LMacherMIeitung. Nr. 2tt1. Prcinumerationspreis: Im Comptoir ganzj. N. il, balbj. N. 5.ZN. ssiir diü Zustellung ins Haus halbj. 50 tr. Mit bei Post gauzj. ft. is, halvj. fl. 7.50. Mittwoch, 2. September Inlertloillgebiihr bloio Zeilen: imal 60 ll,, «m.80lr., 3m. 1 st.;sonst Pr. Zeile lm. «!,., i!m.»Ir., »m. lu lr. u. j. w. Insertionsstempel iebesui.Zo l». 1888. Nichtalntlicher Theil. Dic /ordcrullgcn dcr ^hringrenze. Herr Girardiu hat in seinem Blatte „I^l ^id0r^" eininal wieder die Rhcingrcnzc für Frankreich verlangt. Demgemäß erheben die prcnßischcn Blätter daö in solchen Fällen übliche Geschrei, und einige von ihnen wagen es zn sagen, daß in einem solchen Falle Oesterreich mit Preußen gegen Frankreich gehen müsse. Ich gebrauche mit Vorbedacht den AnSdruck: sie wagen es zn sagen. Es war eine Zeit, wo ein solcher Nnf in Oesterreich willige Ohren nnd eifrige Herzen fand. Es war eine Zeit, wo Oesterreich es als seine völkerrechtliche Pflicht erkannte, diesem Nnfe zn entsprechen. Und noch >nehr. Es war cinc Zeit, wo Oesterreich, oft verlassen von den anderen, hänfig allein diese Pflicht des Schlitzes der Grenzen des einstigen Reiches nach allen Seiten auf sich nahm. Es geschah dies damals schon, als noch das Land Preußen, im fernen Nordostcu gelegen, ein Lehen des römisch-deutschen Reiches, ein Bcsitzthum des deutschen Ordens war, alö uoch nicht ein Hohcnzoller mit doppeltem Eidliruchc das Land, das nicht sein war, erbeigcu un sich gebracht hatte. Es war die Zeit, wo die Hohen-zollern als Markgrafen dieses Reiches stolz darauf waren, bei der feierlichen Krönung ihres uud des gcsammtcu Reiches Oberhauptes diesem das Waschbecken und das Handtuch darbieten zu dürfen. Es war jene Zeit, wo die officicllen Gewalten, wo Kaiser nnd Reich, diesem Oesterreich den Ehrentitel zuerkannten: ^u8tria out IlNM-ii car <^ c1)'M^ -- Oesterreich ist des römifch-^lltschcu Reiches Herz nnd Schild. Und fürwahr, seit dkti Tagcu des ersten Maximilian ist das Herzblut von ^estcrrcichcrn zum Schutze für Deutschlands Grenzen >>i Süd nnd Nord, in Ost nnd West vergossen, in Strömen. Für Deutschland, sage ich, ist nnser Blut vergossen, trotzdem, daß Deutschland jederzeit uns gelohnt hat mit Undanl. Aber doch bestand damals uoch Deutschland, nnd Zwar bestand es viele Jahrhunderte lang, durch nns, b'N'ch die Kraft unfcrcr Väter. „Ich halte cs für gc^ recht," hat der Nicht-Ocstcrrcicher Leibniz gesagt, „diesem Hause Oesterreich und seiner Macht es bciznmcsscu, daß Dcutschlaud noch besteht," Aber jetzt? — Dieses Deutschland, das wir geschützt, das wir vertheidigt haben mit unserem Vlnte und unserem Gclde, liegt in Trümmern. Diese Zertrümmerung setzte als erste Bedingung voraus, das; wir hinausgestoßen wnrdcn. Es ist geschehen dnrch den Fric-dcnsfchlnß von Prag. Es gibt kein Dcntschlaud mehr im politischen Sinne, sondern uur eine mitteleuropäische Staatcngruppe mit dcutschrcdcudcr Bcvölkeruug. Der größte dieser Staaten ist Preußen. Wenn dies Preußen in seinem Besitzstände bedroht wird oder bedroht zu sciu glaubt, sollen wir, sotten die Angehörigen der österreichisch-ungarischen Monarchie ihm helfen? Und warum? Etwa weil cm Theil von nns deutsch spricht? Ist etwa daö ein Grund, der Mouarchie den Jammer eines Krieges aufzubürden? Wir Angehörige der österreichisch ungarischen Monarchie, seien wir unserer Nationalität nach Deutsche, Slavcu oder Ungarn, haben auch nicht daö leiseste Interesse dafür, daß dieser Staat Prcußcu iu seiucm Besitze nicht geschädigt werde. Dagegen würde es unserem eigenen Interesse durchaus entsprechen, wenn dieser Staat Prcnßcn gebrochen wird, sei es von iuuen, sei es von anßen, sei es durch welche Macht immer es sei. Es sind nicht Rachegedanken, ans welchen dieser Wunsch entstammt. Die Völker der östcrrcichisch-ungari' schcn Monarchie haben keinen Haß gegen die Deutschen und Slaven, welche gezwungen sind, der Habgier und der Herrschsucht der Hohenzollcru - Dynastie" zu dienen. Sie würden das Unglück, das über diese Völker etwa hereinbräche, menschlich beklagen. Nicht Haß, nicht Rach-sncht ist der Beweggrund, aus welchem jeder von uns, sei er Slave, sei er Ungar, sei er Deutscher, die Schwächung uud wo möglich, den Untergang des Hohcnzollcrn-slaatcs wünschen und ersehen muß und wird, sondern der Beweggrund dieses unseres Wunsches ist die Pflicht der eigenen Sclbstcrhaltuna.. Denn dieser Hohcnzollcrnstaat ist nicht wegcu der Menschen, die ihm zu dienen gezwungen sind, sondern uer möge der Politik, welcher er diese Mcuscheu als Werkzeuge zu oicucn zwingt ........ unser Erb- und Todfeind. Er, der einst gering uud klein war, ist groß nnd mächtig geworden durch den Ra.lb an nus. Auch so uoch könnten wir friedlich neben einander wohnen, wenn dieser Staat de^' Hohcnzollcrn es nnr zulasjeu, nur fich begnügen wollt^ das zu sciu, was er ist. Er will es nicht. Er will mehr. Vor unseren Augcu slchcn mit Flammenschrift dic Worte der Uscdom'schen Note an Italien vom 1?teu Juni 18tt(», die Worte, welches als eine „traurige Eventualität" bezeichnen, wenn das Werk der Ver-nichtnng unserer Monarchie nicht damals gleich radical gcläugc, wenn darnm Prcnßcn und Italien „gezwungen" sein würden, es früher oder später wieder auf-zuuchmcn. Woher dieses Wort, dieser Gedanke des Gc zwnugcnscins? Nicht darum, weil wir ein Unrecht gc-than hatten, überzog im Jahre 1866 der Staat der Hohcnzollcru uuö mit einem Vernichtungskriege. Nicht darnm. weil wir fortan ihm ein Unrecht thun könnten, wird er uns ferner mit einem folchcn Vernichtungskriege bedrohen, je nach Zeit und Gelegenheit. Sondern der Staat der Hohcnzolleru hat uns mit einem Vcrnich tnngskricge bedroht, nnd wird ferner uns mit einem sol' chcn bedrohen, weil die Vernichtnug der österreichisch-ungarischen Monarchie, wie jene Note sagt, dic ursprüng« lichc Idee jenes Krieges war und ciues anderen oen^ nächstigcn sein wird. Denn unser Verbrechen in den Angcu des Hohcnzollcrnstaatcs ist unsere Existenz. So lange wir dieses Verbrechen begehen, daß wir cxistireu, ' ist er bereit, sich auf uns zu stürzen, je nach den Um ständen. Versetzen wir uns in ciue andere, jedoch verwandte Sphäre. Wir Menschen verargen es einem Tiger nicht, daß er bereit ist zum Sprunge ans uns, wo er uns erblickt: denn er kann nicht anders, es ist der Naturtrieb, der ihn zwingt. Aber wir sind rechtzeitig darauf bedacht, gegen diefcn Naturtrieb auf unserer Hut zu sein. Die BiSmarckischeu Blatter haben sich zuerst abgemüht , dcu Herrn v. Usedom allein zum Sündenbocl dieser Gcdauken zn machen, und dann wiederruscn. Durchschlagend ist die Thatsache, daß Herr v. Usedom auf seinem Pusten bleibt. Er hnt mithin nicht eigenmächtig geredet noch gehandelt, sondern gemäß den Befehlen seiner Auftraggeber. Er ist das Sprachrohr gewesen dessen, was die Politik des Hohcnzollcrnstaatcs' gewollt hat, will nnd ferner wollen wird. DaS Ziel dicfcs Wollens ist negativ die Vernichtung der Existenz der österreichisch-ungarischen Monarchie, ist positiv dic Aneignung so vieler Theile der- Lailmcker Mysterien. L oca l - Novclle. Zwölftes Kapitel. Äm Nimkrl t>rr Nacht. (Fortsetzung.) Mit der Gier eines Schweißhundes stürzte Müller m'ö Gemach und suchte, da völlige Finsterniß herrschte, Adclc, nnt deu .vänden um sich tappend. Ein greller Blitz, der m dlc,em Momente das Gemach crwllte/ geigte ihm die Zitternde in einer Ecke. ' „Hilfe! Hilfe! Sivic!" schrie Adele, als ihr der Blitz die von Wuth, Leidenschaft und Anfregung gräßlich entstellten Züge Müller's zeigte, „Ha! ha!" Höhute dieser, „Tu rufst wahrscheinlich den bartlosen Stnomtcn! Tu rufst vergeblich, er kann Dir nicht mehr helfen. Uebrigcns wirst Dn nur solange schreien, bis meine Umarmungen und Küsse Deinen Mund stumm macheu." Mit diesen Worten stürzte er auf sie zu; Adele raffte lhrc letzten Kräfte zusammen, ciue wilde Jagd begann, dic beldeu achteten nicht der Contnsionen, die sie durch'Anstoßen ' o > / " ^,., ^" ästiger thierischer Körper drängte sich zwischen ""Uer und Adele, der> erstere fühlte sich am Halse gepackt und rücklings zu Boden gerissen, worauf sich der Hnnd auf il),l stellte nnd weitere Befehle zu erwarten fchicn. „Wo bist Du, Adele?" suhr Leopold fort und tappte nach der Gegend, wo er den Fluch Mnller'ö vernommen hatte. Wieder erhellte ein Blitz daö Zimmer nnd zeigte Veo pold seinen Feind, der zähneknirschend eine Pistole zog und sic zu spannen versuchte. „Faß' ihn, Earo!" rief cr wieder, und der Huud packte Müller's noch immer nicht geheilte Rechte, so daß dieser vor Schmerz anfschrie und dic Waffe fallen ließ. Leopold hob sie auf, stellte fich dicht vor den am Boden Liegenden, nnd begann mit vor Wuth erstickter Stimme: „Elender Schurke, schändlicher Entführer! Um den teuflischen Plan leichler anofiiyrcn zu können, yaden Sie mich der Polizei überliefert, in der Hoffnung, der Schur-lenstreich mit den Banknoten würde nicht eher entdeckt lver-dril, bis Ihnen das Wert gelungen. Znfällig haben Sie sich verrechnet und morgen wird die Polizei jubeln, wenn sie deu wahren Fälscher sängt." „Ach, ich ahuc die Verräterin!" stieß der Gefangene zähnctnirschend hervor. „Beatrice, dcw war der dümmste Streich, den Dn je begangen. Mc thencr soll er Dir zn stehen kommen!" Ohne weiter den jetzt oyumäcktigen Feind zn beachten, trat Leopold zu Adele, dic iu Folge der Erschöpfung nnd Erregung am'ganzen Körper zitterte und nnr noch so viel Kraft' hatte, sich in seine Arme zu werfen; ihr Schluchzen unterbrach die Stille. „Armes Kind," begann Leopold wledcr, „wie es scheint" war ich gerade zn rechter Zeit gekommen! Eine Miuntc noch nnd'es war zn spät. Bevor wir den Ort verlassen, will ich mich des Schurken versichern, daß ihn die Polizei Morgen in seinem eigenen Käfige findet." Nach diesen' Worten ließ er Adele sanft auf einen Sessel gleiten, nahcte sich Müller, bedeutete dem Hnnd, dessen Zähne noch immer die erfaßte Hand fest hielten, dieselbe loszulassen und anfzupaßcu, nnd band dem sich wehrenden Gegner mit seinem Leibriemen dic Händc am Nllcken fest. Dann nahm cr Adelens Arm und führte die Schwache hinans; der Hnnd fchloß sich den beiden an und alle entfernten sich, nachdem Leopold alle Thüren versperrt und die Schlüssel zn sich gesteckt hatte. Sie langten in später Nachtstnnde wohlbehalten zu Hanse an, wo sie die gute alte Fran in Thränen gebadet antrafen. Als diefc Adele erblickte und ans den Gesichtern der beiden erkannte, daß Leopold noch nicht zn spät als Netter erschienen war, löste sich ihr Schmerz in Freude aus, sie weinte nun Freudentyranen nnd sckloß Adele in ihre Annc. Earo beobachtete fröhlich wedelnd die Gruppe, dann machte cr sich über ein Lavoir der nnd trank das darin befindliche Wasser ganz aus. Dem braven Tlnere gebührt in der Thal der größte Antheil an dem Nettnngowerle, ohne ihn hätte Leopold Adele gar nicht oder dock zn spät gefunden, wie wir gleich hören werden. Als Leopold bei feinen Nachforschungen nach Einorncd der Nacht bereits verzweifelnd am allen Markt herum irrte, gerührte er plötzlich Earo, der in gestreckten« Ga lopp an ihm vorbeischoß, ohne ihn zu bemerken. Leopold pfiff nnd rief semen Namen, das Thier erkannte ihn und kam an feine Seite. Ohne sich lange zn besinnen, band ihn Leopold ali seinen Niemm, nnd ^bedeutete ihm, sich in Bewegung zn setzen. Earo sah ihn mit llngen Angen an nnd trabte in solcher EUe fort, das; er Leopold förmlich nach sich zug- So gelaugten beide an die Gartenthnre. Der Hund, nun losgelassen, lief einige male hin «nd her, nahm dann cineu gewaltigen Anlauf nnd war über die Bretterwand i.m Garten verschwunden. Leopold rüttelte an der Thüre, jedoch vergeblich, deshalb blieb ihm nur der Weg nbrig, den der Hund genommen hatte. Kanm war er drüben, s» vernahm cr Adelcnö Hilsernf, stürzte nach dem Hauscheu, drang mit dem Hnude zugleich ein nnd erschien, wie wir gesehen hatten, gerade noch rechtzeitig genug, M" das stdenft liche Verbrechen zn verhindern. '.Schluß folgl) 147tt selben als möglich ist, für den Staat der Hohcnzollern, die Ueberlassung des übrigen an Rußland und Italien. Und darum ist es für nnö Angehörige nicht die Kundgebung cines Hasses oder Rachegcfühles, sondern eine Äethätignng deS eigenen Interesses unserer politischen Sclbstcrhaltung, zn wünfchcn und zu hoffen, daß über diesen Staat der Hohcnzollcrn bald ein zweites Jena kommen möge. Der Gcdankc dagegen, daß wir selbst daran mitarbeiten sollten, diesen Staat der Hohcnzollcrn vor Unfällen zn bewahren, tommc er von welcher Seite er wolle, der Gedanke also, daß wir selbst beitragen sollten, unsern Erb und Todfeind zu kräftigen, ihn um desto eher in den Stand zu setzen, dcu Plan auszuführen, von dem er vcrmögc sciucs Ursprunges, sciucs Werdens und Wachsens weder lassen kann noch will — der Gedanke sieht demjenigen eines verstockten Selbstmörders so ähnlich, wie cin Ei den: anderen. Allein eine andere Frage ist sogar die, ob denn die Sache wirtlich so liegt, wie Herr Girardin in Frank" reich, wie die Blätter des Herrn v. Bismarck in Preußen sie vorgegeben? Prüfen wir zne^st, in wessen Interesse die Forderung des Rheines als Grenze für Frankreich liegt. Der Staat der Hoheuzollern benutzt als Maske seiner unersättlichen Erobcrnngsgicr zur Zeit das Vorgeben scincö Strcbens nach einer vermeintlichen deutscheu Einheit. In seinem Interesse, um die Gemüther der Dcutschcu uach wie vor zu bcthörcu, liegt es, zu sagcu, daß die deutsche Nationalität bedroht, daß Preußcu berufen sei, sie zU schützen. Wenn mithin Frankreich die Fahne erhöbe dcr Forderung der Rhcingrenze, wenn es darnm einen Krieg anfangen wollte gcgen Preußcu, so würde Frankreich unr eben die preußischen Geschäfte besorgen. ES würde der preußischen Politik nicht blos den Vorwand, sondern sogar den Grund darbieten, die gesammtcn Dcutschcu aufzurufen zu eincm National-kampfc gcgcn Frankreich. Es würde dem Staate der Hohcnzollcrn diejenige Waffe in die Hand drücken, die derselbe, weil cr sie nicht besitzt, sich zu crlügeu bestrebt ist, nämlich die moralische Waffe dcS Schutzes der deutsche» Nationalität. Wird Frankreich so handeln? - - Niemand wird, wenn nicht feste Beweise vorliegen, erwarten dürfen, daß eine politische Macht gerade daS Gegentheil dessen thut, was ihr eigenes politisches Interesse erfordert. Dies cigc»c politische Interesse aber von Frankreich erfordert, daß die Deutschen sich klar werden über den Unterschied, der besteht zwischen Dcntsch nnd Preußisch, zwischen dcm deutschen Eharaktcr, der vermöge seiner Natnranlagc uud Geschichte eine föderative Berciuiguug der Deutschen auf Grundlage ihrer Stämme anstrebt, eine Vereinigung mithin, die durch ihr Wesen selbst eine Bürgschaft des europäischen Fricdcns ist nnd anf der anderen Seite dem Staate der Hol'cnzollcrn, dessen Wesen, kraft seines Ursprnngcs nnd seiner Geschichte, nichts anderes ist, nichts anderes sein kann, als dasjenige der nach innen nbsolntcn Militär - Monarchie, der Gegensatz aller wahren menschlichen Freiheit, nach anßcn dagegen der nnersättlichcn Habgier, der Eroberung zn jeder günstigen Zcit nnd Stunde, und darum die stete Vcdrohnng dcs Friedens von Enrvpa. So lange die Deutschen selbst das nicht unterscheiden, sind sic branch« bar uud verwendbar für den preußischen Molochdicnst des Eisens nnd des Blntcs, branchbar und verwendbar namentlich gcgcn Frankreich, uud wcrdeu um so brauchbarer sein, wenn Frankreich die uuendlichc Thorheit begehen würde, selbst den Dcutschcu diese Unterscheidung zwischen Deutsch uud Preußisch zu erschweren. Es würde sie ihnen aber erschweren dnrch die Forderung der An^ eignung eines dentschcu Gebietes für sich, wenn anch immer dies Gebiet zur Zeit daS Uuglück hat, dem Hohcn-zollernstaatc anzugehören. Frankreich hat andere Gründe zum Kriege gegen Preußen. Es hat das gerechte Interesse, zu fordern, daß nicht der Wohlsland uud die Kraft der Nationen verzehrt werde durch den bewaffneten Frieden. ES hat das Interesse und das Recht, diese Forderung au dcu Staat der Hohcnzollcru zn richten, weil dicscr Staat darin der erste und der Vorgäugcr ist, weil cr durch sein Beispiel die andcrcu und namentlich Frankreich zur Nachfolge gezwungen hat. Wenn ein Krieg zwischen Frankreich nnd Prcnßcn entsteht, so entsteht cr eben darans, daß Frankreich die ihm durch Prc'lßcn mittelbar aufgczwuugcnc Last uud Bürde der steteu Kriegs» lierciischaft uicht länger tragen will. Uud eben in dieser Forderung würde Frankreich mit dem eigenen Interesse dasjenige aller anderen Nationen vertreten. An Preu^ ßen, an dcn Staat der Hohcnzollcrn würde diese Forderung .ou Frankreich sich richten, nicht an Dcntsch-land. Eine Forderung an Deutschland zu richten, eine Fordcrnng, welche dcn gcsammtcu inror '^ut,oni<'n« entfesseln würde, liegt nicht im französischen Interesse. Eine solche Forderung dcs Rheines als Grenze für Frankreich liegt dagegen schr nnd ganz entschieden im preußischen Interesse, im Interesse nämlich der preußischen Lüge, den Kampf mit Frankreich, der unausbleiblich früher oder später bevorsteht, von vorn herein darzustellen als den Kampf der deutschen und der französischen Nationalität. Und weil diese Fordcrnng im preußischen Interesse liegt, so ist mit Recht anznnchmcn, daß sic, wo sie erhoben wird, nicht erhoben wird, ohne preußische Mitwirkung. Erinnern wir uus dcs altcu kernigen Spruches des Königs Friedrich II., dcS Anfängers und Begründers des Staates der Hohenzollcrn, jenes Spruches, der sowohl das Ziel der Politik der Hohcnzollcrn als die Mittel 5azn wie in einen Brennpunkt vereinigt widcr^ strahlt, des Spruches: ,,8'ii ) u, :'l <^u(»r 5 ^10 Iionnöw Iwminc, ilou« 1o 86WN8; ut «'ii t'imt äu^ur, 6<))'Uii« done s<)urd68." Es ist bekannt, daß auch in anderen Ländern der Glanz preußischen Goldes der Dünger ist, ans welchem Gcdautcu uud Worte cutspricßcn, dic m dicscu nndcrcu Ländern nicht heimisch sind, uicht heimisch scin können, weil sie im Widersprüche stehen mit dcn Interessen dieser Länder. Wir haben uicht das Recht, Frankreich auszunchmcn von der Wirkung, wclchc dicscr Glanz an allen Ortcu uud zn allen Zcitcn, wenn auch nicht auf alle, so doch auf viele Mcuschcu auszuüben pflrgt. Wir hnbcu vielmehr das Recht anznnchmcn, daß das, was in einem Staate so offenbar widcr das Interesse dcs-selbcu und so offcubar für das Iutcrcssc cincs audcrcu feindlich gesinnten Staatcs gethan nnd gesprochen wird, nicht ohne dic Milwirknng dcS letzteren und seiner Agenten geschehen kann. Das ist unsere Ansicht über die Forderung der Rhcingrenzc für Frankreich: Der UrsprungSort dcrscl-beu liegt nicht au der Seine, sondern an dcr Sprcc. (Warr. Wuch.) Ulgicrungl'vorlllgc. Gesetz, wirksam für das Hcrzogthum Kram, bctreffcud die S ch u l a n f s i ch t. Mit Zustimmung dcs Landtages Mciucs Hcrzog-lhums Kram finde Ich anznordnen, wie folgt: I. Der Trtsschulrath. s 1. Die aus Staats-, Landes- oder Gemeindcmitlcln ganz oder thcilwcisc erhaltenen Volksschulen, zn wclchcu die Alltags- und Fortbilduugsschulcu uud die weiblichen Arbeitsschulen zu rechnen sind, stehen nnter dcr Aufsicht des Ortöfchulrathes. ^ 2- Dcr Ortsschulrath besteht aus Vertretern dcr Kirche, Schule uud Gemeinde. Nebst diesen ist auch dcr Schul-patrou berechtigt, als Mitglied iu dcn Ortsschnlrath eiuzutrctcu und an dcn Vcrhandlnngcu desselben per sönlich oder durch eiuen Stellvertreter mit Stimmrccht thcilzunchmcn. Die Vertreter dcr Kirche im OrtSschulmth sind die Seelsorger der dcr Schule zugciviescncu Iugcnd. Wo sich zwei oder mehrere Seelsorger dcSsclbcu Glaubensbekenntnisses befinden, bezeichnet die kirchliche Obcrbchördc denjenigen, welcher als Mitglied iu dcn Ortoschulrath ciuzutrctcu hat. Zur Wahrnchinnng der religiösen Iuteresscu der israelitischen Iugcnd tritt der von der Eultusgcmcinde bestimmte Vertreter iu dcu Ortsschulrath cin. Dcr Vertreter dcr Schule im Ortsschulrathe ist deren Leiter (dcr Lehrer uud wenn an derselben Schule mehrere Lehrer angestellt sind, dcr Director oder erste Lehrer.) Unterstehen dcm Ortsschulralhc mehrere Schulen, so tritt der Leiter dcr nntcr dicscn Schulcu im Rang am höchsten stchcndcn, vci gleichem Rang dicscr Schule» iu dcn Ortöschnlrath. Doch nehmen auch die Leiter dcr anderen Schulen an dcu ihre eigene Anstalt betreffenden Vcrhandluugcu des Ortsschulrathcs mit beratheuder Stimme theil. Die Vertreter der Gemeinde im Orlsschnlrathc werden von dcr Gemeinde-Vertretung oder wenn derselben Schnle mehrere Ortsgcmcindcn oder Theile derselben angehören, von einer Vcrfammlnng dcr vclhciligtcn Ge> meindcvertretuugcn gewühlt. Die Zahl dicscr Vertreter beträgt miudcstcnS zwei, höchstens fünf, uud wird vom Bezirksschulrats bestimmt, wobei dicscr darauf Rücksicht zu uchmcn hat, daß die Vertretung dcr verschiedenen GlaubcuSbekcnntnissc im Ortsschulrathc möglich gemacht werde. Die Wahl erfolgt durch absolute Stimmenmehrheit nnd gilt für die Dauer vou sechs Jahre». Doch tritt »ach drei Iahrcu die Hälfte und bei ungerader Zahl die größere Zahl dcr Mitglieder ans. Die Wiederwahl ist zulässig. Außerdem wählt die Gemeindevertretung zwei Er-satzmiinuer. Wählbar siud alle Ieue, welche fähig sind, in die Gcmeindcvcrtretnng einer dcm Ortsschulrath zugewiesenen Gemeinde gewählt zu wcrdeu, Dcr Verlust dieser Wählbarkeit hat das Ansschcidcn aus dem Ortsschnlrath znr Folgc. Die Wahl iu dcn Ortöschnlrath taun nur dcrjc-ni^ ablchncn, welcher berechtiget wärc, die Wahl in die Gemeindcvertrclnua. abzulehnen, oder welcher die letzten sechs Iahrc hindurch Mitglied dcs Ortsschulrathcs war. Die nngercchtscrtigte Verweigerung des Eintritts wird vom Vczirksschnlrathc mit einer Geldbuße von 50 ^. 300 ft. bestraft. , Die Geldbuße ist für Zwecke der Schule zu ver-l wenden. « § 7. V Orte, an welchen mehrere Schulen bestehen köimen von dcr Gemeindevertretung mit Gcnchmigum, dcS Be zlrksschnlrathcs ,n mehrere Schnlkrcisc gcthcilt wcrdcü. In dicscm Falle wird für jedci! dicscr Schnlttcisc cm bcsondcrcr Ortsschulrath mit Beachtung der vorstehenden Bestimmungen gebildet. s 8. Dem Ortsschulrathc kommt es zu, für die Acfol guug dcr Schulgesetze so wic dcr Auordnuiigcu dcr höhcrc» ^chulbchördcn uud die dcmftlbcu entsprechende zwcckimi blgc E'nrlchtung dcs Schulwesens im Orte zn soracü. Insbesondere hat dcrsclllc: 1. Dafür zu sorgen, daß die Lehrer ihre Gehalts' bezuge m dcr gchörigcn Wcise, zu rechter Zeit, uud ui',< geschmälert cl hallen. 2. Den clwa vorhandenen Localschulfmid so wi>' das SchuistiftungSuermögen, soweit darüber nicht andere, Bcstimmnngcn stiftungsgemäß getroffen sind, zn vcl> waltcn. " 3. DaS Schnlgebände, die Schnlgrimde nnd daö ^chnlgcräthc zu bcanfsichtigcn, und liaö crfordellichc Inventar zu führen. -4. Ueber die Befreiung von der Schulacldbc;ali' luug zu cütschcidcn. " 5). Dic Schulbücher und andere Unterstützungsmittel für arme Schulkinder zu bcsorgeu, fin- dic Anschaffnna und Instandhaltung dcr Schul^cräthe, die »öthiacn Lehrmittcl und sonstigen Unierrichlscrfordernisft Scrgc zu tragen. 6. Die jährlichen Voranschläge für die Dotation uud sonstigen Schnlcrfordcruissc soweit hiefür uicht bl< sondere Orgaoc bcslcllt sind, zu uclfasscn, dieselben an die Gmlcindrvertrctung zu leiten, und übcr die empfangenen Gelder Rechnung zu lege». ?. Die dcr Schule gchörigeu Wcrlhvapiere, Ur-ümdcn, Fassioncil n. f. w. aufzubewahren. 8. Die jährliche Schulbcschreibulig z» vcrfasseü, dcn Echul'.'esnch auf jede mögliche Art z» befördern, und die Strafanträge gcgcn die Vernachlässigung desselben an den Bezirköschnliath zu stellen. ^. Dic UnlcrlWszcit mit Beachtung dcr vorgc' fchricbcncn Stundclizahl zu bcstiunnc». 10. Die Erlhcilung dlS vorgeschrlcbcncn llulcrrich-teS zn üderwachen. 11. Den Lebenswandel dcs Lehlpersunals, du' Disciplin in dcn Schule,,, so wic das Betragen dtt Lchuljligctid außerhalb dcr Schule zn bcalifsichtigcu. 1^. Dcn Lchicrn hinsichtlich iyrcr Amtöfi!l)ru»a dic lhunlichstt Unterstützung angcdcihcn zu fassen. 13. Etreitintcilen dcr Lehrer unter sich nnd mit dcr Gcmcindc odcr init cinzclncn Gcmcilidcglicderu - -soweit sie aus dcn SchiilverlMtuisscn crwachsci,, unch Thnulichlc,t auszugleichen. 11. Anstüliftc nnd Glitschten an die Gcmcmdclil,'i< trttuiig und die vorgesetzten Behörden zu cistottcl,, a» welche dcr Ortsschulralh auch Anträge zu stcllcn jedcl' zeit verichliget ist. z 9 Vou dcr Wirksamkeit deS Ortsschlllrathcs si»d die mit LchrersdildunfMustaltei, in Verbindung slchc»' den Ucbuiigsschulcn anSgcnomme»^ luir wo sie gm'j udcr thcilwcisc auch aus Gemeindcmittcln crhullcn wci' dcn, kommt mit Bezug nnf sie dem Ortöschulralhc die i„ tz 8 unter 1 bis ? uczcichuclc Wirksamkeit zu. § W Die Mitglieder dcö Orlsschulraths, dessen 60"' slituirung sowohl tcr Gclncindcvertrctnng als dc>» Bczir^schn'.rathc unznzeigcn ist, wählen ans ihtt'' Mltlc mit absoluter Stimmcnmchrlicit cincn Vorsitze!'^ dcn und dessen Stellvertreter anf die Dauer von dttl Jahren. Ist sowohl dcr Vorsitzende als auch dcss"' Stellvertreter verhindert, so führt der Acltcstc unter t"'« Mitgliedern dcö Ortsschulrathcs dcn Vorsitz. (FlN'lsctzimg folgt.) Almnischer Landtag. 6. Sitzn ng. Laibach, 1. September. Dic Sitzung wird um 10'/, Uhr eröffnet. . , Anwesend 23 Abgeordnete. Von Seite der l. l> Rcgicrnng dcr k. l. Landeöpräsidcnt Eonrad v. El)b^" feld, und dcr l. k. Regieruugsrath Noth. Dcr Schriftführer Dr. Savinschcg vcrlicst das (deutsche) Protokoll dcr letzte« Sitzuug. ,^ Eö werden nachstehende Vorlagen anf ^n ^l, des Hanseö gelegt: 1. Regierungsvorlage über die Sa) aufsicht. 2. Landtagsvorlage, Bericht dcs ^"dc^"' schusscs womit dcr Entwurf ciucs LaudcsgcsclM "" > fcud Auhaltuug gcineiuschädlichcr Personen in Zw"> «^ arbcitsanstallcn vorgelegt wird. 3. ^audtagsvorlG, ^ trcffcnd Rcchnungsal'schlüssc dcs Pclcr Paul ^"v" 1 ^ Armcn und Kvantcustlftungsfondcs pro l^ - ^., suunnarischcn Voranschlag pro 18«8. 4. Lanvinu 1477 lW mit dcm Gefetzenlwurfc, betreffend die Dlirchfüh-^luig der Mcichlicrcchtiguug in Schule und Amt. Der Vorsitzende thcilt mit, daß mehrere Petitionen cmgclaufcn sind. daruutcr die Petition der Stadtgememde ^otlschcc nm Verhinderung dcr (^inrcihnnq dcö Mark' tcö Sodcrfchitz in den Wahlbezirk Ncifniz-lHottschcc nnd ^cstimmnng eines cigcucu Lldgcordnctcu für die Stadt Gottschcc (wird an den Ausschuß für die Laudtagöwahl-urduung gcwicseu), dann die Petition mehrerer Gemeinde-Vorsteher ans Gottschce nm Abänderung mchrcr Para-llrnphc dci< Hausirpatcuts (dem PetitiousauSschuß zu-ncwicseu) uild cudlich Petition dcr Gemeinde Treffen ur.l Bcschottcruug und Erhaltung dcr Sttaßcustrccke von ^leudcgg gcgcn Großoblat (wird ndcr Antrag Costa's cincm in dcr nächsten Sitzuug zu wählenden Ausschüsse ^gewiesen.) Dcr Herr t. k. Landespräsidcnt übergibt dcm Präsidium die Denkschrift dcr hohen Regierung znr Erläu-lcnlug dcö Gesetzentwurfes üucr die Rcalschuleu. Dr. Costa stellt den Antrag, zur Berathung über diese Vorlage nnd den betreffenden Gcsel^ntwurf einen ügcncn Ausschuß vou 7 Mitgliedern ans dcm ganzen hause zu wählen. Es wird sofort zur Wahl geschritten uud werden Mvählt die Herren Abgeordneten Sue tee, Dr. Tomau, ^nrou Aftfaltrcr, Kromer, Dr. Vlciweis, Dcchaut Grabrij au, Domprobst KoS. Abg. K r u m c r refcrirt iibcr die definitive Systcmi-smmg des für die landschaftlichen Hilfsämtcr und Lan^ ^sanstaltcn beantragten Personal- nnd Bcsoldungs-slnndcs. Wird über Antrag des Abg. Tavcar dcm Finanz-'Uiöschussc zugclvicscn. Abg. Costa referirt übcr dcu Stand dcr Gruud-^stenablosuug nnd Ncgnlirnng. Wird der Antrag dcs Vandcsausschusscs auf Zuweisung an dcn Finanzausschuß zur Berücksichtigung bei Feststellung dcs GruudentlastungspraliminarS pro I8s)8 — angenommen. Abg. Kos refcrirt über die Bewilligung einer :U"„ Umlage zur Deckung der Kosten des Pfarrhofbaues in S. Kantian b^i Guteuwcrth. Wird über Antrag Dr. Costa's dem Ausschuß 5ür die Landtagswahlordnung zngcwicscu. Abg. Costa rcfcrirt über die Voranschläge dcr ""ndcsfondc, von deren Vcrlcsuug Umgang genommen Wird. Dieselben werden dem Finanzausschüsse zugewiesen. Abg. Kromcr rcfcrirt über den Voranschlag des ^Nmdcutlastnngsfondcs für die Jahre 1868 und 1869. ^lrd dcm Fiuanzansschnß zugcwicscu. Abg. To man verliest den (sloucnischen) Antrag ^s ^andcsausschusscs bctrcffcud die Gesetzentwürfe über ^rthcilung der Hutwcidcn uud dcr Wcchsclgrnndc. Dic dicsfälligen Anträge dcs ^audcsansschnsscs wcr-°cn übcr Antrag dcs Abg. Pintar wcgcn dcr hiebci ^>r Sprache kommenden hie und da obwaltenden ver-wickeltcu Ncchtsvcrhälluissc, ciucm cigcncn sici'cnglicdri-^u Ausschüsse, iu welchen die Abg. Dr. Tom an, plntnr, Sagorz, Dr. BlciwciS, Dechant ^rabrijan, Mnrghcri, Kaltcncggcr, gc-'^lihlt werden, zugcwicscu. .. Dcr Vorsitzende schließt dic Sitzung, indem er auf 'e Tagesordnung dcr uächsieu am Douucrstag, ^. d. um Is) ^. Bormittags stattfindenden Sitzung stellt: .l- 9?cgicrnugsvorlagc über die Schulaufsicht; 2. Wahl ^ Straßcubaunuö'schusscs; 3. Uebernahme mehrerer ^tlftungcn; 4. Gesetz über dic Zwangsarbeitsanstal-..''/»- Rechnungsabschluß dcs Mavar'schcn Fondcs; ''' ,Sprachcnglcichbcrcchtigungsgesctz; 7. Bericht dcs ^etitionsansschusscs übcr eine Petition dcr Gcmcmdc Nraiubnrg wcgcn Vcrtheilung der Ocmcindcumlagcu. Dic VmnanisMlNll in Posen. Nicht ohnc Interesse ist dcr von dcr Gazctta To-i kmm i. ^'^' ^ilWe Nachwcis, daß die Gcr° ^thweud.glc.t unterliegen. Das Dculschlhum hat n ch der Mc»uu,g dcs geuauutcn Blattes, uamcullich i ^cstprcußcn, cine solche Macht gcwo.mcn, daß Incht blos die unteren und mitllcrcu Voltsschichtcn, soudcrn sogar der Adel, dicscr Hmiplträger dcs Polcitthums don sciucm Geiste und Ncscu immcr mchr durchdrungen werden. In dcn sogcuannttn ssassubcu gibt cs schon zahlreiche polnische Aoclsfamilicn, in denen nur deutsch »csvrocl'cn wird, und die ihren Namcu, dcr polnischen ^>ttc zuwider, das Wörtchcu..vou" vorscpen. Iu dcu Städ-"' 'N fast durchwegs dic deutsche Sprache unter dcr pol-' aicu Bcvöllcruua, selbst bei dcm weiblichen Geschlecht, "Uienschrnd. Auch in dcn in dcr Nähc dcr Städte ge-imm " ^°^'^' acwinncn dculschr Sprache nud Sitte s^."'sl)r Bcrbrcitunug. I„ dcr P^iuz Poscn tritt w« i..!.'7v l7^'^ "bcr stctig sorlschreitcndc Gcr^ °l'fl ^ ^ ?"'"d u"d Bodens hervor, dic sich un-^ cr ! !s/,7"' bm Verlauf großncr uud llcincrer '^' chluf ^!'^? d'm Jahre 1848 sind dort, mit 5!'""'b"a m,d Inövraclav, vom Lm Glnndbcsttz allein 489.W1 Morgen iu dcul^ schcn Bcsitz übcrgcgaugcn und dadurch gcrmauisirt wor° dcu. Aber auch zahlrcichc Individucn uud FanMicu fallen in dcr Provinz Pose!» in dcn Städten wic auf dcm Laudc forlwährcud uurettbar der Germanisirung anheim. Dic Hauptursachc dcr fortschreitenden Germania sirnl'.g erblickt das polnische Älatt iu dcr vorzuasweiscn Psl^jc dcr dcutschcu Sprache in dcu hijhercu lind nicdc-rcn Schulen nud besonders iu dcn immer mehr Verbreitung gewinnenden Simultanschulcu, uud cs fordert daher auf. dcn letzteren aus nllcn Kräften entgcaenzu-wirleu. Gellerreich. Wien, 31. August. (Dic Versammlung dcr Küustlcr) wurde hcutc cröffuct. Miuistcr Hasucr ficht cs als ciu Zcichcn dcr Zcit an, daß dic Künstler den in Oesterreich sich regenden freien Geist nicht nu-beachtct gelassen. Auch dic Versammlung dcr ^andwirthc wurde hcutc cröffuct. Graf Potocti begrüßt fic namcns dcr Regierung. Der zweite Präsident, Baron Washington, sagt: Intelligenz, Geist, Wissen, Crfahrnug, sind uuscre Devise, dcr Friede» unser Panier. (Nccrutiruug iu Ungarn.) Das uuga» rischc Amtsblatt veröffentlicht einen Erlaß des Laudcs-vcrthcidiguugs-Miuistcrs au fämmtliche Inrisdictioneu iu Augclcgcuhcit dcr nächsten Nccrntiruug in Ungarn. Die Nccrntirung erstreckt sich auf drci Altcrsclassen; in die erste gehören die im Jahre 1847, in die zweite dic im Jahre 1846. in die dritte die im Jahre 1845> Gcborncn. Dic Rccrntcn können nur in ungarische Regimenter oder iu das Sauitätscorps ciugerciht wer-dcu. Dic Acgnustiguugcn und basten, dic sich aus dem einzuführenden Wchrsystcmc crgcbcu, erstrecken sich nicht nur auf die Necrutcn, die jetzt abgestellt wcrdcu, sou-dcrn anch anf allc Jünglinge, die in die erwähnten Al-tcrsclasscn gchörcn, aber nicht abgestellt werden. Die Stellvertretung ist gestattet, jedoch ist derjcuigc, dcr einen Vertreter stellt, nicht von dcn Pflichten bcfrcit, die im Siuuc dcs eiuzuführeudcn Wchrsystcms übcr die scchs Dicnstjahrc hinaus auf ihm lasteu. Die Necrntirung wird vom 1^. October bis 14., respective 21. November zu bewerkstelligen sein. Pra„, 31. August. (Meeting.) In Vlanik hat trotz Verbot am Sonntag ein Meeting stattgefunden, l,ei welchem 200 Personen anwesend waren. — Die Czcchcn-Dcclaration wird einen Rcgicruugsbcscheid zur Folgc haben, der Statthalter reist deshalb im Verlauf der Woche uach Wien. - 31. August. (Der F ü rstIoha n nAdolp h Schwarzcnbc r g) lcgte sein ^'andtagsmandat nieder; dicscr Schritt, der hicr Aufsehen crrcgt, wird dcm Ein flussc dcs Cardinal Erzbischofs zugeschrieben. Ausland. Main;, 31. August. (Voltsvcrsa m ni l u n g.) Gestern fand iu Nufsclshcim eiuc Vcrsammluug dcr Vcrtrancnsmänucr dcr Voltspnrtci ans Kurhcssen, Darmstadt, Nassau und Frantfnrt statt. Beschlossen wurde die Nicdersetznng eines Orgauisatious-Comit^s, wclchcs dcu Auftrag crhiclt, monatlich Versammlungen zn veranstalten. Hanlbur^, 31. August. (Prinz Napoleon) traf hier im streugstcn Jucoguito ciu, besuchte Mona, Wbcck nnd kehrte hcntc zurück. — (D cr Br igantaggi o). General Pallavicini hat das Ergebniß seiner Operationen gcgcn die Bri-ganten iu dcr Tcrra di ^aooro vclösfcuilicht. Vom 1. April biö zum 10. Inli Hit cr 134 Briganten gefangen genommcu udcr unschädlich ycmacht. Es ist eine gcwissc Auzahl bestimmt worde», ihrc Unterwerfung zu machen, ^cidcr befindet fich tciu einziger dcr ycfürchtc-tc» Häuptlinge darnulcr, lein Guerra, Fuvco, Cuciuc oder Pucc. Gucrra, cin junger Manu von 29 Iahrcu, fchlägt sich uun schou scit neun Iahrcu gcgcn dic töniglichcn Truppen, ohuc daß man ihm bciznkommcu ucrmlla. Er sagt, dasi wcnn cr scincö Handwerkes satt scin werde, c>- sich cinc Kugel durch dcn Kopf jaglu wolle. Es heißt, cr würde sich fchou ergcbcu habcn, wenn cr nicht fürchlclc, an Fraukrcich ausaclicfcrt zu wcrdcu wcgcn Ermordung cilicS Vicutcuauls und ciui« ^cr srauzösisclM Soldatcii zur Zcit, als das frauzösische Occupatioushccr au dcr südlichcu Grcuzc dcs Kirchcu. sla,Ucs gcgm die Vrigauten opcrirtc. In seinem Berichte sa^t Pallauiciui, die Schwicriglcit, Fuoco und Gucrra fcstzunchmcn, rühre vorzüglich dah:r, daß sie auf päpst. lichcm Äodcn stets eine Zufluchtsstätte finden, Bukarest. 29. August. Joan Bratiano wnrdc definitiv zum Firnnzminister ernannt. DaS Portefeuille des Innern übernimmt interimistisch der Justizministcr Arion. HagesmuiBeiten. ^- (Elster allgemeiner V e a mt e n v e r e i n in Wien.) Aus dem uns zugllommenen Gcschsssts^Aus-wt>:se bicseS Vercineö per 30. Juli d. I. entnehmen wir folgendes: Del Vcrm, zählt 42 Localanoschusse, 207 Ver-"»salzte, Lü0 Ac,e!itc,l und 97 Vercinslievollmächtigte; im l. Eemesler 1668 wurden 762 Mitgliedölatten an Neu-l beigctretene ansgefelligel. In der Lebeusvelslcherttngs-Al)' lheiluna standen am 30. Juni 3773 Versichelungsverlrüge übci 2.'.)'.^9.15(» Gulden versicherte Capitalien und 1,1225» Gulden Nenten in Kraft. Im eisten Semester traten 15, Todesfälle ein, durch welche 10.250 Gulden fällig wurden. Die Volschuftadtbeilung za'blt? am 30. Juni 23 Consortien und 18W Theilhaber. Die Summe der eingezahlten An-theilseinlagen slieg anf 7!>.0ü2 fl. 63 lr. und im ersten Semester des l. I. wnlden 10L6 Vorschüsse im Gesammt-betiage von 77.912 fl. ertheilt. — (Veutelschncider im Couplv) Die unga« tischen Bahnzüg? werden seit einiger Zrit von fahrenden Industtienttcrn mit großer Hartnäckiglcit zum Schauplatz unveischämter Gaunereien auselsehcn. Galanteiil>, Höftich' leit und Zuvorkommenheit einerseits, andererseits betäubende Miltcl, als Schnupftabak :c., werden von diesen Leuten dazu benutzt, um die Arustlaschen der Reisenden mil vieler Kunslsertigleit herauszuschneiden. Letzthin ist ein Kaufmann aus Kaschau in Wien lingetcosfen, der in eincn» Col>p<' dcr zweiten Classe mit seinem Ncisea.efÄhtten sich unterhielt und aus der Strecke zwischen Ungalisch-!)teudorf uno Pleb' bürg eiüschlies. Als er erwachte, vermibte er seinen Reisegefährten und zugleich auch seine Aciestasche, in welcher sich eine Baarschast von 2000 fl. befand. Die Vrusttasche halle der Dieb herauögeschnitlen. -— (R ü u d e r r omanti t in Ungar n.) Aus Groh» itanischa wird ilber einen Naubansall folgende? berichtet -Die Varcs-Kanischer Eisenbahn ist zwar noch nickt ganz ausgebaut, doch Hal die Direction schon beinahe auf alle Stationen Beamte entsendet, namentlich zur Besorgung des Telegraphendienslls. In der Station Bezvar lamen nun am 21. v. M. mehrere dieser Beamten zusammen, und während sie von ten soeben beendeten Arbeiten sprachen, traten vier Näuber in das betreffende Zimmer, die mil ausgezeichneten Nevolocrn bewaffnet, unter Todesdrohungen das Geld der Anwesenden forderten. Die Beamten konnten nichtö andcrcö thun, als ihr Geld hergeben, worauf sich die Räuber mit den erbeuteten 287 fl. entfernten. Cl'ner der anwesenden Beamten gab sich den Anschein, als würde er in seiuem Schrecken, nachdem er seine Börse ausgeleert, nocd in allen Taschen nach Geld suchen. Während dessen gelang cs ihm, seine Hosentasche zu durchreißen und eine der Eisen-bahngesellschast gehörende Summe von 6000 fl., die er bei sich halte, in das Hoseufutter hinavznsloßen, um sie, im Falle die Taschen von den Räubern selbst durchsucht will» dcn, zu retten. Locales. — (Aus dem konstitutionellen Verein.) Die gestern Abend stattgefundene dritte Hauptversammlung war sehr zahlreich besucht. Nachdem dcr Vorsitzende Dr. Suppan die Mittheilung gemacht, das, fortwährend Bei-, trilte zu dem Vereine stallfinden und die Mitgliederzahl gegen« wärtig 3i><» btträgt, wurde zur Tagesocduung übergegangen. Herr Teschmann entwickelte seinen Antrag ans Herausgabe einer slovenischcn Flugschrift durch den Verein zui Belehrung des Voltcö ilber die Bedeutung dcr confession nellen Gesctze, indem er mit besonderer Veziehnng auf die von Suc hcransgegcbc".,« Brochure „Ivonkorälli, csrkov, üolci," auS welcher cr drastisch.: Proben mittheilte uno von der statutenmäßigen Verpflichtung des Vereins zur Verbrei« tung der liberalen Plincipien und Aufklärung des Vol< tes aber seine Rechte ausgehend, die Nothwendigkeit darlegte, der gegnerischen Agitation mit dcn gleichen Waffen der Presse entgegen zu treten. Nachdem noch der Wunsch ausgesprochen wordcn, daß die Brochure in einer dem Volle verständlichen Sprache abzufassen wäre, wurde der Antrag einstimmig zum Beschlusse cihoben. Herr Nik. Rud Hölzer entwick'lte so« hin seinen Antrag auf Cinfilhrung des Unterrichtes in Geo» grafv, Geschichte und Naturlehre in die Volksschulen filr jcue Schüler, welche sich dem Gewerbestande wionren. Hcrr Oberrcalschlllproscssor Pirker ergriff fofort das Wort, nm den Gegenstand vom fachmännischen Standpunkte zu beleuchten. Er zeigte, daß die Einführung der gedachten Tisci-plinen als förmliche Unterrichtsgegenstände wegen unzureichender Zeit um so weniger möglich sei, als sch>.>n jetzt all» gemein über Ueuerbürdung der Hauptschulen gellagt weide, die Naturlehre fordere außerdem größere Reife d^s Verstandes, daher manche sogar gegen die EinfilKrnng derselben in die erste Classe dcr Unterrealschulen sind. Dasselbe gelte von Gcoglafie und Geschichte. Er zog hieraus die Folgerung, daß ein systematischer Unterricht in diesen Gegenständen von der Voltsschnle fern gehallen werden solle, dagegen dieselben im Lesebuche Beachtung finden sollen und der Lehrer habe an dasselbe anknüpfend dem Schiller soviel als thunlich von diesen Gegenständen mitzutheilel.. Es handle sich mehr darum, anzuregen, Lust und Liebe zum Gegenstände zu erwecken, da<5 weitere sei nicht Sache der Voltsschule. Er stellte daher den Antrag, die Versammlung beschließe über den Antrag Rudholzcr zur Tagesordnung überzugehen, dagegen den Wunsch auszudrücken, cs mögen die Vollsschullchrer diesem Gegenstande ihre Aufmerksamkeit zuwenden und darauf zunächst durch die Directors der betreffenden Lehranstalten hingewlllt weiden. Nachdem noch Prof. Konschcg auf die Nothwendigkeit von Gewerbeschulen aufmerksam gemacht, durch welche die Wünsche des Herrn Rndholzer zunächst Erfüllung finden könnten, was Herr Ruoholzer aeccplille, wind.' d"' Autiag des Herrn Prof. Pirlcr einstimmt ailgeoommc«. Als zweittn Gegenstand der Tagesordnung """'^' ' Dr, v. Kalten egg er den Stand d« ^ch^'g «°" Seite des Landtages und der Negier....g i" Angr.ff genom» 1473 menen Aenderungen dir Landtagswahlordnuug, indem ei die?sällia,e Anträge sormulirte. Alö erster Antrag gelangte zur Debatte: Die Vermischung der städtischen und liindlichen Interess.n carch Einbeziehung einer Reihe sriiher nicht in d,r Gruppe der Slävte u»d Märkte wahlberechtigt gewesenen Melkte sei nicht zulässig. Dr. v. Kaltenc^er sprach seine Ueberzeugung dcihin aus, daß die meisten der neu herangezogenen Orte t^ine städtischen, jenen der srilher wahlberechtigten Städle unv Märtle gemeinsamen Interessen haben, sondern in dic Classe der Landbauern gchülcn, jo z. Ä. Walsch, Mannoburg. Concipisl Dimi l; ergriff zuerst das Wort, um diesen Antrag zu unterstützen. (5r wies aus das her Landesurdnung zu Grunde liegende Plincip der Interessenvcrtrstung hin, hob die Bedeutung des Bütgerstandes sür die sreil?e>llicdr Enlwicllung heivor, suhlte aus, daß die vu»n LandesauCschusse beantragten Aenderungen an der LandtagZivahlordnung vie Tendenz haben, den Schwer-punlt der Interessenvertretung zu verrllcten, ihn in die grüße Masse deö Äauernslandeö oder des bäuerlichen Städters zu verlegen. Tuscn Etand dabe das Jahr 18Id von den Fesseln der Scholle cmanciftut, er müsse aber uoch eine limancipalion fciern, vie (i'mancipalion vun fremdcm Gän-geldanve. er müsse auch geistig frei werrcn. Cc dürfe nickt mehr dlo5 auf Sälagw2ltc ge!sllich>>r oder weltlicher Fllbrer horchen, er müsse es wagen, frei zu sein. (5c bc^ tlagte den bislorisch erklärbaren Mangel tincs eigentlichen Aürgerstandes in unseren Landstädten als ein großes Uebel für unsere sreil,eilliche Entwickln ng, da wir so»>l nicht Car« riccNurcn mittelalterlicher Bestrebungen erlcbl hätten. Schließlich betonte er als rie Hauptaufgabe vcr Lan°« tage die Selbstverwaltung welche ,n der Landedordnung einen hinlänglichen Spi'lraum finde, nnv wies daiaus hin, bah im Festhalten der Landessieiheiteu auch die beste Ga» rantie sllr die Ellialtung der polilifchcn Freiheit liege. Rit' ter v. Fritsch gleichsallö den Antrag nnterslüljend, hob die Nothwendigkeit der Sondeiung der ländlichen und o>,c bürgerlichen Inlellssen hervur. Jeder wisse, oah dcn vum Lan-desausschnsse beantragten Aenderungen ein politisches Moliu zugrundeliege, der liberalen Partei den Boden zu entreißen, am flachen Lande freie Hand zu gewinnen, um politische Zw'cke fördern zu können. Dr. G a u >« e r bestätigte die Anschauungen dcO Vorrevners durch praltische Erfahrungen und stellte das Amendement, es mügcn in die Gruppe tier Städte und Märkte >>ur jene Mällle eiugeleiht werden, wo die Mehrzahl dlr Vcwol'ner sich von bürgerlichem Er« weide nähren. Der Antrag dcs Herrn Tr. u. Htalteneggei wuroe mit dem Amendcment d>u Hcrin Dr. G anst er nn-gcnomnn'n. Schließlich theilte der Vorschenoe mit, dasl ein Diinglichleitsantrag angemeldet wurde. Concip'st Dimil, erhob sich nun, um mit kurzen Worten den Tlinglichteitsantlag zu stellen, der Vercin möge das so ebcn anf den Tisch des Landtages niedergelegte Gesetz über die Einführung des Slouenischen i» die Schule zu Gegenstände seiner Erwägung machen und der bezüglichen Anschauung seiner Mitglied, r Aufdruck geben. Es wurde demnach lieser Gegenstand, so wie die Fortsetzung der D<'-lialle über die Wah!rejormanlr5g^ auf die Tagesordnung der nächsten, aus lonnnenden Freitag anberaumten Versammlung gestellt, Aus >cn Landtagen. Klageufnrt, :N. August. Die Vertrcilicnoadrcssc an das Mluistcvittm wurde <» lilo,,: angclwmlucn. Tricst. 29. August. (Drittc Sitzung dcö Landtages.) Der NcgicrllliMomnnssär übergibt cinc Gcsctzci!-vorlagc der NcaM'lMst ülicr dic Ncgclnug dcr Schul-aufficht. Es winde dic Dringlichkeit cincr Pctitioil bciin Reichstage licschlosscn, woinit dic Erlcdissimc; dcr aiu 13. April eingcrcichtcn Petition um Sislirniia, der Ha-fenarbcilcn in Trieft verllinsst wird. Die Ncssicrima. macht folgende Mittheiln!^ : Daö Ministcrinm dcnuf tragt dcn Statthalter General Mörma. ^ii Unterhandlungen mit dein Municipintn, um die Modalitäten anf-zusinden, uutcr welchen das städtische Gymnasium in ein NcgicrniMgymnasimn mit italienischer Unterrichtssprache verwandelt werde, liedhafter Beifall der Galerien.) Neueste Dost. (Original-Telegramm der „Lailiachcr Zeitung.") N3 i e n , 2. September. Hc. Majestät der Kaiser, heute vun Ischl angekummeu, hat den (Grundstein des Künstlrrhauscs gelr^t. Bie ,,Wiener Abvpst. bringt das Rundschreibens Wiskra'S an die Statthalter. Von «8tt4cr Lv-sen gewinnt Serie ^HH, ^tr. <3», H«<5.<5«>H> ft., Serie 3^Htt, Str. ätt, gewinnt .5<>.s><5«> ft. P rag, !ll. August. Dcr Odcrsllandmarschall Fürst Aucrspcrg, wclchcr gestern nach Tcplitz adreistc, ist dortscr.>ch!ncu. — Der Dc-inisslun Garibaldl's wird tcinc andcrc Bcdcutuug bcigc-legt, als daß er die Absicht habe, zurückgczogcu zu lcl'cn. Paris, 31. August. Gcstcru Hut im Bois dc Vcsiucl ein Duell zwischen Paul (5assagnu,- und dcin Redacteur Lissagaray stattgcfuudcn. Vissagaray wurde zicmlich schwer verwundet. ^ Dufaurc hat dic Kandidatur iu Toulon angcnommcu. Paris, 31. August. Die päpstliche Runlialur iit Paris dcmcntirt die Gerüchte von eiucr Kraukheit des Papstes. — Der „Gauloiü" dchanptct, dcr Graf vou Girgcuti sci beauftragt, in Fontainclücan über cinc Offensiv und Dcfcusivllllillnz zwischen Frankreich nnd Spauieu zu verhandeln. Aiousticr lehrt morgen nach Paris zurück. Paris, 31. August. Der Graf nnd dic Gräfin Girgeuti lxgabcn sich hcule, vom spanischen Gesandten begleitet, nach Foutaiucblcau. Staatsmiüistcr ^touhcr, die übrigcu Äiinislcr nnd hohe Würdenträger sind zn einem hcntc Abends daselbst stattfindenden Äantclte geladen. Die „France" sagt, dcr Kaiser werde sich Mittwoch nach Chalons begeben. — Dic „Palric" mcl-dct: Es ist daö Gerücht verbreitet, daß dic Abreise dcs Kaisers nach Chalons ucucrdiugs vcrschobeu sci. Dcr itaiscr nnd die Kaiserin solle» sich am ^5>. September nach Äiarritz begeben. Arüsscl, :N. August. Das Nachuiitlags aus-gcgcbcne Bulletin meldet: Der Kronprinz hatte eine schlechte flücht, auch des Morgens war dessen Zustand weniger befriedigend. Belgrad, 3l. August. In Gegenwart dcs Fürsten Milan und dcr Mitglieder der Regentschaft wurde hcntc dcr Gruudslcin zu dcm vom Fürsten Michael reichlichst dotirtcn Natl'onalthcatcr gelegt, wobei dcr Cr;bi-schof celcbrirtc. Dcr gestern vou seiner kurzen Urlaubsreife zurnckgcichrte österreichischeGcucralconsiil von Kallay wohnte dcr Feicrlichlcit bci. C o nsl an t i u opcl, 31. Llugust. In Tchcran wüthet die Cholera mit gleicher Heftigkeit fort; es werden täglich 150 Stcrbefällc eonstatirt. Telegraphische W?chselcoursc vom 1, Veplüinbcr. kper,.'. Metallinn?« ü7,!)0. — ^Prrc. MrtaNiqm? «nil Mai- nnd illuucindcr-Zinscu 55,^5). - :>perc. !llllt!onaI'Änl>'hen tt2,N>. — 18<>(w vlllatöanll'dcn 81.— Banlucticn /^5».— ^ll,d'.tacucil 2N.^l>.--London N l.l!5, — Silber 112 50, — K. t Ducattn 5,.t^. Kaudel und GoUswirthjchastlichcs. Vaibacher Grschäst<'bericht V0NI 2 Veptcmlnr. Mit dem Erträgnisse dcr Elnte, schwcvc ^rnchlsoNen ln'ln>f-fend, sind wir nun zu-.nlich l'sfmutt. — Die Weizrucnile sir! gut, mittelmäßig, N u r u ziemlich miltclmäf!^, Ger sie abselnt schwach, und Hafer thcilweisc nu:tciinäs;ig. lhcüwlise gut. Weizen an<< der Ebene ist viel brandig, dcr aus dem Ge« dirge uerhältiußmäsiic; n'iner. ^ W^-rzcn in yeiüiischcr 84pfllndi^r Waare bis ^ st^ 39 lr, «7—««ufünd,M 4 fl. N0 tr. bid 4 ft,' 70 kl., Banaler 16li?cr, «5>psü!idia.n', 5> fl, 5>l) kr. bci sehr schn'lichen Vorräthcn. Hcnrigt H^nnre, «:')—.^»i Pfo., wird sich anf »j fl. lec^n, ungarischcr Ober« länd^r, llencr, i> fl. l>ii< 5 fl. '20 kr., C>wvichl «tt—«7 Pfd. Korn, yciinischeö, 77—7« Pfd. 3 fl. ^!0 tr, bis 3 fl, .">" lr>! oon nnganscher Wann- ist nichts vorräthia,. Äei halbwegs Nacl>-fmgc dnist^n wir mit dieser Eercaüe bald höhcr sslhen Gerste, hciinifch', ziemlich fchwach in Qnolität, bloS fl!> (Hclslrndrcinc zn »eriu^nden, je nach Gewicht 2 fl. W tr. l>^ -^ fl, 50 lr. UmMischc Vnuiwanre ^'/^-4 f!.. letztere ist «<"" ','lni,'lnnd ziemlich sicsncht, doch fehlt bci dcm Stand dcr Valnt« noch dic Eonumicnz siir dransjigc ?l»bute. Gcrstcnbrein mit 4 fl. <>0 kr. uhne wcscntliche ^iachflnge, Hafer, heimischer, leichter, I0-46psiindi^cr imSpiclra»!^ U0N ^l fl. 50 tr. bii^ 1 fl. R) kr. Gcbirgöwaare kommt uoch Ml vor. öchmic unMischc Waare, jährigc, im GcN'ichlc ^7 -4^ P!^ bedingt ^fl. lu« 2fl, 10 lr. M a i c«, jährisicr, Aanatcr, ^"«Zpfündiger, ij fl. 10tr. b^ 5! fl. 20 tr, Cinqinuüiil «» ncncr Walire wcnii, vor. Die lleiii^ Poslchen, dic davon bcgcbrn irnrdcn, lcgtcn sich zwischen 2 s>> ^l5) lr. bis ^! ft. 10 tr., jährig ^ fl. (i0'lr., doch wird dicsc ii« Prcifc sofort zurückweichen, wcnn neue Waare hänsiger ^ Mavtlc kommt. Harden, jähriger, hcimischcr, bei schr schwachen Vorräthc« ^ ft. Die hcnrigc Raceolla lii'szt noch iir Gottcs Hand. Leinsaat, schil'achc Sommcrwaan' <>'/<- <^'/l fl.. sch>r>crtt Hcrbsllingc 0'/, f!., ga,iz schwcrc ? fl. Von alter Waare Iicgc> cin Paav Tausciid ^trhcn am hiesigen 5,'aa,cr in gntcn Händclj doch ist lcin Ansgcbot dluin. Leinöl isl bci wcitdn nicht mchr dcr Handcls-Artilcl, wcl chsr dcrsclbc in snthcrcr Zeit war. Tic Oclsabrikcir Ol'crostel icich'l« nnd dcr Steicrmarl'ö drilclcn die Preise n»d erzcusscn n> Vcrhällniß ein bcsscreö Ocl, alö nnscrc Landlcutc. Die Mart! znsnhren sind nicht dcr Rcdc wcrlh, nnd stellt sich ein Centitt rohtt« Leinöl in crstcn Posicn zwischcn 2'i'/, nnd 26 fl, llcbcr Honig, Wachs, Pottaschc, Wein, Z w et sch len , Trebrr - nud Gelä g c r Bra n n twri n so vicl de Cilnation angcnirsscü sich dariibcr sagen läßt, in cincr dcr nach ftni ^innimcrn. NudolfSiVertl), :!1. August. Die Dmchfchnitts-Preise stell lcn sich aus dem hcntigm Niarttc, wie folgt: ._^ ^ ^_ ^ Wcizcn p?r Mchcn 4 «0 Butter pr. Pfnnd . — j 5< iiorn „ ^10 Eier pr. Slllck . . -- l! Gcrstc „ 2 Wein. ri'lhcr, pr, Eimer 5,^ Spcel, frisch, „ -- — — wcißcr ., 4 - Spccl, geräuchert, Pfd. — 8 Tricst, - Uiidcn, .stanfm., r>on Wien. — Sarlori, von Stci» brück. — Ncichmcmn. an^ Böhmen. - Tomie, anö Da lie». — Dr. Zcntovit, von Scssana. — Dr, Vcrze, don Orai — Millakomc, von Brod, — Dcrnonschcg von Sonncga.. Elcfailt. Die Hrrnn: Schwcin^bnrgcr, Pogcu-cr. Dr. itast»l nnd Hirsch, Fabrilöbcs., von Wien.' — Vcrncda, uon Fill»>l - Barone Lazzarini, Otto n»d Joseph, uon Graz. Baicrischer Hof. Die Herren: Paulic, Ochsenhändler, ^> Trieft. - Thalmaicr, von Finmc. — Lampe, l. k, Bcaiü^ von Glnlfeld. MelearlMnschl: Veol'lachtlill^ell ill Lmfiach. Z ^ » 3 Z. - 3«- ^ .^ .. -3 ^ 6 ll. Mg. 328,^> ->- 8.ü windstill z.Hälftebew. l 2 „ N. 32^l.n < 1'.»., windNill f. ganz bew.! <^" l0„ Ab. 328.«!^ -I I2,z! windstill gr'oßth. bcw. 9 r. N5«'s«»ttlt«»»'l^<' Wien, 31. Angnst, Dic Vörse war gcschäflölüs und die Course sowohl d>r Papicrc als auch dcr Devisen und Valnlm erfuhren lcinc erhebliche Bcrändcrnng. ^ Veffentliche Tchulo. /^. des Staates (für 100 sl,) Geld Waare In ü. W. zu 5ft«t. filr 100 si. 55W b6.- detto u. 1.1««« .... 59... 5s».i0 dcllo rückzahlbar (>.) . . . ^.75 95... Sildcr-Anlchen von i8»!4 . . l^9 -. 70 — Silberanl. 18peri-, in Silber 10ll,25 106.50 ß. der Kronländrr (fiir W0 si.) Gr.-Entl.-Olilig. Nicdrrösierrcich . ^l 5"/>. 8/'-?5 86,25, OberWe, reich . , „ ^ ,. ^. ^.'" Gcld Waarc Böhmen .... zn57., i»2.- 92.50 Mähren .... „ b „ 89.5" «<).- Schlesien .... „5 „ 88.- 88.50 Stercrmart ... „ 5 „ 87.— 88.— Ungarn.....„ 5 „ 76,50 77. - Trmcser-Vanat . . „ ü „ 73.- 73.50 Crnuticn und Slavonien „ 5 „ 75.— 76.— Galizicu .... „5 „ 6n.-DmPfsch,-G.z.100fi.CM. 93.- 93,50 Sladtgem. Ofen ,. 40 „ ü. N. 31.— 32.— Estcrliazv, zn 40 sl. CM. 168.— !72,— Galui ., 40 „ .. . 3?.- 38.- Palsiu zn 40 ft. CM. 33.5U ^ 'i0 Clan, ,. 40..... 32 50 K'^ St. Gcuoiö „ 40 „ „ . 31.- ^'^. Windische)rätz „ 20 „ „ . 20.^ .;.,^ Waldslcin ,, 20 „ „ . 21.-^ 7^ Kcglcvich „ 10 „ „ . 14.50 '<,,-, Nndolf-Stiltuiig 10 „ „ . 14.7" ^'^ Wechsel. (3 2"°»°^ Augsburg filr 100 fl, sildd. W. 95 7' AÄ Franlfnrt a.M. 100 ft. dctto ^-^ ^.- Hamburg, fUr 100 Mark Banlo «^ " , ,4'^ London filr 10 Pf. Sterling . N4A " ' ^ Paris fiir 100 Franks . .' . ^^" ' Cours der Weldsort"» ^, ^°lt> 42 lr. K. Münz-Ducatni . 5 fl. 41 ". ^!'- ,g, „ ^iapulconüd'or . . 9 „ 13 „ ^ " ,... „ Nuss. Imperiali« . — „ -' " , " <;7j ,» V^ciilSthalcr . . 1 ,. 6?i „ ^ " 7,-, „ Silbcr . . 112 „ 50 ., 2^ " ^ ^ Krainischc Orundcullassuuas - ^bli»«"^"/ valnoürnug: 86 50 Geld, -'" ^