Wahkfpruch, *8« wir tege^rm von bet Z «timst fi-mtrei Dah Brot und Arbeit UN-«erlistet stehen, Dast unsere Kinder in der Schule lernen Und unsere ®reife nicht mehr betteln «ehe«. ®. Herwegh awnn Mt. UA. 18.186 n. 10.54?. 3er MMto 38.415. Wn-ahner Zenlralorgan des Oesterreichischen Eisenbahn-Personales. RedaMon: Wien Y/i, Bräuhausgaffe 84. fRcbasttlonefchlMst: Zwei Tage vor dem Erscheinen de» Blatte». Sprechstunden sind jeden Tag mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage von 10 Uhr vormittags bis V,4 Uhr nachmittags. Insertionspreis: Tie einspaltige Millimeterzeile oder deren Raum 14 Heller. Bei Jahresaustrag Rabatt. Abonnements-Bedingungen: Halbjährlich ...»..........................Ar. 288 Ganzjährlich ..............................„ 5*76 Filr das Deutsche Reich ganzjährlich Mb. 6'—. Für das übrige Ausland ganzjährlich 9 Franken.. Erscheint jeden 1., 10. und 20. im Monat. Nr. 29 Wie», de« 10. Moder 1913. 21. gahrg. zwanzig Fahre. Zum VII. österreichischen Gewerkschaftskongreß. Den Delegierten zum VII. ordentlichen Gewerkschaftskongreß, der seit Montag im Favoritcncr Arbeiterheim tagt, hat die Gewerkschaftskommission einen Bericht vorgelegt, dem in der gewerkschaftlichen Literatur unseres Landes ein hervorragender Platz gesichert ist. Denn der diesmalige Bericht hat, ohne den Anspruch ans die Bezeichnung als umfassendes historisches Werk, den gewöhnlichen engen 'Rahmen einer einfachen Berichterstattung über eine kurze Zeit durchbrochen. Er ist in all seiner Bescheidenheit ein historisches Dokument von große,n Wert. Und wenn einmal an die Verfassung einer eingehenden Geschichtschreibung der österreichischen Arbeiterbewegung geschritten werden wird, dann wird der diesmalige Bericht ein vortreffliches Hilfsmittel sein, da er eine wertvolle Materialsammlung zur Geschichte der österreichischen Gewerkschaftsbewegung darstellt. Diese besondere Form wurde dem Bericht deswegen gegeben, weil er einem historischen Ereignis gewidmet ist, das sich heuer zum zwanzigstenmal jährt. Am ‘24. Dezember werden 2 0 I a h r e v e r f l o s s e n sein seit der Abhaltung des erste n, man könnte sagen, d e s k o n st i t u i e r c n d e n G e w e r k-s ch a f t s k o n g r e s s c s, der cs sich zur Aufgabe gemacht hat, aus denk vom Ausnahmszustand und von Polizeiwillkür angerichteten Verderben, aus den Schuttresten, die von den ersten so verheißungsvollen Anfängen der Bewegung in Oesterreich geblieben sind, ein neues, stärkeres, widerstandsfähigeres Gebäude der Gewerkschaftsorganisation zu errichten. Zwanzig Jahre sind Wohl kein langer Zeitraum, am allerwenigsten aber im Leben einer aufstrebenden Klasse. Und so darf man von ihnen nicht allzuviel erwarten. Bedenkt man überdies, daß ‘20 Jahre Leben für die Arbeiterklasse 20 Jahre des Kampfes bedeuten, müßten wir an die Leistungen der ersten zwei Jahrzehnte, nicht zuletzt, weil sie die ersten, die Anfangs-sahrc waren, einen viel bescheideneren Maßstab an-lcgcn. Doch schon nach Durchsicht der ersten Seiten des Berichtes sehen wir, daß wir cs mit einem stolzen, gewaltigen Werk zu tun haben, das durchaus nicht auf die Nachsicht des Beurteilers appellieren muß. In schwerem Ringen mit Bureaukratismus, Klerikal is-nms, Analphabetismus und wirtschaftlicher Rückständigkeit wuchs mm die Gewerkschaftsbewegung, bis' uns eben am Schluß des zweiten Jahrzehntes ein solcher Bericht vorgclcgt wurde, wie er vor uns liegt. Und daß dies möglich war, verdankt die österreichische Gewerkschaftsbewegung vor allem dem Umstand, daß ihre Leistung vom Anfang an in Hände wohlbcratener, ernster und opferfreudiger Männer gelegt wurde. Denn wir dürfen nie vergessen, daß der Kampf, daß der Aufstieg der österreichischen Gewerkschaftsbewegung kein leichter war. Die Ueberbleihsel einer unerhörten Persckution durch den Polizeistaat, vor allem das große gegenseitige Mißtrauen, bildeten ciit schweres Hindernis, dann aber galt es auch eine besonders bornierte Gegnerschaft aus seiten der Bu-reaukratie zu bekämpfen. Die mangelhafte Schulung der Massen, eine Folge unserer ganzen inneren Verhältnisse, hat überdies dazu beigetragen, die Suche nach der richtigen Methode ungemein zu. erschweren. Und nachdem man dies alles überwunden zu haben mit Recht glaubte, kam das letzte große und auch'unangenehmste Problem, der Nationalismus in der Gewerkschaftsbewegung, der mühselig Aufgebautcs rücksichtslos nicdcrriß und durch seine Agitation nur neues Mißtrauen gegen die Organisation überhaupt säte. 1 w''.'.'' Dies alles muß von dem, der den Bericht, der Kommission betrachtet, gewürdigt werden, wenn er zu einem gerechten Urteil kommen will: gegen eine Welt von Feinden und- von Hindernissen wuchs die österreichische Gewerkschaftsbewegung allmählich und langsam, ein weithin glänzender Beweis, daß auch in Oesterreich in der Arbeiterklasse eine ungeheure Menge von zuversichtlichem Glauben an die Menschheit und ihre Zukunft vorhanden ist, in diesem Oesterreich, das ein Musterbeispiel von selbstzcrfleischendem Pessimismus ist. »Der Parteitag erklärt den Parteizwist durch die Annahme des Programms für beendet und erwartet von jedem Parteigenossen ehrliches und brüderliches Eintreten für die Gesamtpartci", mit dem Hinweis auf diesen historisch hochbedcutsamen Beschluß des Hainfelder Einigungsparteitages beginnt der Bericht der Kommission seine kleine Sammlung des Materials zur Geschichte der österreichischen Gewerkschaftsbewegung. Denn derselbe Kongreß forderte auch zur Gründung von Gcwerkvereincn mit möglichster Heranziehung der männlichen und weiblichen Hilfsarbeiter auf. Darin lag ein mutiges, großes Bekenntnis zur Klassensolidarität, denn, bis zu der Zeit wussten die Ausbeuter zwischen Gelernten und Ungelernten einen großen Abstand zu erhalten, Bald darauf fielen auch, die Schärfen des Ausnahmszustandes und die Partei-Vertretung — die Leitung der politischen Bewegung! — vcranlasstc die Einberufung einer Reihe von Fach-tagcn. , Und jeder Arbeiter wird mit dem größten Interesse einen Artikel des Genossen Adler aus der „Arbeiter-Zeitung" vom Oktober 1890 über die gewerkschaftlichen Organisationen und die „Tage" lesen, der den Bericht der Vergessenheit der Tagesschriftstcllerei entriß und dem eigenen Inhalt einfügte: „Die Jungen, wenn sie auch schon älter sind, können aus ihm ersehen, mit welcher Sorgfalt der Grundstein zum späteren Ausbau unserer modernen Gewerkschaftsbewegung gelegt wurde." Auch die Zusammenstellung der wichtigeren, prinzipiellen Beschlüsse der bisherigen sechs ordentlichen und eines außerordentlichen Kongresses (Weihnachten 1893 und 1896, Juni 1900 und 1903, Dezember 1905, und Oktober 1907 und 1910) unterrichtet eingehend über die Entwicklung der Gewerkschaften, über ihr Wachstum in die Breite und in die Tiefe. Wir finden da die Beschlüsse über die Zusammensetzung und Kompetenz der Kommission, über Lohnbewegungen, Organisation und Sozialpolitik: wir lernen die Stellungnahme der Kongresse zu verschiedenen wichtigen Fragen kennen, so über Streiks, Tarifgcmein-schaften, Boykott, über Arbeitsvermittlung, Arbeitszeitverkürzung, Heimarbeit, Arbeitsbuch, Kartelle, Wohnungsfrage, über Alkoholismus und Konsum-Vereine. Ein besonderes Kapitel ist der Geschichte der „Gewerkschaft", des bekannten .Publikationsorgans der Kommission, gewidmet. Und auch da wiederum dasselbe Bild. Aus den ärmlichsten Verhältnissen — wer kennt in Oesterreich nicht diesen Jammer? — zu jener erfreulichen Bedeutung, die cs heute hat. Vor 20 Jahren — am 15. Juni 1893 — erschien die erste Nummer des Blattes, dessen Gründungsfonds nach neunmonatiger Sammlung die „Höhe" von 53 Gulden 50 Kreuzer erreichte. So veranschaulicht auch die „Gewerkschaft" ein Stück Geschichte unserer Bewegung. Den „Konflikt mit den tschechoslawischen Separatisten", diese traurigste Erscheinung in der Geschichte der österreichischen Gewerkschaftsbewegung behandelt — heute schon von historischem Standpunkt aus — ein besonderes Kapitel in einer abgerundeten Darstellung. Ihr Wert liegt . in erster Linie in der Züsammcn-fässnng wichtigsten Materials über den Verlauf des Streites. Vom Jahre 1896, von: Gewerkschaftskongreß im Hotel „Union" bis zum Innsbrucker Parteitag der deutschen Sozialdemokratie, geleitet uns der Bericht. Von den Anfängen des Konflikts bis zu seiner Liqui- dierung durch den Gewerkschaftskongreß und durch die politische Bewegung: alles sachlich Bcdeutfame wird uns im Gedächtnis aufgefrischt, und jeder Leser kommt mit der Kommission zu der Ueberzeugung, daß die Schuld an der Schwächung der Wehrhaftigkeit des Proletariats nicht an der Kommission liegt. Der übrige Teil des Berichtes bezieht sich dann begreiflicherweise auf Tatsachen des letzten 'Zeitabschnittes. seit dem letzten Kongreß. Und das ist wieder trotz alledem, ein erfreulicher Teil. Die Tätigkeit der Kommission ist im ersten Teile geschildert. Aus den wenigen Seiten kann man sich schon eine Vorstellung von dem vielseitigen Wirken der Kommission, von der großen Verantwortung, dje.sie trägt, machen. Sie ist kein Vcrwaltuugskörper, sondern im wahrsten Sinne des Wortes der Lenker und Berater der Bewegung. Der Bericht über die Stärke und Leistungsfähigkeit der internationalen Gewerkschaften Oesterreichs im Jahre 1912 ist den Arbeitern bereits aus der „Gewerkschaft" bekannt. Nicht bekannt und sehr interessant die letzten zwei sachlichen Abschnitte: die Sozialpolitik in den Jahren 1910 bis 1912, eine Anklage gegen die österreichische Gesetzgebung, wie motivierter noch keine Anklage erhoben wurde, und dann der Bericht über die Jugendorganisation, ein lesenswertes Kapitel, weil aus'ihm die Genossen lernen können, wieviel Arbeit'ihrer harrt. Somit haben wir kurz den Inhalt des diesmaligen Berichtes skizziert. Doch auch so gewinnt man ein ziemlich deutliches Bild, das uns alle auf unsere Gewerkschaftsbewegung stolz machen kann» Möge sich dieser Stolz in agitatorischen und organisatorischen Eifer umfetzen, möge aus der geschichtlichen Schilderung wirklich jeder Leser neue Aufmunterung zu weiterer Arbeit schöpfen, möge der Bericht der Kommission in jeder Bibliothek eines der meist gelesenen Bücher werden! _______________ Re denischnationalen Gewerkschaften in Sesterreich. Nun versuchen auch die Deutschnationalen, der Oeffentlichkeit so etwas Aehnliches wie einen Bericht über den Ilmfang und die Größe ihrer -„Gewerkschaften" vorzulegen. In der „Folge" 8 des Organs des Allgemeinen Deutschen Gcwerkvereines für Oesterreich „Die deutsche Gewerkschaft" ist eine Zusammen-stellung zu finden, die uns über die Mitgliederzahlcn dieser ausgesprochen gelben Gebilde informieren fall. Nur die Zahl der Mitglieder, der Ortsgruppen und Zeitungsauslagcn, sonst nichts. Kein Wort über die Einnahmen, keines über d i e A u s-gaben und gar nichts über die Tätig-feit dieser sonderbaren Vereinigungen ... Man wird es begreiflich finden, wenn wir angesichts dieses absoluten Mangels jeder Kontroll-möglichkeit durchaus nicht gesonnen sind, so auf Treu und Glauben alle die Zahlen als wahr hinzunehmen, die da der Oeffentlichkeit anfgetischt werden. Und insbesondere, wenn wir uns an das aufdringliche Rcklamegcschrci erinnern, welches unausgesetzt von diesen überaus sympathischen teutschen Jünglingen erhoben wird, die keine Gelegenheit vorübergehen lassen, ohne der Welt zu versichern, das legendäre „ganze deutsche Volk Oesterreichs" stünde in ihrem Lager. Doch sehen wir uns erst ein wenig näher die veröffentlichten Zahlen an. Laut der Zusammenstellung lvar der Bestand der „Deutschen Arbeitnehmer-verbände" am 1. Jänner 1913 folgender: AM" Der „Eisenbahner" erscheint in einer Anfluge butt 50.000 Exemplaren. "WW Der Zeutralkommission augeschlosseue Verbände: a) Berufsgewerkschaften. Zahl der Znhl der Mit- Ort», fllicbtt n tupfen Perückenmacher, Wien V., . 280 1 Deutscher Glasarbeiterverband, Kosten ... 760 0 Deutschnationaler Handlungsgehilfenverband 07B0 131 Deutscher Metallarbeiterverband, Gablonz . 1001 35 Deutsche Baugewerkschaft, Jglau 950 4 Bund deutscher Berg» und Hüttenarbeiter, Karbitz 1250 28 ReichSbund deutscher Eisenbahner, Wien.!. 13100 216 Neichsbund deutscher Holzarbeiter Teplih. . 840 10 Reichsbund deutschösterreichischer Postler, Wien 4200 15 Reichsverband deutscher Arbeiter der ehemaligen Papier- und Gummiindustrie, Aussig 1250 11 Reichsbund deutscher Tabakarbeiter und -Arbeiterinen Oesterreichs, Jglau 1056 10 Gewerkverein deutscher Textilarbeiter, Fulnek 750 8 Gewerkverein deutscher Bäckergehilsen, Karlsbad , 410 4 Reichsverband deutscher Transportarbeiter und Kutscher,. Bodeirbach ......... 240 3 b) Gemischte Gewerkschaften. Allgemeiner deutscher Gewerkverein (Wien) für Oesterreich 3181 32 Bund deutscher Arbeiter Mährens, Hohenstadt 4805 63 Landesverband der deutschen Arbeitnehmer Schlesiens, Jägerndorf 3680 31 Allgemeiner deutschvölkischer Arbeiter- und Gewerkschaftsverband Ostböhmci^, Braunau 1056 14 Deutscher Arbeiterbund für Südböhmen, Prachatitz 887 13 verband der Staatsbediensteten deutscher Nationalität in Böhmen, Prag 2216 22 Verein der Staatsbeamten deutscher Nationalität in Böhmen, Prag 4217 71 c) Bezirksverbände. Gauberband deutscher Arbeitnehmervereinigungen für den Handelskammerbezirk Eger, Sitz Eger 3174 17 Gauverband deutscher Arbeiter- und Gewerkschaftsverbände Nordwestböhmens, Sitz Dux 3900 30 Bezirksverband deutscher Arbeitervereinigun-gen Südwestmährens, Sitz Jglau.... 1840 0 ' Bezirksverband deutscher Arbeiter, Aussig... 3250 31 Bezirksverband deutscher Arbeiter, Oberleutensdorf 2652 11 Bezirksverband deutscher Arbeiter, Bodenbach 2180 20 Bezirksverband deutscher Arbeiter, Komotau. 1562 9 &) Jugendorganisation. Aeichsverband deutscher Arbeiterjugend Oester-retchs [*/« c*3 »'•;». i,. • . .* c.j * et 3766 78 Der Kundige sieht sofort, was dies für „Berufs-Gewerkschaften" sind, die da vorgeführt werden. Ausgerechnet in Gablonz hat der sich so pompös nennende „Deutsche Metallarbciterverband" seinen Sitz! Weil wohl Gablonz der Mittelpunkt der österreichischen Metallindustrie ist? Oder Teplitz der der Holzindustrie, weil dort der „Neichsbund (!) deutscher Holzarbeiter" seine Aeltc aufgeschlagen hat? Oder warum wohl gerade in Karlsbad, welches wohl seiner Quellen wegen Weltruf genießt, nicht aber wegen der Maffenbeschäftiguiig von Bäckergehilsen, der „Gewerk-Verein deutscher Bäckergehilsen" 31t Hanse ist? Die Antwort auf alle diese Fragen und viele ähnliche, die aus deu Zahlen erstehen, ist leicht gegeben: Weil dies alles rein zufällige Vereinigungen ausgesprochen lokalen Charakters sind, die eben nur au dem genannten Ort erstehen konnten — weil's eben nur dort gerade einmal ein wirtschaftliches Schlachtfeld gab, auf dessen Boden eine „gelbe" Blüte gedeihen konnte, oder weil sich nur dort irgendein „teutscher" Fabrikant oder ihrer mehrere fanden, die weitblickend genug waren, um ihr Geld in der „deutschuationalen Arbeiterbewegung" zu guten Zinsen anzulegen, die ihnen die hiedurch bewirkte Behinderung einer ehrlichen Arbeiterbewegung bringen sollte. Als ein klassischer Beweis hiesür mag ja der sogenannte „Reichsverband deutscher Arbeiter der ehemaligen (?) Papier- und Gummiindnstrie Aussig" gelten, der, wie alle Welt weiß, nichts anderes ist als ein gelber Fabrik-Verein der Schichtschen Fabriken in Aussig und dessen Bestand nur von der Gnade der dentschnationalen Werkführer uud Beamten abhängt, die die Beschäftigung in der Fabrik von der Zugehörigkeit zu diesem „Reichsverband" abhängig machen. Von der gleichen Art sind alle die aufgezählten „Bernfsgewerkschaften". Einigermaßen komisch muten auch die gemischten „Gewerkschaften" mit den verdächtig hohen Mitglieder-zahlen an. Die 4805 „A r 6 e i t c t" möchten wir wohl kennne n, die dem „B und den t-fcher Arbeiter Mährens, Hohenstadt" a n g e h ö r e n. Oder d i e 3080 „Arbeite r", die der „Landesverband der deutschen A r b e i t n e h m e r S ch l c s i e n s, I ä g c r n d 0 r f" zählen soll. Wenn diese Zahlen auch nur annähernd richtig sind, woran wir, wie bereits erwähnt, zweifeln, so sind sicherlich alle anderen Gesellschafts-schichten stärker darunter vertreten. Auch die zwei Verbände der Staatsbediensteten deutscher Nationalität in Böhmen, Prag, mit zusammen angeblich 6433 Mitgliedern, oder der „Neichsbund dentschösterreichischer Postler, Wien", mit 4200 Mitgliedern, dürften wohl nur mit sehr viel Phantasie als eine Gewerkschaft anzusprechen sein. Auf eine nähere Untersuchung darüber, tote viele Vereine und Mitglieder gleich den letztgenannten noch auszuscheiden wären, weil ihr Zusammenhang mit der Industrie ein nur sehr loser ist, wie viele doppelt gezählt sind, in den „Gewerkschaften" und in den Bczirks-verbänden, und ähnliches wollen wir uns gar nicht einlassen, weil wir die „dentschnationale" Arbeiterbewegung nicht ernst nehmen. Da sich die Tschechen den Luxus einer solchen leisteten — diese sogar in mehreren Couleurs: separatistische, tschechisch- nationale! — anderseits man doch aber auch alles mögliche tun muß, um die „internationalen Noten" vom Erdboden zu vernichten, so wurde auch eine deutschnationale „Arbeiterbewegung" geschaffen, mit der man nebstdem auch ein nettes Profitchen zu machen hoffte. Die Herren Fabrikanten und ihre Getreuen gründeten ein paar gelbe Vereine — siehe Aussig! — tauften sie „deutschnational" und die dentschnationale „Arbeiterbewegung" war geschaffen. Werden die Herren sehen, daß diese „Bewegung" das Geld nicht lohn t, welches s i e ihr opfern, so werden sie den Geldbeutel z u s ch 11 ii reu — und die „B e w e g u n g" wird gewesen sei n. ________________ 1BB AnalleSrtsgruppen-undSahlftellen-vorftimde sowie an alle Mitglieder! Der Zentralvorstand machte die Wahrnehmung, datz sein Beschluß, der im „Eisenbahner" Nr. 19 veröffentlicht worden ist. nicht beachtet wird. Wir bringen nuferen Genossen Kassieren und sämtlichen Vertrauensmännern nochmals zur Kenntnis, dast von jenen Mitgliedern, die dem Hinterbliebenen-nnterstützunüsfouds «»gehören und länger als drei Monate mit ihren Beiträgen im Rückstände sind, keine Nachzahlung angenommen werden darf. Mitglieder, die dem UnterstützungsfondS angehöre» und länger als drei Monate mit ihren Beiträgen im Rückstände sind, müssen dem Verein neu beitreten. Da es sich bei der Anszahlnng der Hinterbliebenenunterstützung schon um größere Summen handelt, so mutz der Zentralansschntz in dieser Beziehung auf große Pünktlichkeit dringen. Die «stierende« Mitglieder haben eine etwaige Benachteiligung durch ihr Versäumnis selbst verschuldet. Die Abrechnung derKassiere mitder Verwaltnng der Zentrale mutz gleichfalls pünktlich jeden 10. für den vorigen Monat erfolgen, damit die Mitglieder-rechte genau gewahrt werden können. Der Vorstand. El El RI B ■ r El I Kl K El El PI H § ■ ■ B Bl m 1 ■ ■ EU Massen und Führer im Gewerl-schastrleben. Am 28. August hat Genosse R. W 0 l d t int Leipziger Gewerkschaftskartell einen Vortrag gehalten über: „Jndustrieentwicklung und Gewerkschaftspraxis", wobei auch das Thema: „Massen und Führer im Gewerkschafts-leben" erörtert wurde. Gerade dieser Teil des Vortrages dürfte bei der von den Mitgliedern des Kartells im Anschluß an den Vortrag gewünschten Diskussion die Hauptrolle spielen, und es ist jedenfalls auch für weitere Kreise nicht ganz ohne Interesse, Genossen Woldt zur Skizzierung seiner Ausführungen das Wort zu geben. Genosse Woldt schreibt nämlich: Der leitende Gesicht?. Punkt meines Vortrages war, mich polemisch gegen diejenigen Kritiker der Gewerkschaftsbewegung zu wenden, die mit unzulänglichen Kenntnissen der Gewerkschaftsarbeit ausgerüstet sind. Wenn man behauptet, daß in der Gewerkschaftsbewegung die Masse immer mehr wichtige Entscheidungsrechte verliert, daß das Recht der Demokratie nicht gewahrt wird, daß im Interesse der Bewegung die Masse über den „bremsenden" Führe« hinwegschrciten müsse, dann ist der Beweis für solche Behauptungen zu erbringen. An den Tatsachen der wirklichen Gelverkschafispraxis hat man das dann darM stellen. Deshalb sollten meine Ausführuugen im Ge-werkschastskartell den Versuch machen, zu zeige«, wie ergiebig, wie fruchtbar und lehrreich eine Auseinandersetzung mit dem „Massen- und Führcrprob.lcnl" werden kann, wenn wir die Wesenheit der modernen Gewerkschaftsarbeit zu annalysieren versuchen, wenn wir einmal in ruhiger Stunde uns zurückerinnern, wie die Gewerkschaftstaktik sich historisch entwickelt hat aus den Kampf« Feuilleton. Sie Beit Uv ErMMgeu. Von Rudolf M ü l l c r. Mit dem Beginn des Herbstes naht der für die Erhaltung der Gesundheit wichtigste Zeitabschnitt des Jahres, die Uebergangszeit, in der der Körper auf die rauhe Temperatur des Winters langsam vorbereitet werden soll. In diesen „weder kalten noch warmen" Tagen sind die sogenannten „Inklinierenden", die schwachen wie die starken Naturen, den meisten Erkältungen ausgesetzt, die sie oft ganz Niederschlagen und von denen sie sich erst dann wieder erholen, wenn die Sonne ihre allbclcvcndcn göttlichen Strahlen hcrabsenkt. Chronischer Schnupfen, Heiserkeit, Frösteln und Schweifest!fee mit all ihren Begleiterscheinungen treten auf und quälen den Heimgesuchten bis zur Verzweiflung. Die Mehrzahl der Betroffen wissen es nicht, das; es in ihrer Hand liegt, durch ein kluge», vernünftiges Anpasscn an die Temperatur und vorsichtiges Abhärten sich nicht nur gegen die Gefahren des Ueberganges zu wehren, sondern sich auch auf LaS allerbeste für die Kälte des Winters vorzubereiten. Wenn es auch richtig ist, daß man sich mit seiner Kleidung den Erfordernissen der Witterung anpassen muh, so verzärteln sich doch sehr viele durch zu frühes „Warmeinpacken", und wenn dann wirtlich bitterböse Witterung eintritt, kann der Organismus nicht standhalten und bricht förmlich in sich zusammen. Dagegen gibt cs eine Reihe von Vorbcu'gungs-nt 111 c I, die, wenn sie nur halbwegs systematisch angewandt werden, daS Kränkeln und Krankwerden aus schließen. Auch in diesen Fällen ist es leichter, die Krankheit zu verhüten, als sie zu heilen. Jeder sei sich daher sein eigener Arzt. Wo immer es im Frühjahr und Sommer angeht, soll sich jedermann daran gewöhnen, seine Spaziergänge mit Sandalen, später etwas bloßfüßig auszuführen und am Morgen im frischen Tau ein Viertelstündchen zu kneippen und am Abend zehn Minuten Wasser zu treten. Bei dieser einfachen Prozedur, die überall anzuwenden ist, wird allmählich eine gewisse Abhärtung ein« treten, Schweitzfüße werden von selbst vergehen, ein tiefer gesunder Schlaf wird sich bald einstellen und die Nervosität und Schlaflosigkeit vertreiben. Eine kalte Abreibung mit nachträglicher zehn Minuten dauernder Bettruhe wird Frische und Munterkeit bewirken. Ab und zu kann dann zur Sommerszeit ein kaltes Fußbad genommen werden. Man hüte sich jedoch, die Pantscherei allzu lange auszudehnen, weil damit dem Körper viel zu viel Wärme entzogen wird, und statt wohlig wirkende Wärme, Frösteln und Husten eintritt. Nur wenn der Körper gut durchwärmt ist, dürfen schwache Personen ins Bad gehen. Je kürzer die Dauer desselben, desto größer wird dis erzielte Wirkung sein. Bei Wind ist das Baden im Freien zu unterlassen, .weil Wind und Wasser zu große Wärmeverbraucher sind. Dann und wann ein Sonnenbad, für kurze Zeit genommen, wirkt kräftigend, hautanregcnd und ist besonders tuberkulös-verdächtigen Personen sowie bei Rheumatismus und Hautkrankheiten sehr zu empfehlen. Dem Alkohol und Nikotin ist dauernd die Tür zu weifen und Fleisch soll nur mäßig genossen weiden. Die Kopsbekleidung soll luftig sein und bei schönen Tagen ganz entfernt werden. Die. ganze Kleidung muß porös sein und dem Luftzutritt freien Spielraum gewähren. Gummimäntel als Uebcrrock sollen schwache Personen niemals tragen; sie verhindern die Transpiration, hüllen den Körper in Schweiß und erzeugen dadurch schivere Erkältungen. Die Betten müssen fleißig gelüftet und der Sonne ausgesetzt werden; insbesondere muß dies bei Leuten, die Nachtschweiß haben, täglich geschehen. Werden diese Lebensregeln befolgt und angewendet und es kommt dann der Herbst mit seinen durchdringenden kalten Stürmen und seinem nassen Wetter, so ist der Körper diesen Anforderungen bereits vorbereitet. Seht man die Hebungen entsprechend der Jahreszeit fort, so braucht niemand vor dem Herbst und Winter zu bangen. Die Segnungen möglichst reichlichen Genusses frischer Luft sind heutzutage schließlich auch dem Naturfremdesten klar geworden und während des Sommers riskieren sie denn auch ab und zu einen Spaziergang, um ein wenig „Luft zu schnappen". Ja viele haben sogar einsehen gelernt, daß die Nachtluft eigentlich die reinste ist, und da wir doch fast die Hälfte unseres Lebens verschlafen, ist cs doch für die Gesunderhaltung unendlich wichtig, nachts der frischen Luft durch das geöffnete Fenster freien Zutritt zu unserer Lunge zu gewähren, wobei ja der ängstlichen Sorge vor Zugluft oder Erkältung Rechnung getragen werden kann. Im Bette ist noch niemand erfroren und hat sich auch noch niemand ein „Reißen" geholt. Nicht eine Spalte weit soll das Fenster offen stehen, denn dadurch wird die Schlafstube nur kalt, aber nicht luftig; angel-weit muß es offen stehen. Die berühmten Staub- und Tuberkel, nester, die die Frauen als Vorhänge treulich Behüten, sollten in keinem Schlafraum geduldet werden. Vielfach findet man selbst Bei jenen, die sich Lustsreunde nennen, daß Beim ersten Herbstwind, beim ersten Herbstnebel die Fenster für sechs bis acht Monate hindurch fest verschlossen bleiben, daß diese Leute also seelenruhig Selbstvergiftung treiben, indem sie immer wieder im wahren Sinne des Wortes dis schmutzige und verdorbene Luft Einatmen. Was nützt da die Lungenreparatur eines Sonnncrauf cnthalts oder Urlaubs? Wem könnte man -wohl zumuten, schmutziges, verdorbenes Wasser zu trinken? Da man den Unrat im Wasser sieht, so wird cs mit Ekel ab-gcwicscn. Weil der Schmutz in der Lungenspeise mit dem Auge nicht wahrgcnommen werden kan», so glaubt man der Nase nicht und schlürft den Unrat, der schon dutzendmal aus der Lunge auLgehustet wurde, durch acht bis zehn Stunden in sich ein. In der Früh stehen dann diese Personen wie zerschlagen, mit eingenommenem Kops und verdrossen, mit verklebten Augen auf und wundern sich über ihre Abgefchlagenheit und ihren ewigen Husten. Hier heißt es nun, die Uebergänge benutzen, den Schleimhäuten der Luftwege Gelegenheit geben, sich an die in der Natur langsam vorbereitende Abkühlung zu gewöhney. Wenn sich eventuell bei schnellen, starken Tempernturschwaukungcn oder anhaltender Feuchtigkeit ein Schnupfen einstellt, so nehme man das nicht tragisch und lasse sich deshalb nicht entmutige». Ein Schwitzbad oder Wickel treiben ihn sofort wieder aus. Es ist wahrhaftig keine Gefahr; aber die monatelange Selbstvergiftung ist ein hundertmal größerer Schaden für die Gesund^ heit des ganzen Organismus. Man muß daher gerade im Herbst durch fleißiges Luftbaden die Haut reaktionskräftig erhalten, abhärten, nämlich hart machen. Der harten Kälte muß der wetterharte Körper entgegengesetzt werden. Stellt eine Treibhauspflanze im Herbst eine Stunde in» Freie, sie fällt wie der Mensch krank und matt zusammen. Also Fenster auf und fünf Bis zehn Minuten bei fortwährender Bewegung ei» anregendes Luftbad genommen. Es ist nicht notwendig, zu übertreiben oder gar lange im Wasser zu pantschen. Kaltes Baden ist für manche Menschen, insbesondere für schwächliche. Gift; dagegen wirkt ein täglicher, fleißiges Luftbatfen bei jung und alt segensreich, ge kälter es wird, desto kürzer, aber desto öfters bade man in der Luft und erhöhe mit der sinkenden Temperatur die Lebhaftigkeit der Körperbewegungen. Macht man diese Uebungen konstant Tag für Tag. dann hat man es nicht nötig, sich schon im September mit WinterroT und Wollhemden emzupacken, die Haut zu verzärteln und zu verweichlichen, um bei jedem Luftzug oder Regenwetter eine „Krücke" zu machen. Die Gesundheit ist für den arbeitende« Menschen wohl das höchste Gut und sein ganzes Kapital. Schon deshalb muß diese mit Sorgfalt und Vernunft Behütet werden. Gesundheit ist nicht bloß unser Kapital, sondern sie ist Schönheit, sie ist Kraft, gibt Mut und Heiterkeit und bildet nach innen und außen den Menschen. /r—T ----------------- - Sorget dafür, daß der «Eisenbahner" auch vom reisende« Pnbliknm gelesen werde! Notwendigkeiten mit den Gegnern, mit den Unternehmern. Einfach lag das Verhältnis in der Zwergform des Gewerkschaftskampfes, beim Krieg einer lokal abge-grenzten Arbeiterschaft mit einer ebenso isolierten Unter-nehmcrgruppe. Das sind die Zeiten des gewerkschaftlichen Guerillakrieges gewesen. Die Auseinandersetzung beschränkte sich nur auf ein enges Gebiet, das Feld war leicht übersehbar, Opfer und Erfolge des Kampfes wurden von der Arbeitergruppe, die losschlug, selbst getragen und errungen. Diese Kampfcsmöglichkcit gehört heute der Vergangenheit au. Unaufhaltsam hat sich eine Konzentration und damit eine Zentralisation der Kräfte vollzogen. Zunächst im Unternehmerlager. Wir haben es notwendig, uns sehr eingehend mit der rapiden Entwicklung der Untcrnehmcrverbände und mit den Fortschritten ihrer inneren Organisation vertraut zu machen. Mit dieser Konzentration haben wir in der Gewerkschaft Schritt halten müssen, das Zentralisationsprinzip ist uns aufge-zwüngen worden. Deshalb steht heule bei einer jeden wichtigen Auseinandersetzung sofort die Machtsrage zwischen hüben und drüben, zwischen den vereinigten Gewerkschaften und der vereinigten Unternehmerschaft, zur Entscheidung. - Immer mehr steht heute also auf dem Spiel, und wie sich bei jedem Uebergäng vom ungeordneten Einzel-kampf zum organisierten Masscnkampf eine Kriegskunst und Kriegswissenschaft herausbildet, so haben wir auch im Wirtschaftskampf eine Gewerkschaftsstrategie erhalten. Ebenso haben die Gewerkschaften nicht verhindern können, das; mehr und mehr die wichtigen Entscheidungen aus dem Tageslicht der Öffentlichkeit in das stille Bc-ratnngszimmcr gelegt wurden. Auch der Uutcrnchmer-typ hat sich gewandelt. Der Herrenmensch vom Schlage des alten Krupp, der nicht mit den Arbeitern verhandeln will, verschwindet doch mehr und mehr, der moderne Typ ist der „Herr Generaldirektor", für den die Frage der Vcrhandlungsfähigkcit und -Notwendigkeit nicht mehr eine persönliche Herzenssache, sondern ein Geschäfts* standpnnkt ist. Wenn mich in äußerlich konzilianten Um-gangsformen, so stehen sich doch beide Unterhändler als Feinde gegenüber: mit nüchternem Wirklichkeitssinn und kluger Ueberlegung sind die Chancen im eigenen und gegnerischen Lager zu erkennen und in Rechnung zu stellen. Gcwerkschaftstaktik ist im letzten Grunde weiter nichts als die Kunst, mit den Mitteln des legalen Gewerkschafts-kampfes im günstigsten Moment den Gegner am empfindlichsten zu schädigen. Und da sind es vor allen Dingen drei Punkte, die bei dem Verhandeln mit den Unternehmern eine Rolle spielen: 1. Es ist der günstigste Zeitpunkt für das Losschlagen einer Bewegung ausznsuchen. 2. Eine genaue Kenntnis der Stärke im eigenen und gegnerischen Lager ist notwendig. 3. Es ist Klarheit darüber zu schaffen, ob alle Vorbedingungen vorhanden sind, den Betrieb an der „empfindlichsten Stelle" zu treffen und lahmzulegen. Wenn wir unter diesen Gesichtspunkten die Hauptbedingungen einer erfolgreichen Gewerkschaftsstrategie charakterisieren, so zeigt es sich, das; im Unternehmer-Verband diese Probleme leichter und gründlicher gelöst Werden konnten wie in der Gewerkschaft. Zunächst das Erkennen des günstigsten Zeitpunktes für das Losschlagen einer Bewegung. Die Wirtschaftskonjunktur ist zu überschauen. Dafür hat das Unternehmertum eine wunderbare Fachpresse. Hier werden die Wirtschaftsfragen eingehend erörtert und über die Wirtschaftslage wird sorgfältig registriert. Ferner arbeiten im llnternehmerverband meist wissenschaftlich geschulte Geschäftsführer, Syndizi. Auch das ist eine neue Erscheinung: mit dem Recht der „Herren im eigenen Hause" steht es für den Einzelunternehmer dem Unternehmer-verband gegenüber jetzt herzlich schlecht. Im Archiv des Unternehmerverbandes läuft das Orientierungsmaterial ein und von hier aus geht auch der stärkste Einfluß zur Entscheidung wichtiger Aktionen den Gewerkschaften gegenüber. Und nicht nur im Unternehmerverband sucht man sich gegenseitig genau über die Wirtschaftslage und Wirtschaftskonjunktur zu informieren, sondern auch im Betriebe, im Einzelunternehmen selbst, werden in den Archiven über Geschäftsergebnisse, Wirtschaftslage u. s. w. genaue Situationsberichte ausgearbeitet. Für die Gewerkschaften bestehen nun große Schwierigkeiten, in gleichem Umfang und in gleicher Vollkommenheit derartige Orientierungsmittel anzuwenden. Interessant ist es, die Bestrebungen der Hauptvorstände nach Schaffung von Beobachtungszentralen zu verfolgen. In einem hübschen Beispiel hat Genosse Krätzig vom Textilarbeiterverband die Notwendigkeit einer solchen Beobachtungsstelle in der „Neuen Zeit" dargelegt. Stehen den Unternehmern dafür reiche finanzielle Mittel und die tüchtigsten Beamten zur Verfügung, so hat die Gewerkschaft auf ihren Generalversammlungen um die Notwendigkeit solcher Institute erst zu kämpfen. Die finanziellen Mittel dafür können nur bescheiden sein und die Personenfragen sind dabei schwer genug zu lösen. Der zweite Punkt, über den Klarheit vorhanden sein muß, ist die Kenntnis der Stärkeverhältnisse hüben und drüben. Der Leiter der Unternehmerorganisation muß die Vorgänge in der Gewerkschaftsbewegung verfolgen, der Gewerkschaftsführer muß' genau darüber unterrichtet sein, was im Unternehmerverband vorgeht. Weit mehr als im Unternehmerverband vollzieht sich das Organisationsleben der Gewerkschaft in der Oef fentlich-keit. Der Unternehmerverband ist eine Vertretung kapitalistischer Interessen. Die ganze Eigenheit der Ziele dieser Organisation läßt es zu, daß ihre Pläne und taktischen Maßnahmen unter Ausschluß der Öffentlichkeit beraten werden können. Anders die Gewerkschaft. Sie ist eine Organisation von Mensche n, die zur Vertretung gemeinsamer Inter-essen zusammengeführt werden müssen. Nur durch die Mitarbeit der Masse am Gewerkschaftsleben kann die Organisation ihre Macht entfalten. Gewerkschaftsarbeit |f* Besucht heißt Erziehungsarbeit, und die muß zum großen Teil öffentlich im Versammlungssaal und in der Zeitung gelöst werden. Es ist also leichter, sich über das Organi-sationslebcn der Gewerkschaft zu orientieren wie über die Strömungen und Ilnterströmungen im Unternehmer-Verband. Der dritte Punkt ist mehr eine betriebstechnische Frage: wie der Betrieb lahmzulegen ist. Zwischen dem Betriebsingenieur und dem Gewerkschaftsmann wird ein Kampf geführt. Der Betriebsingenieur sucht als Arbeitsorganisator den Arbeitsprozeß konstruktiv und nrbeitsorganisatorisch so durchzuführen, daß nicht nur billig, sondern auch betriebssicher produziert werden kann. Auf allen Zweigen der industriellen Technik läßt sich das Bestreben erkennen: der Betrieb soll gesichert werden gegen die „Streikgefahr". Der Gewerkschaftsmann steht also vor der industriellen Festung, die ihre Wälle und Verschanzungen hat. Er muß die Struktur des Betriebes genau studieren, muß die Eigenheiten des Produktionsprozesses beherrschen, um die Möglichkeit zu finden, durch das Herausgreifen der Arbeitergruppe, die als zuverlässige Kämpferschar hinter der Organisation steht und vom Unternehmer nicht ohneweiters ausgewechselt werden kann, den Betrieb lahmzulegen. Der Ingenieur, der den Produktionsprozeß immer wieder neu aufbaut, verändert, umformt, hat also den Gewerkschaftsmann zum Gegner, der mit technischem und betriebsorganisatorisch geschulten Blick den Veränderungen der Produktionsformen nachzuspüren hat. Für den modernen Gewerkschaftskampf ist also heute ein Maß von Wissen und Kenntnissen notwendig, wie es früher nicht gebraucht wurde. In dem zweiten Abschnitt wird nun noch zu schildern sein, wie die Gewerkschaften in dem Ausbau ihrer Organisationsmethoden den wechselnden Ansprüchen gerecht werden mußten. Reformen im Berkehrrdienft der L I. Staatrlmhneu. Es ist selbstverständlich, daß Reformen, welche ihren Grund im Fortschreiten der technischen Entwicklung haben, vom Personal nur begrüßt werben. Wenn aber reformiert wird, ohne daß Zweck und Ziel ersichtlich sind und diese Reformen geradezu rückschrittlich sind, dann ist es an der Zeit, das; sinn- und zwecklose Neueinführungen, welche außerdem dem Personal noch den Dienst bedeutend erschweren, an den Pranger gestellt werden. Die Zugsbegleiter der k. k. Staatsbahnen haben in letzter Zeit neue Verkehrsvorschriften erhalten, welche am 1. Oktober 1913 in Kraft getreten sind. Aus diesen Vorschriften wollen wir nachstehende Neuerungen besonders hervorheben: Das Wort Instruktion ist ersetzt durch Vorschriften, Zugsbegleiter durch Zugbegleitmannschaft, Wechsel durch Weiche, Lokomotivpersonal durch Loko-motivmannschaft, Bahnwächter durch Bahnwärter, Wechselwächter durch Weichensteller, Uniform durch Dienstkleid, Spitzschiene durch Zunge, Stockschiene durch Backenschiene u. s. w. Gegen diese Umbenennung wäre gewiß nicht das geringste einzuwenden, weil das Bestreben herausleuchtet, den Gebrauch der Fremdwörter soviel als mögliche zu vermeiden. Artikel 55 der Vorschriften Nr. 20 lautet: Die Signalleine oder das an ihre Stelle tretende Verständigungsmittel muß von der Zugslokomotive bis zum ersten besetzten Bremsposten reichen. Wenn mit einem Zug eine dienstbereite Lokomotive befördert wird, die unmittelbar hinter der Zugslokomotive einrangiert ist, genügt es, wenn dieses Verständigungsmittel von der dienstbereiten Lokomotive bis zum eisten besetzten Bremsposten reicht. Was versteht man ipm unter einem Verstau-d i g n n g s m i t t e l? Jedenfalls eine solche Einrichtung, welche es ermöglicht, dasjenige, was man einer anderen Person nicht mündlich mitteilen kann, auf andere Art zur Kenntnis zu bringen. Es entsteht nun die Frage, ob die Signalleine hiezu geeignet ist. Zum Beispiel der Zugsführer will während der Fahrt den Lokomotivführer über eine geänderte Geleiseeinfahrt, ein „langsam Fahren" oder über irgendeine den Verkehr des Zuges betreffende Sache verständigen. Er greift deshalb sofort zum Verständigungsmittel „Signalleine" und teilt ihm durch Ziehen an dieser Leine die geänderte Einfahrt, das Langsamfahren oder die sonstige Angelegenheit mit. Da dies nun nicht möglich ist, so müßte jedem Zugsführer außerdem noch ein Sprachrohr oder Telephon zur Verfügung stehen, mittels welchem er nach dem Ertönen der Dampfpfeife sich mit dem Lokomotivführer wirklich verständigen könnte. Wirklich praktische Bedeutung im Sinne der Vorschriften könnte die Signalleine nur in dem einen Fall haben, wenn ein Zug während der Fahrt gerissen ist und der rückwärtige Teil dem vorderen Teil folgt, tvo nach dem Anziehen der Leine, beziehungsweise dem Ertönen der Dampfpfeife der auf dem ersten Bremsposten postierte Zugsbegleiter das Signal „Zug gerissen" geben müßte und der Lokomotivführer die Fahrt dann entsprechend zu regeln hätte, weil ein Anhalten in diesem Fall mit der Gefahr des Zusammenstoßes verbunden wäre. Dieser Fall trifft selbstverständlich nur bei jenen Zügen zu, welche entweder nur mit der Hand oder mit der einfachen Vakuumbremse gebremst werden. Da aber auf den k. k. Staatsbahnen alle Schnell- und Personenzüge automatisch gebremst werden, so kann bei diesen Zügen, wenn eine Zugstrennung während der Fahrt vorkommt, der rückwärtige Teil selbst auf dem größten Gefälle dem vorderen nicht nachlaufen, weil er eben im Augenblick der,Trennung sich von selbst, also automatisch bremst. Es ist daher ganz zwecklos, bei automatisch gebremsten Zügen die Signalleine zu spannen, weil bei diesen Zügen nur die Notbremse in Betracht kommen kann, da dieselbe viel schneller und sicherer wirkt als irgendein Signal, welches der Zugsführer erst nach dem Ertönen der Dampfpfeife, vorausgesetzt, daß die Signalleine funktioniert, geben könnte. nnt Lokale, in welchen der „Eisenbahner" Wenn aber trotz unserer oben angeführten Argumente die Verkehrsgewaltigen der k. k. Staatsbahnen auf dem toten Buchstaben verharren und das Spannen der Signalleine bei allen Zügen auch in Zukunft verlangen, dann Werden sich dieselben doch hoffentlich dazu herbeilassen, daß sie anordnen, daß auf jeder Lokomotive ein derart langer Teil der Signalleine gespannt wird und im gespannten Zustand permanent auf der Lokomotive verbleiben muß, welcher mindestens bis zum ersten Bremsposten reicht. Diese im letzten Satze geschilderte Einrichtung war bis vor einem Jahre eine allgemeine, das heißt jede Lokomotive hatte permanent eine bis zum ersten Bremsposten reichende Signalleine im gespannten Zustand. Vor einem Jahre wurde in dieser Sache reformiert und es mußten sämtliche Lokomotiven diese Leinen abnehmen und den Heizhäusern abführen. Dafür mußte jeder Zugsführer eine 30 Meter lange Signalleine ausfassen und im Dienst stets mit sich führen. Zu diesem Zweck mußten einige tausend Meter Leine neu bestellt werden, worüber die betreffende Firma, welche die Neulieferung erhielt, besonders erfreut gewesen sein soll. Was geschah nun mit jenen Signalleinen, welche von den Lokomotivführern an die Heizhäuser abgeführt wurden? Dieselben wurden fein säuberlich auf einen Haufen gelegt und am Geburtstag desjenigen Beamten, welcher der Schöpfer dieser genialen Idee war, feierlichst verbrannt. Seit einem Jahre tragen nun die Zugsbegleiter die Leine von Zug zu Zug, es ist ein fortwährendes Abwickeln, Spannen, Abnehmen und Aufwickeln, welches zur Erhöhung der Sicherheit des Verkehrs besonders beitragen foll. In nächster Zeit kommt eine chinesische Studien« kommission nach Oesterreich, welche sich besonders mit den weltberühmten Einrichtungen im Verkehr auf den k. k. Staatsbahnen befassen wird. Bei dieser Gelegenheit wird es gut sein, diese Kommission auch darauf aufmerksam zu machen, daß die österreichischen Zugsbegleiter im Dienst außer der 30 Meter langen Signalleine auch zwei Oel-kannen und eine Hartfettbüchse mitführen müssen, daß die heißgelaufenen Lager kalte Umschläge bekommen u. s. w. Doch kehren wir vom Lächerlichen zum Ernsthaften zurück und stellen wir an alle österreichischen Eisenbahner, welche beim Zugsverkehr bedienstet oder sonst beteiligt sind, die Frage, ob es praktischer und vernünftiger ist, daß die Leine, wenn sie schon sein muß, permanent auf der Lokomotive ist, oder ob dieselbe von den Zugsbegleitern erst zur Lokomotive getragen werden muß? Dasselbe Verhältnis ist mit dem Schmiermaterial. Wenn es notwendig wird, einen heißgelaufenen^ Wagen zu schmieren, dann wird es sich wohl gleich bleiben, ob das Schmiermaterial aus dem Dienstwagen geholt wird oder ob dasselbe von der Zugslokomotive entnommen wird. Die Bahnverwaltung würde in dieser Beziehung erhebliche Ersparnisse erzielen, weil die Anschaffung von Oelkannen und Hartfettbüchsen überflüssig würde, außerdem aber auch die Zugsbegleitmannschaft um diese drei Ausrüstungsgegenstände weniger zu tragen hätte. Es könnte in dieser Sache sogar so weit gegangen werden, das; die vier Stück Knallkapseln, welche der Zugsführer das ganze Jahr in seiner Schriftentasche herumtragen muß, ebenfalls auf die Lokomotive kämen, von wo dieselben bei einer Zngsdeckung nach vorne einfach abgeholt würden. . Aber geben wir uns keinen Illusionen hm. Es bleibt so, wie es ungeordnet ist, und das Personal mag sehen, inte es draus kommt. Es spricht sich sogar herum, daß in höheren Eisenbahnerkreisen die Absicht besteht, daß die Zugsbegleiter auch noch die gegenwärtig auf jeder Lokomotive befindliche Winde als Zugsausrüstung zugewiesen erhalten sollen. Wenn wir zum Schluß noch anführen, daß die Züge in Deutschland, in der Schweiz, in Belgien und in Frankreich ohne Signalleine fahren, fo ergibt sich daraus für die österreichischen Staatsbahnen noch lange kein Grund, das nnchzmnachen: denn diese Länder sind im Eisenbahnwesen gegenüber Oesterreich noch rückständig, und trägt man sich in den genannten Ländern mit der Absicht, ebenfalls Kommissionen zum Studium des Eisenbahnverkehrs nach Oesterreich zu entsenden. Verhandlungen de» Ulli, internationalen Transportarbeiter-longrelie». Abgehalten zu London am 26. August 1913 und den folgenden Tagen. (Fortsetzung.) 4. Vor handlungstag. Zunächst sprach Heykoop (Holland) für die Volharding und gegen die Sydikalisten. Dann folgten die Schlußworte. Der internationale Sekretär Genosse I o ch a d e widerlegte eingehend die Einwendungen, die in der Debatte von den Franzosen, Italienern gegen feine Tätigkeit und seinen Bericht erhoben worden sind, lieber die Entstehung de« französischen Eisenbahnerstreik« hätten sich die Reformisten und Syndikalisten lange herumgestritten. Jedenfalls kam er überraschend, denn nach in Kopenhagen erklärten zwei Vertreter der französischen Eisenbahner, daß an einen Eisenbahnerstreik nicht zu denken sei. lieber die Stellung der Transportarbeiter im Falle einer Mobilmachung lägen die Beschlüsse früherer Kongresse vor, die man doch eigentlich kennen müsse. Die neuen Leute, die diesmal aus Frankreich gesandt worden seien, könnten doch nicht alles umwerfen. Der letzte Londoner Riesenstreik sei entstanden wegen der Weigerung eines Mannes, der Organisation anzugehören. Die Deutschen seien nicht Anhänger dieses Systems, aber jede Schulmeisteret läge ihnen fern. Bei den 'häufigen Besuchen von englischen, französischen und belgischen Gewerkschaftlern sei ihnen immer nur gesagt worden: „Seht euch unsere Einrichtung an, prüft sie und sucht euch das Beste heraus." Niemals aber habe man gesagt: „Ihr müßt sie einführen." Auf diesem Kongreß habe kein französischer Eisenbahner gesprochen. sondern nur Rivclli für die Hafenarbeiter. Vermutlich aber seien die Eisenbahner nicht derselben Meinung. Redner hält seine Bemerkungen gegen Wilson aufrecht und iuendet sich dann liegen die italienischen Redner. Die italienischen Eisenbahner hätten diesmal zwei Vertreter entsendet, die die Entwicklung der I. T. F. absolut nicht kennen. Die Vorschläge, die sie machen, lassen sich nicht durchführen. Selbst wenn der Mitglicds-Beitrag für die Internationale auf 12 Pf. per Jahr und Mitglied erhöht wird und damit dem Zentralrat größere Mittel zur Verfügung gestellt würden, was an sich zu begrüßen wäre, so bliebe immer noch die Frage, wie die Beschlüsse des internationalen Rates durchgeführt werden können. Da die einzelnen Landesorganisationen Selbstbestimmungsrecht hätten, ließen sich internationale Aktionen nicht auf ein Dekret des Zentralrates hin durchführen. (Beifall.) Die Taktik des Zentralrates verteidigt bann nochmals Genosse Döring. Er hält an der Hoffnung fest, daß cs auch in Frankreich über kurz oder lang zu einer Zusammenfassung der Seeleute und Hafenarbeiter kommen werde, wenn auch jetzt nur ein Kartellverhältnis und noch nicht die Fusion bestünde. In den holländischen Streitigkeiten habe natürlich nur der Kongreß das Entscheidungsrecht, ob die Volharding zuzulassen fei. Der Zentralrat habe sie nur vorläufig ausgenommen, gerade in der Absicht, damit die beiden Organisation einander näherzubringen. Wilson habe die Zersplitterung der englischen Seeleute Bestritten. Tatsächlich aber hätten sich in Southampton und anderswo Teile losgelöst, lueit sie mit der Leitung nicht einverstanden gewesen seien. Wenn seinerzeit nicht die Dockerorganisation helfend angegriffen hätte, würde England heute wahrscheinlich zwei oder drei Seemannsorganisationen haben. Im Bericht der englischen Transportarbeiterföderation wird festgestellt, daß erst die Docker die disziplinlose Masse der Seeleute zusnmmengefaßt habe; 2B Streikleiter feien dagewesen und jeder einzelne habe für sich gewirlschaftct, fo daß selbst Wilson damals jede Verantwortlichkeit abgelehnt habe, wenn diese einzelnen Leiter nicht unter einem Hut gebracht würden. In die Kommission von sachverständigen Seeleuten, die in Antwerpen ihre Konferenz abgehalten, seien die englischen Seeleute tatsächlich durch einen katholischen Psassen und die französischen durch Madame Sorgue vertreten gewesen. Pater Hopkins sei höchstens ein Himmelspilot und Madame Sorgue sei wohl auch nicht als Kohlenzieher oder Matrone in der französischen Marine gefahren. (Große Heiterkeit.) Sachverständig aber seien sie beide nicht gewesen. — Auf dem Kopenhagner Kongreß sei der Syndikalismus eingehend erörtert worden. Er, Döring, habe an Referent folgende Grundsätze aufgestellt: Für eine gesunde gewerkschaftliche Entwicklung sei erstens notwendig: politische und konfessionelle Neutralität, zweitens straffe Zentralisation, drittens möglichst hohe Beiträge und viertens Ausbau der Unterstützungsform. Der Kongreß habe sich mit diesen Grundsätzen ausdrücklich einverstanden erklärt. Wenn der Zentralrat also den Boden für eine zentralistische Organisation in den Ländern, wo sie noch nicht bestehe, vorbereite, so handle er nur im Auftrag des Kopenhagens Kongresses. Wer die Geschichte der deutschen Gewerkschaftsbewegung kenne, wisse, daß man vor 26 Jahren dort auch die von den Italienern und Franzosen vorgetragenen Grundsätze befolgt habe; die Hauptsache seien Massenaktionen und der Wille zum Kampf und man brauche nicht erst große Schätze zu sammeln. Damals erschien ein Beitrag von 50 Pf. per Woche schon außerordentlich hoch. Wären die Deutschen bei diesen Grundsätzen geblieben, dann hätten sie heute nicht die großen Gewerkschaften. Was die Franzosen als Gipfel gewerkschaftlicher Weisheit anpriesen, sei für Deutschland langst überbolt. Den Klaffenkampf verstehe man in Deutschland als Kampf gegen den Kapitalismus und nicht als Kampf gegen die Sozialdemokratie. ES werde behauptet, die Massen in Deutschland hätten kein selbständiges Denken und Fühlen, und müßten nur tun, was die Führer wollten. So etwas kennen wir nicht. Aber wir kennen etwas anderes: daß die Führer und die Mitglieder sich nm die Dinge bekümmern, die den Arbeiter attgehen, um die politischen Dinge. In der Broschüre, die die Italiener verbreiten, um den deutschen Zentralrat ins Jenseits zu befördern, steht die Behauptung, daß die syndikalistischen Massen den sozialdemokratischen Führern die Leitung aus der Hand genommen und den Streik beendet hätten. Tatsächlich sind es die Christen gewesen, die den Streikbruch organisiert hätten. Die Christen würden also mit den Syndikalisten identifiziert. Die Italiener verlangen, daß der Zentralrat große Taten aussühre. Wen» sich das nur so leicht machen ließe. Schon das Zusammenhalten der sich widerstrebenden Richtung und Organisationen ist in der I. T. F. ein Kunststück. Da heiße cs, die Gegensätze zu überbrücken. Die I. T. F. könne nicht in Bewegung gesetzt werden, um eiueli einzelnen kleinen Heringsdampfer zu boykottieren. Kleine Differenzen müssen die Landesorganisationen erledigen. Nur in großen Kämpfen könne sie cingreifen. ABcr zum Krieg gehöre in erster Linie Geld. Vielleicht lasse sich der nächste internationale Transportarbeiter-kongreß in Deutschland abhalten, dann würden viele Mißverständnisse der Franzosen und Italiener über die deutsche Bewegung schwinden. (Lebhafter Beifall.) Nachdem Didögary (Frankreich), dessen Wortmeldung übersehen war, für die Hilfe beim Eisenbahnerstreik 1910 gedankt, die Anwendung der Sabotage in Ausnahmefällen gebilligt und trotz aller deutschen Erwiderungen die Behauptung wiederholt hatte, daß niemand zugunsten des Klassenkampfes gesprochen und nur die sydikalistischen Gewerkschaften das Ziel hätten, den Kapitalismus zu zerstören, schließt die Debatte mit der einstimmigen Enlastung des internationalen Sekretärs, die von dem Revisor Genossen Brunner (Berlin) beantragt war. Von der französischen Delegation liegen zwei Resolutionen vor, in denen der Kongreß seinen Willen ausdrücken soll, alle Mittel anzuwenden, um jede Kriegserklärung zu verhindern. In der zweiten Resolution wird noch hinzugefügt, daß dem Zentralrat das Recht genommen werden müsse, jede Aktion der internationalen Transportarbeiter gegen den Krieg zu verhindern. Der Vorsitzende Genoss; (Schumann erklärt zu diesen Resolutionen folgendes: Beide Resolutionen verlangen eine politische Aktion. Deshalb darf der Kongreß nicht über sic ab-stimmen. Wohl sind wir alle darin einig, daß wir die blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Völkern zugunsten der herrschenden Klassen auf das schärfste verurteilen und bei entstehenden Differenzen ein schiedsgerichtliches Verfahren wünschen. Aber wir als Transportarbeiter haben durch die Satzungen und Beschlüsse unserer früheren Kongresse unseren Aufgabenkreis scharf umgrenzt. Die I. T. F. hat die Aufgabe, die wirtschaftlichen Kämpfe der Transportarbeiter zu organisieren, und der Zentralrat soll alle Maßnahmen treffen, um die Verständigung der «„geschlossenen Nationen Bei den wirtschaftlichen Kämpfen der einzelnen BernfSgruppen herbeizuführen. Unsere Aufgaben liegen also lediglich auf wirtschaftlichem Gebiet. Wir haben also kein Recht, auf diesem Kongreß Beschlüsse zu fassen, die dazu führen können, der organisatorischen Tätigkeit unserer Berufskollegen in den einzelnen Ländern Hindernisse zu bereiten. Wenn wir so stark organisiert sind, wie wir wünschen, wie wir cs sein müssen,, um die kapitalistische Gesellschaft zu überwinden, dann erübrigen sich derartige Resolutionen von selber. Hat die Arbeiterschaft aller Länder sich vollkommen organisiert, dann verschwindet jede Möglichkeit zu blutigen Konflikten zwischen den Völkern. Die französischen Delegierten dürfen den deutschen, österreichischen und schweizerischen Transportarbeitern das Recht nicht beschneiden, ihre organisatorische Tätigkeit nach den Verhältnissen ihrer Länder einzurichten. Der Kongreß tritt dieser Auffassung des Vorsitzenden Bei. Ein weiterer Antrag der Franzosen, eine Sonderkonferenz der Seeleute abzuhalten, wird zunächst abgelehnt, weil die Sonderkonferenz eine Störung der Verhandlungen des Gesamtkongresses bedeuten würde, und dem internationalen Sekretär nicht bekannt ist, was auf der Sonderkonferenz eigentlich erörtert werden soll. Dann werden die einzelnen Anträge begründet, die organisatorische und taktische Fragen behandeln. Der schwedische Transportarbeiterverband verlangt in einer Resolution, die L i nd l e y begründet, die Errichtung einer internationalen Unterstützungökaffe für alle großen Kämpfe und mit festen Beiträgen, die nach bestimmten Grundsätzen zu berechnen sind. Diese Kasse soll nur in Anspruch genommen werden, wenn die nativnalen Hilfsquellen erschöpft sind. Der Vor-chlag bestimmt die Beitragshöhe nach der Stärke der Verbände, verlangt zunächst nur die prinzipielle Entscheidung des Kon-gcsses und sieht für die Beratung im einzelnen ein kleines Komitee vor, das feine Arbeiten bis 1015 zu Beenden hat. Mehrere Anträge Betreffen die internationale Kontrollkarte für die Seeleute. Während die Norweger Verbesserungen der Karte Vorschlägen, verlangen die dänischen Seeheizer und Matrosen, eine internationale Beitragskarte an ihrer Stelle einzufühccn, die vom internationalen Sekretariat Bezogen werden muß. Ciardi (Italien) begründet den bekannten Antrag auf Verlegung des Sitzes der Föderation nach London oder nach Paris und auf Einsetzung eines Gencralrates des Verbandes aus je einem Mitglied für jede Nation »eben dem Zentralkomitee. Das Zentralkomitee soll von den Organisationen des Ortes gewählt werden, in dem Me Föderation ihren Sitz hat, und zwar durch Urabstimmung der Mitglieder. Der Jahresbeitrag soll auf 12 Pf. per Jahr und Mitglied erhöht und als Grundsatz proklamiert werden, daß die I. T. F. die Methoden des Klassenkampfes aimimint und von der Politik und Taktik der politischen Partei unabhängig ist. Schließlich soll die I. T.F. die gesamte internationale Arbeiterbewegung fördern und, falls es notwendig ist, positive Aktionen gegen die Regierungen und gegen die Kapitalisten aller, Länder einleiten. Der VerBand der Handels-, Verkehrs- und Transport-arBciter und -ÄrBeiterinnen Oesterreichs Beantragt, den Zentralrat aufzufordern, ein Regulativ mit festen Normen für den UeBertritt von Mitgliedern einer Landesorganisation in die andere auszuarbeiten. Dieser Antrag wird von Weigel (Wien) kurz Begründet. Alle diese Anträge werden auf Vorschlag der Vorsitzenden Schumann an das Reorganisationskomitee üBcrtuicsen, das in Verbindung mit dem Zentralrat dem nächsten Kongreß Be» timntte Vorschläge unterBrciten soll. DaS Komitee setzt sich aus 7 Mitgliedern zusammen, und zwar je einem für England und Amerika, für Belgien und Holland, für Skandinavien und Finnland, für Deutschland, für Oesterreich und die Schweiz, für Italien und für Frankreich. Nachmittagssitzung. Der Vorsitzende Genosse Schumann fügt hinzu, daß daö Reorganisationskomitee sobald als möglich zusammentreten soll. Die Beschlüsse sollen den angeschlossenen Organisationen unterbreitet werden. Auch der heutige Zentralrat ist der Ansicht, daß die Zeit gekommen sei, wo den Vertretern der angcschlossenen Nationen eine größere Anteilnahme an der Tätigkeit des Zentralrates gewährt werden müsse. Neben der geschäftsführenden Körperschaft soll das ReorganisationS-komitee als Beirat zusammentreten, und zwar in bestimmten Zeiträumen, um Stellung zu allen wichtigen Aktionen der I. T. F. zu nehmen. Bei de«,-Zusammensetzung des ReorganisationSkomiteeZ ergibt sich eine Schwierigkeit. Die holländischen Syndikalisten verlangen eine Vertretung in dem Komitee, weit sie sonst ganz ausfallen würden. Der Zentralrat ist mit der Erweiterung des Komitees auf acht Mitglieder einverstanden, weil er davon eine Beseitigung der holländischen Differenzen erhofft. Genosse Forstuer (Wien) widerspricht. Wenn wir citte Richtung in einem Lande bei der Vergebung von Mandaten berücksichtigen, so hciht das, die Eigenbrödelei züchten. Die Kluft wird nur erweitert, denn wenn zwei Richtungen eines Landes zwei Mandate im Beirat haben, so haben sie keinen Grund, die Einigung herbeizuführen, weil sic dann ein Mandat aufgeben müssen. Moltmaker (Holland) schließt sich Forstncr an. Um die syndikalistische Minderheit nicht zu verletzen, hat die holländische Mehrheit schon bei der Wahl von Geschäftsordnungskommissionen einem Belgier das Mandat gegeben; sie ist bereit, auch in den Beirat eilten Belgie? zu entsenden. Es geht doch nicht an, daß ein kleines Land mit wenigen tausend Organisierten zwei Mitglieder im Beirat haben. Der Antrag des Zentralrates, Holland zwei Mandate zu geben, wird abgelehni, und der Vorschlag, das Komitee aus sieben Mitgliedern zusammenzusetzen, gegen die Stimme Italiens angenommen. Der Antrag des Allgemeinen Rechtschutz- und Gewerk-schastsvereines der Eisenbahner Oesterreichs, wonach der Internationale Kongreß in Zukunft nur alle vier Jahre stattfinden soll, und alljährlich eine Broschüre mit einem Ueberblick über die allgemeine Eisenbahnerbewegung herausgegeben werden soll, wird dein Komitee überwiesen. D i e A s i a t e n f r a g e. Die englische Transportarbeiterföderation stellt folgenden Antrag: Der Kongreß der I. T. F. konstatiert, daß die Zahl der beschäftigten Asiaten in der Handelsflotte in beängstigender Weise zummini, und zwar infolge der Versuche des Unternehmertums, europäische Arbeiter durch schlechter entlohnte Asiaten zu ersetzen. Der Kongreß erkennt zwar an, daß die Föderation über alle Unterschiede der Farbe, Rasse oder des Glaubensbekenntnisses stehen muß, ist jedoch der Ueberzeuguttg, daß schlechter entlohnte asiatische Arbeiter eine ständige Gefahr für jenen Lebensstandard Bedeuten, den die Europäer mit Hilfe der Getoerkfchaft erreicht haBen. Der Zentralrat wird daher Beauftragt, eine eingehende Untersuchung anzustellen Über die Verdrängung europäischer Arbeiter und ihrer Folgen und zur Lösung dieses uu-bedingter Erledigung harrenden Problems Vorschläge auf einer internationalen Grundlage zu machen. Wilson (England) verzichtet in der Erwartung auf eine Begründung, daß fein Widerspruch erfolgen werde. Genosse Paul M ü 11 c r (Deutschland, Seeleute) Bittet, der Resolution ohne weitere Debatte einmütig zuzustimmen. Für jeden Arbeiterkongreß ist die Annahme dieser Resolution selbstverständlich, denn sie findet ihre Begründung in der Resolution, die der internationale Sozialistenkongreß in Stuttgart in der Frage der Ein- und Auswanderung gefaßt hat, und worin ausdrücklich betont wird, daß die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter das Recht haben, sich gegen die Konkurrenz der Asiaten zu schützen, sobald festgestcllt ist, daß diese die LcBenshaltung der Arbeiter eines Landes bedrohen. Die Resolution wird einstimmig angenommen. Der Präsident der Internationalen Secmannsorganisation Amerikas, Furufeth, regt in einem längeren SchreiBen eine energische internationale Aktion an, um die fchriften üBer die RettungSmaßregeln Vorsicht, darunter auch die, daß 40 Prozent der Mannschaft eines Schiffes aus gelernten Seeleuten, die drei Jahre ein Schiff Befahren HaBen, die Offiziere nicht mitgerechnet, besteht, und daß diese Zahl jedes Jahr mit 5 Prozent erhöht wird. Durch dieses anterkantschc Gesetz, das von verschiedenen parlamentarischen Komitees Bereits angenommen ist, würde auch für die europäischen Seeleute eine große Verbesserung erzielt werden. Ein ähnliches Gesetz, das freilich schlechter war, sei seinerzeit bereits von beiden Häusern angenommen, vom Präsidenten Taft aber verworfen worden. Der jetzige Präsident sei dagegen bereit, einem solchen Gesetz zuzustimmen. Der Kongreß nimmt mit Genugtuung von diesem' Schreiben Kenntnis. Die französischen Eisenbahnen unterbreiten dem Kongreß ihr Arbeitsprogramm, das die Verstaatlichung der Eisenbahn, die Verkürzung der Arbeitszeit für das Personal und die Forderung automatischer Wagenkuppelung enthält. Der Kongreß drückt seine Sympathie für diese Bestrebungen aus und verspricht, sie in entsprechender Wctsc zu unterstützen. Der italienische Transportarbeiterverband wünscht dem Kongreß telegraphisch vollen Erfolg und teilt mit, daß der nächste Landcskoiigrcß sicherlich den Anschluß dcS Verbandes an die I. T. F. beschließen werde. (Lebhafter Beifall.) Die Grüße der russischen Seeleute überbringt Genosse D. Anitchkitto. Die Organisation stand 1905 und 1906 in voller Blüte. Durch den Generalstreik wurde sic völlig zugrunde gerichtet. Langsam begann der Wiederaufbau und wir kommen trotz aller Verfolgungen rüstig weiter. Die Russen werden gegenüber der Internationale stets ihre Pflicht erfüllen. (Lebhafter Beifall.) Im Namen des Kongresses sichert der Vorsitzende Genosse S ch u m a n n der russischen SeemaunSbewegung die internationale Unterstützung zu und verurteilt die Brutalitäten der russischen Regierung und die Auslieferung des Redakteurs des russischen SeemannSBIattcS Adramowitsch durch die englische Regierung in Alexandria an die Schergen des Zaren. (Schluß folgt.) Protokoll der Sitzungen der Srktivn „ltntcr&couttc" des Zentralausschusses für allgemeine Personalangclegenhciten der Bediensteten ber k. k. österreichischen Stnatöbahnen. (Schluß.) Antrag IV. Ernennung der tinterbcouttcn zu Beamten. Mitglied B o r o v c c bezeichnet die in Rede stehende Angelegenheit als eilte der wichtigsten für die Unterbeamten und erläutert die vielfachen Dienstleistungen einzelner Unter-beamtenkategorien, welche den Arbeiten der Beamten gleichkommen; er verweist auf die Kategorie der Werk-, Maschinen-, Bahn- und nicht zuletzt auf die der Stationsmeister, die zufolge ihrer Dienstverrichtungen den berechtigten Anspruch erheben können, daß denselben im Falle ihrer ausgezeichneten Befähigung und Leistung die Beamtenlaufbahn erschlossen werde. Er bedauert, daß die Staatseisenbahnverwaltung die bet den früheren Privatbahnen geübte Gepflogenheit, eine bestimmte Anzahl (40 bis 60) besonders tüchtiger Untcrbcanttcit zu Beamten zu ernennen, nicht rezipiert habe, wodurch sich die Untcrbcamten der verstaatlichten Bahnen zurückgesetzt fühlen. . Mitglied ZoBIcr unterstützt diesen Antrag und metirr, daß durch die Schaffung des Status 111 ohnehin die Möglich icit zur Ernennung von lluicrbcmntcit zu Beamten gegeben sei; er schlägt die Ernennung einer Reihe boit Offizianten zu Be^ mitten vor und verspricht sich von einer derartigen Aktion die Freimachung einer Anzahl für Zcrtifikaiisteu zu reservierender Posten. Mitglied R 0 koSz findet die langjährigen Bestrebungen der Kategorien der Offizianten, Kanzlisten und Wagen-revisoren, welche in den verschiedensten Ressorts der Direktionen verwendet werden, nach UebcrstcUung in den Beamten-stand durch die von diesen geleisteten Beamtendienste vollkommen begründet. Mitglied Polt beruft sich auf die Enunziation dcS Herrn k. k. EisenbahnmiuisterS in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 13. Dezember 1012 hinsichtlich der individuellen Ernennung von Unterbeamten yt Beamten und stellt an da? Eisenbahnministerium das Ersuchen, bei Lösung dieser Frage den' Stationsmeistern jene Berücksichtigung angedeihen zu lassen, welche denselben in Ansehung ihrer beinahe ausschließlich aus »camtenbicnftleiftungcn bestehenden Verwendung entspricht; hiebei wären die Vorrückungsbedingungen des Status 111 derart festzusetzen, daß hiedurch eine Verschlechterung der Avanecmentverhältnisse gegenüber dem Unterbeamtenschema nicht platzgreife. Während Mitglied M c r t h die individuelle Beamten* ernemmng auf die ©tgttalmeistcr ausgedehnt wissen möchte, richtet Mitglied 9t eumann an das Eisenbahnministerium die Bitte, ehebaldigst jene Voraussetzungen bekanntzugeben, unter welchen die Verwaltung bei Entsprechung der am 16. Dezember 1911 einstimmig angenommenen Resolution des österreichischen Abgeordnetenhauses die Ernennung von Unter-beamten zu Beamten unter Beachtung der individuellen Eignung durchzuführen BcaBsichtigc. Insbesondere möge angegeben werden, ob hiebei eine ziffermäßige Beschränkung per Jahr vorgesehen wird, ferner sollen die Unterbeamten jener Kategorien, für welche gegenwärtig die Aufnahme von Zentifikatisten erfolgt, nach zwölf, jähriger Gesamtdienstzeit in den Beamtenstand übernommen werden. Mitglied Jammernegg Begrüßt den Antrag namens der Bahnmeister und erhofft sich von der Erfüllung desselben die gleichzeitige Schaffung eines weiteren Wirkungskreises für die Bahnmeister; er präzisiert die in diesen Belangen borge-Brachten Wünsche in der folgenden Weise: Obligatorische Ernennung der Werk- und Maschinen-, Bahn-, Gebäude-, Signal- und Brückenmeister, beziehungsweise sämtlicher zum technischen Dienst verwendeter UnterBcainten, der Station?- und Magazinsmeister, Offizianten und Kanzlisten, der Zugs- und Wagenrevisoren zu Beamten im Status III Bei Erreichung der Gchaltstnse von 1600 Sit: unter Vorbehalt der früheren Vorrückungsfristen, wenn diese günstiger seilt sollten, und ohne sonstige materielle Schädigung, und zwar in der Gehaltstufe von 1600 Kr. mit dem Range in der X. Dienst-klassc, bei Erreichung der beziehungsweise Einreihung in die Gehaltstufe von 2800 Kr. mit dem Range in der IX. Dienst-klassc und bei Erreichung der Gehaltstufe von 2800 Kr. mit dem Range in der VIII. Dienstklassc der StaatSeisenbahn-bcamten. Bis zur obligatorischen Ernennung zu Beamten wäre vorläufig bei persönlicher Eignung der einzelnen Bediensteten deren ad personam Ernennung zu Beamten nach mindestens zwölfjähriger Dienstzeit analog der militärischen Dienstzeit der mit Zertifikat beteilten Unteroffiziere vorzunehmen. Mitglied Hartwig schildert die Schwierigkeiten, welche sich durch das Vorhandensein überzähliger Beamten bei der Nordwestbahndirektton für die Ernennung von Unterbeamten zu Beamten ergeben. Sodann sprechen die Mitglieder RokoSz, Barto-niczek, Heitzinger, Hartenthaler und Anth0lzer, letzterer namens der Magazinsmeister, zu diesem Antrag. RettungSmaßregeln auf den Schiffen zu verbessern. Daß die amerikanische Gesetzgebung noch nicht eingegriffen hat, fei nur darauf zurückzuführen, weil Europa noch nichts getan habe. Es Bestehe aber die Hoffnung, daß im Dezember dieses Jahres ein Gesetz angenommen wird, das für alle Schiffe, die amerikanische Häfen berühren. Bestimmte Vor- Mitglied Ditz führt in seinen Darlegungen aus, daß die Aufnahme den Zertifikatisten für den Bahmneisterdienst nur aus technischen Truppcnkörpern zu erfolgen hatte. Der Vorsitzende gibt zu verschiedenen Ausführungen einzelner Mitglieder erläuternde Aufklärungen und verliest sodann die Erklärung des Herrn Eisenbahnministers in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 13. Dezember 1012, in welcher der Herr Eisenbahnminister, um jedonr Mißverständnis vorzubcugcn, erklärt, daß cs sich bei der Umwandlung von Uutcrbcamten zu Beamten nicht um eine generelle und mcit-ausgrcifcnde Maßregel, sondern nur um einen Versuch in Absicht auf allfällige, künftige individuelle Umwandlung dieser Art handelt. Hierauf gibt der Vorsitzende bekannt, daß in Entsprc-; chung dieser Erklärung bereits die notwendigen Verhandlungen mit der Finanzverwaltung in die Wege geleitet worden sind, daß jedoch die Zustimmung seitens des Finanzministeriums noch aushaftct. Der Vorsitzende sicht sich veranlaßt, schon heute daraus aufmerksam zu machen, daß eine obligatorische Er-nennung von Untcrbcamten zu Beamten niemals in Frage kommen könne. Hinsichtlich der Momente, welche für die Beurteilung der Eignung zur Beamtenernennung maßgebend sein sollen, bemerkt ^cv B o r sitzende, baß die Verwaltung der Erfüllung einzelner gewisser Bedingungen nicht cntratcir werde können und bezeichnet insbesondere als notwendige Voraussetzungen, die Versetzung von wirklichen Beamtcndienstc», außertöurliche. Beschreibung innerhalb einer bestimmten längeren Zeit, das Vorhandensein freier Posten re. Er warne eindringlichst vor zu hoch gespannten Hoffnungen, da cs ganz ausgeschlossen sei, daß eine größere Anzahl von Untcrbcamten auf einmal in den Beamtenstand überführt werden könnte. Die Zahl der für diese Ucberführungen in Aussicht zu nehmenden Posten könne nur eine beschränkte sein und würde die bezügliche Systemisierung den festzuhaltendcn Rahmen ergeben. Jedenfalls würden die Ueberstellungcn nur nach ganz individuellen Gesichtspunkten und nach der besonderen Würdigkeit als Auszeichnung für den einzelnen und für die Kategorie, welcher derselbe angehört, erfaßt werden können. Er erörtert schließlich die großen Hindernisse^ welche der Lösung dieser Frage seitens vieler Faktoren im Staatseisenbahndienst entgegengesetzt werden. Nachdem noch Mitglied Reumann seine gegenteilige Auffassung darüber geäußert hatte, daß der bei der Nordbahn bestehende Usus hinsichtlich der Ernennung von Werkmeistern zu Beamten nicht auch auf die eingereihten .SVinzlistcn und Offizianten Ausdehnung gefunden hat, wird, die.Debatte über diesen Gegenstand geschloffen und nachstehendes Gutachten abgegeben: „Ernennung der bis zum 1. Jänner 1913 ernannten Untcrbcamten jener Untcrbeamtcnkatcgorien, .welche dies an-strcben, zu Beamten ohne Ablegung von speziellen Prüfungen und ohne Rücksicht auf die. Schulbildung: als Maßstob für die Eignung hätte nur die praktische Verwendbarkeit und gute Qualifikation zu gelten. . , Antrag V. Aufhebung der Gchaltstufe van 1300 Str. Mitglied Borovcc bezeichnet die Eliminierung der gegenwärtigen Gchaltstufe von 1300 Kr. als ein allgemeines und dringendes Verlangen aller Unterbeamtxnkatcgoricn, welches durch die seincrzcitigcn niedrigen 'Anfangsgehalte in Verbindung mit der Avancementsperre zum Untcrbcamtenrang hinreichend begründet erscheint. Die Mitglieder Scheibet n, Rokosz und Borovcc urgieren die endliche Stattgebung dieses bereits gelegentlich dgp früheren Sitzungen zur Genüge begutachteten Antrages, welchen sie — zumal es sich nur um ungefähr 2000 Unter-ücamte handelt — nicht allzu große finanzielle Tragweite beimessen. Der Vorsitzende bemerkt zu diesem Antrag, dessen finanzielle Tragweite keineswegs zu gering cingeschätzt werden dürfe, daß dessen Durchführung doch nur jenen llnterbeamten zugute kommen würde, welche sich in den Gchaltstufen von 1200 Kr. und 1300 Kr. befinden, während alle übrigen Unterbeamten davon nichts hätten. Die Erfüllung des Antrages wäre somit die Quelle für neue Härten, die aus diesem Grunde aber nicht ausgeglichen werden könnten. Auch würde die Eliminierung der Gehaltstufe von 1300 Kr. für die Diener nicht günstig sein, da viele von diesen dann erst bei Erreichung der Gehalt-stufe von 1400 Kr. zur Ucberstellung gelangen würden. Sodann wird der Antrag zum Gutachten erhoben und lautet: „Auflassung der Gehaltstufe von 1300 Kr." Antrag VI. Erholungsurlaube. Mitglied Harte nt Haler bezeichnet die Verlängerung der Urlaubszeiten für die Eisenbahnbediensteten als eine kulturelle Forderung, welcher sich die Eiscnbahnverwaltung schon im eigensten Interesse behufs Hintanhaltung eines hohen Krankenstandes nicht verschließen sollte; die infolge des rapid angewachsenen Verkehrs gesteigerten Anforderungen, welche der jetzige Eisenbahndienst an die geistigen und phvsischen Kräfte des gesamten Unterbeamtenpersonals stellt, bilden den Anlaß zur Einbringung des Antrages. Mitglied Reumann stellt das Ausmaß der Erholungsurlaube eines Beamtenaspiranten und eines mehr als 30 Jahre dienenden Unterbeamten gegenüber und kommt zum Schluffe, daß hier ein Wandel unbedingt nötig fei; er bittet die Regelung dieser Frage zu beschleunige», damit bereits int heurigen Jahre die Urlaube der Unterbeamten die gewünschte Verlängerung erfahren. In ähnlicher Weise ergänzen die Mitglieder Borovec, Scheibein und Ditz die 'Begründung des Antrages und führen 'Beschwerde über die vielfachen, ungerechtfertigten ltr-taubsverwcigerungen einzelner Dienstvorständc. Die Mitglieder H a r t e tt t h a l e r und H a t t i n g e r beleuchteten die UrlanbSverhältnisse des Zugbogleitungs- und Lokomotivperfonals, für welches die Ausnützung des Urlaubes mangels entsprechender Substituten infolge des enormen Som-ntcrberkehres in den Ferienmonaten meist ausgeschlossen ist. Die Mitglieder Ezarnach und Bwrovec wünschen die Gleichstellung der Unterbeamten mit den Manipulatinncn hinsichtlich des Urlaubes und ersuchen um die. Zurechnung der Gültigkeit, beziehungsweise der Verlängerung der innerhalb eines Kalenderjahres aus dienstlichen Rücksichten nicht aufgebrachten Urlaubszeit für das nächstfolgende Jahr. Die Mitglieder Rokosz, Prokop und Antholzcr beantragen die Streichung der Bestimmung des § 59 der Dienstordnung, wonach den Bediensteten nur in jenen Fällen ein Erholungsurlaub gewährt werden kann, in welchen Substitutionskosten nicht erwachsen. Mitglied Prokop bespricht die Härten dieser Bestimmung insbesondere für jene Unterbeamten, welche als Stations-vorstätide einfach besetzter Stationen fungieren. Zur Frage der Erholungsurlaube bemerkt der Vorsitzende, daß die Gleichstellung der Urlaubsausmaße der llntcr» beamtcn mit denen der Beamten — wie sie von den Unter-veamten angestrebt wird — wohl als viel,zu weitgehend bezeichnet werden müsse; sodann bringt er itc verschiedenen in diesem Belange bereits unternommenen Aktionen zur Sprache, und erörtert eingehend jene Verfügungen, welche zur möglichsten Sicherftellung der Erholungsurlaube für definitive Bedienstete erlassen worden sind, und welche einerseits darauf hinzielen, durch entsprechende vorübergehende Personalverschiebungen und andere geei^rete Dis^osttiouen dir Gewährung, der ErholunHS- urlaube tunlichst zu ermöglichen, und welche anderseits anordnen, daß die anläßlich von Urlauben entstehenden Substitutionskosten allein nicht schon als stichhältiger Grund für die Verweigerung der Urlaube anzusehen seien. Schließlich erwähnt der Vorsitzende, daß die von den Direktionen alljährlich einlangenden Berichte über die Urlaubs-nusnützung der Bediensteten erfreulicherweise .eine fortgesetzte Besserung erkennen lassen. Sodann wird der Antrag in nachstehender Fassung begutachtet: „Die Erholungsurlaube sollen den Unterbeamten in demselben Ausmaß wie den Beamten mit Rücksicht auf den nicht minder anstrengenden Dienst derselben gewährt werden. Für das Zugs- und Lokomotivpersonal ist das Urlaubsausmaß nicht nach der faktischen, sondern nach der anrechenbaren Dienstzeit zu gewähren." Antrag VII. Pauschalierung der Uniform. Mitglied Hattinger, welcher sich auf seine bereits bei der letzten Tagung abgegebene eingehende Begründung beruft, macht' die Verwaltung auf die Mißbräuche bei der gegenwärtigen Naturallieferung der Dienstkleider aufmerksam, welche fortwährend Gegenstand unzähliger Beschwerden seitens der beteiligten Bediensteten ist. In den fettesten Fällen, fährt Mitglied H a t t i n g e r an, passen die ohne persönliches Maß-nchmen und Anprobieren verfertigten Dienstkleider, so daß die Unterbeamten gezwungen sind, die ausgefaßten Monturstücke auf eigene Kosten von einem Privatschneider umarbeiten zu lassen; da ferner nach den gemachten Erfahrungen nicht zu erwarten steht, daß der heutigen Uniformmisere ein Ende bereitet wird, ersehen die Mitglieder Jammern c g g, P r o-t o p, Bartoniczek und H e i tz i n g e r als den einzigen Ausweg die Pauschalierung der Dienstklcider nach dem analogen Muster, wie sie bei der staatlichen Sicherheitswache und der k. und f. Gendarmerie bereits eingeführt ist. Die Mitglieder Hattinger und Rokosz versprechen sich von einer Pauschalierung große Vorteile, sowohl für die Verwaltung durch eine bedeutende Ersparnis an Verwaltungskosten, als auch für die llnterbeamten selbst, die fortan in die Lage kämen, gut passende Uniformen zu tragen. Mitglied Prokop verzichtet namens der Stationsmeister auf die Naturallieferung der Dienstkleider gegen die Anweisung des vollen lOOprozcntigen Wertes der Montur in barem Gelde. Die Mitglieder I a m m e r n c g g und D i tz befürworten gleichfalls diesen Antrag und verlangen bis zum Zeitpunkte der Durchführung der Pauschalierung die Ersetzung der derzeitigen Uniform der Bahn-, Signal-, Gebäude- und Brückenmeister durch solche Uniformstücke, die den klimatischen und Terrainverhältnissen angepaßt sind. Die Mitglieder Zink und Prokop bezeichnen die gegenwärtige. Uniformierung der Stationsmeistcr nicht zweckmäßig; sie schlagen daher eine Aerrderung derselben in der Richtung vor, die gegenwärtige kostspielige Jacke durch eine Dicnstbluse zu ersetzen und die Stationsmeister mit Wctter-kragen und kurzen Pelzröcken zu beteilen. Mitglied Hattinger richtet an den Vorsitzenden die Anfrage, in welchem Stadium sich die Angelegenheit der Uni-formabänderung befinde und spricht die Hoffnung aus, daß dieselbe in einer allseits befriedigenden Weise gelöst werde; der Wunsch des Unterbeamtenpersonals sei, auf eine weniger feierliche als praktische und paffende Bekleidung gerichtet. Durch die Vereinfachung der Uniformierung dürften nach der Ansicht der Mitglieder Borovec und Hattinger große Ersparungen erzielt werden, welche zur Anschaffung besserer Stoffqualitäten verwendet werden mögen; sie empfehlen der Verwaltung die Pauschalierung der Uniform bei einer beliebigen Unterbeamtenkategorie versuchsweise einzuführcn. Die Mitglieder Hcitzingcr und Hartenthaler betreiben die endliche Stattgebung der wiederholt gestellten Bitte der Lokomotivführer nach Gewährung einer Uniform und stimmen einer Pauschalierung unter dem Vorbehalt zu, daß auch sie dieses Pauschales teilhaftig werden. Mitglied Zobler beanstandet die alle Vierteljahre wiederkehrenden Uniformvisiten und bittet, diesen Vorgang abzustellen. Dieses Mitglied unterbreitet hierauf dem Zentralausschuß einen Vermittlungsantrag, wonach der Stoff für die Uniform probeweise einer Unterbeamtenkategorie zur Verfügung zu stellen und dieser gegen Entrichtung eines entsprechenden Betrages die selbständige Ausfertigung der Dicnst-kleider zu überlassen wäre. Der Vorsitzende bemerkt, daß die vorgebrachtcn Wünsche und Beschwerden der für die Uniformierungsangelegenheiten kompetenten Dienststelle zur Kenntnis gebracht werden; die Angelegenheit der Aenderung der Uniformierung der Unterbeamten stehe übrigens bekanntlich zurzeit in Behandlung. Hinsichtlich der Pauschalierung der Uniformen verweist der Vorsitzende auf das erschöpfende, jedoch negativ lautende Gutachten des Fachdepartements, welches dem Originalprotokoll der letzten Sitzung angcfchloffen ist. Sodann geben die Zentralausschußmitglieder nachstehend formuliertes Gutachten: „Allen Unterbeamten wäre statt der Uniform ein jährliches Pauschale im Betrag von 120 Kr. zu gewähren, welches in halbjährigen Raten im vorhinein zur Auszahlung zu gelangen hat." Antrag VIII. Herabsetzung der Dienstzeit. Bei der Verhandlung dieses bereits in der letzten Sitzung eingehend begutachteten Antrages geht Mitglied Hattinger von der Tatsache aus, daß der Eisenbahndienst eine eminent anstrengende, und aufreibende Tätigkeit verursacht, welche, mit den Dienstverrichtungen der Bediensteten im übrigen Staatsdienst nicht verglichen werden könne; während nunmehr die Staatsbediensteten die Dienstzeit von 40 auf 85 Jahre herabgesetzt worden sei, habe man eine den oberwähnten Tatsachen entsprechende Kürzung der Dienstzeit für die Eisenbahnbediensteten nicht vorgenommen. Er stellt daher das Ersuchen, das Eisenbahnministerium möge diesem dringenden Verlangen des Personals willfahren. Der Vorsitzende erhebt gewichtige Bedenken gegen eine allgemeine Herabsetzung der Dienstzeit auf 30 Jahre und bezeichnet eine derartige Maßnahme — gänzlich abgesehen von den enormen Kosten derselben —• auch als ein zweischneidiges Schwert, das sich nicht selten gegen die Bediensteten selbst richten könnte, welche dann sehr oft gegen ihren Willen trotz rüstiger Konstitution in den Ruhestand versetzt würden; der Antrag wird sodann zum Beschluß erhoben und lautet: „Allen Unterbeamten ist die Dienstzeit von 35 Jahren auf 30 Jahre herabzusetzen." Antrag IX Statutenänderung. Mitglied Hattinger gibt bei Begründung dieses Antrages einen kurzen Rückblick auf das bisherige Wirken der zwei Bedienstetenvertrctungskörper, des Zentralausschusses und der Personalkommissionen, welche leider nicht die großen in sie gesetzten Erwartungen erfüllt haben. Immerhin haben diese Körperschaften gewisse Erfolge aufzuweiscn, welche die Aufhebung des provisorischen Charakters dieser Institutionen und die Schaffung definitiver Statuten hinreichend rechtfertigen würben; des weiteren bedauert er, daß durch die neuerliche Abänderung der Statuten nicht allen Bedienstetenkategorien eine selbständige Vertretung ein-geräumt worden ist. Als weiteren Grund für die Einbringung dieses Antrages führen die Mitglieder R e u m a n n, Ditz und H art-wig den Umstand an, daß die verstaatlichten Bahnen in dem Pcnsions-, beziehungsweise Provisionsfondsausschuß der f. k. österreichischen Staatsbahnen einer Vertretung insolange cntratcn müssen, als die Pcnsions-, beziehungstveise Provi-sionsfondsausschüsse der verstaatlichten Bahnen selbständig bleiben; sie sprechen den Wunsch nach einer baldigen Zusammenfassung aller Bediensteten der nunmehrigen Staatsbahnen zu einem gemeinsamen Ausschuß aus, worauf die Mitglieder Hart w i g und Neu m a n n die Ungereimtheiten hcrvorheben, welche die Disparität der Bestimmungen des Provisionsstatuts der k. k. österreichischen Staatsbahnen und dcs Provisionsstatuts der ehemaligen Privatbahnen bei den Direktionen der nunmehr verstaatlichten Bahnen hervorruft. Mitglied Borovec beantragt die Abänderung der Bestimmungen des § 38 des PcnsiouSstatuts, beziehungsweise dcS tz 37 des Provisionsstatuts nach der Richtung hin, daß die gewählten Mitglieder der vorgcdachten Ausschüsse nicht wie bisher aus den jeweilig in Wien oder in der Nähe von Wien domizilierenden, aktiven Mitgliedern dieser Institute zu wählen wären, sondern daß die ersteren sämtlichen Mitgliedern des ganzen Bereiches der Staatsbahnen entnommen werden sollen. Der Vorsitzende erklärt sich bereit, die. vorgebrachtcn Wünsche, welche nach den Statuten außerhalb des Wirkungskreises des Zentralausschuffes fallen, an die. maßgebenden Stellen weiterleiten zu wollen, worauf nachstehendes Gutachten abgegeben wird: „Aenderung der Statuten für die Personalkommissionen und den Zcntralausschutz für Personalangelegenheiten der Bediensteten der k. k. österreichischen Staatsbahnen in dem Sinne, daß in den Wirkungskreis dieser Institutionen auch die Verhandlungen über Humanitätsfonds- und Krankenkasscnangelegenheitcn ausgenommen werden. Bei dieser Gelegenheit ersucht der Zentralausschuß die volle Einrechnung des ganzen Quartiergeldes in die Pension, beziehungsweise. Provision unter entsprechender Erhöhung der Mitgliederbeiträge, welche Maßnahme auch auf die Witwen Ausdehnung zu finden hätte." Im Anschluß an die vorstehend erörterten Anträge ge langen nunmehr einige. Anträge verschiedenen Inhalts, welche dem Komplex der übrigen eingebrachtcn Initiativanträge entnommen sind, zur Behandlung. Die Mitglieder Borovec und Bartoniczek richten an das Eisenbahnministerium das Ersuchen, das Gutachten der Sektion „Unterbeamte" des Zentralausschuffes hinsichtlich jener geplanten Reorganisationsmaßnahmen vorher einzn holen, welche, auf Grund der Ersparniskommissioncn hinsichtlich der llnterbeamten getroffen werden sollen. Mit Rücksicht auf die Wichtigkeit dieser Frage stellt Mitglied Bartoniczek folgenden Antrag: „Das Eisenbahnministerium tvird ersucht, dem Zentralausschuß etiva beabsichtigte Verfügungen zur .Herabsetzung der Normierung und Systemisierung von Unterbeamtenposten vor ihrer amtlichen Verlautbarung behufs Begutachtung bckanntzugcbcn. Der Zentralausschuß macht nachdrücklichst auf die Gefährdung der Betriebssicherheit aufmerksam, welche durch dic Verwirklichung der in Umlauf gesetzten Gerüchte rintretci, müßte." Nach Annahme dieses Antrages durch den Zentralausschuß erörtert Mitglied Hartenthaler die Angelegenheit der Einführung ovn Ersparnisprämien im Verschubdienst, während die Mitglieder Ezarnach und Borovec die Tanticmenfrage besrechen und vor der Einführung des ge» pfantcn Prämiensystems warnen. Hierauf begründet Mitglied Hattinger den Antrag auf eheste Einberufung einer Bahnärzteenqucte -wegen Abänderung der Bestimmungen über die periodischen Untersuchungen der Sinnesorgane; der Tenor seiner Ausführungen geht dahin, daß die Verkehrsuntauglichkeit eines Bediensteten allein noch lange keine verminderte Brauchbarkeit für die übrigen Dienstzweige des Eiscnbahndienstes bedinge, da die vom Exckutivdicnst abgezogenen Bediensteten in einer anderen Dienstzutcilung als vollwertige Kräfte verwendet werden können. An der im Gegenstand geführten Debatte beteiligt sich die Mehrzahl der Mitglieder; so verlangt Mitglied Hartenthaler die Kreierung von Unterbeamtenposten für die. wegen Farbenblindheit oder wegen schlechten Seh- und GehörvermögenS vom Fahrdienst abgezogenen Lokomotivführer; dieselben wären als Werkmeister in den Werkstätten oder Heizhäusern, eventuell als Magazinsmeister oder Kanzlisten zu verwenden, wobei ihnen jedoch ihre Vorrückung nach der Norm der Lokomotivführer zu wahren wäre. Die Mitglieder Ditz und Jammernegg schließen sich den vorgebrachten Ausführungen an und fragen, weshalb an die Bahnmeister hinsichtlich des Seh- und Hörvermögens strengere Anforderungen gestellt werden, als an die Beamten des Bahnerhaltungsdienstes. Mitglied Hattinger schlägt für die Behandlung der Oberkondukteure bei eintrctenden Gebrechen des Sch- und Hörvermögens den Vorgang vor, dieselben ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechend als Offizianten, Magazinsmcistcr und dergleichen zu verwenden. Das Mitglied Polk und Prokop befürworten die Ucberstellung der verkehrsdienstuntauglick>en Stationsmeistcr zu Offizianten und verwahren sich gegen die Ucberstellung der Vorgenannten zu Kanzlisten, weil dieselben durch die Ueber-stellung zu Kanzlisten in die Gruppe 0 der Untcrbcamten zurückgeworfen werden. In weiterer Folge richtet Mitglied Hattinger an das Ministerium das Ersuchen um Einberufung einer Enquete, welche sich mit der Frage der theoretischen und praktischen Ausbildung der llnterbeamten für den Eisenbahndienst mit der Heranziehung von Unterbeamten zu höheren Dienstleistungen unter Ermöglichung des UebertrittcS von Unterbeamten in andere Unterbeamtenkategorien und in die Beamtenkategorie zu befassen hätte. Gleichzeitig wolle bei dieser Enquete die Frage der Vereinfachung des Jnstruktionswesens mit besonderer Rücksicht auf die Bedürfnisse der Dienstleistungen der Unterbeamten miterwogen werden. -• Auch dieser Antrag findet die Zustimmung sämtlicher Mitglieder. Mitglied Bartoniczek möchte das Eisenbahnministerium für die Hinausgabe einer für sämtliche Direktionen geltenden Bestimmungen interessieren, wonach die Lokomotivführer einen Ausweis für das verbrauchte Quantum an Kohle, Oel, Rohöl, sowie über die geleisteten Bruttotonnenkilometer und über die verdienten Prämien vor dem ersten eines jeden Monats von den Heizhausleitnngen ausgehändigt erhalten sollen; dieser Vorgang, welcher bereits bei der Staatsbahndirektion Innsbruck seit geraumer Zeit mit Erfolg geübt tvird, gewähre den Lokomotivführern die genaue Kontrolle über die ins Verdienen gebrachten Prämien und Kilometergelder-Diesem Antrag wird zugestimmt. Ein weiterer Antrag des Mitgliedes Bartoniczek geht dahin, in den Dienstfahrordnungen bei allen regelmäßigen Zügen die Bezeichnung des Geleises vorzumerken, auf welchem bet Zug normalmäßig in die betreffenden Stationen cinzu-fahren hat. Dieser Antrag wird angenommen. Sodann ergreifen „och einzelne Mitglieder zu den im nachstehenden angeführten Anträgen das Wort; diese Anträge werde# — sofern sie nicht bei der letzten Tagung des Zentralausschusses bereits als Gutachten angenommen worden sind —. nunmehr zum Beschluß erhoben. Inland. Das Parlament für den 21. Oktober einbernfen. ^ Die Blätter melden ans Salzburg, daß Präsident Dr. Sylvester erklärt habe, daß er das A b g e o r d-ii e t e n h a ns für den 21. Oktober einbernfen werde. Die Delegationen sollen späte st enL Ende November einberufen werden. So ist schon von vornherein dafür gesorgt, daß das Parlament nicht zur Arbeit kommt — und so will es ja auch die Regierung des Herrn Stürgkh-Hocheuburger. Wenn sich der Präsident Dr. Sylvester wirklich dahin geäußert hat, daß in diesem einen Monat der kleine Finaliz-plan fertiggeinacht werden würde, hat er wohl gegen besseres Wissen geredet. Durch die absichtliche Verschiebung der Herbstsession, wozu die Landtage als Ausrede 'Herbalten mußten, ist die Aussicht für deu Finanzplan sehr gering geworden, abgesehen davon, daß die Haltung der nationalen Parteien infolge der nach wie vor im* gebesserten Lage in Böhmen und Galizien ganz unberechenbar ist.. ,, , tz. * * Wenn DkUtschffrlbe die Entlassung eines Sozial-finimfrnteii erpressen! Mit einer gleichsam »aiveu Scham-losigkeit erzählt ein Organ der Dentschgelben (die „Deutsche Volksstimme" m Brüx) folgende Erpressung: Am Bau des städtischen Realgymnasiums in Dnx wird otes Oberpolier der Sozialdemokrat Hayek beschäftigt. Um ihn hiuauszubeißen, hatten die Deutschgelbeu von Dux eine Versammlung abgehalten und „das sofortige Eingreifen des Stadlrats gefordert". Daraufhin haben sich die Deutschgelben Müller, Böhm, Weiß und Eminger znm Bürgermeister Krisch begeben und die Entlassung des Sozialdemokraten unter der Drohung begehrt, daß sonst die beim Ban beschäftigten Deutschgelbeu die Arbeit einstellen würden. Also das getan, weswegen Sozialdemokrateil wegen Erpressung angeklagt und verurteilt wurden! Was geschieht den Deutschgelbeu? Als Erledigung der Forderung erhält das gelbe Sekretariat folgende Mitteilung: '■ ' Stadtrat Dux, Z. 6975. Mit Bezug auf Ihre Eingabe vom 21. und 88. d. M. in Angelegenheit der Entfernung des Poliers Anton Hayek vom städtischen Ban des k. k. Realgymnasiums teile höflich mit das; Herr Baumeister Franz Hermann in seinem und im Namen des B a u k o n s o r t i u m 8 t e l c-p h o n i s ch mir mitgeteilt hat, daß der genannte Polier innerhalb acht Tagen einem anderen Bau zugewiesen werden wird. Der Bürgermeister. Die Entlassung konnten die Dentschgelben, weil darüber schließlich nicht der Stadtrat zu entscheiden hat, nicht durchsetzen. Aber daß sie der Staatsanwalt etwa an* flauen könnte, brauchen sie nicht zn befürchten und können also von ihrer „Intervention" »«gescheut öffentlich erzählen. Ein nettes Beispiel von der berühmten Gleichheit vor dem Gesetzl , V Gcwerkschaftskongrrsi. Im großen Saal des Javoriteuer Arbeiter-Heims trat am 6. Oktober dieses Jahres der siebente ordentliche Kongreß der Gewerkschaften Oesterreichs zusammen. Es sind 4 30Dele gierte erschienen Zahlreiche Gäste nehmen an dem Kongreß teil. Die Grneralkonimisston der Gewerkschaften Deutschlands hat entsendet: NeichstaaSabgeordneten Karl Legien nud Gertrud H « u n a (Berlin), der bulgarische Gewerkschafts* [i]uid Georg Diinitrow und Iwan Gantschew (Sofia), der nngarländische Gewerkschastsrat Moritz Mt othenstei u (Budapest), das Gewerkschaftssekretariat für Kroatien W. 93» ff eg (Agram), der Zentralverband der Gewerkschaften Bosniens und der Herzegowina Franz Üf a »seher (Sarajevo), der Parteivorstand der deutschen Sozialdemokratie in Oesterreich die Abgeordneten Doktor Bittor A d l e r nud Jakob R c n in n n n, das sozialdemo-tratische Frauenreichskomitee Gabriele Pr oft, der Klub der deutschen Sozialdemokraten im Reichs rat die Ab geordneten Dr. Wilhelm Ellenb.ogen und Karl S e i h, die Exekutive der Tschechische» sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rudolf M e r t a (Brünn), die Landesparteivertretung der deutschen Sozialdemokratie ViiedctöstcrreichS den Abgeordneten Ludwig B r e t* i ch ueider und Josef C h a l o u p k a, die Laudespartci Vertretung der tschechischen Sozialdemokratie Nicderöster reichs Viktor Stein, die polnische Parteiexekntive Abgeordneten Klemens i ewicz, der Klub der pol nischen Abgeordneten Dr. Hermann Diamand nud Thaddäus Reger; die italienische Sozialdemokratie entsendete den Abgeordneten Johann Oliva. Genoss- Beer eröffnet- de» Kongreß mit einem warmen Nachruf für die seit dem letzten Kongreß verstorbenen Mitkämpfer. Er gedachte August Bebels, Franz Schuhmeiers, Franz Silberers, Josef Steins, der Genossinnen Krasa und Janskq und aller anderen, die in den letzten drei Jahren dahinge-gangen sind. Zu Vorsitzenden wurden gewählt: Beer lWien), Schäfer (Reichenberg). Jura (Brünn) und Zn-I a w s k i (Krakau); zu Schriftführern: Hans M u ch i t f ch lGraz), Pergl (Mährisch-Ostrau), Sitter (Trifail), Flor (Innsbruck). Die Tagesordnung wird nach bent Vorschlag der Kom Mission festgesetzt. Sie lautet: 1. Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten. 2. Begrüßungen. 3. Sitnations- und Rechenschaftsbericht der Gewerlschaftskommission und Bericht der Kontrolle. (Referent Hueber.) 4. Die Jugendorganisation. (Referent Grünwald.) 5. Die Tätigkeit des Arbeitsstatisti-ichen Amtes. (Referent Mülle r.) 6. Die gesetzliche Regelung der Heimarbeit. (Referent Smitka.) 7. Parlament und Ar beiterschutz. (Referent Hanns ch.) 8. Zoll- und Handelsver träge. (Referent Dr. Renner.) 0. Wahl der Gewerkschaftö kommission. 10. Anträge und Anfragen. Sodann werden eine dreigliedrige Mandatprüfungs-, eine zwölfgliedrige Wahlkommission und eine achtgliedrige Kommission zur Prüfung der Angelegenheit der Tabakarbeiter gewählt. Hueber stellt sodann fest, daß 330 Delegierte mit 404.452 Stimmen anwesend sind. Außerdem sind anwesend 52 Vertreter von Redaktionen, 21 Vertreter von Orts- und Lokalverbänden und Ortskommissionen, 18 Mitglieder der Ge-Werkschaftskommission und 7 Landessekretäre, ferner 23 Gäste, lieber den Verlauf des Kongresses werden wir nach Maßgabe des Raumes berichten. * Parteitag der österreichischen (Sozialdemokratie. Der Parteitag der deutschen Sozialdemokratie in Oesterreich ist auf Freitag den 31. Oktober nach Wien in das Ottakringer Arbeiterheim einberufen und wird vier Tage dauern. Auf die Tagesorduuug ist außer deu üblichen Berichten gesetzt: „Die auswärtige Politik und die M i l i t ä x f o r d e r u n g e n," worüber Abgeordneter Karl Leut h u e r, der Auslaudsredakteur der Wiener „Arbeiter-Zeitung", berichten wird. Dieses Thema ist um so aktueller, als die Regierung die Völker Oesterreichs und Ungarns aufs neue mit Militärforderungen in der Gesamthöhe von einer Milliarde Kronen bedroht. — Weiters steht ans der Tagesordnung ein Referat des Genossen Dr. Otto Ban er über: „D i e Wirtschaftskrise und die Arbeitslosig-E e i t", ein Referat des Genossen EI d e r s ch Über den Stillstandi» dersozialpolitischen Gesetz-gebu » g, der Bericht des Genossen Dr. Viktor Adler über den Internationalen S o z i a 1 i st e n- und Gewerkschaftskongreß in Wien, ein Referat i)es Genossen Friedrich Austerlitz über die Reaktion in derJustizpraxis und Iü sti z g cs e tz-g e b u u g. Lohnentwicklung und gewerkschaftliche Politik. Im „Oester* reichischen Volkswirt" bespricht der bekannte Redakteur des „Archivs für Sozialpolitik", Emil Lederer, in längeren interessanten Ausführungen die „Lohnentwicklung und gewerkschaftliche Politik" und gelangt dabei zu folgenden Ergebnissen: Es ällt zunächst die relativ große Stabilität der Löhne und Arbeitszeiten in Frankreich und Belgien auf, während in Deutschland, Großbritannien und Amerika nicht nur die Löhne relativ rasch steigen, sondern auch die Arbeitszeiten erheblich konstant verkürzt wurden. Es kann geradezu als regelmäßige Erscheinung bezeichnet werden, daß noch um 1890 herum die Löhne in Frankreich und Belgien erheblich über den Löhnen wegen der ganz exzeptionellen Verhältnisse außer Betracht bleiben. Wenn wir uns auf Europa beschränken, so finden wir nun, daß gerade Deutschland bis zum Jahre 1903 eine stetige, allmählige Auf-wärtsbewegung der Löhne und immerhin auch eine gewisse Verkürzung der Arbeitszeiten aufweist. Namentlich die Arbeitszeit in den französischen Gewerben steht dazu in einem krassen Mißverhältnis; finden sich doch Arbeitszeiten bis zu 77 Stunden wöchentlich, so daß seit der Mitte des Jahrhunderts keine Revision der Arbeitszeit vorgenommen worden sein dürfte. Wenn auch darunter dic Intensität der Arbeit leiden mag, die französischen Arbeiter in der längeren Arbeitszeit also nicht mehr leisten können als die deutschen in der kürzeren, so ist doch die Tatsache feststehend, daß die französislOn Arbeiter in ihren Arbeitsbedingungen eine Verbesserung nicht zu erzielen vermochten. Die zentralen „bureaukratisierten, konservativen" deutschen Gewerkschaften, deren Taktik von den französischen, besonders syndikalistischen Gewerkschaften von oben herab Behandelt wird, haben also immerhin schrittweise zu erheblichen Veränderungen der Arbeitsbedingungen geführt, während der revolutionäre Elan und die sprungweise Taktik in Frankreich der Schwierigkeiten nicht Herr zu werden vermochte, auf welche die Aktionen der Arbeiterschaft stießen. Gewiß, die Bedingungen der gewerkschaftlichen Aktion haben sich auch in Deutschland seit dem Jahre 1003 beträchtlich geändert. Erst seither datiert die starke Unternehmerorganisation, erst seither die Taktik der Aussperrungen, der Streikentschädigungsgesellschaften. Aber auf der anderen Seite zeigte doch auch das Ergebnis der Kuczynskischen Statistik, daß immer noch die nachhaltigsten Wirkungen eine relativ zentrale, starke Organisation hat, daß nur diese den Lohnrückgang in Depressionen verhindert und Fortschritte in der guten Konjunktur ermöglicht. Die Konsequenz aus der Organisation der Unternehmer für die Gewerkschaften ist nur die Forderung noch stärkerer Konzentration, noch stärkerer Organisation; die Umwandlung der Branchen in Jndnstrieverbände, der Anschluß an die Genossenschaften, der finanzielle Zusammenschluß der Gewerkschaften untereinander und die Unterstützung der gewerkschaftlichen Aktion durch die Ersparnisse der Gewerkschaftsmitglieder bei den Genossenschaften, die materielle Stärkung der Arbciterposi-tion überhaupt durch die UnterstützungSeinrichtungcn, zuletzt die Volköfürsorge — alles das sind Tendenzen, welche ganz in der Richtung der bisherigen deutschen Gewerkschaftsentwictlung liegen, welche die zentrale Unternehinerorganisation mit noch strafferem Zusammenschluß der Arbeiter beantworten. Streckenarbeiter , »i ,, u . i Lokomotivführer „ a ti > ;.i - Hetzer . » » • ^ l.j to m * w • Verschieber s»». « » » .; .i Portiere . . « M .< Personenzugsbegleiter ..k. Arbeiter r.. * ... hl dcr Be- 1912 njtctcu am Dezember 1913 Zahl der ©etiitcteu Zahl bei' Berichten 15.330 27 978 66.305 73 166 27.330 18 531 25.410 14 698 13.281 24 992 57.880 49 685 8.239 3 159 56.314 80 141 270.116 238 4351 Ausland. Tic Eiskiibahnnufällc Englands im Jahrc 1912. Der Bericht des englischen Handelsamtes verzeichnet für das Jahr 1012 eine kleine Abnahme in der Zahl der auf de» Eisenbahnen Englands Verunglückten. Die Unfälle auf den Eisenbahnen sind in drei Hauptgruppen geschieden, und zwar: 1. Zugsnufälle, 2. Unfälle, die durch in Bewegung befindliche Eisenbahnfahrzeuge verursacht wurden, und 3. Unfälle, die sich auf Eisenbahn* gebieten ereigneten, aber in keine der beiden vorgenannten Gruppe» einzureiheu sind- Dic Gesamtzahl der Getöteten i» der ersten und zweiten Gruppe belief sich im Jahre 1912 auf JU1U, die der Verletzten auf 8700. Das Jahr 1911 ergab an Getöteten 1070, an Verletzten 8345, während der Durchschnitt der letzten zehn Jahre 1901 bis 1910 1096, beziehungsweise 7318 Verletzte betrug. Die Zahl der Zugsuufalle belief sich auf 24 in 1912, von welchen sechs Verluste an Menschenleben verursachte»; die Zahl der getöteten Passagiere betrug in dieser Gruppe int Jahre 1912 19 (191111). die der Verletzten 683 (+ 215 gegen 1911). Der Durchschnitt der letzten zehn Jahre betrug an Getöteten 18, der Verletzten 586. Die Eisenbahnbedien-steten verloren bei den ZugSnnsällen 6 Tote, 154 wurden verletzt. Durch in Bewegung befindliche Eisenbahnsahr* zeuge, also nicht Zugsunfälle, verunglückten im Jahre 1912 90 Passagiere »nd 330 Bedienstete tödlich, Verletzungen erlitten 2146 Passagiere und 5379 Bedienstete. Diese Art Unfälle ereigneten sich in ihrer Mehrzahl beim Verschub. Dies veranschaulicht eine kleine Tabelle, welche die Zahl der in den einzelneir Bedienstetenkategorien beschäftigten Personen nach dem Stand vom 31. Dezember 1910 sowie die Zahl der davon im Jahre 1912 von dieser Gattung Unfällen betroffenen Personen enthält. Zusammen. . 270.116 Die Anzahl der verunglückten Verschieber ist in Anbetracht ihrer geringen Gesamtzahl eine erschreckend hohe, ihr nahe kommt die Zahl der verunglückten Zugsbegleiter und Bremser der Lastzüge. In der dritten Gruppe der Unfälle auf Eisenbahnstrecken, die mit den vorgenannten zwei Gruppen nicht in Verbindung gebracht werden kiinne», verunglückten im Jahre 1912 107 Personen tödlich, während 23.920 Personen verletzt wurden. Die korrespondierenden Ziffern des Vorjahres waren 89, beziehungsweise 23.913. Zu dieser Gruppe stelle» nebst Passanten u, s. w. die Eisenbahnbediensteten ebenfalls ei»c hohe Zahl; es sind größtenteils Unfälle, dic sich beim Verladen, durch Stürze nnd dergleichen ereigneten. Die „Nailway Review" bemerkt zu dem Bericht, daß man nicht meinen soll, daß die geringfügige Abnahme in der Zahl der Verunglückten etwa auf bessere Schutzmaßregeln zurückznführen sei, sondern eher auf die Tatsache, daß infolge des Kohlenarbeiterstreiks weniger Kohlentransporte zu befördern waren und so eine Entlastung des Eisenbahnpersonals tu diesem Jahre zu verzeichnen war. Eine Aufstellung des genannten Zentralorgans der Eisenbahner über dic Unsallzissern der Bediensteten in den letzten 15 Jahren 1898 bis 1912 zeigt, daß dic Zahl der Verletzten bis 1911 fast ununterbrochen stieg, die Zahl der Getöteten aber sich sukzessive um ein Geringes verminderte. Jahr ♦ • '•) >7 *1 Vj • 1898 18011 11)00 1901 1902 löoa 1904 1905 190« 1907 15)08 1900 1910 1011 1912 •1 »k *1 *5 •") « • *1 •' i», *1 ♦. *: •? » »? »' F? »' ei (DeUiet Verletzt >. 542 12.866 584 13.582 15.608 14.740 . 476 13.64-2 . 407 14.356 . 448 14.408 14.345 . 493 16.382 . 509 21.514 . 432 24.181 . 372 24.095 . 420 25.137 . 446 28.848 28.200 . 7205 253.047 Zusammen in 15 Jahren. . 7265 * Brief aus der Schweiz. Zürich, den 1. Oktober 1913. h Seit unserem letzten Brief hat die machsowe Unzufriedenheit unter den Eisenbahnern, Post- und Telegraphen-beamten ic, eine weitere Steigerung erfahren. Ja, es sieht fast aus, als habe es die Bureaukratie direkt darauf abgesehen, die Eisenbahner zur Rebellion 'zu bringen. Nicht nur daß sic sie durch ungerechtfertigte Gehaltsverkürzungen, unbezahlte ltcbci-stunden, Bevorzugungen der gelben Elemente, Ablehnung der versprochenen Teuerungszulagen und andere Schikanierungen immer mehr ins Lager der roten Opposition treibt, tteut, jetzt hat man ciit neues Mittel gefunden, die Unzufriedenheit immer mehr zu steigern: Am 29. Marz 1012 Hatte nämlich der Bundesrat etne Verordnung erlassen, welche die Beamten und Angestellten der Post- und Eisenbahnverwaltung, wie überhaupt des ganzen Verkehswesens. militärdienstpflichtig erklärte! Damit war mit einem Schlag das schöne Vorrecht der Pöstler und Bähnler, vom Gamaschendienst befreit zu fein, aufgehoben und alle die. die ihre Flinte fast das ganze Jahr nur beim Schützenfest aus der Etfe holten, waren damit wieder verpflichtet, wie jeder andere, auch Militärdienst zu absoluteren. Man kann sich denken, wie das auf die Beamten wirkte; denn so militärsanatisch ist man in der Schweiz denn doch noch nicht, daß man dem Bundesrat ob einer solchen Verfügung die Hände küßte! Aber sie hofften immerhin, daß das nur ein Schreckschuß sein soll, daß man die Verordnung nie ausführen werde. Denn wer sollte die zum Militär einrückenden Eisenbahner it. s. w. ersetzen? Gerade wegen dieses Arguments waren ja laut Militärorganisation von 1974 die Angehörigen des BerkeHrspersmtals vom Dienst befreit worden. Man sagte sich, daß, da alle umliegenden Länder, namentlich Deutschland, ihre Heere vergrößerten, die Schweiz nicht Zurückbleiben wolle, daß sie aber den Regierungen ringsum mit dieser Verordnung nur habe zeigen wollen, daß auch sic imstande fei, ihr Heer zu vergrößern. (Denit in der Tat würden bei Ausführung dieser Verordnung die Dienstpflichtigen mindestens um 22.000 Personen vermehrt!) Aber es war doch mehr als ein bloßer Schreckschuß! Das Militärdepartement läßt keine Ruhe, es dürstet nach kriegerischen Taten und braucht dazu ein immer größeres Heer. Und so müssen denn, die Eisenbahner und Pöstler sehen, daß sic in der Tat wieder in die Soldatenuniform gezwängt werden! Ja selbst die Hoffnung, daß schließlich nur die Angestellten der Luxusbahnen. Bergbahnen, Drahtseilbahnen und Straßenbahnen von dieser Verordnung betroffen werden würden, selbst diese ist elend zuschanden geworden, denn eine große Zahl der Beamten und Angestellten der Bahn und Post wurde kürzlich fit die Kasernen befohlen und einer Anzahl wichtiger Bahnen hat man amtlich mitgeteilt, daß ihre bisherige Ausnahmestellung aufhöre, daß also auch ihr Personal künftig Militärdienst zu tun habe. Das aber ist nicht das schlimmste: die Verwaltung be» nützt sogar diese Verordnung, um auf Kosten von Leben und Gesundheit der Eisenbahner und Pöstler zu sparen! Anstatt genügende Ersatzkräfte einzustellen, müssen die Zurückbleibenden die Arbeit der in Dienst gehenden mit verrichten! Was das heißt, begreift nur der, der da weiß, wie sehr schon in normalen Zeiten der schweizerische Bahner und Pöstler unter dem Personalmangel zu leiden hat! In den Güterschuppen, in den Bahn- und Postbureaus müssen sich jetzt die Beamten zu Tode schinden, um die vermehrte Arbeit zu bewältigen, für welche sie nicht einen roten Rappen Lohn erhalten! Die Unzufriedenheit geht sogar so weit, daß auch die Offizie»-- iavoit ergriffen werden. In dem Demokraten- organ „Züricher Post" weist ein höherer Offizier nach, daß die Verordnung des BundeSratcs gegen das Gesetz verstößt und gar nicht ausgeführt werden dürfe. Der Bundesrat setzt sich über den klaren Wortlaut des Gesetzes und über den Willen des Parlaments hinweg. Alsdann führt der Offizier fort: , „Den Zweck dieses Willküraktes versteht man freilich: das ist die Vergrößerung unseres Heeres und die Bildung einer weiteren Division. Aber wozu bas? Erwiesenermaßen sind wir nicht einmal imstande, die Kommandos von sechs Divisionen richtig zu besetzen. Landesverteidigungskom-mission und Bundcsrat haben zu Männern greifen müssen, die wohl gute Soldaten und Sportleutc, aber keine Strategen sind. Dann kostet die Unterhaltung einer solchen neuen Division Millionen! Alljährlich bei der Beratung des Budgets heißt cs: Sparen und keine neuen Ausgaben machen! Mit der Verordnung aber werden direkt und indirekt beträchtliche Mehrausgaben hervorgerufen Wenn wir recht unterrichtet sind, so hat eine größere Zahl schwer geschädigter Nebenbahnen an die Bundesversammlung rekurriert. Wir wollen den Mitgliedern des Parlaments zu bedenken geben, daß die jetzige Militärorganisation in der Volksabstimmung kaum angenommen worden wäre, wenn damals die Absichten des General» stabes bekannt gewesen wären. Es ist nicht nötig, die Unzufriedenheit mit der Militärorganisation, die ohnehin stark genug ist, zu vergrößern!" So schreibt ein höherer Offizier! Kann man es da den unteren Chargen verdenken, wenn sie nun der Meinung sind, daß das Matz ihrer Geduld jetzt voll ist? Wären wir boshaft, so würden wir uns der neuen Quelle der Unzufriedenheit schadenfroh freuen, denn den Nutzen haben nur wir, haben die Organisationen der Bahner und Pöstler. Aber leider ist diese Quelle zugleich eine Quelle vermehrter Last und Arbeit, Nervenpcitschung und Gesundheitszerrüttung, und deshalb hoffen wir. daß cs unseren schweizerischen Kollegen gelingen möge, sich bald mit Erfolg gegen die immerwährenden Quälereien aufzulchnenl Argus. * Die gelben Verräter endgültig abgeblitzt. Als sich die Lokomotivheizer der Schweiz 1012 ihren Schweizerischen Lokomotivpersonalverband gründeten und sich die Gelben absonderten, da wurden ihre Beschlüsse auf Betreiben eines Führers der Gelben, Gerichtspräsidenten von Arx in Olten, gerichtlich angefochten und das Vermögen des bisherigen Heizcr-vercines in der Höhe von 151.000 Frcs. eingcklagt. Aber die Gerichte wiesen die Klagen der Gelben ab, sowohl das Bezirksgericht Zürich als auch das Appellationsgericht und das Obergericht Zürich. Gegen deren Urteile ergriffen die Gelben dann das Mittel der Kassation. Aber nun mußten sie auch noch beit Schmerz erleben, daß auch dieses Gericht ihr Begehren abwies und ihnen obendrein neben den riesigen Prozeßkosten auch noch Entschädigungskosten an die Lokomotivheizer in der Höhe von 250 Frcs. aufbürdete. Das Kassationsgericht hat auch das Vermögen in voller Höhe dem neuen Lokomotivhcizervcrband (der dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund angcschlossen ist) zugesprochen, so daß die Gelben nunmehr endgültig kuriert sein werden. Ihre Berufung an das Bundesgericht hat nur noch formale Bedeutung. Der Clou dieses Prozesses aber wird das Schauspiel sein, wenn es ans Bezahlen der in die Taufende gehenden Prozeßkosten geht. Wie sie sich dann die Haare raufen Werden Unseren auf dem Boden der modernen Arbeiter- beivcgung stehenden Lokomotivheizern aber ist endlich der Weg zum Aufstieg gebahnt worden. Wir gratulieren! Eine amerikanische Eisenüahnschulc. Die Amerikaner, die sonst der Theorie abhold sind, haben sich betreffs der beruflichen Ausbildung der Eisenbahner auf ein mehr theoretisches als praktisches Gebiet begeben. Wie daS Organ für die Fortschritte des Eisenbahnwesens mitteilt, hat die Pennsylvania» bahn in ihrer Fernsprechschule in Bedford eine vollständig zweigleisige Bahn für Unterrichtszwecke gebaut. Dazu kommen die nötigen Lokomotiven, Scitengeleise und das sonstige Zubehör. Leiter der Schule sind Bahnbeainte, Untercichtsgegcnstände bilden das Abfertigen der Züge durch den Telegraph oder Fernsprecher, die Unterweisung in den Pflichten eines Stationsvorstehers, aber auch die Berechnung der Frachtsätze, Abfassung von Berichten, Ausfüllen von vorgedruckten Formularen u. s. w. Mit der Schule ist eine Bibliothek von technischen Werken verbunden; als Unterrichtsmaterial dienen nur Formulare, wie sie im praktischen Verkehr benützt werden. Die Lehrzeit beträgt sechs bis acht Monate und die Pcnnshlvaniabahn gewährt sofort nach dem Ende derselben den Absolventen bezahlte Stellungen mit entsprechender Beförderungsmöglichkeit. Aus dem Gerichtssaal. HünsjaljrcSzuschlag anläßlich des Nvttcuinaiincr Unfalls. Dem Kondukteur Albrccht R o d l a u c r, welcher bei dem Eisenbahnzusammcnftotz von Rottcnmcmn am 20. September 1011 als Stockmann des Schnellzuges Nr. 102 einen schweren Unfall erlitt und infolgedessen in den Ruhestand versetzt wurde, wurde von der Staatsbahndirektion Villach und vom Eisenbahnministerium der Zuschlag von fünf Jahren zur Pensionsbcmes-sung verweigert, weil er den Unfall mitverschuldct habe, so daß der Zusammenstoß für ihn kein „unabwendbares Ereignis" im Sinne der Provisionsstatuten war. Sowohl von der Diszi-plinarkommission der Staatsbahndirektiön als auch vom Diszi-plinarhof des Eisenbahnministeriums wurde er disziplinärster mit einem Verweis bestraft, da er an der Anhaltung des Schnellzuges Nr. 102, der fahrordnungsmäßig fünf Minuten Aufenthalt hätte, jedoch durchfuhr und nach Verlassen der Station mit dem Schnellzug Nr. 101 zusammenstieß, nicht mitgcwirkt hatte. Rod lauer überreichte durch Dr. Leopold Katz beim Landesgericht Graz eine Klage auf Zahlung eines Pcnsionszu-fchlagcs von jährlich Kr. 163’20. Wie wir seinerzeit berichtet haben, hat das Laudesgericht Graz dieser Klage vollinhaltlich st a t t g c g c b c n. Dagegen hat die Finanzprokuratur namens des Provisionsinstituts die Berufung an das Oberlandesgericht Graz erheben, über welche am 24. September die Verhandlung stattfand. Hiebei führte in Vertretung der Finanzprokuratur Finanzrat Dr. Franz aus, daß ein offenbares Verschulden Rod laucrs darin gelegen sei, daß er sich bei der Durchfahrt dps Schnellzuges Nr. 102 durch in der Station stehende Waggons', die er für den kreuzenden Schnellzug Nr. 101 hielt, täuschen ließ und daß er sich von der irrigen Annahme leiten ließ, daß die Durchfahrt vom @tat'::.lO;;.:nten ungeordnet worden sei. Demgegenüber verwies Klageanwalt Dr. Leopold Katz auf die bei der Einfahrt des Schnellzuges Nr. 102 des Nachts von Rodlauer in der Station Rottenmann Vorgefundene Situation. Er betonte, daß sich in tausend ähnlichen Fällen nicht ein Stockmann finden dürfte, der das Wagnis unternehmen würde, einen Schnellzug anzuhalten, wenn er bei ver- nünftiger Würdigung aller Umstände annehmen muß, daß die Durchfahrt ungeordnet ist. Er betonte ferner, daß von Kreuzungsverlegungen in der Regel nur Lokomotiv- und ZugS-führer, nicht aber der gewöhnliche Kondukteur verständigt werden und daß Rodlauer damals mit Recht auch eine Kiwu-zungsverlcgung annehmen konnte. Dr. Katz erhob gegen die Finanzprokuratur den Vorwurf, daß sie, an dem Wortlaut der Instruktion starr festhaltend, die tatsächlichen Verhältnisse, unter welchen sich der Unfall ereignete, außer acht ließ. Nach längerer Beratung des Gerichtshofes verkündete der Vorsitzende Hofrat G ft i r n e r das Urteil, wonach die B e-r u f u n g der Finanzprokuratur z u r ü ck g e w i e s e n und das Provisionsinstiiut zum Kostenersatz verurteilt wurde. In der Begründung wurde im Einklang mit den Ausführungen des Klageanwalteö Dr. Katz hervorgehoben, daß von einem Verschulden Rodlaucrs an dem Unfall nicht die Rede sein könne, da er bei vernünftiger Würdigung aller in Erscheinung getretenen Umstände keinen Anlaß hatte, den Schnellzug anzuhalten. Mit diesem Urteil ist den Disziplinarbehörden, welche den Kondukteur Rodlauer infolge jenes Vorfalles mit einem Verweis bestraft haben, die richtige Antwort erteilt worden! Eine unhaltbare Anklage. Der Lokomotivführer Johann Feldermaher hatte sich am 2. Oktober 1013 wegen eines Eisenbahnunfalles vor dem Bezirksgericht Lcopoldstadt I zu verantworten. Fel'bermayer hatte am 18. Jänner 1913 mit seiner Maschine an einen Zug in der Station Pratcrstcrn anzu-fahren. Durch den Dampf, der einem eben undicht gewordenen Ventil entströmte, in der Fernsicht gehemmt, blieb Felber-m a y e r versehentlich einige Schritte vor dem Zuge mit seiner Maschine stehen. F c lbcrm a t, er suchte nun die Maschine wieder in Gang zu bringen, jedoch einigemal vergeblich. Als die Maschine sich daun in Bewegung setzte, geschah dies mit solcher Wucht, daß es zu einem ziemlich heftigen Anprall mit dem Zuge kam. Bei diesem Anprall wurde einiger Materialschaden ungerichtet sowie zwei im Zuge befindliche Passagiere zu Boden geschleudert. Bei der am 8. Oktober vor dem Bezirksgericht Leopoldstadt stattgehabtcn Hauptverhandlung wurde über Antrag des Verteidigers Dr. Gustav H a r p n c r vom Bezirksrichter zunächst konstatiert, daß nach Ansicht des Vorstandes der Station Praterstern niemandes körperliche Sicherheit gefährdet war. Der Verteidiger verwies ferner auf die Aussage eines Passagiers dieses Zuges, eines gewissen Herrn Rosental, welcher gleichfalls bekundete, daß feine körperliche Sicherheit nicht gefährdet war. Auf Grund dieser Ausführungen des Verteidigers trat der staatsanwaltfchaflliche Funktionär von seiner Anklage zurück und es mußte der Richter infolgedessen mit einem Freispruch Vorgehen. Unfall in der Station Schattau. Im Frühjahr dieses Jahres ereignete sich in der Station Schattau ein Unfall. Nach Verschob einiger Waggons mit einer aus sechs Waggons und einer Lokomotive bestehenden Wagcngarnitur wollte der Verschiedet: die letzten zwei Wagen abkuppeln; da die Kuppelung gestreckt war, wellte er, daß von der Maschine ein „Rucker" gegeben werde; zu diesem Zweck trat er heizerseits zwischen den Waggons heraus, rief dem Heizer zu: „Einen Rucker", gab mit der Laterne das Zeichen „Zurück" und trat wieder zwischen die Wagen hinein. Der Heizer, der den Zuruf nicht gehört und nur das Schwenken der Signallaterne gesehen hatte, gab dem Lokomotivführer Gustav Eckl das Signal als Rückwärtssignal weiter. Eckl setzte darauf die Maschine in Gang und fuhr eine Strecke langsam zurück. Der Verschieber ging zwischen den Wagen mit, kam jedoch dann zwischen den Rädern zu Fall, sechs Wagen gingen über ihn hinweg, und erst als sein Körper vor der Lokomotive lag, konnte der Lokomotivführer, der durch das Schreien des Verunglückten aufmerksam geworden Ivar, diese zum Stehe» bringen. Da der Verschieber zwischen den Schienen gelegen war, kam er mit geringfügigen Verletzungen davon. Wegen dieses Vorfalles hatten sich der Lokomotiv-führer Eckl sowie sein Heizer vor dem Bezirksgericht Znaim wegen Uebertretung des tj 432 zu verantworten. Eckl, welcher durch Dr. H a rp n e r vertreten war, erklärte sich nichtschuldig, da er das ihm von dem Heizer übermittelte Signal befolgt habe; dies entspreche seiner Vorschrift, da auf der Führcrseite sich die Rampe befunden habe, so daß er ein direktes Signal nicht habe erhalten können. Eckls Verteidiger führte ans, ein Verschulden könne weder dem Lokomotivführer noch dem Heizer zugemessen werden; der Unfall sei vielmehr darauf zurückzuführen, daß beim Vorschub kein VerschubS-leiter mitgewirkt habe, der die Signale hätte übermitteln können. Es fei sehr leicht erklärlich, daß auf sechs Wagenlängen der Zuruf „Ein Rucker" nicht gehört werde; ein Signal „Rucker" existiere aber in den Signalvorschriftcn nicht. Wenn sich bei den Bediensteten der Usus hcrausgebildet habe, das Signal „Rucker" dadurch zu erteilen, daß die Laterne kürzer geschwenkt werde, so könne dem Heizer keine Schuld Leigemessen werden, wenn er dieses in seinen Instruktionen nicht enthaltene Signal falsch verstanden habe, zumal die Grenze zwischen dem kurzen und langen Schwenken eine viel zu wenig feststehende sei. Der Heizer hätte aus unmittelbarer Nähe, und zwar mündlich, verständigt werden müssen. Der vom Richter beigezogene Sachverständige bestätigte die Richtigkeit dieser Angaben des Verteidigers, worauf das Gericht in Statt-gebung der Anträge des Verteidigers s o w o h l E ck l als auch den Heizer von der Anklage fxcifprach. Oientencrhöhung trotz Sachverständigengutachtens bezüglich der Einbuße an Erwcrbsfähigkeit. Der Oberkondukteur der k. k. Staatsbahneu, Anton BI ü in e l erlitt im Jahre 1011 in der Station Goltsch-Jcnikau, als er nach Ankunft in dieser Station den Hüttelwagcn verließ, dadurch, daß er aus dem vereisten Trittbrett ausrutschte und rücklings über die Wagen-stufcn fiel, einen Unfall. Blümcl war einen Moment betäubt und verspürte, _alä er zu sich gekommen war, am ganzen Körper heftige Schmerzen. Nichtsdestoweniger machte er, da er nicht gleich abgelöst werden konnte, aus Pflichteifer feine Tour zu Ende und meldete sich erst am nächsten Tage krank. Ungefähr fünf Wochen mußte er daö Bett hüten, dann durfte er noch längere Zeit das Zimmer nicht verlassen. Von dem Unfall war bei ihm ein Nervenleiden, das sich in heftigen Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und Schwindelanfällcn äußerte, zurückgeblieben. Infolge seines Leidens konnte er seinen Dienst nicht wieder antreten und wurde nach Ablauf eines JahreS pensioniert. Die Berufsgenossenschaftliche Unfallversicherungsanstalt maß Herrn Blümel nach Abschluß des Heilverfahrens eine 54prozentige Diente monatlicher Kr. 132.81 zu Diese Rente wurde ab 1. Juni 1013 auf eine 36prozentige monatlicher Kr. 88’54 herabgesetzt. Gegen diesen Bescheid wurde durch Dr. Harpner die Klage beim Schiedsgericht eingebracht. Bei der jüngst stattgehabten Verhandlung erklärten die Sachverständigen, daß sie die der 36prozcntigen Rente entsprechende Schätzung einer 40prozentigen Einbuße an Erwerbsfähigkeit dem Gesundheitszustand Blümel« entsprechend erachten; die Frage jedoch, ob im Vergleich zu dem Befund, auf Grund dessen die 54prozentige Rente zucrkannt wurde, eine Besserung eingetreten sei, verneinten die Sachverständigen. Der Anstalts-Vertreter verlangte eine Abweisung der Klaae mit der Begrün- dung, daß die Höhe der Rente seinerzeit zuerkannt wurde, weil der Unfall noch kürzere Zeit zurücklag und infolgedessen die Unfallsfolgen für den Kläger empfindlicher gewesen seien als jetzt, wo durch den Zeitablauf schon eine gewisse Gewöhnung eingetreten sei. Der klügerische Vertreter machte jedoch geltend, daß der Zeitablauf an sich zur Herabsetzung der Rente nicht hinreichend sei; der Zeitablauf köüne nur eine Begründung für eine eventuell eingetretene Besserung des Rentners fein; diese Besserung sei jedoch nach dem Gutachten der Sachverständigen nicht eingetreten, folglich habe Blümcl Anspruch auf eine Rente, welche ihm bei gleichem Zustand seinerzeit zugcsprochen worden sei. Das Gericht schloß sich diesen Ausführungen ait und verurteilte die beklagte Anstalt, Herrn Blümcl für die Zeit vom 1. Juni 1913 bis 30. September 1913 eine Nachzahlung von Kr. 177B8 und vom 1. Oktober 1913 an eine 54prozentige Rente monatlicher Kr. 132B1 zu bezahlen und die Prozeßkosten zu ersetzen. In der Begründung hob der Vorsitzende, OberlandeSgerichtsrat Dr. Cap, hervor, daß durch die frühere Rentenbemessung Blümel ein Recht auf die 54prozentige Rente erworben habe; wenn die Anstalt mit einer Herabsetzung vorgehe so müsse sie dartun, daß durch irgendeinen Umstand dieses blecht zum Teil wenigstens ver-lorengegangcn sei; dieser Nachweis sei der beklagten Anstalt nicht gelungen. Streiflichter. Wieder eilte deutschgelbe Säule geborsten. In Weipert hat sich, wie das „Volksrecht" schreibt, der deutschgelbe Bahnmeister H n a t e k zahlreiche Schwindeleien zum Schaden der Bahn durch Fälschungen von Zollquittungen zuschulden kommen lassen. Auf diese Art „verdiente" sich H. manchen Tag gegen 500 Kr., welche dann in Gesellschaft seines Gesinnungsgenossen G. vertan wurden. Das waren Nächte! Es wurde gespielt, getanzt, Lokale mit Damenbedienung besucht, mit dem Auto gefahren, kurz und gut, alle Leute dachten, H. habe eine Millionenerbschaft angetreten. Aber mit des Geschickes Mächten- ist kein ew'ger Bund zu flechten. Mitten im schönsten Betrieb beschwerte sich ein Absender einer Ladung Zollgut darüber, daß seine Empfänger doppelt so viel Nachnahme zu bezahlen hatten, als sonst üblich war. Nun war das verbrecherische Treiben mit einem Schlag entlarvt, unser Teutone machte sich auf die Socken und riß aus, aber nicht weit, bis Krima-Neudorf, dann kam er wieder und wurde in den Weiperter Arrest gesteckt. Jetzt hofft er wohl, der Reichsbund werde ihm einen tüchtigen Rechtsfreund beistellen, damit er freigesprochen wird. Zum Kapitel „Dienstvereinfachung". Das Defizit der Staatsbahnen bringt die Regierung alljährlich gelegentlich der Budgetberatungen arg in Verlegenheit. Kommerzielle und administrative Fachleute der Handels-, Industrie- und Finanz-ivelt rieten zu einer Verwaltungsrcform. Das Eisenbahnministerium holte daraufhin zu einem großen Zug aus. Es überschwemmte die Linien mit inspizierenden Organen, um sich durch deren Erhebungen eine Grundlage zur vielversprechenden Reform zu verschaffen. Unter dem Motto: „Dienstvereinfachung" setzte die Reform ein. Nachdem der exekutive Dienst eine Vereinfachung nicht verträgt, sondern im Gegenteil zur Wahrung der Sicherung für Menschen und Gut analog der Verdichtung und Beschleunigung des Verkehres eher komplizierter zu werden verspricht, müßte der kommerzielle Dienst sowie der Export- und Wagendienst die Reform über sich ergehen lassen. Mag nun wirklich manches lleberflüssige abgeschafft worden sein, mögen die Instruktionen auch weniger engherzig sein, die Neuerungen haben nicht annähernd den Sinn erreicht, in welchen die praktische dienstausübenden Organe sich die alten Vorschriften zurechtgelegt hatten. Der unheimliche Apparat, der innerhalb jeder einzelnen Direktion wütet, Erlaß auf Erlaß herausgibt und durch Spezialverordnungen jetzt die neuen wie vorher die alten Instruktionen umgeht, dieser Apparat ist nicht zum Stillstand gebracht worden. In den allerersten Reformbestrebungen wurde ganz besonders der Wagendienst unter die Lupe genommen. Hätten die Reformbeflissenen doch einen Blick auf die Südbahn oder auf die bayrische, beziehungsweise die deutschen Bahnen geworfen. Diese für die Staatsbahn hauptsächlich in Betracht kommenden Nachbarbahnen widmen dem Wagendienst ein spezielles Augenmerk. Wohl nicht zu ihrem Nachteil. Der Wagendienst ist tatsächlich für das finanzielle Ergebnis einer Bahn eminent wichtig. Die Staatsbahn gibt aber diesen Dienst preis, sie geht daran, die Wagenwirtschaft den Anschlußbahnen zu überlassen! Warum überlassen denn die fremden Bahnen diesen Dienst nicht der Staatsbahn? Die Staatsbahn sollte die von jeher praktischer angelegte Wagenwirtschaft der vorerwähnten Bahnen nachahmen, anstatt dieselbe im eigenen Wirkungskreis auf eigene Faust zu entwerten. Mit einem gewaltigen Strich wurde das alte System des Wagendienstes vernichtend durchquert. Die Wagenaufschreibungen wurden als überflüssig abgeschafft. Die Evidenzführung der Wagen in den Manualen, die so verläßliche Uebersicht über den Wagenumlauf bot, blieb auf die fremden Wagen beschränkt. Die Daten für die Ueber-gangs- und rückkehrenden Wagen sind in den Anschlußstationen den Wagenauöweisen zu entnehmen, ebenso seien für die Ab-rolldaten aller Wagen die Wagenauswetse maßgebend. Ehe diese Neuerungen praktisch erprobt, unterzogen die Direktionen die Stationen, beziehungStveise die Bediensteten (in diesem Fall die Wagenschreiber) einer hochnotpeinlichen Untersuchung auf ihre nunmehrige dienstliche Entlastung. Reduzierung der alten, notwendigen Personalstände ivar die Folge. Wie sieht es aber tu Wirklichkeit aus? Die Wagenausweise erweisen sich als Grundlage für die Uebergangs- beziehungsweise Schuldnachweise als unzulänglich. Entweder beruht die Unvollkommenheit dieser Dokumente, denen so viel Bedeutung beigemessen wird, auf schlechter Schulung des gesamten in Betracht kommenden Personals, oder es wird der Ausfertigung nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt. Tatsächlich werden die gröbsten Fehler von der Zugausgangsstation bis in die End- oder Auf-lösstation geschleppt. Zwei und mehr Bedienstete haben daran gearbeitet und oft dabei der Ungeschickte den Fleiß des Geübten zunichte gemacht. Aus den abgegriffenen, verwischten und durch Korrekturen verstümmelten oder durch Berschiebng der Papierteile mehrfach überschriebenen Aufzeichnungen wird niemand recht klug. So geht denn wieder wie anno dazumal der Wagenschreiber den Zug entlang, gleichviel, ob ankommend oder abgehend, und hott sich seine Daten selber. Es ist der kürzere Weg als hernach, wenn die Züge die Station verlassen haben und ein Augenschein ausgeschlossen ist, sich aus dem Wagen» auSweis die für die mannigfaltigen Aus- und Nachweise, Rapporte .und sonstigen Notizen notwendigen Daten herauszusuchen und hiebei größtenteils wie der Ochs an den Berg zu gelangen. Unbeschreiblich vielseitig erschweren außerdem'den Wagendienst die Serienbezeichnungen der Wagen der verstaatlichten Linien und die neue Numerierung der Wagen. Früher war an der Nummer des Wagens dessen Serie unzweifelhaft erkennbar. Die Nummer ließ ferner auf den Rauminhalt des Wagen« schließen und auf dessen Tragfähigkeit sowie ob derselbe bremsbar sei oder nicht. Heute ist zur Feststellung einer dieser Beschaffenheit die Besichtigung notwendig. Fremde Wagen waren an ihrer Bauart und an der Art der Aufschriften von den Staatsbahnwagen zu unterscheiden. Was dies für die Wagenaufschreibung bedeutet, wissen nur jene zu »werten, die diesem Dienst bei Regen und Sind, bei Nacht und Kälte, jtu obliegen haben. Zu allem Uebersluß wurde in jüngster Zeit die dem Fernverkehr vorsehende Bezettelimg der Wagen nach „Richtbezirken" cingefiihrt. Alle. Wagen, auch die nur von einer Station zur anderen Station rollenden, muffen mit Nichtbezirkzettel beklebt werden. Wer besorgt diese umfangreiche Arbeit? In den Anschlußstationen wiederum der Wagenschreiber. ES müssen aber vorher überzählige Kräfte vorhanden gewesen sein, sollte auch dieses noch bewältigt werden können. Daß ist der Segen der Dienst Vereinfachung, wie er über die Wagenschreiber niedergegangen ist. Sie ist diesem Dienstzweig rin Würgengel geworden. Eine weitere Folge der Verwaltungsreform war die nun erschienene Personalnormierung, in wel-|rt)er die erwürgten Dienstpjsten bereits als „reformiert" auf-|scheinen. Sie ist das Werk einer Kommission, die eigens hiezu !ausgesandt wurde, und der Staatsbahnverwaltung ein schönes etiitf Geld gekostet haben mag. Was die Amtierung dieser Kommission bei den Bediensteten für einen Eindruck erweckte, bleibt besser verschwiegen. Es sei nur erwähnt, daß man ein sehr — aber schon ein sehr an Disziplin und Subordination gewohnter Eisenbahner sein muß, um sich eines mitleidigen Lächelns über diese Aktion erwebren zu können. Das Eis:n-bahnministerium und seine Berater können sich in Einigkeit trösten auf einen Erfolg in der Verwaltungsreform, so lange das Bestreben in jenen Händen liegt, die es bisher über das Gewissen brachten, zweckdienliche, zeitgemäße Reformen zu unterlassen, oder es nicht besser verstanden. Die Besetzung her f. f, Bnhnstationsiimtcr auf Lokal-fcnhne«. Die Sparwut der Verwaltung der 1. k. österreichischen Staatsbahnen macht sich in allen D'enstzweigen und bei allen Kategorien fühlbar. Doch daS Unglaublichste leistet man sich in der Besetzung der k. k. BabnstationSämter auf den im Slaatv-bahnbetrieb stehenden Lokalbahnen. Dort, wo früher ein via. tionsincistcr und ein bis zwei Stationsarbeiter den Dienst versahen, mutz jetzt ein StationSdtener den gesamten Dienst allein bewältigen. Würde man sämtliche Dienstverrichtungen und Obliegenheiten eines solchen Stationsdieners aufzählen, so würde matt die halbe Zeitung hiezu benötigen. Nur wer in diesen Dienstzweig eingeweiht ist, weiß, welche umfangreiche und oft komplizierte Arbeit die Leitung eines Bahnstation?-amte« erfordert. Nur ein Eingeweihter wird erkennen, wie schamlos die Verwaltung der f. k. österreichischen Staatsbahnen gewisse Dienerkategorien ausbcutct. Weder Titel noch Kategorie, Uniform oder Entlohnung ist mit den Dienstobliegenheiten eines Stationsdieners als Leiter eines Bahnstation,?-amie« vereinbar. Ein solcher. Stationsdiener muß dieselbe kommerzielle Arbeit leisten, als wie der Beamte als Vorstano einer Mittelstation. Im Rang, in der Uniformierung und Entlohnung jedoch, steht er mit dem Bahnwärter auf gleicher Stufe. Ein Stationsdiencr als Leiter nur halbwegs frequentierter Stationen muß von früh bis spät in die Nacht geistig arbeiten. Dabei wird derselbe zn den niedrigsten und schwersten körperlichen Dienstverrichtungen Hcraitgcjzogcn. Wartesäle, Kanzlei, Morte mutz er reinigen, halbe Wagenladungen entladen nnd alle Stückgüter allein verladen, ohne daß dos Gelvicht dieser Stückgüter in diesen Stationen beschränkt wäre. In solchen Stationen, wo es fast unmöglich ist, daß ein 3%omi den Dienst bewältigt, wendet die Ltaatsbahnverwaltung noch besondere Mittel au, um einen solchen armen Teufel noch mehr aus zupressen, indem sie ihm anstatt eines Arbeiters ein kleines Pauschale gibt. Der Mann mit seinem Hungerlohn mutz darauf eingehen. In solchen Stationen muß dann die ganze Familie 'inithelscn. Nicht selten siebt man bei den Zügen hochschwangere Frauen, die Aus- und Zuladung besorgen. Halberwachsene Kinder versehen den Magazinedienst. Es ist dies ein Skandal, t.er seinesgleichen sucht. Die korrupteste Privatbabn hat solche Zustände nicht geduldet und eine f. f. Staatsbahnverwaltung schämt sich nicht, solche einzuführen. Dieser Mann im Lein wandtittel muß dem Publikum Dienste leisten, welche dasselbe nur von Beamten oder Unterbeamten zu verlangen gewohnt ist. Oft schämt sich das Publikum selbst, einen so niedrig gestellten Bediensteten für solche Dienste in Anspruch zu nehmen. Vernünftige Leute bedauern diesen MaNn, unvernünftige, machen sich lustig über die Erscheinung einer solchen Amtsperson. Der früher für solche Dienstleistungen verwendete Stationsdiener besaß wenigstens dem Publikum gegenüber Autorität. Er versah Verkehrsdienst und war mit einer seinen Dienstleistungen entsprechenden Uniform beteilt. Auch konnte er seine Lage verbessern, indem er nach Ablegung einer weiteren Prüfung zum Stationsaufseher avancierte und eine größere Station bekam. Man kann sich leicht verstellen, daß der damalige Diener mit einer freudigeren Stimmung seinen schweren Dienst versab^als der heutige moralisch niedergedrückte, aller Zukunft beraubte Sta tionSdicner. Die Leistungen des heutigen als Leiter verwendeen Stationsdieners und Stationsaufschers entsprechen gar nidht her Prüfungsvorschrift, da dürfen und müssen die verantwori liclistcn Leistungen auch ohne Prüfung ausgeführt werden. Nur wenn cs sich um eine Besserstellung Handelt, kommt man mit derselben. Bei einem aus den verschiedenen Manipulation«-zweigen sich ergebenden Geldumsatz, welcher in manchen Stationen monatlich bis über 10.000 Kr. beträgt, wird der als Stationsdiener fungierende Diener für die richtige Verrechnung bis in die kleinsten Details verantwortlich und ersatzpflichtig gemacht. * Schuld an diesen traurigen Zuständen tragen in erster Linie jene Bediensteten, welche durch ihre separatistischen 'Bestrebungen die allgemeine Organisation in lächerliche Katego-rienvereinchen zu zersplittern versuchen. Wenn ihnen auch dies niemals gelingen wird, so weiß die Staatsbahnverwaltung doch, das; es unter den Staatsbabnbcdienstcten Individuen gibt, die stet) fite Judaslöhne gegen die allgemeine Organisation verwenden lassen. Diese verräterischen Judasse trifft mancher Fluch, daß viele Bedienstete gleich Sklaven behandelt werden, datz oft unsägliches Elend Über ganze Familien gebracht wurde, daß das mit vielen und schweren Opfern Errungene wieder verloren geht und datz man selbst die gewährleisteten Rechte der Bediensteten verhöhnt. Blicket nur ein Jahr zurück und ihr werdet sehen, welche Verschlechterungen schon durchgeführt wurden und welch weitere noch geplant sind. Ein gutes Beispiel zeigt euch die traurige Lage der als Stationsleiter verwendeten Stationsansseher und -Diener. Wenn man eine Kategorie mit so qualifizierten Leistungen so niedrig behandelt wie diese, so mutz dies ganz naturgemäß auch auf die anderen Kategorien übergreifen. Es müssen dann jene Fälle cinlretcn, wie sie in jüngster Zeit stattgefunden haben, daß man den Unterbeamten sagt: Eure Arbeit gleicht nicht der der Beamten, sondern der der Diener. Wie sollen es feiener mit minderqualifizierter Leistung zum Unterbeamten bringen, wenn die qualifiziertesten Leistungen so niedrig eingeschätzt werden? Wie soll der Unterbeamte weiterkommen, wenn man ihm sagt, was sie leisten, macht uns der Stationsdiener auch? Stationsdiener, schließt euch fest au die Organisation, die die Interessen aller Kategorien vertritt und auch die Macht besitzt, sie vertreten zu können. Was wir verlangen, kann der Staatsbahnverwaltung keine Schwierigkeiten bereiten. Bon den Mauoziitsbitner« und L-descheinschreibcrn. Der längste Winterschlaf hat sein Ende und auch der der Magazinsdiener und Ladescheinschrciber. Die Magazinsdiener und Ladescheinschreiber sind mit dem Bewußtsein erwacht, datz sie nur auf ihre eigene Kraft angewiesen sind, daß sie durch ihre einheitliche Geschlossenheit ihr Ziel erreichen können. Bis jetzt wiegten sich die beiden Kategorien in dem guten Glauben, die l. k. Staatsbahnverwaltung werde ihre Dienstleistungen gleich die der anderen Kategorien als wichtige Faktoren in dem großen Ganzen eiitschätzen, wie c» sich auch tatsächlich gebühren würde. Da hatten sich die Magazinsdiener und Ladescheinschreiber aber gewaltig geirrt. Diese, beiden Kategorien, welche ihren Dienst, in dem guten Glauben, mit einer gewissen Präzision und der größten Anstrengung ihrer physischen und geistigen Kräfte geleistet haben, sind zu der traurigen Erkenntnis gekommen, daß sie die k. k. Staatsbahnvcrwaltung für ganz nichtssagende. Automaten betrachtet. Wie verhält sich die Sache in Wirklichkeit, sind diese Bediensteten in Wahrheit so null und nichts? WWir verkennen die Verantwortung der beim Verkehr beschäftigten Kategorien nicht, wir wissen, daß sie selbst die Verantwortung über Menschenleben und klaglose Abwicklung des Verkehres auf sich haben, Haben aber die Magazinsdiener und Ladescheinschreiber, welche beide ein und denselben Dienst leisten, keine Verantwortung? Wir behaupten, datz sie dieselbe tragen wie beim Verkehr. In Stationen, wo diese Kategorien in Verwendung stehen, kommen solche Arbeiten vor, daß der Magazinsdiener oder Ladescheinschreiber auch für das Lehen seiner ihm zugeteilten Arbeiter verantwortlich ist. Es ist doch gleich, ob der Mensch Arbeiter der Bahn oder Fahrgast der Bahn ist. Menschenleben ist Menschenleben, und sind vielleicht bei den Kranarbeiten noch keine Menschenleben gefordert worden? Genug dieser Vergleiche, die Tatsachen sprechen dafür. Wie verhält sich die Sache in Bezug auf Material und Wertschäden? Wenn der Magazinsdiener oder Labcfcheiirschrcibcr die Verladung oder überhaupt seinen Dienst nicht versteht und nicht auf alles bedacht ist, erwächst der k. f. Staatsbahnverwaltung durch feine Unkenntnis Schade. Machen nicht genügend Bedienstete dieser beiden Kategorien die Dienste eines Magazinsaufsehers oder Meisters? Muß derjenige, der diesen höheren Dienst leistet, auch die Kenntnisse dazu besitzen, und trägt er weniger Verantwortung wie der Meister oder Aufseher? Ist es da nicht ein gerechtes Verlangen, von seiner Vorgesetzten Behörde besser beachtet zu werden? Darum wird die k. 1. Staatsbahiiltcrmaliimg ersucht, die Verhältnisse dieser Kategorien besser zu betrachten und sie nach ihrer tatsächlichen Dienstleistung einzuschätzen. Ein langjähriger Wunsch der beiden Kategorien ist die Aufhebung der beiden Bediensteten» kategoricn und die einheitliche Benamung als Verladeaufseher, da doch beide Kategorien der gleichen Dienstleistung obliegen und mit Recht ihr Dienst als Aufsichtsdienst bezeichnet werden kann. In Bezug auf die praktische Dienstleistung Hat gleichzeitig die k. k, wtaatshahnverwaltung dadurch die Garantie für eine richtige Dienstleistung, da doch alle Bediensteten dieser Kategorien, mit wenigen Ausnahmen, aus dem Stand der Arbeiter hervorgegangen sind und sich in den langen Dicltst-jabrcti als Arbeiter schon eine genügend,; Praxis erworben haben. Aus allen diesen hier angeführten Gründen sind die beiden Kategorien zn der Einsicht gekommen, daß es nur eine gerechte Forderung ist, ihre Lage zu verbessern, und das ist ihnen mir möglich, wenn sie allgemein in der Organisation stehen, um mit Hilfe der einheitlichen Organisation in ihren Existenzbestxebungen Erfolge zu erringen. «•in ((■tfritfifibnfrieß zwischen Oesterreich und U11 (tarn. Vor einigen Tagen erschienen in der Direktion der Ltaatseisen-bahngcsellschaft ein Herr, der sich als Delegierter der ungarischen Eisenbahnverwaltung vorstellte und die Forderung überbrachte, datz vom Somnierfahrplan 1914 an die Abfahrt des von Wien (Westbahnhof) täglich 11m 12 Uhr nach München abgehenden Zuges um eine halbe Stunde verschoben werden möge. Die Oesterreicher haben dem Herrn noch nicht mitgeteilt, ob sie geneigt seien, den Schnellzug wirklich um eine halbe Stunde verschieben zu können, ja es ist noch gar nicht in Verhandlungen über da« Verlangen eingegangen worden. Trotzdem herrscht schon die heftigste Monfliftsftimmimg, bloß deshalb, weil die Forderung nach Verschiebung der Abfahrt nicht ohne-weiters bewilligt wurde. Der um 12 Uhr vom Westbahnhof nach München und Paris abgehende Schnellzug (es ist der Orientexpreßzug) spielt in der Eisenbahngeschichte Oesterreichs und Ungarns schon seit einer Reihe von Jahren die Rolle eines Schmerzenskindes. Der Oriente,rpreßzug passiert auf seiner Fahrt von Konstantinopel die. Stadt Budapest um 6 Uhr 50 Minuten früh und trifft um 11 Uhr 85 Minuten im Wiener StaatSbahnhos eilt, wird von hier ans das Geleise der Westbahn geführt und fährt von da punkt 12 Uhr nach München und Paris ab. Die Budapester haben nun das Glück, über 'einen zweiten Schnellzug »u verfügen, der morgens um 7 Uhr 55 Minuten von ihrer «-tadt abgebt und um 12 Uhr 14 Minuten in Wien cintrifft. Es bildet nun den tiefsten Schmerz der ungarischen Eisenbahnverwaltung, daß die Herrschaften, die den Orienterpretzzug verschlafen und erst den nächsten, eine Stunde später von Budapest abgehenden Schnell zug bestiegen haben, von Wien aus nicht sofort ihre Reife nach München fortsetzen können, weil der Orientexpretzzug von Wien eine Viertelstunde vor der Ankunft der Langschläfer abgeht. Die Ungarn werfen den Wienern vor, daß sie den Orienterpreß zug absichtlich vorzeitig abfertigen. ltni die. durchreisenden Buda-pester in Wien aufzuhalten, sie hier zu lvutzcn, sie zu zwingen, in einem teuren Wiener Hotel zit übernachten oder erst am Abend im Schlafwagen nach München weiterznfahren. Die österreichische Eisenbahnverwaltung hält diesen Angriffen entgegen, datz erstens jeder, der von Budapest nach München fahren wolle, ganz gut eine Stunde früher anfstehen könne, zweitens, daß noch nicht erhoben sei, ob wirklich so viele Budapester das Bedürfnis einer direkten Zugsverbindung nach München hätten, und drittens, datz Wien schließlich ein Eisenbahnknotenpunkt sei und datz es den Wienern nicht passen könne, wenn auf einmal von Schnellzügen Budapest-Münetzen statt Budapest-Wien gesprochen werde. Das letzte Argument Hat aber die Ungarn doppelt in Harnisch gebracht und sie verlangen jetzt, datz täglich mindestens zwei von Budapest abgehende Züge eine direkte Verbindung mit München und Paris bekommen und in gleicher Weise zwei über Wien (nicht ans Wien) nach Budapest kommende Züge direkten Anschlutz aus Paris und München erhalten. Darüber wird jetzt der Kampf beginnen. Die Oester-reicher scheinen entschlossen, ihn unter der Flagge des Prestige» und des Schutzes des Fremdenverkehrs zu führen. Wie er enden wird, ist ungewiß. Jedenfalls hat er bereite in wenig erfreulichen Formen begonnen. So hat vor einigen Tagen ein als offiziös bekanntes Budapester Blatt gemeldet, datz die ungarische Eisenbahnverwaltung die Zugvcrbindnng Wien-Budapest auf 3y2 Stunden Fahrzeit verbessern wolle. Die Ungarn hätten schon alles getan, um die Verbesserung zu ermöglichen, die indolenten Oefterrcicher seien aber auf ihrer Strecke wieder in allem zurückgeblieben. Heber diese ZeitnngSmeldung war man bei unseren leitenden Eisenbahnstellen sehr erstaunt, denn man Batte von der Absicht der Ungarn zum erstenmal aus der Notiz Kenntnis gewonnen. Man meinte aben, den Ungarn stünde nichts im Weg, schon morgen in 3lA Stunden nach Wien zu fahren. Die Strecke Wien-Budapest sei 240 Kilometer, wovon gerade etliche 40 auf den österreichischen Teil entfallen. Wenn drüben alles in Ordnung sei, so würde auch eine Verspätung auf diesen 40 Kilometern die Beschleunigung nicht aufhalten. Gelesene Nummern des „Eisenbahner" wirst man nicht weg, sondern gibt sie an Gegner und Indifferente weiter. Aus den Amtsblättern. Aerztlichc Behandlung brr frontifiijcn Obcrbauarbcitcr bei der Südbal>»-Krankc»kas>'e. Mit dem Erlaß vom 25. September 1008, Nr. 1481, Kr.-K. 08, wurde für die kroatischen Oberbauarbeiter die Begünstigung geschaffen, daß sie im Falle der Erkrankung in ihre Heimat beurlaubt werden dürfen und dort von den Acrztett Dr. Siegln und Szabo in Perlak, und Dr. Bela Wolf in Esakathnrn auf Kosten der Krankenkasse ärztliche 'Behandlung finden können. Mit dieser weitgehenden Begünstigung sollte aber auch gleichzeitig citte. strenge Kontrolle der tut Krankenstand befindlichen kroatischen Arbeiter erzielt werden, da die Erfahrung gelehrt hat, daß gerade, bei dieser Gruppe von Arbeitern Simulationen häufiger als sonst vorzu-fommett pflegen. Die Erwartung, welche der Krankenkasseit-ausschutz in diese Einführung gesetzt hat, hat sich leider in keiner Dichtung erfüllt. Der Ausschuß der Krankenkasse hat daher in seiner Sitzung vom 24. Juli 1913 nach reiflicher llcbcrlegung 1.111b im Einvernehmen mit der Baudirektion den Beschluß gefaßt, die zugunsten der kroatischen Oberbauarbeiter bestandenen Ausnahmsbestimmungen wieder aufzuheben und das Verhältnis zn beiden Vertrauensärzten in Ungarn zu lösen. Dieser Beschluß ist für die kroatischen Oberbau arbeitet insofern von einschneidender Bedeutung, als nunmehr auch ihr Anspruch auf freie ärztliche Behandlung, unentgeltlichen Mcdikantentenbezug und ans Krankengeld ausschließlich nach den allgemeinen Normen des totatuts zu beurteilen ist. Wie weit in dieser Hinsicht die Rechte der Mitglieder' (natürlich auch der kroatischen Arbeiter) einerseits und die Verpflichtungen der Krankenkasse anderseits gehen, ist durch die Bestimmungen des tz 16 (Absätze 0, 10, 16 und 24) und des § 17, Absatz 1, unseres nach dem Gesetz errichteten uni) von der Aufsichtsbehörde genehmigten «Statuts fest gelegt. Aus diesen Bestimmungen geht folgende? hervor: 1. Die Kaffentnitglieder T1abe.11 nur Anspruch auf die unentgeltliche Behandlung durch den Bahnarzt, in dessen Dienstrayon sie ihren Wohnsitz haben. Nur Kassenmit-glicder, welche an Orten domizilieren, für die ein Bahnarzt nicht bestellt ist, können im Falle der eigenen Erkrankung die Hilfeleistung eines fremden Arztes aus Kosten der Krankenkasse, in Anspruch nehmen. Als Domizil (W 0 h 11. s i tz) eines kroatischen Ober-bauarbeiters ist vom Standpunkt der Krankenkasse nur der Ort zu betrachten, an dem er anläßlich seiner B e-s ch ä s t i 0 lt tt g i m gesellschaftlichen D i e n st seine W 0 h it statte hat. Da die kroatischen Oberbauarbeiter sonach fast ausnahmslos i nt R a >10 n eines Bahnarzte s domizilieren, haben sie mir Anspruch auf die Behandlung durch den für ihren Wohnort zuständigen Bahnarzt. Die Krankenkasse ist olf.i nicht verpflichtet, fremdärztliche Behandlungskosten — ausgenommen den Fall des § 16, Absatz 15, des Statuts (erste .Hilfe in dringenden Fällen) — für diese Arbeiter zn bezahlen. 2. Die Krankenkasse bezahlt nur jene Medikamente, welche von einem auf Kosten der Krankenkasse ordinierenden Arzt verschrieben werden. Sie ist daher auch nur verpflichtet, jene von den kroatischen Arbeitern bezogenen Medikamente zu bezahlen, welche der unter 1 bezeichnet-: zuständige Bahn-arzt verordnet hat. ii. Die Zahlung des Kran$eii0elbc§ erfolgt nur dann, wenn die länger als drei Tage dauernde Krankheit vom Bahnarzt bestätigt wird. Die Krankenkasse ist daher weder berechtigt noch verpflichtet, im Falle der Erkrankung ein?*'1 kroatischen Arbeiters das Krankengeld auf Grund eines privatärztlichen Zeugnisses allein zu liquidieren. Nur dann, wenn der Erkrankte außerhalb jede 8i: bahnärztlichen Ra >, 0 ns domiziliert, wird behufs Ersolgung des Krankengeldes auch die Bestätigung eines fremden Arztes anerkannt. Diese Voraussetzung dürfte nach Absatz 1 bei einem kroatischen Oberbauarbeiter wohl kaum zutreffen. 4. Die Krankenkasse ist berechtigt, erkrankten Kassemnit-glicbcrti, welchen es an der häuslichen Pflege mangelt oder bereit Krankheit es überhaupt erfordert, an Stelle der freien ärztlichen Behandlung tiitd der notwendigen Heilmittel feilte Kur und Verpflegung in einem Krankenhaus nach der letzten Klasse zu gewähren. Der Erkrankte verwirkt ben Anspruch auf die freie ärztliche Behandlung und den ltnengeltlichcn Medi-kantentenbezug, wenn er der Disposition der Krankenkasse, beziehungsweise des Bahnarztes, sich in Spitalspflege zu begeben, nicht nachkommt. Für die praktische Anwendung der obigen Leitsätze auf die kroatischen Oberbauarbeiter wurden folgende Weisungen erlassen: h) Kroatische Arbeiter, welche am Dienst-(Domiztl-)ort erkranken, sind nicht in die Heimat zn beurlauben, sondern dem zusländgen Bahnarzt zur Behandlung zu überweisen. Die Herren Babnärzte erhalten unter einem den Auftrag, diese Arbeiter entweder selbst zu behandeln oder, wenn dies mit Rücksicht auf die Unterkünftsvcrhältnisse oder die Art der Krankheit nicht tunlich ist, in ein Krankenhaus zu überweisen. Kommt der Kraute der Weisung, sich in Spitalspflege zu begeben, nicht nach oder begibt er sich in feine Heimat, so geht er des Anspruches auf freie ärztliche Behandlung und unentgeltlichen Meditamentenbezug verlustig. Das Krankengeld erhält er in diesen Fällen nur dann, wenn und insolattge ihn der z u st ii 11 d i g c Bahnarzt als krank und arbeitsunfähig anerkennt. Ein privatärztliches Zeugnis allein genügt nicht zur Erfolgung des Krankengeldes; b) kroatische Arbeiter, welche während ihres Urlaubes in der Heimat erkranken, haben, sofern sie sich nicht in die Behandlung ihres zuständigen Bahnarztes begeben, die Auslagen für Arzt und Medikamente ohne Anspruch auf Ersatz aus eigenen Mitteln zu bestreiten. Das Krankengeld erhalten sie, wenn und insolange sie von dem zuständigen B a h n a r z t, dem auch für solche Arbeiter ein Krankenzettel zu übersenden ist, als krank und arbeitsunfähig anerkannt werden. Auch in diesen Fällen genügt ein privatärztliches Zeugnis allein nicht zur Erlangung des Krankengeldes; c) privatärztliche Zeugnisse, welche, von kroatischen Arbeitern, die nicht in bahnärzllicher Behandlung stehen, eingesendet werden, sind dem zuständige» Bahnarzt zu übermitteln, dem eS überlassen bleibt, zu entscheiden, ob er aus Grund dieses Zeugnisses die nach Absatz 3 zur Liquidierung deS Krankengeldes erforderliche Bestätigung zu erteilen vermag oder nicht; d) auf jene kroatischen Oberbauarbeiter, welche sich derzeit in ihrer Heimat im Krankenstand befinden, haben die sub b) nnd c) angeführten Bestimmungen sinngemäß Anwendung zn finden. Diese Arbeiter wollen Sie aber sofort hievon in Kenntnis setze». Die obigen. Verfügungen bedingen auch einige Maßnahmen administrativer Natur.-In dieser Hinsicht werden die Herren Sektionsvorstände angewiesen: 1. Kroatische Arbeiter in den Krankenzetteln und Krankcngeldzahlttiigslisiei! stets als solche kenntlich zu machen. 2. Am 26. jeden Monats dein Bureau für Kranken» und Unfallversicherung unter Benützung der zuliegenden Drucksorte „A" jene kroatischen Arbeiter namhaft zu machen, welche | n) der Weisung des Bahnarztes, in ein Spital zn gehen, nicht uachgekommen sind; b) im Krankheitszustand in ihre Heimat abgereist, und c) während des Urlaubes in bei- Heimat erkrankt sind. 8. Ilm 26. jeden Monatö dem Bureau für Kranken-und Unfallversicherung unter Benützung der zulegenden Drucksorte „B" ntitzuteilen, welche kroatischen Arbeiter in der abgelaufenen Verrechnungsperiode wegen eines im Dienst erlittenen Unfalls im Krankenstand geführt worden sind und ob sowie für welche Zeit sie vom zuständigen Bahnarzt als krank und arbeitsunfähig anerkannt worden sind. Sämtliche Verfügungen treten sofort in Kraft. Wir ersuchen die Herren Sektionsvorstände, diesen Erlaß den kroatischen Obcrbauarbeitern, insoweit cS zu ihrer Information notwendig ist, zur Kenntnis zu bringen. .Wien, am 10, August 1018. Für den Ausschuß: Der Obmann: P r a s ch n i k e r. An sämtliche Herren Bahnärztek Wir übermitteln Ihnen in der Anlage eine Abschrift des unter einem an sämtliche Bahncrhaltungösektioncn ergangenen Erlasses, betreffend die Aufhebung der für die kroatischen Oberbauarbeiter im Erkrankungsfalle bestehenden AusnahmS-bcstimmungen sowie die Auflösung des Verhältnisses zu den ungarischen Vcrtrauenärzten Dr. Siegmund Szaba in Perlak und Dr. Bela Wolf in Csakathurn. Wie Sie aus diesem Erlas; entnehmen, haben die Herren Sektionsvorstände den Auftrag erhalten, die kroatischen Obcrbauarbeiter im Erkrankungsfall nicht mehr in die Heimat zu beurlauben, sondern dem zuständigen Bahnarzt zur Behandlung zu überweisen. Lassen die UnterkunftSver-bältnisse des Erkrankten oder die Art der Krankheit eine häusliche Behandlung nicht zu, so hat der Bahnarzt die Abgabe des Patienten in Spitalspflege zu verfügen. Weigert sich dieser, der bahnärztlichen Verfügung Folge zu leisten, so geht er des Anspruches auf freie ärztliche Behandlung und den unentgeltlichen Medikamentcnbezug verlustig. Ein kroatischer Arbeiter, der im Krankheitsfall in seine Heimat, abreist oder mährend seines Urlaubes in der Heimat erkrankt, erhält, wie Sie aus dem inliegenden Erlaß .ent-, nehmen wollen, ein Krankengeld nur daun, wenn er von seinem z u st ä n d i g e n Bahnarzt als krank und. arbeitsunfähig anerkannt w i r d. Ein privat-ärztliches Zeugnis allein genügt nicht zur Erfolgung des sirankengcldes. Den Herren Bahnärzten muh es überlassen ^»leiben, zu entscheide», ob sie auf Grund eines solchen Zeugnisses die nach obigem zur Liquidierung eines Krankengeldes erforderliche Bestätigung zu erteilen vermögen oder nicht. Jeder krank gemeldete kroatische Oberbauarbeiter ist als solcher erkenntlich in den ärztlichen MonatSrapport auf-zunchmen. Steht er nicht in Behandlung des Bahnarztes, so ist dies im Rapport ersichtlich zu mache». W i c n, im August 1018. Der Obmann: Praschniker. Gleichzeitige Verrechnung von Diäten oder Zehrgeldern und des PauschalS für Lokomotivprobcfahrten. Nachstehender Erlaß wurde vom Eiscnbahnministcrium mit 1. September 1013, Zahl 28417/4 auSgegebcn: „Ueber die gestellte Anfrage, ob eine Diät, welche einem Bediensteten für eine zum Zweck von Erhebungen unternommene Dienstreise gebührt, die Aufrechnung von Pauschalien für Lolomotivprobefahrten, die innerhalb deS gleichen Llstündigen Zeitraumes unternommen werden, ausschließt oder ob ein Bediensteter für eine am Nachmittag unternommene Probefahrt daS Pauschale und für eine unmittelbar nach derselben unternommene Dienstreise, welche ihn sieben Nachtstunden vom Domizilort fernhält, überdies eine volle Diät verrechnen kann, wird der k. k. StaatSbahndirektion eröffnet, daß die bestehenden Gcbührei,Vorschriften den Bezug des in Frage stehenden Pauschal® für Probefahrten und von Diäten, beziehungsweise Zehrgeldern innerhalb eines 24stündigen Zeitraumes nicht ausschließcn. Die Verrechnung des Pauschal® für Probefahrten und von Diäten, beziehungsweise Zehrgeldern muß jedoch in dem Fall für unzulässig bezeichnet werden, wenn die Probefahrt und die nach oder vor derselben unternommene Dienstreise innerhalb ein und derselben dienstlichen Abwesenheit vom Stationsort fallen würden, weil sich der Anspruch auf Diäten, beziehungsweise Zehrgelder nach der Dauer dieser dienstlichen Abwesenheit vom Statiousort richtet und das Pauschale für Probefahrten überhaupt nur dann in Frage kommen kann, wenn wegen zu kurzer Abwesenheit vom Dienstort Diäten oder Zehrgelder nicht gebühren. Ein Anspruch auf das Pauschale für Probefahrten und auf Diäten, beziehungsweise Zehrgelder kann daher nur in dem Fall erhoben werden, wenn die Probefahrt und die Dienst-, reise durch eine Unterbrechung der Abwesenheit von; Domizil getrennt sind. Eine Unterbrechung der Abwesenheit vom Domizil im Sinne des § 71 der Dienstordnung liegt aber nach den Bestimmungen des Erlasses vom 17. Mai 1012, Z. 64.004 ex 1009, jedoch insbesondere dann nicht vor, wenn die Domizilstatiyn während der Fahrt mit einem durchgehenden Zug berührt wird und sich der Aufenthalt in der Domizilstation nur auf den normalen Zugsaufenthalt erstreckt oder lucim in der Domizik-station nach Ankunft eines Zuges nur aus dem Grund Aufenthalt genommen wird, um die Abfährt eines Anschlutzzuges abzuwarten. Auch müßte den Bediensteten im Sinne der Bestimmungen de® letztzitierten Erlasses die Anweisung des PauschalS für Probefahrten beziehungsweise von Diäten oder Zehrgeldern versagt werden, wenn die Unterbrechung der Abwesenheit vom Domizil beziehungsweise die Rückkehr in die Domizilstation nur zu dem Zweck vorgenommen würde, um hiedurch den Verdienst an Reifegebühren zu erhöhen. Für den k. k. Eisenbahnminister: Rudel m. p. Korrespondenzen. Graz. (2t u s dem Südbahn heizhau S.) Im Grazer Südbahnheizhaus ist noch immer die alte Gepflogenheit vorherrschend, daß das Heizpersonal die Kleiderkisten von einer Lokomotive zur anderen tragen mutz. Diese schwerfällige, längst veraltete Unsitte herrscht nicht mehr in allen Heizhäusern der Südbahn, sondern besteht nur mehr — fast ausnahmslos — in Graz. Die Vertrauensmänner haben sich zwar schon längst redlich bemüht, die Heizer hievon zu entlasten und haben zu diesem Zweck wiederholt beim Betriebsinspek-torat Graz wie .auch bei ihrer Fachdirektion vorgesprochen, man möge hiezu ein paar Leute bestellen, die bas Ueber» tragen der Kisten besorgen. Und da meinten die Herren beim Jnspektorat, tvenn die Vertrauensmänner in der Lage sind, nur ein einziges Heizhaus auf der Südbahn namhaft zu machen, in welchem die Heizer von dieser Aufgabe enthoben sind, so werden sie cs sofort auch einführen. Die Vertrauensmänner waren aber in der glücklichen Lage, nicht nur ein solches Heizhaus namhaft zu machen, sondern eine ganze Reihe, unter anderen die Heizhäuser Innsbruck, Bozen, Trieft u. f. w. Leider ist das Gramer Jnspektorat dem guten Beispiel dieser Heizhäuser bis derzeit noch nicht gefolgt, trotzdem das Kistentragen vor kurzem ein Opfer gefordert hat. Daß sich die Herren beim grünen Tisch vielleicht jetzt entschließen werden, mit dem veralteten System zu brechen, ist kaum anzunehmen. Der verunglückte Heizer ist ja nicht tot, er hat sich bloß das Bein gebrochen, und bas kann die Herren nicht aufrege». Uneingeweihte dürften da offenbar die Frage aufwerfen, was denn eigentlich an den Kiftentragen gar so schwerfälliges daran ist, daß ein solches Lamento geschlagen wird. Und da muß gesagt werden, daß speziell in Graz, in der ausgedehnten Station, sehr vieles daran hängt. Dem Heizer raubt daS Uebertragcn der Kiste in vielen Fällen eine volle halbe Stunde von seiner Ruhezeit, weil er dieselbe zumindest im halben Bahnhof herumschleppen muß, bevor er sie auf den richtigen Platz bringt. Er muß die Kisten über viele Geleise tragen, die ihm eigentlich zu betreten verboten sind. Er kann nicht nach links und nicht nach rechts oder nach vorwärts schauen, weil er mit der Kiste am Rücken oder auf der Schulter in gebeugter Stellung die Geleise überschreiten mutz, wobei er immer in Gefahr schwebt, überfahren zu werden, und endlich mutz er diese Last schleppen, wenn er von seiner Diensttour ohnedies schon total ermüdet und abgerackcrt ist. Darüber scheinen selbst die Herren Fachmänner noch nie nachgedacht zu haben, sonst hätten sie das System wohl schon längst ändern müssen. Freilich sind hiezu wieder ein oder gar zwei Leute mehr notwendig, und das würde den Geldsack einigermaßen in Anspruch nehmen, was sic aber zu verhindern berufen sind. Eine weitere Frage ist wohl die, ob diese Kistenschlepperei von einer Lokomotive zur anderen überhaupt notwendig ist. Leider fehlt den alten Herren, die das große Wort führen, die Kenntnis der modernen Technik fast vollständig, und deshalb wird auch an den alten versauten Einrichtungen nicht gerüttelt. Ein Opfer hat nun das Kisten tragen gefordert und man wird nun sehen, ob es die maßgebenden Faktoren darauf ankommen lassen, das; noch weitere Opfer fallen. Die Gcneralinspektion als Aufsichtsbehörde, deren Pflicht es eigentlich wäre, für die Sicherheit zu forgen, damit Unfälle hintangehalten werden, zeigt hiefür wenig Verständnis und richtet ihr Augenmerk nur auf glänzende Messingbestandteile. Das ist bas ganze Um und Aus dieser Behörde, und cs ist dies auch begreiflich, weil man dies von der ersten Klasse aus sehen kann. In den Heizhäusern Umschau halten, tvic da die Dinge stehen, ist ihr zu beschwerlich, dies überläßt sie den hiezu berufenen Organen der Bahnverwaltuug, und diese wieder wissen, daß sie keine Kontrolle hinter sich haben und scheren sich um all daS nicht, was den Bediensteten Gefahr bringen kann. Ob das Kisten« schleppen in absehbarer Zeit eine Aenderung erfahren wird, ist schwer vorauszusagen; daß sich aber die Heizer dies für ewige Zeiten nicht aufhalsen lassen, kann Wohl'gesagt werden. Villach. (Große Aufregung.j Am 24. September gab cs in der Station Villach-Hauptbahnhof große Aufregung. Ueber angeblichen dienstlichen Auftrag des Betriebsiuspektorats Klagenfurt sollte Bei Zug 1008 ein großes Coupä zweiter Klaffe reserviert werden, um den beim Betriebsinspektorat Klagenfurt zugeteilten Adjunkten Stelzer, welcher mit streng vertraulichen Amtsschreiben nach Wien ins Ministerium zu reisen hätte, aufzunehmen. Da nun bei der Zugsgarnitur bei den direkten Wiener Wage» keine Coupöwagen vorhanden sind und nicht einmal ein Damencoupö zweiter Klasse reserviert werden kann, weil die Garnitur aus zwei großen A. B. au mit offenen Ilbteilen bestand, so mußten die Kondukteure erklären, daß mit Rücksicht aus diese Umstände eine derartige Reservierung nicht durchführbar fei. Durch diese Erklärung stieg die Aufregung aufs höchste. Doch unter diesen Verhältnissen war an der tenchlagc beim besten Willen nichts zu ändern. Bei der Ankunft in Klagenfurt wartete man mit erhöhter Aufmerksamkeit auf den geheimen Sendboten, der mit den strengvertraulichen Schreiben in der verlöteten und versiegelten Aktentasche das nicht vorhandene separate Abteil iucognito besetzen sollte. Doch welche Enttäuschung! An Stelle des iucognito reisenden Attaches Stelzer erschien dicjfmu und das Kind, dann der Hund und zuletzt Herr Adjunkt stelz er, um einen Ausflug mit Hund und Familie nach Bleiburg zu machen. DaS Personal war ob dieser Ileberraschung einfach paff. Erst dieser Rummel, dann diese Fopperei. Dieses ungeheuerliche Manöver ist eine maßlose Ucbcrhebung eines Ueberspa,inten oder eine Köpenickiade letzter Auflage. Um den ganzen.Apparat der. Bahn in Bewegung zu setzen, braucht bloß ein llebergeschnappter die Autorität des Jnspektorats zu mißbrauchen, um für seinen Hund eine dreiviertclstündige angenehme Bahnfahrt in einem Abteil zweiter Klasse zu erhaschen. Vielleicht trägt die Schilderung des Vorfalles dazu bei, daß das Betriebsinspektorat den untergeordneten Beamten Stelzer belehrt, wie er sich in Zukunft um einen für ihn gebührenden Platz im Zug 1008 zu bewerben hat. Bilin. (Aus einer kleinen Station.) Seit 1008 ist mit der Stationsleitung der Personcnhaltestelle Bilin-S a u e r b r u n n der SiatioiiSmeister Ottomar Seidl betraut. Er und seine Frau standen mit zwei Wächtern der Station als Angeklagte vor dem Bezirksgericht Bili». Nach der Anklageschrift waren 21 Bretter, ein Türflügel, Kanthölzer, ein durchwehtes Blech, Wäschestangen, Nelken, Tulpen. Stangen für Rasenstücke, Holz für einen Schraubstock. Biergläser und zehn Rasenstücke gestohlen worden. Seidl soll vier Kaninchen geschossen haben und er war auch wegen unbefugten Waffen-tragens angeklagt. Die gestohlenen Blumen wurden zur Verschönerung der Station, das Holz zum Bau eines HüHner-ftalles verwendet. Der Mitangeklagte Wächter M ü ck l gestand, das Holz vom Depotplatz der Biliner Brunnendirektion genommen zu haben, und er behauptete, dies im Auftrag des Stationsleiters Seidl getan zu haben. Ebenso verantwortete sich der zweite Mitangeklagte Wächter namens OliveriuS. Seidl bestritt, daß er den Auftrag zu diesen Diebstählen gegeben habe; er habe angenommen, daß die verwendeten Balken Eigentum der Bahnerhaltungssektion seien (als wenn er über diese» Holz zu verfügen hätte), und wies Rechnungen über gekauftes Holz und Bretter vor. Im Laufe des Verfahrens beglich er der Brunnendirektion den auf ihn entfallenden Teil der Schadenssumm«. Bon den Wächtern nahm die Brunnendirektion die Schadensgutmachung nicht an und sie schloß sich auch dem Strafverfahren, aber nur den beiden Wächtern gegenüber a». Der frühere Stationsleiter stellte dem Wächter M ü ck l das beste Zeugnis betreffs des gemeinsam durch sieben Jahre verrichteten Dienstes aus. Der Verteidiger M ü ck l 8 hob hervor, daß M ü ck l keinerlei Nutzen bei den Diebstählen hatte und diese nur unternahm, um sich nicht Sekkaturen durch seinen Vorgesetzten auszusetzen. Es wurden M ü ck l zu 14 Tagen und OliveriuS zu sechs Tagen Arrest verurteilt. Seidl und seine Frau wurden freigesprochen. Sowohl gegen die Verurteilungen als auch gegen den Freispruch Seidls wurden Berufungen angemeldet. Diese Gerichtsverhandlung ist sehr lehrreich. ES sind lauter Christlichsoziale, um die es sich da handelt, und man kann sehen, wie weit man es mit Liebedienerei unter Umständen bringen kann. Die Sache ist auch lehrreich dafür, wie derartige Dinge kleinen Bediensteten und Stationsleitern auszugehcn pflegen. Villach. Immer wiederholen sich die Fälle, daß in den kleinen Stationen gewisse Vorgesetzte die Untergebenen als Pfeifendeckel und Dienstmädchen vertuenden. In der Station Ledenitzen wird der Stationsdiener vom Unterbeamten C a y n k a, der dort als Stationsleiter fungiert, direkt zum Dienstmädchen degradiert. Durch den Umstand, daß der Stationsarbeiter der Frau des Stationsleiters Laynka jederzeit zur Verfügung stehen muß, kann er feinen dienstlichen Obliegenheiten nicht voll und ganz Nachkommen. Selbstver. stündlich müssen dessen dienstliche Arbeiten von anderen be- sorgt werden. Der Stationsleiter Caynka kommandiert daher den Weichensteller, daß er auch jene Arbeiten zu verrichten habe, die der anderweitig beschäftigte Stationöarbeiter nicht besorgen konnte, da er in der Küche der Frau Caynka beschäftigt ist. Der Weichensteller muß wohl oder übel diesem sonderbaren Auftrag Nachkommen ohne jede Rücksicht auf seine dienstlichen Obliegenheiten, da der Stationsleiter mit Anzeigen und Strafen sofort bei der Hand ist. Wie ungerecht der Stationsleiter die Weichensteller bc-handelt, zeigt folgender Fall: Ein Weichensteller wollte nicht dulden, daß Privatpersonen den Bahnkörper als Fußweg benützen und berief sich hiebei auf die diesbezüglichen Vorschriften. Stationsleiter Caynka belohnte den umsichtigen Weichensteller mit einer anständigen Portion Grobheiten und drohte im Wiederholungsfall mit 6 Kr. Geldstrafe. Wahrscheinlich besteht für Caynka eine besondere Instruktion. Ein zweiter Fall: Der Bahnbedienstete Retzmann hat im heurigen Jahr für eine Partei acht Waggon Schleifholz verladen. Die Partei mutzte für die Verladung dieser acht Waggon Kr. 98'36 zahlen, wovon Reßmann als Verlader nicht einmal die Hälfte ausbezahlt erhielt. Wo die größere Hälfte dieses Betrages hingekommen ist, wissen wir nicht. Anläßlich solcher Verladungen werden von den Parteien für die Arbeiter bestimmte Trinkgelder gegeben. Wo diese Trinkgelder hinsließen, weiß vielleicht nur Herr Caynka. Da nun zum wiederholtenmal von den obersten Dienstes» stellen Zirkulare über die Verwendung der Bediensteten zu rivaten Arbeiten herausgegeben wurden, so wäre cs wohl am Platz, wenn die Vorgesetzte Dienstes stelle den StationSmcister Ca nka in der Station Ledenitzen diesbezüglich zur Verantwortung ziehen würde. Graz, Südbahn. (Eine Halbheit.) Nach mehrjährigem Kampf der Verladescheinschreiber auf der Südbahn hat sich endlich der VerivaltungSrat bestimmt gefunden, einen sehr beschränkten Prozentsatz der im Betrieb der Südbahn stehenden Verladeschreiber mit 1.. Juli 1913 definitiv anzustellen. Hiebei sind merkwürdigerweise gerade die größeren Stationen, wie Marburg, Graz, Triest, Leoben k., ganz leer ausgegangen, während in kleineren Stationen mit knapper Not ein paar Leute das Glück hatten, definitiv zu werden. Im Magazin Graz beschäftigt beispielsweise die Südbahn 36 normierte Verladescheinschreiber schon durch Jahre hindurch, und doch scheint die Verwaltung nichts davon gewußt zu haben oder wollte es nicht wissen, daß auch diese anzustellen seien. Es ist völlig anzunehmen, daß Graz und Leoben deshalb auSgc-schaltet wurden, weil in diesen Stationen die treibende» Elemente zur Stabilisierung waren. Wenn man das bezügliche Zirkular 428/A durchblickt, so findet man, daß unter dem Be-triebsiiispektorat 11, Graz, vier ganze Verladescheinschreiber stabilisiert wurden, während im Wiener Jnspektorat I zehn, im Jnspektorat Innsbruck neunzehn stabilisiert wurden. Das Grazer Betriebsinspektorat ftcbt_ also mit seiner Rückständigkeit im Vordertreffen, weil die «Stabilisierung von der Eingabe des Jnspektorats abhängig ist. Wie es im Grazer Betriebs-infpcktorat mit der Personalfürsorge bestellt ist, zeigt schon der Umstand, luic unsanft, man möchte den harten Ausdruck „roh" gebrauche», die offiziellen Vertrauensmänner empfangen werden. Die Südbahn hat also dem Namen nach wieder etwas gemacht, was eine Halbheit ist, in Wirklichkeit aber so viel wie nichts bedeutet. Die Erbitterung unter der großen Mehrzahl der Verladescheinschreiber ist eine große und sie werden »ach wie vor. ihren Kampf fortsetzen. Lienz. (Die I l e i s ch t e u c r u n g.) Das kleine nette Städtchen Lienz ist umgeben von fruchtbaren Alpen und bich-reichen Tälern. Dessenungeachtet herrscht hier seit jeher eine Fleischteuerung, wie . sie selbst in größeren Städten, die das Schlachtvieh von weiter Ferne holen müssen, nicht bald vorkommt. Schuld an diesem Zustand ist unstreitig die Stadt-gemeinde selbst, welche nie einen Finger rührt, um diesen Zustand zu mildern. Voriges Jahr bei der Gemeindewahl gingen vier Genoffen mit 20 Bürgern ans der Wahl hervor und seitdem steht die Fleischfrage immer im Vordergrund. Schon im vorigen Herbst mahnten unsere Genossen, den Bogen nicht mehr weiter zu spannen, sondern nachzulassen. Die Metzger antworteten mit Ausreden. Dessenungeachtet hoffte man, daß die biederen Fleischhauer doch den Wink verstanden und einsehen, daß die Zeiten nicht mehr die gleichen sind. Man erwartete, daß die Herren Mittel und Wege suchen werden, die geeignet sind, die Preise herabsehen zu können. Nichts ist geschehe». Die Bevölkerung muß das Fleisch teuer bezahlen. Die Eisenbahner, die hauptsächlich hier in Betracht kommen, halfen sich, daß sie ihre» Fleischbedarf in Bruneck und Villach deckten und brachten für ihre Familie Fleisch nach Haufe. Nun haben die Genossen im Gemeindeausschuß die Frage derart ins Rollen gebracht, so daß die bürgerlichen Vertreter selbst nicht mehr umhin können, als eine allseitig zufriedenstellende Lösung herbeizuführen. Dank unserer Genossen ist es so weit gekommen, bis auch in Lienz einmal Ordnung in der Fleischfrage geschaffen wird. Es wird ohne Zweifel auch in Lienz zu der sogenannten Fleischtaxe kommen, wie sie in den Nachbarstädten. eingeführt ist. BifchofShofrn. (H c i z h a u S.) Der Heizhausvorstand Oberkommissär Höfler wurde zur Abteilung IV nach Innsbruck-Direktion versetzt. Oberkommissär Höfler war gegen das Personal ein grober Vorgesetzter; Schimpfen und Schreien war feine Haupttätigkeit. Der geringste Anlaß konnte Herrn Höfler so erregen, dah er zu Tätlichkeiten bereit war. Wegen geringfügigen Vergehen wurden unliebsame Arbeiter entlassen. Sein Gerechtigkeitssinn dokumentierte sich in den Ouali-fikationslisten. Nun ist er weg, das Personal ist froh und hofft, daß ein gerechter und sachkundiger Beamter dessen Amt übernehmen ivird. Franzensfeste. (A b s ch i« d S f «i e r.) Anläßlich der Versetzung deS Genossen Unterwoditzer nach Kufstein veranstaltete am 29. September die OrtSgruppenleitung eine gelungene Abschiedsfeier. Unterwoditzer war durch drei Jahre Obmann der Ortsgruppe und erfreute sich ebenfo wie seine Frau in jeder Hinsicht besonderer Beliebtheit. Wir wünschen dem Genossen samt seiner Frau viel Glück im neuen Domizil. Troppan. Am 27. September um halb 1 Uhr nachts wurde der im Dienst stehende Verschieber Johann Schmidt auf unaufgeklärte Weise derart überfahren, daß der Tod sofort eintrat. Schmidt war ein nüchterner und fleißiger Mann gewesen; leider war er nicht zu bewegen. Mitglied eines Vereines zu werden und die Herren Christlichsozialen können es ihm nicht bergessen, daß ihre Anwerbung bei ihm nichts fruchtete und deshalb schreiben sie in ihrer Sudelpressc, daß Schmidt einen Selbstmord begangen habe. Der Unfall geschah vermutlich auf folgende Weise: Schmidt wurde von einem Wagen ersaßt und niedergestoßen, kam der Länge nach auf die Schienen zu liegen und das Rad ging über den Ins, der total zerschmettert wurde. Daß ein Eisenbahner auf solche Weise einen Selbstmord begangen haben sollte, kann nur ein Christlichsozialer glauben. Die schwarzen Brüder wissen nicht, auf welche Art und Weise sie Mitglieder einfemgen könnten und weil sich die Vereinsmeierei bei ihnen gar nicht bewähren will, so haben sie es insbesondere auf die Zerstörung unserer Ortsgruppe abgesehen und um dies herbeiführen zu können, haben sie den Fall Schmidt benützt. Sie sandten einen ihrer besten Vertreter in die Redaktion der „Schlesischen Volkspresse", um einen Artikel über Herrn Inspektor B. B.. Amtsvorstand '■ in Troppau, schreiben zu lassen. Dies sollte natürlich auf unser Konto geschehen ,um den obgenannten Herrn gegen uns aufzuhetzen. Zum Glück hat man in der Redaktion der «Schlesischen Volkspresse" den auf uttS gezielten Anschlag erkannt und die schwarzgelben Halloder hinausbefördert. Unsere Genoffen machen wir auf die Gaukler aufmerksam, das; sie sich mit diesen in keinen außerdienstlichen Diskurs einlassen. Dem schwarzgelben Ritter Blaubart geben wir den besten Rat, er möge sich vor allem um sich selbst, dann um seine unehohelichen Kinder kümmern, die „Sozi" soll er aber in Ruhe lassen, sonst werden wir ihm das nächstem«! auf die Finger klopfen. Die rote Wacht. Versammlungsberichte. Die Eisenbahner und das Parlament. Mit dieser Tagesordnung fanden am Sonntag den 14. September in Klagenfurt (Hotel Grömmer) und Dienstag den 1(>. September in Villach (Kasino) äußerst gut besuchte öffentliche Eisenbahnerversammlungen statt, in denen die Genossen Adolf Müller aus Wien und Abgeordneter Florian Größer die Forderungen der Eisenbahner besprachen. Aus ihren Reden sei hervorgehoben: Die bürgerlichen Parteien haben im Parlament die am HS. Dezember 1911 einstimmig beschlossenen Forderungen der Eisenbahner neuerlich der Willkür der Regierung preisgegeben. Allerdings geschah dies auf eine feinere Art als bisher, da sic es nicht nicht mehr wagten, dieselben rundweg wie früher abznlehnen. Dazu liehen sic sich von der Regierung die etappenweise Aufwendung von 15 Millionen für die Eisen-bahner versprechen. Dadurch erweckten sie den Anschein, als ob sic nun zur Verwirklichung der Forderungen der Eisenbahner etwas getan hätten, die einzigen gewesen wären, die sich dafür einfetzten. In Wirklichkeit wird dadurch nur der Regierung die Möglichkeit geboten, unter dem Deckmantel der Sozialpolitik Verschlechterungen durchzuführen, anderseits Verbesserungsmaßnahmen vorzutäuschen, die nur geeignet sind, neue Unzufriedenheit zu schaffen. Wie wenig Vertrauen der Regierung wie den bürgerlichen Parteien hinsichtlich der gerechten Durchführung der nun etappenweise versprochenen 15 Millionen entgegenzubringen ist, geht allein schon daraus hervor, daß davon 2'A Millionen für die Beamtenschaft anf-gewendet werden. Uebrigens hat die Regierung den Weg zu einer zweckmäßigen Ausbesserung dadurch verlegt, daß sie die Verteilung der in Aussicht gestellten Mittel bereits für dieses Jahr ankündigte, ohne das geringste Einvernehmen mit der großen Organisation der Eisenbahner zu suchen. Ferner zeigt auch die Behandlung des Gesetzentwurfes über drei Millionen, die für Aufbesserungen der Eisenbahner und Arbeiter im zweiten Halbjahr 1913 verwendet werden sollen, wie wenig ernst es der Regierung als auch den Mchrheitsparteien mit der Erfüllung der gerechten Forderungen der Eisenbahner ist. Die Erklärung des Ministers betreffend die Lohnaufbesserungen für die Arbeiter erscheint durchaus nicht geeignet, gegenüber den in neuerer Zeit vorgenommenen Verschlecht ierungsrnaßnahmen die Arbeiterschaft zu befriedigen. Vor allem müssen wir dafür sorgen, daß die Verschlechterungen in Bezug auf Lohnvorrücknngcn, Bezahlung der Nachtüberstunden, Verschlechterungen durch Reduzierungen der Arbeiter, Degradierung von Bremsern zu Arbeitern im Fahrdienst u. s. w., wodurch die Normierung verschlechtert und die Ernennung zu definitiven Bediensteten hintangehalten wird, aufgehoben und die vorherigen besseren Verhältnisse wieder eingeführt werden. Die restlose Durchführung aller jener Verbesserungen für die Arbeiterschaft, die im 38 Millionenantrag des Abgeordneten Hauses beschlossen wurden, muß endlich einmal Wirklichkeit erlangen. Eine wirkungslose Verbesserung stellt die Erhöhung des Endgehaltes für einige besonders qualifizierte Kategorien dar, solange die Erhöhung des EndgehaltcS nicht gleichzeitig mit den zweijährigen Vorrückungsfristen gewährt wird. Sic wird insofern nur neue Unzufriedenheit schassen, da davon der größte Teil der Diener gar nichts hat. Notwendig ist, daß sämtliche Nachtdienst versehenden Bediensteten die Nachtdienstzulage erhalten. Auch der angekündigte Härteausgleich für die Unterbeamten kann ebenfalls nicht befriedigen. Der Härte-ansgleich muß für die Unterbeamten im Sinne des Par-lainentsbeschlnsses zumindest in dein für die Diener durchgeführten Ausmaß erfölgen. Genosse Gröger wies auf die schwierige parlamentarische Lage hin. Infolge des Scheiterns des böhmischen Ausgleiches, der galizischen Wahlreform, der Verordnungen gegenüber den bisherigen Zuständen in Triest und den Maßnahmen des Justizministers droht die Obstruktion, die das Parlament nicht zur Arbeit kommen läßt. Die Mehrheitsparteien, vor allem die Naticmalverbändler, die durch ihr Verhalten eine Julitagung des Parlaments zur Erledigung der Dienstpragmatik »nd der Lehrergehälter unmöglich machten, rufen jetzt nach der Einberufung des Parlaments, während ihr Parteigenosse Dr. Sylvester, in dessen Macht die Einberufung des Parlaments als Präsident desselben liegt, den Winken und dem Willen des Grafen Stürgkh folgt, der vom Parlament nichts wissen will. Ueberall begegnen wir der Komödie der bürgerlichen Parteien, die sichs mit der Regierung nicht verderben, aber auch die Wähler nicht vor den Kopf stoßen wollen. Die parlamentarische Aktionsfähigkeit der sozialdemokratischen Abgeordneten kann nur gefördert werden durch eine starke sozialdemokratische Organisation, die das Bürgertum zum Frieden und zur Mitarbeit zwingt. Es wäre daher Pflicht der Eisenbahner, die am Parlament ein großes Interesse haben, für den Ausbau der gewerkschaftlichen, poli» tischen nnd genossenschaftlichen Organisationen der Arbeiter mit aller Kraft Eintreten. In Villach meldeten sich auch zwei Reichsbündler zum Wort, nämlich die Herren G c i ß l e r und Dr. W e Y e r. Erstercr erhob gegen die sozialdemokratische Eisenbahnerorganisation die bekannten Verlenmdnngen, die in jeder Nummer des „Deutschen Eisenbahner", zu lesen sind und die von den braven Reichsbnndlern als bare Münze genommen werden, letzterer lud die sozialdemokratischen Eisenbahner zu einer von den Rcichsbündlern einzuberufenden öffentlichen Eisenbahner-Versammlung ciit und suchte den Nationalverband zu verteidigen. Genosse Adolf Müller widerlegte spielend die „Beschuldigungen" der Herrn Geißler und zeigte unter ungeheurem Beifall der Versammlung in einer glänzenden Rede den Verrat der Reichsbundesleitung an den Eisenbahnern anf. Er versprach auch, in der Versammlung der Reichsbünd-ler zu erscheinen und dort Herrn Ertl dasselbe ins Gesicht zu sagen, wie in der heutigen Versammlung. Genosse Groger fertigte Herrn Dr. Weyer ab und ermunterte die Versammlung zur rastlosen Arbeit für die sozialdemokratische Partei. Die Versammlung verlief in vollster Ruhe und währte drei Stunden. Das Präsidium beastud in Klagenfurt aus den Genossen L a d it c r nnd Wichcr, in Villach aus den Genoffen Peter Melcher und Franz S a m e tz. In beiden Versammlungen wurde eine Resolution beschlossen, die die Forderungen der Eisenbahner zusammenfaßt. Am Schluß der Resolution heißt es: „DaS Verhalten der bürgerlichen Mehrheit im Parlament hat neuerlich den Beweis geliefert, wie notwendig der Zusammenschluß aller Eisenbahner in der sozialdemokratischen Gewerkschaft und den mit ihr koalierten Organi- Gerade der Umstand, daß ein Teil der Eisenbahner in den nationalen und bürgerlichen Auchorganisationen zersplittert ist, und daß unter anderem der Reichsbund deutscher Eisenbahner und die nationale Koalition vor der Budget- beratung in diesem Jahre dem Eisenbahnminister erklärten, daß sic mit der etappenweise« Durchführung einverstanden sind, war das Signal für die bürgerlichen Abgeordneten und für die Regierung, die Eisenbahner neuerlich preiszugeben. Die Eisenbahner haben demzufolge keine Ursache, diesen nationalen Vereinen Gefolgschaft zu leisten. Die Versammelten werden alles aufbieten, um die Einheit und Macht der Organisation zu vergrößern und zu stärken. Die Feinde innerhalb und außerhalb des Parlaments und die Regierung sollen die Eisenbahner stets bereit und gerüstet finden, um ihren gerechten Forderungen den nötigen Nachdruck zu verleihen." » » Eine Rieseneisenbahnerversammlunff. In den Juliensälen in Graz tagte Montag den 22. September unter dem Vorsitz des Landtagsabgeordneten Genossen Michael K o l l e g g e r eine öffentliche Eisenbahnerversammlung, in der Rcichsratsabgeordneter Genosse Josef T o in s ch i k aus Wien zu dem Thema: „Die Eisenbahner und das Parlament" sprach. Die Versammlung wies einen solchen Besuch auf, daß sich die großen Räume in den Juliensälen als zu klein erwiese». Die Grazer Süd- und k. k. Staatsbahner und die von der Strecke aus Süden und Norden sind in Massen erschienen. Auch ein Häufchen Beamte und Bedienstete des Reichsbundes deutscher Eisenbahner fand sich ein, von denen aber keiner den Referenten zu widerlegen versuchte, trotzdem ihnen volle Redefreiheit eingeräumt wurde. Genosse Tom-s ch i k berührte auch die gegenwärtigen Sanierungsverhandlungen mit der Südbahn, und es fanden schließlich zwei Resolutionen einstimmige Annahme, womit die Eisenbahner mit tiefstem Bedauern konstatieren, daß die bürgerlichen Parteien im Parlament zum drittenmal die Durchführung der berechtigten Forderungen der Eisenbahner neuerlich der Willkür der Regierung preisgegeben haben, dagegen wurde aber der sozialdemokratischen Fraktion im Abgeordnetenhaus, insbesondere dem Abgeordneten Genossen Joses Tonisch i k, für feilt unermüdliches Eintreten für die Eisenbahner die vollste Anerkennung und das Vertrauen ausgesprochen. In einer weiteren Resolution nahm die Versammlung insofern Stellung, daß bei den Saniernngsverhandlnngen mit der Südbahn nicht Ersparungen beschlossen werden, die das Personal in irgendeiner Weise schädigen und daß ihr Koalitionsrecht in keiner Weise gekürzt werde. Eindrucksvoll wirkten auf die Versammlung die Freiheitschöre, die vor der Eröffnung und nach Schluß der Versammlung vom Männergesangverein „Flngrad" der Südbahner und von der Sängerrunde der k. k. Staatsbahner zum Vertrag gebracht wurden. Grosze Eiscnbahncrversa,nuilung in Innsbruck. Am Samstag den 27. September abends fand im „A d a m b r ä u" eilte sel,r gut besuchte freie Eisenbahner-Versammlung statt. Ins Präsidium wurden gelvählt: S ch e t» bein und M i n a 111 als Vorsitzende, Viertler als Schriftführer. Genoffc Dusek aus Wien, der als Referent das Wort ergriff, besprach in längerer Rede den Kampf der Eisenbahner um ihre Existenz. Zuerst ist der Kampf im Jahre 1905 in Böhmen ausgcbrochen. Von den Linien der k. k. Staatsbahnen im nordwestlichen Böhmen ist der Kampf auch auf die übrigen Privatbahnen übergesprungen und hat namhafte Erfolge gebracht. An der Hand von Tatsachenmaterial beleuchtete der Referent das eisenbahnfeindliche Verhalten der Regierung und der bürgerlichen Parteien, besonders der christlichsozialen und der ticutschnationaten Abgeordneten. Ganz besonders erinnerte er an das niederträchtige Schwindelmanöver dieser bürgerlichen Abgeordneten bei Beratung des allen Eisenbahnern noch gut in Erinnerung stehenden 20 Millionen-Antrages des Dr. Ellenbogen. Er charakterisierte hiebei ganz besonders jene christlich-sozialen und dcntschnationalen Abgeordneten, die damals den Eisenbahnern weismachen wollten, daß diese 20 Millionen für die Eisenbahner viel zu wenig seien, und als dann vom Abgeordneten Dr. Sylvester 15 Millionen für sämtliche Staats-bediensteten beantragt wurden, wobei auf die Eisenbahner nur 8'8 Millionen entfielen, dies als ungeheurer Erfolg von den Christlichsozialen und Deutschnationalen ausposaunt wurde. Durch direktes Eingreifen unserer Organisation ist dieser Betrag bei den Verhandlungen mit dem Eisenbahnministerium auf 14 Millionen erhöht worden. Wo waren damals die Vertreter der christlichen nnd der nationalen Organisationen? Auf feiten der Regierung haben sie gestanden und haben sich nicht genug in Verlenmdnngen gegen die Koalition und deren Vertrauensmänner tun können. Im weiteren erinnerte Redner an das schofle Verhalten derselben bürgerlichen Abgeordneten gegenüber dem Antrag Tomschik int Jahre 1910 auf Einstellung von 8'8 Millionen zur Verbesserung der Lage der Arbeiterschaft bei den k. k. Staatsbahnen. Sodann beleuchtete er unter genauer Entwicklung des 38 Millionen-Antrages den ganzen niederträchtigen Schwindel betreffend die restlichen 17 Millionen, der von den bürgerlichen Parteien, insbesondere vom Deutschen Nationalverband ausgeführt wurde. Zur besseren Beleuchtung brachte der Referent die beiden Reden des bekannten deutschen „Eisen-bahnersührers", des Abgeordneten Heine, die derselbe am 16. Dezember 1911 als Berichterstatter bezüglich des 88 Mtl» lionen-Antrages und am 2. Juli 1912 bei Verhandlung.über den Antrag Tomschik wegen der restlichen 17 Millionen int Abgeordnetenhause gehalten hat, nach dem stenographischen Protokoll zur Kenntnis. Um diese Wandlungsfähigkeit dieses sauberen Vertreters der deutschen Reichsbündler vollauf würdigen zu können, genüge es, daran zu erinnern, daß zwischen diesen angeführten Tagen der 1. Jänner liegt, zu welchem Zeitpunkt dieser Heine nach Ueberspringung mehrerer. Vordermänner zum k. k. Baurat ernannt wurde. Redner verwies hiebet auf. die Acußerungen des Eisen-bahnministers. wonach die Regierung in drei Raten den Eisenbahnern 15 Millionen geben würde, falls der Antrag Tomschik auf 17 Millionen abgelehnt würde, wobei Genosse Dusek in der Lago war, an der Hand eines Flugblattes, welches der Deutsche Reichsbund im Juni 1913 herausgegeben hat, zu beweisen, daß dieser saubere Reichsbund im Verein mit der nationalen Koalition es war, der der Regierung dieses fragliche Etappenzugeständnis eingegcben hat. Die Diener wissen nun, wem sie den Verrat an der zweijährigen Vorrückungsfrist zu danken haben. Wir haben mit diesem Betrug nichts zu tun, da wir nach wie vor auf der restlosen Durchführung des 17 Mil-r-rnen-Antrages Tomschik verharren. (Rauschender Beifall.) Vorsitzender Scheibein eröffnetc sofort die Debatte über diese Ausführungen und ersuchte unter nochmaliger ausdrücklicher Zusicherung der ungehinderten Redefreiheit die anwesenden Gegner, hiezu Stellung zu nehmen. Es fand jedoch keiner hiezu den Mut, worauf Genoffc Dusek diese Tatsache mit einigen markigen Worten als grenzenlose Feigheit charakterisierte. Nachdem über Antrag Schamesberger Genoffc Gaßebner in sehr interessanter Form den Verlauf der am 6. August 1913 stottgefundenen bcutfchnotionalen Versammlung charakterisierte, faßte Genosse Scheibein in einem kräftigen Schlußwort die heute gewordene Aufklärung zusammen und glaubte mit Recht darauf Hinweisen zu dürfen, daß nun wohl kciit Zweifel mehr bestehe, daß das Recht und die Wahrheit auf unserer Seite ist. Mit einem warnten Appell, durch festen Ausbau der Organisation mitzuhelfen, daß wir ans Ziel gelangen, schloß er um ViU Uhr die großartig verlaufene Versammlung. Vrünn. (Pumpenwärterkonferenz.) Am 22. September fand in Brünn eilte Konferenz der Pumpenwärter der k. k. Nordbahn mit nachstehender Tagesordnung statt: Dienst-u u d Entlohnungsverhältnisse der Pumpe n-wärter. Organ ifationundVcrtrauensmänncr-f y st e m. Genosse Josef Koranda fchildertc den bisherigen Verlauf der von der Gewerkschaft zugunsten dieser Kategorie cingclcitctcit Aktionen und deren Erfolge, wobei er aus die Beschlüsse der vorjährigen Reichskonferenz der Pumpenwärter, auf die Deputatioiisvorsprache und das dem k. k. Eifcnbahimtittv, stetium unterbreitete Memorandum hinwies. Er besprach dann die im ZentralauSschuß für Personalemgelegcnhciten eilige-brachten allgemeinen und spczi:llen Anträge und legte Gewicht auf die Notwendigkeit ein-’.r besseren Organisation unter den Pumpenwärtern. Zwecks leichterer und ersprießlicherer Arbeit empfahl Genosse Koranda den Ausbau eines Pertrauens--männerfystems, dessen vernehmliche Aufgaben er näher umschrieb. An der Debatte nahmen mehrere Delegierte teil, welche unter anderem mannigfache lokale Beschwerden und Wünsche zur Sprache brachten. Gegenstand der konkreten Aussprache waren insbesondere: Ernennung zu llntcrbcamten bei Er- reichung von 1200 Kr. Gehalt, Gewährung mehr freier Tage vor Einführung des 12/24stündigen Tumusses, Nachtdienstzulagen, Prämien, Sonderentlohnung für Reparaturen, Insbesondere bei Werken mit elektrischem Betrieb x. Zum Haupt-Vertrauensmann für die f. k. Nordbahn wurde Genoffc Match. Tatak, Mafchiiicnauffeher in Branowitz, welcher die vorgebrachten Wünsche und Beschwerden in der nächsten Sitzung der Personalkommission vortragen wird. Es wird weiters ein stichhältiges Material gesammelt werden, welches zur Unterstützung der Forderungen der Pumpenwärter verwendet werden soll. An die Pumpenwärter ergeht jedoch der Ruf, daß sie sich der allgemeinen Eisenbahnerorganisation anschließen. Triest. (Konferenz der Ortsgruppeno b» männer.) Am 13. September fand im Arbcitcrhcun eine Obmäniterkonferenz der dem Tricstcr Sekretariat Angewiesenen Ortsgruppen statt, welche von allen Ortsgruppen dieses Rayons mit 32 Delegierten beschickt wurde und die sich mit organisatorischen Fragen beschäftigte. Es wurde auch eine Reihe von für die Organisation bedeutsamer Anträge angenommen. Die Zentrale war durch Genossen Dnsek, das Sekretariat durch die Genossen Kapae, Skobl und Gal auch, die Gewerkschaftskommission durch Genossen Passivia vertreten. Marchegg. Am 2. Oktober d. I. hatten die „Reichs« bündlet" in Herrn Helmers Gasthaus eine Versammlung einberufen, zu der sie sich die Herren 1$ r 11 und Scheibcin auö Wien als Redner bestellten. Die Genossen von Marchegg ließen es sich nicht verdrießen, zu dieser Versammlung zu erscheinen, um den ersten Vorsitzenden der gelben Organisation zu hören. Im ganzen waren wohlgczähltc acht Mann — angeblich ichoit Mitglieder des Bundes — anwesend, dafür aber eine grone Anzahl von sozialdemokratischen Eisenbahnern. Diese acht Herren, und zwar Friedl, Adam, Vaclav «Reger, Rntfchila, Heinrich Hitzinger, Josef Hübl, Bauer, Kahovee, wählten aus Mangel an übrigen Mitgliedern sich gegenseitig in den Ausschuß und wurde erklärt, daß die ü b r i g c n Ausschußntitglteder später gewählt werden. Sie glauben, sic werden noch mehr Leute in Marchegg finden. Zu bemerken wäre nock,, daß die vier crstcrcrt Herren, als sic noch dem Dienerstand angehörten, im sozialdemokratischen Lager gestanden sind, und erst als sie den Unterbeamtcnrang erhalten haben, nicht mehr unter die arbeitet passen. Wir beneiden den Reichsbund auf keinen Fall aus diesen Zuwachs van solchen Mitgliedern. Als Herr Scheib ein zum Worte gelangte, stammelte er einiges, dem man nicht entnehmen konnte, ob cs eine Begrüßung oder sonst etwas fein sollte. Nur die letzteren Worte,waren vernehmlich, die auch wert sind, erwähnt zu werden: „Das Programm des Reichsbundes habe ich ja schon bet der letzten Versammlung gebracht und überlasse es dem Herrn E r 11, einiges heute zu bringen." Herr Ertl nahm denn auch das Wort, um seinen Kameraden zu Hilfe zu kommen, und cs zeigte sich, daß er nicht gar so erfreut war, daß in der Versammlung auch eine große Zahl von Sozialdemokraten erschienen ist. In seinen Ausführungen legte er sich auch einen großen Zwang auf, mit nicht in den gewohnten Ton der Beschimpfung der Sozialdemokraten zu verfallen, und brachte in hochtönigett Worten die völkische Bewegung und die Ziele, dessen Wiedergabe wir uns wohl ersparen können. Genosse Spieß erwiderte Herrn Ertl, indem er dessen Ausführungen in Bezug auf die nationale Koalition der Deutschen, Tschechen sowie Christltchsozialen ins rechte Licht stellte, sowie das Verhalten des Nationalvcrbandes zum Antrag Tomschik im Parlament ausführlich klarstellte. Im weiteren konstatierte Genosse Spieß, daß Herr Ertl mit keiner Silbe den Brennpunkt der Eisenbahner berührt hatte: das ist die Aufbesserung der Bezüge, wie überhaupt die Forderungen und Wünsche der Eisenbahner, welche den Eisenbahnern gewiß dringlicher sind als alle nationalen Phrasen. Dem Redner wurde für seine Ausführungen reicher Beifall zuteil. Herr Ertl suchte wohl in sriner Art unter vielen Mühen dic Versammelten zu überzeugen, daß seine Organisation das Beste gewollt, ja er selbst mit dem Verhalten des NationalvcrbandcS nicht zufrieden sei. Es zeigte sich, daß auch in Marchegg kein Boden für eine gelbe Organisation ist, und so mußten die Herren, ohne Mitgliedcrzuwachs zu erreichen. Marchegg verlassen. Laibach. (Konferenz der Ortsgruppen Laibach s.) Am 15. September tagte im Gasthaus „International" eine Konferenz der Vertrauensmänner der drei Ortsgruppen Laibachs, welche zahlreich beschickt wurde. Als Vertreter der Zentrale fungierte Genosse D u s e k aus Wien, das Sekretariat Triest vertrat Genosse Kap ac. Bei dieser Konferenz wurde nicht nur eine Reihe von lokalen Fragen behandelt und erledigt, sondern die Konferenz beschäftigte stch auch mit den desolaten Verhältnissen in der Tricstcr Staatsbahndirektion im allgemeinen und iit Untersiska im besonderen. Ebenfalls wurde auch hier eine Reihe organisatorischer Fragen zum Beschluß erhoben. Innsbruck. Am 26. September tagte im Arbeiterheim eine Konferenz der Zugsbcgleiter des k. k. Staatsbahndirektions-bezirkes Innsbruck sowie des Südbahninspektorates Innsbruck. An der Konferenz nahmen fast sämtliche Stationen, in welchen Zugbcgleitnngspersonal domiziliert, durch 21 Delegierte teil. Von der Zentrale erschien Genosse Dnsek, ferner Genosse S ch e i b e i n als Hauptvertrauensmann. Die Konferenz beschäftigte sich einesteils mit dem Ausbau des Vertrauens-männersystems unter den Zugsbegleitern, anderseits mit den dienstlichen Verhältnissen sowie mit den Forderungen des Zugbegleitungspersonals und verschiedener lokaler Verhältnisse. Die Vorschläge der Zentrale über den Ausbau des Vertrauensmännersystems wurden von den Anwesenden einstimmig angenommen und die Forderungen der Zugsbeglejter der demnächst in Wien stattfindenden Reichskonferenz der Zugsbcgleiter zur Behandlung überwiesen. j Innsbruck. (Lokalbahnerversammlung.) Die Freitag den 26. September um 11 Uhr nachts im Slrbcitcrhcim abgehaltene Mitgliederversammlung war recht gut besucht und nahm einen glänzenden Verlauf. Der als Redner van der Zeit* trale erschienene Genosse Dusek fesselte die Zuhörer mit seinem Vortrag über den von der Organisation ausgearbeiteten und auf einer Konferenz der Lokalpenstonsausschüsse in Salzburg einstimmig angenommenen Statutenentwurf für den Pensionsfonds der österreichischen Lokalbahnen. Er erzählte des weiteren, daß dieser Entwurf durch die Genoffcn Dietrich und C e r m a k dem k. k. Eisenbahnministerium und der k. k. Generalinspektion überreicht wurde und verweist auf die umfangreiche Beschwerde an die letztere Behörde wegen statut-widriger Unkorrektheit.-n bei der Generalversammlung am 24. Juni 1913, wodurch die vorgeschriebene Abstimmung über den Antrag Dietrich auf Abhaltung einer außerordentlichen Generalversammlung zur Beratung dieses Statutenentwurfs vom Vorsitzenden brutal verhindert wurde. Vorsitzender Genosse Dietrich berichtete hierauf über den Erfolg der Deputation beim Herrn Bürgermeister Greil wegen Uebernahme in den städtischen Pensionsfonds, wobei der Bürgermeister keine zufriedenstellende Erklärung abgegeben habe. Er wurde dabei von Herrn Sterzinger ergänzend unterstützt. Nachdem Herr Sterzinger die vom Referenten D u s e k als ungerecht zurückgewicsene Kritik des zweiten Innsbrucker Delegierten auf der Generalversainmlung verteidigt, griff Genosse Vicrt-l c r ebenfalls in die Debatte ein und konstatierte, daß sich Herr Mayer einer Pflichtverletzung schuldig gemacht habe, wenn er den angeblichen Formfehler Dietrichs bewußt nicht gutgemacht habe. Nach Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten und Beantwortung mehrerer Anfragen der Genossen Kindl-mann, Bayer, Schreier und Kienzl durch den Referenten und Genossen Biertlcr wurde die anregend verlaufene Versammlung kurz vor 1 Uhr nachts geschlossen. Aus den Organisationen. Innsbruck IV. Die verehrten Mitglieder werden noftmals darauf aufmerksam gemacht, dah Vereinsabzeichen sowie Kalender für 1914 beim Kassier Genossen Ruetz zu haben sind und werden die Genossen ersucht, recht ausgiebig davon Gebrauch zu machen. Obcrlcutcnsdvrf. (Sterbckassc.) Den Mitgliedern der Stcrbekasse wird zur Kenntnis gebracht, daß Genosse Wenzel Schwarz in Bklin gestorben ist. Innsbruck IV. (S t a a l s b a h n.) Die geehrten Mitglieder werden ersucht, Lei der nächsten Einzahlung ihre Wohnungsadresse dem Kassier bekanntzugeben und das nach jedem Wohnungswechsel zu tun. Die Bibliothek befindet sich im Arbeiterheim (Musikzimmcr) und ist jede» Dienstag von 7 bis 8 Uhr abends geöffnet. Beim Abholen von Büchern ist das Mitgliedsbuch oder die Karte vorzuwcisen. Kufstein. Als Subkassicr für das Hcighauspersonal wurde Genosse Mandler, Lokomotivführer, aufgestellt. Genosse Mandler ist berechtigt, Monatsbeiträge entgegenzunchmen. Wcipert. (Lebewohl.) Den nach Komotau versetzten Genossen John, Wehmelka und Pa hl er ruft das organisierte Personal der Statidn Weipert ein herzliches „Lebewohl!" nach. Möge es den Kollegen in ihrem neuen Domizil recht wohl ergehen. — An Stelle des Genoffcn John hat mit 1. Oktober Genosse Joses Zorn er die Leitung der Zahlstelle übernommen. Verschiedenes. Die „Freie Volksbühne" und die Arbeiterschaft. Mit zäher Kraft, mit unbeirrbarer Einmütigkeit kämpfen die Arbeiter und Arbeiterinnen der ganzen Erde um die Anerkennung ihrer Rechte, um die Verbesserung und Hebung ihrer Lebenslage. Verkürzung der Arbeitszeit! Erhöhung der Löhne! Das ist der Kampfruf. Und in schwerem Ringen wird Forde-ftiig um Forderung ertrotzt und erreicht. So kommt langsam, aber dennoch Licht und Freude in das Arbeiterleben. Die ^stunden der schweren Werkmühle nfiibtn geringer. Der Arbeiter der Gegenwart lernt etwas Neues kennen: die Muße. Wie viel hunderttausend freie Stunden haben die Gewerkschaften der Menschheit schon geschenkt? Mrni sollte das einmal -nachrechnen........ Mit dieser kühn erkämpften Mußezeit stellt sich aber die moderne Arbeiterschaft zugleich vor eine neue, ebenso schöne wie schwere Aufgabe: cs gilt für den Arbeiter und die Arbeiterin, ihre freie Zeit, die sic nur schwer erkämpft haben, richtig und edel zu benützen. Es gilt, die proletarische Mußezeit so zu gestalten, daß sie der Arbeiterschaft zum Segen wird. Dabei haben wir uns vor allen Lastern der bürgerlichen Flachküpfigkeit zu hüten! Die bürgerliche Welt mag ihre Zeit beim Trunk und Spiel vergeuden. Sie hat so v.icl freie Zeit und so wenig Ziele, sie hat schon so viel erreicht und will jo wenig von der Zukunft, daß ihre kleingeistige Vertrödelung der freien Zeit, ihre Gedankenlosigkeit und ihre Gemächlichkeit erklärlich ist. Aber der wahrhaft revolutionäre Sinn hat mit dem törichten Trunk und dem zwecklosen Spiel nichts zu schaffen. Wir setzen uns nicht an den Tisch des Spießertums. Wer die Welt verändern will, will immer auch sein eigenes Leben verändern. Verändern aber heißt anders machen. So gilt es also auch, unsere Muße anders zu machen! Wie kann uns das gelingen? Jede freie Stunde laßt unS dazu verwenden, unsere Innenwelt reicher und schöner zu machen! Was die großen Geister der Menschheit erdacht haben, da? wollen wir uns selbst zu eigen machen. Lesen und lernen — daö sei die Losung für die proletarische Mutze. Das Herrlichste aller Bildung aber ist die Kunst und vor allem das Theater, Die Wiener Freie Volksbühne ist nun die Stgttr. die dein Arbeiter und der Arbeiterin edle Bühnenkunst zu billigen Preisen und in schönster Form bieten tvill. Der Verein, an dessen Spitze Genosse Engelbert Aernerstorf er steht, wurde für die Wiener Arbeiterschaft gegründet, an ihr liegt es, den Verein groß und mächtig zu machen. Wer für den Monatsbeitrag von Kr. 110 oder Kr. 1-60 (Thcatersitz, Garderobe, Programm inbegriffen) Mitglied wird, bringt so in jedem Monat seines Arbeitsjahres ein paar festliche Stunden, die seiner Erinnerung nicht entgehen, die ihn mit neuem Lebensmut erfüllen, die ihn in seinem Glauben an die Menschheit kräftigen, die seinen Trotz und seine Weltfreudigkeit steigern! Wer Mitglied der Freien Volksbühne wird, erhält zugleich allmonatlich ein der Vereinszeitschrift „Der Strom". Der „Strom" ist eine sozialistische Kunstzeitschrift. Die tiefsten Dichter kommen hier zum Wort. Auch Zeichnungen enthält die Zeitschrift, an der viele bedeutende und zeitwache Künstler der Gegenwart Mitarbeiten. In der Freien Volksbühne erzieht sich der Arbeiter und die Arbeiterin zur würdigen Benützung ihrer Muße-zeit. Hier wird auch um wenig Geld das höchste geboten, was die Menschheit hervorbringt: die Kunst. Die Wiener Arbeiterschaft möge cs erkennen! Jeder wdrbe für die Freie Volksbühne. Sie läßt Goethe und Schiller, aber auch Anzengruber und Ne st roh zu Worte kommen. Die Vorstellungen finden täglich vom 1. September bis 30. Juni in dem so zentral gelegenen Theater „Volksbühne", VII, Neubaugasse 36, statt. Beitrittserklärungen sind in allen Arbeiterorganisationen, Konsum- und Hammerbrotfilialen gratis erhältlich. Organisierte Arbeiter und Arbeiterinnen, die ihre Anmeldungen bis zum 30. November d. I. an das Sekretariat der Freien Volksbühne. VII, Neubaugasse 86, senden, sind von der Beitrittsgeb ühu befreit. Werdet und werbet Mitglieder der Freien Volksbühne! Josef Luitpold Stern, Bilderschmuck in den Eisenbahnabteilen. Aus Veranlassung des preußischen Eisenbahnministers ist zunächst in durchgehenden Zügen, die vom Anhaltcr Bahnhof abgehen, Bilderschmuck angebracht worden. Eine weitere Anbringung der Bilder in den Abteilungen aller derartiger Züge, die von Berlin abgehen, ist vorgesehen. Da die Maßnahme zunächst als Versuch zur Durchführung gelangen soll, wird eS von dem Ausfall abhängen, ob man spater weitergehen und auch andere als v-Züge in den CoupöS mit derartigen Bildern schmücken wird. Die ersten Bilder stellen unter anderem folgendes dar: Das Kriegsschiff „Braunschweig", und ferner Ansichten auS Binz, Kaffel, Danzig, Düsseldorf, Heidelberg. Leipzig, Lübeck, Westerland, Zoppot, Mannheim, Marburg, Lenhausen, Potsdam, Stettin, Trier u. s. w. An Bayerns Knichöslcr *). In der kurzen Lederhose, Wo das Echo hallt darin, Herrschet nicht der echte, große, Nicht der fromme Gottessinn. In ihr wallet die Begierde; Als ein Zeichen auch dafür Gilt uns die gestickte Zierde An der Fall- und Hosentür. Wie du doch, o frommer Bayer, In dem einen widerstrebst! Deine Kniee sind wohl freier Als der Sinn, in dem du lebst. Aber sieh, wie'S immer bunter Treibt der Geist der neuen Zeit! Laß die Hose bald herunter Für die hohe Geistlichkeit! Peter Schlemihl („SimplizisstmuS"). *) Die katholische Geistlichkeit in Oberbayern versucht aus angeblich, siittlichcn Gründen, die Männer in Oberbayern davon abzubringen, noch fernerhin Kniehosen zu tragen. Literatur. „Der Kampf." Sozialdemokratische Monatsschrift. Vom neuen, VII. Jahrgang ist soeben Heft 1 (. Oktober 1913) erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Heinrich Beer: Der siebente Gewerkschaftskongreß; Viktor Adler: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels; Oda Olberg (Rom): Oesterreich in italienischer Beleuchtung; Hermann Diamond (Lemberg): Der § 14 und seine Anwendung; Siegfried Schab: § 14, Obstruktion und Sozialdemokratie; Jakob P i fti n er (Czeruowitz): Die Gefahr des § 14; Otto Lang (Zürich): Der Grundsatz der Individualisierung im österreichischen Strafgesetzentwurf; Wilhelm Ellenbogen: Geschwornengerichtc und Parteiprogramm; Jakob Brod: Die sozialhygienischcn Zustände im inührisch-schlcsischcn Steinkohlenrevier; D. I. Bach: Der, Arbeiter und die Kunst; Büch erschau' Antimarxistische Literatur. Nationalitätenfrage, Dichtungen. Redaktion und Verwaltung befinden sich in Wien V/1, Rechte Wienzeile 97, wo der neue Jahrgang um 6 Kr. abonniert werden kann; kein Vertrauensmann versäume cs, dies zu tun. Ein Bebelbuch. Wohl wird das Andenken an unseren August Bebel in den Herzen des Proletariats lebendig bleiben, da sein Werk lebendig ist und täglich neues Leben hcrvpcruft, nichtsdestoweniger wird der Wunsch, das Erdenwallen und Schaffen unseres großen Vorkämpfers naher kennen zu lernen, gerade jetzt, da der Schmerz über seinen Verlust noch frisch ist, in weiten Arbciterkreisen vorhanden sein. Zwar hat August Bebel in seinem Memoireuwerk „Aus meinem Leben" uns den besten Aufschluß über seine Persönlichkeit und sein Wirken für die Partei gegeben. Aber er konnte dieses Werk nicht vollenden, außerdem ist es auch nicht allen Arbeitern zugänglich. Es ist daher nur zu begrüßen, daß die B u ft ki a n b l u n g Vor wä rtS schon wenige Wochen nach dem Hinscheidcn Bebels mit einem Büchlein heraus-kommt, das dem Gedächtnis und der Würdigung de? unvergeßlichen Vorkämpfers gewidmet ist. Genosse Hermann Wendel zeichnet in der Schrift knapp und doch anschaulich ein Lebensbild August Bebels und stellt ihn plastisch als Mensch, Parteiführer und Politiker vor unser geistiges Auge. Die Schrift hat tatsächlich den großen Vorzug, daß sie nicht allein mit dem Kops, sondern, wie der Verfasser sagt, mit dem Herzen geschrieben ist; sie Wird sicherlich auch zu Herzen sprechen. Die 103 Seiten starke Schrift ist würdig anSgestattet und enthält ein farbiges Bild des greifen Bebel nach dem Porträt von Tronnier. Der Preis ist l Mk. Eine ungekürzte Vereinsausgabe lostet 50 Pf. Wir wünschen dem Büchlein die weiteste Verbreitung. Eingesendet. (tziie tiefe Sutril übernimmt dt« Redaktion keine Berantworiung.) Gut und billig ist die Losung der Firma Etzler u. Dostal, welche am weltberühmten Brünner Tuchfabriksplatz ihren Sitz hat, und jedem Privaten die vorteilhafte Gelegenheit bietet, diese unerreichten Erzeugnisse aus direkter Quelle zu beziehen. Die reichhaltigen Kollektionen nur moderner erstklassiger Stoffe er. hält jeder Private postfrei zugeschickt, um seinen Bedarf ohne Zwischenhand billig einkaufen zu können. Mitteilungen der Zentrale. Verwaltungskomiteesitzung am 3. Oktober 1913. An Unterstützungen werden bewilligt: a) Hinter-bliebenenunterstützungsfonds: 38 Fälle 3050 Kr.; b) Hilfsfonds: 2 Fälle Kr. 242*50; c) aus Vereinsmit-teilt: 163 Fälle 3590 Kr., 31 Fälle abgewiesen; d) aus den Mitteln des „Eisenbahner": 2 Fälle 60 Kr. — Der Rechtsschutz wird für 96 Fälle bewilligt. — ExPen-s e n für 15 Fälle Kr. 3085*41. — Erledigung des Einlaufes. — Bericht über die mährische Landeskonferenz in Brünn aut 28. September 1913. Versammlungsanzeigen. In nachstehenden Orten finden Versammlungen statt: Marburg I. Am 11. Oktober um 8 Uhr abend» in Kreuz» hosertz Saal. Komotau. Am 19. Oktober um 2 Uhr nachmittags in Georgs Gasthaus in Oberdorf. Kaaden. Am 19. Oktober um 3 Uhr nachmittags in Wagners Gasthaus in Brunnersdorf. Parschnitz. Am 17. Oktober um 3 Uhr abends im Ver-einSlokak. Sprechsaal. Offene Anfragen. An die k. k. Staatsbahndirektion tu Krakau. Seit zwei Monaten ist in Taruöw keine Jaworzuokohle zum Hausgebrauch für das Personal zum Verkauf am Lager. Es wird zwar in kleinen Mengen die minderwertige Siersza-kqhle verkauft, jedoch hat dieselbe, trotzdem sie teurer ist als Jaworzuokohle. als Brennmaterial in Privatwohnungen gar keinen Wert. Das Fehlen der Jaworzuokohle ist in Tarnöw während des Winters schon ständig und bittet das- gesamte Personal um dringende Abhilfe. An die Generaldirektion der Südbalm in Wien. Die Bewohner der Personalhäuser (Diener- und Ar-beiterwohnhäuser) erlauben sich die höfliche Anfrage, wann endlich die elektrische Beleuchtung in den Wohnungen eingerichtet wird. Nachdem das elektrische Licht bereits auf den Stiegen und in den Gängen eingeleitet und Strom zur Beleuchtung der Wohnungen genug vorhanden ist, überdies das Personal bereit ist, die Amortisation der Beleuchtungsanlage zu tragen, so wird um baldigste Erledigung gebeten. An die Vcrkehrsdirrktion der Südbahn in Wien. Die Zugsführcr der Station Triest (Südbahn) haben am 80. November 1912 eine Eingabe an die Verkehrsdirektion gemacht, wo um Anslaffung der italienischen Dienstivag-'n Serie, ff. S. gebeten wurde. Da nun der Winter mit seinen Unbilden bald eintreten und der Aufenthalt und das Arbeiten in einem italienischen Dienstwagen gesundheitsstorend entwirft, so bitten die Zugsführcr um eine umgehende Erledigung. An die Verkehrsdirektion der k. f. privilegierten Süd-bahngesrllschaft in Wien. DgS Verkehrspersonal der Südbahn und der k. k. Staatsbahn in Vordcrnbcrg hat im Monat April d. I. ein Gesuch um eine ordentliche Beleuchtung der StationS-anlagen der Station Vordernberg-Südbahn eingebracht. Ta nun die Zeit der langen Nächte beginnt und die Ausübung des Dienstes in dieser Station wegen mangelhafter Beleuchtung direkt lebensgefährlich ist, so ersuchen die. Bittsteller um sofortige Durchführung ihres Ansuchens. Briefkasten der Redaktion. BischofShofen. Brief nicht erhalten. — Knittelfeld. Kor-respondenz aus A. nicht verwendbar. — Mcrim-Binlfchgau-bahn. (Deutschgelbe. Musterpflanze) eignet sich, nicht zur Veröffentlichung. — SpiSberger. Nach den gegenwärtigen Bestimmungen kommt für den Härtenausgleich nur die definitive Dienstzeit in Betracht. (674, I. M. 913.) — Heia 18. Sie rücken in die 1100 Kr. am 1. Juli 1915 vor. Für Sie gilt nicht das ' Gehalt- sondern das Ueberleitungsschema, (740,1. M. 913.) — I. K., Triest. Kommt in nächster Nummer. Gruß! Für den Inhalt der Inserate Übernimmt die Redaktion und Administration keine wie Immer naarlete Vor-o e untwortung. e o Für den Inhalt der In-•erate übernimmt die Redaktion und Administration kolno wie Immer «earieto Var-o o entwortuag. o o WHWM«WtWWWSMVBkNI^»Ü>O»k.l» üerftri Kmners Gegen Monets- tahlimgcn von _________________________ Ohne Ansshl. 5 Tusffß zur Probe kfiustrierteo Kictsiog gratis und frei. Bis? 8 Fream?, Postfach 553/3 Wiest Vl/a Oe* «n. V R. ^Parteigenossen! Bestellet euch jeder für eure Familie ein itzaketfehlerfreier Neste, enthaltend: Prima Kanevas für Bettüberzüge. starken Hemdcnoxford. Zesir für Hemden und Kleider, Blaudruck, Blusen- und Kleiderstoffe, Leinwand ec. Alles in Prima Qualität. 40 Meter 1 um 16 Kr., beste Sorte 40 Meter um 18 Str. per Nachnahme. Die Länge der Reste beträgt von 4 bis zu 14 Metern und kann jeder Rest bestens I verwendet werben. Für Wiederverkäufer glänzender Verdienst. 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