ptÜHnmttalions - JJrtifc: Für Laibach: Ganzjährig . . . 8 fl. 40 tr. halbt-ihrig . . , 4 „ so „ Biencljährig. . . 2 „ 10 „ Monatlich . . . _ „ 70 „ M i t 6 e i Post: Ganzjährig . . . 11 fl. - kr. Halbjährig . . . 5 „ 50 „ vierteljährig. . . 2 „ 75 „ 8#r Zustellung in« Hau» viertel- jährig 25 [r., monatlich 9 Ir. _ Einzelne Nummern li ft. Laibache Tagblatt. Anornme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Rtiaklion Pahnhosgasse Nr. IS». Llpc-ition und 3nfcrattn-ßurcan: Kongreßplay Nr. 81 (Buchhandlung von I. v.KleinmavrLF. Bamberg). Jnscrlionspreise: ffiir die einspaltige Petitzeile 3 ft bei zweimaliger Einschaltung k & Tr dreimal L 7 kr. InsertionSstempel jedesmal 30 kr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Nr. -205. Donnerstag, 7. September 1871. Morgen: Maria läebiirt. Samstag: Gorgonius. 4. Jahrgang. Die nächste Nummer erscheint des H. Feiertages wegen am Samstag. Katholisch-politische Moral. Die katholisch-politischen Volkövereine, die sich netzartig über die Monarchie verbreiten, haben erst dieser Tage wieder bewiesen, daß sie ein nicht zu mißachtender Faktor in unserem Staatöleben geworden. Der Ausfall der Wahlen in den Landgemeinden Oberösterreichs, SteiermarkS, Tirols und Salz-burgs geht ausschließlich aus ihre Rechnung. In den bändern der slovenischen Zunge diktiren sie fast ausschließlich die politische Meinung des Volkes. Um so dringender scheint es geboten, den Ideen, die sie dem Volke einimpfen, manchmal auf die Spur zu gehen, da cs sehr fraglich ist, ob alle Männer, welche diesen Vereinen beitreteu, auch wissen, zu welcher politischen Fahne sic geschworen, ob alle einverstanden sind mit den sittlichen Grundsätzen der Leiter und Führer der Heerde, wofern ihnen diese „äußerste,, Folgen klar vor Augen stünden. l!, nämlich die Sage gar sehr verbreitet, daß sehr viele Mitglieder ihren Beitritt zu diesen Vereinen blos deshalb erklärt haben, weil sie den häuslichen Frieden lieben und weil sie aus Geschäft s r ü ck si ch t e n sich nicht mit gewissen Herren verfeinden wollen, die in Land und Stadt einen mehr als maßgebenden Einfluß besitzen. Wir wollen heute nur eines von den vielen Mittelchen, womit die genannte« Vereine auf die bethörte Masse wirken, näher kennzeichnet!. In den heimischen slovenischen Organen, sowie in den Kundgebungen der katholisch-politischen Vereine von außen tst häufig von Parteidisziplin die Rede. Es wird den Vereinsmitgliedern die Beobachtung der strengsten Parteizucht dringend ans Herz gelegt und ihnen eingeschärft, mit allen sittlich erlaubten Mitteln dein VereinSzwecke Vorschub zu leisten. Damit man aber ja nicht darüber im Zweifel sei, welche Mittel den Herren als sittlich zulässig erscheinen, so werden die Vcreinsmitglieder aufmerksam gemacht, sich ja nur an solche Kanfleute, Geschäfts-- und Gewerbetreibende zu hatten, deren echt katholische Gesinnung erprobt, und die ihnen vom Verein als solche empfohlen werden. Von sämntt-lichett Städten und Märkten Krains kommen uns Nachrichten und die slovenischen Organe machen kein Hehl daraus, daß schon seit Monaten die Parole ausgegebeii worden, welche lautet: Vereins-genossen, Glaubensgenossen! Haltet zusammen! Stellet euch selbst einen Greitzkordon auf! Betrachtet die Waare des politischen Gegners als eine Art Schmnggelwaare! Leget euch selber gratis ein Verbot. Uebertretet aber dann nicht eure eigene Satzung! Schwärzet nicht liberales Tuch, liberalen Kattun, liberalen Trunk, schwärzet nicht liberale Waare in euer katholisches Haus. Lasset nur Männern eurer Partei und eurer Gesinnung eure Kundschaft zukommen. Bleibt euren Glaubensgenossen getreu. Haltet Parteidiöziplin! Daö ist doch deutlich, ja fast zu deutlich gesprochen. Man scheint das im Lager der Hochwürdigen, welche die Parole ausgegeben, selbst zu fühlen. Darum fügt man hie und da wohl in augeuver-drehender Heuchelei hinzu, das alles solle ja nicht geschehen, um die Liberalen zu schädigen! Bei Leibe nicht! Der Liberale, der Deutsche ober Deutsch-thümler soll nur nicht gestärkt, gekräftigt, von slo-venischem Gute gemästet werden! Daß man sich nicht gegen die christliche Sittenlehre vergehe, wenn man solchen Grundsätzen huldige, wird dem Volke haarklein bewiesen. Daö christ- liche Gebot der Nächstenliebe lautet ja: Du sollst den Nächsten lieben wie dich selbst. Es ist demnach keine llebcrtretung dieses Gebotes, so lautet die saubere Moral, es ist die geordnete, diszipli-nirte Liebe (!!), welche in erster Reihe die Selbstliebe stellt. Es ist das ungefähr dieselbe fofistische Spitzfindigkeit, womit die Jesuiten seinerzeit den Königsmord und andere Verbrechen als erlaubt zu beweisen versucht. Also die christliche Nächstenliebe säugt ins künftige bei den Katholisch-politischen bei sich selbst an; das halten sie für das probateste Mittel, die Liberalen katholisch zu machen. Die Sache bedarf zwar für den gesunden Menschenverstand keines weiteren Kommentars. Es ist aber doch gut, wenn man de» ueukatholischen Heuchlern manchmal die Maske hernnterreißt. Uns hat man in der altkatholischen Volksschule gelehrt und wir haben das Evangelium immer so verstanden, daß die christliche Nächstenliebe das gerade Widerspiel der Eigenliebe, des selbstsüchtigen Egoismus sei. Ja letzteren hielten wir Altkatholische stets für etwas unchristliches, weil sündhaftes. Christus der Herr, meinen wir, erläutert im Evangelium das Gebot der Nächstenliebe wohl in hinlänglich deutlicher, auch dein einfachsten Verstände zugänglicher Weise durch die Parabel vom barmherzigen Sama-ritan und dem stolzen selbstsüchtigen Levitenpfaffen; der Herr macht da keinen Unterschied in der Liebe zwischen sich und dem Nächsten, ja er verbietet ausdrücklich, einen Unterschied zu machen zwischen Freund und Feind. ES ist uns nicht bekannt, daß er für diejenigen eine Ausnahme festgesetzt, welche nicht katholisch-politischen Anschauungen huldigen. (Schluß folgt.) Feuilleton. Französische Wundergeschichten. (Schluß.) Hier gibt Lasserre nun der kleinen asthinati-ichen Bernadette das Wort, die nicht recht weiß, ivos sie denken soll, und also sagt: „Ich glaube an Gott, ich grüße dich, Marie, die du so hübsch bist. Die schöne Gestalt hat ihr aber noch nicht ge- n?ürMn?ICJie heiße; das Kind erklärt später dem Ile e8 Ärut" Lourdes, dem Abb6 Peyramale, es wisse nicht, wer die Erscheinung sei. es könne nur sagen, sie sei viel schöner als alle ändern schonen Damen. Lasserre zeigt uns nämlich, wie der ganze wunderbare Hergang, bei vollkommener Zurückhaltung der Geistlichkeit, ganz frei vom Volk, ja von den Kindern des Volks, „den migeschulteu," ausgegangen. Es war vier Jahre nach der Erklärung des Dogmas der unbefleckten Empfängnis? der heiligen Jungfrau (1858), als dem armen asthmatischen Hirtenmädchen Bernadette Soubirous beim Holz-lammeln die Himmlische in der Grotte Massabielle erschien. Vierzehn Tage lang wollte „die schöne Dame" erscheinen, achtzehnmal erschien sie wirklich, aber immer nur der kleinen asthmatischen Bernadette; die ändern konnten alle nichts sehen und die ungeheuere Menschemnasse, die nach der Grotte Massabielle zu-samineuströinte, konnte weiter nichts thun, als das verklärte Gesicht des kleinen Schäfermädchens bewundern , sie mit den Rosenkränzen begleiten und sich hinterher von ihr erzählen lassen, waö sie gesehen und was „die schöne Dame" gesagt. Diese war sehr zurückhaltend. Eines Tages aber eröffnete sie der Kleinen, „sie solle hingehen und von der Geistlichkeit verlangen, daß man ihr über der Grotte eine Kapelle errichte." Bernadette begab sich zu dem würdigen Pfarrer von LvurdeS, dem Abbö Peyramale, und richtete den himmlischen Auftrag aus. „Ja, aber mein Kind," sagte der würdige Pfarrer von Lourdes, „wer ist denn die schöne Gestalt? und wenn sie eine Himmlische ist, so sage ihr doch, sic möge uns ein Wunder thun, und die Wildrosen in dieser Winterzeit blühen lassen." Das Kind begibt sich also wieder zur Grotte, kniet nieder, wie gewöhnlich, und sagt seinen Rosenkranz; und als nun die Himmlische erscheint, trägt es ihr die Bedenken des Pfarrers vor. Ein Wunder mit dem Wildrosenbusch thut sie zwar nicht, hold lächelnd aber beugt sie sich zu dem Kinde herab und sagt: „Ich bin die unbefleckte Empfängniß!" („l’immaculäe conception“) nämlich ihrer selbst oder die der heiligen Jungfrau, ober will Lasserre und die übrigen Heiligen sagen, diese Immacul^e Conception sei eilte eigene Göttin, wie der Soma-trank bei den Indiern selbst ein Gott war? Die arme Bernadette hat in ihrem Bearner Dialekt nie von einer solchen Heiligen gehört, aber pflichtgetreu wiederholt sie sich auf dem ganzen Heimwege die unverstandenen himmlischen Worte: l’im-macu!6e conception! l’immaculöe .... und so vor sich hinmurmelnd gelangt sie vor der Wohnung des Pfarrers, des Abbö Peyramale an, und eröffnet ihm, was er allerdings wohl schon vermuthet, aber doch nicht gewußt hatte, wer die himmlische Erscheinung sei und wie sie heiße. Das Epos Henry Lasserre's wird nun immer verwickelter. Wunder geschehen. In der Grotte entspringt unter den Händen der kleinen Bernadette und auf das Geheiß der Unbeflecktempfangenen eine Quelle, die Lahme und Blinde heilt; zu Hunderten fangen Zur religiösen Resormbeweguug. (OrigiiiLl-AorresPoiideiiz.) Wien, 5. September. Anläßlich der ersten allgemeine» deutschen Alt-katholiken-Bersammlung, welche am 22., 23. und 24. September d. I. in Miiitchen abgehalten werden wird, hat das hiesige Zentral-Aktionskomilee folgenden Aufruf erlassen: „Altkatholiken! „Das Münchener Aktionskomitee hat an alle Katholiken deutscher Zunge, welche an das ketzerische Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes nicht glauben wollen, die Einladung gerichtet, sich zu dein bevorstehenden Katholikenkoiigresse einzustnden mit dem ausdrücklichen Bemerken, daß Bekenner der unverfälschten christlichen Lehre auch aus ändern Nationen als Gäste hochwillkommen sein werden. „Diese Einladung wurde speziell auch an uns Altkatholiken in Oesterreich-Ungarn gerichtet und es werden demnach alle jene, welche dem früher bereits bekannt gegebenen Programm der österreichischen Altkatholiken beistimmen und als Teilnehmer am Münchener Kongresse erscheinen wollen, ersucht, diese ihre Absicht mit Angabe der genauen Adresse dem Wiener Zentral-AktionSkomitee unter Adresse: Pfarrer Alois Anton, Fünfhaus nächst Wien, Palmgasse Nr. 6, gefälligst bis längstens 16. d. M. bekannt geben zu wolle». „Der hohe Ernst und die Wichtigkeit dieser großen Sache gibt uns die Hoffnnng, daß sich eine namhafte Anzahl von Theilnehmcr» melden werde, damit Oesterreich an jenem Tage würdig repräsentirt erscheine. Wir müssen nun das Programm, für welches wir uns erklärt haben, auch iin Kampfe gegen die Lichtscheuen mannhaft vertheidigen; wir können dies, denn auf unserer Seile flehen das Recht mid die Wahrheit, in welcher eine nn-bezwingliche Kraft liegt. „In München ivird die definitive Organisation der kirchlichen Reforinbewegung festgestellt werden, cs handelt sich also dort um eine Sache, welche auch uns Oesterreicher sehr nahe angeht und bei der unsere intelligente Laienwelt ein gewichtiges Wort mitzusprecheu haben wird. „Schriftliche Anträge, deren Berathung gewünscht wird, sowie Anmeldungen von Vorträgen, welche die Theilnehiner in den öffentlichen Sitzungen des Münchener Kongresses halten wollen, bitten wir uns unter Adresse des obgenannlen Herrn Pfarrers gefälligst zukommen zu lassen, jedoch bis längstens 12. d. M., weil die Zeit drängt, indem hierüber noch dem Münchener Komitee Bericht erstattet werden muß. sie an zu laufen und zu sehen, die früher regungslos dalagen oder elend erblindet waren. Natürlich mischt sich die Polizei hinein und verbietet den Skandal und den Zulauf, macht aber, wie gewöhnlich, das Uebel nur ärger, bis der Kaiser Napoleon III. von Biarritz aus eine Ordre erläßt, „man solle die Leute beten und glauben lassen, so viel sie wollten." Jetzt hat das fromme Volk der Pyrenäen trinmphirt, sogar die „zurückhaltende weise Pi iester-schaft" stürzt sich nun in den siegreichen Strudel, und Monseigneur Laurence, der Erzbischof von Tar-bes, stellt alle Wunder der frommen Umgegend aktenmäßig fest und verkündet den Gläubigen der ganzen Christenheit, was durch ein armes Hirtenmädchen Großes iit seiner Diözese geschehen ist. Von der Gemeinde von Lonrdes wird die Grotte von Massabielle und Umgegend gekauft, und in feierlichem Zuge, seine bischöflichen Hochwürden voran, Polizei und Armee im Gefolge, zieht alles Volk nach der Grotte, und nicht nur eine Statue der Himmlischen, genau wie wir sie oben nach Henry Lasserre beschrieben, wird der Unbeflecktempfangene» gewidmet, sondern auch eine glänzende Mannotkirche über der Grotte erbaut, die über zwei Mill. Franken kostet und wozu das Geld in unverfiegten Strömen zufließt. „Schließlich wird cs als wünscheiiswerth bezeichnet, daß die österreichischen Altkathotiken die Reise nach München gemeinsam antrete» möchten und die Theilnehiner werden daher ersucht, sich am 20. d. um 4 Uhr Nachmittags hier im Hotel „Englischer Hof," welcher zum gemeinsamen Versammlungsorte bestimmt wurde, cinftnden zu wolle». Das Zentral-AktionSkomitee.^ Politische Rundschau. Laibach, 7. September. Jnlaud. Aus Linz kommen betreffs der Großgrundbesitzwahlen betrübende Nachrichten. Graf Dürkheim und Landesansschuß Seyrl sind den Verfassungstreuen abtrünnig geworden und ins klerikale Lager übergetreten. Die Wahlkommis->ion für den Großgrundbesitz war diesmal ausschließlich ans Klerikalen zusammengesetzt. Die liberalen Wühler, 42 an der Zahl, haben sich deshalb aus deui Wahllokale entfernt, darunter beide Fürsten Auersperg und Stahrenberg. Nachdem Abt Neslhuber von der klerikalen Liste gestrichen, wurden gewählt die 1U feudalen Ultras: Eondenhove, Oberlaudeö-gerichlsralh Handl, Gras Dürkheim, Graf Falken-hayn, Hollenia, Abt Schlierbach, Seyrl, Haydn zu Dorf, Graf Harberg, Baron Pereira. Das Schicksal des oberö>terreichi>chen Landtages ist somit entschieden. Es werde» 30 Klerikale einer liberalen Minorität von 20 gegenüberstehen, vorausgesetzt, daß die Handelskainmerwahlen noch vor Eröffnung des Landtages vollzogen find, wo nicht, so verringert sich das Häuflein der Liberalen um weitere drei Stimme». Für die Wahl in den Reichsvath bedeutet dieses Stimmenverhältniß die Entsendung von acht klerikalen Vertretern. Aber da die konservativen Großgrundbesitzer durch die Ausschließung der Liberalen anzudeulen schiene», daß sie unter sich zu bleiben wün,chen, so steht abzuwarlen, ob nicht auch die übrigen Viberateu ihnen bieiett Gefallen erweisen. Ebenso düster steht es mit de» Aussichten beim ntährtiche» Großgrundbesitz. Die Parteien in demselben stehen sich 82 gegen 80 gegenüber. Ma» glaubt, daß ein zweiter Wahlgaug nothwendig sein werde und fürchtet, daß in diesem Graf Mit-trowsky mit seinem Anhang zu de» Feudale» übergehe» werde. Die Beschlagnahme der vom Verfaffungöverein der Deutschen in Böhmen herauögegebenen Broschüre: „Was soll der Ausgleich?" wurde von dem k. k. Landes- als Preisgerichte in Prag mittels Erkenntniß vom 2. September bestätigt. In de» Entscheidlmgögründen wird hervorgehoben, in der Broschüre werde die Regierung beschuldigt, daß sie das oberste Grundgesetz deö Staates in Zweifel gestellt habe, daß sie, anstatt die Verfassung zu schützen Lonrdes ist wie umgewandelt, eine heilige, eine berühmte Stadt, und eine eigene Eisenbahn zweigt sich dahin ab, um Tausend und aber Tausend Gläubige hinzuführen, die an der Quelle von Massabielle trinken und sich, wo es ihnen gerade gebricht, mit dem Wunderbrunnen waschen. Aber gerade an dem Tage des großen Zuges, mit dem Herrn Erzbischof von TarbeS an der Spitze, wollte eö die Himmlische, daß der würdige Pfarrer von Lonrdes, der Abl>6 Peyramale, auf dem Krankenlager gefesselt lag. Die Quelle, so nah sie ihm war, ihm sollte sic nicht helfen. Und dasselbe Los hatte die arme kleine asthmatische Bernadette; sie hatte so oft von ihrer Heilquelle getrunken, aber ihre Leiden wurden nicht von ihr genommen uno sie konnte bei dem Triumfzuge, der ganz und gar ihr Werk war, nicht zugegen sein. Sie ging in's Kloster der Barmherzige» Schwester», heißt Schwester Marie-Bernard nnd pflegt Kranke, während sic selbst oft und schmerzlich darniederliegt. Lasserre verbreitet sich beredt über diese Grilligkeit der heilige» Unbeflecktheit. Die Bearner nnd die „zurückhaltende Geistlichkeit" haben an Henri Lasserre einen geschickten Darsteller ihrer unglaublichen Erfolge gefunden. Es und zu vertreten, mit den Feinden derselbe» unter-haudelt, daß sie im Einverständnisse mit staats- und freiheitsfeindlichen Parteien Tendenzen verfolgt, welche auf die Beschränkung der Freiheit, Bruch der Verfassung, Vergewaltigung der Deutsche», Wiederherstellung der Reaktion und Zurückdrängen Oesterreichs in die alten unglückseligen Bahnen geistliche» und politischen Druckes hinausgehe rc. Das L k. Landes- als Preßgericht hat gefunden, daß diese Beschuldigungen ungerecht erhoben wurden und sieht deshalb in den inkriiuinirten Stellen die Tendenz der Aufreizung zum Haffe uud zur Verachtung gegen die Staatsverwaltung. Die Ofner Stadtrepräsentanz hat in der ge-strigen Abendsitzung mit großer Majorität folgenden Beschluß gefaßt: Die Kommunität der Hauptstadt Osen kann, an den alten katholischen Glaubenssätze» sesthaltend, daö Jnsallibilitätsdogma, welches das Placetum regium noch nicht erlangt hat, als zu Recht bestehend nicht anerkennen; weshalb sie die P»blikatio» desselben in den unter ihrem Patronate stehenden Kirchen und Schulen verbietet und de» Geistlichen, der es publizirt, als seiner Bencfizien verlustig betrachtet. In einer Berliner Korrespondenz der „Boh.," die sich mit der G a ste i n er Entrevue befaßt, lesen wir: „Es liegt dem Fürsten Bismarck augenblicklich nichts ferner als die Absicht, die Experimente des Grafen Hohenwart in irgend einer Weise beeinflußen zu wollen. Solche Unternehmungen muß man ruhig ihren Weg wandeln lassen. Wie zutreffend tu au, trotz aller Freundschaft für die höchsten Kreise Oesterreichs, die dortigen Vorgänge hier (in Berlin) in den tonangebenden Sfären beurtheitt, das konnte mau vor wenige» Tage» recht klar aus einem Artikel der im auswärtigen Amte redigirten „Correspondenee de Berlin" über Oesterreich ersehen. Dies hochoffiziöse Organ, auf dessen Autorität die „Wiener Abendpost" erst vorgestern ausdrücklich aufmerksam gemacht hat, erklärte ganz unumwunden, die in dein Grafen Hohenwart verkörperte föderalistisch-konservative Partei in Oesterreich habe zu ihren Bundesgenossen außer den Slaven noch den Ultramontanismus und den Sozialismus gewählt, alles Elemente, welche als die „geborenen Gegner Deutschlands betrachtet werden müssen." Auf dicke Freundschaft darf also die Hohenwart'sche Politik in Berlin nicht gerade pochen. Ausland. Die „K r eu z z e i t un g" erfährt, daß bei den Gasteiner Verhandlungen vermieden worden ist, die eigentliche römische Frage, die Frage der Wiederherstellung der weltlichen Macht des Papstes, zur Erörterung zu bringen; sondern cs dürfte diese (Wage fortgesetzt als rein innere italienische Angelegenheit aufgefaßt worden fein, deren ist wahr, weder die Aerzte, noch die Krankheiten werden durch die Unbeflecktempfangene beseitigt, da ja die unschuldige Bernadette uud sogar der würdige Pfarrer von Lourdes noch zu leiden haben; aber die Wunder sind keine zehn Jahre alt, Lasserre hat die Gegend bereist und alle geheilten Krüppel examinirt; der Herr Erzbischof Laurence von Tar-bes haben für die aktenmäßige Erhebung der wunderbaren Heilungen gesorgt. So fordern sie das ungläubige neunzehnte Jahrhundert in die Schranken. Wer wird anch einem Erzbischof und einem französischen Schriftsteller — besonders nach den neuesten Erfahrungen — nicht den unbedingtesten Glauben schenken, vor allem den, daß sie's selber glauben? Lasserre's Buch hatte schon 1870 die 35. Auflage erlebt und Pius IX., der es auch gelesen hat, schreibt ihm aus Rom unterm 4. September 1868, im 23. Jahre seiner Unfehlbarkeit, die ich natürlich für rückwirkend halte, „er profczcic ihm noch viel größere Erfolge und gebe ihm zu dem Ende seine» apostolische» Segen." Da Seine Heiligkeit unfehlbar ist, so wird es ohne Zweifel so sei». DaS merkwürdige Buch kostet nur 3 Franken 50 C. und dieser Preis kann nur dazu beitrage», seinen Erfolg unter den zahlreichen Badegästen der internationale Erledigung von Italien nicht nur nicht begehrt, sondern sogar entschieden abgelehnt wurde. Wie man in M ü nchnc r Abgeordnetenkreiseu versichert, soll bei dein deinnächstigen Zusammentritte des Landtages die Regierung interpellirt werden, ob sie nach dem beit Altkatholiken in dem Ministerialerlasse an den Erzbischof von München-Freising zugesicherten Schutze gesonnen ist, denselben zum Eigenthum des Staates gehörende Kirchen ein-znräumen und Priester zu bestellen, und zu diesem Behttse der Kammer eineu die Angelegenheiten der Altkntholiken endgiltig regelnden Gesetzentwurf in Vorlage zu bringen. Die Botschaft Thiers, in welcher der Präsident der Republik eine so eminent friedliche Politik zu verfolgen versprach, hat in Berlin einen guten Eindruck gemacht. Eine offiziöse Korrespondenz schreibt sogar über diese Emanation: „Thiers ist der friedliebende Präsident einer provisorische» Republik und wir begrüßen ihn, weil es nunmehr möglich gemacht wird, den abgeschlossenen Frieden auch moralisch zur Ausführung zu bringen. In Berlin ein getroffene Privatnachrichten von guter Hand erregen die besten Hoffnungen. Thiers soll höchlich erfreut sein über das andauernde Entgegenkommen Deutschlands und fest entschlossen sein, dem Grasen Arnim das Ausgleichswerk möglichst zu erleichtern. Dies war sein Entschluß vor dein Votum, er wird, dessen hält man sich versichert, diesen Entschluß nicht ändern und demselben bald nicht blos mit Worten Ausdruck verleihen. Auch sonst bessert sich die Stimmung in Frankreich mit Ausschluß mancher Journalisten." Der Prozeß gegen Rochefort beginnt am 11. September, nach ihm wird Rossel vor die Schranken des Gerichtes gerufen. Die Verhaftungen haben in Paris ihr Ende noch nicht erreicht, wenn auch ihre Zahl stets unscheinbarer wird. Unter anderen hat man in den letzten Tage» einen dem hohen französischen Adel augehörigen Insurgenten, nämlich den Bikomle Avon (Sorbin de la Roche-Cor-bin, Herrn v. Malariö rc. festgenommen, weil er im Generalstabe ber Kommune gegen bic Versailler-Truppen gekämpft hat. Andererseits kommen täglich eine Menge Leute zurück, die aus der Untersuchungshaft entlassen sind. Einige Deputirte haben einen Antrag aus Einführung des zwangsweisen Unterrichtes eingebracht. Der Antrag ist ganz und gar geeignet, sowohl der Majorität als auch dem Minister Jules Simon, der stets als Protektor der Schule galt, an den Puls zu fühlen. Daß sich die monarchistisch-ultra-montaue Majorität abweisend verhalten wird, ist sicher; ob aber Jules Simon den Mnth haben wird, „die Gefühle der Majorität zu verletzen," ist naheliegenden Heilquellen der Pyrenäen noch unfehlbarer zu machen. Wie aber komme ich zur Lektüre dieses Marien-Evangeliums Lafferre's? Durch ein Wunder. Ein junger liebenswürdiger Freund von mir, der eine Zeitlang an der jetzt in Deutschland grassirenden Filososie gelitten, findet sich plötzlich durch all' die Wunder in und um Lourdes, die der Herr Erzbischof von ^arbes nach Lassem aktenmäßig bewiesen, zum Katholizismus bekehrt und ist so 'freundlich, mir dieselbe Thür des Heils durch die geschickt geschriebene frohe Botschaft so vieler Abgeschmacktheiten, als Lasserre's Buch enthält, zu eröffnen. So unverdorben, so fromm, so von der „unbefleckten Empsäugniß" und von dem „unfehlbaren heiligen Vater" patronisirt war dieses Frankreich schon seit 1858 und dennoch sicht es sich 1870 so »von Gott verlassen," daß selbst ein existirendes Schäfermädchen ihm nicht zu Hilfe kommt und die Fahne der Himmelskönigin nicht finden kann; das ganze Wesen von Lourdes dreht sich um den Kirchenbau, um Wallfahrten nach der heiligen Grotte und um einige Wunderkuren. (Nat.-Ztg.) zweifelhaft — und doch würde der obligatorische Schulbesuch die Wiedergeburt Frankreichs bedeuten. Dem Könige von Spanien scheint es wirklich gelungen zu sein, in der kurzen Zeit seiner Regierung sich wenigstens einige Sympathien zu erwerben. Dafür spricht nicht nur die Amnestie, welche den Schluß gestattet, daß seine Regierung sich leidlich sicher fühlt, sondern es sprechen dafür auch die Steuerungen der Journale, deren Ton ein weit wärmerer ist, als früher. So schreibt der „Jm-parcial" gelegentlich der in Madrid während der Anwesenheit des Kronprinzen von Italien am Sonntage stattgefundenen Truppenrevue: „Die wirklich enthusiastische Aufnahme, welche die Bevölkerung von Madrid dem Könige bezeigt hat, beweist, daß die Antipathien, welche Anfangs durch den Charakter der Nation und die Abkunft der Dynastie erregt waren, sich zerstreuen und all-mälig verschwinden werden. Die durch ein herrliches Wetter begünstigte Militärrevue hatte auf das Manöverfeld eine ungemein große Menschenmenge aus allen Stadttheilen und der Umgebung zusammengezogen. Als der König und sein Bruder ankamen, wurden sie mit dem lebhaftesten Jubel empfangen. Das in militärischer Hinsicht brillante Fest ungerechnet, war das eine Gelegenheit für das Volk von Madrid, seine Freude dem jungen Fürsten zu bezeigen, da er verstanden hat, in sieben Monaten das Gewölk zum Weichen zu bringen, welches seine Wahl auf die Monarchie geworfen, und einen Platz im Herzen der Nation zu erringen."________________________ Zur Tagesgeschichte. — Kulturzustände Galiziens. Die Volksschule im glaubenseinheillicheu Tirol erfreut sich gewiß keines blühenden Zustandes, und selbst da besitzen nach statistischen Ausweisen je 447 Einwohner eine Schule. In Galizien aber ist das Verhälmiß der Insassen zu Lehranstalten 2286: 1 ; mithin steht von allen österreichischen Ländern lediglich die Bukowina aus einer noch niedrigeren Kulturstufe, indem dort im Durchschnitte kaum 3116 Bewohner eine Lehranstalt aufzuweisen haben. Im Jahre 1866 haben von 552,112 schulpflichtigen Rindern 15,945, das ist von je 100 blos 3 die Schule besucht. Die Folgen solch einer Vernachlässigung der Volksbildung in Galizien müssen sich naturgemäß allerorten offenbaren; so ist es erklärlich, daß aus je 100 Stellungspflichtige Galiziens nur 5 schreibkundige Individuen kommen, daß von den im Jahre 1867 wegen Verbrechen verurtheilteit 4998 Galiziern 4666 weder des Schreibens noch des Lesens kundig waren. Diese beachlenswerthen Daten entnehmen wir der in Lemberg erscheinenden Zeitschrift „Prawnik" (der Jurist). Diese Daten stellen das Verfahren der Polen gegen die deutschen Professoren, die sie förmlich auf ihre Proscriplions-Listen setzten, in das grellste Licht. — In der Theiß bei Szolnok lag seit längerer Zeit ein Gegenstand, den die dortigen Fischer für einen Weidenstrunk hielten, der für sie ein unangenehmes und gefährliches Objekt bildete, indem sich nicht selten ihre Netze an demselben verfingen. Endlich wurde ihre Geduld erschöpft, und im Beginne des heurigen Sommers machten sich die Fischer darüber her, um den Strunk aus dem Wasser zu entfernen. Sie legten Stricke an, mit großer Mühe gelang es, den Gegenstand zu heben, der sich zu ihrem nicht ge< ringen Staunen als ein riesiger Schädel eines urwelt-lichen Mamntuth entpuppte, den die Theiß aus dem Lehmboden daselbst ausgewaschen halte. Blos d:r Hintere Theil des Schädels und die Stoßzähne schien; der Gaumen, die ungeheueren Alveolen der Sloßzähne, die Nase mit der Einfügungsstelle des Rüssels, die Augenhöhlen, die Jochbogen und die Stirne sind als eine feste dunkelbraune Knochensnbstanz gut erhalten, und wurde dieser Schädel, als einer der schönsten Reste von Mamntuth, in der geologischen Sammlung der Universität ausgestellt, da ihn das Pester Museum, welches bereits zwei Exemplare ebenfalls aus der Theiß besitzt, der Wiener geologischen Sammlung in bereitwilliger Weise überlassen hat. — Eine partielle Sonnenfin sterniß wird im Laufe der nächsten Zeit (das nähere Datum ist noch nicht angegeben) statlsinden, 'und zwar in der Hauptstadt von Czechien, in dem hundertthürmigm Prag. Zum Behufe der Veranstaltung dieses interessanten Naturschauspieles wurden 155 Jesuiten nach Prag berufen. Es muß wohl um die Sache der Feudal-Klerikalen nicht sehr glänzend stehen, wenn eS in den dortigen schwarzen Kreisen nöthig befunden wird, diese 155 Lichwerfinsterer zu Hilse zu rufen; es ist ferner auch gar nicht abzusehen, zu welchem Zwecke diese Lichlseiude, die sich aus ein halbes Jahr eine Wohnung mieiheten, um Czechisch zu lernen, sich mit solchem Eifer dem Studium der czechischen Sprache hingeben. Sollten denn die Ezechen erst noch bekehrt werden? Sind die unter der Führung von Clam-Martinitz und Rieger agitirenden Ezechen noch nicht verfinstert genug? Und sollte man nicht vielmehr meinen, die Jesuiten ihäien bester, Deutsch zu lernen, um auf die Bekehrung der Deutschen zu wirken? — Zusaystrose zum Hobel-Liede., In der Berliner „MoniagS Zeitung" liest man, datirt aus dem Himmel, 3. September; Bei der soeben eingetroffenen Nachricht vom Ausbruche eines Tischler-Stnkes ließ Ferdinand Raimund, der Dichter de« „Verschwender," folgenden zeitgemäßen Vers zu seinem berühmten Hobel-L.ede per Sternschnuppe zur Erde gelangen: Da streiken sich die Leut' herum, ©earbeit't wird halt nix; Tbut Einer was, den nennen (’ dumm — Und manchmal setzt's auch Wichs'! Ich aber leist' mit treuem Sinn Elf Seidel siebzehn Schnitt, Dann leg' ancb ich den Hobel hin Und streike steiß'g mit! — In Mailand wurde unlängst ein steinerner Sarg mit den Ueberbleibseln des heiligen AmbrosiuS, dann der Heiligen Gervasius und ProtaftuS entdeckt. WaS werden nur die A l > b r e i s a ch e r im Großherzogthum Baden sagen, wenn ihnen die Nachricht von dieser Auffindung b. rch die Zeitung zu Gesichte kommt! Die «libreisacher leben seit Jahrhunderten der guten Meinung, die einzigen Inhaber der Gebeine der beiden genannten Heiligen zu sein, deren Fest sie alljährlich am 18. Juni mit pomphaften Prozessionen begehen, eine Verehrung, welche allerdings auch diese Heiligen ihrerseits durch ihre der Stadt Breisach erwiesene Anhänglichkeit verdienen. Im grauen Mittelaller kam nämltch irgend ein Bischof irgend einer deutschen Stadt am Niederrhein auf diesem Flusse über Bassel vor der Stadt Altbreisach an, wo er ein wenig der Ruhe pflegen wollte. Die Altbreisacher, die damals noch keinen eigenen Gemeinde-heiligen hatten, honen nun nicht auf, den Bischof zu bestürmen, daß er ihnen doch einen der beiden überlasse, da er ja auch am anderen noch genug habe. Der Bischof gab endlich nach. Als er aber mit dem einen Heiligen die Reise wieder forlsetzen wollte, — siehe da! — das Schiff wich nicht von der Stelle trotz aller Anstrengungen. Da meinte einer der Mitreisenden, daß die beiden Heiligen, die mit einander gelebt, gelitten unb gestorben, auch im Tobe nicht getrennt sein wollten, man müsse daher wieder beibc auf« Schiff bringen oder beide zurücklassen. Die Breisacher gaben aber ihren Heiligen nicht mehr heraus, und so mußte der Bischof, dem es nrns Weiterkommen zu thun fein mochte, auch den anderen zurücklassen. So kamen die guten Altbreisacher zu ihren beiden Gemeindeheiligen und schwuren bis heute Stein und Bein auf ihre Echtheit. — Die Entscheidung, welches die wahren Leiber Protasii und Gervasii sind — die in Allbreisach oder die neuentdeeften in Mailand — wird nun dem heiligen Vater nicht wenig Schwierigkeiten verursachen, aber am Ende muß er« doch treffen; für n»« wäre er denn sonst unfehlbar? — Der amerikanische Gesandte in Mexiko hat dem Genernlgoitverneur von Indiana das Modell deS Kalender|teineS der Azteken übersendet, desien Entdeckung zeigt, wie genau diese Urbevölkerung von Mexiko den Zeiilaus maß. Mr. Nelson begleitet die Gabe mit einem interessanten Briese, worin er erläutert. daß dieser Saleuber von der Zeit der Eroberung bis zu feiner zufälligen Entdeckung gegen Ende des letzten Jahrhunderts vergraben blieb. Im Jahre 1790 ließ der Vizekönig Reville Gipedo den Hauptplatz von Mexiko neu pflastern, und im Laufe dieser Arbeit kamen zwei interessante Monumente aztekischen Alterthums zu Tage. Das erste ist eine kolossale Statue Des Kriegsgottes Huitzilopochli, angeblich derselbe, der auf dem Gipfel des Haupttempels (Troccalli) von Mexiko zur Zeit dessen Zerstörung durch Cortez angebetet wurde. Der Kalenderstein wurde in demselben Jahre (1790) nicht weit vom Hauptplatze und direkt vor dem Eingänge zum Palast entdeckt. Sein Material ist ein überaus harter Basaltstein, der nur in großer Entfernung von der Stadt Mexico gefunden wird. Mit einem Durchmesser von 11 Fuß 8 Zoll verbindet er eine Dicke von 2 Fuß 6 Zoll. Das bürgerliche Jahr der Azteken bestand aus 18 Monaten von je 20 Tagen; bazu kamen 5 Schalttage, bie jeboch als nicht zu irgend einem Monat gehörig unb von beit Azteken als Un> glllckstage betrachtet würben. Beim Ablaufe eines jeden Zyklus von 52 Jahren wurden 121/2 Tage als Ersatz für die jährlich verlorenen sechs Stunden unterschoben. Lokal- und Provinzial-Angelegenheilen. Lokal-Chronik. — (Verleihung.) Das Präsidium der k. k. Finanzdirektion für Krain hat bem Kon;eptsadjunkten bcr k. f. Lanbesregierung in Laibach Dr. Reinholb von Rüling eine abjutirte Konzeptspraktikantenstelle bei ber f. k. Finanzprokuratur in Laibach verliehen. — (Triglav - Expedition.) Heute Nachmittag geht eine Expebition von Laibach ab, bie bett Triglav von bcssen nörblicher Seite ersteigen unb morgen Nachmittag bas neu erbaute Touristenhaus, 500 Fuß unter ber Spitze bes großen Triglav gelegen, feierlichst einweihen wirb. — (Generalversammlung ber Notare von Steiermark, Kärnten und Krain.) Am 8. September findet zu Klazenfurt um 4 Uhr Nachmittags im Hotel zum „Kaiser von Oesterreich" bie zweite ordentliche Generalversammlung des Vereines der Notare von Steiermark, Kärnten unb Krain statt, welche wegen bcr zur Verhanblung lontntenben Fragen unb Anträge, wie wir vernehmen, recht zahlreich besucht werben wirb._______________________ Österreichischer Verein der Freunde der Naturwissenschaften. Die Konstituirung bieses Vereines, besten Zweck bie thätigste Förderung der Naturwissenschaften überhaupt, unb bie Beobachtungen in Bezug auf Elektrizität unb Erbmagnetismus insbesondere ist, erhielt zufolge bes an ben Gründer nnb provisorischen Vorstand bes Vereines Ingenieur unb Elektriker Herrn C. A. Mayrhofer herabgelangten hohen Erlasses vom 22. Juli 1871, Zahl 19.084, bie behördliche Bestätigung. Gleichzeitig erfahren wir, daß in Folge unseres seinerzeitigen Ausrufes „an bie Herren Fis iker unb alle Jene, welche ber Wissenschaft z u bienen gerne bereit s inb," sich bereits eine große Zahl wissenschaftlich gebildeter Herren aus allen Theilen ber Monarchie als Korrespondenten gemeldet, welche auch seit ein paar Monaten fleißig bie Tabellen ausfüllen unb an Herrn Mayrhofer einsenden. Wissenschaft ist Macht! baher wollen wir ben Verein Ihätigst unterstützen und durch zahlreiche Anmeldungen ein möglichst großes Mitarbeiter-Korps gewinnen! Wie bereits gemelbet, werben bie (Sinsenbungen unter Beziehung auf bie Herren Korrespondenten zusammen-gestellt, in Druck gegeben, unb sowohl an biese selbst, als auch an alle Journale, Lehranstalten unb sonstigen Institute unentgeltlich Versenbet werben. Die Anmeldungen erfolgen beim provisorischen Borstanb bes Vereines, Ingenieur C. A. Mayrhofer, Wien, Prater« stern Nr. 78, wo auch bie Statuten verlangt werben wollen. Mngesendcl. MbSöl. Seit vielen Jahren gelangt statt des echten Rübsöls als Brennöl, bekanntlich das einzige Fettöl, welches gut raffüiirt, geruch- und rauchlos brennt, ein Brennöl unter der Benennung doppelt raffinirtes Rübsöl zum Verkaufe, welches zum größeren Theile mit Surrogatölen verunreinigt ist. . , t Diese Surrogatöle stellen sich natürlich bedeutend billiger dar und werden aus Lein-, Hanf-, Rüll oder Leindotter und aus wildem Repssaineu erzeugt; diese Oele sind tbeils licht, theils können dieselben gebleicht werden, haben jedoch viel Harzstofs in sich, welcher selbstverständlich bei dem Ber-brennnngsprozesse einen unangenehme» Geruch entwickelt, keine Leuchtkraft besitzt, und schließlich den Docht mit einer Kruste umgibt, welche in vielen Fällen mit dem Selbsterlöschen der Flamme endigt; die Mengung solcher Oele in echtes Rübsöl hat einen derartigen Umfang genommen, daß es während der jüngsten Jahre fast schwer fiel, raffinirtes echtes Nübsöl zn erhalten, da die Fabrikanten unter dem Drucke der Konkurrenz fast mehr Snirogatsamen als echten Repssameu preßten; - da jedoch solche Surrogatöle einen viel geringeren Oelgehalt besitzen, so hat man begonnen, Rübsöl nur nach der Gradation zn taufen. Es gibt zwar einige reitoniniirte Oelfabriken, welche sich an diesem Schwindel nicht beteiligten, aber gewöhnlich kauften die Herren Fabrikanten fast jeden Samen, der nur billig und fett war. Gemäß den neuen Bestimmungen für den Lieferungshandel in Riibsöl hat am 3. September d. I. der Vorstand der Wiener Frucht- und Mahlbörse die Gradhältigkeit für neues Rübsöl notirt. Demzufolge müssen die auf Grundlage von Schlüssen nach Wiener llsanze zur Ablieferung gelangenden Rübsöl-Quantitäten mindestens ein spezifisches Gewicht von 37'/, Grad halten; eine Bestimmung, die bis zum 1. September 1W2 in Giltigkeit bleibt. , ,. Im Falle nun ein Herr Kaufmann sein von beliebiger Quelle bezogenes Rübsöl zn gradiren wünschte, selbst aber keine Delroage besäße, stellt Herr Joh Alf. Hartmarnt hier eine solche gerne zur Verfügung. Zahnarzt Mek). ck Lim. Dr. Tänzer, Dozent der Zalinheilkundc an der Universität in Graz, macht allen seinen p. t. Zahnpatienten bekannt, das; er gegen Ende September d. I. nach Laibach kommen und wie bioher seine zahnärztlichen Ordiuationcn halten wird. (402—1) Ein Lehrjimg wird ausgenommen tit zerel-Geecliäfl. Hai lienstelner’s S|»e- _____________________ (401) Annonce. Der ergebenst Gefertigte bringt dem verehrten p. t. Publikum zur Keiintniß, daß er seine (Mljfluslohalitnteu 31111t Polarstern am Sonntag den 3. September d. I. eröffitete. Für gute Getränke und gute Küche, so wie für prompte Bedienung wird gesorgt. (388—3) Hypolith Bilina. Witterung. Laibach, 7. September. Morgennebel, dann heiter, windstill. Wärme: Morgens 6 Uhr 12.8", Nachmittags 2 Uhr. + 25.0" C. (1870 + 24.5"; 1861) f- 17.4"). Barometer im fallen 740.09 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -f- 18.9", unt 3.1° über dem Normale.______________ Augekommeue Fremde. Am 6. September. Elefant. Hülfingcr, Lehrer. Trieft. — Wallop, Triest. — Scgniau, Kfm., Triest. — Horn, Tricst. — Hauser, Wien. — Bassi, Pola. — Haniaii», Eilli. — Slarc, Triest. — Rabii, Görz. -- Ascher, Sava. — Hinze, Stallmeister, HaaSberg, Piskvrie, Beamtens - Gattin, Agram. — Fischer, Oberbmg. — Mächtig, Oberburg.— Perkmayer, Oberbnrg. — Jerse, Oberburg. Stailt Wien. Giordani, Birkendors. — Paliic, Agram. Tschinkel, Ksm. Brün». — Fesch, Triest. — Berges, Kfm., Dresden. — Stenovitz, Sagor. — Graf Rnbini, Italien. — Edler v. Mende, k. k. Hofrath, Wien. — Kowauilz, Kfm., Wien. Mohren. Jäkel, Agent, Zirknitz. — Cornet, Venedig. — Roth, Fleischer, Gnrkfetd. — Vielkind, Ingenieur, Völkermarkt. — Stametz, Besiher, Oberkrain.______ Lerstorbcne. Den 6. September. Dem Herr» Valentin Mataic, Privatier, fein Kind Paul, alt 5 Jahre, in der Polanavor-tadt Nr. 00 an Fraise». — Fiäulci» Antonia Pfrfferer, Waise, alt 50 Jahre, in der Polanavorstadt 9it 74 au der Lungenlähmung. — Mathias Pregelj, Toglöhner, alt 63 Jahre, im Zivitspital am Ltagenkredse. Telegramme. (Orig. -Telegr. bes „Laib. Tagblatt.") Cilli, V. September. Dr. Necker-monti wurde mit 348 Stimme» einstimmig gewählt. Brünn, 7. September. Im zweiten Wahlkörper des mährischen Großgrundbesitzes siegte die konservative Partei mit 80 gegen V4 Stimmen Konstantin op e l, «. September. Der Großvezier ist gestorben. Salzburg, 6. September. Kaiser Wilhelm ist mit Bismarck und zahlreicher Suite Abends cin-getroffen. Er wurde vom Kaiser von Oesterreich, umgeben von den Ministern Grafen Beust, Hohenwart und Andrassy, vor dem Absteigquartier des deutschen Kaisers erwartet. Beide Kaiser umarmten sich herzlich und begaben sich nach der Vorstellung der Suiten in die Appartements des deutschen Kaisers, wo sie eine Viertelstunde verweilten. Abends ist Hostafel in der Kaiserresidenz. Ankündigung. In des Gefertigten, vom hohen k. f. Mi»»- *>* steril«»^ des Unterrichtes mit dem Oeffentlich- 0 $ I Mini- ® A keitsrechte antoristrte» Privat-Lehr- und E Erziehungs-Anstalt für Knaben S in Laibach .. beginnt das erste Semester des Schuljahres $$ 1871/72 mit 1. Oktober. Das Nähere enthalten die Statuten, welche fcjjä auf Verlangen portofrei eingefenSet werden. Miind- >u< k m & § § liche Auskunft ertheilt die Borstelmna täglich von 10 bis 12 Uhr am Hauptplay 9i r. 237, Kg ^ zweiten Stock. (342 —7) gjg p Alois Wnldlicrr. ff gjg Inhabe W w w w' i x und Vorsteher der Anstalt. Wiener Börse vom 6. September. Staatsfonds. 5)erc.Renle, öst.Pap. bto. dto. öst.inSllb. | t?ofe von 1854 . . . dofe von 1860, »janje Lose von 186(), Fünft. Prameu ch. v. 1864 . »rundentl.-ObX, Steiermark ju5p<4t.‘ (tarnten, Krain ti. Küstenland 5 „ ; Ungarn . . zu 5 * ; Jhroat. u. Slav. 5 * 1 Siebenbür»;. * 5 „ Aotlen. Matioralbank . . .j Union - Bank • . . J Kreditanstalt . . j SR, ö. EScompte-Ges. Lnglo-österr. Bank . Ocst. Lodencred.-Ä. . Oeft. Hypolh.-Lank . Steier. «Scompt.-Bk. Franko - Auftria . . Kais. Ferd.-Vtordd. . Sübbahn-Gesellsch. , kkais. Elisabeth-Bahn. > K rrl-Lubwig-Daön ! Siebenb. Eftenbahn. StaatSbahn.... Rais. Franz-Iosefsb.. Künfk.-Barcser E.-B. vlföld-yium. Bahn . Pfandbriefe. Nation. ö.W. verloSb. llng. Bob.-Creditanst. «llg.öft.Bod.-Lredtt. bto. tn . Geld I 59 r.O t,9 H)| 94.60 101 -j 115 25 J 137.- 8Vi5 79.-25 86 2i! Ware | 51.6. 6ü H,') 95.— 101 ro 1)5 50 137 25 94.- 86 -80 60 k k 50 ri1 50 i 769 -Xtfi.25 >94 fcO i936. - 156.50 266 — |240* 122.50 I 21.Hui 190 3) !-33 25 >54 2) 174.--377.— 203 75 175 — 181 50 770-— 266.50 2^4.6 940 - 15R.70 267 122 60 2135 190.50 1:33.75 Lk>4 50 174 50 S7S.-209.-176 50 182.- OcU. Hypoth.-Bank .' Priorität»-ObllR*. Südb.-Ges. zu 500 Fr. dto. Bons 6 vCt. Nordb. (ILM) fl.