Schristleitung: ««thimsgafle «t. ». *r. ti, tatmrets». • »ic » I» »»--I»,II« ernt taltZmt »*i »««». ». &.(«-t«|( m 11—11 tu« nra, v.u»Ichr»«r, aettea Mchl ,»»««,czede», itaualufc Ai». r*»nnjrm »tcht »crtltfflditiui «tmmt 9if Gerwiltn .______IM i 8cM|ma« »et »«llizft (*#• KP«t1, IntamMw« vkMI>t."«iD«WSe> Si<4 btt »,K >«,«,«» i »icn.ijiitri, . . . » » to 6«l»lwng . . . . K ( U •oinli»ti(. . . . Klj so #«• < i 111 «ut .HnftcSant ist H»»« : «.»»lltch ....*1-»trttriM»«« . . . k »— H»lbjiihri, «nBiitttl« . . . .» w- Str* «»,,»»« nlitrl M *u (jKü*äetll4i«r. um di t-lru« JJftlnitiintif-ÄrtUttrB. j«itrr M« )«i StSrftcSoe. Nr. 44 Cilli, Samstag den 3. Juni 1916. 41. Jahrgang. Dir Wertung unserer Erfolge gegen Milieu. Trotz der großen Mißerfolge der Italiener in den ersten zwölf Monaten ihre» Kriege« gegen Oesterreich-Ungarn scheint man im Reiche König Bikior Emanuel» doch von dem Eigendünkel, in den man sich durch hochtrabende Reden verantwortlicher und unverantwortlicher Führer hat hintertreiben lassen, nicht freimachen zu können. Man ist, obwohl der im Mai 1915 angekündigte SiegeSzug durch Oesterreich bis nach Wien an die Donau schon an den Tiroler Bergen und am Jfonzofluffe wir beim Eingang in» Karnlnerland zum Zt.he» gebracht wurde, noch im-mer voller Siegeszuversicht gewesen. Erst in den letzten Tagen, da die Tatsache de» erfolgreichen österreichisch ungarischen Angriffe» z i vertuschen oder in da« Gegenteil umzudichten, auch der schriftstellerischen DarftellungSkunst eine« Eadorna nicht mehr gelingen will, scheint man jenseit« der Alpen etwas nach-denNicher geworden zu fein. Aber an den „Endsieg", der bekanntlich den Neunerverbändlern ganz gemein« sam ist, glaub« man auch jetzt noch selsensest. Wie stark der Glaube an die eigene Kraft war, erhellt folgende Geschichte am besten. Den Italienern konnte der Plan der österreichisch-ungarischen Heeresleitung, zu einem Angriffe gegen die italienischen Stellungen in Eüdtirol zu schreiten, nicht unbekannt bleiben. Die Agencia Stesani, der Herr Tadorna eine umfassende Rechlsertigung seine« Rückzuges anvertraut ha», er-zählt die« auch ganz freimütig. Die Italiener beklagen sich nur darüber, daß sie genau wußten, an welcher Stelle es zum Angriff kommen werde und daß sie auch über den Zeitpunkt nicht vorher ordent-lich unterrichtet wurden. Daß e« aber zum Angrifft kommen werde, wußten sie. Diesem aber sahen sie mit so großem Gleichmute entgegen, sie waren so felsenfest von ihrer Stärke und von der vergeblich-seit österreichisch ungarischen Beginnens überzeugt, daß sie durch Flieger, die über österreichisch.ungari-sche Stellungen flogen, Zettelchen mit der höhnischen Frage au«streuen ließen: „Wann beginnt eure Offensive?" Da» haben italienische Blätter selbst erzählt. In dieser Frage kommt italienischer Eigendünkel Zosef - der Sozialresormer.*) Mich hab«n an Kaiser Josef immer die kleinen Züge mehr gefesselt, als die großen, weltgefchicht. lichen Taten. Daß er ein Jahrzehnt vor der fran» zösifchen Revolution in seinem Staate die Menschen» rechte erklärte und die Leibeigenschaft der Bauern aufhob, daß er da« Toleranzedikt erließ und alle Religionsbekenntnisse gleichstellte, daß er die alte Jesuitenzenfur für alle Druckschristen aushob und die Preßsreiheit gewährte, daß er wohl katholisch, aber nicht römisch sein wollte — wer wüßte da« nicht? Und wer kennt nicht die von hundert Ge-schichtsschre>b«:n wiederholte Phrase, daß seine Mut-ter den patriarchalischen, er aber, der Mann einer neuen Epoche, den aufgeklärten AbsolutiSmu« ver-trete? E« ist über den großen Kulturkämpfer Josef längst alle« gesagt. Nicht aber über den Sozial-reformer. Und auch, wohin wir in Wien blicken, sehen wir die Spuren seiner Taten. Und er begann im eigenen Hause. Seine Borsahren bauten Paläste und Kirche», entfalteten Glanz und Prunk, beschäs-tigten ein Heer von fremden Künstlern und Glück«-rittern. Er entließ die Hälfte feiner Hosbediensteten, •) Das »Salzburykr Bolkiblatt" entnimmt diese klare und uitreffend« Schilderung dem neuesten Buche von A. Müller-Gullenbrunn, „OesterieitS Beschwerdebuch" (Per-lag Reuj, & Jtta. Konstanz), da» auch wir unseren l'elern aus das wärmste empsehlen können. Die Schristleitung. recht sinnfällig zum Ausdrucke. Jetzt allerdings, da der Angriff da ist und da er gleich mit fo schönem Ersolz angesetzt hat, beginnt die Stimmung in Jta-lien etwa« trüber zu werden Der österreichisch-ungarische Angriff selbst muß ein Meisterweik der HecrsiihruriH genannt werden. ES sind ihm gewiß umfassende Borbereitungen vor-angegangen, aber an solchen mangelte eS doch bei den feinden auch nie. Dort sind sie vielmehr noch gründlicher durchgeführt worden und was an Bor-bereitungen zu einem Kriege geleistet werden konnte, war gewiß den Italienern unter allen jetzt krieg-führenden Staaten im vollsten Maße möglich. Jta-lien hat sich ja volle zehn Monate zum Kriege gr gegen Oesterreich.Ungarn rüsten können, und hat die Zeit dazu auch gründlich ausgenützt, ohne daß aus unserer Seite die angesichts der italienischen Rüstun-gen gewiß gebotene» «egenmaßiegcln sofort ergrif-fen werden konnten. Trotz der Möglichkeit der um-fassenden Bvrbereitnugen zum Angrisse gegen Oester-reich Ungarn ist dieier aber sofort zum Stehen ge-bracht worden und nahezu volle zwölf Monate müh-!en sich CadornaS Feldherren an den verschiedensten Stellen der weitgestreckten Kampslinie im Südwestcn »ergeben« ab, sich ein EinsallStor ins österreichische Gebiet zu erzwingen, da» den italienischen Heere«-missen einen Weg in unser Reich freigemacht hätte. E« entzieht sich selbstverständlich unserer Be° urteilung, wie lange die Vorbereitungen unserer Heeresleitung für den Angriff gegen die italienischen Stellungen in Anspruch genommen haben. Daß aber die Zeit hiesär ganz bedeutend kürzer war, al» die, die den J'alirnern zu Gebote stand, ist wohl außer Zweifel. Um da« behaupten zu können, braucht man ja lediglich ein Verzeichnis der militärischen Leistungen Oesterreich-Ungarn« seit Beginn bei Krieges mit Italien auf den anderen Kriegsschauplätzen in die Hand zu nehmen. Al« man noch »or der Ausgabe stand, Galizien von den Russen, Serbien von den Serben zu befreien, Montenegro völlig niederzuzwin-gen, uud die Italiener au» dem größten Teile Al-banien« zu vertreiben, konnte man doch unmöglich schon wirkliche Vorbereitungen sür einen Angriff ge-gen Italien tresfen. Und doch ist dieser Angriff io-fort vom schönsten Ersolge b.gleitet gewesen. Auf die höhnende Frage der Italiener: „Wann beginnt setzte die Autgaben der Hoshaltung von sechs Mil-Honen jährlich auf eine halbe Million herab und gab da» große vermögen, das fein Bater hinterlas-sen hatte, an den Staat zurück. Und die Paläste, die er baute, hießen: Allgemeine» Krankenhaus, Irrenhaus, Findelhaus, Taubstummeninstitut, Militär-chirurgijche» Institut. Jnvalidenhau«, Allgemeines Waisenhaus, Allgemeine» Armcninstitut, Allgemeines Versorgungshaus usw. Man braucht nicht« mehr zu sagen von Kaiser Josef, al« die« aufzuzählen, und fein Ruhm ist erklärt, seine Volkstümlichkeit begrün-det. Der soziale MitleidSgedanke kam ja nicht durch ihn in die Welt, aber in ihm zuerst hat er einen Thron bestiegen. Und wie schön und warmherzig prägt sich die-ser Gedanke nicht in allem au», in welch mannig-fachen Formen gab ihm der Kaiser Gestalt. Der Prater war ein streng eingehegter, bi» tief in die Leopoldstadt reichender Wald, der nur dem Hof und dem höchsten »del zugSngig blieb. Josef ließ alle Schranke« entfernen nnd gab ihn den Wienern frei. Er öffnete dem Volke auch feinen geliebten Augarten, und setzte jene ewig denkwürdige Inschrift über die Eingangspforten, in der er sich als ein Schätzer der Menschen bekannte. Schön als Thronsolger und Mitregent seiner Mutter übte er seinen Einfluß immer nach der so-zialreformatorischen Richtung au». Bon all seinen Reisen bringt er bedeutsame Ergebnisse mit, nur wo eure Offensive?' ist so gründlich deutliche Antwort gegeben worden, daß man sich da» Fragen wohl in Zukunft schenken wird. Die Frage beweist un» aber auch, daß die Italiener jedenfalls auf den Angriff gewartet haben. Umso größer ist die Bedeutung deS Erfolge«. Bon einer Ueberraschung der Italiener lann nicht gesprochen werden, sie suhlten sich viel-mehr vollständig sicher und waren ihres Erfolges fo gewiß, daß sie höhnen zu können glaubten. Es wäre verfehlt, an die bisherigen Erfolge unserer Waisen allzu kühne Hoffnungen zu knüpfen. ES darf dabei nicht auyer acht gelassen werden, daß wir eS mit der gesamten HeereSmacht einer euro« päischen Großwacht zu tun haben, der wir nicht un» sere gesamte militärische Stärke entgegenzuwersen in der Lage sind. Der Erfolg ist auch dann groß, wern er lediglich den Italienern beweist, daß für sie die Tore nach Oesterreich Ungarn völlig verrammelt sind, daß es «der andererseits österreichisch-ungarischen Truppen von den Italienern nicht verwehrt werden konnte, in daS Gebiet des heiligen Königreiche« ein-zubringen. Die Besetzung eine» Teiles der sieben Gemeinden, da» Boidringen unserer Truppen im Astach- und im Posinatale, die Tatsache, daß italie-nischc Festungswerke vor Arsiero und Schlegen ge-nommen werden konnten, daß man an die 300 Geschütze neuester Ausführung den Italienern adzu« nehmen vermochte, wiegen fo schwer, daß sie allein von »ollstem Werte stnd. Der Weltkrieg. Eine gewaltige englische Niederlage z«r See. Deutschlan)» Ueberlegenheit im Seekriege hat England in furchtbarer Weise zu sühlen begonnen. Die „erste Seemacht der Welt" erlitt am 31. Mai bei Horn»r>ff, wo die gesamte Schlachtflotte Eng-lands der deutschen Flotte gegenüberstand, eine schwere Niederlage. Die Engländer büßte» 110.000 Tonnen ein, die Deutschen nur gegen 3V.000 Ton-nen. Es war ein herrlicher deutscher Sieg, der «,,» stolz und bewundernd zu Deutschland« Wehrmacht aufschauen läßt. er etwa« Nachahmenswerte? gesunden, da sendet er, heimgekehn, sogleich Männer seine» Vertrauens hin zum Studium. So wird seine Pariser Reise, die er unternimmt, um da» eheliche Glück Maria Antoinet-tenS inS Geleise zu bringen, ganz besonders frucht-bar. Er verachtet daS prasserische Hofleben, da» er dort findet, aber er ist begeistert von den Pariser WohlfahrtSanstalten. Daß man die Blinden, die Tauben und die Geisteskranken auch als Me«schen zu behandeln habe, da« erkennt er dort. Und auch, wie man die Findlinge und die ärmsten aller Müt-ter, die Gefallenen und Verlassenen, zu behandeln habe, lehrt ihn Paris. Viele« kann er alS Mitregent noch nicht durchsetzen, weil Maria Theresia in religiösen Anschauungen befangen war und ihr« klaren Sittlichkeitsbegriffe jedem Kompromiß unzugänglich blieben. Protestanten mochte sie in allen Ländern nicht sehen, und jede Gefallene war ihr ein unsitt» liches Frauenzimmer, da» in» KorrektionShau» ge« hörte. Irre aber 'galten in der Regel al» vom Teu-sei besessen, die Zwangsjacke und Prügel waren ihr Teil. Mit diesen siirchierlichen Resten de« Mittel-alter« konnte Josef erst aufräumen, als er Allein-Herrscher war. Und dann überstürzten sich die Reformen. Welch eine Tat war nicht die Reinigung de« Strafgesetze» von dem Begriff der Zauberei und Hexerei. Seine Mutter scheute zwar vor Strafurteilen zurück in solchen Dingen, aber sie glaubte noch an Hexen. Seit« i Der amtliche Bericht deS deutschen Admiral« siabe« lautet. 2. Zum. DaS Wolffbureau m.'ldet: Unsere Hoch-feeflotte ist bei einer nach Norden gerichtete« Unter-nehmung am 31. Mai aus den un« erheblich über legenen Hauptteil der englischen Kampfflotte gestoßen. ES entwickelte sich am Nachmittag »wischen Skagerak und HornS Riff eine Reibe schwerer, für unS erfolgreicher Kämpfe, die auch während der ganzen folgende» Nacht andauerten. In diesen Kämp-fen sind, soweit bisher bekannt, von unS vernichtet worden: das Troßkampsschiff „Waripite', die Schlachtkreuzer »Queen Mary" und „Jndefatiaable", zwei Panzerkreuzer anscheinend der Achillesklasse, ein kleiner Kreuzer, die neue» Lerstörersührerschiffe „Turbulent", „Nestor" und „Alcaster", sowie eine große Anzahl von Torpedobootzerstörern und ein Unterseeboot. Nach einwandfreier Beobachtung hat ferner eine große Reihe englischer Schlachtschiffe durch die Artillerie unserer Schiffe und durch Angriffe unserer Torpedobootflotillen während der Tagschlacht und in der Nacht schwere Beschädigungen erlitten. Unter anderen hat auch das Gioßkampsschiff „Marl borough", wie GesangenenauSsagen bestätigen, Tor« pedotreffer erhalten. Durch mehrere unserer Schiffe sind Teile der Besatzungen untergegangener englischer Schiffe aufgefischt worden, darunter die beiden e>n-zigen Ueberlebcnd.n der „Jndefatigable^. Auf nnse-rer Seite ist der klein« Kreuzer „Wiesbaden" wäh-rend der Tagschlacht durch feindliches Artilleriefeuer und in der Nacht S. M. Schiff „Pommern" durch Torpedoschuß zum Sinken gebracht worden, lieber da» Schicksal S. SW. Schiff „Frauenlob", das ver-mißt wird und einiger Torpedoboote, die noch nicht zurückgekehrt sind, ist bisher nicht« bekannt. Die Hochseeflotte ist im Laufe des heutigen Tage« in un-sere Häfen eingelaufen. Der Chef de» Admiralstabes der Marine. Der Krieg gegen Ruhland. Die Berichte deS österreichischen General st abe«. 31 Mai. Amtlich wird Verlautbart: Erhöhte GesechtSlätigkeit an ver besfarabische-i Front und in Wolhhnien dauert an. 1. Juni. Unsere Stellungen in Wolhynie.i standen gestern wieder mehrere Siundcn unter dem Feuer der feindlichen Artillerie. Nichtsüber mehrfach heftiges vorfeldgeplänkel. Auch an der bessarabischen Front hält die Tätigkeit de* Gegners an. 2. Juni. Die Geschützkämpfe an der bessarabi-fcken und woihynischen Front haben stellenweise den Charalter einer Artillerieschlacht angenommen. Auch an der Jkwa entwickelte der Feind gestern erhöhte GesechtSlätigkeit. Die Berichte der Deutschen Obersten Heeresleitung. 2. Juni. Ein gelungener deutscher Erkundung«-Vorstoß auf der Front südlich von Smorgon brachte einige Dutzend Gefangene ein. Südwestlich deS Dry-fwiatyseeS wurde ein russisches Flugzeug durch Ab-ivchrfeuer vernichtet. Und auch die Richter glaubten an sie. Gleichzeitig engte Josef die Gerichtsbarkeit der Klöster (er ver-bot die geistlichen Kerker!) und der GutSherrschasten ein. Er gab den Bürgern eine bürgerliche RechtS, pflege. Sin neues Ehepatent räumte die schlimmsten Ehehinderi iffe aus dem Wege. Der Er-Stil im Ver-kehr mit den Untertanen wurde abgeschafft und der Kaiser nannte feine letzten Diener Sie. DaS schreck-liche staatliche Kerkerwesen jener Tage wurde ge-mildert, der Spielberg in Brünn, eines der abscheu-lichsten StaatSgeZängnisse geschloffen, die Todesstrafe grundsätzlich abgeschafft. Gesetze über eine gerechte Besteuerung aller Staatsbürger wurden teils einge-führt, teil» erwogen, Maßnahmen gegen da« Ueber« handnehmen deS Fideikommiß- und MajoratSwesenS getroffen. Jeder Federzug de» Kaiser« brachte eine fozialrefvrmatorische Tat oder rührte an ein heute noch zu lösende» Problem. Sein größter Schmerz war die Unbildung der Massen und er zuerst griff zum Schulzwang. Und auch die Universitäten und die schon bestehenden Mittelschulen oder „Lateinschulen' reformierte er mit einem einzigen Federzug. Er diktierte ihnen die deutsche Unterrichtssprache. Wa» un« heute unfaßbar dünkt, war damals das Natürliche — aller höhere Unterricht wurde lateinisch erteilt, auch kein Gebil-deter achtete seine Mutlersprache. „Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein," schrieb Kaiser Josef an den Freiherr« von Dalberg. Und er hat diesen Stolz bewiesen. Daß das total ver- Deutsche Wacht Gegen Frankreich und England. Große» Hauptquartier, 31. Mai. Feindliche Torpedoboote, die sich der Küste näherten, wurden durch Artilleriefeuer vertrieben. Die rege Feuertätig-teil im Abschnitte zwischen dem Kanal von Le Bassee und ArraS hält an. Unternehmungen deutscher Pa-trouillen bei Neuve-Ehapell« und nordöstlich davon waren erfolgreich. 38 Engländer, darunter ein Of-fizier, wurden gefangen genomme', ein Maschinengewehr erbeutet. Links der MaaS säuberten wir die südlich de» DorseS CumicrcS liegenden Hecken und Büsche vom Gegner, wobei 3 Offiziere, 83 Mann in unsere Hand fielen. Beim Angriff am 29. Mai eroberteten wir ein im Eaurettewäldchen eingebautes Marinegeschütz, 18 Maschinengewehre, eine Anzahl Minenwerfer und viel sonstige» Gerät. Auf beiden MaaSufcrn blieb vie Artillerietätigkeit sehr lebhaft. 1. Juni. Nördlich und südlich von LenS herrschte auch gestern lebhafte Artillerietätigkeit. Links der MaaS fetzten die Franzosen abend» erhebliche Kräfte zum Angriffe gegen «Toter Mann" und die Caurettehöhe an. Am Südabhange deS „Toten Mann" gelang eS ihnen, in etwa 400 Meter AuS dehnung in »uferen vordersten G7äben Fuß zu fas-sen. Im übrigen sind mehrsache feindliche Anstren« gungen unter den schwersten Verlusten abgeschlagen. RechtS der MaaS wurden die Artilleriekämpfe soit-gesetzt. Oestlich von Obersrpt brach eine deutsche ErkundungSabieilung in etwa 350 Meter Breite und 300 Meter Tiefe in die französische Stellung ein und kehrte mit Gefangenen Und Beule zurück. Ein englischer Doppeldecker wurde westltch von Cambiai im Luftkampse abgeschossen. Die Insassen (Offiziere) sind verwundet gefangen genrmmen. Im französischen Tagesberichte vom 28. Mai, 3 Uhr nachmittags, wird behauptet, am 28. Mai feien fünf deutsch« Flugzeuge durch die Tätigkeit der französischen Flie-ger und Abwehrgeschütze vernichtet worden. Wir be-schäftigen uns feit längerem nicht mehr mit der Richtigstellung feindlicher Berichte, möchten in diesem Falle aber, wo eS sich um die LeistungSsähigkcit der jungen stliegerwaffe handelt, doch bemerken, daß weder an dem genannten Tage noch in der vorher-gehenden Woche überhaupt irgend ein deutsches Flug» zeug durch feindliche Wirkung verloren gegangen ist. 2. Juni. Nach heftiger Steigerung ihre» Ar-tilleriefeuers und nach einleitcvden Sprengungen griffen starke englische Kräfte gestern abend« westlich und südlich von Givenchu an. Sie wurden im Nah-kampse zurückgeworfen, soweit sie nicht bereit» im Sperrfeuer unter großen Verlusten umdrehen mußten. Auf dem Westufer der MaaS brachen die Franzosen erneut zum Angriff vor; sie hatten keinerlei Ersolg. Oestlich deS FlusseS stürmten unser« Trnppen den Cailleitewald und die beiderseits anschließenden Grä^ ben. Ein heute morgeu» südwestlich deS VauxleicheS geführter feindlicher Gegenstoß scheiterte. Es sind bisher 71» Offiziere und über 2000 Mann zu Gefangenen gemacht, sowie drei Geschütze und mindestens 23 Maschinengewehre erbeutet. Südwestlich von Lilie fiel ein englische» Flugzeug mit Insasse» unversehrt in unsere Hand. Im Lusttampse wurde ein sranzö-sischer Kanipfeinsitzer über dem Marrerücken zum tvelschte Wien wieder eine deutsche Stadt geworden ist, daS ist fein Werk. Noch feine Mutter konnte e» nicht fassen, daß man eine andere Oper als eine italienische, ein anderes Schauspiel als ein französisches besuchen wollte. Die Loslösung von diesen Ueberlieferungen deS verwelschten Oesterreich vollzog Joses mit starker und fester Hand. WaS er an sozialen Reformen im engsten Sinne für Wien geleistet hat, ist gar nicht aufzuzählen. Die Innere Stadt namentlich dankt dem Kaiser alle», was sie geworden ist. Als Joses seine Regie-rung antrat, gehörte mehr alS ein Drittel bei Flä-chmraume» der Inneren Stadt der Geistlichkeit. Und jede Pfarrkirche hatte ihren Friedhos im Mittelpunkt von Wien. Dazwischen lagen die Adelspaläste mit ihren Gärten. Die Häuser der Bürgerschaft ober waren seit Jahrhunderte« mit einem unerträgliche» Servitut belastet: Die Beletage mußte in jedem Hause al» „Hoswohnung" zur Versügung stehen, da» heißt für Herrschaften und Leute vom Gefolge deS Hofe». ver übergroße Staat, der i« der Burg nicht Platz hatte, und sein Anhang, wohnten in den schönsten Räumen der Bürgerhäuser ohne Entgelt. Und man war glücklich, wenn man einen Baron oder Grasen zugeteilt erhielt und nicht einen Hof-kutfcher oder einen Lakai samt Familie. Es war eine soziale Großtat, die Josef voll-führte, als er seine Hofhaltung von sechs Millionen jährlich auf eine halbe herabsetzte und allen über-flüssigen Hofchargen den Abschied gab. Den Wiener «ummer 44 Absturz gebracht, ferner in unserem Bereich je ein Doppeldecker über Vaux und westlich Mörchingen. Der gestern gemeldete westlich Cambrai abgeschossene englische Doppeldecker ist der vierte von Leutnant Mulzer außer Gefecht gesetzte Gegner. Oberste Heeresleitung. Der Krieg gegen Italien. 31. Mai. Amilich wird verlautbar»: Die unter Befehl Sr. k. u. k. Hoheit des Generalober« sten Erzherzogs Eugen operierenden Streitkräfte haben Asiago unv Arsiero genommen. Im Raum« nordöstlich Asiago vertrieb«« unsere Truppe» den Feind aus Gallio und erstürmten seine Höhenstel« lungen nordöstlich dieses Orte». Der Monte Bald« und Monte Fiara sind in unserem Besitz. Westlich von Asiago ist unsere Front südlich der Assaschlucht bis zum eroberte« Berg Punta Corbin geschlossen. Die über den Posinabach vorgedrungen«» Kräfte nahmen den Monte Priasora. Neuerliche verzweifelte Anstrengungen der Italiener, un» die Stellunzen südlich BcUalc» zu entreißen, waren vergeblich. Ja dem halbe» Monat seit Beginn unsere» Angriffe» wurden 30.388 Italiener, darunter 694 Offiziere, gefangen genommen und 2ö9 Geschütze erbeutet. Heut« früh belegten mehrere eigene Seeflugzeuge den Bahnhof und militärische Anlagen von San Geor« gio di Nogaro mit zahlreichen Bomben. Im Bahn« hosgebäud« wurden vier Treffer beobachtet. 1. Juni. Unsere im Raume nördlich von Asiago gegen Osten vorrückenden Kräfte haben die Gehiste Manbriello erreichte und die Straße östlich von Monte Fiara und Monte Baldo überschritten. Oest-lich von Arsiero wurden der Monte Ccngio, sowie die Höhen südlich von Cava und Tre»che erobert, 900 Italiener, darunter 15 Offiziere, gesang«« ge-nomme« und drei Maschinengewehre erbeutet. Bei Arsiero selbst fasten unsere Truppen aus dem südli« chen Posinauser Fuß und wiesen einen starken Ge-genangriff der Italiener ab. Ebenso scheiterten seind-liche Angriffe auf die Stellungen unserer Landes-schützen bei Chiesa, im Brandtale und östlich d«S Passo Buole. Die Nachlese im Angriffsraume ergab eine Vermehrung der gestern gemeldet«« Beute auf 313 Gefchütz'. Unsere sonstige Gesamtbeute ist noch nicht völlig zu übersehen. Bisher wurden 148 Ma-schintngewehre, 22 Minenwerfer, sechs Kraftwagen, 600 Fahrräder und sehr große MunilionSmenze«, darunter 2250 schwerst« Bomb«n eingebracht. 2. Juni. Oestlich der Ge öfte Mandrielle dran-gen unsere Truppe« kämpfend bi» zum Grenzeck vor. Im Raume von Arsiero eroberten sie den Monte Barco (östlich de« Monte Eengio) und faßten nun auch südlich der Orte Fusine und Pofina aus de« Süduser des PosiuabacheS feste« Fuß. Der Stellvertreter deS EhefS des GeneralstabeS: v. Höser, Feldmarschall Leutnant. Am Balkan. Oesterreichischer amtlicher Bericht. 31. Mai. Nördlich der untere« Vojusa haben unsere Truppen italienisch« Patrouillen verjagt. Bürgern aber überließ er dabei endgiltig die „Hof-wohnung". Sie hatten nur eine kleine Steuer zu leisten zur Abfertigung all der zahllosen Schmarotzer, die sich al« Gefolge d«S höfischen GesolgeS einge-nistet hatten. Da gab es Pariser HaarkräuSler und Perückenmacher, ungezählte Tanzmeister, Puderhänd« ler, Fechtmeister, Reitlehrer, Modistinnen, Schneide-rinnen, Kammerzosen, Sprachm«ist«r, Kammerdiener, Musikanten und Sänger, die alle zum Hofhalte ge-hörte«. Und dann schaffte der Kaiser der Innern Stadt Raum durch da» Verbot, die Kirchhöfe zu benütze«. Er gönnte den Toten eine Respekizeit von einigen Jahren, dann aber mußte« alle Gräber verschwin-b«n. E» gab zehn Friedhöfe in der Innere« Stadt Wie«! Und zwar: bei St. Stephan, St. Ruprecht, bet den Dominikanern, hinter der Kirche am Hof, bei den Minoriten, vor der Burg, bei den Michae» lern und bei den Schotten auf der Freiung. Wir könne« un» da» heute kaum noch denken Kaiser Josef hat sie au» gesundheitliche« Gründen aufge^ hoben und auch in den Vorstädten keine solchen ge. duldet. Er verwies die Toten vor die Linien von Wien, und die engere Innere Stadt erhielt Luft, sie erhielt einige freie Plätze nur durch die Beseitigung der Friedbife. Zu den fozialreformatorische« Taten deS Kai« ser» wird man auch die außerordentliche Jndustrieför-derung zähle« müssen, die er in Wien durchführte. Er rief daS FabrikSwese« am Neubau und am Nummer 44 2. Juni. Auf dem linken User der mittlere» Bojusa östlich von Flora (Valoia) haben wir ein« italienische Abteilung durch Feuerüberfall zersprengt. A» der unteren vojusa Patrouillenkämpse. Der Stellvertreter de» Chef» de« Seneralstade«: v. Höfer, Feldmarschall > Leutnant. Deutscher amtlicher Bericht. 1. Juni. Ein schwacher feindlicher Angriff an der Südspitze de» Doiransee« wurde abgewiesen. Lei Brest nordöstlich de» See« wurden Serben in eng-ltschen Uniformen gefangen genommen. Türkischer Kriegsbericht. Mitteilungen bei türkischen Haupt« quartier«: 31. Mai. Ka»kasu«jro»l: Die »on un« am Morge» de« 30. Mai in der allgemeinen Richtung «us den Zuzlabach und Namachatun gegen die acht Kilometer westlich, sechs Kilometer südlich und 18 Kil«m«ter südwestlich von Namachatun gelegenen rus« fischen Stellungen in einer Ausdehnung von etwa 30 Kilomeier unternommene Offensive war von Er« folg gekrönt. Da diese Operationen in geradezu über-raschender Weise durchgeführt wurden, waren die Russen gezwungen, in diesem Abschnitt teil« in ist-licher, teil« in nördlicher Richtung den Rückzug an-zulreten, ohne daß e« ihnen gelang, irgend einen Widerstand zu leisten. Die Ortschaft Namachatun wurde von un« besetzt. Angriffe, welche die Russen mit einem teile ihrer Streitkräfte in Eiwiderung unserer Offensive im Tschoiochabschnitt« und aus dem linken Flügel unternahmen, wurden »ach heftigem Artillerie', Infanterie« und Bombenkamps »bgewielen. Ein Monitor uud zwei Torpedoboote bei Feinde« beschossen nacht« a» der Westküste der Insel Koesten gelegene osfene Ortschaften, wodurch einige Häuser leicht beschädigt und einige Personen verletzt wurden. 1. Juni. Iraksront: Leine Veränderung. Eine« unserer Militärflugzeuge griff i« Abschnitt« Felahie zwei feindliche Flugzeuge an und zwa,g st« durch Maschi«engewehrseuer zum La»d«n. KaukasuSfront: Aus dem rechte» Flitgel unbedeutende Patrouillen-kämpse. Im Zentrum »erließ der Feind infolge eine« am 30. Mai gegen seinen linken Flügel durchge« führten Angriffe« ferne auf diesem Flügel befindlichen Stellungen vvilsiä»dig. um sich 20 Kilometer in »»rdöstlicher Richiung zurückzuziehen. Unsere Trupp.-n »rr folgten den Feind. Auf de« linken Flügel wiesen wir eine» Ueberfall, den der Feind gegen unsere Stellung«» unternehmen wollte, leicht ab. Ein«» un-s«r«r Flugzeug«, da« wahrend eine« Fluge« über die Insel Jmdro« und Mavr« «in feindliche« Torpedoboot wahrnahm, besegle diese« mit Bomben, deren zwei da« Torpedoboot trafen. Ein groischenfall im Hafen von Trieft. Die Agenzia Stefani verbreitet folgende Mel-duno: Am 28. Mai nacht« haben wir innerhalb de« Hafen« von Triest einen großen TranSportdampser torpediert und versenkt. Bon maßgebender Seite wird hiezu beweist: Am 28. Mai nähert« sich in «in«r »nfichtifl«» regnerischen Nacht ein seindliche« Torpe-doboot dem Hasen »on Trieft, und schoß zwei Tor« Schottenseld in« Leben, schus weiten Bolk«kreifen Arbeitsgelegenheiten und erzog dem Staate steuer-kräftig« Bürger. Und selbst «in Dienstbotenamt sür unentgeltliche Arbritivermittlung ließ er errichten. Den Zünften aber verbot er ihren Pomp und Luxu« auf Kosten der Gehilfen. Zahlreiche Prozessionen, die nur dem Aberglau« b«>, dienten, und dem Bolke stet« einen Arbeitstag kosteten, stellte «r e n. Ebenso da« Wetterläuten, da« die Menschen zum Gebet ri's, wenn «in Gewittrr droht« und da« durch feinen Schall die Wolken zer-teilen sollte. Selbst die allzulange Dauer de« Gol« tt«diknste« erlaubte er sich zu regeln, und den Luxu« mit Wachskerze» auf Koste» der Gläubige» schränkte er ein, sowie er den Beichtkreuzer schon zu Lebzeiten seiner Mutter abg-schafft hatte, denn au« diesem Beichtkreuzer war ein Beichtgulden und ein Beicht« dukaten geworden! Man darf heute in all diesen Maßnahmen, die al« feindselige Akte zegen die Kirche gedeutet wurden, soziale Reformen erblicken. Eine fozialresormatorische Tat war auch seine Aktion gegen die unnützen Klöster. Al« Maria The-resia starb, gab e« in Oesterreich 2163 Klöster mit 63.000 Mönchen und Nonnen. ES war ganz selbst, verständlich, daß ein Kaiser, der in allen Dingen da« Zweck- und Vernunftgemäße suchte, uud keinem die Pflicht der Mitarbeit am kulturellen Gedeihen der Menschheit erlassen wollte, mit diesem überkom-«enen geistlichen Besitzstande in« Gericht ging. Un-« Deuische Wacht pedo« ab. Einer der Torpedo« explodiert« am «rund« »nwrit de« User«, der zweit« traf einen Kai, wodurch der Kai und «in Magazin am Strand« lkicht brfchädigt wurden. An d«n nähergelegenen Gebäu> den wurden auß«rdem viele Fensterscheiben zertrümmert. Weder ein Traniportdampser noch irgend ein andere« Schiff wurde getroffen. Trau«p»rldampfer gibt e« in Trieft überhaupt keine. Aus Stadt und Zand. Generaloberst Erzherzog Eugen an die Bevölkerung Steiermarks Statthalter Graf Clary und Aldringen hat an den Generaloberst Erzherzog Eugen nachstehende Drahtung gerichtet: .In patriotischer Begeisterung über die unter der erlauchten Führung Eurer kais. Hoheit von unseren tapfere« Truppen erfochtenen glänzenden Siege gegen Italien bitte ich Eurer kaiserlichen Hoheit, anläßlich der neuerlich verliehenen Allerhöchsten Hit«,eich, nung und der eben eingelassenen Freudenkuude vom Fall von Arsiero und Asiago im Namen der treu ergebenen Bevölkerung Steiermark« die ehr-furchi«vollsten Glückwünsche unterbreiten zu dürfen. Etat Halter Graf Clary." — Hierauf ist folgende Drahtung eingelangt: .Empfangen Euer Exzellenz meinen innigsten Dank sür die patriotischen Glück-wünsche der treuen Bevölkerung Steiermark«, deren lapsere Söhne in den jüngsten Kämpsen neuerlich ihren traditionellen Heldenmut bewiese» haben. Ge-«eraloberst Erzheizcg Eugen." Todesfall Heute sriih ist hier die Kauf-mannSgattin Frau Thea Fallmeier, geborene Negri, im 33. Leb«n«jahre nach langem Leiden verschieden. Auszeichnungen Au« Windischseistritz wird un» geschrieben: Oberleutnant »lbert Stiger, Sohn de« Großkausmanne« Herrn Albert Stiger, wurde mit dem Signum laudi» und dessen Schwester Fräu« (ein Jda Stiger, die seil Krieg«begin» «l< freiwillige Pflegerin im Feld« steht, mit der Silberne» Ehren« medaille vom Roten Kreuz mit der KriegSdekoratio» «»«gezeichnet. Soldatenbegräbnisse In den letzten Tage» sind nachstehende Soldaten, di« hier an einer vor dem Feind« erlittenen Krankheit bezw. Verletzung ge-storben sind, am städtischen Friedhose zur letzten Ruhe bestattet worden: am 31. Mai Ins. DioSzegi San» dar de« H..J «R. 3, Ins. Jstvan Wenczel de« H-J-R. 4, am 2. Juni: Inf. Konst«ntin Bam> barylo de« I. R. 80, Feuerwerker Johann Zwur« esek de« F. K. R. 21, Nikolau« Gojivic einer Ar-beiterableilung. Waisenhaus - Lehrlingsheim Anstatt eine« Kranze« für Herrn Fritz Wehrhan, Bergin-genieur in Baden, spendete Herr Karl Teppey, Groß« industrieller, zugunsten de« Waisenhauses den Betrag von 20 K. Deutscher Nationalverband. Der Bor« stand des Deutschen RationalverbaudeS hat sich in feiner letzten Sitzung mit der au« seinen Kreisen stammenden Anregung zur Bildung einer deutsch-freiheitlichen Einheitspartei eingehend befaßt. Zur er verfügte nach reiflicher Ueberprüfung, „daß alle jene Klöster zur Aushebung bestimmt seien, deren Mitglieder beiderlei Geschlechtes ein bloß beschau-licheS Leben sühre», weder Schulen halten, noch Kranke bediene», noch predigen, noch den Beichtstuhl versehen, noch Sterbenden beistehe«, noch sonst in Studien sich hervortun." Diese Begründung liest sich noch heute wie ein soziale« Bekennini« de« Kaiser«. Und nach dieiem Programm wurde gehandelt. Al« Kaiser Joses am 20. Feber 1790 starb, gab e« nun beinahe tausend Klöster weniger in Oesterreich. In der Inneren Stadt Wien war aber eine gewaltige Umwälzung erfolgt, daß sie nur mit jener verglichen werden kann, die eintrat, al« einst di« Protestanten Wien verlassen mußten. Wieder verließen Tausende die Stadt. Und s« ziemlich der ganze Besitz, der zur Zeit der Gegenreformation von Ferdinand II. an die katholische Geistlichkeit ver-schenkt wurde, ward jetzt wieder der Allgemeinheit zurückerstattet, in dem der Staat seine Hand darauf legte. Diese Fülle sozialer Taten in zehn Regierung«-jähren wird n)ch übertreffen von der Betätigung de« Kaiser« nach auswärts. Seine rasche Hand war in den Provinzen fühlbar und er traf nicht überall da« Beste aus den ersten Griff. Er beschwor große Wi-derstände in den Niederlanden und in Ungarn her-auf, Reaolten bedrohten da» Reformwerk. Der Kaiser hatte sich in den Sümpsen an der Seite 3 weitere» Verfolgung und Durchführung de« Plane« wird in der nächst«» Zeit «in« Vollversammlung de« Verband«« einberufen werden. Evangelisch« Gemeinde. Morge» Sonn, tag findet in der Christutkirche um 10 Uhr vormit« tag« ei» öffentlicher Gottesdienst statt, in welchem Herr Pfarrer May predigen wird über „Die Groß« macht de« Glauben«". Abwechselnder Nachtdienst in den Apotheken. Mit Rücksicht aus den Mangel an HilsSkrästen wird in den hiesigen Apotheken von morgen Sonntag, den 4. Juui angefangen, wöchentlich der Nachtdienst gewechselt, so daß nur eine Apo« theke bei Bedars in der Nacht zur Verfügung steht. E» hat also in der Woche vom 4. b « einschließlich Sonntag den 11. Juni früh die Adl«r-Ap»lh«ke (Rauscher) und in der folgenden Woche die Maria» hilf Apotheke (Gaffer) Nachtdienst An der Eingang«-türe zeigt di« angebrachte Tafel an, daß in der b«-tr«ff«nden Apotheke in der laufende» Woche kein Nachtdienst stattfindet. Lichtspielbühne. Feststimmung brachte die Nachricht vom Falle der ersten Befestigungen der Welschen in Aller Herzen, wehende Fahnen und tönende Glocken kündeten die freudige Botschaft. Und »on dieser freudig feierlichen Stimmung kam auch ein gut Teil in unser Theater, wo durch die Dar« stellung des PrachtfilmS „Hoffmann« Erzählungen" mit Militärmufikbegleitung die best» aller bisherigen Darbietungen geboten wurde. Ist schon der Sloff von HoffmannS allbekannten phantastischen Erzäh-lungen für die Darstellung durch d»S Unmögliche« möglich machende Kino besonder« geeignet, so haben die Veranstalter der Bilder ihr Beste« gegeben und, bis in den kleinsten Theil genau durchgeführt, Bil-der geschaffen, bei welchen die oft störend wirkenden unpassenden Nebensächlichkeiten fehlen. E« war ein wirklicher Genuß, die prächtigen Bilder »orüberziehen zu lassen und die begleitende Musik »ersetzte un« »st i» ein teil fliehe« Theater, so daß man nur wünschen kann, die Leitung könnte un« öfter Aehnliches bieten. E« gibt zahlreiche Filme mit einer paffenden Parti-tur und wird eine gute Begleitmusik die Zahl der Freunde de« Lichtspiele« gewiß erhöhen, da wir »un schon immer am liebste» mit mehreren Sinnen ge-nießen. Die Handlung der Erzählungen HoffmannS kommt beim Lichtspiele besonder« wirksam zur Gcl« tung, da der reiche Wechsel an Personen, Orten und Gedanke» leicht dargestellt werden kann und auch die Traumgestalten im Kino nicht nur dem Träumen« den erscheinen! Eine der besten Leistungen ist wohl HoffmannS Erlebni« mit der Puppe Olympia und e« fällt dabei außer dem meist«rhast«n Spiel aller Hauptdarsteller besonder« da« wohl kaum bei ande-rer Gelegenheit gesehene abgerundete Mitspiel der Zuseher aus. Die seine Musik Offenbachs übt auch bei dem Lichtspiele ihre bezaubernde Wirkung m«be-sondere die Barcarole im zweiten Akte. Da« Streich-»rchester bot sein Beste«, wosür ihm besten« gedankt sei. Wir hoffen, noch öfter so Gediegene« zu sehen und zu hören und auch, daß sich die Anteilnahme de« Publikum« erhöhen wird. Die Verlegung der Vorstellungen in die Abendstunden wird wohl emp> sehlenSwert sein, da die schönen Sommerlage in« unteren Donau eine schleichende, tötliche Krankheit geholt und mußte noch aus seinem Sterbelager, al« sein Widerstand gebrochen war, »iele« von dem widerrufen. wa« er zum Wohle der Enterbten de« Glück« durchgeführt hatte. Seine Völker waren sei-nem Ideal nicht reif. Sie ergriffen da und dort so-gor Partei sür ihre alten Peiniger, sie riefen laut wieder nach den Ketten, die Joses ihnen abgenom» men hatte. So starb er in dem trostlosen Glauben, daß all seine Pläne und Entwürfe gescheitert wäre». Er täuschte sich. Alle«, wa« er getan, war zum Segen und niemand hatte seinen Völkern da« wie-der nehmen können, wa« er ihnen gegeben. Auch da«, wa« er in seiner Sterbestunde widerrief, ist längst in Erfüllung gegangen und die Freiheiten, die seine Völker von ihm nicht annehmen wollten, haben sie später selbst stürmisch begehrt. Da« ganze heutige Oesterreich ruht aus der sazialresorm«torischen Vor« arbeit de« Kaiser« Josef. Deutsche, unterstützet eure Schutzvereine durch die Verbreitung der von ihnen heraus« gegebenen Wirtschaftsgegenstände. eeite 4 Freie locken. — Eine dankenswerte Neuerung bietet die Leitung in der Mitteilung der neuesten Kriegs-drahlungen, wodurch wir schon früher al» durch di« Morgenblätter daS Neuest« von dcn große» Kämpfen erfahren. — Die neue Spielsolge: «Ein AuSgesto-ßener' und ein humoristische» Detektivstück war sehenswert und zeichnete sich vorteilhaft von den gewöhnlichen Rührstücken au», indem man sich unmöglich über die Leiden der „Helden und Heldin-nen" betrüben kann, da alle beruhigend gut anS-fehen und auch in kritischen Momenten — wie zum Beispiel beim Ausdrücken eine» Brandstempel» oder während der Zwangsarbeit und selbst al» Schwind-süchtige keinen Versuch machen, durch Mienenfpiel usw. zum Mitleid zu bewegen, wa» doch fehr löblich ist, da wir lieber unterhalten al» gerührt werden wollen. Dafür sorgt ganz besonder« da» tolle „Ueber-Eherlok HolmeS"-Stück. Sehr schön sind die Bil-der au» der Pflanzenwelt und besonder» sür jene zu empfehlen, welch« nicht nur da» Ar«» wachsen hören, sondern auch die Blumen sich bewegen sehen wollen. Ein gutes Wort für unsere armen Soldaten Wir erhalten folgende Zuschrift: Beim letzten Militärkonzerte im Parke erinnerte ich mich unwillkürlich an eine eigentümliche Einrichtung, die im vorigen Sommer in einem Kurorte Deutschland» gepflogen wurde und bedeutende» Aussehen erregte. Zur Zeit der Hochflut de» BadelcbcnS verwehrte man dcn Feldgrauen den Eintritt in den Kurpark. Viele deutsche Zeitungen stellten darüber ihre Be-trachtungen «„ und sprachen sich in einem ernsten, verweisenden Tone gegenüber einem Publikum aus, da« sich nicht mit den Hütern von Hau» und Herd auf dem gleichen Erdenflcck bewegen wollt«. — AI» ich beim Eingänge in unfern grünen Park meinen Einttittsnickel ablegte, kamen da drei Krieger, denen man'» ansah, daß sie schon .draußen" gewesen wa ren. Da sie nicht zahlen wollten oder wahrscheinlich nicht zahlen konnten, mußten sie umkehren. — Da wage ich aun die Anfrage: Könnte nicht der Park den Soldaten, wenigsten» den unbesternten, ein- sür allemal ganz freigegeben werden? ES ist doch di« Militärmusik, di« spielt. DaS einkommend« Geld wird sür Zwecke der Krieztsülsorge verwendet. Und ist e» nicht eine Sorge sür d>e Krieger, daß si« sich ze» streuen und erholen, um wieder mit neuen Kräf-ten, neuem Mute ausgerüstet gegen dcn Feind zu ziehen? Haben nicht die Feldgrauen sozusagen ein Anrecht, sich in den schattigen Anlsgcn zu ergehen, die von heißen KampseStagen müden Glieder au»zu-ruhen und die grausigen Szenen dc» Schlachtgewüh-le» mit friedlicher«» und freundlicheren Bildern zu vertauschen? Rote Kreuz Woche in Rann. Da» Er-gebnis der Noten Kreuz-Woche war sür unsere Verhältnisse ein sehr gute», da der Betrag »on 1820 71 Kronen dem edlen Zweck zugeführt w'rden konnte. Die Vorbereitungen, sowie die Veranstaltungen selbst, wurden von einem besonderen Ausschüsse besorgt, a» dessen Spitze der Präsident de» hiesigen Zweigver-eine» vom Roten Kreuze Herr k. k. Amtsleiter Dr. Viktor Neuwirth und für die Stadtgemeinde Bürger-meister Herr HanS Schniderschitsch standen. Unier reger Anteilnahme aller Schichten der Bevölkerung, insbesondere auch der Schulen, wurde eisrige Sam-meltätigkeit geüdt, und hiedurch der Betrag von 810*02 K erzielt. Der V.rkaus von Abzeichen und Zuckerln, um den sich die jungen Mädchen Rann» in anerkennenswertester Weise besonder« verdient ge-mach» haben, ergab den Betrag von 598-69 K; die LichtbildervvNräge endlich, deren mühevoller Adwick-lung sich in dankenswerter und selbstloser Tätigkeit die Herren Lehrer Jgnaz Supan und Rudols Rent-«eister unterzogen, warfen einen Reinertrag von 16640 ft ad. Den Schluß der Woche bildete ein kleine» Fest, bei dem «ine Militärkapelle au» Agram in Anbetracht de» wohltätigen Zweckes kostenlo» mit-wirkte und da» b«i starkem Besuche das Erträgnis von 461.07 K verzeichnen ließ. Da die Auslagen Dank deS opserwilligen MitarbeitenS aller Beteilig-ten die verhältnismäßig geringe Snmme von 216 07 Kronen betrugen, konnte daS eingangs erwähnte schöne Reinerträgni» «rzirlt werden, womit sich die Bcv?lkcr»ng Rann» und der Umgebung ein schöne» Denkmal ihres Opsersinne» gesetzt hat. Vom Alpenvereinsgau „Karawan-Ken". Die Schutzhäuser auf dcr Matschacheralpe (Klagenfurterhütte) und am Ursulaberg werden zu Pfingsten geöffnet und über den Sommer nach Maß» gäbe der beschränkten VerpslegSvcrhältnifse bewirt-fchaftet bleiben. Von den Anteilscheinen zum Bau des UrfulaberghaufeS wurden für da» Jahr 1916 die Nummern 31, 48, 51, 73, 80, 85, 86, 88 und 104 ausgelost und mit je 50 K eingelöst. _Setztfche Wacht Ein bemerkenswerter Straffall. Di« „Marburger Zeitung" meldet: Nach dem bekannten Zusammenbruche de» WirtfchaftsverbandeS in Mar-bürg wurde vom Marburger KreiSgerichte gegen den mittlerweile pensionierten SteueramtSkontrollor Bel-fchak, welcher in den finanziellen Angelegenheilen de» Wirtfchastsverbande« eine große Roll« spielte, die strasgerichtliche Untersuchung eingeleitet. Belschak wurde in Hast genommen, später aber wieder aus freien Fuß gestellt. Nunmehr wurde da« Grazer AuSnahmSgericht zur Durchführung der Verhandlung gegen Belschak delegiert. Die Anklage lautet auf Verbreche» de« Betrüge» und der Veruntreuung, begangen in der Gebarung deS BeamtenwirtschastS-verbände» in Marburg. Den Ergebnissen und dem Autgange dieser Verhandlung wird i» Mirburg mit lebhaftem Interesse entgegengesehen. Mittlerweile ist gegen Belschak beim Marburger Bezirksgerichte eine andere Verhandlung durchgeführt worden; er hat in der Umgebung Marburgs Gerüchte verdrei-tet, welche von angeblichen rusiischen Erfolgen er-zählten, durchau» nicht österreichfreundlich waren und geeignet erschienen, Beunruhigung hervorzurufen. Belschak wurde zu sünf Tagen Arrest verurteilt und da« Berufungsgericht bestätigte dieser Tage da» erst-richterliche Urteil. Bunte Künstlerabende in Rohitsch Sauerbrunn. Den Kurgästen wurde» zwei äußerst genußreiche Abende geboten: Vor allem war e« wieder Frau Lori Lauter-Weiser, die als Ehrengast mit ihren künstlerischen Vortrügen und Liedern die Herzen im Sturme eroberte. Ihr Vortrag „Sein Geschicht-lein vom Krieg', eine Episode au« dcr Bukowina, von Herrn Hau» Pflanzer, stellt sie in die erste Reihe unserer großen Eharakterdarstellerinnen der deutschen Bühne. Ebenso unerrricht dürste si« mit ihrer entzückend vorgetragenen Alt - Wien-Ballade »Die beiden Alten" und dem BSikel „Wo ist Triefte' in ausgezeichneter MaSke dargestellt dastehe». In erster Reihe sei zu erwähnen Fräulein Helene Zist« ler, Sängerin au» München, die m't ihren heiteren und ernsten Liedern in ihrer reizenden vortrag»-weise und dcr prächtigen Stimme großen Erfolg er-rang. Fräulein Gret« Söndra, di« jugendliche Sän-gerin zur Laute war entzückend mit ihren allerlieb-st«n kleinen Puppenliedern. Herr Willy Reger, welcher sich mit feinen Variationen über die Volk» Hymne und der meisterhaft gespielten Polonaise von L>«zt einen nicht endenwollenden Beifall errang, war gleich künstlerisch hervorragend al» diskreter Begleiter am Klavier zu den verschiedenen Vortrügen. Herr Juliu» Sabiny, der stimmgewaltige Sänger zeigte stcb mit feinen Bariton- un Tenorliedern auf der Höhe seine» Können» und reicher Beisall lohnte seine Darbietungen. Nun noch ein Wort über den ver-ständniSvollen Leiter di«s«r Abende, dem jungen ge nialen Dichter und Schriftsteller Herrn Han» Pflanzn, der mit zündendem Humor alle Vorträge ein-leitet« und außerdem mit seinen Scherzgedichten die Zuhörer zu wahre» Lachsalven hinriß. Den Schluß diese» prächtigen Programm» bildete da» Liebe»-singspiel „Pan und Daphni«", von Bela Latzky, von Herrn Zabiny als „Pan" und Frau Lauter-Weiser als „DaphniS", die wirklich wie «in Por-zcllanfigürchcn aussah, dargestellt. Erhöhung der Beamtengehälter in Ungarn. Aus Pest wird gemeldet: Zn politischen Kreisen verlautet, daß die Regierung eine Gesetze»-vorläge unterbreiten wird, mit der den Staat»be> amten eine Erhöhung der Gehälter um 25 bi» 3») Prozent zugesichert wird, »ngesichii der herrschenden Teuerung sei dieser Schritt notwendig geworden. Zur Auszahlung der Tapferkeitsme-daillenzulagen. Anläßlich der vielfach einlaufen-den Anfragen betreffend die Art der Auszahlung der TapferkeitSmrdaillenzulagen wurde unter anderen folgendes verfügt- Bezugsberechtigte, denen von staatlichen oder Hofdienststellen fortlaufend regelmäßig wiederkehrende Gebühren flüssig gemacht werden, er-hallen die TapserteiKmedaillen gleichzeitig mit diesen Gebühre». Im Falle d?r Dienstleistung beim Heere, bei der Landwehr oder beim Landsturm sind die TapserkeitSmedailleazulagen von diesen Körpern nur dann auszurechnen, wenn auch die übrigen regel-mäßig wiederkehrenden Gebühren an diese Stellen zu überweisen sind. Allen übrigen Bezugsberechtigte» sind die Zulagen nur durch die mit Rücksicht aus dcn Aufenthaltsort zuständigen PensionSliquidature» dc« HeereS zu erfolgen. Die Tspferkeitömedaillen-zulagc wurde bekanntlich schon im September 1914 neu geregelt, wobei angeordnet wurde, daß der An-spruch aus die Zulagc im neuen AuSmaß für die bereits Dekorierte» mit dem 1. Oktober 1914 be-ginnt. ES kommen aber noch heute Fälle vor, wo in früheren Feldzügen (beifpielweife 1866, 1873 Nummer 44 usw.) Dekorierte, die jetzt nicht im Militär- oder Zivilstaatsdienste stehen, über ihre Gebühren n>cht im klaren sind. Die« kommt insbesondere bei Be-fitzern der silbernen TapserkeitSmedaille 2. Klasse vor, da mit dieser Medaille früher eine Zulage nicht verbunden war. Ruch diesen Personen gebührt, an-gefangen vom 1. Oktober 1914, die Medaillen-zulage von 7*50 K monatlich. E« wurde daher an-geordnet, daß Personen, über die ein Grundbuch nicht geführt wird, die also in keiner Evidenz mehr stehen,. um die Zuerkennung selbst einzuschreiten haben. Solche Gesuche mit der genauen Adresse ver-sehen und mit dem die Verleihung der Tapferkeit«-medaille nachweisenden Dokumente (zum Beispiel Abschied und dergleichen) belegt, bei den Ergän-zung»bezirk»kommanden *u übergebe», in deren Be-reich der ständige Wohnsitz liegt. Eine deutsche Hoffnung. Unter dieser Marke schreibt die „Ostdeutsche Rundschau" : Wie tut es wohl, einmal so recht von ganzem Herze» loben zu können! ES geschieht so viele« auf diesem seltsamen Planctcn, waS einem Germanen nur Bit-terkeit und Enttäuschung bringt. Da ist denn ein gute« Buch ein wahre» Stahlbad für da« Gemüt. Vor mir liegt ein kleine« schmales Bändchen: Han« Wa'lik, „von deutschböhmifcher Erde". Erzählungen und Gedichte (Reuß und Jtta, Verlag Konstanz, durch jede Buchhandlu»g zum Preise von nur Ä1 Pfennig zu beziehen). Auf dem Umschlag eine Zeich-ining von Ha»» Reger, die untergehende Sonne über dem Böhmermalde. Aber da» Buch dringt uns einen ausgehenden Stern am deutschen Dichterhimmel. In Ernst Hladny ist »n» «ine deuischc Hoffnung viel z» früh gestorben; darum freuen wir un» mit sehnender Seele über da» neue starke Talent aus dem Böh-merwalde. Da» ist echte, wahre und tiefe Heimat-künde! Wer so von seinem Nadelwalde singen kann, der hat den geheimnisvollen Funken, der ven wah-ren Dichter deseelt. „Heimat, du mein« Erde, du muttereinzger Ort! Heimat, du wundervolle», du starkes, gutc» Wort!" Dem Andenken dc» in Ger-dien gesallenen Dichter» Ferdinand Bcrnt ist da« Büchlein gewidmet, ver Soldat draußen im Schützen» grade» kann e« in der Manteltasche bei sich trage», u»serell wackere» Deutfchdöhmcn da draußen wird e« manche müßige Stunde vergolden. Aber auch wir daheim sollen e« lesen. Nicht nur. die da au« Deutsch-böhmen stamme», jeder Deutsche zwischen Bclt und Adria wird sich d«n Namen Hin» Watzlik merke» müssen l Mögen die kommenden Werke halten, wa« diese „Deutschböhmische Erde" und alle«, was Han« Watzlik di«her herau«gab, und versprochen hat k Solche vcrkündcr germanischer Zukunft brauchen wir, die un« da sagen: „Wir sind ein hart «ntfchlofs«» Heer — Es ist un« nur um Deutfchla»d« Ehr!" Zweite Woll- und Kautjchudsamm lung. Abermal» wendet sich das Kiiegsfürsorge-amt des KriegSministerinmS an die breite Oeffent-lichkeit, um die rege Teilnahme aller Kreise für die im Verlause deS Monate« Juni zu veranstaltend« Woll- und Kautschuksammlung zu erwecken. Wieder, wie im Jahre 1915 werden Schulkinder an den Hauptfammeltagen die vorbereiteten Materialien auS den Häusern abholen und den Sammelstellen zu-führen. Die großen Mengen an Wollmaterialien, die die Ergebnisse der vorjährigen Woll- und Kautschuk-fammlung waren, sind verarbkilet und durch die In» dustrien der Bevölkerung und der Armee zugeführt worden. Die mustergiltigen Anlagen des Krieg«für-forgeamte« in Jnzersdorf und Vöfendorf sind erst kürzlich von berufener Seite besichtigt und anerkannt worden. Die große Gefahr, die dem Vaterlande da-durch drohte, daß der Feind, dcr dmch Waffengewalt nichts erreichen konnte, un« durch den Mangel an Rohprodukten und durch daS Abschneiden der Zufuhr niederringen wollte, ist glücklich beseitigt worden. Aber noch einmal müssen alle Kräste ange-spannt «erden, um dem Diangel an Rohprodukten im Znlande auch weiterhin abzuhelfen und die Armee im Heide zu versorgen. DaS KriegSfürforgeamt rich-tet darum wiedcr an alle patriotisch denkenden Be-wohner unseres Lande« die dringende Bitte, mit al-len Kräften di« zweite Woll- und Kautfchukfamm-lung zu unterstützen. Benötigt werden Spcndcn von Woll- und Baumwollgegenständen, sowie Gummi« abfülle aller Art. Auch unbrauchbare Gegenstände au» Wolle, Baumwolle. Leinwand, sowie Stoffe, Kleider, Wäsche, Strümpfe, Tücher und Gummi-gegenstände jeder Gattung sind dringend erwünscht. Jedermann bereite eine Spende vor, niemand glaube, daß seine Gab« zu gering sein werde. Die Hauptsammeltage sind für den 13. und 17. Juni ange-setzt. Unter Aufsicht der Bezirksvorstände und LehrerpcrsvnaleS werden die Spenden, um deren gute Verpackung gebeten wird, durch Schüler geholt Nummer 4 Deutsche Wacht Seite 5 «erden. E» kömen aber auch Spenden, sowie Post» seudunzen jederzeit nach SIBicii 9., Berggasse lo und Wien 9., Währingerstraße 33, gesandt weiden. Die mit der Bemerkung „KriegSsürsorge - Liebesgaben" versehenen Pakete genießen bis zu 10—20 Kilo Portosreiheit. Böhmische Union-Bank. Stand der Ein« lagen gegen Kassenscheine und EinlagSbücher am 31. Mai 1916 *>8.870.664-48 K. Wichtiges über die Ablieferung von Blei und ginn. Mit Rücksicht auf den unmittel bar bevorstehenden Beginn der Ablieferungsfrist für Blei und Zinn sowie Gegenstände aus diesem Ma-terial wird nochmal« darauf hingewiesen, daß alle diejenigen, welche di« ablieferungspflichtigen Materia-lien bezw. Gegenstände nicht bis längsten« 14. Juni an die Meiallzentrale oder deren bevollmächtigte ki«kauf»stellen freihändig äußern und sich hiedurch die Vorteile der sofortigen Barzahlung wie der Er« zielung höherer Preise sichern, oder diese Gegenstände nicht an die zum Aiikauf ermächtigte« Militärstellen verkauft haben, die bis längsten« 15. Juni an die Uebernahm»k»mmifslon für Metalle und Legierungen in Graz einzusenden haben. Zinngegenständ« von be-sondere« künstlerischen historischen Wert sind nicht ablieserung«pflichtig. Auguste Groner, Christians Gunkel. Heinrich Heindl, Franz »erschbaumer, Zdenko von Krafft. Julie La«dSkro«, Erich von Mauern. Anton Neumann, Berta von Ncumann-Spallart. Draga Nitfche-Hege-dusic, Maria Oberparleitner. Desiree Ruprich, Renee van Rhyn, Dora Stocken Meynert. Hans ». Thal, Eduard Weilheim und Je«ny Wodniansky Dürege. Hin österreichisches Schrifttum? Einer im«er bedenklicher um sich greifenden Ge» wohnheit tritt Hermann Sienzl im erste» Juniheft de« von Freiherrn »•» Grotthuß heraulgegedenen »Türmer«" kräftig entgegen. E« ist ein Vierteljahrhundert her, daß ein deut-scher Schriftsteller Oesterreich« den Versuch unter-nahm, eine .Oefterreichifche Literoturgeschichte" zu schreiben — mit der ausgesprochenen Absicht, de« Zweig vom Stamme abzubrechen und ihn in di« Erde zu stecken, damit er Wurzel fasse und selber ein ganzer Baum werde. Der Mann behauptete, die Selbständigkeit der österreichischen Dichtung sei längst gegeben und brauche bloß nachgewiesen zu werden Aehnlich «i« vor kurzem der Schweizer Spinell (im schroff«» Gegensatz zu Gottsried Keller und Kon-rad Ferdinand Meyer!) verkannte auch jener Ocster» reicher da« Mysterium der von politischen Grenzstri-chen nicht zu zerstörend«« deutschen Sprach- und GeisteSeinheit. Gegen den literarischen Partikularisten erhob sich damal« der einmütig« Widerspruch aller, gebildeten Deutschosterreicher, und vor allem waren es die Dichter und Schriftsteller de« südlichsten deut-schen Stummes, die zornig protestierten, obwohl sie wabrhastiz von den Eigenwerten ihrer Heimat »nd dcr heimatlichen Dichlung Überzeugt waren. Sie ver-schmähten den Lockprei«, im kleineren Bezirke auf der Rangleiter königlicher Würden höher hinaufzu-klimmen. Sie wiesen u. a. darauf hin, daß nicht einmal d«r harte Wille «ine« Staat«manne« die quellenden Wässertem de« deutschen Norde»« und Süden« am Zusammenfließen hindern konnte, uud daß Mettermch« polizeigewaltige Absperrung der öst«rreichlschen Literatur und de« österreichischen Ver-lagSbuchliandel« am Ende keinen anderen Erfolg hatt«, al« die Zurücksetzung der Talente Oesterreich« beim allgemeinen deutschen Wettbewerb. Die Dichter hin-ter der chinesischen Mauer gingen den Blicken eine« Zeitgeschichte« der Gesamtoation verloren, und sie brauchten dann Jahrzehnte, um sich ihren Platz an dcr Sonne zu erobern. Die besten Oesterreich«, unter ihnen Grillparzer, litten darunter furchtbar. Kaum minder großer Schaden aber erwuchs dem deutschen Norden Oesterreichische Literatur? Sie könnte, so sagten vor 25 Jahren die Protestier, durch kein an-dere» al« ein staatliche« Band gebunden sein. Sie hätte nicht einmal eine gemeinsame „Amtssprache". Denn eine österreichische Sprache gebe e« ebensowenig «ie «in« österreichische Nation. In der Literatur de» Nat onalitätenstaate« stehe neben der deutsch-österreichischen die tschechische, die polnisch», die slowenische, die ruthenische Dichlung; und verlangte diese Einheit da» Au»scheide>, der deutschen Dichter Oesterreich» an» der deutschen Literaturgeschichle, so müßte auch der Trientmer Dante nur oU österreichischer, nicht al» italienischer Dichter gelten. Seltsamerweise unterstützt mitunier dcr Sprach-gebrauch subversive Gedankengänge. Gerade gegen-wäriig erleben wir es. In blutzciaufter engster Vru-derfchaft trotz?« da» Dcmschc Rcich und Oesterreich Ungarn einer Welt von Feinden. Die lockere Zunge unterscheid«« nicht zwischen dem Deutschen Reich, da» ein staatspolitischer Körper. und Deutschland, daS ein idealer Begriff — da» Land aller Deutschen ist; ebenso vermißt man häufig, die Donaumonarchie bei ihrem vollen österreichischen und ungarischen Namen zu nennen. Indem nun die bequeme Zunge die V«r-bündet«« im abgekürzten Verfahren „Deutschland und Oesterreich" nennt, gerät da» alt« österreichische Kern-land, die einstige HauSmacht der d«utiche« Kaiser, sprachlogisch in Gegensatz zum Deutschtum. Kein Mensch denkt dabei UebleS. keiner will di« zrhn Millionen Deulschösterreicher al» deutsche SlammeSgenos-sen kränken. Doch immerhin: gefördert von dem durchau» begreiflichen und löblichen Bestreben, auch den nichtdeutschen österreichischen Waffengenosfen ge-recht zu werden, sie al» Waffengefährten zu achten, entsteht eine Verdunkelung dcr natürlichen Zusammen-hänge, die doch ursprünglicher sind und tiefer reichen, al» die staatSpolitischen. Eine bedenkliche Folgeerscheinung der gedanken-trägen Gewöhnung ist ein von Richard Sexau im „Berliner Tageblatt" vom 22. März d. I. ver-ösftntlichtkr Aussatz, «in Schulbeispiel von Miß- und Unverstand im Begriffe bei Deutschtums. „Deutsche» und österreichische» Schrifttum" war Richard Sexau» Aufsatz überschrieben. Deutsche» und — ? Da stock ich schon? Da der Verfasser von al-lem österreichisch«» Schrifttum nur da» deutfchöster» reichliche und nicht etwa da» tschechisch-, polnisch-, ruthenisch , slowenisch- oder italienisch österreichische heranzieht, so gestatte ich mir die Frage, ob ihm etwa folgend« Antithesen erlaubt scheine«: Hunde «nd Doggen — Aepsel uud Kalvillen — Menschen und Badener? l Richard Sexau schränkt seinen willkürlich aus-gestellten Gegensatz allerdings ein, indem er sagt: „Nationalität dürste, vor allem bei Völkern gleichen Sprachstamme«, nur insofern differenzierend auf die Literaturen einwirken, al« sich in ihr Verschieden, heilen der engeren volk«charaklere dokumentieren kön-tun. Süddeutsch« und Oesterreicher sind einander wesen«verwandter al» Süd- und Norddeutsche. Wenn wir also der Bequemlichkeit halber trotzdem „deutsch" und österreichisch al« Antithesen einander gegenüber-stellen, so vergesien wir dabei nicht, daß Süddeutsch, land eine gewisse Mittelstellung einnimmt, daß manche süddeutschen WelenSzüge, sosern ste nicht bereit« durch die Entwicklung der letzten Jahrzehnte verändert wurden, bei der nachbarlichen Nation ihre k»ns«-quente Reinkultur fanden." Dies« grundsätzlichen Erklärungen und halbe» Zugestäudnnsc sind der Grundirrtum in d«n Au«-führungin Sexau», Man darf nicht, mit Brrlaub, ,.au« Bequemlichkeit" an den Naturwahrheiten rütteln! Der Natur der Dinge widerfpricht es. den deutschen Stamm der Oesterreicher als Nation („nachbarliche Nation") der deutschen Nation cntgegenzusttllen. Die Deutschösterreicher und die Preußen sind keineSweg», wie etwa die Deutschen und die zu Engländern aus-gewachsenen Angelsachsen, Völker gleichen Sprach, stamm« und verschiedener Nationalität, sie sind viel-mehr, die einen in keinem höheren Grade al« die anderen, schlechtweg Deutsche »nd können nicht« an-dere« sein! Wohin Richard Sexau, offenbar wider Willen, mit seiner sonderbaren NationalitätSabgren-z rng gelangt, da« zeigt seine fatale Schlußfolgerung. Weil die Süddeutschen innerhalb de« Deutsche» Rei-che« mit den Süddeutschen in Oesterreich ausfallend« Wcfen«gemeinschaft haben, so bleibt ihm nach seiner Vorau«srtzung nur die Schlußfolgerung übrig, daß die Bayern, Württemberger und Badener eine Art von Mittelglied seien zwischen den Oesterreicher» und den — Deutschen Somit ergebe sich, daß nur der Norddeutsche der eigentliche Deutsche «äre. Weder der Franksurter Goethe noch der Schwabe Schiller, von dem Wiener Grillparzer ganz zu schweigen, wäre demnach ei» eigentlicher Deutscher! Richtig da-gegen ist. daß da» süddeutsche Wesen in Oesterreich geradeso wie in Bayern, Württemberg, Baden seine Urheimat hat — und keineSweg» dort bei einer „nachbarlichen Nation" in Reinkultur gezüchtet wird. Sexau überschätzt namenlo» die Einflüsse der politi-schen Geographie aus den Kern de» Volk»lum», der gerade in der Dichtung zum reinsten Au»druck ge-langt. Er könnte sonst nicht in Frage stellen, ob etwa die Jahrzehnte seit 1871 die inneren Verwandt-schast»verhältnifse der deutschen Stimme verändert haben? Di« Absicht, politisch zu trennen, kam Richard Sexau selbstverständlich nicht in den Sinn. Auch ihm liegt die deutsch österreichisch? KampfeScinheil am Herzen. Bloß zum Zwecke der literarifchen Eharak-teristik schürfte er nach d:n Unterschiedn. Dabei geriet ihm auch manche« Zutreffende bei der Kenn-zeichnung de» künstlerischen Wesen« d«r Deutschöster» reicher und der Norddeutsch«»; doch auch da« Fol-geübel alle« Pauschallieren»: die Ungenauigkeit — stillt« sich ein, mußte sich «instellen schon deshalb, weil Sexau die Deutschen Oesterreich« al« ein Gan-ze« nahm (sogar al« eine Nation!) und nicht« von dcn in ihrer Literatur ausgeprägten land«mannschaft» lichen Gegensätzen wußte. Di« Alpen- und Sudtlrn-deutschen Oesterreich» sind in ihrem Wesen und in ihrer Literatur kaum weniger verschieden, al» etwa Holstein«? und Ostpr«uß«n; scharf sind sogar di« Grenzen innerhalb d«» bajuwarischen Sprachstamme» gezogen — zwischen dcr überreifen Wiener Kultur und dem naiven BolkStum Steiermark». Kärnten» und Tirol». Immerhin paßt e» leidlich auf die Deutfchöfterreicher im ganzen, wa» Sexau ihnen zu» schreibt: ein biegsame». leichteS Wesen, gute Laune, viel musikalischen Ausdruck und Formtalent. Wenn er dagegen ziemlich ausschließlich den Norde» sür die Heimat der Probleme und der Jntellektualität hält und den österreichische» Dichtern «nd Künstlern nach-sagt, daß sie für koimifche Wert« wenig Verständnis haben, daß sie wenig grüblerisch und «eltverbesfernd feie». dafür aber fentimal — fo sprechen gegen diese Meinung wenigsten» zahlreiche Einzelerscheinungen. Buchhandlung Miß Nasch "ST :: Willi :: "3?r' Schrifttum. Heimaterde. Ein Volk»buch von Mathilde zu Stubenberg. Mit Bildschmuck »on M. E. Fofsel. Graz. Ulrich Moser» Buchhandlung (I. Meyerhvff). Preis K 4 50. gebunden K 6. Die al» lyrische Dich-t«rio bekannt« Verfasserin bietet hiermit einen alpen-ländischen Roman au« ihrer fteiermärkifche« Heimat und nennt ihn «in Volksbuch, um anzudeuten, daß da« Buch nicht nur sür die Gebildeten, sondern auch vor allem für alle Schichten deS Volkes bestimmt sein soll. Diese Meinung ist berechtigt; dcnn die Schreibweise ist dem Volk»ton ganz entsprechend Mehr trifft die» noch zu bei dem Vorwurf selbst. Diesen liefert die unmittelbare Gegenwart, die mit ihrem Krieg»schrecken dem Volke noch lange Zeit in der Seele liegen wird. Die Hauptrolle de» Bu-che» nimmt ein obersteirischer Bauer ein, der mit seiner schönen Heimat grundverwachsen ist und diese schweren Herzen» verläßt, um in den Krieg zu ziehen. Er erweist sich al» ein wahrer Held im Streiten «nd Leiden. Wie er im Felde seinen totgeglaubten Bater wiederfindet, dessen Schuld er büßen zu müf-sen glaubt, wie er nach Verlust beider Füße von seinem Dirndl al» Krankenschwester gepflegt wird, «rittelst Kunstglieder wieder Mensch wird und schließ-lich an der Seite seine» liebenden Weibe» Ruhe und «in stilles Glück findet — ist alle« lebenswahr und ergreifend erzählt. Da» Buch ist reich an prächtig«« Naturbilbrrn und weiß da» Alpenvolk treffend z« schildern, d«» die Verfasserin oft mit feinen eigenen Wirlen reden läßt, «nd da» tiotz naturwüchsiger Derbheit und harten Erleben» seine idealen Seilen zu eigen hat. So sindet Stubenberg» .Heimaterde" ihren Ausklang al» ein Hohc»lied auf Vaterland»-liebe, Gottvertrauen, Starkmut und Opferfreudc — alle» Güter, di« wir in unseren Tagen alle gut brauchen können. Echvn von diesem Gesichtspunkte ist das Buch auf» wärmste zu begrüßen und zur weitesten Verbreitung zu empfehlen, damit e» wirk-lich bald werden möge — ein Volksbuch. Philipps Bücherei. Einem wirklichen Be-dürfni^fe entsprechend, den breiten Schichten der Be-vi'.kerung gefunden und billigen Lesestoff in Form von Original-Romanen, -Novellen und -Humoresken von guten österreichisch«« Echriftstellkrn zu biete«, hat sich da» Verlag»hauS Jakob Philipp in Wien entschlossen, unter dem Titel „Philipp Bücherei" in zwangloser Reihenfolge, abwechfelnd Roman- und Novel!e«bänte, im Umfang von etwa iKXJ Seilen zum Preis« von nur 60 Hcller für den Band er-scheinen zu lassen. Bisher rrichienen aus Grund einer 20.000 K Preisausschreibung: 3 Romanbände und zwar „Glorienschein" von M. Brce. ..Des GlückcS Hüterin" von Annie Hruschka (Erich Eden-stein) und »Familie Marhold" »on Zrma v. Höfer. Wkitrr» sind zwei Novellenbäude erschienen sol ence Schriftsteller vertretin find: Marie v. «rnim. ^ud-wig Florentin Edler von Biederhcim, Äiice von Bingler-Blinegq. Baroni« Carola Buschmann. Ernst von DcSioge», Josef Eder, Karl Fuch», K. Gomri, Seite C Deutsche Wacht Kummer 44 «obert H«merling schrieb den .»h««»er in Rom", den philosophische» .^Homunkulu«" «nd die »Atomistik de« Willen«". Au« tragischer Weltsorge weist Lenau der Menschheit den Weg empor in den wun» dervollen Worte«, «it denen seine „Albigenser" au>-kli»gen. Einen leidenschaftlicheren Lehrmeister und Propheten al« Ferdinand Strnberger kennt auch der deutsche Norden »icht. Peter Rosegger verleugnet ni, den inneren Beruf de« »Waldschulmeister«", und von «entimentalität ist die quarzige Härt« der Echön. herrschen Tiroler Bauern wirklich nicht angekränkelt. Si geht also nicht mit der reinlichen ethnogra« phischen Gruppierung nach ästhetischen Grvndbegrif-fen l Und hat e» a/ch etwa« Bestechende«, dem nord-deutschen Tragiker Richard Wagner in Johann Strauß den genußsrohen Oesterreicher entgegenzustellen, so vergesse man daneben nicht, daß auch der herbe Symphoniker Anton Bruckner au> dem angeblichen Phiakenlaude stammte. Für ein« „Verschmelzung deutscher und öfter« reichischer Eigenart" tritt schließlich Richard Sexau« »Wohlwollen' »in. Könnte man thüringische, «eck-lenburgische, ostpreußische «it — deutscher Eigenart ««schmelzen? Bereinige«, wa« doch nie geschieden war V Um die deutsch-österreichische Geifte«vcreinigung zu vollziehen, müßte Richard Sexau zuerst die dent> sche Literatur Oesterrrich« von Deutschland« Tisch und Bett scheiden! Und dann wäre da« alte Nid«- lungknlied, wären di« Lieder Walther« vo« der Vo-gelweide nicht mehr .deutsch', sondirn ..ißtrrei. chisch." öfS ^'llier Stadtverschöne. ruiigsvrrrines bei Spielen, Wetten und Vermächtnissen. Eingesendet. Rohitsch- Saucrbrunii Kurbetrieb wie in Friedenszeiten :: Saisonbeginn Mai J916 :: Prospekte durch die Direktion MAI ONTs EINZIG IN SEINER J ANALYTISCHEN I ÖESCHAf fENHEIT. BESTES ALTBEWÄHRT FAMILIEN-GETRÄNK. GIESSHÜBLER Spendet Zigaretten für unsere ver-wundeten! ^ür durchfahrende und ankom-mende verwundete wollen sie bei der tabe-stelle am Bahnhofe, für die in den hiesigen Spitälern untergebrachten beim Stadtamte abgegeben werden. )eder spende nach seinen Kräften. Der Bedarf ist groß. ZI. 5594/1 »16. Kundmachung. Massnahmen zum Schutze der heranwachsenden Jugend vor Verwahrlosung. Besuch kinomatographischer Schaustellungen durch Jugendliche. Jugendlichen, das ist Kindern sowie allen Personen Tor vollendetem 16. Lebensjahre, ist dar Besuch kinematographischer Schaustellungen gemäss § 23 der MinisteriaWerordnung vom 18. September 1912, R.-G.-Bl. Nr. 191, nur dann gestattet, wenn 1. diese Schaustellungen vor 8 Uhr abends schliesset! und 2. wenn überdies der Inhalt derselben als für Kinder und Jugendliche geeignet erklärt worden ist. Uebertretungen dieser Anordnung werden an den strafmündiv'en Jugendliche« allenfalls an der verantwortlichen Aufsichtsperson nach der Ministerialverordnung vom 30. September 1859, R.-G.-B1. Nr. 198, mit GeM-trafen von 2 bis 200 Kronen oder mit Arrest von 6 Stund'n bis 14 Tag.-n geahndet. Stndtamt Cilli, am 27. Mai 1916. Der Bürgermeister: Nr. Heinrich r. Jabornegg. Gau allseitig« W o h n u n g im 1. Stock, 3 Zimmer, Küche samt Zugehör sofort zu vermieten Hauptplatz Nr. 4. Anzufragen im Goldwaren gescbäfte. 21919 Hausnäherin empfiehlt sich den geehrten Damen. Adresse in der Verwaltung dieses Blattes. 21922 Villen artiges Haus mit 500 Klafter Acker um 8000 Kiosen zn Verkäufer. Daaeben ein zweites Haus mit 1200 Kljfter Acker um 5200 Kronen zu verkauf, o. l.'nterkötting Nr. 7S—7Z. Anfrage bei Maria Sribar in Unterköltiofr. Alma Karlin, LaibacherstraB« Nr. 6 erteilt neuerdings Unterricht iu fremden Sprachen Hausbursch welcher auch etwas Gartenarbeit versteht, wird aufgenommen. 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Nr. 22 Die „Hübniart" erscheint >ed«n Sonnmg al» unen».ieltl»che Beilage für die Leier lt: „^Deutschen Wacht". — Uinjeln ist „Die ©Abwart" nicht tüustich 1916 17 Morgenrot. Roman ans der Zeit der Befreiungskriege von Ludwig Richard. „Unheimlich/ dachte der Verwalter und die ganze Unterredung mit dem Förster, die durch die neuesten Ereignisse völlig aus seinem Gedächtnisse verdrängt worden war, trat wieder vor ihm, „Ist hier ein Stuhl?" frug er. „Hier in der Ecke sind einige." „Ja, lassen Sie mir den Armleuchter da, ich warte hier. Sie können geben." Der Diener ging wieder zurück und ließ Herrn Thalau allein. Dieser nahm nun einen der Stühle, schob ihn dicht neben dem niedeien Torbogen, stellte den Armleuchter auf die Steinplatten einer Nische in der Wand und setzte sich. Er überlegte. Dem Diener gegenüber hatte er die Gefahr dcr Fr>,nzofeneinq»ar-tierung nicht sehr dringend gemacht, er selbst war seiner Sache durchaus nicht so sicher. Wer konnte wissen, od nicht schon morgen die feindlichen Solda-ten hier sitzen würden? Er hielt e» sür feine Pflicht, die Gräfin zu warnen. Daß er aber gerade hier wartete, hatte mit diefer Pflicht nicht» zu tun. War e» nur Neugier, tie ihn plagte oder bestimmte ihn wieder die Rederei deS Försters? Schon wollte er sich wieder entfernen, um sich »on Einsamkeit und nächtlicher Stimmung nicht betören zu lassen, als er ein leise» Geräusch vernahm. Er lauschte. ES klang wie ein schwerer Seufzer. Dann klirrte eS, ei« Schlüssel drehte sich im Schloss» und »ie eiserne Türe ging auf — tu« dem dunklen Hintergründe tauchte Elsa hervor, in der einen Hand ein kleine» Licht, in der anderen einen mächtigen alten Schlüsselbund haltend. Thalau trat vor und grüßte. Ein unterdrückter, leiser aber durchdringender Schrei fuhr au» Elsa» Munde, sie wankte und hätte sie ?halau nicht sofort mit feinem Arme gestützt, wäre sie rücklings die dunkle Treppe hinabgefallen. „Was gibt»?" frug sie, sich feiner Hilfe er-wehrend und hielt sich am schweren Türflügel fest. Durch den Schrei waren einige der Dienstboten au» ihrem Zimmer gelockt worden und standen angst-lich schauend am entlegenen anderen Ende des Gan-ge». Als sie aber beim schwachen Kerzenscheine sahen, daß der Verwalter ihrer Herrin gegenüberstand, schoben sie den Schrei nur auf den wahrscheinlichen Schreck vor der feindlichen Einquartierung und z»-gen sich rasch wieder zurück. Elsa, die das Erscheinen der Leute ebenfall» bemerkt, hatte dadurch ihre Geistesgegenwart wieder-gewonnen. Sie stand hoch aufgerichtet vor Thalau und frug mit gut gezwungenem Stolze: „Herr Ver-ter, wa» erlauben Sie sich? Wie können Sie mich auf diese Weise überfallen? Ist jetzt Zeit, «ich auf-zusuchen?" Thalau, der sich jetzt immer mehr in die Idee verrannte, daß hier etwas faul sein müsse, ließ sich nicht so bald einschüchtern. Mit seiner gewohnten ruyigen Sicherheit erwiderte er: „Ich komme, weil e» mir meine Pflicht so vorschreibt. Zn SriegSzeiten kann nicht immer auf die passenden Stunden Ruck« sicht genommen werden. Ich ließ mich nach allen Regeln melden, der Diener fand die Gräfin nirgend», man wähnte Sie im Parke und fo wartete ich hier. Freilich", fügte er anzüglich hinzu, daß gnädige Frau Gräfin gerade hierherauS kommen würden, aHute ich nicht." Elsa, um ihren Gesicht»au»druck zu verbergen, drehte sich um und verschloß die Türe. Dau« sagte sie mit angenommenem Hochmute: „SS kümmert auch Niemanden, wa» ich tue." Etwa» fauster fuhr sie fort: „Und kann ich nun erfahren, was Sie hertreibt?" 2 Kurz und dienstlich berichtete der Verwalter den angekündigte» Einmarsch feindlicher Truppen. Bolliz gelassen erwiderte Elsa: „Wer weiß, »b alle« wahr ist.' „Schwören kann ich allerdings nicht daraus", «einte Thalau, »aber trotzdem müssen wir vorsichtig zu Werke gehen." »In wiesern?' Elsa sprach so kalt, als han-delte es sich um die gleichgiltigsten Dinge. „Wir wissen nicht, Frau Gräsin, ob sich die Franzosentruppen zahm verhalten werden.' „WaS solle» »ir beginnen ? können wir unS gegen die Bewaffneten verteidigen?" „Vorderhand allerdings nicht, aber wir müssen unS zur Flucht vorbereiten. Deshalb kam ich her. Ich will nur «elden, wie ich daS Getreide und Vieh vor roheu Soldatenhänden so wie möglich zu schützen gedenke, wenn e» überhaupt in so kurzer Zeit noch z» verbergen ist." »Davon »erstehe ich nichts. Das machen Sie »ur nach Belieben." „Dankt. DaS genügt mir. Aber auch wir Men-schen müssen unS rüsten, daß wir jeden Tag fliehen können." „Auch das können Sie tun wie Sie wollen, Herr Thalau, aber ich bleibe", rief Elsa leiden-schasilich. „Sie wollen —" „Ich will! Niemand soll gehindert werden, selbst meine Diener können fliehen, wenn sie sich fürchten, ich aber trotze den Eindringlingen!" „Bedenken Sie, Gräfin, waS Sie tun !', stellte Thalau vor, dem das mutig: Auflehnen Elsas trotz allem imponierte. „Ich für meine Person, fürchte gewiß nichts, aber ich habe Frau und Kind —' „Wer hält Sie denn zurück, Herr Thalauf" „Wenn Sie hier bleiben, Gräfin, wie darf dann ich daS Schloß verlassen?" „Tun Sie ti getrost!" „Ueberlegen Sie, Gräfin. Noch sind wir nicht so «eil, aber wir können nie wissen, waS sich in kurzer Zeit hier abspielen wird. Wie wollten Sie, alleine und selbst mit Ihrer Dienerschast einem Sol-datentrupp trotzen?" Ueber ElsaS Antlitz glitt ein Leuchten, das Thalau noch nie an ihr bemerkt. Ihre Augen blitz-ten von wilde« Feuer beseelt, und «it helllönender, lanter Stimme rief si«: „Ich kann als FeindeSopfer fallen — wie viele Männer schon gefallen sind!" Stumm blickte der Verwalter auf sie und schilt-telte den Kops. Sein Auge ruhte noch lange prüfend auf ihr. Sie bemerkte es, lächelte und sagte gelassen aber sest: „Jetzt verlassen Sie «ich, tuen Sie, wa« Sie sür gut finden — ich tu«, was ich muß." Gedankenvoll ging der Verwalter aus dem Schlosse: „Mag die Sache nun sein, wie immer', brummte er vor sich hin, „soviel steht aber fest, da« Weib hat einen Teufel im Leibe, nur weiß ich noch nicht, wa« sür einen. —" 12. Tage waren verstrichen und die ganze Land-schast von Rodenwalde zeigte ein völlig «rändcrteS Bild. Franzosen waren da! Ueberall waren si« zu sehen, im Dorfe, aus den Wiesen und im Schlosse. Die« hatte sich der kommandierende Offizier autge-sucht, warum, konnte niemand feststellen. Erst war die nicht zu große Abteilung der Grenadiere in Lau-gitz gewesen, aber als der größere Trupp nachrückte vom Kommandanten, einem jungen Oberst geführt, bestand dieser daranf, sofort die Stadt mit dem Dorfe und Schlosse Rodenwalde zu vertauschen. Di« Feldarbeit ruhte natürlich ganz. Der Verwalter Tha-lan hatte schon bei der ersten Botschaft die Kühe und einige Pferde nach einem entlegenen, Verstehen-den und verwahrlosten Jagdschlosse bringen lassen, um sie so lange wie möglich vor den Krallen der Feinde zu verbergen. DaS viele schon gedroschen« und ungebrochene Getreide aber lag in Garben oder Säcken in dcn geräumigen unterirdischen Ritterzim-mern zu Rodenwalde, dort war eS vor der Zerstörungswut der rohen Soldaten sicher. Die Di«n«rschast war tatsächlich zum großen Teile geflohen, der Ver-Walter mit seiner Frau und Tochter halte aus Drin-gen der Gräfin das Schloß verlassen, sich aber nur in der Stadt zurückgezogen, wo dcr Ausenthalt doch noch ratsamer war und er außerdem die Vorgänge in Rodenwalde eher beobachten konnte. Trotzoem nun in dem schönen Gute Ställe und Scheuern leer waren, taten sich die Soldaten in sei-nen Sälen, Zimmern und Gärten gütlich. Seit Tagen schon lungerten sie gruppenweise im Parke umher, rauchten, sangen und schrien, tranken um die Wette den herrschaftlichen Wein, den sie längst in den Kel-lern entdeckt hatten und trieben wüste Scherze mit einigen jungen Slalldirnen, di« Mut genug gehabt halten, bei der Gräsin zu bleibe» nnd mit plumpen aber gutwilligen Händen sie sür die Dienste der ge-flohenen Zofe zu entschädigen. Von Zeit zu Zeit kamen einige Grenadiere und zerrten ein Kalb oder Hühner aus de« nahegelegenen Bauernhäufern unter rohem Lachen und Brüllen in da« Schloß, wo jeder derartige Raub mit Freudengeschrei begrüßt wurde. Die Offiziere ließen die Soldaten alles unbehindert tun, ja übertrafen oft dieselben noch, werigstenS waS daS Trinken anbelangte. 3 Und Elsa, Gräfin von Rodenburg, lebte in dem »üste« Treibe» und konnte unbehelligt im Schlosst au«- nnd eingehen. Keiner der Männer sprach sie an, keiner näherte sich ihr und die Osfizier« »achten stet« nur stumme Komplimente, wenn sie ihnen be-gegnete. Wie ging da» nur zu? An dem Tage, da die Feinde mit Trommellärm von der Stadt herausgezogen waren, hatte sie mit tobenden Pulsen mitten im Schlosse da« Eindringen erwartet. Ein unnennbare« Empfinden war in ihr wachgeworden und hatte ihr da« Anrücken der Feind« al» Freude und Glück vorgespiegelt. Hoffnung und heiße Sehnsucht nach Erlösung hatte si« bei den immer näher und näher kommen-den Schritten mehr und mehr durchbeb!. Festen Glaubens, die Feinde würden sie gefangen nehmen wollen, hatte sie sich den Moment herbeigewünscht, wo sie sich zur Wehre gefetzt und dann im Kampfe von fran-zöstschen Waffen al» Heldin gefallen wäre! Ja dann — dann wäre alle« — alle» in ihr gelöscht wor-den, über dav sie immer und immer wieder Herrin zu werden gesucht, da« ihr aber immer und immer wieder vor die Seele trat. — Statt dessen aber war sie kaum beachtet worden. Ein einzige»'Mal hatte ihr ein Leutnant dienstlich in gebrochenem Deutsch mitgeteilt, daß der Herr Oberst strengen Besthl er» teilt hätte, sie in jeder Hinsicht unbelästigt zu lassen, sie nicht einmal anzusprechen, wenn sie e« nicht selber wünschen sollte. So hätte sie also nicht« zu befürchten. So faß sie jetzt wieder in ihrem Zimmer «nd zerbrach sich darüber den Kopf. Ihr Blick fiel durch daS Fenster in den ersten Teil de» Parke«. Es war Abend. Im Dämmer ragten die hohen Bäume in di« Lüfte, nur leise vom Winde bewegt, zu deren Füßen ab«r lagen und saßen in ungeordneter Menge die Soldaten in ihren bunten Unisormen und störten mit ihrem lauten Lachen und Reden die sonst so sritdlich« Still« de» Orte». Jetzt sprangen alle aus. D«r Ob«rst inspizierte seine Leute. Elsa hatt« ihn «rst einmal flüchtig gesehen, al» er beim Eintreffe« vom Pferd« gtstiegen war und damals i« ihrer Er« regung nicht weiter beachtet. Run aber sah sie ge-nauer hin. Er war ein schöner, junger Man», zu jung sür seinen Rang. Sei»e Figur war schlank «nd überragte an Größe fast alle der Soldaten. So schritt er langsam, in seinem hellblauen, reich «it Gold vtrzierttn Rock durch dir ersten Reihen und windete sich wieder nach vorn. Hierbei konnte Elsa deutlich sein Gesicht sehen, den« er blickte ebe« nach dem Himmel, al» wolle er da» Wetter für die Nacht beurteilen. Seine Augen waren blau, die GesichtSbildung schön, fogar edel z« nennen, dennoch flößten sie Elf« eigentümliche«, unerklärliche» Graue« ein. Er lüftete feinen Hut und f«hr sich durch da« hellbraune Haar, ging dann wieder weiter vor bi» nahe an das Haus und sprach mit eint« großen, stattlichen Uuterosfizier. Elsa z»g den Borhang des Fenster» zu, um nicht bemerkt zu werden und beobachtete ihn weiter. Er lächelte, al» er sprach und dies«» Lächtl« gi«g ihr wie ein scharst« Messer durch den Leib. Jetzt sprach er weiter, gleichgültige Dinge, aber er sprach rich-tige«, fließende» Deutsch, ohne jtd« fremd« Betonung. Jäh schoß Elsa ein Gedanke durch den Kops. Der Oberst war ei« Deutscher, «in«r von jtntn feigen U«b«rgrtretencn! Diesem Umstände verdankte sie offenbar die Rücksicht aus ihre Person, die er seinen Soldaten besohlen hatte. Bielleicht fand sich in ihm doch noch ein Rest von Scham, daß er feine Lands-leute nicht allzusehr bedrängen wollte, wenigstens wehrlose Frauen nicht. In solche Betrachtungen versunken, lehnte si« sich in ihren Stuhl zurück und gab ihre weiteren Beobachtungen aus. E« klopfte heftig an der Türe und ehe sie noch rufen oder fragen konnte, stand ein langer, schlanker Soldat aus der Schwelle. Sofort erkannte Elsa den Sergeanten, mit welchem vorhin der Oberst gespro-chen hatte. .Frau Gräsin", sprach er mit starker schwäbi-scher Betonung in seiner Rede, „der H«rr Oberst will mit Ihnen sprechen.- „Kann ich e» hindern", entgegnete Elsa. Der Soldat hatte keine Antwort abgewartet und war wieder verschwunden. In banger Erwartung saß Elsa wieder eine Weile, dann sprang sie aus und lief aufgeregt im Zimmer hin uud her. Noch klang ihr die Stimme des Soldaten im Ohre, echte deutsche Klänge von einem Manne in französischer Uniform! Also wieder ein Verräter! Sie fühlte, wi« leidenschaftliche Entrüstung ihre Man-gen erhitzte und mit wahrer Gier begrüßte sie diesen aufsteigenden Haß, diese Verachtung aller insamen Uebergetretenen. Ein solcher war aber auch ein an-derer Mann gewesen — ein Ma»n, von dem sie sich kaum zu erinnern traute, wie nah ihn da« Ge-setz a» sie gekettet hatte! Wen« Kurt hier wäre, wa» würde er mit einem Verräter tun? — Einsach über de« Haufen schießen! Er hatte auch de» be» rüchtigteu Hirschberg getötet — und nicht» andere» — nein, gar nicht» andere» halte sie getan! Frei fühlte sie sich wieder auf einmal, frei von aller schweren Schuld! Unwillkürlich ballte sie ihre schlau-ten Hände zu sehnigen Fäusten und schwelgte einen 4 Moment In der errungenen Stimmung dcr Rache und Verachtung aller Verräter! Ein rascher, sporenklirrender Schritt »or der Tür verkündete ihr den Besuch deS Obersten. Entschlossen «ars sie sich in deu Stuhl, nahm eine hochmütige Haltung an und al» e« klopfte, rief sie kampflustig „Herein-. Die elegante Figur bei Obersten erschien in der Tür. Er hatte offenbar rasch an seine Toilette Hand gelegt, denn die goldenen Epauletlen und Ansschläge hoben sich blitzend von dem hellblauen Tuche des anliegenden Waffenrockes ab, selbst Stiefel und Sporen glänzten. Quer über die Brust aber schmiegte sich die breite blau-weiß.rote Schärpe — die französischen Farben! Am liebsten hätte Elsa ihm die« Abzeichen seiner Schande vom Leibe gerissen, aber sie bezwäng sich und blickte ihn mit kaltem Ver-achten an. ..Ich grüße Sie, Gräfin", begann der Oberst liebenswürdig. „Danke", erwiderte Elsa kurz und stolz. „WaS führt Sie her?" • „Vor allcn Dingen die Frage, ob ich mir ihre Anerkennung »erdient habe." „In wiefern?" „Daß ich veranlaßt habe, Sie hier unbelistigt walten zu lassen, wie eS Ihnen beliebt und daß ich selbst es vermie?, zu sprechen, bi« Sie sich an das militärische Leben und Treiben etwas gewöhnt ha-ben werden. „Was wollen Sie noch mehr?" „Ich staune über Sie", erwiderte Elsa. „Weshalb, Gräsin? Weil ich Rücksicht nehme?" — Er lächelte seltsam und Elsa schauderte, als sie da» sein höhnische Zucken seiner Lippe» bemerkte. Sie mußle die Augen niederschlagen und mit müh-som erzwungenem Siolze frug sie: „Was wollen Sie nun?" „Ihnen meinen Besuch mache», den» Sie ken-nen mich noch nicht und müssen «ich doch »un ken-»cn lernen.' Er legte seinen Hut, den er bisher «»ter »em Arme gehalten, aus einen Tisch und trat dreist »äher. Elsas Wut erwachte auf» Neue. „Daß ich Sie kennen lernen müßte, sehe ich gar nicht ein", rief sie scharf. „Um so mehr ich', sagte der Oberst gelassen und setzte sich unaufgefordert auf ei« zierliches Sopha. „Da Sie mir keinen Stuhl anbieten, Gräfin', lächelte er, .muß ich mich selber bedienen, denn ich bin schließlich aus meinem Schlosse." „Mein Herr!" unterbrach ih» Elsa, sich selbst ganz vergessend, und richtete sich hoch auf, „Sie na»nten sich eben früher rücksichtsvoll! Nennen Sie es auch noch rücksichtsvoll, wenn Sie auf diesem Grund und Boden, den Sie mit srechem Uebermute von Feinden besetzen ließen, eine Dame beleidigen »nd sich unverschämter Weise den Besitzer nenne»?" .Diese Worte, schöne Gräfin, treffen «ich nicht, da sie Ihrer Unwissenheit entspringen", antwortete der Oberst eher unterhaltend al« geärgert, „denn die« Schloß gehört nun mir. Ich habe mich Ihnen noch nicht vorgestellt, ich bin Oberst eine« kaiserlichen Regimentes, Bodo Gras von Roden^urg, der Bru-der Ihres ermordeten Mannes." (Fortsetzung folgt.) Wenn. . . Wenn auf der Erdenwelt ein jeder „Herr" — So herzensedel, gütig wär' Und schenkte au« Fortunas Glück Manch' kleines Scherflein — Stück für Stück, Dcn dürft'gen Kranken, Sorgenkindern, Tät — mit Verstand die Wunden lindern. Die heilen Tränen derer stillen. Die aus der Erde wallen ohne Willen, Das Los Gesunkener verbessern, Hals' Menschensümpfe zu entwässern — ro wäre Not, Fluch und auch Schande Verbannt au» weite Gotteslande. — Kein Schrei tät sich au« Herzen fiuden. Sich Bitternis um 's Weh' nicht winden; Kein »amenloseS Elend starren, Nicht 's dumpf verzweifelnde Verharren Der Aermsten, die Erlösung suchen, Sich selbst — die ganze Welt verfluchen. Nicht suchte '« irre Aug' — den Boten De« Sensenmann'« — der lebend' Toten. Nein! menschlich' Dasein, Gottvertrauen, Wär' auf der Erd' — auch Lieb' zu schauen. Nicht Unglück, Jammer, broch'ne Seelen, Die sich um'« Brot, um's Leben quälen; Nicht Neid und Haß — nicht hunzrig' Wesen, De» Wölsen gleich — zersetzt, in Blößen; Nicht frierend' hilflos' Gotteskinder, Kein Wucher, keine Seelenfchinder; Nicht Bettelbrut »it schlauen Künsten, Verlorene in Fuseldünste». Kein Kindermord, manch' Weib verkommen, Dem man die Ehr' — wie schon — ge«v«me». Zu sruchtbar' — segenbringend' Stärke Schüs 'S Gold die Samariterwerkc. Die Menschen würden sriedlich leben, Sie könnten streben, weben — Gute« geben, Empor auS Nacht zum Lichte blicken, Ei» Dankgebet nach «den schicken. Und weil denn Geben seliger als Nehmen, Dürft* sich manch' ..Herr' vor sich nicht schämen! Isis. ifcummjr 44 j rutsche Dvacht EllltZ Cilli En detail über die im stadf. Schlachthaus? in der Woche vom 22. bis 28. Mai 1916 vorgenommenen Schlachtungen, sowie die Menge und Gattung des eingeführten Fleisches. rr Rudolf BIued & Sohn SÄ Marburg "S;,:;:::;,: Aufträge nimmt entgegen: Peter Majdic .Merkur* in Cilli. Name dks Fleischers unq«r Ludwig offär Ludiviq Le«tsschek Jalob Plevial Franz Rel'eujckcgg Ioskl S«Uat Franz El«her Iow Zanv Bitior Gaftiviti« Private »UV Schluchiuilge» Wttii.-t» in «»>»<» CliIhm , 1 . 4 10 . 10 11 2 I - 1 • . . . • • • 2 . Eingeführtes Fleisch tn Kilogramm S«ile 8 '.ummet 44 flur für Kaufleute l / Grösstes Spezialgeschäft Cillis in Fahrrädern und Nähmaschinen. Lageren Icffcppäilfr, PuclirUdor, HH n Fahrräder VOn *»Wüferh»nri «llrlnvorUaatt 120 K anfwärts. Grosse Reparaturwerkstätte. Singer-Hähmaschinen ion 65 K aufwärts. Anton N©f|©IP, Mechaniker, Cilli, Herrengassa 2 ... - . . . SÄmtliche Bentandtnll«, LufUchlüurhe, Mäntel, Sättel, Pe.Ule, Liternen, Ketten, Lauer, Fr«iUufnaben. Alte Fahrräder Pumpen. Schlüssel, > entilicbliiorlie, (] risse. llremn/nnimi. L«nknttnxeo, Glocken werden «inqetauscht Q«m.nuia»i»n. Hoaenhaite,-. Oel, Kngeln ». » w. Elektrische Taschenlampen und Batterien. »UK nitthHmc • ä" leufe um 9 Uhr abends ist unsere liebe, gute Gattin, Tochter und Schwester Frau Thea Fallmeier geb. Regn im 33. Lebensjahre verschieden. Vie Beerdigung finde! am Wontag den 5. Juni um >/,6 Uhr nachmittags nach dem städtischen Friedhofe statt. Tieftrauernd geben davon Lachricht Gustav Fallmeier, als Gatte. Ella Woschnagg. geb. Negri Merzedes Egger, geb. Negri als Schwestern. Cilli, am 2. Juni 1916. Susanne Negri, als WuUrr Med. Dr. Eugen Negri Med. Dr. Walter Negri Erich Negri als Vrüder. mg-m •■■■ff.'.;.: * >.5«^=v Wir machen unsere geehrte Kunde er^chenst darauf aufmerksam, dass wir noch mit allen ^ommerwirkwaren und Wäscheariike/n zu angemessenen Preisen dienen können. Auch Zwirne haben wir von jetzt ab wieder wöchentlich grössere Mengen abzugeben. Unser Lager in allen anderen Kurz- und Niirnbergerartikelu ist noch reich ausgestattet. Uns die Ueberschreibung der geschätzten Aufträge oder den persönlichen Besuch erbittend, zeichnen wir hochachtungsvoll Qspartd! «tz Schrtepf, §raz, J/iurgasse J/r. 74 J(urz-, Nürnberger, Wirkwaren eic. en gros. 6<*riftUiturvi. Verwaltung. Xtucf und SStrlst«: ®frftnebu4bru