Nr. 172. Samstag, 28. Juli l««8. W7. Jahrgang. MbacherMMum. »an»?^/?, ??^"!^? ^'l Voftvel^ntiung: zanMilg fi, 15, halbllihr!« sl. ?,»«,. Im «omptolri I D!e „^.«bcichrs Zettun," «schein« »ii«l!ch m« «usnahme der Vo,m. n,,d ss,, - I»fe,il,««»«»«l l ftür V bsftnde! sich «i.h>!hl>»qassc is., die «tbaction Viennstrahe lf> Sprechstunden dei Mebnclion täglich von ^"lernle vl« ,u « gellen 2b lt., «töherr per Heile « k,,: bei «lteren wxderholunnen pr. .><«!<, » ti, V K» bi« 12 Uhr vormittag«.— UnslanlierleVlie», »erbcu nicht angenommen und Vlanuscrlple nichtznl0 „ halbjährig . . 5 „ 5.0 „ nwnV'« ' ?"75„ vierjährig . 2 „ 75 „ «naMch .. 1 ^ 25 „ monatlich . . - „ i>2 „ Abon^^ ^'^ Zustellung ins Haus für hiefige ""enten per Jahr 1 Gulden. frei?3^t^ Prännmerations-Veträge wollen Porto» »«»ejendet werden. — ^a. p. Rleinmayr K Fed. Vamberg. Umtlicher Hheil. A^^H k. und k. Apostolische Majestät haben mit "eryochsjer Entschließung vom 28. Juli d. I. dem und Vorstande des Ministerial Rech- «lMeftartemeltts im Handelsministerium Johann ^'"l'sch den Titel und Charakter eines Regierungs- M taxfrei allergnädigst zu verleihen geruht. Bacquehem m. p. an ^« M'mster für Cultus und Unterricht hat eine l../kr Lehrerbildungsanstalt in Linz erledigte Hauptin n-^^ dem Professor an der Lehrer-Bildnngsanstalt ^cnbach Edward Samhaber verliehen. Nichtamtlicher Hheil. FZM. Baron Kuh». daz w^" ""^ ergreifen die kaiserlichen Heerführer der ?""' ^" strengen Dienste aufgewachsen und von .' Wgebung«vollen Erfüllung ihrer Pflichten ein-^'°mmen. lassen sie ihre Werle an die Stelle der dem lv ^"' D" militärische Dienst gestattet auch I^ ^zelnen selten das Hervortreten aus der Reihe, heit ^ ^ 'st nur ein Theil der großen Gesammt-d ' - er nun auf einer hohen ober tieferen Sprosse er v"rarchischen Leiter steht. In dem Ganzen geht m» ?.'>' und selten nur hat er Anlass. seine eigene ^WMlchfeit in den Vordergrund zu stellen. Feuilleton Vom Größenwahn. gend«^, deutsches Witzblatt brachte vor kurzem sol. Werk?.. > '^ Zwiegespräch: «Sie wollen also Jurist ^ "''lunger Mann?» — «Allerdings, mm. Herr., einen . henken Sie! Wir haben doch ohnehin aber,.^° '^" Ueberfluss an Juristen.. - «Ja. N an bedeutenden!, künftiae., ^ ?I^ Gespräch wäre gewiss geeignet, einem teristi, un!?Ä^ als wertvoller Beitrag zur Charal-!""ae M^.« ^"lrthettung nnserer Zeit zu dienen. Der leiner .^ '. °^ "'^ ^^er Selbstverständlichkeit von l'gentliche V«"'"c^^'""lt flicht' ist nicht eine gc-^eitrich?.,.. '^""fte'ming. sondern ein die ganze unserer «5 3/eM!ä"ch""der Typns. Das Geschlecht begrjffe,Me zeigt ^ne auffallende, in stetem Wachsen der eia mn N°^/.^"gung zu übertriebener Schähnng lrankheit ^"^lgkeiten ""d Leistnngen — eine Zeit-llnmer blicken ""^ ^"°^ entgegentritt, wohin wir heit a?^.'«'^" feinen werden von frühester Kindgleich ti^"" gewöhnt, ihre naseweisen Bemerkungen UHen u X« ^" Orakelsprüchen von Mund zu Mund ^"ßenwa^«"' ?^ damit werden die Keime des ^auzt. R^... 'ü- °^ empfängliche Kindesgemüth ge< ^^t eine Us> '^ ^'"ben zu Jünglingen heran, so "' ihn n^ .""""'dene und irrefiihrende Knnstftflege Z"«g ihreN'^""^ Pläne, u deren Verw.rlll-^' sind an ^""' den seltensten Fällen ausrelchen. °Ue. durch die Bank. Dichter oder Maler, Feldzeugmcister Kühn war seit jcher ein Mann. der das Schwert ebenso zu handhaben wusste, wie das Wort. der in dem parlamentarischen Kampsgetümmel sich ebenso sicher und jedem Gegner gewachsen fühlte, wie in dem Gewühle des Schlachtfeldes. Er hat mit seinem Worte als Kriegsminister dem Reiche ebensolche Dienste geleistet, wie mit der Waffe. Er war eines der erfolgreichsten Werkzeuge bri der constitutionellen Dnrchführung der Armee-Organisation, und dieses Wort. oas dem Staate wie der Armee so große Erfolge gesichert hat. stand ihm auch zugebote. als er, von seinem Officierscorvs und seiner Armee Abschied neh« mend, eine Ansprache an diese richtete, welche, das volle Gepräge einer langen geistigen Entwicklung tragend, überall die größte Beachtung und Würdigung finden wird. Wir haben leine Veranlassung, neuerdings auf die ruhmvolle Wirksamkeit des Feldzeugmeisters Kühn zurückzukommen. Wir haben erst vor kurzem all das gewürdigt, was das Talent, das Nissen und der Patriotismus dieses ausgezeichneten Mannes geleistet haben. Auch für die Erörterung der Ursachen der Enthebung vom Grazer Commando liegt kein neues Moment vor: «Die Sorge für die Schlagfertigkeit der Armee legt der Heeresverwaltung eine schwere Ver« antwortung anf. Sie wird sie unter allen Umständen und in jedem Falle zu tragen haben und zu tragen wissen. Sie wird also auch sorgsam die Gründe erwogen haben, welche ihr einen Wechsel auf dem Posten des dritten Armee-Corpscommandos nothwendig er« scheinen ließen.» Dies schrieben wir vor einigen Tagen, und einen anderen Standpunkt wird niemand, der die Verantwortung für die militärischen Nothwendigkeiten nicht tragen kann oder sie nicht mittragen will. ein. nehmen können. Das Gebot eiserner Nothwendigkeit kommt nirgends mit solcher Strenge zur Geltung, wie in dem Heerwesen, und wir müssen auch annehmen, dass alles, was da geschieht, diesem Gesetze gemäß ist. Diese Erwägungen stehen indessen der Würdigung der geistigen Individualität des Feldzeugmeisters Kühn nicht im Wege. Die Gedanken, die in solcher Fülle ans seinen Abschiedsworten strömen, behalten auch für die Zukunft ihre Kraft und ihre Wahrheit und werden von dauerndem Eindrucke bleiben. Feldzeugmeister Kühn war von jeher ein mächtiger Förderer der geistigen Ausbildung der Armee. Er war bemüht, unter die Musiker oder Schauspieler und sehnen sich aus der Schulstube in die Welt hinaus, um dort ihre sicheren, unzweifelhaften Erfolge einzuheimfen. Sie haben in jungen Jahren für ihren kindischen Dilettantismus bei Eltern. Verwandten und Freunden so viel Beifall ge-erntet, man hat sie mit einem so dichten Dunstkreis von Lob. Schmeichelei. Zuvorkommenheit und Nachgiebigkeit zu umhüllen verstanden, dass sie sich ihren weiteren Lebensweg als ein müheloses Fortschreiten von Triumph zu Triumph, als ein bequemes Einsammeln von Lorbeerkränzen vorstellen. Bezicht der junge Mann die Universität, dann tritt zu den bisherigen Ursachen der Verderbms eme neue hinzu, die ihn vollends dem Größenwahne m d,e Arme führt. Es ist dies das verwerfliche, nicht entschieden genug zu brandmarkende Treiben gewisser politischer Parteien, deren Sendlinge die studienude Jugend unermüdlich aufhetzen und bethvren. Man redet den heißblütigen jnngen Leuten ein, sie seien bereits gescheit und erfahren genug, an der Entschei« dung öffentlicher Angelegenheiten mitzuwirken. Man sagt ihnen, sie seien der Stolz und die Hoffnung der Nation, anf ihren Schultern ruhe die Zukunft, ihr Wort falle schwer in die Wage. ihr Ja oder Nein. ihr Prosit oder Pereat stelle die öffentliche Meinung dar und sri von weltgeschichtlicher Bedeutung. Ist es unter solchen Umständen nicht leicht erklärlich, dass diesen kaum der Znchtruthe eines Mitttl. schulprdanten entronnenen und nun die akademische Freiheit mit vollem Behagen genießenden Jünglingen der Kamm ganz gewaltig anschwillt? Wenn ich ein vollberechtigter Staatsbürger, wenn ich eine so mah° gebende Person bin, ohne von meinem Fachstudium Truppen jenen Schwung, jenen Ibealismns zu tragen, welcher der Waffe Glanz und Adel leiht und im Falle drr Noth und ernsten Entscheidung der Begeisterung starke Impulse ertheilen kann. Dieses Streben war auch bald von großen Resultaten gekrönt. An wissenschaftlicher Durchbildung, an allgemeinen Kenntnifsen, an idealer und edler Auffassung seiner Pflichten kann das Officierscorps unserer Monarchie kühn und zuversichtlich jedem andern an die Seite treten. Ein schwärmerischer Verehrer classischer Studien, blieb Feld-zeugmeister Kühn des Satzes eingedenk: Dcx^l-jna vim siromovst inkitam. Das Wissen vermehrt die angebormn Kräfte. «Erziehe zuerst den Menschen und pfropfe darauf den Soldaten.» Die Literatur, die Wiffenschaft sollen der Festigung und der Durchbildung des Charakters dienen, der dann die schönste Grundlage für alle Soldatentugenden bildet. Es tritt gleichsam die allgemeine Bildung selbst in den Dienst des Vater-landes. Alles soll seiner Sicherheit und seiner Größe dienen: die eisernen Waffen sowohl als die geistigen. Aus beiden soll das Reich die Quellen seiner Stärke ableiten. Wer würde nicht die zwingende Wahrheit dieses Gedankens empfinden? Feldzeugmeister Kühn mahnte auch an berühmte Vorbilder aus der Kriegsgeschichte, die gleich ihm gedacht und gewirkt haben, und die starke Betonung dieser Idee in dem Abschiedsworte des bewährten Kriegshelden beweist, dass er sie noch vollends zum Durchbruche bringen will. Er möchte seinem Lieblingsgedanken. an welchem er mit der ganzen Kraft seiner Persönlichkeit gehangen, auch nach seinem Rücktritte von dem activen militärischen Posten einen weiten Anhang erwerben, ihn in der Armee selbst sicherstellen und dessen Zukunft gleichsam verbürgen. Aber der scheidende General findet in den Wissenschaften und in der Literatur auch seinen Trost. Dem regen Geiste verleiht sie Nahrung. Wie antike Schlachtenlenker nach vollbrachtem Werke den väterlichen Boden bestellten, will er nunmehr den geistigen beackern. Die Wiffenschaft erhält den Geist des Soldaten wach, damit er mit ganzer Lebendigkeit und Schärfe wieder in die Ereignisse eingreife, wenn der Monarch an seinen erprobten Diener appellieren sollte. Was der Feldzeugmeister Kühn über die Pflichten der modernen Taktik, über die Kriege von 1859 und 1866 gesprochen, das zu würdigen, muss allerdings Fach-Männern belassen bleiben. Ob wirklich von einer anderen militärischen Operationsart eine andere Entwick- noch eine Ahnung zu haben — so folgert solch ein Gelbschnabel — wozu dann überhaupt studieren? Wozu den Bücherkram in sich hineinstopfen? Wozu die lästige Mühe. die nnwillkommene Plage? Und er lässt der Erwägung die That, beziehungsweise das Nichtsthun solgen und ist mit achtzehn Jahren ein ausgewachsenes politisches Genie. Natürlich bringt dann der Jüngling seine Portion Größenwahn ins Leben mit. Er hat seine Studien vollendet und betritt die bürgerliche Gesellschaft, die in ihrer Gesammtheit nicht weniger vom Grüßenwahne angefressen ist, wie er selbst. Denn diese Gesellschaft zeigt eine Ueberhebung, die durch nichts gerechtfertigt ist. In Gesellschaft und Haushalt herrscht ein dauerndes Missverhältnis zwischen Fähigleiten und Zielen, zwischen Mitteln und Unternehmungen, zwischen Tin-lommkn und Lebensführung. Der Schwächste will es dem Stärksten gleichthun, der kleine Geschäftsmann will hinter dem große»! Capitalisten nicht zurückbleiben Und wie es sich überhaupt beobachten lässt, dass derjenige, der nichts besitzt, sich allenfalls bescheidet, während derjenige, der etwas hat, gern alles haben möchte, so tritt gerade beim mittleren Besitze die Großmannssucht am allerheftigsten auf. Die verheerende Seuche Größenwahn bleibt jedoch keineswegs auf den Kreis derjenigen beschränkt, die wenig haben und wenig sind. Sie befällt nicht nur die Emporstrebenden, sondern auch die Emporgelommenen, nicht nur die Hungrigen, sondern auch die Satten, und sie äußert sich bei den letzteren noch viel unangenehmer und widerwärtiger, als bei den ersten. «Jeder Lump der eine Million besitzt, glaubt heutzutage ein Mil-liouür zu ^ein,. ^agie einmal e'm bekannter Finanz- öaibachcr Zeitung Nr. 172. 1470 28. Juli 1888. lung Europa's abhieug, ob die Umgestaltimg Europa's dauerud in andere Bahnen zu lenken war, das sind Fragen, deren Beantwortung mit Sicherheit nie gelingen wird. In der Mitte der ihn umgebenden Officiere sprach Feldzeugmeister Kühn die Hoffnung ans, er werde, wenn die Zeit der That anbrechen wird, noch sein Schoflem dazu beitragen, um den Ruhm der kaiserlichen Waffen zu behaupten. Das Allerhöchste Handschreiben, das ihm eine anderweitige Verwendung in Aussicht gestellt, biete ihm die ehrenvolle Möglichkeit, seine Kräfte dem Vaterlande zur Verfügung zu halten, und wenn es die Ereignisse erheischen sollten, noch einmal das Feld der Ehre zn betreten. Hoffen wir, es werde nicht bald nothwendig sein, den oft erprobten Muth unseres Feldherrn neuerdings anzurufen. Die Segnungen des Friedens mögen uns noch lange erhalten bleiben. Aber für die Zeiten ernster Ereignisse ist es ein Trost für alle, zu wissen, welch große geistige Kräfte sich bereit halten, dem Rufe des Monarchen zn folgen. Längst schon ist jene Scheidewand, die einstens Heer und Bevölkerung voneinander trennten, gefallen. Das Volk in Waffen und jenes, das seinen bürgerlichen Pflichten gegen den Staat nachkommt, bilden nun nur eine von demselben Geiste beseelte Gesammtheit. Die Bevölkerung hat auch bereits die volle Erkenntnis von den Aufgaben und den schweren Pflichten der Armee und ihrer Führer. Sie weiß deren Thaten zu würdigen, ihre Verdienste zu beurtheilen und ihnen ein ehrendes Andenken zu bewahren. Die Armee und ihre Führer stehen der Bevölkerung nicht mehr fremd und nicht ohne Theilnahme gegenüber. Diese bei dem Abschiede des Feldzeugmeisters Kühn zum vollen Durch-bruche gelangte Thatsache kann beiden Theilen nur erwünscht kommen und bedeutet einen erfreulichen Fort« schritt in unseren Verhältnissen. Politische Ueverficht. (Ein gemeinsames Actionsprogramm.) Ein aus Wien datierter, mit «Ein Abgeordneter» unter-schriebener Artikel der «Politik» bespricht die Gefahren, welche aus der losen Cohärenz der Fractionen der Rechten erwachsen, und drängt zur Befeitigmig der latenten Gegensätze durch Schaffung eines gemeinsamen Actionsprogramms, welches die Nationalitäts-Idee mit dem autonomistischen Princip zu combinieren, in den gemischtsprachigen Ländern Schutzmittel gegen die Vergewaltigung der Minoritäten und gegen den Missbrauch der Länder-Autonomie zur nationalen Vergewaltigung zu schaffen hätte, wobei von einem förmlichen Sprachen-gesetze Umgang genommen werden könnte. (Die Unterrichtsanstalten Oester« reichs.) Ein foeben von der statistischen Central-commission herausgegebenes Heft behandelt diesen Gegen» stand ill Bezug auf das Studienjahr 1885/86 in den cisleithanischen Ländern. Danach gab es in diesem Jahre 69 Hochschulen (Universitäten, technische Hochschulen, Hochschulen für Bodencultur, Bergakademien, Kunstakademien und theologische Lehranstalten zusammengenommen), 252 öffentliche Mittelschulen, 1569 Fach-bildungs- und sonstige Lehranstalten, endlich 16.659 öffentliche Bürger- und Volksschulen. Im Vergleiche mit dem Vorjahre haben die Bürger- uud Volksschulen einen Zuwachs von 219, die Gewerbeschulen von 39. baron, uud er hat damit den Größenwahn seiner minder begüterten Mitbewerber, wie auch zugleich seinen eigenen Größenwahn vortrefflich gekennzeichnet. Vor einigen Iahreu geschah es, dass ein Wiener Vorstadttheater einen neuen, Gott weiß den wievielten, Director bekam. Bei der ersten Vorstellung, die unter der neuen Leitung stattfand, gab es stürmische Hervorrufe, die dem Director galten und denen er auch Folge leistete, an seiner Seite aber erschien ein Mann vor den Rampen, den man nicht gerufen hatte. Im Publicum erhob sich ein Flü« stern und Zischeln: wer ist der Mann? Da wurde sein Name genannt, und ein ehrfurchtsvoller Schauer gieng durch den ganzen Musentempel. Der Unbekannte war der — Geschäftsgenosse des Directors, die Geld« kraft des Unternehmens! Die hervorgerufene oder sich doch gerufen glaubende Wertheim'sche Casse: was will man mehr? Und wie im Leben, so in der Politik, so in der Kunst, in der Wissenschaft. In der Politik zumal! Von den vielen Typen, die sich da breit machen, nur einen, den Mann von «eiserner Consequenz», die er hauptsächlich dadurch bethätigt, dass er die ihm mangelnde Schulbildung niemals durch Selbstbildung zu ersetzen versucht. Ein derber, vierschrötiger Gesell ohne Manier und Schliff, ohne Wissen uud Talent — hat er sich zur Würde eines Parteihäuptlings emporgeschwungen, geberdet sich als der einzig befugte Wortführer der Nation, erklärt er bei jeder Gelegenheit, dass Millionen hinter ihm stehen, lässt sich in einem Blatte, das er ausschließlich zum Behufe der Selbst-verhimmelung herausgibt, als den bedeutendsten Mann des Landes preisen, lässt sich von einer Schar hirnverbrannter Anbeter wie ein Götze huldigen, und lässt sich m besonderen LoMriften mit sämmtlichen grohen die Arbeitsschulen von 10, die Gesang- und Musikschulen von 21 und die landwirtschaftlichen Schulen von 7 Anstalten erfahren. Die Zahl der Lehrkräfte betrug an den Volks- und Bürgerschulen 56.226, den Gymnasien und Realgymnasien 3512, den Realschule» 1353, den Gewerbeschulen ohne die übrigen Fachbildungsanstalten 2868 und den Universitäten 1062. Fasst man sämmtliche Unterrichtsanstalten in vier Hauptkategorieu zusammen, so stellt sich die Frequenz derselben folgendermaßen dar: Die Hochschulen wurden von 15.302,' die Mittelschulen von 71.257, die Fachbildungsschulen von 97.544 und die Elementarschulen von 2,861.981 Schülern, respective Hörern besucht. Was speciell die Universitäten betrifft, so ist in dem Bestände derselben während des Berichtsjahres keine Veränderung eingetreten. Die Frequenz zeigt, mit Ausnahme von Czernowitz, überall eine Vermehrung; am bedeutendsten war dieselbe in Wien und Prag. Der Zudrang zu den einzelnen Facnltäten hat seit zehn Jahren eine ganz bedeutende Veränderung erfahren. Die juridische Facultät besuchten im Studienjahre 1876/77 46 pCt., in den folgenden drei Jahren noch mehr 1879 fogar 51 pCt.; seither nimmt jedoch die relative Besucherzahl stetig ab und erreichte zuletzt uur mehr, 41 4 pCt. Die medicinische Facullät frequentierten zu Beginn des Decenniums 21-3 pCt. der Studierende», in den beiden folgenden Jahren nicht einmal 17 pCt. Seitdem schwillt die Besucherzahl immer mehr au und erreichte zuletzt die Höhe von 34-6 pCt. Dagegen zeigt die philosophische Facultät eine Verminderung von 23 9 auf 13 pEt. Medicin wird verhältnismäßig am meisten von den Hörern in Wien, Jurisprudenz und Philosophie in Czernowitz, Theologie in Lemberg und sodann in Innsbruck studiert. Eine Scheidung der Hörer nach den Nationalitäten ergibt, dass unter 100 Studierenden 47 Deutsche, 19 Czechoslaven und 14 Polen waren. (Oesterreichisches Sensencartell.) Die Sensenpreise besitzen gegenwärtig einen derartigen Tiefstand, dass die Sensenproduction verlustbringend ist. Es wurde deshalb von einflussreicher Seite der Vorschlag gemacht, die Sensenprcise um drei Gulden per Kiste zu erhöheu, welchem Vorschlage die namhaftesten Firmen der Branche bereits die Zustimmung ertheilt haben. (Graf Schönborn.) Die Gerüchte über deu Eintritt des Statthalters Grafen Schönborn in das österreichische Ministerium bestätige,, sich nicht. Die neuliche Anwesenheit des Statthalters von Mähren in Wieu war lediglich durch den Vrüuner Arbeiterstreik veranlasst. (Ungar n.) Der Graner Studien-Iuspector Rudolf Bartal erschien als Vertreter der Regierung in« Tyrnauer bischöflichen Seminar, um an deu Schlust-prüfungen theilzunehmen. Äei der Conferenz des Lehr-körpers, welche der Prüfuug voraugieng, erklärten die Professoren, die Anstalt sei keine staatliche, sondern eine bischöfliche; deshalb könne der Regierungsvertreter nicht amtlich fungieren. Der Studien-Inspectur erklärte, im directen Auftrage der Regierung gekommen zu sein, wogegen der Lehrkörper protestierte. Die Prüfungen wurden verschoben nud von beiden Seiten telegraphisch um Instructionen augesucht. Inspector Vartal erhielt von der Regierung den Auftrag, an die Zöglinge Fragen zu richten, an der Bestimmung des Calculs theil» Geistern vergleichen, die je gelebt haben — ein Vergleich, der selbstverständlich durchaus zu Uuguusteu drr Verstorbeneu ausfällt. Er ist tief durchdrungen von dem Glauben an feine staatsmännische Veranlagung und ist der festen Meinung, jeder seiner Aussprüche sei für Europa und die umliegenden Continente von einer alles überragenden Wichtigkeit. Als vor einiger Zeit im ungarischen Abgeordnetenhause ein Redner die Politik des Ministeriums so heftig angriff, dafs der Präsident sich veranlasst fühlte, ihn zur Mäßigung zu mahnen, da antwortete der selbstbewusste Volksvertreter: «Ich spreche Geschichte.» Das ganze Haus lachte. Aber im Grunde meinen doch alle die Komödianten der politischen Schaubühne, dass sie «Geschichte sprechen». Ob die Geschichte auch von ihnen sprechen wird, ist freilich eine andere Frage Der wissenschaftliche Größenwahn hat wohl keinen herrlicheren Vertreter auszuweisen, als einen Professor Hogel zu Gera, der den «gründlichen Nachweis» geführt zu haben glaubte, Gott habe die Welt am — 26. September anno Eins erschaffen! Diesem lässt sich einzig noch Sarah Bcrnhatdt an die Seite stellen, die im Pariser «Gaulois» ein Brief veröffentlichte, in dem sie schlankweg behauptete, dass ihre Darstellung von Sardou's «Fe'dora» — die zweite Erschaffung des Weibes bedeute! In der Kunst, da ist der Größenwahn überhaupt zu Hause, und er ist es vielleicht nirgends mehr als da. Denn die Phantasie, die ja ein unerlässliches Erfordernis künstlerischer Begabung ist, lässt sich eben nicht immer auf das Kunstleben beschränken und greift nur zn qerne auch ins Künstlerleben über, wo dann die Einbildungskraft als die Kraft, ' sich etwas einzubilden, erscheint. Auch hier lässt cs sici zuuehincu und die Zeugnisse zu uuterschreibru. A» btt Direction des Instituts soll hingegen von Seite de» Primas die Weisung gekommen sein, niemandem sw' Iugerenz auf die Prüfungen zu gestatten. Der Stndic»' Inspector kam natürlich der Weisung der RegierüNl! nach. Der Fall erregt in Ungarn grußrs Aufsehe«. (Der König von Griechenland) ellipsis anlässlich der Durchreise nach Petersburg Käliwly »' fünfviertelstündiger Audienz, welcher man betreffs da' Beziehungen Oesterreichs zu Griechenland große ^ deutuug beilegt. (Zur Situation.) Wieder «Pol. Curr.» ^ St. Petersburg von wohlunterrichteter russischer S^ gemeldet wird, herrscht in dortigen diplomatische!, Kreist» die Ansicht vor, dass die Kaiser-Entrevue eine Annäherung zwischen Russland und Deutschland zur Folge habeu werde und das erfreuliche Resultat zutage gc-fördert habe, dass die eminent friedlichen Absicht beider Monarchen vor aller Welt znm Ausdrucke ge> bracht worden siud, wodurch die Besorgnisse vor einel internationalen Verwicklung wenigstens fiir die nächst Zukuuft verscheucht werde,,. (Montenegro und Serbien.) Mehl»'" Agramer oppositionell»' Blätter bringen folgende W' duug ausCetinje: «Mit Rücksicht'auf die SitnaiD in Serbien, welche hier als sehr ernst angesehen w>^ ist Fürst Nikola, der sich gegenwärtig in Frankly befindet. von den Ministern durch emeu Special Courier aufgefordert wordeu, mit möglichster Beschle^ nigung nach Montenegro zurückzukehren. Nach hieM Auffassung kann es wegen Serbiens noch weit eher al« wegen Bulgariens zu einem Conflicte zwischen Oest/l' reich und Russland kommen.» Entweder ist diese Depesche eine Agramer Erfindung oder riuc mo»tl' negrinische Tendenzmacherei, über die mau sich '" Belgrad sehr lustig macheu wird. . (General' Bo „lang er) lässt sich dlB seine Misserfolge vom letzten Sonntag nicht abschrecket Er candidiert neuerdings in der Charente und glel^ zeitig auch im Somme-Drpartement. Der ihm zur Z^ noch freundlich gesinnte «Gaulois» rechnet aus, dl^ seit Ende März 575.901 Wähler für Kammeranflüs"^ und Durchsicht der Verfassung gestimmt haben. ">'" nimmt diese Wählerzahl für Boulanger in Anspn'")' In Lille wnrde ein nenes Boulanger Blatt, «LePenple.'' gegründet. In republikanischen Kreisen macht man D lustig über diese nenen Anstrengungen Voulangers »^ glaubt, denselben als einen todten Manu ansehel'^ dürfen. (Russland.) Der General-Procurators russischen Synode, Gchcimrath Pobjedonoscev, hat '^ trotz seines schwachen Gesundheitszustandes entschlossn der 900jährigen Feier der Einführung des Christs thums in Russlaud beizuwohnen. Auch die anglikain!^ Kirche wird sich au dieser Feier betheiligeu und ^ derselbeu durch einen Bischof vertreten sein; el's'^ wird der ehemalige serbische Ministerpräsident M^ aus diesem Anlasse nach Kiev kominen. (Das englische Unterhaus) nahm °' Bill inbetresf der Einsetzung einer Commission ^ Untersuchung der von den «Times» gegen Paruell >"' Genossen vorgebrachten Anschuldigungen ohne Al's^ mung an. ^< wieder beobachten, dass der Größenwahn der AesihendA das heißt hier der Künstler, in weit unangenehlnel Weise sich äußert, als jener der Nichtbesitzende,', " Dilettanten. ^ Der Größenwahn der Dichter und SchrisE^ — wer kennt ihn nicht, wer hat nicht schon unM ^ Vertreter desselben gesehen und bedauert? Insbeson^ auf dem Pflaster der Großstädte kann man '^ ^t oft antreffen, den armen huugernden Poeten. ^tt" man ihm irgend einen bekannten Aulornamen, s" ,, klärt er achselzuckend, dass er mit dergleichen St" c pern auch nur ein Wort zu wechseln sich schämen " selbe, falls sie sich erkühnen sollten, ihn aufzusl'U durch seinen Kammerdiener hinauswerfen lassen w"^ Dabei wohnt er in einem elenden Dachstübchen, ^ in äußerster Dürftigkeit, friert im Winter und ^ im Sommer nicht Geld genug, ein Bad zu net)" Das hindert ihn durchaus nicht, jedem, der 'lB ^ hören will. von der Größe seiner Begabung "»d!^ Weltverachtung zu erzählen, an der zeitgendii'Hii Literatur die vernichtendste Kritik zu üben und " .„ Mudeberühmtheiten das jüngste Gericht in Ausst^ stellen für den Tag. an dem er selbst wieder die ^ .^ ergreifen würde. Mittlerweilen gibt er Authol^, heraus, um ein paar feiner altenGedichte darin "" ^ zubringen, nnd «verschenkt Ideen» an Leute, dtt o ^ bedürfen, denn er verfügt stets über einen """.^ell lichen Vorrath. Die Schauspieler! Jeder von V z» dünkt sich ein Kean, ein Rossi, ein SonnenttM ^ sein. und was das schöne Geschlecht anbelangt, 1,,^, gewiss die Hälfte der Schauspielerinneu dcwo" ^fc zeugt, dass es nur die Reclame war, durch deren " die Wolter so groß geworden. Laibachcr Zeitung Nr. 172. 1471 28. Juli 1888. TlMsneuijilciten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die Salzburger Zcwlng. meldet, 200 fl. für die Kirche lnd 300 sl. fur die Armen und den Armenspitalfoud n Gastein zn spenden geruht. , . "' (Die Kaiserin als Verehrerin fine's.) Kaiserin Elisabeth, die belanntlch eine »esondere Vorliebe für Heine's Dichtungen hat, lies; sich wr kurzem sämmtliche Lieder Heine's, die in Mnsik gesetzt uurden, in einen, Band vereinig«, bringen. Die Com wsüwncn von Schubert und Dessaüer, welche sich uohl ant herrlichsten den Worten des Poeten anpassen, usst sich die Kaiserin nun häufig von ihren liedeslundigen Gesellschaftsdamen vortragen. In den letzten Tagen verachte Erzherzogin Valerie selbst, eine Mlodie für ein Gedicht Heine's zu componieren. ^- (Localbahuprojccte.) Aus Görz schreibt Wn uns: Der Eugen Freiherr Ritter v. Z ahony, loelcher bereits die behörd "che Vewilliguug zur Voruahme der technischen Vor "beiten für eine Reihe von Localbahnen erhalten hat, uealiWigt, noch lveitere Linien den, Trace Studium zu unterzlchen, um ans Grund der aufgrstMeu Kosten nnd ^entabililäts'Vcrechuung die zur Ausführung geeignetsten "mcn wählen zu können. Die bezüglichen neuen "Men sind: 1.) St, Andrä Cerviguano.Terzo Aquileja; ^) von der Brücke bei Versa uach Vicco und !l.) von s^' . e bei Sagardo zum Anschlüsse an die Südbahn-''""« m Sagrado. f. ^ . (Exhumierung.) Vorgestern nachmittags ' "° '" Trieft die Exhumieruug des im Jahre 1886 r^"benen Mndcs des Plirotechnikers Vrandolin l , da anlässlich eines neuerlich in der Familie vor Mommenen Vergiftuugöfalles der Verdacht entstand, dass H das srilher gestorbene Kind einem gleichen Verhäng-n'ile zum Opfer gefallen sei. ^ (Der Melu graph.) Der Pariser Coustruc-kn,^ ^"rpenlicr führte der französischen Physi-w! 3" Gesellschaft einen Apparat vor, der es ermöglicht, "Ut Hllfe der Elektricität die Improvisationen eines Com-p°msten auf dem Claviere festzuhalten. Wie berichtet w»rd, besteht diese Vorrichtung ans drei Theilen: dem ever, der Papierführung nnd dem Empfänger. Eine "N von hölzernem Lineal, das unter jeder Claviertaste lne bewegliche Metallzunge trägt, welche sich mit der ^«!»e hebt und scnlt sowie unter Umständen ebenso lange ^le diese selbst niedergedrückt bleibt, wirkt als Geber, "as Niederdrücken je einer dieser Metallzungcn schließt emen elektrischen Stromkreis und setzt dadurch im Em-silanger einen Elektromagneten in Function. Natürlich uM es so viele Ströme und Elektromagnet?, als das ^avler Tasten besitzt. Durch die Ankeranzichung der lMromagneten werden die Bewegungen von correspon-si> ^"^" ^ch^ibrädchen ausgelöst, die mit Farbe benetzt ür '^ ""^"' '^" ^^ ^"^^ laufenden Papicrstreifen Lnn angeschlagenen Ton einen Strich von bestimmter "Nge aufdrücken. Die gleichmäßige Abwicklung des Pa-^rjtreifens erfolgt durch einen von Accumulatoren be- levenen kleinen Elektromotor. Nach den Angaben des riwdcrs soll sich der «Melograph» während einer ein- Mgen Versuchszeit gut bewährt und keine Störungen Eliten haben. klein ^"" Capitel des Größenwahnes gehört es auch, lan« ,- """ mit großen Titeln aufzuputzen. Man denV " Vlick in ein Zeitungsblatt werfen, ohne es l?"" dieses Lasters zu begegnen. Wen würde kein iw' "'dressieren, dass der Dichter Hinz, von dem dur/f "'^ ^^"^ ^"°^ ^bört hat, ein Mädchenherz 'N?vl "^ Neigung beglückt? Liest man aber in den dass der «rühmlichst bekannte» dam, 5-V"5 s'H ""l Fräulein Kuuz verlobt habe. kanntpn ^ jedermann hüten, den «rühmlichst Be-eiues ^' "'^^" b""e"- Die neuesten Novellen irgend Nenn «5 t""" >" lesen, wird niemandem einfallen, gesilhrt wi^ !.'c"''bte ^zahler. Meier ins Treffen MM n,. / .?^^^ '^ zwar auch uiemand leseu, doch Gesellt ^ aUellfalls den Titel des Buches, um in Nich?' s "b" reden zu können. O. unsere Zeit ist Mune "lZ"bm Mistern und Werken! Wie viele No-Notiz Uz?'? lähllich, von deren jedem die Begleit, letzten ,5,,. ^Zers ernsthaft versichert, dass iu den wertiaps n ^"" ^iu auch nur auuäherud gleich-wird w.. ^ ^ P"sse verlassen habe. Mituuter Unver M,n^"'. 'Kutscher Dickens, oder eine ähnliche sich uicht 2 """^' ""b a"ch bariibcr wundert mau 5° leicht'ni^"^ ^°" Größeuwahu! Das Capitel ist "lie Ar en , ,^«r."^"pfen, »lud wir haben lauge mcht ^ahn bleib ?^°,""' ^2selben berührt. Der Größen^ "lch die W "'^ ^beim Einzelwesen stehen, er ergreift °drr 3 atim ^'^"^' "'«« ^ ">'" Verein. Geme.ude l""t führn ^'^'.D°ch das würde uns heute zu ^ zum ai..l7 " ^'/^- "er weiß, vielleicht gehört auch s"' dichn Ä'"3^"' in glauben, dass der Leser sich ? ^- (Der Maun seiner Tochter.) Amerikanische Blätter erzählen: Vor etwa achtzehn Monaten lernte ein wohlhabender Kaufmann, dessen Name Isak Wal^ dorf sein soll, in Ncwyorl ein hübsches, etwa achtzehn-" jähriges Mädchen, welches kurz vorher aus Wieu angekommen war, kennen. Sie nannte sich angeblich Minna Sterling. Da er ein Witwer war und drei kleine Kinder hatte, nahm er das Mädchen als Haushälterin zu sich und heiratete sie einige Monate darauf. Vor kurzem ließ Minna ihre betagte Mutter hieherlommcn, welche in dein Gallen ihrer Tochter deren Vater nnd ihren eigenen rechtmäßigen Ehemann wiedererkannte. Minna fiel ob dieser Knnde in Ohnmacht, erkrankte und schenkte einer Tochter vor der Zeit das Leben. Wie ihre Mutter erzählte, hatte sie selbst vor einer langen Reihe von Jahren in Deutschland Waldorf geheiratet, welcher sie zwei Monate nach der Trauung verließ, nach der neuen Welt answandertc und hier später eine zweite Ehe eingieng. Sie selbst war dann nach Wien übersiedelt uud halte eiuru auderen Namen angenommen. Daher kam es, dass Waldorf seine eigene Tochter nicht z» erkennen vermochte, — (Eine russische Festschrift.) Wie aus Odessa gemeldet wird, hat der dortige slavophilc Verein anlässlich der !10(>i.ährigen Feier der Einführung des Christenthums in Russland eine Schrift verfasst, die den slavischen Ausgaben des rnssischen Volles gewidmet und bestimmt ist, in vielen Tausenden Exemplaren unentgeltlich verbreitet zu werden. — (Die erste Lloydfahrt nach Brasilien.) Mittwoch um 4 Uhr nachmittags ist der Lloyb-Dampfer «Timavo» von Trieft nach Rio de Janeiro abgefahren. Mit dieser Fahrt wurde die neue brasilianische Linie eröffnet. An Bord befanden sich neun Passagiere, sämmtlich dem Arbeiterftande ungehörige Auswanderer. Der Dampfer selbst ist hauptsächlich mit Mehl beladen. — (Vier Personen ertrunke >,,) Bei Mel-nik ereignete sich vorgestern abends ein schreckliches Unglück, dem vier Menschenleben zum Opfer fielen. Die Monteure Nott und Vraunsperger der böhmischmährischen Maschinenfabrik wollten nämlich abends nach Arbcitsschlnss mit Weib und Kind die Elbe bei der Moldaunlündnng übersetzen. Der kleine Kahn, in welchem sich im ganzen sieben Personen befanden, wurde jedoch sofort vou der Strömung ergriffen und mit so großer Wucht gegeu ein vor Anker liegendes Frachtschiff geschleudert, dass er umkippte und die Insassen sämmtlich in die Fluten fielen. Dem Monteur Rott gelang es, sich zu retten; auch seine zwei Kinder konnten, da sie sich an den Schiffskörper angeklammert hatten, aus dem Wasser gezogen werden. Monteur Braunsperger aber sowie dessen Frau und Kind, ebenso die Gattin Notts ertranken trotz verzweifelter Anstrengung und zweimaligen Auftauchens aus der Tiefe. — (Enthaft ung des Litcraten Car-lotta.) Wie aus Hamburg berichtet wird, hat es sich herausgestellt, dass Dr. Carlo Da ick mich sehn' nach Hymens Vand. O, reich nur deine tleine DW^ Local- und Provinzial-Nachrichten. — (Der neue Corpscommandant.) Wie uns uuterm Gestrigen telegraphisch aus Wien gemeldet wird, wurde FZM, Freiherr von Schönfeld an Stelle des Freiherrn von Kühn zum Eommandanten des dritten Armeecorps in Graz ernannt. Der FZM. Freiherr von Schönfeld wurde am A. Juli l«27 zu Prag gebore«. Er erhielt seine militärische Ansbildnng an der Wiener-Neustädter Militärakademie und begann als Lieutenant im September 1«4il seinen activen Dienst in dem In^ fanterieregimente Nr. 4 9, dem jetzigen Negimente Herzog von Cumberland, dessen Inhaber damals der Herzog von Wellington war. 1X48 wurde er Oberlieutenanl, machte als solcher im Generalstabe den Feldzug 1K4K in Italien mit und legte hier Proben von Muth und Scharfblick ab. Für sein tapferes, umsichtiges Benehmen wurde ihm am 14. Juli 184!» der Orden der eisernen Krone dritter Classe mit der Kriegsdecoration zutheil. Im November 1850 avancierte er zum Hauplmannc in» Generalstabe, und im April 1859 wnrde er Major bei Gyulai - Infanterie Nr. ^l, lehrte aber schon im folgenden Jahre zum Gencralstabe zurück, in welchem er 18ll2 zum Oberstlieutenant vorrückte. Seine verdienstlichen Leistungen im Feldzuge gegen Dänemark im Jahre l8<'»4 trugen ihm das Ritterkreuz des Leopold Ordens sowie eine ganze Reihe deutscher Orden ein. Den Krieg von 18W machte Schönseld als Oberst und Commandant des li!< Infanterieregiments König der Niederlande mit. Er focht mit diesem Regimenle am 24. Juni in der Schlacht bei Custozza. 18l»9 nahm er an der Bekämpfung des Aufstandes in Süddalmatien theil. Er trug wesentlich zur Pacisicatiou bei und wurde in Anerkennung dessen, nachdem er den eisernen Kronenorden zweiter Classe erhalten, in den Freiherrnstand erhoben, 1870 wurde er Generalmajor, 1875 Feldmarschall-Lieulenant und Commandant der 5. Infanteriedivision; von 1876 bis 1881 fungierte er als Generalstabschef der gefammten Armee, dann als Militärcommandant in Trieft, und zuletzt hatte er das Corpscommando in Hcrmanustadt inne. Seit dem November-Avancement von 188li ist Baron Schönfeld Feldzeugmeister. — (Jubiläum s - Feierlichleiten im Lo it scher Bezirke.) Am 25. d. M. wurden in Rakel nachstehende Festlichleiten infolge der Iubilänms feier abgehalten: Vormittags !) Uhr fand in Gegenwart der Schuljugend die Weihe der neuen Schulfahne statt. Als Fahnenmutter fungierte die Frau Gemahlin des Holzhändlers Herrn Franz Lauric; nach der Fahnenweihe fand feierlicher Gottesdienst mit Tedeum und Volls-hymne, sodann vor der Kirche feierliche Einweihung der Gerälhschaflen und Löschrequisiten der Raleler freiwilligen Feuerwehr, weiters Setzung einer Kaiser-Allee statt; nachmittags Bewirtung der Schuljugend lc. Gestern fanden aus dem gleichen Anlasse in Maunitz folgende Festlichkeiten statt: Um 8 Uhr vormittags fand unter Theilnahme der ganzen Schuljugend ein feierlicher Gottesdienst mit Absingung der Vollshymne statt; nach dem Gottesdienste lehrte die Schuljugend ins Schulgebäude zurück, daselbst hielt der Oberlehrer Herr Peter Repic eine feierliche Ansprache an die Jugend, in welcher er die wichtigsten Episoden aus dem Leben und Wirken Sr. Majestät hervorhob, sodann wurden patriotische Lieder gesungen, worauf die Zeugnisvertheilung erfolgte. Nachmittags um I Uhr versammelte sich die Schuljugend im Schulgebäude, worauf dieselbe nach dem drei Viertelstunden von Maunitz entfernten, Prächtig gelegenen St. Vantian marfchierte, woselbst das Schulfest seinen Anfang nahm. Herr Pfarrer Klemenc hielt an die Jugend eine herzliche, patriotische Ansprache, worauf die Kaiser-Hymne gesungen wurde; sodann schritt man zur Bewirtung der Jugend. Um 8 Uhr abends begab sich die Jugend von St. Cantian nach der Anhöhe «Na xHlokak», woselbst ein Freuden» seuer angezündet wurde. Diese beiden patriotischen Festlichkeiten, an welchen sich außer der Schuljugend noch zahlreiche Angehörige der Schüler und Schulfreunde aus Rakel und Maunitz betheiligten, werden gewiss allen Theilnehmern im dauernden Angedenken verbleiben. — (Veileidskundgebungen.) Au« Anlass des Ablebens des Landeshauptmannes Grafen Thurn-Valsassina hat Se. Excellenz der Herr Finanzminister Ritter von Dunajewsli an den krainischen Landes-ausschuss folgendes Telegramm gerichtet: «Soeben erhielt ich die Trauerkunde von dem Hinfcheiden Ihres hoch» geborncn Landeshauptmannes und beeile mich, Ihnen den Ausdruck mcines innigsten Beileibes zu übermitteln.» — Vom Landeshauptmanne Grafen Wurmbrano ist folgendes Telegramm eingelangt: «Der steiermärlische Landesausschuss beehrt sich, anlässlich des Todes des Herrn Landeshauptmannes Grafen Thurn sein tiefes Beileid auszudrücken.» — (Zu den Kaifermanövern.) Wie man aus Windisch-Feistritz schreibt, waren in den letzten Tagen die Herren Landcsausschuss Hraf Edmund Attems, Baurath Lindauer und Stadtbaumeister Wols dortselbst anwesend, um sich vom Vanzustande des Schlosses zu überzeugen, in welchem Se. Majestät der Kaiser anlässlich der Manöver im September Quartier nehmen wird. Hicbei wurde das Gebäude in all' seinen Theilen vollkommen gut erhalten befunden. Laibachcr Zeitung Nr. 172._____________________________________1472 28. Juli 1888. — (Todesfall.) Zu Cincinnati in Amerika verschied am 29. Juni der bekannte Gelehrte I'. Dr. Franz Tav. Weninger, ein geborner Steirer aus der Marburger Umgebung, Er wurde den 31. October 1805 geboren und besuchte das Laibacher Gymnasium. Die Kaiserin Karolina Augusta nahm ihn nach Wien mit, wo er die Philosophie absolvierte. Seine Primiz feierte er in Wien im Jahre 1828 und wurde später Professor der Dogmatik an der Grazer Universität. Im Jahre 1832 trat er in den Jesuitenorden ein und gieng im Jahre 1848 nach Amerika als Missionär. Ein Jahr fungierte er als Professor der Theologie in Cincinnati und schrieb mehrere gelehrte Werke. Pater Weningcr wirkte mehr denn vierzig Jahre als Missionär, bereiste alle Gebiete der Vereinigten Staaten und war im Missions' berufe ein eifriger Genosse der verstorbenen trainischen Missionäre Naraga und Pirc, welch letztererauf dem hiesigen Friedhofe ruht und dem seine dankbaren Landsleute jenseits des Oceans hier eine Gedenktafel errichteten. — (Volksfest in Mannsburg.) Die Markt-gemeinde Mannsburg veranstaltet morgen im Vereine mit dem dortigen Ortsschulrathe, dem Lefevereine und dem Mannsburger Musikelub aus Anlass des 40jährigen Regierungs-Jubiläums Sr. Majestät des Kaisers ein Volksfest. Dasselbe wird heute abends mit einer allgemeinen Illumination, Retraite und Höhenfeuer eingeleitet werden; morgen 4 Uhr früh Tagreveille, um 10 Uhr Fest-Gottesdienst mit Tedeum, nachmittags findet auf dem Festplatze feierlicher Schlufs des Schuljahres statt, wobei der hochw. Herr Koblar die Festrede halten und die Kapelle die Volkshymne spielen wird. Nach Vertheilung der Schulnachrichten wird die Schuljugend bewirtet wer« den; sodann freie Unterhaltung, Tombola, abends Feuerwerk. Außer dem Mannsburger Gesangvereine wird auch der Verein «Lira» aus Stein an dem gesanglichen Theile des Programms mitwirken. — (Leichenbegängnis des Grafen Thurn.) Im Nachhange zu unserem Berichte über das Leichenbegängnis des Landeshauptmannes Grafen Thuru» Valsassina werden wir ersucht mitzutheilen, dass auch die l. l. Eisenbahn'Netriebsdirectwn Villach bei der Leichenfeier in dienstlicher Verhinderung des Betriebs-directors durch den Verkehrschef osficiell vertreten war. — Bei diesem Anlasse verzeichnen wir die Mittheilung, dass das Fideicommiss, welches die Herrschaften Radmannsdorf und Lechen in Steiermark und 200.000 fl. Capital in lrainischcn Grundentlastungs-Obligationen umfasst, an die Kärntner Linie der Grafen Thurn über« geht. Der Schlosspart in Radmannsdorf, welcher nicht dem Fideicommiss angehört, wurde vom Verstorbenen seiner Schwester, der Frau Iagodiz, testiert. — (Heimatliches Gewerbe.) Der hiesige Hoflieferant und Möbelfabrilant Herr Johann Mathian erhielt bekanntlich vor einigen Jahren den Auftrag, für die flacht «Greif» die innere Einrichtung zu liefern. Die solide Arbeit fand Anerkennung, und Herr Mathian wurde, wie man uns mittheilt, neuerlich mit der ehrenvollen Aufgabe betraut, für die Panzerfchiffe «Kronprinz Rudolf» und «Kronprinzessin Stefanie» die innere Einrichtung zu beforgen. Es ist dies eine schmeichelhafte Anerkennung nicht nur für Herrn Mathian, sondern für das heimatliche Kunstgewerbe überhaupt. — (Aus Aßling) berichtet man uns: Auf Anregung und infolge der Bemi")ungen des Herrn Pfarrers Kersic und des Herrn Oberlehrers Maier gelang es, für die hiesige Schule eine Fahne anzuschaffen, welche vom hochwürdigsten Herrn Fürstbischöfe am 24. Juli zur Erinnerung an das 40jährige Regierungs-Iubiläum unseres geliebten Monarchen eingeweiht wurde. Zur Feier, welche gewiss allen Theilnehmern unvergesslich bleiben wird, erschien der größere Theil der hierortigen Bevölkerung. Der hochwürdige Herr Fürstbischof hielt an die versammelte Schuljugend, Eltern und Lehrer eine herzliche Ansprache. Mit dem Absingen der Voltshymne durch die Schuljugend schloss die schöne Feier. — (Landtagsersahwahl in Körnten.) Wie verlautet, wird für das durch den Tod Einspielers in Erledigung gekommene Landtagsmandat von slovenischer Seite der Advocat Dr. Georg Hrasovec in Windisch-graz candidiert. — (Ernte-Aussichten.) Ueber die Ernte-Aussichten an der Ostgrenze des Landes berichtet man uns aus Troja na: Wir stehen auf der Höhe der landwirtschaftlichen Arbeit. Vom Tagesgrauen bis spät in den Abend hinein klingt die Sichel und knurrt der Pflug. Diese Woche muss noch das Heidekorn, eine hier stark cultivierte Frucht, in die aufgeackerten Stoppeln des Wintergetreides untergebracht werden. Sonst ist die Anbauzeit des Stoppelheidens vom 15. bis 25. Juli. Heuer hat aber das nasse Wetter die Reife des Weizens verzögert. Jetzt müssen sich die Schnitterinnen beeilen, denn der Pflug ist ihnen auf der Ferse; es wird auf demfelben Acker zugleich geschnitten, geackert, gesäet und geeggt. Leider ist das Ernte-Ergebnis bis jetzt wenig tröstlich. Der Weizen, welcher hier sonst meistens vorzüglich gedeiht, ist dieses Jahr m^srathen. Der strenge Winter und später die Dürre m, Mai hat ihm arg geschadet. Wenig Garben, wemg Körner; Stroh aber mehr als um die Halste wemger. als »m vorigen Jahre. Die Hirse wird bei uns mit Vorliebe gebaut, ist jedoch heuer durch den Juli-regen beinahe vernichtet worden. Sie ist gar nicht des Jätens wert und ist hin und wieder unterackert und darauf Heiden gebaut worden. Der Kukuruz, welcher auch von der Iulinässe geschädigt worden ist und der schön stehende Hafer werden den Ausfall der Ernte nur dürftig decken. — (« Laibacher Schulze itung ».) Die soebeu erschienene Nummer 15 der «Laibacher Schulzeitung' weist folgenden Inhalt auf: «Die Schulbäder von Göttin-gen.» — 'Zur Behandlung gefchichtlicher Lesestücke.» ^ «Von Turin nach Genua» von — a. Ferner enthält diese Nummer den Erlass des k. k. Landesschulrathes, betreffend den Musikunterricht au k, k. VildlmcMuswlten für Lehrer und Lehrerinnen, sodann dir Rubriken: Rund-schan, aus Krain und der Nachbarschaft, unmittelbare Berichte, Mannigfaltiges, Bücher- und Zeitungsschall, erledigte Lehrstellen und Lehrstellen-Ausschreibungen. Danksagung. Der gefertigte Ausschnss erfüllt hiemi! einen Act Pflicht schnldiger Dankbarkeit. wenn er allen jenen hohen Spendern nnd Gönnern des Vereines fuwic den stestgästeu. die das (Yu ten bergfest ermöglichen nnd verschönern halfen, fei es mit materiellen oder anderen Mitteln, insbesondere dem braven Gesangvereine «Slavcc» sowie Herrn Nrmiincister O fner für ihre wertthätige Mitwirkung auf diesem Wege den wärmsten Danl ausdrückt. Nur durch so vielseitige Unterstützung war es möglich, den eigentlichen Zweck des Festes zu erreichen und der Witwen- und Waisencasse trotz der Ungunst des Wetters eiuen namhaften Vetrag zuzuführen. Laiba ch am 28. Juli 1888. Her UuSschnsS des Vuchdruckervereine«. Neueste Post. Original-Telegramme der «Laibacher Ztg.» Wien, 27. Juli. Se. Majestät der Kaiser und König richtete an Se. k. Hoheit den Erzherzog Wilhelm und an Se. Excellenz den Corpscommandanten G. d. E. Hermann Freiherr» u. Ramberg anlässlich deren fünfzigjährigen Dienst-Jubiläums huldvolle Handschreiben. Das heutige «Verordnungsblatt > pnbliciert die Ernennung des bisherigen Corpscommandanten in Hermann-stadt, FZM. Anton Freiherrn v. Schönfeld, zum Corpscommandanten in Graz und des Commandanten der 4. Infanterie-Truppen-Division in Brunn, FML. Anton Freiherrn v. Szveteney de Nagy-Ohay, zum Corpscommandanten in Hermannstadt. Pola, 27. Juli. Die von Lissa abgegangenen spanischen Kriegsschiffe «Numancia» und «Castilla» sind im Kriegs-Vorhafen eingelaufen. Contre-Admiral Jose' de Carranza mit dem Stab und den Schisfs-Commandanten besuchte den Hafen-Admiral, die übrigen Admirale und Commandanten, den Bezirkshauptmänn und den Bürgermeister, welche die Besuche sogleich erwiderten. Heute findet die Aufwartung bei Erzherzog Karl Stephan statt. Bern, 27. Juli. Der Bundesrath wies den Ingenieur und Schriftsteller Alfred von Härtung aus Berlin, welcher sich gegenwärtig in Zürich aufhält, aus dem Eidgenossmschaftsgebiete aus, weil derselbe, um sich ökonomische Vortheile zu verschaffen, derartige Mittel angewendet hat, welche als Vorbereitlmgshandwngen zum Landesverrath gegen die Schweiz betrachtet werden müssen und geeignet wären, die innere Ruhe anderer Staaten zu stören. Paris, 27. Juli. Der Municipalrath verwarf nach einer heftigen Debatte mit 40 gegen 28 Stimmen die von der Arbeitscommission für streikende Arbeiter beantragte Unterstützung von 10,000 Francs und lehnte auch mit 49 gegen 10 Stimmen den Antrag ab, dem Polizeipräfecten Misstrauen zu votieren. Potsdam, 27. Juli. Die Kaiseriu Victoria wurde heute morgens von einem Prinzen entbunden. Stockholm, 26. Juli. Kaiser Wilhelm II. ist ge-stern um 11^/4 Uhr vormittags hier eingetroffen, vom Könige, dem Kronprinzen, den Würdenträgern, der ge-fammten Garnifon und der Bevölkerung wahrhaft fest« lich empfangen. Schon morgens fand die erste herz-lichste Begrüßung durch den König und den Kronprinzen auf offener See statt. Aeim Galadiner brachten die Majestäten gegenseitig Toaste aufeinander aus. Petersburg, 27. Juli. Ganz Russland begeht heute in imposanter Weise die Jubelfeier seiner Christianisierung, insbesondere in Kiev, dem Orte des Ereignisses, und in dem alten Chersones bei Sebastopol, wo die am Tauforte Vladimirs errichtete prächtige Kirche eingeweiht wird. Die Blätter heben den kirchlichen Charakter des Jubiläums hervor, dessen Gegenstand nichts-destoweniger weit über Russland und die Grenzen der orthodoxen Kirche hinaus bei allen Freunden religiöser Civilisation und historischen Fortschrittes lebhafte Theilnahme hervorrufen müsse. Angekommene Fremde. Am iN. Juli. Hotel Stadt Wien. Lcwinsohn, Frische, Licbmann, Kaufleute, Wien. — Dr. Äußerer, Graz. — Dr. Kühl, Professor, Wieu. — v. Cekus, Obergerichts-Präsidcut, Agram. Strunz, Tele graphen-Montenr, Wien. -- Varon Wambold, Privatier, fammt Familie, Villach. — Po,M, Oberlehrer, f. ^rau, Ralfchach. — Weihenberg und Nichte, Trieft. - u. Wachten s. Fin«, Gürz. Hotel (s-lefllllt. v. Ciotta, Bürgermeister, Fiume. — Lullgcn, Ingenieur, Hamburg. — Grubin, Reisender, Zapresic. — Polal, Sascilli, Kanfl., Wien. — Pansa, sslorenz. — PnhonnY, Militär.Oberiutendant, s. ssrau. Vrüuu. — Dantoviö. l. Set' tionsrath, Agram. — Engel, Kfm., Kavosvar. Masthof Baiser von Oesterreich. Zloch und Äosnjal, Theologen, Agram. — Suchar, Oberaufseher, Senosetfch. — Maluz, In-qemeur, Viclch. Verstorbene. Den 2tt. Juli. Aloisia Vudnar, Postbeamtens Gattin, 34 I., Petersstrafte 32, Tubereulose. Im Spitale: Den 23. Juli. Ialob Sluga, Arbeiter, 50 Jahre, Tu-berculose. Den 25,. Juli. Maria Trost, Arbeiten,,. :!2 I,, Typhus. Den 2 5,. Juli. Iohauu Noval, Iuwohner, Danksagung. > W Die unserem verstorbenen V ruder, bezw. Schwager M W nnd Onkel, dem hochgeborueu Hri,u W > Gustav Neichsgrasen > > von Nhurn - Valsassina > > während seiner laugen uud qualuolleu Todestranlheit W » erwiesene allgemeine herzliche Theilnahme, sowie die W » ungemein zahlreiche ehrende Nethcilignng am Leichen« W » begängnisse nnd die vielen, dem theuren Verblichenen W > gewidmeten prachtvollen Kranzspenden verpflichten W > uns, auf diesem Wege unseren tiefempfundene,, Danl W > darzubringen. M W Insbesondere danken wir für gütige Theilnahme M > an der Leichenfeierlichleit noch dem hochwürdigsteu M > Herru Fürstbischöfe und der hochw. Geistlichleit, dem M > Herru Laudespräsidenten, dem hohen Landesausfchuss«', W W dem hohen Adel, den Herren l. l. Äeamteu, dru W M Herieu Sängern sowie den Vertreter» der Feuer- W W wehren, Veteranen und anderer Vereine und Cor M W porationen u. s. w. W > Rlldmannsdorf am 27. Juli 1888. D > Die trauernden Anuernmndten. > ^MM^.aa.en'Darmlatarrh, chronische, lang dauernde, schleichende MW» Verdauungsleiden beseitigt nach 40jähriger bewährt^ AGG, Methode I. I, F. PoMPolillinil in Heide (Holstein) ^^ (Äei Anfragen erwähne man dieser Ztg.) (il.Nw) Ausweis über den GcschäftsstlUld der k. t. priv. wcchsclscitisten VrandschaWl-VcrsichcruuMnstalt in Graz lnit 30. Inni 1888. I. Gebäude Abtheilnng: 05,4ll1 Theilnehmcr, 222,785) Gebäude, Ul:l.:l5>7M» fl. Versicherungswert. ^,.« II. Mobiliar^lbtheilnng: 1-i,47!) Versichernngsschnne, :l4M"' !)M,15), fl. Vcrsichcrnngswert. . s, III. Spiegelglas Abtheilunz,: 250 Versicherungsscheine, 61,!l7b f'' Versicherungswert. Kchciden: ^ I, Gebäude Abtheilung:Znerlannt in 17« Schadenfällen l l5,."''^ Gulden 5l» lr. Schllbenvergittung. pendent silr 25 Schade" fälle 20,8il1 st. 43 lr. Schadensumme. ^ II. Mobiliar-Abtheilung: Iucrlannt in.W Schadenfällen 15,iMl'' 27 lr. Schadenuergütung, pendent für 2 SchadenfaNe U2">" Schadensumme. ^ III. Spiegelglas Abtheilung: Zuerkannt in 12 Schade»Men 2^' >5 lr. Schadcnvergütullg, pendent für l Schadenfall >'"'' Schadensumme. mit .-ll. Dezember 1887 : 142l 1!>4 fl. !U lr. Oraz im Monate Juli 1888. l'^ (Nachdrllcl wird nicht honoriert.) IVU'/VH^^I lür das herrschaftliche und bülgcrlichcH""^ 1^^.<> s><)^ Villen. Hotels und sür «leschenle l'' > <'^ solid, elegant. Ceutral Vcrlallfshauö der bürgert. Tisch'" '^ Tapezierer I. «l. H «. Kranl, jeht nur Wien, I., K"Nö-straße, Tt. Pöltnerhof. Das Mülicl-Album sammt U Courant gegen st. 1 50 lr. in Nricfmarlen. (24-^, Mahstad 1 .75MX). Preis per Vlatl 50 lr., in Tascl)"'s""' auf Leinwand gespannt 80 lr. Jg. n. klänmayr H M. «amlierg« «nckkan'll'l"« in ^aibach. 1473 Course an der Wiener Börse vom 27. Juli 1888. ^s, d«. M«^,, <5°urmatle ^,^ Gclb Ware Staats.Anlcliri,. "l>tenrenle Silberrentc....... ^"'" ^'"' " A«pierrc!,te ^' ' ' ' '«'^ '" ^. spH' ..... ..«'«^ ^.^ " '"^^ ' . . 1V<.^(< I0s>'.10 "/„ Tcmcscr Vanal , . . . 1(,5" It5> 50 s>'V„ unstnrlschc...... 105'— 1<<5 70 Andere öffcntl. Anlchrn. Di,»au°Nl'g. l>o sl> Vobi'Ncr, allq, l^ficrr, <"/„ («c>ld . >> dll', ill l><» „ „ <'/,"/» !0l>'«« l(,!'2U b!o, in s>«> „ „ <«/„ . !>«'<;<» !»!>' - d!o, Plä»!!l!N Schüldvclschr,:!",, Islyülci,b,„!l >0j, !il,//„ U,!-- lN!'?5> O>i> n»,,, V n»s vl'rl, <>/,"/„ . . !N1 7») l«!,'/2U 5<0, „ <>'/„ , . 100 «!> IN»!»» t>l0, „ <"/« . , l«!>'»0 1 <«!!'<» Uiig, alla, Bodcillvcdil ^lllicllsscs, !» 1't'sl !!!! ^, IX!!!» vcrl, 5>>/,"/i> — - -'— Plioritäts Olilisslitionen (sür ll»0 sl,» SliWl^lh.Welidal,!, >, i5mitsi>,'N — - — ^'!di»a»ds Np,dl',chi! in ^ill'sr i»!»'2N ><»n /l> ^laiiz.^osss-Val)»..... '— —.— lim, !««! .'!l!<> fl. E, 4'/,"/o . >0»'— INÜ ahn >, <öm>!fion ec,'—201-75, Sildbnhn K:<« „.....!l4b-»<" » k s>",„.....!izs>'30 1»s> !'l! Nn«,-«<,«,, Bah».....! ftft.4« ,«(»—. Diverse Lose (Per C«!il), Vlcditlosc 100 s>, , , , ,8.'! 5s> I8<'^ lllnry ^'o— 58^75 4>v„ Dl'ünU'Dampssch, ino sl, ,,«.50 - - i.'clibachrrPfämicn-VlnlehLNsl, — - 2l»'— Oftncr ^'l'lc "»« !I, . , . . 57 s>0 s.« l.l» Pnlfs» i'ose «» sl.....s.s. ?s. ,.«-2s> !»ot!)cn«,c»,. l's!,<«cj,v, ,««>, ,« is» >!.^> Models i'o!^ ><» sl.....,,. !»,!>„ Salm Vose <>, <"l»!,'i«.^<,l>«" At.,,^s>,'i„^'l>sc 20 s>, , ^,,,— !,!»^,< Windijch,,r.i!) ^'osc ?» s>, , s>? «s. l.? 7" Vanl^lctien >rs, Biinl 200 II, . w»?s> I»!' Ba»lvc»ci», Wl»o sl . „2'<>> ^2 7<> «dnc-s,<»>,!sl,, öfti'ONslS-i»''/,, '!l^' , 5 »,<>'',"> ls»d<, »lüN, s, H.n,d,!,O.i«u s,, , l^xdilda»!, All>i, llnss, 20« sl, I Dlpl'sülnd.'nf, All«, ?,o<» sl, . i,, H»prl!'!'s!'»I',. i^lss,'.!<>« sl.2s,l>„(f, ,!s. . a»s 200 sl.....21» s>!> !lll-— Vcrlcbrsdnul. »lUH,, i.i- TelbWalk i,'lll!l, Tllillsport-llntcrnrhmlllljiell. (pcr Slllil). »!ll's<-ch<^nbn 20» sl, Silber . — — — - .„,,.. ' ,,. ,^^^„ 2un sl, Silb . >K2 — 182-50 Eiscnd. iloosl, «tM. —'- -'- , !>ah„ 150 sl . , . I'^l 50 I«4 - „ Vl'^ldllhn 200 sl, . . . :>07 — 3l»U'— l'nschlichradcr ^isl', s.oo sl LVi. — - —— s'I! ,!, 200 sl. . 275,— ?77— Iw»,'. '!,> Ges. ^7,'^ , . . »81'— 8«» — Dra,! .',M.S. —'— -^— D»x-Hjr.l>!l,uchl'! li, ^> 2«osl.E.-------—'— ,'?i,,lll,c>, ,»j?:!2n,!s!,T, —-— —- stc,d!«a»d« Noidb, >0ü0 sl, >^M. »t»t> «xxl. tira,,: >>- > "'-'- "^ >> ^,,.,-7 —-— ..-,,. .>>'!!,!' ' —'- - - ^>,>, >, 2«>!» 70 «10 »0 »>,!,! >!>!! >»<>s>, . —- —- ss>isl> > üli ?!'s, sl S. —'— —' ' V 21» 75 21» — d,< '^,.,, .... ____ , . ' sl, . >77'»s> 17? 75» ........,.,......,...... ,:,u,w. . »3N-75 2U/- Of'd Wl>r, Südbahn 200 fl. Silber , . . «5'— «',,0 Süd «olbd.-!l 227 25. « Wr., neu »H0 fl. — — —— T,ansp?r< Gi'seNschlis! nx) sl. . 100—lui — Unss'gnliz. V ' ' "ilber lei 50 I«2 — Ung, Vii'idoftl ilber is>« 2» ,b«,'/5 N»«,W!stl',(Ut,, , s,,S, lb«.— ,^.— IndustricActien (Per CtUlli. «issydi ,ind Kinddeig, Eisen» und ölabl I„d, in Wien 100 sl. . ------- ..— Eisciibnhnw.l'sibg, i 80 II. «>" „ «s. 71^, u'Iis!v . öftlrv -alpmc üü »0 «:'.«» '1', üid, <"cs «0» sl, 252 — ,b» — > ,js>!>ns!, 100 sl, . --'— —- — '.>! ' l'NinW lOUsl. 272 — «? «120 London . . ,»<'?!> !2ü 10 ^a,i« !! . . . 5'8(» 6-91 ,««k tU, 8« »«? ',l«ü» . , «0 !»s> Nl 05 ,! tl«»l»i!ile) ,47 ll^