Uv« 20. Wien, den 10. Juki 1909, 17. Icrhvg. E l*s™ <71 r Zentralorgan des ©esterretcbtscben Lisenbabn -personales. Redaktion: Wien, SiedakrionSschius- vier Tag« Lxrechstunden find jeden Lag mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage von 10 Uhr vormittags bis Vs* Uhr nachmittags. JnfertionspreiS: Sie zwrimal gespaltene Nonpareillczeile oder deren Raum 40 Heller. Bei JahreSaustrag Rabatt. Y/ly Zentagasse Nr. 5. vor dem Erscheinen dcS Blatte-, Äbonnetnents-Vedingungen r Halbjährig .................................Kr. 2'88 Ganzjährig................................... „ b'76 Für das Deutsche Reich ganzjährig Mk. 6.—. Für da? übrige Ausland ganzjährig 9 Franken. Aelephsn Wr. 2325. Lvscheint jeden tO« uttb 20» im Monat. wahls;>r»ch: WaS wir begehren von der Zukunft Fernen: Daß Brot und Arbeit uns gerüstet stehen, Daß unsere Kinder in der Schule lernen Und unsere Greise nicht mehr betteln gehen. K. Kermegh. Die indirekten Steuern in oriflenfchaftlicher Beleuchtung. Durch die Finanzpläne der Regierung sollen, wie mir schon früher einmal dargetan haben, die indirekten Steuern um etwa hundert Millionen Kronen erhöht werden. Angesichts dieser drohenden Last, die in einer Zeit schwerer, wirtschaftlicher Not dem Volke aufgehalst werden soll, erscheint es wohl sehr zeitgemäß, einmal ein wenig in der bürgerlichen Staatswissenschaft nachzusehen, um su hören, was die Koryphäen der bürgerlichen Nationalökonomie über Die indirekten Steuern dachten und sagten. Der Erzvater der klassischen Nationalökonomie, Adam Smith, sagt in seinem Werke über den Reichtum der Nationen im Jahre 1775: Die Steuern auf die notwendigen Lebensmittel haben auf das Los des Volkes fast denselben Einfluß wie ein unfruchtbarer Boden oder ein schlechtes Klima. Diese Steuern verteuern die Lebensmittel in derselben Weise, als wenn sie mehr Arbeit und Ausgaben als sonst kosteten, um produziert zu werden. — Diese Arten von Steuern, wenn sie zu einem gewissen Punkte steigen, sind also eine ebenso traurige Kalamität wie die Unfruchtbarkeit des Bodens ober die Ungunst der Witterung, und dennoch sind es gerade die reichsten und industriellsten Länder, wo man sie im allgemeinen vorfindet. Auch würde kein anderes Land imstande sein, eine so starke Krankheit zu ertragen. Ebenso wie es nur die kräftigsten Körper sind, welche sich am Leben und bei Gesundheit erhalten können selbst bei der ungesundesten Lebensweise, ebenso sind es nur die in jeder Art von Industrie durch natürliche oder erworbene Vorteile am meisten bevorzugten Nationen, die bestehen und selbst gedeihen unter dem Druck dieser Arten von Steuern. Die arbeitenden Klassen leiden weit mehr vielleicht als von den Getreidepreisen unter der künstlichen Preiserhöhung, welche die Stenern im Preise einiger Manufaktur waren verursacht haben, wie zum Beispiel beim Salz, der Seife, dem Leder, den Lichtern, dem Malz, dem Biere, dem Oel u. s. w. Vorzüglich ist es, was alle indirekten Konsumtionsausgaben für den ärmeren und größeren Teil des Volkes stets so drückend macht: Die erhöhten Preise unserer Lebensbedürfnisse, die stets die unausbleibliche Folge eines solchen Abgabenerhebungssystems sind, drücken schon die ärmere und niedere Volksklasse unendlich; noch mehr oder wenigstens ebenso stark aber drücke» sie die Vorteile, welche sie der reicheren Volksklasse für ihre gemachten Vorschüsse zugestehen muß — und beides zusammen kann dann keine andere Folge haben, als daß bei einem solchen Abgabenerhebung 8 s ij st c m ein A u f s ch w ung der B e t r i e b s s a in k e i t der ärmeren und niederen Volksklassen und ihres Wohlstandes beinahe ganz u n m ö g l i ch w i r d. Der Chef der bürgerlichen Vulgärökonomie, Der Franzose I. B. Say, schreibt im Jahre 1820: Ist eine bloß vroportionelle Steuer nicht schwerer für den Armen als für den Neichen? Derjenige, welcher nur die Quantität Brot verdient, die erforderlich ist, um ihn und seine Familie zu ernähren, soll er genau tu demselben Verhältnis steuern, wie derjenige, welcher Dank seinen ausgezeichneten Talenten, feinen ausgedehnten Besitzungen, feinen beträchtlichen Kapitalien nicht nur alle Genüsse des Luxus sich und den «einigen gewährt, sondern auch noch jedes Jahr seinen Reich- tum vermehrt? Findet man nicht in einer solchen Behauptung etwas, was die Billigkeit empört? Die auf die Konsumtionen gelegte Steuer ist notwendig proportionell der Quantität der konsumierten Ware; und da die Quantität der konsumierten Ware der Proportion des Vermögens nicht folgen kann, so folgt darauf, daß diese Art der Besteuerung, welche in den stark besteuerten Ländern die Hauptrolle spielt, auf die Steuerpflichtigen gerade umso mehr fällt, je weniger reich sie siud. In der Tat, ein Mann, der 300.000 Franken Einkommen.hat, wird nicht 300mal mehr Zucker oder Wein konsumieren können, als ein solcher, der nur 1000 Franken Einkommen hat. Die wenig Bemittelten sind es also, die in dieser Hinsicht eine wahrhaft progressive Steuer aushalten, das heißt eine solche, die gerade um so stärker wird iu demselben Verhältnis, in welchem die Kräfte der Steuerpflichtigen geringer sind. Dies ist einer der größten Fehler der tndireften Steuern, ein Fehler, für welchen eine steigende Progression bei der direkten Steuer nur eine gerechte, aber noch unvollkommene Kompensation, bilden würde. Man kann versichern, daß die Steuern aus die Konsumtionen die am aller ungleichsten verteilten von allen sind und daß in den Nationen, wo sie v o r h e r r s ch e n, d i e b e d ü r s t i g st e n F amilien aufgeopfert werden. Ein deutscher Nationalökonom aus dein Anfang des 19. Jahrhunderts, Dr. Behr, schrieb 1822 in seiner „Lehre von der Wirtschaft des Staates": Indirekte Steuern sind entweder von grober Ignoranz oder von bübischer Tücke erfunden, durch Superklugheit und Sophisterei verteidigt, von der Gemächlichkeit gepflegt, durch Not vervielfältigt und aus Furcht vor der Mühe der Einführung des Rechten bis zur Stunde noch nicht abgeschasst. Professor Ran in Heidelberg, einer der ersten Popularifatoren der klassischen englischen Nationalökonomie in Deutschland, sagt in seinem Lehrbuch der politischen Oekonomie im Jahre 1826: Eine Steuer auf die nötigen Lebensmittel, als Kartoffeln, Brotgetreide, Brennholz, Leinwand und dergleichen ist sehr einträglich und wirkt ungefähr wie eine Kopfsteuer, weil der Beitrag eines jeden hauptsächlich von der Zahl seiner Hausgenossen bestimmt wird, aber eben darum verletzt sie den Grundsatz, daß die Steuerfähigkeit den Matzstab der Belegung bilden solle. Man hat solche Steuern in der Hoffnung in Schutz genommen, daß sie auf die Lohnherren übergewälzt werden, weil der Lohn zu jeder Heit den nötigen Unterhalt vergüten müsse. Allein die Ueber-mälznng ist nicht mit Sicherheit zu erwarten. Der Lohn entspricht nur dem mittleren Bedarf und die Verteuerung der Lebensmittel wird wenigstens dem Vater einer zahlreichen Familie nicht vergütet. Der Lohn zeigt überhaupt nur eine geringere Beweglichkeit als die Preise der Waren. Obgleich für ihn der Preis der Lebensmittel immer einen Anhaltspunkt gibt, so übt doch das Verhältnis des Angebots zu dem Begehr von Arbeit einen mächtigen Einfluß auf die Lage der Lohnarbeiter. So lange der Lohn noch oberhalb der durch den uimbweiSlichen Lebensbedarf bestimmten Grenze steht, kann er bei ungünstigen Mitwerben erniedrigt werden, und die Verteuerung der Lebensmittel vermag ihn nicht sogleich zn erhöhen. Ist das Kapital des Volkes nicht stärker im Zunehmen als die Volksmenge, so bleiben die erwähnten Steuern ganz oder zum Teile auf den Arbeitern liegen, bi8 etwa später eine Verzögerung in der Volksvermehrung einen höheren Lohnsatz bewirkt. In diesem Falle sind also die Steuern der genannten Art sehr nachteilig. Der Prophet der deutschen „historischen Schule" der Nationalökonomie, Professor Roscher, erklärt in seinem „System der Volkswirtschaft" im Jahre 1854: Wie das Wohlfeilerwerden der Lebensmittel, wenn sich der Bedürfniskreis des Arbeiterstandes nicht entsprechend vergrößert, ein Sinken des Lohnes zur Folge hat, so muß das Teurerwerden derselben, wenn der Lohn bereits so niedrig stand, um nur die unentbehrlichen Bedürfnisse zu befriedigen, ein Steigen des Lohnes nach sich ziehen. Der Uebergang ist im ersten Falle, ein ebenso behaglicher (der ganze deutsche Professor drückt sich hier in dem einen Wort aus!) wie im zweiten voll der traurigsten Krisen. Je langsamer die Preiserhöhung der Lebensmittel vor sich geht, umso eher ist zu befürchten, daß ihr die Arbeiter nicht etwa durch Auswanderung, verminderte Ehezahl u. f. w., sondern durch Erniedrigung ihres Bedürfnis maßes, Einführung schlechterer Nabrunysstoffe u. f. w. zu begegnen suchen. Uebrigens gilt das alles nur von den dauernden Veränderungen des Lebensmiltelpreises, wie sie zum Beispiel durch die Entwicklung des Ackerbaues, durch Steuern u. s. w. hervorgebracht werden. Der Engländer John Stuart Mitt schreibt in seinen „Grundsätzen der politischen Oekonomie" im Jahre 1848: Alle Abgaben von notwendigeit LebenS-Bedürfnissen sowie von Rohstoffen und Werkzeugen, die zur Hervorbringung dieser Bedürfnisse notwendig sind, auszuschließen, denn solche Abgaben tun leicht demjenigen Abbruch, was »«besteuert bleiben sollte, nämlich dem zu einer gesunden Existenz eben ausreichenden Einkommen. In einem alten Lande Taglöhner besteuern wollen, heißt also nur, eine Steuer mehr auf alle Arbeitgeber legen, es sei denn, daß die Steuer die viel schlimmere Wirkung habe, den Maßstab einer eben erträglichen Existenz in den Ansichten der ärmsten Volksklassen auf die Dauer noch tiefer herabzndrücken. Was ein Profeffor der Volks-roirtfchaftslehre alles weih. Die Heutigen Eisenbahner haben es gut. Vor einige» wenigen Jahren hat sich um die armen Teufet niemand geküin-mert; die einen aus Hochmut, die anderen aus Indolenz; war der Eisenbahner vor 15 Jahren noch kein „geehrter Herr Wähler" ? Nun drängen sie sich alle: die Hochmütigen sowie die Indolenten, und alle bemühen sich, die Aui-merksamkeit der Eisenbahner auf sich zu lenken, sie buhlen förmlich um ihre Frcundschaft. Vor 15 Jahren war das halt noch eine gefährliche Sache. Die Hochmütigen sahen auf den Bediensteten von oben herab und fanden es shocking (sprich: schöcking --- abscheulich^, sich mit solchen Leuten abzugeben: die Indolenten wieder saßen gemütlich hinter dem Ofen und waren zu feig, um sich der Eisenbahner anzunehmen. Jetzt freilich fehlt es an Rettern nicht, sie haben sich vermehrt, wie der Sand im Meere. In der letzte» Zeit hat sich der Schar der Freunde ein gar vornehmer Fürsprecher mit einem großen Namen zugesellt. Es ist der Herr Dr. Glombinski, ReichL-rats- und Landtagsabgeordneter, Obmann des „Kolo polski“, f. k. Professor der Volkswirtschaftslehre an der Universität in Lemberg, Rektor, Sozialpolitiker re. rc. So einen Mann brauchen die Eisenbahner, besonders darum, weil er neben der hohen Protektion auch .eingehende Kenntnisse"' des Eisenbahnwesens besitzt, die ihn d i e richtigen Wege e i n s ch l a g e n lassen. Durch eine» Zufall sind wir in den Besitz eines eigenhändigen .Schreibens des Herrn Doktors gekommen, welches uns deutlich zeigt, daß es den Eisenbahnern wohl- IfiT Der „Eisenbahner" erscheint in einer Anflage von 45.000 Exemplaren. ergehen muß, wenn sie so einen gründlichen Kenner der Eisenbahnerverhältmffe und der einschlägigen Institutionen besitzen. Das Schreiben lautet: „Abgeordnetenhaus. Euer Wohlgeboren l In Angelegenheit der Behandlung der Bahnbediensteten, welche eine Rente beziehen, war ich beim Herrn Eisenbahnminister und beim Referenten, und verlangte, das; das heutige System geändert und die bisherige schädigende Praktik unterlassen werde. Ich habe die Versicherung erhalten, daß das Eisenbahnministerium trachten wird, die Wünsche des Polenklubs zu berücksichtigen, das; aber das Ministerium in diesen Angelegenheiten nicht allein entscheidet, da die Unfallversicherungsalls.alt durch die Delegierten, sowohl der Staats- als auch der Privatbahnen und durch die Arbeiterdelegierte» verwaltet wird. Gegenwärtig haben im Vorstand die Mehrheit der sozialdemokratischen Delegierten, welche im er Aenderungen und Reduktionen der Pensionen (1) entscheiden. Ich verlangte also eine Reform in dem Sinne, daß den Staatsbahnbediensteten bessere Pensionsbedingungen durch Errichtung einer eigenen Anstalt, die voni Staate verwaltet werden sollte, gesichert werden. Heute kann ich noch nicht bezeichnen, ob diese meine Forderung- durchgeführt werde. Wenn aber die sozialdemokratischen Zeitungen ans dem Grund gegen mich auftreten und den interessierten Kreisen irrtümliche und verleumderische Informationen geben, so ist das nur ein Beweis dafür, daß der durch mich gezeigte Weg richtig und erfolgreich ist, da auf diese Weife die Pensionisten und Provisiouislen von der Eigenmächtigkeit des jetzigen Vorstandes der Anstalt befreit werden. Indem ich Sie von meiner Hingebung für die Sache der Geschädigten versichere, verbleibe .Men, 8. Dezember 1907 Glombinski. Wirklich, nicht nur die Eisenbahner, sondern auch die Studenten, die die Borträge des Herrn Professors der Nationalökonomie frequentieren, können sich gratulieren, denn beide profitieren. (?) Nichtsdestoweniger möchten wir uns erlauben, dem Herrn Professor und Ncichsratsabgeordneten einen Rat zn geben: „S ch u st e r, bleib' bei deinem Leiste n." Sie, Herr Professor, mögen sehr viel von der Nationalökonomie verstehen, von Eisenbahndingen, Herr Reichsratsabgeordneter, verstehen Sie gar nichtsja wir behaupten, daß ein Werkstätten- oder Verkehrsarbeiter in Galizien in diesen Dingen mehr versteht. Doch Sie sollen sehen, daß wir nicht so böse sind, als man uns macht, wir bieten uns sehr gerne an. Ihnen ein kleines Privatissimum zu geben und Ihnen den Unterschied zwischen der Altersversorgnngs- und Unsallversicherungsinjtitution zu geben und auch eine kleine Lektion in Bezug aus die Zusammensetzung des Vorstandes der B. U. A. — wissen Sie, Herr Doktor, was diese drei Buchstaben bedeuten? — zn geben. Also vor allem, Herr Doktor: Eine Aenderung des Systems in der Behandluug der Zuerkennung und Bemessung der Renten kann weder der Eisenbahnminister noch sein Referent vornehmen, weil dieses System durch das Gesetz vom 28. Dezember 1887 und vom 20. Juli 1894 (das sogenannte Ausdehnungsgesetz) festgelegt ist; zweitens ist es ganz falsch, daß die berufsgenossenschaftliche Unfallversicherungsanstalt der österreichischen Eisenbahnen (B. U. A.) von den zur Mehrheit zur sozialdemokratischen Partei sich bekennenden Delegierten verwaltet wird. Auch dieses ist gesetzlich icstgelegt; der Vorstand der berufsgenossenschaftlichen unsallversicherungsanstalt besteht aus 18 Mi t g l i e d e r n, von denen neun aus derKurie der Unternehmer und nenn aus derKurie der Versicherten gewählt werden; diese wählen den Obmann, der bis jetzt immer der Kurie der Unternehmer entnommen wurde; der Obmann hat das Diriinierungsrecht, und da bisher noch nicht bekannt wurde, daß der Vor- sitzende sein Recht zugunsten der verletzten Eisenbahner benützt Ijat, so sind die Unternehmer hier in der Majorität. Also auf diesem Wege führen Sie, Herr Reichsratsabgeordneter, diese Ihre Forderungen nicht d it r ch. Dafür können Sie den Eisenbahnern helfen und auch den Polenklub für die Sache interessieren bei den -Verhandlungen über den Entwurf über die soziale Versicherung, die die Bediensteten entrechtet. Unsere Abgeordneten werden schon die notwendigen Anträge einbringen. Wir konstatieren, daß wir in dieser Beziehung es anerkennen, wenn Sie uns Ihre schätzbare Hilfe angedeihen lassen. Ganz gelungen ist der Satz in Ihrem werten Schreiben: „Wenn aber die sozialdemokrati-s ch e n Zeitungen aus dem® r u n b e gegen mich auftreten it n d den interessierten Kreisen irrtümliche und verleumderische Informationen geben, so ist es nur Beweis dafür, daß der durch mich gezeigte Weg richtig u »d erfolgreich ist. . ." O, Sie Schlaucherl, Sie; auf diesem Gebiete — verleumderischer Informationen — müssen Sie große Erfahrungen haben, da Sie sich schon jo rechtzeitig salvieren wollen. Oder ist das Ganze von oer Befreiung der Pensionisten und Provisionisten — deren Ansprüche auf Provision und Pension in ihren getrennten Institutionen und durch separate, vom Ministerium bewilligte Statuten behandelt werden — von dem Vorstand der Anstalt gar eine Flunkerei? Das eine steht fest. Sie haben den richtigen Weg gewählt; aber nicht, um den Bediensteten zu helfen, fon d ern um sich ungeheuer zu blamieren! Also, Herr Doktor, Reichsratsabgeordneter rc., lieber zweimal zielen, denn einmal schießen! —d— der Vortrauensnuitttter der Bediensteten und Arbeiter der Staatseisenbnhngesellschaft, der Oesterreichische» Nvrdwestbahn und Siidnord-deuLschen Verbinduttgsbah». Die Zentrale des allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschaftsvereines für Oesterreich berief für Sonntag den 27. Juni l. I. eine Konferenz der Vertrauensmänner der Bediensteten und Arbeiter der St. E. G. und der Oe. N. W. B. und S. N. D. V. V. nach Böhm.-Trübau mit folgender Tagesordnung ein: 1. Die Einreihung des Personals der (st. E. G. und der Oe. N. W. B. und S. N. D. V. B. tu den Status der k. k. Staatsbahnen. 2. Eventuelles. Zur Konferenz waren von 58 Ortsgruppen 69 Delegierte erschienen.^ Von den Personalkomniissiouen beider Bahnen warnt 14 Mitglieder und von den beiden Exekutivkomitees 9 Mitglieder anwesend. Bon der Zentrale waren der Obmann Genosse Josef Schwa b, Abgeordneter Genosse Tomfchik und Genosse Adolf Müller anweseiid. Die Sekretariate in Prag und Brünn waren durch Genossen Brodeeky und Genossen Mouka vertreten. Abgeordneter Genosse T o m s ch i k erstattete zum ersten Punkt der Tagesordnung in anderthalbständiger sachlicher Rede ein sehr ausführliche» und klares Referat. Redner schilderte in seinen Ausführungen die bisherige Tätigkeit der Organisation und der sozialdemokratischen Abgeordneten im Parlament wegen der Gewährung der den Bediensteten der k. k. Staatsbahnen gemachten Zugeständnisse an das Personal der St. E. G. und der Oe. N. W. B. und S. 92. D. V. B. und wegen der Festsetzung von geeigneten Bestimmungen bei den Verstaatlichungsverhandlungen, wonach die Einreihung des Personals der beiden Bahnen nur mit freier Zustimmung der einzurcihendcn Bediensteten und derart erfolgen muß, daß kein Bediensteter Bei der Einreihung an feinen Bezügen einen Schaden erleidet. Infolge des bekannten ausbeuterischen Verhaltens der Vcrivaltungen der beiden Bahnen und des unbedingt ablehnenden Standpunktes der Negierung war es leider nicht durchzusetzen, das; dem Personal der beiden Bahnen noch vor der Einreihung alle Zugeständnisse in derselben Weise zugute kommen wie dem Personal der k. k. Staatsbahnen. Infolge dieser Haltung der genannten Faktoren erscheinen aber die erreichten Erfolge um so größer und ist es einzig nur der kluge» und energischen Tätigkeit unserer sozialdemolratischen Abgeordneten im Parlament zuzuschreiben, das; die Verbesserungen, welche die Nebenbezüge betreffen, dein Personal beider Bahnen mit Rückwirkung auf den 1. Juli 1900 zugestanden wurden. Die Verbesseruugeu, welche die Automatik betreffen, werden den Bediensteten der beiden Bahnen mit Rückwirkung nur den Tag ihrer Einreihung in das k. k. Staatsbahnschema gewährt werden und mich getrachtet werden, daß die Einreihung mit Rückwirkung aus den 1. Juli 1009 erfolgt. Betreffend das Arbeiterpersonal beider Bahnen sei von den diesbezüglichen Ausführungen des Abgeordneten Genossen Tomschtk heroorgehoben, daß den Arbeitern der Oe. 9t. W. B. und S. R. D. V. B. betreffend den Provisionsfonds dieselben Begünstigungen gewährleistet werden, wie dies bci der Nordbahn und der B. N. V. der Fall war. Betreffs Errichtung eines Arbeitsausschusses bei der St. E. G. wird getrachtet werden, daß dieselbe spätestens im Oktober I. I. erfolgt. Im übrigen müssen durch die Uebernahme die bei den beiden Bahnen bestellenden Lohn- und ArbeitSverhültnisse den bei den k. I Staatsbahnen bestehenden angepaßt werden. Nachdem durch die Aenderung dieser Verhältnisse auf den k. k. Staats« bahnen in nächster Zeit Verbesserungen geschaffen werden, müssen diese Verbesserungen naturgemäß den Arbeitern beider Bahnen nach der Einreihung ebenfalls zugute kommen. Vorläufig sollen aber die bestehenden EutlohuungSnormen (Akkordverhältnisse) auf beiden Bahnen aufrecht bleiben und Aenderungen analog den k. k. Staatsbahnen erst in einem spätere», für die Arbeiter günstigeren Zeitpunkt erfolgen. Aufgabe der Orgamfation und der Personalkommissionen wird es sein, sofort an die Ausarbeitung eines entsprechenden Elaborats betreffend die Festsetzung der Einreihuugsgrundsätze zu schreiten, welche den Vertrauensmännern der beiden Bahnen behufs Stellungnahme und Beschlußfassung vorzulegen sind. Die Ausführungen des Abgeordneten Genossen T o m s ch i k fanden die allgemeine Zustimmung der Delegierten und wurde nach einer eingehenden Debatte, an der sich die Delegierten zahlreich beteiligten, im Sinne seiner Ausführungen beschlossen: 1. Daß die verbesserten Nebenbezüge der Bediensteten der St. E. G. und Oe. N. W. B. und S. N. D. V. B. ehebaldigst mit Giltigkeit vom 1. Juli 1909 ausgezahlt werde». 2. Die Einreihung hat mit Rückwirkung auf den 1. Juli 1909 und die Errichtung eines entsprechenden Arbeitsausschusses bci der St. E. G. bis spätestens irr Oktober l. I. zu erfolgen. 3. Die Personalkommissionen beider Bahnen baben die Ausarbeitung entsprechender Elaborate betreffend die Einreihilugsgrundsätze zu besorgen und wird die Zentrale beauftragt, 'anfangs Oktober l. I. nach Böhm.-Trübau niid Deulfch-Brod je eine Konferenz der Vertrauensmänner der Bediensteten und Arbeiter der St. E. G. und der Oe. R. W. B. und S. N. D. V. B. eiuzuberufen und diesen die ausgearbeiteteu Einreihungsgrundsätze zur Beratung und Beschlußfassung vorzulegen. 4. Die bestehenden Exekutivkomitees der beiden Bahnen sind mit Rücksicht darauf, daß der Weilerbestand derselben in Anbetracht der geänderten Situation nicht mehr nötig erscheint, aufzuheben und werden die Funktionen derselben den Personalkomrnissionen übertragen. Die Beratungen dauerten von 10 Uhr früh bis 6 Uhr abends und 'haben die Vertrauensmänner in dieser wichtigen Konferenz im Interesse des gesamten Personals der beiden Bahnen den richtigen Weg geebnet, den zu SFeuißefon. Herweghs Werke. Den Heinrich Heine die »eiserne Lerche" genannt, der, gleich Freiligrath, den schwülen Atem seiner Zeit in brausenden Sturm verwandelte: er bleibt dem proletarischen Volke, dem er ja selbst entstammte und dem er treu blieb bis zum Grabe, allzeit teuer und unvergessen. Und bas Volk tut wohl daran; denn die Macht der gebundenen Rede auf die Gemüter kann kein noch so frostiger Denker und Politiker weglengnen, wie überlegen er auch tue. Ein einziges Gedicht vermag mehr Zündstoff in die Masse zu werfen, weit gewaltigere Wunder zu wirken als noch fo viele gelehrte Abhandlungen oder wvhlgesctzte Reben znsam-mengenommen. Wir wären wirklich arm zu nennen, wenn wir im proletarischen Klaffenkampf auf die ansenernde Kraft des dichterischen Wortes verzichten wollten. Darum bildet aber auch die revolutionäre Lyrik unser Arsenal, auS dem wir in Kämpfen und Streiten die besten Waffen holen. Und darum halten wir die Namen aller Poeten, die jemals ein unerschrocken freies Wort gewagt, jemals gegen Despotie und Knechtschaffenheit ihr zornflammendes Anathema geschleudert, in heiligen Ehren. Am 7. April sind 84 Jahre seit dem Ableben HerweghS dahingegangen. Nun ist auch in der schnell bekannt geworbenen „Goldenen Klassiker-Bibliothek* deS deutschen Ver-lagshauses Bong u. Komp., Berlin, eine Gesamtausgabe seiner Werke erschienen, deren gediegene Ausstattung mit einem billigen Preise wetteifert. Der alles in allem 690 Seiten umfassende Band kostet geschmackvoll gebunden nur 2 Mk. Jetzt, meinen »vir, ist der Zeitpunkt gekommen, wo in jedeS Arbeiters Bücherei auch Herweghs Werke ihren Ehrenplatz behaupten sollten. Diese Ausgabe empfiehlt sich ferner dadurch, daß sie mit Aufbietung deS ganzen literarwissenschaftlichen Apparats (ausführliches Lebensbild, kritische Einleitungen der einzelnen Abteilungen, Literaturnachweise, Anmerkungen, alphabetisches Verzeichnis u. f. w.) besorgt wurde. Außerdem ist ein Bildnis nebst einem faksimilierten Briefe deS Dichters dem Bande beigegeben. ES sind darin Ble Gedichte ausgenommen, die Herwegh geschrieben hat. ©eine Leger, das läßt sich nunmehr klar erkennen, ist zeitlebens auf den politischen Ton gestimmt gewesen. Poesie der Liebe fehlt fast gänzlich. Höher als sie stand ihm daS Volk, die Menschheit. Selbst die Natur: Wald, Heide, Meer, Gebirge, spielt nur eine nebensächliche Rolle, allenfalls verknüpft er sie mit dem allgemeinen Symbol der Freiheit oder des KanipflebenS. Aber chon um der wenigen reinen Klänge willen, die dem Herzen des Dichters entströmt sind, müssen wir ihn lieben; denn sie sichern seinem Namen Unsterblichkeit. Ein ähnliches Schicksal läßt sich bei einer obwohl beschränkten Anzahl seiner politischen Karns gebt chte stellen. Ihr künstlerischer Gehalt verspricht Dauer. Warum ? Weil Herivegh doch ein Nuserwählter unter den Dichter» ist. Wer erinnert sich nicht an das Goethesche: „Politisch Lied, welch garstig Lied!* Nun, daS Zeitalter Goethes war nicht daS Zeitalter Herweghs, Freiligrath» und Heines. Seit der Julirevolution beginnt auch in Deutschland politisches Leben sich zu regen. Die Literatur wird demokratisch. .Eigentlich ist jeder echte Dichter Deinokra t", sagt Herwegh sehr treffend. Jeder echte Dichter steht aber auch in Opposition mit btm Staat. Man braucht dabei nicht gleich an „offene Angriffe* oder an „gewaltsame Mittel" zu denken, hingegen „au die friedliche Opposition des HcrzeiiS, dein ehernen Geist der Gesetze und Staatsformen gegenüber*. Die Verpflichtung dieser neueren Literatur, zum Unterschied von der klassischen, ist eine andere. Sie hat den Menschen in uns srei zu machen. Dann muß sie freilich die Gegenwart begleiten. Dementsprechend verlangt Herwegh vom Dichter, daß er politisch denke. .Tendenz-Poesie l* rufen alle Augstmeier und Rückwärtser verächtlich aus. Ja, was heißt Tendenz, ivo doch alles „Ewige* — und baß ist entschieden auch bie Bestimmung des Menschen zur Freiheit — immer .Tendenz" ist. Daraus folgt allerdings nicht, daß mm auch jeder Dichter, der einen .politischen Glauben" hat, Zeit-stoffe behandle; beim nicht das .Was*, sondern das ,W i e* entscheidet. .Der politische Glaube entschuldigt einen ästhetischen Fehler mir halb". So aber einer imstande ist, seinen Dichtungen .die glühende Färbung des Moments zu geben, ohne darum der Schönheit irgend Eintrag zu tun", mit anderen Worten, wenn er ein echter Dichter ist, dann wirb ber Begriff „Tcndenz"poefie bedeutungslos. „Das Volk der Hütte hat so gut seine Poesie als der Faulenzer im Palast, so gut seine geheimen Schmerzen und Freuden, als bie Leute, welche sich zu den Gebildeten zählen". Es hat aber auch „für echte Poesie immer einen glücklichen Sinn; matt versuche nur, ihm direkt gegenüber zu treten, sich direkt an die Massen zu wenden, im Bolksliebe, im nationalen Drama. Es ist freilich auch ber strengste Richter und wird sich nie von abgestandenen Ideen betören laffcn, an welche die Menschheit den Glauben verloren hat". Herwegh sagt hierin zugleich, daß sowohl die soziale als die politische Poesie gerechtfertigt ist. Er selbst gibt ja beide Gattungen. Sein „Bundeslied für den Allgemeinen deutschen Arbeiterverein" mit der Kainpsparole darin: Mann der Arbeit, aufgewachtl Und erkenne deine Macht t Alle Räder stehen still. Wenn dein starker Arm eS will, sowie die Gedichte von der.Kranken Life* und dem „Armen Jakob" „sichern Herwegh einen Platz unter den sozialen Lyrikern des Jahrhunderts*, bemerkt der Herausgeber, nein aller Zeiten, dürfen wir sagen. Die erst nach Herweghs Tode erschienenen .Neuen Gedichte*, die den dritten Abschnitt deS SammelbandeS dar-stellen, wollen die bürgerlichen Aestheten, auch deren nunmehriger Herausgeber, nicht mehr gelten lassen. Warum? Weil hier die politische Betätigung der Dichtkunst .noch rücksichtsloser und siegesbewußter verkündet wird*, weil der Dichter revolutionärem Republikanismus huldigt und weil er überwicgenderweise die Wandlung von, pathetischen Kampflyriker zum „thersiteifcheii* Satiriker in sich vollzogen habe. Soviel ist ja richtig; Her-wegh machte keinerlei Entwicklung mehr durch; er blieb der radikale Demokrat von 1848 und vermochte weder mit der politischen noch sozialen Wendung der Dinge sich abzusindeit; dies um so weniger, als er im Ausland lebte, mithin gar nicht in die Lage kam, die vom Bürgertum sich lösende Bewegung des sozialistischen Proletariats ihrem inneren Wesen nach zu begreifen. Psychologisch läßt sich die Ernüchterung, die sich nach dein kläglichen Scheitern der Revolution aller Demokraten, auch Herweghs, bemächtigte, sehr wohl rechtfertigen. Sic wurde aber noch rascher hcrbeigeführt durch den völligen Umschwung der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse. An Stelle rornane tischet Tatenträume trat die Politik der Tatsachen, die praktische Arbeit. Eine neue Klasse rang sich vom siechen Körper deS Bürgertums empor: die Arbeiterklasse. Die Mission des ideologischen Kampfdichters war erfüllt, seitdem er sich vor eine Welt realer Erscheinungen gestellt sah. Wollte oder konnte er nicht schweigen, fo mußte er wohl oder übel zum konkreten Mittel der S a t i r e greifen. Allerdings besaß er nicht jene Heinesche Ironie, die sich mit sieghafter Ueberlegenheit zu entäußern vermochte ; aber man wird nicht leugnen können, daß Herwegh doch einen sicheren Instinkt für Politik besessen hat und daß er scharfe Beobachtung mit zumeist trefflicher Beurteilung aller Vorgänge verbindet. In dieser Hinsicht sind den» auch schon manche seiner kritischen Aussätze auS den Jahren 1839 und 1840, die den zweiten Teil des Bandes «uSinachen, höchst bemerkenswert, obgleich sie nur mehr oder weniger noch ein historisches Interesse beanspruchen, wie seine satirischen Randglossen zur neueren Zeitgeschichte überhaupt. Doch wäre eS ungerecht, eine*« f Sorget dafür» -atz der „Eisenbahner" auch vom reisende« Pnbliknm gelesen werde! gehen nun Aufgabe der Vertreter des Personals ist. Die Früchte der Arbeit und Bemühungen der Vertrauensmänner werden gewiß nicht ausbleiben, wenn die Bediensteten undMrbeiter auch fernerhin in den geschlossenen Reihen der Organisation ihren berechtigten Forderungen den nötigen Nachdruck verleihen. A. M. (MierrdcMfche Eifenbahnftatittib für das Jahr 1907. II. Teil: Kleinbahnen und diesen gleichzu-ihaitende Bahnen sowie Schleppbahnen. Seitens des Eisenbahnministeriums gelangt soeben der II. Teil der O e st e r r e i ch i s ch e u Eisenbah n-statistik für das Jahr 1907 zur Versendung, welcher die Kleinbahnen und diesen gleichzuhalten d e n Bahnen sowie d i e Schleppkähnen zum Gegenstand hat. Der Publikation sind nachstehende besonders bemerkenswerte Daten zu entnehmen: Die Gesamtlänge (Baulänge) der Kleinbahnen und diesen gleichzuhaltenden Bahnen aus österreichischem Staatsgebiet betrug mit Schluß des Jahres 1907 rund 579 Kilometer; hiervon sind 552 Kilometer als Kleinbahnen konzessioniert, beziehungsweise anerkannt. Bei Berücksichtigung der bei den bereits bestehenden Bahnstrecken im Gegenstandsjahr eingetretenen Längen-ünderuugen ergibt sich ein Längenzuwachs von rund 10 Kilometern oder 1'82 Prozent, welcher zur Gänze aus die neueröffnete elektrische Bahn von der Station Semmel-bach-Mbs in die Staat Mbs sowie auf(die neueröffneten Drahtseilbahnen: Karlsbad Theatergassc—Helenenhof und Virglbahn (Untervirgl—Virglwarte), weiters auf neue Linien der elektrischen Straßenbahnen in Prag und Lemberg entfällt. * Die in der Publikation behandelten Bahnen sind sämtlich Privatbahnen und stehen, abgesehen von der für Rechnung der Eigentümer im Staatsbetriebe befindlichen rund 25 Kilometer langen Lupküw-Csinaer Kleinbahn, sämtlich im Privatbetriebe. Wird zu der früher angegebenen Gesamtlänge die in Ungarn gelegene Teilstrecke der eben genannten Kleinbahn per 1-137 Kilometer hinzugerechnet, so ergibt sich als Länge sämtlicher Kleinbahnen und diesen gleichzuhaltenden Bahnen eine solche von 580 Kilometern. Nach der Art des Betriebes verteilt sich diese Länge auf den elektrischen Beirieb mit 497 Kilometern (einschließlich der 29 Kilometer langen Trahtseilbahnstrecke der Mendelbahn), auf den Dampfbetrieb mit 67 Kilometern, auf reine Drahtseilbahnen mit rund 2 Kilometern und auf Pferdebahnen mit 14 Kilometern. Zahnradbahnen waren von den Dahnen mit elektrischem Betriebe 0-8 Kilometer und von jenen mit Dampfbetrieb 14-2 Kilometer. Im Vergleich zum Jahre 1906 erhöhte sich die Länge der Bahnen mit elektrischem Betrieb um 9 892 Kilometer und jene der Drahtseilbahnen um 0-468 Kilometer; die Länge der Bahnen mit Dampfbetrieb sowie jener mit Pferoebetrieb blieb die gleiche. Im ganzen waren von der Gesamtlänge der Bahnen 259 2 Kilometer = 44 70 Prozent zweigleisig; 365-0 Kilometer — 61-23 Prozent besaßen normale und 224-7 Kilometer — 38-77 Prozent schmale Spurweite. Was das aufgebrachte Anlagekapital der Teil dieser Gedichte als „Ausfluß einer politischen Idiosynkrasie und das nationale Empfinden verletzend" abtun zu wollen. Wieder posierte ja das großpreußische Bürgertum in der Bedicntenrolle, die ihm noch aus vormärzlichen Zelten her so vortrefflich zu Gesicht stand; nur daß es jetzt seine Jämmerlichkeit hinter dem dreifarbigen ReichSzipsel verbergen konnte. Wer vermöchte es Herwcgh verübeln, wenn er (einerseits mit dieser Sedanfestrummelnden „neudeutschen" Knechtsseligkeit nichts zu schaffen haben wollte! Im Gegenteil: es ehrt den Mann und Dichter. Der Borwurf: daß er von der geflissentlich mit der »deutschen Volksseele" verwechselten „Seele" des bourgeoisen Hausens — auf den ja selbst noch heute Herwcghs satirische Stras-epistcln „überaus peinlich" wirken — „keinen Hauch mehrverspürte". Wahr ist, daß das Bürgertum den Dichter schon bei Lebzeiten verleugnete. Dagegen hat das sozialistische Arbeiterproletariat seiner zu keiner Stunde vergessen I Beweis dessen ist das schöne Denkmal, welches ihm „vaterlandslose Gesellen" auf dem Grabe zu Liestal in Baselland errichtet haben! Warum — so frage ich — verschweigt Hermann Tardel, der Herausgeber von Herwcghs Werken — diese für die richtige Einschätzung der modernen bürgerlichen Gesellschaft nicht ganz unwichtige Tatsache? Zwar hat er, was willig anerkannt sei, alleS getan, um dem Leser ein möglichst objektives Lebensbild beS Dichters zu geben. Unsere Arbeiterschaft — die doch von vornherein als Käufer dieser Gesamtausgabe in Betracht kommt — wird aber nicht umhin können, an einzelnen „Voreingenommenheiten" TardelS Anstoß zu nehmen. ES klingt doch ein wenig anmaßend, wenn da gesagt wird: Herwcgh sei „aus dem Milieu der unteren Volksklasssn hervorgcgangen und hat sich durch Anlage, Schule und Selbststudium diejenigen Fähigkeiten erworben, die nötig sind, um sich durch eigenes Können in eine höhere soziale Ge-sellschastSschichi emporzuheben'. Anderenorts, wo die Entstehung des Hcrweghschen „BundeslicdeS" behandelt ist, konnte stch's der Herausgeber nicht versagen, zu bemerken, daß jetzt „in den Kreisen der Sozialdemokratie häufig die deutsche Uebersetzung des „Chant des ouvriors“ von Pierre Dupont oder noch häufiger eine unbedeutende Reimerei von Jakob Au d o rf als sogenannte Arbeitermarseillaise gesungen" werde.... Was nun die Ausgabe selbst anlangt, so ist sie mit würdigem Fleiß besorgt. Tadeln muß ich jedoch den doppelten Abdruck einiger Stücke, wie: „Alles ringt sich von der Scholle" — «Der Gefangene (Zehn Jahre I)" — „Frühlingsnacht" und „Ich habe nie mein Elend mir vergoldet". Ueberflüssiger Ballast und buchstabengelehrte Kathedermarotte — weiter nichts. Ernst KrcowSki. Kleinbahnen und diesen glcichzuhaltenden Bahnen betrifft, so betrug dieses mit Schluß des Jahres 1907 im ganzen 241-06 Millionen Kronen (gegen 1906 + 3 40 Prozent), und zwar 54-29 Millionen in Stamm- und Prioritätsaktien, 3 Millionen in Prioritütsobligationen, 173-08 Millionen an sonstigen Anlehen und 10-69 Millionen an anderweitigen Kapitalszuflüssen. Das verwendete Anlagekapital betrug Ende 1907 232-29 Millionen Kronen (+ 283 Prozent) und das amortisierte 4-52 Millionen Kronen [+ 20-67 Prozent). An Fahrbetriebsmitteln besaßen die Bahnen im ganzen 28 (hierunter 5 elektrische) Lokomotiven (gegen 1906 unverändet), 1794 Motorwagen'(+ 159) und 178 (4- 18) Lastwagen. An Plätzen waren vorhanden bei den Bahnen mit elektrischem Betrieb 116.364 (hierunter 50.797 Stehplätze), bei den Bahnen mit Dampfbetrieb 2226 (hierunter 66 Stehplätze), bei den Drahtseilbahnen 548 (hierunter 158 Stehplätze), bei den Bahnen mit Pferdebetricb 2934 (hierunter 1076 Stehplätze) und insgesamt 122.072 (52.097 Hinsichtlich desVerkehres ist hervorzuheben, daß im Jahre 1907 im ganzen 329 83 Millionen (elektrischer Betrieb 32318, Dampfbetrieb 0 66, Drahtseilbahnen 128, Pferdebetrieb 4-71 Millionen) Personen vefördert wurden. Ties entspricht gegenüber dem Vorjahr einer Verkehrs-steigerung von 27-48 Millionen Personen — 9 09 Prozent. An Gütern (einschließlich Gepäck) gelangten rund 406.000 Tonnen (elektrischer Betrieb 161.000, Dampfbetrieb 245.000 Tonnen) zur Beförderung (im Vergleich zum Jahre 1906 -j- 1-94 Prozent). Die Betriebseinnahmen der Kleinbahnen und diesen gleichzuhaltenden Bahnen bezifferten sich im Jahre 1907 auf 46 03 Millionen Kronen (hierunter beim elektrischen Betrieb 44-61 Millionen), so daß auf das Kilometer Betriebslänge 84.404 Kr. entfielen, das ist gegenüber dem Jahre 1906 mehr um 8 05 Prozent und per Kilometer Betriebslänge mehr um 6-21 Prozent. Von den Transporteinnahmen entfallen 98-72 Prozent auf den Personen- und 1‘28 Prozent auf den Güterverkehr. Die Betriebsausgaben betrugen im ganzen 30-37 Millionen Kronen (hierunter beim elektrischen Betrieb 29-36 Millionen) das ist per Kilometer Betriebslänge 55.691 Kr. Gegenüber dem Vorjahr sind die eigentlichen Betriebsausgaben im ganzen um 993 Prozent und per Kilometer Betriebslänge um 791 Prozent gestiegen. Der Anteil der eigentlichen Betriebsausgaben an den Betriebseinnahmen betrug beim elektrischen Betrieb 58-41 Prozent, beim Dampfbetrieb 58-51 Prozent, bei den Drahtseilbahnen 57-27 Prozent und bei den Bahnen mit Pferde-betrieb 77-38 Prozent. Der Betriebsnettoertrag des Jahres 1907 bezifferte sich auf 17-53 Millionen Kronen (hierunter 1712 Millionen beim elektrischen Betrieb), so daß per Kilometer Betriebslänge ein Nettoertrüguis von 32-146 Kr. resultiert. Im Jahre 1906 betrug der Nettoertrag 16-87 Millionen Kronen (16 46 Millionen beim elektrischen Betrieb), das ist per Kilometer Betriebslänge 31.448 Kr. In Prozenten berechnet erhöhte sich für sämtliche Kleinbahnen und diesen gleichzuhaltenden Bahnen der Betriebsnettoertrag um 3-78 Prozent. Die Anzahl der bei den Kleinbahnen und diesen gleichzuhaltenden Bahnen Angestellten (Beamte. Unterbeamte, weibliche Bedienstete und Diener) betrug mit Ende 1907 10.327 (gegen 1906 + 896). Ferner waren im Jahresdurchschnitt 1677 (+ 99) Arbeiter im Taglohn beschäftigt. Für Besoldungen, Löhne und sonstigen Bezüge der Angestellten sowie der Arbeiter im Taglohn wurden im Jahre 1907 15-72 Millionen Kronen (gegen 1906 + 1-45 Millionen Kronen = 1015 Prozent) verausgabt. Die Anzahl der mit Ende des JahreS 1907 vorhandenen Schleppkähnen betrug 2077 und deren Gesamtlänge 1269 Kilometer. Unter den Schleppbahnen befanden sich 369 Bergwerks- und Hüttenbahnen (Montanbahnen), 1254 Industriebahnen (Fabriksbahnen), 173 land- und forstwirtschaftliche Bahnen und 291 sonstige Bahnen für Privatzwecke. Von der Länge der Schleppkähnen per 1269 Kilometer wurden 1036 Kilometer mit Dampf, 224 Kilometer mit animalischer und 9 Kilometer mit elektrischer Kraft betrieben. Von den Oberbauarbeitern der b. b. Staatsbahnen. AuS Obsrbauarbeiterkreisen wird unS geschrieben: Bei den Verhandlungen im Jahre 1908 hat das Ersenbahnministerium auch zugestanden, daß für alle Arbeiter Arbeitsordnungen und Lohnerhöhungssysteme eingeführt werden. Beides gilt auch für die Oberbauarbeiter, für die bisher weder eine Arbeitsordnung, noch weniger irgendeine sichere Lohnerhöhung bestanden hat. Da die Einführung dieser Arbeitsordnung etwas vollständig Neues ist, so ist wohl die Frage berechtigt: Was ist eine Arbeitsordnung? Welche Hoffnungen können wir darauf setzen? Und was wird sich dadurch ändern? Wer den großen Widerstand, den das Eisenbahn-minlsterium dagegen einnahm, beobachten konnte, der müßte zumindest glauben, es handle sich um die kost-pieligsten Forderungen der Arbeiterschaft. Es liegt uns vollständig fern, den Wert und die Bedeutung einer Arbeitsordnung zu unterschätzen oder den damit erzielten Fortschritt zu bestreiten, wir müssen aber doch sagen, daß sie weiter nichts ist als eine Arbeits-Ordnung. Das ist eine Schrift, in welcher zweierlei enthalten ist: 1. Rechte, 2. Pflichten, oder umgekehrt. Der Unternehmer hat Rechte und Pflichten gegenüber dem Arbeiter, ebenso auch der Arbeiter gegenüber dem Unternehmer. Die Arbeitsordnung grenzt die Rechte und Pflichten beider Teile ab und gilt zugleich als Gesetz, wonach entschieden werden kann, ob und wie weit der eine oder der andere Teil seine Pflichten verletzt oder seine Rechte überschritten hat. Die Arbeitsordnung selbst ist ein Vertrag zwischen dem Unternehmer und Arbeiter, und die Verteilung der Rechte und Pflichten regelt sich naturgemäß nach dem gegenseitigen Kräfteverhältnis, sie enthält logischerweise nur so viel Rechte, als der Arbeiter sich zurzeit zu erkämpfen imstande ist; ebenso klar ist. daß sie bei guter Organisation gut, bei schlechter Organisation schlecht sein wird. Daraus geht hervor, daß die Arbeitsordnung weiter nichts ist, als daß in irgendeiner Form niedergeschrieben wird, was die Arbeiter für ihre Arbeit als Gegenleistung beanspruchen können. Damit wäre die erste Frage beantwortet. Nicht so leicht ist es aber mit der zweiten und dritten Frage. Wenn bei irgendeinem Unternehmer eine Arbeitsordnung eingeführt werden sollte oder über eine Abänderung derselben beraten würde, so könnte das kaum einen Anlaß zu viel Auseinandersetzungen geben, der eine wie der andere Teil würde wissen, wie weit er nachgeben ober zugeben muß. Dagegen ist bei der k. k. Staatsbahn die Schaffung einer Arbeitsordnung für Oberbauarbeiter bisher überhaupt als undurchführbar hingestellt worden, denn nach dem Ausspruch der hochstudierten Herren wären co technische Schwierigkeiten gewesen, die nicht zu überwinden waren und man darf nun wohl neugierig sein, mit welchen Mitteln und auf welche Kosten diese „technischen Schwierigkeiten" beseitigt werden sollten. Es erscheint uns daher notwendig, bevor die Arbeiterausschüsse zur Beratung dieser Angelegenheiten zusammentreten, die Schwierigkeiten im-Auge zu fassen, die diese Reform so lange verhindern konnten und auch der zweiten Reform, dem sogenannten Lohnerhöhungssystem, so lange int Wege gestanden ist. Wenn wir früher gesagt haben, die Arbeitsordnung enthält alles das, was der Arbeiter als Entschädigung für seine Pflichten zu gewärtigen hat, oder kurz gesagt, es unterscheidet zwischen Pflichten und Rechten, so muß man fragen, wodurch wurden bisher die Ansprüche festgesetzt und was waren bisher die Rechte und Pflichten der Oberbauarbeiter. Man sagt oft, daß der Oberbauarbeiter bisher überhaupt rechtlos gewesen sei. Das ist zwar nicht ganz richtig, aber kommt der Sache sehr nahe; wir wollen jetzt aury nicht den passenden Ausdruck suchen, sondern streng sachlich die obigen Fragen beantworten. Um aber niemandem nahezutreten, wollen wir nicht von Rechten sprechen, sondern beiläufig zusammenstellen, was dem Oberbauarbeiter für seine Arbeit geboten wird. Am wichtigsten ist, daß er überhaupt einen Lohn bekommt. Das ist ausnahmslos der Fall. Wenn er dann längere Zeit arbeitet, bekommt er eine Begünstigung zum Fahren auf der Eisenbahn, wenn er noch länger beschäftigt wird, kann er ständiger Arbeiter oder sogar Mitglied des Provisionsfonds werden; noch später kann er vielleicht auch noch eine Lohnerhöhung bekommen, er kann auch sofort entlassen werden und noch vieles andere „kann" er bekommen und kann mit ihm geschehen, mit einem Worte, seine ganzen Rechte haben den Charakter einer Gnade und es liegt ganz im Ermessen des einzelnen Vorgesetzten oder der maßgebenden Dienststellen, ob jemand würdig ist, die betreffende Gnade zu empfangen oder ob cs notwendig ist, durch die übrigen Maßregeln eine Besserung zu versuchen u. s. w. lieber einzelne Begünstigungen sind auch Erlässe und Zirkulare erschienen, die aber in der Regel nicht eingehalten werden, den Arbeitern entweder ganz unbekannt oder nur so vom Hörensagen bekannt sind. Das sind nun die bestehenden Rechte, wobei es gar keine Rolle spielt, ob das „kann" und die „Gnade" groß oder klein zum Ausdruck kommt, sicher ist nur, daß die Staatsbahnverwaltung damit sehr gut ausgekommen ist und zu einer Abänderung keine Veranlassung halte. Da es aber jetzt doch geschehen mutz, so dürfte die Bahnverwaltung bestrebt fern, die künftigen Rechte nach jenem Maße zu messen, das ihr am geeignetsten erscheint, den Geldbeutel zu schonen! Deswegen ist es notwendig, in die dermaligen Verhältnisse etwas hineinzuleuchten und auch jene Taten ans Licht zu zerren, die nur mehr auf einzelnen Strecken geübt, von denen aber die k. k. Direktionen und das k. k. Ministerium nicht gern hören. Es ist aber selbstverständlich, daß das uns zur Verfügung stehende Material nur cm Bruchteil aus dem großen Körper ist und es den Arbeiterausschüssen vorenthalten bleibt, das Bild bei den Verhandlungen entsprechend zu ergänzen und zu vervollständigen. Wir beginnen mit der Arbeitszeit. Der Kamps um Verkürzung der Arbeitszeit war in den letzten Jahren in allen Industriezweigen besonders heftig und auch von mannigfachen Erfolgen begleitet. Die Gewerkschaftsstatlstik erzählt uns von den Tausenden, die weniger als neun Stunden, von Hunderttausenden, die weniger als zehn Stunden arbeiten. Für die Oberbauarbeiter der k. k. Staatsbahnen gilt noch im allgemeinen der Zehnstundentag, der nur im Winter nicht gut eingehalten werden kann, weshalb aus der Not eine Tugend gemacht wurde, indem man die Winterarbeitszeit gekürzt Hot. Ursprünglich hat man für die gekürzte Arbeitszeit auch den Lohn reduziert, als die Arbeiter aber schon nahe der Verzweiflung waren und eine Lohnerhöhung unabweisbar war, ,st man ihnen entgegengekommen und hat ihre Forderung wegen des vollen Lohnes im Winter hochherzig bewilligt: daß jede Lohnerhöhung mehr gekostet hätte, ist unzweifelhaft, und der Staat hat durch men» Zugeständnis sehr gut abgeschnitten; man kann daher ruhig behaupten, daß die Verkürzung der Winterarbeits-zeit auf Kosten der Arbeiter weiter bestehen bleibt. Die zehnstündige Arbeitszeit im Sommer umfaßt durch die weise Einrichtung beinahe überall zwölf Stunden, nur in Wien sind es ll1/* Stunden und dauert von 6 Uhr-früh bis 6 Uhr abends. In Wien von halb 7 Uhr früh bis 6 Uhr abends. Dazu kommt, daß in der Nähe der Eisenbahn die Wohnungen für den Lohn eines Oberbauarbeiters unerschwinglich sind, er muß daher weit in die umliegenden Dörfer gehen, in den großen Städten an die äußersten Grenzen und selbst da kann man oft nicht sagen, daß es Wohnunge für Menschen wären, sondern viel eher Seuchenherden für alle möglichen Krankheiten. Jeder halbwegs vernünftige Unternehmer ist bestrebt, seine Arbeiterin der Nähe zu haben und wenn er selbst Wohnungen bauen muh, weil er weiß, daß er dadurch Kräfte schont, die wieder ihm selbst zugute kommen. Die k. k. Staatsbahn verlängert aber ihren Arbeitern dadurch die Arbeitszeit um mehrere Stunden des Tages, ohne dafür eine Entschädigung zu leisten. Nun aber zur Winterarbcitszeit. Hier Bestecht nur Lokale, in welchen der „Eisenbahner" aufliegt! ist eine Regel Ausnahme. Bei einzelnen Direktionen wurden sogar Zirkulare herausgegeben, die eine Regel aufstellen. Wir haben bereits gesagt, wie es damit steht. Die Arbeiter wissen davon nichts und so bleibt es meistens beim alten, oder sowie es der einzelne Vorgesetzte oder die Dienststelle für gut findet. Wie das aussieht, soll durch einige Beispiele gezeigt werden. Es lassen sich folgende kleine Unterschiede konstatieren: 1. In der Theorie: Die Staatsbahndirektion Wien hat in einem Erlaß festgesetzt: Der Winter dauert vom 16. Oktober bis 14. März, die tägliche Arbeitszeit ist 8V2 Stunden. Die Direktion Innsbruck verlegt den Winter vom 1. Oktober bis 1. März mit neun Stunden Arbeitszeit. Bei der größten Anzahl gilt als Regel folgendes: Die Winterarbeitszeit dauert von „licht bis finster". Rach dieser Methode hat man schon vor 100 Jahren den Arbeitstag bestimmt und man erspart dabei eine Uhr. Weniger einfach ist es schon, wo die Arbeitszeit wohl auch dem „licht und finster" angepaßt ist, aber dazu schon die Uhr verwendet. Damach beginnt die Arbeitszeit im November und Februar um halb 7 Uhr früh und dauert bis halb 6 Uhr abends mit Entfall der Frühstück- und Jausenpausen, bleibt eine Arbeitszeit von zehn Stunden, wenn aber auch noch Frühstück gewährt wird, mindestens 0*/9 Stunden. Im Dezember und Jänner wird von 7 Uhr früh bis 5 Uhr abends ohne Jause mit einer Stunde Mittag gearbeitet und dauert die Arbeitszeit neun Stunden. Am allerwenigsten sind jene Glücklichen, wo die Theorie und die Praxis ein und dasselbe ist. Obwohl es bei der Mehrzahl der Direktionen zu einer Theorie noch gar nicht gekommen ist, wird von seiten des Eisenbahnministers doch glauben gemacht, durch fünf Monate gelte eine 8'/2stündige Arbeitszeit. Demgegenüber einige Proben von den Privatbahnen: Die Oberbauarbeiter der Oe. R. W. B. haben im Sommer eine Arbeitszeit von neun Stunden, in den Monaten November und Februar 8l/2 Stunden, im Dezember und Jänner acht Stunden. Bei der S ü d b a h n im Sommer 9l/3 Stunden, im Winter 8>/2 Stunden. Bei allen Privatbahnen beginnt die Arbeitszeit auch im Sommer um 7 Uhr früh und ist der Arbeitstag schon dadurch gegenüber den Staatsbahnen um eine Stunde gekürzt; bei der Südbahn ist außerdem am Samstag um 5 Uhr Arbeitsschluß. Wir finden die Zustände bei den Privatbahnen durchaus nicht einwandfrei, glauben aber, daß die k. k. Staatsbahnverwaltung zumindest verpflichtet wäre, ihren Arbeitern das zu geben, was diese gewähren. Noch weniger aber sollte es möglich sein, daß bei der k. k. Staatsbahnverwaltung derart ungeregelte Zustände bestehen können. Unter diesen Umständen ist es auch ohneweiters klar, daß der Schaffung einer Arbeitsordnung große Schwierigkeiten entgegenstehen, nur wird niemand finden, daß sie technischer Natur wären, sondern viel eher der Willen- und Energielosigkeit des k. k. Eisenbahnministeriums zuzuschreiben sind. Womöglich noch krasser sind die Verhältnisse beim Lohn. Eine Lohnregelung für Oberbauarbeiter hat seit Menschengedenken nicht stattgefunden. Es war dem Ermessen der Bahnerhaltungssektionen überlassen, welcher Lohn gezahlt wird. Dadurch, daß sich ein Bahnmeister mehr, ein anderer weniger um billige Leute bemühte, einer besser, ein anderer schlechter verstand, die Ansprüche derselben zu mäßigen, sind oft nicht unbedeutende Schwankungen innerhalb einer Sektion entstanden. Diese Methode ausgedehnt auf die ganze Direktion und dann einen Vergleich zwischen mehreren Direktionen, das ergibt das Lohnsystem der k. k. Staatsbahnen. Das Eisenbahnministerium hat nun im Jahre 1905 eine Lohnregeluna in Aussicht gestellt, die Löhne sollten den örtlichen Verhältnissen entsprechend aufgebessert werden. Das wäre wohl bei dem in Betracht kommenden Wirrwarr eine große Leistung, aber die betreffenden Herrschaften haben sich dazu nicht die geringste Muhe gegeben, indem das zur Verfügung stehende Geld einfach im Ausmaß von 10 H., soweit es reichte, ausgebessert wurde. Das Eisenbahnministerium wollte nachträglich zwar glauben machen, daß der beabsichtigte Zweck vollständig erreicht worden sei, die Arbeiter haben aber sehr bald die Wahrheit an den Tag gebracht, den zahlreich eingebrachten Beschwerden konnte das Eisenbahnministerium nicht widersprechen und es wurde an die untergeordneten Dienststellen neuerdings ein Erlaß gerichtet, worin diese ausgefordert werden, nochmals gewissenhafte Erhebungen zu machen und geeignete Anträge zu stellen. Auch darauf ist keine Veränderung eingetreten. Ebensowenig nach einer teilweise» Ausbesserung im Jahre 1907. Einzelne Staatsbahndirektionen haben damals erklärt, der Lohn der Oberbauarbeiter hätte eine befriedigende Höhe und bedürfe keiner Erhöhung, aber auch dort, wo der Lohn nicht für so befriedigend gehalten wurde, hat man die örtlichen Verhältnisse in keiner Weise berücksichtigt. Die Löhne wurden nicht nur nicht geregelt, sondern noch gegen die Theorie des Eisenbahnmisteriums verschärft, so daß heute Kr. 2‘40 für den Oberbauarbeiter ,n der Großstadt Wien, in den Kurorten Böhmens und den Alpenländern sowie auf vielen Landgemeinden entsprechend und befriedigend dünkt. Anschließend wollen wir auch gleich über die Grundlagen der bisherigen Vorrückungen sprechen. Das Eisenbahnministerium behauptet, die Mehrzahl der Direktionen hätte bereits Lohnerhöhungssysteme eingeführt, die nur mehr verbessert und allgemein eingeführt zu werden brauchen. Es wäre dabei vielleicht interessant zu erfahren, Wie viel Arbeiter »uf Grund dieser bestehenden Lohn-^rhöhungssysteme bereits eine Lohnerhöhung erhalten haben. Tatsächlich kennen wir auch bei einigen Direktionen diese Lohnerhühungssysteme in der Theorie, aber noch besser kennen wir die Praxis, die daß gerade Gegenteil ist. Im allgemeinen hat nur jener Aussicht aus Lohnerhöhung, welcher sich durch besondere Verdienste die Gunst seines Vorgesetzten erworben hat. Diese Verdienste müssen aber nicht mit jenen Begriffen gleich fein, die man im allgemeinen von der „zufriedenstellenden Dienstleistung" hat. Die Aussicht auf eine solcheart zu erwerbe Lohnerhöhung hat unter den Oberbauarbcitern oft Subjekte gezeitigt, die jeden Funken Ehrgefühl verloren haben und sich dazu hergaben, regelrechten Spitzeldienst zum Schaden der Mitarbeiter zu leisten. Dieses System ist in der Praxis der k. k. Staatsbahnen übrigens auch ohne Theorie so bekannt. daß jedes Wort überflüssig wäre. Tatsache ist, daß eine Lohnerhöhung nirgends als Rechtsanspruch, sondern als Gnadenakt aufgefaßt wird. (Schluß folgt.) Das Proüifionsinftitut für die prooiforifdien Bedienfte-ten der fluffig-Teplitzer eifenbahn. Am 2. Dezember 1909 wird sich der Tag zehnmal jähren, an welchem die provisorischen Bediensteten, das heißt die Arbeiterschaft der A. T. E. von ihrer Verwaltung ein Geschenk bekommen haben, ein Jubiläumsgeschenk, wie es die Verwaltung selbst benennt, das Provisionsinstitut für arbeitsunfähige Arbeiter, welches als Erinnerung an das 60jährige Regierungsjubiläum Seiner Majestät des Kaisers ins Leben gerufen wurde. Ein edles, vornehmes und nützliches Werk wurde da geschaffen — tönte es aus dem Blätterwald der bürgerlichen Presse — ein Werk, welches das Wohlwollen und das Verständnis der Verwaltung für die soziale Fürsorge für ihre altgedienten Arbeiter an den Tag legt und die Arbeiterschaft selbst war gerührt von der Güte der hohen Verwaltung und allüberall sang man das hohe Lied vom „guten Mann". War und ist dieses Lob berechtigt? Wir wollen glauben, daß es nicht unangebracht ist, wenn man ein wenig die Sonde der Kritik gebraucht und untersucht, inwiefern man der Verwaltung der A. T. E. Lob singen kann und ob es wirklich ein Wohlwollen für das Personal, eine Anerkennung seiner Leistungen, ob es wirklich ein Verständnis für soziale Fürsorge war oder eine kalte Berechnung, was sich besser auszahlt: die Gnaden-Provisionen aus den Betriebsmitteln ganz zu bezahlen oder die Arbeiterschaft an ihrer Altersversicherung mitzahlen zu lassen und dafür dieselbe um so mehr für ihre Interessen dien st bar zu machen? Wir fürchten fast, daß wir den Nimbus von dem Wohlwollen für die Arbeiterschaft grausam zerstören. Als im Jahre 1889 die Krankenkassen durch das Ge-etz vom 28. Dezember 1887, R.-G.-Bl. Nr. 1 ex 1888, re-ormiert wurden, hat man die alten Betriebskassen bei den Bahnen aufgelassen und die neuen eingeführt. Das in den alten Krankenkassen befindliche Vermögen wurde zu allen möglichen Zwecken verwendet, zu Unterstützungszwecken, wie bei der Oe. N. W. B. rc.; bei der A. T. E. hat man das Kapital, welches 105.000 fl. (210.000 Kr.) betrug, bei der Direktion hinterlegt. Endlich im Jahre 1898, als der Jubiläumsrummel in die Lande zog und als man den Intentionen des Monarchen gemäß allerhand Stiftungen für die Bediensteten, Arbeiter rc. ins Leben rief, da erinnerte sich auch die A. T. E., an deren Spitze die Oberpatrioten Wolfrum, Doktor Stradal, Rosche und andere mehr standen, ihrer patriotischen Pflicht und beschlossen, ein Provisionsinstitut für ihre altgedienten, abgerackerten und arbeitsunfähigen Bediensteten zu gründen. Als Gründungskapital diente das Vermögen der alten Krankenkasse, welches bisher in Verwaltung der Direktion stand, von dem man aber nie gehört hatte, daß dieses Vermögen auch verzinst wird, im Betrage von 210.000 Kr., die A. T. E. widmete dazu noch 260.000 Kr. (Das Plus von 50.000 Kr. waren vielleicht die Zinsen des Krankenkassenkapitals. Die Red.) und daS Institut wurde mit 1. Jänner 1900 aktiviert. Bis zu diesem Tage sorgte die Verwaltung der A.-T. E. um ihre alten Arbeiter in der Weise, daß man ihnen nach anerkannter Arbeitsunfähigkeit eine Gnadenpension von 44 bis 56 Kronen monatlich gewährte. Nachdem diese Tatsache bekannt ist, und wenn man sich vor Augen führt, daß ab 1900 sich die alten, arbeitsunfähigen Arbeiter, infolge der ungeheueren Ausbeutung, der die Bediensteten bei der A.-T. E. ausgesetzt sind, in einer rapiden Weise Hütte vermehren können, und daß daher von Jahr zu Jahr das Konto „Gnadenpensionen" größer werden und den Profit der A.-T. E. vielleicht bedeutend schmälern könnte, so sind wohl die Bedenken berechtigt, die unwillkürlich aufsteigen und das Wohlwollen der A.-T. E.-Verwaltung in ein ganz eigentümliches Licht stellen. Wenn wir auch das Provisionsstatut einer kurzen sachlichen Kritik unterziehen, so müssen wir denn doch schon hier konstatieren, daß unsere Mutmaßung mit Ziffern unterstützt werden kann. Der alte Arbeiter hat früher, wenn er länger als zehn Jahre bei der A.-T. E. diente, monatlich 44 bis 56 Kr. als Gnadenpension bekommen; heute bekommt er nach zehnjähriger Mitgliedschaft eine Provision von Kr. 3120, die sich allerdings jährlich um 12 Prozent steigert, bis sie nach Vollendung des 35. Dien st jahr es 60 Prozent des Lohnes erreicht. Eine weitere bedeutende Verschlechterung der Altersversorgung bildet, daß der Arbeiter die Beiträge nur für 26 Tage im Monat (310 Tage im Jahr) bezahlt und auch nur für 26 Tage (310 Tage) Provision bekommt. Somit würde ein Arbeiter mit einem Taglohn von 4 Kr. täglich nach zehn Jahren Anspruch auf eine Provision von rund 31 Kr., „ach 35 Jahren von 62 Kr. monatlich erwerben, d.h. um 0 Kronen monatlich mehr, als die bisherige Gnadenprovision ausgemacht hat. Gewiß hat die Verwaltung der A.-T. E. mit Zirkular vom 2. Dezember 1899, Z. 36511, versprochen, daß allen Bediensteten, welche bereits vor dem 2. Dezember 1898 in gesellschaftlichen Diensten standen, für den Fall des Eintrittes der Dienstuntauglichkeit v o r Erreichung des statutenmäßigen Anspruches eine Altersversorgung gesichert wird und der „Fond für Altersprovisionen und Gnadengaben" auch fernerhin seinen bisherigen Zwecken gewidmet bleibt und daß jene Arbeiter, die beim Eintritte ihrer Dienstunfähigkeit wenigstens zehn effektive Dienstjahre vollstreckt haben, mit Gnadenaben aus diesem Fonds beteilt werden. So heißt es in em Rundschreiben, in der Praxis schaut es aber anders aus, denn von der Aktivierung des Provisionsinstitutes bis anfangs 1907 hat bloß ein einziger Arbeiter eine Gnadenaabe von 10 Kr. monatlich erhalten. Nun und ab 1907 bis zum Heutigen Tage werden sich doch die Zustände kaum zugunsten der alten Arbeiter gebessert haben. Doch, pardon! Eine Kompensation ist den alten Arbeitern bei der Gründung des Fonds doch gegeben worden; laut § 7, Ziffer 3, Absatz 2, geltenden statutarischen Bestimmungen wird den im Dienste der A.-T. E. zum Zeitpunkte oer Aktivierung des Prooisionsinstitutes stehenden Arbeitern der v i e r t e T e i l ihrer gesamten D i e n st j a h r e zur Erreichung d er P r o v i si o n s« fähigkeit an gerechnet. Einem Arbeiter zum Beispiel, der zur Zeit der Aktivierung zwölf effektive Dienstjahre hatte, werden drei Jahre angerechnet. Wirhaben verschiedenartige Statuten der Pensions-und Provisionsinstitute der österreichischen Eisenbahnen gesehen, und wenn auch gar kein Statut den heute bestehenden Verhältnissen und den Wünschen des Personals entspricht, so muß dennoch gesagt werden, daß bei einigen Bahnen, hauptsächlich bei den k. k. österreichischen Staatsbahnen, ein Zustand auf dem Gebiete der Altersversorgung geschaffen worden ist, den man gewiß — aber bloß nur als Abschlagszahlung — akzeptieren kann; wir haben auch schlechte Statuten, rote beider St.-E.-G., miserable Statuten, wie bei dem „Verband der österreichischen Lokalbahnen", aber so miserabel, so demütigend, so brutal ist wohl kein Statut geraten wie das „Jubiläumsstatut des Pro vis io ns i n stituts für provisorische Bedienstete und Arbeiter der k. k. privilegierten Aussig-Teplitzer Eisenbahngesellschaft". Diese Leute, die sich deutsch nennen, die auf Versammlungen, bei öffentlichen Kundgebungen und in der feilen bürgerlichen Presse voll Liebe zum deutschen Volke triefen, diese Leute entblöden sich nicht, durch Schaffung eines sehr zweifelhaften Altersversorgungsinstituts die deutschen Arbeiter zu willenlosen Knechten zu degradieren, durch die Vorspiegelung einer — wie wir schon oben aufgezeigt haben — sehr problematischen Altersversorgung. Schon die Gründungssumme von lumpigen 260.000 Kr. zeigt das Maß von Wohlwollen dieser deutschen Protzen, die durch diese Bagatelle sm> einen Stock braver und tüchtiger Arbeiter erhalten wollen, die sich aber in gar keiner Beziehung rühren dürfen, weil ihnen sonst der Hinausschmitz und oamit der Verlust der Altersversorgung droht. Das Ausmaß der Provision ist, wie wir bereits oben erwähnten, sehr klein und dennoch müssen die Bediensteten hohe Beiträge leisten. § 4, Ziffer 1, bestimmt, daß der Bedienstete neben dem 4prozentigen Beitrag auch noch 50 Prozent des Jahresbetrages jeder Erhöhung des anrechenbaren Bezuges in 25 gleichen Monats-, beziehungsweise 50 gleichen Halbmonatsraten zu leisten hat, wofür den mit Gehalt angestellten Bediensteten der zuletzt bezogene Gehalt oder bei im Taglohn (Diurnum) stehenden Bediensteten der zuletzt bezogene Taglohn (Diurnum) oder aber im Stücklohn stehenden Arbeitern derjenige Taglohn angerechnet wird, welcher im Sinne des § 8 des der-maligen Statuts der Krankenkasse der A. T. E. B.die Grundlage für die Bemessung des Krankengeldes bildet. Die Gesellschaft leistet dieselben Beiträge wie die Bediensteten. Anspruch auf Provision erwerben Arbeiter (§ 7), die entweder zehn anrechenbare bei der A. T. E. B. tin Dienste zugebrachte Jahre zurückgelegt, die normierten Einzahlungen geleistet, ohne ihr Verschulden dauernd arbeitsunfähig geworden oder das 70. Lebensjahr zurückaelegt haben, tz 8 bestimmt Ausmaß der Provision (siehe oben). In diesem Paragraphen finden wir auch die Bestimmung, daß verunglückte "Bedienstete, die eine Rente beziehen, auf oie Provision verzichten müssen, wenn diese kleiner als der Rentenbetrag ist. Die Witwe erwirbt im Sinne des § 12 Anspruch auf den Bezug einer Witwenprovision von 20 Prozent des jeweilig anrechenbaren Bezuges des Mannes, beziehungsweise wenn der Mann zurzeit seines Todes bereits prooisioniert war, 20 Prozent des für den Provisionsbezug des Gatten als Basis angenommenen Betrages. Die Waisen erhalten bis zum vollendeten 16. Leben 3 jahr (8 16 und 17) als. Erziehungsbeltrag 5 Prozent des jeweilig anrechenbaren Bezuges des Vaters oder falls derselbe bereits provisioniert war, 5 Prozent des für den Provisionsbezug des Vaters als Grundlage angenommenen Betrages mit der Beschränkung, daß die Provision der Mutter und die Erziehungsbeiträge der Kinder zusammen 50 Prozent des letztbezogenen anrechenbaren Bezuges des Vaters nicht übersteigen dürfen. Die für verunglückte Bedienstete im § 8 bestehende Bestimmung über die Auszahlung der Provision und Rente gilt auch für die Witwen und Waisen. (§ 19.) . t Die strafweise Entlassenen (§ 21) verlieren jedwede Ansprüche auf das Provisionsinstitut und haben auf eine Rückerstattung der eingezahlten Beiträge keinen Anspruch; jene, die freiwillig austreten, nur dann, wenn sie mindestens zehn anrechenbare im Dienste der A.T. E. B. zugebrnchte Jahre aufweisen können. (§ 22.) Das Höchste, was sich die löbliche Verwaltung Der A. T. E. B. geleistet hat und was bei keiner Bahn in Oesterreich zu finden ist. ist im § 25 der Statuten zu finden. Ein Provisionsausschuß existiert überhaupt nicht, nur cin Veirat, welcher aus vier Beiräten besteht, von denen zwei dem Provisions-fonds angehören müssen, welche auf die Dauer eines Rechnungsjahres vom Ber-waltuugsrate ernannt werden! Diese Bestimmung ist wirklich stark und man muß sich nur darüber wundern, daß das Eisenbahnministe-rium solchen Statute» die Sanktion erteilen k o n n te. D i c B e d i e n st e t e n d ür f en nu r z a h l e II. hineinzureden haben sie gar nichts. Unter solchen Umständen wird man sich auch nicht wundern, wenn im selben Paragraphen lit. ä, Absatz 2, die Bestimmung enthalten ist, daß bei der Konstatierung der Dicnsttauglichkeit der Bahnarzt maßgebend ist. Ebenfalls ist unter solchen Umständen begreiflich, wenn sich der Verwaltungsrat das Recht selbstherrlich einräumt und in Streitfällen, beziehungsweise Beschwerden der Mitglieder selbst entscheidet (§ 26) und ein Rechtsweg ausgeschlossen erscheint. Das, meinen wir, ist eine direkte, an den Mitgliedern dieses Fonds ausgeübte Vergewaltigung. Die Bediensteten und glücklichen Mitglieder dieses Fonds haben in richtiger Erkenntnis der Schädigung, die sie durch solche Statuten erfahren, im Jahre 1905 durch eine — erst nach Ueberwinden vieler Schwierigkeiten empfangene — Deputation ein Memorandum überreicht, in welchem um Erfüllung einer Reihe von Wünschen petiert wurde. In diesem Memorandum wurde ersucht: 1. Eine statutenmäßige Verbesserung der Altersrente (volle Ein-rechuuug der provisorischen Jahre). 2, Eine Erhöhung der Altersrente. 3. Die Rückerstattung der Beiträge freiwillig Austretender. 4. Eine perzentuell steigende Witwenrente der derzeitigen 20prozentigen Rente je nach den zurückgelegten Dienstjabren des Mannes von 30 bis 50 Prozent. 5. Die Zahlung der Provision neben der Unfallsrente für im Dienste verunglückte Bedienstete und deren Witwen. Gewiß Wünsche, die bei dem geringsten Entgegenkommen sehr leicht und ohne den Provisionsfonds zu sehr zu belasten, hätten erfüllt werden können; aber die Großen der A.-T. E. wiesen diese Wünsche kurz ab und verschanzten sich hinter die »versicherungstechnischen Berechnungen". Dabei waren sie aber noch so brutal, einige Vertrauensmänner der Bediensteten, die die .Frechheit" hatten, in einer Versammlung die Statuten zu kritisieren und sich in die Deputation wählen zu lassen, zu maßregeln. Daß solch gewaltsames Ruhestiften die Zufriedenheit der Bediensteten nicht fördert, liegt auf der Hand, und die Bediensteten haben einfach zu dem Mittel gegriffen, zu dem jeder geknechtete Arbeiter greift: zur Organisation! Die Bewegung, die heute unter der Arbeiterschaft und unter einem großen Teil der Bediensteten herrscht, soweit sie nicht der gelben Organisation, das heißt dem von der A.-T. E. unterstützten .Reichsbund" angehören, wird die Verwaltung der A.-T. E. nicht mehr dämpfen können und wenn sie noch so sehr zu Gewaltmitteln greift; die Bewegung ist da, die Bediensteten und die Arbeiterschaft haben einsehen gelernt, daß sie von ihrer Verwaltung außer Hohn und Unterdrückung gar nichts erreichen kann und organisieren sich, um eben durch eigene Kraft das zu erreichen, was die A.-T. E. konsequent verweigert. Das Institut steht finanziell sehr gut und vorläufig kann von einer Passivität des Fonds — auch wenn die Wünsche der Bediensteten nach einer Verbesserung der Statuten erfüllt werden — gar keine Rede sein; der Blick auf die Jahresausweise lehrt es, und wenn die Verwaltung der A.-T. E. sich obendrein entschließt, das Vermögen des Provisivnsfonos produktiver anzulegen als in Wertpapieren, die alljährlich an Kursverlusten eine ziemlich bedeutende Summe verschlingen, dann kann eben sehr viel gemacht werden. Mit Gewaltmaßregeln aber oder mit der absichtlichen Negation der bescheidenen und erfüllbaren Wünsche läßt sich die Bewegung der Teilnehmer des Fonds nach Verbesserung der Altersversorgung nicht cm-dämmen, ganz im Gegenteil, die Wellen der Unzufriedenheit werden immer höher und höher gehen und können selbst den mächtigen Herren bei der A.-T. E. nicht nur Unannehmlichkeiten, sondern vielleicht auch ernste Gefahren bringen. Die A.-T. E. hat nun eine neue Verwaltung, der bedienstetenfeindliche Rosche ist den Weg alles Irdischen gegangen, für den neuen Leiter bietet sich daher ja die Möglichkeit, jene Bahnen zu betreten, die dazu führen, ein zufriedenes Personal zu erzeugen; möge er diese Bahnen wandeln, er wird sich überzeugen, daß das Personal die ihm erwiesenen Wohltaten voll zu würdigen weiß und dankbar ist. Aber auch das Personal soll aus der Haltung der Verwaltung erkennen lernen, daß „das Gute nur dann von oben" kommt, wenn das Personal einig, in sich geschlossen, stramm in der Organisation steht, welche ihm den Rückhalt bietet sowohl im Bestreben, seine Wünsche im gütlichen Wege durchzusetzen, als auch in der schweren Stunde des Kampfes, wenn derselbe unvermeidlich ist. ä. Die Eiienbahner gegen die neuen Steuern. In fünf ausgezeichnet besuchten freien Versammlungen protestierten Dienstag abends die Eisenbahner Wiens gegen die Verzögerung der Durchführung d e r f ch o n i m v o r i g e n H e r b st e g e in a ch t e n Zugeständnisse des Eisenbahnministeriums sowie gegen den neuen Finanzplan des Doktor B i l i n s k i, nach dem die Einführung neuer, das arbeitende Volk am stärksten belastender indirekten Steuern geplant wird. Es soll in einer Zeit der allgemeinen Lebensmittel- und Gebrauchsartikelteuerung die Vier-, Branntweinsteuer rc. erhöht werden, womit dann die schwer errungenen Verbesserungen der Lage der Eisenbahner nicht nur illusorisch, ja noch überholt werden würden. In allen fünf Versammlungen machte sich die herrschende Erbitterung durch aufgeregte Zwischenrufe bemerkbar; die Versammlungen verliefen teilweise sogar stürmisch. Es kam überall zum Ausdruck, daß sich die Eisenbahner und mit ihnen das ganze arbeitende Volk die wahnwitzige Teuerungspolitik nicht länger gefallen lassen werden. Dies spricht auch folgende, in allen Versammlungen einstimmig angenommene Resolution aus: Die versammelten Eisenbahner protestieren gegen den Plan der Regierung Bienerth, den Breiten Massen ceS arbeitenden Volkes, bereit Lebenshaltung durchMe industrielle Krise und durch das Steigen der Lebensmittelpreise und der Mjietzinse verschlechtert worden ist, neue schwere Lasten auuubitrben. Sie betrachten die Regierungsvorlagen, durch die die Branntweinsteuer um mehr als die Hälfte, die Biersteuer auf das Doppelte ihres bisherigen Betrages erhöht werden sollen, als einen Versuch, die Lasten des Staatshaushaltes in noch höherem Grade als bisher auf die arbeitenden Volksklassen abzuwälzen. Sie fordern daher das Mgeordnetenhaus auf, die Regierungsvorlage über die E r h ö.h u n g der Vier ft euer und der Branntweinsteuer a b z u^l e H n e n und das Defizit im Staatshaushalt durch erhöhte Besteuerung deö arbeitslosen Einkommens der Kapitalisten und Großgrundbesitzer zu beseitigen. Die versammelten Eisenbahner protestieren gegen die Million engeschenke an das Alkoholkapital, die die Regierungsvorlage über die Branntweinsteuer bent Parlament vorzuschlagen wagt. Sie fordern das Abgeordnetenhaus auf, daS wucherische KontinaentierungSfystem, durch welches der kartellierten Spiritusindustne jährlich m ehr als zwanzig Millionen Kronen geschenkt werben,p|unb die Bonifikationen für die agrarischen Branntweinbrenner abzuschaffen. Die Eisenbahner protestieren dagegen, daß sie neue Opfer für militärische Rüstungen zu Land und zur ®ee für den Wahnwitz derGroßmachtspolitik bringen sollen, die immer wieder Schrecken des Krieges herauf-beschwören muh. Sie lehnen cs aber auch ab. die Mittel für die Beseitigung des Defizits der LandeshauShalte zu liefern, s o lange die Arbeiter von der Verwaltung der Landeseinkünfte ausgeschlossen sind. Sie fordern daher das Abgeordnetenhaus auf, die Regierungsvorlage über die Sanierung der Landes-f i n o n 4 en abzulehnen, und erneuern ihre For- derungen nach dem allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrecht für die Landtage. Die Eifenbahnerschaft verwirft daher den volksfeindlichen Finanzplan der Regierung Bienerth, sie billigt die energische Opposition der sozialdemokratischen Abgeordneten gegen diese gemeinschädlichen Pläne und sie erinnert die bürgerlichen Parteien des Abgeordnetenhauses nachdrücklich daran, daß sie ihrVerhalten gegenüberder agrarisch-kapitalistischen Steuerpolitik vor den Wählern des allgemeinen und gleichen Stimmrechtes werden verantworten müssen. Die Eisenbahner verlangen die endliche Durchführung der Zugeständnisse auf den k. k. Staatsbahnen, die ohnehin so lange verschleppt wurde, da die Notlage der Eisenbahner in Anbetracht der fortschreitenden Teuerung groß ist und dringender Abhilfe bedarf. Es muß gegen diesen Vorgang angesichts der herrschenden Notlage aus das schärfste protestiert werden. Für die Bediensteten der Staatseisenbahnesel l f ch a f t und der O e st e r r e i ch i s ch e n ordwestbahn wurde noch folgender Zusatzantrag angenommen: In gleicher Weise verlangen die versammelten Bediensteten der Oesterreichischen Nordwestbahn und der Staats-cisenbahngcftllfchaft ihre Einreihung in das Schema der Staatsbahnen ehemöglichst, und zwar mit Rückwirkung auf den 1. Juli 1909. Sie erwarten weiter, daß ihnen die Verbesserungen, die den Bediensteten der Staatsbahnen gewährt wurden, ehestens entsprechend den gegebenen Zusicherüngen des Eisenbahnministeriums zuteil werden, und daß auch hinsichtlich der Arbeiter die gemachten Zugeständnisse ehestens in gleicher Weife zur Durchführung gelangen. Hier bringen wir kurz den Verlauf dieser Versammlungen: Neubau. Die Versammlung beim Wimberger war von zirka zweitausend Staatsbahnern besucht. Abgeordneter Genosse Skaret hat sein Fernbleiben entschuldigt. Abgeordneter Genosse Tomschi k besprach die geschichtliche Entwicklung des bekannten Zwanzigmillionenantrages des Abgeordneten Dr. Ellenbogen, insbesondere auch die Stellungnahme der Christlichsozialen und der nationalen Abgeordneten hiezu. Bekanntlich lehnten diese den Antrag ab, weil angeblich mit 20 Millionen allein den Eisenbahnern nicht geholfen werden könne; sie stimmten aber dann begeistert für den von klerikaler Seite gestellten demagogischen Antrag, die in Zukunft bei den Staatseisenbahnen erzielten Ueberschüsse zur Aufbesserung der Bezüge des Personals zu verwenden, denn sie itmßten ja schon im vorhinein, daß zufolge der schlecht«« bisherigen Eisenbahnpolitik, solche in absehbarer Zeit nicht zn erreichen find. Die Eisenbahner sollten also, wenn sie auf die Eisenbahnerfreundlichkeit dieser Herren angewiesen geblieben wären, leer ausgehen. Kein Wunder, daß darob ein Sturm der Entrüstung unter den Eisenbahnern ausbrach und sie in vielen massenhaft besuchten Versammlungen gegen diese Demagogie Stellung nahmen, was zur Folge halte, daß schließlich 18 Millionen für, wohlgemerkt, alle Staats- und Staatsbahnbediensteten ins Budget eingesetzt wurden. Mit 83 Millionen sollten jetzt auf einmal die Eisenbahner gerettet werden können, während früher 20 Millionen als zu wenig bezeichnet wurden. Dank der guten Organisation gelang es aber den Eisenbahnern, nach langwierigen Verhandlungen die ursprünglich für sie bewilligten 8 3 Millionen Kronen auf 11 Millionen hinaufzuschrauben. Und wie nun die Sache steht, werde das Finanzministerium wohl noch einige Millionen zur Verfügung stellen müssen. Der Referent kam dann auf die einzelnen Zugeständnisse vom Herbste vorigen Jahres zu sprechen. Einzelne hievon feien wohl schon durchgeführt,' aber die Art der Durchführung in einzelnen Bezirken ist eine grobe Provokation des Personals. Die meisten und wichtigsten Zugeständnisse harren aber noch immer der Durchführung. Diese Verzögerung der Durchführung wird angesichts der fortschreitenden Teuerung vom Personal schwer empfunden und die Zugeständnisse verlieren an Wert. So sei »och keine Arbeitsordnung geschaffen, die A r b e i t s z e i t für Oberbau-, Magazins- und Stationsarbeiter fei noch nicht geregelt, die Zulagen für Signalschlosser und Pumpenwärter feien noch a u s-ständig, die Zulagenfrage der Bahnmeister rc. befinde sich noch im Studium, für die zu beschassenben garantierten Minimalkohlenprämien des Lokomotivpersonals sowie bezüglich der Neubewertung der Naturalwohnungen und der Bewertung der Wächterhäuser werden noch Erhebungen gepflogen, die Normierung sei noch nicht erhöht, die Erholungsurlaube und dienstfreien Tage sowie die Fahr-, geüührencrtjöljung des Zugs- und Lokomotivpersonals feien noch nicht durchgeführt. Auch die Regulierung der Löhne, die Einführung einer Lohnautomatik fei noch ausständig. Tie neue Automatik ist am 7. d. der Zentralpersonalkommission zur Begutachtung vorgelegt worbe». Diese habe jedenfalls eine undankbare Arbeit zu leisten. Bemängelt sie einzelne Punkte des gewiß nicht rosigen Entwurfes, so werde sie von den Gegnern der Verzögerung geziehen; unterlasse sie Bemängelungen, bann find die Kommissionsmitglieder ebenfalls schlechte Kerle, denn sie hätten sie machen sollen. Der Redner bemerkt bann, daß er nur die Bereits' errungenen Zugeständnisse besprach, weil er der Meinung fei, daß zuerst das bereits Zugefagte durchgeführt werden müsse und dann erst wieder auf neue wichtige Forderungen eingegangen werden könne. Wie läppisch der Vorwurf der Gegner fei, die Gewerkschaft hätte die Eisenbahner auf vier Jahre verkauft, beweist, daß bereits daran gearbeitet wird, die Nachtdienstzulage für die Wächter zu erlangen, und daß nebst langsamem Fortfchreiten, falls eine sprunghafte Teuerung eintrete, auch wieder sprunghaft neue Forderungen gestellt werde». E i n neuer Raub auf die Taschen der arbeitenden Klassen ist im n e u e n F i n a n z p l a n B i l i n S I u Bienerth burch die Erhöhung der Bier- und Branntweinsteuer geplan. Die Eisenbahner und alle klasfenbewußten Arbeiu- werben am Platze fein, um mit allen Mitteln gegen dieses neue Attentat zu kämpfen. (Stürmischer, wiederholter Beifall belohnte die Ausführungen des Redners.) Hierauf kam Abgeordneter Genosse F o r st n e r zum Worte, der in ungemein wirksamer Weise kurz die momentane politische Situation streifte, bann den Bilinskifchen Finanzplan auf Grund reichen Zahlenmaterials einer scharfen Kritik unterzog und schließlich die gegenwärtigen Versuche der finnischen Agrarier auf Lahmlegung des Parlaments in «net Zeit, wo Volksnotwendigkeiten zu erledigen wären, gebührend brandmarkte. Seine Ausführungen wurden wiederholt durch stürmischen Beifall unterbrochen. Schließlich wurde die von Genossen T o m s ch i k beantragte Resolution einstimmig angenommen. Leopoldstadt. Zu der Versammlung hatten sich einige hundert Bedienstete der Norbbahn und Nordwestbahn eingesunden. Genosse Aböls Müller stellte in gediegener und sachlicher Weise den Stand der Durchführung der den Staatsbahnbediensleten vor acht Monaten gemachten Zngeständniffe dar. Er verwies dar« auf, baß durch bie Verzögerung der Verwirklichung der Zugeständnisse den Staatsbediensteten übermäßig schwere Geduldproben auferlegt werden, die um so unerträglicher seien, als gleichzeitig die Regierung durch neue Steuern die Lebenshaltung und durch die Sozialversicherung das Unfallversicherungsrecht der Eisenbahner zu verschlechtern trachtet. Genosse Müller erklärte unter lautem Beifall der Versammlung, daß die Regierung und die bürgerlichen Parteien eine große Verantwortung auf sich laben, inbem sie bas Seil, bas zu reißen droht, allzu straff anspannen. Nachdem er noch die Haltung der Ehristlich-fozialen und der Deutschnationalen in Eisenbahnfragen gebührend beleuchtet hatte, schloß er seine Ausführungen mit dem Appell an die Versammelten, den gewählten Vertrauensmännern für die Pcrfonalkommissionen und Arbeiterausschüsse der notwendige Rückhalt zu fein, damit biefen ihre Aufgabe, die Interessen bei Eisenbahnbediensteten zu fördern, gelingen möge. Nachdem sich der Beifallssturm, der den Ausführungen des Genossen Müller folgte, gelegt hatte, nahm ReichsratSabgeorbneter Dr. Ellenbogen bas Wort, um die Steuerpläne der Regierung zu besprechen. Er führte aus, daß der Finanzminister heuchlerisch bemüht sei, zwischen den RegierungSsteuerforderungen und ben Verbesserungen der Bezüge der Bahnbediensteten, wenigstens teilweise, einen Zusammenhang herzustellen. An der Hand eines reichen Zahlenmaterials wies Genoffe Ellenbogen nach, daß nicht die mit den steigenden Einnahmen der Staatsbetriebe Schritt haltenden Verbesserungen der Bezüge der Staatsangestellten schuld an den ungeheuren Mehrsordcrungen der Regierung seien. Die Mehr-fordenmgeit werden von dem 30 Millionen Kronen Betragenden Anteil Oesterreichs an den Kosten des bosnischen Abenteuers und an den Kosten von 55 Millionen Kronen für die Anerkennung der Annexion in erster Reihe hervorgerufen. Dazu kommt, daß sich Oesterreich durch fein Bündnis mit dem mit England streitenden Deutschland zum Bau von Kriegsschiffen neuer Typen genötigt sieht, die wohl 200 bis 300 Millionen Kronen verschlingen dürften, die aber veraltet und von neuen Typen überholt fein werden, che deren Bau vollendet ist. Genoffe Ellenbogen besprach eingehenb das aus der Zeit des Kurienparlaments übernommene System, bie Kosten der Erhaltung des Staates lediglich auf die Schultern der Besitzlosen zu wälzen, und den neuerlichen Versuch der Regierung, abermals ausschließlich auf Kosten ber Lebenshaltung der arbeitenben Bevölkerung ben Staatshaushalt im Gleichgewicht zu erhalten. Die Ausführungen des Genoffen Ellenbogen würben von den Anwesenden, die diesen gespannt gefolgt waren, mit starkem Beifall ausgenommen. Nachdem die Resolution einstimmig angenommen wurde, schloß Genosse Schwab nach der Aufforderung an die Anwesenden, unausgesetzt an dem Ausbau ber Organisation tätig zu fein, die Versammlung. Favoriten. Hier sprach Abgeordneter Genosse Rudolf Müller in ebenso schwungvoller wie fachlicher Weise; er erntete für seine gediegenen Ausführungen, die inhaltlich ähnlich waren denen der anberen Referenten, stürmischen Beifall. Floridsdorf. Im großen Saale beS Floridsborfer ArbciterheimS drängte sich Kopf an Kopf, als Genoffe Tautfin die Versammlung «öffnete. Genosse Duschet beschäftigte sich in eingehender Weise mit den Zugeständniffen, die im vorigen Jahre vom Eisenbahnministerium ben Bediensteten gemacht wurden, sowie mit deren Durchführung; er besprach die geplante Erhöhung der Steuern, der Tarife und deS Fahrkartenpreises. Genosse Seitz, stürmisch begrüßt, beschäftigte sich in seinen Ausführungen nicht nur mit ben geplanten Steuererhöhungen, er unterzog auch das Steuersystem einer scharfen Kritik. Beide Redner ernteten für ihre Ausführungen stürmischen Beifall. Die vom Genossen Duschek vorgeschlagene Resolution wurde sodann einstimmig angenommen vnd die Versammlung von Genossen Tautsin um 10 Uhr Abends geschlossen. Stadla». Die Versammlung in Stablau fand unter dem Vorsitz des Genossen Bachowsky statt. Sie war von Bediensteten unb Arbeitern ber StaatLeifenbahngesellschaft gut besucht. DaL Referat erstattete Genoffe S o m i t s ch. Lebhafte Entrüstungs-rufe lösten sich aus ber Versammlung, als der Redner an ber Hand eines reichen Zahlenmaterials nachwies, wie lax die ' Regierung und die bürgerlichen Parteien im Parlament sind, wenn es heißt, Volksnotwendigkeiten durchzuführen, wie schnell sie aber bei der Hand sind, wenn e8 gilt, bie Interessen der Kapitalisten auf Kosten der arbeitenden Klassen zu fördern. Die Resolution gelangte unter lebhafter Zustimmung zur einstimmigen Annahme. Von den Telegraphen- und Zentralroeidienrneiitern der Südbahn. Protokoll bet am 13. Juni 1909 in Graz (Annen-Säle'i ftattgefunbenen Besprechung der Telegraphen- und Zentralweichenmeister der Südbahn. Anwesend waren 13 Telegraphen- unb 6 Zentralweichen-meister. Den Vorsitz führte Telegraphenmeister Karl W e f e l y, als Schriftführer fungierte Zentralweichenmeister Karl Krohmann. Tagesordnung: 1. Berichte. 2. Regelung des Reisepauschaler. 3. Stellungnahme wegen Beitrittes zum Bahnmeisterverein. 4. Anträge und Anfragen. Punkt 1. Bericht beS PerfonalkommifsionsmitgliedeL Zentralweichenmeisters Herrn Herzog über bie Lage ber Telegraphen- unb Zentralweichenmeister unb Beantragt den innigen Zusammenschluß der technischen Kategorien. Wurde mit Beifall zur Kenntnis genommen. Telegraphenmeister Herr Sthront Berichtet weiter über die Tätigkeit der am 8., 9. und 11. Juni tagenben Personal» kommissionsfitzungcn, in welchen Herr Bahnmeister Braz bie Härten ber genannten Kategorien zur Verhanblung brachte, und würbe über folgende Punkte verhandelt: Punkt 1. Zweijährige Vorrückungsfristen bis zur Erreichung des Höchstgehaltes für sämtliche Unter! «amte, die aus dem Dienerstand hervorgegangen sind (analog den k. k. Staatsbahnen), ebenso auch alle vor bem Jahre 1895 ernannten Unterbeamten, unb wurde von der Direktion zur Kennt» nie genommen. Punkt 2. Jene Unterbeamten, welche bei der Ueber-lettung 1. Oktober 1907 von 1440 Kr. auf 1600 Kr., beziehungsweise opn 1680 Kr. auf 1800 Kr. überleitet würben, sollen in die nächste Gehaltsstufe vorrücken. Ferner sollen die Gutjahre aus der Dienerkategorie fo eingebracht werden, daß nur einjährige Wartefristen bleiben. Wurde zur Kenntnis genommen. Punkt S. Jene Telegraphen«, Bahn» und Zentralweichen-auffeher, welche in ber Ueberleituug 1907 von 960 Kr. auf 1100 Kronen überleitet würben, sollen in bie nächste Gehaltsstufe vorrücken, wurdedurch geführt. Um aber eine Benachteiligung biefer Kollegen hintanzuhalten, würbe beantragt, benftlfien ein autzertourlicheS Avancement zu gewähren. Wurde zur Kenntnis genommen. Punkt 4. Jene Telegraphen-, Bahn« und Zentralweichen-meiftcr, welche aus irgend einem Grunde beim Kanzleibienste verroeitbet werben, also keine Strecke mehr haben, sollen ihr Pauschale sortbeziehen und auch in ihrem Avancement nicht geschädigt werden. Zur Kenntnis genommen. Punkt 5. Siachzahlnng deö Streckeiwauschales der Bahnmeister für die Monate November und Dezember 1908 (laut Eifenbahnminifterialerlaß Nr. 54.514 vom 10. November 1908). Für Telegraphen- und Zentralweichenmeister wird daS erhöhte Reisepauschale von 80 Kr. mit dem gleichen Datum verlangt. Zur Kenntnis genommen. Punkt 6. Für Bahn- und Zentralweichenmeister wird die Gewährung von zwei dienstfreien Sonntagen analog Staatsbahnen verlangt. Zur Kenntnis genommen. Punkt?. Eine Neunormierung der Urlaube wurde urgiert. Punkt 8. Erhöhung bei Taglohnes der Telegraphen-, Bahn- und Zentralweichenmeisteraspiranten von Kr. 2 80 auf Kr. 3'60 analog Staatsbahnen für Bahn- und Zentralweichen-meisteraspiranten, sofortige Beistellung einer Uniform und außerdem ein monatliches Zehrgeld von 30 Kr. analog Telegraphen-meisteraspiranten. Zur Kenntnis genommen. Punkt 9. Die zweite Wagenklasse ist auch für die Pensionisten, die aktiv 1600 Kr. Gehalt bezogen haben, zu gewähren. Bewilligt. Punkt 10. Gewährung von Lebensmittelsreischeinen und Regiesrachtbriesen analog Staatsbahnen. Wurde bewilligt. Punkt 11. Einführung einer Bauzulage bei Neu» Montierungen oder Rekonstruktionen und Abschaffung der Remunerationen. Zur Kenntnis g e n o m m e». Punkt 12. Zentralweichenmeister sollen Blockschlosser zugeteilt erhalten. Zur Kenntnis g e n o m m e n. Punkt 13. Einführung einer Sommerunisorm von der Südbahn. Bewilligt, liegt 8111 beim Minist eriu in. Punkt 14. Anteilnahme an der Geschäftsführung des Lebensmittclmagazins. Dieser Bericht wurde von den Anwesenden zur Kenntnis genommen. Bericht des Zentralweichenmeisters Herrn K r o h m a n n. Selber gibt bekannt, datz er Herrn Bahnmeister B r a z schriftlich ersuchte, im Namen sämtlicher Telegraphen- und Zentralweichen-ineister die Vertretung ihrer Interessen bei den Sitzungen der Perionalkommission zu übernehmen und dort intensiv zu vertreten, was auch Herr Braz zusagte, und beantragte Herr Krohmann, die versammelten Telegraphen- und Zentralweichen-meistcr mögen Herrn Braz ihre Anerkennung und Dank aus-sprechen. Wurde einstimmig o itg c n o m m c n. Bericht der Kollegen Schrom und Herzog über die geplanten Schädigungen im Sozialversicherüngsgesetz und gleichzeitige Aufforderung sämtlicher Kollegen, die von der Gewerkschaft ausliegenden Protestbogen zu fertige». Punkt 2 der Tagesordnung, lieber diesen Punkt entwickelte sich eine lebhafte Debatte, an der sich die Kollegen Schrom, .Harsantj, Cha!lupecky, Herzog, Krohmann und Tomas beteiligten. Kollege Schrom stellte den Slntrag, es wäre Bei den heutigen Verhältnissen zwecklos, eine Deputation zur General--direktion zu entsenden, da ja bereits einer solchen Deputation zugesagt wurde, sobald die Erhöhungen der Reisepauschale bei den Staatsbahnen durchgeführt werden, auch selbe die Südbahn gewährt, so ist der Druck nur aus das Ministerium anszuüben und jeder weitere Schritt bei der Generäldirektion verloren. Es wurde noch die Wahl von Delegierten vorgenommen und die Herren Schrom, Tipka und Herzog gewählt. Punkt 3 der Tagesordnung. Nach lebhafter Debatte wurde einstimmig beschlossen, jedem den Beitritt zum Bahnmeisierverein sreizustellen. P u n l t 4 d e r T a g e s o r d n u n g. Kollege Herr Zentral-weichenmeister Krohmann beantragt, es mögen alle der Gewerkschaft noch fern stehenden Kollegen Telegraphen-, Bahn-nnd Zentralweichenmeister beitreten, da nur durch den innigen Zusammenschluß in der Gewerkschaft Verbesserungen unserer tristen tibge erreicht werden könne». Kollege Harsany stellte den Antrag, einen Dispositionsfonds sur Telegraphen- und Zentralweichenmeister auszustelleu, um diverse Auslagen zu decken, und wurde der Betrag von 2 Kr. jährlich ab 1. Juli 1905) festgesetzt und Herr Tipka zum Kassier gewählt. Wurde angenommen. Kollege Raming, Zentralweichenmeisterstellvertreter, gibt bekannt, daß seine Kategorie Substitutiousgebühren von Kr. 2 80 analog Diener verrechnet, und ersucht Kollegen Herrn Herzog, bei der Baudirektion dahinzuwirken, die Substitutionsgebühren eines Unter-Beamten zu gewähren. Es wurde noch nachfolgende Resolution versaßt: „Resolution: Die heute am 18. Juni 190 9 versa in m e l t c« Kollegen Telegraphen- und Zentralweichen-meister der Südbahn erklären sich mit den Kollegen Signalmeistern des Prager DirektivnS-l> e z i r k e s s o l i d a r i s ly und b e g r ü h e n s r e n d i g st den Anschluß an die Gewerkschaft und fordern die Kollegen Signalmeister auf, energisch von dem k. k. EiscnbahnMinisterium die Du rchsühritng der Erhöhung des Reisepauschales ans 80Kr. zu fordern, die laut den Verhandlungen im Oktober 19 08 z u gesagt wurde n." Die nächste Konferenz wird in Marburg abgehaltcn. Schluß der Versammlung 7 Uhr abends. Der Vorsitzende: Der Schriftführer: Karl Wessely Karl K r o h m a it n Telegraphenmeister. Zentralweichenmeister. Von der Südbahn. Bericht über die Personalkommissionsverhand-lttngen am 8. und 9. Juni 1909. Gruppe der Zitgsbegleiter. Genosse Oberkondukteur Robert Scherbaum bespricht die allgemeine Gchaltsregulierung vom 1. Oktober 1907 nno betont, daß speziell seine Kategorie, die er nunmehr als gewähltes Personalkommissionsmitglied zu vertreten berufen fei, am schlcch-. testen von allen abgeschnitten Habe. Die Oberlondukteure und Zugsrevisorengruppe habe nicht diejenige Berücksichtigung gefunden, die denselben vermöge ihrer Leistungen gebührt hätte. Sechzig Jahre lang gehörten die Oberkondukteure, Lokomotivführer, Bahnmeister k. zusammen in eine Gruppe und der Anfangs- und Endgehalt war wenigstens am Papier der gleiche, wenn von meiner Kategorie die höchste Summe oeL Endgehalts auch von niemand erreicht werden konnte. Erst in jüngster Zeit und hauptsächlich erst bei der allgemeinen Regulierung int Jahre 1907 hat man uns ans unserer gebührenden Stellung hinausgewvrsen und ein eigenes Kastl für unö geschaffen und die übrigen Unterbeamtcngruppen zum e chluß angereiht.. Wenn wir fragen, zu Welchem Zweck dies so gemacht wurde, so braucht man nur das Gehalts- und Borrückungüschema anzufchen, um die Antwort sofort klar und deutlich vor Augen zu haben, und zwar deshalb, weil die Anfangs- und Endgehälter zu de» niedersten und die Vorrückutigsteumne zu den schlechtesten gehören, deshalb mußte speziell für die Oberkonduktcure ein eigenes Kastl gemacht werden, denn sonst hätte man ja dieselben zu einer anderen Kategorie einreihen können. Für das, weil die Zugsbegleiter mit dem kleinen Anfangsgehalt aufangett und 16, iS bis 20 Jahre brauchen, um Oberkondukteure zu werden, müssen dieselben dann noch länger warten von einet Gehaltsstufe zur anderen. Wenn dies nicht eine himmelschreiende Ungerechtigkeit ist, die uns da angetan wurde, dann gibt es keine mehr aus Erden. Für das, weil ivir die größten physischen Leistungen vollbringen, körperliche Strapazen hoben, der Sonne, Wind und Wetter ausgesept sind, 20 Nächte im Monat Dienst machen, hat mait uns derart belohnt, daß wir gegen alle übrigen Untere beamtengt uppec im Nachteil sind. In der Ausübung des Dienstes ist der Zugssührer und Oberkondukteur eine sehr wichtige Person, seine Pflichten sind zahllos, die ihnen in einer ganzen Reihe von Instruktionen auferlegt werden. Aus der Strecke ist er allein mit den Kondukteuren für den Zug verantwortlich und hat sich um die Sicherheit der Reisenden und des Gutes zu kümmern. Gegen keine Kategorie werden so viele Anklagen erhoben, als gegen die Zugsbegleiter, ein Beweis, daß der Kreis ihrer Dienstpflichten ein sehr großer ist. Nur bei der Anstellung, im Avancement sowie bei der Erreichung des Endgehalts, da sind die Zugsbegleiter minderwertig. im übrigen ledoch bei Eisenbahnunsällen vor Gericht rc., da sind sie Hauptpersonen. ES ist mir unbegreiflich, wie die löbliche Verkehrsdirektion eine solche stiefmütterliche Behandlung ihrer wichtigsten Diensteskategorie zulassen konnte, welches den Anschein erweckt, als ob die Zugsbegleiter das unintelligenteste Personal wäre, welches eben nicht mehr verdient hätte, als man denselben gegeben hat. Die allgemeine Bildung des Zugbegleitungspersonals ist derjenigen der übrigen Kategorien mindestens ebenbürtig und was die Fachkenntnisse anbelangt, so haben die meisten Zugsbegleiter genau so ein Handwerk erlernt wie die übrigen, nur können sie dasselbe tn ihrem Stande nicht ausüben, weil eben ihr Dienst ein anderer ist. Sollte die löbliche Direktion das Bedürfnis empfinden, das geistige Niveau des Zugsbeglciterstandes zu heben und bei der Ausnahme des Nachwuchses sstrengere Anforderungen stellen, so haben ivir durchaus nichts dagegen, werden es vielmehr nur im Interesse des Dienstes und des Standes freudig begrüßen. Was die erhöhte» Leistungen durch die Fortschritte der Technik «»belangt, so erlaube ich mir zu bemerken, daß durch die größeren und leistungsfähigeren Maschinen auch die Leistungen der Zugsbegleiter und' insbesondere der Zugsführer gestiegen find. Die Belastungen der Züge wurden bei den normalen Lokomotiven um 300 bis 400 Tonnen erhöht und die Fahrzeiten um die Hälfte gekürzt, daß dadurch die Arbeitsleistung und deren Intensität sich bedeutend gesteigert hat, bedarf wohl keines Beweises. In demselben Maße wie jedoch die Arbeitsleistung durch die erhöhte Belastung gestiegen ist, sind die Fahrgebühren durch die schnellere Fahrt gesunken. In diesen Stationen, ivo der Oberkondukteur früher 80 bis 100 Kr. au Fahrgebühren verdient hat, erreicht er heute nicht einmal mehr 60 Kr. Dasselbe ist es bei den Kondukteuren, die ja auch dementsprechend gegenwärtig bedeutend weniger verdienen als früher. Ja wir haben Stationen, wo der ganze Fahrgebühren-verdienst im Monat für den Kondukteur kaum 40 Kr. erreicht. Ein Teil der Fahrgebühren wurde früher zur Ausbesserung des Haushaltuugsbudgets verwendet, heute reicht dieser Verdienst kaum mehr hin, um das Notdürftigste aus der Strecke zu bestreiten. Da ergibt sich die logische Folge, daß die Regelung der Fahrgebühren eine nnabweisliche Notwendigkeit darstellt. Diese geringen Fahrgebühren sucht matt jedoch dem Fahrpersonal noch durch allerhand Bestimmungen und Erlässe zu ichmälem. So ist vom Betriebsinspektorat in Innsbruck ein Erlaß herausgegeben morden, welcher bestimmt, daß diejenigen Zugsbegleiter wegen der höheren Bremsprozente bei den geschobenen Zügen bei der Talfahrt während der Bergfahrt ohne Dienst muzusahren haben und erst bei der Talfahrt im Dienst verwendet werden dürfen. Dem Zugssührer erwächst dadurch nt ihr Arbeit, weil er diese Leute zweimal int Stundenpaß ausweifen muß und zwar in der Bergfahrt ohne Dienst, in der Talstrecke im Dienst, wodurch die Gesellschaft bei jedem solchen Mann kaum 20 H. erspart. Diese Praxis hat das Betriebsinspektorat Wien dermalen nur bei den Schnell- und Personenzügen bestimmt, >oo bei einem solchen über den Berg mitfahrenden Zugsbegleiter die Gesellschaft 10 H. erspart, weil er die Hälste der Strecke ohne Dienst mitfahren "muß. Eine derartige knauserige Bestimmung ist eines solchen Millioneninstituts, wie die Südbahn ist, unwürdig und nach der Tabelle 18 des Anhanges zur Fahrordmtitg ganz unberechtigt, denn dort heißt cs, das; daL bei de» Zügen erforderliche Bremsgewicht sowie die notwendige Bremserzahl von der Aus-gangs- beziehungsweise Disposilionsstation bis zur nächsten Dispositioitsstatio» beziehungsweise Endstation beizitgebcn sind. Dabei steht nicht, daß er streckenweise im und streckenweise ohne Dienst zu fahren hat. GS wird daher das Ersuchen an den Herrn Vertreter der Verkehrsdirektion gerichtet, zu trachten, das; die erwähnten, das Personal noch um die paar Heller Fahrgebühren bringenden Bestimmungen so bald aU möglich abgefchafft werden, weil selbe viel zu kleinlich sind. Der Mann, welcher dienstbereit am Bahnhof zu fein hat, soll von der Ausgangs- bis zur Bestimmungsstation int Dienste mitgeführt werden. Die Fahrgebühren werden ohnehin mit der Erstellung einer jeden neuen Fahrordnung weniger, darum soll man den armen Bediensteten nicht ans jolche Art ttitd Weise die paar Heller auch noch wegitehmett. Schutt vor ein paar Jahren hat es die löbliche Verwaltung für notwendig erachtet, die Anits-diencr in der Zentrale mit einer Sommeruniform zu Meilen; für uns wo wir den Sonnenstrahlen direkt ausgesetzt sind und wo die Sonne ans das Blechdach des Dienstivagens brennt, hat mau diese Einsicht und Erkenntnis noch nicht gewonnen. Auch wir bitten um die Beteilüng mit einer Sommeruniform, weil unsere gegenwärtige nur für den Winter berechnet ist. In allen jenen Stationen, ivo der Frachtenverkehr vom Personenverkehr getrennt ist, loiid das FrachtenzugSpersvnal an Sonn- nnd Feiertagen bei stärkerem Lerkehr aushilfsweise zum PctjonenöieWl verwendet. Das Personal hat die Verpflicht,mg, rein und nett adjustiert im Dienste zu erscheinst!. Dies ist jedoch ein Ding der Unmöglichkeit, weil tut jeder nur eine Uniform erhält, die er eben auch zum Lastzug anzicljett muß und die bei der größten Schonung und Achtsamkeit nicht rein erhalten werden kamt, weshalb cs sich empfiehlt, die neuausgenommeneit Kondukteure das erstemal mit zwei Uniformen j zu beteilen, damit sich eilt jeder eine davon rein erhalten kann. Auch die Beteilüng der Frachtenzugskondukteure mit überzogenen Pelzen ist ein längst gehegter, berechtigter und gerechter Wunsch des Personals. Das Ansehen der Verwaltung wird gewiß nicht gehoben, wenn ein Zugsbegleiter in seiner schmierigen Ltlstzugsunifonn oder mit dein nackten Pelze bekleidet als Repräsentant der t^efell-schaft beim Personenzug oder Schnellzug erscheint. Auch die Bremser sind, wenn selbe aushilfsweise zum Personenzug verwendet werden, mit reinen Dienstkleidem zu bcteilcn. Sitte Umgestaltung der alte» Dienstwagen vulgo Marter-kästen ist dringend notwendig. Dieselben entsprechen den heutigen Ansorderunge absolut nicht mehr, sind viel zu klein und niedrig. Der Manipulationsraunt ist ungenügend für den Zugssührer und der Packmeister muß mit feinen Verrechnungsdokumenten zum Hundekotter gehen und dort während der ganzen Fahrt von der Ausgangs- bis zur Endstation stehen, weil eine jede Sitzgelegenheit mangelt. Wenn man schon keilten gepolsterten Sessel dermalen hat, so soll man wenigsten« einen hölzernen hineinstellen, damit sich der Zugsführer oder Packuteister in einer kleinen Paufe ein paar Minuten tttedetfetzen können. Im Sommer kann man darinnen braten und int Winter erfrieren. Für genügend Luft- und Lichtzufuhr, Beleuchtung und Beheizung im Winter wäre vorzttforgen. Die Anbringung eines Klappsitzes sowie das Einschneiden der zerbrochenen Fensterscheiben eines Dienstwagens tverden gewiß keinen unüberwindlichen Schwierigkeiten begegne». Auch ist Vorsorge zu treffen, daß ein jeder Zug einen Dienstwagen erhält und nicht, daß dem Zugsführer ein Kastenwagen als Dienstwagen beigestellt wird. Die gebrochenen Fensterscheiben sind in den Einfchneide-stationen sofort zu ersetzen und nicht zu dulden, daß Wagen mit solchen Gebrechen monatelang mit einem Gebrechenzettel Herumrollen. Den unzulänglichen Unterkunftsräumen ist daS Augenmerk zuzuwenden und durch Adaptierungen und Neubauten so viele Zimmer zu schaffen, damit jede im Dienste verwendete Partie nach ihrer Ankunft ein gelüftetes und gereinigtes Zimmer zur Benützung hat. DaS zwei- oder gar dreimalige Belegen der Betten inner-halb 24 Stunden ist aus sanitären Gründen strenge zu vermeiden. In jeder Kaserne ist ein Wasch- und Kochraum herzustellen, damit das Personale nicht gezwungen ist, in den teuren Bahnhofrestaurationen ihr sauer verdientes Geld sowohl für quantitativ als qualitativ minderwertiges Essen auszugeben. Die Speisen- und Geträitketarise der Bahnhofrestaurationen sind zu revidieren und für das Personale neu zu erstellen. Die Kost lvird immer teurer, weniger und schlechter. Ja, in manchen Restaurationen huldigt man der Anschauung, daß für das Eisen-bahnpersonale alles gut genug ist. Die Kontrollorgane sollen ihre Meinung nicht von dem abhängig machen, wie sie selber in der Restauration bedient werden, sondern von dem, tuas man den armen Bediensteten vorsetzt. Tie Bequartierung in Gasthöfen und Hotels soll tunlichst vermieden werden. Eine Vermehrung von Untcrfunstsräutncit ist in Wiener-Neustadt, Gloggnitz und Mürzzuschlag notwendig. In Leudersdorf ist ein Untcrtuustsraum neu zu schaffen, weil ein solcher bis jetzt überhaupt nicht vorhanden ist. Die Bequarlierungsräume in Triest sind an einen anderen, geeigneten Crt zu verlegen, wo das Personale von dem Straßen-lärm verschont bleibt und wo die Zimmerdecke nicht gleichzeitig das Blechdach bildet, wo ntatt im Sommer überhaupt keine Ruhe und Erholung finden kann, sondern förmlich bei lebendigem Leibe gebraten wird. Der Anfangs- und Endgehalt soll nicht kleiner seilt, als der der übrigen Kategorien; um denselben zu erreichen, sollen die Wartefristeu von 1200 Kr. aufwärts überhaupt nur zwei Jahre betragen. Bis zur endgültigen Regelung dieses berechtigten Verlangens soll matt den Zugsbegleitern ihre Gutjahre rascher ein-bvingcit lassen und zwar zivei auf einmal ctntechucn, weil sonst die älteren Kollegen von dieser Bestimmung überhaupt keinen Nutzen mehr haben. DieWünsche der Zugsrevisoren werden in einem speziellen Memorandum in Vorlage gebracht, weil matt auch diese Kategorie bei der allgemeinen Regulierung nicht beachtete. Auch Kollege Koop hat eine ganze Reihe von Wünschen seiner Wähler bei den Verhandlungen vorgebracht und um Berücksichtigung ersucht. Cb unsere gutgemeinten, im Interesse der Gesellschaft und des Personales gelegenen Anregungen auf fruchtbaren Boden gefallen find und ob man auch uns gegenüber ein Entgegenkommen betätigen wird, wird erst die Zukunft lehren. (Schluß folgt.) ______ Inland. Schreckliche Ziffer». Das Wachstum der Ausgaben im österreichischen Staatsbudget iu den letzten Jahren veranschaulichen folgende Zahlen: Während nach den Zentral-rechnungsabschlüssen von 1900 bis 1000 die Ausgaben jährlich um ungefähr 28 Millionen gestiegen sind, stiegen sie im Jahre 1907 um 192 Millionen. Während nach den Präliminarien von 1900 bis 1906 die Ausgaben sich im Jahresdurchschnitt um 38 Millionen steigern, springen sie im Jahre 1906/07 um 262 Millionen, int Jahre 1907,08 um 79 Millionen und im heurigen Jahre mit >48 Millionen in die Höhe. In diesen drei Jahren beträgt daher die Steigerung ungefähr das Vierfache dessen, ivas sie im Jahresdurchschnitt von 1900 bis 1906 betragen hat. Außerdem aber ivurde im Jahre 1907 das Präliminare um 186 Millionen überschritten. Mit Recht hat der Abgeordnete Nrban in der Expansion der Ausgaben den Beiveis gesehen, daß die Lebensführung des Staates überhaupt auf einen -yt großen Fuß gestellt ist. Seit dem Jahre 1900 hat sich die österreichische Staatsschuld mn ungefähr ciitc Milliarde vermehrt; sie hat jetzt bat Betrag von rund 10 Milliarden erreicht. Im nächsten Jahrfünft werden aber weitere Beträge die Staatsschuld belasten. Zunächst die Anleihe, die zur Deckung der Kosten für die Einverleibung mit Bosnien im Betrage von 300 Millionen ausgenommen werden muß. Dazu kommen ferner die maritimen Auslagen für die neuen Schlachtschiffe im Betrage von 150 Millionen. Tie dritte Post sind die Eisen-bahninvestitionen. Ter frühere Eisenbahnminister hat ein Programm vorgelegt, worin er 600 Millionen beansprucht und nach Abrechnung der int heurigen Budgetjahre gemachten Investitionen verbleiben noch ettua 350 Millionen. Dazu kommen die Kosten für die Kanäle, die 100 Millionen veranschlagt wurden; für das Bauersordernis im nächsten Jahrfünft kann man wohl mit 300 Millionen cuv stellen. Wenn man ferner die bereits bewilligten Kredit« von 225 Millionen dazu rechnet, die für unterschiedliche Investitionen gebraucht und für welche jüngst Schatzscheine ausgegeben wurden, so kommt inan zu einem Betrag von 13 2 5 Millione n, um welche sich die österreichische Staatsschuld im nächsten Jahrfünft vermehren wird. Schlimmer noch als diese Lasten ist das Ergebnis, das sich aus der Betrachtung der lausenden Gebarung ergibt; cs wird aus zweihundert siebzig bis dreihundert Millionen geschätzt, so daß der Bilinskische Steuerplan, der etwa zweihtindenfechzig Millionen Kronen neue Einnahmen verfielst, lange nicht ausreichen würde, da doch ein erklecklicher Teil für die verkrachten Landesfinanzen benötigt wird. Taß also auf der österreichischen Finanzwinfchaft ein schwerer Nebel von Sorgen lastet, vor der der Glanz der Großmacht in nichts zerstiebt, ergibt sich ans diesen erschrecklichen Ziffern von selbst. Das neue Lokalbahngesctz. Im Abgcordncteiihause wurde dieser Tage der angekündigte Gesetzentwurf betreffend die Sicherstellung mehrerer Bahnen niederer Ordnung emgebmcht. Durch die Regierungsvorlage wird die Ermächtigung angestrebt, die Ausführung von 3 3 Bahnlinien mit einer Gesamtlänge von rund 720 Kilometern und einem Anlagekapital in dem veranschlagten Betrage von rund 145,700.000 Kr. unter entsprechender finanzieller Beteiligung der in Betracht kommenden Königreiche und Länder sowie der Lokalinteressenten sicherznstellcn. Die Gruppe von Bahnlinien, für welche die Gewährung einer staatlichen Reinertragsgarantie in Aussicht genommen wird, umfaßt 15 Linien mit einer Länge von 332 Kilometern und einem Anlagekapital von53,350.000 Kr., wovon 41,361,000 Kr. im Wege der Gewährung der staatlichen Reinertragsgarantie beschafft werden sollen, während das restliche Kapitalserfordernis durch die beteiligten Königreiche und Länder und die Lokalinteressenten gegen Uebernahme von Stammaktien aufzu-Lringen sein wird. Für weitere elf Linien mit einer Gesamtlänge von 254 Kilometern und einem Anlagekapital von 48,539.000 Kr. wird seitens der Staatsverwaltung die Ermächtigung anstrebt, Subventionen im Gesamtausmatze von 11,528.000 Kr. bewilligen zu dürfen. Schließlich sollen sieben Linien mit einer Gesamtlänge von 134 Kilometern ohne Gründung besonderer Aktiengesellschaften durch den Staat, und zwar größtenteils auf dessen K o st e n hergestellt werden. Das Anlagekapital dieser Linien läßt sich mit 43,875.000 Kr. beziffern. Für den Staat erwächst somit nach dem Gesetzentwurf die finanzielle Belastung von 95,434.000 Kr., welche wenigstens bezüglich der unmittelbaren Kapitalaufwendungen des Staates die rechtzeitige finanzielle Bedeckung voraussetzt. Das Programm der Regierungsvorlage umfaßt nachfolgende Linien: 1. Münchengrätz-Kriesdors, 2. Liebenan-Wlcetin, 3. Wegstädtl-Dauba, 4. Schüttenhofen-Bergreichen-stein, 5. Msetin-Walachisch-Kloboul, 6. Martinsberg-Gutcn-brunn-Weitenegg, 7. Ziegelhaiden-Hochburg, 8. Hermagor-Kötschach, 9. Bezau-Schoppernau, 10. Lodygowice-Buczko-wicc, 11. Wieliczka-Mszana-Bolna, 12. Zloczow-Sassow stUsznia), 13. Brodina-Scletin, 14. Sereth-Unter-Synoutz, l5.Wiznitz-Kuty,13.Zartlesdorf-Lippnerschwebe,17.Litschau-Neubistritz, 18. Nculcngbach-Hainfeld, 19. Seebach-Turnan-Gußwerk, 20. Weiz-Anker-Birkfeld, 21. Lienz-Windisch-Matrai, 22. Toblach-Cortina, 23. Trient-Alle Sarche-Tione-Arco, 24. Weidenau-Reichsgrenze, 25. Chybi-Schwarzivasser, 26. Gruz (Gravosa)-Ragusa (Tubrovnik), 27. Landeck-Psunds, 28. Kolbnitz-Ober-Bellach (Mölltalbahn), 29. Heilen-stein-Motnik, 30. Römerstadt-Rabersdorf, 3.1. Nikolsburg-Unter-Tannowitz, 32. Olbersdorf-Hermannstadt und 33. Jaslo-Zmigrod. Für die Linien Nr. 1 bis 15 soll die staatliche Rein-crtragsgarantie gcioührt werden, für die Linien Nr. 16 bis 26 sind Staatssubveutionen in Aussicht genommen, während die Linien Nr. 27 bis 33 im Wege des Staatsbaucs zur Ausführung zu gelangen hätten. Da die Üokalbahnvorlage die Ermächtigung zum Bau der oben angeführten Linien enthält, so ist daraus der Schluß zu ziehen, daß dieselben nach Maßgabe der vorhandenen finanziellen Mittel in Bau gegeben werden dürften, und daß man partienweise mit der Errichtung der neuen Lokalbahnen Vorgehen wird. Das Sparsustem auf der Südbahn. Tie sozialdemokratischen Abgeordneten Toms ch i k, M u l l e r, R e s e l, P o u g r a tz haben vorige Woche an den Eiscn-bahnmimstcr folgende Interpellation gerichtet: „Seit mehr als sechs Wochen beschränkt die Südbahn die Reparaturen au ihren Fahrüetricbsmittcln, so daß in allen Werkstätten die Arbeiter sehr wenig Arbeit haben und in den Werkstätten in Wien und Marburg ein Teil der Arbeiter nur Trei-vicrtcllag arbeitet, ein Zustand, der bei Beobachtung einer guten Instandhaltung der Fahrbetriebsmittcl bei keiner Bahn ein-lrctcn kann. (Sa ist bekannt, daß die Südbahn infolge ihrer Finanzsituation zu Einschränkungen gezwungen ist, und es kann sich diesem Umstand niemand verschließen, soweit die Einschränkungen die Sicherheit.des Verkehrs nicht bedrohen. .Es ist aber auch bekannt, daß sich die Fahrbetviebsmiltel der Südvahn nicht in einem einwandfreien Zustand befunden haben und durch diesen Vorgang noch weniger einwandfrei befinden können. Ta eine längere Hebung dieses Vorganges, wie ihn die Südbahn auf diese Weise seit längerer Zeit pflegt, indem sic ihre Ausgaben ju weit einschränkt, daß die ZahrbetriebSmittel nicht laufend im Stand gehalten werben, eine innncnfc Gefahr bei dieser seit jeher gesähcenrcichsten Bahn herbcisühren muß, stellen die Gefertigten die Anfragen: 1. Hat der Herr Eiscnbahnminister von diesem Umstand Kenntnis- 2. Was gedenkt der Herr Eiscnbahnminister zu tun, um die drohenden Gefahren vorbeugend hlutanzuhalten- 3. Ist der Herr Eisenbahnminister geneigt, die Autorität des k. f. Eisenbahn Ministeriums zu benutze», um die Südbahn zu veranlassen, die Reparatur, beziehungsweise die Instandhaltung ihrer Fahrbelriebsinittel sofort in voller Gänze wieder auszunehmen '{“ Birnlaitb. Tic Föderation der Lokomotivführer in Frankreich zählt 14.000 Mitglieder. Seit einiger Zeit sind Bestrebungen für einen Anschluß oder Verschmelzung mit dem Nationalen Syndikat der Eiscnbahnarbeiter (50.0Qö:Mit= glieber) im Gange. Die französischen Lokomotivführer und Heizer wandten sich an die italienischen Kollegen mit der Einladung, an dem Marseiller Kongreß vom 5. bis 9. Mai teilzunehmen, um die Grundlage zu einer internationalen Organisation dieser Eiscnbahnerkaregorie zu schaffen. Die italienischen Eisenbahner haben geantwortet, daß es Pflicht der französischen Maschinisten und Heizer sei, sich mit dem Nationalen Syndikat zu verschmelzen, welches bereits der Internationalen Föderation angcschlossen ist. Ein dahingehender Vorschlag hat bloß 68 Stimmen gegen 94 auf dem Kongreß erhalten. Es werden also neue Verhandlungen angebahnt werden müssen. Nachspiel zum Pariser Poftstrcik. Das Zuchtpolizeigericht von Versailles verurteilte zwei frühere Postbedienstete. die während des Poststreiks mehrere telegraphische Leitungen zerstört halten, zu j e zweieinhalb I a h r e n G e f ü n g n i s. Rückgang der „christlichen" Gewerkschaften Deutschlands im Jahre 1908. In der letzten Nummer des'„Zentralblattes der christlichen Gewerkschaften" ist die Jayrcsstatistik über die christlichen Gewerkschaften Deutschlands enthalten, die uns zeigt, daß sie das vergangene Krisenjahr weit schwerer üvcrdancrt haben als die sozialdemokratischen Gewerkschaften. Am Jahresschluß zählten die „Christlichen" 23.882 Mitglieder weniger als im Jahre 1907. Diese denn doch verteufelt unangenehme Tatsache wird nun durch allerhand Drum und Tran zu verbrämen gesucht: Im Jahresdurchschnitt dcö Mitgliederstandes betrage die Mitgliedcrabnahme nur 9804; wenn sic auch prozentual etwas größeren Mitgliederverlust hätten, so sei er doch bei den freien Gewerkschaften in der Zahl größer und so fort. Wir wollen einfach bei den Tatsachen bleiben. Die durchschnittliche Jahresmitgliederzahl liegt für die sozialdemokratischen Gewerkschaften noch nicht vor. Sie haben am Jahresschluß 72.284 Mitglieder verloren, die Christlichen 23.882. Im Verhältnis zum Mitgliever- stand bedeutet das, dast die sozialdemokratischen Gewerkschaften 4 Prozent, die „christlichen" Gewerkschaften aber 9 Prozent ihrer Mitglieder eingebüstt haben! Nur so haben doch Zahlengegenüberstellungen einen Wert, und nur so ist Ehrlichkeit bei der Sache zu finden. Steigt die Ausbeutung der Arbeiter? Diese von mancher Seite so lebhaft verneinte Frage wird unter anderem illustriert durch folgende Zahlen: Bei den Eisenbahnen der Vereinigten Staaten vermehrte sich die Zahl der Angestellten und Arbeiter (ohne die Direktoren) in dem Zeitraum von 1897 bis 1902 von 814.756 auf 1,179.460; ihre Lohnsumme von 446,609.616 Dollar auf 653,447.162 Dollar. Ter Durchschnittslohn wuchs also von 548-15 Dollar auf 554 02, das heißt um 1 Prozent. Bezeugt das nicht deutlich, daß das „Elend" zurückgeht? Aber in dem gleichen Zeitraum sind die Preise der Lebensmittel um 30 Prozent gestiegen, die Lage der Eisenbahnarbeiter hat sich daher absolut verschlechtert. Ebenso ist ihre Ausbeutung, das heißt das Verhältnis zwischen Arbeitslohn und Mehrwert gestiegen, soweit die Profitzahlen, die mit den Mehrwerten nicht zusammenfallen, einen Rückschluß gestatten. Die Profite der Eisenbahnen stiegen in dem genannten Zeitraum von 369,565.009 auf 610,131.520 Dollar. Vergleichen wir diese Zahlen mit den Lohnsummen, dann finden wir, daß die letzteren um 206 Millionen, 46 Prozent, stiegen (die Arbeiterzahl selbst war um 45 Prozent gewachsen), während die Profite um 240 Millionen, das ist um 65 Prozent, Zunahmen. Das Verhältnis zwischen Lohnsumme und Profitsumme war 1897 447 :370 —100 : 83, 1902 dagegen 610:653 = 100: 93. Die Ausbeutung wäre darnach binnen fünf Jahren von 83 auf 93 Prozent, also um 10 Prozent, gestiegen! K. Das Schwurgericht in Budapest gegen die Cisen-bnhncrhetze in Ungarn. Bei den Verfolgungen, die die Koalitionsregierung der ungarischen Arbeiterschaft angc-deihen ließ, hatten die Eisenbahner am meisten auszu-stehcn. .Kein Wunder! Das Ziel dieser Regierung war, die ins Wanken geratene Junkerherrschaft wieder zu befestigen, ivas aber durch die wirtschaftlich organisierte und kampfbereite Arbeiterschaft verhindert zu werden drohte; sie war daher bestrebt, die Gewerkschaften zu vernichten, besonders aber den Verband der Eisenbahner, von dem sie sich am meisten bedroht fühlte. Die Regierung lieh unter anderem von der junkerlichen Gesetzgebung eine Dienstespragmatik für die Eisenbahner zum Gesetz epheben, die dieser Kategorie nicht nur das Streikrecht raubt, sondern ihne eine jede Aktion zur Verbesserung ihrer Lage unmöglich macht. Aber damit nicht genug) Um die 'Eisenbahner mundtot zu machen, verbot die Regierung, -daß der Eisenbahnerocr-band ein Verbandsorgan herausgebe, angestellte Verbandsbeamte halte und ließ dem Verbände die unglaublichsten Schikanierungcn angedcihcn. Da er trotz alledem seine Tätigkeit nicht einstellen wollte, ließ sie ihn im Novcmber des verflossenen Jahres gewaltsam auflöscn. Die gewesene Verbandsleitung gab damals den Mitgliedern den Rat, der sozialidemokratischc;i Partei beizutreten, da ihnen dieses Recht von Gesetzes wegen zustande. (Bei den Wahlen im Jahre 1905 verhaften die Eisenbahner der Opposition zum Siege. Um sich die Stimmen der Eisenbahner auch finden Fall, wenn die Mehrheit zur Minderheit zusammenschrumpfen sollte, zu sichern, ließ die zur Regierung gelangte Opposition ein Gesetz annehmen, das den Eisenbahnern die freie politische Betätigung zusichert.) Tie RegierungZvollte aber nicht dulden, daß sich die Eisenbahner zur Sozialdemokratie bekennen und gab eine Berordiiung heraus, die den Eisenbahnern den Beitritt zur Sozialdemokratie, ja sogar deren Unterstützung, bei Strafe der Entlassung verbietet. Hierauf forderte der juristische Vertreter des Verbandes ~ in dem sozialistischen Zentralorgan die Eisenbahner aus, dem Ukas der Regierung keine Folge zu leisten, da er die Gesetze mit Füßen tritt._ Das Zentralorgan wurde beschlagnahmt und der Verfasser vor das Schwurgericht gestellt. Vergangene Woche fand die Verhandlung statt, der von der Arbeiterschaft, besonders aber von den Eisenbahnern, ein großes Interesse entgegengebracht wurde. Ter Staatsanwalt wandte alle Kniffe an, um die Geschwornen zu bewegen, die Regierung nicht zu desavouieren. Diesmal war aber seine Mühe vergebens. Aach einer großzügigen Verteidigungsrede eines oppositionellen Parlamentsmitgliedes wurde der Angeklagte sreigesprochen. Das Urteil wurde von den Eisenbahnern mit Jubel begrüßt, es wurde aber auch von der Arbeiterschaft im allgemeinen sehr freudig ausgenommen, schon auch deswegen, weil in der letzten Zeit, wo sich ein Sozialdemokrat vor dem Gericht zu verantworten hatte, selten auf Freisprechung erkannt wurde. Ein gelber Eisenbahnerverband in Frankreich. Wie in Preußen, so existiert auch in Frankreich eine gelbe Eisenbahnerorganisation, die sich Association fraternclle der französischen Eisenbahnbeamten und -Arbeiter nennt. Tie Assoziation wird vom Ministerium, den Direktoren oder Vcrwaltungsräten sämtlicher großer Eisenbahngesellschaften sowie der Staatsbahnen unterstützt und protegiert. Das Gesellschaftskapital der Assoziation beträgt 38 Millionen Francs, die Zahl der wirklichen Mitglieder 80.116, die Summe der 1908 gezahlten Pensionen 1*5 Millionen, die Zahl der zugunsten der Mitglieder errichteten billigen Wohnhäuser 492. Die Satzungen wurden jetzt dahin geändert, daß den Frauen der Beamten und Arbeiter die Teilnahme ermöglicht und für den Todesfall von Mitgliedern ihren Hinterbliebenen eine Versicherung gewährt wird. Im ganzen gibt es in den verschiedenen französischen Eisenbahnuerivaltungen eriva 200.000 „Mutualisten", auf Gegenseitigkeit Versicherte. Tic Association fratcrnello ist ein bürgerlich-patriotischer, mit den Eisenbahnvcrwaltungen und der Regierung in gutem Einvernehmen lebender Verband. ES ist eine Organisation, zu dem Zwecke errichtet, das „Syndicat Guörard" zu zertrümmern. Nun, das hat gute Weile, denn das „Syndicat Guörard" wächst und dehnt sich rapid aus. wie der erst kürzlich veröffentlichte Tätigkeitsbericht dieser Organisation beweist, so daß cs noch lange nicht zerschmettert am Boden liegt. ins Heizhaus zu gelangen. Der diensthabende Blockiignalwächter Josef Altmann, welcher von dem auf dieser Seite des Bahnhofes befindlichen Stellwerke au8 die Weichen zu stellen hatte, wollte für die Lokomotive Kölln ers eben den Wechsel auf das zum Heizhausgeleise führende Traversierungsgeleise stellen, als er plötzlich auS dem Heizhause eine Lokomotive das Traversierungs-geleise hinaufsahrcn sab, die wenige Schritte vor seinem Stellwerke bei Wechsel 104 stehen blieb. Altmann ließ nun durch Umstellung des Wechsels 104 die aus dem Heizhause herausgekommene Maschine auf ein Nebengeleise des Geleises, stellte aber gleichzeitig den ziemlich entfernten Wechsel 116 für die Fahrt Kölln erS. Als er sodann den Wechsel 104 für Zöllner wieder in die Gerade stellen wollte, war dessen Maschine bereits an den Wechsel 104 herangekommcn und in das Nebengeleise 30 hincingefahren. Kölln er sah die vor ihm aus dcmNebengelcisc befindliche Maschine erst so spät, daß er den hefttgcn Zusammenstoß durch Anziehen der Bremse nicht mehr verhindern konnte; cs entstand ein Materialschaden an beiden Lokomotiven, außerdem verletzte sich K ö l l n e r selbst leicht. Auf Grund dieses Vorfalles hatten sich Josef A l t m a n u und Josef Solln er am 11. Mai l. I. vor dem Bezirksgericht Döbling wegen Uebcrtrctung nach tz 432 St.-G. zu verantworten. Alt mann war hierbei durch Dr.Gustav Harpuer, Köllucr durch Dr. Leopold K a tz verteidigt. Beide erklärten sich für nichtschuldig. A l t m a n n führte zu seiner Verantwortung an, er habe seit 7 Uhr abends Dienst gehabt und sei zur Zeit des Unfalles in der 10. Dienststunde gewesen; der Frachtenverkehr sei in der Nacht in der Station Heiligenstadt ein sehr intensiver, es seien immer gleichzeitig 4 bis 5 Vcrschubmanipulationcn vorzu-nehuien, wobei noch öfters ein Personen- oder Lastzug ein- oder ausfahre. Er habe, da die Entfernung zwischen Wechsel 116 und 104 eine ziemlich große sei, damit rechnen können, daß die 'Maschine Si ö (t lt c i' S eine gewisse Zeit brauchen werde, mit zum Wechsel 104 zu gelangen, so daß er diesen noch werde rechtzeitig in die Gerade umstellen können. Köllner führte an, das Verschieben ohne Verschieber möge vielleicht instruttionswidrig fern, doch stünde im Bahnhos Heiligenstadt eine genügende Anzahl von Verschiebern nicht zur Verfügung, das Verschieben ohne Verschieber sei daher ein gewohnheitsmäßiges, durch die Verkehrs-bedürfnisfe hcrvorgcrufen und bedingt; auch sei die Instruktion durch eine Lokalverordnung für den Bahnhos Heiligennadi außer Kraft gesetzt. Daß der Wechsel'104 nicht sür ihn gestanden sei, habe er nicht sehen können, weil sein Führefttand aus der rechten «eite sei, der Wechsel aber aus der linken Seite war. Der als Zeuge vernommene Lokomotivführer Belo-hlawek, der zuerst auf bas Nebcngclcise geleiteten Lokomotive und Stationsvorstand Inspektor Rüßler mußten übereinstimmend bekunden, daß eine genügende Anzahl von Verschiebern, um jede verschiebende Maschine mit einem Verschieber zu versorgen, tatsächlich nicht vorhanden sei; doch sei, sagte Inspektor Rößlei, die Instruktion, welche die Beiziehung von Verschiebern anordne, nur aus dem Tulln zu gelegenen Teil des Heiligeustädter Bahn-hofcS außer Kraft gesetzt; Kölln er hätte also auf einen Verschieber warten müssen. Der Zeuge gab weiters auf Befragen der Leiteidrauna tut, betjs der Geschwindigkeit eine uot'Qcjchncucnc Grenze nach oben hin nicht gesetzt sei; cs sei aber immerhin möglich, daß der aus der rechten Seite stehende Lokomotivführer die Signalscheibe aus der linken Seite nicht habe sehen können. 'Bezüglich A l t m a n » s sagte Inspektor R o ß l e r, es sei mit Rücksicht auf die VerkchrSverhältnisse de« Bahnhofes.Heiligen stadt durchaus gerechtfertigt gewesen, ivcnn A ltma u n mit der Stellung des Wechsels 116 schon vvrging, ehe er hierzu den Wechsel 104 in die Gerade stellte, weil die Entfernung zwischen Wechsel 104 und 116 eine so große sei, daß er bei durchschnittlichen Verhältnissen rechnen konnte, Zeit zu gewinnen, um für den dem Heizhaus zu fahrenden Lokomotivführer Sonne r den Wechsel 104 noch rechtzeitig in die Gerade zu stelle». ' Nach Schluß des Bciveisversahrens führte der Verteidiger A l t m a n n s aus, cS sei ivohl gcrichtsbeknnnt, daß der Bahnhos Heiligenstadt einen Knotenpunkt für die Vorortelinie, chonam kanallinie, Gürtellinie, Tonaunserbahn und die Hauptamt: der Franz Iosefbahn bilde; sür den Blocksignalwächter sei ein ungc» wohnlich großer Verkehr zu bewältigen, so daß er nur mit dem Vian in der Hand die Weichenstellungen vornehmen tonne; der Verkehr spiele sich auch in den verschiedenen Dien,Achten E immer ganz gleich ab. Alt mann habe 4- Weichen zu stellen und 1400 bis 1500 Wechselumstellungen m einer Nachr.tMsz.l-sühren; wohin käme er, wenn er sich stPcht den Erfordernissen des Verkehrs anpaßre und oft mehrere Weichen gleichzeitig stellte, mn den Verkehr zu bewältigen und bewältige» zu helfen. L- mu„e also als ein Zufall angesehen werden, wenn dem Manne, der eine 17jährige tadellose Dienstzeit, davon 11 Dtenfyahre ans dem Bahnhos Heiligenstadt, hinter jick) habe, der wiederholt als Wächter» kontrollor auf verschiedenen Stationen, aho für Posten veuvcndet worden sei, die einen zuverlässigen Mann erfordern, da» ui.u* mutierte Unglück unterlaufen sei. ... Die Verteidigung StöllncjS führte^ au», es könne zunächst sprachen Bus dem Gerickztssaal. Ein (siscnbihnuufall in Heiligenstadt. 91m 1. April lausenden Jahres ereignete sich auf dem Bahnhos Heiligenstadt ein Unfall in folgender Weise: Die Lokomotive des von der Vorortelinie um 1 Uhr 20 Minute» früh aus Perron 2 angekommenen Lastzuges mit Maschinsnhrer Josef K ö l l n e r spannte ab Und fuhr ohne Verschieber über den äußersten gegen Nustdori zu gelegenen Wechsel 116 hinaus, um von hier aus. die Gcleiscanlage mwerfierend. suain war, daß er binnen wenige» Fmtruktionssehler habe Stulln er nicht begangen, weil eine SSiffibigfeit nicht vorgeschrieben und die Geschwindigkeit Köttners leine übermäßige ^gewesen Jet. Kral In er u Führerstand sei aus der rechten, die «ignasicheibe 114 aus der linken Seite gewesen, er habe sie daher nicht gehen können und mit dem Freisein des TravcrjierungLgcleyes rechnen durun. Gaß cr feinen Verschieber abaemmiet habe, könne man ihm nicht Mt legen; da cs an einer genügenden Anzahl von Verfch.ebern fehle; sei doch auch Lokomotivführer Belohlawekohne Verschieber gefahren. Man dürfe me vergehen, dag ml Be; Jnftru • tionen nicht au? den Buchstaben sondern wesentlich bau»au komme, wie sie mit Rücksicht auf die Erfordermhe des Beikryt» allgemein gehandhabt werden und gehandhabt werden nuihra. Der Richter schloß sich den Ausführungen der Verteidiger an und sprach beide Angeklagten frei. a.er ftaat».-amvaltschastliche Funktionär meldete bezüglich beider FrotpiUst die Berufung an, über welche vor dem Lcmdesgerrchr ^mim em Verhandlung am 16. Juni l. I. ftattsanb. ~icfcloc endete tanni, das; der Staatsanwalt die Berufung bezüglich d e » A ..-geklagten Altmann z u r ü ck z o g. wahrend bezüglich K ü l l n e r s d e r F r e i s p r n ch nach längerer Verhandlung v e- stätigt wurde. , . . Zusamiucnstost zweier Lokomotive» in der -Ltatton Wieu-Nordöahnhof. Am 16. Dezember 1908 fuhr der Lo.o-motivführcr der Nordbahn Friedrich Koppe li von einer payii mit dem Personenzug 152rr, am Nordbahnhoj an gelaugt, iitit der Lokomotive „Nnsle" vom Personenbahnhof ins alte Heizhaus. Es ivar nasse Witterung und der aus dem .Heizhanje heraus-aunlmcnbc dicke Rauch machte die in der stiäbe des Hetzhaufcs befindlichen Wechsel unsichtbar. Der letzte Wechiel vor dem >)eiz-liause 55 war, als Koppe in die Rähe desselben kam, von leiiier Fahrtrichtung abgelenkl. Dies konnte jedoch Stoppe erst tut letzten Moment bemerken; er setzte sofort die Vakuum- und Teuderbremse in Tätigkeit und gab Äontradamvs, konnte lcbcvh die Streifung mit der Berschublvkomotive „Proteus", für welche eben der Wechsel gestellt war, nicht verhindern, weil ferne Lokomotive auf den nassen Schienen schleifte und mit gesperrten Rädern weiterrollte. Wegen dieser Streifung, bei welcher der Heizer der Verschublvkornotive „Proteus^ D o h 11 n l vcilci.it wurde, wurde Sk öppe wegen der Ucbertretung nach tz 4315 St.-G. nngellagt und hatte sich deshalb kürzlich beim Bezirksgericht Leopoldstadt zu verantworten. Der von Dr. Gustav Harpner verteidigte Stoppe brachte zu seiner Verantwortung die starke Rauchentwicklung aus dem Heizhause und den Umstand vor, daß der Wechsel auf der Heizerseite gelegen war und bas Geleise vor der Annäherung au diesen Wechsel einen starken Bogen mache. Alle Zeugen, mit Ausnahme des verletzten Heizers Dohnal, welcher die Schuld an dem Zusammenstoß nur Koppe beimaß, bestätigten diese Verantwortung. Da jedoch auch der Heizer Köppes seiner der Verantwortung des K ö p p e zustimmenden Aussage auf die Frage des Richters beigesügt, es müsse der Lokomotivführer, wenn er einen Wechselkörper nicht sehe, stehen bleiben, beantragte der Verteidiger, da der Richter gerade auf diese letzte Aeußeruug das Hauptgewicht zu legen schien, die Requirierung des Tatbestandsprotokolls und Zuziehung eines Sachverständigen. Der Richter gab dem Antrag statt und vertagte die Verhandlung. In der fortgesetzten Verhandlung ergaben sich aus dem Tatbestandsprotokolle alle diejenigen Momente, auf welche Koppe seine Verantwortung gestützt hatte: nasse Witterung, Rauch, Unsichtbarkeit der Wechsel und die Krümmung des Geleises vor dem kritischen Wechsel als richtig. Der beigezogeue Sachverständige bc-zeichnete die Verantwortung des Koppe als stichhältig. Da der Richter seine Meinung dahin äußerte, es müsse doch jemand schuld sein, solche Unfälle dürfen absolut nicht Vorkommen und es müssen die Schuldigen zur Verhütung größeren Unglücks scharf bestraft werden,' führte der Sachverständige über Befragen des Verteidigers, ob bei den derzeitigen Bahncinrichtungen derlei Unfälle verhütet werden können, aus, daß sich solche kleine Karambole beinahe alltäglich ereignen. Auch die dem Koppe vom staatsanwaltschafilichen Funktionär zum Vorwurs gemachte Unterlassung, daß er nicht vor dem wegen des Rauches unsichtbaren Wechsel stehen blieb, rechnete der Sachverständige dem Kövpe nicht als Verschulden zu, indem er auf Befragen des Verteidigers zugab, daß Köppe bei dem Umstand, als alle übrigen Wechsel in seiner Fahrtrichtung richtig standen, annehmen konnte, es stehe auch der Wechsel Nr. 65 für seine Fahrt. Die Verhandlung endete mit der Freisprechung des Angeklagten. . Die Gewöhnung zur Arbeit bei traumatischer Neu-trofe. Am 26. September 1907 erlitt der Lokomotivführer Ignaz Bison auf der Fahrt von Prerau nach Krakau in der Station Pruchna einen schweren Unfall. Er wollte aus die Lokomotive Wasser nehmen und mußte, weil kein anderer Mann am Platze war, den Kran selbst umdrehen. Hierbei fiel der zirka 14 Kilogramm schwere Trichter aus einer Höhe von zirka 3 Metern auf den Kopf Bisons und traf ihn in der rechten Schläfengegend. Bison blutete aus der Nase, setzte aber die Fahrt weiter fort, wiewohl sich alsbald unsägliche Kopfschmerzen und Uebeikeiten einstellteu. Der Unfall zeigte bald so ernste Folgen, daß Bison monatelang im Krankenstand bleiben mutzte. Die durch den Unfall herbeigesührte schwere traumatische Neurose nahm die Anstalt bei Zuerkennung der Unfallsrente als 83'/»prozcniige Erwerbseinbutzc au. Ta jedoch Bison zu jeglicher Beschäftigung bei seinem Zustande unfähig zu sein angab, brachte er die Schiedsgerichtsklage aus Nenteuerhöhung durch Tr. Gustav Harpuer ein. Bei der Verhandlung, die unter dem Vorsitz des Landes-aerichtsrates Dr. Oap stattsand, gaben die Sachverständigen Dozent Dr. v. Stejskal und Dozent Dr. Raimann ihr Gutachten dahin ab, daß der Befund wohl ein schweres Krankheitsbild ergebe, daß es jedoch vom medizinischen Standpunkte aus als möglich und geradezu als ratsam bezeichnet werden müsse, daß Bison einer leichten Beschäftigung nachgehe; im übrigen schätzten sie die Erwerbseinbuße infolge des Unfalls mit 83‘/s Prozent, lieber Befragen des klägerischen Vertreters gaben die Sachverständigen zu, daß die nervösen Störungen, an denen V t f o n infolge des Unfalls leidet, eine regelmäßige Beschäftigung ohne Unterbrechungen ausschließen dürsten. Das Schiedsgericht gab der Klage statt und sprach Herrn Bison unter Annahme einer lOOprozcntigen ErwerbLeiubuße die gesetzliche Rente monatlicher Kr. 315-44 sowie eine Nachzahlung von Kr. 262-85 zu. In der Begründung wurde hervorgehoben, daß eine vollständige ErwerbSeinbuße bei Bison angenommen werden müsse, wenn auch nach dem Gutachten der Sachverständigen eine geringe Arbeit Bison noch zugemutet und im Interesse des Heilzweckes auch angeraten werden könne; dieser geringe Rest der Arbeitsfähigkeit könne jedoch nur schwer in eine regelmäßige Tätigkeit umgesetzt werden, da jeder Dienst es mit sich bringt, daß sich ihm der Bedienstete unterordnen müsse, eine Stelle aber, wo der Bedienstete mit Unterbrechungen nach seiner Bequemlichkeit und nach seinem »jeweiligen Zustande arbeiten kann, nicht leicht zu finden sei. Streiflichter. Tic fange» an, „wissenschaftlich" z« werden. Die Deutschnationalen nämlich. In einem Artikel „Ans der Praxis in die Theorie" macht der.Deutsche Eisenbahner" damit den Anfang. Daß das „gelahrsame" Verfahren recht lustig werden kann, zeigen nachfolgende Auslassungen, mit denen die „Arbeiter-Zeitung" den deutschnationalen „Gelehrten" wie folgt verulkt: Ein Artikel „Aus der Praxis in die Theorie" in der Nummer vom 10. Mai l. I. des erwähnten einflußreichsten Blattes dieser Partei führt aus: „Wer die Arbeit der Sozialdemokratie mit wachsamem Auge verfolgt hat, muß zur lieber-zeugung kommen, daß diese ihre Erfolge zum größten Teil der großen Zahl der vorhandenen Werke über sozialdemokratische Theorien zu verdanken hat... Emsig schleppt ein jüdischer Tintenkuli nach dem ändern Stein um Stein herbei." So zum Beispiel Adam Smith, Ricardo, Marx, Lassallc, Kautsky, Mehring, ja selbst Menger, Böhm-Vawerk und noch andere Professoren und Privatdozenten befassen sich bei aller Zurückhaltung, die ihnen die bürgerlichen Rücksichten auferlegen, noch viel zu viel „mit dem Aufbau von Trugschlüssen und jüdischen Sophistereien". „So kann und darf es nicht weiter gehen!" Morgen müssen wir eine Weltanschauung haben I Herr Schriftleiter, arbeiten Sie „dieselbe" bis 6 Uhr früh fix und fertig ausl Sie ist aktuell und muß schon im nächsten Blatte erscheinen. „Wir müssen beginne», auch uns eine Theorie zu bilden, die ... beweisen soll, daß unsere Praxis die richtige ist." Bisher haben wir noch gar nicht darüber nachspekuliert gehabt, ob unsere Praxis etwas wert sei; wenn sie nur profitabel mar! „Wir wollen einmal diese Unmenge von Lug- und Trugschriften unter die Lupe nationaler Ehrlichkeit nehmen und unseren Arbeitern dann sagen, was mir gesunden. Wort für Wort, Zeile für Zeile muß widerlegt werden, jede sozialdemokratische Phrase mutz zerfasert werden, bis nichts mehr übrig bleibt als ein schäbiger Rest, dessen Erbärmlichkeit nur denen gleicht, die einst eine sozialdemokratische Schundliteratur gegründet haben, um das arbeitende Vvlk ihren selbstischen Zwecken dienstbar zu machen. Hier ist ein Feld, das noch unbebaut ist, wo sich die Führer der nationalen Gewerkschaftsbewegung betätigen können, zum Heile des deutschen Arbeiters. Dieses Feld wird und muß herrliche Früchte tragen. Schmieden mir unserem deutschen Arbeiter endlich einmal das Schwert, mit dem er dem Gegner unheilbare Wunden schlagen kann, setzen mir endlich einmal an die Stelle des sozialdemokratischen Glaubensbekenntnisses, dessen jeder einzelne Glaubenssatz ein Sammelsurium hebräischer Spitzfindigkeiten ist und das leider (ach, leider!) in Tausenden von Exemplaren verbreitet erscheint, überall den Bazillus sozial- demokratischen Größenwahns verbreitend, das Evangelium des nationalen Arbeiters, in dem jeder Sah imstande sein muß, die sozialdemokratischen Irrlehren in Atome auszulösen... Nur auf diese Art wird es auf allen Linien vorwärtsgehen. Bieten wir dem Arbeiter eine reine, schmackhafte Kost, frei von allen aufreizenden Gewürzen!" Freilich, die aufreizenden Gewürze, das Salz des Denkens, ist nichts fürs Volk. Das beste ist ein einschläfernder Mohnstrudel aus einer Jahrmarktbude, und wenn man die sechs Kreuzer hierfür nicht ausbringt, so beruhigende Morphiumeinspritzungen, um den Hunger zu stille». Schauen wir uns einmal die Kost des „Deutschen Eisenbahners" an! In der Nummer vom 1. Mai wird genug Brei aufgetischt. Die Studie „Arbeit und Kapital" soll ein Gegenstück zum „Kapital" von Marx sein. Ein ernster Forscher kam da zu der Erkenntnis: „Wir haben bereits früher einmal ausgesührt, daß wir uns an die moderne Sklaverei gewöhnt haben, uns mit dieser abscmden und nur das Bestreben besitzen, sie erträglich zu gestalten, weil wir eben die Erkenntnis besitzen, daß sich in der Weltgeschichte nicht die Tatsachen, sondern nur die Formen ändern." Von dieser Wissenschaft der Politik versteht der Vahr freilich nichts und wir stehen ganz nachdenklich da. Wir probieren, was wir uns vorstellen können: In der Geschichte änderte sich nicht die Tatsache der Postkutsche, sondern nur ihre Form; sie wurde Schncllzugslokomotive mit 100 Kilometern Geschwindigkeit. Oder aber, um nur ja den Lehrer richtig zu verstehen : die Sklaverei bleibt immer dieselbe wie zu Römerzeiten. Der normale Patrizier hatte zwar ein Interesse daran, daß ihm sein Leibeigener nicht am dritten Tage krepiere; der Fabrikant aber besäße, wenn sich niemand die Sklavengesinuung „abge-wöhnen" würde, ein Interesse nur für die teuer» Maschinen, die mit Menschenmaterial geschmiert werden. Es änderte sich eben nur die Form ein wenig. Der Theoretiker argumentiert weiter: „Ebenso wie es stets Berge und Täler, Feuer und Wasser, Reichtum und Armut, Aufgeklärtheit und Dummheit geben wird, ebenso wird es stets Vorgesetzte und Untergebene, Befehlende und Dienende, Zehrende und Arbeitende, Kapital und Arbeit geben." Ein christlichsozialer Landpsaffe würde dabei auf die Kanzel schlagen und rufen: „Denn Gott hat cs so gewollt. Merkt es euch, ihr Bauern! Die Armut, und speziell die Dummheit, muß ewig bleiben und cs ist eigentlich eine Sünde, sieben Jahre in die Schule gehen zu müssen." „Diese Naturgegeusütze abzuschassen, sich auch nur zu bemühen, sie zu beseitigen, wäre ein mehr naturwidriges als aussichtsloses Beginnen." Ja, zur Zeit des Eseäus war es aussichtslos, wenn der Höhlenbewohner vom großen Kapitalisten den Achtstundentag und Schutzgeländer um die Mammutsallgrube herum verlangte. Und die vom Profit des weißen Phosphors Zehrenden hätte die Sozialdemokratie eigentlich gewähren lassen sollen. Denn die Gegensätze zwischen Kapital und Arbeit, Zehrenden und Arbeitenden müssen vom Anfang bis zum Untergang der Zeiten existieren. Der Anti-Marx kommt jedoch zum Endschluß: „Arbeit und Kapital sind eben zwei Elemente wie Wasser und Feuer: Das eine ist auf das andere angewiesen, das eine wird durch das andere bekämpft und das eine erreicht mit dem anderen seine Ziele." Nein, mein Lieber, Sie täuschen sich! Tic griechische Philosophie war nicht einfach Blödelei, trotzdem man sich zu ihrer Zeit die Naturerscheinungen noch nicht erklären konnte und etwas sonderbar mit Elementen hantierte. So einfach verfuhr man aber doch nicht, daß das Feuer auf das Wasser angewiesen, durch dieses bekämpft wurde und schließlich durch dasselbe zum Ziele gelangte. Wie geschieht das, Herr Naturforscher? Vielleicht so, daß das Wasser in einem Blechtopf am Feuerherd der deutschradikalen Begeisterung zugesetzt und dort derart erfolgreich bekämpft wird,daß cs verschwindet, um sich zuletzt als wissenschaftlicher Dunst in irgend einem Wasserkopf zu kondensieren. Ohrfeigensystem bei der Tüdbahu. Bei der Südbahn mehren sich die Fälle, daß Untergeordnete von den Beamten in roher und brutaler Weise behandelt werden. Erst kürzlich hat der Herr Inspektor in Marburg kurz vor seinem Abgang nach Innsbruck einen Wächter geprügelt. In der Station Breitenstein a. S. wurde ein Stationsarbeiter von einem noch nicht ganz reifen Beamten geohrfeigt und heute wird uns aus Opeina folgender Vorfall berichtet: Einer brutalen wie gemeinen Handlung machte sich der Südbahnadjunkt N o v l j a n am 24. Juni, um 9 Uhr vormittags, schuldig, die wohl, was Roheit anbelangt, kein zweites Beispiel aus der Südbahn finden dürfte. Der Stutiousausseher Bon Lina erhielt um 8 Uhr früh, als er vom Dienst nach Hause kam, ein Telegramm, worin er verständigt wurde, daß sein Bruder, der Stcueramtsosfizial B. um 10 Uhr ihn in Triest erwarte. Bonöina begab sich sofort zum Stationschef und bat denselben um die in der Station ausliegende Tramwayfreikarte. Der Adjunkt Novljan mischte sich in die Rede hinein und sagte im groben Ton zu Bon Sin a: „Sie fahren monatlich zehnmal und unsereiner nur zweimal". (In acht Monaten benützte B o n s i n a diese Karte nur viermal.) Sie bekommen keine Karte. Uebrigenö werde ich ein Verzeichnis auflegen, wornach ein jeder nur zweimal monatlich die Karte benützen kann." Nach diesen Worten wartete Novljan noch die Vorüberfahrt der Schnellzüge ab und ging in die Kanzlei. Der Stationsaufseher B o n C i» a folgte ihm und da er vermutete, daß der Adjunkt mit ihm einen seiner unerlaubten Spässe treibe, so wiederholte er nochmals die Bitte um Aus-folgung der Freikarte. Der Adjunkt Novlj a n kehrte sich plötzlich um und brüllte: „Bei meiner getauften Seele, lassen Sie mich in Ruhe!" Dabei packte er den Stationsausseher BonLi» a bei den Achseln und versetzte demselben einen wuchtigen Faustschlag unterhalb des rechten Auges, hierauf faßte er ihn nochmals beim Halse und zog den vor Schmerz und Erregung blaß gewordenen Stationsausseher durch die ganze Kanzlei und ivarf ihn wie einen Hund bei der Kanzleitür hinaus.; Bonöina kam weinend in das Transitbureau und be. klagte sich über die brutale Behandlung mit den Worten: „Das ist der Dank, daß ich für ihn Dienst mache." Aus das hin sprang der Mann nochmals wie ein Wahnsinniger auf Bonöina zu und schrie: „B e i m e i n e r g e t a u s t e n S e e l e. v e r f l u ch t e r Macaeeo, marsch hinaus, marsch hinaus!" Bon- Lina erwiderte: „Was glauben Sie eigentlich, ich bin doch kein Kind, ich bin 26 Jahre alt und habe ebenso studiert wie Sie." Das war dem Wüterich Novljan zu viel. Er packte den noch immer weinenden B o n L i n a und zog denselben an den Haaren durch das Transitbureau. Um nicht vor den Augen der Passagiere an die Lust gesetzt zu werden, hielt sich Bonöina an der Türfüllung und an einem Sessel fest. Novljan riß ihm jedoch den Sessel aus der Hand und schlug Bonöina damit aus den Rücken und prügelte ihn bei der Tür hinaus. Durch den Skandal aufmerksam geworden, kam in diesem Moment der StationSchef Herr Jenciö und wollte den Grobian pardon Novljan beschwichtigen und vor weiteren Ausschreitungen zurückhalten. Doch Novljan brüllte: „Nein, er muß hinaus!" und drängte den Bonöina bis auf den Platz vor der Türe. Dort versetzte er dem Stationsausseher in Gegenwart von Passagieren und Bediensteten noch eine schallende Ohrfeige und warf ihm die vor der Tür liegende Dienstkappe nach. Sämtliche Zeugen dieses Roheitsaktes waren über die niederträchtige Handlungsweise des Adjunkten Novljan selbstredend sehr aufgeregt und erwarten, daß dier' bis jetzt beispiellose Brutalität dem k. k. Eiseubahnministerium zur Kenntnis gebracht werde. Dem Wunsche der Einsender wird und muß in diesem Falle Rechnung getragen werden, da mit der Zeit das Faustrecht bei der Südbahn wiederum aufleben würde. Daß sich solche empörende Roheitsakte wiederholen, ja in der letzten Zeit mehren, daran ist die Südbahnverwaltung selbst schuld. Wurde doch der Aspirant Herzog in Breitenstein am Semmering, der einen Stationsarbeiter ohrfeigte, wie wir von verläßlicher Seite erfahren haben, mit der allzu gelinden Strafe von 5 Kr. belegt, dafür jedoch der geohrfeigte Arbeiter entlassen. Bei den k. k. Staatsbahnen werden die Raufbolde, ob Beamte oder Diener unbarmherzig entlassen, bei der Südbahn werden derartige Rohlinge, die den ganzen Beamtenstand diskreditieren, mit 5 Kr. bestraft. Wir werden dafür Sorge tragen, daß diese Art von Behandlung im Parlament zur Sprache kommt und die strengste Untersuchung und Bestrafung des Schuldigen durchgeführt wird. Sparsstsicm bei den k. k. Staatsbahnen. Aus Hötzelsdors schreibt man uns: Die Zeit der Erholungsurlaube ist gekommen und so mancher Bedienstete freut sich, auf mehrere Tage ein freier Mann zu sein, um voll und ganz seiner Familie anzugehören und sich einmal im Jahr auszuruhen und neue Kräfte für das Kommende zu sammeln. Doch auf unserer Hauptstrecke wird den Stationsblockwächtern der Erholungsurlaub dadurch verbittert, daß keine Substituten beigestellt werden. Bis vor kurzer Zeit hatten wir 16 Stunden Dienst und 16 Stunden frei. Nun trat insoweit eine Verbesserung ein, daß der Dienst bei den Blockwächtern auf der Hauptstrecke auf 16 Stunden Dienst und 24 Stunden frei abge-ündert wurde. Schauen wir die Verbesserung etwas näher an, so finden wir, daß sie eigentlich eine Verschlechterung bedeutet. Bei der früheren Dienstleistung bekamen wir bei Urlauben, Erkrankungen oder Einrücken zur Waffenübung stets einen Substituten beigestellt. Jetzt, bei der sogenannten Verbesserung, wird uns vorgeschrieben, daß wir bei Urlauben, Erkrankungen und dergleichen den Dienst zu viert, das heißt 16 Stunden und 16 Stunden frei versehen müssen. Durch diese Verfügung wird der Urlaub oder die Krankheit des Bediensteten von den Kollegen als Strafe empfunden, da dieselben, ohne irgendwelche Entschädigung zu erhalten, den Dienst des erkrankten oder eingerückten Kollegen hereinbringen müssen. Eine derartige unsinnige Vorschrift wirkt demoralisierend, da kein stichhältiger Grund als Entschuldigung angeführt werden kann. Hier handelt es sich bloß um Ersparnisprämien, die durch eine Mehrleistung der Stations-blockwüchter hereingebracht werden. Diese Ersparnisprämien fallen jedoch nicht den Be-i diensteten, welche sie verdient haben, zu, sondern solchen Herren, die jährlich 2 bis 8 Monate Urlaub haben. Aus diesem Vorgang ersehen wir, wie so manche Verbesserung, die durch die k. f. Bahnverwaltungen herausgegeben, mittelst widersprechender Vorschriften von den einzelnen Drgmten illusorisch gemacht wird. Was nützt uns der Erholungsurlaub, wenn wir denselben gegenseitig nochmals verdienen müssen? Welchen Wert hat die Verbesserung der Dienstzeit, wenn dieselbe nicht eingehalten wird? Ein Pyrrhussieg. Vor kurzem wurden die Ausschußwahlen in die Leiden Pensionsfonds A und B der A. T. E. durchgeführt. Unsere Genossen beteiligten sich, wie bekannt, ebenfalls an den Wahlen, indem sie eine eigene Kandidatenliste aufgestellt hatten. Das Skrutinium ergab zwar einen Sieg der Reichsbündler, deren eigentliche Domäne die A. T. E. ist; aber diesem Sieg steht eine so starke Minorität entgegen, daß der Ausfall der Wahlen uns überraschen muß. „Noch einen solchen Sie g", rief Pgrrchus, und ich bin verloren!" Und so ähnlich können die großmäuligen Herrschaften nach dem Ausgang der Pensionsfondswahlen ausrufen. Der Ausgang der Wahlen zeigt deutlich, daß es mit der Macht der Herren Reichsbündler bei der A. T. E. langsam zu Ende geht. DaS Resultat der Wahlen ist folgendes: Reichsbund Sozialdemokraten Provisionsfonds A 447, 438, 432 316, 204, 202 B 767, 765, 763 5 44, 540, 538 80 Stimmzettel waren leer, 6 ungültig; eine dritte Kandidatenliste erzielte im Pensionsfonds Ä 171 und 168: im Pensionsfonds B 103 und 09 Stimmen. Die Majorität der Reichsbündler im Pensionsfonds A beträgt demnach, wenn man. auch die Stimmen der dritten Liste mit in Anrechnung bringt, netto 66 Stimme»; im PensionS-fonds B 130 Stimmen. Die Herrschaften werden sich freilich bemühen, aus diesem Pyrrhussieg einen großen Sieg zu machen. Dis Zahlen beweisen aber, daß auch bei der A. T. E. für die Reichsbündler die „Tage von Aranjuez" gezählt sind. Der Ausfall dieser Wahlen zeigt mit aller Deutlichkeit. daß die Bediensteten der A. T. E. beginnen, über die „Tätigkeit^ derReichsbündlernachzudenken; erbeweist. Laß eine große Anzahl der Bediensteten sich nicht mehr mit Phrasen begnügen, sondern eine positive, Erfolg bringende Arbeit sehen wollen und diese können und wollen die »deutschen Eisenbahner"' nicht leisten. Während bei anderen Bahnen, wo Sozialdemokraten im Ausschuß sitzen, zum Wohle der Mitglieder gearbeitet wird, wo Schritt für Schritt Erfolge errungen werden, haben die Herrschaften bei der A. T. E. gar nichts gemacht, ja sie haben es nicht einmal für notwendig gefunden, ihren Wählern einmal einen Bericht zu erstatten. Wie die Bediensteten, die doch den Beamten gegenüber in einer entschiedenen Majorität sind, mißachtet werden, geht daraus hervor, daß im Pensionsfonds A bloß ein Unterbeamter, im Pensionsfonds B bloß ein Diener sitzt, während die übrigen zwei Beisitzer in beiden Fonds den Beamten zufielen. Nur so weiter, ihr Herren, einen Erfolg werdet ihr mit eurer Arbeit, mit Lüge und Verleumdung gewiß erzielen: die Verachtung aller rechtlich denkenden Eisenbahnbediensteten! Für unsere Genossen aber wird diese „Niederlage" Anlaß sein, sich mit voller Kraft auf die Agitation und Aufklärungsarbeit zu werfen und der Erfolg wird nicht ausbleiben. „Reichsbündler", die zu Juden schnorren yehen. In der Teplitzer „Freiheit" lesen wir: Bekanntlich sind die Deutschradikalen programmgemäß lAntisemiten, so wie sie programmgemäß alle Nationen anfeinden und die römische Kirche befehden. Es ist nicht weniger bekannt, daß diese Deutschradikalen in den Wein ihres Antiklerikalismus sehr viel Wasser gegossen haben. Diese Schwenkung hält gleichen Schritt mit ihrer heutigen Auffassung vom Antisemitismus, besonders dann, wenn der Jude das Geld hat. Das jüdische Geld nehmen auch die verbohrtesten Deutschradikalen. Vor uns liegt folgendes Schreiben: .Reichsbund deutscher Eisenbahner, Ortsgruppe Saaz." Saaz, den 24. Juni 1909. Euer Wohlgeboren ! In Anbetracht dessen, daß Ihre rühmlichst bekannten Erzeugnisse in unserer Stadt einen großen Absatz finden, bittet der ergebenst gefertigte Verein, der in den nächsten Tagen ein großes Sommerfest veranstaltet, um gütige Zuweisung einer Spende. Indem wir bitten, unseren Dank im vorhinein entgegenzunehmen, zeichnen wir hochachtungsvoll Die Vereinsleitung. Der Obmann: Johann Wipp ermann. Der Schriftführer : H ü n l. i Dieses Schreiben wurde am 25. Juni d. I. in Saaz von den wackeren Reichsbündlern ausgegeben und an eine jüdische Firma in Oberleutensdorf geschickt. Ob diese jüdische Firma, deren Erzeugnisse die Antisemiten des Reichsbundes loben, den Judenfressern etwas geschickt hat? Wir wissen es nicht. Wenn ja, dann haben die Antisemiten das „jüdische Geld", um das sie Bettelbriefe schrieben, gewiß so hoch geschätzt wie „arisches Geld". Gewöhnlich nennt man aber so etwas charakterlos. Der Brennstoffbezug Bei der Nordbahn. Aus Wächterkreisen wird uns geschrieben: Mit Erlaß Mt Nr. 46993, ex 1908, vom 31. August 1908, gibt die k. k. Nordbahndirektion bekannt, daß laut Eisenbahnministerialerlasses vom 2. März 1908, Z. 62358/9, infolge Einreihung der hierseitigen Bediensteten in den Personalstatus der k. f. österreichischen Staatsbahnen die in den §§ 85 bis einschließlich 98 beziehungsweise § 105 der Instruktion Nr. IX enthaltenen Begünstigungen und zwar der Bezug des Brennstoffes gegen Pauschalvergütung und der Verkauf von Beleuchtungsmaterialieii aus Bahnoorräten an in Natnralwohnungen untergebrachte Bedienstete der Staatsbahnverwaltung für den hierseitigen Amtsbezirk werden in Geltung gesetzt werden, sobald die einzuleitenden Vorarbeiten finalisiert find. Weiter heißt es auf der dritten Seite des Erlasses, letzter Absatz, § 98 der Instruktion IX (1): Gegen Entrichtung eines nach den Bestimmungen des § 91 zu bemessenden Pauschalbetrages kann den Streckenwächtern und den in Wächterhäusern wohnenden Bahnwächtern in brennstofsarinen Gegenden die Aussolgung von Brennstoff ciuS den Bahnvorräten von den Staatsbahndirektionen in einem von denselben festzusetzendem Maximalquantum zugestanden werden. Die gleiche Begünstigung kann denjenigen Streckenwächtern gewährt werden, welchen Naturalwohnungen außerhalb der Wnchterhänser angewiesen sind. Auf der vierten Seite, erster Absatz, heißt cs. für die Signalhütten, Block- und Zugmeldehütten, sowie Diensträume, welche an den Wächterhäusern angebaut sind und von der Familie nicht benützt werden, ist der Brennstoff während der Wintermonate in einem angemessenen Quantum unentgeltlich in natura ab-zugcben. Die k. k. Nordbahndirektion war laut Amtsblatt, Stück XLVIII vom 22. September 1908, Akt Nr. 46993, ex 1908, Zirkular Nr. 159, mit den notwendig gewesenen, umfangreichen Vorarbeiten fertig und wurde die Verordnung mit 1. Oktober 1908 in Kraft gesetzt, nämlich in der Tintenburg am Papier. ES wurden die Pauschalbeträge ab 1. Oktober in Abzug gebracht und zwar pünktlich, aber anders sah es mit der Abgabe des Brennstoffes aus. Auf einigen Strecken erhielten die Wächter im Monat Dezember mit großer Mühe die Kohle für Wächterhäuser, für die Diensthütten erst im Monate Jänner 1909, aus anderen Strecken bekamen zwar die Wächter rechtzeitig die Kohle, aber in welchem Ausmaße? Kaum daß sie durch ein halbes Monat im Wächterhaus und in den Diensthütten daS Auflagen fanden. Trotz aller Beschwerden bei den Bahnmeistern und Strecken-Vorständen bekamen die Wächter entweder ein Achselzucken als Antwort, oder: „ich Hab keine" l Ja. der Herr Streckenvorstand von Lundenburg sagte sogar: „daß die Wächter unverschämt sind'. Man sieht deutlich daraus, wie wohlwollend das Wächter-personale von seiten der unmittelbaren Vorgesetzten behandelt wird. Infolge Mangel an Brennstoff und der im vergangenen Winter herrschenden Kälte nahm ein Wächter eine Stange und streifte von dem Kohlenwagen einige Stücke Kohle herunter, um während der Ausübung des 16 ständigen Dienstes nicht zu erfrieren. Der betreffende Wächter wurde angezeigt und strafweise entlassen. Wir fragen, ist diese Entlassung gerechtfertigt? Warum wurde der Streckenvorstand nicht zur Verantwortung gezogen, da dieser Herr doch den Wächtern für den festgesetzten Pauschalbetrag mcht das benötigte Quantum Kohle für die Wächter-Häuser gab? Korrespondenzen. Krems it. d. Donan. „Steuerträger, zahltk",so schrieb die .Landzeitung' in Nummer 26 vom 26. Juni l. I. über die Eisenbahner von Krems a. d. Donau. Wir waren zuerst der Meinung, es handelt sich darum, daß die elenden Taglöhne der Bahnbediensteten verbessert und die überlange Dienstverwendung derselben erleichtert werden sollte, durch Anregung der Steuerzahler. U Bei weiterer Durchsicht des Artikels sahen wir aber, daß der Artikelschreiber unseres Erachtens nicht ein Steuerträger sein kann, wohl aber zu jenen Leuten zählen dürfte, welche müßig ihre Stunden verbringen und alles beschnüffeln und bekritteln, aber vom Eisenbahndienst und deren Gefahren wohl sehr wenig oder gar nichts verstehen. . Denn für so naiv halten mir den Artikelschreiber doch nicht, daß dieser annahm, die Eisenbahner von Krems treiben mit dem Bahneigentum Wandalismus. Weiß doch heute jeder, daß die Strafen oft bei ganz kleinen Vergehen sehr harte sind und der Bahnbedienstete sich und seiner Familie in seinem Fortkommen schadet. Gesundheit und Leben stehen auf dem Spiele und die Zahl der Tötungen vermehrt sich von Jahr zu Jahr in ganz erschreckender Weise. Wenn daher der Artikelschreiber diese Sache so ausgepauscht hat, wenn drei alte ausgemusterte Schotterwagen, welche bei Anschüttung der neuen Stationsanlage in Verwendung standen, infolge der primitiven, provisorischen Geleiscanlagen in die Vertiefung stürzten, so kommen die Bediensteten zu der Meinung, daß derselbe kein Freund der Bahnbediensteten sein dürfte, trotzdem diesem vielleicht schon Wohltaten und Vorteile von den Bahnbediensteten bei irgendwelchem Anlaß zuteil wurden. Immerhin ist dieser Fall lehrreich für die Bahnbedienstcten, wie auch für die Bahnverwaltung. Strenge Handhabung der Eisenbahnvorschriften und keine Erteilung von Privilegien an so manche, das wäre die einzig richtige Antwort für solche Anrempelungen. Dies werden die Kremser Eisenbahner sich vor Augen halten, um nicht von Faulenzern als nachlässig bezeichnet zu werden. Allerdings können wir die Bahnverwaltung nicht ganz in dieser Sache freisprechen, denn selbe hat das nötige Personal anzustellen und sür eine angemessene Dienst-, beziehungsweise Arbeitszeit vorzusorgen, endlich, daß derlei Vorkommnisse nicht durch Wochen hindurch den Passanten zur Schau am bewußten Platze bleiben und so der Kritik der Ortsbewohner und Fremden Anlaß bieten. Stauding. (Stauding-Strarnberger Lokalbahn — Streckenleitung.) Wenn bei uns irgendwo auf der Strecke der Name Judas erwähnt wird, so weiß jeder, daß mit diesem Worte der Titularbahnausseher S o s n a gemeint ist. Daß er mit diesem nicht gerade wohlklingenden Namen allgemein bezeichnet wird, hat sich dieser Mann selbst zuzuschreiben, da er durch sein fanatisches und denunziatorisches Benehmen diesen Titel mit Fug und Recht verdient. Da seine persönlichen und sachmännischen Fähigkeiten noch sehr viel zu wünschen übrig lassen und dieser Gernegroß die Arbeiter mit „Gauner, Schuhsetzen" 2c. tituliert, so ist die Achtung vor diesem Vorgesetzten keine allzu große je gewesen. Um wenigstens doch äußerlich als etwas Besseres zu scheinen, so war sein ganzes Streben aus das Tragen der Unter-beamtenunisornl gerichtet, um eventuell bei Nichteisenbahnern Respekt einznflüßen. Er wurde auch vor zwei Jahren bei der Betriebsleitung diesbezüglich bittlich; diese gab ihm wohl die gewünschte Uniform, doch ist er im Range der Dienerkategorie verblieben, bis er wird die verschiedenen kleinen dienstlichen Schriften stilistisch und orthographisch halbwegs schreiben können. Nun hofft Sosna, daß ihn die Betriebsleitung außer-tourlich zum Unterbeamten anvancieren lassen wird, doch glauben wir, die Betriebsleitung hat verdienstvollere Diener, die gewiß Anspruch auf eine Beförderung haben. Es sind hier Bedienstete, die acht und zehn Jahre selbständig den Verkehrsdienst ausüben und die Verkehrs- und kommerziellen Prüfungen hinter sich haben, während von Sosna nichts bekannt ist, daß derselbe irgendwelche Prüfungen abgelegt hätte. Wir erwarten, daß diese Zeilen den Titularbahnausseher Sosna zur Bekehrung führen. Dem Personal rufen wir aber zu: „Hütet euch vor dem Judas und organisiert euch I“ Rosenbach. (Karawankentnnnel.) Der Oberbau? arbeitet P. Strempfl wurde am 4. Juni 1908 als er sich zur Arbeit begeben wollte, bei der Kreuzung zweier Züge schwer verletzt. Durch die Verletzungen und den Blutverlust blieb er bewußtlos liegen und nach seiner Auffindung wurde er mit dem nächsten Zug nach Villach ins Krankenhaus transportiert. Nach sechsivöchentlicher Behandlung wurde Strempsl als „zur Arbeit unfähig" aus dem Spital entlassen und bezog eine 95prozentige Unfallsrente. Nach einigen Monaten bekam Strempsl ein aufgedunsenes Gesicht, was den Bahnmeister Wernsberger veranlagte, Strempsl für gesund und arbeitsfähig zu erklären. Die Rente wurde eingestellt und Strempfl war zwei Monate ohne Geld. Der arme Murin irrte nun zwei Monate mittellos umher und konnte nirgends seinen Hunger stillen. In dieser kurzen Zeit ging es mit ihm bergab und er besand sich in einem äußerst traurigen Zustand. Am 18. J'mt d. I. war er nun so schlecht, daß inan ihn ins Spital überführen mußte, wo er am 24. Juni von seinem elenden Dasein erlöst wurde. An dem Leidensweg des Arbeiters Strempsl sowie an dem Vorgang des Bahnmeisters kann sich mancher der hiesigen Arbeiter ein Beispiel nehmen, wie man als Krüppel behandelt wird. Gleichzeitig fühlt sich die gesamte Arbeiterschaft verpflichtet, den Werkmeister Herrn F u ch s für fein opferwilliges Bemühe» um den Transport des kranken Kollegen Strempfl den besten Dank auSzufprechen. Locherboden. (Tirol.) Immerzu und überall hören wir verschiedene Zugsführer und Unterbeamte schimpfen und poltern, daß die durch die passive Resistenz erzielten Zugeständnisse noch nicht durchgeführt worden sind. Ja, es ist vollständig richtig, daß noch so manche Zugeständnisse der Verwirklichung harren, doch wo sind die Herren, die sich heute als die Unzufriedenen auf-fpielen, bei der passiven Resistenz gewesen? Welche erbärmliche Rolle hat so mancher dieser Herren während der kurzen Kampfperiode gespielt. Wir wollen nicht weiter daraus eingehen, doch daS eine muß diesen Leuten gesagt werden, ohne der passiven Resistenz, die zumeist von dein Lastzugspersonale und den Verschiebern ausgeführt wurde, hätte es keine nennenswerte Erfolge gegeben, also auch keine oder doch nur wenige Unterbeamtenröcke für diese Herren. Wohlan! Wenn die Leute mit den Erfolgen so unzufrieden und so kampseSlustig sind, warum laßt ihr nur immer die anderen kämpfen, warum tretet ihr nicht ein in die Reihen der Kämpfer? Die Ausrede oder auch Tatsache, daß ihr jederzeit den Roten eure Stimmen geben werdet, genügt nicht. Wer es ernst und ehrlich meint, muß Mitarbeiten, muß elfcit, daß die Errungenschaften durchgeführt und dauernd er-alten bleiben. Es gibt doch noch so viele llebelstände, die gemildert oder beseitigt werden müssen, da bietet sich für die Herren kampfeslustigen Oberkondukteure ein weites Arbeitsfeld zur Beteiligung an einen zähen und, ausdauernden Kampf. Sollen denn nur immer die Kleinen und wirtschaftlich Schwachen für die Bessersitnierten Erfolge erringen? Der Kondukteur, der Wächter, der Oberbauarbeiter u. f. w. soll feine freie Zeit und sein Geld für die Organisation opfern, damit Erfolge für die Unterbeamten erzielt werden, das kann ein ehrlich denkender Mensch doch nicht ernstlich verlangen. Darum weg mit dieser Bierbankpolitik und hinein in die Organisation, dort ist der Platz zum Reden und zum Handeln, dort lernt man die eigenen Fehler und Schwächen und die Ueberlegenheit der Gegner kennen. Das Schimpfen und Räsonieren wird verstummen, sobald die Ursachen erkannt werden. Hartbera. (BahnerhaltungssektionFürsten-f e l d.) Durch die Persetzung des Bahnmeisters W i l a n d nach Bad Gastein haben die Oberbauarbeiter und Wächter einen brutalen Vorgesetzten losgebracht. Die meisten der hiesigen Arbeiter sind herzlich froh, diesem Menschen nicht weiter zu unterstehen und hoffen, daß. die Ober* bauaroeiter auf der Strecke Bad Gastein mit den Grobheiten dieses Bahnmeisters bald ausräuinen werden. Peinlich berührt uns der Abschied doch einigermaßen, da Bahnmeister Wiland Bei seiner eiligen Abreise seinen Zuträger, denPartieführer Ern st, zurückgclasfcii hat. Dieser Arbeiter würde am liebsten jene Oberbauarbeiter, die ihm nicht zu Gesicht stehen, entlassen, doch da er selbst froh fein muß, daß er nicht entlassen wird, so wäre diesem Mann nur zu raten, hübsch ruhig zu sein und nicht zu brüllen, denn sonst könnte einmal eine Anzeige erstattet werden und die Herrlichkeit hätte ein Ende. Vorderhand empfehlen wir.dem „Partieführer" Ernst, den Erlaß Nr. 15.501/3 vom 10.Mai 1908genau durchzulefen und pünktlich einznhalten. Die k. k. Bahnerhaltungssektion Fürstenfeld wird freundlichst gebeten, in Zukunft die Anzeigen des Partieführers E r n st genau zu untersuchen und sie wird finden, daß die Oberbanarbeiter dieser Strecke den an sie gestellten Anforderungen stets Rechnung getragen haben. Vordernberg. (Heizhaus der k. k. S t a a t s b a h n.) Wir haben hier zwei Turnusse, und zwar den Stammturnus, in welchen die Führer und einige ältere Anwärter eingeteilt sind. Der Stammturnus enthält keinen Nachtdienst und kann sich der Heizer nach vollendeter Dienstleistung entsprechend ausruhen. Der zweite Turnus ist der AblüfeturnuS, wo zehn Partien der jüngeren Anwärter und Heizer ohne Unterschied auf das Dienstalter eingcteilt sind. Beide Turnusse sind von Herrn Ingenieur Galtet erstellt und von der k. k. Staatsbahndirektion in Villach genehmigt. Von den acht Diensttouren, welche der Heizer des Ab-löseturnufses zu leisten hat, fallen 62 Stunden in die Zeit von 7 Uhr abends bis 9 Uhr vormittags, inzwischen hat er keine einzige vollständige Nacht zum Schlafen. > Es ist wohl nach den ersten vier Dieiisttouren ein freier Tag eingeschaltet, aber wie sieht dieser aus? Ankunst in Vordernberg um 3 Uhr früh mit Zug 1953. Um 7 Uhr früh muß derjenige Heizer, der an der Tour ist, im Heizhaus sein, um die Maschine auszuwaschen. Er hat somit nach einer 14ftiindigen Dienstleistung eine Ruhepause von 3 Stunden 28 Minuten. Täglich werden zwei Maschinen ausgewaschen, kommt der betreffende Heizer zuerst daran, dann ist es möglich, daß er um halb 11 Uhr vormittags nach Hause gehen kann. Wird aber die Lokomotive der Stammpartie zuerst ausgewaschen, bann kann der Heizer der Ablösepartie bis 12 Uhr im Heizhaus bleiben und dann, vorausgesetzt, daß er nicht um halb 3 Uhr in die Schule kommandiert wird, kann er sich erst zur Ruhe begeben, um bis 11 Uhr nachts sogenannten freien Tag zu feiern. Bei einem gleichmäßigen, für alle gültigen Turnus wäre dies alles überflüssig. Doch dies ist in Vordernberg nicht gut möglich. Wir haben einige ältere Führer, die nicht dulden wollen, daß auch andere mit ihrer Maschine fahren und könnte weiterö-hin und wieder einmal ein Zug unterbleiben und dies dürfte bei diesen Herren nicht Vorkommen. Unter diesen Umständen muß man sich die Frage aufwerfen, ob der Erlaß des k. k. EifenbahnministeriumS vom 9. September 1908 außer Kraft getreten ist. Die hiesigen dienstlichen Verhältnisse werden zu oft mit den einer Klein- oder Lokalbahn verglichen und verwechselt, was aber auf keinen Fall richtig ist. Unter-siSka. Indem e8 nicht allen gegönnt war, sich vom Werkmeister Herrn Franz Pauritsch persönlich zu verabschieden, benützen wir diesen Weg ihm ein herzliches Lebewohl nachzurusen. Wir wünschen, Herr Pauritsch möge sich im neuen Domizile glücklich fühlen und den Meraner Kollegen gratulieren wir zu ihrem neuen Vorgesetzten., Den Genoffen, welche in Siska wohnen, diene zur Kenntnis, daß der Konsumverein für Laibach und Umgebung die Filiale in Unter-Siska am 26. Juni eröffnet hat. Anmeldungen und Einzahlungen werden von nun an auch im Geschäftslokale entgegengcnoimne.i. Landeck. iK. k. Bahnerhaktun gLsektion Innsbruck.) Bekanntlich wurde vom k. k. Eifenbahnmiuisterium im Jahre 1908 für die Lohnaufbesserung der Arbeiter eine Geldsumme von drei Millionen Kronen bewilligt, die Verteilung aber leider bis heute noch nicht durchgeführt. Aus diesem Anlaß wurde am 1. Jänner 1909 von der k. k. BahnerhaltnngS-sektion Innsbruck an die älteren Arbeiter und Profeffioniftcn ein nach dem Dienstalter berechneter Geldbetrag von 14 bis 25 Kr. für die Monate Oktober, November und Dezember 1908 ausgezahlt. Am 1. Juli 1909 wurde den Profefftonlften bei der Auszahlung ihres Lohnes von der k. k. Bahnerhaltungssektion Innsbruck der Betrag aber zur Gänze wieder abgezogen mit dem Beckerken, „die Profeffioniftcn hätten darauf keinen Anspruch gehabt" Dieser Vorgang hat eine große Erbitterung unter den Pro-sessionisten hervorgerufen. Ein solcher Borgang muß als eine Rücksichtslosigkeit der k. k. Bahnerhaltungssektion Innsbruck gegen ihre ohnehin elend und schlecht bezahlten Profeffioniftcn bezeichnet werden. Die Löhne der Prufcffioniflen, welche größtenteils mit ihren eigenen Werkzeugen arocitcn muffen, können als Hungerlöhne bezeichnet werden und find niedriger als die Löhne der gewöhnlichen Taglöhner bei jedem Unternehmer. Daß sich eine löbliche k. k. StaatSbahndirektion Innsbruck nicht schämt, so elende Hungerlöhne zu zahlen, ist bedauerlich, aber daß sich diese noble K. k. auch nicht schämt, schon einmal, und zwar schon vor sechs Monaten ausbezahlte Beträge, diesen ohnehin ausgehungerten und auSgebcuteten Arbeitern auf einmal abjsnziehen, ist einfach ein Skandal, ja eine Schande für Oesterreich. Kleinreifling. Durch die Versetzung des Heizers Kalten-b r u n n e r aus Kmttelfeld wurde uns ein Individuum aufgc-halst, das durch seine Tätigkeit als Hilfsarbeiter der Metallwarenfabrik .Austria" sowie als Kohlenpartieführer nicht gerade die besten Erinnerungen hinterlassen hat. Wir empfehlen deshalb unseren Kollegen, jeden persönlichen Verkehr mit diesem Menschen zu meiden. Linz. Aus Marchtrenk wird uns geschrieben: Wie bekannt, hatten wir vor kurzer Zeit in der Strecke Wels—March -trenk eine Schicnennculage, die dem Akkordanten Breinfalk übertragen wurde. Obwohl Herr Breinfalk feinen Arbeitern um Kr. 120 bis Kr. 1'30 mehr gab als der Taglohn für die Oberbauarbeiter der Staatsbahndirektion Linz beträgt, so konnte er doch einen täglichen Reingewinn von ungefähr 300 Kr. für seine Person erzielen. Herr Inspektor Schierbaum dürfte damals, als et den Akkord an den Unternehmer Breinfalk übergab, ein wenig an fachtechnifchem Koller gelitten haben. Jetzt muß natürlich dieser Ausfall hereingebracht werden. So verkehrt gegenwärtig ein Schotterzug, wo eine Partie von 16 bis 18 Oberbauarbeitern in der Zeit von 70 Minuten nicht weniger als 10 Waggon Riefelfchottcr aufladen soll. Dabei liegt der Schotter sehr ungünstig. Neberhaupt scheint diese Schotterverladung auch eines jener usuellen Hirschauer-Stückchen zu sein, wie felbe auf unserer Strecke häufig ausgeführt werden. Auf der einen Seite wird daS Geld mit vollen Händen hinausgeworfen, auf der anderen Seite versucht man aus dein Schweiße der Arbeiter die Defizite zu decken. Biinaubnrg. (K. k. Staatsbahnen.) Schon in der letzten Nummer unseres Blattes beschäftigten wir uns mit dem Stationsleitcr Herrn Lorenz, doch hat bis heute keine Untersuchung in dieser Angelegenheit stattgefunden. Sonst haben wir bei dem geringsten Schmarrn gleich einige Herren zur Protokoll-'einvernahme hier, doch wo es sich nur um Interessen der Parteien und Arbeiter handelt, läßt man die Einvernahme von jenen Herren machen — die diese Mißverhältnisse selbst geschaffen habe». Jedenfalls einesalomonischeEinrichtung, die bei den k. f. Staatsbahnen noch lange nicht auS-sterben wird. Zu dem sprichwörtlichen Schmutz und der Unordnung in der Station Bünauburg, gepaart mit grober Behandlung der Bediensteten, gesellt sich seit kurzer Zeit eine höchst ungleiche Behandlung gegenüber den Parteien. Bringt zum Beispiel eine Partei kurz vor 6 Uhr abends, noch Güter zur Aufgabe, so gibt es von Herrn Lorenz ein furchtbares Donnerwetter und die Partei muh, wenn fie sich nicht mit dem Rücktransport plagen will, diese Güter die ganze Äcicht in einem Holzschupfen unbewacht liegen lassen. Eine zweite Partei kann jedoch Güter zu jeder Stunde, ob Wochen-, Sonn-oder Feiertag, aufgeben und wird freundlichst bedient. Ja in; zweiten Falle scheint Herr Lorenz nicht zu wissen, oder will nichts wissen, daß Eilgüter an Sonn- und Feiertagen nur vormittags ausgenommen werden dürfen. Wir glauben, Herr Lorenz wird schon wissen, wie und warum manche Parteien besser behandelt werden, wozu wäre er denn Slationsleiter? Leiter fein, das ist fein, denn es trägt so manches ein. Dieses Liedchen wollen wir noch einige Zeit gelten lassen, wenn jedoch keine Besserung eintreten sollte, dann werden wir unbarmherzig in diesen Winkel hinein-leuchten und alles der Öffentlichkeit preisgeben. Wir werden uns hierbei nicht mit Pechfackeln behelfen, da diese bereits bei der Sonnwendfeier des deutschen Turnvereines in Bünauburg den Flammentod gesundest haben. ‘loch hoffen wir, daß der grelle Schein unserer Fackel, die wir aus eigenem Gelde anschassen und bezahlen werden, in die finsteren Winkel der Station hineinleuchten wird und da konnte c5 sehr leicht passieren, daß mehr ans Licht kommt, als man bis jetzt nur vermutete. ftlmnuiftcnt, Haltestelle der Tanerubahn. Hier haust gegenwärtig ein gewisser Geringer. Tiefer liebenswürdige Mann wird nun nach Mallnitz am Tauerntunnel versetzt. Um den Arbeitern zu zeigen, ivelches Subjekt dieser Mann ist, wollen wir hier einige Taten aufzahlen. Er nennt die Arbeiter: „Laus-bua, Rotzbua, schau, daß d' heimkvmmst, sonst nimm' i di’ bei die Ohren, du Schwindler." Im Winter hatte er einem Arbeiter eine Ohrfeige gegeben. Eine Heuhütte, welche die k. k. Staatsbahn i>ci der Haltestelle bauen ließ, ließ er wegtragen und wollte sie um 30 Kr. verkaufe», lieber Erkundigung beim Bahnmeister sagte dieser: „Er hat cs nicht zn verkaufen, es gehört nicht ihm." Bor kurzer Zeit war dieser Mann in Mallnitz und sagte, als er zurückkam: Der Bahnmeister Fleischer soll ihm gesagt haben, cr soll keine Sozi hinüberbringen und wenn einer von den Arbeitern kritisiert oder daß ihm der Lohn zu wenig ist, brauche er nur einen Zettel zu schreiben, worauf der Betreffende beim Bahnmeister die Abrechnung holen kann. Weiter foll sich Geringer rühmen, daß ihn der Bahnmeister ersucht habe, er möchte ihm behilflich fein, er verstehe von der Eisenbahn zu wenig, er werde ihm dann schon auch helfen, daß er vorwärts kommt und wenn möglich, kann er es zum Bahnmeister bringen. Ihm ebenbürtig ist auch die Frau Geringe rs, welche den Arbeiter einen roten Hund nennt, wenn er ihr kein Stubenmädchen abgibt. 2t. Valentin. (Heizhaus.) Im Monat Mai bereiste ein Organ der Gemralinfpcktion den Linzer Direktionsbezirk und fand auch in unserem Heizhaufe eine Anzahl von Mängel an Lokomotiven. Daran wäre nichts zu kritisieren, im Gegenteil, wir begrüßen sogar eine gründliche Inspizierung, doch darf man für die aufgefundenen Mängel und Fehler nicht ausschließlich die Lokomotivführer verantwortlich machen und bestrafen. Wegen den Vorgefundenen Mängeln wurden mehrere Lokomotivführer bestraft und zwar wegen Nachlässigkeit in der Wartung der Lokomotive. Dein M aber nicht so. Jeder der die Verhältnisse im Heizhaus St. Balentin kennt, wird bestätigen müssen, das; nicht die Führer, sondern die dienstlichen Verhältnisse daran fchulö find. Die meisten Mängel wurden bei der Serie 29 konstatiert. Wieso kommt dar? Ganz einfach: Die Lokomotiven werden erst jeden zehnten Tag ausgewaschen und da sie in der Zwischenzeit fortwährend unter Dampf stehen, kann keine Reparatur durchgeführt werden. Daran ist weder der Expositurlciter Herr ft i n a ft noch das Lokomotivpersonale sch ildlragend. Was nügt es dem Lokomotivführer wenn er jede Reparatur sofort eintrügt, wenn diese nicht früher behoben werden kann, bis die Maschine ausgewaschen wird. Die vielen Uraenzen beweisen dies am allerbesten, daß es nicht Rachlöfstgtett der Führer ist, wenn viele Reparaturen fällig find. 86mal im Jahre stehen die Maschinen „Serie 29“ kalt im Heizhause und wer da imstande ist, seine Mafchitie so zu behandeln daß keine Mängel Vorkommen können, der möge es uns lernen, wir werden uns sehr dankbar dasür zeigen. Doch ein Sündenbock muß und wird immer gefunden werden. Die Lokomotivführer in St. Valentin werden in Zukunft eine jede Reparatur sofort eintragen ohne Rücksicht, ob selbe behoben werden kann ooer nicht. Wenn das inspizierende Organ die Mängel alle eingetragen findet, so wird er uns hoffentlich nicht mehr wegen Nachlässigkeit zur Anzeige bringen. Standing, St. Gt. L. B. Wohl aus keiner Bahn werden die Wächter so ausgebeutet, wie in der Station Freiberg der St. St. L. B. ES sind dort sechs Weichenwächter angestellt, die täglich im Dienste sind und auch als Magazinsarbeiter verwendet wecdm. Der Dienst für den Weichenwächter beginnt um 4 Uhr 45 Minuten früh und endet um 9 Uhr 30 Minuten nachts, den folgenden Tag um 8 Uhr früh bis 6 Uhr abends. Daun wiederholt sich der Dienst von 4 lUjr 45 Minuten früh bis 9 Uhr 30 Minuten nachts u. s. w. Alle 14 Tage ist dann ein Sonntag frei. Seit 1. Mai ist eine Vermehrung der Personenzüge ein-getreten, infolgedessen eine bedeutende Vermehrung der dienstlichen Arbeiten, doch von einer Beistellung von Arbeitern ist nichts zu bemerken, trotzdem zwei Mann notwendig gebraucht würden. Eine alte Frau von 60 Jahren muß die Wegüber-fetzmig überwachen, damit der Weichenwächter auf seinem Posten bei den Wechsel» sein kann. Derartige Zustände sind auf die Dauer nicht haltbar und müssen unbedingt abgeändert werden. Linz. (Wenn das ein anderer getan hätte.) Durch Zufall wurde im Heizhause der k. k. Staatsbahndirektion in Linz ein Schwindel aufgedeckt, den der vor zirka einem Jahr definitiv angeftellte Magazinsauffeher Moser, ein strammer Deutfchiiationater und verbissener Sozifresfer, wahrscheinlich schon seit Jahren dort betrieben hat. Dieser „edle' Mann lebte auch dementsprechend aus großem Fuße und spielte in der Gesellschaft den scharmanten Kerl, was übrigens leicht möglich war, denn Geld hatte er wie Mist, das liegt ja als „schwarzes Gold" genug am Bahnhofe, nur muß man eS anfzuheben verstehen und — das verstand er aus dem ff. Auf der Bahnpost erhielt er wiederholt Postanweisungen auf Beträge von 200 bis 300 Kr., die er natürlich selbst an sich aufgegeben hatte, damit die Geschichte nicht auffüllt und so konnte er mit dem anderen Gelde, das auf eine weniger umständliche Art und Weise in seine Rafft stoß, jahrelang ein flofcefl Leben führen, ©»int grau und Kinder verstieß er, um mit der Tochter eines ebenfalls strammen Deutsch-nationalen ein neune Liebesverhältnis zu beginnen, ans dem bereits zwei Kinder entsprossen. Für diese nun und sich allen noblen Sporten hingebend, machte er Auslagen, als dürfte er ein Vermögen von Taufenden von Kronen haben. Aber ein Zufall lüftete den Schleier und eine DiLziplinaritnterfuchung war nicht mehr zu umgehen. Es wurde eine Schadensziffer von 600 Kr. angenommen, die aber dem Auswande dieses .edlen" Mannes gar nicht entspricht. Auch bei der Bemessung her Strafe ging man mit einer bisher ungewohnten Milde vor, indem man den Herrn einfach in eine andere Station, wie es heißt nach Knittelfeld, versetzte. Man halte sich dagegen die Bestrafungen vor Augen, welche Beamte getroffen haben, die kaum mehr verbrochen hatten und doch sofort entlassen wurden, man denke daran, daß Diener oft wegen einer Kleinigkeit auf minderent-lohnte Posten versetzt wurden, und man erinnere sich schließlich der barbarischen Strafen, welche wegen geringerer Vergehen über Arbeiter verhängt ivurden. Wir begreifen es vollkommen, daß man Bergehen nicht straflos lassen kann, aber warum auf der einen Seile eine rücksichtslose Strenge und ans der anderen Seite diese auffallende Milde. Aber noch ein anderer Punkt wäre auf-zuklären. In Bezug auf Eigentumsdelikte kennt bei der Aufnahme eines Arbeiters, die Direktion keinen Spaß. Aber auch andere Verfehlungen, Jugendstreiche, die durch ein jahrelanges, ehrliches Leben bereits gejühnt wurden, gelten als Ausfchlietzungsgrund. Wieso konnte aber dieser „edle" Germane definitiv angestellt werden, der doch schon ivährend seiner Militärdienstseit ein halbes Jahr wegen Kameradschaftsdiebstahl eingefperrt faß? Spielt hier die Protektion wirklich eine so große Rolle oder haben die bösen Zungen recht, die da behaupten, daß der deutschnationale Held, als die Geschichte aufkam, drobte: .Wenn ich entlassen werde, fliegen auch andere" Etwas muß doch dahinter stecken! Stadlau. Wie bescheiden in manchen Fällen das Verständnis der leitenden Organe für die praktische Ausübung des Dienstes ist, beweist uns am besten die Diensteinteilung der Blocksignaldiener in der Station Stadlau. Im Weichenturm I steht ein Apparat mit 21 Hebeln. Innerhalb 12 Stunden sind 75 bis 80 Aus- und Einfahrten zu stellen. / Rechnet man diese Hebelstellungen für die Züge allein, also ohne jeden Verfchub und ohne Heizhausfahrten, so sind dies in 12 Stunden 750 bis 800 Hebelstellungen. Dann sind zwei Korrespondenzprotakolle zu führen, eines zur Eintragung der in der Strecke zwischen Wien und Stadlau hörbaren. Glockenfignale und eines zur Eintragung der telephonischen Mitteilungen. Wer nur den geringsten Dunst von einer derartigen Dienstleistung hat, muß sich fragen: ja wann hat denn der Mann Zeit, ein Glas Wasser zu trinken oder gar um feine Notdurft zu verrichten? Zudem ist int Weichenturm I weder ein Wort noch ein Brunnen vorhanden und der Blocksignaldiener muß im Bedarfsfall über die Einfriedung klettern, um in das Nächstliegende Wächterhaus zu gelangen. Diese notwendige Entfernung vom Dienstort ist jedoch in-strnktionswidrig, da mittlerweile das größte Unglück passieren kann. Der Weichenturm ist seit dem Jahre 1900 weder innen noch außen jemals gereinigt, noch geweißt worden und bietet infolge dessen für das zahlreiche Ungeziefer einen sicheren Unterstand. Wir haben diese Zustände im Weichenturm I deshalb nochmals aitfgedeckt, um die kompetente Dienstesstelle aus die Verhältnisse in der Station Stadlau aufmerksam zu machen. Nach der Ansicht von erfahrenen Fachmännern ist die Beistellung eines zweiten Mannes im Weichenturm I ein Gebot der Notwendigkeit, schon im Interesse der Sicherheit des Verkehrs. Wenn keine Abhilfe getroffen wird, fo wären die Blocksignaldiener gezwungen, jede Verantwortung ablehnen zu müssen. Strcmsicv.(NationaleHetzereien der „J e dnota“.) Durch die saumselige und energielose Oberaussicht des gewesenen Statimisvorstandes Klaus, find in hiesiger Station Zustände eingetiffen, welche einfach als skandalös bezeichnet werden mußten gewisse Organe machten was sie wollten, besonders im Frachten-inagazin; es ist nicht möglich hier alle diese Greuel zu schildern, wir glaube» aber die Zustande am besten dadurch zu beleuchten, wenn ivir die Aeitfserung, die ein Kontrollor, welcher mit den Erhebungen bei Warenabgänge im hiesigen Magazin betraut war, gelegentlich zu einem Spediteur mochte, daß meinem Zeitraum von 15. Jahren, 50.000 Kr. für Warenabgänge aus dem hiesigen Frachtenmagazin von der Nordbahndirektton gezahlt wurden. Dieser Mißwirtschaft tonnte aber nach der Verstaatlichung der Nordbahn, eine Staatsbahndirektion nicht länger znsehen und wollte Ordnung schaffen ; da ist es nur natürlich, wenn man das Uebel an der Wurzel faßt und daö Oberhaupt, durch welchen diese Mißwirtschaft protegiert wurde, entfernt; Herr KlauS wurde in ein Bureau nach Wien versetzt, um einen Mann als Stationsvorstand für Kremsier Platz zu machen, welcher durch seine 24jähnge, in allen Fächern des EisenbabndiensteS praktischen Tätigkeit sowie vom gesetzten und unparteiischen Charakter, die sichere Gewähr in Aussicht stellte, diesen Augiasstall in Kremsier u reinigen, und dieser Mann war der allgemein bekannte und eliebte Herr StationSvorstand Koller aus Holleschau. Nachdem aber auf diesen Posten auch der in Kremsier stationierte Verkehrsbecnnte Z 11 a, ein Schwager einer Kremsierer Gemeinde-größe reflektierte, wurde Herr Koller als Deutscher ausgerufen, obwohl er eben so gut böhmisch wie deutsch mit den Parteien verkehrt. Nun ging die nationale Hetze los, eine Ortsgruppe der „Zemska Jednota“ wurde gegründet und die Zeitungen fingen zu murren an. Herr StationSvorstand Koller hat somit fein Amt unter den schwierigsten Verhältnissen angetreten, da überdies zur selben Zeit die stramm tschechischradikale Ausstellung eröffnet wurde, wo ein Riescnverkehr sich unter feiner Leitung in der musterhaftesten Ordnung abwickelte und von feiten der Direktion eine belobende Anerkennung erhielt. Herr Koller ging nun unbekümmert der bekannten Hetzer feinen geraden Weg und dieser führte auch inS Frachtenmagazin; durch feme praktischen Erfahrungen kannte ihm dort niemand etwas tiorgaukcln und cS dauerte gar nicht lange, wurde telegraphisch eine Hilfskraft wegen Diebstahl entlassen und der Magazineur vom Dienste bis auf weiteres enthoben. Mit dem nächsten Zug langte ein Magazineur aus Göding an, welcher nach kurzer Zeit definitiv nach Kremsier versetzt wurde; nachdem aber auch auf diesen Posten wieder ein Mitgründer der „Jednota“ auS der Station spekulierte, welcher sein Haus von den Trinkgeldern der allwöchentlich zur Verladung gelangenden Schweine bezahlen wollte, geriten diese “Jednota-1-Leute ganz aus dem Häuschen; es foll nämlich auch dieser Magazineur ein Deutscher fein, obwohl er aus Leipnik gebürtig und der böhmischen Sprache in Wort und Schrift mächtig ist. Alle Kremsierer Winkelblättchen radikal und klerikal wurden bestürmt, diese Germanifation des Kremsierer Bahnhofes zu brandmarken, was auch wirklich in der ordinärsten und gemeinsten Weife geschah. Von dieser Anflegeluitg blieb weder Herr Direktor Baron B a n h a n s verschont, noch Herr Verkehrskontrollor Müller. Vom Herrn Stationsvorstand Koller gar nicht zu reden, für welchen in jeder Nummer dieser Käseblättchen eine ständige Rubrik frei gehalten wird, um ihren Schmutz und Geiser gegen ihn abzulagern. Als aber in letzter Zeit auch der vor zwei Jahren noch stramme Deutsche, von der allgemeinen Organisation wegen eines zweifelhaften Deliktes hinausgeworfene und jetzige Gründer der hiesigen Ortsgruppe der „Jednota“ Magazinsauffeher Navra-t i 1 aus Dienstesrücksichten nach Kojetein versetzt und zwei Unterbeamte, welche wieder in den .Verdacht stehen Deutsche zu fein, nach Kremsier versetzt wurden, das fchlug dem Faß den Boden aus; sofort wurde eine Deputation von den bekannten fünf ,Jednotou-Leuten mit Xaeratil an der Spitze zum Herrn Bürgermeister entsendet, ven welchen sie forderten, ein Telegramm im Namen der Kremsierer Gemeinde an die k. k. Nordbahndirektion abzu- !enden, wo um rasche Bekanntgabe des Grundes, respektive um Innullierung der Versetzung Nauratils ersucht wird; auch hierauf erfolgte keine Antwort von feiten der Direktion. Nun folgen DemonstrationSverfammlungen der Kremsierer > Gemeindegrößen, in welcher eine Resolution von dem. wegen Diebstahl entlassenen Bedienstete», Herrn M eigenster » und Mitgründer der „Jednota“ in Vorschlag gebracht, reo die Drohung ausgesprochen wird, daß wenn binnen acht Tagen diese Versetzungen nicht annulliert sind und die Germanisation nicht aus-hört, eine Demonstration auf dem Bahnhof veranstaltet wird, wo niemand für die Sicherheit haftet. Herr Morgenstern war auch Referent in der Versammlung. Gleichzeitig folgte ein Artikel in dem klerikalen Blättchen „Pozorovatel“, welche alle früheren in den radikalen Blättern an Gemeinheiten weit Übcririfft; er bezeichnet alle deutsche Angestellten als Auswürflinge; wir wissen wohl, daß wenn einmal ein Klerikaler in Wut gerät, er keine Grenzen kennt, was Gemeinheit betrifft. Nun soll aber auch unsere Geduld zu Ende fein, wir Bediensteten protestieren, ohne Unterschied der Nationalität gegen die gemeinen Anflegelungen unseres Herrn StationsvorstandeL, welcher bisher den gerechten Weg ging, ebenso aller Deutschen, welche bis jetzt niemanden etwas im Wege legten, von seiten dieser fünf grünen Jungen von der „Jednota“, welche ihre Erfahrungen von der Eisenbahn auf die „Sokolovna“ überbringen, von wo aus dann diese Gemeinheiten redigiert werden. Eisenbahn Wien-Aspang. Die mit 25. Juni l. I. vorgenommenen Wahlen in den Penfionsfuadsausfchuß endeten mit der fast einstimmigen Wahl der von der Organisation im Verein mit den Vertrauensmännern des Personals ausgestellten Kandidaten. Es erhielten: Maschinenmeister Otto Helm 277, Adjunkt Johann Petters 276, Bahamer st e r Johann Horaöek 275 und Kondukteur Johann Hoffman n 273 Stimmen. Bozen I. Am 30. Juni d. I. fand hier im großen Bürgerfaale eine öffentliche Eifenbahnerversammlnng statt, die von zirka 100 Bediensteten besticht war. Die Genossen Johann Decker und Franz Hartl, Vorstandsmitglieder der beruss-genoffenfchaftlichen UnsalloersichernngSanstalt referierten zum ersten Punkt der Tagesordnung: Bericht der gewählten Vorstandsmitglieder der bcrufsgcnoffcnfdjaftlichen Unfallverfichernngs-anstatt der österreichischen Eisenbahnen Genosse H a r 11 erstattete in sehr fachmännischer Weife den Bericht über die stattgefundene Generalversammlung der berufsgenofsenschastlichen llnfalloerfichc-rungsanftalt. Redner zergliederte in sehr verständlicher Weiie die Arbeit des Vorstandes im abgelaufeuen Jahre, worauf Genosse Johann Decker über die verschiedenen Gesetzgebungen vom Jahre 1869, 1887, 1894 und deren Anwendung. Redner kam zum Schluß auf das neue Sozialversichernngsgefetz zu sprechen und forderte die anwesenden Genossen auf, wenn der Ruf an sie ergeht, alle möglichen Mitteln anzuwenden, um gegen dieses neue Verficherungsgefetz zu protestieren. Beide Referenten wurden für ihre ausgezeichneten Ausführungen mit großem Beifall belohnt. Schluß der Versammlung um 10 Uhr abends. Karlsbad. Am 21. Juni fand in Zeitis Gasthaus eine gut besuchte Versammlung statt, in welcher Genosse W i r k u e r einen ausführlichen Bericht über die Personalkommissionssitzung brachte. * Zum zweiten Punkt wurden die Grundsätze des Provisionsfonds der B. E. B. besprochen und die einzelnen Paragraphen einer allgemeinen Diskussion unterzogen. Die Versammlung findet in vielen Punkten der provisorischen Statuten Mängel, die zum Nachteil der Bediensteten sind. Das Personal kann sich deshalb mit diesem Entwurf der Statuten nicht zufrieden geben und fordert die Vertreter der Organisation auf, mit aller Kraft darauf hinzuwirken, daß die schädigenden Punkte aus den Statuten zugunsten der Bediensteten geändert werden. Nach einem klüftige» Appell an die Mitglieder, fest und treu zur Organisation zu halten, wurde die Versammlung geschlossen. Siamnndsherbera. Sonntag den 6. Juni fand hier eine Eisenbahnerversammlung statt, in welcher Genosse Schober über die Perfonalkommission und den Ausbau der Organisation ein ausführliches Referat erstattete. Die Kollegen werden ersucht, die Vereinsabende fleißiger zu besuchen, da jedesmal wichtige' Angelegenheiten besprochen werden. Nus den Organisationen. Innsbruckl. (Generalversammlungsbericht.) Am 21. Mai d. I. fand im „Adambräu" die Generalversammlung statt AuS dem Berichte der Funktionäre war zu ersehen, daß die Tätigkeit im verflossenen Vereinsjahr keine zwecklose gewesen ist. Die Zahl der Mitglieder ist im letzten Jahre von 85o auf 934 in unserer Ortsgruppe gestiegen, Die Einnahmen betrugen S1r. 12.086-21, die Ausgaben Kr. 11.690-47. Kassenstand mit Ende Mai 1909 Kr. 395 74. Nach dem Tätigkeitsbericht und Neuwahl der Funktionäre hielt Neichsratsabgeordneter Genosse 316ram einen Vortrag über Organisation und Sozialversicherung. Nachdem noch einige Redner sich zum Worte meldeten und verschiedene Anfragen beantwortet wurden, schloß der Vorsitzende mit einetn kräftigen Appell die gut besuchte Versammlung. Wien-Hauptzollamt. Die Konstituierung der Ortsgruppe fand am 15. Juni d. I. statt, wobei Genosse Müller eine» Bortrag über Zweck und Nutzen der Organisation hielt. In den Ausschuß wurden folgende Genossen gewählt: Anton Siegt, Obmann, Josef 23 o l n h o f e r, I. Stellvertreter, Franz GünSdorfer, II. Stellvertreter; BlasiuS Hetfleifch, Kassier, Friedrich Tachner,Stellvertreter; Franz Schnaubelt, Schriftführer, Franz Ernst, Stellvertreter; Josef Fi da, Matthias Schumann, Kontrollore; Karl Musi I, Bibliothekar, Joses H e b e n st r e i t, Stellvertreter; Johann G ob ritz, Johann Mittermaier, Beisitzer; Subkassierc : Gobritz und Schanmann (Nordbahn), Taschner und Heben ft reit (Brigittenau). Einzahlungen werden an den Vereinsabeuden, das ist jeden 2. und 16. im Monat entgegengenommen. Behufs Revision der Bibliothek find die entliehenen Bücher abzugebcn. Sämtliche Zuschriften in Bereinsanaekcgcnheiten sind an Genossen Anton Siegt, H a d e rS d or f - W e i d l i n g a u 23, in Geldangelegenheiten an den Stafflet; BlasiuS HetfIeisch, X., Reisingergasse 14, 111/33, zu richten. Wallachisch-Mcseritsch. Bei der am 31. Mai I. I. statt--eftmbenen Generalversammlung wurden folgende Genossen i» eit Ausschuß gewählt: Johann Matl, Bahnmeister in Kuno-witz-Louezka zum Obmann; Heinrich Michalik, Verfchubauf' scher in Krasna zum Obmannstellvertreter; Gottfried Zapleta 1, Bahnmeister in Wallnchifrh = Mefcritfch als Kassier; Pont Bouczek, MagazinLansseher in Krasna zum Schriftführer; Stefan Hrabanek, Weichenwächter in Krasna zum Schriftführerstellvertreter ; Karl W a l lo ch, StationSmeister inWallachisch-Meseritsch als Bibliothekar; Raimund DoSkal, Blocksignaldiener in Przilas-Osiczko als Bibliotheknrstcllocrtreter; Josef B a r t o f ch, Oberkondukteur in Noinou und Josef Cha 1 upa, Station?--meister in Wallachisch-Meferitfch zu Revisoren. Genoffe Bouczek brachte den Bericht über die Verhandlungen der Delegiertenkonferenz; Genoffe Mouka, Landes-fcfretär aus Brünn, jenen über das Sozialverficherungkgesetz. Sämtliche Eisenbahner der Ortsgruppe Wallachisch-Mefe-ritfch zugeteilten Strecken fordern wir hiermit zu einer regeren Teilnahme am Vereinsleben und zum zahlreicheren Erscheinen cm den Versammlungen auf. Apparate neueste Modelle aller . moderuea tu nuiäi guten Bot- und Zuname Literatur. Gesammelte Schriften von Wilhelm Wolff. Nebst einer Biographie Wolsfs von F r i e d r i ch E n g e l s. Mit Einleitung und Anmerkungen herausgegeben von Franz Mehring. Verlag Buchhandlung Vorwärts, Berlin. Preis broschiert 1 Krone 80 Heller, gebunden 2 Kronen 40 Heller. »Es ist nahezu ein Vierteljahrhundert verflossen, seitdem Friedrich Engels »Die schlesische Milliarde« hcrausgab mit einer Biographie WolffS und einer Einleitung über die Geschichte der preußischen Bauern. Die Schrift ist längst vergriffen und eine neue Auslage erscheint um so dringlicher, als am 21. Juni 1909 der hundertste Geburtstag des Mannes wiedergekehrt ist, der den drei großen Vorkämpfern der deutschen Sozialdemokratie ein ebenbürtiger Kamerad gewesen. — Sie alle haben, als Wolff am 9. Mai 1864 gestorben war, sein Grab mit unverwelklichen Lorbeeren geschmückt. Lassalle widmete, selbst schon ein Opfer des Todes, den Manen WolffS das letzte Wort, das er öffentlich gesprochen hat; Engels schrieb trauernd: »Einen so eichenfesten Kerl, der so zum Volke zu sprechen wußte, und stets im schwierigsten Moment erst recht aus dem Fleck war, bekommen wir nie wieder.« Und Marx hat »dem unvergeßlichen Freunde, dem kühnen, treuen, edlen Vorkämpfer des Proletariats- den ersten Band seines unsterblichen Meisterwerkes gewidmet." Diese Worte, der Einleitung entnommen, die Mehring dem Buche voranschickt, zeigen deutlich die Bedeutung, welche WolffS Schriften beanspruchen dürfen. Von der „Nene» Zeit" (Stuttgart, Paul Singer) ist soeben das 40. Heft des 27. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Die erste Probe. — Eine Geschichte der Gewerkschaftsbewegung. Von N. R j a s a n o s f. — Die Lage der Arbeiterklasse in Elsaß-Lothringen. Von Heinrich Knauf (Straßburg). — Betrachtungen zum Maifcierfonds. Von H. Salamon (Lübeck). — Der MaifeiersondS. Von K. KautSky. — Der blutige Maitag in Buenos Aires. Von G. Av 4 - Lallcmant (San Luis). — Literarische Rundschau: Professor Dr. H. Schollenberger, Das schweizerische öffentliche Recht. Bon M. N. — Zeitschriftenschau. Die „Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchhandlungen, Postanstalten uhb Kolporteure zum Preise von Mk. 3'25 per Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur per Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft kostet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Ultramontane Leistungen. Von Graf Paul von Hoenbroech. Zweite verbesserte Auslage. Frankfurt a.M. 1909. Neuer Frankfurter Verlag. Preis 60 Pf. Nach fast 14 Jahren erscheint von dieser Broschüre eine Neuauflage, da sie, wie der Verfasser im Vorwort betont, heute vielleicht noch aktueller als beim ersten Erscheinen ist. Die erste ultramontane Leistung betrifft Belgien. Die Vermehrung der Klöster, der Einfluß der Geistlichkeit, besonders seit sie die Hand auf die Schule legen durste, wird hier mit Zahlen und Tatsachen belegt, von denen die über die Zuuahnie der Analphabeten den Kultusministerien zur Kenntnisnahme zu empfehlen sind. Daß trotz dieser klerikalen Herrschaft fast ganz Belgien sozialistisch ist, kennzeichnet die ultramontane Phrase von der Rettung vor der roten Gefahr durch die Kirche. — Im zweiten Teile werden die Wundcr-berichte des Bischofs von Trier einer Prüfung unterzogen. Gerade in den Tagen des LourdeS-Schwindels (siehe den Fall Rouchel vor dem Metzer Schöffengericht) sind die Ausführungen des bekannten Verfassers über die ärztlichen Gutachten von besonderem Interesse. Mitleilnngen der Zentrale. ZentralansschnMtzung am 1. Juli 1909. — Verhandlung und Beschlußfassung über die Angelegenheiten der Ortsgruppe „Prerau I.*. — Delegierung von zwei Vertretern der Zentrale zur außerordentlichen Generalversammlung in Prerau am 6. Juli 1909. — Verhandlung und Beschlußfassung über eine Beschwerde der Ortsgruppe „Mürzzuschlag". — Entgegennahme des Berichtes der Provinzkontrolle über die am 1. Juli 1909 in der Zentrale vorgenommene Revision. — Erledigung mehrerer Zuschriften der Ortsgruppen. Sprechsaal. An alle Ortsgruppen-, Zahlstellenleiter und Vertrauensmänner. Durch die Uebernahme der verstaatlichten Privatbahncn und Einreihung des Personals in den Status der k. I. österreichischen Staatsbahnen wird in einigen Tagen ein Nachtrag zu dem von uns angekündigtenBuche „Die Bezüge des Personals der k. k. österreichischen Staatsbahnen und der größeren Privatbahnen" erscheinen. Wir bringen dies unseren Genossen und Vertrauensmännern zur Kenntnis, in der Erwartung, dies bei Bestellungen zu berücksichtigen. Die Zentrale. der au, rl An alle Ortsgruppen-, Zahlstettenleiter und Vertrauensmänner! Wir ersuchen nochmals freundlichst, die Unterschriftsbogen der Petition zur Sozialversicherung ser österreichischen Eisenbahner sofort an die Zentrale, „253 i c n, V., Zentagasse 5. einzusenden. (Die Fachblütter „Zelezniöm Znzenec“, „Kolejarz“ und „Zelezniear“ werden um Abdruck gebeten.) Die Zentrale. An alle Ortsgruppen und Zahlstellen im Linzer Direktionsbezirk! In allen Stationen und Strecken mögen Vertrauensmänner der Wächter bestimmt werden und sind deren Adressen zu senden von den Streckenroachtern an Genossen Alois Lehncr, Halte st eilen Wächter in Leon ding bei Linz, von allen S t a t i o n s w ä ch t e r n an Genossen Martin Wahlmüller, Brucknerstraße 28 in Linz. Offene Anfragen. An das i. k. Eisenbahnministerittm. Am 17. April 1909 erschien cip Erlaß des Eiscnbahn-ministers, laut welchem die Bediensteten der eingelöstcn Bahnen, St. E. G.,N. W. B. und S. N. D. D. B. dieselben Begünstigungen bei Familienreisen erhalten, wie ffe die Bediensteten der k. k. Staats-bahneu bereits besitzen; nämlich drei Familienfreisahrten im Jahre. Ta nun diejenigen Arbeiter, welche eine zehnjährige Dienstzeit bei den k. k. StaatSbahne» zurückgclegt haben, dieser Begünstigung teilhaftig sind, haben nach diesem Erlaß zweifellos auch die Arbeiter der St. E. G. Anspruch auf die dreimalige Familienfreifahrt. Es suchten daher einige Arbeiter der Werkstätte Simmering St. E. G. um diese Begünstigung an, doch sind seither sieben Wochen ins Land gegangen, ohne daß auch daS geringste von dem Schicksal dieser Ansuchen bekannt geworden wäre. Die Vertrauensmänner der Arbeiterschaft fragten wiederholt beim Werk-stättcnleiter nach, welcher immer achselznckcnd erklärt, die Sache erliege beim Eisenbahnministerium. Nun ist es durchaus nicht einleuchtend, daß die Ansuchen um Karten im Eisenbahnministerium erliegen sollten, da ja derselbe Erlaß vom 17. April besagt: „Die diessälligen Ansuchen hiesiger Bediensteter sind mit entsprechender Einbegleitung im vorgeschriebenen Dienstweg an die Direktion der St. E. G., beziehungsweise an die Direktion der N. W. B. und der S. N. D. B. B. zu leiten." Da nun die Schulferien da sind und viele Arbeiterkinder einer Luftveränderung dringend bedürfen, ersuchen ivir das k. k. Eisenbahnministerium um Erledigung dieser Angelegenheit. Bemerkt muß hier noch werden, daß die St. E. G. ihren ledigen Arbeitern keine Fahrbegünstigungen für die ihnen den Haushalt führenden Mütter gewährt. Laut Ucbereinkvmmen mutz die Staatseisenbahndirektivn diese Begünstigung den Arbeitern anderer Bahnen gewähren. So kommt eS nun, daß die Mutter des ledigen SüdbahnarbeilerS aus der St. E. G. den halben Fahrpreis zahlt, während die Mutter des ledigen Steglcrs ans der St. E. G. den ganzen Fahrpreis entrichten muß, was zwar unglaublich klingt, aber doch wahr ist. Auch hierin ersuchen die Unterzeichneten daS k. k. Eisenbahnministerium um Regelung. Die Vertrauensmänner der W c r k st ü t t e Simmering St. G. (8. An die f. k. Staatsbahndirektion in Innsbruck. In St. Johann in Tirol werden die Professionisten und Arbeiter vom Bahnmeister Mayer zu Privatarbeiten verwendet. So wurden am 13. März d. I. bei Herrn W o h l m u t und am 20. April bei Herrn Kaufmann Leute der Bahnerhaltungssektion zu diversen Privatarbeiten verwendet. Am 23. und 24. April wurden durch den Arbeiter H o f-lechner über Auftrag des Bahnmeisters 11 Säcke Gartensand aus dem Heizhause dem Dienstmädchen des Herrn M. abgegeben. Ferner wurden am 7. und 8. Juni zwei Arbeiter beauftragt, 7 Bahnwagen Kohlenlöschc an Privatpersonen zuzustellen. Die Arbeiter brauchten hierzu einige Tage. Ein Oberbauarbeiter muß bei der Frau des Bahnmeisters sämtliche Arbeiten eines Dienstmädchens verrichten, als: Kinderwarten, Teppichklopfen, Einkäufen, Gartenarbeiten und dergleichen. Was gedenkt eine k. k. Staatsbahndirektion zu veranlassen, um obige Ilebelstünde zu beseitigen? An die k. k. Staatsbahndirektion Villach. Die in W a i d h o f e n a. d. Pbbs stationierten Bediensteten erlauben sich, an eine K. k. die höfliche Anfrage zu richten, ob Heuer nach Ablaus der Pachtverträge die der Bahn gehörigen Gründe, beziehungsweise Aecker in Km. 19% bis 20'/, l. d. B. die meisten wieder an Privatparteien vermietet werden, welche Parteilichkeit unter dem Regime des gewesenen hicrortigen SektionsvorstandeS Jelinek bestand. Wenngleich die Privatparteien mehr Pachtgeld zahlen, geht es doch nicht an, mit den Aeckern Schacher zu treiben, da nachgewiesen werden kann, daß diese wieder ihre gepachteten Aecker an zweite und dritte Hand weiter verpachteten, um durch Verkauf des Gemüses horrende Preise zu erzielen. Die Bediensteten ersuchen, bei der heurigen Neuverpachtung (Anfang September, beziehungsweise Oktober) in erster Linie sie zu berücksichtigen, damit doch wenigstens diese durch Selbstfechsung des Gemüses eine teilweise billigere Lebensweise erzielen können. Sämtliche Bedienstete in Waidhosen a. b. UbbS. An die k. k. Staatsbahndirektion in Innsbruck. Die Blocksignaldicner und die Wächter der Station Schwarzach-St. Veit erlauben sich, an eine k. k. Staatsbahndirektton die Anfrage zu richten, warum seit Bestand der Blockhäuser in dieser Station bis heute in denselben noch keine Rouleau« angebracht sind, indem selbe bei später erbauten Blockhäusern schon eingeführt find? An das k. k. Eisenbahnministmnm. Im Almanach der k. k. österreichischen Staatsbahnen finden wir auf Seite 551 unter „WohmmgSfürsorge", daß im letzten Jahre in Innsbruck (Wilten) vier Personalhäuser gebaut wurden. Da nun dies nicht den Tatsachen entspricht und der Bau von Wohnhäusern für das Personal in Innsbruck höchst notwendig ist, so wäre eine Aufklärung in dieser Richtung notwendig. An die k. k. Staatsbahndirektion in Olmütr. Ist einer k. k. Staatsbahndirektion bekannt, daß die Bediensteten des Bahnbetriebsamtes Mährisch-Schönbera vom dortigen Vorstand zur Ablegung der vorgeschriebenen Dienstprüfungen keine Behelfe hierzu bekommen? Durch diese Außerachtlassung der Dienstobliegenheiten des Herrn Vorstands werden die Prüfuiigs-kandidaten in ihrem Fortkommen gehindert und bitten deshalb um dringende Abhilfe. Allgemeiner Rechtsschutz- nud Geiverkschastsverein für Oesterreich. Ortsgruppe Döbling. Am Samstag den 17. Juli l. I. abends halb 7 Uhr, findet in Frau W i e h a r t S Gasthaus (Gartensaal), XIX., Heiligenstädterstraße 131, eine öffentliche Lokomotiv- und Heizhauspersonalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Die Forderungen und Zugeständnisse der Bedien st eten der k. k. Staatsbahne n. Referent Genosse Adolf Müller. 2. Aufklärungen über den neuen Heizerverein. 3. Anträge und Anfragen zu obigen Punkten. Genossen und Kollegen erscheint bestimmt und zahlreich in dieser Versammlung. Ortsgruppe Kriir, Die Monatsversammlungen finden den ersten Sonntag, die Ausschußsitzungen jeden dritten Sonntag im Monat statt und werden die Mitglieder ersucht, dieselben pünktlich um 8 Uhr abends zu besuchen, da später kleine Unterhaltungen der Mitglieder stattfinden. Ferner wird ersucht, die Bibliothek fleißiger zu benützen und wird von nun an immer ein Bibliothekar anwesend sein. Ortsgruppe Klosterneuburg. Jene Mitglieder, welche Bücher aus der Bibliothek entliehen haben, werden ersucht, dieselben an Franz Böhm itt Klosterneuburg, Wienerstraße 13, abzugeben. Ebenso sind jene gewesenen Mitglieder namhaft zu machen, die sich noch im Besitz von ausgeliehenen Büchern unrechtmäßigerivcise befinden, damit dieselben hereingebracht werden können. Ortsgruppe Krems a. d. Donau. (M o n a t S v e r-s a m m l u n g.) Am 18. Juli d. I. findet die Monatsversammlung um 7 Uhr abends in H u b c r S G a st h a u S „z u m g o l d c n c n Kren z" im Extrazimmer statt. Nachdem in dieser Versammlung wichtige Beschlüsse über die Einführung eines Zuschusses zu den Beerdigungskosten sowie deS Beitrittes zum LeoenSversicherungSinstituts .Flugrad" ec. :c. gefaßt werden müssen, werden die Mitglieder der hierortlichen Ortsgruppe aufgefordert, nicht nur selbst bestimmt zu kommen, sondern auch andere Eisenbahner, die nicht organisiert sind, mitzubringen, damit sie den Unterschied zwischen unserem, dem christlichsozialen und deutschnationalen Verein keimen lernen. Zahlstelle Sußenbrunn. Die Mitglieder werden aufmerksam gemacht, daß die Bibliothek sich im Vereinslokal, Schmieds Gasthaus, befindet, und die Abgabe und Zurücknahme von Büchern an die Mitglieder jeden Donnerstag von 7 bis 8 Uhr abends und Sonntag von 3 bis 4 Uhr nachmittags stattsindet und werden die Mitglieder ersucht, die Bibliothek reger in Anspruch zu nehmen. Ortsgruppe Mieu-HauptzoUamt. Die Vereinsabende finden in Herrn Peter Lindners Gasthaus statt und werden die Mitglieder ersucht, diese immer zahlreich und pünktlich zu besuchen. Die Einzahlungen finden regelmäßig jeden 2. und 16. im Monat statt und find zur nächsten Einzahlung die Mitgliedsbücher und Karten behufs Kontrolle abzugeben. Zahlstelle Tesche«. Montag den 5. Juli, 7 Uhr abends, findet die Monatsversammlung der Zahlstelle Teschen im Lokal des Herrn Ladislaus Kuchejda, Erzherzog Albrechts-Allee, statt. Die Mitglieder werden aufmerksam gemacht, daß die Monatsversammlung immer dann abgehalten werden kann, wenn ein Drittel des Mitgliederstandes erschienen sein wird. Diejenigen Mitglieder, welche mit ihren Monatsbeitrüge» im Rückstand sind, werden ersucht, selbe zu begleichen, da sonst gegen sie statutenmäßig vorgegangen wird. Ortsgruppe Kudmrtv. Die Mitglieder des Sterbefonds werden aufmerksam gemacht, daß am 19. Juni Genosse Ludwig Schmidt und am 27. Juni die Gattin des Genossen Jakob M o r a w e tz gestorben ist, somit hat jedes Mitglied 40 H. zu erlegen. Ortsgruppe Wien XV (Fiinfhaus). Jene Genossen, welche Bücher aus der Bibliothek entliehen haben, werden freundlichst ersucht, diese ehestens zurückzustellen. Ortsgruppe Sporitz. Sonntag den 18. Juli d. I. findet in Fälkenau a. d. Eaer das zehnjährige Gründungsfest der dortigen Ortsgruppe statt, wozu sämtliche Ortsgruppen Westböhmens eingeladen wurden. Werte Genossen! Es ergeht an euch das freundliche Ersuchen, sich an diesem Fest recht zahlreich zu beteiligen. Zusammenkunft der Teilnehmer um halb 7 Uhr früh in DittriiK Gasthaus. Wegen des Ausfluges nach Falkenau entfällt für diesen Monat die BcreinSversammlung. Ortsgruppe Lirm- I. Den Mitgliedern der Ortsgruppe diene zur Kenntnis, daß folgende Genossen mit der Einhebung der Monatsbeiträge betraut sind: Hans Maier, Pfeifer, Mödling, Steif, Müller und Adalbert Maier. Ferner werden jene Mitglieder, welche mit ihren Beiträgen im Rückstände sind, aufgefordert, nachzuzahlen, damit wir mit der Zentrale ordnungsgemäß abrechnen können. Durch die ausständigen Beiträge wird uns die Monatsabrechnung erschwert und können die Kontrollorgane sich nicht mit außenstehenden Kassenständen zusriedengeben, darum pünktlicher zahlen. Ortsgruppe zlnrmarkt. Anläßlich der Versetzung der beiden Genossen EixelSberger und Holzer rufen die 'Mitglieder der Ortsgruppe diesen beiden Kollegen ein herzliches „Lebewohl!" und kräftiges „Vorwärts!" zu und erwarten, daß dieselben in ihrer neuen Domizilstation ebenso tüchtige Männer bleiben mögen, als welche wir sie kennen und schätzen gelernt haben. Schädigung Goerz TrlHer-Blnocleg and Ferngläser beiter Parlier V Ojjti* X WM» » ■ Gegen ■ ■ bequeme * Teilzahlüntgen Grammophone Schallplattee Zithern L aller Arten 1 tu Systeme Mando-. 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Reserent: Genosse Josef Sommerfeld, Mitglied der Zentralpersonalkommission der k. k. Staatsbahnen. Nicht einen Heller kostet Sie meine Jn-strliktion, rate man Brüche heilt. Viele Dankschreiben. Schreiben Sie sofort an berfevtigt die W-unü teliigsQiiftnlt Jortoätt!" Swoboda * Co. ®nt(ferei de» „®senSol)iift" und vieler andere» sozialdcn»-Iralischen SJlaittr, vieler Arbeiterorganisationen und Bereine Wie», VI. Mariahilferstraße 89A. Jede» SaiuStaa von 18 Nhr Mittags gar^.-a«Bt ml geschlossen! ~ ! Wilhelm Beek & Söhne I ■ k. u. k. Hof-TJniformierungsanstalt n. Uniformsortenfabrik. ■ Uniformen, Kappen, önilorrasorten, Pelze, Pelz-5 blnsen und Zivilkleider. i 5 ZENTRAL WARENHAUS: ------ FABRIK: --------L WIEST, WIEN, u * vzn/l, Lengegaeee Hr. 1. Vl/a, Hirsohengasee Sr. 98. a u FILIALEN: 5 SARAJEVO n. BUDAPEST. INNSBRUCK, Bnrggralien 81. , m LEMBERG. 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Infolge riesigen Andrang von Stoff mutzten leider mehrere Einsendungen für diese Nummer zurückgelegt werden. Wir werden uns jedoch bemühen, das Ganze in nächster Nummer (Nr. 21) unseres Blattes unterzubringen. — I. O. in Bozen. Werden uns erkundigen. — Ausschuß des Unter» stiii'UttgsvcreineS für Bedienstete der ehemalige» k. k. priv. Bozeu-Meraner Bahn. Ihre Berichtigung entspricht nicht den Bestimmungen des Pretzgesetzes, mindert daher in den Papierkorb. — L. Sch. in Egaenbnrg. Lassen Sie den „Verkehrsbund" nur weiter belle», sür oett bedarf eS keines Beißkorbes mehr, er wird ohnehin bald ersticken. Für den Inhalt der Inserats übernimmt die Redaktion und Admlnl-etratlon keine wie Immer geartete Vor-o o antwortung. e Für den Inhalt der In-»erste übernimmt die Redaktion und Administration keine wie Immer geartete Vor-o o antwortung. o o Erklärung. Ich kann mich nicht erinnern, die von bem Zugspersonale der Gutensteiner Strecke inkriminierte Aeuße-rung tont 16. Mai 1909 gemacht zu haben. Falls ich sie gebraucht haben sollte, widerrufe ich sie mit dem Ausdrucke des Bedauerns, da sie vollkommen grundlos wäre. Baden, den 16. Jnni 1909. Maria Ludwig. Billige böhmische Bettfedern! 5 Kilo neue, geschliffene ilr. 6'CO, bessere 12 Kr., weiße domicuweiche, gesplissene iS i:n6 21 Kr., schneeweiß«, daunei.weiche, geschliss^ie 30 und 3fi Nr. Bersand franko »er Nachnahme. Umtausch und Rücknahme gegen Porlo-vergninnii geslntki. Bene. «80. — Moderne Kiiche»ei»richt»unen, grau, iuetö, grün, 6. He. 70. •- Einzelne G'.'genstlnde billigst in großer Auswahl. Meine Preikturante sür die Provinz gratis. Großer Möbel-Katalog gegen 60 Heller Briesmarke» franko. Briefliche Bestellungen ftreng reell wl« bei persön« licher 'Auswahl. Zufuhr z» allen Bahnhöfen mib Bezirken Wien» kostenfrei. t 11,11 weine P. T. 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