Hrinumeratlsus - Preise: Für Laibach: Ganzjährig . . ri fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 . 20 „ vierteljährig . 2 „ 10 » Monatlich... — ., 70 » Mit der Post: Ganzjährig...........12 fl. Halbjährig........... 6 „ vierteljährig........ 3 „ Laibacher r^ür Zustellung in- HauS tertelj. 25 kr., monatl. 9 kr. Einzelne Nummern 6 kr. Anonyme Mittheilungen werden nickt berückfichtigt; Manuskripte nicht zuritckgesendet. Re»«ctton Bahnhosgasir Nr. 18S. Ervediltous- L Jnser«te«-vure«u: Tongreßplatz Nr. 81 chender Rabatt. Für complicierten Satz besondere Vergütung. Nr. 211. Freitag, 15. September 1878. — Morgen: Ludmll». S. Jahrgang. Zum Ausgleich mit Ungar«. Dir Wähler können sich dariiber nicht beklagen, daß ihre Vertreter mit ihnen nicht Fühlung hätten. In den abgelaufenen Tagen fanden in den verschiedenen Provinzen Oesterreich- Wähleroersammlungen statt, in welchen ReichSrathSabgeordncte über ihre Thätigkeit im Reichsrathe Bericht erstatteten und bei dieser Gelegenheit auch den Ausgleich mit Ungarn behandelten. In einer am 10. d. nach Sternberg in Mähren einberufenen Wählerversammlung sprach der Reichsrathsabgeordnete Dr. Beer über die projektierte Regelung der Beziehungen der österreichischen Reichshälste zu den Ländern der Stefanskrone. In erster Linie beleuchtete der Redner die von mehreren seiner College» angedrohte Personal-Union und bemerkte, daß sich niemand darüber Wundern könne, wenn selbst treue Oesterrcicher, die dem Vaterlande und der Dynastie innigst zugethan sind, die den Reichsgedanken bisher hoch gehalten haben, unmulhig und überdrüssig über die herben, anmaßenden und überspannten Forderungen, die jen-seits der Leitha an Oesterreich gestellt werden, alle weiteren Beziehungen mit Ungarn abgebrochen wisse» wollen und der Ansicht Ausdruck geben, daß jede Reichshälste nicht einmal in Bezug aus Äeußeres und Krieg gemeinsame Berührungspunkte habe, daß der Zollverband gelöst, kurz, daß jeder Reichstheil selbständig verwaltet werde. Redner gibt zu, daß dieses getrennte Verhältnis wirklich eintreten könne, macht jedoch auf die großen Schwierigkeiten und Calamitäten, welche die Lösung des bisherigen Verhältnisses im Gefolge hätte, aufmerksam und betont, daß die österreichische Reichshälfte nicht daran schuld sei» wenn der Gedanke an eine Personalunion in Oesterreich immer tiefere Wurzel schlägt. Redner spricht die Ueberzeugung aus, daß es keinem Mitgliede des österreichischen Reichsrathes beifällt, in eine Erhöhung der auf Oesterreich entfallenden Beitragsquote einzuwilligen. Die Hinweisung Ungarns auf die größere Leistungsfähigkeit Oesterreichs und auf den vermeintlich kolossalen Aufschwung des wirthschastlichen Lebens in Oesterreich fällt infolge Eintrittes der volkswirthschaftlichen Krise gänzlich aus dem Bereiche weiterer Erwägungen; überdies hat die SteuerleistunL der österreichischen Länder in weit größeren Dimensionen zugenommen, als jene in den ungarischen Ländern. Nach Ansicht Dr. BeerS liegt die Erneuerung des Zoll- und Handrlsbündnisses im In teresse beider Reichshälften, und falls dieses gelöst werden sollte, würden beide ReichStheile zu leiden haben. Der Redner bedauert die in die Oeffent-lichkeit gelangte Thatsache, daß von ungarischer Seite für die Erhöhung einiger Zollsätze, welche die dies-seitige Industrie fordert, ein anderes Zugeständnis verlangt wird, eine allgemeiner Einfuhrzoll für Getreide nemlich ; dieses Verlangen widerspreche allen gesunden wirthschastlichen Gesetzen, und für die Erfüllung desselben läßt sich auch nicht ein stichhältiger Grund anführen. Die Forderung Ungarns bezüglich der Steuer-Restitutionen ist weittragender Natur. Redner konstatiert, daß Ungarn sich in diesem Punkte im Jrrthume befinde und die Folgen des Abkommens nicht ahnen konnte. Der schwierigste Punkt des Au-gleichspro-grammeS ist die Banksrage. Dr. Beer bezeichnet den Gedanken der Gründung einer dualistischen Bank als eine Originalität, bezeichnet das Project als ein geradezu ungeheueiliches und kann die Bemerkung nicht unterdrücken, daß es unglaublich erscheine, wie Männer, die nur einigermaßen mit wirthschastlichen Fragen, speciell mit Bankfragen sich beschäftiget haben, die Durchführbarkeit auch nmr für möglich halten konnten. Die Gründung einer dualistischen Bank wäre von den nachtheiligsten Folgen für die cisleithanische Reichshälfte; das Project der Trennung des derzeit einheitlichen Bankinstitutes ist für Oesterreich unannehmbar. Dr. Beer erwähnt weiter, es fei auch auf die Bankschuld von 80 Millionen Rücksicht zu nehmen. Seit einem Decennium beschäftigt sich Ungarn mit der Beweisführung, daß es nicht verpflichtet sei, irgend eine Quote von dieser Schuld zu übernehmen ; es sei jedoch endlich an der Zeit, auch diese sich lange herschleppende Frage zu erledigen. Auch die Central-A ctiven, über deren Höhe nach Verlauf von fast zehn Jahren Klarheit nicht vorliegl, seien ins Auge zu fasten. Bekannte Sache ist es, daß auf die gemeinsamen Activen Ungarn gleichen Anlheil mit Oesterreich anstrebt. Dieser unberechtigte Anspruch muß jedoch mit aller Entschiedenheit angefochten werden. JeuiLeton. Coeur-Dame. 'Novelle von Fr. Willibald Wulsf. (Fortsetzung., Frau von Erbach war Zeugin dieses kurzen Gesprächs gewesen. Sie preßte die Lippen auf einander, um ihrem inneren Groll Schweigen zu gebieten, und hielt nur mit Mühe die Thränen Zurück, welche ihre tödtlich beleidigte Eitelkeit hervorrief. Der übrige Theil des Abends verging, ohne daß Luise wieder in die Gesellschaftszimmer kam. Sie wollte es vermeiden, aufs neue mit dem Freiherrn zusammen zu treffen, denn sie fühlte, daß sic vicht imstande sein würde, ihm den Zustand ihres Herzens zu verbergen. Rudolf schien auffallend zerstreut, nachdem sie verschwunden. Unaufhörlich regle sich der Wunsch in ihm, sie aufzusuchen, aber da er sah, das Jda von Erbach ihn spöttisch fixierte, und auch Hochfels nicht abließ, ihn zu beobachten, so gab er diesen Vorsatz auf und beschränkte sich darauf, — »n sie zu denken. Der Gesellschaftsabend neigte sich seinem Ende zu, und die größere Anzahl der Gäste hatte sich be> reilS verabschiedet, als die schöne Witwe sich dem jungen Freiherrn, welcher fast den ganzen Abend von ihr entfernt geblieben war, näherte und ihn bat, sie an ihren Wagen zu geleiten. Rudolf konnte diese Bitte nicht ablehnen» da dieselbe von der Generalin und mehreren Damen gehört worden war. Mit einer kalten Verbeugung bot er ihr den Arm und führte sie hinaus. Es schien Jda'S Absicht, ihn zu versöhnen, denn es war ihr nicht entgangen, daß er ihre boshaften Bemerkungen über Luisens Gesang gehört hatte, aber sie konnte den rechten Ton nicht finden, und ihre Entschuldigungen dienten nur dazu, seine Mißstimmung zu steigern. „Ich sehe, Herr Baron," sagte sie, als Rudolf die Thür des Wagens schon geöffnet hatte, „daß es vergeblich ist, Ihre sentimentale Laune zu verscheuchen. Woran denken Sie jetzt, da Sie mich so ernst ansehen," fügte sie mit erzwungener Heiterkeit hinzu, als Rudolf nicht antwortete. Er reichte ihr schweigend die Hand und hob sie in den Wagen. „Nun, Herr Baron, ich verlange zu wissen, woran Sie denken." „Gnädige Frau," entgegnete Rudolf in bedeutungsvollem Tone» „ich denke an den Unterschied, welcher zwischen einem cdansollötts und einem deutschen Volksliede herrscht." V. Seit jenem Abend konnte Rudolf Luisens Bild nicht mehr aus seinem Herzen verbannen. Unäuf-hörlich klang ihr seelenvoller Gesang in seinin Ohren und fand ein Echo in seiner Seele, immet sah er ihr blasses Antlitz vor sich und hörte die Wörte, welche sie mit einem so düsteren SchwerMth gr« suugen hatte: „Ich möcht' am liebsten sterben — Dann wär's aus einmal still.* Zur Ehre des jungen Freiherrn müsstn wir erwähnen, daß er das Mädchen zu einer flüchtigen Liaison für viel zu gut hielt und nicht daran dachte, ihr gegenüber seinen Rang und seinen Reichthum geltend zu machen, waS so viele andere Män-ner bei Mädchen ihres Standes gethaU haben würden. Zu dem Gefühl einer wahrhaften Zuneigung gesellte sich eine Art unerklärlicher Scheu, welche^hn Dr. Beer bedauert schließlich, daß man sich in maßgebenden Kreisen nicht auch mit der Frage über die Herstellung der Valuta beschäftiget. Diese wichtige Frage ist seit Jahren ein Krebsschaden unseres Staates und dürfte es wol noch für lange Zeit bleiben. Oesterreichs volkswirthschastliche Zustände verlangen auch in dieser Beziehung Abhilfe, denn unsere wirthschastlich bedrängte Lage kann nicht gesunde», so lange das papierne Umlaufsmittel aufrecht bleibt; es könne nicht zugegeben werden, daß die Behandlung dieser Frage auf weitere zehn Jahre erstreckt wird. Während des Verlaufes der nächstbevorstehenden Reichsrathssession ist es dringende Pflicht der Volks. Vertreter, alle Punkte, welche bei den staatsrecht, lichen Verhältnissen unseres Reiches eine Vereinbarung mit Ungarn erheischen,-eingehmd und streng. stenS zu prüfen und zu erwägen. Die Grundsteine einer Staatsordnung müssen auf festem Boden ruhen. Politische Rundschau. Laibach, 15. September. Inland. Der „P. Lloyd" meldet, daß erst ein in nächsten Tagen stattfindender Ministerrath, zu dem die Mehrzahl der Minister von ihren Urlauben nach Wien zurückkehren wird, den Termin für die Wiedereröffnung des Reichs. rathS festsetzen und andere hiemit in Verbindung stehende Fragen erledigen wird. Aus diesem Grunde sei die Meldung von einer Verschiebung der Wiederaufnahme der Parlamentsverhandlungen bis zum 15. Oktober unbegründet. „Die Annahme," so theilt man dem genannten Blatte aus Wien mit, „daß "An Provisorium damit geschaffen werden solle, in. dem man den bestehnden Ausgleich auf ein Jahr verlängert, ist durch die ganze Lage der getroffenen Abmachungen ausgeschlossen, da die Schwierigkeiten, die nach den Anschauungen einiger Blätter zwischen beiden Regierungen noq bestehen sollen, einfach schon längst überwunden sind." Die „Bohemia" constatiert die Richtigkeit der im Zuge befindlichen Verhandlungen zwischen den Führern der Rechtspartei und den czechischen Abstinenz-Politikern und berichtet, daß nicht Graf Hohenwart, sondern Weiß v. Starkenfels und Lienbacher die Träger der Unterhandlungen seitens der Rechtspartei waren. Graf Hohenwart soll die Czechen schon „so ziemlich aus-gegeben" haben. Die „Deutsche Ztg." bemerkt zu dieser Meldung: „Praktische Bedeutung hat diese Nachricht jedenfalls nicht, umsoweniger, als es eines Zuwachses von Föderalisten in den Reichsrath nicht bedürfen wird, um die Lage der Ausgleichsmacher dem Parlamente gegenüber keineswegs sehr tröstlich abhielt, ihr die Empfindungen zu gestehen, welche ihn beseelten. Rudolf besaß feste, stolze Grundsätze, welche ihn schon in manchen Lagen des Lebens vor Verirrungen bewahrt hatten. Seine frühe Selbstständigkeit und die Reife der Anschauungen, welche er sich auf seinen Reisen und im Umgange mit den verschiedenartigsten Menschen erworben hatte, waren trefflich dazu geeignet, feinem allzu feurigen Temperamente zu wehren. Selbst die blendende, verführerische Erscheinung der Frau von Erbach hatte nicht vermocht, seine Grundsätze zu erschüttern und ihn zu der in den vornehmen Kreisen herrschenden leichteren Anschauungsweise zu bekehren. Immer hatte der Jüngling sich lstolz abgewandt, wenn seine so-genannten Freunde sich bestrebt, ihn in den Strudel eine» freien, ungebundenen Lebens hineinzuziehen. So hatte er auch Waldheim abgewiesen, welcher ihn veranlassen wollte, an einem Spielclub theilzuneh-men, welcher fast alle jungen Cavaliere der Residenz zu seinen Mitgliedern zählte. Diese kurzen Andeutungen werden genügen, um es begreifen zu lassen, daß er ritterlich kämpfte, um die aufkeimende Neigung zu der Gesellschafterin der Generalin zu unterdrücken. Er sah kein Heil in dieser Liebe, denn er erkannte recht gut, welch' ungeheure Hindernisse sich erscheinen zu lassen. Die Verurtheilung ihres Werkes ist nachgerade eine allgemeine geworden, und die Stimme der Entschuldiger — Vertheidiger gibt es längst nicht mehr — wag! sich nur selten und schüch. tern mehr an die Oeffentlichkeit." Zur Ausgleichs frage schreibt die gra-ger „Tagespost" : „Das läßt sich schon heute mit Bestimmtheit aussprechen: die Zahl derjenigen verfassungstreuen Abgeordneten, welche aus Parteidisci-plin, aus bloßer Hingebung an das Ministerium, aus Furcht vor dem Rücktritte desselben für den Ausgleich stimmen, wird eine verschwindend kleine sein, und noch kleiner das Häuflein derer, die sich rtwa durch das Bedenken: man „habe keine Zeit für langwierige Beralhungen", zu einer Annahme in Pausch und Bogen bestimmen lassen. Für diese Auffassung spricht nicht allein die mit jedem Tage intensiver werdende Volksbewegung, dafür spricht insbesondere auch der hochbemerkenswerthe Umstand, daß sich bereits verfassungstreue Abgeordnete aller Parteigruppen durch ihr öffentlich abgegebenes Wort zur Ablehnung der magyarischen Bedingungen verpflichtet haben. ... Eine Abstimmung nach Frac-tionen ist nicht mehr gut denkbar. Man wird Mann gegen Mann stehen; nur derjenige wird für den Ausgleich stimmen, welcher ihn aus Ueberzeugung acceptieren zu können meint. An der fundamentalen Wichtigkeit der Streitfrage werden alle parlamen-tarifchen Kunststücke wirkungslos abprallen." Ausland. Zwischen den Cabinetten findet, wie die „Allg. Ztg. " aus Wien erfährt, ein Ge> dankenausiausch über die Nützlichkeit oder Nothwen-digkeit einer mit dem Friedenswerk zu verbindenden Revision der bezüglichen Stelle des pariser Vertrages statt. Wie dem genannten Blatte aus Berlin mitgetheilt wird, scheint Rußland nicht geneigt, dem Gedanken an eine bewaffnete Intervention auf der Balkan-Halbinsel zu entsagen, wenn nicht die Pforte sich innerhalb einer bestimmten Frist zur Bewilligung aller russischen Forderungen herbeilassen sollte. Darauf deuten auch die umfassenden kriegerischen Vorbereitungen hin, welche Rußland seit Monaten getroffen hat und welche, allen officiösen Widersprüchen zum Trotz, mit wachsendem Eifer betrieben werden. Augen-fcheinlich sind es die türkenfeindlichen englischen Meetings, welche Rußland in dem Vorhaben befestigt haben, die Dinge im Orient nach seinem Programm regeln und ändern zu wollen. Ob bei dieser Politik die Erhaltung der Eintracht mit seinen bisherigen Bundesgenossen möglich sein wird, ist eine andere Frage. Einstweilen werden die von den außerordentlichen Abgesandten des berliner und des wiener Hofes eingeleiteten Verhandlungen mit dem St. Petersburger Cabinet fortgeführt werden. einer Verbindung mit ihr entgegenstellen würden, und er beschloß daher, dieser Liebe zu entsagen. Schon der Entschluß war schwer, und die Ausführung? Er kämpfte unausgesetzt, — aber ohne Erfolg, denn je mehr er sich bemühte, ihr Bild in den Hintergrund zu drängen, desto heftiger brach diese Liebe hervor. Er versuchte sich durch Lectüre, durch Gesellschaften und Vergnügungen zu zerstreuen, aber e« gelang ihm nicht, sie zu vergessen. Fast eine Woche gewann er es über sich, das Haus der Ge-neralin zu meiden, aber nach Verlauf dieser Zeit war es ihm nicht länger mehr möglich, dem Drän-gen seines Herzens Widerstand zu leisten. Mit übernatürlicher Gewalt zog ihn die Sehnsucht dahin, wo sie waltete; er konnte nicht mehr widerstehen, unaufhaltsam trieb es ihn seinem Schicksale entgegen. Der Zustand, in welchem sich Luise befand, war so ziemlich derselbe, obwol sie in einem Punkte glücklicher daran war als er. Sie liebte Rudolf mit jener Liebe, welche schon im Entstehen entsagt. Man wird diese Resignation in dem Herzen eines jungen Mädchens, welches zum erstenmale wahrhaft liebt und sich dem Gedanken an den Gegenstand dieser Neigung ohne Rückhalt hingibt, kaum begreif« Sicherer Information zufolge, welche die „Nat. Ztg." empfing, haben fämmiliche Mächte, namentlich auch England, ihre Vertreter beauftragt, bei der Pforte das Verlangen nach Waffenstillstand auf das dringendste zu wiederholen. Das rumänische Amtsblatt dementiert die Mittheilung des bisher für officiös geltenden „Journals de Bukarest," wonach die Pforte dem Fürsten Karl den Thronwechsel mit denselben Worten wie den türkischen Gouverneuren und Genrralen angezeigt habe. Der Großvezier habe im Gegentheile die Thronbesteigung des neuen Sultans durch ein in sehr höflicher Weise abgefaßtes Telegramm an den Fürsten nvtificiert. Die Pforte hat, wie dem „P. Lloyd" aus Konstantinopel telegraphiert wird, den neuerlichen Vorschlag England S, eine Waffenruhe von längstens vier Wochen zu bewilligen, abgelehnt. Die Pforte besteht auf Schleifung der Festungen, respec-tive Besatzungsrecht in denselben, und auf Neu-Jn. vestitur des Fürsten Milan. Für Bulgarien ist die vollständige Unabhängigkeit der bulgarischen Kirche vom griechischen Patriarchen in Konstantinopek und eine auf breiten Grundlagen beruhende Ge-meinde-Autonomie in Aussicht gestellt. Der Vali Ass im Pascha erklärte einigen hervorragenderen Bulgaren in Rustschuk, daß er diesbezüglich bereits Befehle aus Konstantinopel erhalten habe. Der bulgarische Exarch wird den Titel Patriarch an-nehmen und in Orchida residieren. Die Dorfpolizei, die Justiz, die Schulen, die Spitäler und Straßen werden der autonomen Verwaltung der Gemeinden unterstellt. Zur Tagesgeschichle. — Gegen den Ausgleich. Der Reichsraths, abgeordnete Dr. Heilsberg erstattete am 12. L. in Mürzzuschlag vor einer zahlreich besuchten Wählerversammlung den Bericht über seine Thätigkeit in der letzten ReichsrathS« Session. Die Versammlung sprach ihm ihre Zustimmung und ihren Dank aus und votierte ihm ihr Vertrauen. Bezüglich des Ausgleiches mit Ungarn sprach sich Dr. Heilsberg in entschiedenster Weise gegen die aus demselben für uns erwachsende Mehrbelastung aus und erklärte, Laß die Personalunion vortheilhaster als dieser Ausgleich sür uns sei — eine Erklärung, der die Versammlung einhellig zustimmte. — Abgeschasste Ausländer. Im August l. I. wurden 34 Ausländer aus Oesterreich abgeschafft. Hievon entfielen auf England, die Schweiz und Württemberg je ein Individuum, auf Italien vier, aus Preußen und auf Rußland je sechs, auf Baiern sieben, aus Ungarn acht Per-sonen. — Wie in Krain! Der leidige Kamps unter den Parteien will zu Pilsen in Böhmen kein Ende nehmen. Kaum glaubt man sich vor den Eignern ein wenig gesichert, lich finden, wenn man aber daran zurückdenkt, was sie schon seit ihrer frühesten Jugendzeit erduldet, daß ihr ganzes Leben fast nur eine einzige Kette von Schmerzen und Enttäuschungen war, so wird man zu der Ueberzeugung gelangen, daß nur eine derartige Liebe in ihrer Brust Wurzel fassen konnte. Wie konnte sie, die arme Waise, welche sich in einer so niederen Sphäre bewegte, jemals daran denken, die Neigung des reichen, stolzen EdelmanneS zu er» ringen, dem die vornehmsten Kreise der Residenz huldigten? Zwar kam ihr häufig der Gedanke in den Sinn, daß sie ihm an Rang und Geburt ebenbürtig sei, aber schon im nächsten Augenblicke drückte sie das Andenken an den Tod ihres Vaters um so tiefer zu Boden. „Nie, niemals darf er erfahren, daß ich das Kind des Mannes bin, welcher seinen Tod in den Fluten des Stromes gefunden hat," murmelte sie, wenn ihr die Liebe heitere, verlockende Bilder vor die Seele zauberte. „Auf meinem Haupte lastet der Fluch eines erbarmungslosen Schicksals; die Tochter eines Selbstmörders hat keinen Anspruch auf das Glück, welches seine Liebe gewähren würde." (Fortsetzung folgt.) kommt daS dortige Allczechenorgan und droht bei Beginn des Schuljahres denjenigen czechischen Eltern, welche ihre Linder in deutsche Schulen schicken, mit Veröffentlichung der Namen, damit die „Nation" die „Vaterlandsliebe" der Treulosen kennen lerne. Dabei verschweigen aber die Liebhaber einer nationalen Proscriptionsliste, daß die czechischen Eltern ihre Kinder nur deshalb in deutsche Schulen senden, damit sie in denselben beide Landessprachen gut erlernen. — Gegen Selbstverstümmelung. Mit dem gepriesenen Patriotismus und Kriegseifer der Serben scheint es nicht sv hochgradig zu stehen, wie die nationalen Blätter berichten. Fürst Milan fand sich veranlaßt, folgendes Dekret zu erlassen: „Auf Vorschlag unseres Ministerrathes und wit Rücksicht aus den Z 56 der Verfassung wird verfügt: Derjenige, welcher im Kriege sich in der Absicht verwundet, um dem Kampfe auszuweichen, verriith hiedurch seine braven und ehrbaren Waffenbrüder, die ferbische Armee, sein Vaterland, und er verdient deshalb die höchste Strafe, selbst den Tod" n. s. w. Lokal- und Provinzilll-Angelegenheiteu. Graf Anton Auersperg. Ein Mann, der Laibach seine Weburtsslätte und Krain sein Heimatland nannte; ein Mann, edel von Geburt, Geist und Herz; ein Mann, ausgestattet mit hervorragenden geistigen Eigenschaften; ein Mann, der schon vor einem Halden Jahrhundert das herrliche Lied von der goldenen Freiheit Oesterreichs sang; ein Mann, dessen staats-männische Begabung im Herrenhause des österreichischen Reichsrathes so glänzende Ersolge errang'; ein Mann, dessen Brust bis zum letzten Athemznge echter Patriotismus belebte ; ein Mann, der als beredter Anwalt für Freiheit und Fortschritt kämpste; ein Mann, dessen ganzes Leben dem Vaterlande geweiht war; ein Mann, der gegen Absolutismus, Reaction und Pfaffenherrschaft jederzeit die geistige Waffe kräftig führte; ein Mann, welchem vor fünf Monaten das ganze liberale Oesterreich und die ganze gebildete Welt die sprechendsten Beweise hoher Achtung dargebracht — wird heute zur ewigen Ruhe bestattet. Kaum sind die Freudenklänge, die der Jubelfeier des hervorragenden österreichischen Dichters und Staatsmannes im In- und Auslande gegolten, verstummt, als die Todten-glocke sich beeilte, die Trauerbotschaft zu verkünden: Graf Anton Auersperg — Anastasius Grün — ist todt! Der Jubelhymne, in welche das ganze liberale Oesterreich, das ganze gebildete Ausland, namentlich Deutschland, einstimmte, solgt heute herzzerreißender Grabesgesang. Das liberale Oesterreich erleidet durch den Tod des freiheitlichen Dichters und gewiegten Staatsmannes einen schweren, schmerzlichen, großen Verlust. Das liberale Oesterreich betrauert den edelsten Sänger, den Vorkämpfer seiner Freiheit, deren Stirne Anastasius Grün zuerst geküßt; das liberale Oesterreich betrauert den muthigsten Führer der freiheitlich gesinnten österreichischen Pairskammer; das gesammte liberale Oesterreich betrauert den eifrigsten Kämpen des Liberalismus. Anastasius Grün- war es, der schon in der Blüte seiner Jahre als Dichter sür das „freie" Oesterreich in den geistigen Kamps ging, dem Absolutismus und der klericalen Herrsch,^ ljesx Wunden beibrachte, den Chicanen der Metter-"^'Ichen Polizei und den Lästerungen der klerical-reactio-^ ren Partei zum Trotz die hellklingenden Saiten seiner Lyra anschiug. Graf Anton Auersperg war es, der im gefisten Mannesalter im Herrenhause des österreichischen Reichsrathes seine Stimme sür freiheitliche Institutionen krhob und auf die Häupter der Klericalen und Reaktionäre en Donnerkeil seiner begeisterten Rede fallen ließ. Die Ideen der Freiheit, welche schon in vormärzlicher Zeit des Dichters Geist und Herz belebten, nahmen in Oster-reich allmälig greifbare Formen an, daS Wort deS Dichters > Fleisch geworden. Der gewiegte Staatsmann sah jenes ^ eal, jenes freie Oesterreich, welches der begeisterte Dichter o besungen, von welchem er so oft geträumt, lebende estalt annehmen. Mag Austria auch nicht jene freiheitliche estalt angenommen haben, wie der edle Sänger der Freibin ^ gewünscht, der Dichter und Staatsmann sah immer-Lnd ^ goldenen Freiheit in Oesterreich anbrechen, die Saat, welche im Jahre 1848 dem Boden Oester- reichs entkeimte, wird, wenn auch langsam emporschießend, zum Heile Oesterreichs segensreiche Früchte bringen! Was der für Freiheit begeisterte Dichter seinerzeit in seinen Liedern fang, für das trat der Staatsmann als edler Ritter mit offenem Vifir im Parlamente ein. Gra Anton Auersperg — Anastasius Grün — hat sich als echter Edelmann, als echter Oesterreicher bis zur letzten Stunde seines Lebens bewährt. Die dichterischen Schöpfungen des Sängers waren seinerzeit der Polizei ein Dorn im Aug' und Ohr'; die echt deutsche, liberale Gesinnung des Landtagsabgeordneten und Herrenhausmitgliedes wurden leider nur zu oft vom Hasse der Nationalen in Krain begeifert. Zum Glück bleiben die dichterischen Schöpsungen des deutschen Sängers der Nachwelt unversehrt erhalten, und dem Blitzstrahle der National-Klerikalen, welcher sich über dem Haupte des gewiegten Staatsmannes entladen hatte, fehlte die zündende Kraft. Ein Oesterreich, wie es seinerzeit Kaiser Josef schaffen wollte, war das Ideal des Dichters Anastasius Grün; er wollte Oesterreich aus dem Wege des freiheitlichen Fort-schrilles zum Gipfel der Macht gelangen sehen. Ei» Oesterreich, frei von Absolutismus, frei von Reac-tion, frei von Rom, ausgestattet mit freiheitlichen Institutionen, war das Ideal des Staatsmannes GrafenAnton Auersperg, für welches er mit edlem Mannesmnth in die Schranken trat. Die Leiche des Grasen Anton Auersperg, des Dichters Anastasius Grün, ruhe in Frieden, sein Geist jedoch möge in Oesterreich fortleben. An der liberalen Partei in Oester» reich, beziehungsweise Krain, ist es, dem hervorragenden öster-reichischen, heimatlichen Dichter und staatsmanne ein immer» währendes ehrenvolles Andenken zu bewahren. Am 13. und 14. d. strömte nahezu die gesammte Bevölkerung von Graz in das Palais Auersperg, um den großen Todten noch einmal zu sehen. Der Katafalk stand in einem dunlel drapierten, von zahlreichen Flammen erleuchteten Zimmer. Der Verstorbene lag schwarz gekleidet, mit schwarzem Flor bedeckt, durchaus nicht entstellt, sondern geradezu verklärt, im offenen Sarge. Unzählige Lorbeer-und Blumenkränze lagen zu Füßen des Sarges. Die kirch-liche Einsegnung erfolgte heute nachmittags um 3 Uhr in Graz. Die Straßen und Gassen, durch welche sich der Leichenzug bewegte, waren mil Gasflammen beleuchtet und mit Trauerfahnen beflaggt. Zur Leichenfeier fanden sich auch Deputationen wiener, linzer, grazer und vieler steiermärkischen Vereine, Deputationen der Landesvertretungen aus Steiermark, Krain, Nieder- und Oberösterreich, der grazer Gemeinderath io corpore und die Präsidenten beider Häuser des Reichsrathes ein. Nachdem aus Gurkseld die telegraphische Meldung in Graz eiulangte, daß der Erfüllung des Wunsches des Grafen — in Haselbach an der Seite seine« Vaters bestattet zu werden — kein Hindernis im Wege stehe, so wird nach dem Wunsche des Verstorbenen die Leiche nach kirchlicher Einsegnung in Graz auf den dortigen Südbahnhof und sofort nach Gurkfeld, beziehungsweise Hasel-bach, in «rain überführt werden, wo morgen um 3 Uhr nachmittags die Beisetzung der Leiche erfolgen wird. Diesem feierlichen Acte werden Vertreter der krainer Landesregierung, des krainer Landtages, der Stadtgemeinde Laibach, deS Groß-grnndbesitzes aus Krain, Depulalioneu des konstitutionellen Vereins und des laibacher Turnvereins, der philh. Gesellschaft und viele Freunde und Verehrer deS gefeierten Dahingeschiedenen aus Laibach beiwohnen. Der konstitutionelle Verein, der Turnverein und die Philharm. Gesellschaft spendeten prachtvolle Kränze. AuS dem Testamente des Grasen Anton Auersperg, dessen Wortlaut wir im morgigen Blatte vollinhaltlich brin-gen werden, theilen wir vorläufig solgendes mit: Witwe Gräfin Auersperg verbleibt im unbeschränkten und unver-rechneten Fruchtgenuffe des erblafferischen Vermögens; Sohn Theodor ist Universalerbe; zur Errichtung von vier Stu-dentenstistnngen (zwei für Krain) wurden 30,000 fl. in Obligationen gewidmet; Otto Freiherr v. Apfaltrern eventuell Ritter v. Wafer übernimmt die Vormundschaft deS erblafferischen SohneS. — (Kaiserin Elisabeth) ist von ihrer Seereise nach Athen am IS. d. nach Triest zurückgekehrt. Ihre Ma» jestät verläßt am 16. d. Triest, wird in der Bahnhofstation Laibach morgen abends um 7 Uhr 30 Minuten daS Diner einnehmen und sodann die Rückreise nach Wien fortsetzen. --(Kronprinz Rudolf) ist mit dem gestrigen triester Schnellzuge nach Tirol hier durchgereist. — (Die Seelenmessen) für den Grasen Anton Auersperg werden morgen um 10 Uhr nicht in der hiesigen Dom-, sondern in der Franziskauerkirche gelesen werden. — (Der LandeScomma ndierende FZM. Freiherr v. Kuhn) besuchte gestern abends die Locali-täten der Tasinorestauration und des CasinovereineS. — (Ha n d e lsk am m e rsitzun g.) Die Handels-und Gewerbekammer für Krain hält heute um halb 7 Uhr abend« im städtischen Magistratssaale eine ordentliche öffentliche Sitzung ab. Die Tagesordnung derselben bilden nachstehende Punkte: 1. Vorlage des letzten Sitzungsprotokolle». 2. Geschäftsbericht der Kammer. 3. Berichte der I. Section: ») über die Errichtung des Aichamte« in Krainburg; d) über die Ucbelstiiude des HaiisterwefenS ; e) Vorschlag für 3 erledigte HaudelSgerichtS-Beisitzerstellen beim Kreisgerichle in Rudolfs-werth; ä) über die Aenderung der Ministeriol-Verordnung vom 17. Juni 1865, Z. 40 R. G. Bl., betreffend die Vor-fichtsmaßregeln bei der Versendung, dem Transporte, dem Detailhandel, der Aufbewahrung und der Fabrication der Mineralöle im Sinne einer freieren Verkehrsbewegung mit diesem Belkuchtungsstoffe. 4. Berichte der III. Section: s.) über die MarktconceffionSgesuche: 1. der Ortsgemeinde Unter-Jdria, 2. der Gemeinde Semitsch, 3. der Gemeindevertretung Gradac, 4. der Insassen von WeikerSdors, S. der OrtSgemeinde Klödnig; b) betreffend die Aushebung de» ruffischen Gelreide-EinfuhrzolleS. 5. Allsällize sonstig- Anträge. — (Die Eilzüge der Südbahn) werden vom 25. d. M. an in Römerbad, Markt Tüffer und Frohnleiten nicht mehr anhalten. — (Theater.Repertoire.) Samstag, den 16 September, zum erstenmale „Der Veilchenfresser", Lustspiel in 4 Acten von Moser; Sonntag, den 17ten September, zum erstenmale (ganz neu), „Die resolute Person", Posse in 5 Bildern von O. F. Berg. Musik von Pleininger; Montag, den 18. September (mit neuer Ausstattung), „Morilla", komische Oper in drei Acten von Hopp; Dinstag, den 19. September (zur Nachseier des 70. Geburtstages des Dichters), „Die Karls-schüler*, Schauspiel in 5 Acten von H. Laube; Mittwoch, den 20. September, „Daphni « und C loö«, Operette in 1 Act von Offenbach. — Vorher: „Ludwig Devrient", Genrebild in 1 Act von Kläger; „Der Prä- de nt», Lustspiel in 1 Act von Kläger. Bodenverbesserung. Die in allen Theilen des österreichischen Kaiserstaates laut gewordenen Klagen über die von Jahr zu Jahr sin-kende Ertragssähigkeit des der Landwirthschast gewidmeten Bodens fordern auch die Landwirthe KrainS ernstlich auf, die Verbesserung des Bodens in die Hand zu nehmen. Diese Verbesserung oder Melioration des Bodens muß, wie sich der Fachmann Joses Seidel ans JohnSdorf in der „Deutschen Volkszeitung" für Böhmen vernehmen läßt, in jetziger Zeit eine der Hauptaufgaben der Landwirthe sein, denn nur durch die Melioration seines Bodens kann der Landwirth den großen Forderungen, welche Staat, Hau-» halt und der Betrieb der Landwirthschast an ihn stellen, genüge leisten. Nur durch die Erhöhung der natürlichen Fruchtbarkeit feiner Felder kann der Landwirth allen Ansprüchen gerecht werden, ohne sich und seine Familie ein-schränken oder seinen Wohlstand schwinden sehen zu müssen. Es ist leider wahr, daß trotz der Phrasen, die man hie und da liest und welche die heimische landwirthschast und ihre Fortschritte am liebsten mit einem Glorienscheine umgeben möchten, es mit unseren kleineren Grundbesitzern, mit den Bauern, welche zwischen den Großgrundbesitzern und den Häuslern stehen, in manchen, ja, mau kann sagen, in vielen Gegenden sehr schlimm auSsieht. Die Großgrund» besitz« haben sich mit wenig Ausnahmen mehr oder minder dem Fortschritte angeschloffen und durch einen intensiven Betrieb die Erträge den gesteigerten Bedürfnissen angemessen zu erhöhen gesucht; aber die kleineren Landwirthe sind mit ihrer BewirthschaftnngSweife stehen geblieben; Stillstand ist aber gleichbedeutend mit Rückschritt. Alle, sowol «roß- als Kleingrundbefitzer, haben die gleichen Lasten zu tragen, sie leben unter den gleichen Verhältnissen; und doch, wie un-gleich ist die Bewirthschastung ihrer Felder! In manchen «egenden steht man Boden, der schon jahrelang der Kultur «schloffen ist, dabei aber noch immer unfähig ist, jene Erträge zu liefern, die man von ihm bei anderer Behandlung erwarten könnte. Die schlechten Ernten, soweit man dieselben den Boden-verhältniffeu zuschreiben kann, haben auf derartigen Feldern in der Regel zwei verschiedene Ursachen; dieselben liegen entweder in der physikalisch oder chemisch ungünstigen Beschaffenheit des Bode«»?. Der Ertrag ist aber in beiden Fällen ein ungenügender, und die Pflicht eines jeden Land-wirtheS ist, daß er sobald als irgend möglich den Boden zu einer größeren ErtragSfäbigkeit zu bringen suche. Um dieses Ziel zu erreichen, muß man aber vor allem den physikalisch oder chemisch schlechten Boden uäher kennen lernen; denn ehe der Arzt einem Kranken helfen oder ihn heilen kann, muß er die Krankheit sowie die Ursachen derselben kennen. Der Boden kann besonders auch deswegen wenig Fruchtbarkeit zeigen, daß der eine oder der andere Bodenbestand-theil, Lehm, Thon, Kalk, Sand oder Humusstoffe, zu sehr vorwiegen; desgleichen kann ein Uebermaß an Feuchtigkeit oder gänzlicher Mangel derselben zu einem Hindernis für das Gedeihen der Pflanzen werden. Auch die Unebenheit der Bodenoberfläche, zu große Seichtigkeit, Steine, Bäume, Sträucher, sowie loser oder zu fester Untergrund kann die Ursache an schlechten Ernteresultaten sein. Wenn nun der Landwirth in Erfahrung gebracht hat, daß seinen Feldern der eine oder der andere>Fehler anhastet, so mutz er erwägen, wie, wann und mit welchem Mittel er die Mängel heben kann. Wir empfehlen jedem Landwirthe die gewissenhafte Untersuchung seine? Gutes, sowie die Bestimmung jener Parzellen, die eine Bodenverbesserung erheischen. Nach dieser Untersuchung soll je nach Möglichkeit die zweckmäßigste Beseitigung der Uebelstände ungesäumt folgen. Nur durch die, jeder einzelnen Parcelle entsprechende Bodenverbefsernng ist e- den Landwirthe» möglich, derlei Grundstücke zu einer befriedigenden Ertragssähigkeit zu bringen, welche zu ihrer örtlichen und klimatischen Lage im Verhältnisse steht. Das Ziel der Bodenmelioration ist also die Erhöhung der natürlichen Fruchtbarkeit desjenigen urbaren Bodens, welcher durch schädliche Einflüsse und nachtheilige Beschaffenheit oder durch andere Umstände verhindert ist, jene Erträge zu liefern, die man von ihm fordern könnte. Diese Aufgabe, welche jeder Landwirth betreffs der Bodmverbesserung zu lösen hat, besteht am häufigsten in Erdmischuugen, Bewässerung nnd Entwässerung, Tieskultnr, Reinigen und Ebnen der Oberfläche und Scl'iitz gegen Beschädigungen. Die richtige Anwendung dieser Arbeiten müssen wir aber den Landwirthcn überlassen, denn was einem Boden angemessen ist, kann einem daneben befindlichen Schade» bringen. Es ist jedenfalls rathsam, die Umstände genau zu erwägen, bevor man etwas thnt, damit man nicht Mißerfolge zu verzeichnen habe. Wir können nur beklagen, daß unter den Kleingruud-besitzern und Bauern noch so wenig Kenntnisse des Bodens und der praktischen Landwirthschaft überhaupt platzgegrifsen haben und diejenigen, die es sich zur Ausgabe gemacht haben, zum Fortschritten aufzumuntern, so viele Vornrthcile zu bekämpfen habe». Da spricht man: „So hat es mein Vater und Großvater gemacht uud haben sich dabei wohl-. befunden, und ich werde es nicht anders machen!" und dergleichen mehr. Daß aber zu jenen Zeiten die Aufforderungen, welche man an die Grundbesitzer stellte, bedeutend geringer waren als jetzt, und wenn einmal eine schleckte Ernte war, auch die Preise der ikodmerzengmsse derartig stiegen, daß dis Landwirthe trotz der geringen Ernte in ihren Einnahmen nnr wenig oder gar nicht beeinträchtigt wurden, weil sie die kleinere Ernte drei- bis sechsmal so theuer verkaufte», als in guten Jahren, dies beachtet man nicht. Unsere Bodenerzeugnisse steigen heutzulage anch bei einer vollständigen Mißernte lange nicht zu derjenigen Höhe, wie sie srüher, che die Eisenbahnen die Länder einandernäher rückten, stiegen, denn der Mangel in einer Gegend wird durch den Ueberfluß einer anderen gedeckt, und die Preise stellen sich so, daß sie selten viel über die Durchschnittspreise steigen. Es ist klar, daß unter solchen Umständen anch dem Dörfler nichts anders übrig bleibt, als seinen Grundbesitz so intensiv als möglich zu bewirthschasten, um den erforderlichen Reingewinn zu erzielen. Selbstverständlich wollen wir nicht der Siaubwirthfchast da- Wort reden, sondern nur allen Grundbesitzern an-Herz legen, ihre» Boden, der infolge einseitiger gufammen-setzung oder anderer Umstände keine entsprechende Ernte gibt, zu verbessern. Und wenn nur erst in jeder Gemeinde ?in Landwirth sich befindet, der diesen Rathschlag befolgt, so werden die Resultate, welche die Verbesserungen zur Folge haben müssen, die übrigen Bewohner deS Dorfes bald belehren; dieselben werden dem Beifpiele bald Nachfolge». Er-folge haben stets eine größere Wirksamkeit, gezeigt als die besten nnd erschöpfenden Belehrungen. Wenn wir nur den herzhaften Willen haben, eS besser zu machen, so werden die Früchte unseres Strebens bald zum Vorschein kommen. Witterung. Laibach, 15. September. Trübe, windstill. Wärme: morgens 7 Uhr -j- 112°, nachmittags 2 Uhr -s- 15 5° 6. (1875 -j- 14 4-, 1874 15 4° 6.) Barometer im Fallen, 72698 mw. Das gestrige TageSmittel der Wärme II I', um 2 9" unter dem Normale; der gestrige Niederschlag 39'20 ww. Regen. Augelommene Fremde am 15. September. Hotel Europa. Se. Excellenz Baron Kuhn, k. k. FZM.; Edler v. Valeniik, k. k. Oberst, und Fornago, k. k Hauptmann, Graz. — Dvornik und Zupankik, Bes., Münken-dorf. — Bartani, Holzhändler, Agram. Hotel Ltadt Wien. Dc. Kollarz, Stein. — Frau Muys mit Familie, Graz. — G. Schiudler, k. k. Oberst; Schindler, Kassendirector; Holzinger, Fischer, SLaffer, Nflte., und Rieger, Wien — Meditz, Rentier, Kanuersdorf. Glo-boinik, Gewerksbef., Eisnern. — Hren, Kfm., Gottscbee. Hotel Elefant. Kallanz, Lieut.; Bagni und de Castro, Triest. — Rnßian, Cormous. — Battagrini, Zara. — Petrovic, Bol. — Ecl'er, Graz. — v. Hollaly, Malborghet, — Obmann, Loitsch. — v Spindler s. Familie. Kla-genfurt. — Schotten, Matiersdorf. — PreZern, Rad-mannsdorf. «obren. Achtschin, Private. Stein. — Kreytzern, Private, sammt Schwester, Wien. — Paidez, Agram. — Sennig, Privat, Cilli. -7- Schmidt, Priester, Wildon. — Zupit, Privat, Unterkrain. — Heimann, Geschäftsmann, Graz. Baterischer Hof. Dr. Hokevar, Adelsberg. — Platzer, Gmünden. — Opelt, Prag. Sternwarte. Fasan R., Maßern. — Kronabetvogcl, Stein. — Kasleliz Marie, Rudvlfswerth. Stadt Laibach. Schüller, Kropp. — Prot Auto», Bauunternehmer, Italien. Gedenktafel über die am 17. S eptember 1876 ftattfindenden Licitationen. Relicit. Derganc'scher Real., Oberlaase, BG. Möttling. Am 18. September. 3. Flb., Martlnkii'schc Real., B»kka, BG. Gurkseld — i- Flb , Zwel'sche Real., Laibach, LG. Laibach. — 1. Flb j BerLik'sche Real., Oberseichting, BG. Ürainburg. — Freiwillige Flb., Fentner'sche Real., St. Beit, BG Wippach. Verstorbene. Den 14. September. Georg Oblak, Inwohner, 66 I., Eivilspital, Blutzersetzung — Maria Tomaselli, Spenglergehilsens-Kind, 5 M , Kapuzinervorstadt Nr. 7» b, Durchfall. — Jysefa Brisnik, Landwannswnwe, 72 I., Kopuzinervorstadl Nr. 49, Altersschwäche. - Anna Riedl, Maschinistenskind, 2 M., Kopuzinervorsladt Nr. 56, Magenkatarrh. Am Samstag den 16. d. M. um 10 Uhr vormittags werden eingetretener Hindernisse wegen nicht in der Domkirche, sondern in der Psar r -kircheder kk. Franziskaner mehrere heil. Messen sür den in Laibach geborenen, nun verewigten Grasen Anton Auersperg gelesen werden, und werden seine Verwandten und Bekannten höflichst eingeladen, daran theilzuneh-men, von seiner tief betrübten Schwester Therese. Clavier-Unterricht bei einem Fräulein von vorzüglicher Routine. Näheres a»S Gefälligkeit im Redactionsbureau dieses Blattes. (484)3-3 Wohnung. bestehend aus 2 Zimmern, Küche nnd Zugehör, ist zum Michaelitermine zu beziehen. Anfrage: Elefanlengaffe, Gewölbe Nr. 2. (489) 3-3 Meinmaijr Oamöeeg8 Buchhandlung in Laibach, Sternallee 81, hslt valWn-iges Lager sSmmtlicher in den hiesigen höheren Lehranstalten, insbesondere in der k. k. Oberrealschule, dem Obergymnasium und der Lehrer- und Lehrerinnen-Bildungsanstalt, wie in den Privatinstituten, eingeführten SchuMcher in neuesten Auflagen, und empfiehlt dieselben zu billigsten Preisen. Die Verzeichnisse der eingeführ-ten Lehrbücher werden gratis verabfolgt. (k'sllsuc'.lit) beilt brieüieb der 8pooiklarst vr. Lilli-sol», NenstÄclt, Dresden (Srrekssn). ltvrvit« ltbor 800l> mit krl»I^ bvliniulplt. 0, 63 Eli-tli 15 bis 50 Kr. vn inasse ru baden bei Kanl Kai-ingen. (494) Wiener Börse vom 14. September. Ire I I?kLL Betd! kperc. Rente, öft.Pap. «6 so 66'7v'Allg. öst. Vod.-Sredit. i04ns Il!4.50 dto. dto. öst. in Silb? 89-75 6 >-8S> dto. in »s I.............89 75 90 — Lose von 1854 . . . 1«7-!IS'l<>7-7S!Nation. o. W...........! 97.75 97<8i l!ose von 1860, ganzelii öosevon 181-0, Fttnst.!ll7ü» jjrämiensch. v. 1861 ^ISü-75 Viebenbürg. Nngar» ünalo-Bank . . . . Kreditanstalt . . . . Depositenbank. . , KScomvte-ilnstalt. ranco°Ba»k . . , andet«bank . . . ialionaiban! . . Lest. Bankgesells. llnion-Bank . . . Lierkebrsbank. . . Mföld-Bahn . . iiarl Ludwigbahn ktais. Elis.-Bahn Lais. Fr, IosesSb EtaatSbah» . . . Südbahn..... 74-— 7SiS llüi» 118'- IS1SS 74-75 7SSV Ung. Bod.-Creditanst/ §5.70 85 S0 l?rtortt»t«-OK1. 75'- 75 25 15050 150 70 663 - 668- 860— 86» 157 - 158 - 58- 58 25 83.- 84— 104 25 104 75 L06K0 L07- 158 50 15« - 133 L0 134' L84.50 285— 76 25 7650 Kr-nz Josess-Babn Ocft. Nordwestbahn Siebenbürger . . . Staatsbahn .... Sllddahn L 5 Perz. dto. Bons Credit - Lose . . Rudolf«-Lose . 93-S0 87'bl, 6Ü — . ISS50 81'4V IS» IS'50 (3Mou.) «uzSlurg 100 Mark Franks.'iuc Mark . . Hamburg „ „ London 10 Psd. Eterl. Pari« I«» Franc» . . RlürrrsL. Kais. Münz-Ducaten rv-KrancSstück . Deutsche Reichsbank. Silber ... 9S'S0 88'— sr so 1S4-- 9»'S0 IÜS>i 14— S8'8« 58 80 »8 8« 1S1 10 47 «ü 9 «7 b9'40 1VI so 59'-' 59 ' »9-7 izi SS 48- S'8S TelLgLWhlicher Tursüxrichl am 15. September. Papier. Nente 66 65 — Silber-Rente 69 75 - 18^''' StaatS-Lnlehen I12 I0. - «ankactien 859. - Lredit 149 2" — London 12180. — Silber l01'60 — K. k. MÜM' oukaten 5 82. - M.FrancS Stücke 9'70. - l<'0 mark 59 65. Druck von Jg. v. Kleinmavr L Fed. Bamberg. Verleger Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Frain Müller.