Nr. 17 Sonntag dm 28. Jebruar 1892. XXXI. Aayraang. MarbMtrZkiwng. Der Preis deS Blattes beträgt für Marburg: ganzjährig 6 fl., halb-^ Ührig 3 fl., vierteljährig 1 fl. bv?r., monatlich 50 tr. Bei ZuMnng ^ ms tzauS monatlich 10 fr. mehr. Mit Postversendung: ganzMrig 7 fl.,. halbjährig 3 fl. 50 kr. und vierteljährig 1 fl. 75 kr. ^ Die Einzelnummer lostet 7 kr. ^ ^ Erscheint jede« Go««t«g und Donnerstag friih. ^ Schriftleitung nnd Verwaltung befinden sich: Postgasse Nr. 4. Spreche -^stunden des Schriftleiters an allen Wochentagen von 11 bis 12 Uhr«. !> vormittags. ^ ' Einschaltungen werden von der Berlagshandlung deS Blattes und ) allen größeren Annoncen-Expeditionen entgegengenommen. SchlusS Mr Einschaltungen Mitwoch und Samstag Mittag. — Offene ^ Reclamationen sind portofrei. Manuskripte werden nicht zurückgesendet. Gin Ende mit Schrecken? Während in ganz Deutschland noch immer der Kampf um den neuen Schulgesetzentwurf tobt und trotz der gegen-theiligen Versicherungen seiner Anhänger weitere Kreise zieht, ist es Frankreich beschicden gewesen, wieder einmal dadurch die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, dass ein fiir nahezu unüberwindlich gehaltenes Ministerium plötzlich gestürzt worden ist. — Und warutn musste diese Regierung, welche als die feste Grundlage für alle nach Kronstadt vorgefallenen Ereignisse in Petersburg angesehen wurde, und die in Bezug auf ihre Zusammensetzung auch als vertrauenswürdigste Vertreterin deS französischen Volkes galt, waruln musste also diese Regierung urplötzlich vom Schauplatze ihrer Thätigkeit verschwinden? Freilich in früheren Jahren, da war eS ja in Frankreich zur Mode geworden, die Ministerien wie die Pariser Salonschuhe, d. h. alle drei Monate zu wechseln, und man nahm sich nicht einmal die Mühe, die abgelegten zu flicken, sondern warf sie gleich endgiltig zur Seite. Dann kam wieder eine Zeit, ^ie sich durch großen Mangel an brauchbaren Minister-Candidaten anszeichntte, weshalb man sich damit begnügen musste, einen Theil der Abgedankten wieder in Gnaden auf-und in da« nette Ministeriuin mit hinüber zu nehmen, so dass dieses ^^etztere dann alle Farben und Schattierungen aufwies, eben deshalb aber wieder nicht dauerhaft und tüchtig war und bei dem kleinsten Ungemach in die Brüche gieng. Uttd lange genug währte dieses gefährliche Spiel! Endlich gelangte Frcycinet an das Ruder und sowohl er selbst, als seine Mitarbeiter, allen voran der zähe Constans mit der eisernen Stirne, schienen nicht gewillt zu sein, ihre Posten, gleich den Vorangegangenen, allzu rasch zu verlassen. Sie trotzten den ärgsten Stürmen, wandten und drehten sich klug und vorsichtig durch alle Schlingen und Klippen uud eS hatte den Anschein, als ob der gute, aber etwas langsam denkende „gewählte König Carnot" in Seelenruhe seine Jahre als erster Bürger der Republik verträumen könnte. Allein es.sollte anders kommen. Denn wie ja im Leben oft das Unerwartete geschieht, so traf es auch diesmal ein und der SchickialSschlag, von dem das Reich betroffen wurde, wirkte ebcnso unvermuthet als kräftig, dürfte aber auch noch bedenkliche Folgen nach sich ziehen. DaS Ministerium Freycinet ist trotz seiner Gewandtheit und trotz der Zähigkeit, »nit welcher sich dessen Haupt an seine Würde klammerte, gestolpert über ein Steinchen auf seinem Wege, es kam ihm Niemand zu Hilfe, die Gcjslürzten blieben alle am Boden und der Mann auf dem Präsidentstuhle hat seine Ruhe verloren. Uns Fernestehendcn erscheint die Ursache dieses Falles als eine geringfügige und wir können nicht recht begreifen, wie eS zugieng, dasS über Nacht eine so energische Regierung weichen musste. Allein gemach; wenn wir nach Deutschland blicken und gewahren, welch' eine ungeheure Aufregung der neue Volksschulgesetz-Entwurf hervorgerufen hat, dessen An-nahlne oder Ablehnung mehr bedeutet, als den Sturz einer Regierung, — dann können wir auch begreifen, dass in Frankreich, wo die Radikalen von jeher im heftigsten Kampfe mit den Opportunisten lagen, ein Gesetzentwurf, der einen Eingriff in die vertneintlichen Rechte der Kirche bedeutete, eine Katastrophe heraufbeschwören musste. Wäre es nach dem Wollen Freycinets gegangen, so hätte diese Erfindung seines unglücklicherweise radikal gesinnten Minister>Collegkn Falliöres — denn von diesem „ovtllnt terribls" stammt ja alles Unheil — nie das Licht der Welt erblickt, oder es würde der Entwurf, welcher das Vereinswesen betraf, jedoch auch das Vermögen, ja die Existenz vieler Klöster und religiöser Ge-nossettschaften antastete, heute noch in den Ausschüssen schlmn^ mern und er sammt seinen Genossen könnte auch das dritte Jahr an der Herrschaft bleiben. Da siel eS aber tmglücklicher-weise dem Radikalen Hubbard bei, für diesen Gesetzentwurf die Dringlichkeit zu verlangen und damit den Bischöfen eine Kriegserklärung zukommen zu lassen. Hätte sich nun Frcycinet in Beantwortung dieses, sowie des gleichartigen Cassagnac'schen Antrages auf eine sachliche Widerlegung deschränkt, so würde diesmal die Gefahr beseitigt worden sein. Allein er gloubte eine Lobrede auf das versöhnliche Wesen des Papstes halten zu müssen und erklärte überdies, dass der Gesetzentwurf keineswegs bestimmt sei, die Kirche zu verfolgen. Als er inzwischen aber mit rascheln Blicke die für ihn ungünstig werdende Lage gewahrte, nahm er die Dringlichkeit des Hubbard'schen Antrages an, fügte jedoch bei, dass die Regierung es ablehnen müsse, die Trennung der Kirche vom Staate vor-znbereiten. Nun hatte er die Radikalen verloren; sofort erhob sich Clemenceau, um zu erklären, dass es ein Wahnsinn sei, zu glauben, dass der Papst jemals die Republik voll und ganz anerkennen werde und als Freycinet »tun die Vertrauensfrage stellte, war sein Sturz etvtschieden, denn Clemenceau mit seinen 191 und Cassagnac mit 135 Anhänzern erlangten die Majorität, infolge deren Entscheidung ihm nichts anderes übrig blieb, als mit seinen Collegen das Entlassungsgesuch an Carnot zu überreichen. Das gab nun wieder bei dem so leicht erregbaren Volke der Franzosen eine Aufregung sonder Gleichen! Ganz Paris war aus dem Häuschen und die Zeitungsjungen schrien sich heiser. „Sturz des Cabinets!" „Auflösung der Kammer!" widerhallte es in allen Gassen und am meisten gepeinigt von all diesem Spektakel mochte wohl der Präsident selbst sein, der schon deshalb gerne nach der Freycinet'schen Praxis mit allen politischen Fractionen auf eineln guten Fuße stehen möchte, da sein eigener Schwager dem clerikalen Lager atlgehört. — So blieb einige Tage lang die Lage eine höchst verworrene und daS Endergebnis konnte nur ein klägliches sein, d. h. eS musSten wieder, lvie einst-tnalS Minister von allen politischen Farben und Schattierungen unter e i n Obdach gebracht werden, da ja keine Partei als die herrschende anzusehen ist, — ein Zustand, der auch für andere Völker mit parlamentarischen Einrichtungen des Lehrreichen genug darbietek. Die Kammer wurde also nicht, wie gar Viele aus dem Grunde ihres Herzens wünschten, aufgelöst, sondern eine Neubildung desCabinetS beschlossen. Wie immer aber auch diese ncne Regierung gestaltet sein möge, so wird sie niemals die Bezichungen zu Rußland in einem friedlichen Sinne bceinflußcn, sondern stets werden die Tage von Kronstadt das Sym!)ol der Verbrüderung bleiben! „Sie haben sich" und können nimmer von eiltander loskommen, wenngleich die russischen Zeitungen derzeit schwere Vorwürfe auf Freycinet und seine Mitarbeiter häufen, als ob ihnen die französischen Zustände etwas Neues wären. Ein gütiges Schicksal bewat)re die Dreibundmächte vor einer Probe; nicht etwa deshalb, weil sie einen Zusammenstob zu scheuen hättm, sondern weil es trotz der Lasten für die Völker wünschenswerter ist, einen kostspieligen, bewaffneten Frieden zu erhalten, als einen fröhlichen Krieg zu führen. Diese Vrobe also wiirde beweisen, dass auch ohne Vertrag Frankreich zu jedem Krie.^e bereit ist, den Rußland heute oder morgen führen will, und es sind die Ausbrüche der russischen Zeitungen daher nicht ernst zu nehmen. Auch einem Freycinet gel^cing es also trotz Anwendung großer Klugheit nicht, zugleich den Radikalen nnd dem Papste zu dienen; was wieder ein Fingerzeig für airdere Völker ist, sich einer doppelzüngigen Politik zu enthalten. Besonders aber ist das Bemühen, sieh dem Vatikan freunNich zu erweisen, von jeher ein gewagtes Unternehmen gewesen, denn vollkommen passt hier das Sprichwort: ,.Gott schüy^e uns vor unseren Freunden." Das musste zuletzt Na pole o n III. brkcnncn, als er zu Chislehurst über seine Vergangenheit brüt'te, denn ihm ward die Treue Engeniens zum Vatikan verderblich und führte ihu mit zwingender Notl)wcndigkeir zum Ende von Scdan. Nach ihm ward es aber anders in Frankreich! Mit Staatsklugheit ltnd Besonnenheit streifte die Regierung daS alte Vorurtbeil, den Papst immer wieder in die Politik hineinzuziehen, von sich, sie arbeitete zwanzig Jähre lang an der Erziehung des Volkes, lehrte dieses sich frei zu inachen vom Vatikan und seinen Bestrebungen und bereitete so unausgesprochen die Trennung des S taates von der Kirche vor. Nicht leicht ward es den Monarchisten und Clerica len in dem „allerchristlichsten Lande", ihre Stellung zu behaupten, die Franzosen blieben auf ihrer Hut und entschlüpften allen Schlingen. Darauf schien aber Freycinet ganz vergessen zu haben; seine schwankende Haltung in der entscheidenden Stunde beleidigte das Nationalgesiibl der Franzosen und er innsste fallen. —Was wird nun kommen? Ein Rouvier? ein Ribot? ein Constans? — oder wird sich der Wirrwarr auf eine längere Dauer breitmachen und den Präsidenten Carnot selbst schädigen, um ihn vielleicht ein Schicksal wie seinem Vorgänger zu der eiten ?—Dort in Frankreich genügt ein Steinchen, um die Lawine ins Rollen zu bringen, und vielleicht sehen wir bald ein solches Ereignis eintreten, — schon heute aber können w^r kühn behaupten, Geächtet. (Nachdruck verboten.) Roman von Ferdinand Hermann. (1V. Fortsetzung.) Verwundert, ja beinahe erschrocken wandte sich das junge Mädchen an den Bruder: „Wie, Hermann? — Du hast also wirklich die Absicht, Herrn Asmus mitzunehmen zu unserem Vater?" „Ja, Marianne! — Der junge Herr steht in Ludwig NehlsenS Diensten, und es wird ihm nützlich sein, bei Zeiten zu sehen, was ihm bevorsteht, sofern er in diesen Diensten treu und rechtschaffen bleibt." Marianne schwieg und sellkte das Köpfchen mit einem Seufzer tief auf ihre Arbeit herab, währeud Gerhard nach seinem Hute griff und sich nach Herniann Sebalds Beispiel zum Fortgehen rüstete. Auf seinen freundlichen Gruß hatte sie ebenso frcttndlich geantwortet; aber sie hatte nicht aufgesehen und er hätte doch gar zu gern noch einen Blick aus ihren klaren ernsten Augen mit auf den Weg genommen. So zögerte er denn einen Augenblick, und als .Hertnann schon bereits auf der Schwelle stand, fragte Gerhard: ..Würden Sie mir auch gestatten, Fräulein Sebald, Ihren Bruder noch einmal hierher zurück zu begleiten? Seien Sie mir wegen dieser Unbescheidenheit nicht böse; aber ich bin hier fremd und habe Niemanden, zu dem ich gehen könnte!" Sie hob das Gesicht lattgsam zu ihm empor; es war freundlich und ruhig lvie zuvor; aber die derben Züge um den hübschen Mund schienen sich doch noch ein wemg inehr vertieft zu haben. „Sie werden uns gewiss stets willkommen sein, Herr ASmuS", erwiderte sie und ihre Stiinnte klang etwas gepresst, „aber Sie sollen mit dem Versprechen des Wiederkommens nicht beim Worte genommen werden! ES wird gut sein, wenn Sie dc'rüber nicht früher einen Entschluss fassen, als bis sie den We^, welchen Sie da unternehmen, hinter sich habcn!" „Mein kluges Schwesterchen hat Recht, wie imlner", fiel Hermann ein, der sich uingewendet hatte, um nach den Zurückbleibenden zu sehen. ..Sie sollen uns für den Rest deS Sonntags ein angenehmer Gast sein, falls Sie nicht schon nach einer Stunde zu der Erkenntnis gekommen sein sollten, dass eS doch rathsamer sei, sich lieber in keiner Gesellschaft zu befinden, als in der unsrigen!" „Oh, wenn es nur daran liegt", rief Gerhard fröhlich aus, „wenn eS nur daran liegt, sollen Sie mich nicht so bald los werden! Ailf Wiedersehen, Fräulein Marianne!" Er folgte dem rasch voranschreitenden Werkführer und bedanerte nur, dass dieser sich so wortkarg und redeunlitstig erwies. Er würde sonst sicherlich gar bald mitten in der heitersten Uirterhaltung gewesen sein ; denn obwohl dknr jungen Commis nach den Ereignissen des gestrigen Abends der Himmel keineswegs voller Geigen hieng.und obwohl er sich an diesem Morgen in recht trüber Stimmung von seinem Lager erHoden hatte, war doch die kurze Unterhaltung mit der Schwester seines neu gewonnenen Freundes vollkommen hinreichend gewesen, alle Schatten aus seinem Gemüth zu verscheuchen und ihm Lebensmuth und Lebensfreude zurückzugeben. Wie gerne hätte er seinem schweigsatnen, finster vor sich hinblickenden Begleiter etrvaS von diesem Reichthum initgetheilt, aber nach einiqen kläglich misslungenen schüchternen Versuchen hatte er die Hoffnung aufgegeben, ihn in ein Gespräch zu ziehen, und war stumm an seiner Seite weiter geschritten. Auch nach dein Ziel ihres WegeS hatte er nicht gefragt, nicht einmal, als sie sich dranßen außerhalb des Thorrs jener düsteren, grauen Gebäudemasse zugewandt hatten, bei deren Anblick eine selt« same Beklemmung ihm das Herz zusammenschnürte. Dieses Gebäude war entweder eine Kaserne, ein ^^rrcn-haus oder ein Gefängnis; dafür sprachen die gleichmäßigen Reihen niedriger, verbitterter Fenster, dafür sprach die hohe, doppelte Mauer, welche den garrzen Complex umschloss, und das aufgepflanzte Bajonett des Militär>)0stcns, welcher vor dem verschlossenen Tbore auf und nieder giei^a. Je näher sie dem Hause kamen, desto weniger konnte Gerhard über die Natur desselben im Zweifel sein, und plötzlich kamen ihm auch wieder jene seltsamen, unheimlichen Andeutungen in den Sinn, welche er gestern Abend auf Ludwig Nchlsens Soiree über den Vater Hermann Sebalds vernommen hatte. DaS Herz klopfte ihm bis zum Halse, als sie — nachdem sein Führer dem Pförtner ein anscheinend amtliches Papier vorgewiesen hatte — durch einen düsteren Vorhof schritten und dann von einem uniformierten Beanttcn eine steinerne Treppe einpor in ein kahles, unfreundliches Gemach des ersten Stockwerkes geleitet wurden. Die Wände desselben waren grau c,etüncht und die ganze Einrichtung bestand aus einem mit einem grünen Tnche überdeckten Tisch und aus etwa einem halben Dutzend Stükilen. Aus dem einzigetl Fenster aber blickte man auf einen langen, öden, gepflasterten Hof und auf hohe, mit luken--artigen Gitterfenstern versehene Hauswände, die denselben einschlössen. Selbst an einem weniger trüben uird regenschweren Tage, als der heutige war, konnte es kaum einen trostloseren Anblick geben, als diesen abscheulichen Eckwiirkel, in welchen das Tageslicht überhaupt nur matt und unvollständig einzudringen vermochte, und Gerhard schauderte unwillkürlich zusammen, als Hermann Sebald ihm nach der Entfernung des Beamten winkle, ihm zur Seite an das Fenster zu treten. „Wissen Sie jetzt, wo wir sind, mein Freund? —Nun, Sie müssten ja blind sein, wenn Sie eS nicht wüssten! Dies ist der Ort, an den ich mich begeben muss, wenn ich meinen die ruhigen Jahre n.'icdcr einer bewegten ^^eit ge-n i lirn sind. Da schweifen unser.' Blick.' unwillkürlich >.inch hiniiber nach der allvei ehrten Muttcr ^^.'nncinia, di.' schon sc» viele Drangsale crlcl)t — vic'.en ober anch qliictlich wiedcr ent-i^.inqcn ist. lUld m^ichtig steht sie bcnt.' da und viel srird geschehen inüsscn, um sie in iliren Grundfesten jemals erzittern zu nncken. Hente wenden sich wieder die Blicke ^an; Enr^'paS nach D eu ts ch la n t, dcun abermals hat dcr tbatcn-durstige Kaiser Wilhelni eine seiner poetisch angehauchten und die W^ltcrcignisse sanguinisch bcnrtheilcnden Ansprachen an die Vertreter seiner gelieltcsten Mark schalten — ein neues Glied in der Kette jenir Kuud^^edungeu, die während der Handhabung dcS „nenen CnrseS" iu so reicher ^iille sich über das deutsche Volk ergossen hatten. Lertraueu Verlan.',t der deutsche Kaiser und Mitwirkung an der von seiner Regierung gedandhal)ten Politik, ^ woiin auch der neue S chulg eset;-Entwurf licgriffen ist. Und die Nergler und llnzufriedcnen sollen den dentschen Staut) von ihren Schuhni sä'utttln und answandcrn! — Ja, wenn das angicnae; ivohin aber dann mit d.'n Aiillioncn von Unzufriedenen'^ — Denn Millionen sind es nnd zwar in allen Schichten deS Volkes, die dem „ncnen Cnrse" miss^ tränen! Wahrlich auf die Entwicklung der Dinge Hilden Nlid diilben darf man wohl gespannt sein. ^Iter eFo. Die ThätigkcLt des Abgeordnetenhauses in dem beendeten SessionSal)schnltte kann nicht gerade al-? eine desonders fruchtbare bezeichnet »verden. Die Session, weisie anl 8. Januar t^'egol.nen l)at und dis jinn Ai. Fedruar wäln'te, ulnfasst im Gan'.cn ^5 Si^'.nngtn, von delien ein veihältnis-M'ißig großer Thcil d.r Erledigung der Handel-^vettrage ge-wldlnet war. Im Giurde g'nenimcn dec euicte die für dieses, wie wir geru zugebe«, wicl'tige Gesc1; aufgewendete ^^cit eine Verschwendung, die nicht einn^al dnrch die verschiedenen, niehr oder minder geistreichen Neden ^^u enischulngen ist. Die unveränderte Annahnie der Handcl?oerlrage war schon lan.^e vor ihrer (5inbringnng eii'e abgemachte Sache, an der auch die schärfste oppositionelle Rede iiichtS uichr ändern konnte. Auszer deu .Z>andel'?vcrträ.^cn, an deien 'Zustandekommen unser Par-lanient eigentlich sel^r unschuldig ist, ki)!incn die Abgeordnetcu ihren Wählern weuig dankenslverthes nach Hanse bringen. Die Bl?rsensteucr hat mit it'rer Geriugfiigigkeit und stannens-weUl^en Mllde nur Enttäuschung beroorgemfen, sie entspricht durchaus nicht den Erwartungen, die inan in den weitaus überwieglnden .^kreiscn der Wählerschaft l)kgte. Noch viel weniger haben die Wähler Urs.iche, iiber die der verlotterten Douau-Dampfichiffalu ts Gesellschaft grosnuüthig gespendcte Millionen-Subveutiou besonders erfreut zu sein. Die sonstige Arbeit des Abgcordnetcnbcuiscs bezog sich zumeist auf solche Vorlagen, die nur ein besctn änktes und inindercs Interesse l^aben. Wichtige Geseke und Ncformanträ^e, wie das neue Strafgesetz, die Erweiterung des Wahlrechtes u. A. sind anch in der Session unerlcdigt geblieben, der Ausbau der Gewerbegeset^gebung rnhte vollständig, in der Frage einer freiheitlichen Reform der Press-grset^gcbung hat die Regierung wenig tri)stliche Erklärungen im Ansschnsse abgegeben, von denen selbst die Pessimisten in Bezug auf die Prcszreform übcrrascht waren, die Berathnng über die Wiener Veikchrsanlagen gab den Tschechen Gelegen-beit, mit nenen Forderungen für das „goldene slavische Prag" dervcrzutrctcn nnd der alten Metropole der Ostmark sogar den Nanz einer Hauptstadt streitig zu machen. Die nenen Slenervorlagen werden erst nach Wiederzusammentritt des Ab-geordiictenl^auses, der nach den Ostcrfcicrtagen erfolgen wird, z^nr ersten Vesung gelangen. Bis dahin dürste die dreibeiuige Majorität wohl noch aushalten und die Regierung wird un-bcsorgt auch fernerhin vom Parlamente haben kiznnen, waS sie n'ünscht. — trod, Tschechen tttt?» Ausgleich^ende werden die ^'iberalen anch in Zuknnft im Vereine mit Clerical Feudalen und Polen nach der Pfeife des Grafen Taaffe tanzen! V.it.r seben will, und nur durch eine ganz besondere Ver-giinsti.'.Nlig ist es mir gestatiet, dies einmal in jedem A)!onat ,^n thun! Was mi)4te ich darum geben, wenn ich nur einmal Herrn ^'udwig Nehlsen mit mir hierher nehmen kl)nntc!" l^erhard war sel)r bleich geworden. Die kahlen Wände des Zimmers und die düsteren Mauern draußen vor den Fenstern drückten gleich Centnerlasten auf sein Gemnth, und er fühlte, wie seiue 5?uiee zitterten. „Watnm fiik)rtcn Sie mich an diesen Ort, Herr Sebald?" fragte er. „Wenn Sie so selten mit il)rcnl Vater zusammenkommen, wie peinlich mnss ibm da die Gegenwart eines Dritten sein, der ihm noch dazn ein vi)llig Unbekannter ist!" „Fürchten Sie nichts, mein Freund! — Mein armer Vater darf sauf nehmen könne. Damit war die Affaire zwischen dem Grafen Puce nnd dem Baron Mustatza zun, vorläufigen Gerhard hatte sich tief in den Hintergrund des Gemaches zurückgezogen und er bedurfte wirklich seines ganzen Mnthes, um seine Fassung zu bewahren. Hermann aber war rasch anf den Eintretenden zugegangen, und Gcrhcird sah, wie seine starken Schultern in nnterdrücktem Schluchzen bebten. „Mein Sohn! — Mein lieber Sohn!" rief der Greis mit einer dünnen, zitternden Stimme, indem er beide Arme um den Hals des jnngen Mannes schlang. „Ach wie lange, wie unendlich lange bist Du diesmal ansgeblieben!" Hermann geleitete ihn wie ein Hülfloses Kind zu einem der Holzstiihle und machte sich hierauf sanft von seiner Um-schließnng los. „Ich komme, so oft ich die Erlaubnis dazu erwirken kann, Vater", sagte er in einem so zärtlichen Tone, wie ihn Gerbard von diesen^ ernsteii, starken Manne niemals erwartet halte, „nud auch diesmal ist gerade ein ^.Dionat vergangen, seitdem wir uns zule^;t gesehen." „Das mag wohl sein, mein Sohn; aber die Tage werden nur jetzt so lang, so unsäglich lang. Mir ist immer, als ob ich den nächsten Tag unmöglich noch erleben könnte, nnd Du glaubst nicht, was ich dann unter der Vorstellung leide, dass ich hier im Gefängnis sterben werde, fern von meinen Kindern und als ein Verbrecher!" Er ließ den Kopf auf die Brust sinken, und ein krampfhaftes Weinen, das lange genug mühselig unterdrückt sein mochte, eischütterte seinen Körper. Hermann beugte sich zu ihm nieder und ergriff seine Hände. „Mnth, Vater, Muth! — Du mnsSt gegen solche trüben Vorstellunaen ankämpfen und darfst die Schwäche nicht Herr werden l issen über Dich! Wenn eS noch eine irdische und himmlische Gerechtigkeit giebt, so musst Du den Tag erleben, an dem die Wahrheit ans Licht kommt und der wirkliche Stillstande gelangt, allein es entwickelte sich daraus ein' zweite Affaire zwischen dem ^^andes-Präsidenten Grafen Pace und dem ^Landeshauptmann Baron Wassilko. Der Landeshauptmann wnrde uämlich zwei Tage nach dem Balle in einem dem Landes-Präsidenteu nahestehenden Blatte heftig angegriffen. Baron Waffilko sendete eine Berichtigung, in welcher er den Ausdruck gebrauchte, dass er das Verhalten des Grafen Pace den Zeugen gegenüber für „incorrect" halt '. Durch diesen Ausdruck fühlte sich Graf Pace beleidigt, und es heis^t hier, dass er deul Baron Wassilko, welcher inzwischen nach Wien abgereist ist, in Wien, wo Graf Pace jetzt eben« falls weilt, seine Zengen senden werde. Welchen Verlauf diese Affaire nehmen wird, ist hier natürlich noch nicht bekannt. Zufolge der ganzen Wirrnisse nnn hat eine Anzahl von Abgeordneten, welche sich auf die Seite des Landes-Präsideuten gestellt haben, die Mandate niedergelegt. Es wird beabsichtigt, den Landtag beschlnssunfähig zn machen, damit Neuivahlen ausgeschrieben werden nud damit im neueu Landtage cin Stelle des Baron Wassilko ein neuer Landeshauptmann bestellt werde. Sollte« die Herren, von denen es heilet, dass sie die Mandate niederlegen werden, diese Absicht durchführen, dann ist nicht daran zu zweifeln, dass es ihnen auch gelingen wirv, die Neuwühlen durchzusetzen. Der Bukowina er Landtag setzt sich nämlich anS !!! Abgeordneten zusammen. Davon stehen fünfzehll auf Seite des ^^andes-Präsidentcn; auch der sechzehnte, der Universitäts Rector, welcher eine Virilstimme besitzt, dürfte sich ihnen anschließen, so dass zur Beschluiz-fähigkeit des nächsten i^audtages eilie Stinime fehlen dürfte. Doch lässt noch ein Umstand die Hoffnung übrig, dass es trotz alledein nicht zu der Auflösung des Landtages kommen wird. Es gehören nämlich zn der Demissions-Fraction vier active und zwei pensionierte Staatsbeamte. Die activen Bealnten siud die Herren Regierungsrath Josef 5kochanowski, Negierungsrath Wilhelm Pompe, Finanz^Ober-Eommissär Tyminskt nnd Reais^nl'Professor Pihulak. A!an nimmt nun an, dass znm «lindesten di.se vier Herren, mit Rücksicht auf das bereits veiöffentiichte kaiserliche Patent, welches die Landtage für den !!. März einbernft, den Znsanlmentritt des Landtages unmöglich vereiteln können. Jinmerhin aber ist die Sache i'lberaus kritisch. Ist der CnrS der richtige? Wieder hat der deutsche Kaiser eine politisch gefärbte Rede gehalten. Den Anlass dazu bot das Festmahl des Provinziallandtagcs von Brandeitburg. Bedeutsam ist diese jüngste Rede Kaiser Wilhelms schon aus dem ciu.u Grunde, weil der kaiseiliche Nedncr s-'ine Politik, die sich als der „nene Eurs" darstellt nnd mit den politischen Anschauungen des geivaltigen AltreieliSkauzlers gebrochen hat, in derselben verlhci''igtc nud den Ausspruch that: „Mein Eurs ist der richtige nnd er wird weiter gesteuert." Heute kann es kein Mensch ermessen, ob das Staatsschiff des dentseben Reiches auf dem ueuen Eurse, der nach der Versicherung nn^ gewiss auch der Ueberzeugung des Kaisers Wilhelm zusolge der „richtige" sein soll, schweren Stiirmeu, verderblichen Klipveu und schrecklicher Noth, oder nach glücklicher Fahrt d'freundlichen nnd sicheren Hafen znstenert — wohl aber sind alle Einsichtigen anegcsichts der bisherigen Ersahrnn.icn und Ereignisse seit dem Rücktritte Bismarcks stntzig geworden und haben ihre warnende Stimme elhoben. Kaiser Wilhelm hat in seiner letzten Rede freilich anch von „missvergnügten Nerglern" g.sprochen, die „nnter den nichtigsten Gründen den Leuten die Ruhe stören und ihre Freude cim Dasein und am Leben und Gedeihen deS ge-saminten grossen dentschen Vaterlandes vergällen" — nnd er hat diesen Nerglern den Rath ertheilt, „lieber den deutschen Staub von den Pantoffeln zu schütteln nnd sich den elenden uud jämmerlichen Zuständen schleunigst zu entziehen". Als solete „missvergnügte Nergler" hat aber der Kaiser zweifellos nicht die ernsten Warner und am allerwenigsten den „eiserneil , Kanzler" bezeichnen wollen, den der Prinz Wilhelm von . Preußen vor kaum vier Jahren noch unseren „großen Kanzler" ! nannte. Es möchte überflüssig scheinen, eine derartige AuS-' legung der kaiserlichen Worte zurückzuweisen, wenn nicht die Sechuldige seiner Strafe überliefert wird! Du wirst ihn noch erleben, «ber Du darfst nicht vorzeitig verzagen!" Der lilte Sebald aber schüttelte den Kopf und starrte mit gläsernen Augen vor sich hin. „Es geht zu Ende mit mir, Hermann, es geht zn Ende! Die Leute in diesem Gefängnis sind barmherzig; sie lassen mir alle Erleichtcrnngen zutheil werden, deren Gewährung in ihrer Macht steht, und ich bin schon lange in der Krankenabtheilung, in der ich nur wenig zu arbeiten brauche und bessere Verpflegung erbalte. Aber wenn sie mich auch be-haudeln wollen wie einen freien Mann, ich würde unter dem Druck dieses entsetzlichen Bewusstseins doch nur zu bald zu-gruude gehen. Wie sollte die Wahrheit jetzt noch zu Tage kommen, da doch Niemand da ist, nach ihr zu forschen!" «Ich thne, was in meinen Kräften steht, Vater; aber Du weißt, dass es leider nur wenig sein kann. Die Advocaten, an die ich mich gewendet, haben mich alle zurückgewiesen, und meine eigenen Versuche, irgend etwas zn ermitteln, haben sich noch iminer als fruchtlos herausgestellt. Jech kann nur von Weitem znm Ziele kommen!" ..Sage besser: es ist unmöglich, Hermauu! — Nur Eiller, der selbst iu dein unglückseligen Hause lebt, — nur Einer, der jenen Menschen auf Schritt und Tritt verfolgt, könnte vielleicht eine Spur sinden! Aber es ist zu spät, ich werde dieses Gefängnis nur noch als todter Mann verlassen!" Gerhard hatte jedes Wort von ihrem Gespräch gehört, und bei der letzten Aeußerung des alten Mannes durchzuckte es ihn wie ein elektrischer Schlag; es konnte nur von dem Hause seines Principals vie Reve sein, nnd ohne daran zu denken, dass der Greis von ihm bisher noch gar nicht Notiz genomlnen hatte, gieng er anf ihn zu nnd sagte: „Wenn es eine Möglichkeit giebt, Ihnen zu dienen, Herr Sebald, so bitte ich Sie, über meine bescheid^enen Kräfte zu verfügen." (Forts, folgt.) Nr. 17, 28. Februar 18^2. Mardurgcr ^jeilunc^ Seite 3 gewisse Presse bei jedem passenden und unpassenden Anlass den „Einsiedler im Sachsenw^lde" den Sti)rcfricd im heutigen Deutschlcind genannt bätle und aucb jc;;t nicht zaudern wird, mit schadenfroher, l0/hafter Genugthllung den heibcn Tadel zu verzeichnen, den der deutsche Kaiser dcn Gegnern seiner Politik Mheil werden licß. Diese Politik mit ihrem von KaiserSwegtu richtigen (5n»se hat l?is hcnte — wir scden von den Handklsvertläg'n ab, die im deutschen Reiche einer ent-schicdencn Al'neignng degegnen — von den grosien Fra^len der Z^it küne gclö^t, wokl al'er hcit auch unt»^r drm „ncucn Curse" die Sociatdcmokratic eine große ueuer Bekenner und Anhänger gefunden und allerdings ist es der gegcn-ivättigen Ncgiernug gegli'lckt, Vorla.ien, wie das neue Volks» schnlgcset^, auszuarl'uten, die ten Widerstand nicht nur der Politiker von Fach, sondern den dcS Volkes selbst finden. Nichtsdestoweniger wird es das deutsche Volk glanbcn miissen, dass der neue ^urs der richtige ist. Tagesneuigkeiten. tErzh erzog iu Margaretha Sophie), die älteste Tochter deS Herrn Eizherzogs Karl ^^udwig, welche eine schwere Krankheit überstandcn hat, infolge deren diescllie mehrere Monate ans Krankenbett gefesselt war, ist nunmehr wieder sowcit hergestellt, dass sie vor einigen Tagen das Lager siir kur)^e Zeit verlassen konnte. Begangenen Mittwoch konnte die Erzherzogin zum ersteunral schon nahezu den ganzen Tag außer Bett zubrincten. An eine Reise in ein siidliches Klima kann jedoch vorläufig noch uicht gedacht werden, in-solange die Erzherzogin nicht wieder im Vollbesitze ihrer Kräfte ist. (Gegen die Migräne.) Vor der „Gesellschaft dcr Aerzte" in Wien machte dieser Ta^^e Dr. Heinrich Weiß Mittheilungen über eine neue, einfache Behandlung der Ml^räne. Dcr Vortragende wies zunächst auf die ungemein weite Verbreitung dirscr Krankheitssorm in uuserm nervösen Zeitalter hin und kam sodauu auf tie vcrschiedeuen Mittel zur Bekämpfung derselben zu sprechen. Es gebe fast kein Heilmittel, kUne Drogue, bemerkte Redner, welche nicht schon gegen die, insbesondere das Fraucngeschlccht peinigeude und oft zur Verzweiflung und Selbstmord treibende Migräne angewendet worden wäie. Doch gab es bisher kein Mittel, um dcn unerti-äglichen Kopfschmerz schnell zilm Schweigen zu bringen. Die Erwägnng. dass Migräne sehr oft in ursächlichem Zusammenhange mit nervösem Magenleiden stehe, und der Zufall habe nun zn einer Entdecknng gefükrt, welche diese Lücke auszufüllen berufen sun dürfte. Er habe uämlich die Erfahrung gemacht, dass ein durch ganz kurze Zeit mit dcr Hand ausgeübter Druck in der A!agen^cgend gegen die Wirbelsäule, wobei die Bauchschlagader (^orttt) zusainmen-gedrückt wird, die heftigsten Migränc-Anfalle aufgehoben und sowohl die Kopfschmerzen, als auch die Lichtscheu augenblicklich bei 23 von ihm behandelten Patientinnen gehoben wurden. Dr. Weiß glaubt, dass die wahrschnnliche Ursache dieser plötzlichen wohlthätigen Wirkung in der durch das Zusammendrücken der Arterie bewirkten Veränderung der Blutvertheilung zu suchen sei. (Di e Hunger sno th) im Aroarer Comitat in Ungarn nimmt in schrecklicher Weise ju. Siebentausend Menschen nagen am Hungertuch, ihre eiuzige Nahrung bestcht aus Brot und gemahlener Baumriude. Ju der vergangeueu Woche wurde an das ungarische Volk ein Aufruf gerichtet, es möge durch reichliche Unterstützungen der Hungersnot!), in deren Gefolge der fiirchterliche Hungertyphus komlnt, steuern. (Unruhen in Berlin.) In der Hauptstadt des deutschen Reiches kam es iu den legten Tagen zu grökzereu Ruyestörungen, über deren Charakter sich bis jetzt noch nichts Bestimmtes sagen lasst. Bei diesen Tumulten wurden zahlreiche Bäcker-, Schläcbtcr- und Cigarrenläden geplündert; es erfolgten viele Verhaftungen. (Der Agent BulgarieuS inConstantinopel), Bulkovich, wurde, wie man unterm 26. d. vom goldenen Horn meldet, von einen unbekannten Menschen überfallen uud durch Messerstiche verwundet. Der Attentäter ließ daS Messer in der Wunde stecken, Vnlkovich zog dasselbe selbst heraus und schleppte sich in die Agentur. Der Verwundeie nlnsste sich einer Operation unterziehen, wot?ei eS sich hcr^msstellte, dass die ElUgewei^e durchstochen worden »raren. Vulkooichs Befinden ist zwar bcsriediciend, toch ist wegen des operativen Ein.'trisfrs die Gefahr für sein Leben nicht ausc'.eschlossen. ?lls ^ Ursaiehimgöausta:r. Dar Institut besteht scit dein September und wcir im ersten Iah,gange von süns Zöglingen besucht. Im folgenden Jahre schon betrng die Zahl derselben zwanzig. Welche Erfolge dieses Pensionat auszuweisen hat, das sich die Aufgabe gestellt hat, seine Zöglinge durch Uebcrwachuug der durch die Pflichten der Schnle aufcilegtcn häuslichen Arbciten, durch Fcrnhaltung sittenverderbcndcr Einflüsse und durch gesundhcitliche Pflege und Behandlung des durch die g-istige Arbeit belasteten Körpers zu erziehen, zu stählen und zu schützeu, möge die Thatsachc beweisen, dass iiu Jahre i8^0 von den 20 Zöglingen dcr Anstalt, die das hiesige <Änin-nasinm besuchten, alle mit Erfolg deu Jahrgang absolvierten uud acht derselben sogar ein Zeuguis erster iLlasse m!t Vorzug erhielten. Jin vergangenen Jahre wurde dieie Mnst r-anstalt, auf die die Stadt Cilli stolz sein kann, in cin neues prächtiges Heim verlegt; Herr Windbichler nahm nauilicli daS Buschnigg'sche .Haus in der Hermanngasse in Pacht und richtete es mit nicht unbedeutcudcn Kostcn zweckentsprcäiend und nach allen hygienischen Grundsätzen cin. Möge die Nesiliche Anstalt auch fernerhin blühen und wcichsen. Auch der Jndnstrieball hatte seinen ausgicbigcn Zuspruch gefun^'tn, obgleich dessen Veranstalter m,t Bangen dem Feste entgegensahen, welches Heuer iimlittcn zwischen zwei großen Ballfeiten eingeengt, anch noch durch d!e Al?w s.nl,eit der höchsten Herrschaften zu leiden hatte. Ihre Lcso?qliissc waren aber unbegründet geblieben uud dcr WegseUl der ossiciellen Fcier hatte eS sogar ermöglicht, dcm Balle einen mchr bürgerlichen Anstrich zn geben, dcr aitch dein Tanzvergnügen förderlich war. Auf keincin seiner Vorgänger ist lo viel gctanzt worden, ivic auf dcm l^eurigen Industrielle..biille uud das will viel bedeuten, wenn man berü^lsicdtigt, d^ss aus diesem, wie auf d.n anderen großen Elitcbälleu die Vor-stellungs-Vorschrifteu auf d.iS Atteistrengste gehai^beibt werden nnd es daher zur Abwcchslnng eininal das Schictfal gar mancher.Herren bleibt, unbeachtet sitzen bleiben zn miissen. Wer dort^nicht genügend ftrcnnc^e nnd Gönner hat, mnsc'als stummer Zuschauer die BaUnacht todtschlagcn, denn die „E;c!usiv!tät" gilt als der oberste Grundsatz. Unsere angehenden Advokaten seieitcn ebenseills nntcr dem Titel „(5 o n c i p i en tc n - K r änzch en" it)r Ballfest. ^>'ctztcrcs war in den srübcrcn Jal)rcu thatsächlich immcr von der „besten Gescllschaft" Wiens besucht gewesen und schon die Namen der AnsscdusSluit^ittcder bürgten dafiir, dass die Besucher sicb in wirklich gnter Gesellscdast befanden. Aber das bat sich allmälig geändert, — warrmi, weiß Jederinann ganz gcnall und es gcniigt. wenn ich die 9^amen dcrienigen Herren encähne, welche den Tanz erössneten. Nach den: bezüglichen Bcrichlc war dicse Aufgabe dcn Hcrreu Preßburger, Spiro, .Hcrzbcrg Frankel, Köuigstcin, Popper, Kris u. s. w. zugefallen, also blos Leuten aiis dim ..ouserwählten Volke", die sich doch keineswegs einer so außerordentlichen Beliebtheit erfreuen, c,ls die Wiener Zeitungen gerne ihren Lesern weißmachen wollen. Unter diesen angenehmen Gästen befand sich auch der aus Feistritz bei Lembach, 26. Februar. (Gemeinde-Vorstand sw a hl.) Bei derselben wurde Herr Johann Rottner zum Gemeindevorsteher, die Herren ?udwig Rottner und Johann Robitsch zu Gemeinderäthcn gewählt. Graz, Lö. Februar. (Sommerwohnungen in Steiermark.) Der Berein zur Förderung des Fremden-velkehrs in Steiermark, der seit mehreren Jahren "die Vermittlung von Sommerwohnungen in der Umgebung von Groz und in der Provinz unentgeltlich besorgt und in diesem Zweige der ÄereinStbätigkeit alljährlich die günstigsten Erfolge erzielt, wird auch in diesem Jahre vor Beginn der Fremden-saison ein Verzeichnis von zweckentsprechenden Sommer« Wohnungen in allen Theilen des Landes herausgeben. Der Berein hat sich zu diesem Zwecke an die dem Verbände zur Förderung des Fremdenvcrkchrs in Steiermark gehörenden Vereine und Körperschaften nlit dem Ersuchen um Bekanntgabe von leerstehenden Sommerwohnungen gewendet, und richtet auf diesem We.lc auch an die Vereinsmitglieder und sich für den Fremdenverkehr interessierende Personen die Aufforderung, bis längstens 15. März d. I. bezügliche Mit-theilungen an die Vorstellung des Vereines zur Förderung des Fremdenverkehrs in Graz. Herrengasse, Landhaus einsenden zu wollen. Später einlaufende Anzeigen können nicht beriicksichtiget werden. Kremberg, Gerichtsbezirk St. Leonhard, 21. Februar. (Gem ein d ea u s sch usSw a h l.) Bei derselben wurden nachbenannte Herren gewählt-. Tomaschitz Franz. Kraner Alois, Oinik Johann, Roiß Jakob, Kmetitsch Johann, Sver Alois, Feuertag Franz, Ornig Alois, Wresnig Josef. /Marburg, 25). Februar. (Gemeindevorstandswahlen.) In St. Margarethen a. P. wurde Herr Josef Schicker zum Gemeindevorsteher, die Herren Anton Baumgartner und Franz Wakai zu Gemeinderäthen gewählt. — In Tragutsch wurde Herr Valentin Raisp zum Gemeindevorsteher, die Herren Johann Ribitscb und Michael Purgay zu Gemeinderäthen gewählt. — In Wachsenberg wurde Herr Jakob Hasel zum Gemeindevorsteher, die Herren Franz Raisp, Johann Tschepp und Jakob Klnetitsch zu Gemeinderäthen gewählt. — In Partin wurde Herr Franz Lorber zum Ge« meindevorsteher, die Herren Mathias Senekowitsch, Johann DroSg und Michael Dolaisch zu Gemeinderäthen gewählt. " In Zoggcndorf wurde Herr Bartholomäus Kägl zum Gemeindevorsteher, die Herren Jakob Gnmsai und Joses Moönik zu Gemeirderätkim gewählt. — In Wranga wurde Herr Mathias Kukowetz zum Gemcindcvoisteher, die Herren Franz Fraß und Michael Kelisch zu Gemeinderäthen gewählt. — In Hl. Dreifaltigkeit wurde Herr Ferdinand Gollob, Postmeister, zum Bürgermeister, die Herren Karl Steinbauer und Dr. Felix Rycienski zu Gemeinderäthen gewählt. — In Ober-Täubling wurde Herr Mathias Kozbek zum, Gemeindevorsteher, die Herren Markus Grahornik, Johann Krainz und Simon Partlitsch zu Gemeinderäthen gewählt. — In St. Leonhard wurde Herr Anton Mravlag zum Bürgermeister, die Herren Johann Raunig, Dr. Karl Witter-mann und Joses Sedminek zu Gemeinderäthen gewählt. VReifnigg, 26. Februar. (Gem üthliche Kinder-Unter h a l t u n g.) Unser beliebter Herr Bürgermeister, Anton Rietschnigg, veranstaltete Sonntag, den 21. Februar in seinem Hause eine Unterhaltung, wozu er seine Gesinnungsgenossen und Verwandten mit ihren Kindern lud. Die zahlreich erschienenen Gäste wurden mit feinen Speisen und leichten süßen Getränken bewirtet. Nachdem die Tasel der Großen und Kleinen beendet war, veranstalteten unser sebr geehrter Her.' Oberlehrer Korsche und seine Frau Gemahlin, welche die Kinder beaufsichtigten, allerlei Spiele und Kurzweil. Sichtliche Freude bekundeten die Eltern an dem Vergnügen der Kinder und es wird ihneu dieser Abend noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben. Dem Herrn Bürgermeister und Festgeber, sowie seiner Frau Gemahlin gedürt für die bewiesene Gastfreundschaft besonderer Dank. Es muss schließlich anerkannt werden, dass die Unterhaltung zum großen Theile der edlen Gesinnung der Frau Rietschnigg zu verdanken ist. Fürwahr, über deutsche Sitten und deutschen Brauch steht nichts auf. dem abscheulichen Processe Schneider bekannte Vertheidiger Dr. Fried, der nach dem, was aus einer unverfälschten Quelle bekannt geworden ist, von allen Seiten, insbesondere aber von Damen, um genaue Nachrichten und Einzelnhciten über das Verhalten seiner „Ciiemin" Schneider lestürmt wurde und darüber genaue Auskunft ertheilen musste. Das ist in der That ein nettes Ballgespräch und zeugt am besten für die ^gute .G esellschaft" der heutigen Tage, welche obenauf schwimmt und an vielen Orten den Ton angibt. Kein Wunoer ist es daher, wenn echt deutsch gesinnte Männer, allen voran aber der wackeie Führer Schönerer, gegen diese Gesellschaft losüehm nnd alle ihre Kräfte aufbieten, um die heramvachfenden Geschlechter vor der Ver-s'impfl^ng zu bewahren. Ihre Anstrengungen scheinen selbst in dem „internalionalen" Wien nach und nach Anerkennung zu finden, was daraus hervorgeht, das« eine weit größere Zahl von Besuchern, als vordem, an den letzten Versammlungen des deutschen Volksvereincs thcilgenomrncn hatte. Die deutschnationale Bewegung gewinnt in Wien immer mehr Boden und das furchtbare Zetergeschrei und die böswilligsten Verdrehungen und Verleumdungen vermögen nichts Ucbles mehr anzurichten. Tie Vernünftigen lachen einfach über die Toll-wuth einzelner liberaler Zeitungen und ihrer Berichterstatter und sie werden noch mehr lachen, wenn sie sehen, wie die Volksmassen nach nnd nach gänzlich sich ans den geistigen Fesseln dieser Presse befreien werden. Nach Wasser! ertönt abermals — ich weiß nicht zum wie vielten Male — der Ruf im Wiener Gemeinde« rathe. Ein wahrer Moloch, diese Wasserversorgung, deren Kosten die Bevölkerung zu tragen hat! Seit dem Bestände der Hochquellenleitung, die l?is heute der Wiener Bevölkerung wohl ein halbes Hundert Millionen Gulden gekostet hat, wurden schon wiederholt neue Quellen angekauft und der Unter-Täubling, 26. Februar. (Gemeindewahlen.) In dieser Gemeinde wurden zu Ausschüssen die Herren: Faschmann Nikolaus, Gollob Franz, Ulbin Johann, Kaibitsch Franz, Hauptmann Jakob, Lesjak Georg, Greifoner Georg und Paulin Franz gewählt. Von denselben wurde Herr Paulin Franz zum Gemeindevorsteher, die Herren Ulbin Johann und Hanptmann Jakob zu Gemeinderäthen gewählt. Wien, 24. Februar. (Beschlagnahme.) Die letzte Nummer der Wiener deutschnationalen Wochenschrift „Ost-, deutsche Rundschau", hersusgegeben von K. H. Wolf, wurde wegen der Abdruckung eines Artikels aus der Berliner ..Kreuzzeitung", welcher sich mit dein jüdischen Vorstande des officiöfen Pressbureaus, Hofrath v. Freiberg und dem Börsenschwindel vom 14. November v. I. beschäftigte, mit Beschlag belegt. Die Schriftleitung hat eine zweite Auslage veranstaltet. Das officiöse Pressbureau gilt also als k. k. Behörde und steht unter dem Schutze des objectiven Verfahrens. Wisch, Bezirk St. Leonhard in W.-B., 25. Februar. (Gemei nd ea usschu ss wählen.) Folgende Herren wurden hier in den Gemeindeausschuss gewählt: Krainz Johann, Murschetz Anton, Fürbaß Johann, Schalamon Jakob, Fürbaß V?artin, Murschetz Franz, Schalamon Martin, Kramberger Johann, Schwarz Anton, Murko Karl, Schalamon Johann und Kramberger Alois. Marvurger Nachrichten. (Ernennung im Finanzdienste.) Die k. k. Finanz-Landesdiection hat den Herrn Max Riedl zum k. k. Steueramtspraktikanten in Graz ernannt. (Advokaten.) Der Ausschuss der Advokatenkammer für Steiermark gibt bekannt, dass die Herren Dr. Raimund Neckermann mit dem Wohnsitze in Grciz und Dr. Alois Brencic mit dem Wohnsitze in Cilli in die Advokatenliste für Steiermark eingetragen wurden. (Transp ortsteuer.) Wie wir vernehmen, wird sich die Grazer Handels- und Gewerbekammer in ihrer zu Beginn des nächsten Monates stattfindenden Plenarsitzung mit der von der Regierung geplanten Transportsteuer beschäftigen. Das st. Kammer Comitö berieth dieser Tage den Entwurf einer Petition, die nach erfolgter Genehmigung seitens der Kammer dem k. k. HandelS-Ministerinm überreicht werden soll. Der Kammer wird weiterS der Antrag vorgelegt werden, dem Abgeordnetenhause eine Petition zu überreichen und den ReichS-raths-Abgeordneten Herrn Ferd. Ludwig zu ersuchen, dahin zu wirken, dass sowohl die deutsche Linke, als auch die deutschnationale Partei in dieser Angelegenheit vereint vorgehen, die übrigen Kammern zur Mitwirkung einzuladen, sowie dem st. LandeS-AusschusS, der Südbahn, der Graz Köflacher Eisenbahn« und Bergbau Gesellschaft und der steierm. Landwirtschasts-Gesellschast je eine Abschrift der Petition mitzutheilen. Das Referat über diese Angelegenheit hat Herr Kammer-Rath Franz Schreiner übernommen. (Vom Rothen Kreuze.) Im Verlage der „Oester-reichischen Gesellschaft vom Rothen Kreuze" ist der Schematismus dieser Gesellschaft für das Jahr 1892 erschienen. Wir werden ersucht mitzutheilen, dasS dieser Schematismus für Jedermann durch die Gtammvereine (für Steiermark durch den „Landesund Frauen-HilfSverein vom Rothen Kreuze" in Graz) zu dem Selbstkostenpreise von 20 kr. erhältlich ist. (Todesfall.) In Windischgraz wurde gestern nachmittags der allgemein geachtete Apotheker nnd Hausbesitzer Herr Gottlieb Kordik zu Grabe getragen, welcher am 25. d. abends nach kurzem Leiden starb. (Aushilfs casse-Verein in Marburg.) Ge-barungSausweis vom Monate Februar 1892. Empfänge' fl. 51345 01, Ausgabe« fl. 53508 26. (Philharmonischer Verein.) Wie unS mitge-theilt wird, veranstaltet das VergnügungS-Comits des philharm. Vereines am 5. März in den unteren Casinolocalitäten einen UnterhaltungSabend, welcher nach den bedeutenden Vorbereitungen zu schließen, seltene Genüsse zu bieten verspricht. Unter Anderem soll Fredro's „einzige Tochter", die „Antisemiten" von Genäe, ferner die humoristische Ouverturx Hauptleitung angegliedert. Doch sie alle zusammen decken noch immer nicht den steigenden Bedarf an Wasser, den Wien alljährlich beansprucht. Was soll daraus werden? rufen besorgt nicht nur die Großstädter, sondern auch die Bewohner jener Gegenden, in welchen die Quellen entspringen; denn sie fürchten, dass ihre Gegend wasserarm werde und dann ungeheuren Schaden erleide. Das Uebel liegt tief und ist daraus entstanden, dass den Wienern von einer unbedachten Verwaltung seinerzeit gestattet rvurde, das theure Wasser in jede Privatwohnung einmleiten, wo dann in einer unverantwortlichen Weise damit gewirtschaftet wird. Um die Folgen des damaligen Leichtsinns zu mildern, soll nun der Wasserbedarf Wiens in zwei Kategorien getheilt und eine Trink-, sowie eine Nttt;wasserleitttng geschaffen werden. Nach dem Antrage deS Bürgermeisters rvill man aber die letztere aus der Donau abzweigen, wosür sich tie Wenigsten begeistern können und selt)st der bekannte „Wassermacher" Sueß dagegen seine Stimme erhob. Seit Jahren besteht eine Gesellschaft, welche die Con-cession für die Schaffung einer Tiefquellenleitung von Wiener-Neustadt nach Wien besitzt; allein leider befindet sich diese nicht in jener günstigen finanziellen Lage, die eine Gewähr für den Bestand und die glückliche Durchführung dieses Unternehmens bietet. — So wird denn daS Donau-Wasser den Sieg davon tragen und zu den neuen Verkehrsanlagen kommt ein weiteres Unternehmen hinzu; — aber bis zu dessen Inangriffnahme wird auch noch viel Wasser ungefährdet die Donau hinabrinnen. >V. (Eine interessante Natu rersch ei NU ng.) Frau (zum benebelt heimkehrenden Gatten): „Jetzt kommst Du ncrch Hause? Die Sonne scheint ja schon!" — Mann: „DaS wird die Mitternachtssonne sein." „Francesca di Rimini" zur Aufführung gelangen. Bemerkt wird, dass zu dieser Unterhaltung nur die ausübenden und unterstützenden Mitglieder des Vereines Zutritt haben. Neue Anmeldungen werden in der Droguerie des Herrn Ed. Rauscher entgegengenommen. (Radfahrer-Club „Schwalbe u".) Wie unS mit-getheilt wird, hat sich dieser Radfahrer-Club bei seiner am 19. d. stattgehabten Vollversammlung mit Stimmeneinhelligkeit folgendermaßen neu constituiert: Herr Franz Martschitsch wurde zum Obmann, Herr Max Heumayer zum Obmann-Stellvertreter, Herr Hans Hajny zum Säckelwart, Herr Karl Sicherl zum Fahrwart, Herr Seb. Lucardi zum Fahrwart-Stellvertreter, Herr Willy Droll zum Schriftwart, Herr Josef Dufek zum Zeugwart, Herr Stefan v. Stunkovich zum Zeug-wart-Stellvertreter gewählt; als Beisitzer wurden Herr Vincenz Spatzek und Herr Eduard Böcheim, ferner auf Antrag deS Herrn .Hans Hajny vier Fahrmeister gewählt und zwar auf dem Hochrade Herr Max .Heumayer und Herr Karl Sicherl. auf dem Niederrad Herr Hans Hajny nnd Willy Droll. — Diese Wahl fand die frenndlichste Ausnahme nnd ist der strebsame Club „Schwalben" zu dicsem Ergebnis zu beglückwünschen, zumal der neue Ausschuss aus Mitgliedern besteht, die für die Interessen dieses Vereines uneigennützig einstehen und den Verein fördern; eS ist daher erfreulich, feststellen zu können, dass der Verein seit seiner Neu-Eon-stituierung wieder bereits 38 ausübende Mitglieder zählt und noch weitere Anmeldungen bevorstehen. Auch ersucht uns der Ausschuss, die Mittheilung aufzunehmen, dass die großen Clublocale, wie der geräumige Fahrsaal (Kreuzhof) den Sportfreunden bei allfälligem Besuche zur Verfügung stehen; auch sind sportssreundliche Gäste an Clnb-Abenden (Mittwoch und Samstag) stets willkommen. (Theater.) Heute gelangen die „Wiener Walzer" zur dritten Aufführung. Vorher wird „Die Recrutierung in Krähwinkel" gegeben. Morgen findet die erste Aufführung der Posse „Leichtes Tuch" statt. (Die Sterblichkeit im Jahre 1891 im Sprengel der BezirkShauptmannschaft Marburg.) Der Statistik ist in unserem Zeitalter eine große Rolle zugefallen. Ziffern reden eine sehr beredte Sprache und führen zu Wahrnehmungen, von denen sich frühere Geschlechter nichts träumen ließen. Allerdings müssen auch ziffermäßige Daten mit klaren Augeu angesehen werden und der Statistiker hütet sich wohl, aus den ihm zu Gebote stehenden Ziffernreihen voreilige Schlüsse zu ziehen. Die Zahlen, die wir heute unseren Lesern mitzutheilen in der Lage sind, erzählen von der Sterblichkeit, die in unserer Stadt und im nächsten Umkreis derselben herrscht, und bieten keinen Anlass zu ängstlichen Schltissfolgerungen. So mögen sie denn selber sprechen: Es sind im verflossenen Jahre im Ganzen gestorben: an angeborener Lebensschwäche 212 männliche, 160 weibliche, an Blattern 1 m. 3 w., an Masern 6 m. 5 w., an Scharlach 1 m. I w., an Typhus 8 m. 12 w., an Ruhr l m. 2 w., an Keuchhusten 64 m. 56 w., an Halsbräune, Croup und Diphtheritis 12 m. 9w., an Kindbettsiet c 19 w., an Wuthkrankheit 1 m. 4 w., an Entzündung der Gehirnorgane 13 m. 17 w., an SchlagflusS 30 m. 25 w., an entzündlichen Krankheiten der AthmungS-organe 81 m. 79 w., an Lungenschwindsucht 146 m. 144 w., an chronischen Herzkrankheiten 20 m. 22 w., an Entzündung des Bauchfelles und Darmes 28 m. 35 w., an Brechdurchfall 5 m., an chronischem Darmcatarrh 22 m. 20 w., an Skro-phulose 9 m. 8 w., an LueS 1 w., an krebsigen Entartungeil 11 m. 13 w., an Altersschwäche 158 m. 180 w. und an sonstigen Krankheiten 280 m. 306 w. Personen. Eines gewaltsamen Todes sind gestorben: a) durch Gelbstmord: durch Gift 1 m., durch Erhängen 5 m., durch Erschießen l m., durib Ertränken 5 m. 5 w. und durch sonstige TodeSarten 1 m. Person; d) durch Mord und Todtschlag: durch iSrschlagm 6 m., durch Erschießen 1 m., durch Erdrosseln 1 m., und durch somtige Todesarten 1 m. Person; v) durch zufällige Beschädigungen 18 m. 4 w., zusammen also 1149 männliche und 1130 weibliche Personen. Hiezu kommen noch die Todt-geburten mit 53 männlichen und 25 weiblichen Individuen. Es beziffert sich demnach die Sterblichkeit mit 1202 männl. und 1156 weiblichen Personen, sonach beträgt die Gesammt-summe 235V Personen, was 2 77°/^ der Bevölkerung ausmacht. (Eine saubere Gesel lschaft.) Eine Diebsfamilie, aus vier Personen bestehend, wurde am 16. d. hier entdeckt. Die Tochter, Franziska Schefka, ist mehrerer hier und in Pobersch begangener Hühner- und Erdäpfel-Diebstähle, deren Stieflnutter, Maria Mohoriö, der Mithilfe dabei und einiger '^lzdiebstähle, der Bruder, Johann Mohoriö, ebenfalls der Mithilfe und der Vater, Franz Mohoriö, deS Diebstahls von mindestens 15 Müllersäcken und von Holz, überwiesen. Tochter und Mutter wurden als Hauptbeschuldigte und zur Verhinderung von Verabredungen von der Sicherheitswache verhaftet und detn Gerichte eingeliefert. Der Sohn machte sich vor dem „Ereignis" aus dem Staube und soll nach Hl. Dreifaltigkeit geflohen sein, das wiLrdige Oberhaupt dieser diebischen Familie wurde aber zur Versorgung eines noch im Kindesalter stehenden Knaben auf freiem Fuß belassen. Soweit festgestellt wurde, wurden die Hühnerdiebstähle beim Bäckermeister Novak, beim Gastwirt Lorber in der Magdalenavorstadt in miederholten Angriffen und bei Bauern in Pobersch verübt. Einen dieser Tage in der Kaiserstraße vorgekommenen Hühnerdiebstahl wollen aber diese Hühnermarder nicht eingestehen. Einitie der gestohlenen Hühner wurden verkauft, die anderen verspeist. (Eine jugendliche Sünderin.) Eine früh Verdorbene wurde in einem 14 V,jährigen Mädchen aus Radkers-burg am 13. d. hier arretiert. Das noch kindliche Mädchen weilte seit acht Taigen hier und stand im Dienste. Aus letzterem entwich sie aber nach Veruntreuung eincassierten Geldes, was zu ihrer Verhaftung führte. Vor der Einlieferunz der Sünderin ans Gericht musste sie aber auf ärztliche Anordnung hin dem Krankenhause übergeben werden, denn die Heilung einer Krankheit, eine Folge des liederlichen Lebens der Dirne, erschien zur Verhinderung der Weitervcrbreitnng des Uebels dringend geboten. Nr. 17, 28. Februar 1392 __- Dil StNtralverftmmlllllg des Spar- und Bor« schusS'VtnintS der Arbeiter i« Marburg wurde am Nachmittage des letzten Sonntags in der ^am-brinushalle abgehalten. Nachdem der Obmann des Vereines, Herr Sigmund Mengemann, der den Vorsitz führte, die Versammlung eröffnet hatte, ergriff der Cassier des Vereines, Herr Rudolf Friedet, zum ersten Punkte der Tagesordnung .Beticht»»der^ de» für da« Jahr lSSI" »aS'OM ÄeMnM ftch Älf bS.e70 AchWen der sl? kf. MeiiA^rste^^^ Ven Einnahmeiil destüvett sich föTgende Pölten: AtithÄl^ititagen am Anfange 2390 fl., Spareinlagen 18.186 fl. 75 kr., Reservefond 1314 fl. 2l) kr., eingezahlte Antheilseinlagen 3b8 fl., eingelegte Spareinlagen 5501 fl. 47 kr., rückgezahlte Borschüsse 26.705 fl. 04 kr., Zinsen von Borschüssen Ll?? fl. 59 kr., Zinsen von Losen 4 fl. und endlich Ein-schreibgebür 33 fl. 90 kr. Die Ausgaben zerfallen in-. Ausstehende Borschüsse 19236 fl. 43 kr., Vorschüffe 28.560 fl. 2 kr., behobene Antheilseinlagen 354 fl., behobene Spareinlagen 5009 fl. 55 kr., behobene Zinsen von Antheilseinlagen 8 fl. 45 kr., behobene Spareinlagen 44 fl. 75 kr., aus Lose 375 fl. 91 kr., Abschreibung der Dubiosen 59 fl. 85 kr., Steuer und Gebür 51 fl. 64 kr., Vereinsausgaben 517 fl. 7 kr., und endlich Einlage in der Sparkasse 1800 fl. — Am 31. Dccember 1891 betrug der Cassastand 653 fl. 28 kr. Der Bericht deS CassierS enthielt auch die Miltheilung bezüglich der Mitgliederbelvegunq im BcreinSjahr 1891, aus der hervorgeht, dasS der Verein zu Beginn des Jahres 682 Angehörige zählte, von denen im Verlaufe des ZahreS III austraten; neue Mitglieder gewann der Verein im letzten Jahre 113, so dasS am 31 December v. I. die Zahl der Bercinsangehörigen 684 betrug. Nachdenl Herr Friedet den Rechenschastst'ericht erstattet hatte, erklärten die Herren Anton Herzog, Johann Leopold und Karl Burger, dass sie den Rechnungsabschluß eingehend prüften und mit den Bitchern und dem Portefeuille übereinstimmend fanden, worauf die Versammlung den Rechnungsabschluß genehmigte. Beim nächsten Punkt der Tagesordnung, „Ausscheidung der Hälfte des AufsichtSratheS, Neuwahl und Wahl dreier Ersatzmänner", ergriff Herr Friedet daS Wort und hob hervor, dass eS angesichts der in kurzer Zeit mehrfach zu Tage getretenen traurigen Erscheinungen in einzelnen Vereinen geboten sei, bei den Wahlen deS Aufsichtsrathes nicht lässig vorzugehen. Frage man nach den Ursachen der schlimmen Geschichten, die sich einigen Geldinstituten ereigneten, so komme man zur Ueberzeugung, dasS es zumeist eine allzu große Vertrauensseligkeit war, die das Unheil erzeugte. „In unserem Vereine", sagte der Redner, handelt eS sich um die blutig ersparten Gulden ehrlicher Arbeiter und deswegen wünsche ich, dass Sie bei den Wahlen in den Aufsichtsrath vorsichtig vorgehen und energische Männer wählen." Die Versammlung beschloß, durch Zuruf, wie es auch in frltheren Jahren der Fall war, die AufsichtSräthe zu wählen. Aus dieser Wohl giengen hervor die Herren: Juritsch, Maglki, Bürger, Lorenz, Hofmann und Kittner. Ausgelost wurden die Herren Leopold und Ramor, ersterer wurde wiedergewählt. Zu Ersatzmännern wurden die Herren Klusche, Schelesnik und Wratschko gewählt. Vor der Berathung des 4. Punktes der Tagesordnung, „Beftimtnung betreffs Erhöhung der Einschreibgebür von 30 kr. auf 50 kr. erklärte der Obmann des Vereines, dass dieser Antrag vom VereinSvorstande gestellt werde. Die Gründe, die den Vorstand hiebei geleitet hätten, seien im Wesentlichen der riesige Zudrang zum Vereine, wodurch die Arbeit sehr groß würde; auch seien die Regien bedeutend. Der Verein habe es nicht nöthig, eine Unzahl Mitglieder zu werben, da er ohnehin auf festen Füßen stehe und über einen bedeutenden Reservefond verfüge. Die Herren Maier und Maglai unterstützten den Antrag auf Erhöhung der Einschreibgebür, worauf derselbe angenommen wurde. Zum fünften Punkt der Tagesordnung, „Bestimmung des Höchstbetrages der Darlehen" sprach Herr Friedet und trat dafür ein, dasS der Verein nach wie vor 1000 fl. als höchstes Darlehen gewähren möge. Die Versammlung stimmte den Anschauungen des Redner« bei. Der letzte Punkt der Tagesordnung war „Freie Anträge der Mitglieder." Herr Bilas erbat sich das Wort und führte aus. das« die Besoldung des Cassiers schlecht sti. Der Redner stellte schließlich den Antrag, daS Honorar des Cassiers zu erhöhen. Die Herren Herzog und ScheleSnik unterstützten den Antrag Bilas und letzterer beantragte, das Honorar deS Obmannes um 5 fl., das deS Cassiers um 2 fl. im Monate zu erhöhen. Der VereinSobmann, Herr Sigmund Mengemann, ergriff nun selbst das Wort und erörterte in längerer Rede die wirklich anstrengenden und aufreibenden Obliegenheiten des Cassiers. Derselde müsse im Monate mit 8<Ä—900 Mitgliedern verkehren und sei gezwungen, um seine Arbeiten im Dienste des Vereines erledigen zu können, die Sonntage zu benützen. Nachdem sich noch Herr Maglei für den Antrag Schelesnik ausgesprochen hatte, wurde der Theil desselben, der die Honoraraufbesserung des CassierS zum Gegenstande hatte, angenommln. Ueder den zweiten Theil des Antrages ScheleSnik wurde nicht abgestimmt, da der VereinSobmann entschieden erklärte, auf eine Honoraraufbesserung für ftine Person verzichten zu wollen. Herr Jnrilsch beantragte hierauf, dem Cassier-Stellvertrcter iin Monate 2 fl. mehr zu gewähren, als bisher. An der Debatte über diesen Antrag brtheiligten sich die Herren Maglai, Schelesnik, Friedel und Bilas, worauf er angenommen wurde. Sodann stellte Herr Leopold den Antrag, der Familie des ehemaligen Vereins cassiers eine Unterstützung zu gewähren. Herr Kranner beantragte, der Familie ein für allemal 50 fl. zu geben, Herr Maglai stellte den Antrag, der Familie nur fl. zu übermitteln, wenn es jedoch nöthig sei, derselben Dta^bucger Zeitung noch eine weitere Unterstützung zuzuwenden. Die Versammlung entschied sich für den letzten Antrag. Der Vereinsobmann erinnerte an die freundliche Art und Weise, in der der Werkstättenchef, Oberingenieur Kalns, den Wiinschen der Arbeiter jederzeit entgegenkommt und forderte die Versammelten auf, sich zum Zeichen des Dankes von den Sitzen zu erheben. Dieser Aufforderung wurde ohneweiters Folge geleistet. Herr Friedel machte entlich auf Rechte )jnd PMtm der Vereinsangehörigen aufmerksam, N' Z .q, ^ ...U ^ .'-I . 1' - Ten«uvunne Samstag, den 20. d. wurde zum erstetnnale der atterorten beifällig aufgenommene vieractige Schwank „Großstadt luft" von Oskar Blumenthal und Gustav Kadelburg gegeben. Das Stück ist im ersten und zweiten Acte wenigstens mehr als gewöhnliche Theaterkassenwaare, eS spukt ein ergötzlicher „Geist" in ihm. Der dritte Act, noch mehr aber der vierte, fällt stark ab und enthält schleppende Stellen: eS ist, als ob die Verfasser befürchtet hätten, in einem Stücke all' ihre Srsindungsgabe und Laune auszugeben. — Der Schwank trug in nnserem Hause einen Erfolg davon, der zwar kein ganzer, aber doch ein nennenswerter ist. Was die Darstellung anbelangt, so milssen mir in erster Linie Frl. Frolda als Antonie und Herrn SPrinz als Flemming lobend erwähnen, Herr Neuber spielte den Fabrikanten Schröter recht ansprechend, Frl. Groß gab die Sabine annehmbar. Herr Frinke war als Dr. Crusius sehenswert und Herr Elfeld erfüllte s-lnc Aufgabe als Rechtsanwalt Lenz in geschickter Weise. Frau Knirsch (Frau Arnstadt) und Frl. Ma ugsch (Frau Crusius) trugen zur allgemeinen Heiterkeit mit köstlichem Spiele bei. Herr OthmarS wo bo da machte sich als Gcmpe recht gut, doch fiel ihm einigemale auch dann nichts ein, wenn ihm seine Rolle den Einfall vorschrieb. es. Am verflossenen Dienstag war eS unsere Naive, Frl. elene Grok, zu deren Vortheil das bekannte Moser« Schiznthan'sche Lustspiel „Krieg im Frieden" gegeben wurde. Das Stück selbst enthält so viele ergötzliche Situationen und Witzworte, dass man bei richtiger Hervorkehrung derselben aus dem Lachen gar nicht herauskommen soll, wir könnten das letztere jedoch von der Dienstag - Vorstellung nicht be-hanpten. Die Ursache mag darin liegen, dass einige Mitwirkende des Guten zu viel thun wollten, und durch die allzu dick aufgetragenen Farben die Wirkung verfehlten. So können wir uns nichts Erj^ötzlicheres und Glaubwürdigeres denken, als einen Apotheker Paul Hofmeister in seiner unbeholfenen, verliebten Gutmüthigkeit, und könnten uns recht gut vorstellen, dass die hübsche Else, die überdies recht brav spielte, sich in diesen liebenswürdigen schüchternen Jüngling verlieben mag, nicht so glaubhaft kommt eS uns jedoch vor, wie ein so jungrs hktbsches Ding an einem geistig zurückgebliebenen, auch durch sein AeußereS keineswegs bestechenden Jüngling, wie derselbe von Herrn Brakl anfg'fasst wurde, ihr Herz verlieren kann. Wollte man uns da vielleicht ein Beispiel der unberechenbaren Laune deS kleinen vielgenannten Gottes Amor vorführen? Entschieden natürlicher wird nn« das Verhältnis des über-müthigen, jedoch gutherzigen Backfisches Jlka mit dem schneidigen Uhlanenliputenant Curt von Folgen. Die Rolle der Jlka jwurde von der Beneficiantin, Frl. Helene Groß, recht gut widergegebcn, nur fanden wir in ibr den echten deutschen Backfisch, wie er auf der deutschen Bühne typisch geworden, während eS jedenfalls mit Absicht geschah, dass der Dichter ihre Heimat nach dem Lande verlegte, wo es so viel „Paprika" gibt, wir vermissten, wenn wir auch sonst mit der Aufführung recht zufrieden waren, den prickelnden Humor de« feurigen Magyarenkindes. Als würdiger Partner stand unserer deutschen Jlka Herr Elfeld als Uhlanenlieutenant gegenüber. Sehr einverstanden müssen wir uns mit dem Reis-Reiflingen des Herrn Sprinz erkären und wurden seine Bemühungen ancli mit wohlverdientem Beifall belol)nt. Gute Leistungen boten Herr Othmar Swoboda als Rentier Heindorf und.Herr Seeling als Stadtrath Henkel, desgleichen waren d,e Damen Frolda,Maugsch und Knirsch ganz zufriedenstellend. Nicht unerwähnt wollen auch den stattlichen General des Herrn Neuber lassen. Die übrigen tteineren Rollen wurden mit recht viel Eifer gespielt. Im Großen und Ganzen hätte die Vorstellung eine lebhaftere Betheilung vonseiten unseres Publicums verdient, denn eS mag wohl nicht angenehm sein, vor halbbesetzten Bänken zu spielen. „Wiener Wal^", Ballet in drei Bildern von L. Frappart und F. Gaul, Musik von I. Baicr, wurde in unserem Schauspielhanse am 2S. Februar zum erstenmale auf-gesührt. Dass unsere Theaterleitung bestrebt ist, denr Publicum immer Neues und das Beste zu bieten, bewies die Aufnahme des BalleteS „Wiener Walzer" in den Spielplan. Dieses Streben ist umso anerkennenswerter, als die Aufführung eines Balletes auf einer kleinen Bühne, die begreiflicherweise über kein Balletpcrsonale verfügt, abgesehen von den größeren Kosten, viel Mühe und guten Willen der Mitwirkenden beansprucht, selbst wenn dasselbe, wie die „Wiener Walzer" schon durch die ihm zu Grunde liegende, von vorneherein Sympathien erweckende Idee nnd die einfache, nnaufdringliche Exposition getragen wird und einen für eine größere Biihne nicht nennenswerten Aufwand erfordert. So wenig wir uns dnrch die Massenentfaltung und das durch allzu raschen Bilderwechscl ermüdende, bombastische Ballet der Neuzeit, das mehr der Schaulust, als dem Kunstsinne Rechnung trägt, begeistern können, so warme Anhänger lieblicher, kleiner Tanzstücke in der Art der „Wiener Walzer" sind wir. — Die Wiener Walzcr versetzen uns in die gute, alte, traute Zeit, in welcher der Großvater die Großmutter nahm. Wie viel anheimelnde Poesie liegt in dem vorliegenden Balletstoffe, wie maßvoll und fiiscb ist die Ausarbeitung, die gleich anfangs Stimmung rnacht, nnd bis zum Schlui^e andauert. — Wir geben den t)eiden ersten B'ldern den Vorzng vor dem dritten. Wie reizend ist z. B. im zweiten Bilde die ____ v Scene, wie die junge Braut, durch Frl. Frolda anmuthig verkörpert, beim Polstertanze zögert, wem sie den Polster geben soll, nnd sie schließlich zu ihrem atten Vater geht, um ihren Bräutigam nicht zu verletzen und sich nicht von einem Dritten küssen lassen zu müssen. Der Schauplatz des dritten Bildes, das dnrch den das stimmungsvolle Schlnsstableanx vorbereitenden Aufmarsch einer Musikkapelle eine wirkungsvollen Abschluss findet, ist der Wiener Prater. Es führt uns eine Menge lieber Bekannter, ecbter Wienertypen vor, die nunmehr auch bald — mit Aus-näntL^des unsterblichen Gi^,erls, dieses Affengebildes der Verlegenheit angehören werden; wenn sie geschwunden, hat Mep' seine Eigenart eingebüßt nnd — der letzte „Wiener Wak^ilr" ist verklungen! Eine Beurthellung der Einzelnleistungen würde den Bericht nngedührlich in die Lange ziehen; wir müssen uns begnügen, zu erwähnen, dass jeder der Mitwirkenden sein Bestes zum Gelingen des Ganzen beitrug und der schöne Erfolg nicht zum kleinsten Theile der sichtlichen Freude, nur der alle Darsteller ihre Aufgaben lösten, znzuschreiben ist. Das beifallslustige Publicum zeichnete insbesondere Frau Pohl-Meiser, welche dnrch ihre Arrangements Z^ngnis eines uns netten Talentes ablegte, durch Hervorrufe und Blunienspenden aus. Da auch die Ausstattung eine zufriedenstellende war, so können wir die Aufführung der „Wiener Walzcr". deren Musik zum größeren Theile ein Potpourri der anmrUhigsten Wiener Tänze ist, die meisten aus der — auch in dieser Beziehung besieren, alten Zeit, als einen Erfolg bezeichnen, der sich um so gewisser wiederholen wird, als der Zauber der ..Wiener Walzer" das Auge und das Ohr eines jeden bestricken muss, der ein frisches empfängliches Herz besitzt. Dem Ballete gieng eine Aufführung des Lustspieles „Die Schulreiterin" voraus, welches von gewandten, im feinen Lustspiele heimischen Schauspielern dargestellt, sehr wirksam ist. Aus dem Herichtsfaate. Ein Nachspiel zum Proeeffe Dr. Riebl gegen Max Besozzi und Dr. Premschak. Am 25. d. fand in Cilli eine Strafverhaudlnng gegen Dr. Riedl statt. Dieselbe ist ein Nachspiel zu dem Preßprozesse, den Dr. Riebl gegen den ehemaligen Redacteur der „Marburger Zeitung", Herrn Max Besozzi und den praktischen Arzt in Cilli, Herrn Dr. Premschak angestrengt hatte. In diesem Processe gelangte auch ein Gutachten der medicinischen Facultät in Wien über die Art der ärztlichen Ordination des Dr. Niebl zur Verlesung. Eben dieses Gutachten brachte den Dr. Riebl mit der k. k. Staatsanwaltschaft in Conflict. Die Anklageschrift besagt hierüber, dass Dr. Niebl einen Theil dieses Gutachtens, das vom 2l). Juni 1891 datiert ist, in der Nummer 103 der am 30. December 189! in Mart)urg erschienenen periodischen Druckschrift „Südsteirische Post" in einem Aufsatze, „Streitende Aerzte" betitelt, durch Druck veröffentlichte und in diesem Artikel dnrch unvoll ständi ge, einseitige Aufnahme für ihn günstiger Stellen des Facultätsgut-achtens sich aus Anlass einer noch im Zuge befindlichen Strafverhandlung in Drucksachen Entstellungen der Ergebnisse des ProcesseS erlaubte, welche auf die öffentliche Meinung einen dem Ausspruche des Gerichtes vorgreifenden Einfluss zu nehmen geeignet seien. Dnrch diese Veröffentlichung habe sich Dr. Riebl des Vergehens nach Artikel VII und VlII des Gesetzes vom 17. Dccemder 1862 Nr. 8 R.-G.«Bl. srir 1863, strafbar nach Artikel VIII, lid. e. schuldig gemacht. Die Verhandlung, zu der Dr. Riebl nicht erschienen, sondern durch seinen Anwalt Dr. Iwan Decto vertreten war, währte mehrere Stunden und endete mit der Verurtheilung des Dr. Riedl zu einer Geldstrafe von 150 fl. oder im Eventualfälle zu 14 Tagen Arrest. DolKswirthfchafttitbes. (Ueber Mast Pulver) schreibt Dr. EiSbciu in der landw. Presse bei einer Beantwortung auf die Frage nach den Bestandtheilen des „Thorley'schen Mastpulver", dass er iu der Praxis friiher dieses und andere Mastpulver aus-probirt hätte und die Erfahrung gemacht hätte, dasS allein das Kochsalz als Zusatz zum Fnttcr unentbehrlich sei, wabrend alle übrigen, angeblich die Verdauung anregenden Mittel mindestens überflüssig sind bei Gesundheit und guter Ernährung der Thicre. Meistens entbalten diese Geheimmittel für Mastvieh außer Salz, Enzian, Wachlwlderdccrmchl, Schwefel, Spießglanz und mitunter gar Arsenik. Zu empfedlen sind, wo man sie haben kann, zerkleinerte Eicheln und Kastanien, deren adstringierende Eigenschaften dem Erschlaffen der Verdanung vorbeugen, welches bei Fiitternng von Wurzelfrüchten und Rilbenschnitzeln sich gar leicht einstellt. Um den Mastrindern einen guten Griff beizubringen, empfiehlt Dr. Eisbein eine Suppe ans gekochten Malzkeimen nnd gequetschtem, gleichfalls gekochten Leinsamen bestehend mit einigen Loth Salz auf das Haupt und Tag zu verabreichen. Buntes. ^.herausgeredet.) Frau (zu ibrem Manne): „Ich habe erfahren, Heinrich, dass Du die Dienstmädchen, die bei Dir kaufen, in die Backen kneifst, was ist das bloß?" — „Geschästsknisse, licbcS Kind." ('.'l ns der inde r st n b e.) Junge Witive (zn ihrein Söhnchen): „Pass nur einmal ans, Hänschen, später, wenn Du erst 'mal größer bist, wirst Du schon einsehen, was für eine gute MrUtcr Du l'ast." — Häuschen: ..Ach Mama, wenn Du eiue gute Muttcr wärest, hättest Du schon längst einen Conditor gebeiratet." ^ (Lieutenant zu in Kaineraden): „Wie, Sie wollen promenieren, bei dein miserablen Wetter?" — „WaS soll ich machen, Hab die Stadt nun mal verwöhnt?" Deutscher Schutverein. In der SiMg am L3. Februar wurde den Männer-ad Frauenortsgruppen Trautenau, Wien (II. und VII. Bezirk), er Frauen Ortsgruppe Bizhm.-^^eipci, dann den Ortsgruppen hastig, Dux, Königsvcrg (Zcklesien), Wien (X. Bezirk), adlich der „Deutschen ÄejcUschast" in Jablonetz für erträgniseiche Veranstaltungen der Dank ausgesprochen. Die Anzeige lneS Legates nach dem in Krems verstorbenen Herrn Johann Äruber wurde zur Kenntnis genommen, ebenso der Dank »e? de» berüh«tM« ie der Gemeinde Witzlau zugekommene Unterstiitzung. KuMalon entionen wurden für die Schule in Zwischcnwasser anderen Zi^ge des »o ist dem Passagier gesichert, der einen der Kolosse der Hamburger oder Bremer Gesellschaften besteigt. Von diesem eigenartigen Leben an Bord eines transatlantischen Dampfers entwirft Hans Nagel von Brave in dem neuesten (12.) Heft der „Modernen Kunst" (Berlin, Verlag von Rich. Bong) ein lebendiges Bild; der kundige Fiihrer hat sich zum Object seiner Schilderung die herrliche ,Augusta Victoria^ ausgesucht, deren Reize und Annehmlichkeiten allbekannt sind. Eine Tlnzahl von interessanten Illustrationen gibt die wichtigsten Episoden einer solchen Ozeanfahrt wieder. Während dieser Artikel das moderne Leben in einer seiner charakteristischen Erscheinungen schildert, in den letzteit Äbach. ftr «sb-ilSnmI-iial- für die Schule in Bäriischlii^'NA^K'^Ü!'»est tr die Erhaltung des Kindergartens in Denlsch-Beneschau ^ .'willigt. Der Bericht iider die Borverhandlung zur dies-ihrigen Hanptvcrsammlung, deren Al)haltung in Wien in 'Aussicht genommen wird, wurde zur Kenntnis genommen. Äeiters wurden Angelegenheiten der LereinSanstaltcn in ^enftenberg, Mähr.-Budwi^, Wall.-Mcseritsch, Wrschowitz md Königgrätz zur Kenntnis genommen. ^ vkelm ^ .....ny 1)ie Berichterstattung iiber Sport, Amateur-Photographie ?c., so dass die „Moderne Kunst^' in der That dasjenige Blatt ist, welches allen Bediirfnissen der eleganten Gesellschaftskreise Rechnung trägt. Die vornehme künstlerische Ausstattung ist zu bekannt, als dass zu ihrem Lol>e noch etwas gesagt werden könnte. Durch die Einführung der farbigen Aquarellrepro-duetion hat die „Moderne Kunst'' sich ein dauerndes Verdienst er-Z worden. Noch zu erwähnen ist, dass der Romantheil einen spannenden Roman von Heinz Tovote: „Mutter'' enthält, ein Werk von Gebiet »er Runff »»stlebent werden nicht Kunst und Schriftthum. llle in diesen Besprechungen enthaltenen Werke uudZeitschriften sind durch Th. Kaltenbrunner's Buchhandlung zu beziehen. Nun ist auch der „Gigerl'' inS Touristische übersetzt! Die Touristik besitzt schon seit Langem ihre eigene Literatur, hat somit mch für die Faschingszeit ihre eigene Ballzeitung: ,Der Alpenaigerl^ ^nd dem Redacteur dieser carnevalistischen Touristen-Speeialttät ist jie neueste musikalische Erscheinung: „Der Alpengigerl" Jux-Marsch, text und Musik von Rudolf Kleinecke gewidmet. Der heitere und jumsrvolle parodisirende Text ist schwungvoll und elektrisirend com-»onirt und bildet das beste Seitenstück zu dem allerorten bekannten md beliebten „Gigerl-Marsch^' von Wagner. Der „Alpengigerl" ist nSher für Clavier (mit Text), für Zither (mit Text) und für Streichorchester (in Stimmen) im Verlage von Rebay und Robitschek in Wien erschienen. „Per Stein der Weifen'^. Das reich ausgestattete 5. Heft dieser angesehenen populär-wissenschaftlichen Halbmonatschrift von Ä. Hartlebens Verlag, Wien, enthält nachbenannte Aufsätze, denen größtentheils sehr hübsche und instructive Abbildungen beigegeben stnd: Die Eisel von W. Henz (^^ Bilder). Fernleitnng elektrischer Kraft von G. van Muyden (4 Bilder!. Warmwasserheizung (mit L8 Figuren auf einer großen Tafel). Tie Mikroskope und deren Gebrauch, (1 Bollbild und 9 Textabbildungen). Getriebene und ge-punzte Metallarbeiten von Joses Bergmeister (.? Bilder). Ein neuer Rettungsapparat (4 Bilder). Zonschwingungen an Glocken (7 Bilder). Die Denndation in der Wüste ll Vollbild und 4 Textabbildungen). Der Sphygmograph (6 Bilder). Das Optometer (1 Bild). Sämmt-ttche Artikel sind anregend und belehrend geschrieben und bieten einen chätzenswerthen Lesestoff. Eine Aahrt üver den chzean. Den Ozean zu „krosseu", oie der sachmännische Ausdruck lautet, ist heute ein wahres Ber-^nügen gegenüber den Strapazen, w^'lche eine Seereise in früherer Zeit darbot. Eine glänzende Pracht und wohlthuende Behaglichkeit Iu vermieten: Große, lichte, sehr schöne Locale, für größere Vereine, auch für Werk-'tätten. Anfrage Schmideicrgasse 5. reizvoller Originalität und absolut deeent gehalten. Der Preis des Heftes beträgt 40 kr. Mittheilung aus dem Publicum. Der Postdampfer „Westernland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 23. Februar wohlbehalten in New-Iork angekominen. Milchwirtschaft. Jeder Landwirt H.U die Erf^l)rnng geinacht, dass im Winter infolge der Stullfiitternng bei Kühen sowohl die Güte der Milch als auch die Milchergiebigkeit vermindert wird. Wir kiznnen daher nicht unterlassen die Herren Ockonomen auf das seit 40 Iahren mit dem b.ften Ersolge angewendete Kwizdas Kornenvnrger Biehuährpulvcr von Franz Ioh. Kwizda, k. n. k. österr. und könig. rumän. Hoflieferant für Beterinär-Präparate, Korneudurg bei Wien — aufmerksam zu machen, welches als Futterzusat^ bei constant er Berabsolgnng bei Kühen sowohl die Güte der Milch verbessert, als auch die Milchergiebigkeit vermehrt. Die StellenvermittlungS - Abtheilung des kausm. Bereines „M er e U in Graz empfiehlt ihre unentgeltlichen Dienste zur Vermittlung tüchtiger und empfehlenswerther Kräfte, den geehrten Herren Kaufleuten und Industriellen. 930 Fiir Ncconvales^tnte und Slutarme empfehlen wir als stärkendes, die Verdauung, den Appetit nnd die Ernährung beförderndes Mittel Kwizdas Eise'ncognac von F. Ioh. Kwizda, KreiSapothekcr in Korneuburg. Eingesendet. Wadeiner Sauerbrunn besonders -mpsohlcn gege« Jnflue«,«. Meißner'sche Hühneraugen-Pflaster, (Ausgezeichnet mit der gold. Allsstellun^^s Mevaille Diplom für W^ltexport-fähigkeit, L0.000 Anerkennungen innerhalb eines Jatires). — Die Vorzüge dieses Mittels sind, daß es bei einfachster Anwendltng, rascher sicherer Wirkung, ohue Entzündung zu verursachen sofort schmerzstillend wirkt, und ftlbst veraltete Hühneraugen, Warzen und harte Haut an der Sohle oder Ferse, in 3—0 Tagen verschwinden macht. — Preis per Karton 60 kr. Doppelkarton 1 fl. per Post 15 kr. mehr. Zu haben in Apotheken. 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Ein linderlose» ffeißiges Ehepaar bittet um eine Hausmeisterstelle. Adress in der Berw. d. Bl. l6^ Oie destsn« oillAeriodtets öllkdöl'lllZltkI'kj Ses U MsK. I^. 4 po8tgS88S, Nls.rdvrx, Po8tgs880 4 einstsieltlf kzil'It /.ur Ilodernalnne von ZsstöUuQZsii vriickardeiteii s-llsr riiul tür «Iis ^ (Korporationen unü Vereine: /?«c/»mnAen. ^ I^'iir Liiedermmlit: i'iir ^«Ivoi'aten un«I . Loliäo solilvuQixv dsi diUiz^stvr LsrsodnuQx. i<'iir un»ck. DD DD i»" . DD u°'> ^S°I MD verl.^gev. » Sikr MM aeurscll uvevt. M W M ttut MM III- und M M ^!S IM äer M per T^ude WW Lctjöu- WW dökriickes W . W W Reisen, W W ^uslknäs W W W^W vertk- M W^U deit WW »7 l W ksmtäts- M M aroma- M M mit M M faokstev M^M losev M ^potdelcen W^D W^D M deiwrä» M M tisck, W W ß^rösstem W W öiirßerkause W W DrvZueiiev W^D WlW putx- liek M^W ei'fri- Lrfol^e ein- W ^dmullZev W uv6 W 2ädve. WDI mittel. ^MW ßspriitt. sckevä. W^^ gekiikrt. (Zodrttucli. W W vegen. W l'arsumerier DW^ /^nörlcvnnungsn aus ävn köek8isn KtviTvn Üvgvn jvllsm vinittlnsn 8tüv!(v dvi. ^WE 1615 a jtavontii? 19W psill'l'. klleipjl'^ kfiz/keinleinen Iiievl iie8UlliIlleilMg^l:lie KlMlmiWiill! VWl!. VMlII!I!llN?riIVII. Vorillglivk svkv,viss8sugvnö. Lrstv östvrr. msol». Vrloot- uvck Vs.solKvv»rvi»-?t^br»I^N^ I.. Haxkersr L, Lo., V ßvn, XVII., I>«upl«Iepvl8 in: Gustav Pirchan, Marburg: H. I. Tur^d, ,. Alois Heu jun. ttau: Jos. Kollcnz. U.-Drauburg: A. Tomaingo. L n t t cn b er^^: Math. Semlitsch. Nadkersburg: Franz Wcgschcider. Ak u 1 eck: Anton Prisching. V c i l.' n i : M. v. Praitenau. Nur echt, wenn die Wäsche die Ilnterschrist des Kerrn Ufarrers trägt. Unächter und minderwerthiger Malzkaff« wird täglich mehr in den Handel gebracht. Wir machm deshalb alle Jene, welche ihre Gesundheit pflegen und dazu Geld sparen wollen, welche nicht blos auS gewöhnlicher Gerste oder schl.chtem Malz erzeugten, welche nicht glanzigcn niit Laromel überzogenen, welche nicht halbver« brannten mit einem widerlichen Nachgeschmack behasteten, sondern reinen ächten Kneipp-Malzkaffee wollen, auf unser so rnsch beliebt geworden.? z^abrikat aufmertfam. tztir die Gilte und Achll)tit unseres Äiieipp-Mal^kaffee bejiycn wir tansende von Attesten. 't'cim Einkaufe geb. man auf rothe viereckige Packettc, die auf der Ll'orderseite unsere nebenslelzcnden Echutzmarken dao „Kild" des Pfarrers llnripp »»d die „Pfavve" hallt«, acht. Unsere '^crcchti^ungsurlunde uui» die v.ebrauchsanweisung sind zuf den Packelen ersichtlich. Wcnl unser >^ncipp.Malzfafsce pur nicht schmeckt, der mische den« .lb-nmu -dlz.Kaffe und er l ekommt ein wohlschmetkeuves, gesnndeS, nahrhaftes und dazu billiges Kaffeegeträtl'k» da» dem theuren, nahrungs. losen und nervenaufregknden Pohnenkassee entschieden vorzuziehen ist. Äv.r bi'j jeht wöchentlich 1 Kilo flebrannten Pohnenkassee ver-braucht hat, erspart beim Gebrauche unserer Fabrikate fl. 1. VZ. vcr Woche. Bttgenz a/B. erst, viul nklit anfern Atreiktj>i»ng«i»k»m!« fär ^sterrn-ti'hlngar» »om Pfirrer ^neips» »lseii» prioilezirii Alilljliafke»-/»kri^. Z» hallt» l« allta SptMti- »»h Cil»«ialoaartT'ja«dlkugt». Neues rationelles Heilverfahren. Zeugnisse renommirter Aerzte. Unschädlich, ohne Medicin. I?«rvv»Icrs.»Iroi» Wärmstens empfohlen die in 23. Aufl. erschienene Broschiire von kvm»n Vei8iim»nli: Ueber Nervenkrankheiten und Schlagflnß, Vor-^11 bengnng und Heilung. Unentgeltlich zu beziehen durch Ciesl vtrk-»»luv», lU« ruuottouou üvr V«ra»n-vuS»orx»Q0 rexvlua«» welches den Kl»xvQ und LuxiGtoli ülv I.vtdsivSQUQx tvrü«rt. Dieselbe wird von ihrem Erzeuger in Kistchen zu 12 uud mehr Fläschchen verschickt. Ein Kistchen zu 12 Fläschchen kostet sl. 1.SS, zu 55 bildet ein 5 Kg. Postcolli und kostet fl. S.26. Das Postporto trägt der Bestellende. Zu IS ^r. das Fläschchen wird wiederverkauft in den Apoth. W. Äönig u A. Bancalari m Marburg, dann Molitor in Pettau, Kupferschmied in Cilli, Eichler, Trukoezv und Franze in Graz. Hinladung zu der Sonntag, den LS. Februar im Salon des Herrn A. Weih, Burgplatz, stattfindenden x o»»ÄbI»K» vi» v I» jtdtHllunlt^i'llitllullx mit veranstaltet von den X1«tüvrm»ol»«r. wozu alle Freunde und Gönner höflichst eingeladen werden. Anfang halb ^ Uhr. Eintritt 2«» kr. Zur ^ffauzung Obstl?äulne, Rosen und Spargcl-pstanzen, Aepfel, Birnen, Weichsel, Pfirsiche, Pfl^nuncn u. a. m. 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All» <4 läge krs>i!nnt tint'.'iilli'.'nkr. »rsiiikint ?'n Hes» vicrl'N ihrlich ,ilm Pr,>« von » Piart. j 50 Pfennig. ?rokk-^ele IlUljUiN'i' lnei k s u » k Ich evlaube mir dcin hohcii Atel und einem P. T. Publikum die hi)sliche Mitthcilung zn machen, daß ich in ^ MarburZ, Svri'SllKasse 7 Z ciiie „.. ^ smselia.iiiseüs strieksrei- S IS V errichtet habe und werden daselbst alle in das Strickfach einschlagen- " ^ den Artikel in Glatt, Patent, (s'Nglisch nnd Muster gestrickt, ^ ^ von tirl.'dster Schafivolle l)is ,^ur feinsten Seide angefertigt. ' A ^ Zur koulmenden Saison en,pfchle ick mich zur prompten ^ Anfertiqnnq von Damen- und Ktnder-Strümpfen, Bein-^ längen, Herren- und Knaben-Socken, Radfahrer- 2 ? Strilmpfen, Hemden, Marine- und Steirer Knaben-ö Anzstgen ze. ze. — Änch werden Strilmpfe nnd Sockeu und V übertiaupt jeder gestrickte Artikel zum Unterstricken oder zum Aus- I A bessern angenommeu. ^ W Indem ich den hohen ?ldcl nnd das P. T. Publikum mein ^ Unternehmen zu unteistlU;cn höflichst bitte, werde ich ftets bemüht sein, meine geeljrten 5lulidcn auf das Beste zufuedeu zu stellen. HochachtnUiiövolt VvrstäQÜiAvQ AläQuern im Alter von 2-^ bis 40 Jahren, unver-heiratet, gesund und kräftig, welche der deutschen und eventuell auch der slov. Sprache in Wort und Schrift vollkommen nmchtiq sind, ein nlakelloses Borleben nnd vollständig geordnete finanzielle Verhältnisse nachweisen können, bietet sich durch Erlangung eines Reisepostens, dem sie sich ansschliesslich und unausgesetzt zu widmen hätten und der mit Gehalt und Ncbenbczilgcn verbnnden ist, Gelegenheit, — liei entsprechender Verwendbarkeit und vorzi'lglichem Verhalten — eine sichere n. danerndc Lebensstellung zu schaffen. Es mögen sich aber nur solche Personen bewerben, die alle», diesen VorauSsednngen entsprechen, Vorliebe für einen Reise-Beruf vnd den ernsten Willen haben, ihren gestellten Aufgaben mit gleich-mästigem Fleiße und zälier Ausdauer bei sonstigem tadellosen Verhalten zn entsprechen. Sollte ein Bewerber ans die Erlangung dieses Neisepostens nicht reflectieren ki^nneu, dagegen aber in der ^'age sein, nebe» seinem Vernfe wegen eines Nebenverdienstes thätig zn sein, so ist znr Erlangung eines beachtenswerten solchen von steter Steigernng und vieljäl,riger Daner, ebenfalls Gelegenheit geboten. Eigenhändig geschriebene Gesuche, denen Zeugnis Abschriften und „Referenzen" beigefilgt werden niiifsen, sinv unter: „Sttl llN" nach Graz, postlagernd, zn richten. welche seit 20 Jahren bewährt und von hervorragenden Aerzten Iis Ikicht llbfiihreidts, liiseidks Witikl tMPfchlrn wkrtea, stören nicht die Verdauung, sind vollkommen unschädlich. Der verzuckerten Form wegen werden diese Pillen selbst von Bindern gern genommen. Z7eu. nein s ^tisavethpilken sind dnrch ein sehr ehrendes Zeugnist des Herrn Hof-rathes Pitha ausgezeichnet. 1803 Eine Schachtet lZ Silken enlhqttend Kostet lS Kr., eine Nolle, die 8 Schachlefn, demnach !ZY F'ilken enthalt, liolles nur 1 ff. ö. W. f ^ede Schachtel, auf der die s^irma: Apotheke „Zum heiligen . Leopold" nicht steht, nnd ans der Riickseite mit unserer Schutzmarke m rothem Druck nicht versehen, ist ein Falsisicat, vor dessen Ankauf das Publikum gewarnt wird. Es ist genau zu beachten, daß man nicht ein schlechtes, gar keinen Erfolg habendes, ja geradezu fchädttlke Präparats erhakte. Mau verlange ausdrücklich Neuftein's KtlsaSetypike» ; diefe sind auf den. Umschlage und der Gebrauchsanweisung mit obenstehender Unterschrift versehen. Haupt-Depot in Wien: Apotheke „Auw heiNgen Leopold" des Neuslel», Stadi, Ecke der Planken- und Spiegelgasse. In ><»fdufg 7U Kaden bei ävn ttvi^fgn /^poik vlcvfn ). v » no »I» ri unä Vi. !(önlg. Unterphvsphoriftsourer bereitct v0tn Apotheker Jnlins Herbabny in Wien. Dieser seit^^l Jahren stets mit gutcin Eifolcze an;^cwcndctc, von vielen Ärzten t?cstens begutachtete unv empfohlene Lru»t»z^rup wirkt schltimliistttd, lluütlliNllrnk», schwtisjvermindtrni», soivie ocn..^ppctit aurrgead, die Vcrdauuil,l und Clnijhrnng btsördernd, den Körper kräftigend nnd llärlitnd. Das in diesem Syrup entk)altene Eisen in leicht aisimilirbarer ,^orni ist fitr die Slalbildnnfl, der Ärl)alt an löslichen PtiospIjor-LUlk-S.iljl'u bei schwiichlichtn Kindern desondels der Anochtnbildnng sehr niil^lich. Preis einer Flasche von Herbabny's Kalt Eisen-Syrnp l fl. kr, per Post kr. mehr fiir Verpackung. (.Halbe ,'Flaschen giebt cs nicht.) KK. .»...»II.»s Wir warnen vor den unter s^leichem oder ähnlichen Namen anfgetauchten, jedoch vezügfich ihrer Zusammen-sehunfl nnd AitKung von unserem chriginas. ^rüparale ganz verschiedenen Nachahmungen uilseres seit Ll Jahren bestehenden,unterphosphoria-lau reu X.»1Ic-I!t»vu-Sz^rnp», bitten deshalb Gm'iv» stet'S ausdrücklich „Svrd»doz^'» zu verlangen, weiters dlirauf zu achten, dass die neliettstehende protokottirte Schttt)marle sich auf jeder Flasche beslnde, und ersuchen, sich weder durch billigeren Preis noch sonst durch einen anderen Vorwand zum Ankauft von Viachahmnngen verleiten zu laffen! Central-Bersendnngs-Depot fiir die Provinzen: Wien, Apotheke „zur Barmherzigkeit ^ . ile« ^iil. llerlmlwx, u. 7!i> Depot»: In Marburg in den Apotheken Banealari, I. M. Richter Cilli: 3. Zt^upferschmied, Banmbachs Erben. Apoth. Deutsch-Landsberg: .'^>crr Mittler. Aeldbach: I. ttönig. Fiirstenfeld: Schröckensux. Graz: Ant. Nedved. Gonobitz: I. Pospiöil. Leibniy: O. Rußheim, l'iezen: Gnstav Gröszwang. Ap. Mnreck: E. Reicha. Pettan: E. Behrbalk, V. Molitor. Radkersburg: M. Leyrer, Wind.-Feistritz: Fr. Petzolt. Wind.-Graz: G. Kordik, Wolfsberg: A. Huth. Kein iiu8ten molu'! tln alt dv«äki'te8 tiAU8mittel siud die allein — wirkeud gegcu ttusten, ttei-seflivit, Vkfgokteimung zc. Nur die eigeuartige Zusammensetzuug meiner Bonbons sichert allun den Erfolg. Man achte daher genau aus den Namen v»o»r ViotLS u. die „2iviv' da es ^ertioge, sogar sokääliolio Nachahmungen gibt. In Beuteln ü 20 und 40 kr. .Haupt Depot: /^p. f. l(riZan,l. ^ /?!? Stt /o i? /?. bezielien l^urcli l'li. lvitltellkrukin^i's l^uckliantlluvA, >lkrdnrx.^ KItsn u. jungen lilinnsm »ilÄ 6 is prsi?s?okröut«, in nsusr vvr-oiokrti'r vrsvkivnen«» Svkrikt äos I)r. ^Mlvr üdvr lta» lovis ässssa n»ckii»l« Lviliul? rui Lslokrunx vmpfoUvv. ?i»noo-2u»ovckuoz! ulltsr i?ov^rt kilr 60 io Nrivkw»rkoQ. Nvnät, Srxinieli^ss. splnntkndt Notlkktk in hj'lbsch illnstr. Umschlägen erhält voul uuterzeichueten Verlage gratis n. franco jeder »«« eintretende Abonnent auf „Spitttvr", originellste Wochenschrift für .Humor tmd Unterhaltung. „Splitter" kostet 2 Mk. pr. Quartal bei allen Bnchhandlnngen u. Postaustalteu, sowie beiul Vvrl»x üer lAxllttsr jDr. B. Lebel), Svrii», Neue Wnigstrasze19!i6 I>l6U aNtz^6l» Marburg bei Herr» W. König, «potheter. S!.>z «UN 20 PF. XuNop« <1«I ..Int«!' >I«r in !I>s»rdI,zei! Ilriiek mit l>ua . . . . ^< .V/. . . > . ^ X»«»' /«»/<'»/«> »i« »' k nO k «'/»«'»' »/i«» />/«»/«»»«/«»'/»«' / i«'?'»' / >. l»!,»»! »»! r»> 5I»>»»I>»>II Ui» Uctru»?«: M>i>> »II»« l^-kokneisior, I>nn!,tv«ii!n>,'.NclIl:»LN'.. Keine hiihneraugen mehr! ^ vr. k?c)sa'8 ist ein seit mehr als 30 Jahren bekanntes, die Berdanung, den Appetit niid den Abgang von Blähungen befi^'derndeS und milde auslösendes TakllSvdwvrZL beheben sofort: a 7l) kr a 40 kr., wenn kein .ndereS üliittel hilf?. l> Bet Herrn W.König, Apotheke- Große Flasche t fl., kleine .'itt kr., per Post 20 kr. mehr. Alle Theile der Emballage tragen die nebenstehende gese^lich I deponirte Schuymarke. Depots in den meilien ..^polliellen Oesterreich Ungarlls. Daselbst anch zn haben: ^^7 ?i'2gel' Vnivki'Lal - Ilau882!i)e. Dieselbe befördert nach vielen Erfahrnngen die Reinigung, und Heilung wunder Stellen in vorzi'iglicher Weise uud wirkt ausjer dem als schmerzlinderndes nnd zertheilendeS Mittel. An Posen .tk kr. und LS kr., per Zkost « kr. mehr Alle Theile der Emballage tragen die nebenstehende ge-sej^lich deponirte Schutzmarke. llanptDt'pttl: I^r. Kleinseite, Apoth. „zum schv. Adler." Postversandt täglich Lvtt 4^ ^»kroi» ?»vvAI»rb. yirgtuds kann d'ber den Merth tines Nahrungsmitttls ein nchtiseres Zlriheil gesillt werden, a!s in «mfangreiche» Krauktuhäustru. in Mililiir-lajnrethtll vnd öffentlichen sanitärtn Jultnlten, wo sich die Gelegeuljeit dnrbietet, die zvir!:ung eines Viiiietiiülmv im Großen nnd nach jeder Pichtnng hin zll lieoliachteu. Tic Anstallsärztc lassen bci ihrer großen Lerc,nlwortlichkeit natürlich kein Präparat Nlr.'u eignete. So wurde es denn .in circa 4()() Lazarethm eingefiihrt, und rs wurden die erfreulichsten Wirkungen von dcn Cl)isärzteu der ^^azarethe wie nachstchcnd amtlich berichet: ^ mtlj«? kVp I>« i11»« ri I» t. Das Johaun Hofs'sche Malzextrakt - Gesundhcitsbicr, wclchcs im hiesigen Garuisonöspitale .^ur Bcrwcudung kam, erwicS sich als gutes Untersti'itMgsmittrl für den Heilprozei;, uanuntlich das Malzcz'trakt war bei den Kranken mit chronischem Brnstlcidm beliett und i'ej^ehrt, die Mal^-Chokolade für Rckonvaleszcnten bei geschwächter Verdauungskraft nach schli.crcn jirankhcitcn ein erblickendes, sehr l?eliebtcs HciluadrungSmilel. K. k. Garnisonsspital Nr. 3, IV. Attheilung in Wien. Dr. Loeff, Oberstal'sarzt. ^r. Portas, Stal)sarzt. 2LH Erfinder und ciuzi.^cr Erzeus,cr der naäi suuem Namcn l'cnannt n Jebann »»» »RvK K U tzFV^K»TlRU »RVKK^ Hoff'schkn Malz-Httlnahluugs-Fal?nkate, Besitzer von 7>i t^ohen 'Ans'^nä'nunsien und Eruennungtn, Ritter hoher Orden, k. u. k. Hcslicflrannte der meisten Souveraue Europas, in Verlin ttttd Wien, Stadt, Graben, Brännerstrafte 8. Das Jobanu Hosj'sche Alalzcrtl'cikt-Gtsnudhcitödicr hat sich in allen bcodachteten ;zällcn als ein schr gern gei^oinu^eius. di' lesteii Wirkungen ,iues Nähr- und Stärkungsmittels enthallendes Getränk erwiesen und bei der Trägheit dcr Fnukiionen der Uuteileidcolg ine, chronischen Ziatarihui, grossem Säfteverlust vnd l'lbmagerung, als ein ausgezeichnetes Mittel gewirkt. ^-eltspitäler-Dircktion iu Schleswig 1^64. Pirz v. (Äayersfelo. Dr. Mayer, Ne.i!c!ung?a'^^t In haben in allen Apolljelitn, Vroguerien nnd renommirttn Geschäften. Depots in Marbnrg: F. P. AolaM; Zpothelic König und Züllyr, lmkNaiin. jlnter 2 Gnlden wird nichts versendet. 8äcl eeljt > k^l'kangvl' !lava ^1088 Ls>Ion i bliocea Ncxl' illkt »ksi'isan ^niii lVlsliallo geld I.W 1.70 l.75 1.80 l.ftl) 1.8.^ 1.'.D 2.— 1_ ?I»vv. peeco^ancl-^i'in, ^ Lvl^cl^ong pl'. Ko. von tl.i.iz fi. il) K,niiK öv lZoxi»A.v. i I)(i' I.iter » l»i8 t1. ! !>^'i ^ItüIiülll i'.X'Ill»'.' I s. O. 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