Schriftleituttg: x a . Leno-ltunz: I«ttz«u»gaffe «r. 5 A ^ A a Rathaus««», Nr. 5 (•■grul »•■«.) M M ^WVrW M M («Ii«rteal.) = raraei*ii MM^MW Minäw^Kbr «»'«>»«>»»» cr»«k» ftch d«s«!L! ^ ~ ~titt1t n w r Tl heeKssÄ- ™Mn1, I _^T Klagdettctc ttraaaieBtl »m«l.«».»°m. mm. ««"« bt, »»- w)w»ett«m. Gissi. Ponrerstag. 18. Mlai 1905. Ter Verschleiß ist an Sonntagen zwischen dem 16 Siptemder und 30. April den ganzen Tag gestatiei, in der übrigen Jahreszeit von halb 8 Uhr früh bi« 1 Uhr mittag» und von 4 bi« 7 Uhr abend«, jedoch dürfen in dieser letztge-n innen Zeit leine HilfSarbuier oder Arbeiterinnen verwendet werden. Bei den Fleischhauern und Wildpcethänd« lern: Im ganze Lande mit Ausnahme von Graz und Marburg von 5 Uhr früh bi« 10 Uhr vormittag« ist die So»ntag«arbeit gestattet. Schlagen von Großvieh ist an Sonntagen im ganzen Land« verboten. Die gleichen Stunden der Sonntag« sind sür den FleifHselcher und Wursterzeuger gestatt««. Bei den Friseure» und Rascuren: Im ganzen Land« ist di« Sonntag,«arbeit zwischen 6 Uhr früh und 12 Uhr mittag« gestattet. Bei den Milchmeiern und Milchverschlrißern: Im ganzen Lande außer Graz und Marburg von 4 Uhr früh bi« 10 Uhr vormittag« und von ü b>« 7 Uhr abend«. Bei d«n Riiurblumenhändlern und Bind«rn: Mit Auenahme von Graz im ganzen Lande von 6 Uhr früh bi« 12 Uhr mittag«. B. Handel«ge werbe. 6 i II i, Trifail u. s. w. In den mejr al« 6000 Einwohnern zähl«n> bin Gemeinden Brück a. d. M.. Cilli, Donawitz, Eisenerz, Fohn«dorf, Kniitelfeld, Leoben und Trifail ist die Sor>ntag«arbeit bei« Handel«» gewerbe im allgemeinen von 6 Uhr früh bi« 11 Uhr vormittag« gestattet. Bei den Handel«gewerben, welch« au«schlitß« lich Charkuieri«war«n oder Delikatessen ollein oder nebst Flaschenbier und Flaschenwein führen, ist di« Eonntag«arb«it vormittag« von 8 bi« II Uhr und oben?« in der Z«it vom I. Mai bi« 15. S«p» t«mb«r während der Stunden von 7 bi« 9 Uhr, in ^er Zeit vom 16. September bi« einschließlich 30. Jahrgang. 30. April während d«r Stund«» von 6 bi« 8 Uhr gestattet, doch dürfrn in den Abendstunden nnr Familienangehörige al« Verkäufer od«r V«r> käuferinnen verwendet werden. Ort« u u t e r 6000 Einwohner. In d«n Orten unt«r 6000 Einwohner (mit Ausnahme der oben angeführten) ist die Sonntag«-arbeit beim Handel«gewerb« gestauet; 1. In gan» zen Lande im allgemeinen von 6 Uhr früh bi« 12 Uhr mittat«, doch müssen in Orten, in welchen nur ein Gotle«dienst abgehalten wird, di« Geschäfte während de«felben gesperrt bleiben. 2. Während der WallfahrlSzeit in Maria-Zell durch 10 Stunden, in den übrigen Wallfahrt«orien durch 8 Stunden von 6 Uhr früh an. 3. In Kurorten während der Zeit vom I. Mai bi« 30. September von 7 Uhr früh bi« 4 Uhr nachmittag«. Sommerfrischen, Au«flug«orte und Ort« mit lebhaftemFremdenverkehr. In Sommerfrischen, Au«flug«orten und Orten mit lebhaftem Fremdenverkehr« ist während der Zeit vom 1. Mai bi« 30. September der Handel mit Obst, Südfrücht«», ungebundenen Schnitt- und Alpenblumen in getrocknetem oder frifche« Zu-stände, ferner mit Anstcht«karten, Photographien, und ähnlichen Erinnerungie Wegetung der Sonntagsruhe. Die steiermärkische Statthaltern hat mit tmdmachung vom 16. Mai b. I, betreffend die Wallung der Sonniagtarbeit bei den Piodukrion«-md Handel«g«w«rd?n, auf Grund der hierüber gehenden Ministerialoerordnungen neue B«-iinmungt» erlassen, die im großen und ganz n me weiter« Emschrängung der SonntagSarbeit Msügen. Die Verordnung trifft auch Versü-pogen. b«treff«nd die Sonntag«a,beil bet den ßr»duklion«gewerben, ferner berücksichtigt sie die Lahältnisse in den einzelnen Stadien Steiermark« ■nd jene d?« flachen Lande«, sowie jener der Lallsahrt«- und Kurorte und der Sommerfrischen, st werden im wesentlichen «. a. solgknde Be-i>»mungen getroffen: Die Sonntag«arbei> ist ge» fallet : Lfbti den Produktion«gewerben: Bei d«n Bäckern: Die SonntagSarbeit hat ßj auf drei Stunden innerhalb 24 Stunden zu schränken und darf, längste»« di« 10 Uhr vor-»rttag« dauernd, erst um 10 Uhr ab«nd« wie'kr Finnen. Der Verschleiß einschließlich Zustellung iß in dir Z it vom 16. September bi« 30. April «jhrend de« ganzen Sonntage« gestattet, in der iidrige» Zeit nur von 5 Udr früh bi« 1 Ikhr uchnittag« und ron 7 bi« 9 Uhr abend«. Di« önordnung enthält dann noch Bestimmung«» über d» Gewährung einer 24stü»vi,«n Ruhkzeit a» liii«« Eonni^g« für jene Hilf«a>beiter, die am mlierg«h«ndkn Sonntage mehr al« drei Stunden ^arbeitet haben. Dies« Ruh«zeil kann auch aus >» fech« Stunden an zw«, Wochentagen verlrilt Mi den. B«i den Zuckerbäckern, Lebzeltern und so »eiter ist di« Erzrugung von Waren an Sonn-tagen von 6 Uhr früh bi« 1 Uhr mittag« ge-titlet, jetoch nicht Erz«uguni aus Vorrat. Au«->iih»«n sind bei dringenden B stellunaen zulässix». Kestrede j»r hundert»«» Wiederkehr von Schillers godestag >«ha»kn von Herrn Proj. Otto dichter bei der Schiller-sein in Cilli. Hochverehrte Fesigäst« l In meinen Händen befi'det sich «in einfache«, itlicdie« Blätichen P.,pier, da«, von Uc^roßeliern «s Aroßeliern und Ellern pi«>ätvoll weiter ver-ndt. endlich sein«» Weg in unser Lokalmuseum «funden. Ein Zeiiung«blatt ist e« ou« dem Jahr« 1805. Dies « Bläiich n. schon ehrwürdig ourch sei» Aller, yewin»i sür un« unk» denZar, den wir taue sestl'ch begehen, erhöhten Wert durch e>n: Heine, a! er inhaltschwer« Noiir, di« wir dar», wfinden. Wie lese» vier nämlich: (Wir haben Noiiz b reit« in bhm Elräuße der Lieb« und Lordtkrkränz« deS Rubm>« frbunben! D>« mehr al« wir, di« wir berechtig- ten Stolze« nur da« von ihm Geschaffene schauen, fühlen mochten, wa« die Kürze seine« Leben« ihm — un» somit un« — schuldig geblieben ist. Aber nicht zu klagen sind wir hier versammelt! Wir wollen "icht da« beweinen, wa« wir durch seinen allzusrühen Tod v rloren haben, denn welcher wahrhast große Mann stirbt femem Volke, stnbt der Menschheit nicht zu srüh. und wenn er ein Jihrhundert üb (dauert? In stolzer Freude wvllen wir da« bestaunen, wa« er in so kurzer F'ist starken Geiste« und bochcesinnie» H«rz«n< ewig Groß « und ewig Schöne« geschaffen hat. W>« in den hoben Junitagen, wenn die Sonn«, auf der erhabensten Stelle be« Himmel« thronend, sich scheidend niederneigte, unsere Vorväter nicht Klagelieter anstimmen, sondern der Gebieterin de« Himmel« hellauf zujauchzte», im freudigen Dank, daß sie die Flur begrün«, die Blumen her-vorgezaubert, daß sie Himmel und Erde den Schmnck verliehen, der ihrer Pracht entströmt, wie von Berg zu Berg ihr die festlichen Feuer lohten, denn fo gebührt« dem sterbt nden Helden, der gegen Wallhall reitet, so wollen auch wir un« deute seligen Herzen« dessen freuen, wa« un« Schiller aewkfen und wa« fein Volk idm cew Kc>«mopoliti»mu« erzeugte — Schiller dachte viel zu groß und frei, zu krafibewußt und edel, al« daß er in einseitigem Selbstdünkel scembe Größe verkleinert, eigene überschätzt hitte. De« überragenden Werke« seine« Wesen« wie feine« Volke« sich kühn bewußt, ließ er auch die fremde Größe neidlos gelte,,, wo sie achtunggebietend vor ihn herantrat. Hierin eben zeigte sich am lauter- Seite 2 §e«tr*« W«cht- Kummer 40 In Bureaux und Kontor« beim Hand«lSg«» werbe und bei dem den ProtuklionSg«w«rben dienenden Warenoerschleibe ist an Sonnlagen nur ein JnfpekiionSdienst, und zwar in den Siunden von 8 bi« 10 Uhr vormiilagS in der Weise gestattet, daß die diesen Dienst Versehenden jeden zweiten Gonniag krei haben. Wird im Bureaux oder Kontor nur eine Hilfskraft verwendet, so dars dieselbe nur jeden zweiten Sonntag zum Jnfpekii» ontdienste herangezogen werden. Die Vkrordnungen trifft dann »och Verfügungen bezüglich der WeihnachlS» und Ost»rz«i«, ferner betreff« der Ersatzruhe der Hilfsarbeiter, sowie der Wallfahr «- und Kurorte. Ferner berücksichligl die Verordnung die Fest» teS LandeSpatroneS. Firmun-gen, Missionen, Kirchweihs-st« Jahrmärkte. Volk«-feste usw.. sür die sie alle eine längere Arbeitszeit an Sonntagen gestatte». Wenn in einem Lokale oder Standplatz« mehrere Gewerbe, auf die ver« fchiedenen Btstimmungin der SonntagSruh« An« wendung finden, betrieben werden, !o gilt für die Sonniagtruh« immer di« streng«« Bestimmung. Die Verordnung tritt fofor« in Kraft. Mit ihr w«rd«>> all« f>üher«n di« Son»tag«arb«il bei den Produktion«- und HandelSgewerben erlassenen Statthalter.i-kundmachungen außer Kraft gesetzt. Weichsrat 332. Sitzung vom 10. Mai. Der Hausierhandel. Al« erster Punkt steht zur Verhandlung der Bericht de« GewerbeauSschusfeS über die Be-schlösse de« Herrenhauses wegen de« Hausierhan-del«. Der Antrag de« Gewerbeau«jchuffe« weist gegenüber den Beschlüssen de« Herrenhaus!« sachliche Aenderungen aus, namentlich in den HZ 8, 12, 14. 16 und 18. Der Berichterstatter biilrt um die Annahme dieser Paragraphen im Sinne der Fassung de« Gewerbeautichusse«. Abg. Dr. Paul H o s m a n n v. Wellen-h o s (Deulfche BolkSp.) verweist darauf, daß der 12. betreffend die Umschließung bestimmter elf und Gebiete vom Hausierhandel, der fptin-gend« Punk« der Vorläse fei, um den man am heftigsten gekampft habe. Redner empfiehlt, wieder aus die Bestimmungen de« Abgeordnetenhaus,« nach dem Antrabe de« Gewerbeau«schusie« zurück-zugreifen und die Bestimmung, ob man den Hausierband«! für eine bestimmt« Segend unter-lagen soll«, dem Beschlusse der Gemeindevertretung anheimzustellen. Die Gemeindeseldstverwaliung habe man in der letzten Zeit mit einer solchen Fülle von Agenden au«gesta>tet. daß ,« ganz unbe« greiflich fei, daß die Gemeinde» über eine« nicht follien entscheiden können, uämlich über da« eigene Bedülfni«, ob man da«, wa« die Bevöl« sie» fern deutsche« Edellum. Und hierin liegt wieder sür un« ein Grund zu reiner Freude, daß wir e« nicht nötig haben, wie andere Völker, einen Vorhang verzeihender Nachsicht über die Mensch-lichkeit unserer Helden zu ziehen, wenn wir unge« stört die Giöß« seiner Werke bewundern wollen. Troß und rein a l S Mensch, groß nnd rein al« Dichter tritt un« Schiller in harmonischer Erhabenheit «nt> gegen, ein Abbild seine« Volke«, au« dessen Wesen, dessen Geschichte, dessen Entwicklung herau« er seine Meisterwerke schuf. E« war keine erfreuliche EntwicklungSphas« in der G-schichl« der Menschheit wie unsere« Vol« ke«. au« der herau« unser Dichter die Erstling«« kinder seiner Muse entstehen ließ. Ei» drückender De«poiiSmu«, der im Verein mit sü stlicher Genuß« und Verschwendungssucht vom Hose Ludwig XIV. über den Rhein gekommen wa», ha ten die kleinen Höfe der Duodezfürsten durchfeucht, die. zu unbe« deutend, um die Größe ih«S Vorbildes zu er« reichen, sich damit begnügen dessen Schwächen zu kopieren. Noch waren die Spuren nicht verwisch», welche fer 30jäbrij« ff-ieg u d die französischen R iu^kriege d » d^uischen Land « e ».. b: un», j ue Kriege, bi« de« R iche» WolUhade» heil i» B li»l. armut verwand»!« ui'd dessen Bevölkern»» aus w nige 3)1 IJ curn, kaum den l,eu«igen Tjche > e» kerung bedürfe, »ich« durch die heimischen Ge-werbetreibenden decken könne. Die Entscheidungen deS Herrenhauses seien rein äußerlich. Auch be« züglich solcher Beschlüsse, die der Genehmigung durch die zweite Instanz bedürsen, würde Redner sich für vie ursprünglich« Fassung, di« den poliii-schen Land«Sb«hördrn die Entscheidung in die Hand gibt, ouSsprechen, doch gegen die Fissung deS Herrenhauses, die dem Ministerium die Ent« scheidung überläßt. HantelSmin'ster v. Call begrüß« di« über-einstimmende Fassung der auf Erteilung. Verlän-gerung und Erweiterung de« H>iusierhand«l« ab« abzielenden Bestimmungen. Die wichtigste Aende-rung lieg« in d«r Fassung de« § 12. Der Minister hält sich für verpflichiet, auch jetz« f«in«r Ansicht Ausdruck zu geben, daß eine immerhin lies in die ErwerdSverbältnisse »inschneidende Maßnahme, wie e« die Erlassung »ine« H .usierverbvte« «st, der Genehmigung de« Hand»l«mimsterium« vorbe» halten werden follie. Er «eile die Befürchtungen de« Vorredner« nicht und glaube, daß die Gefahr einer bureaukrolifchen Schematisierung nicht vor« liege. Der gänzliche» Gireichung der Stelle über eine allsällige Ecw iterung«liste würde er ohne« weiter« beipflirl.««». WaS die Erhöhung deS Strafausmaßes belriffl, so stimme da« Au«maß mit dem ursprünglichen Regierung«vorschlage überii». Abg. Schlegel (klerikal) erklärt, daß. wenn der § 12 nach dem Beschlusse de« Herrenhaus«« angrnommtu wird, d«n Landbewohnern nicht« übrig bleibe al« die Notwehr, indem die Besitzer Tafeln mit der Inschrift „Hausieren verboten" anbringen und bie Hausierer h>»au«werfen werben. Abg. Wilhelm (D. Volk»p) führ« au«, daß die Bevölkerung nicht eine Regelung, fo»-der» ein, Aufhebung de« Hausierhandel« verlange. Dies« Aushebung liege nur im Interesse ber Vvlk«wirtschast. Namentlich müsse er baraus bestehen, baß ben Gemeinde» da» Verdot«recht ein« geräumt werd«. Das Henenhou« kümmere sich um völk«wi>tichaf,lichen Fragen sehr wenig. Redn«r ersucht, den § 12 in jener Fassung anzunehmen, die der Gewerb«au«>chuß feststellie. Abg. Etz (Zentrum) ersucht gleichsall«, den § 12 in der Fassung de« Au«schusse« anzu-nehmen. Abg. P v m m e r (D. Volk«p.) bezeichne« da« Herrenhau« al« den Hemmschuh für alle wirklich volk««ümlichen Neuerungen. Wa« da« Abgeord« netenhau« mi« großer Mühe vollbrachle. habe da« Herrenhau« vernichle«. E« müsse eine wirkliche B sserung der Lage de« Mittelstände» gefordert werden. Da« Herrenhau« habe die Borlage de« GewerbeauSschusse« nur bedeutend verschlechtert Die Aenderungen de« Herrenhause« müssen geradezu als grundstürzend bezeichne« werden. Das Mißtrauen g«g«n da« Herr«nhau« auf gewerb« lichem Geebiete fei vvllkoiilmen gerechtfertigt. Die Bevölkerung l »sse sich aber nicht mehr mit Schau« gerichten abspeisen. Min fordere «in« wirkliche Umgkstaliniig bei Hrusierwesen. Dem Gewerbe« stand, zu belf n. sei die erste Pflicht de« Parla- und Magyaren gleich an Zahl, herabgedrück« hatten, uud schon saugte bi» Habjuch« kleiner De«» polen mörderisch in rücksichi«lofer Genußsucht an dem Marke de« gequält,» Volk,«. Und dieses Volk, müde gemartert durch Armut. Elend un» Krieg«greuel, lag willenlo« zu Füßen seiner Herren. Aber je fester diese Herren ihre Füße auf den Nacken de« Volke« preßten, desto deullicher fühlten sie wie diese« Volk selbst unier diese« Drucke mächiiger anwuchs, wie sich fein Körper mit neuen Kräften füllte und frisches Leben durch seine Adern jag«,. Nicht ohne Sorgen sahen di» Aengstlicheren unter ihnen, wie gar mancher Geniu« au« dem Volke erstand und durch glänzende Werke zur Nachahmung aneiferte. Mit Schrecken horcht, so mancher von ihnen nach außen über die Grenzen d.s Reiches, woher der Odem eines neuen Lebens webte. Siunttsansaren wurden geblasen, ein dro» henbrS Gewilier stieg auf und der Bob»n fing an unter dem kyst me zu wanke», da« der De«po» litmuS sich ausgebaut. Bange Ahnung erfüllte sie, daS Unwetter könne auii über ben Rhein kommen unb ihre kleinen Throne bedrohe». lind wirklich! Mit einem schmetternde» Don-»erschlag griff da« Gewissen nach Deutschland hin-üb r, tuß io mirnchk' kl-ine Fürst »rsch'vck » no» s,in«m Süuiiiii-istuhlf a^ffa'j' ! !a» Volk .de. jauchzte dem ausbrechenden Hiurm entgegen, wie die .-uS^etri'ck «te E>Se dem e>ste» Gewitleif «. lag. menles. Redner warnt di« Regierung un» bi Hau«, sich brn Forderungen des in fein« J>al« bedrohten Mittelstandes w«it«r hindernd in »n Weg zu stellen. Auch das Interesse des Liaais gebiele e», daß dieser «hrlich«. arbeitend« ii« schwer ringrnde Stand «rhalirn bleibe. (?«» voruse.) Abg. Erb (D. Volksp.) wirst dem Hem» hause vor. daß es sich immer den wirtschastlichn Forderungen des breite» Mittelstandes widnscht Einmal könnte man reiflich darüber nachdenkt, od das Herrenhaus zeitgemäß zusammengesetzt | Im Htrrenhaus« sitzen feine Gewerbeireibenda. keine Bauern und Arbeiter, und die im Herr» Hause find, sollen nun über Gesetze urieilen, »« sie gar nicht verstehe»! Es wäre an der Zei«, « diesen Hören einmal abzurechnen! Wenn es w Herrenhaus so weiter «reibt und all« wirtfchasi. lichen Gesetz-, die da« Abgeordnetenhau« im > tereffe des Mittelstandes beschließt, verhindert, d« wird in die breiten Bolksmassen di« Agi«a«io» «ragen werden, mit ditser Einrichtung «ndlich ich znräumen. Abg. Erb (D. Volk«p) verweist im Sas, seiner weiieren Ausführungen auf di« außn» denlliche Schädigung des Kaufmannsstande« in» der Bauernschaft durch den Hausierhandel, ta übrigen«, wie die große Zahl der Bezirke, b« vom Verbote nicht getroffen werden, beweise, »ich au«geroitet werden soll. Nur da« Ueberwuch«, des Handels segenüber den Geweibetrnbeita müsse man verhindern. (Beifall.) Abg. Pacher (Frei-Alld.) schließ« sichte, Beschwerde an, daß das Herrenhaus, dessen M> ges»vgebung«rech« er durchau« nicht ans.ch««» mll. gerade in Bezug aus da« Hausi»rhand»sg»s«tz ein so auffallend ablehnend« Sullung gegen den 9» ichluß »es VolkshauseS eingenommen habe. Dj« Eintreten de« Herrenhauses sür den Hausier haM könne in der Bevölkerung nur den schlechtes)«, Eindruck mach«». E« wär« «in Verbreche» aus tta» G»setzgebungsr«ch« te« Abgeordnetenhaus««, h« »achzugeben. Soll«« sich da« H«nenhau« wieder weigern, dem Beschlusse des Abgt0edne«enhausck beizuireten, müsse das Abgeordne«enhau« s>» bleiben. Di.> Regierung mög» sich nach dem eng-lisch?» Muster hallen und sich aus die Sei» de« Volkshause« stellen, wenn das Oberhaus solch« Beschlüssen nicht beitrete. Das Hau« nimm« den § 12 in der Hass«, de« Gewerbeausschusses an. Die Abgeordneien nehmen die §§ 2 und 3 ohne w«il»r» Erörterung nach den Anträge« M Gewerbeausschusses an. B«i b«m § 6 tritt Abg. H u e b e r (D. Dolty.j für die Anlräg« b«s Gewerbeausschusfe« in Bezi> auf di« Verlängtrung drr Hausi«rb«willigung ra. Nach einer Rede d«s Abg. W i n ««r (11. Volksp.) nimmt da« Hau« di« in Verhandlung ft'hende» Punkte an. Da« Hau« n'nthmigt ohne w«i««r« «erung in der Au«schußsassung den Z 14, der 3k Verwendung von Lasttieren oder mit Zuguere» beipannler Wagen beim Hausierhaubel verdie« t. Mit der Devise «in tmuno," im l»uch«end«, Schilde waren Schill»r« „Räub«r" aus d»» Lch«» platz artr«««n. Jede« groß, Werk läß« sich in sein<« Werte nur nach d,r Zei« ermessen, aus der herau« ,« erwachsen ist. Nur wer jene Zei« und ihr Wes«n ganz ersch ha«, kann die ungeheuere Wirkung degrejs«,. bu biete« erlöienbe We k von dn Bühne herunter in mußte. Man jauchzte, schrie, lärmte, klai chtr Frauen wurde» ohnmächiig, Männer sanken sich weinend in bie Arme. Ha ie doch Schiller die Ge» danken von Hundeniaufenden, bi« Gefühl« o«i Millionen zu mächiigen Tubas« ojjen vereinig« »d unter ben vtöhnenben Klängen dieser FreiheitSs«' faren zog unser Held «in in den deuischen Tichtw wald, ein junger Fürst vom Schei«»l bis zur Sohl». Was v»rschlug es be« kühnen Jüngling, Das er. be« Zorne fein's Fürstrn weichend, der ch> bis dahin wider feinen wild sich ausbäu««,de> Willen in einer päbagogisch n Zwangs inslal« ge-fangen gehalten. ben Want>»rstab »rgnrfe, mußie — ein Flüchtling au< Vaierland un» Hei-mathau»? WaS verschlug «S ihm, baß er "»<■ unsicheren Lo», baß «r ber Armu« und dem iile»», e»'e>«genging? In f-inem Herzen jubelle di» S,,«,'»««»» I M>t fpöiiisch nach ruckwäitS gewandtem A.» Nummer 40 W«cht- Seite 3 Abg. Hauck (Schönerianer) st. lli den Zusatz-«K«ß, nur h«imatd«rtchtigtkn vtwohrern die Be» «illigung zum Hausierhandel zu erteilen, damit licht Juden i» den armen Gegenden die HeimatS-taechtigunci und dadurch die Besugni« zum Hau» ßkrhandel sich erkaufen. Bei der Abstimmung wird der Antrag Gratz-hosn« (D. Volksp.), daß anstatt der Fassung .vtwohner nachbenannter Gegenden sind zum Hz»si»rhandel zuzulassen" di« Won« geletzt «erden: „. . . können zum Hausierdandel . . l#Bie d«r Antrag im Falle der Ablehnung di« vestimmung zu streichen, daß sich diese Hausier-Kgiinstigung auf da« ganze Gelluin«gedikt de-ueht, abgelehnt und der § 16 in der Fassung des >,«schufte* angenommen. § 17 wird ohne weitete Erörterung genötigt. Zum § 18 „Strafbestimmungen" spricht Abg. Ktraucher (Wilder), der bedauert, daß man ßch in einer Zeit, wo so große Fragen dringlich jrad, mit dem Hausierhandel beschäftige. Abg. P o m m e r (D. Volksp.): Der Ge-anbeauSschuß wird Ihnen noch unangenehmer werden! Abg. Strauch er: Ich hoffe, daß di« Ergebnisse de« Gewerbeausschusses nicht so bald dlit Licht der Welt erblick«« w«rv«n! Abg. Pommer: Wir wede» doch keine Jidenpolitik treiben! Abg. Sträucher: Sie hab«» uur mit J»de» zu tun! Sie sind der richtig« Jugend« dildnerl Si« g«h«n von «inem sehr vornehm, n Sefichispunkt« au«! Abg. Pomm«r: Ich bin in der Schule »e Antisemit gewrs«», ab«r ia d«r Politik bin Ich «schiede» Antisemit.' Der Paragraph gelangt hitraus zur An-«Hrn. Der Gefetzentwuif wird dann in diiiter Äs»»« zum Beschlusse erhoben. E« wird dann die erste Lesung der italieni-jchen llnivkrsilälSoorlage vorgenommen. Abg. B «n a t t I (Jtal.) erklärt sich siir di« ftuitiuni ein«r «talituisch'n Universität in Trieft T.e Rooereio-Vorlag« habe bei ^en Jtaliern leb. tzajle» Unwillen hervorgerufen. Es befkhe kein siichiiält'ger Giund g'gen die Wahl von Trieft. Abg. Romanczuk (Ruthene) wünscht daß uch die ruthenische Universiiät«ford»ruiig berück sichngi wtrde , ... Abg. P l a n i a n (Slovkne) erklär«, e« fei an »möglich«« Verlang«», daß man eine Min« in trieft lege, damit fi« dort gegen di« Slovenen lt«iitb<. Deshalb müsse er sich nachdrücklich da uztii i«. wahren, daß gegen d«o Will«n d«r Klooenrn dort «in« Trutzburg g«g«u si« errichtet ■Klbf. Unlerrichi«minift«r v. Hart«l «rklärt, daß die Regierung keinesweg« giundsätzlich Stellung t«H«ge» n«hm«. G«g«n Tritst müsst si« sich auSspr«chen, »eil sich doit dieftlben Verhältnisse «rgkben mürben w« in Innsbruck. U«b«r de> Standort »er italienischen Rechl«sakultä> wolle er im Au« fchusse sprkchen und hinsichtlich der andrren Fakul-täten würde die R«gi«rung für di« Jtalirner be» reit fein, bei Absolventen au« Italien ebenso vor-»gehe» wi« b«i den Kroaten. (Lebhafter Wider-Ipruch) E« sprechen hitrauf di« Abg. C o n c i und Verzrgnassi (Jtal.) Hba. Erltr (D. VolkSp) hält ein« glänzend« Rede gegen den Plan, ein« itali«nische Uni» versilät in Tirol zu errichten. Er beruft sich im Lauf« seiner Ausführungen auf einen im November erschienenen Aufsatz de» »Grazer Tagdlaite«', in dem ausgeführt wird. daß. wenn eine philosophi-sche italienisch« Fakultät angegliedert würde, aus zwei Hörer ein Professor käme. Es geh« nicht an. d«n Italienern, oie es gewiß nicht vtrdienen, solche Begünstigungen zu gewähren. Hauptredner find die Abg. P l o j (Slovent) und B i a n ch i n i (Kroate). Die italienische Fakultätsvorlag« wird sodann dem Ausschüsse zugewiesen. Nachdem im Dringlichkeitswege die Vor-spannsvorlag« ohn« wtiter« Erört«rung in zw«il«r und dritter Ltsung angenommen worden war. wird die vierzehnstündige Sitzung um halb 12 Uhr nachts geschlossen. Die nächste Sitzung wird schriftlich bekannt gelben werden. vom oflasiatischen Kriegsschauplatz. Der »Herald" meldtt aus Söul, die Japaner haben 30.0W) Mann in G«nfan gelandet. Zahl-r«ich« Proviantvorrät« und Munition sind in Puck Cheng, nördlich von Hamang eing«tross«n. Di« Truppen sind zum Vormarsch nach Wladiwostok bestimmt. Am Samstag wurde nach einer Meldung aus Saigon eine größere Anzahl rufsifcher Kriegsschiffe, von Torpedobooten begleitet, bei Salmon, südlich der Insel Hainan gesichtet, den Kurs mit massiger G.schwindigk 't nach Norden gerichtet. In Peters-bürg «r langt« man angeblich Kenntnis von einem vertraulichen Bericht Toga« an die japanische Re» giemug. wonach wichtige Einheiten der japanischen Flotte immer noch die im Au«lande bestellten Ma> schinente'le erwarten, auch schreiten die AuSbesse^ rungiarbeiiea in de» übersüllten Hasen von Safebo langsam vorwärts. Dieser sür vollkommen authen. tisch gehaltene a«h«im« Bericht wurde Roschdest. men«ly der gegenwärtig wieder regelmäßig mit Pe«er«durg verkehr«, sofort gedrahtet. Die Bewegung in Rußland. In Moskau sind neue empörende Bestechungen entdeck« worden, infolge deren Militärärzte militär-Pflichtige Personen gegen gute Bezahlung als dienst, untauglich erklärten. Wie ,«tzt seslsleht, ist in diesem Trribtn di« Miliiärverwaltung dirrk« beteiligt. D«r Gehils« des M>liiärches«, Odtrstleutnant Ostruchow, der Kanzleichef Saitz. zahlreiche Subalternbeamt«, fogar verfchieden? Schreiber sird verhafiet worden. .Aäuder' au« dem Geist, feiner Zeit uni> d,m z»slai>be feint4 Volke« geschöpften ,Fi«4to" hin, Heiel Abbild so manche« ausgtklärin Deipoten jener Zei«. di« bei r«,cher Geistesbildung und regem »«»stoerständnisse die Freiheit aus den Lippen und ZMNnkngelüst« iui Herz«» trugen, j«n«n Fitsko. kr, gleich untauglich zum Herrscht» wit zum Gt-hiicheu. von rücksichtslosem, echiem Frnh.ilSdrang »» eiserner F iuft erträrkt wird. Trotz der Ver-schiedenheit de« Schauplatz«« sowohl wie d«r Eha-»ktere »itt der Hinwti« aus Schiller« eigenen Lan-dsllfrin. aus Karl Eugen ron Würltemberg. deut-lich g'Mij hervor. Roch aber hatte Schiller mit seinem Gegner i»chl ganz abgerechnet. Noch kochte in ihm der I>ia>m über d e siiilich« Verdt'd,»«, die «in« sran-ji>!lsi«l«»de Hoswirtfchasi über «in rein,«, ehrbare« »oll gebracht hau«. Au« ditsem billign Zorne ktiau« schuf ,r bie „Louise Millerin' — oder .Kabale und Liebt", wie da« Drama später von Ma»d benannt wurde. Auch hier schöpft er all« SÄiioc au« dem Leben seiner Umgebung. In dem herbguimütige», sittenstrengen Musiku« Miller spiegelt sich die milnärische Geradheit von Schiller« vti«? wider, während in der sanft sich fügenden, kiuiwifdjen, ober doch sittlich festen und geittig stolzen Louif« der litberolle Sodn die eigene Mutter Pir beiden Jut.«ntl'chk«it verklärte. Die Identität i«» Pheimni« oll »m Hinierg unde stehenden Für- Der Untersuchungsrichter sür besonders wichtige Angeltgenhiiten, W«ss«chjawski, führt mit Hilf« der Geh«impoliz«i sowie des Prokurators des Moskauer Brzirksgtricht-s energisch die Untersuchung. politische Rundschau. pie Kerre«hausindcr»»ge« am Kaufier-gefel! — aligelehnt Nach der glatten Annahme des Zolltarise« hat sich das Abgtordnetenhaus. trotzdem di« Z«it drängt, doch nicht zu «in«« «ben-so glattrn Durchg«h«nlass?n des vom Herrknhauf« verdorbenen H^ufierg«fetz«ntwurfes btwtgen lasst». In «indringlicht» Reden haben besonder« die Ab-g«ordnet«n der Deutschen Volkspartei Dr. Hos» mann v. Wellenhof, Wilhelm, Dr. Pommer, Erb und Winter darauf hinge-witftn, daß das Htrrenhaus, da« sich zu eint« steten Hemmschuh für alle wirklich volkstümlichen Vtrbtsstrungen mach«, gerade jenen Punk«, u« den man am heftigsten gekämpf«, weil er von der aller« größten Bedeutung ist, geändert hat. D«r Kauf« mann, drr Gewerbetriibend« und d«r Bauer sind g«g«n di« vom Herrenhaus« vorgeschlagene Verwäf« serung deS Gesetzentwurfts, die ihnen all« Kraft raub«» müßt«. Da» Abgeordneltnhau« ist auch b«i seinem guten Recht geblitbrn und hat die Abänd«« rungSvorfchläge abgelehnt. Wenn das H«re«nhaus auch b«i der zw«it«n Beratung auf sein«« Stand« punkt v«rharr«n sollt«, wenn «S den Gemeind«n nicht da« Recht zugestehen will, über ihre eig«n«n Bedürfniss« zu «ntfch«idrn und nach «ig«n«m Gut« dünk«» den Hausierhandel in ihre« Bereich« zu v«rbiil«n. wtnn man auch di« übrigen burraukra-tischen Hemmnisse nichi beseitigen will, dann möge man die Regierung mahnen, ihren Einfluß im Herrenhaus« auch einmal füi das Volk geltend zu machen. . Hin politischer Anschlag. Am 15. Mai um Mitternacht wurde beim Baue der Karavankenbahn beim zweiten Baulos das Viadukt an der Hollen« burger Lehn« mittels 50 Kilogramm Dynamit in dir Luft gesprengt. Di« Dynamithül«« war er« drochen und dir genannte Menge Dynamit gestoh« len worden. Die beiden mittleren Bogen ^wurden derart beschädig«, daß «in« Abtragung und Ereur» runa notwendig ist. Da« Gerüst würd« vollständig zertrümmert. Di« Dynamitpatronen liegen verstreut umh«r. Zwanzig Arb«i««r wrrden als d«r Tat verdächtig bereit« verhaftet. Der Bahnbau erleibet einen bedeutenden Schaden. Von einer S«it« verlautet, daß die Tat ein Racheakt weg«» schlich-terer Auszahlung am Sonnabend fei, von anderer Seiie werden dem Anschlage politische Bewtggründe brigtmesfen, da di« Bahn von groß«r strategischer Wichtigkeit ist. Die Bahnarbeiter sind durchweg« Italiener und Tschechen. — Die Unt«rsuchung«n w«g«n der Sprengung des Viadukte« haben noch kein Ergebni« gebracht. Die Entzündung war fo stark, daß sie fünf Kilometer im Umkreis« g«waltig vrrfpürt würd«. E« waren fünf Schüsf« g»sall«n. Wie verlaui«t, ist der Wochemer Tunnel gesperrt, weil man die Legung von Minen fürchtet. E« tritt nt't Zusammenhang der Görz«r Affäre ein st«,, m» Karl E-igrn ist «b«nso unverkennbar wir d>« seine« von Schiller auch an anderer S«elle ge« zeichnet«« Günstlings mit dem Präsidenten. Wenn Lchiller in Lady Milsord da« Bild Franzi«ka«, der morganaiische» Göttin Karl Eugen«, in warmer Da»kbark«>t sür di« Frau, di« ia wticherem Sinn« manch« Härt« de« Herzog« von ihm obg«w«nbet hall«, w«il über die Höhe de« wirkliche» Werte« veredelt, so läßt un« die« einen beglückenden Seiten-blick vom Dichter aus den Menschen Schiller und dessen Seelengüte tun. Die reichere Leb«n«erfahrung, di« sich inzwischen dem flüchtig wandtrnden Dicht«? erschlossen, die mannigfachen Beweise von Menschenliebe und Selbst« losigkei«. die «r trotz allrn Elende« in gastfreien Häuftrn g«noss,n, di« ernsten, befond«r« g«schicht-lichen Studien, die er betrieben hatte, und — nicht in letzter Lini« — di« Stürm« seine« Herzen« wirkten indessen kräftigend auf seinen Charakter und klärend auf feinen Geist. Stürm« de« Herz«»« I Nicht auf seine in man-chen Li«d«rn von ihm mit m«hr Kunst al« Wärme brjungtne» Jugendneigungen soll hiemi« angespielt sein, noch auf seine von ihm selbst nie ernst ge-meinte Wertung von Charlotte v. Wolzogen. War doch Schiller in erster Linie nicht Sänger der Liebe, sondern Sänger der Freundschaft, die seinem laute« ren Sinn? höher stand al« die leidenschaftlich«» Wechselbeziehungen zwischen Mann und Weib. Nur seine «inzig« groß« und wahr« Leidenschaft wollen wir hier in« Auge fass«n, seine Leidenschaft für Frau Charlott« von kalb. I« gewaltiger aber die Kraft dirfer Liede war. desto enischi«dener aber wurde er stch der Uaerlaubthtit dieser Gefühle bi« wußt und «r vermocht« «« — stärkeren Geiste« al« da« von ihm verehrte Weib — sich im mächtig«« Kampfe vn» ihr loszureißen und fein« sittliche Höhe zu wahren, um stch ganz dem Studium ern« st«r Zeitfragen hinzugeben. Wi« f«hr ditfer schöne Sieg ihn gehoben und veredelt hat, zeigt fein nächst«« groß«« Werk, in d«m sich di« Erp,el>nisi« seiner Studien sowohl wie die mächtige Wucht de« Seelenkampfe« vor unseren Auqen erschließen, zeigt „Don Carlos^. In den beiden gleichwertig neben einander Hinschreilenden H«Iden de« Stücke«, in Ca rlo« und Marqui« Pofa, ziichnet sich Schiller f«lbst, sein Slr«b«n und Ringen in jener Zeit in zwei Charakteren g«tr«nnt vor un« niederlegend. Freilich ist auch in diesem Dich« tungSwerk all«« vom subjektiven Standpunkt de« Dichter« au« aufgefaßt und dargelegt. Aber an Reinheit und Klarheit haben Inhalt und For« gegenüber den früherkn Werken unendlich gewonnen. (Fortf«tzu»i folgt.) Seite 4 .D-«tfch- Macht" Nummer 40 planmäßige« Vorgehen bei diesen Verwüstungen zu Tage. E« herrscht große Erbitterung gegen die italienischen Arbeiter. Die verantwortlichen Kosten beim Bahnbau sind merkwürdigerweise mit reich«-italienischen Reserve- und Genieoffizieren besetzt. —Der Schaden wurde aus 20.000 K geschätzt. E« wurden mehrere Verhaftungen von Arbeitern vorgenommen. Der italienische Arbeiter Pedroni wurde de« Lande«gerich«e eingeliefert. Di« Gendarmerie ist eifrig auf der Suche nach den Tälern. E« wurde auch festgestellt, daß da« Dy-namitdepot der Bauunternehmer Doverer ein voll-ständig unzulänglicher Bau ist. „5er HeKerreicher yat ei« Hat der Oester, eicher ein Vaterland? Die Frage wird jetzt durch Zitierung lebhaft und oft bejaht und außerdem wird noch behauptet, daß der „Oesterreich«* Ursache hat. da« wirklich vorhan-dene Baterland *u lieben. »Der Oesterreich»!!" Darin liegt«! Al« die Worte niedergeschrieben wurden: .Der Oesterreicher hat ein Vaterland und hat Ursache, e« zu lieben," da hat e« diese Sorte von Menschenkindern, „Oeflerrriichtr* genannt, noch gegeben. Seither haben aber StaatSmännec und deren Auftraggeber unermüdlich daran gearbeitet, den Begriff „Oesterreich" umzugestalten und zu modeln, bi« er dahin war mit seinem Oesteireicher-«um. Jetzt gibt e« ganz einfach kein Oesterreich mehr, auch kein oifizielle«. und »ine andere Be-zeichnung an Stelle de« verschwundenen Oesterreich zu setzen, hat man vergessen. So stehen wir al« namenloser Staat namenlo« komisch da und brin-gen un« und andere in Verlegenheit. Un«, wenn wir sagen sollen, wer wir sind, und andere, wenn sie un« ansprechen wollen. In solcher Verlegenheit befand sich jüngst wieder ein hoher Gast de« Kai-ser« diese« namenlosen Slaaiengebilde«. An hoher Festlasel begrüß», mußte er danken und dabei doch auch mit einem Worte de« Gebiete« gedenken, in dem er eben al« Gast weilte. Und da höiten wir denn den König von Sachsen von den „beiden Herr-lichtn, unter weiser Regierung blühenden Ländern' sprechen. Tie »beiden Länder*! Da« kann wohl nur so gemeint sein, daß da« Geb«! jenseit« der Leiiha al« ein Land und da« Gebiet die«seit« wieder al« ein Land bezeichnet wird. Da« stimmt nun aber mit Verlaub gar nicht und steht zunächst mit staatsrechtlichen Bestimmungen im Widersprüche. E« gibt ja schon Länder der Eiephanikrone oder der ungarischen Krone. Da« eine Land besteht also schon staai«rechllich au« mehreren Ländern. Und bei un« — die«seit« — gibt e« außer vielen nicht näher bezeichneten „Ländern* auch noch be-sondere .Königreiche*, die mit den .Ländern- im Reich«rate vertreten sind. E« gibt also zusammen recht viele Länder und einige Königreiche. und der Autdruck .beide Länder" war daher gar nicht am Platze. Wie soll sich ab r ein Gast ander« au«-drücken, wenn wir selbst nicht wissen, wie wir heißen, weder wir ehemaligen Oesterreicher allein, noch zusammen mit den „Brüdern" jenseit« der Leitha? So ist der ganze Jammer unsere« staai-lichen Dasein« bei einem einjachen Trintfpruche eine« auswärtigen Souverän« grell in nie Erscheinung getreten. Der Große aber, defs.n Gedecken wir »ben feierten, wird e« sich gelallt', lassen müssen, daß man feine Aorlt nur mthr historisch nimmt und sagt: »Der Oesterrtichrr hat'e ein Vaterland* und bekommt hoffentlich wieder ein«. „D. Rundsch.* Z>ie Krise ia Ungarn Ja eingeweihten politischen Kreisen wird behauptet, daß der Kaiser nicht gewillt sei, in der Armeesrage noch die ge-ringsten Zugeständnisse zu machen. Die definitiv» Enthebung Ti«za« werde baldigst erfolgen. Sein Nachfolger wird kein parlamentarischer Minister sein. E« ist sogar nicht einmal au«geschlofsen, daß di» SektionSchef« d»r einzeln.« Ministerien milder Führung der Geschäfte betraut werden. Reich«» sinanzminist.r F Hr. v. Burian wird demnächst in Ose»p zum Kaiser Joseplatz, wo am Denkmal Kaiser Jos«s« gkhalttn und ein Eichenkranz mit schwarz-roi» goldener Schleife niedergelegt wurde. Nach Ab-singung der .Wacht am Rhein' bewegt« stch b«r Zug durch di« Hrrnngaff«, d«n Hauptplatz, di« Bahnhosgass«, Ria^» und Graz«rstraß« bi« zum T«utsch«n Student-nhrim, von dort zurück durch di« Graz«rstraß« und Ralhau«gaff« bi« zum Rat-huu«, wo di« Gesangvereine vereint den Chor .Deutsche Losung' von Han« Treidler (instrumen-tiert vo« Herrn Juristen Karl Freyberger) unter Begleitung der Stadtkapelle in wirkung«voller Weise rortrugen. Nach dem Fackelzuge, der vom Stadiökonomen Herrn D e r g a n z vorzüglich geleitet worden war. fand der Festkomma« im prächtig g«schmück-ten Kasino statt. Ihn leitete der Obmann der Ortsgruppe Cilli de« Deutschen Schuloerein««, Herr Dr. Heinrich von I a b o r n e g g, d«r nach Begrüßung d«r stattlichen Festversammlung in schwungvoller Rede di« Geschichte de« Deutschen Schulvereinci von seinem Enstehen an schilderte, in warmen Worten an der Hand statistischer Daten de« verdienstvollen Wirken« diese« nationalen Schutzverein«« gedachte, und den Wunsch au« prach, daß die Bet.iligung de« deutschen Volke« an dem Vereine eine viel reger« fein möge al« bi«her und daß cie Jugend da« W«rk svrtsktzen möge, da« in so schöner un» erfolgreicher Weise begonnen würd« und «n de» 25 Jahren de« bi«herigen Bestand«« so schön« Erfolg« g«z«itig, hab«. (Groß,r Beifall und Heil'Rufe.) Hitrauf gelangt« WeinwurmS „Lied der Dtutfchin in Orst«rr«ich" ron b«id«n Gesango«r«inen zum Bortrag». Herr LandeSbürgerschullehrer August A i st r i ch sprach namen« der .Südmark- auf den D»utfch»n Schulverein und da« Zusammenwirken biefer beiden nationalen Schutzvereine. Redner wie« auf die V»rhalinisfe in anderen Staalen hin. in denen man solche Verein« nicht bcnötig«. weil der Siaat selbst di«s« Arb«it vollführe. Redner bracht« fein Heil daraus, daß auch bei un« solche gesund« V«r» hältniff« h«ranr,ifen. (Großer Beisall.) E« wurden noch verschieden» Scharlied,r ab-gesungen und di, Cilli,r Musiko,r'inSkap,ll, leist-t« unier der Lotung t>e« Kapellmeister« Herrn Moiitz Schach,nhos,r botst AnerkennenSverie«. Hitbei gelangt, M. Sctachenüofkr« „Jub,lmarsch" zur Erstaufführung, der u,» großem Beisall« ausge-nommen wurde. Am Sonntag rorm t ag« l l Uhr fand im Kasino die SchiUrrseier statt. Ders,lben ivo^nten sämtliche Behörden, viele O>fit>«r«. die Bürger« schaf», ein Flor lieblicher Dom?» u> d die siudi»-rende Jugend bei; der Saal war voll besetzt. Nach einem Musikvorlrage beorüßie Herr Bürgei meister JuliuS Ra kusch di, Versammlung mit ivaimen Worten. Zur Freude nehm« »r wahr, sagt» R»dn«r. daß all« Klass«n der Berölkerung anwesend seien. Er erteilte Herrn Prof.ssor Cito Eichler da« Wort zur F«ftr«d«, dir ui.f«»« ßrfec on anderer Sielle wörtlich finden. Sein« Au«sührung»n mach» ten aus die Versammlung «inen tiefen Eindruck. Nach Absingung d»« „Reit.rliedeS* begaben sich die Teilnehmkr zum kunsligtn Garten de« neuen Mädcheu-VolkS- und Bürperschulgedäud»«. wo Herr Bürg«rm istrr Julius Rakusch feierlich di» Pflanzung einer „Schill«r«E>che* romahw. Herr Bürgermeister Rakusch sag«», „wir pflanz»« di»s» deutsch» Eiche auf dem teutsch»» Cill er Boden mit dem Wunsche, daß si» wachse, blühe und gkdeih» und noch in späten Tagen Z u » « nftt a» d»« Ge'ste«, der un« b»s»»I«." JHeoiier schloß i.ui r dein t>egejk>,r»'N Jube' der Anwesenden mit dem G löbni«: .Wir wollen >,in »in einig Volk von Brüdern, ia feiner Not in« trennen und Gefahr!" und übergab die Eiche Herrn Bürgerfchuldirektor P r a s ch a k in Schutz. Herr Direktor Praschak dankte sür die er-hebenden Worte d»S Herrn Bürgermeister« rnil wünschte drm Bäumchen reichen Segen; e« sei ein Sinnbild deutscher Kraft und Stärke, zivar stark und knorrig nach außen, aber fest und ge-biegen im Inner«. D r Name .Schillereiche' ge-mahne un« daran, daß wir nicht bloß bei fest« lichtn Gelegenheiten Schiller« g«b»nke«. sonder» immer wi«d«r seine Gesellschaft aufsucht« und un« feint Hochgedanken erfüllen. Wir fürcht«« nicht« und brechen durch und wand«ln di« steile Bahn erlösender Aufklärung. Wa« un« not tut, hab« Schiller mil den Worten sestgihalt««: „Wir wolle, sei« ei« einig Volk von Brüdern" Redner schloß mit den Worten: „Nicht«würdig ist die Nation, die nicht ihr alle« freudig s»tzt an ihr» Ehr»!' Nun warfen die einzelnen G»m«ind»rät» und ber Lehrkörper unt r Sprechung »ine« Schillerwort»« ein» Schaufel Erde in bie Grub». H»rr Direktor Praschak schloß bi» F»i«r mit h»rzlich»n Danket-wort'N. Krauung. Montag nachmittag« fand hier du Trauung de« Herrn Dr. Joh. H »r z m a n u, Kor-o»it»narzik« in Cattaro. mit Fräulein Nora Hon nung Sole von H o h » n t r» u, Major«tochter. statt. Krtteuttunge» i« Vechtsdieulte Der Recht«- Praktikant Dr. Rudolf K r t st l d»i» v»zirk«g»richie in Windifch-Feistrltz würd» zu« Au«kuliant»n beiat Oberlandt«gericht«fprengel Graz ernannt. ?o« Ainanjdienlte. Versetzt wurde der Oberauffeher Matthia« R i ch t a r i t s ch uon Tüffer nach Rann. Ao« fteiermirkische« J-amiesffuhatt. Der Land»«schulrat ha» in drr am II. d. adgehol-tenen Sitzung eine »in der Volk«schule in Oberburg dependierend» Schul-Exkurrendo-Etali«» »>n»« sp ziellkn Lthrkurse« gewerblicher Richtung i> Fr nz genehmig,. Lehrer- und ^eßreriuneulkelln». I« poliei» sehen Bezirk Cilli kommen mit Beginn de« Wi»«»«-semesterS zur definitiven, bezw. auch provisorische» Besetzung: an der dreiklasst^en Volksschule in Neu« kirch»n zwei Lehrer- oder Lehrtiinn»nst»Uen; au drr ri rklassig»n VolkSschul» in Fraßlau eine Lehrer- oder Lehrerinstelle, beide in der drill»« OriSklafse steh-nd; an den einklassigen in der zwei» k«n OriSkl>'ff< stehenden Volksschulen in Mana-Ni»k. Bezirk Franz. und in St. Hemma. Bezirk 6t. Martin, jt bie Lthrtr- und zugleich Schulleiter« stell». Gtsuche si°d bi« 10. Juni l. I. an die betreffenden Orl«schulräle zu leiten. J>U Aruhttugskiedertefel de« Männer.d« faugverelu« .Liederkranz*, die am Sonntag i» Saale de« Hotel« .Stadt Wien" vor sich gi^, nahm in all^n Teilen «ine« schönen Verlaus. Der Besuch war ganz vorzüglich. Eingeleitet wurde der Abend durch die treffliche Musikverein«kapelie mit dem p ächiigen, stimmung«, und klangvolle« Marsch .Frühling«judel" vom heimischen Tondlch-ter Eduard Jnterderger. dessen ganz außer-ordentliche« Talent wahrlich höh» Anerkennung ver-dienl. Di» Musikkapelle, unier Moritz Schach»»« h o s e r s musterhafter Leitung, brachte unS diesmal auch noch einige andere schöne Werke; so tue Ouvertüre zu Rossini« Oper .Semirami«' »ift « kommt et» Vogel geflogen", ein deutsche« Volk«-lied im Stile der bekannten Meister von Bach di« zu den Mol e niien. Der „Liederkranz* selbst ftellie sich diesmal mit eine» Strauße duftiger Liede» Blüten tin; so mit: „Schau mich an und l«ß' mich, Gretel", »in»« herziger. Chor von R»d. Wagner, und Kremser« „Komm, o komm* (Alt-nieverländische« Lied). Reichen Gewinn sür de« Abend bedeutete die Mitwirkung de« Teioriftea Leopold Volle« au« Luttenberg. der mit eine» angenehmen, geschulien Organ schönen Vorlrag j» verbinden weiß und die Romanze de« Raoul au« den .Hugenotten* und Karl Bo.mS .Waldteufel' sang. Der Sänger wurde mit re che« Beifall bedacht. Recht gut g»fi etz" mit «lac>ierb»gl»iiung. Ja de» Chöre „Mein Parad et" sang H»rr Sotisr. Grabt da« Bar»», solo. E« v»rd>enl s.stg,ft»llt zu wer-den. daß H-rr Grad« mit btsond«r»r Litbknivtir« digkeit im Itgien Augenblick einsprang. Die wi letzten Lieder „Hüt« dich 1" und „Im deutlcheu Geift' wurde» mi Jubtl ausg »oumen und d«r .Lied» kraiij' muß t »ch zu «i -er Z 'gab, bequem«. Nummer 40 ,De«tfche Wacht- Seite 5 hm P ü r st l, bn geschätzte Liedermeister bei ineinl, bat sich viel Dank verdien». Schließlich »de« Wunsche Ausdruck gegeber, daß eS bie 8«fin#[fiiunR in Zukunft nicht mehr versäumen ■tge, aus ben Lierertexien auch bie Namen ber lichter ,u verzeichnen. filier ZKtuuer-Hesaugvereiu Die nächste Leobe findet Freitag be» 19. Ma> statt. Da der lettin nicht nur sür seine Sommer-Liebertasel Lirsorge treffen muß, sondern auch im Laufe ber iichst<» Monate mehrere Veransteltungen in Au«-cht stehen, bei benen ber Verein seine Mitwirkung vihi versagen kann, ist >S felbstverstänblich, baß «tlzähliger Besuch jeder Probe erwatlei werben muß. Kotel ZKohr. Die E.öffnung be« Gastgarien« ■nb ottoch infolge ber starten Eisenbeschläge nicht ge-ltiig. Von ber Steinmau-r zwischen Sonberzimmer ad Gewölbe, bie vö Zentimeter lies ist, brach er « 78 Zentimeter tiese« Loch au«: bie mächtigen, irstln Steine aber schienen ihm zu viel Widerstand «gegengesetzt zu haben, so daß er sich über bie tpolheke hermachte und dort durch bie Vorhau«-itT, deren Schloß er herauSsternmte, einbrach. Er «Ute bie K nttollkasse au«rauben. wurde jedoch «Sem Anscheine nach in diesem Augenblicke durch da« Ei tönen der Apothekerglocke gen o i t, »>e ber Aochrnann Kalischni •, durch da« verdächtige Ge» liusch aufmerksam gemach', gezogen hatte. Der tiitdrecher entkam durch den Garten in die Spital«-|offe. Die Erhebungen werben mit gi öß em Eiser ppflogen. E« sei bemerkt, baß in Cilli ein Einbruchs« tat stahl seit vielen Jahren nickt vorgekommen ii». J>et Zlebersall am Autze bes SchlstzSerges !er GrundbksitzerSsohn Aloi« I a n e z t c vom Schloßberp, der wie wir seinerzeit berichteten, eine SirgerSsrau aus der BezirkSstraße unter dem bchloßberge überfiel, wurde vom k. k. Bezirk«-pichte nach § 516 Tt.-G. zu strengem Arreste » »er Dauer von 14 Tagen ve schärst mit zwei Men. zweimaligem harten Lager und einer Dunkel« usi jede Woche verurteilt. No« Auge ersaßt. Dienstag abenb« gegen j Uhr fuhren zwe« «»echte d.« Burun treter« ber ßrauerei ReininghauS bet Herrn Maloprou nach Lirdno bei Cilli. Bei der Bahnudersetzung in babno, wo die BezirkSstraße üd« da« Bahng« leise lir Wöllan« Bahn sitbrt, wurde ber Wagen von km Adenpostzuge er,aßt unb zenrümmert^ Der m« sitzende Knecht kam m,t bem bloßen Schrecken won. während der im Hinteren Teile sitz nde Kranz G o l o b mit groß« Wucht auS dem Lagin geschleuberl würbe unb schwere Veiletzun-am Kopse erhielt. Der Bedauernswerte wurde » bewußtlosen Zustande in das Krankenhaus nach till, gebracht. Der Hintere Teil de« Wagen« «rde gänzlich zertrümmert. Da« Pserb blieb u», «letzt. Bahnschranken besitzen sich aus keiner M Uebersetzungen bies« Bahn, obwohl^ der kagenverkehr namentlich in ber Nähe ber Stab! um 1 ich bedeuiend ist. (in ötlier Ausreißer in Krieß. Der Po. jizeidirektion in Trieft stellte sich am 13. b. nach-■iIIiiq« sreiw-llig. von Münigkeit unb Hunger pij erschöpf', der 15jähUge. au» C'lli gebürtige ichneiderlehrltng F anz S i n k o v e tz mit der ttlir, ihn möglich» rasch nach Laibach zurückzu-«ihren. Er war vor einigen Tagen srinen dort «hiihaiten Eltern wegen verschieden« Verdrieß h^teiten unb au« Lust am Abenteurerleben durch ßteanit und hatte sich di« Trieft durchgeschlagen, kmlooetz wurde geladt unb zur Heimdesörderung > Gewahrsam genomm n. Z>«, de» „^roßeu Autor" i« Such- «seld^ Sonntag am 14. d. sand b« groß? Ud°r in Sachsenselb statt. Wochen vorher schon «rde in b« windischen Presse bie Lä'Miromme schlagen. Von feilen der pervakischen Führer i» itl> wurde eine Agitation sür diesen Tabor eni» ■ufclt, wie wir sie in bies.r Weise nur vor den kahlen sehen. Die HelferShelser der Cillier Per» »tei>sühr« am Laube arbeitete» aus der Kanzel ud in oen «emeindeukanzleien mit allen ihnen zu ledote st'henbe» Mitteln. In C'lli s lbst und im mzen Sanntale forderten Maueranschläge zur Beteiligung auf. unb waS war der Erfolg? E > n iltmähliche« Fiasko! Allerdings erschienen lü ganze Heerbai'n unserer Pervak nführer, bie Sokoloereine, bie Advokatenschreiber. bie Meßner, die Hörigen ber windischen Geldinstilute unb viel« halbwüchsige junge Burschen. Taglöhner unb Knechte, welche bie Aussicht aus Freibier heran» lockie. Das war ba« ganze „Volk", baS an biese« hochwichtigen Tabor. an dem bie wichtigsten Forderungen ber flovenischen Nation besprochen werden sollten, teilnahm. Halbwüchsige Jungen, stimm» loser Mob und noch einige Hetzer »nb noch lange nicht baS .Volk". Wirkliche Grundbesitzer unb überhaupt Männer, die ernst zu nehmen sind, sah man wohl auch, sie waren aber so spärlich v«-treten, wie vereinzelte Fettaugen, die auf ein« recht mageren Suppe herumschwimmen. AIS Bei-piel, wie wenig dieser Tabor trotz der maßlosen Agita ion zog. mag der einem FastnachtSzuge eleichrnbe Ausmarsch der .Bevölkerung der Tücher,>r G nikinde* dienen. Voran ritt auf einem Napp-r ber Hausknecht und Wärter de« Dr. Stvr, dann kam ein Wagen, in bem Dr. Sior und ber {aplan C m^zir saßen und bann bie Hauptmacht aus einem mit Tannenreisig unb winbischen Bändern geschmückten Leiterwagen. Voran und »inten war baS Fahrzeug mit ein« Tafel mit ber Aulschrist Tüchtti, (Ttharj») versehen. Unb woraus »»stand biese« .Volk" von Tüchern? Aus 15 Leuten, davon waren 9 idreS Zeichens Schuster und 6 Knechte. Bon den 9 Schustern führn vier den gleichen Namen, die in demselben Hause, in demselben Zimmer wohnen, und da« gleiche Ge» werbe ausüben. Unb nicht anders waren bie an-deren Ort» vertreten. Der Psarr« oder Kapla» und hini« ihm einige Knechte unb ber unvermeid» iche Meßner. Wenn nun bie „Dornovina* auch chreibi, baß an ber Versammlung 1200 bis 2000 Personen teilgenommen haben, so glaubt sie da« elbst nicht, noch wenig« aber wirb sie damit d.m Volke Sand in die Augen streuen können. ES war eineNiederlagederPervakensührer de« Unterlandes unb wir können mit Beruhigung behaupten, daß da« slovenifche Volk an di fr-vakensührer mit ihrem Programme wenig Glück bei der bäuerlichen Bevölkerung haben, rechts«-tigen soll. Al« Dr. H r a i o v e c in seiner R b behauptete „ein Bauer braucht beim Ackern seine« Felde« die deutsche Sprache nicht*, stan?> ein Bauer aus und rief de« Nedn« zu: »Ja. Ihr Herren wollt un« armen Bauern die deutsche Sprache verwehren, aber Ihr selbst schickt eure Kind« in deutsche Schulen!' Als ddnn Dr. Hra-sooec sagt, „das war einmal, jetzt ist e« ander«" stand der Bauer aus und ging kopfschüttelnd fort; mit ii)m verließen noch einige andere die Ver-fammlung. Unwillen erregte eS, al« der Pfarrer von Sach'enseld die Bemerkung machte, man solle Eltern, die ihr» Kind« in die deutsche Bürg«, schul» schicken, in da« Gesicht spucken. Bevor noch alle Redner an die Reihe gekommen waren, hatten bereit« die meisten Bauern den Versammlung«»« verlassen. Bezeichnend sür diesen Tlbor ist e« auch, baß den Versammelten der Schwur abgenommen wurde, bei einem deutschen Geschäftsmanne in S^chsenfeld nicht« mehr zu kaufen. Schicht* feste I Spexlslitit fflr Wolle und Seid«. | Gibt >qch die i-hotmte W «iiwiKch« Honovitz (Schulvereins- und Schil« l e r f t i 11.) Gonvbitz hatte reichen Fahnenschmuck angelegt, galt e« doch baS Lojähng« Wiegenfest be« „Deutichen Schulvereine«" unb den 100. TodeSgedenktag unsere« größten deutschen Dichters würdig und festlich zu begehen. Schon von ben frühesten Morgenstunben an herrschte seierliche Stille — al« wollte man gleichsam ber heiligen Andacht«stimmung. bie in ba« Herz jede« deutschen Bewohner« einzog, — auch nach außen hin zum A»«brucke bringen. Doch gegen Abend, als der Weckrus der Feuerwehr erscholl, wurde eS im Orte lebendi er unb al« sich um 8 Uhr ber imposante Fackelzug im Bewegung setzte, gab« ein Leben, wie schon lange nicht. Der Zug machte „Halt' vor den Wohnungen b»S Bürgcrmeist«« Dr. Kadiunig. deS Obmannstell».'»treterS der Bezirks» rtretung Josef Pulfch-irg und vor ber .Deutschen Schule*. S gen 9 Uhr begann ber Festaben) in OSkar Urban'S Gasträumen. Aber schon lange vor b« stftgkfetzten Stunde war auch baS letzte Plätzchen besetzt — hatte sich boch Alle« eingefunden, waS deutsch denkt unb sühlt. — Der Obmanu der Ortsgruppe, Herr Oberlehrer Seibl«, leitete den Abend mit einer Begrüßung b« Gäste au« fern unv nah ein. worauf bie neu gebilbete Dilettanten» Kap.lle unter der umsichtigen Leitung be« Herrn Lehrer« Franz Nechutny mit einem schneigen Marsche bie Vortrag«orbnung abzuwickeln begann. Herr Bürgermeister Dr. Kadiunig hielt bie Fest» rebe. Er entwickelte ein Bilb von Schiller« Leben unb Wirken, sowie von sein« Bedeutung für ba! deutsche Volk, erörterte bie Ursachen ber Grünbung be« .Deutschen Schulverein»«', entwickelte ein Tätigkeit«bilb bc«fe(ben unb betonte schließlich, baß r« heilige Pflicht jebe« Deutschen fei, biese« Ver« eine al« Mitglieb anzugehören. Hieraus trug Herr Ob«rlehrer Seidler Otto Kernstock« Prolog wir» kungSvoll vor. Beide Rtbner ernteten reichen Beifall. Daran schlössen sich abwechselnb Vorträge be« Männttgesangvereine« unb ber Dilettanten» kapell». Beide Ber,ine waren bestrebt ihr Beste« zu leisten. Als die fröhliche Stimmung den Höhepunkt «reichte, ließ der Obmann d« Ortsgruppe die Sammelschützen herumgehen ui d so manche« Sch rslein floß in benfdbtn. E« wäre nur zu wünschen, daß di» beiden Verein», die zum guten Gelingen d«S Abends so viel beigetragen unb für ihre Leistungen auch die vollst» Anerkennung ge» sunben haben, die Gelkgcnkeil recht oft »rgr«if»n würden, um die deutschen Kreise von Gonobitz zu-sammenzusühren. Schließlich bars nicht unerwähnt bleiben, baß bie benachbarte Feuerwehr von Hl. Geist unter Führung ihre« Wehrhaupt«anne» Herrn Possik sich vollzählig zu« Festabenbe eilige-sunben hatte. Wacker! Pöm«vad. (P e r s o n a l - N a ch r i ch t.) FZJJi. Ferb. Fiebler ist am 15. b. au« Lemberg hi« eingetroffen. Wiudischgraz (Die Schul-Schiller« s» i»r) würd» am 9. d. unter groß« Beteiligung der deutschen Kreise begangen. Herr Oberlehrer Waldbaus begrüßte bie Erschienenen. Fräulein Lehrerin T e ch i sprach bie GedächtniSrebe, die Schüler sangen pass.nde Gesänge (u. a. da« Schillerlied von Pros. F. Wagner) und trugen mebrere Schilltt'sche Balladen vor. Der Ort«» schulratSobmann, Herr Ingenieur H. P o t o t f ch» n i dank,» dem Lehrkörper für die Veranstaltung. An diese »chloß sich die Pflanzung einer fünf Meter hohen Schillereiche, eine« Geschenke« de« Herr« Großgrundbesitzer« Han« Kramet. Die Schuljugend sag dabei „Da« Bunde«zeichen". Darnach wurden bie Kmb« bei b« Schillereiche photo» graphiert und bewirtet. Allgemeine Besriebigung herrschte unier allen Teilnehmern. Vindischgraz. (Die Schiller» und Schulverein«seier) wurde hi« a« 14. d. wahrhaft erhebenb gefeiert. Die Stabt war teil» weif» bkflaggt, ab»nd« zog durch bie Etabt ein i»pos.,nt»r Fack»lzup, mit Au«nah«e von fünf Häusern war die ganze Stadt beleuchtet, a« schön» »ten da« Schulhau« unb baS Schloß Gradifch de« Herrn Krämer. Dort brannten brei mächtige Feuer, auß«rbem noch mehrere auf ben umliegen» "e>t Höhen. Nach bem Fackelzug versammelte sich die deutsche Bevölkerung im Hotel «Post" zu einem Fchkommer« mit Musik» unb Gesangvor» trä en und Vorführung einiger Szenen au« .Wil» Helm Tell". Herr Bürgermeister Fr. P o t o t s ch-n i g sprach auf den Deutschen Schulverein, Herr Heinrich W a st i a n aus Graz hielt nach dem Chöre „Stumm schläft der Sänger' die Gebächt» niSrede aus Schill«, woraus bie Schillerhymne von Pros. H. Wagner angestimmt würbe. Die Tdeainszene» wurden mit dem Epilog zu „Schiller« Glocke* von Koeth« (g»sproch»n von Fräultin Hama v. d'Arailza) sehr weihevoll eingeleitet. Bei den Th'0t,rsz»n.n wirkten mit: Fräulein Lehrerin Techt, Frau Karmarsch und die Herren: Dr. Knapitsch, Dobaj. Maobklburg«, Jng. Siegl, Max Siegl, Otto Bullmann unb Blaha. Fräul»in Th. Siegl sprach )l»m »«» Pupillarvermölien von 546 K zuge-brach! üiiiif. INI Elende zurück. S,«ne Fluch» datle er lange vorh r voibereitet un'» sich sein» Effek-en schon am ZI.Sezemb«r 1904 durch einen M'ttel»-mann unier d,r Avrefs-' Anton von Treff nach GeorgSwalbe ausgegeben. Die Sparen seiner Flucht suchie er daduich zu verdecken, daß er in Briefen stinrr Frau weiß machen wollte, er habe sich nach I Spanien gewendet; faktisch war er jedoch nach GeorgSwalde gefahren, gab dort fein, Effekten weiter nach Görlitz in Preußisch.Schlesten aus und tauchte laut der später in seinem Besitze vorge-fundenen »orresro.'verizen schon am 20. Jänner 1904 in NiSky in Sachsen auf. Bei seiner Flucht aus Wöllan nahm er mehrere dem Werke gehörige Werkzeuge und Instrumente mit. Weiter« hinterließ HanU bedrückende Schulden u. zw. bei der Kantineurin Jerder, ferner bei der Gewerkschaft ' selbst, ron der «r Vorschüsse zu einer Z,j« »hob. wo die Flucht von ihm schon vorbereitet war. Hanel war. wie Herr Bergdirekior Oehlwein au«-sagte, technisch unbrauchbar und hatte seine Siel-lung al« Markscheider in Wöllan nur durch Vor-Weisung eine« von ihm selbst gemachten, falschen und sehr günstigen Zeugnisse« über seine angebliche Verwendung beim Helenenschachie in Barna er» schlichen. Er vermag sich auch nicht über irgend welche Studien «»«zuweisen, denn in den früheren Strafakten erscheint zunächst al« Walzwerk«arbeiter, dann al« Buchbindergehilfe, später als unbrauch» barer Bauzeichner. endlich als Bergarbeiter. Die Herstellung von falschen ArbeitSzeugnifsen betrieb Hanel stet« im großen Umfange und bewarb stch auf dieser Grundlage um Stellungen, die er auch in einzelnen Fällen erlangte, freilich nur um al«-bald wieder entlassen zu werden oder bi« er bei Nacht und Nebel unier Zurücklassung beträchtlicher Schulden selbst verschwand. Seine zahlreichen Vorstrasen führen hiefür eine beredte Sprache. In der kurz»» Zeit feiner Bedienstung in Wöllan hat er 650 K ausbezahlt erhalten, trotzdem blieb er von November an fchon alles schuldig. Jedenfalls hat Hanel nur die Absicht gehabt, in Wöllan einiges Geld zusammen zu bringen und dann zu verschwinden. Bei Bizjak bezog er ein Faß Wein um K L7 08. worauf er nur 3 K anzahlte. In gleicher Weise schaffte er beim Tapeziermeister Herrn Klarer in Eilli Möbel, beim Spengler-m»ist»r Herrn Skaberne in Cilli Geschirr, bei Herrn Rakusch in Cilli v»rschi»d»ne Werkzeuge und bei der Firma Pichler durch Vermittlung deS Herrn Skaberne »in Gramaphon an. Am Tage vor feiner Fluch« übergab ihm Josef KoS eine Uhr; Hanel versprach, diese am nächsten Tage in Cilli zum Uhrmacher zu «rag»». Han«l gesteht auch zu, die Uhr irgendwo verkauf zu haben. Laut den Ak-en deS königl. preußischen LandeSgerichleS Görlitz verlegte Hanel seine beirüg,rische Tätigkeil in den erst n Monaten de« Jahre« 1904 nach Lee bei NiSky in der Ober-Lausitz. Dort fand er beim Grafen zu L'ppe Beschäftigung al« einfacher Stein» klopfer und dann bei Kohlenschürsungen, gegen eine Bezahlung von zwei Mark täglich. Hanel nannte stch dort Anton Edler von Treff, aus Grund von ihm selbst gefälschter Dokumente, de-bauplei, Ariillerie-Leuinan» zu sein und lebte üder seine Verdälinisse, bis er auch von da am 10. April 1904 spurlos verschwand. Bald nach seinem Verschwinden kamen seine Belrügereien an den Tag, indem er sich al« «räslich Lipp'scher Bergingenieur Anion Edler von Treff au«gab und sich von den verschiedensten Firmen Waren kommen ließ, an deren Bezahlung er nie dachte. E« wurden nur jene Betrügereien unter Anklage gestellt, durch die die Schädigung tatsächlich eingetreten ist. Nachdem dem Hanel der Boden in Preußisch.Schl.sien zu beiß geworden war, verschwind er beimlich au« Lee und iauchie unier dem Namen Emil Janda in Wien au», wo er sich di« 7. Mai aufhielt. Dort machte ir sein Verschwinden derait. daß ein Selbstmord angenommen wurde. Aus Emil Janda lauten von Hanel selbst gefälschte Dienstzeugnisse, ein Siltenzeugni« der nicht exstieienden Bezirk», haupimannschast „©». Vilmosch" und eine Reiiepaß derselben fingierten Bedörde. Aus seinen Kor,e> fpondenzen au« jener Zeit geht a ch hervor, daß er sich an zahlreiche Jnseraiionen von HeiraiS» anzeigen heranmachte, obwohl er. wie bekannt, w heiratet war. Am 27. April 1904 erschein, Hanel i« Bergwerke Karmelj in Krain unter dem Nirnea Gustav Schlester, wo er gegen einen Tanlohn r»r* 4 K al« Markscheider aufgenommen wurde. Er gab vor, seine Dokumente befänden sich noch h,j {'ine* noch nicht eingelangten großen Gepäck,, »m 10. September verschwand Hanel au« Kai melj »> ter Mitnahme verschiedener der Gewerkschaft ge. I öiige» Gegenstände. Hanel wendete sich dann wieder nach Sachsen und bewarb sich unter dem Name» Poiukar bei der Firma Franzl in Wien um Siellungen. Am 26. Oktober 1904 endlich er» e»«t? ihn sein Geschick, er wurde in Liedstadt bei Pirna >» Sachsen verhastet, wurde wegen Betrüge« und Uitunde, lälschuna zu einer dreimonatigen Ge. sängnisslrase veru»teilt und nach verbüßter Siinfe d m KrtlS,,'ichte Cilli ausgeliefert. Hanel. der sich, wie f stg«stellt wu>d, seit seinem 15. Leben«» jähre mit Urkundenfälschungen besaßt, ist zu« giößten Teile geftä din »nd miirbe ans Grund dl« Wahr pruche« der Geschworenen zu fünfeinhalb Jahren schweren und verschärfte» Ketk,»S veiu ieili. ^anz «Joses- .BITTERQUELLE , von arztlichen flu+on säten sot | dahrzehnttn all das qehaltreichittu | I sicherst« natürlich« flfrfohrmittel 'Die fDjrec+jon inffudapesr ^' Vermischtes. Auffindung einer ueueu Hrotte. M» AdelSberg wird uns gemeldet: Der Triefte» Tourist und Höhlenforscher Perko ha» in dn letzten Tagen in Begleitung zweier Offiziere die AdelSberger Grotte besucht. Nach der Erforsch,», der Magdalenengrotte. mit welcher die Adelt, berger Grotte durch den Pifkabach verbunden it, entdeckten die Forscher nach einer neunstündig« Wand»rung länaS drS Pifkabach-S zw»i unterirdi» sche Gänge, welche zu »in»r nruen bisher und«, kannten Grotte führten. Diese neue Grotte ist d»«. halb von Wichiigkeit, weil beide Gänge zu jene» T-ile deS PykabacheS führten, der bisher nicht untersucht werden konnte. Infolge de» höh« Wafserstande« war ,S bisher nur möglich 60 M,ier gea,n Podgrada vorzudrinoen. T« neue Grotte ist voll von wunderbaren Tropfstei» gebilden. Keir» Auhtzodeukmii ist der vorzüglichste L»> strich für weiche Fußdöden. Der Anstrich ist außer» ordenllich dauerhaf« und trocknet sosork, so daß »« Zimmer nach einigen Stunden wieder beniitz« werd« können. Keil's Fußbodenlack ist bei «ustao S«iger und bei Victor Wogg in Cilli erhältlich. I_ tutgkeisung. In der ?iäde von Gloggiiß entgleiste am 11. d. nacht« ein Schlafwagen des Kärntner Eilzuge«. wobei fünf Fahrgäste letzungen darontrugen. Delice" Zigarettenpapier - Zigarettenhülsen —— Ueberall erhältlich. — General-Depot: WIEN, I., PredigerKaase Nr. großes KisentahunuAknck Ein Exoreßznj der Penniptvania-Railway stieß am I I. d. j einen mil Dynamit deladenen Waggon. iint 50 Personen seien bei dem hi,durch verursach!» Sprengschlage xeiötet. etwa 100 Personen schner "erletzt worden. Zuerst explodierte der Keffel ta Lokomotive de« Personenzuge«. Hiedurch wurde die Explosion zwei-r mit Dynamit beladen» Wagen »ine« Güterzuge« verursacht, wodurch iämilichk Personenwagen in tausend Trümmer zo» spl>«te»t wurden. Diese bildeten mit den zerstör« Wagen de« Gü>erzug»S einen großen Trümmer» hausen, dem bah Flammen hervorbrach», AuS den Waqen wurden die Leichen der iHeiienbia durch di, G walt der öxaloiion aus d,n Oad» dämm und >n den Fluß g schleudert. Gegen bequeme "Teilzahlungen tl«f«ra wi» Grammophone — |Aruti«rt «cut, mit s ^ssfhonotr«»h«B Musik-Werke » ■ *'•»«• aa Photos. 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Reamn. ^ 8llb»*Stalü » 2.25- l>rtl* aaa Oaliraaeb Mit Btul. F8r garantiert Strelchrtamaa M. I » m. IOV, R«l»r»ClllU« k H -'4#, . 3«liftrf!»■■«• M -.30. R.«i«r»*ir» X, -.25. Bart»» 8«r m ^ «Itur cor»»l»l in , Etui M. «.— I. »,»w i ".2 50 .1-. Tuwl (a^ Vaaha K«UI«f »lt aber (000 Abbild, bitt* >a wlam»« franb» a. —aua*. Ver»ende garantiert naturechten allerbeste Sorte Xatrla.ii.er wie IDalmathiei Blutwein a I.iter 16 Kreuzer in Fässern von 60 Liter uulwärtf. Kranz lloneiikraiu ili CSOrc, Küstenland. 10690 Müh-Maschinen für Gras, Klee und Getreide. Heu-Wender I f8r Heu-Rechen j betrieb Heu- u. Stroh-Pressen füi Handbetrieb, Maisrebler, Dreschmaschinen, Göpel, Putzmühlen, Trieure, Pflüge, Walzen, Eggen, Futterbereitungsmaschinen, Milch - Entrahmungsmaschinen, .Patent Pump Separator* etc., fabrizieren and liefern »I, Spezialität unter Garantie In neuester. vorzüglichster Konstruktion I II n AVKA ISTII afc C o. Fabriken landwirtschaftlicher Maschinen Wieu II/l, Tnborstrnsse IVr. 71. 19669 Illustrierte Kataloge gratis und franko. V<;rtret«r utnl WleaerrerkAulbr erwftniieht. Ausweis über die im Schlachthaus« der Stadt Cill in der Woche vom 8 Mai bi« inklusive 14. Mai 1905 vorgenommenen Schlachlungen. sowie die Menge und Galtung de« eingeführten Fleische«. Name deS Fleischer» Menne der Schlachlungen L Z — -e -O U n ftrkaoseu. 10681 Bukschek Jakov Florian) Rudolf Gujschek Anlon Grenka Johann Janzek Mariin Karloschek Martin stoffdt Ludwig Lei losch t Jakob Pay^r Samuel Planinz Franz Pleslschak PleierSky Anton Rebeuschek Josf S«lfak Franz Seuischnig Anton Skoberne Georg Umek Rudvls Vvllgruber Franz Woi«k Gastwirte Private — i a 8 « « 11 1 4 — a Summe |T 32 =i- Us i 3 S1 "K CQ tK) B I § 21 2 1 2 eingeführte« Fleisch in ltilogramm •9 u « — 378 B •fi •5" 5 ■e «f (O | «O tJ o6 in Stücken ö 6 S «s 3 53 29 25 ■21' 19 3S 13 5 57 , 27 i — | — |--111 T nitzt . . Wretjchko . . . 100 — 387 ( 53 — 51 I 82 — | — , — Äilogt. Pferdefleisch «> 4 2 2 I 1 12 1» I 16 1 - | - Etitr 8 ?»um>»er 40 Hei l>urcliriihruu|f aller l»inkmässij^5. Mai um 4 Uhr nach-mittags im Trauerhause, Aärntnerstraße Nr. U. feierlich eingesegnet und sodann auf dem Stadtfriedhofe in der Familiengruft zur ewigen Ruhe bestattet. Das heilige Requiem wird Dienstag, den 16. 2TTat um 10 Uhr in der Stadtpfarrkirche gelesen. Schönstcin-Maröurg, am 13. Mai 1905. Beileget ui,d üfic.iitfbud iMuit fiei „titlf" in (Äilh. ^t'eiaiilU'oniicher s-djuTtleiter: Vugo it