LmbachelWMtlma. Nr. 141. Prä »uiliernl ioilsprci 1: Am llomptoir »jouzj. st.il, hlllbj. fi. 5.50. ffllr die Zustellung ins Hau« H.MI. ''.olr. Mit dc, Post gauzl. si.','», halbj. st. 7.50. Moutag, 22. Juni Insert« oneuel'ühr l>l« ,0 feilen : imal 3« lr., 2m. 80tl., 3m. > fi.; sonft pr.Zcile im. «lr» «m. X lr,, 3m. I0lr. u. s. w. InscltiVNsftcmpcl jebesm. 3U l». 1868. Amtlicher Theil. Se, t. l. Apostolische Niajcstät habcn „lit Allerhöchster Entschlicßnng vom 10. Juni d. I. den Sections rail) Friedrich Ritter v. Nosncr zum Ministcrialrath in: Finanzministcrinm uud den mit dem Titel und Charakter eines Scclionsrathes bekleideten Ministerial-secrctär Dr. Julius Ficrlinger zum Scctionsrath in diesem Ministerium allcrgnädigst zu ernennen geruht. Se k t Apostolische Majestät habcu mit Allerhöchster Eutschlicßuug vom 12. Mai d. I. allerguädigst zu genehmign geruht, daß der Professor am baltischen Pol'ytcchnicum in Riga Dr. A. Tocftlcr als ordentlicher Professor der allsscmcinen nnd cxperimentcllcn Phystk an die Universität in Graz bcrufcii wcrdc. Hasner m. ^. Nichtaintlicher Theil. England und Uußlaud in Asien. London, 15. Iuui. Zwischen fünf bis sicbcn Millionen Pfund Sterling find angegeben worden, nm die paar Gefangenen i» Abyssinicn hcranszuhanen. Viele werden zweifeln, ob es sich der Mühe lohnte, nm cnn-ger Prediger willen, wegen denen der blutige Tanz los-aina eine so ungchcnrc Summe auszngcbcn. Kaum ,st indessen der Fcldzna gegen den Halbbarbaren Theodor - der übrigens etwas von Ingmtha scher Großc an sich halte ' beendigt, so heißt es schon, das siegreiche englische Heer sei bestimmt, im Nordwcsttn von Indien gcgcn da/ vordrängende Rußland Sttllnng zn nchnlcn. Die Engländer sind bekanntlich, was man auch l^ sonst gcgcu sie sagen mag, nicht geneigt, mit ihrcr „Moire" zn dramarbasiren, ouwohl sie zn den tapsen slen Nationen zählen. Mit wenigen Ausnahmen ist daher der in Afrika erfochtene Trinmph ruhig hingenommen worden. Dcr Unterschied dcr Kräfte war freilich anch gar aroß gewesen, nnd Theodor kämpfte im Grunde emcn Koinpf 'dcr Unmöglichkeit. Daß übrigens die Niederwerfung dcs Abyssinicr-Fürstcn dcin englischen Namen in Indien zugntc kommen, da,; der Sieg be. Magdala da;» dienen wcrdc, ans dic Bcvolkernngcn dcö kolossalen britischen Reiches in Asien M'cn tlc cn Em-drnck zn machcn; daß somit das in Afrika sthc'ubar verschwendete Geld nnd Vlut auf dcr anderen Seite des arabischen Meeres seine Früchte tragen wcrdc: dieser Hosfnnua. hat man sich hier, wenigstens in hohcrcn politischen nnd militärischen Kreisen, vielfach hingegeben. Es ist schwer, über das, was zwischen dem Aral-See nnd dcn Ghnr- nnd Hindutnsch-Bcrgcn vorgeht, ' genaue Kenntniß zu erlangen: aber daß die Russen daselbst vordringen, M'lcrlicgt keinem Zweifel. Vor ctwa vierzehn Tagen' traf hier eine Depesche aus Bombay ' cin, dahin 'lautend, daß dic Rnsscn die Vucharcu m einer großen Schlacht besiegt hätten, daß der Emir in der Schlacht gefallen und die Hauptstadt Buchara uach> lräglich uou dcn Sicgcrn gestürmt worden sei. Es ist Möglich, daß dies wieder einmal eine „Talarcnbotschafl" ist. Man hat dcrcn schon viclc aus jcneu Gegenden bclommcn. Iiidesscn l>t Rußland seit mchrcrcn Jahren erkleckliche Fortschritte gcgcn Indien hin gemacht und Wiirdc sich dic genannte Nachricht bestätigen, so ware cs für England, wenn cs scin indisches Rcich halten will, lvohl hohe Zcit. an dcr nordwestlichen Grenzc dcssclbcn etwas anfznpasscn. Was frühcr die ..nnabhängigc Tatarcl" hieß, besteht seil einigen Jahren imr noch dcm Namcn nach: cin gwßcr Theil dcrsclbcn ist cntwcdcr >:nmi!tclbar oder mittelbar dcm moskowitischcn Einflüsse uulcrlcgcu. Diese Tatarci oder Tnrkcstau, war bckaunllich bisher iin Nor-dcu von Asiatisch^)l'nßland, im Südcn von Afghanistan und Aritisch^udicn begrenzt. Seine Bcoöllcrnng war trotz dcr großcn Ausdchuung des Gebictcs nur ctwa 7,000.000 Es bestand aus ciucr Anzahl Staaten oder «hanntc, von welchen Khiua im Nordwcslcn, Khokand i»i Nordostcn und Änchara im Süden dic hanplsach-lichstcn bildctcn Dcr erste Angriff dcr Russen war gegen Khiua gerichtet, das jetzt seit einigen Jahren ,n ihrem Besitze ist Die Unterwerfung Khotands erfolgte 1865. Inl selben Jahre wurde dic russische ..Provinz Turkestan" organisirt. Seitdem bekriegte Rnßland die Bucharen; man hürtc mehr oder weniger Zuverlässiges über Kämpfe und Friedensschlüsse — so noch von cinem Vcrtragsschlnß im vcrsiosscncn Jahre. Wenn man jedoch jener Vombaycr Dcpcschc Glauben schenken will, so wäre Buchara schließlich vou demselben Schicksale betroffen worden, wie Khiva lind llhokand. Damit würdc Rnßland beinahe zum nnmittclbarcn Nachbar dcr britischen Herrschaft in Indien uud „die in Asien parallel neben einander laufenden Interessen dcr beiden Mächte", wic Pallncrston eS nannte, kämen in die Gefahr des feindlichen Zusammenstoßes. Rußland bat natürlich stets, behauptet, es hcge keine feindlichen Absichten gcgcn England; allein das Aufeinandertreffen könnte, obige Angabc als verläßlich vorans-gcsctzt, tanm fehlen. Das taspischc Meer ist ganz im Besitze Rußlands, das somit leicht seine Trnppcu an die Westküste der ehemals unabhängigen Tatarci werfen kann, nnd außerdem ist beabsichtigt, die uciic Provinz Turkcstau durch eine Eisenbahn mit dcm übrigen Theile des Reiches zn verbinden. Dics alles ist geeignet, weiter-blickende englische Staatsmänner zn beschäftigen, nnd so darf man wohl erwarten, daß die siegreiche Armee, die soeben aus Abyssiuicu zurückkehrt, bald wieder Verwendung ans asiatischem Vodcn erlangen wird. (N.Fr.Pr.) 50. Sitzung ics Herrenhauses vom 1l». Juni. Anf dcr Ministcrbant: Sc. Excellenz Herr Minister Dr. Brcstcl. Präsident Fürst C oll o redo eröffnet nm halb 12 Uhr die Sitzung. Nach Bcrlcfuug und Genehmigung des Protokolles dcr letzten Sitzung wird dcr Einlauf mitgetheilt, darnn-tcr befindet sich cinc Zuschrift dcr Staatoschulden-Eon-trolö-Eommission, betreffend ihre Coustituirnng; ferner mchrcrc Zuschriften vom Präsidium dcs Abgeordncten-hanscs, in wclchcu die vom Abgeordnetenhansc gefaßten Beschlüsse, darunter die Finanzgcsctzc, mitgetheilt wei den. Es erfolgt sodann dic erste Lesung dcr vom Abgc-oldnctcnhansc üderinitlelten Gesetzentwürfe. Die Fiuauz-gcsctzc wcrdcu dcr Vudgetcommiffion; das Gesetz, wo-dnrch die Znlässigkcit dcr Amortisationen vou Talous aufgehoben wird, dcr juridischen Eommission, endlich das Gesetz, betreffend die Ermächtigung dcr Regierung zur Bcdcckuug cincs Nachtragscrfordcrnisfcs für dic politische Verwaltung, gleichfalls dcr Budgctcommifsion zur Vor-bcrathnng zugewiesen. Es wird fodann znr Tagcsordnuug übergegangen. Als crstcr Gegenstand gelangt dcr Bcricht dcr Bnd-gctcommisjiou übcr dic Gesetzentwürfe, betreffs dcr Umwandlung der Schuldtitcl dcr bisherigen allgcmcincn Staatsfchnld, dcr Erhöhnng dcr Gebühr von Lottcricgc-winnstcn und dcs Verkaufes von unbeweglichem StaatS-cigcnthumc zur Vcrhaudluug. Äiachdcm Berichterstatter Frhr. v. Hock dcu Bericht vcrlescu, wird die Gcucraldcbattc eröffnet, Es nicldct sich znm Wort Graf Auersperg: Es ist vor allcm auch im Ansschnssc die Frage angeregt worden, in wic weit dcn vorgeschlagenen Gesetzen das Princip dcs NcchtcS nnd der Gerechtigkeit zn Gnmd liege, nnd da sind mir doch ciuigc Bcdcnkcn anfgcstoßcn. Es wird im Berichte anf das Stcncrgcsctzgcbnngsrccht hingewiesen nnd darauf, daß sich im Staate cin gcwisscr Dnalismns vcrcinigc; dic Eigenschaft als Staat nnd als Priualschiildncr. Es muß dicscs nähcr ins Aiigc gcfaßt wcrdcn. Dcr Staat hat bci vielen sciucr Vcrtrügc dadlirch, daß cr sic für stcncr-frci erklärte, anf scin Stcucrrccht ucrzichtct. Icdcr Versuch dahcr, dic Besteuerung solchcr Eoupons zu beschönigen, ist mißlungen, uud uur die Nothwendigkeit kaun hicr entschuldigen. Ebensowenig lassen sich die Zuschläge zn dcu bcstchcndcn Stcucrn rechtfertigen. Man spreche also nicht von Rechten, sondern sagc offcn dic Wahrheit, daß man dcr Nothwendigkeit wcichc. Gcrccht wäre cS gcwcscn, erklärt weiter Redner, dic vom Sisti-rnngöministcrinm vcrfasslingswidrig abgeschlossenen Anleihen nicht anzuerkennen. Ein mir bcfrcnndclcr Redner hat au cincm andcrcn Orte ausgesprochen: das Capital ist constitntioucll geworden. Nnn, daß cs nicht aller Ortcu durch und dnrch constitutioncll geworden ist, das hat cbcn jene Periode bewiesen. Allein das Hans, wcl-chcs in erster Linie in Finanzfragcn berufen ist, hat aus höhcreu Rücksichten von diesem Einspruchsrechte tcincn Gcbranch gemacht, und so glaube ich, daß auch dieses Haus gleichfalls aus jenen höheren Rücksichten keine Einsprache erheben wird. Ich stelle nun die Frage, wofür werden uns die basten auferlegt, wofür follcn wir sie bringen? Und da sage ich; für die StaatSidce Oesterreichs und für das Bestreben, dem Rechte und dcm Rechtsbe-wnßtfcin wenigstens so weit Rechnung zu tragen, als es in dcm Maßc unserer Kräfte liegt. Vom liberalen Standpunkte möchte ich aber auch ciu Interesse daran finden, daß wir diesem Gesetze bei-stimmen, weil ich alles beseitigt wissen will, was irgend im geringsten ein Hinderniß scin könnte für die große und schöne Mission, welche das gegenwärtige, welche nur ein parlamentarisches Ministerium zn lösen berufen; ich sage das gegenwärtige Ministerium vor allem ist berufen, daö große Vaterland zn erretten und zu erhalten durch jcnc Grundsätze und auf jenen Wegen, auf welchen cs bisher gewandelt ist. Dieses Ministerium zn nntcrstntzen, so weit cs in nnsern Kräften liegt, halte ich für nnscrc Pflicht, und einc solchc nicht nnwesent-lichc Unterstützung finde ich in dcr Annahme dieser Gesetze. Ans dcm Berichte geht hervor, daß das Deficit noch nicht aufgehört hat. Wollen wir den Grund def sen wissen, müssen wir aus die Urquelle zurückgehen, aus welcher das Deficit entstanden ist; es ist die schlechte Politik dcr früheren Jahre und das übergroße Mili-türbudgct. Es ist ein für ^aien dclicatcr Gegenstand, in das Detail dieser Frage einzugehen. Icdcr Militär von Fach, der zugleich cin gnt österreichisches Herz hat, muß fühlen, daß die Aufgabe, die Armee zu erhalten, nicht znglcich die Aufgabe sein kann, die Kräfte dcs Landes zu ruinircn, die ganze Bcvölleruug am Ende zu !!!>!>»'»">» <'!>n!ri'l)n< »s pl>l»5 zu machen. Allein auch in dieser Beziehung habcu wir die Beruhigung, zum crstcn male ans dcm Munde eines Mitgliedes dcS Mini-stcrinms die Versicherung erhalten zu haben, daß in dieser Hiusicht nach Kräften hingewirkt werden wird, nm cme Ermäßigung jcncs Etats zn erstreben. Schließlich will ich mcin Bedauern aussprechen, das; die Zcit so tnrz war, daß eben in dieser so wich tigen Angelegenheit nicht gründlicher, nicht tiefer cinge> gangen wcrdc, nicht manche nützliche Aenderungen nnd Anträge gcnwcht wcrdcn können. Anderseits beruhigt mich jedoch, daß dicscs Haus verfassungsmäßig in Angelegenheiten dcs Finanzwesens zn cincr Mitwirkung erst in zweiter Linie bcrnfcn ist und daß somit auch die Verantwortlichkeit dicscs hohe HauS rrst in zweiter Linie treffen wird. Aus diesen Gründen wcrdc ich für die Annahme dicscs Gesetzes stimmen. R. v. Schmcrlin g .- Ich muß vor allcm gleichfalls mcin Bedauern aussprcchcu. daß das HauS nicht in dcr Lagc sein kann, übcr diesen so wichtigen Gegenstand cin cingchcndcs Urlhcil abzugeben, wie cs eigentlich nothwendig wäre, dnrch dic Umstände ist es uns beinahe znr Unmöglichkeit geworden, an den Beschlüssen dcs Abgeordnetenhauses Aenderungen vorzunehmen. Ich bctlngc das deshalb, wcil cö sonst doch vielleicht möglich gcwcscn wärc, auf die ursprünglichen Regierungs-auträgc zurückzukommen, wclche ich nach jeder Richtung hin für besser halte. Diese Borschläge haben nicht nur für cin, sondern für eine Reihe von Jahren Vorsorge getroffen. Ein anderer Vor;ng derselben besteht darin, daß sie einc gleichmäßige Bclnstnng für alle enthalten. Speciell fchcint mir auch daS Gesetz übcr die Unification dcr Staatsschuld, wie cs die Regierung beantragte, bedeutend vorthcilhaftcr zn scin, dcun nur in diesen An« trägen dcr Regierung ist keine Rechtsverletzung vorhanden. Auch die Form dcr Unification, wie sie das Ab-gcordnctcnhans beschlossen, halle ich nicht für die zweckmäßigste. Ich hätte am liebsten gewünscht, hievon einfach cinc 20pcrc. Steuer zu erheben, dadurch war am besten das Steucrrccht gewahrt uud anderseits tonnte dann von einer Reduction kcinc Rede scin. Das Stcucrrccht dcs Staates ist unbestreitbar und nnzwcifclhaft und somit kann gewiß auch der Coupon bcstcnert werden. Allein hier müssen doch auch die Fol« gcn ins Auge gefaßt werden. Gerade in cincr Zeit. wo die Prcisc auffalleud stcigcn, sind wir daran, oc» weitesten Kreisen ihr Einkommen zn schmälern. Nur schmerzlich kann ich dahcr diesen Vorschlägen beistimmen, wcil cs eben die Nothwendigkeit erfordert. Frcih. v. Mertcns: Ich will die Theilnahme und das Wohlwollen dcs hohen Hauses für eine Classe vou Personen wach zu rnfen suchen, die durch das CouponSslcuergesetz am härtesten getroffen werben. ES sind dieses die Witwen und Waisen von Militärper» soncn, die ihre Cautionen in Staatspapieren niederzu» legen gezwungen waren. 1046 Es ist diese Frage bereits im Abgeordnctcnhausc zur Sprache gckommcn und daselbst auch dcr Antrag gestellt worden, die Pensionen bis (>00 fi. frei zu lassen. Der Herr Finanzministev hielt den Antrag für nicht ain Platze und erklärte übrigens, daß er jedenfalls bereit sei, auf die Verhältnisse Rücksicht zu nehmen. Auf meine Frage, wie dieses zu verstehen sei, erwiderte dcr Herr Finanzmiuistcr im Ausschüsse, daß er in einzelnen Fallen im Gnadenwege eine Ergänzung der Hciratscautious-Intcrcsscn eintreten lassen wolle. Ich möchte nun das hohe Haus bitten, daß die Witwen nicht gezwungen werden, das, was ihnen als gegründetes Recht zusieht, als Gnade erbitten zu müssen, um so mehr, da dcr Betrag, dcr dabei in Frage kommt, nicht gar so groß ist. Nach ämtlichen Erhebungen beträgt die ^ummc dcr Cautioucn, welche in Staatspapiercn erliegen, bei 50 Millionen. Dcr Antheil dcr Witwen vou Militärs macht kaum 5 Millionen aus. Die Zinsen dieser Millionen betragen daher nur 250.000 fl. und dcr fünfte Theil dieser Summe, welchen die Witwen durch die Steuer verliere« würden, ist 50.000 fi. Allein es wird sich kaum um 40.000 fl. handeln, uud da glanbe ich wohl, kann Rücksicht geübt werden. Ich stelle daher den Antrag, es sei die Regierung aufzufordern, das Geeignete zu veranlassen, daß die Hciratscautions-Iuler-esscn dcr Witwen von Militärs bis 000 fl. von dcr Steuer frei bleiben, Finanzministcr Brcstcl: Die Regierung durflc sich dcr Thatsache nicht verschließen, daß durch den mit Ungarn geschlossenen Ausgleich sich die Sachlage wesentlich geändert habe; wie die Verhältnisse noch im vorigen Jahre standen, waren die Staatsschulden vom Gefammt-staalc zn tragen; es lastete daher die Verpflichtung auf sämmtlichen steuerpflichtigen der ganzen Monarchie- dnrch den Ausglcicl', 5cr mit Ungarn getroffen wurde, hat Ungarn es abgelehnt, jenen vollen Betrag zu nbcrueh men, der vcrhältnißmäßig anf cS gefallen wäre. Die diesseitigen Lander waren aber nicht in dcr Vage auf das, was sie hätten fordern können zu bestehen; sie hätten dadurch die Ordnung dcr Verhältnisse, das Bestehen des Slaatcs und znglcich das Interesse der Staats-gläubigcr gefährdet. Die diesseitigen Münder mußten daher die Anträge dcr Ungarn unfreiwillig aunehmcu, daraus könnte jedoch für sie leine Verbindlichkeit erwachsen, den von den Ungaru abgelehnten Betrag zn übernehmen. Es blieb also nichts übrig, als diesen Betrag im Wege der Bcsteucrmig des Staatsgläubigers einzubringen, das ist der Standpnntt von dem die Rc yieruug bei ihren Vorschlägen ausgegangen ist. Dao Abgeordnetenhaus hat nun den Betrag, den sich die Uugarn zu übcruehmcu geweigert haben, höher angeschlagen nnd dem zu Folge auch eine höhere Besteuerung festgesetzt, zugleich aber auch die Conversion in eine zwangsweise vcrwaudclt. Dieses war eine nothwendige Folge von dem Momente an, als man die Steuer höher stellte. Da die Ordnung dcr Finanzlage einmal geschehen muß, so blieb der Regierung nichts übrig, als, wenn mich uugcrn, den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses beiznslimmcn. Ebenso mußte die Regicruug, nachdem die Vermögenssteuer abgelehnt wurde, nnd nachdem sie jeden Credit vermeiden will, auf die Erhöhuug dcr bestehenden Steuern eingehen. Was den Antrag des Freih. von Mcrtens betrifft, so wird sich die Regierung demselben nicht widersetzen. Nach einigen furzen Bemerkungen des Berichterstatters Freihcrru v. Hock wird zur Spceialdebattc gc-schritten, und zwar zuerst über das Gesetz über die Um-wandlung der verschiedenen Schuldtitcl dcr bisherigen allgemcincu Staatsschuld. Freiherr v. Hock rechtfertigt den Schlußsatz des H 1, wonach das 20'Frankcnstück gleich acht Guldcu zu berechnen sei. Im Gesetze sei zwar von einer Zahlung in Gold nichts erwähnt, allein mit Rücksicht anf den einzuführenden Goldmünzfuß sei dieser Satz immerhin gerechtfertigt. § 2, dcr die Ausnahmen von dcr Convcrtirung feststellt, wird ohne Debatte angenommen. § 3 bestimmt die Modalitäten dcr Umwandlung und wird nach einigen rechtfertigenden Bemerkungen des Berichterstatters über die verschiedene Höhe dcr Eouvcr-tirungsziffer angenommen. H 3 bestimmt den 20pcre. Zinscnabzug vou allen von der Couvcrtirung ausgcuommcucn Papieren. (Wird angenommen.) tz 5) bestimmt das Aufhören der Verlosung und des Rückkaufes dcr zur Convcrtirung bestimmten Papiere. (Angenommen.) § 6 und 7, die Vollzugsclauseln enthaltend, wird ebenfalls angenommen. In dcr weiteren Verhandlung wird das Gesetz, betreffend die Erhöhung der Gebühr von ^ottericgcwinnstcn, das bcl Voien dcr Slaatslottcricn 20 Percent' bei ^osen der Privatlotterien l5> Percent bestimmt, angenommen. Weilers wird das Gesetz über den Verkauf'von unbeweglichem Slaatscigenthumc ganz nach dcr Fassung des Abgeordnetenhauses angenommen, nachdem Graf Wicken. bürg die Ausscheidung des Gutes Ncpolomicc uou dcu zu verkaufeuden Gütern bedauert. Berichterstatter beantragt die dritte Lesung sämmtlicher dreier Gesetze, womit sich die ganze Versammlung einverstanden erklärt. Dic Gesetze werden in dritter Lesung zum Beschlusse erhoben. Der Berichterstatter bringt folgende Resolution vor: 2. Das hohe Haus wolle folgende Beschlüsse fassen: i<) „Indem das Haus über die Besteuerung nnd Umwandlung der fundirtcn Staatsschnld Beschluß faßt, erklärt dasselbe, daß es seine Absicht nicht sei, hicdnrch die Anerkennung dcr rechtlichen Verpflichtung zur Zahlung von Staatsschulden, welche ohne verfassungsmäßige Zustimmung der Rcichsvertrelüng contrahirt wurden, ausznsprcchcn oder dcr Ertheiluug oder Verweigerung dcr Indemnität für derlei Anlchcn vorzugreifen." !») Die Regicruug wird aufgefordert, zur Dcckuug des Deficits für die nächsten Jahre Gesctzesuorlagen zur verfassungsmäßigen Bcyandlnug einzubringen, durch welche: üil) sämmtliche bestehende oircctc Steuern anf gerechten Grundlagen rcformirt werden, !»!>) in Uebereinstimmung mit den Bändern der uu-garischeu itronc die Eonsnmtiousstcucr anf Zucker erhöht und l'>) wcun hicdurch allein das Deficit nicht gedeckt werden tünntc, eiuc die Erreichung dieses Zweckes sichernde neue Abgabe eingefühlt wird. <,) Es feien diejenigen Salzburger Eameralforslc vom Verkaufe auszuschließen, die aus climatischcu Rück-sichtcu oder zum Schutze vou Qucllcngcbictcn dienen. Die Resolutionen wcrdcu sämmlllch nngcuomxicn. Bezüglich dcr Resolution dcs Fr. v. Mcrtcus bemerkt der Berichterstatter, daß mau uicht eine einzige Classe allein bcvorzngcu könne. Handwerter und kleine Geschäftsleute, die ihre Ersparuissc iu Papieren angelegt habcu, wcrdcu wohl cbeu so hart getroffen und ha-bcn dcnfelbcu Auspruch auf bcsondcre Berücksichtigung. Es gibt andere Mittel, diesen Witwen dcr Militärs Ersatz zu bieten, allciu eine Stcncrrcstitulio!! ist höchst gefährlich. 9t. u. Schmerling glaubt dcu Auschauuugcu dcs Berichterstatters eutgcgcutrelen zu müssen, weil es sich nur darum handelt, die Anfinertsamtcit dcr Regierung auf eine besondere Classe von Staatsangehörigen zn leiten, die durch dieses Gesetz hart getroffen wcrdeu. Ucbri-gcns, meint Redner, können die Witwen nicht mit Handwerkern verglichen werden, weil dcr Staat die Witwcn gezwungen hat, ihr Geld in Staatspapicren an;nlcgcn. Freiherr v. Hier tens rechtfertigt noch einmal seinen Antrag. Freiherr v. Handel lies einige Briefe von Osfi-cierswitwen vor, die alle ihr bitteres Elend betlagen. Dr. Zclinla wendet sich gegen dcu Berichterstatter, iud'cin er bcmcrtt, daß das Gcsctz selbst Stencr-anonahmcn sixirt, daher eine Steucrrcstitution, wic dcr Berichterstatter bcmcrUc. te'm Unrecht sein tönnc. Der Berichterstatter v. H o ck bemerkt dem Bürgermeister von Wien gegenüber, daß es einen Unterschied von Steuerbefreiungen nnd Stcucrrcstitutioncn gebe, auf die weitere Betämpfnng des Antrages verzichtet er. Die Ncsolutiou M er lens wird hierauf mit enormer Majorität angenommen. Dcr zweite Gegenstand dcr Tagesordnung ist der Gericht dcr Budgctcommissiou dcs Herrenhauses über dcu Staatsvorauschlag für das Jahr 18l.i8. In der Generaldebatte ergreift niemand das Wort. In dcr Spccialdcbattc werden die einzelnen Positionen nebst den von dcr Commission des Herrenhauses beantragten Resolutionen, deren wichtigste die vou uus gcbrachtcu, betreffend das Ackerbauminiftcrium und das Vuttogcfälle fiud, ohne Einsprache genehmigt. Bci dcr das Ackcrbanminislcrium bctrcffendcu Resolution bemerkt dcr Ackerbanmiuistcr, daß er die Annahme dcm Hause empfehle und daß diese Resolution die Richtschnur seiner Thätigkeit sein werde. Das ganze Finanzgcsctz wird hierauf angenommen und zum Beschlusse erhoben. Graf Wickcnb u rg beantragt Schluß der Sitzung. Der Schluß dcr Sitzuug wird abgelehnt. Das Gefctz über Handels- und Gcwerbclammcrn wird <» lilm: angcnommcu und iu dritter Lesung zum Beschlusse erhoben. Das Gcsctz über Erbfolge iu Bauerngütern wird ebenfalls ohne Debatte angenommen. Schluß dcr Sitzuug halb 4 Uhr. Nächste Sitzung Dienstag. Dcr StaatölMllnschllig sür 1868 im Herrcnhause. Wieu, 18. Juni. Es licgt uns nun auch der Bericht der Budget-Commission deö Herrenhauses über dcu Staatsvoranschlag für das Jahr 1808 vor. Die Bndget-Eommissiou hattc z:-.- Zeitgcwiuuuug ihvc Ar-beiteu bcgonucu, ehe uoch die Beschlüsse des Abgcorductcn-hanscs an sie gelangten. Hiedurch ist die Commission in den Stand gesetzt, schon jetzt, zwei Tage nachdem jene Beschlüsse mit dcm Schreiben dcS Präsidiums dcs hohcu HcrrcuhauseS vom l^. d. M. ihr übermittelt wurdcu,'Bericht über dicsclbcu zu erstatten. Die Commission hat geglaubt, dem Beispiele dcS Budget-Ausschusses des Abgeordnetenhauses folgend, für diesmal von einer tief eingehenden Kritik dcr vorliegenden Ziffer-ansätzc ganz absehen und selbst die Anträge auf Rcso-lutioucn dcs hohcu HaufcS auf einige wenige unerläßliche beschränken zu sollen, weil bereits fast die Hälfte dcs Rechnungsjahres verstrichen ist und somit der Regierung die Zeit kam» gegönnt wäre, ihre Verfügungen den Beschlüssen dcs RcichSralhS gemäß abzuändern, uud weil dcr vorliegende Voranschlag, zum Theile von einem unnmehr abgetretenen Ministerium, zum Theile, wenn auch von dein gcgcnwärtigcu Ministerium, so doch z» einer Zeit verfaßt, wo es noch nicht zu festen Entschließungen über die zu ergreifenden Maßregeln gelangt sein tonnte, nicht jenen Charakter dcr Abgeschlossenheit an sich trägt, dcr eincu scharf formnlirtcn Gegensatz der Ansichten hätte hervorrufen können. Ebenso sah sich die Commission dnrch den Wunsch, die ersehnte Beendigung dcr gegenwärtigen Reichsraths-Session nicht noch länger hinauszuschieben, veranlaßt, über manches hinanszu-gehen, was ihr an einzelne» Beschlüssen dcs Abgeordnetenhauses weniger zweckmäßig schien. Sie hat sich begnügt, das, was in ihrem Schoße an den Regierungsvorlagen uud den Beschlüssen des anderen Hauses zu bemerken gefunden wurde, gewissermaßen als Anhalts-punkte für die gewiß nicht ausbleibende eindringliche Bcrathnng des Budgets dcs nächsten Jahres iu diesem Berichte zu verzeichnen, und was das Budget des Finanzministeriums betrifft, in dein Anhange II die Gegenstände anzugeben, über welche nach eingehenden Erörterungen im Schoße dcr Commission von Sr. Excel-lenz dcm Herrn Finanzministcr die gewünschten Aufklä rungcn ertheilt nnd Berücksichtigungen für die Zukunft zugesagt wurden. Ans dicscm Gruudc wird auch an den Ziffcrausätzen dcs Budgets uud an dem Texte dcs FinanMsctzcs, wic sic vom Äbgcordnclcichlnisc gestellt worden sind, eine Acndcrnng nicht beantragt, und die Commission schlägt vielmehr vor: „Das hohe Haus wolle dcm uorlicgcudcu Eutwurfc deS Finanz gcsctzcs für das Jahr 1808 mit dem dazugehörige» SlaatSvoranschlagc seine Zustimmung ertheilen." Was die besonderen Bcmcik»ngc» und was die Anträge dcr Commijsiou betrifft, so beschränke» sie sich auf ciuigc wenige Capitel nnd Titel dcs Budgcls nnd auf einen Artikel dcS Finanzgcsctzcs. Eincr Rcprodu^ tion derselben können wir uns wohl enthalten. Doch ist von dcu Resolutioucu Notiz zu nehmen, welche die Fiuanz-Commission in Antrag bringt. Anläßlich des Etats für das Ackcrbauministcrium beantragt die Commission: „Das hohe Hans wolle beschließen: die Rigicruug aufzufordern, im Jahre 180i> für das Ackcrbauministe-rinm eine» höheren als den sür heuer bewilligten Credit anzusprechen, wcuu hicdurch für die Bedürfnisse dcr Landwirthschafl, sowcit sic nicht aus dcu Mitteln dcr einzelnen Königreiche nnd ^ändcr gedeckt werden können, entsprechend gesorgt wird. Besonders wird für land w'tthschaftlichc Schnlcn und Wanderlehrer, Bcobachtuugs und Versuchs-Stationen, Reise-Stipendien, ein laud wirthsclMtlichcs Central-Mnscnm, die Äusschrcilmng von Preisen sür Erfindungen und Verbesserungen, Ackerbau-kammern nnd einen obersten ^andwirthschaftsrath zu sorgen sein." Die verspätete Vorlage des Voranschlages für das Jahr 1808 uud die Eile, mit welcher er berathen wer den mußte, veranlasse» die Commissiou zu dem Antrage: „Das hohe Haus wolle die Regierung auffordern, künftig das Budget mit folchcr Beschleunigung vorzulc-gcu, daß es reiflich uud noch vor Eintritt des IahrcS, für das es gelten soll, geprüft werden kann." General-Berichterstatter ist Freiherr v. Hock; die Fachrefcrcntcn sind: Freiherr u. Doblhosf für dc» Hofstaat, Rcichsralh. Staatöralh nnd Ministcrrath; Freih. v. Hock für daS Fiuanzminislcrium, die Staatsschuld, die Äcitragslcistung für die gemeinsamen Angelegenheiten ; Fürst IablonowSti für das Ministerium des Innern; Freiherr v. Mcrtcns für das Ministerium für Vandcöucrthcidignng und öffentliche Sicherheit: Ritter v. Mitlosich für das Ministerium für Enltus und Un^ terricht; Ritter v. Schöllcr für das Handelsministerium; Fürst Schwarzcnbcrg sür das Ackerbanministcrinm; Ritter v. Pipitz für das Inslizminislerium; Graf Mcr-candin für die Ncch'iunsjseontrolc. Aus Serbien. Belgrad, 18. Iuui. Die osiiciclle „Srbsk.i Noviue" erklären: Die serbische Regierung lehnt von sich jeden Gedanken ab, als könnte die Srbsla Omla-dina an dem gräßlichen Unglücke Serbiens Schuld scin, wcnn abcr cinigc Mitglieder derselben in die Sache verwickelt erscheinen, so haben diese nur anf eigene Hand, nicht aber als Organe dcr Omladina gehandelt. -— Dcr preußische Gcncraleonsnl erklärte im Namcu seines Königs das innigste Beileid über das Unglück Serbiens. Belgrad, N). Juni. Es wcrdeu noch fortwährend Vcrhaftnngcn vorgenommen. Ncucstcns wurde?ju> bomir TadicS aus Waljcvo ciugcbracht, und erscheinen durch seine Aussagen zwei in Ncnsatz lebende serbische Emigranten, Wladimir IovauovitS nud Milovan Ian-kovitü compromittirt. Im ganzen Lande herrscht unml' terbrochcnc vollkommene Ruhe. Belgrad, 1l). Juni. Heute wurde der pensio-uirte Seuator Aczika Nenadowics eingezogen. Rittmeister Mladcn Ncnadllwice hat sich im Gefängnisse mit einer Glasscherbe die Hauptadcr au Füßen und Händen zcrschuittcu. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Aus dem bisherigen Gange der Untersuchung soll her- 1047 vorgehen, daß die Verschworenen den Fürsten Alexander Karagcorgicwics nnr bcnntzcn wollten lind dieser in letzter Mie betrogen worden wäre. ____________^^ Pc stanzöstschc Rccognomrung am Nhcine. Mehrere auswärtige Blätter, namentlich auch die ..Times," hatten sich bekanntlich über eine Art Rccog-noscirung berichten lassen, welche die Straßburgcr Ml. litärbchördcn lnrzlich in sehr demonstrativer Wc.sc von Kehl aus das rechte Nhcinuscr hinab unternommen hätten Der „ Constit ntionnel ^ führt dlcsc Geschichte anf folgenden ganz harmlosen Hergang zurück: ,Seit mehreren Jahren beschäftigen sich d,c französische und die badische Regierung mit der Ncgul,rnng des Rhcinstroines. An vielen Stellen haben d,c Ausstrahlungen des Flusses bedenklichen Schaden angerichtet und Reparaturen uud steinerne Befestigungen nöthig gemacht. Die an den Ufern wohnenden Gcvollcrnngcn verlangen, mit jedem Tage mehr bedroht, d.csc Arbc.cn in der dringendsten Wcise. Die badischc Ncglerung hat sich, man mnß das anerkennen, in der löblichste., Weise beeilt, die Arbeiten auf dem rechten Ufer «n Angriff zn nehmen. Wir unsererseits sind minder vorgeschritten Durch ein kaiserliches Dccret vom 27 Jänner 180 wurde für die Vollendung der Nheinarbetten cm Credit von 1« Millionen eröffnet, der sich ab"' auf ach zehn Jahre vertheilt. Ware es nicht mit 3iückstcht auf d.c Dringlichkeit der Sache angemessen, d.c lahrl.chen Bewilligungen durch Cinschränkllng des Kredits anf cmcn kürzeren Zeitraum zu vermehren? Dlefe Frage legte sich von selbst nahe und führte zn e.ncr Art von Untersuchung an Ort und Stelle, an welcher der General der Division lDucrot), der Präfcct und die Ingen,cnre thcilnahmcn. Die Maircs der bclhcillgten Gcu.c.nden wilrden cinberufcu. Eine Untersuchungsfahtt auf dem Nhein nntcrnommcn: sie dauerte drei Tage Das Sch ss der Ingenieure ging von der Schwe.z b.s "ach Nh m-baiern von Basel bis nach Vantcrbnrg, ungefähr ltt4 Kilomtter Diese gewiß sehr friedliche NecognosciNing ist es, welche der Correspondent der ..T.mcö m ei c Art von Invasion des deutschen Gebiets verwand . Er verwechselt und verwirrt alles; er mmmt Hagcnau für Hüniugen, Deiche für Befestigungen >md Fernrohre ür Chasscpotgcwchre. Wissenschaftliche Beobachtungen verwandeln sich für ihn in strategische Siud.cn nnd eme einfache Promenade in eine Cavallcnc-Chargc; cr glaubt die Trompete von Balallawa zu hören."____________ "M^Vürdigung russischer Humanität. ES ist bereits telegraphisch gemeldet worden, daß sich die französische Regierung den in dcm Rundschreiben des Fürsten Gortschaloff anögcsprochcilcn Wünschen be-züalich der Nichtanwendung der Sprengacschosfc ,m Krieg bereitwilligst angeschlossen hat (Eine ebenfalls zustimmende Erklärung ist, laut der ..Corr I «l^ anch von Seiten des Florentiner Cab.netS erfolgt.) De oft fte?öse Patrie" begleitet dieses Rundschreiben ,m fol-Md'en Bemerknngen, welche geeignet sw^ da wachen-freundliche Beginnen des rn n chc" ^^ l nz s anf seinen wahren Werth znrückznfuhren: "D^ 3 ' ,t Gor tschakosf hat au die russischcu Agenten im «lan e.n Nundschrebcu erlassen, mit dem Zwecke, den veischic-den n Mäcl en i e diplomatische Convention vorzn-sch a en di rch welche die Anwend.ing von Sprengge-ch ssen (! 3 Ii"> .xplo.i.)!..) in. Kr.eg verboten Ne ^Indem wir uns anss vollständigste d.esem humanen Gedanken anschließen, mnsscn wir eui.gc V -werlnngen machen, nn, die Frage genauer zu cr la '^ Dieses Sprenggeschoß ist. wie man wc.ß ein hohles Geschoß für die Haud-Fcncrwaffc, gefüllt, gleich der Granate mit czplodircndcn Stoffen, nnd welches, ,n-dcm es platzt, eine viel schlimmere Zcrstörnng anrichtet als die gewöhnliche Kugel. Man gebraucht es gegen-wärtig nur gegen wilde Thiere, nnd es bringt, wenn es in den Körper des Thieres eindringt, unfehlbar den Tod. Keine ciuilifirlc Regierung hat bisher den Gedanken gehabt, dergleichen Geschosse im Krieg anzuwenden; denn das Hicl, welches man verfolgt, wenn man kämpft, ist nicht sowohl, die feindlichen Soldaten zn todten, als vielmehr sie außer Kampf ^ setzen, d. h. außer Stand, den Kampf fortzusetzen W.r fngcn hln-zu, daß der Gcbranch der Sprenggeschosse viel umständlicher und schwieriger ist als der gewöhnlicher Kngeln; baß er für das jetzige Zündnadcl-Gewehr bc.nahe unmöglich ist, und daß endlich die G/anfan.e.ten welche dadurch auigcnbt würden, durch ke.nen Vortheil vom militärischen Gcsichtspnnktc ans vergütet werden, ^i solchem Geschoß würde man weniger Menschen re n U"d deshalb eine geringere Anzahl laMunfah.g machen, «ls mit der gewöhnlichen Kngel. Der Schritt dc rnssischcn Regiernng hat somit ".r eme mo.aüsch «edcntung. nnd den Rathschlägen des Fmstcn Go^ tschaloss ist gcwifserlnaßcn schon z"vorge om,u n durch die Gesinnungen der Humanität, welche alle europäischen Mächte beseelen." __________^^—-__________ Oesterreich. Wien, 19. Juni. (Berichtigung.) Die ..Wr. Abendpost" schreibt: Das „Vaterland brach e gestern gegen den ^crrn Ministerpräsidenten Fürsten Auersperg die Insinnation, cr habe jene Erklärung, die ein Theil des böhmischen Adels im Jahre 1^61 in der ersten Session des böhmischen Landtages einbrachte, mitnnterzcichnet. Wir sind ermächtigt, die Mittheilung als eine gänzlich nnrichtigc zu bezeichnen. — (Neue A lärm Nachrichten.) Die „Wr. Abendpost" schreibt: Der „Patric" wird aus Wien gc-meldet — nnd der „Nord" benutzt diese Mittheilung zn einer sehr eifrigen Expectoration ^- daß von Seite der l. k. Regierung bereits die Befehle zur Zusammcn-zlehung einer nainhaften Anzahl von Truppen an der serbischen Grenze ertheilt worden seien. Die Erciferuug des „Nord" ist so überflüssig, als die Nachricht der „Patric" nnrichtig. Es haben nicht nur durchaus keine Truppenbewegungen statlgcfnnden, sondern es sind auch frühere Anordnungen in dieser Beziehung zum Behnfe des Garnisonswechscls, um auch den entferntesten Anlaß zn Bermnlhnngcn und Conjccturcn hintanzuhallen, anf Anreguug des Herrn Reichskanzlers nicht ausgeführt wordcu. Uusland. Bukarest, 19. Juni. (Die Kammer) bewil' ligtc eine jährliche Subvention von 23.500 Fr. für die rumänischen Schnlcn in Siebenbürgen und einen Credit von Z00.000 Fr. zur Prägung rumänischer Silber, münzen. Am Schluß der Sitzung war die VcrsamM' luug nicht mehr beschlußfähig und wird es voraussichtlich bis zum Schluß der Session nicht wieder werden. Hagesnemgkeiten. Das Attentat von Toptschider. Der ungarische Lloyd elhält von einem hochgestellten Man» in Velglav folgende, aus den authentischen Erhebungen geschöpfte Darstellung des Attentats von Toplschidei: „Am 10. d. um 5 Uhr machte Fürst Michael rine Spaziersahlt nicht so sehr nach Toplschider, als nach dem Thiergarten, welcher die Verlängerung dieses Partes bildet. Es ist dies ein 1500 Joch fassender eingefriedeter Raum, ein prüchtiger Niederwald mit dichtem Gestrüpp und schaltenreichen Laubgängen. Die Wege, welche der Fürst ebnen lieh, gestatten eö zwei oder drei Menschen, n^ben einander zu gehen. Bei der Eingangspforte des Thiergartens wurde abgestiegen und die Gesellschaft trat etwa gegen 0 Uhr in folgender Ordnung den Spaziergang an: Vorne ging der Fürst, neben ihm Katharina Konstantinowics, hinter ihm Anta, zwanzig bis dreißig Schulte rückwätts dcr Adjutant Garaschanm, der Tomanja, die Witwe Iefsrem's am Arme suhlte, und ganz rückwärts befand sich der Leibdic» ner drs Füistcn. Die Gefellschaft mochte ungefähr 18 Minuten vom Eingänge entfernt sein, da gewahrte sie auf ei»e»l erhöhte» Standpunkt drci Mcnschen in französischer Kleicung. Alö sich ihnen dcr Fllsst näherte, ging die Gruppe der Fremden auseinander: Zwei gingen nach der sich abwärts neigenden Böschung und der Dritte wich nach der andern Seile aus, wo ras Terrain sich in die Höhe entwickelt, und machte bei einer großen Eiche Halt. Als dcr Füisl vorüberging, machten diese drei Fremden eine tiefe, ehrfurchtsvolle Verbeugung und salutillen mit der linlen Hand. Nach weiteren zwei Schritten ertönte ein Schuh von dcm vierten der Mörder, der im Gebüsch verborgen war. Gleichzeitig schössen auch die Drei ihre Waffen los. Ter Fürst machte noch einen starten Schritt vorwärts, dichte sich um und stürzte mit dem Rufe: „Gott vergebe ihm!" ltvlo? zu Boden. Ver Aojlüant zog hierauf feinen Säbel, wurde jedoch vo» drei Schüssen getroffen, so daß er mit ze»schmcltcrtem Aime besinnungslos zusammensank. Die Damen erhoben nach diesem schrecklichen Vorfalle ein entsetzliches Geschrei und muhten in Folge dessen den wüthenden Modern als Opfer fallen. Anta, die gleichfalls zu Tode getroffen wurde, scheint sich ihren Angreifern gegenüber gewehit zu haben, denn ihr Körper war fürchterlich zugclichlet. Katharina erhielt drei Schüsse in die Schulter. ^Zlvci Kugeln wurden bereits herausgenommen, die dritte tonnte noch nicht gefunden werden. Der Fürst, dessen Leia> nam bis zur Unkenntlichkeit entstellt war, hatte vier Kugeln und sk'bzchn Schnittwunden, da sich die entmenschten Mö» der mit ihren Handscharcn aus ihn stürzten, um seines To» deS vollkommen'sicher zu slin. Tomanja hatte gleich nach dcm ersten Sckusse in ihrem Schlecken die Flucht ergriffen, und da sie beim Laufen im Gcbüsckc stolperte, so mochten die Mörder sie gleichfalls für unschädlich gehalten haben. Millie,weile gelang es auch dem Diener, dus Thor zu erreichen, wo die Wagen halt gemacht hallen und sich auch die Ga,den befanden. Auf den Lärm, den der Diener cr< hob, eilte alles nach der Mordstätte, wo man zwei Leichen und den verwundeten Adjutanten fand. Katharina halte sich troll ihrer Wunden fortgeschleppt, und die Mörder, eö scheinen ihrer sieben gewesen zu sein, hatten bereits die Flucht ergriffen. Vier von ihnen waren mit Waffen ver» sehen' die zwei (nicht drei) Vlüder Radovanovics, Marics und Noglics aus Passarovitz. Drei von den Verbrecher» schienen bloS als Auspasser verwendet worden zu sein." __ Se. l. l. Apostolischen Majestät haben für die durch Feuer 'verunglücken Bewohner der l. f. Stadt Ybb8 einen Vctrag von zweitausend Gulden aus der allerhöchsten Privalcasse allergnädigst zu spenden geruht. — Se, Mai/M der Kaiser hat der Almosder rc» formirten Gemeinde im Viharer Comitat zur Ausbesserung ihrer Kirche 500 fl. allcrgn2digst zu bewilligen geruht. — Se. Majestät der Kaiser haben dem Innsbrucker Musikvereine anläßlich seines 50jährigen Grllndungfestes 200 fl. allergnädigst zu spenden geruht. — Se. l. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Albrecht sind am 16. d. M. von der Inspicirung der Festung Thcrcsienstabt in Prag angelangt. Am 17. d. hielten der durchlauchtigste Herr Erzherzog eine Revue über die Präger Garnison ab. Se. lais. Hoheit begeben sich von Prag über Pardubih nach Trautenau, um der am 27. d. dort am Gablenzberge stattfindenden feierlichen Enthüllung deS Denkmals für die im letzten Feldzuge gefallenen Krieger beizuwohnen. — (Er st er allgemeiner Veamten verein der ostcrr. Monarchie.) Dcr von diesem Vereine versendete Ausweis wrist einen günstigen Stand der Geschäfte am 31. März d. I. nach. Es wurden in den Mona« ten Jänner, Februar und März l. I. 491 neue Mitglieder aufgenommen, und es standen am 31. März 3539 VerficherungSvertrüge, zusammen über 2.794.300 Gulden Capitalien und 12.027 Gulden Renten in Kraft. In den Monaten April und Mai sind weitere 251 Ver» trage über 190.030 Gulden Capitalien und 1000 Gulden Renten hinzugekommen, so daß am 31. Mai b. I. 3844 Versicherungsvrllrüge über 2.984.330 Gulden Capitalien und 13.027 Gulden Renten in Kraft standen. — Im eisten Quartale 1868 wurden 6.450 Gulden fällige Ver. sicherungssummen ausgezahlt i an Wertheffecten hat der Verein bei der priv. österr. Nalionalbanl 108.760 Gulden zur Aufbewahrung hinterlegt. Die Vorschuß-Abtheilung zählt 1676 Theilhaber, von denen bis Ende März 66.279 Gul< de» als Antheilseinlagen eingezahlt wurden, und es wur» den im ersten Quartale 1868 im Ganze» 624 Vorschüsse von zusammen 33.183 Gulden ertheilt. — (Die Normalage.) Seil der Publication der confessionellen Gesetze hat die Angelegenheit der sogenannten Normalage, d. h. dctjenigen kirchlichen Feiertage, an wel» chen alle öffentlichen Lustbarkeiten unbedingt untersagt sind, viel von sich reden machen und es haben einzelne Inhaber öffentlicher Etablissements, gesinnungslüchtigen Freisinn mit ihrem geschäftlichen Vortheil geschickt verbindend, auf Grund der neuen Gesetze bereits auf eigene Hand jene Normatage zu ignoriren begonnen. Die Sache liegt indeß sehr einfach. Die consefsionellen Gesetze thun der Normatage Überhaupt leine Erwähnung und es kann also auch die Schlußfolgerung nicht platzgreifen, dah alle diesen Gesetzen zuwiderlaufenden Verordnungen außer Krasl lrelcn. Aber allerdings verschließt sich die Regierung der Erkenntniß nicht, daß die alten Ver» ordnungcn m'tt dem Geiste der neum Gesetzgebung nicht wohl vereinbar sind, und sie ift deshalb bereits mit der Re« vision jener Verordnungen in der Richtung beschäftigt, daß einerseits eine entsprechende Beschränkung der bisher sehr zahlreichen Normatage und andlrelseits eine Regelung der» selben dabin ins Lcben geführt wild. dah beispillsweise nicht mehr der Fall sich ereiantt, wo derselbe Schauspieler, der in Wien aus Anlaß eines Normatqges scirrn muß, an demselben Tage unbehindert in Brunn oder Linz oder noch näher an Wien die Bühne belli lt. — (Zum drillen deutschen Bundesschie« ßen.) Ueber Antrag des Landesoberschützenmeisters Dr. Haßlwanter hat der Lanoesausschuh für Tirol eine Ehren^ gahe zum dritten beulschcn Bundesschießen in Wien votlrt. Diese Ehrengabe besteht in einer Fahne mit 100 Stück Ducaten in Gold. — Wie die „Volts« und Schlltzenzei« lung" meldet, hat das l. t. Reichskriegsministerium mit Eilaß vom II. b. M. die Unterbringung der Tiroler Schützen wählend des Bundesschiehens in der Heumaillcaserne bewilligt. — (Aufhebung von Consulalen.) In Trieft sind jetzt die früheren Consulate von Braunschweig, Sachsen, Mecklenburg, Sachsen-Altenburg, Reuh, Hamburg und Lübeck aufgehoben worden. Im ganzen sind es die Consulate von sechszehn deutschen Staaten, welche früher in Trieft bestan» den und nun in Folge der Ereignisse von 1866 unter dem General-Consulate de« norddeutschen Bundes vereinigt werben. — (Störung des Frohnleichnamszua.es.) Wie im vorigen Jahre Verona, war heuer Venedig am Frohnleichnamktage der Schauplatz eines Scandals, der g«. legentlich der kirchlichen Procession losbrach. Der Ptibel stürzte sich auf die celcbrirenden Priester los, so dah di,s« entsetzt nach allen Richtungen in die nächsten Caf^s und Kaufläden flüchteten' dcr greise Cardinalpatliarch wurde durch einen Officier mit blankem Säbel gegen die andringenden Strolche vertheidigt. Zum Glück war diesmal schnel« lec als in Verona eine Militürabtheilung aufgezogen, die mit aufgepflanztem Äajonnet den Pöbel zerstreute und die kostbaren Kirchengerülhe, die allenthalben in wilder Unord. nung umherlagen, in Sicherheil brachte. — („Masia.") Aus Florenz wird geschrieben: Man ist einem blutigen Gcheimbunde auf der Spur dem vor wenigen Tagen zu Ravenna der Generalvroculalor, Herr Cappa, als Opfer fiel und welcher der Opfer schon so viele unentdcckt und unbestraft in die andere Welt beförderte. Es ist eine Art Rücherbund, dessen Mitglied« alle« mit dem Dolch aus dem Wege räumen, was sich ihren Un« thaten widersetzt oder die Thäter zur Rechenschaft ziehen will. Mafia heißen sie ihren Gehlimbund, der in allen Städten der Romagnc» und der Marken seine Nffiliirten hat. — (Der Abzug aus Abysslnien) scheint den Engländern denn doch nicht gar fo sehr am Herzen zu lie« gen, wenigstens waren bis 26. v. M. in Bombay noch leine Truppen au« Abyssinlen eingettofsen. 1048 Locale s. — (Das hies. Gymnasium feierte gestern in der Kloster fraue nkir ch e) da« h. Aloisiusfest in solenner Weise. Die Fesiprcdigt hielt der hochw. Herr Domheri Pogalscber ebenso geistvoll wic erhebend und celebrirtc dann das Hochamt, wählend dessen der Längcrchor des Gymna» siums unter der Direction des Gymnasial-Gesclngölebrerz 3l. Nedoed eine »cue Messe von W. Holal mit einem 'I'iM-liim <^<> von Nedved und Einlagen von Beethoven und Lorenz mit einer Präcision vortrug, welche vern Fleiße und Talente des Herrn Gesangslehrers wie dem seiner Schüler in gleicher Weise zu hoher Ehre gereicht. Doch waren so überraschende Leistungen wohl nicht möglich ohne das eifrige Interesse und die eingehende Iü'sorge, welche, wie wic hören, der Herr Gymnasialbirettor Emole auch diesem Zweige der Iugenddildung widmet. In der Kiiche war nebst dc» Elubirenden und Professoren cin zahlreiches Puulicum versammelt, das mit Freude die Wahrnehmung machte, welche wir eveoso gerne constatiren: unsere Studilenden beginnen ihcn Nuhm auf dem allcin richtigen Wege, in dem eifrigen Streben nach dem Edlen, Schönen u»d ewig Wahien zu suchen. Möge diese Hofsl'ung sich realisircn. — ^I n stitul Walohcrr.) Am verflossenen Samstage fcirrte das Knaben-, Lehr- und Lrziebungö Institut des Herrn Alois Waloherr den Namenstag scineö Voiscehers. Aercits um 0 Uhr Morgens zog die muntere Scharr der Zöglinge in Verleitung des Vorslehn« und sämintlicher Lehrer des Inslilules unter Tionnmlschlag zum Mariel.lirchlein «ach Obcrroscnbach, um dort der heilige» Messe beizuwohnen. Nach vollendeten Gottesdienste sammelten sich die fröhlichen Kleinen wieder unter ihrer Institn^fahne, unv hinab gings mit Sang und Trommelschlag im hmtigc-u schritt zum herrlich g.legcnen Schlosse Roslnbüchel, allwo und in dessen nHchl'.er Nähe die jungen und mit denselben auch ältere und alle Staatsbürger einen herrlichen Tag mit Epiel, Tm-neu und Gesang verbrachten. Dieses Fcsl, welches alljährlich am Namenstage des Herrn Insütulsvorslehers (heuer ausnahmsweise einen Tag slüher) sich wied»lholt, biet,l jedcm Freunde der Jugend, das lieblichste und schönsle Vild der Innigkeit und Herzlichkeit, mit welcher die dant-baren Schüler an ihrem ausgezeichneten und braven Lehrer düngen. Das besagte Institut, dessen vortreffliche Leitung Jedermann ancttennen muß, hat seit seinem zwölfjährigen Äcslandc die günstigsten Resultate erzielt und nicht nur den pädagogischen, sondern auch den wissenschajt-liche» und l.benspiatlischcn Ansoidvvungen entsprochen. Ad-steschen hievo», dah gegen ein mühiges Honorar alle Gegenstände einer Muslei-Hauvtichule durch den Infütulövolslehei und seine vorzüglichen Uotellehrer in eminenter Weisc ge-lthrt werden, findet im Institute der Unterricht in allen lebenden Sprachen, im Turnen, Musit und Gesang sowie Vorbertilungsmitsrricht sür Gumnasial-, Real» und Handllsschulen in einer tnm zarte» Alter der Zöglinge entsprechenden Weise statt. Im Interesse unsenr Jugend und somit im Interesse d,s ganzen Landes, welch.m ei» derartiges Institut von großem Vortheile tsl, wünschen wir noch sehr oft dieses herzliche Familienfest wiederholt zu sehen. — (Herrn D r. K c es b achc r s Vortrag) „über die Getrabte" in der gestrigen Versammlung des Buchdrucker-Iortbilounqsvereins fand einen schi aufmerlsamen und dankbaren ZuhörerlrliS. Der Vortragende verstand es aber auch, den schon an und für sich interessanten Slosf in so unterhaltender und dabei auheiordlNllich lehrreicher Weise zu behandeln, dah die am Schlüsse lundgcgebenen danlbarcn Beifallsäuherungln nur wohl verdiente waren. — (Vergnüg ungs sah rten) werden al'.Iählich des Petri- und PauÜsestes am 27. bis 30. d. M. nach T'iest lü,d Adelsbrrg, wo ein Grottenfest slallsindel. von Seilt der l. l. priv. Eüdbahngcsrllschüst v.lanstallel. — (Neue Auslan d s Punzen.) Vom 1. Juli ab wird statt der bisher angewendeten, do, ausländischen Ursprung einer Gell- oder Silberwaare tennzeichnenten Punze, eine neue Punze einglsührt, und zwar in zweifacher Form, eine für Gold«, eine andere sür Silberwaaren. — (Tödtl icher Sturz.) Am 14. Iu„i siel die Gattin des Grundbesitzers A„lon Zaverl aus Malanoga Nr. 2 in der Gemeinde Krcsnic, Katharina Zaverl, von einem Kitschbaume und erschlug sich hiebe,'. Der Leichnam wurde erst den darauf folgenden Morgen unter dem Kirsch-bäume gefunden. — (Landwirthschaftlich es.) Die österreichische Viehzucht bescht nach den lchten Zühlungeu 13,600.333 Ninder, von denen auf die Quadratmeile in Ungarn 1039 Stück, in Krain 1080, in Kärntcn 1276, in Steier-mart 1477, in Äühmen 2033, in Schlesien 2105 Stück treffen. So zeigt sich die ausfallende Erscheinung, dah gerade die vorzugsweise Landwirthschast treibenden und auf die Landwirthschaft zunächst angewiesenen Länder verhältnismäßig weniger Vieh besitzen, wie die nubr vorgeschlillenen in-oustriereicheü. — (Schlußoer Handlungen) beim l. t. Landes-gecichte in Laibach. Am 24. Juni. Bernhard Proschet und Genossen: Diebslahl: Mana Krizai: Diebslahl i Lorenz Zevnil: sch»r.'cre türperliche Äeschäd'gun^. — Am 25. Juni. Fcanz Quai: schwere türpe,Iiche Äcschädigung i Michael Toslin: schwere törperliche Äejchädigung. — Am 20. Juni. Anton Ptlloo^l: schwere lörperliche Veschädiguug: Joses Tercel: öffentliche Gewalllhüligteit i Paul MiUauz: Holz-diebftahl. — (Grubenunglück.) Aus Cilli wird dem „Gr. Vbl." gcschliebcn: In der Nacht vom 9. auf den 9. d. fanoen in einer Sleinluhlengrulie am Vuchbcrg, oberhalb Cilli, drei Bergarbeiter dcir Tod in Folge Eislickuug ierslrecke druch aus »in.m unuolltommen verdamm« ttn Acandjeloe ausgeströmte lüoiliche Gase. Ein vierter, der nicht augenblicklich ersticke, verschied am nämlichen Tage (9.) um 4 Uhr Nachmittags. Neueste Psjl. Wien, AO. Juni. Dcr Neichsrath wird in der nächsten Wochc bis zu», I. Scplcmdcr vertagt werden. Inzwischen wird dic Session der Delegationen fortgesetzt und die Landtage liclanntlich in der zweiten Hälfte des Monates August einberufen. — Der Kaiser «st heute mit dem Fürsten Aueröpcrg nach Prag abgereist. Wien, 21. Juni. Sicherem Vernehmen nach ist die Durchführung der politischen und gerichtlichen Organisation im Laufe des Monats August bestimmt zu gewärtigen, fo daß mit 1. September die neuen Provin< zialbehürden bereits ihre Wirksamkeit beginnen werden. Pest, 20. Juni. Prinz Napoleon geht nicht nach Balatou-Füred. Der Prinz empfing heute Bormittags nur den Ministerprüsidcntm Andrassy nnd den Ncichs-rathöabgcurdnetcn Rogawsti und machte Nachmittags mit mehreren Dcftutirten einen Ausflug zur „schönen Schäferin" im Ofncr Gebirge. Morgen früh reist der Prinz iibcr Bazias und Bukarest nach ^onstautinopcl ab. Bcrli n, 20. Juni. Die Thronrede, mit welcher der Rcichsrath geschloffen ward, ist farblos und geschäftsmäßig. Sie schließt mit dem Ausdruck des zuversichtlichen Pertralieus in die Scgnnngen des Friedens. Belgrad, 20. Juni. Heute wurde unter allge» meiner Theilnahme in allen Kirchen des griechisch-orientalischen, katholischen nnd protestantischen Nitus so wie auch in der israelitischen Synagoge ein solennes Requiem für den seligen Fürsten Michael abgehalten. In der Mctropolitalmrchc cclebrirtc der Erzbischof mit zwei Bischöfen und erschienen auch daselbst sämmtliche Repräsentanten der fremden Mächte. Ein Tagesbefehl des ztricgsmiuislcrs dankt der Armee und der Bolksmiliz für das fcslc und aufopfernde Verhalten in der jetzigen Krisis, wo man das ^and uerräthcrisch zu Grunde richten wollte; dieselbe wird aufgefordert, auch künftighin dem Nnfe ihrer Befehlshaber zn folgen, die sie auf dem Wege der (5hrc und des militärischen Nnhmcö führen werden, damit wir eine fcs:c Stütze dem jungen Fürsten und der Größe des Vaterlandes werden. Bnkarcst, 20. Juni. Heute Mittags flog das Laboratorium des Arsenals in die Lnft. Acht Mann blieben todt uud gegen dreißig Personen wnrdcn verwundet. Die Erplosion erfolgte wahrscheinlich durch Unvorsichtigkeit der Arbeiter. Paris, 20. Juni. Der gesetzgebende Kölpcr nahm den Gcsctzenlwnrf, den Bau von siebzehn Eisenbahn- linien betreffend, mit großer Majorität an, Die Budgetdebatte wird Montag beginnen. Telcarafthischc Wechselcourse. vam 20. Juni. 5fc^-. Uetlllliqms 57.30. — 5perc. Metalliqucs mil Mai- uud Noucmbel'-Ziuscn 5>N,5>0. — 5prr.-.Nciliaual Anlehci, eiti>träf!e!i besonders während der Erntezeit cincu schr lahmenden Einfluß a»f die 5,'andwirth« schaft anSjnilbcn orohl, an bail Handcl^nilülstelinin ciii Gesuch sjclichvird, bei dem ungarischeil Lau-de^uerlheidlgilligsmlnistenuni, resp, bei dem k. t. KriesiSlniniste' rium. dahin zu wirken, dasi dcr Vlaunschast drr i» llugarn sta-liunirlen Neginiculer siestatlet weide, während dcr Erilll^eil bli den lnndwirihschafrlichm ^!rl>eitcu nin cincn entsprechenden Lohn mitzuwirken. Est wird ssanz richtig bemerkt, daft, wrmi 0on den 150.000 Soldaten, dic gcsienN'ältili iin i.'andc li^cn. sich nur I!0.0------ Butter pr. Pfund - 3ft------ Korn „ A 50 Eier pr, Stiicl --l z ------ Gers«,.- .. 2<)l,------- Milch pr. Maß 10 Hafer „ 2----------- Niudsleisch pr, Pfd, 21 ------ Haldjrnchl ,. —---------- Kalbfleisch „ . ,^ - .- Heiden „ 3 40------- Schlueinesteisch „ 24 ------ Hirsc „ 3'---------- Schöpsenfleisch „ —13- Knluni!^ „ -^----------- Hähndel pr. Sttkl — 2.'» - - Erdäpfel „ 140------ Tauben „ -14------- Linsen „ ,4 20------- Heu pr, Zentner -80 Erbsen „ 4----------- Stroh „ —70- - Fisolen „ 5»------ Holz. hart., pr,Klft. --7- Nind^schmasz Pfd -'4ii-.....- wrichrS, „ ------ 5> — Schweineschmalz „—45, —^...... Wem, rolhcr, pr, Spccl, frisch, ,. —3«—^- Eimer -----10 — — «Mancher! „—40—," —weißer „ — — 12 — Angekommene Hremde. Am 1«, Juni. Stadt jlttieu. Die Herren: Konov, Eonsnl, „üd Puliihnv Kaufm, von Tries!. -^ Kalnilinn, von Graz. — Sonnrollial, Kanfm , von Nl'l'!n». — Dr, Wespe, Redacteur, nnd Nurghardt, Kaufm., von Wiüi. - Carmal, Kaüjm., von Illyr.-Feisiriz, - Pclsche, Handclt«!ii, von Gottschee. Iescnko, von Recta-winlrl nächst Wien, Elefant. Dic Herren: Bcntl, t l. Hanpl^assa-l^onlrolor; Wallmann, Parlicnlier, nnd Hell, Kaufm, von Trirst. -^ Aniit, l, l. Beainter, von Wien. - Rnmann, Kansin,, von Klagen-furl. -' Heidel, Priuatier, von Lilli, - Fra» Bianchi, von Heidenschafr. Moteorolciiusale Neohuchll'ü^l! in l'mbach. .-' ,^ k ^ ^i ^ß ° "^ Ä 7s"u. Mg. 328^!!'^i ^ ülrndslill qanz bew. 2<», 2 „ Äl. 32«..il l l!»" SHO. s. sch. f. ganz heiler 0..!? 10 „ ?lb. 328.z!5 l 15,-l windstill fäft heuer ttll. Mc>. 327.«,, .j-!4.>! windstill f. ssanz heiter 21. 2 „ N. 32?.<3 -l-20^ windstill thrilw. bcw. <>,»,) 10 „ Ab. 32li,.»s -15.« windstill ! qanz bcw. Den 20 : In dcr Nacht fiel ein schwacher Rege», Der morgenö fast szanz bcwülltc Himmel hlittlle sich bii« Mittag völlig ans, behielt jedoch immer eine lriilie Färlüing. Den 21 .' Dcr Morgen N'ar fast gan; hnter, nnr Höhenrauch trübte etwas die Anbsicht, Tagsüber bildtten sich Hansenwollcn bis endlich Abtndö der ganze Himmel sich gleichmäßig ilbrrzog, Mittlere Tagstücmperal'nr am 20.^.10 47° nm 1.57", am 21. ^ KI-77", nm I.tt?" über dem Normale. Verantwortlicher Ncdaettnr: Ignaz u. tt l e i u m a y r. N^»»l'n««l»^«»i<'l»^ Niien, U>. Iuui Fonoö und Aetlm behauptelcn sich im ganzen genommen ziemlich fch, bcsoudcrü dic starl gefragten Wrslbahnactieii, Devisen und Balntc» schlössen BlltslNvlNlyl. schwächer. Geld flüssig. Geschäft sehr unbedeutend, _______ veffentliche Schuld. 5. des Staate« (flir 100 fl.) Geld Waare I" ^-W. zu 5v<5l. fUr 100 ft 54,30 t,4 40 In östcrr. Währung steuerfrei l 8 75 58 85 '/, ^tencranlehcn rn üst. W. . 93 __ 93 .,0 Silbcr-Anlchcn von 18»,4 . . ,;? 50 ^'__ Silberanl. 18';5 (Frcs,) rliclzahlli. ill 37 I. zu 5 M. sür 100 st. ?2.75 73.2') Nat.-Aul. niit Iän.-Coup. zu 5°/, 63.10 63 25 „ „ „ Apr.-Eoup. „ 5 „ 63.» «3.1c Metallique« . . . - „ 5 „ 57.15 57.30 detto mit Mai-Coup. „ 5 „ 58.50 58.70 detto .... „ 4j„ 50,50 51- Mit Verlos, v. 1.1639 . . - ^<^ ^'^" : : : I !860zu500fl! 8^40 84>50 ........I860 „100,, "-' ^^ „ „ « 1864 „100 „ 87.90 «8.- Lomo-Rentensch. zu 42 !.. iw«l. LI,.^ 22.— Domaiucu 5perc. in Silber 106.75 107.25 8. dcr Kronlllnder (für 100 fl.) Gr.-Enll.-Oblig. Geld Waarc 'liiederostcrreich . zu 5"/.. «6.— 86 25 Dbcrüsterreich . „ 5 „ 87.50 8K.- Salzburg .... «5 „ 87. - 88.-- Böhmen .... „5 „ 91.50 92.50 Mähreu .... „ 5 „ 88.50 89.- Schlesien .... „5 „ 88.50 89,50 Stercrmarl ... „ 5 „ 87.- 88.— Ungarn.....„ 5 „ 75.— 7!>.50 Temeser-Banat . . „ 5 „ 73,— 73.50 Ernaticu uud Slavonien „ 5 „ 75.— ?i),,')0 Galizieu .... „ 5 „ 65.— 65.50 Siebenbürgen ... „ 5 „ 69.— 69.75 Bulovina .... „5 „ 05.— 65,50 Ung. m. d. V.-E, 1867 „ 5 „ 72,50 73,— Tem.V.ln.d.P.-E. 1867,, 5 „ 72.- 72.^5 Actien (Pr. Stilct), Nlllioualbanl......709.— 711,__ K.Fcrd -Nordb.zu1000fl. Ü.'W. 1780.- 17«5 -^-Kredlt-Allstalt zu 200 st, 0. W, 1<«1.4s» 191.50 N.ö^E«com.-Ges.zu5()0st.ü.W. 601,- 603,-k'^?/^^ll.clM,°.500Fr, 257 60 25?,?0 Kars. Ells.Vahu zu200si. fl.TM. 2<.-3.25 203.50 Vühm. Westdahn zn 200 fl. . 15ü.— 156.50 Ocst.Don.-Dampssch.-Ges. ^« 502.— 504.— Oesterreich. Lloyd in Triefl Z I 230.— 232.— Wicu,Dampfm.-Actg, . . . 365.— 375.— Pcstcr Kcllcnbrllclc .... 400.— 405 — Auglo-Austria-Vant zn 200 fl. 133.50 134 — Lemberg Czernowitzcr Aetic» . 178.-178.50 Pfandbriefe (fllr 100 fl.) National- l banl auf ^ verloöbar zu 5«/. 96 70 96.80 E. M. j Nllti°nalb.anfiz.W.vcrloüb.5„ 92.10 92,30 Ung. Bod.-Ered.-Ansl. zu 5'/, „ ^.50 92.75 Allg. c>st, Bodlll-Eredit-Anstlllt uerloZbar zu 5°/. in Silber 99.25 99 75 Uose (pr. Stllcl.) Creb.-A.f.H.ll.G.z.100fl.°.W. 135.25 135.75 D°u.-Dmpfsch.-G.z.100fl.EM. 93.50 94.— Stlldtgenr. Oftu „ 40 „ ü. W. 25.— 26.— Esterhazy zu 40 si. „ 2,^ „ Ruff. Imperial« . 9 „ 55 „ ') „ 5? ,. Vereiuöthalcr . . 1 ,, 71 „ 1 „ ?1j „ Silber . . N3 „ 75 „ 114 „ — „ Kraiuische GrurrdeutlaNimgö - Obligationeu, Pri» vatnotirung: 85 Geld, 88 Waare,