Priinnmerations-Preise: Für Laibach: Ganzjährig . . . 8 fl. 40 lr. Halbjährig . . . 4 „ 20 „ Vierteljährig. . . 2 „ 10 „ Monatlich . . . - „ 70 ; Laibacher Mit 6 er Post: Ganzjährig . . .11 fl. Halbjährig . . . fi „ Vierteljährig. . . 2 „ Für Zustellung ins Haus vierteljährig 25 It., monatlich 1) tr. Einzelne Nummern « Ir. Taftblatt. Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgeseiidet. tt tiakiion: Bahnhofgaffe Nr. 182. «kpr-ition und Änseralen-Surcau: »ongrebplatz Nr. Rl (Buchhandlung von 3. v.KleimnaYrLF. Bamberg). Änscrtionsprrisk: Für die einspaltige Petitzeile 3 kr. bei zweimaliger Einschaltung U 5 tr. dreimal -1 7 Ir. Jnsertionsstempel jedeSinal ilO It. Bei größeren Änseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Nr. 2. Dienstag, 3. Jänner 1871. — Morgen: Titus B. 4. Jahrgang. Ein ultramontanes Urtheil über die Wühlereien der katholisch-politischen Vereine. In ganz Krain werden auf Veranlassnng des hiesigen katholischen Vereines und mit Gutheißung des Laibacher Fürstbischofes Unterschriften zu einer von der Michaelisbruderschaft in Wien ausgehenden Adresse an den Papst gesammelt. Zugleich mit dieser zirkulirt eine Petition au das k. k. Rcichsmiiüsterium. Heber den Charakter der letzter» hat einer der hervorragendsten und geistvollsten Schriftsteller im ultra-montanen Lager, nämlich Franz v. Floren court, sich in einer für die Ultramontanen in Oesterreich keineswegs schmeichelhaften Weise ausgesprochen. Derselbe ersuchte die „TageSpreffc" in Wien um die Aufnahme des nachstehenden Artikels, und es ist iit der That ein höchst merkwürdiges Zeichen der Zeit, wenn ein Mann, wie Floreitconrt, sich gedrängt fühlt, gegen die Verlogenheit, Unehrlichkeit und Gewissenlosigkeit, welche in den meisten unserer klerikalen Kreise herrscht, öffentlich feine Stimme zu erheben: „Die „Grazer Tagespost" veröffent- lichte eine von Prof. F. Maafsen an den Obmannstellvertreter des katholisch-konservativen Vereines in Graz gerichtete Zuschrift, worin es heißt: Der katholisch-konservative Volksverein von Graz hat in seiner Generalversammlung vom 13. v. M. eine Petition an das k. k. Reichsministerium beschlossen. Im Eingang dieser Petition wird gesagt: „Eine Stimme und eine Ueberzeugmig geht durch ganz Oesterreich und Europa. Diese Ueberzeugmig spricht sich dahin aus, daß die widerrechtliche Okkupirung Roms durch italienische Truppen und die Gefangen-setzuug des Statthalters Christi, des glorreichen Papstes Piuö IX., nicht ohne Einverständniß Sr. Exzellenz des Herrn Reichskanzlers Grafen Beust erfolgt sei." Die angeführten Worte enthalten in dem ersten Satze eine maßlose Uebertreibung, in dem zweiten eine schwere Beschuldigung gegen die Person des Reichskanzlers Grasen v. Beust, ohne daß für die Wahrheit dieser Beschuldigung auch nur der Schatten eines Beweises gebracht würde. Freilich heißt es in der Petition weiter: „Als Katholiken und treue Unterthaneu Sr. k. k. apostolischen Majestät können wir solches nicht glauben." Der Zusammenhang gestattet aber nicht den mindesten Zweifel, daß diese Versicherung lediglich eine rhetorische Figur sein soll. Da es mir unmöglich ist, diese Kundgebung in Einklang mit meinen moralischen Anschauungen zu bringen, so bin ich zu meinem Bedauern genö-thigt, mich nicht mehr als Mitglied des katholischkonservativen Volksvereincs von Graz zu betrachten." Gestatten Sie mir einen kleinen Commentar zu dieser Erklärung. Daß die italienische Regierung und das italienische Volk die Einverleibung Roms unverrückt im Auge hielten und anstrebten, ist eine bekannte Thatsache. Lediglich durch ihr Verhältnis zur französischen Regierung und durch die französische Besatzung wurden sie am agressiven Vorgehen verhindert. Von dem Augenblicke an, wo der päpstlichen Regierung diese Stütze entzogen wurde und die französische Besatzung abzog, konnte man mit Gewißheit vvrherfehcn, daß man von Seite Italiens nicht säumen werde, das längst ausgesprochene Programm: Rom die Hauptstadt Italiens, in Ausführung z>l bringen. Ein englisches Sprichwort sagt: „Ein williges Pferd braucht man nicht zu spornen," und so wäre es auch in der That eine sehr überflüssige Mühe gewesen, wenn irgend eine dritte Macht zu der Okkupation Roms noch hätte anratheu wollen. Trotzdem wurden die katholischen Journale Oesterreichs und die Redner der katholischen Vereine nicht müde, die Behauptung auszusprechen, daß der Reichskanzler Graf Beust zu der Okkupation angereizt und zum guten Theile der Urheber derselben gewesen sei. Obgleich es unbefangenen Leute» gegenüber nicht nöthig gewesen wäre, so war der Reichskanzler doch gütig genug, einer an ihn abgesandteu katholischen Vereinsdeputation eingehend sein Verhältniß zu dieser Angelegenheit auscinanderznsetzcn und ihr namentlich zu erklären, daß von seiner Seite weder Zustimmung noch Anreizung zu dem gewaltsamen Vorgehen der italienischen Regierung stattgesunden habe. Eine Mißbilligung oder ein Protest von Seiten Oesterreichs sei freilich ebenfalls nicht ausgegangen, weil bei der sicher vorauszusehenden Erfolglosigkeit eines solchen Schrittes nichts anderes bewirkt worden wäre, als eine Störung des guten Vernehmens zwischen Oesterreich und Italien. Nun hätte man denken sollen, daß mit dieser offenen Erklärung des Reichskanzlers die Sache abgemacht und die Beschuldigungen gegen denselben endlich zum Schweigen gebracht worden wären. Trotzdem fuhr man fort, in öffentlichen Reden und Schriften die Anklage zu wiederholen und nebenbei die Erklärung des Reichskanzlers zu verspotten, sie bald verblümt, bald ziemlich unverhvleu der Unwahrheit zu bezichtigen, ohne auch nur im Stande zu sein, irgend eine einzige Thatsache beizubringen, auf welche man sich stützen konnte. In dem kürzlich erschienenen Rothbuche wird ebenfalls Rechenschaft über das Verhalten der österreichischen Regierung in dem Confliete Italiens mit Rom abgelegt. Man habe bis zum letzten Augenblicke nicht abgelassen, auf eine friedliche Lösung dieses schweren Problems hinzuarbeiten, man habe diese allmälig von der Zeit gehofft und die plötzliche gewaltsame Lösung tief beklagt, aber man habe sich nicht für berufen gehalten, einen Tadel anszusprechen und durch einen voraussichtlich erfolglosen Schritt das so wünschens-werthe gute Vernehmen mit der Regierung Italiens zu stören. Wem, nun nach allen diesen gegebenen offiziellen Aufklärungen, die durch keine einzige Thatsache haben widerlegt werden können und die mit dem historischen Verlause und der politischen Sachlage auch vollständig übereinstimmen — wenn da noch jemand diese Beschuldigungen wiederholt, so macht er sich der Verleumdung schuldig. Der Verleumdung oder der öffentlichen Ehrabschneidung, wie man'S nennen will. Und es macht in moralischer Beziehung gar keinen Unterschied, ob es ein Einzelner ist oder eine große Versammlung, und ebenso wenig ändert es etwas an der Sache, wenn eine solche Versammlung ans frommen und angesehenen Männern besteht, an der selbst viele hochgestellte Geistliche und sogar eilt Bischof theilnehmen. Höchstens wird dadurch die Sünde nur erschwert, weil der Eindruck der Verleumdung verstärkt wird. Nun hat aber „der katholisch-konservative Volks-Verein" in Graz in einer sehr stark besuchten Versammlung eine Petition an das Reichsministerinm beschlossen, in der dieselbe Beschuldigung gegen den Reichskanzler abermals ausgesprochen worden ist und wodurch Professor Maasse» zu feiner AnstrittSerklärung veranlaßt wurde. Jeder, der diese Petition nntcrzeich-iicte, hat sich also der Verleumdung und öffentlichen Ehrabschneidung schuldig gemacht. Welch eine eigentümliche Erscheinung und welchen Einblick gewährt sie in die heutigen sittlichen Zustände der Kirche! Wir sehen den Obersten der Diözese, den Wächter der katholischen Moral, wir sehen eine große Anzahl seiner Gehilfen und andere im Rufe besonderer Frömmigkeit stehende Männer die klarsten Gebote der christlichen Moral übertreten, und zwar mit einem absichtlichen Eklat solenner Oefsentlichkeü, gleichsam als ob sie der übrigen Welt dadurch ein nachahmmigswürdiges Beispiel geben wollten; wir sehen die Hirten die Heerde zur Sünde, zur Uebertretung von Geboten verführen, die sie ihr selbst lehren und deren Haltung sie einschärfen. Und so sehr ist ihr geistiger Blick dnrch fanatischen Haß schon erblindet, so abgestumpft ist ihr christliches Gewissen, daß ihnen nicht einmal die leiseste Ahnung von ihrer Versündigung kommt. Und so verbildet ist ihr sittliches Bewußtsein, daß sie in solchen groben Verirrungen ihre Ehre und ihren Ruhm suchen. In welchen tiefen Abgrund moralischer Depravatiou der Kirche schauen wir jetzt da hinein. Und ein ebenso bezeichnendes als trauriges Zeichen der Zeit ist es auch, daß ein einfacher Laie, aber ein geradsinniger, rechtlicher Mann sich zuletzt veranlaßt sehen mußte, seine Mißbilligung öffentlich auszusprechen. Professor Maassen hat dieses zwar in einer äußerst milden und bescheidenen Weise ge-than, und doch wie beschämend und niederschmetternd. „Es ist mir unmöglich, diese Kundgebung in Einklang mit meinen moralischen Anschauungen zu bringen und ich muß deshalb aus eurem Vereine scheiden." Wenn ein Bischof mit summt seinem Klerus sich öffentlich von einem Laien sagen lassen muß, daß derselbe aus Gewissensbedenken und weil er die Handlungen desselben unmoralisch halte, nicht länger in demselben Vereine mit ihm sein könne, und wenn dieser Laie anerkanntermaßen ein aufrichtiger Katholik und ein unerschrockener Verteidiger der rechtlichen Freiheit der Kirche ist, bann sehen wir, wohin wir bereits gelangt sind. Wenn die katholische Moral die Ehrabschneidung seines Nächsten verbietet, so verpflichtet sie aber auch zugleich zur Restitution, zum Wiedergutmache». Wer jemand öffentlich verleumdet hat, der muß auch öffentlich widerrufe»! Diesen Grundsatz wird weder der Fürstbischof von Seckan noch irgend ein anderer Priester, der diese Petition mit unterschrieben hat, irgendwie bestretten. Noch einige kurze Bemerkungen: „Eine Stimme und eine Ueberzeugung geht durch ganz Oesterreich und Europa und findet ihren Wiederhall in den öffentlichen Blättern, des In- und Auslandes." Das nennt Professor Maassen mit Recht eine maßlose Uebertreitmng. Es ist weiter nichts Wahres daran, als daß man sich zwar große Muhe gegeben hat, in den Blatter», welche der Michaelis-Bruderschaft zu Gebote stehen, die Anschnldigung gegen den Reichskanzler zu verbreiten, daß man aber in dem übrigen Europa gar keinen, in Oesterreich aber nur bei denjenigen Glauben gefunden hat, die auch glauben wurden, daß der Reichskanzler die Brunnen vergiftet hätte, wenn der römische Korrespondent des „Vaterland" es ihnen schwarz auf weiß versicherte. Es ist ein sehr unehrliches Mauipulireu! Erst streut man die Gerüchte in den Blättern aus, und dann bernst man sich auf diese selbst gemachten Gerüchte, als auf die Ueberzeugung Europa's. „Als Katholiken und treue Unterthanen Sr. k. k. apostolischen Majestät können wir solches zwar nicht glauben." Wenn Professor Maassen in diesen Worten nur eine rhetorische Floskel findet, so sagt er damit noch zn wenig. Ich nenne sie eine unwahre, heuchlerische Phrase. Aber solche heuchlerische Phrasen haben sich in dem heutigen Stil vieler Katholiken so eingelebt und sind so zur Gewohnheit geworden, daß sie gar nicht mehr anders schreiben können. Das ist auch ein sehr bedenkliches Zeichen für die katholischen Zustände der Gegenwart. Wo die Aufrichtigkeit' im Stil verloren gegangen ist, da ist es auch schlecht bestellt mit der Aufrichtigkeit der Menschen, und wo die Aufrichtigkeit überhaupt fehlt, da find auch Frömmigkeit und Glauben nicht mehr aufrichtig. Doch genug, Herrn Professor Maassen aber einen dankbaren, herzlichen Händedruck. Mit seinem Austritte aus dem katholisch-konservativen Vereine in Graz hat er demselben die letzte Wohlthat erwiesen. Franz v. Florencourt." Vom Kriege. Ju der Sylvesternacht hat der große Artilleriekampf vor Paris, vorerst gegen die Südforts, begonnen. Moltke legte dem Könige einen umfassenden, vom Kriegsrathe genehmigte« Plan des ge-sammten Bombardements vor, der sofort die Genehmigung erhielt. Vorerst sollen bei 600 Feuerschlünde gegen die südlichen Forts in Thütigkeit sein, während die Forts an der Ostseite aus zirka 180 Geschützen beschössen werden. Das Belagerungsmateriale, das die Deutschen zur Bezwingung der größten Festung der Welt angehäuft haben, übersteigt alle bisherigen Voraussetzungen: 1500 Feuer-schlünde der stärksten Art, darunter Riesenmörser und andere Geschütze, die vor Straßburg bereits die Probe bestände», nebst Munition für 700.000 Schuß find in den Batterien anfgehäuft und an 25.000 Mann Festungsartillerie sollen binnen kurzem bereit sein, das furchtbare Zerstöruugswerk ohne Unterbrechung fortzusetzen. Der Beginn des Bombardements wurde dem General Trochu in Form einer Eapltulationsauf-forderuug, die natürlich abgclehnt wurde, angezeigt, und so ist der endliche Fall der Hauptstadt nur mehr eine Frage der Zeit. Was der französische Oberbefehlshaber dann'beschließen wird, wenn sich die Stadt nicht mehr halten läßt, darüber existire» die verschiedensten Ansichten — die meisten derselben aber einigen sich darin, daß der Krieg mit dem Eintritte der Katastrose »och immer nicht beendet sein wird. Die verschiedenen Berichte, sowohl aus dem deutschen wie aus dem französischen Lager, lassen vermuthen, daß Trochu im Nothsalle die Verteidigung auf die Festung Mont Valerien beschränken werde, ob er aber bei der Besatzung verbleiben oder dem Beispiele Gambetta's folgen und im letzten Augenblicke „per Ballon" entwischen wird, um das Oberkommando in den Departements zu übernehme», ist natürlich nicht vorherzusehen. Als Soldat ist er gebunden, auf seinem Posten auSzuharren, wahrend es auf der ändern Seite die Pflicht des Mitgliedes der Regierung wäre, den Krieg in den Departements zu orgauisiren. In den Provinzen, meint die „Tr. Ztg.," könnte Trochu das Werk Gambetta's vollenden und als Fachmann so Großes leisten, daß die deutschen Heere, trotzdem mit dem Schlüsse der Belagerung bei 150.000 Mann frei werden, noch bedeutende Schwierigkeiten zu überwinde» hätten, bevor die Franzosen zur Er-kenntniß ihrer Niederlage gekommen wären. Von der deutschen 1. Armee trafen Nachrichten ein, welche einerseits das siegreiche Vordringen Mantenssel's, anderseits den Rückzug der au der unteren Seine gestandenen Abteilungen konslatiren. Im Norden ist nämlich eine Brigade vor Peronne, einer Festung an der Somme, eingetrossen und hat dasselbe zernirt, während das Gros über Bapeaume gegen Douai und Lille marschirt. Faidherbe scheint sich in diese letztere Festung zurückzuziehen und dürste wohl bald durch Maitteuffel darin eingeschlossen werden. — In der Normandie soll nach französischen Berichten Moigitart die Brigade, welche vorwärts Rouen stand, zurückgedrängt zn haben. General Manteuffet dagegen meldet: Füuf Bataillone der ersten Division machten heute (am 31.) von Rouen eilten Vorstoß auf das linke Seine-Ufer gegen stärkere ans der Gegend von Briase bis Mott» tineaux und Grandc-Conromte vorgedrungene feindliche Streitkräfte. Diese wurden theils zersprengt, theils in das feste Schloß Robert-le-Diable geworfen, welches von unseren Truppen erstürmt wurde. Der Feind verlor zahlreiche Todte und etwa hundert Gefangene, darunter angeblich den Chef der dortigen Franktireurs. Att der Loire ist co noch ziemlich ruhig. Was die franz. Armee beabsichtigt, ob einen neuen Eut-satzversuch ohne Rücksicht auf die anderen Armeen, oder vorerst die Vereinigung mit Bonrbaki, werden erst die nächsten Tage zeigen. Vielleicht ist die Assaire bei Montoire in dem Sinne einer Reko-gnosziruug zu beurtheiten, der die Aktion zum Durchbruche auf das linke Loireufer folgen wird. Bourbaki ist noch immer auf der Linie BvurgeS-Nevers, wie berichtet wird, 120,000 M. stark. Sein Abmarsch gegen Osten ist demnach unterblieben, und dürfte auch nicht erfolgen; tut deutschen Hauptquartier bringt sich vielmehr die Ansicht zur Geltung, daß ein neuer Ossensivstoß gegen Orleans geführt werde — gewiß das wahrscheinlichste, weil eilte Vereinigung mit Ehauzy nur über Orleans möglich ist. Der preuß. „Staatsanzeiger" bringt einen vier Seiten langen Bericht über den sehr blutigen Ausfall von Paris gegen das Gardekorps am 21. Dezember. Darin wird unter anderm gesagt, daß die feindlichen Forts seit 7 '/2 Uhr Morgens ein wildes Feuer auf die sämmtlichen Positionen der Belagerer erössneten. Dies dauerte ununterbrochen während des ganze» Tages fort, und zwar wurden die schwersten Geschosse bis auf die Entfernung von 8000 Schritten geworfen. Das Gedonner, welches die Entladung der riesenhaften Granaten begleitete, war so ungeheuer, daß bei den Soldaten der Glaube entstand, cs fände« itt den Forts Sprengungen von Mitten statt. Der Schluß deS Berichtes lautet: „Das geflossene Blut ist der Eitelkeit und dem Wahn geopfert und Trauer, Jammer uitö Elend, die dadurch wieder Tausenden bereitet wurden, müssen den verstockten Führern zur Last gelegt werden, die den schweren patriotischen Muth nicht haben, die bittere Wahrheit zu erkennen. Die heutigen Führer des französischen Volkes scheinen nur einen Zweck zu haben, den, die ergebene blinde Menge in sicheres Verderben zu führen. Die Welt staunt ob des großen maßlosen Elends, aber die von der französischen Eitelkeit damit zum Ziel gesetzte Bewunderung von Europa kann selbst durch die entsetzlichsten Opfer nicht erreicht werden, und Frankreich verblutet im Selbstmorde ohne Ehre und ohne Ruhm." Das erste baierifche Armeekorps unter v. d. Tann ist von ursprünglichen 37.000 Mattit auf 15.000 Mann znsammengeschmülzen. Es ist jetzt wieder der 3. Armee des Kronprinzen von Preußen zugetheilt und itt den Bereich des Belagerungsheeres vor Paris gezogen, um durch Nachschübe ergänzt zn werden. Aus Metz wird den „Hamb. Nachr." vom 26. v. M. geschrieben: „Die Zustände gestalten sich von Woche zu Woche ordentlicher und nehmen einen stets festeren Charakter an. Man erkennt es in allen Maßregeln der preußischen Regierung deutlich, daß sie Metz schon als eine für immer mit Deutschland verbundene Stadt ansieht und feste Einrichtungen trifft, während die Maßregeln itt den übrigen von uns besetzten Theilen von Frankreich nur provisorischer Natur sind. So ist in Metz eine feste deutsche Polizeiverwaltung schon eingerichtet und den dahin versetzten Beamten eröffnet worden, daß sie ihre Wohnungen nur auf lange Dauer mie-then könnten. Ein gleiches findet bei den Post- und Justtzetnrichtitttgcn statt, die ebenfalls auf Stetigkeit berechnet find. Auch hat ein preußisches Regiment aus Gimfbittiten in Ostpreußen Befehl erhalten, feine Montirnngskainmer und alle Vorräthe nach Metz zu transportiren, da es später hier eine ständige Garnison erhalten würde. Deutsche Gewerbetreibende und Kaufleute fangen schon an, hieher zu übersiedeln. Von den wohlhabenden französischen Familien sprechen die meisten ihre Absicht aus, ihre Häuser zu verkaufen und nach Amerika oder nach dem übrigen Frankreich anszuwandern, sobald Metz erst definitiv an Preußen abgetreten sein wird." Die Kopfabschneider. Die „Karlsruher Ztg." schreibt: Nach neueren Nachrichten treffen im südlichen Frankreich frisch-afrikanische Truppen ein, welche der Lyoner Armee als eine Art Freikorps beigegcben werden sollen. Welcher Art diese Horden sind oder sein sollen, lehrt it. a. ein Artikel, der aus der „Jndepeudance Algerienne" seinen Weg in französische Blätter gesunden hat. Er lautet: „Die Gums. Der Augenblick ist gekommen, die Anordnungen des Generals Faidherbe auszuführen und sofort die Gums ntarschiren zu lassen. Es wäre zu wünschen, daß unsere Provinz zehn (9ums zu je zweihundert Mann stellte. Sie wären von Kaids und einigen Offizieren der arabischen Bureaux zu befehligen, welche gut arabisch sprechen. Diese Gums würden nach Lyon gehe» , sobald sie bereit sind. Dort kämpfen sie als Plänkler und übernehmen sie den Auskiärungsdienst, da wir unsere leichte Kavallerie nun einmal nicht zu gebrauchen verstehen. Der nächste Zweck wäre: die Uhlaneu zu vernichten oder wenigstens durch einiges Kopfabschneiden einznschüchlern. In zwei oder drei Gruppen, denen man einige deutsch redende Offiziere und Unteroffiziere beigäbe, werden sie sich in das Herzogthum Baden werfen, wo sie zur Aufgabe halben, bat Deutschen das Hebel, das sie uns anthun, zurückzugeben, d. h. alle Dörfer zu verbrennen und alle Wälder anzuzündeu; eine Kleinigkeit jctzt, wo das trockene Laub den Boden bedeckt. Der Schwarzwald wird in Brand gesetzt werden und Nachts das Rheinthal erleuchten; darnach werden die Gums ihn umgehen und nach Württemberg kommen, wo sie alles verwüsten. Der Ruin der mit Preußen verbündeten Länder wird sicherlich deren Abfall herbeiführen. Die Gums tragen nichts als Patronen bei sich. Ueberall finden sie Vebensmitiri; sie verbrennen die eiübte und Dörfer erst dann, wenn sie sich ans einige Tage mit dem Nothwendigen versehen haben. Wir werden diesen braven Söhnen deS Profeten sagen, wir kennen Euch, wir schätzen Euren Muth, wir wissen, daß Ihr energisch, ungestüm, unternehmend seid, geht und schneidet Köpfe ab; je mehr, desto höher wird unsere Achtung vor Euch steigen. Ans die Nachricht von dem Einfall dieser Afrikaner auf dem feindlichen Boden wird sich ein Schrecken in Deutschland verbreiten und die preußischen Heere werden ihren Abzug von Haus und Hof zu bereuen anfangen, wo ihre Frauen und Kinder mit ihrem Leben die Grausamkeiten ihrer Väter und Männer bezahlen müssen. Fort mit dem Erbarmen! Fort mit den Gefühlen der Menschlichkeit ! Keine Gnade für die modernen Ban-dalen, welche an Ruchlosigkeit die Hunnen und alle Barbaren des Mittelalters Ubertreffen, die die Wälder Germaniens seit 1400 Jahren Uber uns auSgespieen haben. Nur ein Einfall in Deutschland kann die Aufhebung der Belagerung von Paris rasch herbei« fuhren. Die Gums werden Ehre einlegen, wenn wir ihnen die Losung geben: Tod, Plünderung, Brand i" Es bedarf keines Kommentars, um aus diesen Zeilen die bodenlose Verworfenheit kennen zu lernen, in welche man die ritterliche französische Nation hineinzutreiben sucht. Zunächst werden die Gums, wenn sie Uber's Meer kommen sollten, nothgedrungen Gelegenheit finden, die französischen Dörfer mit ihrer Gegenwart zu beglücken und an dem trockenen Laub der französischen Wälder, mit oder ohne Petroleumzugabe, Glimmversuche zu machen. __________ Politische Rundschau. Laibach, 3. Jänner. Graf Benst will de» Delegationen bei ihrem Wiederzusammentritt einen Anhang zum Rothbuch vorlegen, der alle vom Reichskanzler in der letzten Zeit abgesendeten Depeschen über die Pontns-und die Luxemburger Frage, sowie Uber die Einigung Deutschlands enthalten soll. Eine Antwort auf die Note des Fürsten von Rumänien dürfte kaum erfolgen, da man diesseits der letzteren keinen offiziellen Charakter zuerkennt. Graf Andraffy kam nach Wien, um an der Feststellung der Instruktion für den Vertreter des Kaiserstaates auf der Londoner Konferenz theilzunehmen, der Gesandte soll der Konferenz gewisse Borschläge in Betreff auf die Donau-» fchiffahrtsverträge, als deren wichtigster der auf Erweiterung der Stromengen des eisernen Thores bezugnehmende genannt wird, unterbreiten. Der nordd. Gesandte soll instruirt sein, in der Frage der Donaumündungen mit Oesterreich zu stimmen. Uebrigens kann die Konferenz nicht schon heute, wie bestimmt, eröffnet werden, da der diesseitige Gesandte „och nicht im Besitze dieser Instruktion ist. Das „Frdbl." erhält die interessante Meldung, daß Jules Favre über sein Ansuchen vom Grafen Bismarck einen Geleitschein erhielt. Herr Favre begibt sich als Vertreter der französischen Nationalregierung von Paris nach London. Ein Ministerial-Erlaß trägt den Prager Behörden, da in letzter Zeit häufig flüchtige f r a n -zosische Gefangene durch Böhmen kommen und dort oft sehr demonstrativ gespeist und mit Mitteln zur Weiterreise versehen werden, auf, ein strenges Augenmerk auf ähnliche Vorfälle zu richten. Der neutralen Stellung Oesterreichs könne eine Dulduug derselbe,» nicht entsprechen, die Behörden mögen daher wachsam sein und die Widerkehr solcher Vorgänge eventuell durch dUJnter-nirnng der Flüchtigen verhüten. Nicht alle Banern in Tirol schwören zur ultramontanen Fahne. Der konstitutionelle Verein in Innsbruck erhielt dieser Tage eine von 50 Bauern des Lechthales unterschriebene Adresse, in welcher sich dieselben gegen die verfäffuiigSfeindlichen Bestrebungen der jetzigen Landtagsmajorität, gegen die Herrschaft des Adels und des Klerus, für die Wahrheiten des Glaubens, aber gegen den Mißbrauch der Religion zu politischen Zwecken, für die neuen Schulgesetze und endlich für eine gleichmäßige Ver-theilnng der Steuer- und anderer Staatslasten erklären. Die bäurische Regierung hat sowohl nach Wien, als nach Versailles Mittheilungen gelangen f taffen, daß sie mit besonderer Freude die Herstel-tlmtg guter Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich begrüßen werde. Von Sachsen und Württemberg sollen ähnliche Kundgebungen erfolgen. V i'k t o r E m a n u e l ist bereits am 1. Jänner ^wieder vo» Rom abgereist, wo ihm enthusiastische, Ovationen dargebracht worden sind. Er spendete -für die durch Ueberschweinmung Verunglückte«! 200000 Fr. König Am ad e o von Spanien ist am Frei-; tag zu Karthagena gelandet. Der junge König betritt tmter keineswegs angenehmen Verhältnissen den Boden seines Reiches; fast die erste Kunde, die ihm in Spanien wurde, ist die, daß der hauptsächlichste Förderer seiner ^önigskandidatur unter den Kugeln von Meuchlern gefallen. Um die Ruhe zu erhalten, hat man einige Milizbataillone der Hauptstadt auf-gelöst und ihnen die Waffen abgenommen.__________________ Zur Tagesgeschichte. — Der Kronprinz Rudolf ist wieder vollständig genesen. Obwohl die Wege noch schneenaß waren, besuchte derselbe doch bereits Meran, in Gesellschaft seiner Schwester, der Erzherzogin Gisela, und seines Obersthofmeisters, zu Fuß. Der Kronprinz sieht recht gut aus und fesselt durch sein heiteres, freundliches Wesen Alle, die ihm begegnen. Die kleine Erzherzogin Valerie erfreut sich der allerbesten Gesundheit. Ihr Aussehen ist blühend, ihre Wangen voll und rosig. — Ein Erlaß des Finanzministeriums erinnert, daß nach dem Gesetze vom 28. November 1870 die bestehenden direkten und indirekten Steuern unfc Abgaben summt Zuschlägen nach Maßgabe der gegenwärtig bestehenden Besteuerungsgesetze, und zwar die Zuschläge zu den direkten Stenern in der durch das Finanzgesetz vom 12. April 1870 bestimmten Höhe in der Zeit vom 1. Jänner bis Ende Februar 1871 fortzuerheben sind. — Mit 1. Jänner 1871 ging die Verwaltung für Posten und Telegrafen in der Militärgrenze, welche bisher dem Reichskriegsministerium unterstanden, auf Grund des Delegationsbeschlusses an daS königlich ungarische Ministerium für Kommunikationen über. Die Militärgrenze soll in zwei Postdirektionsbezirke getheilt, und zwar die kroatisch - slavonische Militärgrenze der Postdirektion in Agram und das übrige Gebiet derselben der Postdirektion in TemeSvar zuge-wiesen werden. — FUr die Verwundeten in den deutschen Spitälern hat der in den Blumensälen des Gartenbau-Vereins in Wien von Seite des deutschen Vereines arrangirte Weihnachtsbazar eine ansehnliche Summe gebracht. Die Mitglieder des Danien-Kornitee's haben in der verhältnismäßig kurzen Zeit, die ihnen zu Gebote stand, einen Ertrag von 9834 fl. erzielt; hinzugerechnet den Erlös der Eintritts- und Familienkarten beläuft sich die Gesummt» Einnahme bis jetzt auf 11.700 fl. Doch ist dieselbe höher anzurechnen, da noch nachträgliche Einläufe zu erwarten sind. Dem Komitee sind vorn Kardinal Rauscher 50 fl. und vom päpstlichen Nuntius 10 fl. zugekommen. Die nicht verlosten Gewinnst-gegenstände werden in einer Auktion zum Verkaufe gelangen, welche ein intereffantes Nachspiel des Festes bilden wird. Lokal- und Proviuzial-Augelegenheiten. Origiual-Korrespoudeuz. Aus Oderkrain, 29. Dezember. (Straßen -wesen im R a d m a n nsd or se r Bezirke.) Schon vor einem Jahre war der Straßenzustand im politischen Bezirke Radmannsdors Gegenstand mehrseitiger Ungute sowohl im „Tagblatte" als auch in der „Laibacher Zeitung." Auch heuer brachte die „Laibacher Zeitung" in Nr. 285 vom 14. Dez. einen Artikel, worin die Unthätigkcit d:s Straßenkomitee's scharf gerügt wird. Wir wollen uns durchaus nicht damit befassen, das Straßenkomitee dieser Beschuldigung gegenüber zu vertheidigen, da wir von der Wahrheit des Gesagten zu sehr Überzeugt sind, nur wollen wir einige Gründe angeben, warum dasselbe für die Erhaltung der Straßen so wenig, oder eigentlich gar nichts thut. Ein Hauptfehler hiebei ist, daß der Obmann des Straßenkomitee's seinen Wohnsitz in dem abgelegenen SteinbUchel hat und die Besichtigung der einzelnen Bezirksstraßen selten selbst unternehmen kann, sondern hiesllr meist Subaufseher bestellt hat, die dafür unseres Wissens nicht bezahlt werden, mithin sich um die ihnen zugewiesenen Straßen wenig kümmern, während der Obmann für seine Mühe die sistemistr- ten Bezüge erhält. Es wäre daher dringend nöthig, daß der Obmann wenigstens zweimal im Jahre dje einzelnen Straßen des Bezirkes selbst in Augenschein nähme und die notwendigen Anordnungen träfe. Ein weiterer Uebelstand ist der, daß der Ob, mann des Straßenkomitee's zwar das Recht hat, alle zur Verbesserung und Instandhaltung der Konkurrenz, straßen nöthigen Anordnungen zu treffen, ja selbst den Dawiderhandelnden Strafen zu biftiren, nicht aber auch das Recht, die verhängten Strafen zu vollziehen, sondern jedesmal erst eine ergebenste Anzeige an die Bezirkshauptmannschaft machen muß, von welcher dann erst nach längerer Zeit die Strafe, gewöhnlich in einet Geldbuße bestehend, eingetrieben wird. Nicht nur, daß dieser Vorgang sehr zeitraubend ist, hat er auch den anderen Nachtheil, daß hiedurch das Straßenkomitee um alles Ansehen kommt und daher seinen Anordnungen so selten pünktlich Folge geleistet wird. Es wäre daher hoch an der Zeit, daß man dem Obmanne des Straßenkomitee's auch die Exekutive in Straßenangelegenheiten verleihen würde, denn falls dieses Recht nur den kais. Behörden zusteht, wäre es für das Straßenwesen am besten, wenn der jeweilige Bezirkshauptmann zum Obmann des Straßenkomitee's bestellt würde. Ein fernerer Uebelstand ist der, daß, wie wir er» fahren haben, sich in den Händen des Straßenkomitee's nicht einmal ein individueller Straßenverthei-lungSausweis befindet, in welchem die genaue Reparation der einzelnen Straßen an die zur Konkurrenz Verpflichteten ausgezeichnet wäre. Das Straßenkomitee weiß also gar nicht, wem die einzelnen Straßen-antheile zugewiesen sind, und wenn man hie und da den zur Erhaltung eines gewissen StraßenantheileS Verpflichteten erfahren will, muß man, statt sich im Straßenkataster Raths zu erholen, erst vier oder fünf Leute fragen. Zudem sind feit der Verteilung der Straßen an die Konkurrenzpflichtigen viele Realitäten parzellirt worden, ohne daß Die auf selbe entfallenden Straßenantheile gehörig vertheilt worden wären. Noch eines Uebelstandes müssen wir erwähnen. Der Landmann, den die Straßenbeschotterung und Schneeausschauslung oft hart trifft, muß nachlässig werden, wenn er fleht, daß auch von Leuten, denen die Instandhaltung der Straßen eine Spielerei wäre, da sie über viele Dienstleute und Zugkräfte verfügen, doch für die Straßen nichts gethan wird. Dies wären die Ursachen, denen wir die wirklich schlechten Bezirksstraßen bei uns verdanken, obwohl selbe, wie der Korrespondent der „Laibacher Zeitung” richtig bemerkt, in keinem Bezirke besser sein könnten, als im Radmannsdorfer. Lokal-Chronik. — (Fingirter Diebstahl.) Eine Krämerin am alten Markt machte die Anzeige, daß ihr das ganze Waarenlager gestohlen worden sei. Die eingeleitete Untersuchung ergab, daß die Angabe falsch sei und daß die Krämerin die angeblich gestohlenen Maaren versteckt hielt. Dieselbe wurde wegen Betruges dem Strafgericht übergeben. — (Ertrunken.) Gestern FrUH siel ein in der Nähe des Zwangsarbeitshauses mit Schneeschaufeln beschäftigter städtischer Arbeiter in die Laibach und ertrank. Man glaubt, ein epileptischer Anfall habe das Unglück herbeigefUhrt. — (Fleischtarif pro Jänner.) Das Pfnttd Rindfleisch bester Qualität von Mastochsen kostet 27 kr., mittlere Sorte 23 kr., geringste Sorte 19 kr.; von Kühen und Zugochsen kosten die drei Sorten Fleisch 24, 20 und resp. 16 kr. — (Oesterreichisches Museum in Wien.) Neu ausgestellt ist in diesem stets an Werth zunehmendem Zentralpunkte gewerblicher und künstlerischer Produktion unter ändern auch ein Messing» leuchter aus der Fabrik Samassa in Laibach. — (AuS Oberkrain) erhält die „Laib. Ztg." Briefe vorn 26. und 27. v. M., welche die durch den ungeheuren Schneefall geschaffene Verkehrs« tage schildern. Eine sast 5 Schuh mächtige Schneehülle bedeckt den Boden. Die Straßen sind fast noch alle unfahrbar und würden es auch wohl noch einige Tage bleiben, denn wenn auch wer den Straßentheil, der ihm zugewiesen ist, ausschaufeln wollte, so könnte er doch gar' nicht dazu gelangen, da eine ungeheuere Last von Schnee auf den Dächern ruht und diese einzudrücken droht, so ist von vielen der Schnee abgeschaufelt worden, wodurch die Straßen noch unpasiir-barer geworden sind. Da man in den schmalen, von Fußgängern ausgetretenen Wegen kaum selbst gehen kann, so hat auch das Hausvieh seine Noth, da man .Wasser zum Trinken nicht einmal vom nächsten Brunnen hertragen kann. — Die heute Mittag fällige Wiener Post erlitt abermals eine zweistündige Verspätung, daher wir den üblichen Börsenkurs heute nicht bringen können. F. Kolletnig; in Lemberg Rottender; in Klausenburg Kronstädter, und gegen Postnachnahme. Heute: 1 Akt. Theater. Zwölf Mädchen In Uniform. Vaudeville in Er ist nicht eifersüchtig. Lustspiel in l Akt. Witterung. Laibach, 3. Jänner. Heute stütz Morgenroth. Vormittags Aufheiterung. Nach mittags dünn bewölkt. Der erste Sonnenschein im Neujahr. Temperatur: Morgens 6 Uhr — 4.7", Nachm. 2 Uhr — 3.4" R. (1870 + 3.0“, 1369 + 2.6'.) Barometer 326.88'", Das gestrige Tagesmittel der Temperatur - 4 2“, um 0.9" unter dem Normale. Für Atylt, Hebammen n. Naturforscher. Von heute an bis zum 5. Jänner zu sehen: Eine bewundernswerthe Persönlichkeit, Mann und Weib Eingesenvet. (Beehrter Herr Redakteur! In Jbretn gestrigen Blatte geschah der Inkonsequenz Erwähnung, mit welcher vor zwei Jahren nnd im vorigen Jahre in den Silvesterpredigten in der hiesigen Domkirche des jetzigen Exkaisers Napoleon gedacht wurde. So lächerlich auch durch dergleichen Dinge die Prediger werden, so sehr man sich auch von so oberflächlicher Auffassung der politi fchen Verhältnisse und Ereignisse abgestoben fühlt, so er sticken doch diese Gefühle vor dem tiefen Bedauern, daß in unserer Zeit selbst der bedeutungsvollste Augenblick durch weltliche" Dinge entweiht wird. Hunderte von Znhörern waren erschienen, die, gedrängt von einem höheren Seelen» bedilrfniß, eine sittliche Rührung, eine Erhebung zu Gott suchten, und mit Mißmuth verließen sie die Domklrche ,u der neu gewonnenen Ueberzeugung, daß viele katholische Priester seit Jahren nur für sich, nicht aber m c h r für die Gläubigen predigen. Vielleicht daß in irgend einem stillen Thale ein würdiger Priester ans alten besseren Tagen lebt, vielleicht daß der es noch versteht, selbst reinen Herzens, die Herzen feiner Kirchkinder beim Scheidegruß des alten Jahres in jene religiöse Weihe zu versetzen, in welcher uns alles irdische Treiben, aller Besitz und Ruhm klein und verächtlich, das Edle, Gute, die Tugend und Gott allein wünschenswert!, erscheinen: der würdige Greis ist ein Vater der Gemeinde, ein von ihr geliebter gottberufener Priester, er stiftet Gutes, während von der gedachten Predigt die Leute enttäuscht nach Hause gingen. Herr Redakteur, ich und meine Freunde beklagen dies aufrichtig, denn wir sind wahre Christen. Laibach, den 3. Jänner 1871. Angekommene Fremde. Am 2. Jänner. Stadt Wien. Dr. Mulle, k. k. Notar, Marburg. — Haber, k. k. Hauptmann, Stein. — Dr. Ritter v. Ve-steueck, Gurtfeld. — Uhlmann, Kfm., Wie» — Melzer, Kfm., Wien. — Vessel, Kfm., Hof. — Lakuer, Fabrikant, Gotfchtc — Seidl, Restaurateur, Görz. — Dr. Munda, Rabntaunsborf — Munda, Jurist, Graz. Elefant. Meliou, k. k. Hanplmann, Maunsburg. — Rojic, Gutsbesitzer, Kroatien. — Rudolf, Wien. — Pitz, Wien. — Singer, Haudelsrcis., Wien. — Vidic, Rudolfs-werth. — Osoveniik, Lack. - Dollenz, Lack. — Smnck, Vir. — Hirner, Wien. — Brunn, Wien. — Potocnig, Karlstadt. — Pilz, Wien. — Mat de Ouari, Triest. — Persche, k. k. Staatsanwalt, Rudolfswerth — Kottnig, Besitzer, Oberlaibach — Triwald, Ingenieur, ftrambiirg. BaieriMelier Hol*. Gulie, Ochsen Händler, Sesaua. - Zarin, Fleischer, Triest. von 10 Uhr Flvfant, Morgens 2. Stock, Der Zutritt ist m Einem, bis 8 Uhr Abends im Hotel jimmer-Nr f>3 und 54. Honorar 1 fl ü Person (555— 3) nur Erwachsene» gestattet. I Verstorbene. Den 1. Jänner. Anton Gritsch, Heizer, alt 45 Jahre, I im Zivilspital in Folge zufällig erlittener Verletzungen und wurde gerichtlich beschaut. Den 2. Jänner. Kaspar Blas, Jnstitutsarmer, alt 57 Jahre, ist während eines epileptischen Anfalles bei der Schlachtbank im Wasser ertrunken gefunden und von da na» | St. Christof übertragen worden — Maria Voven, Slble berswitwe, alt 75 Jahre, in der Tirnanvorstadt Nr. 51 an 'der Lungenlähmnng. Anrnerknn g. Im Monate Dezember 1870 sind 65 I Personen gestorben, unter diesen waren 35 männlichen und ] 30 weiblichen Geschlechtes. Kur aller Krankheiten vvne Medizin und ohne Kosten durch die delikate Gesundheitsspeise Bevales-ciere du Barry von London, die bei Erwachsenen und Kindern ihre Kosten bOfach in anderen Mitteln erspart. 72.000 Kuren an Magen-, Nerven-, Unterleibs-, Brust-, Lungen-, Hals-, Stimm-, Aihem-, Drüsen-, Nieren- und Blasenleiden — wovon aus Verlangen Kopien gratis und franko gesendet werden. -Kur-Nr. 64210. Neapel, 17. April 1862. Mein Herr! Ist Folge einer Leberkrankheit war ich seit sieben Jahren in einem furchtbaren Zustande von Abmagerung und Leiden aller Art. Ich war außer Stande zu lesen oder zu schreiben; hatte ein Zittern aller Nerven trn ganzen Körper, schlechte Verdauung, fortwährende Schlaflosigkeit und war in einer fielen Nervenaufregung, die mich hin- und Hertrieb und mir keinen Augenblick der Ruhe ließ; dabei im höchsten Grade melancholisch. Viele Aerzle, sowohl Inländer als Franzosen, hatten ihre Kunst erschöpft, ohne Linderung meiner Leiden. In völliger Verzweiflung habe ich Ihre Revalesciöre versucht, und jetzt, nachdem ich drei Monate davon gelebt, sage i* dem lieben Gott Dank. Die Revalescifere verdient das höchste Lob, sie hat mir die Gesundheit völlig hergestellt und mich in den Stand gesetzt, meine gesellige Position wieder einzunehmen. Genehmigen Sie, mein Herr, die Versicherung meiner innigsten Dank barkeit nnd vollkommenen Hochachtung Marquise de B r 6 h a n. In Blechbüchsen von >/, Pfd. fl. 1.50, 1 Pfd. fl. 2.50, 2 Pfd. fl. 4.50, 5 Pfd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — Eevalescitire Chocolatöe in Tabletten für 12 Tassen fl. 1.50, für 24 Taffen fl. 2.50, für 48 Taffen fl. 4.50, in Pulver für 12 Taffen fl. 1.50, 24 Taffen fl. 2.50, 48 Taffen 4.50, für 120 Taffen fl. 10, 288 Taffen fl. 20, 576 Taffen fl. 36. — Zu beziehen durch Barry du B a r r y L Co. in Wien, Wallfischgasse 8 ; in Laibach bei Ed. Mahr, Parfumeur und Anton Kris per; in Pest Török; in Prag I. Fürst in Prejjburg Piszto ry; in Klagenfurt P Birnbacher; in Linz Hafelm ayer; in Graz Oberranzmeyer,Grablowitz; in Marburg Verlosung. (I. Staatslotterie.) Bci ber am 39. Dezember vorgenommenen ersten Staatelottcric für gemeinsame Mili-1 tilr-Wohlthäligkeilszwecke wurden in ber Borziehung nachstehende 10 «erien gezogen, und zwar: Serie 286 (Nr. 28501—28600), S. 512 (51101-51200), S. 791 (Nr. 79001-79100), S. 794 (Nr. 79301 79400), S. 862 (Nr. 86101—86200), S. 1007 (Nr. 100601-100700), 1122 (Nr. 112101—112200), S. 1176 (Nr. 117501 bis 117«;00), S. 1423 (Nr. 142201-142300) nnb S. 1476 | (Nr. 147501 —147600). Alle in diesen 10 Serien enthaltenen, in ber Klammer bezcichueteu 1000 Losnummern ge- j roinnen je 10 Gnlbe» österr. Währ. In ber hierauf solgenden Hauptziehuug wurden nach leheube 289 Losnummern mit den iicbeubtzcichutten &c-mimten in österr. Währung gezogen, und zwar siel ber j Haupttreffer mit 40.000 fl. aus Nr. 195214; je 20.000 fl. | gewinnen Nr. 85471 und 197607; je 10.000 fl. Nr. 32975 160905 und 198438; je 5000 fl. Nr 60168 97183 133847 unb 188238. Die zu bieseu 10 Haupttreffer» gehörigen 22 Vor- und Nachtreffer: Nr. 195212 195213 195215 195216 85470 85472 197606 197608 32974 32976160904 160906 198437 198439 60167 60169 97182 97184 133846 133848 188237 unb 188239 gewinnen je ein ganze« ' Los des Prämien-Anlchen« vom Jahre 1864 im Nominal-werthe von 100 fl. Ferner gewinnen je 3000 fl.: Nr. 43316 46633 96187 118290 unb 161501; je 2000 fl. : I Nr. 19963 587912 82063 84145 98734 nnb 183304; je 1000 fl.: Nr. 4094 39112 63214 67609 74627 77540 | 178414 unb 193071. Der telegrafische Wechselkurs ist uns bis Schluffe des Blattes nicht zugekominen. • Epileptische Krämpfe (Fallsucht) (16-189) heilt brieflich der Spethmii-Muni>wi>jskr von .1. G. l»opp, prakt. Zahnarzt u. Privilcgiuiusinhabcr in Wien, Stttdt, 'tiufliicrftnffc !C. Dieses Mundwässer, von her 1ÜM. Wiener medizinischen Fakultät approbirt und durch eigene svjährige Praxis erprobt, bewährt sich vorzüglich gegen jeden üblen Geruch aus dem Munde, bci vernachlässigter Reinigung sowohl künstlicher als Hobler Zähne und Wurzeln, und gegen Tabakgeruch ; es ist ein Mliit’er treffliche« Mittel gegen kranke«, leicht blutendes, chronisch entzündliches Zahnfleisch, Skorbut, besonders bei Seefahrern, gegen rheumatische und gichtische Zahnleiden, bei Ans-loikeruug und Schwinden des Zahnfleische», besonders im vorgerückten Alter, wodurch eine besondere Empfindlichkeit desselben gegen den Temperaturwechsel entsteht; es dient zur iliev »igung der Zähne überhaupt, ebenso bewährt es sich auch gegen Fäulnis! im Zahnfleische, überaus schätzenSwerth ist es bei incfei sivcndon Zähnen, einem Hebet, an welchem so viele Skrofulöse zu leiden pflegen; es stärkt das Zahnfleisch und bewirkt, festere« Anschliesien an die Zähne; e» schützt gegen Zahnschmerz bei kranken Zähne», gegen ,» häufige Zahnstcin-bildung; es ertheilt dem Ainnde anch eine angenehme Frische nnd Kühle, sowie einen reinen Kefchntack, da eS den zähen Schleim in demselben aufliist und dieser dadurch leichter entfernt wird, daher geschmackverbessernd einwirkt. Preis pr. Flakon 1 fl. 40 kr. österr. Währ. Emballage pr. Post 20 kr. Vegetabilisches Zahnpulver. Es reinigt die Zähne derart, das; durch dessen täglichen Gebrauch nicht mir der gewöhnlich so lästige Zahnstein entfernt wird, sondern anch die Glasur an Weisie nnd Zartheit immer zunimmt. Preis pr. Schachtel 63 kr. österr. Währ. Aiiatherin - Zahnpasta. Tiefe Zahn Pasta Verdient mit Recht, dem Werthe ihrer zweckdienlichen Ligenthüinlichkeiten entsprechend, als das beste Zahnmittel anempfohlen zu werden, indem die Anwendung desselben im Mnnde einen angenehmen Geschmack und milde Kühle zuriickläfit, als Vorzügliches Mittel gegen jeden üblen Geruch im Munde. Nicht minder ist diese Zahn-Pasta jenen anznempfehleit, deren Zähne unrein und verdorben sind, da bei Anwendung dieser Pasta der an den Zähnen haftende, so schädliche Zahnstein beseitigt, die Zähne stets weih und da« Zahnfleisch gesund nnd sest erhalten wird; sehr zweckdienlich ist tiefe« Mittel den Seeleuten und Küstenbewohnern, wie auch jenen, die oft zu Wasser reifen, indem e« den Skorbut verhütet. Preis pr. Dose 1 fl. 22 kr. österr. Währ. Zahn-Plombe. Diese Zahn-Plombe besteht ans dem Pulver nnd der Flüssigkeit, welche zur Ausfüllung hohler, kariöser Zähne verwendet wird, um ihnen die ursprüngliche Form wieder z» geben und dadurch der Verbreitung der weiter UNI sich greifenden Karie» Schranken zu fetzen, wodurch die fernere Ansammlung der Speisenreste, sowie auch des Speichels und anderer Flüssigkeiten und die weitere Auflockerung der Knocheit-»tasse bis zu den ZaHntterven (wodurch Zahnschmerzen entstehen) verhindert wird. (l—i) Preis pr. Etui 2 fl. 10 kr. österr. Währ. Depots dieser ihrer vortrefflichen Eigenschaften halber überall, selbst auch in Deutschland, der Schweiz, Türkei, England, Amerika, Holland, Belgien, Italien, Rußland und West-Indien wohlverdiente Anerkennung findenden Artikel befinden sich in echter nnd frischer Qualität in 8 aibach bei E. Birschitz, Apotheker; in Abels-b e r g bei j. Kupferschmidt, Apotheker; in Bischof-1 a cf bei C. Fabiani, Apotheker; in Gotischer bei i. Braune, Apotheker; in Idria in der k. k. Werks-Apotheke ; in 8 i 11 a i bei K. Mühlwenzel, Apotheker ; in Ne »stabil bei ]. Bergmann, Apotheker; in Radmannsdorf in der Apotheke von Sallo-chers Witwe. Druck von Jgu. v. ft IcinmaH t 4 geb. Bamberg in Laibach. Verleger und für die Redaktion verantwortlich: Dttomar Bamberg.