PrtmiEoti-ns-Preise Für Laib aL: Ganzjährig . . 8 fl. 40 kr. Halbjährig - - 4 » 20 „ vierteljährig . 2 10 „ Monatlich » 70 „ Mit der Post: Ganzjährig - - - - - - 12 &• Halbjährig................ 6 » «irrteljährig............. 3 " Wir Zustellung ins HauS viertelj. 25 kr., monatl. 9 kr. einzelne Nummern 6 kr. Laibacher Nedactto» öahnhofgaffe Nr. 132. % agblatt Anonyme Mittheilungen werden nicht berückfickiligr; Manuscripte nicht zurückgesendet. Expedition- & Jnseraten» Vureau: Congreßplatz Nr. 81 (Buchhandlung von Jg. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg.) JnsertionS-rrise: Für die einspaltige P I 4 !t„ bei miete] “ '(toltung Anzeigen bis 5 Bei größeren Infertilen öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für complicierten Satz besondere Vergütung. W Nr. 167. Montag, 26. 3uli 1875. — Morgen: Pantaleon. 8. Jahrgang. Der Ansstand in der Hercegovina. Von allem Anfänge ward die alles Maß über, streitende Steuerbedrückung der Christen in der Hercegovina als Ursache des Aufstandes angegeben Die Zeuereintteibung. wie sie von den Türken gehand-Mt wirb, ist unstreitig fo geartet, baf sie Erpref-smgen und Bedrückungen aller Art Thur und Thor öffnet. «US Constantiuopel erhalt Mr Val, (Pro. viuzgouverneur) den Auftrag, wie viel eine Provinz m, Steuern abzuliefern höbe. Zu diesem Betrage Stfigt in der Regel der Bali auf eigene Faust ein MscheS Sümmchen darauf und die Kaimakame ffireiflDorfttbtr) erhalten den Befehl, ihre aliquoten W?ge zu ÄernI Der Mudir (Bezirksvorsteher) M nach entsprechendem Aufschlag dtc vom Kaima-tarn erhaltene Steuerbemessung an den Tschauch der LieS (Commandanten der Gendarmen) weiter, ^dessen Befehl dann einzelne Gendarmen die eigent-vchr Steuereintreibuug besorgen. <&i ist selbstverständlich, daß b°. diesen Ueber-ttagungen in der Besteuerung an -men Maßs°b^ weder absolut noch relativ, gedacht w«rd, nachdem ia Grund unb »oben nirgend vermessen smd. Am meisten find die Christen besteuert und im übrigen M der allgemeine Grad der Fruchtbarkeit und Em- SnrSit eines Bezirkes als beiläufiger Maßftab uerung D e WMür in dieser Beziehung L (! 2 daß Christen, welche in dem Rufe geht oft so ' , stehen oder bei türkischen üpSfflgS S-°« müssen, welche die Höhe ihrer Einkünfte um kein geringes überschreitet. Zu dem kommt noch, daß die meisten Steuern nicht in Geld, sondern in natura als aliquoter Theil der Ernte, gewissermaßen als Zehent geleistet werden. Aus diesem Grunde wird dem Ackerbauer nicht gestattet, seine Ernte früher einzu-heimsen, bevor nicht die sogenannte Steuercommiffion die Schätzung des Erträgnisses und darnach die Steuerbemessung vorgenommen hat. Um die Er-preffungen der niedern Beamten zu vermeiden, dagegen diejenigen der hohem zu steigern und so die Lage der Besteuerten zu einer fast unerträglichen zu machen, hat die Regierung die Steuern vieler Bezirke und Landschaften an einzelne Grundbesitzer verpachtet, für welche diese Pachtung, ob ein gutes oder Misjahr folgte, stets als eine Quelle ausgiebiger Bereicherung betrachtet wird. Darum lastet aber auf dem armen Rajah nicht bloö der schwere Steuerdruck des Staates, sondern auch der Druck der feudalen Grundherren (Begs) gegen welche die gegenwärtige Bewegung in erster Linie gerichtet ist. Der „A. A. Ztg." berichtet man über die nächsten Ursachen des Aufstandes aus Eettinje unterm 12. Juli folgendes: „Vor einigen Monaten machte ich Ihnen an dieser Stelle die Mittheilung von der zu jener Zeit in der Hercegovina mit größter Heftigkeit eingelei-teten und betriebenen Christenverfolgung, die zu einer förmlichen Auswanderung ganzer Ortschaften nach dem benachbarten Montenegro führte. Viele Herce-goviner flohen ins Gebirge, nachdem sie vorher Haus und Hof ausgeräumt hatten. Nicht anders' war es den von den fanatischen Begs verfolgten RajahS möglich, fich von den Ausschreitungen der hcrcego-vinischrn Feudalherren zu schützen. Damals schon sagte ich, daß die ins Gebirge Geflohenen, hauptsächlich aber die aus montenegrinisches Gebiet übergetretenen Christen, schwerlich mehr an eine Rückkehr denken dürfen, da ihrer in diesem Falle eine noch ärgere Verfolgung harrt. Die Flüchtlinge aber konnten es auf fremdem Gebiet und fern von der ihnen trotz alledem liebgewordenen Heimat nicht lange auShalten. Viele von ihnen kehrten nach und nach zurück, freilich nicht ohne Sorge um ihre und ihrer Familien Zukunft, da sie ganz gut wußten, daß die mohammedanischen Begö alles anwenden würden, um fich an ihnen wegen ihrer Flucht nach Montenegro zu rächen. Dies ist also die Ursache der jüngsten Unruhen tn der Hercegovina. Bei der gänzlichen Teilnahmslosigkeit der türkischen Behörden ist eS ganz und gar begreiflich, daß die mohammedanischen Begs es wagten, an den zurückkehrenden christlichen Flüchtlingen Rache zu nehmen, oder dies wenigstens versuchten. Der Haß der Begs ist vornehmlich gegen die Vornehmsten der Flüchtlinge gerichtet gewesen, weß-halb es auch erklärlich ist, daß die Häupter derselben zuerst die Rachsucht ihrer Gewalthaber fühlen sollten. Eine ganze Reihe von Ausschreitungen seitens der Begs sowie die gänzliche Theilnahmslofig-keit der türkischen Behörden, oder hie und da sogar Ieuilleton. Siebzehn Stifte unter Wilden. ein.,, sehr interessanten Fall von Natura-... . „^ Weißen unter Wilden wird der „Times" (lsatlon eineS W v siebzehn Jahren nem- 2 SM P°u,. 2 Kulis an Bord an emem Riff S Ä im Louifiaden-Archipel, östlich von in Roffel-Jnm j wurden auf einer der Rur -Smnea. ^ - Dom Spilan ihrem Schicksal Inseln gelande^ Geschichte der armen Äerlaffen wurden. ^ ^^rnen der JJ Kannibalen Sie suchten sich täglich Wi Stiften aus, schlachteten und verspeisten ft c Ü « als nach Monaten ein Schiff kam. um ft, so daß, a mecr am Leben waren. $ °bruho eN' ^ bie Mannschaft des gescheiterten CÄSen sich in einem Boote gerettet, welches mm Australien nahe bei ,Cap Direction" ?e Küste oo gewann. Der Capitän und Mcum b ein zwölfjähriger Knabe fcm» «ateifft P-U-N-- -u« SI. b,i Bordeaux, der beim Überschreiten der Felsen sich an den Füßen arg verwundete und deshalb mit den Uebrigen nicht Schritt halten konnte. Er wurde auf dem Lande vergessen und blieb drei Tage allein aus der Küste. Am dritten Tage war er unter einem Baume eingeschlasen, als er durch ein leises Rütteln ausgeweckt wurde. Fünf Schwarze, drei Männer und zwei Weiber, umstanden ihn und gaben durch Zeichen jihre Überraschung und ihr Mitleid zu erkennen. Sie gaben ihm etwas Nahrung und führten ihn freundlich zu ihrem Lager, wo er von ändern ihrer Stammesgenossen mit derselben Freundlichkeit ausgenommen wurde. Er wurde Mitglied des Stammes und adoptierte die Lebensweise der Wilden, welche nach seiner Beschreibung so primitiv als möglich ist. Obdach und Kleidung entbehren alle; nur die Weiber tragen einen schmalen Fransengürtcl um die Hüsten. Ihre Nahrung besteht fast ausschließlich aus Fischen, welche sie mit ihren Sperren und einer Art Harpunen sehr geschickt zu fangen wissen, aus Früchten und einigen Thieren. Sie be. nützen Feuer zum Kochen, welches sie durch das Aneinanderreiben zweier trockener Holzstücke gewinnen. Ihr Körperschmuck besteht ausschließlich in Einschnitten, die sie fich ins Fleisch machen und die durch wiederholte Operationen zu korkartigen Aus- wüchsen werden. Vier oder fünf solcher Einschnitte bis zu zehn Zoll lang und einen Drittel-Zoll breit aus. jeder Seite der Brust „zieren" nahezu jeden Eiugebornen. Außerdem wird in das rechte Ohrläppchen ein Loch gebohrt, um ein ganz ansehnliches Stück Holz aufzunehmen, ferner steckt ein Bambusstück von den Dimensionen eines gewöhnlichen Bleistiftes in der Nase. Sonst verstümmeln sie ihren Körper nicht weiter. Das Haar, welche« schwarz und schlicht, nicht im mindesten gekräuselt ist, tragen sic geschnitten. Die Einschnitte, welche die Weiber an ihrem Körper anbringen, unterscheiden fich nur in der „Zeichnung" von denen der Männer. Wenn es regnet, suchen sie fich ein Obdach aus Rindenstücken und Zweigen zu machen, aber sie kennen auch nicht die Rudimente einer Hütte. Sie verweilen selten lange auf einem Platz. Sie haben kein Stein« geräth im Gebrauch; ihre Waffen und Fischspeere sind mit eisernen Spitzen versehen, die sie von am Strande gefundenen Tonnenreifen nehmen. Ihre Sprache, von der etwa hundert Worte nach Pelletier« Dictat medergeschrieben wurden, scheint gar nichts Gemeinsames mit dem Malaiischen zu haben, noch mit irgend einem der Papua-Dialekte, von 'denen Wörterbücher vorhanden sind. Sie zeichnet sich durch viele Nasallaute aus. Die Leute sind ganz unfähig. eine Parteinahme für die gesetzwidrigen Handlungen der mohammedanischen Aristokraten. Alles dies und noch vieles andere mußte noth-wendigerweise unter der Bevölkerung Unzufriedenheit und Erbitterung hervorrufen und dieselbe zur Selbstwehr greifen lassen. Tripko Grubacich, eines der Häupter jener nach Montenegro geflohenen Christen (Ustoten), wurde sogleich nach seiner Rückkehr von mehreren Türken augehalten und gefragt, weshalb er nach Montenegro geflohen sei. „Um dort Schutz zu suchen vor eueren Gewaltthätigkeiten!" war Tripko's Antwort. Schon wollten die Türken auf ihn einhauen, als eben in diesem Augenblick Kolschobascha und Medschlis-Mitglied von Reve-sinje, Gjuro Simovich hinzutrat und, um Blutvergießen zu verhindern, sich ins Mittet legte, indem er gegen den Türken seine Autorität als Richter (MedjchltS) geltend machte. Die Türken gaben zwar nach, doch kehrte sich nun ihr Unmuch gegen Simovich, der in einer Medschlissitzung die Mohammedaner ermahnte, sich nicht zu Gesetzlosigkeiten und Gewatthätigkeiten Hinreißen zu lasten. Des ändern Tages wurde Simovich ermordet. Den Mord führten einige Mohammedaner aus dem Geschlechte der Redschipaschichi aus. Kurz nachher wurde von den Türken ein zweiter Mord ausgeführt. Der Mehandschi (Gastwirth) Iola Gurdelja ward von den Türken des Neve» finjer Bezirkes beschuldigt, den aus Montenegro heimkehrenden hercegovinischen Uskoken (Flüchtlingen) Nahrung verabreicht zu haben. Er suchte sich zu rechtfertigen, indem er den Türken auöeinandersetzte, oa| er als Mehandschi versuchtet sei, allen ohne Unterschied, die es begehren, Getränke und Nahrung zu verabreiche'^ Daraufhin wurde Gurdelja ermordet. Diesen beiden Fällen folgte eine Unzahl anderer. So wurde kurz danach Javo Nadutilovich aus Radina von 6 Türken überfallen und ermordet. Radmilovichs Waffen und Heerde fielen den Türken als Beute zu. Gleichzeitig ermordeten die Nevesinjer Türken den Bauer Jlija Banjac, der eben auf feinem Ackerfelde beschäftigt war. Während alles dies geschah, rüstete sich Beg Adem Zukow zu einer Expedition ins Gebirge aus, bei welcher Gelegenheit er eine nicht unbedeutende Beute nach Haufe zu bringen beabsichtigte. Doch war all das nicht genug. Die Türken von Nevcsinje brauchten Munition, und da sie sich dieselbe nicht anders verschaffen konnten, so stürmten sie auf die großherrliche Pulverkammer los, öffneten dieselbe und bemächtigten sich auf diese Art alles MunitionsvorcathcS. Die Civilbehörven sowol als auch das Mititärcounnando ließen dies ruhig ge« fchehui. Ale die christliche Bevölkerung sah, daß cs die Türken wirklich erst meinen, und als sich die zu rechnen, und haben keine Worte für Zahlen. Die Beziehungen zwischen den Geschlechtern gleichen mehr denen zwischen Thieren als zwischen Menschen. Der Stärkste nimmt drei ober vier Weiber, und Kämpfe um de» Besitz derselben kommen sehr häufig bor. Wenn ein Mann aus irgend einem Grunde mit seinem Weibe unzufrieden oder desselben überdrüssig ist. so spießt er es einfach auf und damit ist« aus. Häusliche Streitigkeiten sind darum gewöhnlich von kurzer Dauer. Dabei findet sich bei diesem Stamm weder Menschmsresierei noch Kindermord ; es ist im Grgentheil nach Pelletier« Angaben ein gutherziges Volk und würde jeden weißen Mann, der unbewaffnet zu ihnen käme, gütig aufnehmen. Don irgend einer Religion ober einem Glauben an die Existenz irgend einer Art von unsichtbarer Welt scheint sich nicht die leiseste Spur bei ihnen zu finden. Pelletier ist natürlich eine lebendige (Kuriosität. Er wird jetzt dem französischen Consul in Sidney übergeben, der ihn ohne Zweifel nach Frankreich schicken wird. Waü fein schließliches Schicksal sein mag, läßt fich schwer sagen, aber es ist sicher, daß, wenn er als civilifierter Mensch gedeihen soll, ihm eine ganz neue Erziehung gegeben werden muß. (Schluß svlgt.) letztem auch bereits der Munition bemächtigten, konnten sie über die zu unternehmenden Schritte nicht mehr im Zweifel sein. 2000 Christen griffen zu den Waffen. Die Wege und Straßen zwischen Trevinje und Bilijech, Bilijech und Stoz, Stoz und Nevesinje, sowie endlich zwischen Nevesinje und Mostar wurden abgesperrt. Die befestigten Plätze find von hercegovinischen Aufständischen umschlossen. Bis zu diesem Augenblick ist es zu einem Zusammenstoß noch nicht gekommen, doch erwarten wir jeden Augenblick eine solche Nachricht." Die türkische Regierung hat zur Bewältigung der Aufständischen in der Hercegovina Truppenabthei-lungcn des dritten, in Monastir stationierten Armeecorps herangezogen. Heber die Stärke derselben ist nichts weiter angegeben. Doch kann dieselbe nicht sehr beträchtlich fein, da der Effectivstand des ganzen Corps nur etwas über 55,000 Mann mit 90 Geschützen auSmacht und'dasselbe gleichzeitig Albanien zu beobachten hat, wo die Stimmung unter den Arnauten ebenfalls schwierig sein soll. Bon dem Vormarsche der betreffenden Truppentheile ist bis jetzt nur die Nachricht eingclangt, daß dieselben Novibazar, den gefährlichsten Punkt auf ihrem Marsche erreicht hoben. Die Engpässe sind dort schwierig und unwegsam, die montenegrinische und serbische Grenze drängen sich von beiden Seiten heran und wenn vonseite der Bevölkerung dieser beiden Staaten etwaö zur Unterstützung der Aufständischen unternommen werden wollte, so war vorauszusehen, daß dies aller Wahrscheinlichkeit nach geschehen würde, bevor sich die anrückenden Truppen aus den Püffen, die vor dem Kessel von Novibazar nach der Hercegovina führen, entwickelt haben würden. Bis jetzt verlautet nichts von Unternehmen dieser Art. Die indirecte Drohung, welche von der Volksversammlung in Montenegro für den Fall des Vorbeimarsches türkischer Truppen ausgesprochen wurde, scheint eine solche geblieben zu sein. Jedenfalls wird man einigermaßen gespannt sein dürfen, welche Meldungen die nächsten Tage bringen werden. Politische Rundschau. Laibach, 26. Juli. Inland. Moriz v. Kaiferfeld, welcher schon früher im Sinne der i'öfung der Frage der politischen Verwaltungsreform publi-cistisch thätig gewesen, veröffentlicht in der „österreichischen Zeitschrift für Verwaltung" eine Arukel-reihe unter dem Titel: „Verwaltungsgerichtshof und Verwaltungsreform", welche die Aufmerksamkeit aller Kreise, die bestimmend aus die Lösung dieser Frage zu wirken haben, in hohem Grade verdient. Der Verfasser führt >n dem ersten Artikel, der vorliegt, zunächst den Gedanken durch, daß mit der Aufrichtung des VerwaltungSgerichtshofes in-bezug auf die Besserung unserer Verwaltungszustände nur ein halbes Werk gethan fei; oazu müsse eine solche Organisation des Verwaltungsdienste« selbst treten, welche, an sich vertrauenswürdig, zur Anrufung des VerwaltungSgerichtö-hofeö möglichst wenig Ursache geben würde. Kaiser-feld spricht es offen aus, daß das Gesetz über den Verwaltungsgerichtshof erst recht die Reform der politischen Verwaltung zu einer dringenden Notwendigkeit mache; ohne eine solche Reform würde der neue Gerichtshof auf einem weiten Gebiete der öffentlichen Verwaltung den Erwartungen nicht genügen, nicht nach der Seite des feine Hilfe in Anspruch nehmenden Publicum«, noch nach der Seite der im Interesse der Administration selbst liegenden Entwicklung des öffentlichen Rechtes. Der unglückliche Ar beiter ft rite in Brünn scheint endlich der Beendigung nahe zu sein. Die Fabrikanten haben sich schließlich doch zu billigen Concessionen bezüglich des Lohntarifeö hnbeigeloffen, und in zwei bedeutenden Fabriken nahmen die Arbeiter wieder die Arbeit auf. Hoffentlich ist dies das Signal zur allgemeinen Aussöhnung. Der Strike ist aber verlaufen, wie wir e« von Anfang voraus» gesagt, er hat beiden Theilen nur Schaden gebracht. Wie man aus Pest mittheilt, wird von der Regierung für den Beginn der ersten ©es* s io n des kommenden Reichstages das folgende ActtonSprogramm in Aussicht genommen: Die Zeit vom 28. August, für welchen der Reichstag einberufen ist, bi« zum 20. September soll der Con-stituierung der beiden Häuser, der Adreßberathung, den Delegationswahlen und eventuell der Erledigung kleinerer Angelegenheiten gewidmet werden. Hieraus sollen die Weinleseferien bis zum 15. Oktober ein» treten, nach deren Schluß der Reichstag das Budget möglichst rasch zu erledigen Hütte. Was dal Budget betrifft, so werden die einzelnen Ministe mit ihren Zusammenstellungen noch in diesem Mi-nute fertig werden. Die Berathungen über dir Thronrede, mit welcher der Reichstag eröffnet werden wird, werden im Ministerrath schon in iw nächsten Tagen beginnen. Im ungarischen Handelsministerium ist man mit der Vorbereitungen rät# Gesetzentwurfes über die Reorganisation der Handelskammern beschäftigt. Ferner soll da« Forstzrjq, welches bereits fett einigen Jahren im Entwuch fertig liegt, nunmehr gänzlich umgearbeitet werten Außerdem trägt man sich im Handelsministerimn mit der Absicht, dem nächsten Reichstag einen 8t« fetzentwurf über den Hausierhandel, welcher bisher noch durch ein österreichische« Patent geregelt ist, vorzulegen. Endlich ist auch ein Gesetzentwurf über die Regelung der Marktberechtigung in Vorbereitung das Handelsministerium will mit Rücksicht barmt daß die Märkte ihre wirtschaftliche Bebeutnng ol* mülig verlieren, Reftrictionen bezüglich der Kcr° leihung der Marktberechtigung eintreten lassen, jtt’ mal aber diese Berechtigung fortan auf eine gefa* liche Basis stellen, für welche die Einwohnerzahl die CommunicationSverhältniffe und die wirkÄ» Bedürfnisse maßgebend für die Verleihung diess Rechtes sein sollen. Wie man der „Allg. Zeitung" aaS schreibt, hat die Pforte ihre Abficht, den ^ stand in der Hercegovina energisch niederzuM^. auf diplomatischem Wege den Mächten untgrtiM Auch an die österreichische Regierung ist * solche Mittheilung erfolgt, und wie der Conespn' dent meint und wie man mit gutem Grunde c* rathen darf, ist sie hier in einer Weise aufgenoS' men worden, die Oesterreichs Zustimmung zu btff Entschluß der Türkei zeigt, kurzen Prozeß mit im Rebellen zu machen. Ausland Durch zwei Manifestationen ^ der Fürstbischof von BreSlau soeben bekundet, daß der preußische Episkopat, dessen ©w# Dr. Förster ist, sich allntülig mit dem Gebarf** vertraut macht, einen Modus vivendi mit der liner Regierung anzubahnen. Zwar sucht FörfiS» Organ, die „Schlesische VolkSzeitung", diese schließungen zu bemänteln und dadurch abz«^ chen, daß es erklärt, das Gesetz über die tung deS katholischen KirchenverrnögenS betreffe o» die höchsten und heiligsten Rechte der Kirche, P dem nur die Administration der zu ihrem Bestr»* unentbehrlichen irdischen Güter; aber so hat * Episkopat nicht immer gesprochen; er hat otelmtf* auf das heftigste gerade gegen dieses Gesetz pro* stiert. Die Meinung, daß Dr. Förster durch M der Nachgiebigkeit das ihm bevorstehende Schm^ der Amtsentsetzung von sich abwenden wollte, ff schwerlich stichhältig; wäre sie es aber auch, dürfte der bischöfliche Exulant von 3ohanne»Ci kaum seinen Zweck erreichen. Die „Deutschen uw richten" zerstören jede derartige Illusion, mbem ff bemerken: „Wenn Dr. Förster glaubt, durch dik theilwcise Anerkennung der kirchenpolitischen eine Einstellung des gegen ihn bei dem Gerichts für kirchliche Angelegenheiten schwebenden nmtKtf setzungsversahrens zu bewirken, so muß eine Täuschung bezeichnet werden. ES blo« fcF zweifelhaft, ob eine bedingungslose nochttagitw terwerfung den Spruch des Gerichtshöfe- f ntobificiercn würde." Di- Ultramontanen in Baiern haben. wie es scheint, nicht übel Lust, ihr Glück zu vrobieren und den Versuch zu machen, das Ministerium zum Weichen zu brtngeit Zu diesem Zwecke Ken fie ihre Majorität durch Annullierung der Wahlen in Würzburg und Regensburg zu verstär. km. Im günstigen S°ll° wurden ste dadurch die-auf 10 Mann bringen — 83 gegen 73 — »omtt immerhin die Möglichkeit gegeben wäre, das aeaenwärtige Ministerium zu stürzen. Daß es aber ffiJL ist mußten die Ultramontanen nach den 1869 rn.fi. -88 S _ eine Majorität von 12 Mann hatten, ohne ' Lutz aus dem Sattel heben zu lönuen. Ob fit diesmal einen kräftigeren Anlauf zu nehmen Zr«L das läßt sich noch nicht lagen, ebenso mmia ob nicht in einem solchen Falle das Ministerium zur Kammerauflösung und zu Neuwahlen schreiten würde. Die versailler N a t i o n a l v e r s a m m-r „ Lt ficfa am 21. d. mit der Vertagung«' nögt bt|*ä!li«i unb bin irobifMmtn ilnliag I rffttrimiffion wonach dte Ferren am 4. August Snnenunb am 4. November zu enden haben. zu beginne - e^en ^^rität von 470 gegen Stimmen angenommen. Die Commission hatte 105 Stmimen °n»b g?oDember flte be6 Ferien- scklMes bezeichnet, denselben jedoch aus Wunsch der »Äna welche die Auflösungsfrage nicht pra-N« wM. auf den 4. November nähergerückt. DieAnnäherung der l i b er al e n O r -T n nt ft e n an die Gruppe Lavergne wurde Li ha« unverschämte Auftreten der Bonapartrsten durch das u \aj ben Departements Herrn Ä'lto ihren Bundesgenossen darstellten der in ^’lmvwrherfteüuna des Kaiserreiches das einzige mTw ™ * Leidenschaften niederzuhalten. >nfJetT «wiakruna wirklich im Zuge ist, be-2t auch die Sprache"des orleanisüschen ..Journal r« rifl» welches constatiert, daß die Gruppen aLX ßaoerflne und der liberale Theil des rechten 1Ä* gegLättlg fl* »et Hn cheS Programm verständigen mrd sich endgiltig vereinigen wollen. ___________________ zur Tagesgejchichte. - geb. »amterg. Witterung. Laibach, 26. Juli. Morgenrots, die Alven klar, theilweife bewölkt, vormit tags ziemlich heiter, Sonnenschein, nachmittags Hausenwol ken längst der Alpen, schwacher NO. Wärme: morgens 6 Uhr + 16-7“, nachmittags 2 Uhr + 24 6« C. (1874 4- 20*6°; 1873 + 270°6.) Barometer im Steigen 737 58 Mm. DaS vorgestrige Tagesmittel der Wärme +■18*2" das gestrige + 17'9°, beziehungsweise um 14° und 1'7° unter dem Normale. Lebeusmittel-Preise in Laibach am 24. Juli. Weizen 5 fl. 20 tr.; Korn 3 fl. 20 tr.; Gerste 2 fl 40 kr.; Haser 2 fl. — tr.; Buchweizen 2 fl. 80 kr.; Hirse 2 fl. 80 kr.; Kukurutz 3 fl. — kr.; Erdäpfel 1 fl. 40 kr. Fisolen 4 fl. 80 kr. per Metzen; Rindschmalz 61 kr., Schwein fett 50 kr., Speck, frischer, 40 kr., Speck, geselchter, 43 kr, per Pfund; Eier 2 tr. per Stück; Milch 10 kr. per Maß Rindfleisch 27 tr., Kalbfleisch 23 tr., Schweinfleisch 28 tr. per Pfund ; Heu 1 fl. 10 tr., Stroh 1 fl. 5 tr. per Zentner hartes Holz 6 fl. 60 kr., weiches Holz 4 fl. 80 kr. per Klafter. Gedenktafel über die am 2 9. Juli 1875 stattfindenden Lici-tationen. 3. Feilb., Struklj'sche Real., Jernejsdorf, BL. Tscher-nembl. — 3. Feilb., Papez'sche jun. Real., Langenthon, BG. ©eisenberg. — 3. Feilb., Springer'sche Real., Jll.-Feistriz, BG. Tschernernbl. — 2. Feilb., KovaÜi'sche Real., Heil. Dreifaltigkeit, BG. Laas. - 2. Feilb., Zatrajset'fche Real., Nadlisek, BG. Laas. - 1. Feilb., Kotuik'fche Fahrnisse, Laibach, BG. Laibach. — 1. Feilb., Potrato'fche Werthpapiere, Sittich, BG. Sittich. — 1. Feilb., Zupankii'sche Real., Gumbise, BG. Sittich. Verstorbene. Den 24. Juli. Alfons Sajovic, Hof- und Gerichts-advocatenS-Kind, 9 Stunden, nothgetauft, Stadt Nr. 199, Schwäche. — Maria Dolenc, Schnerderswchter 51/, I., Kapuzinervorstadt Nr. 32, Rachenbräune. — Ignaz Detela, penf. Privatbeamter, 74 3_. Kapuzinervorstadt 40, schweren Blutschlage. Den 25. Juli. Adele Schunko, Restaurateurskind, 4'/« I-, Kapuzinervorstadt Nr. 50. Morbus Brightii infolge von Scharlach. Schmerzerfüllt geben wir Hiemit Nachricht, daß gestern früh um halb 3 Uhr unser geliebtes Töchlercheu, beziehungsweise unsere rhenre Schwester Adele Schunko nach längerer Krankheit im Alter von 5 Jahren aus diesem Leben abbernsen wurde. Die Beerdigung findet heute abends um 6 Uhr von der Todtenlapelle zu St. Christof aus auf dem dortigen Friedhofe statt. Laibach, um 26. Juli 1875. Johann und Aloisia Schunko, Eltern. Franz und Pictor Tchunko, Brüder. Marie »nd Mathilde Tchnnko, Schwestern. Lottoziehung vom 24. Juli. Wien: 40 31 85 74 2. Graz: 54 34 60 50 64. Wiener Börse vom 24. Juli. Staatsfonds. 5perc. Rente, öst.Pa». Mo. bto. öst. in Silb. Lose von 1854 . . . . kose von 1860, ganze Lose Don 1860, Fünft. Prämiensch. v. 1864 Qrandent.-Obl, Eiebenbürg. Ungarn ▲ctien. «nglo-Bank......... Kreditanstalt...... Depositenbank.... SScompte-Anstalt . . Franco - Bank .... HaudeUbank.......... «attonalbank .... Oest. Bankgesells. . . Union-Bank......... vereinsdank........ BerkehrSbank....... Alföld-Bahn . . , . Ikarl-kudwigbabn . . »eif. Llif.-Bahn . . Kais. Fr,.JosefSb . . EtaatSbabn......... Eüdbahn............| (Selb 70 95 7425 105-25 112-30 118— 135.50 81-— 82-25 Warel Pfandbriefe. 71-06 rag. öst. Bod.-Sredit. 74-3S bto. in 33 0. . . 105*50 Nation, o. SB. . . 112-50 llng. Bob.-Srebilanst. 118-50 _ , ..... 135-75 Pnoritate-ObL Franz-Ioses«-Bahn , Oest.-Norbwestbahu. Siebenbürger .... Staatsbahn........ 82-60 Eübb.-Ges.zn 500 Fr. bto. Bon« 110,20! 110-40 Ä14'75j2li>*— 135‘— 136"— 745*— <750*— 35'—> 34.50 5S 50i 54' »35 -«36 — 95*20; 95*40 89--! 89 50 128 - 128 50 227-75 228*— 181-75 181-25 162 — 162*50 278'— 279*— 94-60 ] 94*80 Lose. Crebit - Soft . . «ubolfe - Lose . Wecbs. (3Mon.) AugSb.loofl.sübb.W. Franks. 106 Mark Hamburg „ „ Bonbon 10 Psd. Eterl. Pari» 100 Franc» Münzen. flaif. Münj'Dncateu 20-Franc»Mlk.... f renß. A-stenscheine. ilber . . ®db;8cn 100*251««J 90-651 91-9» 97*60 86*80 95.75 93*50 73*— 141*75 106*- 9f*So St.l» »- WS 71» 14t- i»r» Ü3- 163BW-13»; 1«» 92*70 i M-S* 54.25,' 5t # M-30: 5t» 111-65 Ul » 44 05 «t« 5*25 5-e* 8-91» Mi 1*84'- 1<4«* 101-65 :i«11$ Telrgraphischrr Cursdericht am 26, Juli. Papier-Rente 71- Silber-Rente 74*-------------- 1860s Staats-Änlehen 112 60 — Bankactien 936.- «reWt815*-London 111-55 — Silber 101*75. — S. k.Witi-ucaten 5 24'/,. - 20-FrancS Stücke 8-90. - 100 «eich» mark 54-80 öitalnica-Restauration. Zu Ehren aller Annen heute Montag, 26. Juli, große mufilmlird)f Soiree städtische Musikkapelle, gute Speisen und (getränte. Anfang halb 8 Uhr abends. Ergebenster j. Tanbo, (500) Restaurant. Bei Josef Karinger Niederlage der Apparate )ur Seltister^ugM von Todalvajser, Gaö-Ltinonaden und anderen w^' sierenden Getränken (253) für 1 — l1/, - 2 — 31/* Liter circa ->/« - 1 - 1-/, - 2' . Maß per Stück fl. 9 -, 10 -, 11*50, 13 -, nef? lungen. Herabgesetzte Preise infolge großen Absatzes. Allerhöchst concessionierte Feuerversicherungs-Gesellschaft Irl British and Mercantile Insurance Company in London und Edinburgh. Laut vorliegender ofücieller Veröffentlichung der Bilanz für das Jahr 1874 betrug die Prämien-Einnahme bei der North British and Mercantile Insurance Company (gegründet im Jahre 1809) nach Abzug der Rückversicherungen .... öst. Währ. Silber 8.249,41U Schäden wurden im Jahre 1874 gezahlt................ „ „ 4.559,99d'W Der Gewährleistungsfond besteht in.................. „ » 39.539,»o Auskünfte urtheilt und Versicherungen übernimmt zu den billigsten Bedingungen die ^ Repräsentanz obiger Feuerversicherungs-Gesellschaft in Laibach Valentin Zeschko, Itiiram: ll»ii|it|iliitz Nr. 37», I Stock. I (482)'2 2 Verleger Ottemar Uamberg. Für die Redaktion verantwortlich: Franz Spitalcr-