Lmbacher Zeitung. Nr. 158. Plänumerationsplei«: Im Comptoir ganzj. fi. 11, halbj. ss. 5.20. ssür die Zustellung in» Hau« halbl. 5a lr. Milder Post ganzj. fi. 15, halbi. fi. 7.50. Montag, 13. Juli Insertl onsgebühi bis io Zeilen: imal 80 lt., «m.80lr., 8m. Ifi.; sonst Pr.^eile im. «lr.,«m.8lr., 8m. I0lr. u. s. w. InscvtionSftempel ledesm. 3(»li. 1868. Amtlicher Theil. «0e. l. f. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom «. Juli d. I. den Inspector ^tml Dem arte au zum Obcrbaurathe in Mähren allergnädigst zu ernennen geruht. Giökra m. i>. Se. k. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 6. Juli d. I. den Vaurath lm Ministerinn, des Innern Johann Wawra znm Oberbaurathc für Tirol nud Vorarlberg allcrgnädigst zu ernennen geruht. Giökra »>. i>. Se. k. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 6. Juli d. I. dem Baurathc «arl Ritter v. Lasser im Ministerium des Innern m Anerkenuung seiner vorzüglichen Dienstleistung tarfrci den Titel und Charakter einet« Baurathcs allerguädigst zn verleihen geruht. Giskra m. l'. Sc. l. t. Apostolische Majestät haben mit Aller-höchster Entschließuug vom 3. Juli d. I. den Privat' Docenten an der Wiener Universität Dr. Wilhelm S ch er e r znm ordentlichen Professor der deutschen Sprache und Literatur an dieser Hochschule allerauiidigst zu er-nennen geruht. _____ Hafner m. ,.. Se. l. l. Apostolische Majestät geruhte» mit Allerhöchster Entschließung vom 6. Juli d. I. die vom Generalmajor Heinrich Schroth v. Rohrberg aus Gesundheitsrücksichten erbetene Enthebung von der Stelle eines Vorstandes des Präsidialbureau des Reichskriegs-ministeriums zu genehmigen, demselben in Anerkennung semer ausgezeichneten Leistungen und besonderen Verdienste taxfrei das Commandcurkreuz des LcoPold'Ordens zu verleihen nnd . zum Vorstande des Präsidialburean des Reichs, lnegstmnistcrinlns den Oberstlieutenant Johann Frei-yerrn v. Dumoulin, des Gencralstabes. allergnädigst zu ernennen. ... Sc. l. f. Apostolische Majestät haben mit Me» höchster Entschließung vom 7. Inli d. I. den Obcr-lllndcsgenchtsrath und Staatsanwalt bei dem Laudcs-ücnch e ,„ P^g ^^ Ja rösch Ritter v. Adlcr-Obers«.'^" Oberstaatsanwälte bei dem böhmischen ^berlandesgcnchtc allerguädigst zu ernennen geruht. Giskra >». l». l.^s.^'^'.^^?^^ische Majestät haben mit Aller-V ' Entsch ußuug vonl 5. Juli d. I. die Gräfin D.n.^s.^!^?^ iur Ehrenstiftsdamc des Arünncr geruht Maria-Schnl allergnädigst zn ernennen r. g.?'" ^'luster des Innern hat den Ingenieur Joseph ba^en < im^'"s. ^/" Oberingenieur für deu Staats-oaudienst ,m Kustenlande ernannt. brücket" bi^SMckc XX?v '°^v^ ^"' ^ l- V°f- "«b Staats »cgeben „ud?nsmd^ "" ^es N.ich habcncu Charakter dcS Trägers des Justiz-Portefeuilles direct dcr bestehenden Gesetzgebung zuwiderlaufen. Allerdings glauben die Czcchcn alles sagen zu dürfen, und schreien dann über Unterdrückung u. s. f,, wenn die Staatsgewalt angesichts der mitunter geradezu hoch-verrätherischeu Auslassungen ihrer Organe einschreitet. Die sich häufenden Preßprocesse in Böhmcu mögen höchst bedauerlich sciu uud würdcu auch wir sie unbedingt ver« urtheilen, wenn sie in dem bloßen Bestreben, eine Opposition muudtodt zu machen, ihren Ursprung hätten; lein gesetzlich geordnetes Staatswesen aber kann, wenn es nicht selbst aus Raud und Band gehen will, ein Treiben zulassen, wie sich dasselbe in dcu Spalteu dcr czechischcn Organe breit macht. Ein Pröbchen hicrvon bietet das erwähnte Telegramm, das offenbar aus den czcchischcu Kreisen stammt, übrigens auch nicht vcrein-zelt steht, da die ..Politik" schon vor 2 Tageu zu melden wußte, das Präger Strafgericht habe sich dahin geeinigt, durch Füllung einer Anzahl von Erkenntnissen die Caution der „Politik" noch iu dieser Woche verfallen zn machen. Gcbcn übrigens diese Lügen, die mau angesichts des Gesetzes über die oircctcn Reichsraths-wählen in Unilauf bringt, wirtlich vou dcr Sorge dcr Czcchen vor dieser Maßregel Zeugniß, dann mag die Regierung hierin einen Fingerzeug erblicken, mit dieser Maßregel vorzugehen. Es liegt eben in der Thatsache, daß die Czcchcn dcr Regierung solche Gcwaltmaßrcgeln gegen die Oppositionsprcssc, um die Wahlen zum Vollzüge zu bringen, insinuircu, das unzweifelhafte Ge-ständuiß, daß die Intentionen der Regierung beim Volke eine freundliche Aufnahme finden wcrdcu, fobald nur die öffentliche Meinung ihr Urthcil unbeeinflußt von dcr czcchischcn Presse, mithin sich sclbst überlassen, würde bilden können. Für heute sind diese Besorgnisse ganz nnbcgrüudct. da die Regierung an die Nealisi-rung dcr oircctcn Wahlen nicht denkt, auch nicht denken kann, nachdem diesen eine Weigerung dcS böhmischen Landtages, die Wahl vorzunehmen, vorangehen müßte. Eine solche Weigerung aber liegt weder vor, noch ist selbe vom gegenwärtigen Landtage zu gcwärtigcu, da dessen Majorität vcrfassungsfreundlich ist. (Tr. Ztg.) Die Aufhebung >er Inhabcrm'chte. Macaulay iu sciucr Geschichte Englands weist nach, wie der Wcltgang dcr Staaten nnd Völker hauptsächlich durch dcu Charakter, Umfang nnd dic Natur ihrer Wehrkraft bestimmt wird. Das gilt vielleicht noch mehr von den Conlincntalstaatcu als von dem Insclkönigrcich. Es war daher nur ein nothwendiger Act, wcnn der große Wechsel in der Organisation Oesterreichs dnrch die Reorganisation dcr Wehrkraft vollendet und gekrönt wurde. Ohne diese Reorganisation wären alle übrigcu Reformen uur eine Halbheit geblieben. Gleichwohl wird sich die Reform in Umfang, Form und Wesen der Wehrkraft Oesterreichs vollziehen, ohne daß der so tiefgreifende UmwandluugSproccß äußerlich besouders zur Erscheinung kommt. In Ungarn ist der Entwnrf zum ucuen Wchrge-setzc bereits so gut als von dcr Landcsuertrctung angenommen, diesseits wird scinc Annahme ebenso wenig auf Schwierigkeiten stoßen. Keine stürmischen Debatten werden also die Aufmerksamkeit dcr öffcutlichcn Meinung auf die so unendlich wichtige Frage lenken. Freilich war der Geist des österreichischen Heeres seit lange volkstümlicher als der aller anderen Armeen Europa's, obwohl die allgemeine Wehrpflicht erst jetzt eingeführt, und dadurch das Heer zu eiucm intcgriren-den Theile des Volkes wird. Aber Oesterreichs Heer besaß nie eine Privilegirtc Truppe, eine Garde, dieses unverkenubare Merkmal eines Cabinctshecres, diese Quelle des wahren Priitorianergeistes. Die Garde ist überall eine Privilegirtc Truppe, für deren Privilegien nur äußerliche, folglich unberechtigte Gründe vorhanden zu sein pflegen. Solcher Art sind wenigstens die preußischen, die russischen, die französischen Garden. Das Privilegium ist aber unvereinbar mit der Idee des Rechtsstaates. Wo eine Truppe Privilegien hat, da kann daS Heer nicht die Bürger eines Rechtsstaates einschließen. Gleiches Recht und „Garde" sind nnvereinbarc Begriffe. Ebenso wenig war das Führercorps des österreichischen Heeres jemals zugleich eine sociale Kaste, welche, getrennt vou dcu übrigen Theilen des Heeres, eine Welt, eine Gesellschaft für sich bildete. Der fähige Soldat konnte von je, wcnn ihn das Glück begünstigte, in dem Hccrc Oesterreichs zum höchstcu Range anfsteigen. ein gesetzliches Hinderniß dagegen, wie solches z. B. in Preußen durch die Art der Bedingungen, welche an das Officieravanccment geknüpft sind, besteht, gab es niemals in dcr Organisation des österreichischen Heeres. Die Reformen, welche der neue Heercsgesetzentwurf euthält, siud somit äußerlich ziemlich gering, gleichwohl gibt es darunter ciue Bestimmung, welche von der allergrößten nnd tiefgreifendsten Bedcutuug sein wird. Dies ist die Anfhcbuug der Rechte der Negimentsinbabcr, des .j,i> >;Ii»< ^kxiii derselben auf dcu Gcsammtcharakter dcr Armee. Wie die Führer, so ist das Heer, das ist eine uralte Wahrheit. Wie kann Einheit im Heere sein, wcnn nicht ein Maßstab gebraucht wird, um die Führer zu ernennen, sondern hundert! wo die Bclohnuug nicht in dcr Hand des Kriegsherrn liegt? Die Rcgimentsinhabcr ernannten factisch in Oesterreich nicht blos die Hauptlcute, sondern auch die Generale, denn während dcr nach dem Alter avancirende Hauptmann seinen Grad mit 35—40 Jahren erreichte, gewann das Protcctionskind des RcgimcntsinhabcrS die drei Sterne mit 20—25 Jahre«; letzteres hatte somit cin 10- bis 20jähriges Dicnstaltcr voraus, und mußte nothwendig deshalb in späteren Jahren vorzugsweise auch uur die höchstcu Stellcu ciunchmcn. Es ist notorisch, daß in dcn letzten schwcrcu Prü» fungcn namentlich die wissenschaftliche!! Waffen, besonders die Artillerie, nngebcngt blieben, von kcincm Nacken schlag des Kricgsglückes sich in ihrem festen Verband lockern ließen, undGlcichcs zeigte sich bei allen Truppen, wie bei unseren Jägern, in welchen dcr Kaiser der Kriegsherr, die InhaberSrcchtc übt. Die Ursache kann nicht zweifelhaft scin; das Führcrcorps dieser Trnppcn ist einiger, zufriedener. —Erst mit dcr Aufhebung der Iuhabcrsrcchtc wird der Kaiser iu Wahrheit und vollständig zum Kriegsherrn dcs österreichischen Hccrcs, wird Oesterreichs Führcrcorps zn einem lebendigen uulrennbarcn Theile dcs ganzen HcereS, uud wird zugleich dem Systeme dcr Protection dcr Mittelmäßigkeiten mit all seinen uuhcilvollcu Wirkungen das langersehnte Ende gemacht. Der Papst im Lager. Seit 23. Juni campirt im Lager von Rocca di Papa, einem Dörfchen von 900 Einwohnern auf der nämlichen Stelle, wo Hannibals Truppen camp'tten, dic ganze zweite Brigade unter Commando dcs Generals Zappi, d. h. das Linien-Reaimcut, die franzostjcy« 1176 römische Legion, das Regiment auswärtiger Carabinicri, eine Batterie Artillerie, eine Sckivadrun Dragoner uud eine Section Genie. Anfangs August wird die erste Brigade an die Reihe kommen. Kürzlich licsuchic Sc. päpstl. Heiligkeit die Trup-pcn. Ein Correspondent der „N. Fr. Pr." schildert diesen Ausflug in nachstehender Weise: Pins l.V. gi»g mit der Eisenbahn in dem schönen, für ihn in Frankreich gebauteu Wage,, bis Frascali. Das Welter versprach ciucu herrlichen Tag. Der Bi> schof der Stadt, der Präfcct der Prouiuz uud Herr v. SartigeS, der die schöne Jahreszeit in Frascati ucr-lebt, empfingen den Papst, als er ans dem Wagen stieg. Das Gewitter, welches etwas spater anSbrach, hinderte den Gesandten zn seinem großen Leidwesen daran, ins Lager nachzukommen, wozu ihn der heilige Vater eingeladen hatte. Um 8 l/2 Uhr erreichten die schweren Hof-wagcn, die man abgesendet hatte, nm Pins lX. in FraS-cati zu erwarten, Rocca di Papa. Schwarze Wolken fingen an nm den Gipfel des Verges zn wirbeln. Dessenungeachtet war der erhabene Besucher der heitersten Lanne und unterhielt sich abwechselnd mit Msgr. Pacca und Msgr. Ricci, seinen intimen Prälaten, nnd mit dem General Kanzler, der am Klltschcnsch!agc trabte. Es ist nicht leicht für einen 77jährigcn Greis, das Geländer himuif^nkletlern. welches nach Roeca di Papa ins Lager führt; man ließ ihn deshalb in cincn Trag-sesscl steigen, welchen, in Weiß gekleidete junge Mädchen vorangingen, deren jcdcS ein gelb-weißes Fähnchen trng. Die Glocken oder vicluiehr die Glocke von R>xca län-tetc ans Leibeskräften lind die Kanonen antworteten ihr auS dem Lager. Die Truppen waren unter Waffen und um einen ländlichen Altar gcschaart, zn dem General Zappi den heiligen Vater führte, der dort cinc stille Messe hielt. Kanm hatte die Ceremonie begonnen, alS der >f)immcl seine Schlcnscn öffnete. PiuS IX'., den ein grosses Leincutuch von sehr illusorischer Uuourch-dringlichteit schlitzte, fnhr tapfer fort nntcr einem riesenhaften rothen Rcgenfchirm. Die Soldaten durften sich begreiflicherweise nicht 110m Flecke rühren. Nach der Messe frühstückte der Papst unter einem Zelt, die Prälaten uud die Generale hielten sich, der Etiquette gc maß, stehend an seiner Seite. Sodann ertheilte er vou einer Erdcrhöhuug herab seinen Segen und durchschritt das Lager fast schrittweise, indem er die Triumphbogcu, die Trophäen nnd die Inschriften bewunderte. Eine derselben in französischer Sprache, welche die Legion von AntibcS angefertigt hatte, bestand aus den beiden Worten: „I5lm!<' l!'^,i^<>!,,>." Sollte dao so uicl heißen, als daß die Legion die Hoffnung hegt, dermaleinst diesen Weg einzuschlagen? Der Papst stieg zn Fnß ins Dorf hinunter, indem er mit beiden Händen die Zipfel seines Gewandes in die Höhe hob uud mit seiner Umgcbnng sich untcr-hielt. Niemand dnrftc wagen, sich zu beschweren, wer ihn so fröhlich den steilen und tothigen Fnßwcg hinabsteigen sah. Die Eingeborncn von Rocca di Papa, die vielleicht zum erstenmale ihren Fürsteu sahen, empfingen ihn herzlich. Der moderne Geist ist noch nicht in di> scS Adlernest gedrungen. Um 11 Uhr stieg dcv Papst zu Wagen nach der Abtei der griechischen Mönche vun Grottafcrratc herab, wo er zu Mittag speiste und sich etwas erholte. Um 6 Uhr war er wieder in Fraseati. (N. Fr. Pr.) Die Nachrichten aus Spanien. erregen in den politischen Kreisen von Paris großes Ans-sehen. Die Mehrzahl der dort am Morgen des 7. verhafteten Personen gehört den obersten Reihen der spanischen Armee an: Der Herzog dclla Torre ist bekinnt-lich Eine Person mit dem General - Papuan Serrano, der sich ehedem in so hohem Grade des Vertrauens der Königin crfrcnte; Dulce, Marquis von Castelflorite, war Gonvcrneur in der Havana uud in Catalonicn, Scrrcmo y Bedoya, ein Consin dcS Herzogs dclla Torre, bekleidete das oberste Commando von Alt-Casti-lien; Zavala, Marqnis von Sierra Bnlliony, stand an der Spitze der Artillerie, war früher Marineminisler und ebenfalls Senator u. s. w. Die Mehrzahl der verhafteten Generale gehörten der ehemaligen Partei O'Don-ucl an Die Libert«' vernimmt, daß die Verhafteten so-gleich von Madrid fort uud uach verschiedenen Provinzen geschasst worden sind. Die „Evoquc" will auch schon vernommen haben, daß Unruhen, über dereu Tragweite sie noch nichts Genaueres wisse, in Valencia und Barcelona aufgebrochen wären, und nach dem „Figaro" wären an der spanischen Greife Kisten mit Waffen, welche in Paris getauft und für die Prim'sche Partei bestimmt waren, mit Beschlag belegt worden. DaS beharrliche Schweigen der Telegraphen seit gestern ist jedenfalls fchr verdächtig. Wie trostlos es in Spanien anssicht, ergibt sich aus folgender Stelle eines der „A. A. Ztg." von Madrid zugekommenen Briefes: „Spanien schreitet entschieden zurück, dergestalt, daß so-gar die Besonnensten keinen anderen AnSwcg mehr sehen, als die Revolution mit allen ihren traurigen Folgen und Unordnungen. Es scheint, daß die Königin Isabella sich berufen glaubt, seitdem sie vom Papste dic goldene Rose zum Geschenk erhielt, als Haupt und Schirmherrin des Ultramontanismus und der bonrboni-schen Dynastic aufzutreten, und daß sie entschlossen ist, ihre Fahne vorwärts zn tragen. Das sind die bitteren Früchte der ganzen Geschichte, die wir seit Philipp ll., dem Aussätzigeu, und unter dem Walten seines Geistes durchlaufen haben!" Dic Uujsen in Vstasun. Nach den letzten indischen Zeitungen zu urtheilen machen die Fortschritte d?r Russen in Asien nntcr den Cingeuornen kaum weniger von sich reden als unter den Europäern. Oic 'Nachricht von der Cinnahmc von Samarkand war bei Abgang der Post noch nicht in Indien bekannt, aber die Kunde vom Aufbruch eiueS Corps von 1>».0()0 Manu gegen den Ort erregte unter den Muselmännern, die, anf alle Prophezeiungen gestützt, in diesem Jahre den Imau Mchuoi, deu große» Befreier der Gläubigen, erwarten, nicht geringe Aufregung. WaS die Creig»,sse in Kabul anbelangt, so hält man die Sache ölzim KhanS, des rnssischcn Verbünde» ten, für hoffnungslos, da er sich hauptsächlich, wie cö scheiut, bei der Bevölkerung durch seine Grausamkeit unmöglich gemacht, und die nächste Schlacht dürfte wohl über seinen Fall entscheiden. Ob Shir Ali todt uud wo sein Sohn Iatnb Khan steht, ist vorderhand sehr zweifelhaft, ebenso wie die politische Haltung von Vater nnd Sohn England gegenüber, obwohl in Calcutta cin-zclue Blätter bchanptcu, es seien bedeutende Summen vcransgabt worden, um das Bündniß dcS HänptlingS vou Kabul mit Rußland rückgängig zu mache». Allciu der ministerielle „Morning Hcrald" hält die Sache nicht für wahrscheinlich nnd glaliln außerdem, daß die Aus-gndcn zn einem solchen Zwecke nicht so bedeutende Dimensionen annehmen würden. Den Zweck selbst nnd die angedeuteten Ausgaben befürwortet er übrigens entschieden nnd hebt bei dieser Gelegenheit abermals hervor, daß England im Einklang mit seiner früheren Politik dort die Herbeiführung <,;cordueter Zustäude unter einer starken Regierung nulerstützcu müsse, ohue jedoch z>i bewaffneter Intervention zu schreiten. Die russische Position werde, zumal im Falle eines gleichzeitigen Krieges in Europa, so start, daß es gebieterisch nothwendig erscheine, Kabul als Wal! zwischen die euglische uud russische Grenze zu stelleu. Oesterreich. Wien, 8. Juli. (Die Umwandlung der Staatsschuld iu ciuc e i n h c i t l i ch c Rcn te n -schuld) ist begreiflich mit schr bedeutenden technischen Schwierigkeiten verbunden; schon die Stückzahl der zn conucrlircndcn Schuldtitel — uicht viel uutcr 4 Millionen Stück — weist darauf hin. Eine gestrige Con-fcrenz im Finanzministerinm, welcher der Finauzmini-ster in Person Präsidirtc und zu welcher die Vertreter der größten Creditinstitntc und der Börscntammcr, sowie die Chefs der hervorragendsten Wcchsclhänscr zugezogen waren, hat dem Gegenstand cinc eingehende Erörterung zu Theil werden lassen. Die UmwechSlungs-Mniipulation selbst dürfte der Creditanstalt und ihren Filialen übertragen werde», der Crcditanslalt, die cS, beiläufig bemerkt, seit mehr als 5> Jahren gestern znm ersten mal wieder erlebte, daß ihre Acticu den Paricours überstieg,.'», ein Ereign iß, welches freilich anch seine Kehrseite hat, weil cS der Anstalt für den Angcnblick die Möglichkeit nimmt, mit der — bis zum'Jahre l,^l v,.< lüi, grenzt, einem Hansen altcr Weiber gegenüber, die für die PP. Capuziner'fürch-tend, die A.istürmcudcu mit Steinen empfingen, wie Sprcu vor dem Wiude zerstob, um sich erst später wieder zu sammeln. Eine gleiche Wirkung hatten drei blinde 3chüssc, die von einigen Mann dcr Tcrritorialmiliz — wir wisscn nicht, auf wessen Befehl — in dcr Nähc des Capnzincrklostcrs abgefeuert wnrdcn. Vor dcr Wohnuug des Gcmeindcrathcs Hcrmct wurde dcmfclbcu cin Euoiva gebracht, desgleichen vor dcm italienischen Consulate ..kw.vu llulil,," ,.lil»li?,»<» lim,.:»« geschrien. Vor dem Gebändc des römischen Consuls wurde ebenfalls gepfiffen uud gelärmt, danu riß man das Consulalswappcn hcrnuter. Dort wurde dcr Haufe durch ciuc Civilpoli-zciwache, die mit einem blanken Säbel bewaffnet war, mid durch 7 Mauu der Territorialmiliz mit gefälltem Bayonnct zn Paaren getrieben uud cudlich, aber sehr spät, stellte sich die Ruhe wieder ciu. Nach Bcrichtcu von Augenzeugen wurde vor dem bischöflichen Palais: .,!<>vn.! !'.>»>!, !^»' „KvV!V!> ij<.'!>!<> >! !'"!"« gernfen. Dcr „Cittad." veröffentlicht den Wortlallt dcr Motionen, die in dcr Stadtrathssitzung von, Freitag im Dringlichkeitswcgc hätten zur Verhandlung kommen sollen. Die cinc, von 19 Städträthen unterzcichuet, erklärt sich mit dcm Inhalte des neulich erwähnten Erlasses des Herrn Statthalters an das bischöfliche Consistorium nicht einverstanden, beklagt dessen Form nnd verlangt von dcr Regierung die unmit« lclbare Durchführung des Schulgesetzes vom 25. Mai u. I. Die andere protcstirt gegen die päpstliche Allo-cntion, welche sie als cin Attentat gcgcn dic politischen und bürgerlichen Rechte, gcgcn die Mcinungs- uud Gewissensfreiheit, gcgcn den Fortschritt dcr Civilisation und gegen die Anfrcchthaltung dcr Eintracht uuter den Individuen nnd den Familien bezeichnet. Uusl'and. Verli«, l), Juli. (Dcr König) empfing gestern den österreichischen Militärbcvollmächtig'tcn Grafen UcMl« Gyllcubaud. Florcxz, 10, Juli. (D c p u t i r tent a mm c.r.) Lamarmora meldete eine Interpellation an betreffs Bemerkungen des preußischen GeucralstabcS über dcu Feld-zng des Jahres 180«. Menabrea wird Montag ant« worten. Paris, 10. Juli. (Sitzung des gesetzgebenden Körpers.) Olivier lenkt die Aufmerksamkeit auf daS nächste ökumenische Concil und sagt, dcr Staat sollc der Veröffentlichung der betreffenden Bulle nnd dcr Abrcifc dcr Bischöfe keinerlei Hindernisse in dcu Weg legen, sich aber jeder Theilnahme am Concil enthalten. Er schließt, der Staat sollc Gesetze vorbereiten, welche die Trennung dcr Kirche vom Staate nor-mircn. Barochc erwiedert ihm. Baroche, iu Bcautwor-lnng dcr Bcmcrknngcn Oliuirrs. sagt, die Regierung habe für ihre Haltuug cinc doppelte Richtschnur, daS Concordat nnd die Principien von 1789. Die Regie--ruug habe noch nichts über die Frage entschieden, oli Frankreich auf dcm ökumenischen Concile vertreten und ob die Beschlüsse dcs Concils ganz odcr thcilweise znr Veröffentlichung in Frankreich zugelassen werden. Ueber die Trennung der Kirche vom Staate sagt Barochc, daß eS nothwendig sei, dcr Zeit cs zu überlassen, diese heikligc Frage zu lösen. ^ Die „Presse" versichert, daß die Unlcrhandluugcu bezüglich cincö Zollvereines zwi< schcn Frankreich, Belgien und Holland officicll eröffnet uud thätigst betricbeu werden sollen. Das Princip des Vereines wurde iu Folge dcr eiugelcitetcu officiösen Vorverhandlungen bereits angenommen. Die Subscription auf dieneuc S u cz - Cn n al-An lei h e ist vollständig gedeckt. Ciu Schreiben dcs Obersten dcr päpstlichen „Zonavcn de Charette" dcmcntirt das Gcrücht vou seiner augcblichcn Demission und Mißhclligkeiten mit dem General Kanzler. ^ Der „Etcndard" sagt: Die Privatnachrichten aus Madrid hatteu die Verschwörung für sehr ernsthaft. Alle Fractionen der liberalen Opposition, dcr Progrcssistcn und Carlistcu haben sich verbündet. Man versichert, daß zwischen General Dulce und dcm ehemaligen Carlistcnführer Cabrera eine Zu-sammeukuust stattgefunden hätte. Alle Parteien sollen den Herzog von Moutpensier als Chef acccfttiren. ^ Die „France" demcutirt die Gerüchte über eine Krise in Portugal. — Die „Patrie" meldet in einer Depesche ausMadrid vom 8. Juli, daß die spanische Negierung eine Dampfcorvcttc an die Küste Andalusiens gesendet 1177 habe. um die Mündung des Guadalquivir zu über-wacheu. «vndon. 9. Juli. (Dic Köuigiu) forderte das Parlament auf, zweitausend Pfuud Pcusion zu bewilligen sur Namer uud dessen ^cibcscrbcn. Das Oberhaus nahm die irdische Rcformliill au. )tvw-Aork ^ ^ ^,j ^ ^ Repräsentantenhaus) überwies an das Subcomit.' die Bill, welche mindesteus eiue zchuperccntigc Couponstcuer verengt. — Das deutsche Schützenfest hat dcgouucu. <>elegirte des Congresses wohnten dem Eröffnungsban-lkt bei. Lcvautepost. (Prinz Na ft oleon. — M ord ln Galata uud Räuber in Smyrna. — ^lthen uud der Aufstaut» in Kreta.) Prinz ^apolcon kam von Bukarest über Barna Samstag früh w Coustantinopcl au uud wurde von dem großhcrrli-chcn Adjutanten Nauf Pascha im ^tamcn des Sultans begrüßt. Noch au demselben Tage wurde der Priuz vou dem Sultan iu Dolmabattsch«' cmftfangeu, wohiu sich letzterer von Mdiz Kiosk begeben hatte. Eiue Stuudc »Pater traf der Sultan in Hnnkiar-skclessi-kiost ein, nm t>eu Besuch des Prinzen zu crwicderu. Tags darauf war großes Diner beim französischen Botschafter Bourn e, zu welchem außer dcu Großwürdeuträgern des Reiches von dem diplomatischcu Corps uur der italienische Gc-landte Bertinatti geladen war. Der Prinz trug bei dieser Gelegenheit die Brillantendccoration des Osmaui^-ordcns, die ihm der Sultau Tags vorher überreichen lley. In den folgenden Tagen machte der Priuz kleine Mhrtcn auf dem Bosporus uud besuchte Barou Pro-lcsch iu Pcra uud Mustapha Fazyl Pascha iu Candili. ^m I.Iuli hat der Sultan ein großes Diner gegeben, zu dem vom diplomatischen Corps Bourr''c nnd Äer-tmatti geladen waren. Iu den nächsten Tagen veranstaltet der italienische Gesandte ein großes Diner. Der Prinz wird das ncucrbautc frauz. i'yccnm nicht einweihen, da der Sultan selbst diese Feierlichkeit vornehmen will. Der Prinz wohnt die ganze Zeit über auf fciucr ^acht Jerome Naftolcon."^ev. Hcr." meldet, daß auch Fräulein Cora Pearl unt den, ^arnadainpfcr von Wien angekommen und m ^aftlerrc's Hotel, Buyutdcrc, abgcsliegcu sei. -In Galilta hat beim hellichtcu Tage ein grauenhafter Mord stattgefunden. Ein alter Matrose wurde von drei Croatcu augcgriffcn. Der arme Mann ergriff die Flucht, allein die Croaten verfolgten ihn uud schosseu uach ihm, Der erste Schuß traf nicht, die nachfolgenden streckten den Armen zu Boden. Und alles dies geschah, wie erwähnt, am hellen Tage uud in Gegenwart einer Abtheilung türkischer Polizei. -- Iu Pcra herrscht jetzt, wie alljährlich eine fürchterliche Wasscrnoth. — In Smyrna yaben die Gensdarmcu abermals eiucu Räuber einge-vracht. Der Rest der gcfürchtclcn Räuberbande bat fich n das Iuucre des Laubes geflüchtet. Leider ergeben die Untersuchungen, daß die Bande sich nrsftrünglich in Gric-jemand organisirtc. — Athener Blätter behaupten, oa^ Bu gan's Einverständniß mit der hohen Pforte nun ^^cntundig sei. Aller Verkehr zwischeu dem lrc-me ^"'«5?""" " ^U)en uud den von Kreta kom-a^cr .'.' ^" ""d Abgeordneten der ftrovisorischcn Rc< ^"' ,//.u" erbrochen. Ein Circnlar deS Herrn Bnl-nnd m '"^ ^"? ^w'ser nach Athen ^ kommen Familien s. ^°"^ ^"^ ""^ Griechenland geflüchtctcn sie w ^'""" in jeder Weise einzuwirken, um! Tu"«, in die Hände n liefern. Die Stim-das M ,^^'' "."atürlich wegen dieser Maßregeln gegen ei. ^ wittert. -'Das Ministerinn, yegrü t n ,^"'"'"^ den „Conrrier d'Att)enes" - Äns ä /."^ seine Ansichten verfochten werden. Iun ..'^ . ^ "'^" die ^Nachrichten bis zum 21stcu strengVd "^^-'°''„ d"u türkischen Befehlshaber gen drmglnd ^ilfc ^ Z ^'' ^" ^"^audes verlan- Hagesneuigkeiten Rechte, wie solche den Regimcnls-Inhabern ci>." w'" nn, vom Tage der Kundmachung dieser allerhöchsten' E,,.' 'chl'ewng im gleichen Umfange an die Gcneral-Commanhen zu übergehe., haben. Ferners hat der Kaiser die Reai-meM^Inhaber, General-Inspectoren und den Chef des G,. ner°I,».beö von dem ihnen zustehenden Rechte der Crthei. ' "^"°" H""ttzbewilligu.igen an Stabs- u»d Oberosficiere d r betreffenden Waffengattungen enthoben und diese Vefu ">Ne fortan dem Reichskriegsministerium übertragen- ^' , <^«^i. ^'l,ung des Similaun durch Se l. Hoheit doch mit der Rundsicht über die Ochthaler-Ferner-gruppe, höchsiseinen Aeußerungen nach. sehr zufrieden i die Fernsicht, welche bei gutem Wltter östlich bis zum Grob' glocluer. südlich bis in die Gegend von Verona, westlich bis an die Verner-Alpen reicht, war leider nickt ganz entsprechend. Am solgellden Tage kamen Se. l. Hohcit schon !um 10 Uhr nach Sölren und brachen nacb lurzcm M'tlag-mabl mit Führern wieder auf, um über den Wiuachec-Felner ins Stubaier-Thal überzugehen, wobei auf der Schafalpe übernachtet wulde. Es isl c>ic« eine Tour von 12 Stunden und nur für sehr ausdauernde Touristen zu bewerkstelligen. — (Künstler-Stipendien.) Die „Wiener Zei« tung" veröffentlicht die Ausschreibung jener Künstler-Stipendien, für welche vom Rcichsrath süi das Jahr 1868 die Summe von 15.000 Gulden bewilligt wurde. Von diesem Village werden Stipendien, Pensionen und Austräge an Künstler aus dem Bereiche der bildenden Künste, der Dicht-tunst und Musik aus allen im Reichsrathe vertretenen Kü» i.i^reichen und Lü»dcrn verliehen. Diesbezügliche Gesuche müssen längslcns bis Milte August bei den bctrcffenren Ländcrstellen überreicht und mit Qualificaliootbeweisen vel-schen sein. — (Staats gutcrv erlauf.) Wie die „Presse" au? zuverlässiger QucUe hört, ist der Kaufvertrag zwischen dem Consortium Simunot-Kilchmayer einer- und dem Fi- , nanzmiiüster anderelseitö am 7. d. Nachmittags unteizeichnet worden. Tie Angelegenheit wird nunmehr an den Mini-sierrath geleitel und dann der kaiserlichen Sanction unterbreitet. — (Schützenfest.) Kürzlich waren die Mitglieder des Fcslcomitit-arlilcls in der Nummer vom 29. Mai d. I. eine Ehren-beleioigmigZtlage eingereicht. — (Curiosum.) Samstag Abends kam ein gut getkidetcr Bauer in die Expedition der „Laibacher Zeitung" und bal, „man möchte iu die Zeitung setzen, es soUte doch eine Procession veranstaltet werden, um den Staatsgrund-gesehen Achtung zu oclschaffcn." Ktinc üble Idee! — (Tur n e rausf Iug.) Der gestrige Ausflug des Laibacher Turnvereines nach Ioscfsthal war von dem schönsten Wctttr begünstigt. Um !de»lisicill werden dürfe, bedauerte und den Turnern die Versicherung gab, daß sie auf ihrem wutern Wege durchaus teiner Unannehmlichkeit begegnen würdcu. Cr schloß mit dcm Rufe: Hoch Oesterreich! Nachdem die Turner er« wienernd gedankt, fetzten sie ihren Weg fort. In Ioscpfslhal angelangt, wurden uacydcm man sich leiblich erquickt, einige Turnllbungeu vorgenommen und dann die auf dcm Programme stehende Generaiuersammlung ciösfmt, an welcher 04 Tur-"cr lheilnahmen. Die vorzüglichsten Beschlüsse waren: Abjen-dung eines Devulirten in der Person d.s Herrn Wilhelm Ritter v. Fritsch zum allglmeincn deutschen Turntug iu Weimari Ab orbnung zweier Vertreter zum .«rcisturntag nach Wien in der Person der Herre», Sprechwart Dr. C'mil Ritter v. S t ö ck I und Aldett Samassa. -- Ferner wurde mit enthusiast!-Ichtm Bcifalle beschlossen, im innigsten Anschlüsse an den Protest des constitutioncllen Vereines Vel Wahrung gegen den durch die päpstliche Allocution versuchten Eingriff in die Staatsgrund-gesetze einzulegen. Gegen ,^8 Ubr Abends wurde t>el Rückweg angetreten und die muntere Schaar traf mtt den angellehmslen Erinnerungen an di.sen volllom« me» gelungenen Ausflug in bester Stimmung wieder in Lcnbach ein. "- (Rohhcit.) DaH Haus des ehemaligen Ge. mcindevorstandcs H. von Waitsch war iu den verflossenen Woche» der Schauplatz eines neichllichen Spuctes geworden, welcher auf einer in's Slooenische übersehten ziemlich freien Uebung des Zenstecln beruhte. Die Hausleute fühlten sich in ihren theuersten Interessen durch die mit Mißachtung des Hausrechtes eindringenden Nebenbuhler gekränkt uud ver» fielen auf das hierlands nicht ungewöhnlichen Stratagem,' sich mit tüchtigen Knütteln bewaffnet in einen Hinterhalt zu legen. Die arglofen Nachtwandler kamen, faben — nichls und — wurden tüchtig ducchgebläut. Dab sie dafür ihren Uebcrwindern, Kindern und Kindeskindern Rache geschworen hätten, liehe sich begreifen, nicht aber die originelle Art, wie sie ihren Rachedurst stillten. In der Nacht vom 7. auf den 8. d. M. hörte man im bewußten Hause plötzlich aus dem Stalle ein jämmerliches Gebrüll, welches nichts weniger als eincu plötzlich eingetretenen Wuthausbruch der sonst so zahmen Vierfüßler vermuthen lieh. Der Hirt, ein K5jHhnger Mann, begab sich eiligst auf seinen Posten, um seine Untergebenen zu beruhigen, als er sich vo» unsichtbaren Händen gepackt und einen Hagel vou Schlägen auf sich fallen fühlte, ehe es ihm möglich war, Hilfe berbeizu« beschwören. Cs waren die bei der letzten Affaire Geschlagenen, welche durch Mißhandlung des Viehes sich wohlfeile Lorbeeren holen und zuglcick ihre Sirger empfindlich strafen wollten. Der Hirt trug starke Verletzungen am Kopfe davon. Die Untersuchung ist bereits eingeleitet und einstwii-len können die Ochsen ruhig schlafen. — (Krapina-Töplitz.) Die Eurliste weist bis 2. d. M. LI3 Parteien mit 804 Personen auf. Eorrespoudenzen. V. 15. Littai, 6. Juli. So ergiebig die Ernte in un< serm Bezirke nach dem Stande der Fel^srüchte im Frühjahre zu werden versprach, so wenig hat dieselbe alle gehegten Hoff« nungen realisirt, i»dem die Früchte durch den anhaltenden Regen und durch heftiges Hagelwetter theils im Wachsthum gehiudell, theils zerstört wurden. Besonders war es das Unwetter am 4. d. M. Nach-mitlag, welches einen großen Thcil des Bezirkes derart ver« wüstete, daß außer den Kartoffeln wohl kaum noch etwas von der erste» Aussaat zu fechsen lein wird. Man elinnett sich taum eines solchen Unwetters in hiesiger Gegend, Der Hagel fiel so dicht, daß noch Tags daraus des Abends an schalligen Orten die Schlossen 6 Zoll hoch aufgehäuft lagen. Der Berg Gojzd in der Pfarre Prezganj war nach dem Welter so mit Schlossen bedeckt, daß man meinte, es habe recht tüchtig geschneit. In St. Maitin, wo es am meisten hagelte, verwendete man die SchlosstU zur Füllung der Cisgrube für den Bierlellcr. Merkwürdig dabei war es, daß alle Schlossen die gleiche Größen halteu, nämlich die einer Erbse. Die Gegend um St. Martin, Schwarzenbach, Libeiga und mehr deuu die halbe Pfarre Prezganj litten den meiste» Schaden. Im Thale war die Gerste zwar schon eingebracht, aber auf den Bergen wurde auch diese vernichtet, und muh nun der L^ndmann bis zur Reife des Mais und der Hirse noch Getreide kaufen, um llbeu zu können. Die erste Heimahd war in hiesiger Gegend sehr reich» lich und auch das Obst uud der Wcinstoct versprechen, wenn bald schönes Netter cintrilt, eine ergiebige Ernte. Die Kartoffeln beginnen zu faulen und der Weizen, der in den meisten Gegenden schr üppig steht, ist reif, kann aber bei dem cnchallenoen schlechten Wetter nicht eingebracht werden und lageil sich allenthalben. * Rudolfswcrth, 10. Juli. Heute avisirte man um <^10 Ulft Vormittags ein Schadenfeuer in der Gegend vou Gutendoif, es stellte sich aber später heraus, daß es lediglich ein Scheiterhaufen von Sträuchern war, welche das Landvoll anzündete. Vorgestern verweilte hier Herr Dr. Tom an iu Angelegenheit der Laibach - KarlstHdter Bah». Die Bevölkerung ist mit der Traeirung dieser Linie über Tcpliz, wodurch unsere Stadt, die Capitale Untcrlrains, ganz Übergängen wird, sehr unzufrieden. Freilich ist die Umgebung des Gorjanzbergcö eine gebieterische Forderung der Natur, da die Unternehmer der Bahn schwerlich geneigt sein dülflcn, Kunstbauten nach Art des Semmering oder Brenner anzulegen. Neueste M- Wien, li. Juli. Die „Wr. Abopst." schreibt: Die Besprechung, welche in Prag zwischen dem Reichskanzler und den Herren Palacky und Ricgcr stattfand, war in den letzten Tagen wiederum Gegenstand wiederholter Aeußerungen in dcn öffentlichen Blättern. Man erinnert fich, daß unnlittclbar nach derselben eine officiöfe Kundgebung iu der Richtung erfolgte, daß diefc Besprechung Berhandluugcu irgend welcher Art weder bezweckt, noch bewirkt habe. Man begreift, daß aus naheliegenden Gründen es bei dieser rein ucgativeu Erklärung sein Aewcudcn haben soll. In der That sind seitdem Inspirationen über den Inhalt der fraglichen Besprechung nach keiner Seite hin erfolgt und darf daher nnser Schweigen gegenüber den verschiedenen und entgegengesetzten Mitthcilnngen und Erkläruugcn, die neuerdings darüber gelesen werden, als ein Zeichen der Zustimmung nnd Ancrtennuug in keiner Weise aufgefaßt werden. Wien, 11. Juli. Die ,.N. Fr. Pr." schreibt: Dcr Termin für den Zusammentritt der Landtage ist, wie wir hören, nunmehr definitiv auf den 22sten August festgesetzt. Ihrer Arbeit dürften fünf bi^ sechs Wochen gegönnt sein. Dem Schlüsse der Landtags« 1173 Session wird dann am 17. October die Wiederaufnahme der Sitzungen des nun vertagten Ncichsrathes folgen. Inzwischen sind für die Dnrchführuug der Nc-form der politischen Verwaltung alle Vorbereitungen getroffen. Eine Verordnung der betreffenden Ministerien über die Veranstaltung von Lustbarkeiten an Feiertagen im Zusammenhange mit der kürzlich crfiosscncn Verordnung in Vetrcff der Normatagc steht unmittelbar bevor. Wien, N. Juli. Se. Exc. der Herr Reichskanzler Baron Ä c u st begibt sich am IZ. d. Abends nach (Vastcin. Scctionschcf v. Hoffmann, Scctions-rath Freiherr u. Werner n»d Hofsecrctär Ascher blcibcn in Oastcin an der Seite Sr. Excellenz. Se. Exc. der Herr FVl. Freiherr v. H c ß ist am !». d. M. von München in Salzburg angelangt. Madrid, 10, Juli. Die Minister bcgcbcn sich morgen nach Grauja, allwo uutcr Vorsitz der Königin ein Minislerrath stattfinden wird. Die Verhafteten Generale sind in Eadix cingetrosfcu uud gehen morgen nach den cauarischcu Insclu ab. Lissabon, 10. Juli. Die Journale melden, daß die Regierung die Garnison an der Grenze verstärke. Telegraphisch? Weclisclcourse. Ubm II, Juli. bperc. MewNiqne^ 58.75, — 5perc. Metalliqnrs mil Mai: und November-Einsen59,10. — üperc. National Anleimn«3 55. — l860el Staatsanled«^ 88,30. — ^anlactie» 748.— Creditable» 213 90. — London 113,70. — Silber N1. — «. t Ducatel, 5,38, Kandel' und Holkswirtljschastliches. National!)«»?. Der lel)t auegcgebellcWochcnauswciü über den Slcmd dcr Vtationalbanl zeigt gegen benienigen am 30, Juni folgende Berändernnge» : Der Escomplr ("9-9 Mill) uahm um 7.8»!«,404 sl, ;>i, der Lombard <22'4 Mill.) un, 7!7.000 fl ab. Der Baulnotenumlanf (241,449.630 fl.) vermehrte sich um 8 Mill. 223.330 fl,; der Slaalöuolenoorralh ^1,995.287 fl.) dagegen uer< minderte sich 2,199,121 fl. Der Metallschcch (II l,3l9,«32 fl.) nahm um 41 fl zu; dir iü Melall zahlbaren Wechsel (3?,9«.'3 109 fl) Urmehrtcu sich um 17 839 fl Vereins bank» Tic „Wiener Zeitung" meldet iu ihrem amtlichen Theile die Concessiouirnng der Vrreiuebanl iu folgender Notiz: „Se. Majestät hat mit allerhöchster üulschließung uom »!. d dem Freiherrn Ferdinand v. AndriaiuWclbnrg. Dr. Leu-polb Muycr v, A>jo-Nn5zbach, Ma!hiai< Constant!» Grase» Wi-ttenbnrg ^inzenz Kirchma>.,er, Josef ^ippmann, A. Neinach, Fran; Ritter u. Werthcim nnd Angni^ Hang die Bewilligung zur Gründung einer Äc!ieiisiesel(schcift in Wieu untcr dem Xiamen: „K.l. pri-vilegirtc österreichische Bercinöbanl ertheilt." ilaibacb, 11. Juli. Aus dem heutigen Marllr sil,o erschienen: 20 Wagen mit Getreide, 11 Wagen und 8 Schifft (5V Klafter) mit Holz. Durchschnitts-Prcisc. Mli.- '^z.. will.. !l,ig;.' si. tv. ft. lr. ft. ^. st- ll Weizen pr, Metzen 5 -! 5 75 Butter pr. Psuud 40 — - Korn „ 3 l<) 3 20 Eier pr, Stuck — 1,!. - Gerste » 2 50 3 — Mllch pr. Maß 10 - Hafer „ 2 - 2 - Ri!idstc,schpr,P!d, 21------ Hlllbfrucht ,. - 3 95 Kalbfleisch „ 20------ Heiden „ 3 40 310 Schweiucsteisch „ 22 — Hirse „ 3 10 3 20 Schöpsenfleisch „ - 13 - - Knknru!, ,. ------- 310 Htihndel pr. Stück ^ 3») Erdäpfel „ -----------^ Taubeu „ - 13 - - Linsen „ 4-------,— Hcu Pr. Zeutuer - 80 - (5rbsen ,. 4-------— Sttoh „ .^70- Fisolen ,. 5------- Holz, hart., pr,Kl>i. - 7 — Niudöschmal; Pfd, —4«--------------- weiche«, „ ------ 5 — Schweineschmalz „ — 45------- Wein, rother, pr, Speck, frisch, „ —38 — — Eime, ll>- — geräuchert „ — 40^—^ — — weißer, „ ------12- Austekommene Fremde. Am 9. Juli. Stadt iMiell. Die Herren: Nnchraincr, Großhändler; Foig, k. t Postamtöcontrolor. und Escher. Kaufm. . von Tri.st, --Fürst Schonburg, uou Schueeberg. — l)tc,ppe>, Director, von Graz. Fräulrl, Kaufm., uon Wien. Elefant. Die Herren: Gerengcr, MaschineNlInspcctor, nnd Spitzer, Kanfm., v-:n Wien Bnder, Privatier, von München. — Mosel, Guiolies., von Plauiua. — Vergaulic, Hau-sirer, vou Görz. — Kulavic, Doctor, von Rom — Ielenc, von Graz. Raicic, Doctor, von Voloiica, — Carlmnnn, Prof,, ans Kärutcu Mohren. Herr Supancic, k. k. Beamter, von Gurlfeld. 3Meolll so fische Velisilichllingen ill LMach. " « l'.'.'M^"32»i,l4 -^i'2^ willdstlll^'dichlcr'N?^! ^ 11 2 „ N. ^ 326,3i- 20., SW. f. schw. z.Hälftebcw, '." 10 „ Ab. 326.62 -l-13o windstill heiter . -"^" < windstill dichter Nebel 12. 2 „ N. 32tt.4i --21,? wiüdslill heiler 0.00 10 „ Ab. 326.»» -z>15,ü windstill sterncuhcll Den 11.: Vormittag wechselnde Vcwüllnng. Nachmittag um 4 Uhr Gewitter cmö SO. mit ein paar heftigen electrischen C'ntla-dnngcn von tnrzer Dauer; ein Älil)strahl streifte den Nanchsang de« Heimann'schen Hauses an der Hradeczlybriicke, ohne zu zünden uud fnhr in die ^ailiach. Alicndi« feurig rothe Belenchtuug der Wolkeu, Ansheilerunss, Den 12. warmer, sonniger Tag. Nachmittag Glwölk iu Nord, Almidö ganz anügehntert. Wetterleuchten in N, nnd W. Das Tagecmütel der Wärme am 11. mit dem Normalmiltel ilbcreinslimmend, am 12. nm 15" ildcr dem Normale, Die UcMälcnwttlhe in Vcstcrcich.^ Unter dem uutcn ucrzcichuetcn Titel hat die k. l. statistische Centralconliuissiou ciu Wert veröffentlicht, das eine der am schwersten empfundenen bücken der österreichischen Statistik auszufüllen geeignet ist. Wer bedenkt, daß Oesterreich zum großen Theil ein agricolcr Staat ist, daß er seine hauptsächlichen Einkünfte anö den, landwirthschaftlicheu Betriebe uud der Thätigkeit laudwirlhschastlichcr Industriezweige, wie Vier, Wcin, Zucker, Branntwein, Taback .'c., beziel't, der wi d auch begreifen, wie wüuschcueiwcrth uerlüßlichc statistische Da-tcu siud, welche nbcr die Verhältnisse des uubcwcglichcu Ein nthumcö Aufschluß geben. Die Art der Vcnhcilnng dci> Grundbesitzes, die Hohe der Belastung durch Crcoi-topcratioucu cinerscito, die iahrlichc Bewegung im Besitz- uud ^astcustaudc desselben andererseits, endlich der Werth der Nealitätcu nnd dessen Wcchscl r>ou ciucr Periode zur andern mußteu auf vcrläßlichcu Grundlagen! erhoben werden, um zunächst die allgemeinen Verhältnisse iuö Aare zu stellen, untcr wclchcn sich dies Häuptel» mcnt der Volkc«wirthschaft und der daraus hcruorgchehcu-den Stnatstraft entwickelt. Es war daher ganz natürlich, daß trotz der bedeutenden ächwicrigtcit, trotz dcr Unzulänglichkeit der Hülfs» millcl die statistische Commission dicsc wichtigen Fragen mit fortgesetzter Aufmertsaintcit im Auge behielt, bis sie endlich durch die thalträflige Unterstützung dcr Behörde iu den Stand gesetzt war, das Znstaudctmumcu ciner Statistik des großen Grundbesitzes so wic der jährlichen Bewegung in« Besitz- und ^astenstnnd des gcsammtcn unbeweglichen Eigenthumes in den dcutsch'slauischcn Län-ocrn zu sichcru. Das obigc Werk enthält nun die den größten Theil dieser ^ändcr umfassende Darstellung der Realitätcnwcrthc im Jahre 1866. Aus Anlaß der Errichtung uon Bodencreditaustal-ten war die Frage in Anregung gctommcu, nach welchen Gruudsätzcu der Wer h laudwirlhschaftlicher Ncalitätcu bei Gewährung von Darlehen zu beurtheilen sei, damit sowohl die Sicherheit der Darleiher uoUkommen gewahrt, als auch dem Bcdürfuisse der geldsuchcnocu Grundbesitzer in ausgiebigster Weise genügt werden könne. Da es sich hiebci wesentlich darum haudclte, die kostspieligen nnd zeitraubenden Schätzungen möglichst zu vermeiden, so wnrde häufig auf Grund der Bestimmung des tz 50 des Gcbnhrcngesctzcs bei Abgang anderer Behelfe im concrete» Falle der hundertfache Betrag des Stcuersim-plums als thatsächlicher W.rlh der Realität augcuommcn, mochte sie nun blos ans Grnndstückcu bcüehcn oocr ein Hans- oder ein Wirlhschaflscomplex sein. Es leuchtet ein, daß der ttatastralreinertrag nnmöglich die Basis fnr dcu actncllcu Werth dcr Guter abgcbcu kounte, es machte sich daher das Bedürfniß geltend, verläßliche * Darstellung der Nealitcitcuwcrthe im Jahre 1>66 in Nie« der- nnd Ouer - Oesterreich, i» Salzuurg, Kärnteu, Krain, Steiermart, Trifft, Gorz nnd Gradiiica, Böhmen, Mähren nnd Schlesien. Mittheilungen auö dem Gebiete der Statistik, heran«' gegewu von ocr k. l, statistischen CtUtralcommission XV. Jahr->gang. IHest, Aus der t, t. Hos' »no ^tanlt'drnckerei. Nachwcisungcn über das Verhältniß der wirklich erzielten Kaufpreise vou Ncalitäteu zu dem gemeiniglich als Verkehrswcrth angcnouimcnen hnudcrtfachcu Betrag der ordentlichen Stcncrschuldigkeit zu crlaugcn. Es wurdcu daher 23.389 im Jahre 18<)(> vorgcfallcuc Ucbcrtraguugsfällc von Liegenschaften aller Art und Größe in Tabellen zusammengestellt nnd sodann das Verhältniß zwischen Kaufpreis uud Steuersnuplum, d. i. zwischeu thatsächlichem Verkehrs- uud Stcncrwcrth nach Stcucrgcmciudcn, Finan^bezirken nnd Ländern berechnet. Es zeigte sich uun daraus, daß dcr Stcuerwerth, d. i. dcr hundertfache Betrag des Stcncrfimplums, regelmäßig, wenn anch nicht ausnahmslos, hinter dein wirtlichen Verkchrswcrthc des Verkaufspreises zurückbleibt und sich im Dnrchschuitt wie 1: 2'33 verhält. Es ist dies Verhältniß jedochuicht ciu fixes, scmderu wechselt in bald mehr, bald minder erheblichem Maßr. Drei Umstände führen hauptsächlich dicscu Wechsel vou Verhältnissen herbei: 1. Die Verschiedenheit dcr in den einzelnen Bändern derzeit bestehenden Grundstcuersystcmc überhaupt und die Verschiedenheit dcr Zeit, in welcher die Kata-stralopcration insbesondere vorgenommen wnrdc. 2. Dcr Grad dcr Eultnr eines ^audcs, wic er bedingt ist durch größere oder geringere Fruchtbarkeit des Vodcns, Art seiner Bewirthschaftuug, Dichtigkeit seiner Bcvölkcruug, günstige Communications- nnd Absatzverhältnisfc. 3. Die Gattuug und Grüßc des nubcwcglichcu Besitzes selbst. Was uuu die Gattung des unbeweglichen Eigenthums betrifft, so gibt die uachfolgcndc Tabelle das gcsammte Ergebniß: Aecker und nicht benannte fl. fl. von 1: Grundstücke ... 10718 4.257,480 15.94953 2 6l'> Wiesen...... 1.455 494,253 1,72251 2'l>>« 74 3 57 Weingärten..... 2.255 505.272 2.259 87 2'23 Wohuhänsrr ... 3,547 5,0«4.901 25.011 72 1'93 Großgrundbesitz , . ^___10__3.844.231 17.532 96 2-19 23'389 27.748.437'118.898 32 2'33 Aus dieser Tabelle geht hervor, daß das Hundertfache dcr Stcucrfchuldigkcit sich verbält zum Verkaufspreis wic 1:2'33, d. h. dcr thatsächliche Vcrkchrswcrth dcr 23.389 Liegenschaften war im Jahre 1806 dnrch' schnittlich 2 33 mal höher als ihr gemeiniglich als Vcr-tchrswcvth angenommener Stencrwcrth. Iliwicwcit die Größe einer Liegenschaft auf das Verhältniß zwischen Verkehrs- nnd Stcncrwcrth von Einfluß ist, geht aus den folgenden Zahlen hervor: Im VerlanMcrlhe Zahl Verkaufspreis Stcuer-VerlMluisz. fl. fl, fl. 1: Ibis 500 14 852 3,0U«.845 12,34168 2 48 501 „ 1,000 3.558 2,589 «52 8.358 22 3'09 1.00l „ 2.000 2.234 3,259.152 12.087 20 2 »'.9 2.001 „ 5.000 1 837 5.822.704 24.470-99 2'37 5.00'. „ 10.000 «45 4.454.495 20 907-34 2 13 10,001 ,. 20 000 183 2,504,958 13.038'1!-! 192 ,„chr als 20.000 80 vorgekommenen Vcrkänfc von Realitäten, 2. den Vcr kanfsprcis, 3. den Gefammtbetrag dcr ordentlichen Stench schnldigkeit nnd 4. das Verhältniß zwischen dcm Hundertfachen dcr Steuer und dcm Vcrtanfsprcifc. Es ist die Hoffnung vorhanden, daß auch die anderen Länder in ähnlicher Art statistische Bearbeitungen erfahnn, damit mau fodauu iu den Stand gesetzt werde, die Elemente des Wcrthcs des unbeweglichen Eigenthums in uöllig verläßlicher Weise aufstellen zu köuncn. Verantwortlicher Redacteur: Igua; v. K l e i u m a l> r. Drsenbmcht. W»e», l" Juli Die Stimmung andauernd günstig. Fonds und Aciien, namentlich ^'öse und Vanlpapicre, mcrrlich höhcr. Devisen u,ld Valuleu ctwas.stcifer. Geld flüssig. Geschäft in Pappen nicht uilerhcblich. Veffentliche Tckuld. /<. des Staates (für 100 fl,) Geld Waare Iu ü. W. zu 5pEt. für 100 sl 5550 t>5 70 dcllo v. I. 186« .... 60.— 60.20 dcllo rückzahlbar (!.) . , . 94.25 94.50 Silber-Aulehcu uuu 1864 . . 68.50 69 50 Silberaul. 1865 lssrcs.) rückzahlb, in 37 I. ;u 5 PC:, für 100 st. ?2.25 72.75 Nat.-Aul. mil Iau.-Coup. zu 5"/^ 63,40 63 50 „ „ „ Apr.-Coup. .. 5 „ 63.40 6^50 Metalliqueö . . . . „5 „ 5^,50 58.60 detto mit Mai-Eoup. „5„ 59.15 59 30 detto.....„ 4',. 52li5 52 50 Mit Vcrlos. v.J. 1839 . . . 1',5 50 1<;»;.- „ „ „ „ 1854 . , . 79.50 80.— „ ,. „ 1860zn500fl. 88. - 88,20 „ „ „ 1860 „ 100 .. 96,- 96 25 „ „ ,. 1864.,100,, 95.~ 95 20 llomo-Nrlllensch, zu 42 I.. «u«l. 23 — 23..'>0 Domaincu 5prrc iu Silber 104,75 105.25 lj dcr Kronlander (für 100 fl.) Gr.-E»tl.-Oblig. Uiicdcrösterrcich . zu 5"/» 86.— 86.50 Oberüfienelch . „ 5 „ 88.— 89.- Oeld Waare Salzburg .... zu 5"/., . V7.-^ 88.— Vohmrn......5 „ 91.50 92.50 Mähreu ......b ,. 88.50 89.- Schlcsicu .... „ 5 „ 88.50 89 50 Slcicrmarl ... „ b „ 86.77, 87.50 Ungarn.....„ 5 „ 76.50 77.25 Temeser.'Bauül . . „5 „ 74.-. 74.50 Crnaticu uud Slavonien „ 5 „ 75,25 75,75 Galizien .... „ 5 „ 67.50 68.— Siebenbürgeu ... „ 5 „ 69.75 ?<>.25 Vilkouiua ' . . . . « 5 „ 67.— 67.50 Uuq M. d. A,-E, 1867 „ 5 „ 72,75 73.— Tmi.V, m. d.V.-C. 1867 „ 5 „ 72.50 72.75 Actieu (Pr. Stllcl), Nalioualbaut...... 747.— 748,— Kaiser Ferdiuands-Nordbahn zu 1000 si. ü. W.....1827.-1830 - Kredit-Anstalt zu 200 fl. ö. W, 208.- 20825 N,ü,Escom.-Ocs.zv500fl.ü.W. 22,- 625.— StatScisri!b,.-Ges. zu 200 fl.CM, odcr 500 Fr...... ! verlosbar zu 5«/« 98.10 98.30 E. Hi. j Natiou"lb.aufi).W.ucrloöb.5„ 93.40 93.75 Uttg. Vod.-Ereb.-Aust. zu 5'/, „ '.^.25) 92.50 Nllg. Ust- Bodcn-Errdit-Austall vcrloöbar zu 5°/« in Silber 99.— 99 50 Lose (Pr. Stils.) Ered-A.f.H.li.G.z.100fl.ü.W. 18525 135.50 Don.-Dmpfsch.-G.z. 100 fl.CM. 92.50 93.— Stadtgcm. Ofen „ 40 .. ü. U. 26.- 27.— Estcrhazy zu 40 fl.