Iiigernbors, ^ Saunwald, Kfm., Bregenz. — Kahn, Kfm,, Kassel Hotel Glcfant. ,,,, Am 21. Februar. Rougon, l. l. Oberlieutenaut, s- Fa"""' Vetoes. — Kronabethvogl, Private, Sagor. — Langhamw^ Kfm., Nulla. - Hartmann, Fabrikant, Lengenfelb. --«"° thaler, Ingenieur, Mödling. - Fahndrich, Ingenieur, «eov" dorf. — Fuchs, Kfm,, Berlin. - Steinhauser, Zeichner,^."' — Stange, Kfm., Nrcslau. — Stevo Kusic, Kfm., Graz. -^,^,'z Fabrilaut, Neumarltl. — Göpfert, ttfm., Weipert. - Mm„ Kfm, Trieft. — Sabec, Privatier. Trieft. — Ios.ph, Kaufman'' Frankfurt. — Philipp, Kfm.. Vudapest. — Debcljal. W""' Hüflein. — Tilsch, Lustig, Krcuther, Kflte.. Wien. ^^-> Meteorologische Beobachlungen in ^aibach^. i N ! M ! ft ! Mnb ^V«'l, Hz ^^IZI^.! ._______^^---- 7 ü. Mgl 739-9"-17'2 windstill Nese^' ^ 21. 2, N. 737 9 -5-6 SW. schwach heiter """ 9 . Ab. l 736-9 —11 2 windstill i yeiter Morgens Nebel, dann heiter; Kälte zunehmend. - ^, Lagesmittel der Temperatur —114°. um 11 >1° unter >"-Normale. .^^ Verantwortlicher Redacteur: Julius Ohm-Ianuscho"'^ Ritter von Wissehrad. ®ie iscrfaaÄfeiiofi-^aHcltivn» £¦ 9 P (1$L* aibach. \£.*** Oingesendet. ^«, Der «albacher deutsche Vurnveretn veranl"»'^te 2 6. Februar in den Sälen der alten Sch'^' eine . ^ Fastnacht mit TanztriinM" wozu das Erscheinen in Trachten aller Art erwünscht ''^hiel-Vortragsordnung enthält einc Hauswurst-Vorstellung, ' Di^"' Quartett, turnerische Aufführungen und einen Nar"" ^' Der Eintritt ist nur gegen V 0 rweisung del Al' ladung gestattet, weshalb sich jene, welche bi^h" "^M" sehen noch leine Einladung erhalte» haben, beim ^^ge»^ Turnrathe anmelden wollen. Der Reinertrag ist deM Hort der Südmart» bestimmt. Samstag den 23. Februar abends im Casino-Iah"^ Kneipe. ^<. <^_______________^55Oü Russische Kosmeiila. Eine hochinteressante AeivlH liegt uns vor, welche sich mit den Verhältnissen und oe> ^,M heiten des russischen Hofes befasst. In lebhaften F"U „M' , der Autor die große Pracht, welche den ganzen V"^ jH Ein Capitel, welches die Kosmetila behandelt, '"i" "'^ U rimu'll besonders interessieren. Wir entnehmen be>'^ ZloU,, zahlreiche bekannte Schönheitsmittel wegen ihrerW'""'" ^. oder gar wegen Oesundheitsschädlichleit in Acht und »" A i« sind. während die bekannten russischen Kosmcl'la ^" fi"» in Moskau sehr beliebt sind und allgemeine Anwe»°" "pa vc Wie wir erfahren, hat sich deren Ruf über ss"uz ^st ft^ breitet, und die zahlreichen Anfragen aus höchste" .7 (4. ?/,) Herrn Nies veranlasst haben, nunmehr auch in W.'s'Vss, (5l^, Große Neugasse Nr. 8) ein Zweiglaboratorilim zuern^^-^« Theresia Kosar gibt hiemi« im eigen^M im Namcn aller übrigen Anverwandten 0 .^Ms<' betrübende Nachricht von dem Ableben ihres ^s. geliebten Gatten sbezichnngsweise Sohnre, Vaters und Bruders) drs Herrn Johann Aosar welcher heute früh um '/.3 Uhr nach laM",' ^ "' Leiden und Empfang der heil. Sterbesacra» ,<.s. seinem 46 Lebensjahre sanft im Herrn ""1:,,gesch!, Das Leichenbegängnis dcs theuren ^^acb"'., denen findet morgen Samstag um b " 1 ^,f vc tags vom Trauerhause Nienerstraße 3". ' Friedhof zu St. Christoph statt. ^eh""" Die heil. Seelenniessen werden '" Kirchen gelesen. Laibach am 22. Februar 1895 ^1' Die trauernden Hinttrdtt^^ -^H^r,", 37' 22, Februars Course nn der Wiener Börse vom 21. Februar 1895. ««»w» »«.««n. «,»°»l«u. >««0n l°" " c»s°nze 500 fl. ,^g.^ ,,^,/'" "° ^°>n,.chdbl. il' IW , Mente!» Kronenwähr,, 4°/„, steuerfrei fürL tz» «l 4°/„ bto, b»o. per Ultlm« , , 8<<-4ü S3 Yl dto.Vt,E.Al,Volb100si,.4>.,°/c, t«8b0^»«I bto, dto. Silber 100 fl., 4^,°/« 104— 104 ?d bto. Ttaat»^)blln. (Ung. Ostb.) v, I. 187«, b"/y..... 1»b'l0 1«s lU oto.4'/,»/„<2chllnlre8lll<«lbl.'0bl, 101 15 108 ic, bto. PrHm,'«nl, k 100 N, «. W. ,«L »s» ,8, - dlo. bto, il öN sl, 5. W. 1«! 7ü ,S»'7b Theiß Meg, ^Loft 4°/, 100 fl. . 1b»-ü0 ,b4'w Grundentl. > Gbligalio«» Ar 100 fl, unaariichr (100 fl, 0.W.) , »8 «1 »« l>0 Andere üssentl. Hnlehe«. Donau Meg,-Lose ü"/„ , . , . 154'bll 13bb0 oto, «lnleihc I«7« , . 10«K<»^N9s»0 Nnlehe,, der Stadt Vbrz, , , ,11-z<2! - — «lnlchei! d, Stabtgcmeinoe Wien «07 »5 108 3b Anleden b. Llabtaemeindl' Wie» (Silber oder wold) ... 132 50 1«»^ Prämieu'«nl,d. Lladtgm. Wien l?7 - 178'- «erscbau'Nnlehen. verlosb. tV/^ 1»8 ll!> 103 »b^ 4"/„ lwllner UanbesNnlehen . - - --^ <«ld ««« PsandbrlFft (für 100 st.), »obcr, »ll«. 0st. ln «) I, vl.4«/,». l»5 7t, 124 l.0 dt«. „ .. ln»0 „ 4'/,°/« — — - - bto. „ „ ln bo „ 4»/, 8» 70 100 t»0 bt«. PruM'Schlbv, 8°/l>, l, dto. dto. »o/»,ll, Hm. 118— 119 7» N.'lfterl,Lande«.Hyp.Hnft. 4»/o 98 80 100 S0 vest.»»««, Vant oerl. 4V,"/,, , 100— 100 80 dto. bto. ,, 4"/a , , 100 10 100 90 bt«. bto. t»0jühr. , 4°/, , , 10« 10 100 »0 Gparcasse. 1.öft.,30I. b'/»°/<>bl. ioi«> — — PriorltKt«.Pbligatl«n«n (für 100 fl.). Ferdlnand«'Nordbahn Vm, 1886 100-50 1l»1 80 Oesterr. Norbwestbahn . . . 118 1b 114 Ib Gtlllltsbahn....... »9L0»»0'b0 Südbahn k »«/<,..... 1?e — 17S — dto. k b°/„..... 12, b<> - ' - Ung..gal«> fl...... »00 — »<»I ^- lllary.Üose 40 st, «Vl. . , , 5»-.. — — 4"/„Do!>au'Dampfsch,100fl,«M. - -- 16»-- Osenei Lose 40 fl...... «»»t» «» — Palssy-Lose 40 ft, «M, , , . 60 - 00 ?k> Nolben Kreuz,Oest.Ves. v., lafl, 18— 18?s> Molljen trreuz, Una.V«, v. 5fi. 1»»O 1»5V Uubolph Lose ln st..... ,3 ?«,« Uose 4« fi. «M. . 74 «! 7» t.0 w«lbstcin Lose 20 fl. «M, . . «50 — - Winbischgrüh Uose l» fi, TVl, . —'— -'— «e«. Sch.°.3"/„Prüm.'Echu!dv. d, «odencrebltanftllIt,I,Vm. , »»— K4 - bto, blo. II. Vm, 188», , , x» — »l — Aalbacher Ü«se..... »k - »b »-^ »«ld »«» ßank»A »es., vesterr,, 500 fl. llM. . . , 578 50 580 5« Drau^t,(V«tt.'Pb.'>t.)»00fl.S. — — --- Dul-VobenbacherK.'V.zoost.V. 73 50 ?t'75 F«b bto, dt«, (Ut, U) »00 fl, S, «?»'— »?« 50 Praa-Dll«er V0 Sllbbahn »00 fi. E..... 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