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Sie war von »ehr als 200 Vertrauensmännern aus allen Orten drt steirischen Unterlandes besuch» und nahm einen überaus anregenden Verlaus. Der Vorsitzende be zrßßte unter den Anwesenden die ReichÄratsabgeord nete« Dr. Hofmann v. Wellenhof. Marckhl und Wa stian, die LandtagSabgeordnctcn Dr. Negri, Ocnic und Stallner. den Vertreter deS Deutschen Schul. Vereines Herrn Dr. Baum. Bürgermeister Doktor Schmiderer und andere. ReichSratsabgeordneter Ein svinner, sowie die LandtagSadgeordneten Neger und Reitter, wie auch viele Vertrauensmänner hatten ihr Fernbleiben schriftlich entschuldigt. Ter vom Schriftführer deS Volksrates vorge trsger.e Tätigkeitsbericht bot ein erfreuliche« Bild »»fassender nationaler Arbeit und wurde mit großer Befriedigung zur Kenntnis genommen. RechlSanwalt Dr. v. Dlachki (Petlau) erstattete den Säckelbericht, der einstimmig genehmigt wurde. Stadtamtsvorstand Dr. Otto Ambroschitsch (Eifli) berichtete über die Tätigkeit deS ^remdenverkehrSausschusfeS der Deut-schen VolkSräte für die Alpenländer in ausführlicher „Ich warte". Von Marie von Ebner-Eschenbach. Er hatte sie sehr geliebt und war von ihr noch viel, viel mehr geliebt worden. Und hatte sie verloren. Sie war nun lang tot und die Trauer um sie lang überwunden; er durste sich ihr nicyt hin-geben, er gehörte der Welt und mit allen Kräften seines Innern seiner Kunst. Einmal, während einer seiner Wanderungen in Italien, führte ihn der Weg in eine Villa, wo er einst Studien gemacht hatte zu seinem berühmtesten Bilde. Damals war seine Frau, seine Freundin und — wie oft — Beraterin, noch bei ihm gewesen. So müde an dem Tag; und hatte sich auf eine steinerne Bank in der Nähe des Eingangs gesetzt und »u ihm gesagt: „Geh nur, sieh dich um, schaue, zeichne, laß dir Zeit. Ich warte." Er war fortgegangen und bald umfangen wor-den vom Märchenzauber einer Wildnis, in der nur noch Trümmer von der einstigen großen Verganzen' heit erzählten. Er hatte bewundert, gezeichnet, ge-träumt, geruht und sich kein einziges Mal auch nur flüchtig erinnert: Sie wartet. Heule, nach vielen Jahren, war er wieder da, durchschritt die verwahrloste Stätte und fand alles wieder, wie es eivst gewesen. Nur lagen noch mehr von ihren Sockeln gestürzte Statuen im Grase, und «och mehr alles Gemäuer war unter dem Laub» und Blülenkaskaden verschwunden, die sich darüber ergossen. Zuletzt, als er wieder beim Eingang anlangte, stand er vor der steinernen Bank, auf die damals seine Gefährtin so müde gesunken war. Er sah die Weise. Der Bericht wurde mit großem Beifalle zur Kenntnis genommen. Hierauf sprach RechlSanwalt Dr. von Plachki über den TrialiSmuS und die nationale Autonomie. Der überaus inhaltsreiche Vortrag löste reichen Bei-fall auS. Im Anschlüsse daran beantragte Stadt-amtsvorstand Dr. Otto Ambroschitsch eine Entschlie-ßung. welch« Anlaß zu einer sehr anregenden Wech-selrede gab. an der sich die Abgeordneten Marckhl. Dr. Hofmann von Wellenhof und Heinrich Wastian, sowie kaiserlicher Rat Karl Pfrimcr beteiligten. Die von Dr. Otto Ambroschitsch beainragte Entschließung wurde in nachstehender Fassung angenommen: „Der Deutsche Volksrat für Untersteiermark sieht nch auf feiner am l. Dezember 1912 in Mar-bürg abgehaltenen ZahreStagung veranlaßt, auf die große Gefahr der südslawischen Bewegung für den deutsche» Besitzstand im Süden Oesterreichs hinzuweisen. Er ruft daher alle deutschen Volks-genossen auf. gemeinsam gegen diesen Ansturm an« zukämpfen. Die südslawische Bewegung bedeutet aber infolge ihrer Deutschfeindlichkeit auch eine große Ge-fahr für den Staat. Wir richten daher an alle deut« schen Abgeordneten die Ausforderung, bei der StaatS-regierung darauf hinzuwirken, daß unter Aufrecht-erhaltung der gegenwärtigen Slaatsform dem Vordringen deS SüdslawenlumS mit allen Kräften ent-gegentreten werde." Hierauf nahmen die Vertrauensmänner der ein» zelnen Kreise die Wahl des VolksrateS vor, die sich im Zeichen größter Einmütigkeit vollzog. Die ge-samle Veranstaltung zeigte von der völkischen Ent-schlvfscnheit der Deutschen des Unterlandes und von Getreue vor^ich und besser als damals, denn heute sah er die Spuren eines liefen Leidens auf ihrem Gesichte. Die Sehnsucht nach ihr ergriff ihn heißer, als er sie je gefühlt, der kraftvoll beherrschte Schmerz um sie durchdrang ihn bitter und qualvoll, weil nicht ganz vorwurfslos. Und ihr geduldiges „Ich warte" schnitt ihm wie mit einem Messer ins Herz. Aus dem Dezemberheft von „WestermannS Monatsheften". Hrifon Hwett Warben.*) Was dir gegeben Bring es zum Leben l Dieses Buch bildet ein neues wertvolles Glied der nun schon in vielen Tausenden von Exemplaren verbreiteten und bestgekannten Sammlung von »fit« benSbüchern", die in Engelhoru'S Nachsolger-Ber-läge erscheinen und Werke so allgemein berühmter amerikanischer und englischer Autoren wie Ralph Walds Trine, O. S. Marden und Max Müller-Oxford enthalten. Es ist ja in weiteren Kreisen bekannt, daß Trine und Marden in Amerika in den letzten Iahren liejenigen idealistischen Bestrebungen fördernd weiter-ührten, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts durch Männer wie Emerson und Thoreau angebahnt werden. Gerade in Amerika, dem Lande des über-lästigen Erwerbslebens, war es Überaus notwendig. ihrer unerschütterlichen Einigkeit, mit der sie allen Anstürmen kraftvoll nnd siegeSfroh entgegentreten könne. *) AuS dem Englischen von Dr. Mar Christlieb. Stuttgart ISIS. I. öngclhorn'S Nachfolger. Gebunden vier 2)farf. Dalmatien und Drstkrrrich. Wie bereits gemeldet wurde, haben sich samt« liche größeren Gemeindevertretungen Dalmatien» mit den ausgelösten Gemeinderäten von Spalato und Sebenico solidarisch erklärt. Man hat e« da mit bewußten Kundgebungen einer südslawischen Irre-denta zu tun, an der man auch in Wien mittelbar mitgearbeitet hat. Man hatte hier allzusehr auf die Loyalitätsversicherung der serbokroatischen Politiker vertraut, die in geschickter Weise die Italiener sta.it«-gefährlicher Tendenzen beschuldigten, wodurch deren Einfluß immer mehr zugunsten deS südslawischen Elements zurückgedrängt wurde. Der größte Fehler war aber, wie man jetzt sieht, die vor'zwei Jahren erfolgte Einführung der serbokroatischen Amtssprache. Die Deutschen hatten damals nicht opponiert, da die deutschen nationalen Interessen dadurch nicht mittel-bar berührt wurden. Heute zeigt sich nun, daß durch die Einführung der serbokroatischen Amtssprache in Dalmatien in der serbischen und in der kroatischen Intelligenz das Gefühl der Unabhängigkeit von der Wiener Zentralregieruug erzengt worden ist, ein Ge-fühl, das sich infolge des starken politischen Ideenaustausches zwischen Dalmatien anläßlich der Siege der Balkanstaaten naturgemäß in eine irredentistische Bewegung umsetzen mußte. AehnlicheS läßt sich auch im Küstenlande und in Krain konstatieren. Gerade seit der Zeit, wo den Slowenen sehr erhebliche Zugeständnisse gemacht wurden, hat ihr Reichsgesühl ab- und da» partiku-laristische Gesühl '»genommen. Gelegentlich der An- dem materialistischen TageSbedürfnisse edelsten, er-fahrungSgefchöpften Idealismus entgegen zu stellen und so vielen innerlichst mit KonfessionalismnS Zer-fallenen neue Edelwege zu eröffnen. Und gerade das Aufbauen der idealistischen Bestrebungen der genann-ten Männer auf und heraus aus dem dahinschnellen-den Tagesleben ist für die amerikanischen Verhält-nisse bezeichnend. Man hat wiederholt gegen diese Verquickung von Idealismus und Materialismus, wie man sich ausdrückte. Stellung genommen. Ge« wiß mit Ueberraschung der großen Zusammenhänge, ans denen die Bewegung entstanden und daher mit Unrecht. ES war und ist edelster Idealismus, was geleistet wurde und wird. Nur hat er ven Erdgeruch amerikanischen VerdienstlebenS an sich; und die Leute, die ihn schufen, wußten nur zu gut, daß sie dem edlen Kerne ihrer Lehre am besten Dienst leisten würden, wenn sie neben dem absoluten Wert des Idealismus auch die lebenerfassende Nützlichkeit be-tonten, immer selbstverständlich in vornehmer Weise. Auch Marden neu erschienenes Buch geht von diesen kurz gekennzeichneten Grundsätzen aus: „Es genügt nicht, wenn wir bloß Kraft des Körpers »nd Stärke deS Denkens entwickeln. Ohne die Pflege der Seite unseres Wesens, die in der Empfänglich-keit für das Schöne der Natur und der Kunst liegt gleicht unser Leben einem Land ohne Blumendnft und Vogelfang . . ." Aber diese idealistische Er-kenntnis ist ein Ergebnis der materiellen Verhält-nisse und aus jeder Seite lesen wir. daß der edle Mensch, der allseitig idealistisch gebildete auch ein-stußreich und glücklich ist. Unter Zusammenstellungen wie „Schönheit und Lebensgenuß", „Takt", „Selbstbildung durch Bü-cher", „Tägliche Selbstvervollkommnung", „Selbst- Seite 2 nexion Bosniens und der Herzegowina standen nur die liberalen Slowenen mit ihren Sympathien auf der Seite Serbiens. Seitdem ist der Führer der sie* rilalen Slowenen, Dr. Schuster schitz, LandeShaupt-mann von Krain zeworden und dieses Krvnland den klerikalen Slowenen gänzlich ausgeliefert worden und gerade sie sind «S, die >etzt von einem „Bilajet Kärn-ten" und einem „Bilajet Steiermark" sprechen und nicht sür die berechtigten Forderungen O-sterreich-Ungarns, sondern sür die mit den Existenzinteressen der Monarchie im Widerspruche stehenden serbischen Ansprüche eintreten . . . Daraus kann man ent-nehmen, daß die innere Politik, die im Süden ge» macht wurde, falsch war und daß eS im höchsten Grade bedenklich wäre, in Trieft die Politik der Be-günstigung des südslawischen Elementes sortzusetzcu. Bor allem zeigt sich aber Eine«: Die Förde-rung nach der gesetzlichen Festlegung der deutschen Amtssprache als praktische Vermittlungssprache ist nicht so )ehr eine Forderung, die vom deutschen Standpunkte, als vielmehr im Interesse der Leben« digerhaltung und Stärkung deS österreichischen Staats-gedankens zu stellen ist. Wo sich das Band der deutschen Staatssprache löst — das sieht man wie-der in Dalmatien — dort löst sich auch das Band ber Gemeinsamkeit mit dem Staate. Dir KalKanKrise. Der „Wiener Deutschen Korrespondenz" wird von diplomatischer Seite geschrieben: Unbeirrt durch die wechselnden Stimmungen des Tage« uni die einander ablösenden Nachrichten über eine Entspannung oder eine Berschärsung der Situation kann daran sestgehalten werden, daß aller Boraussicht «ach in der ersten Dezemberwoche eine entscheidende Wendung eintreten dürste. Ob der vierte, der fünfte oder der sechste Dezember der Stichtag sein wird, ist belang-los. ausschlaggebend bleibt hiefür aber der Fortgang der bulgarisch-türkischen Friedens^erhandlungen. So« bald diese ein greisbares Resultat ergeben haben werden und man erwartet allgemein ein solches für die nächsten Tage, wird auch Rußland seine Siel-lung demaskieren und bekanntgeben müssen, ob es den Standpunkt, den Oesterreich-Ungarn hinsichtlich der Adriafrage einnimmt, anerkennt und ob und welche Forderungen es selbst stellen will. Daß es die Oeffnuug der Dardanellen unter allen Umständen for)ietcn wird, wird allgemein als zweifellos angenommen, weniger sicher ist man hin-sichtlich der Stellung gegenüber dem österreichisch-serbischen Konflikt. Sonst mit der Technik der russi-scheu Diplomatie sehr vertraute Persönlichkeiten hal-te« jedoch dafür, daß Rußland nicht ernsthaft an einen Krieg gegen Oesterreich Ungarn denkt, weil die erziehnng durch öffentliches Auftreten" werden schein-bar nicht recht zusammenhängende Lebenserscheinuu-gen besprochen. Es ist aber ein Durchgehendes da, das die Reihe der Aufsätze innerlichst verbindet. Goethe hat es in den Bersen ausgedrückt: Höchstes Glück der Erdenkinder Ist nur die Persönlichkeit. Alle die Ratschläge, die im Buche erteilt wer. den, zielen aus die Ausbildung einer gleichmäßig entwickelten, edlen, hilfreichen und guten Persönlich-lichkeit. Nicht da» erworbene Wissen, der angeeignete Takt, machen an und sür sich das Wertvolle aus, sondern die persönliche Note, die dieS allcS bekommt. Und wenn der Leser Hinweise in ganz ausgezeichneter Bollendung erfährt, wie er etwa Wissen und Schönheit eintunken kann, so ist Marden vorsichtig genug, das Autor Subjektive an den Ratschlägen von vornherein dadurch abzuschwächen, daß er auf die individuell« Aufnahme von Seiten des Leser» dringt. Selbst wer, wie ich, dem ntilitaristischen Idealismus nicht ganz ergeben ist, wird sich der edlen Einfachheit der lebenSerstossenen Ratschläge nicht ent-ziehen können, die Marden in seinem neuen Werke gibt. Was er im Kapitel „Schönheit und LebenSge-nuß" über daS Erleben deS Schönen sagt, gehört zu dem Besten, was ich auf diesem Gebiete kenne. Bon den eindringlichen Ermahnungen, die er in den Abschnitten über „Die Kunst, gut zu sprechen", „Takt" und über das Bücherlesen gibt, hätte ich manche zu hi'chst eigenem Nutzen früher hören mögen. Slnd nun auch manchmal einige der ausgesprochenen allgemeinen Sätze und Erkenntnisse nicht eben ganz neu. so ist das Buch originell und srüher Bekanntes zum mindesten« in edler, einfacher Form wiederge' Deutsche serbische Hasensiage nicht ausreichen würde, um den casu« soederis für eine französisckje Waffenhilfe zu begründen, daß es aber ebenso alle» anfbieien will, um einen bewaffneten Zusammenstoß zwischen Serbien und Oesterreich-Ungarn zu verhindern, nicht vielleicht aus eitel Liebe zum Frieden, sondern weil e« fürchtet, daß bei einem solchen Zusammenstoße Serbien niedergeschlagen und damit Rußland eine sehr wichtige Filiale seiner Politik und Diplomaiei aus der Balkonhalbinsel verlieren würde. — Serbien soll nach Ansicht auch der leitenden russischen Diplomaten so viel als möglich gestärkt werden, um ein Herd beständiger Unruhe für Oesterreich Ungarn zu bleiben, der Konflikt soll aber nicht bis auf die Spitze getrieben werden, um Oesterreich - Ungarn keinen Anlaß zu geben, mit Serbien e'ldgiltig abzu-rechnen. — DaS wird — wie bereits gesagt — in sehr gut unterrichteten Kreisen als die Aufgabe be» zeichnet, die Herrn Safanow gestellt ist und daraus erklärt es sich wohl auch, daß trotz aller friedlichen Beisicherungen Rußlands uno irotz aller seiner Rü-stungen in der Krise tatsächlich keine Entspannung eingetreten ist, andererseits aber auch keine Ber-schärsung. Ob die Dinge sich in dieser oder jener Rich« tung entwickeln werden, wird sich erst in den näch-sten Tagen zeigen. Der Gegensatz, der zwischen der Wiener und der Petersburger Politik besteht, läßt sich nach alledem in folgendem zusammenfassen: Oesterreich-Ungarn will, daß durch die Neuordnung der Dinge aus der Balkanhalbinsel dauernde Zu« stände geschaffen werden und was im besonderen Serbien anlangt, diese« Land aus seine innere Kon« solidierung verwiesen und seine Expansionslust ent« sprechend eingeschränkt werde, so daß man au ein ruhiges Nebeneinanderlegn denken könnte. Rußland dagegen will keine fertigen Zustände im Westen der Balkanhalbinsel. Eine so starke Grenze es einerseits den bulgarischen Aspirationeu ziehen will, so liberal will es Seibien behandelt wissen, um ihm die Aus-ficht ans neue Gebieteeroberungen zu lassen, um da-durch Oesterreich-Ungarn fortgesetzt im Atem zn er-halten. Aus demselben Grunde aber will Rußland aber auch, daß Serbien irgend einen Erfolg gegen-über Oesterreich-Ungarn davonträgt, damit dadurch die Autorität der Monarchie gegenüber ihrer eigenen Südslawen geschwächt und die Anziehungskraft Ser« biens aus Kroaten und Slowenen verstärkt werde. — Wie gewöhnlich vertritt die russische Diplomatie auch in diesem Falle im Auslande da« revolutionäre Prinzip, während Oesterreich-Ungarn mit demselben Nachdrucke das konservative Prinzip vertritt und darum auf seinem Minimalprogramm bestehen wird, da« eine Expansion Serbiens nach der Adria aus-schließt. geben. Manche der im Abschnitte „Schönheit nnd Lebensgenuß" aufgestellten Sätze sind uns Deutschen durch Kunstrat- und Dürerbundbestrebungen ver-traut. Sie sind aber bei Marden insofern persönlich gefärbt, als ihm das Erleben des Schönen das Er-blicken der Handschrift GotteS ist, das heißt also er im edelsten Sinne religiös ist. Da« wird gewiß in der Weise, wie Marden« Religion beschaffen ist, die nicht stören, die sich dieser Anschauung gegenüber ablehnend verhalten, denen aber, die mit ihm ein« sind, da» Buch lieber machen. Dazu ist Mardens Sprache einfach, edel und oft bilderreich. Seine Bergleiche, dem täglichen Lebe» en'nomme», sind wahr, bis inS Einzelne anschaulich durchgesührt und tragen viel zum Berständni« des eben Behandelten bei. Auch versteht er ein Seltene«: Paffend zu zitiere» und zwar so. daß die behandelte Stelle dadurch geklärt und die zitierten Zeilen in ihrem Bollwerte erscheinen. Und es wird gerade den Deutschen, sür den die vorliegende Uebersetzung ja bestimmt ist. da« Buch dadurch teurer werden, daß er findet, wie überaus gut Marden Goethe versteht und wieviel dieser auch in diesem Buche zu sagen hat Ich wage zu glauben, daß niemand die» Buch ohne Nutzen aus der Hand lege» wird, jedenfalls nicht ohne Anregung. Die ethisch höchst stehenden Lehren sind hier der AlttagSaussührung überwiesen und auch dies Buch weiß von der süßen Erkenntnis zu sagen: Und hätte ich der Liebe nicht ... Die Uebersetzung ist von Dr. Max Christlieb in der gewohnten meisterhasten Weise ausgeführt. Da« Buch ist in ein echt deutsches Kleid gekleidet. phil. Franz Hasliuger. Nummer 97 Politische Rundschau. Deutsche und Magyaren. Die Wiener klerikale Wochenschrift Oesterreich-Ungarns spricht sich sehr schars gegen ein Bündnis der Deutschen Oesterreich» »it den Magyaren ans Es wäre — so meint das Blau — daS Torheit, wenn die Deutschen Zisleithaniens einen Rückhalt gegen die Tschechen uud Südslawen an den Magyaren suchen wollten. Wie denken sich die Herren die«^ Sollten vielleicht die Magyaren bei Erledigung der gemeinsamen Angelegenheiten, die heute nur noch die gemeinsame Armee sind, Obstruktion machen, um dadurch sür die Deutschen in Böhmen einige besondere Zugeständnisse zu erzwingen. — Da gegen haben die Magyaren recht greifbare Wünsche und Hoffnungen. So wollen in der jetzigen für sie gefährlichen Zeit den Beistand der Deutschen erhalten, um in Kroatien ihr Gewaltregime nnd in Siebenbürgen die Unterdrückung der Ruminen auf-recht erhalten zn können. Deshalb sind ihnen die Deutschen der Westhälfte gerade gut genug, um ihnen Helferdienste zu leisten, die jedoch nicht eine Milderung der Reichskrise herbeiführen, sondern nur die Verewigung des seit herzig Jahren unhaltbaren Zustande« innerhalb der Monarchie bedeuten wür-den. — Au» dieser Aeußerung geht hervor, daß das genannte Blatt nach wie vor eine Regeneration der Monarchie durch die Südslawen erhofft und den Deutschen zumutet, sich zu diesem Zwecke mit den Slawen zu verbinden. DaS Blatt unterdrückt dabei absichtlich, daß die Deutschen und die Magyaren ein gemeinsame« Interesse gegenüber den Südslawen haben und daß durch diese nicht nur die Stellung der Deutschen im ganzen Süden der Monarchie, sondern auch diese selbst bedroht ist. Daß daS sich sonst konservativ nennende Blatt vollständig über sieht, daß die sich au« der südslawischen Gefahr ergebende deutsch magyarische Interessengemeinschaft durchaus konservativer Natur ist, ist ebenso bezeich-nend. wie die Tatsache, daß die Wiener freisinnigen Abgeordneten Knrranda und Hock, von dem der erstere kürzlich offen für die Zulassung der tschechi schen KomenSky-Schule in Wien eingetreten ist. sich mit allem Nachdrucke im Name« der Freiheit gegen eine deutsch-magyarisch« Annäherung aussprechen. Zur Beamtenfrage. Die Erörterung der Dienstpragmatik im öfter-reichiichen Herrenhause liefert äußerst bemerkenswerte Beiträge zur Beamtenfrage. Ein ehemaliger hoher Beamter beklagte vsr allem die nachlässige Bermeh. rung der Beamtenstellen, die auf verschiedene Ur sachen zurückzuführen ist. In erster Linie kommt in Betracht der ungeheure Andrang von Beamtenkan-didaten. Die Neigung weiter Bevölkeruugsschichten. sür ihre Söhne die kleinste, ärmlichste, aussichtsloseste Beamtenstelle den unbegrenzten Möglichkeiten des freien ErweibZleben« vorzuziehen, ist zu einer wahren Bolkskrankheit geworden und wird durch die fortwährende Entwicklung des Mittelschulwefen» wesentlich gefördert. Während Lente, die Sophokles gelesen und Trigonometrie studiert haben, an den Postschaltern Briefmarken feilhalten. Rezepifse aus schreiben und darüber verdrießlich, unzufrieden und bitter werden, stockt der Unterosfi;ier«ersatz des Heere«, weil eS an Stellen für e>ie Militäranwärter fehlt, weil wir dort, wo ausgediente Unteroffiziere ganz am Platze und höchst zufrieden werden, Huma-nisten zu verwenden sür gut finden. Bei einer Be völkerungszahl von 28-8 Millionen gibt e« 427.564 StaatSangcstellee aller An; auf etwa 66 Einwohner entfällt also ein StaalSangestellter. Die Staats angestellten machen l 5 Prozent der Gesamtbevölkerung aus und die Pensionen sür Staatsangestellte sind von 53-24 Millionen Kronen im Jahre 1900 aus 120 52 Millionen im Jahre 1912 angewachsen; auf jeden Staatsbürger entfallen also allein K. 4 28 jährlich an Pensionslasten, wobei die StaatSeisev-bahnbeamten, die eigene Peusionsfonds besitze«, gar nicht eingerechnet sind. Der Gesamtaufwand der staatlichen inneren Verwaltung hat sich nach An gaben sachverständiger Benrteiler von 1890 bis 1911 um 193 Prozent gesteigert. Die Zahl der Beamten bei den Zentralstellen allein hat aber um etwa 182 Prozent zugenommen. Die Zersplitterung der Zentralstellen in Sektionen, der Sektionen m Zwergdeparlement« mit ganz geringfügigem Per-sonalstande und noch geringfügigerer Arbeitsleistung, schreitet immer weiter. — Außerordentlich gesördert wird dieses ungesunde Anschwellen de« Beamtenkör-pers an den Zentralstellen dnrch den nationalen GleichbcrechtigungSeifer und dnrch die Einwirkung lokaler nnd parlamentarisch« Einflüsse auf die Ber-walinng. ftumnur 97 Die Militärvorlagen. Die vom Ministerpräsidenten im Seniorenkon-vttilt angekündigten drei militärischen Vorlag?» sind fcmiti dem Abgeordneienhause vorgelegt worden Unterstützung hilfsbedürftige? Ange^ höriger von Mobilisierten. Der Gesetzentwurf legt fest, daß hilfsbedürftige Ungehörige der infolge Modilisierung (Ergänzung auf den SriegSzustand» oder Einberufung des Land-fiormi» zur aktiven Dienstleistung in der bewaffneten Macht herangezogenen österreichischen Staatsbürger nach Maßgabe der weiterfolgenden Bestimmungen eine Unterstützung aus Staatsmitteln gewährt werde. Der Mobilisierung (Ergänzung auf den Kriegsstand) wird die Beziehung von Reservemännern oder Ersotzreser-visten zur ausnahmsweise« Dienstleistung im Frieden zleichgehalten. Als hilsSbedürstig sind jene Angehört-ge» anzusehen, deren notwendigster Lebensunterhalt wenigstens zum größten Teil von einem durch die persönliche Arbeit deS zur aktiven Dienstleistung Her-angezogenen bedingten Einkommen nachweisbar ab-hängt. Die Unterstützung besteht für jeden hilfSbe-düiftigen Angehörigen in einer Unterhaltungsgebühr. Ali UnterhaltSgebühr ist die für die Militärdurchzug-derpflegung festgesetzte staatliche Vergütung zuzuer-kennen. Den Angehörigen im Gefechte Getöteter oder infolge einer Beschädigung im aktiven Militärdienst Verstorbener gebührt die Unterstützung noch durch sech» Monate vom Todestag bezw. vom Tag der vermissung gerechnet, insoweit sie nicht durch eine Militärversorgung ersetzt wird. Die Vorlage betreffend die KriegS-l e i st u n g e n enthält einen Punkt, der weiteste Kreise angeht. Zu persönlichen Dienstleistungen für Kriegszwecke sollten, wenn der Bedarf durch freiwillige Arbeiter oder durch Londsturmpflichtige nicht zed-ckt werden kann, alle arbeitsfähigen männlichen Zivilpersonen, die daS 50. Lebensjahr noch nicht zurückgelegt haben, heran-gezogen werden, abgesehen von den im § 5 befreiten Personen. Die Vergütung sür die Arbeitsleistung wird im Verordnungswege bestimmt. Der Enlwurs enthält neben Ui-terstützungSbestimmungen für Ar-bester auch die Veipflichtung zur Ueberlafsung von Fuhrwerken und von zum Personen- oder Lasten-Iransport geeigneten Tieren oder Kraslsahrzeugeu, von Wasser« und Luftfahrzeugen sowie zum Nach-richtendienste geeigneter Tiere, für deren Jnanspruch-nähme eine im Verordnungswege festzusetzende Ver-gütung gebührt. Eine Reihe von Paragraphen regelt die Inanspruchnahme von Eisenbahnen, Eisenbahnte« lezraphen, Privattelegraphen- und Telephonanlagen, sowie von Betriebs- und Industrieanlagen. Das Ge-setz bestimmt ferner, daß alle Besitzer von Immobilien verpflichtet sind, dieselben zur Herstellung von Befestigungsanlagen, sowie anderen militärischen Bau-lichkeite», sowie sonst zur Förderung und Sicherung der Kriegsoperationen zur Benützung sowie zur freien Verfügung zu überlassen, wofür grundsätzlich eine Vergütung geleistet wird. Der Justizausschuß ver-langte einen ausführlichen Motivenbericht. Die Sozialdemokratie und die Balkan-flawen. Die Sympathie, die die östereichifche sozial-demokratische Partei in Oesterreich — auch die deutsche — den Balkanslawen entgegenbringt, ist so aufsallend, daß sie einer Erklärung bedarf. Die Sozialdemokratie verabscheut grundsätzlich den Krieg, allein sie billigt den Krieg der Balkanstaaten und die Kundgebunzen der Südslawen in Oesterreich für die Balkanstaaten finden den Beifall bei der sozial-demokratischen Partei. — Als in Oesterreich die Einführung des allgemeinen gleichen Wahlrechtes im Werke war, waren es besonders die Südslawen, die sich sür diese Resorm einsetzten, und einer ihrer Wortführer erklärte damals, daß .nur die volle Entfesselung des demokratischen Geistes" den Süd-llawen zu ihrem Rechte verhelfen können. Die füd-slawische Bewegung ist radikaldemokrattsch und hat damit einen starken Berührungspunkt mit der Sozialdemokratie. Daß sie auch ausgesprochen deutsch-feindlich ist, hindert die Sozialdemokraten nicht, mit den Südslawen zu sympathisieren, da die Deutschen eben das konservativ staatSerhaltende Element im Etaale sind. Die südslawische Bewegung ist aber auch revolutionär, sie richtet sich gegen die Organisation deS Staates und rüttelt an den Grund-lagen seiner Macht, und das ist ein zweites Mo-men, das die Sozialdemokratie bestimmt, mit ihr zu gehen. Es ist also der staatSzersctzende Charakter beider Bewegungen, der sie zusammenführt und eine Entwicklung der gegenwärtigen Krise wünschen läßt, durch die die äußere und innere Machtstellung der Monarchie erschüttert werden soll. Der Balkankrieg. Sonntag kam aus Konstantinopel die Nach-richt, daß ein Waffenstillstand abgeschlossen worden sei. Die Bedingungen lauten: 1. Der Waffenstill-stand wird sür vierzehn Tage abgeschlossen. 2. Die türkische Armee und die Armeen deS Balkanbundes behalten ihre gegenwärtigen Stellungen bei. 3. Keiner der beiden Teile wird in den Befestigung«-arbeiten fortfahren oder Truppen und Munition nachschieben dürfen. 4. Die belagerten Festungen Adrianopel und Skutari werden während der vier-zehn Tage verproviantiert, indem sie täglich Lebens-mittelrationen für den betreffenden Tag erhalten. ES stellt sich nun heraus, daß die Annahm« dieser Bedingungen bei den Griechen nnd Montenegrinern aus Widerstand stoßen. Zwischen den Bulgaren und Griechen ist eS auch zu ernsten Zerwürfnissen ge-kommen, so daß man kaum fehlgeht in der An-nähme, daß die FriedenShoffnung etwas verfrüht war. Auch die Haltung Serbiens gegenüber Oester-reich zeigt noch immer nicht jenes Einlenken, auf dem wir bestehen müßen. Der deutsche Reichs-kanzler hat im Reichstage die Berechtigung der Forderungen Oesterreichs anerkannt und die bündige Versicherung gegeben, daß das Deutsch« Reich, wenn Oesterreich bei der Geltendmachung seiner Interessen von dritter Seite angegrisse» und damit in seiner Existenz bedroht werden sollte, der Bündnispflicht getreu, fest und entschlossen an unsere Seite treten und mit unS zur Wahrung der deutschen Stellung in Europa, zur Verteidigung der Sicherheit und Zu-kunst des eigenen Landes fechten werde. Aus Stadt uni> LanS. Tillier Gemeinderat. Am Freitag den 6. d. um 5 Uhr nachmittags findet eine ordentliche öffentliche Gemdndcausschuß-sitzung mit folgender Tagesordnung statt: Mitteilung der Einlaufe. Berichte des RechtSauSschufses über: das An-suchen des Ferdinand Porsche um Ueberlafsung der Turnhalle in der Schulgasse für Privatturnünter-richt; das Ansuchen des Josef Hölzl um Ueber-lasfung der Turnhalle der Handelsschule zum Pri-vatturnunterricht; das Ansuchen deS Deutschen Ath-letiksportklubs um Ueberlafsung der Turnhalle der Handelsschule für Turnzwecke; einen AmtSvortrag wegen Festsetzung der BertretungSkosten in Veterinär-angelegenheiten; eine Erklärung der Gemeinde Um-gebung Cilli in Angelegenheit des städtischen Elektrizitätswerkes; eine Eingabe des Cillier Turnvereines in Angelegenheit des abzuschließenden Ver-trageS; die Eingaben wegen Zuerkenuung des Hei-matsrechteS in der Stadt Cilli, betreffend den Maler Anton Priftufchek, die Bedienerin Anna LaSnik und die Näherin Margaret« Kreuzer. Berichte des Unterrichtsansschusses über: die Eingabe deS Andreas Gubo um Förderung seines Werkes „Styriaka" und das Ansuchen um Bewilli-gung der freien Beleuchtung und Beheizung der Räumlichkeiten der gewerblichen Fortbildungsschule und um Erhöhung der Lehrerhonorare. Berichte deS Bauausschusses über: die Be-schwerde der Volksspar- und Vorschußkasse in Angelegenheit der Errichtung einer Fleischbank; daS Baugesuch der Eheleute Ludwig und Philomena Wessely; das Baugesuch des Alois Kaiser; daS Bau-gesuch der Luise Klimek; die Eingabe wegen Rege-lung der Langenseldzasse und einen Amtsbericht in Kanalisierungsangelegenheiten. Berichte des Finanzausschusses über: die Ein-gäbe drS steiermärkischen GewerbesörderungSinstituteS um Bewilligung eines Beitrages; die Eingabe deS Deutschen OrtSschulvereiues in Hrastnigg um Be-willigung eincS Beitrages; daS Ansuchen der Frei-willigen Feuerwehr um Bewilligung eines Beitrages zur Anschaffung einer Leiter; einen Amtsbericht wegen Anschaffung einer neuen Waidzille; das An« suchen des Männergesangvereines Lieder kränz um Widmung eines Beitrages anläßlich deS BegehenS deS jährigen Gründungsfestes; das Ansuchen der Volksschullehrer um Bewilligung des FortbezugeS deS WohnungSgeldbritrageS; das Ansuchen der Volksschullehrerinnen um Bewilliguug eine« Woh-nungSgeldbeitrageS; da« Ansuchen der städtischen Straßenkehrer um Bewilligung einer Lohnerhöhung und das Ansuchen der »Gemeinnützigen Bau- und WohnungSgenossenschaft" um Verkauf einer weiteren Parzelle in Langenfeld. Berichte des GewerbeauSschusseS über: die Eingabe der Genossenschaft der Gastwirte um Ein-schränkung der Sperrstunde sür die Kaffeefchänker; die Eingabe der Handels- und Gewerbekammer in Graz wegen Erlastung grundsätzlicher Bestimmungen für öffentliche Lieferungen und ArbeitSvergebungen; die Eingabe deS Johann Fiedler um Verleihung einer Konzession zum Verkauft von zu arzneilichen Zwecken bestimmten Waren und Präparaten; da« Ansuchen de» Georg Adler um Bewilligung der Uebertragung seiner Leihbibliothekskonzession in daS Hans Grazerstraße 21; das Ansuchen der Firma Goricar und Leskoschek um Verleihung einer Buch-Handlungskonzession. Bericht des FriedhosSauSfchusses über: da« Ansuchen deS FriedhosgärtnerS Bartlmä Fartschnigg um Bewilligung einer Lohnerhöhung. Berichte des WaldaussichtSauSschusfe« über: in Angelegenheit der Schlägernng von Tannen im Stadtwalde; der Schlägernng eines Teiles im Josesiwalde; die Befchlußfaffung über die Berge-bung der Jagd im Stadtwalde und Festsetzung der Jagdpachtbediugnisse und Beschlußfassung betreffend die Vergebung der ehemals Kummerschen Realität. Bericht des KinoausschusseS über mehrere Eingaben in Angelegenheit des Sinotheater«. Der öffentlichen folgt eine vertrauliche Sitzung. Staatsangestellten Versammlung in Cilli. Sonntag abends fand im Deutschen Hause über Einladung der Ortsgruppe Cilli des Vereines deutscher Staatsangestellter eine Versammlung statt, in welcher ReichSratSabgemdneter Richard Marckhl hauptsächlich die Aenderung »nd Zusätze des Herren-Hauses an den Beamtcngesetzvorlagen, die wohl nicht im Interesse der Beamtenschaft geschehen sind, einer eingehenden Besprechung unierzog. Hauptsächlich wies er auf die strengen Bestimmungen hin, die daS Herrenhaus bezüglich deS Vereinsrechtes nnd zur künftigen Hintanhaltnng einer allsälligen passiven Resistenz traf. Auch dürse man, was die materielle Seite der Zeitvorrückung anbelangt, nur bescheidene Hoffnungen hegen, die Mehrbelastung sür den Staatsschatz durch die neuen Beamtengesetze wurde zwar von der Regierung mit 30 Millionen Kronen in Anschlag gebracht. In diese Summe seien aber auch die Mehrausgaben für die Besser-stellung der Osfiziauten, Diener und staatlichen Ar-beiler mitinbegriffen und diese Summe verringere sich noch um ein Bedeutendes, wenn man die söge-nannten Diensttaxen in Anschlag bringt, die jeder SlaatSbedienstete in dem Ausmaße eines Drittel» der Summe, um den sein Gehalt erhöht wird, an den Staat rückersetzen muß. Der Abgeordnete wies auch daraus hin, daß es jedem freiheitlichen Volks-Vertreter wegen der in der Dienstpragwatik ent-haltenen KnebeluugSparagraph« schwer falle, für diese zu stimmen. Wenn man aber wieder daS große Elend in Betracht zieht, daS in zahlreichen Be-amtenfamilien, namentlich in den Großstädten, herrscht, so sei auch dies ein schwerwiegender Faktor, der nicht außer Acht gelassen werden darf. Den licht-vollen Ausführungen des Abgeordneten zollten die Versammelten lebhaften Beifall und Professor Otto Eichler dankte ihm im Namen aller und bat den Abgeordneten, auch wie bisher sich der Wünsche der Staatsbeamtenschast anzunehmen und sie zu ver-treten. Südsteirifcher Deutscher Lehrerverein in Cilli. Am 8. d. um 11 Uhr vormittag» sindet vom genannten Vereine die diesjährige ordentliche Hauptversammlung mit solgender Tagesordnung statt: Bericht des Ausschusses; Bericht über die Ab-geordnetenversammlung in Graz; Gehaltssrage; Satzungsänderung; Neuwahlen; Anträge. Ein zahl-reicher Besuch wird erwartet. Gäste sind willkommen. Der verein Deutsche Mittelschule in Untersteiermark hielt am 16. November im Ehemiesaale der StaatSrealschule in Marburg seine Hauptversammlung ab. Der Obmann Heir Proses-sor Zahlbiuckuer eröffnete sie mit der Begrüßung der zahlreich erschienenen Mitglieder, insbesondere deS .Herrn Direktors Bittner und« warf einen Rück-blick aus die reiche Tätigkeit des Vereine» im abge» iVfiUjMjv lausenen Bereinsjah^e. Nachdem die übrigen Aemter-führer ihre Berichte erstattet hatten, wurde die Wahl des Ausschusses vorgenommen, die folgendes Ergib-nis halte: Obmann Professor Zahlbruckner. Ob-mannftellvertreter Professor Kropaischek. l. Schrift-führer Profeffor Dr. Mühlbacher, 2. Schriftführer Professor Sepperer. Säckelwart Prosessor Spinire, Beiräte sür Cilli Prosessor Jrauschek und Prosessor Dr. Reiter, sür Pettau Prosessor Dr. Kollenz und Professor Mischkonigg. Nach der Abwicklung des ge-schäftlichen Teiles hielt Professor Dr. Kollenz einen sehr interessanten Bortrag aus dem Gebiete der A jtrv'wmie Bürgermeisterwahl in Hohenmauthen. Bei der am 26. November vorgenommenen Wahl wurde Herr Gewerke Otto Erber, Sohn des kürz» lich verstorbenen verdienstvollen Bürgermeisters und LandtagSabgeordncten Herrn Otto Erber, zum Bür-germeister des Marktes Hohenmauthen gewählt. Diese Wahl, sowie jene der Herren Draxler, Brünier, Dobmg und Moser zu Gemcinderäteu wurde von der deutlchen Bevölkerung freudigst begrüßt. Manifestationsversammlung in Pet-tau. Sonntag fand in Pettau eine große Mani-festationsoersammlung gegen die serbophile Hetze statt, die von mehr als 500 slowenische» Bauern Untersteiermark» besucht war. Die Versammlung verlies glänzend. Bürgermeister und Landlagsabge-ordneter Ornig sprach m deutscher, Schriftleiter deS „Stajere" Lieuhart in slowenischer Sprache. An den Kaiser und an die Regierung wurden Telegramme abgesendet. Die Versammlung gestaltete sich zu einer großartigen patriotischen Kundgebung. Benefizkonzert 3. tt. Richter. Unser Musikvereinskapellmeister hat sich durch feine ernste Arbeit ein eigenes Publikum herangebildet, das fei-nem Werke und Wilken treu folgt: der kleine Saal des Deutschen Haujes war am 1. Dezember bis aus das letzte Plätzchen besetzt. Mit geschickter Hand leitete Richter feine Schar. Mit sicherem Blicke und gutem Geschmacke hat er daS Programm zusammen-gestellt: ein paar Paradenummern voll künstlerischen Empfindens, ein paar leichthin trällernde Weisen, so drachle er mit seinem Benefizkonzerte jedem etwaS und bewies damit, daß er allen musikalischen Förde-rungen gerecht werden kann. Lobenswert ist es, daß er der heimischen Komponisten nicht vergißl, sondern sie gerade in den Mittelpunkt deS Konzertes gestellt hat: O. Rieding mit einer romanzcnhasten ungari-schen Rhapsodie, deren Solo Franz Strunz graül und sicher geigte, Karl Freyberger mit einem Pot-pourri aus der Operette „Faial", sicherer, melodiöser Musik, gut und wirkungsvoll orchestriert und schließ-lich Joterderger mit einem entzückend leichten Walzer in flatterndem Wiegetanz seinmusikali scher Stilistik. Am prächtigsten klang wohl die Ouvertüre zu „Wil-Helm TeU", die die feine eingehende Arbeit Richters als Dirigenten bewies und zeigte, wie sehr Orchester und Dirigent zusammengewachsen sind. Der alte Ra-detzkymarsch mit seinen berückenden Fordenklängeu. die selbst die Legion Werkelkasten nicht verblassen und umbringe» kann, löste beim Publikum eine patrio-tischt Kundgebung aus: er mußte drei- oder viermal wiederholt werden. So hat uns das Benefizkouzert Richters gelehrt, daß wir an ihm einen sicheren, fei-ne» Musiker besitzen, der seine Äiufiker und sein Publikum kennt, der genau weiß, wie weit er mit den Konzessionen an die Menge gehen kann, ohne seinen künstlerischen Jnientionen etwas zu vergeben, ein sicherer Mann am Dirigentenpult, der mehr als nur ein Musiker ist: ein Mann, der in seiner Kunst ausgeht und sie so recht vom ganzen Herzen liebt und versteht. W G. Eine grohe SüdmarKspende. Die Haupt-leitung der Südmark hat dem Deutschen Hause in Pettau, das. kaum mit den größten Opsern erbaut, ein Raub der Flammen wurde, eine Spende von 10.00D K. zugewendet. Uebersetzung von „Ueberzöhligen" in die Ersatzreserve. Nach dem neuen Wehr-gesttze können auch Wehrpflichtige aus die Ueber-setzung in die Ersatzreserve als Ueberzählige Anspruch erheben. Die kommissionelle Auswahl der Ueberzählungen ersolgt nach dem Grade der Berück-fichtigungSwürdigkeit. Die auf die Zuerkennung der Ueberzähligkeit Anspruch erhebenden Wehrpflichtigen oder deren Angehörigen haben die bezüglichen Ge-suche ungesäumt bei der zuständigen politischen Be-zirksbehörde einzubringen. G-suche, die bis zum Zu-sammentritte der sür die Auswahl der Ueberzähligen bestimmten Kommissionen einlangen, werden i» Ber« Handlung genommen. Iulkneipe. Der Deutsche Athletiksportklub veranstaltet am Samstag den 7. d. im Turmzimmer de« Deutschen Hauses um 8 Uhr abend« seine dieS« jährige Julkneipe. ES ergeht hiemit an alle Ber-einsmitglieder das Ersuchen, sich bei dieser Feier vollzählig einsinden zu wollen. Da Tausch- und Juxbeste mitgebracht werden können, verspricht der Abend ein recht gemütlicher zu werden. Der alle SamStag statisindende Kegelabend entfällt diesmal. Kirchenkonzert. Herr Jnterberger ersucht sämtliche Mitwirkende (Damm und Herren), zu der Freitag um 8 Uhr abend» in der evangelischen Kirche stattfindenden Generalprobe sich einfinden zu wollen. gwei Uraufführungen bringt das Jnter-bergerschc Kirchenkonzert am 7. d.: Oskar RiedingS Morceau lyrique sür Bioline und Orgel und Dr. C. FreybergerS Weihnacht, drei Bilder für Mezzosopran, Baritonsolo, vierstimmigen Frauenchor, Or-ehester und Orgel. Letzteres ist die Geschichte von den drei Weisen a»S dem Morgealande, welche aus-ziehen, den WelterlLser zu suchen. Engel künden ihnen die srohe Botschaft und Gott selbst tut Zeichen und Wunder. Ein Stern flammt auf Und leuchtet durch die Nacht und führt sie durch die Irrwege der Wüste und die Irrungen des Glaubens und weist ihnen den Weg Zu der Stätte. Wo Licht und Lieb den AuSgang nahm, nach Bethlehem. Doch nicht« deutet dort äußerlich auf daS große Ereignis, nicht Pauken und Trom-petenschall verkünden des Heilands Geburt, nicht ertönt der Menschheit Jubelschrei. Nein: Still war die Nacht. Kein Sternlein am Himmel. Bon fern her ertönt der Hirten Schalmei. Nur im Stalle tausend Englein, Sie halten Wacht: es schläst der Gottessohn, zärtlich betreut von Maria, der Mutter. Und was die Menschen sonst versäumen, die Natur trägt eS nach: Biel Blümlein sind so wunderbar Zu deinen Füßen ringS erblüht. Und Böglein kommen Schar aus Schar Und singen dir ein Schlummerlied. Vom Stern geleitet kommen die Könige zum Stall, dock, hier hört alles Wunder aus; liegt hier ein Gottessohn oder der Aermsten einer? Doch allmäh-lich süllt sich der Stall, Hirten drängen herein und umstehen mit Staunen dann daS Kindlein. Da wird ihnen Gottes Weg klar, in Andacht sinken sie nieder vor der Krippe und beten. Dem geschilderten Ge-dankengange dieses Werkes entspricht auch dessen Dreiteilung, das Wunder, — im Stalle zu Beth-lehem, — die Anbetung. Es fällt uns die eigenartige Benennung „Drei Bilder" ans; doch scheint unS der Ausdruck glücklich gewählt. Denn drei Bilder sind es, die in ihrer musikalischen Ausdrucks-weise den Stimmungen angepaßt, der Dichtung zu-gründe liegen und daher stellenweise mehr drama-tischen als streng kirchlichen Charakter an sich tragen. Trotz der Dreiteilung des Werkes, welches für Or-chester, Harfe, Orgel, Sopran- und Baritonsolo und vierstimmigen Frauenchor geschrieben ist, ruht dessen Hauptvorzug in seiner Knappheit und Ein-heitlichkeit. Die Solopartien werden in Frau Dr. LeiSner und Herrn Schwerer, soweit dies aus den letzten Proben zu entnehmen war, auSgezeich. nete Vertreter finden. Den Orchesterpart hat unser braveS Musikvereinsorchester übernommen, nicht scheuend die Anstrengungen, welche ja Proben in dieser Zeit der sich jagenden Veranstaltungen aus-bürden. Kann auch aus Grund der letzten Proben ein endgiltigeS Urteil über Dr. Freyberger» jüng« stes, speziell für da» diesjährige Weihnachtslonzert unseres Organisten komponierte Werk noch nicht ge-fällt werden, eine» ist zweifellos, daß eS mit einen der Glanzpunkte des diesmal ganz besonder» präch-tig gewählten Programmes bilden wird. — Nachtragen möchten wir noch, daß eS dem Konzertvcr-anstalter gelungen ist, in dem als Harsenkünstler weithin bekannten Herrn Nikolaus Mostler eine auserlesene Kraft zu gewinnen. Möge das Cillier luiistverständige Publikum die ganz gewaltigen An-streilgungen unseres blinden OrgelkünstlerS damit loh-nen, daß cS am kommenden SamStag die evan-gelische Christuskirche bis auf den letzten Platz füllt! Die Frauengesellschaft zur Unter stützung verschämter Armer hält Samstag den 7. d. um 3 Uhr nachmittags die Beteilung der» selben im Graseigebäude ab. Weihnachtsbitte. Wie alljährlich gedenkt auch heuer (und zwar am 15. und 16. d.) der evan-gelische Frauenverein in Cilli zahlreichen in bitterer Not versunkenen Familien beider Bekenntnisse durch eine WeihnachtSbescherung zn Hilfe zu kommen. Wer den Jammer und das Elend so vieler Armer in unserer Stadt und vor ihren Toren irgend ein» mal kennen gelernt hat, der wird auch die sittliche Pflicht empfunden haben, diese Unglücklichen nicht ganz untergehen zu lassen. Wenigsten« zu Weihnachten sollte ihnen eine Stunde der Freude bereitet werden. Alljährlich haben unS edle Mitbürger unserer lieben Stadt freudigst die Mittel dargeboten, um wenigstens in etwas der großen Not steuern zu können. So ergeht auch heute uniere Bitte an warm sühlende Menschenherzen, uns ihre Spenden oder Zusagen an Geld, Nahrungsmitteln, abgelegten ttleidungS und Wäschestücken, Spielwartn und Bilderbüchern und dergleichen zu machen. Diese würde mit herzlichem Danke entgegennehmen Pfarrer Fritz May. Eine deutsche Gemeinde im Unter-lande an die Slowenen verloren. Der „Marburger Zeitung" wird unter dem 29. Novem ber aus Reisnig-Freseu gemeldet: Mit der gestern durchgesührten Gemeindevorstandswahl der Gemeinde Rottenberg, zu der auch die Onschasten Maria in der Wüste und Reifnig-Frefen gehören, sind die Ge meindeauSfchußwahlen für diese seit jeher unter be-währter deutscher Verwaltung gestandenen großen Gemeinde beendet; ihre Beendigung bedeutet das Ende der deutschen Verwaltung und den Sieg der deutschseindlichen Slowenischklerikalen, die den zweiten und dritten Wahlkörper infolge einer maßlosen Agitation junger windischer Agitatoren und durch die sträfliche Lässigkeit und Uneinigkeit (Stimmen-Zersplitterung!) der deutschen und deutschgesinnten Wähler eroberten. Die Tragweite dieses Wahlau» ganges ist auch deshalb groß, weil aus dem Ge-meindeausschusse eiu Mitglied in den Ortsschulrat von St. Lorenzen entsendet wird, wo er mit seinen Gesinnungsgenossen entsprechend arbeiten wird. In-solgedessen ist die den windischnationalen Führern verhaßte deutsche Unterrichtssprache in den oberen Klassen der Schule im deutschen Markte St. Lorenzen gefährdet! Des Deutschen Schulvereipe» wartet wieder ein schweres Stück Arbeit zum Schutze de» Deutschtum» dieses Gebietes. Steirer in Frankfurt am Main. Steirer, die durch Frankfurt reifen, finden Land»-leute im Kasino, Westendgarten, Taunusstraße I. Heimische Blätter („Deutsche Wacht" und andere) liegen auf. Dort hat auch die neugegründete SSd^ markortsgruppe ihren Standplatz. Ein rabiater Schwarzfahrer. Der Grund- besitzerssohn Franz Drobnisch au» Felberndorf wollte Sonntag abends von Tüfser nach Cilli al» blinder Passagier mitteisen. Er wurde vom Kondukteur Schöpsmann au» Marburg beanständet und sollte die Nachzahlung sowie die Strasgebühr vvn sechs Kronen leisten. Hierüber geriet er so in Wut. daß er den Kondukteur in rohester Weise beschimpfte und ihn sogar mit dem Messer bedrohte, so daß der Kondukteur au» dem Waggon flüchten mußte. Drob nisch wurde von der städtischen Sicherheitswache ver-haftet und wird sich beim Krei»gerichte Cilli wegen öffentlicher Gewalttätigkeit zu verantworten haben. Hütet die Kleinen! Nach einer Meldung aus St. Martin bei Erlachstein lebt der Schmied Johann Baumgartner in Podplat mit der ledigen Josesa LeSjak im gemeinsamen Haushalte. Am 28. No vember gingen beide zu einem Nachbarn und ließen ihr« drei Kinder, die 3jährige Angela, die 2jährige Josesa und einen 4 Wochen alten Säugling allein im Hause. Als »ach einer Weile die Lesjak nach Hause kam, vernahm sie aus dem Wohnhause Hilse-rufe und sah, im Zimmer angelangt, daS Belichtn der zweijährigen Josefa, in welches sie vor ihrem Weggehen das Kind gelegt hatte, in Rauch gehülli und die kleine Josesa gräßlich verbrannt, tot auf. Das Unglück geschah dadurch, daß die 3jährige An gela mit dem Feuer des in unmittelbarer Nähe des Btttrs stehenden SparherdeS spielte und daS Bett in Brand setzte. Die Hand verloren. Der Besitzerssohn Franz Rosenftein in Bimpasle bei Oberburg geriet beim Futterlchneiden mit der rechten Hand in die Schneidemaschine, die ihm die Hand derart durchschnitt, daß st« nur mehr mit den Fleischteilen am Körper hing. Der Verunglückte wurde in das Krankenhaus nach Cilli gebracht, wo ihm die Hand abgenommen wurde. Schwere Brandwunden erlitten. Am 22. November suchte der 32 jährige taubstumme Sattler Ferdinand Cebular im Eisenwerke in Store ein Nachtlager. Da e» empfindlich kalt war, legte er sich ganz nahe an einen geheizten Ofen. Al» er infolge von Schmelzen erwachte, hatte er bereit» so schwere Brandwunden erlitten, daß er in da» Krankenhaus gebracht werden mußte. V.'rcnnc t7 Eine örtliche südmärkische Stellen-Vermittlung wurde in allerjüngster Zeit von der MännerortSgnippe Leoben de« Vereines Südmark ins Leben gerufen; sie verdient nicht nur warmher» zigc Anerkennung, sondern auch Nachahmung in allen Südmarkkreisen. Die genannte Ortsgruppe errichtete nämlich eine Bezirksstelle der Deutschen Zentraloermitilung Oesterreichs zwecks Vermittlung von Posten sür Männer, Frauen und Mädchen. Die Belobung der Geschäfte hat in dankenswerter Weise kostenlos Herr Karl Seidler (Leoben, Krotien-dorsersirage) übernommen. Die Südmarkortszruppeu in größere» Stadien hätten durch Nachahmung dieses schönen Beispieles wirtschaftlichen und sozialen Gemeinsinnes gute Gelegenheit, den Weg zu den Herzen vieler abseits stehender Volksgenossen zu finden, die von der Südmarklätigkeit auch einen örtlichen praktischen Vorteil sehen möchten. Neue Besiedlungserfolge der Süd-mark konnten im Wege einer umsichtigen Ver» mittlungStätigkeit, die sich einer raschen Ausgestaltung erfreut, in den letzten Wochen in Marburg, dem schwer bedrohten Städtchen Windischfeistritz und der küstenländischen Stadt Görz erzielt werden. In Marburg ließ sich ein Huf- und Wagenschmied aus Salzburg nieder, in Windischfeistritz ein kapital«-kräftiger Privatmann, zuletzt in Graz und in Görz ein Zimmermeister auS Tirol. Die gesamte Kops-zahl der angesiedelte» Familien beträgt 12. Weitere Ansiedlungen, besonders von Landwirten, stehen bevor. Aus Eifersucht. Aus Schönste!» wird gerieben: Zn einem Gasthaule zu Plesivce zechien u:iter anderen die Besitzer Johann Artic und Johann Ariftovnik aus Skalis Gegen Mitternacht gingen beide in Begleitung eines Mädchens, der Geliebten dtS Ariftovnik, heim. Artic belästigte dabei das Mädchen, worüber Aristovnik erzürnt, den Artic niederholt wegstieß Artic ergriff plötzlich einen Prü-gel und ichlug damit dem Ariftovnik so wuchtig auf den Kopf, daß dieser lebensgefährlich verletzt liegen blieb. Verhaftung eines Betrügers. Am 28. November wurde der beschäftigungslose Tag-lohnet Georg Cicej von einem Gendarmen auf der Vczirtsstraße in Koschnitz verhaftet und dem hiesigen KreiSgcrichie eingeliefert. Gegen ihn war bereits wegen Desertion und mannigfacher Betrügereien ein Sieckbrief erlassen. Er trieb sich in letzter Zeit arbeitslos in Kroatien, Jstrien, Bosnien, Krain und Steiermark herum nnd beging verschiedene Be-trügereieu. Namenilich in Heiligen-Dreifaltigkeit in W. B, Bezirk Marburg, entfaltete er eine für seinen Sack ergiebige Tätigkeit. Hier trat er bei verschiedenen Besitzern als Knecht ein, bestahl und betrog sie auf geschickte Weise um beiläufig 400 St., worauf er verschwand. Bei seiner Verhaftung hatte «r nur einige Heller, AuSweispapiere oder sonst welche Dokumente hatte er nicht. Turch seine Ber-hastung ist einem äußerst gesährlichen Dieb und Betrüger sür längere Zeit das Handwerk gelegt, der von verschiedenen Gendarmeriekommanden in Steiermark, Zstrien und Krain schon eifrigst gesucht wurde. Bon einem Pferde gebissen. Am 26. November war der 13jährige Grundl'esitzerSsohn Jvses Radic beim Aufladen von Steinkohlen in Reichenstein bei Drachenburg behilflich. Dabei kam er dem vor dem Wageu gespannten Pferde des Martin Hiebet auS Rann zu nahe und daS Tier biß Radic derartig in den Rücken, daß er eine schwere mit großem Blutverlust verbundene Wunde erhielt. Der Knabe mußte sogleich der ärztlichen Be. handluug unierzogen werden. Obgleich der Besitzer sein Tier als äußerst bissig kennt, unierließ er es doch, es mit einem Maulkorbe zu versehen. Ein Wüterich. AuS Drachenburg wird ge-meldet: Der Besitzer Anton Romich in Brh geriet wegen seiner Galtin mit seinem Bruder Joses in Streit. Dieser halte nämlich in barschem Tone ein Abendessen von ihr verlangt. iS aber nicht erhalten. Josef Romich ergriff darauf ein Küchenmesser und stürzte sich aus die Schwägerin, die jedoch noch rechtzeitig flüchten konnte. Auch Anton Romich floh vor seinem Bruder und verschloß sich in einer Kam-mer Joses Romich aber begann die (Einrichtung zu zerschlagen. Dabei drohte er, das Haus anzuzünden und seiner Schwägerin den Garaus zu machen. Er wurde am nächsten Tage verhaftet und dem Be> jirkSgerichte Drachenburg eingeliefert. Erdrosselt? Am 27. November wurde die «l» jährige Besitzerin Agne« Zupanc in St. Jakob bei St. Georgen an der Südbahn an einem Gar-tenzaune lehnend tot aufgefunden. Dies gab in der dortigen Umgebung zu dem Gerüchte Anlaß, daß in ihrem Hause Räuber eingedrungen seien, welche die vor ihnen flüchtende Zupanc verfolgten und sie vor dem Hause erdrosselten, wodurch die Bevölke-rung in nicht geringe Aufregung versetzt wurde. Die Leiche ist nun in die Totenkammer des Ortssried-hose« zu Kalobje behuss gerichtlicher Leichenöffnung geschafft worden, um festzustellen, ob die Zupanc einem Verbrechen zum Opfer gefalle» oder eineS natürlichen Todes gestorben sei. Gefährliche Burschen. In Tüffer wurden dieser Tage die aus Kroatien stammenden Burschen Stephan Horvat und Joses Horvatic, ersterer an-gedlich Diurnist, letzterer Friseur, verhaftet und dem Bezirksgerichte eingeliefert. Unter dem Vorgeben, sie seien Studenten und mußten auS Spalaio in Dalmatien wegen des aus dem Balkan herrschenden Krieges flüchten, lockten sie verschiedenen Perfön-lichkeiten Geldbeträge heraus. Bei dem Advokaten Dr. Kolsek bettelten sie unter der gleichen Vor-spiegelung und gaben auch an, sie gehörten in Spalato einem Vereine an, der zugunsten Serbiens Spionage betrieb, was der Behörde zur Kenntnis kam, woraus sie flüchteten. Als Dr. Kolsek zur Kasse schritt, drehte Horvat das Licht ab, aber schon in diesem Moment hielt Dr. Kolsek den Revolver in der Hand. Horvat entschuldigte sich damit, daß er unvorsichtigcrwcise an der Lampe angestoßen sei und deshalb das Licht ausgelöscht sei. Dr. «olsek übergab den beiden gesährlichen Bnrschen vier Kronen, um sie sobald als möglich loszubringen. Bei der Verhaftung wurden bei beiden giößere Geldbeträge und verschiedene kroatische und serbische Dokumente gesunden. Lichtenwald. (Volkstümlicher Bor-trag.) Am Sonntag den 24. November versam-mclte sich im Saale des Neuheim, ihn bis auss letzte Plätzchen süllend, alles, was wahrhast deutsch ist in Lichtenwald, um den überaus fesselnden Aus-sührungen des Laibacher Pfarrers Dr. Hegemann über den Zujammenbruch der Türkei zu lauschen. ES war ein eigenartiges Bild, das der Vortragende vor der Zuhörerschaft entrollte, aus eigenen An-schauungen, historischen Erkenntnissen nnd den span-»enden Ereignissen der Gegenwart geschöpft. Wie ein Gottesgericht zog es vorüber vor den Augen der Versammlung. Pfarrer May ans Cilli dankte dem Redner aus warmem Herzen und rief begeisternd die Menge zu treuer deutscher Gemeinbürg-schast in dieser ernsten Zeit aus. Mit der Absin-gung des BiSmarcklicdes schloß der denkwürdige Abend. — Das für den tj. d. geplante Konzert der Frau Luise Hegemann, die ihre hohe Kunst in den Dienst unseres Werkes hier zu stellen versprach, muß leider infolge Erkrankung der Künstlerin ans Anfang Jänner verschoben werden. — Es zeigt sich immer wieder, von welcher Brdeutnng sür die Er-Haltung nnd Pflege deS Deutschtums in Lichtenwald die Schaffung des Neuheini ist, das nicht bloß als Gastwirtschaft und musterhaft geleitetes Hotel Ein-heimischen nnd Fremden vorzügliche Dienste leistet, sondern auch der evangelischen Predigtstation die langentbehrte Heimstätte bietet und den Volks-genoffen als Sammelpunkt in Stunden der Er-holung sowie geistiger Fortbildung und politischer Kräftigung dient. Möchte die in ihrer. Ansängen noch immer mit Schwierigkeiten kämpsende Ge-nossenschast „Neuheim" aus den Kreisen unserer Volksgenossen doch die Würdigung und Hilfe er« fahren, die sie im vollsten Sinne verdient! Vermischtes. 26 Jahre eine Zelle als Wohnung. Die Wiener Polizeibehörde beschäftigt sich mit einem ganz unglaubliche» Fall. Es handelt sich um das Martyrium eine« Geistlichen, der 26 Zahre hindurch in einer kleinen Zelle des Mechitariftenklosters in Wien aus einer in Fäulnis übergangenen Schichte Stroh gelegen ist und sich nach Angabe der Aerzte in einem geradezu schaudererregenden Zustand be-sand. Der Polizeiarzi fand den Mechitaristenpater Raphäel Barancz. den er untersuchen sollie, um ein Guiachten bet, essend der Abgabe des PaterS in die Irrenanstalt auszustellen, mit krampfhaft verzogene» Füßen, von Ungeziefer bedeckt, auf verfaultem Stroh liegen. Der Körper deS Unglückliche» wie« stark eiternde Wunden aui. Er starrte von Schmutz. Der furchtbar Verwahrloste ist der Sprache beraubt. E> selbst konnte nicht einvernommen werden. Die Polizei hat eine Untersuchung eingeleitet. Im Kloster wird behauptet, daß der Zustand deS PaterS durch eine von ihm selbst gewollte Askese herbeigeführt worden fest1« ß sei, doch meint die Behörde, daß eS sich vielleicht um eine Klosterstrafe handelt, die dem Piter auferlegt wurde. Schwurgericht. Brandlegung. Der Schneider Matthias Kocmann in Planina ist ein dem Traute ergebener Mensch, der mit seiner Frau und Schwiegermutter fortwährend Streitigkeiten ha:. Die Schwiegermutter AgneS Repetz hatte in Be-sovje ein Haus erworben und wies ihren Schwieger« soh» aus dem Hause, so daß in ihm der Entschluß reiste, nach Deutschland auszuwandern. Et begab sich am 2l. August 1912 nach Eilli, um sich bei der Bczirkshauptmannschast die Reifelegilimation zu holn,. Auf dem Wege verlor er angeblich die letzte 20 KronenNote, fo daß er die Mittel zur Reise nicht besaß. Dies ärgerte ihn und brachte zugleich den Haß gegen die Schwiegermutter so zum Aus-lodern, daß er beschloß, das Haus seiner Schwieger-mutier anzuzünden. Er streifte einige Tage planlos umher, betrank sich am Morgen des 23. August mit SchnapS und Wein im Gasthaus« des PleterSki. Er ging nachmittags zum strohgedeckten Häuschen der Schwiegermutter und dachte sich, wenn ich hier nicht wohnen dars, so soll meine Schwiegermutter auch nicht wohnen. Er wars eine brennende Zigarette ins Strohdach des Häuschens und dieses ging in Flam-men aus. Der Schade» beträgt rund 700 K. und ist durch Versicherung nur m t 360 K. gedeckt. Mat-thias Kocmann gestand seine Tat freimütig ein und stellte sich selbst dem Gerichte. Er hatte sich vor dem Lchwurgerichishose unter dem Vorsitze de« Herrn HosraieÄ Dr. Vouvier wegen Brandlegung zu ver-antworten. Die Anklage vertrat der Staatsanwatt stellvettreter Dr. von Racit. Kocmann wurde nach dem Verdikte der Geschworenen zur Strafe deS schweren Kerkers in der Dauer von drei Monaten verurteilt. Helichtssaat. Gegen den Friedensstifter. Der Zimmerm-nn MalthiaS Petritsch aus Schön-acker bei Praßderg geriet am 19. Oktober im Äaft-Hause des Franz Tertsche mit dem Grundbesitzer Vinzenz Komik in Streit. Um dem angeheiterten Petritsch auszuweichen, verließ Kotnik das Gastzimmer. Der Grün5besitzet Valentin Sedovschek wollte jedoch den Petritsch beruhigen, dessen Zorn sich nun gegcn den Friedensstifter kehrte. Er zog sein Meffer und sügte dem Sedooschek an der Brust eine leben», gefährliche Verletzung bei. Er hatte sich vor dem Preisgerichte Eilli zu verantworten und wurde we-gen Verbrechens der schweren körperlichen Beschädi-gung zur Straft deS schweren Kerkers in der Dauer von 6 Monaten mit einer Faste und einem harten Lager alle 14 Tage verurteilt. Bei der Stellung. Anläßlich der Rekrutenabstellung in Windisch-graz am 1. Okiobet hatie der stellungSpsl.chtige Knecht Franz Fischer schon am Morgen beträchtliche Mengen Alkohol zu sich genommen. Nach ersolgter Abstellung sollte er zur Abbüßung einer 2tstündigen Polizeistrase wegen auSschreitenden Benehmen« in den Semeindearrest abgeführt werden Er setzte je-toch der Verhaftung den heftigsten Widerstand entgegen und mnßle mittels Wagen in den Arrest ge-bracht werden. Er riß dem Assistenz leistenden Gen-darm das Portepee herunter, zerriß dem Wachmanne die Bluse und den Säbelricmen und schlug mit Händen und Füßen wütend um sich. Er halte sich vor dem KreiSgerichte Cilli wegen öffentlicher Gcwali iätigkeit zu verantworten. Et gab jedoch an, daß et so betrunken gewesen sei, daß er von dem Vorfalle nicht« wisse. Der Gerichtshof schenkte seiner Berant-Wartung Glauben, und so wurde Franz Fischer nur wegen Volltrunkenheit zu vierzehn Tagen Arrest ver-urteilt. Schrifttum. Sturm und Drang. Goldene Klassiker-bibliothek. Deutsches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin. In zwei künstlerischen, modernen Leinen-bänden. Pceia fünf Mark. Ein glücklicher Gedanke war es, der rühmlichst bekannten goldenen Klassiker- S:nc 6 i>v'U*luie '■{ 9" bibliothek in den vorliegenden Bänden ausgewählte Werke der KrastgenieS der vorklassischen Zeit anzu-reihen. Nach dem mit Gelehrtentum und antikisie-render Nacheiferung gesübrtem Streit« um die freie deutsche Dichtkunst tauchen die Dichter des Sturm und Drangs vor, um und mit Goethe und Schiller auf. die sogenannten ..KraftgenieS", unter denen Heinrich Wilhelm von Gerstenberg 1737—1823, Johann Anton Leisewitz 1752—1806, Reinhold Jakob Michael Lenz 1751—1792, Heinrich Leo-pold Wagner 1747—177S, Friedrich Maximilian Llinger 1752—1831 und Maler Müller 1749—1825 die bedeutendsten und besonders nennenswerten sind. Mit hervorragendem Geschick hat Karl Freye, von dem auch die vorzügliche Einleitung und die rastlos befriedigenden Biographien der vorliegenden AuS-gäbe stammen, alle jene Werke dieser sechs Dichter ausgesucht, in denen sich Mitwirken und Mitschaffen im geistigen Kampfe Goethes und Schiller« am besten offenbart. Es war eine dankbare und dan-kenSwerle Aufgabe, die sich Verlag und Heraus-gebe? gestellt haben, die Werke der fast nur mehr dem Namen nach bekannten Dichter neuerlich der breiteren Menge in kritischer «uSgabe zugänglich zu machen und so den jetzt immer häufiger weiden-den Neudrucken der Romantiker auch die Neudrucke der Stürmer nnd Dränger in einer kritikfesten, guten Ausgabe an die Seite zu stellen. Es ist sehr lehrreich, wenn man an der Hand diese« neuen Buchkunstwerke« de« ernsten Verlages selber in den dichterischen Hexenkessel jener neuen Zeit schen kann, der siedend und brodelnd in stürmisch künstlerischen Dichterflügen neue Kunstwerte zeitigte und dem der junge Goethe selber al« neuer, strahlender Phönix de« deutscheu Wortes und Liede« entstieg. Jähe Kraftnatnren steigen wieder aus dem Dunkel des Vergesse»« hervor, man sieht nnd liest selber, wie e$ in Deutschland wieder Morgen zu werde» be-^ann. Impulsive Kunst des Augenblickes, große Gedanken und heißes Ringen steigt au« den Werken mit ungestümer Juqe^dkrast empor. Ein jede« offene Wort ward Befreiung, ein jedes freie Lied Erlösung und jeder in Worte gesormte Gedanke eine Tat. Da« Weiterleuchten der neuen Zeit flammt in groß züqiger Gestaltung durch alle die Werke der Stür mer und Dränger, die wieder da« deutsche Wort als die Erlösung von der Zeit der Beschränkung er-konnten und zügellos ihrem Ziele zustrebten. Der ganze Kreis um Goethe schließt sich so enger und klärt sich in den eigenen Werken der Krastgcnies. Goethe selbst, der unS als ..junger Goethe" durch Literaturberichte versüßlicht wird, wird in^ den Werken seiner Freunde selbst als junger, kräftiger Stürmer erkannt, als einer jener Genies, die um den Geist der neuen Zeit mit allen Kräften ihrer Kunst rangen, lind erst aus ihnen und durch sie erhebt sich der königliche Aar des deutschen Wortes ju der himmelhohen Größe. Und vielleicht kann man soweit gehen, zn behaupten: ohne die Stürmer und Dränger kein Goethe. So war die vorliegende Ausgabe eine Ehrenpflicht der deutschen Verlage Und' die goldene Klassikerbibliothek ist dieser Ehren pflicht wen und würdig nachgekommen. Denn das Buch ist mehr als eine prächtige Bnchleistung; der Verlag ha» damit auch eine literarische Tat ersten Ranges geleistet. Denn was ist mehr zu loben, als der Menge die Möglichkeit zu dielen, aus den lebenden Werke» der Dichter die Literaturgeschichte selber zn erleben? Die Ausstattung und Billigkeit de« Werkes ist, wie bei der goldenen Klassiker-bibliothek nicht anders zu erwarten ist, vorbildlich. Lechners Weihnachtskatalog. Der von der k. u. k. Hos- und UiiiversitäiS-Buchhandlung R. Lechner (Wilh. Müller) herausgegebene Weih-nachtSkatalog wird von den Bücherfreunden und -käufern wieder freudig begrüßt werden. Wie in >en vergangenen Jahren enthält auch der neue, »eben erschienene Katalog eingangs eine literarische kundschau (..Empfehlenswertes für de» WeihnachtS-lisch"), die knapp gehaltene Charakteristiken und Inhaltsangaben der im laufenden Jahre erfchienenen Neuheiten enthält. Wir finden da berücksichtigt: Illustrierte Pracht- und Kunstwerke, Gefamtau«-lzaben, Dichtungen und Dramen. Anthologien. Ro-mane, Novellen- und Skizzensammlungen (darunter auch Humoristika), ferner Schriften über Philo-ophie, Literatur, Musik und Theater. Eine sorg-ältige Auswahl wurde auch getroffen aus der stetig anwachsenden Memoirenliteratur sowie aus den Werken über Naturwissenschaften, Reisen und Sport. Ganz besondere Sorgfalt wurde den Jugendschriften gewidmet, welche die Firma Lechner seit jeher als Spezialität pflegt. Eiue eigene Zusammenstellung wurde auch den von der Firma Lechner in eigener Fabrik, in anerkannt größter Güte hergestellten photographischen Apparaten und Bedarfsartikeln, darunter den beliebten „Austria".Apparaten gewid-met. Lechners Weihnachtskatalog, der über Wunsch von der Firma (Wien 1, Graben 31) an alle In-»eressenten kostenlos verschickt wird, verzeichnet nicht bloß alle bemerkenswerten Neuheiten deS Büchermarktes in deutscher Sprache; eS wurden auch die srenidsprachigen Literaturen französisch und eng-lisch) entsprechend berücksichtigt. Eingesendet. Monatsausweis des Einlagenstandes gegen Kassenscheine und EinlagSbücher der k. k. priv. Böhmischen Unionbank: ___ Stand am 30. November 1912 K > 6,91«.07.» 03 Erste Preisausschreibung für Flor-Belmonte - Raucher. Infolge der unerwartet großen Zahl von eingelangten Beiträgen konnte da« Resultat der Konkurrenz erst jetzt genau festgestellt werden und wird im Laufe dieser Woche von der Flor - Belmonte - Zigarettenunternehmung. Wien 9, Türkenstraße 33, allen Einsendern und Interessenten direkt per Post bekanntgegeben. AUrn Bücherfreunden «npf»fcl«n wir on«cron » in irgend einer Avotsete oder Trogorie sür Kr. t.id kaufe, und ich habe noch imm«r gesunde», daß sie bei derartigen Zuständen ganz ausgezeichnet wirken. w K * K MEINE ALTE Enadrun i ist und bleibt, da» zur Vertreibung von Sommersprosien sowie zur Erlangung und Erhatt ung einer zarten, weichen.haut und eines weißen Teints feine beste « Seist existiert als die m-lt bekannte Steckenpferd > Lilienmilrdseise, Marw Steckenpferd, von Bergmann & Co.. Teichen a/E. — Da« Stück zu 8» h'erhältlich in Apoihe en. Dr«-gerien, Parsümerie- und allen einschlägigen Geschälten. — Desgleichen bewährt sich Bergmann's L'liencrSme .Manera wunderbar zur Erhaltung zar,er. weißer Damendände; in Tuben zu 70 h überall erhältlich. Vertreten dnrch: Rudolf Blum & Sohn DschÄeskuiigs- o. Spengler-Geschäft Ecke Carnerle* o. Hilarlusstrass®. Fahrkarten- vnfl FracMu naoh Amerika köiiigl. 1. dpi scher Pwitdanipfer der „Red Star Linie von Antwerpen4' direkt nach New-York und Boston kemu'«». von d»r hob. k.k. ftsterr. Regierung Man wende sich wegen Frachten und Fahrkarten an die Red Star Linie in Wien, IV., Wlednergttrtel 6 Jsillu« Papper in ibiitbintk, SüdbahnatrtM« t'rusix Delene Lslbatb, Cahnbosntraese 41. Schlachtung», 'Ausweis übet die im stöbt. Schlachthaus- in der Woche vom 24. November bis 1. Dezember 19'. 2 vorgenommeucn sowie die Menge und Gattung deÄ -ingeführten Fleisches. Eingeführtes Fleisch in Kilogramm d,,t>. »teil» w <**»•'< etiio.n Name Fleischers Friedrich Johann Junger .... «neS ...... Xossär Ludwig . L«skoick)et Jatob Rebeuichegg Joies Reisner Josef. . vellal Kranz . . Stelzer .... Suppan .... Umegg Rudolf . vollgruber Kranz Swettl..... Galtwirte . . . private .... l 2 — — — S — — — — — — — —* _ 1 — — — — — — — — — 4 i — — — —■ — — — — — 7 — — —• — — — 7 2 — — — — — — — 70 — 7 — — — — — — — — 2 1 — — — — — — — — l 3 — — — — — — — — — 5 3 — — — — — — — — — 1 — — — — —- — — — — 2 l 1 — — — — — — — — — — — — — — — — — 2 12 — — — — — — — — «m — 1 iÄumaut 97 Deutsche Macht Seite 7 Aktienkapital: K 65,000.000-— Reserven: K 17,000.000*— Zentrale In Prag. Kommandit« In Wien. UurfhsQhrung »IltT bankgeschiftlicheo Transaktionen and Ert-eilnnj» diettertgbcher Auükünftp. An- und Verkauf »M Effekten, Valuten, Münzsorten and Coupon«. Vi>r*lrhrrunc (rgrn VrrlMuuf*-verlnrt. K. k. prlr. Mi « Union Filiale Cilli. HuUntMlc Auinfsihriinii T«n BOnen< Bustrftgrn. l'rlirriiBhmf von Wertpapieren >ur AufbeMMhrnuK und VrmaltiinR Helehnunar von Wertpapieren. Vermietung von MleHerbeltMitelirank-flchrrn (N«fM.) -Hank Filialen in Reielienberg, ätblun Hau, Olmbts. Bielitx, Jttgerndorf, Troppao, Hamburg, Brttnn. Lina, Hohenelbe, Dornbira, Salaburg Mihr. - Schönberg, NeuUUcheia, Graz, Leoben, König;tnhof, Klagen fnrt, Villach. — Kxpoaitur®a i» Frieön jeder Beziehung vorzuti'hen. sind diese Pillen frei von allea schildlichen Sabetxnzen, mit grösstem Erfolge angewendet hei Krankheiten der Unterleibsorgane, sind leicht abführend, blotrcinigtnd, kein Heilmittel ist günstiger und dabei Tüllig unschädlicher, um V er stopf; i ngten iu b-k&mpfen, die gewisse Quelle der tn-isten Krankheiten. Der verzuckerten Form we^en werden sie selbst von Kindern gern» genommen. Eine Schachtel, 15 Pillen enthaltend, kostet 80 b, eine ftolle, die 8 Schachteln, also 120 Pillen cnihilt, kostet nur 2 K. Bei \ urt insendong von K 2'45 erfolgt Frankozusendung 1 liolle Pillen. Warnurm f ^'or ®",ch*l"nungen wird dringend gewarnt «feil IIIIIIIJ • Man verlangc^Philipp Neunteln« abführende Pillon" Nur echt, wenn jede Schacht I uud Anweisung mit unserer Pillen ---------, . miu aunuauu^ iuii uurriri gesetzlich protokollierten Schutzmarke in rot-ichwarzeoi Druek M'4 nnd I nf*ri;rhrilt Philinn Vanalaina A nAikal«» vergeh»»0 ist unserer Firma „Heiliger Leopold" und Unterschritt Philipp Neustem* Apotheke, versehen ist. Unsere handelsgcricbtlich geschützten Emballagen müssen mit > bezeichnet «ein. Philipp NenäteinM Apotheke zum „Heiligen Leopold", Wien, I., Plaakengasse S. Depot ia cuii: Mai Rauselwr und Apotheke przur Mariahilf" Otto Schwarz! & Comp. lirankenkaise-Konfrollor-Stelle. Im Sinne des Aussehussitzungsbeschlusses der Bezirks-Krankenkasse Gonobitz kommt mit 15. Dezember 1912 die Krankenkontrollor-Stelle für den Gerichtsbezirk Gonobitz und St. Marein bei iärlacbstein zu besetzen. Bewerber um diese Stelle erhalten nähere Auskunft in der Kanzlei der Kasse. Der Kassenobmaiin: Franz Kowatach. Kundmachung. Nach dem neuen Wehrgesetze können auch Wehrpflichtige auf die Uebersetzung in die Ersatz-Reserve als Uebsrzählige Anspruch erbeben: 1. Wehrpflichtige, die zur Führung eines Unternehmens (Landwirtschaft, Gewerbe u. dgl.) eines erwerbsunfähigen Vaters (Mutter, Grossvater, Grossmutterl beiufen sind, falls dieses den einzigen Lebensunterhalt der Familie bildet, und zwar auch dann, wenn andere männliche Familien-mitglieder in Betracht kommen, die jedoch infolge eines anderen Lebensberufes erwiesenermassen nicht befähigt sind, das erwähnte Unternehmen für die Datier der Präsenzdienstpflicht des Wehrpflichtigen zu betreiben. 2. Wehrpflichtige, die in der Vorbereitung zu einem bestimmten Lebensberufe oder in der Erlernung einer Kunst oder eines Gewerbes begriffen sind oder durch eine längere Unterbrechung bedeutenden Nachteil erleiden würden. 3. Wenn der oder die in Betracht kommenden Brüder des Wehrpflichtigen den PräsenzdienBt im gemeinsamen Heere (Kriegsmarine oder Landwehr, Gendarmerie) freiwillig fortsetzen, sich zur freiwilligen Fortsetzung des Präsenzdienstes verpflichtet haben. Die kommissioneile Auswahl der überzähligen erfolgt nach dem Grade der Beiflcksiehtigungswürdigkeit. Die auf die Anerkennung der Ueberzähligkeit Anspruch erhebenden Wehrpflichtigen oder deren Angehörige, haben die bezüglichen Gesuche ungesäumt bei der zuständigen politischen B^zirksbehörde einzubringen. Für die Dokumentierung dieser Gesuche sind die Bestimmungen der §§ 108 und 111 W. V. I. Teil von 1912 analog anzuwenden. Stadtamt Cilli, am 30. November 1912. Der Bürgermeister: Dr. von Jabornegg. FriedrichWilhelm Preußische Lebens- und Garanfic-Versicherungs-Aktien-Gesellschaft zu Berlin Gegründet 1866 Direktion für Oesterreich Wien I, Kärntner ring 17 Neue Anträte wurden eingereicht In 190t: K. 78 000 000 1903: K.83000000 1905: K. 110000000 1907: K. 139 000 000 1909: K. 151000 000 1911: K.205000000 3 Millionen Versicherte Vor Abschluß einer Lebensversicherung versäume man nicht, «*n»ere Prospekte elnxu/ordern.V or Uebernahme einer stillen ortwroffl llf II» BV««lnlua|verlM(em»iiiniiiwllMil.|.ni|^. »^Sekretariat für die Alpenländer: Graz, Blumengasse 7. Seite 8 Deutsche Macht Kundmachung. Die gefertigte Direktion der Sparkasse der Stadtgemeinde Cilli gibt nachstehenden Beschluss bekannt: Für sämtliche Spareinlagen tritt mit 1. Jänner 1913 der 41/2°/o -HW Zinsfuss in Kraft. Neueinlagen werden vom Tage der Einlage mit 4,|2°|o verzinst. Die Verzinsung beginnt mit dem, dem Einlagetage folgenden Tage und endet mit dem, dem Behebungstage vorangehenden Tage. Die Rentensteuer wird wie bisher von der Anstalt bezahlt. Der Zinsfuss für Realdarlehen wird ab 1. Jänner 1913 auf 6°|o erhöht Die Amortisationsquote bleibt mit l°|o aufrecht. Für die Direktion der Sparkasse der Stadtgemeinde Cilli Dr. Heinrich v. Jabornegg. Tüchtiger Kommis (deutscher Nationalität) militärfrei, mit Kenntnis der Landessprachen, soliden ehrenhaften Wesen«, gehetzten Alters, in allen Zweigen des Gemischt-warcuhandels befähigt, wird fstr ein Landgeschäft (Sitz der Behörden) gegen guten Gehalt aufgenommen. Offerte an die Verwaltung dieses Blattes mit Angabe wann Eintritt möglich. Reflektiert wird nur auf guten selbständigen Arbeiter. Wenig gebrauchte Schreibmaschine modernes System, wegen Abreise billig zu verkaufen. Anfragen erbeten schriftlich unter .Schreibmaschine Nr. 100* an die Verwaltung dieses Blattes. 19017 Mocck WurfelI sind der allerfeinste. fix und fertig gezuckerte Kaffee! ein Wurfes gibt Vk Liter, „ kostet 16 Hell«r. 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