Nro. 26. Frcytag den 1. April 1791.^' Inländische Nachrichten. N)ien den 26. Närz. Ihre Ma-zestas die Königin von Neapel haben dem Herrn Hofrath von Brambilla einen sehr grossen brillantenen Ring nebst iQoo fi. als Geschenk gegeben, wttl er wahrend der Krankheit Sr. Maj. des versiorbenell Kaisers so viele Muhe angewandt hat; auch den Herrn Hof und Leibmedikus Baron von Störk hat die Königin, bey Welcher er nur zwey Visiten gemacht hat, Mit einem sehr pre^iösen brillantenen Ring beschenket. Der Herr Regierungs Rath von Gaaß hat aber von dem König eine blau «malirte mit Brill nten besäte Dose bekommen , w?ll cr Sr. Majestät sämmtlich hiesige Iadt-jkcn ;eiqte. — Die vorige Wochen en^ief die schöne, junge Frau eines angesehenen Mannes mit ei-Ncm Englälidischcn Lord. Sie nahm zu ihrer Gesellschafterin ein Fraulein von '8 Jahren aus einer ansehnlichen Familie mit sich. Der Britte schrieb an ihrm ' Mann , der eben auf feinem Landgute j war: " Meln Herr! Seyen Sie Ihrer Frau wegen unbekümmert. Ich habe sie '^ Ihnen genommen, ich werde aber auch 1 fur sie sorgen. Das Friesische Komtoir 1 ln Wlen wtrd ihr jahrlich 4002 si. aus- ' zahlen, falls es ihr nicht mehr gefiel bey i nur zu bleiben. Die Madame---------— war ^ auchso großmüthig außer d?r nöthigen ^ Wasthe und Kleldung nichts von l>em 1 Gefthmuck und Gelde ihres Mannes mit ^ s,ch zu nehmen. — Statt des zur Illy- ! nfthen Hoskanzsey als Hofrath »berge- j 3m". Hofkrlegsraths Krauß , haben ^ Se. Maj. den gewesenen Oberfriegskom-" ^ "IN!"r Aucrhammer, ob er gleich im Vorschlage der Dritte war, MN Hof-- Der berühmte o.chter, blöhmger Qberösirreichischer Gu-bernlalfttmär Rat.^ky jsr von dem M Herrn Präsidenten dec Hofkammer, Grafen von Chotek, zum Sekretare bey dieser Stelle ernannt worden. So sind nun "ie Finanzen zum Theil mit den Musen schwesterlich vereiniget. Brünn den 2z. März. Es ist nunmehr durch mehrere Briefe aus Iassy bestattiget, daß sowohl der Fürst v. Po> temkin, als Graf von Souwarow nach Petersburg abgereiset sind, um dort übcr den Plan zum künftigen Feldzuge Abrede zu nehmen. Indessen bleibt Braila zu Land von dem Korps des Generals von Gudowitsch / und ;u Wasser von der bey Gallacz siehenden Rußischen Flottille eingeschlossen. — Gewisse Betrachtungen sol« len bey dem Bcrliner Hofe solchen Eingang gefunden haben , woraus man fast mit Gewißheit schlicßen könne, daß deswegen auch die Pforte sich in keine Fch-de mehr einlassen werde. Desto mchr Hoffnung zu einem baldigen allgemeinen Frieden, wobey zuletzt Oesterreich doch noch etwas erhalten dürfte. -" Der bisherige Kommandirende in Siebenbürgen, Herr General F. Z. M. ( nicht F. M. L. wie jüngst irrig gemeldet wurde )^Graf von Murowskn, ist es, den Se. Majestät in eben der Eigenschaft, statt dls Generals Varon von Enzenberg, in der Wallachey angestellt haben; und die Stcl-le des Erstern hat der General F. M. L. Baron von Wenkheim, der altere/ erhalten. Die in Bukarest angefangene scharfe Untersuchung dauert übrigens noch fort, und es sollen viele angesehene Personen darin verflochten seyn. Trieft den 21. März. Am 24ten sollen Se. Majestät in Venedig anlangen, allda werden Sie bis zum Zl. verweilen , am i. April aber gehet die Reist weiter fort über Padua / und die An- kunft in Florenz wirb am s. erfolgen. Der Aufenthalt zu Florenz wird bis zum is. April dauern, am l6. aber brechen die königl. Sizil. Majestäten von da wieder auf, um am 19. in Rom einzutreffen , allwo Sie bis zum 24. verweilen , am 2s. nach Kaeta kommen, und endlich am 26. April in Neapel zurück eintreffen werden. Se. Maj. reisen alsdann erst in die Lombardey, und gedenken 8 bis iO Tage in Mayland zu verweilen / nachher aber die Heimreise anhee anzutrettcn. prcßburg den 23. März. Se. Majestät der Kaiser haben den Herrn Qbri-sien v. Lebzeltern zum Generalmajor und Fesiungskommandanten zu Temeswar; den Herrn Feldmarschalllieutenant Baron von Schmidtfeld aber zum Kammandanren von Mantna zu ernennen geruhet. — Se. Majcstat habcn die Gebrüder Anton und Thomas Orlandini, wovon ersterer kön. ungarischer Hofkammersekretar, der zweyte aber Generalauditorlieutenannt und Beysitzer des Iudicii delegati militaris mirti in Oesterreich unter und ob der Ens, wie auch in den Vorlanden, ist, aus al-lergnadigster Rücksicht auf ihre mehrjährig dem Staate mit unverbrüchlicher Treue und Rechtschaffenheit geleisteten nützlichen Dienste, als eingebohrne Landeskinder, itt den ungarischen Adelstand, mit Nachsicht der Taxcn, zu erheben geruhet. — An den ungarischen Hofkanzler Herrn Grafen Karl von Palffy , haben Se. Majestät unterm 5. März folgendes gnadige Handbillet erlassen; "Lieber Graf Palffy! Ich bedaure sehr, daß Sie sich in die Lage versetzt zu sehen geglaubt haben, Ihre bisher so rühmlich, und zu Meiner vollkommensten Zufriedenheit bekleidete Kanz-lerstelle aufzugeben; Ich hoffe von Ihren erprobten Gesinnungen, Diensteifer und ^ttackement gegen mich zuversichtlich, daß Sie Ihr Amt wenigstens bis zu Meiner Zurückkunft beybehalten werden. Sollten Sie alsdenn bey Ihrem gefaßten Entschlüsse bleiben / so wird es Mir zum Vergnügen gereichen Sie zum wirklichen Konferenzminister zu ernennen, um dadurch sowohl Ihre ausgezeichnete Verdiensie :u belohnen, als auch einen neuen werkthatigen Beweis zu geben, wie sehr Ich geneigt bin den geäußerten billigen Wünschen der ungarischen Nation hierin zu willfahren. Leopold. ^ Den in Ofen und Pest befindlichen Garnisonen wird wegen Theurung, Kochmehl verabfolget, welches solche nach dem Bekosiigungs Preiß dem Aerario zu vergüten haben. Nagvbama den 8> März- Die zur Ausprägung neuer mit dem Portrait Sr. itzt regierenden Majestät Leopold II. durch die vortresticheu Meister - Hände des in seiner Kunst sehr berühmten Kammer» Me-daileur von Würth verfertigten Halipt Punzen sind bereits am 6. vorigen Monats durch einen Erpressen hier anbelangt nemlich für einfache uud doppel Dukattn Zwanzig «- und Zehnkreuzer Stücke, und Groschen. Die Aversseiten dieser Punzen erhalten, das Bildniß und Namen Cr. K.' K. apostolischen Majestät Leopold II. die Reversseiten aber wie vormalen den Reichsadler. Seitdeme wird mit Ausprägung dieser neuen Münzen thätigst fortgefahren. Die Portraits sind alle ganz dem höchsten Original ähnlich und unverbesserlich gemacht/ und verschaffen dem Nerferliger derselben von allen Kennern der Kunst , die die hohe Gnade hatten Se. Maj. persönlich zu sehen , den verdienten Beyfall. »- Die bekannte Amal« gamazio« gewinnet immer mehr Fortgang. Am 28. vorigen Monats sind durch den jüngern Herrn von Szeletzly in das hiesige k. k. Münzamt von der Amalgamazion an seinen Silber 212 Mark und 8 Loth, welches aus dem hiesigen bekannten Schwarzkupfcr erzeuget wurde, eingeliefert worden. Rlagcnfurt den 28. März. Se. K. K. Maj. haben den Joseph Joachim Hubmerhoftr, beyder Rechte Doktor und Advokaten zu Klagenfurt, nicht nur in Rücksicht der Verdienste seiner Vorältern, sondern auch in Anbetracht seiner dem Staate in verschiedenen Gelegenheiten ge, leisteten ersprießlichen Dienste , sammt seiner ehelichen Nachkommenschaft, in den Ritterstand der gesammten K. K. Erbländer, mit dem Prädikate v. Sonnenberg allergnädigst zu erheben geruhet. Brüssel den 7. März. Aus Breda vernimmt man, daß van der Noot und van Eupen sich zu Vergopzoom niedergelassen haben. Ersterer hält sich ganz-stille und unbekannt; der andere aberzeigt sich öffentlich , und hat sogar Er- -lal.'bniß, geists. Dienste zu thun. Auch befinden sich die Hrn. Lami und Gaveau, die das Schloß zu Antwerpen übergeben" haben, uebst dem Herrn Solares ebeu^ daselbst. Sie haben noch viele andere Revoluuonsschmicde bey sich, welche ihnen^ ihr Bisgen Geld aufzehren helfen und'^ noch immer ihren Freyheitsttaum fort-! träumen. — Das Dekret der französischen^ N. V., wodurch alle geistliche Güter M ein Eigenthum der Nazion erklärt wer-< den , hat verschiedenen Hochstiftcrn der niederländischen Provinzen, besonders Dor-nik, Vpern, Brügen u. s. w. ein ziemliches von ihren Einkünften abgezwackt. Dagegen sind jene geistliche Güter in Landen , welche dcr Klerisey Angehörten , nun deul Kaiser anheim gefallen, weil eben dieses Dekret den geistlichen Stand aufhebt. Um nun das Deficit an ihren Einkünften zu ergänzen, hat das Kapitel zu Kambrai, ein? Depttlazion nach Brüssel gesandt , um von den dmi Monarchen anhein gefallenen Gütern eine Vergütung für die ihnen in Frankreich genommenen Einkünfte zu erwirken. Graz den 28. März. Dcr Pascha bon Skutari nimmt bereits von der .Noblesse die Glückwünschungskomplimen-te, nachdem ihm eiu Abgeordneter der Pforte ncbst zoo Beutel Reisegeld den Ferman überbracht hat, worin ihn der Großhcrr zum Seraskier von Natolien und Servien erhoben. Er ist gesinnt seine Residenz in Belgrad auf »schlagen. Ausländische Nachrichten. Deutschland. Fre^burg den 19. März. Ein königl. Preußischer Oberbaudirektor hat eine Kriegsbrücke erfunden, die sich leicht transportiren , und schnell aufschlagen laßt, und überhaupt sehr grosse Vortheile gewahren soll. Die Zeichnung und Beschreibung davon hat man dem Könige überreicht, und man zweifelt nicht, daß h'e des Monarchen Beyfall erhalten werde. Frankreich. p.^ris den lo. März. Der König hat das Kommando seines Hossagers dem Herrn von Fayette anvertrauet. Wirk-ltch sind von diesem Generaldefehlsha-der der Nazionalgarde an die beyden obersten Höfämter die gemssensien Befehls ertheilt worden / damit diese sowohl als ihre Untergeordneten die Ordnung und Wohl-anstandigkeit in dem Innern des Schlosses Tuilerics aufrecht halten. Vorgestern fertigte er mit einem Adjutanten 'den Befehl an das Bataillon Mankonseil, daß es sich lual'sn ftrlig haltt:: soürc. Es soll in der Fcrn? e'N Uügcwitter aufsteigen. Die Feinde der Nevoluzion brennen vor Begierde, sich zu rächen. Sogar zeigte ein Glied der N. V. am Zttn an, in dein Lager zu Iales seyn bereits Zc> bis 4O,OQO Mann vers'anlnlelt ; ihre Anzahl vermehrte sich taglich, weil gesagtes Lager der Sammelplatz aller Misvergnüg-ten wäre, und diese schöne Gegenden des südlichen Theiles Frankreichs jeden Augen-blick den grösten Verwüstungen ausgestellt würden. Dagegen nahm Herr Martin, Deputirter aus dem nämlichen Departe-mente, das Wort, und sagte: er hab< Tages vorher Briefe von den Verwaltern erhalten , welche meldeten , daß kaum 4QOQ Mann in dem Lager zu Iales beysammen waren; sie hatttn keinen Anführer , der sich an ihre Spitze stellen woll« te, und sogleich sey es nicht möglich, dasi diese schlecht bewaffnete Rotte etwas ausführen könnte. Der fürchterliche Na me Iales wäre kein zu bekämpfendes La' ger, sondern ein Haufen schlechten Eesin' dels, das man zerstreuen müßte. ^ Wir0 alle Dienst -und Freytage nachmittags nm 4. Uhr auf dem Platze Nro. 135. m ocr vvn Kleiumaycrzcycll BuchhaydlunZ ausgegeben.