LlllllllchelWZeltung. Nr 32Y. Präniimrralionsprcis: Im Comptoir ssan;j. si. ,1, l'.'lbj. fl. 5,.50. Fiir die Zuslcllimq in« .b>n!l! halbj. -V, lr. Mit dcr Post „anzj. ft. !l>, yall^j. ft. 7.5,0, Dienstag, 27. September ^nl hr bi« W Zeilen : imal A!f7., »m.«0lr.. 5m. 1 fl., sonst pr.Znl« im. «fi.. nn. »lr.. »m. 10 lr. u. s. w. Injcltionsslempcl jcdüsm. »0li. 1K7«. M Mit 1. October W beginnt ein neues Abonnement auf die > ,Fail>acher Zeitung." M Der Pränumerati ous-Preis beträgt für bie Zeit vom I. bis (3udc October !870: Im Comptoir offcu.......— fl. 92 lr. Im Comptoir uutcr Convert .... 1 „ — „ 3lir Laibach ins Haus zugestellt . . . l „ — „ Mit Post unter Schleifen.....1 .. 25 .. Amtlicher Theil. 3»e. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 21. September d. I. den ^ttuistcrialsecrctär erster Classe im Ministerium des vmncrn Anton Stauowöli zum Statthaltcrcirathc zweiter Classe dcr galizischcn Statthaltcrei allcrgnädigst zu ernennen geruht. Taaffe m. p. Se. k. uud l. Apostolische Majestät habcu mit Allerhöchster Entschlicßuug vom 20. September d. I. die bei dem Ncchnuugsocpartcmcut der umhrischcu Statthaltcrei erledigte, mit dem Titel und Charakter eines Statthat-tereirathes verbundene, systcmisirtc Vorstandsstcllc dem "steu Nechnungsrathe dieses Departcmcuts Anton Kli-mesch allcrgnädigst zu verleihen geruht. Taaffc in. p. l,^^^'^ !^.^^^^°"lchc Majestät haben mit Allerhöchster Entschl.cßung vom 15. September d > den außerordentlichen Professor an der theologischen Facultät der W.encr Universität, t. k. Hofcaplan Dr. 5^ma Zschokk c zum ordentlichen Professor dc.. Äibclstndinn s alten Testamentes und den Professor an der St. Pöltncr bischöflichen Diöcesanlchranstalt, CanonicuS Dr. Karl Werner zum ordentlichen Professor des Äibelstudinins neuen Tcstamcutes au der gcuanutcu Facultät allcrgnä-"lgst zu ernennen geruht. Strcmayr m. v». Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Eutschlicßuug vom 12. September d. I. den Privatdocentcn und supplireuden Professor Dr. Luciau ^))d c l zum ordentlichen öffentlichen Professor der Augenheilkunde an der Iagcllonischen Universität zu Kralau "llcrgnädigst zu ernennen geruht. Stremayr m. p. Der Iustizminister hat den Adjuncten in der ^cauncrstrnfllnstalt zu Garsten Martin Kritscha zum "lrector dieser Strafanstalt ernannt. Der Instizminister hat den Oberlicutenant Fcrdi-''^d Metiska zum Adjuncten in der Männcrstraf-«"'talt in Suben ernannt. ^ Der Minister für Cultus und Unterricht hat den w^lessor am Rcal-Obergymuasium zu Ungarischchradisch ^°um Werner und den Ncalschullchrer iu Korueuburg ''«nuel Paw lit zu Hauptlchrcrn au der l. k. Lehrer-^nngsllustalt in Korneuburg ernannt. Nichtamtlicher Theil. Dic Kaiscmlsc. halt S "^llesftost" berichtet welter über den Aufcnt-i« Gr ^"iestät des Kaisers nnd Königs der O.!?.?,' ^ach Empfang der Spitzen aller Behörden, "'einder ,l!" ""l> des Bürgermeisters mit dem Gc-Alaies/iil ""^ ertheilten Audienzen begaben sich Se. bcck de>. ^^ "°" dem Statthalter Frciherrn v. Kü-Ministe, m '"aladjulanten ^^"lc" Bcllcgarde und dem und wu^ '° ""l die festlich geschmückte Schicßstältc u»d dem ^ ^°" ^"' Bürgermeister Dr. v. Schreiner ^achdcm ^^"^ui^enmeister Prcindclsberger empfangen, ten, wori ^ Majestät eine Ansprache des Lctztgenann-^lscrlicl ., m ^""^ der Schützen über die Chre dcs thäte,, A,s ?^llchcs Ausdruck fand, beantwortet hatten, scheide uni. ^^'^'kllien zwei Schüsse auf der Haupt-bli S, m» - ' Schüsse auf der laufenden Scheibe, wo-' -"laiestüt Sich der Stutzen des Oberschühen- meistcrs, verfertigt vom Büchsenmacher Ehlhardt in Marburg, bedienten. Sc. Majestät thaten dann noch auf der Mannscheibe einen Blaltschnß, was die Schützen mit lebhaften Acclamationcn begleiteten. Nach einer Stunde Aufenthalt verließen Se. Majestät die Schicßftälte. um sich sofort nach dem Weihcr-'schcn Fabritsctablisscmcnt zu begeben. Im Zugänge zn der von außen mit einem großen Trblcau, mit Kränzen und Fahnen in den weiten inneren Räumen geschmückten Weihcr'schcn Fabril bildeten Arbeiter in blauen Blou-sen Spalier, welche Sc. Majestät mit Hochrufen begrüß ten. Von dem Eigenthümer des großartigen, tausend Arbeiter beschäftigenden Etablissements geführt, besichtigten hierauf Sc. Majestät dasselbe in allen Werlslätten. wobei Arbeiten rüstig betrieben wurden, in dem riesigen Wagenschuppen, in der Schmiede, deren Hämmer in Thätigkeit waren, und in der Gießerei, wo der in eine Form geschlagene Wahlsprnch: „Vii-idn« unitiä!" mit glühendem Eisen auSgcgosscn wurde. Nachdem auch hier Se. Majestät gegen eine Stunde geweilt und dem Fabrils-herrn Weitzcr Sein Wohlgefallen über den ausgezeichneten Stand und das Gedeihen des Etablissements ausgesprochen halten, begaben Sich Allcrhöchstdieselben nach der Ausstellung, wo sich ein sehr zahlreiches Publicum eingefunden halte. An dem Thore des Ausstellungsplahes empfing Se. Majestät den Kaiser das Fcstcomils. seinen Obmann Gcjza Ritter v, Wachtlcr an der Spitze, und geleitete Allcrhöchstdieselben durch das von dem uniformirten Vür» gcrcorps gebildete, dicht von Menschen umdrängte Spalier zum Ausstcllungsgebäude, wo der Landeshauptmann Dr. M. v. Kaiserfcld, umgeben von den, AuSstcllungS-comitö, Se. Majestät begrüßte. Ehe der Rundgang durch die Ausstellungshalle« begann, in welchen sich nur die Aussteller, die Leiter und Orduer der Ausstellung befanden, stellte der Landeshauptmann dem Monarchen den Erbauer dcs slusstellungSgeoäudes Karl Ohmeyer vor, welchem Sc. Majestät stin Wohlgefallen über daS ge-lnnacnc und in so furzer Zeit lirrgestellte Wert aus« sprachen. Bon dem vorschreitenden Festcomils geführt und von dem Landeshauptmanne begleitet, besichtigten zuerst Se. Majestät den rechten Flügel der Ausstellung, in wel< chem sich Objecte der Landwirlhschaft befinden und wo der Viccpräsident der Landwirthschaftegesellschaft Freih. v. Washington, den ssührer machte und auf die Fragen Sr. Majestät Auskunft ertheilte. Äm Wcslende deS Flügels angelangt, wo der Wein aufgestellt ist, wurde Nller-höchsldcmsclbcn ein Glas des sogenannten Königs der Schmitzbcrgcr von Hanningcr und ein Glas Clevener Champagner aus der Kleinoscheg'schen Fabril ccedenzt. Nachdem der Monarch getrunken hatle, ergriff der Landeshauptmann Dr. v. Klliselfclo das GlaS und erhob es mit den Worten: „Als Vertreter des LandcS trinke ich diesen steirischcn Rebensaft auf daS Wohl und Glück Sr. Majestät des Kaisers!" Ein dreimaliges Hoch durchbrauste hierauf die weiten Ränme, In der folgenden Abtheilung geleitete der Director der Handelsakademie. Prof. Alwens. den Monarchen, in den Adneren der Assistent Rcibenschuh; in der linken Abtheilung führten den kaiserlichen Gast der Professor v. Miller und der Professor der Handelsakademie Winter und in dem Hanptlrattc der Architekt Ritter von Stäche. Nachdem Se. Majestät nahezu eine Stunde in dem Allsstellungsgcbäudc zugebracht, hicbei ein lebhaftes Interesse für die angestellten Gegenstände, namentlich für die Eisenindustrie gezeigt und sich von vielen Ausstellern ihre Erzeugnisse halten erklären lasstn. begann der Rnndgang im Freien, wobei das Ausstcllnngscomit«-mitglied Dr. Lcycr den Führer machte. Auf dem Aufslellimgöftlatze verweilten Se. Majestät längere Zeit in dem Pavillon dcr Eisen- und Stahlge-wcrlschaft Eibiswald. Se. Majestät wurden von dem Besitzer Dr. Fader empfangen und von dem Director so wie von dem Hütten, und Bcrgbauingcnicur bci de» ausgestellten Objecten geführt. Sc. Majestät intcressir-ten Sich sichtlich für die Pläne des A'bcitcrhauseS und des Spitales in Eibiswald nnd für die mit Präcision angestellten Proben der Trag- nnd Zugkraft dcr eisernen Federn. Nach 8 Uhr Abends crschicncn Se. Majestät in der Mittcllogc bcS festlich beleuchteten und mit Kunstblumen gefchmilcklcn landschaftlichen Theaters, in welchem die Oper ..Wanda" aufgeführt wurde. DaS Orchester spielte die Vollshymne. nach welcher daS Publicum, welches das Haus in allen Räumen füllte, in Hochrufe auSbrach. Se. Majestät blieben bis zum Schlüsse des ersten Actes uno spräche« sich über die Uuffllhrung sehr günstig aus. Gegen 9 Uhr erschienen B«. Majestät im Gladt-theater, aus dessen Portale die Vuchstaben L. ^. I. in hellen Flammen prangten. Der Aufgang zur Hofiog« so wie diese selbst war mit Blumen geschmückt. Als Sr. Majestät erschienen. stimmte das Orchester die Vollshymne an und das in allen Räumen vom gewählleften Publicum dicht besetzte Haus brachte ein stürmisches, dreifaches Hoch au«, worauf sich Se. MajeM dantend verneigten. Rccht« nebt« Sr. Majestilt nahm der Stall' Halter Äaron Kübrck, links (Yraf Aelleyarbe Platz. Se. Majestät blieben bis gegen !)'/, Uht, sahen mit fichtlichem Vergnügen das nett ausgestattete Ballet und einen Act der Posse .Auf eigemn Führn" »n. Als Se. Via« jestät d>e Loge verließen, brach das Publicum wieder in lebhaftes Hoch au«. Nach dem Besuche beS Stadl-lheaterS fuhren Se. Majestät zum Bahnhofe, um die Rückkehr nach Wirn anzutreten. Nm Bahnhöfe war eine Abtheilung des Bürgercorps mit der Capelle und tine Compagnie deS Regimentes Deutschimister aufgestellt. lttei der Abreise Sr. Majestät sprach der Bürger, meister Dr. Schreiner dem Monarchen den Danl für die der Bevölkerung erwiesene Auszeichnung deS kaiserlichen Besuches und für die den Armen und Wohlthu« tigleitSllnstalten zugewendeten UnterstühM'gen aus nnd fügte die Bitte bli, bach einer längeren und lebhaften, heftigen Debatte angenommen. Dieselben lauten: 1. Der Club führt den Namen „Club des rechteu Centrum." 2. Die Aufgabe des Clubs ist die Verständigung, um den Ausgleich zwischen den österreichischen Völkern herbeiführen zu helfen. 3. Zu diesem Zwecke wird der Club eine solche Erweiterung der Autonomie aller Königreiche und Län« der anstreben, wonach, unbeschadet der staatsrechtlichen Verhältnisse Ungarns und der mit ihm verbundenen Königreiche und Länder, lediglich die im October-Diplom aufgeführten gemeinschaftlichen Gegenstände von einer Reichsversammlung beschlossen, alle übrigen aber den Landtagen vorbehalten werden. 4. In Betreff der einzelnen zur Verhandlung des Abgeordnetenhauses gelangenden Gegenstände beschließt der Club von Fall zu Fall mit Stimmenmehrheit das Verhalten seiner Mitglieder. 5. Der Club kann einzelnen Mitgliedern in Berücksichtigung der von ihnen angeführten Gründe ein ausnahmsweises Verhalten gestatten. 6. Der Club wählt sich seinen Vorsitzenden und dessen Stellvertreter mit Beginn jeden Monats. 7. Der Club wählt eine parlamentarische Commission von drei Mitgliedern und zwei Stellvertretern, welche mit den übrigen Parteien des Hauses die nothwendigen Verhandlungen zu pflegen haben. 8. In Plötzlich während einer Sitzung des Hauses auftauchenden Fragen hat diese Commission mit Zuziehung des Vorsitzenden und dessen Stellvertreters die nothwendigen Beschlüsse zu fassen." Der Club hat sich nach Annahme dieser Clubregeln sogleich conslituirt und den Abgeordneten Freiherrn von PaScotini zum Vorsitzenden und den Abgeordneten Dr. Vidulich zu dessen Stellvertreter gewählt. Politische Uebersicht. Laibach, 26. September. Dcr Club des rechten Centrums — wie sich der Verein der conservative« Mitglieder des Abgeordneten-Hauses jetzt betitelt — hat Freitag einen hoch wichtigen Beschluß gefaßt. Der Ausgleich mit den Nationalitäten soll in der Weise zu Stande kommen, daß den Landtagen das ganze Gebiet der Gesetzgebung zufällt, der Reichsrath aber auf die Functionen beschränkt wird, welche ihm gemäß dem Octoberdiplom zufallen. Danach wäre dem Reichsrath nur eine Thätigkeit in rein finanziellen und ökonomischen Fragen zugewiesen. Er Hütte den Voranschlag des Staates zu bestimmen, insoweit dies nicht den Delegationen zufüllt; auch das Recht der Recrutenbewilligung würde dem Reichsrath bleiben. Das Octoberdiplom hatte jedoch auch die Theil> nähme Ungarns am Reichsrathc zur Voraussetzung. Der czcchische Clnb wird, nachdem er Nie-Ms Bericht über seine Verhandlungen mit Graf A"sie vernommen, vorerst den Austritt aus dem m Ä .? ^ndtage nicht beschließen, sondern einen Ausschußbencht über das Rescript beantragen, «n ll" ^"".chc" hat am 23. September eine Massen-Volts Versammlung stattgefunden, welche dle. Stuttgarter Re°luli°n«n und die von den Ge-melnde-Bevollmachtlgten an den König gerichtete Adresse die einen deutschen Staatenbund auf Grund der nord' deutschen Bundesverfassung verlangt, annahm. Delbrücl wurde eine Serenade gebracht und Hochs wurden auf den zukünftigen deutschen Kaiser ausgebracht. Dclbrück dankte mit einem Hoch auf den König von Vaicrn. Die „Independance belge" veröffentlicht eine Antwort des Generals Wimpffcn auf den bckannlcn Grie f des N d j utante n Napolco n's, in welchem gesagt wurde, daß „er (Wimpffen) dem Kaiser Napoleon in einem Billet zu wissen machte, er habe Lebrun beauftragt, den Durchbruch in der Richtung nach Carignan zu versuchen und den Kaiser in Mitte dcr Truppen zu nehmen, die sich eine Ehre daraus machen würden, Sr. Majestät einen Weg zu bahnen." Der Zweck dieses Billets — schreibt Wimpffen weiter — war, dem Kaiser die Demüthigung einer Gefangenschaft zu ersparen, ihm zu rathen, seines Prestiges sich zu bedienen und eine Gesammtbewcgung der Armee anzuordnen, welche aber ohne seine Person nicht ausführbar wärc. Dcr Kaiser habe diesen Vorschlag nicht angenommen , ließ ohne Vorwissen Wimftffen's die weiße Fahne aufpflanzen und schickte gleichzeitig einen Parlamentär ab. Ungeachtet dcs Protestes und der Weigerung Wimpffcn's, unterhandeln zu wollen, wurde die weiße FalM nicht mehr abgenommen. Alle diese Handlungen haben die Anführung dcr letzten offensiven Bewegungen, der französischen Armee verhindert." Kricgschronik. Die Belagerung von Paris. Vom Rhein und von der Saar sehen wir an 700.000 Streiter in Zeit von kaum zwei Monaten über eine Reihe von blutgetränkten Schlachtfeldern hinaus, auf denen die Blüthe zweier Nationen fiel, sich unaufhaltsam gegen die Zweimillionenstadt an der Seine bewegen, um dort mit der Hälfte diescr Stärke den Kampf zur Entscheidung zu bringen. Und nicht viel geringer an Zahl, wennauch an militärischem Werth weit zurück-rückstehend, wird die Zahl der Vertheidiger sein, welche hinter einem zweifachen Gürtel von Fortificationcn den Kampf aufzunehmen gesonnen ist; hinter einem doppelten Befestigungsgürtcl sagen wir, dessen äußere Wcrle bei gleicher Vertheilung auf dem Terrain genügen wür« den, eines der kleineren deutschen Staatswesen zu umschließen. Und fragen wir weiter: hat mit Ausnahme des letzten Krieges der nordamerilanischen Union gegen die Südstaaten — eines Krieges also, der von der Riesenkraft amerikanischen Unternehmungsgeistes und dessen Industrie getragen wurde — hat die Kriegsgeschichte noch einen Fall aufzuweisen, wo außer solchen Streiter« massen gleich großartige technische Zerstörungsmittel auf beiden Seiten zur Anwendung kamen, als es ielit der Fall ist? Wir behaupten nicht zu viel, wenn wir — ganz abgesehen von der Summe der hervorragenden intelligenten Kräfte, welche auf beiden Seiten die zum Kampfe bereiten Massen leiten — wenn wir sagen: dieser Krieg steht, was eben diese Großartigkeit der technischen Hilfsmittel anbelangt, einzig in feiner Weise da. Blicken wir zuerst auf die artilleristischen Mittel, so darf ohne alle Uebertreibung behauptet werden, daß nahe an 3. bis 4000 Feucrschlündc aller Kaliber uud Systeme von beiden Seiten in Action gesetzt werden dürften. Wir rechnen hiezu die Armirung der inneren und äußeren Fortificationen, die Belagerungsgeschütze des Angreifenden und die aus gezogenen Geschützen bestehenden Feldbatterien beider Theile. Welche riesigen Vorkehrungen gehören allein dazu, den Bedarf an Munition und Geschossen aller Art für diese Tausende von Feuerschlünden zu beschaffen und an Ort und Stelle anzuhäufen, sowie für all' das zugehörige Reserve- oder Ersatzmaterial zu sorgen, das solcher Kampf in reichstem Maße beanspru» chen wird! ! Aber auch das darf nicht übersehen werden: welche außerordentlichen Anstrengungen an Menschenkräften dazu gehören, vor und wäbrend einer solchen Belagerung Alles nur so weit vorzubereiten, um seitens dcs Belagerers die doch das Meiste entscheidenden artilleristischen Kräfte in Wirksamkeit setzen zu können. Zahlreiche Batterien muffen gebaut, d. h. Deckungen u»d Bettungen für dieselben, sowie bombensichere Pulvermagazine errichtet und je nach dem Fortgang der Belagerung auf dem Boden verlegt und wieder neu erbaut werden. Hiezu, sowie nicht minder um der zahlreichen Infanterie-Bedeckungsmannschaft Schutz gegen das feindliche Feuer zu gewähren, müssen Brustwehren aufgeworfen, Einschnitte gemacht werden, wie dies auch schon darum noth« wendig ist, um eine gedeckte Verbindung der vielen Batterien nach rückwärts mit dcn Depots und Ncservc-truppenstellungen zu erhalten. Kurz, man tann oh»e Uebertreibungen sagen, daß iu dcn ersten Tagen ciner solchen Belagerung die eine Hälfte der Belagerer mit der Schaufel und der Hacke thätig ist, während dic andere Hälfte mit dem Gewehr im Arm dasteht zum Schutz dieser Arbeiten. Millionen von Faschinen, Schanzlörben, Erdsäckcn, Bohlen, Brettern und Holzschwellen müssen für folchc Bauten angefertigt, transportirt und zur Verwendung gebracht werden; und doch haben wir hiebei nicht eine eigentliche oder „förmliche Belagerung" im Auge, denn wir glauben, daß man sich nur auf die unumgänglich nothwendigsten Belagerungsarbcitcn beschränken und im Uebrigen durch eine bis zum Höchsten gesteigerte Artil-leriewirlung die Belagerung forciren und abkürzen wird. Wir möchten hier nicht unerwähnt lassen, daß die preußische Armee im Feldzuge 1804 gegen Dänemark bei dcr Einnahme der sehr starken Position Düppel-Sonderbura, dcr eine förmliche Belagerung vorausging, technische Erfahrungen gemacht hat, welche sie dermalen gewiß verwerthen wird. Die genannte Position bestand auS sehr starken Erdwerlen, zum Theil von dcr Größe und Ställe selbständiger Forts, in denen wiederum gedeckte Blockhäuser als Reduits gelegen waren. Die Lage dieser die Halbinsel Sonderburg von Meer zu Meer abschließenden Werke brachte es mit sich, daß der Belagerer hier nur mit Beobachtung allcr Regeln des „förmlichen Angriffs" vorgehen konnte, wollte er andernfalls fich nicht den größten Verlusten aussetzen. Je näher die Entscheidung an Paris herantritt, desto nüchterner dürfte man nochmals alle der Vertheidigung zu Gebote stehenden Mittel ins Auge fasste So ist cS denn auch erklärlich, daß daselbst an dcn Aer-thcidiguugsanstalteu Tag und Nacht fortgearbcitet, neue fortificatorischc Anlagen gemacht, die schon bestehende" verstärkt und alle jene Annähcrungshindernisse geschaffen werden, wclchc Erfahrung und Wissenschaft dcr Vertheidigung so reichlich zu Gebote stellen. Auf der Marne und Seine hat man auf viele Meilen hin die Sch>^ entfernt, zum Theil nach Paris gebracht und dieselben in den genannten Flüssen versenkt; dagegen soll eine Anzahl flachgehender Kanonenboote und Dampfschiffe bn der Vertheidigung mit verwendet werden. Es scheinen erstere jene zerlegbaren Kanonenboote zu sein, welche früher im Rhein lagen und von denen man wohl anfänglich virl hörte, die aber gar nicht zur Action gc< kommen sind. Diese leichtgepanzertcn Boote, sowie die Dampfschiffe könnten namentlich auf dcm dreifach ge-wundencn Lauf der Seine im Westen von ParS, ebenso auch im Südosten auf dcr Seine und Marne der Vertheidigung keine unwesentlichen Dienste leisten, aber ihre ganze Beschaffenheit ist derart, daß sie das gezogene Geschütz des Belagerers sehr bald in Grund bohren würde. Wenige Batterien des Letzteren an dcn Flußlänfen im Ostcn und Westen der Stadt werden daher vollkommen genügen, diese Boote unschädlich zu machen und sie zu nöthigen, Schutz in der Seine hinter dem Fort Valerien zu suchen. Andere Nachrichten theilen mit, daß die Brücken bei Paris gesprengt worden seien. Auch an dcn am weitesten nach Norden vorgeschobenen Befestigungen von St. Dcnis so wie an den Inundationen daselbst wird fort' während emsig gearbeitet; letztere fcheinen durch den Vou'l' lon- und Crould-Vach bewerkstelligt werden zu sollen, welche in westlicher Richtung bei St. Dcuis der Seine zufließen. Alle Werke der Befestigungsgruppe von St. Denis, nämlich westlich an der Seine das Fort La Ariche ist mit einem Cavalier, das Mittelwert vor Denis Double Couronne au Nord und das südöstlich davon gelegene Fort de l'Est sind nach neueren Nachricht ten mit bombenfesten Casernen und casemattirten Fronten und Flanken versehen so wie vollständig, zum Theil mit schwerem Marinegeschütz, armirt. Auch das südöstlich vom Fort de l'Est liegende große Fort d' AubervillierS h°l zwei bombenfeste Casernen und ein Neduit. Der Verstärkung der südwestlichen Seite von Paris — wo sich bekanntlich eine sehr bemerkbare Lücke in dem Gcsammtbcfestigungssystcm befindet — ist in letzter Zeit besondere Aufmerksamkeit gewidmet worden. Das noch nicht vollendete Fort Montretout licgt zwifche" St. Cloud und Fort Valerien. Es werden ferner auf den Höhen von Clamart weitläufige Verschanzungen angelegt. Es sind das diejenigen Höhen, welche wir früher bei Besprechung der Stärken und Schwächen der Süd' front von Paris in Verbindung mit dcn Höhen v°" Mcudon als dominirend bezeichneten in Bezug auf d«e nördlich vorgelegencn Forts Issy und VanvreS. Die Zone der Fortificationen ist von den BewoY' ncrn fast vollständig geräumt und wird mit dcr Demo/ lirung dcr Gebäude fortgefahren. Hinsichtlich deS Ml' serbedarfs sind dic Pariser amtlich dahin beruhigt wo^ dcn. daß, selbst wenn dic äußere Wasserleitung z^ ^, werden sollte, kein Wassermangel zu befürchten sei. "U^ soll die Beleuchtung von Paris nur einige Modification^ erfahren. Schluß des gestrigen Artikels der „Pall Mall Oa" zette" über die Schlacht bei Sedan: ,, Nach dem Rückzüge der französischen Infamy avancirten die Preußen schr rasch, und nochmals wano ten die französischen Schwadronen und machten em verzweifelte Charge. Es war aber ganz vergebens; " dünne blaue Linie hielt dcn wilden gallischen Anlau, bald auf. Es war sehr auffallend, daß dic Franzo»" weder Artillerie noch Mitrailleufcn auf dem H"^ i" Unterstützung ihrer Infanterie halten. Die Steuunu war fehr wichtig, und gewiß der Mühe werth alleS a'^ zustrengen um sie zu halten. Klar genug wurde r uns aber, daß dic französische Infanterie, nachdem 1 es einmal versucht hatte, nicht mehr mit dcn P""ß anbinden, und daß die Eavallerie sie durch ihr BMP" ermuthigen wollte. Während dieser große Kampf unic unseren Auge« vorging, fand ein nicht weniger sHaN und möroerifcher für die Baiern statt, wie dieser 157 5 für die Franzosen gewesen war. Wenn es auf dem Hügel von Torcy an Mitrailleuse» fehlte, so doch nicht in der Schlucht vun Va^eillcs, An jener Seile dauerte eine ganze Stunde lam, das Gerassel der Muelcten und der Mitiaillcusen, und die baicrischcn Officierc sagen mir, daß die Verlusle ihrer Regimenter schrecklich Waren ui,t> die Milraillcusen ganze Gassen risscii. Um 2 Uhr 5 Minuten verließen die Franzosen den Hügel zwischen Torcy nnd Sedan gänzlich, nnd gingen zurück auj die Borstadt Caral. eben außerhalb der Wälle der Stadt. Hg entstand eine Pause in dem Feuer auf der ganzen Linie, oder vielmehr dem Kreise, der sich jetzt lMloct hatte. Gras Äiöümick nahm Gelegenheit von dleser Pause, um sich mit dcn amerikanischen und englischen Freund,, zu unterhalten. ..Ich habe dem del» Mschcn Krie^mimszer gssag». daß, solange die belgischen Truppen ihr cUchcrslcs thun würden, jede Anzahl von französischen Truppen, welche die Grenze überschreiten, zu tl'twuffncn," sagte Gras Viömarck, ..ich die Neutralität von Belgien smngstens il,nehaltrn werde; wenn aber lm Gegentheil die Belgier aus Nachlässigkeit oder Unfähigkeit nicht jeden Mann in französischer Uniform, der einen Fuß auf ihr Gebiet setzt, entwaffnen und schalten würden, so würden wir mit unseren Truppen bem Feinde sofort in das neutrale Gebiet folgen, und anmkmcn, daß die Franzosen zuerst die belgische Neutralitat gebrochen haben. Ich habe einen Glick auf die belgischen TüiMn au der Grenze geworfen." fügte Graf Aismarck hinzu, ,und ich gestehe, sie haben mir leine große Meinung von ihrem kriegerischen Feuer und lhrer Disciplin beigebracht. Wenn sie ihre Mäntel anhaben, sieht man viele Palc!c>ts, aber wenig Soldaten." Ich fragte Sc. lörccllcnz: ob er glaube, daß der Kaiser »n Sedan sci. „O ncin!" war die Antwort. «Napoleon lft znnr nicht sehr weise, aber er ist doch nicht so när-llsch sich jetzt in Sedan auszuhalten." Für dieses cin:-wal hatte Graf Bismarck doch Unrecht. Um 2 Uhr 45 Minuten kam der König in die "iahe. wo jH ^„^ u„d sagtc: er glanbc, die Franzosen würden vcrsnchcn, gerade unter uns durchzubrechen, gegenüber dem zweiten daicrischcn Corps. Um 3 Uhr 20 Minuten fuhren die Vaiern nicht nur fort in die Befestigungen von Sedan einzudringen, sondern setzten sich barin fest. indem sie von Haus zu Haus vordrangen. Gegen 4 Uhr war ein starkes Gefecht um dcn Besitz der Höhen über Bazcillcs. Dieses vorüber, wurde Sedan von allen Seiten von der preußischen Artillerie bestri-chen. Dieser Vortheil ward um 4 Uhr 40 Minuten erlangt, und von dem Augenblicke an konnte nicht der Schatten eines Zweifels über das endliche Schicksal von Sedan bestehen. Etwa um 5 Uhr fand eine plötzliche Untcrbrcchnnq der Kanonade auf der ganzen Linie statt. Es gab viele und verschiedene Vermuthungen über diese augenblickliche Stille. Sie können unser Erstaunen sich deuten, als wir 5 Minuten später einen französischen Officicr, von zwei Uhlancn begleitet, in scharfem Trabe dcn stcilcu Reitweg von Sedan heraufkommen sahen, wobei einer der Uhla-neu ein weißes Handtuch an einem Stecken als Parla-luentärflaggc trug. Der Vote zeigte sich als ein französischer Ödcrst. der kam, um die Bedingungen der Ueber-Nabe zu erfragen. Nach einer sehr kurzen Berathung zwischen dem König und General v. Moltkc wurde ihm gesagt: daß bci einer Sache von solcher Wichtigkeit es "öthig sei, einen Officier hohcu Ranges zu senden. Er solle deshalb nach Sedan zurückkehren und dein Gouverneur der Fcstuug melden: er habe sich sofort zum König von Preußen zu verfügen. Käme er nicht in einer Stunde, so würde die Kanonade wieder eröffnet. Bedingungen würden nicht gewährt, er müsse sich uubcdingt ergeben. Der Parlamentär ritt zurück. Um halb 7 Uhr entstand Plötzlich ein Rufcu: „Der Kaiser ist oa!" und dann ein lautes Hurrahgcschrci. Hehn Minntcn darauf ritt Ge-"cral Ncillc heran mit" einem Briefe an den König. Sobald der französische General in Sicht war, formirtc !'ch die kleine Escorte von Eürassicrcu und Dragonern ln doppelter Linie hinter dem Könige. Vor dieser Linie W»d der Stab und zehn Schritte weiter vor Sc. Via. ^'lat selbst, um dcn General Ncillc zu empfangen, der "" eigenhändiges Schreiben des Kaisers an König über-,Mtc. (Der Inhalt desselben ist bereits bekannt.) Nach s "pfang dieses höchst erstaunlichen Briefes wurde eine "zc Berathung gehalten zwischen dem König, dem "onprinzen, der inzwischen nach der Ankunft des Par-cuncnlärs herangekommen war, Graf Bismarck, v. Moltkc s 'b v. Noon. Nach einigen Minuten Besprechung sctztc a) der 5^ auf cincn Strohstuhl, zwei Adjutanten s?!' ^"°" Stuhl wie cincu Tisch, und dcr Komg na? "" Autwort, worin er den Kaiser ersuchte, am luw borgen ins Hauptquartier nach Vendrcssc zu '"'ucn. Der König'überreichte das Schreiben selbst H Mneral Ncille. Um 7 Uhr 40 Minuten kehrte dcr den ii"l "^ b" belagerten Stadt zurück, cscortirt von uylanen mit dcr weißen Parlamcntärflagge. der ^7 "Coustitutionel" entrollt ein glänzendes Bild frg,,Hlerflcud!gleit, dlc in einer großen Anzahl von l'ch ,,'' ^" Städten sich kundgegeben habe und sicl, la> A> s« c bekunde. Havre habe die Bewilligung für dcn Ucslei'' ^" Waffm von 150.000 auf 300.000 Francs eune ^ Gcuclallllth dcS Departements der May» iu demselben Zwecke :!50.000 Francs voliit, ebenso ei es im Departement von Mamc-.t-Loire, und so werde! es bald überall gehen; im Saithe-Depa'ttment habe rcr Gcncralratli auf Antrag des Plüsideiücn deS Ver- ^ lhcidig»ngS-Eomlll!i<, Herrn v. Talhouül, einen Credit von 2'/, Millionen für die Bewaffnung von 40.000 Nationaigaiden dci< DlpnlemcntS oolitt, von denen ein ^ großer Theil mobil gemacht werden folle. „Mö!kn die Preußen," so schließt der „Constitutimiel" drod/no, „Pa-iis umzingeln, das bcwaffnclc Fl.inlieich wild alsbald bereit sein, sie sclbcr zu uu^m. cl >." Dcr ..Kmlsllchcr Zeiln»./' wird auS Obcr-Schäf-folshcim vom 19. d. geschrieben: Hcute Nachinillags unl' gegen Abend war dcr Don-ncr der Geschütze hier (1'/, Stunde von Straßburg) ein derartiger, daß die Fenster zilt rtcn und drr Godcn bebte. Wie man hört, sind schon srit gestern ganze St'eckcn der Umfassungsmauer bis zu cincr Breite von circa 60 Fuß in ihrem oberen Theile völlig zerstört; fi cilich müßte man bei dcn meisten Stellen Mitglied eines AlpencludS sein, um die Trümmer überklettern zu können. — Außer badischcr und preußischer Artilletic ist letzt auch württcm« bclg'sche bei der Beschießung thälin. Prcußischerseits ist beabsichtigt, dcnjcmzcn franzö' fischen Departements, welche bercitS occupitt sind odcr noch werden, Deutschland abcr nicht einverleibt werden sollen, cinc gcmciusumc provisorische Regierung zn geben, an deren Spitze der Großherzog vou Mccklen» bürg tritt. AuS einem längeren Ucbcrblict des „Pr. Staats. Anzeigers" über die Belagerung von Straß bürg hcbcn wir hervor, daß dcm Commandanten der Festung, General Uhrich, gleich bci Ucginn der Belagerung freigestellt wurcc, den Abzug von Frauen nnd Kindern und dcr gebrechlichen Leute nachzusuchen — ein Anerbieten, das jedoch von diesem mit dcm Bemerken zurückgewiesen wurde: daß cl unter 80,000 Menschen leine Auswahl zu treffen im Stande sci. Unsere GclagclungSaltillcric stellte bis zum 9. d. M. W gezogene Kanonen und 40 Mörser gegen die Aligriffsfront auf. Sie hat ras Gcschützfcucr auf dcn feindlichen Wällen fast vollständig zum Schweigen gebracht. Außerdem beschießt die badischs Fcstungsallillcric von Kehl aus mit 32 gezogenen Ka-i'vücu und 8 Mörser» in wirksamer Weise die Citadelle, welche nach Eroberung der Sladt dcm Feind als letzte Zuflucht dienen könnte. In dcn Nächten vom 9. bis N. d. M. wurden die Annäheruugen zur driltcu Parallele, und in dcr Nacht vom 11. auf dcn 12. die dritte Pa> rnllclc selbst großcnlheils aus^ehobcn. Auch bci diesem schon an das Glacis führenden Bau wurde, wegen dcr sehr geschwächten Vertheidigung, von der gewöhnlichen Sappe Gebrauch gemacht- Verluste haben wir dabei nicht ei litten. ViS zum 5. d. M. einschließlich betrugen un-scrc Verluste: 57 Todte, 327 Verwundete und 30 Vcr-mißte. Die „Kreuz..Ztg." veröffentlicht einen Brief des HcrzogS von Mccklcnbnrg, welcher die Thatsache feststellt, daß in Lacm 28 Untcrofficierc dcr Artillerie es waren, welche mit odcr ohne Nissen des Commandanten die Pulverlammer angezündet haben. Mqesnenigkeilen. — (Eine Mystification.) Das vermeintlich von einem Mitgliedc dcr l. und t. Botschaft in Paris verfaßte Feuilleton eines Pester Blatte«, in welchem oic letzten von der Kaiserin Eugenie m Paris verlebten Stunden, ihre Abreise und die Betheiligung der l. und l. Botschaft an dieser Abreise wie an den derselben vorausgegangenen Entschließungen der Kaiserin geschildert wird, ist — wie die ,.Oe. C." schreibt — im Großen und Ganzen als eine. freillch geschickt und interessant componirte Mystification zu bezeichnen. — (Die Gemsjagden des Fürsten Emil Fiirstenberg in Tirol.) Dem früheren Berichte über diese Gemsenjagden im Ziller - Thale fügt die ..Schuhenzeitung" einen neuen hinzu, wonach im Ganzen in neun Iagdlagen trotz des manchmal höchst ungünstigen Wetlers 54 Gemsen, davon 28 von Sr. Durchlaucht geschossen wurden. Im Ingcnttar, unmittelbar unter der 9222 Fuß hohen Ingcutspitze, wurde die brillanteste Jagd gemacht. Wenigstens 300 Gemsen tame» den Schlitzen in Sicht; geschossen wurden an diesem Taac 14 Stück, davon 7 vom FUrsteu. — (Eine Zusammenkunft mit dem Kaiser Napoleon.) Der „London Figaro" veröffentlicht folgendes Bruchstuck aus dem Briefe eines preußischen Kam-mcrhcrrn, der die Herzogin von Hamilton nach Wil-helmöhohe begleitet hat: ..Wir trafen am Parlchore ein und überreichten dem wachthabenden Osficicr die schriftliche Zulcißordrc des Königs von Preußen, worauf man uns gestattete, einzutreten und in den Salon führte. Die Herzogin blieb dort zurück, während ich in das Privat-Wohnzimmer des Kaisers geführt wurde. Ich fand Se. Majestät mit dem Rücken' gegen den Kamin gewendet stehend. Er war in Uniform.' Spuren von Krankheit und Kummer waren in seinen Zügen sichtbar, abcr er bewegte sich mit großer Würde und ' sein Benehmen hatte nichtS von seiner früheren Anmuth eingebüßt. Ehe ich fragen konnte, ob er die Herzogin sprechen wolle, kam er auf mich zu, nahm mich bei der Hand und sagte: ,M kiou, Baron, als Sie mich zuletzt in Paris sahen, hätten Sie wohl kaum gedacht, daß wir uns so wiederfin- den wurden?" Ich gestehe, ich war sehr bewegt und um eine Antwort verlegen, aber er fuhr augenblicklich fort' ,,(76tH>t 6orit! Aber ich muß Ihnen meine tiefgefühlte Anerkennung für die Höflichkeit ausfprechen, mit der ich be, handelt worden bin. So lange ich lebe, werde ich nicht meine Zusammenkunft mit dem König von Preußen ver» gessen. Er war mehr gerührt als ich selbst." Ich fragte darauf, ob er geneigt sei, die Herzogin zu empfanden. „Gewiß, augenblicklich," erwiederte er und die Prinzessin wurde so< dann hereingeführt, worauf ich mich zurückzog." — (Nordlicht.) In Stockholm wurde am 25. d. bei 15 Grad Wärme während vielen Stunden ein Nordlicht von unbeschreiblicher Pracht beobachtet; gleichzeitig waren die Telegraphenleitungen nach allen Richtungen durch die veränderte Lufleleltricität gestört. — (Ziindhölzchenverbrauch in Amerika.) Bekanntlich werden seit dem amerikanischen Kriege auch die Zündhölzchen in den Vereinigten Staaten besteuert und zwar mit 1 Cent die Schachtel. Aus dem Ertrag der Steuer läßt sich auf den Verbrauch des Artikels schließen. Der Schatz nimmt für Zündhölzchen nicht weniger als drei Millionen Dollars jährlich ein. Man berechnet, daß m den Vereinigten Staaten nicht weniger als fUnf Millionen Dollars verausgabt werden. Die Stadt New-Aorl verbraucht etwa 115.000 Schachteln täglich, über 42 Millionen im Jahre. — (Flisilier Kutfchle) hat einen würdigen 3li» valen in dem Unterofficier Lorch, 8. Compagnie, 1. Garderegiment zu Fuß, gefunden. Es war zu Courcelles in der Nacht, als befaßter Unterofficier sich mit mehreren Kameraden auf dem Noden eines Bauernhauses besand. Das Wetter tobte entsetzlich uud das Unbehagen der Krieger wurde noch beträchtlich durch allerlei Erzähluugen über die j>2lio tiroui-8 und ihre heimtückischen Ueberfälle erhöht. Um sich gegen folche Ueberraschung zu sichern, beschloß die Gesellschaft, unser gebildeter Unterosficier hatte wahrscheinlich Hauff's „Wirthshaus am Spessart" gelesen, sich mit den Waffen in der Hand durch lustige Erzählungen munter und gefechtsbereit zu erhalten. Ueber den Unlerofficier Lorch selbst kam die gebietende Stunde und an Stelle einer Erzählung trug er seinen Kameraden folgendes Gedicht vor, das ihm die Muse in der dustern, sturmbewegten Nacht eingegeben: Hier ist et lall und zucht och fehr, Gewllrmc winilmlt um mir her, Hier riecht et sanl und moderig Mit eeuem Wort: Hier ist r« loderig. Keine Cigarren hab ich «ich. Sogar er» Strecchholz mangelt mich, Und hungern lhul mir unermeßlich, Und uuttr mir sinnt man uf Mord, Mit eenrm Won: Hicr is et gräßlich, Nch wllre ick doch still zu Haus lind lriinl ne lllhlt Wriße aus.' Doch einsam hirr vnschmachlsn soll ich — Äch wäre ich bei Muttern dort. Mi< eenem Wor«: Da wär el mollig. Locales. Versammlung der Volksschullehrer in Krain. Der Pensionsverein für Vollsfchul, lehrer, deren Witwen und Waisen hatte am 22. September l. I. seine Generalversammlung, um sich nach den behördlich genehmigten neuen Statuten zu consti-tuiren. Nach kurzer Ansprache an die zahlreich versammelten Mitglieder trug der Vorstand-Stellvertreter, der hochwUrdige Herr Canonicus Legat, die Äechnung über die Gebahrung mit dcm Vereinsvermögen seit I. Jänner d.I. vor, woraus zu ersehen war, daß der Berein über 23.0l)0 fl. eigen« lhümlich besitzt. Nach Wahl dreier Rechnungscensoren schritt man zur Wahl der Bereinsvorftehung und es wurden gewählt: Zum Borstande der Herr k. k. Landesschulen-Inspector Probst Dr. Anton Iarz; zum Cassier der Herr Volksschullehrer Michael Putre, und zu Ausschüssen der Herr Voltsschuldirector Andreas Praprotnik, dann die Herren BoltSschullehrer: Franz Raltelj, Jakob Schott, Johann Eppich, Matthäus Moönil, Johann Borstnil und Georg Uranii. Gleich darnach hatte der Lehrerverein für Krain seine statutenmäßige General-Versammlung, an der sich über 100 Mitglieder nebst einer ansehnlichen Anzahl Gäste betheiligten. Diese Versammlung war ausgezeichnet durch die Anwesenheit Sr. Durchlaucht des ersten l. k. Herrn Regie» rungsralhcs Fürsten Lothar Metlernich - Winneburg, des Herrn l. l. Regienmgsralhea Johann Hoievar, des Herrn f. k. Lanocsschulen-Inspcctors Probsten Dr. Anton Iarz, des Domprobsten und Mitgliedes des l. t. Landesschulra-lhes Herrn Dr. Ioh. Chr. Pogacar, deS Herrn t. l. Professors und Mitgliedes des t. l. Landesjchukaches Dr ^o-hcmn Bleiweis, des Herrn Canomcus Karl Legat des Di^ rectors der kl. Lehrerbildungsschule Herrn Blas Hrovalh und anderer Notablluäten. Ter Vorsitzende, Herr Vollsschulen-Director und Mitglied des l l. Landesschulrathes Andreas Praprotml eröff. uele d^e Versammlung mit emer Ansprache an die «nwe-senden und legte die Thätigkeit deS Ausschusses fur die Zett seit 31. März v. I. dar, woraus zu entnehmen war^« daß der Verein in dieser Zeit Seitens der hohen 5 ^ " 1576 gierung mehrfällig um Gutachten über legislatorische Fragen angegangen wurde. — Der Vereinscassier, Lehrer und Bezirls-Schulinsftector Herr Matthäus Moönit referirte über den Vermögensstand des Vereines, wornach recht ani-mirte Debatten über mehrere rein pädagogische Fragen folgten, an denen sich mehrere Mitglieder, besonders die Lehrer Stegnar, Moönil, Gerlmann, Lapajne, Ierse und Lorenz Arlo betheiligten. Zum Schlüsse begrüßte Se. Durchlaucht Fürst Met-ternich im Namen der hohen l. k. Regierung die Anwesenden, hielt eine längere Anrede an dieselben, belobte die Lehrer wegen ihres unerwartet zahlreichen Erscheinens und sagte ihnen alle mögliche Unterstützung der hohen l. k. Regierung zu. Bei der darauf gefolgten Wahl der Vereinsvorstehung wurden gewählt: Zum Vorsitzenden der Vollsschuldirector Herr Andreas Praprotnik; zum Cassier der Volksschullehrer Herr Matthäus' Moknik; zum Schriftführer der Vollsschullehrer Herr Franz Gerkmann; zu Ausschüssen der Stadtpfarrcooperator Dr. Georg Sterbenz, dann der Herr Volksschuldirector Leopold Velar und die Herren Vollsschullehrer: Franz Rallelj, Johann Tomsiö, Franz Govekar, Felix Stegnar und Johann Lapajne. Der Vorsitzende bedankte sich bei den Gästen flir den zahlreichen Besuch und schloß die Sitzung mit dreimaligem Slava-Nufe auf den geliebten Monarchen, in welchen die Versammlung begeistert einstimmte. Der Ausschuß des Lehrervereins beschloß, mit dieser Versammlung auch eine Lehrmittelausstellung zu verbinden und lud mehrere Buch- und Schreibrequisitenhändler in Laibach, Wien und Prag ein, sich an derselben zu betheiligen. Dieser Einladung leisteten Folge die Firmen Johann Giontini, Zheschko k Till, Gerber und Krisper in Laibach, Greiuer, dann Pichlers Witwe 8c Sohn in Wien und lieferten eine derartige Menge Gegenstände, daß die Ausstellung, deren Ordnung die Lehrer Stegnar, Gerkmann und Lapajne übernahmen, den gleichen Expositionen in Wien und Graz würdig zur Seite gestellt werden konnte. Außerdem betheiligten sich daran die k. k. Landwirthschaftsgesellschaft durch Einsendung einer Sammlung Gartenbau-geräthe, der Lehrer Peter Cebin durch Ausstellung einer selbst augefertigten Lesemaschine und andere Lehrer durch Ausstellung von Arbeiten, Probeschriften, Zeichnungen und Büchern. — (Theater.) Die „Grille," auch eine französische Eroberung Deutschlands, fand gestern Abend ein dankbares Publicum und wir können auch die ganze Darstellung, abgesehen von kleinen Gedächtnißschwächen und einem hie und da hervortretenden Mangel an Ensemble, als eine durchaus befriedigende bezeichnen. Besonders gilt dies von den Rollen der beiden Zwillinge (Herren Puls und Raul), der alten Fadette (Frau Fontaine) und dem Vater Barbeaud (Herr Nur me ist er), welche sehr glilck-lich und besonders Herr Raul mit vielem Humor, wirkten. Fräulein Mit scher ling in der Titelrolle schien uns nicht ganz am Platze. Es fehlt ihr die Kraft flir den knabenhaften Trotz des kleinen Wildfangs, der Contrast zwischen dem äußerlich wilden Gebahren und der innerlichen Herzensgüte und Charakterstärke trat nicht genügend hervor. T>as Ganze wurde dadurch etwas monoton, aber in denjenigen Theilen der Partie, wo die sentimentale Seite überwiegt, war die Darstellung eine sehr innige, zum Herzen dringende und wurde auch vom Hause mit wiederholtem Hervorrufe, an welchem auch die Herren Puls, Raul und Frau Fontaine ihren Antheil hatten, gewürdigt. Der Besuch war gut. — Samstag wurde „Lucia" mit sehr gutem Erfolge gegeben, an welchem Herr Fontaine und Frau Franke nb erg den größten Antheil hatten und vom Publicum wahre Ovationen erhielten. Venelle Post. (Driginal-Telegramm der „Laibacher Zeitung.") Wien, HO. September. Neichsrathssiz-zunss. Unter Betheiligung aller Parteien wurde Hopfen zum Präsidenten, Vidulich und Kuen-burg zu Vicepräsidenten ssewählt, und der Adreßantraa. Pascotini s mit Majorität an« genommen. Nechbauer erklärt Namens der Verfassungstreuen, dieselben können nicht in meritorische Behandlung der Vleichörathsvor-lagen eingehen, so lange nicht alle Mittel zur Reichsrathsbeschickung Vöhmcns erschöpft seien und stellt den Dringlichkeitsantrag, die Negierung aufzufordern, die Neichsrathsvertagung zu veranlassen. Die Dringlichkeit des Antrags wird abgelehnt. Nächste Sitzung morgen. Tagesordnung: Adreßantrag. Se. Majestät der Kaiser haben folgendes Handschreiben an den Herrn Statthalter in Stcicrmark zu richten geruht: „Lieber Freiherr v. Kübeck! Bei memem diesmaligen, zu Meinem Bedauern nur kurzen Besuche der Steiermart uud ihrer Hauptstadt sind Mir von der Bevölkerung aus allen Theilen dieses schönen Maudes die vielseitigsten Beweise treuer Anhänglichkeit und patriotischer Gesinnung entgegengebracht worden. Eben so erfreut über diese herzlichen Kundgebungen, als im hohen Grade befriedigt von den durch die gelungene Ausstellung zur Anschauung gebrachten bedeutenden Fortschritten iu der Industrie und ^andwirthschaft des Landes, sowie von dem sichtlichen Aufschwünge seiner Hauptstadt, beauftrage Ich Sie, der Bevölkerung für den festlichen Empfang Meinen anerkennenden Dank bekannt zu geben und dieselbe Mciuer besten Wünsche für das fernere Gedeihen des Landes, sowie Meines kaiserlichen Wohlwolleus zu versichern. Graz, am 22. September 1870. Franz Joseph in. p." Die von Sr. Majestät dem Kaiser ernannte Commission, welche die Truppen und die Magazinsvorräthe der ganzen Armce besichtigen soll, um die zuverlässigste Ueberzeugung von dem wirtlichen Zustande der Truppen-ausrüstung zu gewinnen, ist Mittwoch von Pilsen in Prag angekommen und entfaltete bis Samstag Nachmittags ihre Thätigkeit. Freitag Abends ist dieselbe über telegraphische Ordre nach Wien abgereist. Die Commission besteht aus dem l. l. Generalmajor Pürler v. Pürt-hain; dem t. t. Obersten Catty, Commandanten des Infanterie-Regiments Nr. 21 ; dem l. l. Obersten von Schemel. Commandanten dcS zweiten Hußareu-Regiments; dem k. k. Oberstlieutenant dcS Artilleriestabes Pettidcs, zugetheilt bei der ersten Section deS technisch administrativen Militärcomit6's und dem KriegscommissariatS-Adjunclen Johann Ianiczcl. Oesterreich steht in Gefahr, eineu seiuer besten Söhne zu verlieren. Die Krankheit des Siegers von Lissa, Admirals Tcgetthoff, hat eine solche Wendung genommen, daß sie eine Genesuug uicht mehr hoffen läßt. Eine Operation, auf welche mau vor wenigen Tagen noch große Hoffnungen setzte, mußte unterbleiben, da die Mehrzahl der consultirenoen Aerzte das Gcliugen derselben entschieden vcrueiute. Die Krankheit des Admirals besteht in einem Krcvöleioen der Zunge. Die Lage Frankreichs nach dcm Abbruch der Frie« densoerhandlungcn wird von der Wiener „Presse" als hoffnungslos angesehen, wenn es nicht gelingt, Zeit zu gewinnen, weil Straßburg, ohne Entsatz, in wenigen Tagen fallen muß und dann ein ansehnliches Corps disponibel wird, das mit dcm Bclagerungscorps von Toul vereint, jede Diversion vom Süden zu vereiteln im Stande ist. Von Bedeutung für die momentan sehr ungünstige Lage Frankreichs ist auch die neueste telegraphisch signa« lisirte Aeußerung des „Journal de St. Petersbourg" das die von Bismarck in Ferriöres gestellten Friedensbedingungen ganz billig findet. Der „Presse" wird aus Berlin, 25. September, telegraphirt: Der „Staatsanzeiger'' meldet aus Nanzig, die Justizverwaltung von Lothringen sei gegenwärtig un» thälig, weil die französischen Richter sich weigern, anders a'ls au nom äu p6Us»1s srun^i» zu sprechen, während der Gou-verncur au now äo 1' amnerem- fordert. Dic Stim» mung der Bevölkerung sei hochgradig antipathisch. Ueber die Begegnung IuleS Favre'S mit Bismarck wird der „Krcllzzcitung" aus dcm Hauptquartier La Fe< riöre geschrieben: Favre kam am 19. Nachmittags von Paris und wohnte mil zwei Vecrctärcn in ciucm Bau-ernhause, die Aulunft des Bundeskanzlers erwartend. Nachdem diese erfolgt und BiSmarck gespeist halte, erfolgte die Unterredung, welche von 9 Uhr bis Mit'"' nacht dauerte. Am 20. Morgens ist Favrc wieder ab gereist, uachdem demselben besseres Quartier im Dorfe beim Verwalter deS Nothschild'sche,, SchlosscS verschafft worden war. Die Rcsulwllosigseit ist bekannt. Zahlreiches schweres Belllgerlmgögeschntz geht iibcl i Toul nach Paris. Telegraphischer Wechselcours vom 26. September. 5perc. Metalliaue« 57.40, — 5pcrc, MrtalliqueS mit Ma>-und November-Hiuscn 5»7.40. — 5pcrc. National-Anlehcn 6-- 1860er Staals-Anlcheu 92.10. - Banlaclien 715 - Lrcdit' Actien 256,75. - i.'o»don 124 60. - Silber 123. -. — Kl. Miluz-Ducateu 5.87j. — Navolcouo'ors 9.02. Handel und Uolkswirthschastliches. Der Waarenverkehr auf der Staatsbah" nimmt seit einigen Wochen solche großartigen Dimensionen an, daß derselbe selbst die Jahre 1867 und 1866 über-flUgeln dUrfte. Auf der nördlichen Strecke von Brunn bis Vodenbach verkehren täglich Lastziige mit zusammen 3s.00^ bis 47.000 Ccntnern Ladung. Der größte Theil der Fracht ist Getreide und Mehl aus Ungarn,' für das Ausland bestimmt, aber auch andere Guter jeder Art gehen i« ungewöhnlich großen Quantitäten in das Ausland. Die doppelt !«nd dreifach verlängerten Irachtenmagazine des Prager Staatsbahnhofes tonnen die Waaren uicht mehr fassen» Dieselben müssen gegenwärtig in der Personenhalle und selbst im Freien aufgestapelt werden. In Folge dieser Ueberfüllung wurden am 24. d. im Slaatsbahnhofe zu Prag keine Güter aufgenommen. Angekommene Fremde. Am 25. September. Elefant. Die Herren: Nalod, von »ludolfswerth, — Ezajanel, Ingenieur, von Lack. — Schnabel, von Wien. — Go'dsclie, Kaus' manu, von Mainz. - »iendich, von Trieft. - Paber, Grundbesitzer, von Oörz. Stadt HUic». Die Herren: Lenccl, Studircnder, von Klauce. - v. Aacho, von Trlest. — Keclimitzer, von Wien, — Kirche's, von Aue, - Deut, von Wien, — Äruß, Kaufmann, von Wien-Christ, Kaufman«, von Wien. - Htlcmeut, l. l. Acamte, von Trieft. -- Graf Auersperg, Gutsbesitzer, von Molritz. -^ Teutschert, Kaufmann, vou Breslau. Baierischcr Hof. Herr Albori, l. l. Hauptmann, von Wr.» Neustadt, Mohre«. Die Herren: Dr. Perinello, Gruudbes., vou ' Morgc»: Htörenfricd. Lustspiel. ^^. Meteorologische HeliliuchtuiMll in Kuihuch^ 6 U. Mss. 328 9i ^- 6 u windstill f. ganz bew. 26, 2 „ N. 32«,3i -j-12.3 SO. schwach ganz bew. 0.0" 10 „ Ab. 328.?« > ->- 9.z SO. schwach ganz bew. . < Tagllber bewiillt. Wolkenzug aus NO Das TageSM'U" der Wärme -j- 9 2", um 1'9" unter dem Normale. ^. . Hjerautwortlicher Redacteur: Ignaz v. Kltinmayr. Äl" « l. «'^.4 2»i«n 24 September Nur das Vorgeschäft war matt. An der Börse selbst rrwarmte die Stimmung und die Umsähe vollzogen sich, obwohl in engeren Grenzen als sollst, Ml cNVMHl. bei fester Haltung im Ganzen uud steigender Tcndeuz riicksichtlich eiuer Anzahl vmi Effecte.,. ^ /U. Allgemeine Staatsschuld. Mr 100 fl. Geld Waar? Einheitliche Staatsschuld zu 5 pCt.: in Noten verzins!. Mai-November 57.50 57.70 „ „ „ Februar-August 57,50 57.70 „ Silber „ Jänner-Juli . 6« 60 66.70 „ „ „ April-October. 66.60 66.70 Steueranleheu rückzahlbar ti) - ""-— —>— LoseoI. 1«39..... 239.— 241.- ,. « 1854 (4"/«) zu 250 f!. 83.50 64.50 ,. .. 1860 zu 500 fl. . . 92.50 92.70 « „ I860 zu 1YY fl. . . 103 — 104.— ''. "^U64 zu 100 fl. . . 115.75 116.- Staats-Domanen-Pfandbriefe zu 120 st. °.W. in Silder . . 12150 1"2 - ». Grund.nnastun^-vbliaation.n. FUr 100 si. Geld Waare Vvhmen .... zubp.«ab« . . , . 189,75 '90 25 ^embtrli-Lzerll.«Iassycr-Vllhn . 200.50 201.— i.'loyd. üsterr........333.— 335.— ! Omnibus........93.-95." jNudolfs-Bahu......164,50 165.— ^Siebenbllrger Bah« . . . . 169— 170.—s Staalßbahn.......380.— 381.— Sudbahn . ......181.- 181.50 Slld-nordd, Perbind. Bahn . . 172.— 173.— Theiß-Bahn.......231.50 232,— Tramway........15575 156.— «. Pfandbriefe (fllr 100 fl) Mg. 4^7 Hamburg, silr 100 Marl Bauco 91.75 9l.v" Loudou, filr 10 Pfuud Sterling 124.15 I24.H" Paris, fiir 100 Fraucs . . . '-.-- ^'^ Gonr« ver Geldsorten Geld Wa°" «. Mltnz-Ducatei. . 5 fl. 84 lr. 5 fl. A."' NapoleonSb'or . . 9 ,. 88z „ 9 ^ «^, " Vereinslhaler... 1 „ 82j. ^ " ^' " Silber . . 122 „ 35 „ 122 « 60 „ Krainische Gruubentlastuugs - Obligationen, P"-vlltnotirung: —.— Geld, — Waare.