PoSfnina nialaiia ? poronw Preis Din 1*50 71. Jahrgang Erscheint wöchentlich siebenmal. Schrlftieituag (Tel. Interurb. Nr. £670) sowie Verwaltung u. Buchdruckerei (Tel. interurb. Nr. 2024): Maribor, Jurciceva ul. 4. Iriefl. Anfragen Rückporto beilegen. Manuskripte werden nicht returniert SÄf mm Nr. 20 Mit wocn, den 27. Jänner issi Inseraten- u. Abonnements-Annahme in Maribor: Uurciceva ul.4 (Verwaltung). Bezugspreise: Abholen, monatl. 23 Din, zustellen 24 Din. durch Post monatl. 23 Din, für das übrige Ausland monatl. 35 Din. Einzelnummer 1 bis 2 Din. Mriborer ftcitium Die Banalräte versammelt Feierliche Eröffnung der ersten Sitzung des Banalrates des DraubanatS Große Rede des Bonus Dr. MaruLiL über den Voranschlag Fasehingsteffe von Din 10.— aufwärts im Textil-Bazar, Vetrinjska ulica 15, Maribor. ©falöfsii vor Gericht MaiIan d, 20. Jänner. Der hiesige Gerichtshof erhob gegen den in die Hatry-Affäre verwickelten Gialdini die Anklage wegen gesetzwidriger Handlungen. Bekanntlich handelte es sich bei dieser STffärs um Fälschungen von privaten und öffentlichen Dokumenten sowie um Unterschlagungen in der Gesamthöhe von etwa einer Million Pfund Sterling. Die Affäre hat nicht nur in England, wo sie aufgedeckt wurde, sondern in ganz Europa großes Aufsehen hervorgerufen. Gialdini befindet sich bereits seit 16. März in Untersuchungshaft. Da zwischen Italien und England kein Auslieferungsvertrag besteht, wird er in Mailand vor das Gericht gestellt werden. LawimmmMck Lyon, 20. Jänner. Eine Abteilung der Jäaertrupve, bestehend aus zwei Offizieren und elf Mann, führte gestern abends im Walde von Mau-ttemte in der Mbe von Lyon militärische Hebungen durch. Plötzlich wurde die Abteilung von einer riesigen Sckmeelawine verhüttet und in den Abgrund geschleudert. Sofort wurde eine Hilfsexpedition ausgerüstet, der es nach angestrengter Arbeit gelang einen Offizier und die elf Mann mit nteljr oder weniger schweren Verletzungen zu bergen, während der zweite Offizier bisher noch nicht gefunden werden konnte. Ein Unteroffizier erlitt so schwere Verletzungen, er bald nach seiner Rettung denselben erlag. Ungarn* KrleasmlnWr verunglückt Der ungarische Kriegsminister G ö m-b ö s, der die Hebung eines Infanterieregiments im Werfen scharfer Handgranaten 5e sichtigte, sich hierbei einer Zielscheibe unvorsichtig näherte und durch die Splitter einer m geringer Entfernug explodierenden Hand Granate am Bein erheblich verletzt wurde. L j u b l j a n a, 20. Jänner. Im Saale der Handelskammer wurde heute um 10 Uhr die Tagung des Banalrats des Draubanats durch den Banns Dr. M a r u s i c feierlich eröffnet. Der S'tzung wohnten alle Banalräte bei außer Dr. Kramer, der zum Gesandten in Prag ernannt worden ist. An der Eröffnungssitzung nahmen Vizebanus Dr. Birkmaser sowie alle Abteilungs-vorstände der Banalverwaltung teil. Banalrat Senekovic verlas zu-nälltTf das Dekret, womit der Banalrat des Draubanats zu seiner ersten Sitzung einberufen nrrd. Hierauf hielt Banus Dr. M a r u § i e an die Banalräte eine fast einstündige Rede, in welcher er den Banalvorschlag in großen Umrissen skizzierte. Redner betonte das Prinzip der größtmöglichen Sparsamkeit in allen Zweigen der Banalverwaltung, doch dür sen darunter nicht die vitalen Interessen des Banats leiden. Man werde auch versuchen, die Lasten, die die Gemeinden zu tragen haben, zu erleichtern, soweit es sich um allgemein nützliche Abgaben handelt. Der Voranschlag berücksichtige irr großem Maße die drückende Wirtschaftslage. Deshalb lei bei der Zusammenstellung der Einkünfte des Banats daraus Rücksicht genommen, daß die öffentlichen Lasten nicht erhöbt werden. Schließlich forderte der Banns die Banalräte auf, mit allen Kräften sich der Arbeit für die wirtschaftliche, kulturelle und soziale He- Genfer Debatte über öle Einberufung der Abrüstungskonferenz Die heutige Sitzung des Völkerbundrates wurde um 11 Uhr eröffnet. Die Tagesordnung umfaßt u. a. die Vorbesprechung über die Einberufung der allgemeinen Abrüstungskonferenz. Die Verhandlung leitete der spanische Delegierte Quino -nes de Leon mit einem längeren Bericht über diese Frage ein. Redner besprach alle Phasen, die dieses so überaus Genf, 20. Jänner, wichtige Problem in den letzten Jahren durch gemacht hatte sowie die bisher auf dem Wege zur Realisierung des Projektes gemachten Schritte, wie die Ergebnisse der einzelnen Studienkommissionen und Ausschüsse, vor allem jedoch die Arbeit der vorbereitenden Abrüstungskommission, die vor einigen Wochen ihre Tätigkeit beendet hatte. Neue Hiobsnachrichten Das Erdbeben in Mexiko fordert WeUsre Opfer In den Staaten Ooraca und Beracrnz mr rben ge^exn wieder Erd^Ee wahrgenoM-mrn, doch ist diesmal der Schaden nur gering. Die Bevölkerung getraut sich größtenteils nicht in d'e Hauser zurückzukehren, da sie neue Erdstöße befürchtet. Die Leute sind in bitterster Not. Stellenweise sind Quellen und Brunnen versiegt, so daß in den betreffenden Orten Wassermangel herrscht. Aus dem Zentrum des katastrophale» Bebens kommen immer .teite Hiobsnachrichten. M e x i k c C i t y, 20. Jänner. Mehrere Ortschaften sind vollkommen zerstört. Unversehrt ist kein einziges Haus. Soweit ein Gebäude nock> üM. weist es gefährliche Sprünge auf. Am schwersten wurden die Ortschaften Miahuatlan. San Pedro Avostol und Ayoguesca hrimgesucht. Bisher wurden 116 Tote unter den Trümmern der eingrstürzten Häuser hervorgezogen. Tie Zahl der Menschenopfer wird sich wdoch noch bedeutend erhöhen, da immer wieder Leichen geborgen werden. Kurze Nachrichten Kairo, 20. Jänner. Bei Wasta in Unterägypten wurde ein Kraftwagen beim Ueberschreiten einer Bahn Übersetzung von einem daherkommenden Per sonenzug erfaßt und 600 Meter weit mitgeschleift. Alle sechs Insassen des Automobils wurden hiebei vollkommen zermalmt. Der Kraftwagen wurde gänzlich zertrümmert. St a m b u l, 20. Jänner. Im Stadtviertel Ealata brach in den Rau men einer Filmunternehmung durch Kurzschluß ein Brand aus, der rasch großen Umfang annahm und großen Schaden anrichtete. Beim Brande erlitt eine Reihe von Per sonen Verletzungen, darunter acht sehr schwere. P a r i s, 20. Jänner. Ein schweres Unglück ereignete sich gestern in der Grube Rener bei Metz. Ein Stollenzug, in dem SO Grubenarbeiter saßen, stieß mit einem entgegenkommenden Zug zusammen. Der Zusammenstoß war so gewaltig, daß acht Arbeiter zermalmt wurden, wäh- rend eine Reihe anderer Bergarbeiter mehr oder weniger schwere Verletzungen erlitt. Das Unglück ist auf falsche Weichenstellung zurückzuführen. R o m, 20. Jänner. Der Vatikan trägt sich mit dem Gedanken, eine eigene Tabaksabrik zu errichten, um nicht nur die Bedürfnisse des Vatikans mit Rauchwaren zu decken, sondern Tabakerzeug nisse auch auszuführen. Das Grundkapital beträgt acht Millionen Lire. Das gesamte Personal ist italienisch. Zur Verwendung sollen nur italienische Maschinen und Rohstoffe gelangen. London, 20. Jänner. Der Sekretär des Bergarbeiterverbandes Cook mußte sich einer schweren Operation unterziehen, die zur Amputation eines Fußes führte. Die Operation ist glücklich verlaufen. Der Zustand des Kranken ist zufriedenstellend. M e tz, 20. Jänner. Im Eisenbergwerk Kramerz riß sich ein Fahrstuhl los und stürzte in die Tiefe. Hie- bung des Draubanats zu widmen. V»r Uebergang zur Tagesordnung wurde an Seine Majestät den König eine Ergebenheits- und an den Ministerpräsidenten General Liskovie eine Begrüßungsdepesche gesandt. Die Verlesung des Telegramms an den König wurde von den Anwesenden stehend angehört u. der Inhalt desselben mit lebhaftem Beifall gebilligt. Der Banalrat ging sodann zur Beratung des Voranschlages für das Finanzjahr 1931/32 über. Der Vorstand der Finanzabteilung der Banalverwaltung Dr. Drei leitete die Verhandlung mit einem längeren Exposee über die Bedurk nisse des Verwaltungsgebietes ein. bei wurden zwölf Personen getötet und mehrere verletzt. Eine Untersuchung wurde eingeleitet, um die Ursache des Unglückes festzustellen. Rom, 20. Jänner. In Süditalien, besonders rm Golfe von Tarent wüten schwere Stürme, die großer Sachschaden angerichtet haben. Buenos A i r e s. 20. Jänner. Bei Martinez in Zentralargentinien stier ßen zwei elektrische Züge zusammen. Dabei wurden gegen 60 Personen mehr oder weniger schwer verletzt. K o p e n h a g e n, 20. Jänner. Auf der Werft Burmaister &. Wain explodierte gestern abends ein zehnzylindriger Dieselmotor und war sofort in Flammen gehüllt. Die Explosion war so gewaltig, daß große Svreng-stücke weit umherflogen. Von der Laufbrücke, die sich 15 Meter über dem Motor befand, wurden zehn Arbeiter durch den Luftdruck zu Boden geschleudert und erlitten hiebei schwere Verletzungen. Der Feuerwehr gelang es, den durch dis Motor» explosion hervorgerufenen Brand zu löschen AavanMer BrMdmt des Haager Gerichtshofes ■ ' - <1 * -■ Der bekannte japanische Diplomat Aba* t schi — früher Botschafter in Paris und Vertreter seines Landes beim Völkerbund, jetzt Mitglied des Ständigen Internationalen Gerichtshofes im Haag — wurde von diesem zum Präsidenten gewählt- .WTCcm giiffiwr 5i; Ein Staatsoberhaupt wird gesucht Spannung in Genf TOP, 5?rf 27. JllMer rar» ÄSS'ÄtafXS'SS Luttluö und «rondi bkyorren auf der Einladung Ruß'ands und der Türkei- abstimmung (Bau öttfetcet ständigen Wiener Mitarbeiter). Wien, Mitte Jänner Bor etwa einem Jahre sind die Bürget' lichen Parteien in Oesterreich auf einmal darauf gekommen, daß für diesen Staat etwas geschehen müfle. Oder genauer ge' sagt, sie ließen sich das von den Heimwehren einreden, deren Meinung damals noch hoch im Kurs stand und die die sogenannte De moEratie für jedes Unglück der Parteipolitik verantwortlich machen wollten. Der ganze verfassungsrechtliche Aufbau der Donau-cepublik sollte also umgestaltet werden und man sah alles Heil nur noch in einer Stär lung des Autoritätsgddankens, wobei hier wie dort freilich die viel weitergehenden Wünsche unausgesprochen blieben oder mir so nebenbei angedeutet wurden Das Spie mit der Diktatur war damals zur alltägli chen politischen Beschäftigung geworden und daraus entstand dann der monatelange Kamps um eine Verfassungsreform, der das Land in die schwerste Krise drängte und der Bolkswirt'chaft unberechenbaren Schaden zufügte. Die Rechte des Bundespräsidenten müßten erweitert werden, hieß es. und cs ginge nicht an. die Pflichten dieser Stellung nur auf die repräsentativen Angelegenheiten Zu b-'chtSntsn. Zu dieser Zeit wußte jeder Mensch in Oesterreich, woher der Wind kam: Dr. Seipel strebte selbst nach dem höchsten Posten im Staate, aber er wollte sich zuerst die entsprechenden Voraussetzungen schaffen und sich für das neue Amt jene Einflußmaßnahme sichern, die seinen politischen Wünschen entsprach. Man ist später noch um einen Schritt weiter gegangen und hat argumentiert, daß die Erweiterung der konstitutionellen Rechte des Bundespräsidenten auch schon fei seiner Bestellung nach außen hin irgendwie in Erscheinung treten müßte. Das österreichische Staatsoberhaupt war bisher nur durch die Nationalversammlung, das heißt in einer gemeinsamen Sitzung von Nationalrat und Bundesrat gewählt worden, aber in Zu kunft sollte eine allgemeineVolkSabstimmung darüber entscheiden, wem diese Würde an-zuvertrauen ist. Es hat dagegen v'ele und Berechtigte Einwände gegeben. Zunächst den, daß es doch besser wäre, wenn der ober ste Repräsentant der Republik auch ferner hin der parteipolitischen Agitation entrückt bliebe, was bei einer direkten Wahl natfir lich nicht mehr der Fall sein wurde. Auch der Hinweis auf eine'endlich einzuleite"de verfassungsrechtliche Angleichung an das Deutsche Reich fehlte nicht und man erklärte, daß Oesterreich als ein künftiger Gliedstaat eines größeren Deutschlands natürlich niemals seinen eigenen Staatspräsidenten in einem allgemeinen Wahlverfahren bestellen könnte. Aber die bürgerlichen Parteien hatten sich nun einmal den Heimweh» een gegenüber festgelegt gehabt und sie glaubten damals vielleicht selbst an die Not wendigkeit einer solchen Reform, die — me nigstens symbolisch — eine neue Zeit einleiten sollte. Im Dezember des Vorjahres wurde die Verfassung geändert, die bis dahin sehr bescheidenen Rechte des Bundes-ptästdenten sind erweitert worden und man hat auch beschlossen, den nächsten Präsidenten bereits durch das Volk wählen zu lassen Nur über den Zeitpunkt dieser Wahl konnte man sich nicht einigen, da es doch nicht gut anging, die Mandatsdauer des gegenwärtigen Präsidenten ohne weiters abzukürzen. So stellte man zuletzt eine Art Junktim zwischen seiner Wahl und einer Neuwahl des Nationalrates her und vereinbarte, daß die Wahl des Bundespräsidenten spätesten? zehn Wochen nach dem Zusammentritt des neuen Nationalrates ausaeschrieben werden mußte. Wobei freilich noch niemand an die Möglichkeit vorzeitiger Neuwahlen gedacht hat. Dazu ist es dann bekanntlich im verflossenen Herbst doch gekommen, als der Zerfall der Bürgerlichen Koalition die Auflösung des Nationalrates erzwang. Spätestens am 10. Feber, also schon in drei Wochen muß demnach jetzt die Wahl des neuen Präsidenten zur Ausschreibung gelangen und den Parteiführern find dieserTage auch schon die Gorentroürfc zu den notwendigen Durch-filirungsgesetzen zum Studium zugegangen. Wer mm zeigt sich auf einmal, daß die Man de? Gründung einer internationalen Agrarbank Genf, 20. Jänner. Der Bölkerbundrot hat sich gestern vormittags zu seiner 62. Sitzung versammelt. Trotz der gegenteiligen Versicherungen der vergangenen Woche herrschte für die Eröffnung der Tagung großes Interesse. Die Galerien waren dicht gefüllt. Den Vorsitz führt der englische Außenminister H e n d e r s o n, der mit seinem deutschen Kollegen Dr. C » r t i u s diesmal dir Reihenfolge vertauscht hatte, da in der Mittwochsitzung die deutsche Beschwerde gegen das Vorgehen gegen die Minderheiten in Polen angeschnitten wird und der Klägerposten mit dem Vorsitz im Völker» bundrat nicht gut vereinbar ist. Minister Henderson hielt an die Anwesenden eine kurze Ansprache, in welcher er die Witzigkeit der Tagung hervorhob und in kurzen Worten die zur Verhandlung stehenden Probleme streifte. Nach Eingehen in die Tagesordnung wurden mehrere Berichte verlese«, darunter auch einer des jugoslawischen Außenministers Dr. Marinkovis über die Tätigkeit des ständigen Opiumous-schusies. Im Laufe der Sitzung wurden mehrere wichtige Beschlüsse hinsichtlich der Abhaltung von Ansschußsitzunge« und Konferenzen gefaßt. Für den 29. Juli ist die europäische Hygienekonserenz und für den 28. Oktober wird die vierte allgemeine Verkehrs- und Transi'konfmnz einberu-feiL Besonderes Interesse herrscht für die heutige Sitzung des Bölksrbundrates, du hinsichtlich der Einberufung der allg-mei-nen Abrüstungskonferenz endgiltige Beschlüsse gefaßt werden sollen. Vor der öffentlichen fand eine geheime Sitzung statt, in welcher interne Fragen erörtert wurden. So wurden Loveday England) zum Direktor der Finanzabteilung und Haas (Frankreich) zum Direktor der Berkehrsabteilung des Völkerbundsekretariates bestellt. Der deutsche Außenminister Dr. C u r t i u s sprach sich dagegen aus, da sich das DMerdund-sekretariat im Stadium einer grundlegenden Reform befinde und einige Stellen abgekmut würden. Uebrigens hätten die kleineren Staaten seinerzeit die Versicherung erhalten, daß sie im Wölksrbrmdse-kretariat eine entsprechende Vertretung erhalten würden, was jedoch gegenwärtig nicht der Fall sei. G e n f, 20. Jänner. Viel Beachtung fand die gestrige Zusammenkunft des deutschen Außenministers Tr. C u r t i u s mit seinem italienischen Kollege« G r a n d i. Die beiden Staatsmänner verhandelten längere Zeit über verschiedene aktuelle Fragen und kamen schließlich überein, auf der Einladung Rußlands und der Türkei zur europäischen Konferenz zu beharren. Genf, 20. Jänner. In der gestrigen Sitzung der europäischen Konferenz erstattete der Vertreter Hollands C o l i j n einen ausführlichen Bericht über die Wirtschaftslage Europas und hob die Notwendigkeit einer engeren Mitarbeit aller Staate« hervor. Im Schos se der Konferenz herrscht die Ansicht vor, zwecks Linderung der Agrarkrise, insbesondere im Südosten Europas, eine be- sondere internationale Ban) für Agrarkredite zu gründen, die vorläufig mit 500 Millionen Schweizerfranken ausgestattet werden soll. Die Bank hätte den in Frage kommenden Staaten entsprechende Kredite zur Verfügung zu stellen. In den betreffenden Staa ten sollen euch Filialen dieser Bank errichtet werden. K. S S. und tl. S. A. Das europäische .Komitee tagt Nach einer recht langen Pause hat das Studienkomitee für eine europäische Union seine Arbeiten wieder ausgenommen. Die zweite Tagung in Genf, die seit dem 16. Jänner im Gange ist, bedeutet den eigentlichen Anfang seiner praktischen Tätigkeit Denn die erste Tagung trug einen bloß formalen Charakter und war als Eröffnungstagung sehr kurz. Die Teilnehmer begnügten sich damals mit der Wahl eines Büros, das aus dem Schöpfer der Paneuropa - Idee in seiner heutigen Form dem französischen Außenminister B r i a n d und dem Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric D r u m m o n d, bestand Hiermit waren die Aufgaben der ersten Tagung erledigt. Die Tatsache, daß neben Briand Sir Drummond an der Gestaltung Paneuropas In erster Linie Mitwirken sollte, war besonders bezeichnend: sie zeugte von dem Willen Briands, Paneuropa nicht gegen den Völkerbund spndern mit dem Völkerbund aufzubauen. Die jetzige Tagung, die in erster Linie der Erörterung des wirtschaftlichen Zillammen-schlusses Europas gewidmet ist, wird kaum große llebcrmschnngen bereiten. Niemand er wartet von ihr umwälzende und tnelterfchüt-ternde Ergebnisse. Doch gibt es Kreise, die schon seit geraumer Z-eit sich ganz ernstlich mit dem künftigen Gegenspieler von USA. mit den Vereinigten Staaten von Europa, abgekürzt ans englisch USE., beschäftigen. So glaubte neuerdings eine so maßgebende wissenschaftliche Institution, wie die Ratio nale Geographische Gesellschaft (National Geographica! Society) in Washington, eine Vorschau auf Paneuropa geben und Ver gleiche zwischen USA. und USE. ziehen zu müssen. Die USE. sollen 27 Staaten umfassen, also alle europäisch-m Länder mit Ausnahme Rußlands. Außer Betracht sind Zwergstaaten wie Monaco, Liechtenstein, San Marino u. Andorra gelassen. Die USA. sind einundeinhalbmal größer als die geplanten USE., aber die Bewohner der europäischen Union werden die Bevölkerung der nordamerikani- hernd so groß wie Texas, Luxemburg wie Rhode Island. Von den „Großstaaten" A-merikas sind Kalifornien, Montana und Neu-Meriko kleiner als Spanien, Deutschland und Schweden. Entgegen der allgemein in Europa verbreiteten Ansicht von den Riesendimensionen Amerikas ist festzustellen, daß z. B. Holland größer ist als Maryland, Ftmt laud dreimal so groß wie der Staat New-York, und daß Oregon und Jugoslawien annähernd gleich groß sind. In denUSA. wohnen durchschnittlich 35 Menschen auf einer Quadratmeile, in den USE. werden es 127 sein. In Nevada kommt nicht einmal ein ganzer Mensch auf etits Quadratmeile, sondern nur sieben Zehntel eines Menschen; in Belgien dagegen 670 Andererseits sind Rbode Island und Massa, chnsetis dichter bevölkert als England uni Deutschlands. Die Einwohnerzahl der sechs am stärksten bevölkerten Unionstaaten: New. York, Pennsylvanien, Illinois, Ohio, Texas und Kalifornien ist zusammen um acht Mil> lionen geringer als die Deutschlands. Ter Gedanke, der der Schöpfung der U. S. E. Migrundüliegt, ist in vieler Hinsicht analog den Motiven, die im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts zum Zusammenschluß der damaligen dreizehn amerikanischen Kolonien Englands — den späteren U. S. A. — führten. Dreizehn Kolonien mit dreizehn Zolltarifen: ein auf die Dauer unhaltbarer Zustand, der die Urheber der amerikanischen Verfassung veranlaßte, die trennenden Zollschranken niederzureißen. Die 27 Länder, aus denen die U. S. E. sich zusammensetzen sollen, haben 27 Zollschranken, die der europäische Staatenbund niederlegen will. Auf dem Gebiet der zukünftigen U. S. E.. das um ein Drittel kleiner sein wird als dis U. S. A., erheben sich gegenwärtig nicht nur 27 verschieden hohe Zollmauern, sondern es sind auch 26 verschiedene Wöhningen (LuremBurg hat französisches Geld) und 27 verschiedene Arten Briefmarken im Um-lauf, und 27 verschiedene Gesetze regeln die I Einwanderung. Ter Autochauffeur muß in scheu Union im Verhältnis von drei zu eins I einigen Ländern links, in anderen rechts fah an Zahl überflügeln. Frankreich ist annä- ren. Die Spurweiten der Eisenbahnen sind gleichen Parteien, die noch vor einem Jahr diese^Verfassungsänderung als die dringend ste Staatsnotwendigkeit bezeichneken, jetzt am liebsten darauf verzichten wollten. Man hat zumindest ein bißchen Angst davor und sie Auffassungen sind sehr geteilt. Die Christlichsozialen meinen, es sollte vorläufig >ei der bloßen Wahlausschreibung bleiben, rer Wahltermin dagegen auf den kommenden Herbst verschoben werden, um die augenblicklich ohnehin so fchwierge parlamentarische Situation nicht auch noch durch ' iese Agitationen zu belasten, der Nationale Wirtschaftsblock dagegen vertritt den Stand Punkt, daß doch nur die rascheste Vornahme der Wahl dem Geist der Verfassung entspreche, daß die Wahl des neuen Bundespräsidenten also schon im März, spätestens aber Anfangs April stattfinden müßte, und die Sozialdemokraten dürfen sich wieder einmal darüber freuen, daß der Regierung? block seine angebliche innere Geschlossenheit bei jedem gegebenen Anlaß desavouiert. Die Ding« liegen nämlich in Wirklichkeit ganz anders. Die Christlichsozialen möchten die Wahl verzögern, weil sie heute wenig .Hoffnung haben, ihren Kandidaten durchzubrin-gen, der Nationale Wirtschaftsblock wieder «wartet sich daraus irgendein Politisches Geschäft oder rechnet vielleicht sogar mit einem mögliche« Erfolg, die Sozialdemo- kraten haben aber unter allen Umständen die meisten Chancen und sind deshalb auch am zuversichtlichsten. Tr. Ignaz Seipel, der die Verfassungsänderung einmal für sich allein angestrebt hat, kommt wohl für die Stelle eines Bnn-despräsidenten heute nicht mehr in Betracht. Er ist ein schwerkranker Mann, der seit Monaten im Süden Heilung sucht, aber dann ist auch sein politischer Einfluß innerhalb der eigenen Partei augenblicklich wieder einmal sehr zusammengefchrumpft. Es he:ßt jetzt, daß die Christlichsozialen den bisherigen Bundespräsidenten Miklas wieder kandidieren wollen, aber gegen ihn nimmt der radikale Flügel Stellung und es ist mehr als fraglich, ob die Heimmehren und die klerikalen Extremisten der christlich-sozialen Partei diesem durchaus demokratischen Mann ihre Stimme geben werden Der Nationale Wirtschaftsblock wird den früheren Bundeskanzler und jetzigen Außen minister Dr. Schober als Kandidaten auf» stellen oder vielleicht besser gesagt. Schober präsentiert sich selbst für diese Stelle und hält sich für den geeigneten Anwärter. Man hat seiner Eitelkeit so lange geschmeichelt, daß man sich jetzt nicht wundern darf, wenn seine Politik diese Betont persönliche Note trägt und damit auch oft die allgemeinen Interessen zurückdrängt. Und die Sozial- demokraten schließlich wollen den ersten Staatskanzler der Republik, den sechzigjäy. rigen Dr. Renner in Vorschlag bringen, der dem gemäßigten Flügel der Partei angehört und zweifellos auch in den bürgerlichen Kreisen viel Sympathien besitzt. Er wird im ersten Wahlgang voraussichtlich die meisten Stimmen auf sich vereinigen und die Frage ist völlig offen, wer mit ihm in die Stichwahl kommt und welche Parteienvereinbarungen dann möglich fein werden. Daß nunmehr auch die Wahl des Bundes Präsidenten nur ein politischer Parteikamps seht wird, daß es also nicht gelingen wird, die Bestellung eines neuen Staatsoberhaup tes her Republik von den in Oesterreich so überaus häßlichen Begleiterscheinungen dieses Parteikampfes freizumachen, ist bestimmt kein Erfolg der im Vorjahre so stürmisch verlangten Reform. Aber es fehlt eBen in Oesterreich jene große und überragende Persönlichkeit, die jeder mit gutem Gewissen zum obersten Hüter der Verfassung bestellen könnte und der man gerade deshalb vertrauen wurde, weil sie über den Parteien stünde. Ein Staatsoberhaupt wird gesucht, aber man wird nur wieder einen ausgesprochenen Parteipolitiker finden: Und daß kann gerade dieser jungen Republik keinen Vorteil Bringen. Mittwoch. Effl »!. MlM 133!. mmmam Mariborcr Zeitung" ür.mcr ?!, in allen Ländern (Rußland und die Zwergstaaten sind immer von diesen Aufstellungen ausgenommen) einheitlich, nur Spanien weist auf einem Drittel seiner Bahnstrecken noch die engspurigen Gleise auf. Auch das metrische System ist fast überall eingeführt; Ausnahmen sind Großbritannien und Irland. Die 13 amerikanischen Kolonien Englands hatten eine im wesentlichen ähnliche Regierungsform; in den 27 Staaten der zukünftigen U. S. E. sind heute alle erdenkbaren Arten der Regierungsgewalt vertreten — Republik, begrenzte Monarchie, unbegrenzte Länder sind jetzt schon an und für sich „Vereinigte Staaten": Deutschland mit seinen 18 autonomen Ländern und Städten und die Schweiz, der älteste Bundesstaat der Welt. Die Angaben der Washingtoner Geographischen Gesellschaft, so interessant fic auch sind, haben, praktisch-politisch gesehen, zunächst nur einen Kuriositätswert. Noch ist Europa weit davon entfernt, sich auf dem Wege zu 11. S. E. zu befinden, und es ist sehr fraglich, ob die jetzige zweite Tagung des europäischen Studienkomitees der Pan-europaidee um einen bedeutenden Schritt lorwörtsdringen wird. Tod des BeMettönigs in Warschau In Warschau starb vor einigen Jahren der alte Mehezkiel Goldwasser, der den eigenartigen Titel des „Bettlerkönigs" von Warschau trug. Er war der anerkannte Organisator und Führer dieser Berufsbranche in der polnischen Hauptstadt. Die bekannte „Monroe-Formel" Amerika den Amerikanern brachte Goldwasser in seinem Bettlerreiche zur Anwendung. Er stellte die Losung auf, Warschau nur den Warschauer Bettlern. Unter seiner Führung wurde ein Stoß trupp von Warschauer Bettlern gebildet, die rücksichtslos und oft mit aller Gewalt fremde Bettler an der Ausübung ihres Berufs in Warschau verhinderten. Das Begräbni des Bettlerkönigs legte einen Beweis dafür ab, welcher Popularität sich der alte Gold wasser unter seinen Untertanen erfreute. Hinter der Bahre schritten unüber'ehbare Mengen von Bettlern, deren Frauen auch dabei waren und die ganze Gegend mit ihrem Geheul in Unruhe versetzten. Zum Nach feiger Goldwassers wurde ein gewisser Karnz erkoren. Man sieht, auch in den Bett lersphären gilt der alte Satz: „Der König Ist tot, es lebe der König!" Zwei Kinder verbrannt — die Mutter wahn sinnig. R o m, 20. Jänner. In der Nähe von Ancona hat sich ein trauriger Unglücksfall ereignet. Ein Brüderpaar stieß ein Gefäß mit siedendem Wasser nnt und wurde von dem Wasser so stark verbrüht, daß es trotz sofortiger Überführung ins Krankenhaus an den Verbrühungen starb. Die Mutter der Kinder verlor aus Schmerz den Verstand und mußte ins Irrenhaus eingeliefert Getrennte Versicherung Weiterer Busbrm des SozmwersiGemWSweWs In Jugoslawien — Vor Her Ausscheidung der «JntelieitueHen aus der Arbeltervrkficheruugsanftalt B e o g r a d, 20. Jänner. Vertreter der einschlägigen Organisationen traten hier zu einer Konferenz zusammen, um über eine zweckentsprechende Reform des Sozialversicherungsmesens in Jugoslawien zu beraten. Vor allem wur-der der Gesetzentwurf Wer die Versiche-rungspslicht der Bediensteten in Behandlung genommen. Nach längerer Aussprache wurde eine Entschließung angenommen, in der gefordert wird, daß die intellektuellen Arbeiter und das kaufmännische Personal aus der allgemeinen Arüei- terversicherungspflicht ausgeschieden und für sie eine besondere Institution dieser Art geschaffen werde, wie dies auch im Auslände vielfach der Fall ist. Eine weitere Forderung der Konferenz bezieht sich auf dir Ausdehnung der Pensionsversicherung der Privatangestellten. die bisher nur auf die ehemaligen österreichischen Gebiete beschränkt ist, auch auf die übrigen Gebiete Jugoslawiens auszu-drhnen. Künftighin Men drej Bersichs-rungsrnstitutionen bestehen, nämlich die Versicherungsanstalt für Arbeiter (Zentralamt für Arbeiterverficherung mit Der,Schrecken ÄonNorööÄmatien unfcWlich gemacht Dramatischer Kamps mil einem <$um Tsös verurksitten Raubmörder 8 i b e n i k. werden. (Sin Telegramm mit 16.000 Worten Vor einigen Tagen wurde die Enzhclica des Heiligen Vaters veröffentlicht, die sich eingehend mit den Fragen der Ehe befaßte und in der ganzen Welt allgemeines Aufsehen erregte. Die amerikanische katholische Gesellschaft, die ihren Sitz in Washington hat, wies jhren Korrespondenten in Rom an, das päpstliche Rundschreiben in wortgetreuer englischer Übersetzung sofort nach Amerika zu kabeln. Einige Übersetzer wurden sofort mobil gemacht. Das Telegmphen-amt der Vatikanstadt begann die Weitergabe, der Enzyklica um zehn Uhr morgens u. beendete seine Arbeit erst gegen 3 Uhr nachmittags. In. Newyork konnte der volle Text des päpstlichen Rundschreibens schon um 4 Uhr ausgenommen werden. Dieses große Telegramm zählte ca. 16.000 Worte und kostete 50.000 Lire. Nicht nur die gesamte katholische Presse Amerikas, sondern auch die großen protestantischen Zeitungen wie z. B. „New York World" und „New York Times" druckten die Enzyklica ohne Kürzung ab. AUSTRÄGER werden Für Ptuj gesucht finzuf/aßen bei der Inseraten-Acsuislilen G. Pichler tu Ptui, Schon mehrere Jahre trieb der berüchtigte, erst 25 Jahre alte Raubmörder Todor M e d i c in Norddalmatien, in der Lika und in Bosnien sein Unwesen und Hielt die ländliche Bevölkerung in feinem Bann. Mediä wurde bereits gefaßt, es gelang ihm jedoch, zu entkommen. Er wurde abermals festgenommen und vor das Gericht gestellt, das ihn wegen seiner zahlreichen Verbrechen zum Tode verurteilte. Mediä brach zum zweiten Male aus und trieb sein Unwesen weiter. Auf seine Ergreifung war eine Prämie von 50.000 Dinar ausgesetzt Gestern gelang es nun endlich, dem Raubmörder definitiv dasHandwcrk zu legen. Die Gendarmerie in Ervenik erhielt die Verstau digung, daß sich Mediä in einem verlassenen Pfarrhaus versteckt halte. Durch einige Mitglieder der Finanzkontrolle verstärkt, umzingelte die Gendarmerieabteilung das Haus und forderte den Räuber zur Übergabe auf. Dieser antwortete jedoch mit Gewehrschüssen. Es entwickelte sich ein mehrstündiges lebhaftes Gewehrfeuer, das die Leute aus der Umgebung herbeilockte, die von weitem der regelrechten Belagerung bei wohnten. Endlich verstummte das Feuer aus dem Haus, da der Räuber zwei Schüsse erhalten hatte, die ihm kampfunfähig gemacht hatten. Die Gendarmerie drang ins Pfarrhaus ein, fesselte ihn und brachte ihn in der Krankenabteilung des Gefangenenenhauses in sibenik unter. Die Verletzungen des Räu bers sind schwer, doch dürfte er genesen. Nach seiner Genesung wird die durch die Flucht des Verbrechers hinausgeschobene To desstrafe an ihm vollstreckt werden. Kreisämtern), die Versicherungsanstalt für Intellektuelle und das kaufmännische Hilfs personal und die Pensionsanstalt für Angestellte. Die drei Anstalten sollen vollkommen selbständig sein und genau umschriebene Wirkungskreise besitzen. Tie obrrwahnten Interessenvertretungen der Angestellten werden nun mit ihren Mitgliedern in engere Fühlung treten, um solche, die Bedenken gegen die Veograder Beschlüsse ihrer Organisations Leitungen hegen sollten, für die Idee einer völligen Autonomie des Sozialversicherungswesens zu gewinnen. heuer Kinn In der morgigen Nummer begirv nen wir mit dem Abdrucke eines neuen Romans: Krieg dem Scheintod! Sine ©tofifif! des Grauens Diese interessanten Ausführungen gewinnen anläßlich eines Falles von Scheintod in Koblenz besonders an Aktualität. Die Red. Das schrecklichste Gespenst des Lebens ist der Scheintod, dessen Opfern das unaussprechlich grausame Schicksal droht, lebendig begraben zu werden. Solche Fälle kommen leider häufiger vor als man es anzunehmen geneigt ist, besonders in England. Um diesen Schrecken zu verhindern, hat sich in London eine neue Gesellschaft gebildet, an deren Spitze der berühmte Leibarzt des Königs, Sir Thomas H a r d e r steht. Die Gesellschaft beabsichtigt jetzt mit Hilfe der Regierung Macdonalds ein Gesetz durchzuführen, das eingehende Untersuchungen der Verstorbenen versieht. Bis jetzt wurden nicht alle Leichen in England von einem Arzt untersucht, häufig wurde das Todesattest von den Behörden ausgestellt. Aerzte selbst messen dem Todesattest keine allzugroße Bedeutung bei. Der stärkste Todesbeweis ist nach ihrer Meinung die beginnende Auflösung des Körpers. Nur wenn man so lange wartet, bis Verwesungssymptome sich bemerk bar machen, kann man die Gewißheit haben, daß ein Toter und nicht ein Scheintoter zu Grabe getragen wird. Die erste Gesellschaft zur Verhütung deS Scheintodes ist bereits im Jahre 1896 von einem Engländer Mr.. William Tebb und einem Amerikaner, Oberst Edward Pcrry Vollum gegründet worden. Ein Mitglied der Familie Tebbs märe beinahe lebendig begraben worden, wahrend Oberst Vollum selbst bei einer Schiffskatastrophe in der Nahe der englischen Küste als Toter in ein Hospital gebracht wurde, wo er in der Totenkammer erwachte. DieGesellschaft hat ihrer Eingabe an die Regierung eine grausame Statistik beige-:ügt, die 149 Fälle von Scheintod einwand-rei registriert. Einige besonders charakteristische seien hier erwähnt. Mrs. Katherine Boger in White Haven im Staate Philadelphia ertränkte ein Jahr nach ihrer Hochzeit und wurde für tot erklärt. Das Todesattest wurde von ihrem Hausarzt, einem Dr. James Willard, ausgefertigt. Mrs. Boger wurde begraben. Einige Zeit nach dem Tode der jungen Frau sprach ein Freund des trauernden Witwers die Vermutung aus, daß Mrs. Boger an Hy sterie litt und vielleicht lebendig begraben worden wäre. Mr. Boger wurde beinahe wahnsinnig vor Verzweiflung und ließ das Grab öffnen. Der schreckliche Verdacht erwies sich als furchtbare Wahrheit. Man fand die Tote mit dem Gesicht zur Erde gewandt liegen, der Sargdeckel war beschädigt und das Leichentuch war in Fetzen gerissen. Um die Jahrhundertwende wurde ein 18-jähriges junges Mädchen in Paris, Mademoiselle Laligand, zu Grabe getragen. Als man den Sarg in die Erde versenken wollte, vernahm man schwache Hilferufe. Ter Sarg wurde geöffnet und das Opfer eines verhängnisvollen Irrtums im letzten Augenblick vor dem Tode gerettet. Mademoiselle Liligand erzählte, daß sie im Dämmerzustands alle Vorbereitungen zu ihrer Beerdigung vernehmen konnte. Ein griechischer Bischof, Nice phorus Gly-cas aus der Stadt Methymne fiel während der Messe, die er zelebrierte, plötzlich um. Der Arzt erklärte, daß der Bischof einem .Herzschlag erlegen war. Drei Tage war die Leiche des Verstorbenen im bischöflichen Ornat aufgebahrt. Kurz vor der Beerdigung erhob sich der Bischof und sah sich erstaunt um. Auch er wäre beinahe das Opfer eines furcht baren Irrtums geworden. Die 17jährige Engländerin Mary Nora Best starb angeblich an Cholera in Kalkutta und wurde auf dem französischen Friedhof begraben. Zehn Jahre später wurde die von Rudolf Reymer. Ein flott-bewegter, krimmalistisch-pak-kender Aufbau, mitreißend oft in frisch klirrender Tat, untermischt mit viel Ironie und gesundem Humor — das ist die Handlung, die dem gefesselten Leser die bunten Erlebnisse und mannigfachen Schicksale des Helden und ' er übrigen Hauptpersonen vor Augen führt. Billy Bill, der „Liebesdetektiv" — ein kerniger, tapferer Geselle, der bis zum Schlüsse seine Sendung nicht kennt und dann vor ein plötzliches „fait accompli" gestellt wird, das nicht nur ihn, sondern auch — den Leser u. Leserin hoch befriedigt. Womit unser Wunsch und Zweck restlos erfüllt erscheint. Die Redaktion. Grabstätte geöffnet, -da man einen UmSctv plante. Ter Sargdeckel der letzten Ruhestätte dc-r Verstorbenen war zerbrochen, das Skelett lag außerhalb des Sarges. Der Leiter des Indian Medical Service, Dr. Roger S. Chew, erklärte, daß die Schein tote aus ihrer Ohnmacht erwacht, mit aller Kraft versucht hatte, sich aus der furchtbaren llgebung zu retten. Zur Zeit Napoleons des Ersten hatte ein Fall des Scheintodes einen romantischen Abschluß. Eine Flucht von Frankreich nach Amerika und einen sensationellen Prozeß. Das geschah so. Die Tochter eines reichen -Gutsbesitzers, Victorine Le Fourcade wurde von ihren Eltern gezwungen, sich mit einem Bankier namens Renelle zu verheiraten. Nach dreijähriger Ehe erkrankte die bildschöne Frau, wurde für tot erklärt und aus dem Friedhof des kleinen Städtchens, in dessen Nähe ihr Landbesitz lag, begraben. Nun hatte die schöne Frau noch vor ihrer Ehe eine romantische Liebschaft mit einem armen Pariser Journalisten gehabt, Julius Bos-suet. Als der junge Mann erfuhr, daß seine Jüngendgeliebte tot war, entschloß er sich, der Geliebten eine Haarlocke zum Andenken abzuschneiden. Er schlich sich gegen Mitternacht auf den Friedhof, öffnete den Sarg und wollte gerade die blonde Locke abschneiden, «ls die Scheintote die Augen aufschlug und zu neuem Leben erwachte. Außer sich vor Glück, flüchteten die beiden nach Amerika, wo Bousset sich eine neue Existenz gründete und ein Vermögen erwarb. 20 Jahre später kehrte das Paar nach- Frank reich zurück in der berechtigten Annahme, daß niemand sie erkennen würde. Die glücklichen Eheleute hatten sich aber sehr getäuscht. Der Bankier, -der Ehemann der schönen Victorine, erkannte seine Frau auch nach 20 Fahren. Er ließ sie wegen Bigamie verhaften und strengte einen Prozeß an. Die Umstände der Flucht und der zweiten Heirat waren aber so ungewöhnlich, daß das Gericht die Klage des Ehemanns ab-wies. Als die berühmte französische Kchauspie-lern: Rachel in Paris starb, wurde sic ein- balsamiert. Me groß war aber der Schrecken der damit beschäftigten Leute, als die Schein tote laut oufschrie und erwachte. Rachel lebte noch 10 Jahre, sie starb... an den Folgen der Balsamierung bei le» bendigem Leibe! Eine reiche Engländerin namens Constan-ce Whitney wurde ihrem Testament gern äst in London iftit einem kostbaren Ring am Finger begraben. Der Totengräber wurde auf den Ring aufmerksam und entschloß sich, die Leiche zu berauben. Während er an sein ruchloses Werk ging, kam die lebendig Begrabene zu sich und rief um Hilft. Nach ihren, wirklichen Tode, der viele Jahre später erfolgte, wurde ihre Rettung aus den Armen des Todes auf dem Grab denkmal in Marmor verewigt. Ein ähnlicher Fall trug sich vor einigen Jahren in Salz bürg zu. Diese grauenerregenden Beispiele gettü gen, um die Berechtigung des englischen Gesetzentwurfes zu beweisen. R. B u l w e r. Feuilleton ^■MnnnBiaini Vor dem DM Aus dem Tagebuch eines Verliebten. Bon Peter Nansen. Er war gekommen, um seine Cousine zum Ball abzuholen. Das Mädchen bat ihn, ins Wohnzimmer zu gehen, die gnädige Frau sei aus, und das gnädige Fräulein sei noch nicht fertig. Er schlug die Portieren zurück und sah in dem schwach erleuchteten Zimmer seine Cousine cm Nähtisch stehen, den Rücken zu ihm hingewendet, in einen, langen Frisiermantel _ Lautlos ging er über den weichen Teppich, und erst als er dicht hinter ihr ivar, sagte er: „Guten Abend, Agnes!" Mit einem Schrei fuhr sie zusammen, hielt die Hände vor das Gesicht und stürzte zur Tür hinaus. Auf dem Nähtisch fand er einen langen rosa Handschuh mit einem losen Knopf und eine Nähnadel, — bei der eiligen Flucht tier gefsen. Er nahm die Sachen, ging vor das Zimmer der Cousine und klopfte an. „Wer ist da? ertönte es entsetzt von da drinnen. „Ich wollte dir nur deinen Handschuh geben, du hast ihn vorhin liegen lasten." Zwei Finderspitzen erschienen in der kaum geöffneten Tür und nahmen den Handschuh in Empfang. j Dann wartete er eine halbe Stunde im Wohnzimmer. Endlich wurde die Tür weit aufgerissen von einem Mädchen, das einen Armleuchter hielt, und groß und elegant rauschte die junge Dome herein in einem mattrosa Kleide mit langer 'Schleppe. Aber in dem festen Panzer der tief ausgeschnittenen Taile lag die Büste frei und schimmernd, und oben an den Schultern schnitten die enganliegenden Aermel, die so ichmal waren wie ein Band, tiefe Falten in die vollen Arme. Das diensttuende Mädchen hob den Kandelaber hoch empor, damit die Pracht auch recht zur Geltung käme. Er stand einen Augenblick wie geblendet vor dieser lichtumflostenen weiblichen Offen barung in dem dunklen Zimmer. Dann reichte sie ihm munter und siegesbewußt ihre behandschuhte Hand und fragte lächelnd: »Nun, was sagst du denn?" .wie trat vor den vergoldeten Pfeilerspiegel und bat ihn, ihr beim Umnehmen des langen Brckatüberwurfes behilflich zu sein. Er stand hinter ihr und hob den Mantel halb in die Höhe, während das Mädchen leuchtete. Im Spiegel begegneten ihre Augen sich, und während er zögerte, ihren schö lien Körper zu bedecken, fragte er: „Sag mir doch, AgneS, weshalb entflohst du eigentlich vorhin?" „Weshalb? — Aber Emil, _ ich hatte sa nichts an." Unwillkürlich fiel sein Blick im selben Moment auf einen kleinen Schönheitsfleck, der sich in der Senkung des Busens auf und nieder schanckelte. Sie fing den Blick auf, und plötzlich mit den Händen nach den Schultern hinanfgreifend, sagte sic in ungeduldigem Tone: „Aber so gib mir doch meinen Umhang, Emil!" Und schnellen Schrittes ging sie ins En Ire« hinaus SP01I Me war 5er Einlauf? Die Gefamrergebntffe -er fonArägige» Banals-Skimeistsr- fchasten Die mannigfaltigen sportlichen Ereignisse der sonntägigen Banats-Skimeisterschaften stehen noch immer im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses. Um einen genauen Einblick in den Gesamtverlauf dieser großzügigen Veranstaltung auch der breiten Oeffent lichkeit, die diesmal ein überaus erfreuliches Interesse an den Tag legte, zu ermöglichen, veröffentlichen wir im nachstehenden die genaue Reihenfolge des Einlaufes: Senioren über 30 Kilometer: 1. JoSko Jansa (Ilirija) 2:16.55; 2. Godec (Bohinj) 2:28.6; 3. Ing. Janko Jansa (Bled) 2:28.57; 4. Bervar (L.S.K.) 2:31.33: 5. Neu-man (M.S.K.) 2:32.18; 6. Jenko (Ilirija) 2:38.20; 7. Juritsch (M.S.K.) 2:38.58 ; 8. Do-linäek Paul (S.P.D.) 2:40.14; 9. PriverSek (S.P.D.) 2:41.53; 10. Vezjak (Maribor) 2:42.34; 11. Ojceli (Kranjska gora) 2:43.18; 12. Frank (L.S.K.) 2:44.28; 13. Pinter (M.S.K.) 2:48.12; 14. Music (S.P.D.) 2:48.25; 15. Arh (Bohinj) 2:49.35; 16. DolinSek Albin (S.P.D.) 2:49.49; 17. Banovec (Ilirija) 2:51.05; 18. Ko-vacic (M.S.K.) 2:51.28; 19. KavEic (Kranjska gora) 2:52.51; 20. Bonac (M.S.K.) 2:54.38; 21. Modec (Ilirija) 2:56.30 ; 22. Heinrich (M.S.K.) 2:59.02: 23. Stepic (Maribor) 3:2.17; 24. Osvald (Ilirija) 3:3.07; 25. Gerne (Krani-ska gora) 3:5.5: 26. Hubalek (M.S.K.) 3:8.53; 27. Cucatto (Ilirija) 3:11.48; 28. Podgornik (Triglav) 3:13.42: 29. Bröck! (Rapid) 3:14.24; 30. Hartlieb (Zeleznicar) 3:14.45; 31. Tkal-Eic (Olymp) 3:15.37: 32. Zlherle (Mezica) 3:16.04 : 33. PogaEnik (M.S.K.) 3:19.54; 34. Pardubsky (M.S.K.) 3:20.28: 35. Bumdorfer (Triglav) 3:21.41; 36. Avsec (M.S.K.) 3:23.53; 37. Sega (M.S.K.) 3:26.33; 58. Gelob (Mezi-ca) 3:28; 39. GraEnar (Celje) 3:35.2; 40. Fi-IaE (Celje) 3:38.09 : 41. Lotz (Rapid) 3:40.17: 42. TkalEiE (Olimp) 3:50.56. Junioren über 8 Kilometer: 1. Deöman (L.S.K.) 34.2; 2. Jemec (Bled) 35.6; 3. Tischler (M.S.K) 35.9; 4. IvlE (M.S.K.) 36 45; 5. JakopiE (L.S.K.) 36.48; 6. Legvart (S.P.D.) 37.30: 7. Stroß (Triglav) 37.42 ; 8. Palme (L.S.K.) 38.10; 9. Lesnik (M.S.K.) 38.22; 10. Inkret (Celje) 40.19; 11. Horvat (2elezniEar) 40.43; 12. Verzelj (S.P.D.) 41.35; 13. Sever. (S.P.D.) 43.44; 14. GovediE (Sokol) 42.28; 15. Kozuh (S.P.D.) 43,20 und Hribar (Maribor) 43.20 im toten f Rennen; 16. Ferencak (S.P.D.) 43.40; 17. Sto-par (Maribor) 43.44; 18. Bulinger (Ilirija) 45.21; 19. Petruäka (Triglav) 46.9; 20. Ferencak (S.P.D.) 46.32; 21. Konic (Maribor) 46.52; 22. Skamlec (Maribor) 47.2; 23. KreSl (L.S.K.) 47.14; 24. Gajsek (S.P.D.) 47.52; 25. Venutti (Sokol) 49.41; 26. FiorjanEiS (M.S.K.) 50.27; 27. Petrun (S.P.D.) 53.43; 28. LazniEka (Maribor) 54.19; 29. Vuga (Maribor) 1:5,46; 30. PobeEni (M.S.K.) 1:16.46. Damen über 5 Kilometer: 1. Jelka Sulgaj (Ilirija) 26.38; 2. Ela DolinSek (S.P.D.) 27.49; 3. Justi Putan (Celje) 28.12; 4. Breda Hribar (Maribor) 29.3; 5. Slava Baz-jako (S.P.D.) 29.10; 6. Mena KirbiS (Maribor) 29.16; 7. Kristl Pitsch (S.P.D.) 30.47; 8. TonE ka Dolinsek (S.P.D.) 32.48; 9. Gertha Pugel (Rapid) 33.32; 10. Ivanka Kos (S.P.D.) 40.52. Aus aller Well Ehestand als DlenftenUafsungs gmnö Die rumänische Presse teilte vor kurzem mit, daß von der Regierung eine Bernd nung geplant wird, auf Grund deren Per sonen. die im Eheverhältnis stehen, nicht gleichzeitig als Beamte in staatlichen Diensten stehen dürfen. Eine solche Verordnung würde zur Folge haben, daß in allen Fällen, wo Mann und Frau staatliche Stellungen bekleiden, einer der Ehegatten entlassen wer den muß. Die geplante Verordnung versucht den Vorwurf der Voreingenommenheit Frauen gegenüber auf diese Weile zu umae hen, daß sie nicht von der Entlastung der Frauen, sondern desjenigen der Eheleute spricht, der das kleinere Gehalt bezieht. Da es meistens die Frauen sind, kommt es letzten Endes auf dasselbe heraus. Im Zusammenhang damit sind die rumänischen Gerich te von Scheidungsklagen plötzlich überschwemmt worden. In Bukarest allein liefen während der letzten zwei Wochen mehr als 2000 Scheidungsgesuche ein. ralniroi Im Sport versteht man darunter eine besonders intensive und andauernde Uebung körperlicher Fähigkeiten. Bei ständigem Trainieren wird aber natürlich erheblich mehr an Energie verbraucht als bei normaler Lebensweise. Daher muß jeder Sportler sorgfältig darauf bedacht sein, diesen Mehraufwand an Kraft durch zweckmäßige Ergänzung der Nahrung auszugleichen. Eine solche Ergänzung. die in leicht verdaulicher, hochkonzentrierter Form alle Stoffe ans den wichtigsten Nahrungsmittein enthält, ist natürliche Kraftnahrung. Namentlich dem Wintersportler, an dessen Energievorrat der Wärmeverlust noch besonders zehrt, helfen schon jeweils 2 bis 3 Kaffeelöffel OVOMALTINE in einer Tasse tr’uk-warmer Milch die Anstrengungen des Sportlers mühelos zu ertragen. Erhältlich in allen Apotheken. Drogerien und besseren L ;bensmittel-handlungen. OM Fmummzt afe ßräff-öent dsier RepudM Die südamerikanische Republik Ecuador, die ein Gebiet von ca. 450.000 gkm. umfaßt, hatte zu ihrem Staatsoberhaupt einen Frauenarzt erkoren. Präsident Dr. Isidor A y o r a beginnt seinen Arbeitstag um sieben Uhr morgens. Täglich um diese Morgenstunde erscheint er in seiner Klinik für Frauenkrankheiten, wo er gewöhnlich bis 0 Üstr verbleibt. Nach Beendigung seiner ärztlichen Funktionen begibt sich Dr. Ayora nach der Staatskanzlei, um bis zum späten Abend die Staatsgeschäfte der Republik Ecuador zu leiten. Dr. Ayora erfreut sich einer ungeheuren Beliebtheit unter allen Vevöl-kerungsschichten seiner Heimat. Seinen Po, Putören Namen erwarb er sich in der Stadt Socha, die 2000 Meter über dem Meeresspiegel gelegen ist. Die Stadt Socha und ihre Umgebung galten seit jeher als Zentrum verschiedener Kränkelten und Epidemien. Dr. Ayora, der nach einigen Jahren ärztlicher Tätigkeit auch das Qberbürgermei-steramt in der Stadt Loche übernahm, konnte es dank seiner Energie und großem Geschick erreichen, daß die verseuchte Gegend in eine gesunde und saubere umgewandelt wurde. Darauf wurde Dr. Ayora von der Hafenstadt Guayaquil gebeten, auch dort eine ähnliche Reform auf dem Gebiete des Gesundheitswesens durchzuführen. Diese Stadt war von Malaria in solchem Maße heimgesucht, daß die Bevölkerung dezimiert wurde und fremde Schiffe sich weigerten, den Hafen anzulaufen. Auch in Guayaauil waren die Bemühungen Dr. Ayoras • von größtem Erfolg gekrönt. Darauf wurde Dr. l j i c hielt gestern nachmittags die Maribo-rer Gastwirtegenoffenschaft im recht gut besetzten Sitzungssaal des Hotels „Drei" ihre diesjährige Jahreshauptversammlung ab. Obmann Zemlji 8 begrüßte eingangs die anwesenden Mitglieder, wobei er den Gewerbereferenten Herrn Za ! o 8 n ' k urd den Tizsobmann der Handelskammer in Ljubljana Herrn Og rin be'onders willkommen hieß. Dann gedachte er der wichtigsten Geschehnisse des vergangenen Jahres, das auch für die Gastwirte ein Jahr des Kampfes bedeutete. In seinen weiteren Aus führungen hielt er den im verarm wnen Iah re verstorbenen Mitgliedern Stickler, Frau Möscha und Rojko einen warmen Nachruf, deren Andenken von 'den Anwesenden durch Erheben von den Sitzen geehrt wurde. Einen ausführlichen Bericht über ote rege Tätigkeit, die d'e Genossenschaft im vergangenen Jabve entwickelte, erstattete sodann Sekretär P e t e l n. Aus seinen durch wegs sachlichen Ausführungen mar ersichtlich daß die Genofferr'chaft im afigelaufenen Geschäftsjahr so manchen schönen Erfolg erzielen konnte. Die 50%tge Rückvergütung der Banald'sferenz in Form einer Subvention für die geplante Hctelierschule, das neue Anmeldesystem für Fremde, die Regelung des Autorenrechtes, die erfolgreiche Bekämpfung des Unfugs mit den Buschenschanken, die Einschränkung von diversen Schenken, die Ermäßiaung der Gebühren für Verlängerung d. Polizeistunde, die Heruntersetzung der Fremdenzimmerabgaben. die Regulierung der Preise in den Kaffeehäusern und vor allem die unablässige Fürsorge für die Ausschulung eines konkurrenzfähigen und fachmännisch gebildeten Nachwuchses waren, nur flüchtig erwähnt, die wichtigsten Erfolge der reichen Arbeit, die im vergangenen Jahre geleistet wurde. Die Genossenschaft zählt zurzeit 120 Mitglieder, von denen 102 das Gast-, 15 das Kaffee-Hausgewerbe und 3 beide Gewerbe ausüben Von den 120 Mitgliedern sind 56 Männer und 64 Frauen. Neueröffnet wurde nur ein Gasthaus, während zwei in Konkurs gegangen sind. . Dem Kassabericht zufolge betrögt der Saldo 2107.07 Dinar, während ca. 58.000 Dinar für den Baufonds vorhanden sind. Nach Genehmigung des Voranschlages 'ür das laufende Jahr wurde zur Wahl des Obmannes geschritten. Da Herr Zemljiö menen Arkeitsüberbürdung jede Wiederwahl entschieden ablehnte, wurde nach nochmaliger Wahl Herr Hotelier Andreas O s^e i zum Obmann nemäMt, wahrend Herr Josef P o v o d n i k zu seinem Stellvertreter berufen wurde. Schließlich wurden noch die .Herren R e s n i k, S l a v e c und T r a-f e n i k zu stellvertretenden Ausschußmitgliedern und Herr Zemljio zum Rechnungsprüfer gewählt. Nach zweie'nhalbstündigsin, durchwegs sachlichem Verlauf schloß sodann der scheidende Obmann Hotelier Z e m l j i 8 mit einem nochmaligen Appell an das Solidari-tätSgesüihl aller Mitglieder die Versa mm- striktSarzt Herr Dr. B a 8 a r leistete dem Schwerverletzten die erste Hilfe, worauf dieser von der Mariborer Rettungsgesellschaft ins hiesige Krankenhaus überführt wurde. Trotz sofortiger Hilfeleistung ist der Mann gegen Abend der schweren Verletzung erlegen. Da der festgenommene Komplice Grase-vars, dessen Name im Interesse der Untersuchung noch geheim gehalten wird, zahlreiche Schüsse abgefeuert hatte, ist es nicht ausgeschlossen, daß dieser selbst seinen Kameraden traf. Die heute nachmittags statt» findende Obduktion dürfte dies vollauf erleuchten. Die Kugel, die durch den Rücken eingetreten war, drang in die Bauchgegend und war durchaus tödlich. Grubevar war als leidenschaftlicher Schmuggler bekannt. Bei der Durchsm^ung seiner Kleider konnten zahlreiche Sach rin-schachteln vorgefunden werden. mit Wien 37.95 Dinar. Der Fernsprechverkehr wurde auch zwischen Sevnica u. Stuttgart erö.met. Gebühr 72.60 Dinar. m. Jagd aus Wildschweine. Die Filiale Maribor des Slowenischen Jagdvereines teilt ihren Mitgliedern mit, daß von amtlicher Seite für D o n n e r § t a g, den 22. d. im Gebiete des „Bos" bei Poljöane eine Jagd auf Wildschweine anberaumt wurde, di der Oberförster Sieber leiten wird Die Teilnehmer treffen sich am genannten Tage um 7.30 Uhr in Studenice im Gasthause Wirth. Abfahrt von Maribot mit dem Ljubljanaer Personenzug um 5,30 Uhr. Am Bahnhof in Poljöane wird de,, Teilnehmern ein Autobus zur Verfügung stehen. Unseren Jägern wird die Teilnahme an dieser Wildschweinjagd wärmstens empfohlen. m. Wichtig für Kraftwagenbesitzer. Die Stadtpolizei macht alle Kraftwagenbesitzer darauf aufmerksam, daß ab heute die neuen Evidenztafeln ausgegeben werden. Die Kraft wagenbesitzer werden daher ersucht, zwecks Uebernahme derselben sich unverzüglich am Polizeiamte, Zimmer 11, einzufinden. m. Hausiererplage. Aus den Reihen unserer Gewerbetreibenden erhielten wir nachstehende Zuschrift: In letzter Zeit mehren sich di« Austräger ode, wandernden Ver- käufer von diversen Lebensmitteln schon derart, daß es wirklich schon Zeit wäre, diesem Ueberhandnehmen endlich einmal Schranken zu setzen. Es geht schließlich doch nicht mehr so weiter, daß förmlich vor der Nase der ein schlägigen steuerzahlenden Gewerbetreibenden dieser Unfug noch weiterhin getrieben wird. m. Die Arbeitsvermittlungsstelle „Hrvat-ski Rodila" bietet kostenlos Lehrlingen, die das 14. Lebensjahr bereits erreicht, aber das 16. noch nicht überschritten haben, Gelegenheit, sich in den diversen Gewerben ausznbil den. Interessenten mögen sich direkt an die Organisation „Hrvatski Radi&a", Zagreb äenoina ultca 16, wenden. m. Kartellierung der KürbiSAerzeugung. Heute vormittags fand im Hotel „Drei" eine sehr gut besuchte Zusammenkunft der Der tretet der Kürbisölindustrien aus dem Bereiche des Mariborer Kreisinspektvrates statt Nach durchwegs sachlicher Debatte wurde an gesichts des immer mehr sinkenden Oelprel-ses einmütig der Beschluß gefaßt die Kartellierung der Oelproduktion im Bereichs des Mariborer Kreismipektorates durchzuführen. Der Preis wurde auf 12.50 Dinar pro Liter festgesetzt. An der Zusammenkunft beteiligten fick alle nn>re bekannten Oelerzeu ger mit den Herren S t i ger aus Slov Bistrica und K r a n j c aus Fram an der Spitze. m. Generalversammluna der Kr'eosinva-liden. Die hiesige Ortsgruppe der Kriegsin-validenvereiniaung hält Soirntag, den 25. d. M. um 9 Uhr im Saale der „ZadruLna gospodarska Banka" ihre diesjährige Generalversammlung ab. ■„ m. Eröffnung des zweiten Fortbildungs-kurses für Gastwirtetöchter. Freitag nachmittag wurde im hiesigen Mädcheninstitut „Vesna" der zweite Fortbildungskurs für Gastwirtetvchter vom hiesigen Verband der Gastwirtegenoffenschaften eröffnet. Mit der Leitung wurde wieder die Direktrice Frl. R a p o c Betraut. Der Lehrstoff wurde dies mal erweitert und wird insgesamt zehn Wochen in Anspruch nehmen. m. Das „Rote Kreuz" in ftosokt hält am 25. d. um 14 Uhr im Gasthause Rasis (vormals Dreisger) in KoZaki seine diesjährige Jahreshauptversammlung ab. Mitglieder sowie auch Nichtmitglieder werden ersucht, der Versammlung zahlreich beizuwvhnen. m. Auf der Straße zusanvnengebrochen. Der 30jührige Invalide Franz K r i ?. a n-8 i 6 erlitt gestern gegen 23 Uhr nachts am Kralja Petra trg einen Ohnmachtsanfall. Die sofort herbeigeeilte Rettungsabteilung überführte ihn ins Krankenhaus. m. Sich selbst angeschossen. Der Arbeiter Josef Z u n ! o in Poöehova hantierte so un vorsichtig mit einer Flobertpistole, daß dieselbe plötzlich losging und ihn an der Handfläche verletzte. Dem Mann wurde in der hiesigen Rettungsstation die erste Hilfe geleistet. m. Der erste Selbstmordversuch von der nraen Draubrücke in Duplet. Gestern abend stürzte sich in selbstmörderischer Absicht ein jüngerer Bauernbursche von der neuen Brück« in Duplek in die reibenden Fluten der Drau. Das allzu kalte Wasser schien aber dem Burschen recht wenig behagt zu haben, da er bald wieder an der Oberfläche erschien und teils schwimmend, teils watend im seichten Wasser das Ufer erreichte. Trotz sofortigen Nachsuchens verschwand der Bursche daraufhin spurlos im Dunkel der Nacht. m. Blutiger Ueberfall. Der 32jährige Be-sitzerssohn Josef 8 r o m e l aus Zgornja Gorica wurde gestern abends auf dem Heim wegs von mehreren angeheiterten Burschen überfallen und schwer mißhandelt. Nebst anderen Verletzungen erlitt er auch eine klaffende Wunde an der linken Wange. Die Rettungsabteilung überführte ihn ins Krankenhaus. m. Wetterbericht vom 20. Jänner, 8 Uhr: Feuchtigkeitsmesser —9, Barometerstand 741 Temperatur +3, Windrichtung NW, Bewöl knng teilweise, Niederschlag —, Umgebung Nebel. m. Die städtische Badeanstalt bleibt nächste Woche vom 26. Jänner bis einschließlich 3. Februar wegen Kesselreinigung geschlossen. - 27. Jänner: St. Sava-Feier der orthodoxen Kirchengemeinde. Union-Säle. 31. Jänner: „Bergfest" des Alpenvereines in den Union-Sälen. 31. Jänner: Geselliger Abend der Filiale Maridor des Verbandes jugoslawischer Chemiker. Hotel „Orel". 1. Feber: Maskenball der Gehilfenschaft des Friseurgewerbes. Hotel „Orel". 1, Feber: Ball des Musikvereines der Ei-senbahnbediensteten. 14. Feber: „WZ — Sieroerben lachen!" Redoute des Sportklubs „Rapid". Union-Säle. 17. Feber: Im Reiche der Masken. Fa-schingsredoute des SSK. Maribor in den „Union"-SLlen. m. Das Amtsblatt für das Draubanat veröffentlicht in seiner Nummer 4 u. a. das Gesetz iiber da§ allgemeine Verwaltungsverfahren und das Gesetz über die Steuer auf Unverheiratete und die Steuerbefreiung von Personen mit mehr als acht Kindern (Junggesellensteuer) sowie die Verordnung über das Tranfitverbot von rumänischen, für Italien bestimmten Tieren und Tierprodukten. * Die Genossenschaft der Rollfuhrunter« nehmung in Maribor teilt mit, daß Samstag, den 24. d. M. um 19 Uhr ln der Restauration Halbwldl in der JurCiCeva ul. die diesjährige Generalversammlung stattfindet. Die Mitglieder werden eingeladen, an derselben vollzählig teilzunehmen. Am vorhergehenden Tage, Freitag, den 23. d. um 15 Uhr wird im städtischen Gaswerk die Ueberprüfung sämtlicher Personenautos vorgenommen. Alle Autotaxibesitzer werden aufgefordert, zur festgesetzten Zeit sich mit ihren Fahrzeugen dortselbst einzufinden. 783 * Die Filiale Maribor des Vereines der Staatspensionisten teilt mit, daß Informativ neu in Standesangelegenheiten jeden Mittwoch von 3—4 Uhr im Extrazimmer des Nabavljalna zadruga" Rathausplatz erteilt und auch neue Mitglieder ausgenommen wer den. 11 * Die Generalversammlung des „Godbcno dru8tvo Lira" in KrLevina findet am 25. Jänner um 15 Uhr in der Volksschule im Tomsiöev drevored statt.' 12 * Heute Kabarettabend m der Belika ka-varna. 971 * Schützt Euch vor Grippe, indem man alle Tage das vorzüglich nach Münchner Art gebraute Bockbier im Restaurant Halb-widl genießt — ober ein Glaserl Frauhei-iner vom Flick-Weingarten. 796 Aus V'u! p. Die letzte Unterhaltung der „Jadranska ftraio", welche in den prachtvoll dekorierten Räumen des Vereinshauses stattfand, nahm einen wohlgelungenen Verlauf. Durch die stimmungsvollen Gesangsvorträge des Soldatenchores der Reserveoffiziersschule ans Maribor «ingeleitet, dauerte die fröhliche Unterhaltung bis in den frühen Morgen. Die Tanzmusik besorgte die „Drava"-Kapel-le aus Maribor. p. Unterhaltung des B«teranenv«rrines. Der Veteranenverein veranstaltet am 81. d. in den Räumen des Hotels Osterberger einen Familienabend. U. o. wird die Stadtkapelle Mitwirken. P. Im Stadtkino gelangt am Mittwoch rt. Donnerstag der zweite Teil des bekannten Dumas'schen Romans „Der Graf von Monte Christo" als Film zur Vorführung. —---»-»-fr-1; - Theater und Kunst Nattonaltheater in Maribvk (Repertoire Dienstag, 20. Jänner um 20 Uhr: Tanzabend Olga Solovjeva. Mittwoch, 21. Jänner: Geschlossen. Donnerstag, 22. Jänner, 20 Uhr: „Gras Luxemburg". Ab. C. Kupons. Freitag, 23. Jänner: Geschlossen, j Samstag, 24. Jänner, 20 Uhr: „Erdgeist-. Won. A. Kupons. Die diensthabenden Finanzorgane an der Staatsgrenze bemerkten gestern nachmittags unweit der Hauptstraße von Zt. Jlf zwei Männer, die sich verdächtig durch den Wald schlichen. Als die beiden der herannahenden Finanzer ansichtig wurden, ließen sie sich in eine wilde Flucht Trotz mehrerer Halti-Ru-fe konnten die beiden Ausreißer nicht zum Stehen gebracht werden. Die Wachorgane waren daher bei der Verfolgung der beiden Männer gezwungen, die Waffe zu gebrauchen. Bereits nach den ersten Schüssen reagierten die Flüchtlinge mit Revolverschüssen, sodaß sich bald ein Feuergefecht entwickelte. In den Rücken getroffen brach Bald der eine von den beiden flüchtigen Männern zusammen, während der zweite Komplice überwältigt und festgenommen werden konnte. Bei der sofort eingeleiteten Untersuchung konnte in dem Schwerverletzten der 26jäh-rige Simon G r u 8 e v a r aus Rogatec erkannt werden. Der sofort verständigte Di- rn. Trauungen. In den letzten Tagen wurden in Maribor nachstehende Personen getraut: Heinrich Knuplez mit Frl. Katharina R a v n j a f; Josef D o l e n c mit Frl. Marie Ulrich; Johann Z a b a v-n i k mit Frl. Rosa PodjaverZek; Franz 6 r n o g a mit Frl. Genovefa P i-1 a ö e c; Josef F l u h e r mit Frl. Johanna M a l c; Martin FliS mit Frl. Aloisia £ eu Wirt; Franz Trunk mit Frl. Justine B a b i L. . ^'..bleues Postamt. Mit 31. Jänner wird r.a'JmfV- e Vertragspostamt in StrnWe - - und das AushUfspoftamt in Majib perf geichctien. Jhre Wirkungsbereiche gehen mit 1. fVcbruar ;n Zuständigkeit der an diesem Tage zu eröffnenden staatlichen Bertmgspost. und Telephonamtes iu Majs-perk über. Der Ort ctrnisöc und der Bahn-yof Lv. Lovieuc werden dem Pestamt Sv. Lovrenc zugewiesen. Di« Aushifspostämter in Naraplje und Stoperce gehen in die Zuständigkeit des Postamtes in MajSverk über. nt. Neue Fernsprechrelationen. Zwischen Eankova in Prekmurje einerseits und Rad-kersburg, Mureck, Graz und Wien andererseits wurde der Fernsprechverkehr eröf'net. Die Gebühr für das gewöhnliche Dreiminutengespräch beträgt im Verkehr mit Rädkers bürg und Muteck 14.85, mit Graz 29.70 u. hing. FmemefecM mit Schmugglern „Mariborer Zeilung" Kammer 51. Mtitwöch, den 21. Sännet' 1931 Wirtschaftliche Rundschau Internationaler Weinmarkt Offizieller Bericht des A«tze«han-elsinflikoies Auf den ausländischen Weinmärkten hat sich die Tendenz nach der mit Ende 1930 eingetretenen Pause neuerdings gefestigt. Ganz besonders trifft dies bei Rotwein zu. Frankreich: Der Einfuhrzoll von 55 Francs dürfte voraussichtlich auf 80 bis 85 Fr. erhöht werden. Schon aus diesem Grunde ist das Interesse für ausländische Weine größer geworden, die Spekulation, welche die eintretende Spannung auszunützen gedenkt, zeigt besonderes Interesse. Die Aussichten, ausländischen Wein in Frankreich zu placieren, wären aber noch weitaus größer, wenn das bekannte Verbot des Verschneidens frem icr Weinsorten mit einheimischen, daß von den Weinhändlern schon längst bekämpft wird, endlich aufgelassen werden würde. Derzeit sind die Verhältnisse einer solchen Auflassung nicht günstig, da die Weinbauern Im Parlamente starken Rückhalt besitzen u. daher auch immer stärkere Aktionen gegen die Aufhebung des bestehenden Gesetzes unternehmen. Im Lande notiert man für schwächeren Wein 16 bis 16.50 Fr. und für Qua-litatätswein 17.50 bis 18.50 Fr. pro Hlgrad. Oesterreich: Die Erleichterungen, welche die Verbesserungen des einheimischen Weines durch Vergrößerung des Zuckergehaltes gestatteten, wurden nach dem 31. Dezember nicht verlängert und der Handel wird trotz der quantitativ guten Ernte gezwungen sein, gute ausländische Weine zu Verschnittzwek-ken einzuführen. Spanien: Die Weinpreise haben eine Erhöhung von 10 bis 20 Cents (0.75 bis 1.30 Dinar) pro Hlgrad Rotwein und um 5 Cent für Weißwein erfahren. Durchschnittspreise für Rotwein sind derzeit 2.75 bis 2.85 Pes. (Din 17.50 bis 18.—), für Weißwein 2.65 bis 2.70 Pes. (Din 17.— bis 17.25) pro Hlgrad. Griechenland: Angebote für cca. 12% ab griechischem Hafen 12 bis 13 sh, doch sind diese Sorten zumeist von sehr schwacher Qualität. Italien: Hier sind keine größere Veränderungen vor sich gegangen. Rotwein aus Apulien notiert Lire 6 pro Hlgrad. Ungarn: Der Zollkrieg gegen die Tschechoslowakei wird unangenehm und störend empfunden. Die Preise haben sich nur für gute Qualitäten gehalten, billigere Sorten sind stark zurückgegangen. Sogenannter Bauernwein wird mit Pengö 1.10 bis 1.20 pro Hlgrad angeboten, Herrschaftswein mit 1.50 bis 1.80. Der Export bewegt sich ausschließlich nach der Schweiz. X Pauschalumsatzsteuer. Seitens der Wirt schaftskammern wurden dem Finanzministerium die Vorschläge bezüglich der Durchführung der Pauschalumsatzsteuer übergeben. Die Arbeiten sind damit so weit fortgeschritten, daß das neue Gesetz voraussichtlich schon am 1. April 1. J. in Kraft treten kann. X Neue Banknoten. Gelegentlich der letzten Sitzung der Nationalbank wurden die neuesten Banknoten zu 10 und 100 Dinar gezeigt, außer diesen Noten, die schon am 21. Jänner in Verkehr gesetzt werden, erscheinen in Kürze auch Banknoten zu 1000 Dinar, die das Bild der Königin tragen und in der Ausführung den französischen 1000 Fr.-Noten ähnlich sind. X Des neue Gesetz über öffentliches Verwaltungsverfahren, das in Kürze in Kraft treten wird und wonach sich alle öffentlichen und autonomen Aemter werden richten müssen, ist in der Gesetzesammlung des Verlages Tiskovna zadruga in Ljubljana als Heft 46 erschienen. Daselbst sind noch die Gesetze über die öffentlichen Notare und über die Grundbücher zu haben. Im Verlage Friedmann und Schlechter, Osijek I. ist ferner ein Jahrmarktkalender für das Jahr 1931 betreffend alle Banate z. Pr. von 15 Din erschienen. X Interesse für die Holzausfuhr. Der jugoslawische Generalkonsul in .Milano wandte sich an das Exportförderungsinstitut mit dem Ersuchen um Bekanntgabe alle jener jugoslawischen Lieferanten von Brennholz und Holzkohle, die bisher in Norditalien nicht vertreten sind. Die in Betracht kommenden Firmen wollen sich mit dem Exportförderungsinstitut in Verbindung setzen. X Postsparkassenverkehr im Dezember 1930. Die Postsparkasse gewann im Dezem- ber 1930 4224 neue Einleger, so das nunmehr 127.196 Einleger gezählt werden. Die Einlagesumme ist um 13,5 Millionen auf 209 Millionen 612.992.48 Dinar gestiegen. Im Scheckverkehr wurden 105 neue Konti eröffnet, damit bestehen jetzt 19.193 Konti, deren Umsatz im Dezember 5,854,788.062.59 Dinar betrug. X Bata setzt sich fest. Die Schulifirma Ba-ta hat in Novi Sad auf dem Lizitationswege ein Palais um den Betrag von 3% Millionen Dinar gekauft. Fischerei SIlGwrlv Im Winter Der Winter herrscht am Fischwasser, Wohl bleiben die meisten Petrijünger aus, aber manche finden doch keine Ruhe daheim und ziehen hinaus, um dem edlen Schuppenwild nachzustellen. Am Fischwasser gibt es allerhand zu tun, wenn auch die Erde mit weißem Linnen zugedeckt ist. Allerdings, so mannigfach ist das Leben und Treiben nicht, aber es ist die Fangzeit des wehrhaften Huchen. Sein Fang geschiet in erster Linie mit der Spinnangel. Die Kunst des Spin nens aber will mühsam erlernt sein. Jahre gehören dazu, um auf diesem Gebiete ein Meister zu werden. Die Spinnfischerei bleibt die Krone des Angelsports. Je natürlicher die Bewegungen des Angelköders sind, um so eher wird der Raubfisch zum Anbiß schreiten. Nach dem Anhieb beginnt der atemberaubende Drill, der Kampf des Schupnenträ-gers mit dem Angler. Der Fang des Huchens gelingt am ehesten an Tagen, die Temperaturen von plus 5 bis minus 3 Grad Celsius aufweisen. In manchen Gegenden ist noch die Spinnfischerei auf den Hecht üblich. Am leichtesten fällt er noch dem Angler zur Beute, der es sich angelegen sein läßt, mit lebenden Ködern an günstigen Stellen zu angeln. Von der zweiten Hälfte des Monats an sollte man jedoch den Hecht schonen, denn er trägt bereits stark Laich. In jenen. Gewässern, wo der Barsch vertreten ist, kommt auch er dem Spinnfischer oft ins Gehege, wenn er auch auf den Wurm viel lieber beißt. Die Bachforelle hat abgelaicht, ist aber sehr mitgenommen, mager u. geschmack los, so daß man sie am besten noch einige Zeit schont, was sich später recht gut bezahlt macht. Die Regenbogenforelle ist noch in guter Verfassung, beißt auch an nicht zu kalten Tagen gern und bietet in manchen Gegenden einen guten Wintersport für die leichte Fischchengerte. Von Mitte des Monats an gehört aber auch sie geschont, denn sie rüstet sich sodann zum Laichen. An offenen Wässern fängt man um diese Jahreszeit öfters auch R o t a u g e n. Die Kutte (Quappe) geht jetzt gern an die mit dem Wurm beköderte Grundangel. De, Döbel geht auf in Würfel geschnittenes Weißbrot. . Das Leben im und am Wasser ist also absolut nicht ausgestorben und bietet dem abgehärteten Angler guten Erfolg. Ruscher. Radio Mittwoch, den 21. Jänner. Ljubljana, 12.15 und 13 Uhr: Re-produzierte Musik. — 17.30: Nachmittagskonzert. — 18.30: Betonbauten. — 19: Russisch. — 19.30: Literaturstunde. — 20: Slow. Volks lied und sein Stil. — 20.30: Konzert. — 22: Nachrichten und Zeitangabe. — Beograd, 20: Vokalkonzert Solovjeva und Nikolajevic. — 20.55: Klavierkonzert Luzi Farkas. — 21.45: Reproduzierte Musik. — Wien, 20.30: Geraldys Einakter »Wenn sie groß ge. worden«. Anschließend Abendmusik. — G r a z, 20: Lustiger Abend. — Mähr.. O s t r a u, ab 19.20: Prager Uebertragung, — Bratislava, ab 19.20: Prager Uebertragung. — B r ü n n, ab 19.20: Prager Uebertragung. — London, 21.35: Bunter Abend. — 23.30: Tanzmusik. — Mühl-a c k e r, 19.15: Abendkonzert. — Bukarest, 20: Klavierkonzert V. Gheorgiu. — 21.15: Violinkonzert H. Nestoresco. — Kat-t o w i t z, 21: Warschauer Uebertragung. — Rom, 20.45: Opernübertragung. —1 Prag, 19.20: Blasmusik. — 20.25: Kammermusik. — 21: Symphoniekonzert aus London. — Mailand, 20.45: Kammermusik. — 22: Operettenabend. — Budapest, 20.45: Einakterabend. — 23: Zigeunermusik. Warschau, 21: Symphoniekonzert aus London. dem Unterstützungsvereiti der Blinden, Ljubljana, Pod Trawco2. Suchen xuisdem >AcmetwiecteC Roman von Käthe Hübner-Wehn 47. Fortsetzung. Man konnte direkt wahrnehmen, wie fie sich Plötzlich von Tag zu Tag körperlich und seelisch mehr erholte; wie in ihrem Körper die alte Spannkraft der Jugend zurückkehrte und ihre Augen einen helleren und wärmeren Glanz bekamen. Obwohl die Majorin längst schon wieder von ihrem Bruder aus Ostpreußen zurück--«kehrt war und Eva schon einige Male mit der Bitte ausgesucht hatte, wieder in das so still gewordene Haus des Konsuls, dessen Erbin Eva nunmehr geworden war, zurückzu-löten, bat die junge Witwe doch immer ipieber aufs neue: «Laß mich nur noch ein Weilchen hier, *ei den Meinen. Bald ist es mit mir so weit,, daß ich zu dir zurückkehren kann, ohne daß der Schmerz beim Anblick der Räume, m denen die beiden Unvergeßlichen mit mir gelebt, mich überfällt wie ein wildes, reißendes Tier. Was hast du davon, wenn ich in meine alte, seelische Qual zurücksinke und mich von allen Menschen wieder hermetisch abschließe, um nur meinen Erinnerungen zu leben?" Und die gütige, verständnisvolle Majorin ließ ab von ihren Bitten und überließ Eva von selbst die Bestimmung des Zeitpunktes ihrer Heimkehr. Doch sie selber kam viel zu Eva; fie kam, so eft ihr Herz sie nach der jungen, ihr so !tebg«wo-denen Freundin und Schwägerin Und fie wurde auch nicht best dardaer, daß fie s« oft dem simgen Herbert Heiner begegnet«, und daß fie eine« Tages unzweifelhaft an den Blicken des Manne«, mit denen er Eva betrachtet» erUtatm fcm-ttie, CwrtlM by Marti« Faacktvaatar, Ball* a. 4. Saal«. daß er sie liebte. Warum sollte dem schwergeprüften Weibe, das auf so tragische Art den Gatten und dann auch noch das Kind verloren hatte, nicht doch noch einmal ein Glück an der Seite eines anderen erblühen? Man konnte von Eva nicht erwarten, daß sie in ihrer strahlenden Jugend und Gesundheit sich ihr ganzes Leben einspinnen sollte, um der Erinnerung an einen Toten zu dienen. Die Majorin schätzte den jungen, talentvollen Arzt sehr und wußte, daß ihr Bruder, wenn ihre Ahnungen sie nicht betrogen, einen würdigen Nachfolger bekam in ihm. Auch Rüder hatte ihr 'damals Bei ihrem Besuch ferne Liebe zu Eva gestanden, doch sie stand einer Verbindung Evas mit Rüder abweisend gegenüber. Denn abgesehen davon, daß der junge Mann kaum das dreiundzwanzigste Lebensjahr hinter sich hatte, störte sie der Gedanke, daß der eigene Neffe künftig bei der Konsuls-Witwe jene Rechte einnehmen sollte, die erst der Onkel besessen hatte. Rüder schrieb auch sehr häufig inhaltschwere Briefe voll Beteuerungen seiner Sie be. Er hatte auch einmal seinen Besuch angekündigt, doch auf Evas ganz bestimmt aus gesprochenen Wunsch hin davon abgesehen. Sie wußte sich eines Tages keinen anderen Rat, als ihm ehrlich zu bekennen, daß ihre für ihn nicht dieselben seien wie die daß ihr Herz ihn liebe wie einen wub*t ut* Kameraden, nicht ater wie tu mp. Mann, dem saer. als Gastrin einst a«-gehSren wollt». Ar.? diesen Brief hin beforr. jb> Um | iwrt wehr; * hat* *** *** p «4 i«| Herz getroffen und seine seligen Hoffnungen jäh vernichtet. * Wieder kamen und gingen die Tage. Es war mittlerweile der Sommer ins Land gezogen und wieder vergangen; der Herbstwind wehte durch die Straßen, losgerissene, welke Blätter mit sich tragend. Die gefiederten Sänger rüsteten sich zu ihrer Reise nach dem Süden, aus der so wenige je wiederkehrten. Evas Trauerjahr um den auf so jähe Art entrissenen Gatten war vorüber. Da hielt Doktor Hainer die Stunde für gekommen, an Eva aufs neue dieselbe Frage zu richten, die er schon vor Jahren einmal an sie gestellt hatte. Sie standen einander gegenüber, Hand in Hand; sie dachten daran, daß sie sich einst die erste, große Liebe gegenseitig bedeuteten, und fühlten in schmerzlich-süßer Ergriffenheit, daß diese Liebe nie ganz erstorben war in ihnen, sondern nur geschlummert hatte, um nun aufs neue zu erwachen. Es sollte eine ganz stille Verlobung im engsten Familienkreise werden, das war Evas Wunsch, den der junge Hainer gern respektierte. Die Hochzeit jedoch sollte erst im Weihnachtsmonat stattfinden, wenn die ersten Schneeflocken auf jene Gruft, die für Eva so Unvergeßliches barg, gefallen waren. Sie wollte die Verlobung allerdings bei Meiningers und den Ihren feiern, aber davon wollte der junge Arzt nichts wissen. Seine Eltern hatten ihren Sinn der jungen, schwergeprüften Frau gegenüber völlig geändert. Sie sahen in ihr, der Witwe des Konsuls Martens, keinen unangenehmen Eindringling mehr, sondern ein« ebenbürtige und herzlich willkommene Schwiegertochter. Es war ihr dringendster Wunsch, daß die Berlobunz sowie iw Hochzeit in :hrtr Billa gefeiert uwaben Mffie«, imi Mm fttz- ! U G. . .« Die Majorin, bst eist zsstacht nette, im I Hause des Konsuls, in das die junge Witwe nun endlich zurückkehren wollte, sollten die Feierlichkeiten stattfinden, dankte es ihr, daß diese soviel Takt besessen und vorerst eine lärmende Fröhlichkeit aus jenen Räumen, in denen sich ein so tragisches Geschick vollzogen hatte, sernhiett. Am Vorabend ihrer Verlobung trennte sich Eva von den Ihren und den treuen, alten Gärtnersleuten, die ebenfalls für den nächsten ereignisreichen Tag mitsamt Mut-ter Wanner und den Geschwistern zu Präses sors emgeladen waren. Als die junge Frau, von den vielen Segens- und Glückwünschen ihrer Angehörigen begleitet, mit Herbert Hainer unter die Haustür trat, wunderte sich dieser gar sehr, daß der Wagen, mit dem er gekommen war, Eva abzuholen, plötzlich nirgends zu sehen war. Aergerlich sagte er: «Ich habe dem Chauffeur ausdrücklich Auftrag gegeben, hier auf uns zu warten; jetzt ist der gedankenlose Mensch doch nach Hause gefahren." Da schüttelte Eva den schönen Blondkopf und hing sich fester in den Arm des geliebten Mannes: _ »Du hast gar keinen Grund, auf deinen Chauffeur ärgerlich zu sein, Liebster, denn ich habe ihn heimlich weggeschickt. Ich wollte den Weg über die Brücke, die mir schon in meiner frühesten Kindheit zum Symbol geworden ist. an diesem denkwürdigen Tage heute mit dir zu Fuß gehen. Denn nun, da ’-ch an deiner Seite in unser gemeinsames, künftiges Leben den Weg über sie nehme, ist in mir endlich das geworden, als was fte mir in meinen Kinderjahren schon immer erschienen war: 'Die Brück« zum Paradies'". Da schlang er freudig den Arm um st^ineule!ftiing Pferdestärken die bisher größten den Lk ?et£erre bei Niederwartha bei Dres- Erhebliches"übertchft. '" ®eW Konti', Journalen. StrazzaS in 'ol der uüb 1 billigster Ausführung Ausführung sämtlicher Buchbinde,arbeiten Ausbau des Fernsprechnetzes Auch die Oststaaten Europas gehen fetzt daran, ihre Nachrichtenmittel dem Stand der modernen Technik anzupassen. Da das aus eigener Kraft nicht immer möglich ist, ziehen sie hierzu in großem Umfang ausländische Kräfte heran. So ging das gesamte rumänische Fernsprechnetz mit insgesamt etwa 5000 Fernsprechämtern und zahlreichen Fernleitungen zwischen allen Städten Rumäniens für 4.5 Millionen Dollar an eine Privatgesellschaft über, an der amerikanisches und.englisches Kapital maßgebend beiteiligi sind. Die neue Gesellschaft mußte sich verpflichten, dreizehn der wichtigsten rumänischen Städte mit Selbstanschlußbetrieb rnis« prüftdn und außerdem das gesamte Fernsprechnetz des Landes zu erneuern. Eine ähnliche Sachlage ist in S p a n i e n vorhanden. Auch hier gehört das Fernsprech netz einer privaten Gesellschaft, die es gegen Nusbauverpflichtung gemäß dem neuesten Stand der Technik übernommen hat. Auf diöse Weise umgehen die Staaten die Verpflichtung, selbst große Mittel in den Nachrichtenverkehr hineinzustecken, und sie haben doch die Gewähr, daß die Fernsprecheinrichtungen zu den modernsten der Welt erneuert werden. p■ , Der Nadio-Amatkur Welche Otohrt ist beseit? Bei einem Versagen des Rundfunkempfängers macht es seinem Besitzer zweifellos am meisten Kopfschmerzen, festzustellen, durch dön Defekt welcher Röhre der Apparat eigentlich außer Betrieb gesetzt wurde. Die einfachste Lösung ist zweifellos "die. daß man sich Mit dem Gerät zu einem Radiohändler begibt, der jetzt durch s.tufen-weises Linsetzen anderer Röhren erprobt, welche Röhre schadhaft geworden ist. Wie sich der Rundfunkteilnehmer in diesem Fall aber auch selbst helfen kann, sei nachstehend’ ausgeführt. Bei einem Versagen des Gerätes vergewissere man sich zunächst, ob alle Anschlußschnüre, so von Antenne, Erde, Lautsprecher und Batterien bezw. dem Netz, einwandfrei sind. Man stelle: fest,- ob sich hier nicht etwa irgendwo Bruchstellen oder Kontaktlockerungen befinden, und biege außerdem alle Steckkontakte auf,, sodaß sie eine Wirklich gute Verbindung hersteilen. Dann nehme man sämtliche Röhren aus dem Gerät heraus und biege auch deren Steckerstifte auf. Schließlich stelle man fest, ob der Lautsprecher richtig eingestellt ist Arbeitet der Empfänger auch jetzt noch nicht einwandfrei, so muß man an eine systematische Untersuchung der einzelnen Stufen gehen. Bei voll eingeschaltetem Empfänger zieht fnan zunächst die letzte Röhre langsam' aus ihrer Fassung heraus und beobachtete, ob man im Lautsprecher ein Knacken hört. Ist das nicht der Fall, so kann matr diese Röhre bereits als defekt bei Seite legen. Knackt es aber und knackt es ferner In gleicher Weise, Wenn man die 'Lautsprecherstecker aus den Buchsen herausnimmt, so ist die letzte Röhre 1" Ordnung. Man ziehe nun genau sp die vorletzte, die drittletzte nöhre usw. aus ihrer Fassung und beobachte hierbei, was der Lautsprecher sagt. Hört man ein Knacken, ssKatwsae ’^rsyag- -sum«er uz ■■——am—mmiii Tjrnni»POtr,- W7T Tt. ME? IBS! oder tSvt das Summen bei herausgezogener Röhre merklich anders als bei eingesetzter, so kann man annehmen, daß die Röhre in Ordnung ist. Bei defekter Röhre ist nämlich weder ein Knacken, noch ein Unterschied in dem »Eigenton« des Empfängers zu hören. Hat die bisherige Untersuchung ergeben, daß alle Röhren hinter dem Audion gut arbeiten. so muß nunmehr dessen Prüfung vorgenommen werden. Aus dem Knacken allein kann man hier aber nicht auf einwandfreies Arbeiten schließen; man muß außerdem untersuchen, wie die Rückkopplung arbeitet Dreht man den Rückkopplungskondensator hinein oder bringt man die Spulen dichter zusammen, so muß man an einer bestimmten Stelle einen leisen, eigenartigen Knacklaut hören. Bleibt dieser Laut aus, so ist die Audionröhre wahrscheinlich defekt; ist er aber vorhanden — auch dann, wenn man ihn sehr leise hört —, so ist die Röhre in Ordnung. Hört man, sofern der Apparat vor dem Audion noch eine oder mehrere Hochfrequenzstufen besitzt, wohl das Knacken, vernimmt man aber trotzdem das Pfeifen der Sender nur sehr leise, so ist eine der Hochfrequenzröhren defekt. Diese Prüfung muß natürlich, da sie ohne Jede Meßinstrumente vorgenommen wird, ziemlich grob sein, und sie kann ein absolut zuverlässiges Ergebnis nicht liefern. Immerhin kann man auf diese Weise feststellen, welcher Art die defekte Röhre ist, ob also sine Hochfrequenz-, ein Audion, oder eine Niederfrequenzröhre, und man kann eine entsprechende Type kaufen, um nun mit dieser endgültig zu erproben, welche Röhre defekt geworden ist. Sehr erleichtert wird eine solche Prüfung von vornherein dadurch, daß man sich eine neue Röhre von der Type kauft, von der sich mehrere im Gerät befinden. Man kann dann durch einfachen Röhrentausch feststellen, welche alte Röhre defekt geworden ist. Kino BurA-Tonkino, Ms einschließlich Freitag Reprise des unvergeßlichen Richaid-T a u-h e r-Films „Ich glaub' nie mehr an eine Frau..." — Samstag kommt „Der falsche Feldmarschall". Union-Tonkino. Ab heute wird die reizende Filmoperette „Lustige Herzen" (Die Lindenwirtin) vorgeführt. Es singt Kammersänger Heinz B o l l m a n n von der Dresdener Oper. Apollo-Kino. Samstag und Sonntag wird Gras Leo Tolstois größtes Werk „Auferstehung" gezeigt. Diana-Kino in Studenci. Dienstag und Mittwoch gelangt der ausgezeichnete Lustspielschlager „Pat und Patachon als B«n-kiere" zur Vorführung. Die Vorstellungen beginnen um 20 Uhr. Aus in den Kampf. Toren»...! Seltsame Schicksalstragödie eines Pariser Opernstars. Lyon, Jänner. Die Laufbahn eines Menschen, der, wie kein anderer, von der Gunst seiner Zeitgenossen emporgetragen wurde, hat jetzt vor dom Lyoner Geschworenengericht einen erschütternden Abschluß befunden. Raoul Pitet de Val war noch vor kurzer Zeit berühmter Bariton der Pariser Oper und ausgesprochener Liebling der Pariser. Mit seiner herrl. Stimme hat er Millionen Menschen freundliche Abende bereitet und das Gedränge und die Huldigungen vor dem Bühneneingang wollten schier kein Ende nehmen. Heute stand Raoul Pitet de Val vor den Lyoner Geschworenen und wurde zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. In der Verhandlung wurde ein Kapitel zum Thema: Menschenschicksal aufgerollt, wie es bewegter kein findiger Romancier gestalten könnte. De Val, der große Publikumsliebling, hatte vor einiger Zeit das Schwerste erlitten, daß einem Sänger widerfahren kann. Er hat seine Stimme verloren. Mit einem Mal waren Huldigungen, Beifallsrufe verstummt und, was noch schlimmer ist, de Val sah sich dem nackten Elend ausgeliefert. Vergebens schaute er sich nach neuen Möglichkeiten und im Kreise seiner Freunde um; und so entschloß er sich und wurde — Hochstapler. Er reiste in die Provinz, legitimierte sich überall als der berühmte Bariton Raoul Pitet de Val, zeigte seine alten Verträge mit. den Riesengagen vor und ließ sich — engagieren. Selbstverständlich vergaß er nie, sich größere Vorschüsse geben zu lassen und erhielt sie auch. Die Konzertveranstalter taten mit Rücksicht auf den großen Namen und Pübli-kumsliebling ein Uebriges an Reklame und hatten Erfolg. Am Konzertabend wartete ein vollbesetztes Haus auf das Erscheinen des großen Bari-tons — vergebens. Pitet de Val war längst mit dem erhaltenen Vorschuß verschwunden und eben im Begriff, an einem anderen Ort die gleiche Komödie aufzuführen. Immer mit dem glei chen Trick — mit dem gleichen Erfolg! Schließlich fand de Val sogar den Mut, nach Paris zurückzükchren. Hier erzählte er freudestrahlend, daß er seine Stimme wiedergewonnen habe und daß sie glänzender denn je geworden sei. Mit dem Elös vorverkaufter Eintrittskarten für ein stattzufindendes Konzert im Betrage von 125.000 Franken, verschwand er und überließ alles Ue-brige den Veranstaltern. In Südfrankreich an der spanischen Gren- ze hat Pitet de Val wohl seinen lustigsten, aber auch verhängnisvollen Trumpf ausge-spielt. Hier veranlagte er einen kunstbeflissenen Industriellen, einen Opernstierkamps zu veranstalten- Unter freiem Himmel sollte eine Carmen-Aufführung verbunden mit einem richtiggehenden Stierkampf stattfinden. Er selbst wollte in diesem Stück das Vorero-lied singen, gegen die Stiere kämpfen. Der Vorverkauf hatte größten Erfolg und Pitet 300.000 Franken bereits in der Tasche. Das Velodrom war bis auf das letzte Plätzchen gefüllt und im prächtigen Kostüm betrat de Val die Arena. Als aber die Stiere hereingelassen wurden, bekam es de Val mit der Angst und wollte flüchten. Das wütende Pu blikum aber warf alles, was erreichbar war, in die Arena und de Val wurde von der Po lizei abgeführt. Acht Monate darf der Pariser Bariton jetzt über die Unzulänglichkeit des Stierkämpferberufes Nachdenken. aus den einschlägigen Gebieten wie Internationale Politik, Politik des Deutsehen Reiches, der Linder und Gemeinden, Paitei-potitik, Rechtspflege, Kulturpolitik, Frauenbewegung, Handel, Industrie, Handwerk u. Gewerbe, Bodenpolitik, Finanzwesen, Verkehrswesen, Zollwesen, Sozialpolitik, Versieh erungswesen und so weiter erteilt das Zentral-UrAiv iür Politik iJirtsdiift München, Ludwigstr. 17 a Telephon 33 4 30 JUeiaet Anzeigec Verschiedenes Heute Mittwoch frische Leber mürfte Fleischhauer« Zofalh. Meljskg c. 7.________________ 788 Ächtung! Die beste und billigste Gummischuh - Reparaturwerb statte Frankopanova ul. 10, O oebic.________________________763 Sdjrif'*». und Zimmermalerei «— immer neue moderne Muster — und TranSparenk-Re Samen besorgt schnell und BKIrfl Franz AmbroüIS. ©rai Ha ulica 8. 280 BEPHRHTHRCH von Uhren, Goldwaren, sowie Gram mophonen bestens, raschest, billigst IJLfiPtil urar Gosposka 15. iAAAAAAAAAAAAAAAAAAA Zukaufen gesucht Fmrnmtmm 8. M. 29. 500 ccm. Touren od. Dportmaschine, gebraucht, aegen Barzahlung zu laufen gesucht. Kann auch reparaturbedürftig fein. Angebote mit Preisangabe und wenn möglich mit Bild au die Berte, unter „§. E 3 1931". 790 Kaufe reines Kinderbett. 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