« 2N3WANN2VU Kr Anllst) Literatur, Theater u. geselliges Leben. Zledigirt von Leopold Kordefch. ^ ^4. M01 atag am A3. Jänner H.OHO. Mdr,a 0, ^"" ^ haloiahr,« !> «. Durck d,e t. f.. ^r/o^er3us!ndü,,^an^a" bezahlt. Alle f. f. Poüämicr n ,^m.n"P7ü.^//u°',7a,! Alleiu. V o ziehet fort, so fliehet denn Ihr falschen Freunde oll'! Ich kann euch wahrlich zeche» sch'n; Cs „locht mir keine Qual. Als ich gesund und glücklich war. Mein Dienst euch wohl gefiel, Da schien ich uuentbchrlich Zar Bei Ernst und heiter», Spiel! Nun aber, weil ich elend bin, Und ench nicht nützen kann,. Nun licht ihr treulos Nile hin — Und seht mich kaum mehr an? Erst schmerzt' es mich, und düst'rcr Gram Ward mir im Herzen laut; Doch nun erfüllet mich nur Lcham Daß ich euch je vertraut. Und eine Lehre bleibt es mir, Für lünfl'Ze Lebenszeit: Wie Lille >in » tz nur waltet hier Und nirgend Redlichkeit. Wie man sich leinen Dank verdient. Mit aller Lora.' und Nüh' — Wie »ur die Schmeichelei gewinnt Die Treue - aber nie! M. Vchooar. Der Traum des Glücks. (Märchen und Wahrheit.) Von Adolph Ritter v. T sch a b » schn igg. (Beschluß.) „Sehen Sie, wie Fortuna indiscret seyn kann," li-svelte der Prinz lächelnd, und scharrte Tausende zusam­men, „aber wenn man mit seiner Kassette broullirt ist, sollte man billig nicht spielen, wahrlich nicht, wenn es auch nur geringes Geld gilt. Adieu, »wn n»^! bei den Da­men erwarte ich Sie im Salon." Alberto war wenig durch sein, als des Fremden Un< glück verstimmt. „Der arme Kapitän scheint sein letztes Gold verloren zu haben." „„Unstreitig,"" bejahte Vonton , während er seines Herrn Kravate ordnete. „Das zweite Portefeuille schien ihm schwer am Her­ zen zu liegen." „„Dürfte die Regimentskasse enthalten haben!"" „Gott! und was wird er nun beginnen?" „„Sich erschießen oder landfliichcig werden, so er ein Mann von Ehre ist, sich aufgreifen lassen und auf die Fe­ stung wandern, wenn er Trost verloren had!"« „Um des Himmels Willen! eile ihm nach, bring' ihm diese Börse, die Chatoulle, sa,g' ihm, dasi ihm meine ganze Kasse zu Diensten steht." „„Wo denken Sie hin"" fiel der Haushofmeister be­lehrend ein, „„wo käme man hin, wenn man jeden Tho­ren, jeden Bösewicht vom Galgen retten wollte, was ge­schähe mit der Justiz, wovon lebten die Raben? und zu dem ist es schon zu spät, bis ich ihn finde, ist er todt, ent­flohen oder verhaftet: Beruhigen Sie sich mein Verehrter! das köstliche Mahl wird in Kurzem seruirt werden, sie kön­nen den neuen französischen Koch versuchen, und Prinzessin Reh wird die Krone ihres Festes seyn."" Ein Paar Herren kamen gehüpft, waren liebenswür­dig, und man verfügte sich in den Salon. Alberto hatte Lil a an diesem Tage noch nicht gesehen. Ih r schmelzen­der Blick, ihre feuchtstrahlenden Lippen lächelten unsäglich schön der Gesellschaft entgegen. Er hielt bezaubert bei der Thüre an, und versank in dem lieblichsten Anblicke. Ihre Locken waren auf das Reizendste geordnet, Juwelen schlan­gen sich blitzend durch dieselben, und den schimmernden Nacken hoben Reihen kostbarster Perlen. Was die Natur in der Fülle ihres Wohlwollens an sie verschwendet hatte, hob die Kunst mit zauberischer Hand. Ihre Kammerzoffe Mode hatte heute an ihr das Meisterstück abgelegt. Wer konnte diese von feinsten Spitzen umwölkten Arme erbli­cken, ohne sie mit denen der Liebesgöttin zu vergleichen, wer diese schlanke, durch alle Kunstgriffe der Joffe gehobene Gestalt betrachten, ohne Lil a für das reizendste Weib der Erde zu erklären? Im Gefühle seines Glückes eilte Al­ 3V8 berto ihr feurig entgegen und bot ihr zärtlich die Rechte Lila erröthete unmerklich, und nickte fast verlegen; er hatte des Prinzen witzige Rede unterbrochen. Sie wendete sich verbindlich sogleich wieder an diesen, und war bemüht, durch doppelte Aufmerksamkeit die gestörte zu ersetzen. Der Prinz schien des Sieges gewiß, Alberto starrte betroffen auf die Gruppe. Man rief zur Tafel. Prinz. Thee bot Lila den Arm, Paar auf Paar schleifte in den Speisesaal, nur Prinzessin Reh blieb noch übrig. Der Haushofmeister stiesi Alberto an, er bot ihr den Arm. Man nahm Platz. Kostliche Gerichte überboten einander, in Kristallgläsern perlte der feinste Wein; aber ungeachtet des nüchternen Frühstückes quoll Alberto der Bissen im Munde, ward ihm der Freudenwein zum Wermuthe. Lil a schien ihn nicht zu bemerken, und nur für den Prinzen Sinne zu haben. Der Haushofmeister bediente seinen Herrn, und raunte ihm etwas ins Ohr. Alberto wendete sich zur Prinzessin, und sagte einiges Verbindliche. Lange hatte sie erfolglos einzelne Reden an ihn verschwendet; das erste kleine Gelingen öffnete alle Schleusten ihrer Beredsamkeit. -Ihre matten Züge wurden schnellkräftig, ihre trüben Augen funkelnd, als sie aus dem Conversations - Lerikon für Da­men alles sagte, was sie wußte. „Prinzessin ist eine ge­bildete Dame" lispelte Bonton , „in der That eine Dame ersten Ranges; sie müssen sich geehrt finden, mein Herr, daß sie ihnen so viele Attention schenkt." Reh kam nun auf Lavater zu reden, gestand ihre geheime Kennmiß der Gesichtszüge, und konnte ihre diesfällige Wissenschaft nur rühmen. Sie nannte den Prinzen in Folge der Kassan­dragabe einen unblutigen Sieger, Lila das zärtlichste aber flatterhafteste Weib, und Alberto zum gehörnten Sieg­fried vorbestimmt. Man hob die Tafel auf. Prinzessin Reh trat zum Flügel, alle seufzten im Vorgeschmäcke kommenden Genus­ses, ehe sie begann—unterdrückten ihr Lachen, ihren Ohren­zwang, so lange sie vortrug, und erschöpften sich in Bei­fallsbezeugung, als sie endete. Prinzessin Reh neigte sich geschmeichelt. Bonto n gab seinem Herrn einen Wink, er fuhr aus seinen Träumen empor, klatschte heftigst und schrie Iirllv», drllv», drllvi88im»,. Ein schalkhafter Liebes­blick belohnte ihn. Man beschloß eine Spazierfahrt. End­lich durfte Alberto hoffen, im begränzten Räume seines Wagens mit Lil a allein von der widerwärtigen Welt ab­gesondert zu athmen. Sein bedrängtes Herz wollte sich nun Luft machen; o gewiß ein leises Wort des Vorwurfes, und weinend und liebend sinkt Lila ihm an's Herz, und jedes kleinste Mißverständnis; ist gehoben. Er folgte Lil a auf der Ferse, hob sie in den Wagen, doch als er eben selbst den Fuß in den Tritt setzen wollte, klappte ihn Bon­ton in die Höhe, schlug die Landauerthüre zu, und wies Alberto nach rückwärts. „Hier mein Herr ist ihr Gick, prächtige Arbeit, belieben sie einzusteigen, — echter Ros­mini — sie sind das glücklichste Menschenkind in der Welt. Alles bewundert Ihre Tafeln und Equipagen, bethet Ihre Gemahlin an, und beneidet Sie um Ihren Geschmack, um Ihren feinen nir, mit dem Sie genießen." Alberto ward in den Wagen geschnellt, der Haushofmeister folgte, die Holsteiner zogen an.- Man fuhr auf der besten Chaussee, und konnte sich nur über Staub beklagen, begegnete den elegantesten Herren und Damen, und übertraf sie, und hatte endlich den Genuß, eine Pappelallee, die eben ange­legt wurde, an der Seite zu haben. Man stieg in einen Pavillon ab, und fand Kollation, aß, da man sich beim Diner überladen hatte, nichts, und verweilte eine Stunde. — Nun leuchtete der Sonnepunkt des Arrangements; ge­schmückte Kähne waren bereitet, Wimpel flatterten, Ruder schlugen, und man fuhr auf einem künstlichen Weiher. Weit voraus gleitete Lilas Kahn, sie schien ihm für immer zu entschweben. Alberto starrte in die dunkle Fluth, in die trügerischen Wellen, die sein Bild kalt aufnahmen und zerrißen, in den blauen Himmel, der so schön sich über ihn wölbte, wie ehemals, aber ihn nicht mehr an Lila's treues Auge erinnerte. I n der Ferne blies eine Schalmei eine einfache, klagende Weise, ach, es lag so viel Schmachten­des, Seliges in dem Liebe, er hatte es noch nie gehört, und doch sollte er es kennen, es schien den Refrain eines ganzen Lebens in sich zu enthalten. Ein armer Fischer saß am Ufer und angelte, oft schnellte er die Schnur in die Höhe und täuschte sich, doch sah er stets heiter und zufrieden aus; ein junges, volles Weib brachte ihm kühle Milch zum trinken; Albert o gingen die Augen über. Da traf ein Schrei an sein Ohr, und als er umsah, schlugen eben die Wellen über Fritz chen zusammen, der Knabe hatte die begleitenden Schwäne gefüttert, und >par in der Lebhaftigkeit der Kindheit über Bord gefallen. „Allmächtiger Gott!" schrie Alberto, „mein Kind, o mein Kind!" und sprang an die Brüstung, um sich ihm nach in's Wasser zu stürzen. „5s vouz i»-ls, Barons warnte der Haushofmeister, „sie ziehen sich Schnupfen zu und Diarrhöe, reiben sie sich gefälligst zur Abkühlung, die Glieder zuerst mit kaltem Wasser, noch besser wäre es, man führe an das Ufer, und schickte dort den armen Teufel vom Fischer in die Wagnis;." — „„Zurück, Spottgedurd der Hölle!"" schrie Alberto außer sich, stieß den Haushofmeister beiseite, und sprang in die Flut. Eiskalt lief's ihm durch alle Glieder, in der Tiefe vor sich sah er die Züge seines geliebten Kindes gaukeln, er schoß hinunter, griff es mit Verzweiflung, und rieß es mit sich in die Höhe. Mi t Anstrengung erreichte er das Ufer, aber Fritzchens Arme sanken schlaff, seine Züge waren schneebleich, seine Augen geschloßen, Alberto's Liebling war dahin. Alberto zerriß sich die Haare, schlug seine Brust, und bot alle Schätze der Erde für einen Blick seines Kindes, für ein Lächeln des theuern Wesens. Umsonst! er sank in bewußtloser Verzweiflung hin. Der erste Ton, der wieder ins entfesselte Ohr ein­drang, war das Bellen eines Hundes; die Ohnmacht hatte seine Sinne gebunden, in undeutlichem Bewußtseyn fuhr er in die Höhe, Treuwacht sprang lustig um ihn und leckte ihm bellend die Hände,—drüben vor ihm lag seine arme glückliche Hütte, von stiller Flur umschlossen, an der Seite rauschte der Wind durch die Kronen des Waldes, 293 und vom Hügel herunter schritt seine Lila im Glänze des Festtages, und Fritz che« und Bert ha sprangen ihm entgegen. „O mein Fritzchen, mein Weib, meine Kinder" ju­belte Alberto laut, und sank freudeweinend in liebende Arme. Lila umschlang ihn zärtlich. „Was bliebst du so lange aus? Die Maisonne ist eben im Versinken." Cr drückte aber Lil a fest, als sollte sie ihm entrissen werden, an's Herz, blickte lächelnd über die ruhige Fläche des Sees, und in den Abendpurpur und in den goldenen Blütenre­gen, und lispelte selig: „Ich will dir ja Alles erzählen, Lila ! Alles!" Die Fischer. Vaterlmidischc Novelle von Dl. Rudolph Puff. (Beschluß.) Marti n bereuet« die Lüge, aber da es ihm für den Augenblick alles galt, den Freund los zu seyn, war er froh über seine Heftigkeit, packte seine Kostbarkeiten ein, und trat mit Gefühlen, in welchen sich Hoffnung und Furcht, frohe Erwartung und beklemmte Ahnung seltsam mischten, schnellen Schrittes den Weg nach Sc. Kanzian an. — Aus dem sonst so stillen Dörfchen donnerten die Poller, gegen das Kirchlein von St . Stefan drängten sich ge­schmückte Landleute, berittene Bursche jagten an ihm vor­über, und sahen mit verächtlichem Mitleid auf ihn herab. Eine unbeschreibliche Angst schnurrte ihm die Brust zusam­men. Plötzlich hallten alle Glocken. Buntgemischtes Volk drängte sich gegen ihn, hüllte ihn in seinen Knoten ein, und trieb ihn, ohne daß er leicht ausweichen konnte, gegen die Kirche. „Platz gemacht für die Hochzeitsgäste!" rief der Brautvater (.8t»rl»l>>in!l) dem eine Schar Vettern und Muhmen des reichen Andrea s folgte. „Aber sagt mir doch, was es gebe? fragte mit fast tonloser Stimme der Jüngling einen dicken Burschen, der sich mit einem grosien Weinkruge fruchtlos durch das Gedränge mühte. „„Ei, seyd ihr denn allein so fremd Martin" " keuchte der Gefragte, „„daß ihr allein nicht Theil nehmen wollet, ja gar nichts zu wissen scheint von dem Hochzeitsfeste, welches der reiche Andreas zu Ehren der Vermählung seiner schönen Alenka mit demstattlichen Säumer Arn ek veranstaltete? da seht dort, über die Ecke biegen eben Braut und Bräutigam, «»3 «>>ivi! schrie der Junge, und mit ihm der ganze Volkshaufe. Nur Marti n stand starr und unbeweglich, wie in dem Boden gewurzelt, sein Blut gerann ihm zu Eis, denn Alenka scherzte so überselig, so glücklich an Arneks Seite, der stolze Bräutigam schlang so traulich seinen Arm um die verklärte Jungfrau, daß Marti n nur zu gut ein­ sah, sie folge zu dieser Verbindung einer entscheidende­ ren Stimme, alö der ihres Vaters. Der Strom des Vol­ tes riß ihn mit in die Kirche und dort bis zum Altare. Auge gegen Auge stand ihnen der junge Fischer gegenüber, aber sie blickte so schuldlos, so unbefangen, daß sein er­ schüttertes Gemüth kein Wort für ihr Benehmen fand. Und als der Priester zum letzten Male mit vernehmlicher Stimme fragte, ob irgend jemand etwas einzuwenden habe gegen die Verbindung Alenka's mit Arnek, und dem armen Marti n unwilltuhrlich der Ausruf entschlüpfte: „Mein Herz und ihre Eide!" und sie doch so unbefangen lächelte auf den vernichteten Jüngling, da litt es ihn nicht länger bei der heiligen Ccremonie, die ihm Leben und Se­ligkeit abschnitt für diese Welt. Mi t der Hast eines Wahnsinnigen machte er sich Bahn- durch das gaffende Volk, eilte mit geflügelten Schritten in seine Wohnung, und als es ihn auch dort nicht litt, an das Ufer von St . Veit. Die Perlen rasselten in seiner Tasche, die Glocken, welche das Ende der Vermählung kündeten, schnit­ten in seine Seele; aus dem Wirthshause schien die Tanz­musik zu höhnen, aus dem Krater von Rethie klangen lo­ckend die geheimnißvollen Töne, und wie noch hinter dem Vernichteten Ulrich laut nachrief: „Warte Bruder, du hast dich geirrt, sieh hier meine treue Mcta ! laß mich re­den mit dir!" da war es, als ob alle Furien sich hefteten an die Sohlen des Unglücklichen. „Ich will die Tiefe messen, wie mir der Alte befahl," sprach er, „sage Alenka, der Vater habe guten Rath gewußt," und ihm Nu , ehe der mitleidige Freund ihn ereilbe, war Marti n am Rande des Kraters, und in demselben Augenblicke verschwunden. Ueber ihm aber donnerte das Gestein kollernd zusammen, und der geheimnißvolle Trichter schloß sich für immer über das Opfer unsäglicher Liebe. Arnek, der Säumer aber fand für gut, mit seiner Braut und dem Schwiegervater eine Gegend zu meiden, in welcher der erbitterte Ulrich mit seinem Anhange ihm die ersten Tage seines Glückes gewaltig störte — die später« vielleicht für immer vereitelt hätte. Der Islam, oder die muhnmedanische Re­ ligion. Aus den »GcmcmnUtzigen Blättern.« Der Islam hat wenig Eigenthünlliches, da der Stifter dieses Glaubens, Muhamed , ein Mann ohne höhere Bildung war und nach der Tradition weder lesen noch schreiben konnte. Die Kunst zu lesen, soll ihm erst der Engel Gabriel durch einiges Schütteln beim Schöpfe bei­ gebracht haben. Die schriftliche Grundlage dieser Religion, der Koran, (dessen Urkunde auf die Haut des Widders, den Abraham statt seines Sohnes auf dem Berge Moria opferte, geschrieben seyn soll,) enthält außer vielen bibli­ schen Erzählungen von Adam, Noah, Abraham, Moses, Esra, Jesus :c. Lobpreisungen Gottes, und neben guten Sittenlehren und Ermahnungen zur Wohlthätigkeit auch Vorschriften, die zum Theil sehr willkührlich sind. Das Buch ist ein Gemisch, aus den verschiedenartigsten Bestand­ theilen zusammengesetzt, deren Ursprung aus jüdischen, christlichen und zoroaster'schen Begriffen oft leicht erkenn­ bar ist. Es ist ein Gott(4illli>) und Muhamed ist sein größter und letzter Prophet, das ist die theoretische Hauptlehre des Korans, und damit ist die ganze Dogma­ til der Moslemin (Gläubigen) geschlossen. Ihre Secten gründen sich nicht auf Unterschiede der Lehre, sondern auf verschiedene Annahmen der echten Nachfolger Muhamed's und äußerer Gebräuche. Wie weit Muhamed davon ent­ fernt war, in anderen Religionsformen nichts als Aber­ 3«b» glauben und Thorheit zu fmden, geht auch aus der Aeus­ serung hervor: „Es dünke ihm thöricht, zu behaupten, daß Gott, der Aller Schopfer sey, nicht auch Allen sich offen­ baren sollte. I n Beziehung auf die wunderthätige Kraft stellt der Koran Iesum selbst über Muhamed, indem versi­ chert wird, Gott habe i« ^ (Iesum) mit Wundern gesandt, Muhamed aber mit dem Schwerte. Aber nicht zu verkennen ist der nachtheilige Einfluß, der, dem Koran eigenthümlichen Lehre von der Prädesti­ nation oder Vorherbestimmung, nach welcher lein Mensch seinem, ihm von Gott angewiesenen Schicksale entgehen kann. Denn diese Lehre machte zwar die Muhamedaner zu muthigen Soldaten, hemmte aber auch die Cirilisuion und die Entwickelung guter Staatsverfassungen, so wie die erlaubte Vielweiberei und die sclavische Stellung der Frauen viele disharmonische Elemente in das Familienleben brachten. Die Vorstellungen von Gott und dem künftigen Leben werden im Islam von staiMunlichen, zum Theile üppigen Bildern getragen. Gott sitzt im höchsten, im siebenten Him­mel auf einem prächtigen Throne, und regiert von da aus die Welt mit unbeschränkter Willkühr. Das Paradies, ein unendlicher Garten liegt unmittelbar unter Allah's Throne. Aus Perlen und köstlichen Edelsteinen besteht dessen Fuß­boden, seine Mauern sind von Gold und Silber, und die Bäume von gediegenem Golde, welche indes; die erquickend­sten Früchte tragen. Es gibt da Flüsse von Wein, Milch und Honig, das herrlichste Fleisch und die weichsten Ruhe­betten im kühlenden Schatten. Die Seligen werden von schönen Jünglingen bedient, und leben mit den reizenden Huldinen, den Houris, in zärtlicher Verbindung. I n Mu­hameos Parke steht der Baum der Glückseligkeit <7e»w>), der so groß ist, daß das schnellste Pferd 1000 Jahre braucht, seinen Schatten zu durchlaufen, und dessen Zweige sich mit ihren Früchten von selbst zu dem Munde des Genießenden herablassen. . Die Gläubigen werden, in Leinwand gekleidet, aufer­stehen, die Ungläubigen aber nackend. Sämmiliche Men­schen müssen, wenn ihr Leben und ihr Schicksal auf der ewigen Wage abgewogen ist, über eine Brücke (8iv.il) ge' hen, die so fein ist, wie ein Haar, und scharf, wie die Schneide eines Scheimiessers. Die Gläubigen, von Engeln geleitet, gelangen glücklich hinüber, die Ungläubigen aber stürzen in den Abgrund der Hölle. Hier werden sie in Kleider von Pech gehüllt, in ein ewig brennendes Feuer geworfen, und wenn ihre Haut verzehrt ist, werden sie wieder mit einer neuen versehen. Zur Befriedigung ihres Hungers und Durstes gibt es nichts, als stinkendes Wasser, und die Früchte des Höllenbaumes 2!>lMnn, dessen Früchte wie Schlangenköpfe aussehen. Nevne des Mannigfaltigen. Mit Vergnügen theilen wir, die uns aus Ofen und Pest anher zugekommene Nachricht, von der dortigen Er­ richtung einer öffentlichen gymnastischen Schule für die Jugend beiderlei Geschlechtes mit, weil wir überzeugt sind, daß auch unsere Erziehungs-Vorsteher diesen wnhlthätigen Zweck nicht verkennen werden. Des näheren Programms wegen, verweisen wir die Herren Leser an die vereinte Of­ner und Pester Zeitung Nr. i. >llrl>i,!»tickl> ?u!i,r>2<-njit entfernt, diesen. Allen de» Werth abzusprechen, denn sie lassen sich schon lesen, doch hei einer allfnllige» Produktion würden dieselbe», wenn sie nicht von einer geübten Hand gcrnndet norden würden, sehr Ia»gweil>g wer­ den, wo sodan» der Zweck des Drama gewiß verfehlt wäre. Uebrigcns ver­ missen wir in, erste» Stücke den Mangel einer Originalität, wie der Verfas­ ser selbst bemerkt. Ganz anders jedoch ist das zweite Stück. Die berührte» llnsormen abgerechnet, ist dasselbe im echt nationale» Charakter geschriebe». Dasselbe athmet eine poetische Gl»t, welche aus den Gewinde» der blumenreichen Sprache den Leser entzückt, und ihn in die Zeiten zurückführt, wo Men­ schen sich in de,» Schatten der tronrcndcn Cypresse» noch glücklich fühlten, und unter de», Fittige der eensten Wehmut!) glückliche Herzen «» Herzen »schlugen, wenn auch feiudgesinnte Stürme ihren Himmel bedrohctcn. Die Handlung ist dramaiisch und Herr Ur, Demeter hat gezeigt, daß in ihm ein echt dramatisches Talent schlummert, welches nur geweckt werden muh, um herrliche Früchte zu tragen, Druck und Ausstattung lassen nichts zu wünschen übrig. Ach, daß man doch Von der krainische» Literatur bald auch so elwas sage» dürfte! Io seph Vnch enha i». Aliftöfullg des Anagraiums im Blatte Nr. ?3. Snez — Ze«s. Laibach. Drnck «nd Verlag von Joseph Vlasnik.