CINZELPTTflS: wochentajfs 10 Ppl _ Samstag-Sonntag 15 Rpl IWarlmTotT ßtitung Amtliches Organ des Steirischen Heimatbundes Verlag und Schriftlcitung: Marburg a. d. Drau, Badgasse Nr. 6, I crnrut: 25-ö/. i.rsclicint wöchcntlicii sechsmal als Morpcnzeitung (nnt AiisiicThiiie der bonn- u. 25-68, 25-69. "" Ab 18 Uhr (6 Uhr abends) ist die Schriltleitung nur auf Fcrnrul t cicrtagc), Bczugsp'cis (im voraus zalilbar) monatlich KM 2.10 einschl. Zusteil- Nr. 28-67 erreichbar. — Unverlangte Zuschriften werden nicht rückgcaandt. — gebühr; bei Lieferung im Streifband zuzüglich Porto; bei Abholen in der üe- Bci Adfragen Rückporto beilegen. — Postscheckkonto Wien Nr. 54.608. schäftsstelle RAI 2.— — Anzeigen- und Bezugsbcstellungcn in der Verwaltung. Jtr. 238__Oltorburg a. ö. fflrau, 3)len«ta0. 23. ©cotember i94i 8i. aaergono Qcassec 2ls^Bootsti4oig. im Atiatüik: 13 Britenscbiffe mit 82.50Q brt versenkt Die Luftwaffe vernichtete einen Kreuier, zwei Zerstörert ein Fialcsciiiff sowie neun Fracliter der Bolschewisten — Bombenvoiltreffer auf Schiachtscliiffi scliwere Kreuzer und Zerstörer Angriff auf zwei Geleitzüge Verläuft der Krieg programmgemäss? A u s d c in I' ü Ii r c r h a u p 1 (i ii a i l i c r, 22. Scpleinher Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Unterseeboote griffen im Atlantik zwei feindliche Geicitzügc und ein cin/.clii fahrendes Handelsschiff an. im harten Kampf wurden 13 schwerbeladene Schiffc, darunter vier Tanker, mit zusammen 82.500 brt versenkt, und ein weiteres Schiff durch Torpedotreffer beschädigt. Drei Bcwacliunß«fahr/.euKe entzogen sich dem Angriff und tieften ihr Oeleit im Stich. Von Bernhard Hu tner Die Riesenverloste der eifigekretsten Sowjets Bisher 30 Divisionen Im Dn}cpr-Dcsnu-Bogen vernichtet Berlin, 22. Scipteiiibcr Der RInK um die Im Dnjepr-Dcsna-Bo-Ken eingeschlossenen ^wjettruppen wurde in den Kämpfen am Sonntag wei-1er verengt. An verschiedenen Stellen unternahmen die Bolschewisten vergebliche Versuche, aus dem Kessel :iiis/ii-brechen. In weit vorgetragenem Angriti lüileUen die deutschen Truppen tief in die zurückflutenden Sowjet verbinde hinein. Andere deutsche Einheiten glnxen gegen die Flanke und in den Rücken der zurückweichenden Bolschewisten vor. Die Sowjets hatten in diesen Kämpfen wiederum schwere blutige Verluste. Die (iefangenen- und Boutezahlen wuchsen ständig. Schon mit den gestern gemeldeten iSO.OOO Gefangenen und den blutigen Verlusten in den bisherigen Kämpfen sind etwa .10 sowjetische I3ivisloncii vernichtet worden. Da die Gcfangenenzali-ien uiid die schweren Verluste der Bol-scliewisten wachsen, wird sich die Zahl der vernichteten sowjetischen Divisionen noch weiter erhöhen. Wie stark die Vermischung der sowjetischen Verbände in dem EinschlieUungsraum ostwärts Kiew schon jetzt ist, ergibt sich daraus, dall •in einer Stelle Gefangene gemacht wurden, die aus 34 verscliledenen Sowjetdivisionen stammten. Weilerer Geländegewinn bei Leningrad Heftige b<>lschewistische Gegenangriffe abgewehrt H c r I i n , 22. Soptembcr. Im Kampf um die Verteldigungsanta. gen von Leningrad durchtwach am 21. September eine deutsche Infanteriedivi-'^ion eine von den Bolschewisten zäh verteidigte Bunkerlinie. Im Sturm nahmen die deutschen Infanteristen eine Ortschaft und eine in der Nähe gelegene wichtige Höhe. Bei ihrem weiteren Vorgehen ülier. Schritten die Truppen dieser Division flnen Flußlauf und gewannen weiter Bo, den. Bei ihrem erfolgreichen Vordringen wehrte die Diviston zahlreiche schwere Gegenangriffe der Bolschewisten, die von ):ahlreichen überschweren Panzerknmpf-agen unterstützt wurden, unter schwe. ren Verlusten für die Sowjets ab. Auch im Nachbarabschjiitt dieser Division drangen die deutschen Truppen erfolgreich welter vor und warfen d'e Bolschewisten zurück In dem Abscimitt eines Armeekorn" i<ämpftcr: sich die dcut'^chen Trupper in hartem Waldkpmpf und gegen ^Khrn Holfiobew'p^'schf« vVMe's'and reMbe'e8t*<*nncien und Bunkern we'ter Und erzielten weitere Geländegewinne. I Kfin Kric)4 ijiul ;iui'h keine fiicilüi-he Liitwi(.:k!ung, iiie iti \L'rß.'innoiUMi Jahr, I lausiiiuk'ii Wciulcpnnkto hedcuteieii. ver-i IicIlmi iKich cini'in vf)rbc'stiiiiniti.Mi Prn-yr.'iniin. Niciit wlmI die Tiäger der Zu. kunft, um die ^eküinplt \Miröe, zu .schwach otKV zw uiienlsihio'^st'ii };evvc.sen würcn, sondern weil sie, die tiic Oc-schichte zu ihren Wegbereitern .'luser.'-e-i heil h;itle, liiesen Aultra^ erst Sehr It für ; Schritt erkennen und durchlülircn konn_ Bombenhagel aut die Festung Kronstadt Tag- und Nachtangriffe der Luftwaffe Berlin, 22. öeptcmbL'r. Sehr starke Kräfte der deutschen Luitwaffe waren am 21. September zur Un- ! Keine Revolution von liistnrischei terstützung der Heeresoperattonen im ' 'l'ra^weite war sich bei ihrer Oeburls- Kampfabsclmitt um Leningrad eingefietzt. In ununterbrochenen Angriffen warfen deutsche Kampf, und Schlaclitflieger ihre Bomben auf Feldstellungen, Bunker, t^ahrzeuge und Truppenansandunj^en. Schwere Angriffe richteten sich sowohl am Tage als auch in der Nacht zum 22. September gegen die Festung Kronstadt. Kleinere Verbände deutscher Kampf-Ihigzeuge unterstützten die Infanterie bei der Säuberung der Insel Oesci. Hierbei wurden mehrere Artillerie- nnd Flak. Stellungen der Bolschewisten durch Bombentreffer außer Gefecht gesetzt. stunde dieser Seh eksalliafti^keit mehr al.s in ciiinkler .\hnuniLj bewulit. Der Rt-'-volulioiiar selbst konnte nicht den die Fnil\\ ii'kunu einsehlicßciuleii I^Ian haben. \seil ih)n das un^i-'li^'ure Ziel, das er endlich als Sieker erreichte, zu Heginn des Kampfes verhüllt uar. Weder die großen A\aehtschi")pfer des .Miendlandes, ein Cä^ar, Karl der (Iroßc. Friedrieli der (iroße oiler H ■^ninrek, noch ein Roli^ionssehöpfi r wie Luther traten im BewußtS'jin ihrer ;;osclrehtlicIicn Wirkunf^ in dCn Kampf ein. Ihre (leni di-tril üußerte s'eh zuin'chst n'eiil in iler Schwere Schläge gegen die Sowletilotte Gefangenen» und Beutezahlen ostwärts Kiew weiter erhöht Aus de III V ü h r c r h a u p t q u r l i c r, 22. September. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Raum ostwärts Kiew wurde die Vernichtung der in mehrere Gruppen /erschlagenen und auf engstem Raum zusammengedrängten feindlichen Kräfte fortgesetzt. Die in der gestrigen Sondermeldung bekanntgegebenen Ciofangenen-nnd Beutezahlen haben sich schon jetzt wteder beträchtlich erhöht. Darüber hinaus wurden dem Gegner beim Abweisen seiner verzweifelten Ausbruchsversuche schwere blutige Verluste zugefügt. Wie gleichfalls durch Sondermeldung bekamigegeben, wurde gestern Arensburg, die ifauptstadt von Oesel, in entschlossenem Zugriff genommen. Die Säuberung der Insel von den noch V4»rhandenen Resten der feindlichen Besatzung steht vor dem AbschluK. Die Luftwaffe war am gestrigen Tage bei zahlreichen .\ngritfen auf sowjetische Schiffe besonders erfolgreich. Sie versenkte Im Schwarzen .Meer einen Kreuzer, zwei Zerstörer und ein Flakschiff sowie tieun Handelsschiffe mit zusammen etvTii 25.(100 brt. Zwei weitere Krfegsschiffe und zwei grolle Handelsschiffe wurden in Hrand geworfen. Im Seegebiet westlich Kronstadt erhielten das Schlachtschiff »Okto^ber-Re-volution« und der schwere Kreuzer »KIrow« ie zwei, ein weiterer schwerer Kreuzer vier Bombenvoiltreffer. Ferner wurden drei Zerstörer, ein VMnensuchboot und ein Kanonenboot durch Volltreffer beschädigt. r)ie Luftwaffe versenkte am gestrigen Tage !6tM» Kilometer westlich La Rochelle einen Tanker von WlOO brt und griff In der letzten Nacht mit guter Wirkung kriegswichtige Anlagen an der englischen Südostküste an. Im Kanalgebiet schössen deutsche Jäger bei der Abwehr feindlicher Ein-flugversuclie am gestrigen Tage in heftigen Luftkämpfen 2') britische Flugzeuge bei nur einem eigenen Verlust ah. Flakartillerie und Vorpostonboote brachten je ein weiteres feindliches Flugzeug zum Absturz. In Nordafrika wurde der Flugplatz Kufra mit guter Wirkung bombardiert. Kampfhardlnngen des Feindes über dem Reichsgebiet fanden weder bei Tage noch bei Nacht statt. Die feindliche Propaganda versucht, die im Wehrmachthericht vom 1*». September bekanntgegebenen Zahlen an Toten. Verwundeten und Verminten unserer I.nftwaffe in Irreführender Weise mit den Verlusten an Flugzeugen In Verbindung zu bringen. Hierzu ist festzustellen, dalt die deutsche Luftwaffe nicht nur ■^ns Fllegerverbiinden besteht, sondern auch die Luftnachrichten- und Flakver-■iftnd»» umfiiUt. Fin Teil der letzteren ist stiindig Im Frd''r Mittel, den (iej^ner zu sehwä, chen, hre e gene lilee und deren .Macht damit stärkend r>ie .Au^weitunj^ cier schPrawda« unsanft; wachgerüttelt: »Der Krieg hat den Charakter 'eines Verzweiflungskampfcs angenommen.« Der spanische Korrespondent meint hierzu, daß die Engländer sich in diesem Kriege von einem Dilemma in das andere hineinmanövrieren. In Londoner Zeitungen lese man jetzt u. a.: »Der Krieg kann ohne einen Feldzug gegen '^len Kontinent nicht gewonnen werden. Dieser Feldzug aber würde die Insel entblößen, und Hitler hat, wie Kriegsminister Margesson erklärte, nicht nur ein großes Heer, sondern er hat auch im Westen eine starke Streitmacht in Reserve . . . Um Moskau den Widerstand zu ermöglichen, müssen wir ihm mit Menschen und Kriegsmaterial und allen erdenklichen Mitlein helfen, 'denn wenn die Sowjetunion fällt, dann ist alles verloren! Die Deutschen befinden sich auf dem Luftwege sieben Minuten und auf dem Seewege 1 Stunden von der britischen Insel entfernt.« Ist jemand da, so schließt der Berichterstatter seine Zusammenstellung von Zitaten aus englischen Zeitungen, der in der Haut de Briten stecken möchte? ■ Die gewaltige Umfassungsschlacht ostwärts Kiew Kampf an der ganzen Ostfront Heldentaten, von denen das OKW nicht berichten Icann e r 1 i 11, 22, September. Nicht nur da, wo die grolJcii. dem deutschen Volk in Sondermeldungen oder in Wehrmachtherichten mitgeteilten Ereignisse abrollen, sondern an allen Ab' schnitten der riesigen Front im Osten wi'rd fast ununterbrochen gekämpit. überall schlagen sich Infanterie, Artillerie und Pioniere im Angriff oder Verteidigung, stoßen Panzerkräftc in den Feind, stellen Bautruppen Wege und Brücken her, legen Nachrichtentruppen Verbindungen bis zur vordersten Linie, schaffen Nachschubkolonnen auf schlechtesten Wegen bei Tag und Nacht Munition und Betriebsstoff nach vorn, ohne daß der OKW-Bcricht dies aus den bekannten Gründen melden kann. So ist auch über den heldenmütigen Abwehrkam-pf vieler Infanteriedivisionen des deutschen Heeres an anderen Stellen der Ostfront bisher nicht ausführlich berichtet worden. Wie erbittert diese Kämpfe waren, kann man daraus ersehen, daß in den drei Wochen seit dem 17. August ein einziges deutsches Armeekorps 327 feindliche Panzer abiieschos-sen hat. An einer anderen Stelle dieser Front, ebenfalls im Abschnitt eines einzigen Armeekorps, sind damals allein in den vier Tagen vom 30. August bis 2, September 178 Sowjetipanzer vernichtet worden. Im Abschnitt einer Infanteriedivision verlor der Feind in der Zeit vom 8. bis 13. September 113 I'anzerwajjen. Unsere Infanteriedivisionen haben sich in diesen Tagen sämtlich hohen Waften-ruhm erworben. Flak verniclilete 2n Sowjelpanzer B e r 1 i n, 22. September. Im Verlauf der Kämpfe zur Verengu des Kessels ostwärts Kiew vernichteten Teile eines deutschen Flakkorps insgesamt 20 sowjetische Panzerkampfwagen. Darunter befanden sich sechs 52-Tonnen-Panzer, zwei 44-Tonncr und zehn 32-Tonner. Durch Artillerie zum Abdrehen gezwungen Berlin, 22. September. An der Front vor Leningrad versuchten am 21. September ein sowjetischer Zerstörer und ein Keuzer von der Kronstädter Bucht »'ins in den Landkampf einzugreifen. Deutsche Artillerie nahm die Kriegsschiffe unter wirksames Feuer. .Auf 'dem sowjetischen Kreuzer wurde ein schwerer Treffer erzielt. Die beiden sowjetischen Kriegsschiffe wurden durch das gutliegende Feuer der deutschen Artillerie zur Einstellung ihrer Angriffe und zum Abdrehen gezwungen. Luftwaffe griff feindliche Kolonnen an Flugzeugfa\>rik twmbardiert Berlin, 22. September. Die im mittleren Abschnitt der Kampffront im Osten eingesetzten deutschen Luftstreitkräfte griffen am 2L September mit ausgezeichneter Wirkung 1 ruppen-ansammlungen und starke Kolonnen der Bolschewisten an. Die Sowjets erlitten hierbei schwere blutige Verluste und büßten eine große Zahl von Kriegsgerät und Fahrzeugen ein. Im Rahmen eines Angriffes auf kriegswichtige Ziele in diesem Raum wurde auch eine Flugzeugfabrik mit zahlreichen Bom'ben belegt. Hallen und Werkstattanlagen wurden mehrfach getroffen. Außerdem wurden fünf Flugzeuge am Mculen vernichtet und mindestens zehn schwer beschädigt. MiNli W Hohiicv 1 iKonism lertirstfK» itattn R A I N I tCBiM (PisiIiiT, Silii-rl, Z.ii)dcr-M,) Nach der am 2t). August beendeten Schlacht bei üoniel stießen starke deutsche Kräfte über den Ober- und Unterlauf •der Desna nach Süden vor. Ivine zweite deutsche Kräftegruppe überwand im Vorgehen aus dem Raum um Krcmentschug den Dnjepr in 121) km Breite und ging dann weiter nach Norden vor. Heide Kräftegruppen vereinigten sich Mitte September ostwärts Kiew. Durch diese Operation wurden vier Sowjetarmeen eingeschlossen, ihre Vernichtung ist in vollem Zuige. Die Größe dieser Operation wird durch den Raum, auf dem sie sich vollzieht, anschaulich. Der Angriff der beiden Kräftegruppen ging von den Grenzen eines Raumes aus, der dem Dreieck München—KiVln—Stettin entspricht. Im Verlauf der Kämpfe wurden die eingeschlossenen vier Sowjetarmeen dann auf einem Schlachtfeld zusammengedrängt, das der Größe des Dreiecks München-Stuttgart—Würz'burg gleicht. — Vorstehende Zeichnung überträgt maßstabgerecht beide Dreiecke aus dem deutschen Raum auf den Kaniipfraum ostwärts Kiew und liefert dadurch ein Bild von der gewaltigen Ausdehnung der Umfassungs-schlacht. Nummer »Marburtrcr Zeitunsr^r 2.1. September 1011 Seite ^ Flucht aus der britischen Fron Galssrensklaven (Ur England — Fahrten in d«n Tod — Torpedo brachte die Freiheit Sic sal.!en in einer kleinen Bar, nalie am Balinhof vun Lissabon. Niclit auf dem breiten sotniigen Rossioplatz mit dem lauten Treiben der Menschen und VVa-Ken, sondern in einer jener bescheidenen Seitenstralkn, die en;; zwischen hohen' Häusern hiiiielan steigen. Ihre Hände hallen sie auf die Knie «elejit. da sie wolil nicht recht wiil.ltcn, wo sie damit liiiij sollten. Ks waren breite braune Münde, denen man ansah, dali sie sich an Land überflüssig vorkamen. Auf dem Tiscli standen drei Gläser. Aber obwohl sie' schon eine halbt Stunde so da salkn.' hatte icii sie nicht trinken sehen, | Dann fra.vjte mich der eine von ihnen nach der Uhrzeit. In einem Andalusisch, wie es nicht reiner sein konnte und wio es unten zwischen Mala^'a und Cadiz an der spanischen Küste zuhause ist. So kamen wir ins (jcspräch. Und ich hörte 'hrc Geschichte, eine «anz einfache (ie-schichte, wie sie tausendfach heute <;uf dem Ozean spielt. So einfach ist sie, daü niemand in der Welt davon Notiz niinmt, kein demokratisches rreiheitskommitce in Washington oder San h'ranzisko. kein Gerichtshof und kein Seetribunaj dieser Ranzen demokratischen Welt, die so viel von h'reihcit spricht und so sehr die l'rei-hcit mit h'üßen tritt. Drei Gibraltiiier waren es. ^■■iscllci•. d;C. seitdem die Briten ihre Zwim^bur..; in einen Minensürtel legten, die Arbeit verloren lu^en und für Hunserlöhne in br^-tisclie Dienste Rehen mul.Ucn. Um sich und ihre Pamilie zu ernähren, hatten sie sich auf einem britischen Schiff anwerben lassen. Sie wnliten, was das bedmi-tete. Aber ^ hatten keine andere Wahl. Kein Gibraltiner wird aus dem britiscluui HolieitsRebiet herausRelasj^en, durch llun-Rcr macht man sie zum Dienst auf britischen Schiffen RefügiR. Und erst einmal an Bord eines Britenschiffes, '.;ibt es liur eine Rettunj;: Flucht. Und das is» schwer. >»Wir haben oft gesehen, wie Seeleute, die im britischen Dienst fuhren, von Bord sprangen und nach der spanischen Küste zu entkommen versuchten. Sic wurd-"a meistens wieder abRcfanKcn; die Briten haben einen besonderen Absperrdienst, um diese Fluchtversuche zu verhindern. Und doch hellen wir uns anwerben. Was sollten wir tun? HunKer ist bitter und Arbeit macht uns nichts aus. Wir warcii auf harte Tage Rcfalit. als wir uns anwerben ließen. furchtbar hatten wir es uns aber doch nicht vorbestellt.« Der britische TonnaRcmansel ist iieute so Kroll, daß änch die ärgsten und schlechtesten Kasten, die schon aullcr Dienst Kcstellt waren, wieder zur Falrt elnRCsetzt wurden. Die UnterbrinRunj; der iMannschaft ist dementsprechend. Der Kapitän, die Offiziere, der InRcnieur und der Obcrmaschinist sind meistens Rns-ländcr, ebenso die (jcschützbedienunR; die übriRc BesatzunR ist bunt zusammen-Rcwiirielt. Vor allem holen die Briten auch Inder und Chinesen heran. Nie aber ist eine Mannschaft einheitlich. Die Furcht der Briten vor Meuterei an Bord hat zu einem wahren System Rcführt. Es werden immer mehrere Nationalitäten jtemisclit. dazu Ist eine BespitzeluiiR cin-Rcrichtct worden, die das Verhältnis zwischen der Mamischaft unerträRlich macht. .leder iniBtraut dem anderen. Die Briten seihst mischen sich nicht mit den anderen Nationen: sie sind die Herren, die sich vöIMr abschließen; sie sind bewaffnet und behandeln die übriRc BesatzunR mit auSRCsprochener VerachtunR.' Die nichtbritischcn Seeleute werden zui der KatcRorie von Claleerensklaven her-j abRcdrückt. Von Bord kommen sie so: Rut wie nie. höchstens in britischen Hä-I fcn. Sie haben also keinerlei MöRlichkeit. ihre abRCnutzte KleidunR zu ersetzen, denn in FiiRland selbst können sie nichts einkaufen. Die Fahrten der Schiffe sind dabe» viel läiiRCr. als sie es früher waren. Füll OeleitzuR von nroßbritannien ni'ch Gibraltar Rcht heute von der britischen Ostküste nach Island, nimmt dort I^ichtmiR auf Amerika, um dann nach den Azoren ab/.iulrehcn und zwischen den Azoren imd Kanarischen Inseln den Wqa nach ciiiziischlaRCn. [las ver- länRert die Fahrt ins (irenzenlose Und trotz die^c ^'<1rsiclltsmaßrcReln fällt ein Schiff nach di'm andern den deutschen und ila'HMi'schen U-Booten zum Opfer. D'ese TorpedierunRen können aber auch zur '^'^Muiu' nii< dem britischen Frontdien*;! werden WeniRsteiis dann ■v'enn es den >i*h'ffbrilchiLTcn RclinRt. por-".''cv'^ches oder spanisches Gebiet zu Von Werner Schul/: — Lissabon erreichen. Die Briten setzen darum alles daran, zu verhindern, daß die Überlebenden ihrer versenkten Schiffe in neutralen Häfen Relandet werden, und versuchen sie vor allem nach Gibraltar zu diriRie-ren. da dort der MaiiRcl an .seemännischem Fersoiial ständiR am stärksten auftritt. Krst einmal in einem britischen Hafen Relandet, steht der Rerettete Seenuinn sofort wieder vor der FJnscIiiffuiiR. Man läßt ihm keinerlei Wahl, er wird einfach auf ein Schiff Rebracht und in den Tod Rescliickt. Das Rclit Woche für Woche, Monat für Monat, ohne daß er sich da-RCRen auflehnen könnte. Sein Verdienst ist dabei lächerlich RcrinR. und niemand ersetzt ihm seine persönlichen Verluste nach der VersenkmiR seines Schiffes. So arbeitet er im ZwauRsdienst ohne Aussicht auf BefreimiR aus dieser Läse, denn wenn er sich auflehnt, wird er zum Meuterer und man ICRt ihn kurzerhand in Fisen. In FnRland selbst bleibt ihm bestenfalls das KonzentrationslaRcr und so muß er weiterfahren. Seine Gesund- heit wird durch die FntbehrunRen dieser Fahnen und durch die furchtbaren Leiden in schlecht ausRerüsteten RettuuR^-booten zerstört. Dabei Ribt es Seeleute, die heute bereits vier und fünf \'ersen-kuiiRen hinter sich haben, ohne daß es ihnen Relun;;en wäre, dem britischen Frondienst zu entkommen. Fiitschadi-RiniRen erhalten sie nicht, bettelarm stehen sie vor dem Nichts. ■»Wir halten Glück« — saRt der eine nibraltiner — »sehr viel Glück. Dies war erst unsere zweite TorpedierunR und wir wurden von einem portuRiesi-schen Dampfer aufRenommen. Das rettete ims. Wir hatten nicht mehr RCRlaiib^ fc;rtzukommcn!« Und mit diesem weiten staunenden Blick der Seeleute scliau'.c er in das Leben der Gasse, als ob er noch nicht rciuir die Rewonnene Freiheit bcRreifen könne. Und dann fraRte er witdcr nach der Uhrzeit. In einer Stund? r'nR der Zur nach Madrid. Und :cli Riaube. jeder der drei hätte ein Jahr seines Lebens licrRCRcbcn. um diesen Zmr nni ja nicht zu versäumen. Rumäniens heiliger Krieg Drei Monate Kampf an Deutschlands Seite gegen den Boiscliewismus Bukarest, 22. September. Die Wiederkehr des TaRcs, an dem Rumänien vor drei Monaten an der Seite Deutschlands den FeldzuR rcrl-ii die Sowjets beRann, wurde am SonntaR 'm Ranzen Lande als FeicrlaR bei^atiRcn. Der stellvertretende Ministerpräsident Professor Michael Antonescu sprach tm Rnndfimk über die Rroße BcdeutuiiR dieses ^>HeiliRen KrieRes« Rumäniens. »Die rumänische Nation kämpft«, so saRte er u. a.. »für die BcfreiunR des fi;-bictes ihrer Vorväter. Sic ist stolz dar-ani, RjeichzeitiR an der Seite der Armeen des Großdeutschen Reiches, seiner Alliierten und der im antikomnnmistisc'icn KreuzzuR versammelten LcRionen am KricR der Zivilisation zur VerteidiRjUR der ReistiRon GrundlaRcn Furopas teilzunehmen und die Zukunft unseres Kontinents zu sichern.« Rumänien, fuhr Michael Antonescu fort, das die Tritte des sowjetischen Marschstiefels fühlte, wisse, was die kcmmunistische Anarchie bedeute, und früher oder später würden sich alle dicjeniRcn in diesen Kaninf e n-rcihen, die noch nicht den Stolz verloren l'.iitten, Männer und Europäer zu sein. Auch in den Kommentaren und Len-ariikeln der Presse wMrd die BedeiuunR dieses TaRCs RCwürdiRt. wobei beso:iders der crfolRreiclie Verlauf der Kämpfe im Osten hervorRehoben wird. »Vor drei .Monaten«, so schreibt „CurentuI", »waren unsere Soldaten zum ersten Male \or dem KöniRsschloß Schulter an Schulter mit den deutschen Soldaten zur Hora vereint. So wie dort haben sie dami Ui'.ch Rcmcinsam in r^essarabien. in der Bukowina. vor Odessa und Kiew Rekä'npft und ResicRt. Die rumänisch-deutsche Freundschaft von damals erhärtet auch heute auis neue unsere Fntsclilossenheit. zu sicRcn.« »An der Seite der Kämpfer des Rroßen Reiches, die an allen Fronten den wohlverdienten Lorbeer mit ihrer Tapferkeit erruiiRCn haben,« schreibt ..Universul", ••entrissen die rumänischen Soldaten dem Feinde, was inis im verRanRenen Jahre Reranbt worden war. Die Rcmeinsamen Kämpfe. Leiden und Opfer haben damit einen Bund zusammenReschweißt, der zum Aus.RanRspunkt dauerhafter und end-KültiRer VerständiRunR Reworden ist.« ^ Das Illatt »Viatza« hebt besonders die ErfolRe der neuen Außenp\V\ancliesier Guardian« knöpft sich im Zusammenhang mit der »Tankwoche« die Übcrschlauen in Lngland vor, die sich mit dem Ciedanken einer englischen Invasion auf dem europäischen Kontinent tragen, da nach deren Ansicht jetzt während der Kämpfe im Osten der beste Zeitpunkt da. lür angeblich gekommen sei. »Jedermann würde«, so mit das Blatt diesen Sturmi, sehen zu, »gern an die AAöglichkeit dei Schaffung einer zweiten Landfront glauben. Für ilie meisten Leute aber ist eine zweite l.andfront gleichbedeutend mit der Landung einer britischen Armee an der Küste des europäischen Kontinents, um dacuirch die Deutschen zu zwingen, be. deutende Streitkräfte von der Sowjetfroni abzuziehen.« Diesen Schlauen hält das Blatt entgegen, daß die britische R>-'gic-rung allein die Stärke der englischen Truppen kenne, um sagen zu können wann eine derartige UnternehnmnR möglich wäre. Ks sei richtig, bei der Reg'e rnng darauf zu dringen, iede vernünftige Hilfeleistung in aller File für die Sowjets zu unternehmen, aber "^nur Unverantwortliche würden behnupten. daß ein neuer Kripg«?schanplafz geschaffen werden müßte und wo dieser sich befinden müßte.« ' Der Vorsitzenue des britischen Oo-werkschaftskoncresses George Gibson hat seinen blutrünstigen Ideen am Sonn. tag in einer Rede in Leeds folgende For-mu ierung gegeben: »England kann den Krieg nur Rewin-nen, indem es die Deutschen tötet. Wir müssen sogar viele Deutsche tuten, be. vor wir den SicR scher haben. Die Deui-sclien könnten am besten gelötet \serden, wo sie am hämigsten sinü, nämlich an iLm Ostfront. D.'^lia'") ttiüßtcn die Sow-ijts ^r/ort alle erdonslichc Hille erlial. i'-n •; Wir iiehineii dieses neue offene Mord-b'.-kenntnis eines enRliscben fjewerk-schaftsbon/en zur Kenntnis. ,\iuh hierin enthüllt sieh die Einstel'ung des InscL Volkes zu dem sowjetischen Verbündeten. Wie m;m die Holländer, Be'Rier Franzf)-sen, Griechen. Serben nur als Kanonenfutter verwendete, so wünscht man s'ch die Holsehevsisten ;ils RedunRcne Moni, gcsel'en. denen man jils Lohn für bluti-tres Handwerk soRar die Oberaufs'cht in Europa einzuräumen bereit Ist. l'-ine kräftige Maiilsclielle versetzte einer der maßgebenden SpreciU'r ues In-lormationsministeriums allen denen, die an das oisheriRe lllu-^'onsgewä-^ch der englischen Zeitungen von einem briti. sehen Einfall in Europn geglaubt hatten. In einer Rundfunkrede (ühite dieser Sprecher aus: »Die MöRlichkeit einer Invasion in Westcnropa wird diskutiert. Meiner Meinung nach würtle eine solche Landung in Westeuropa nur ein zweites Dünkirchen bedeuten.« Die deutsche W'ehrniaclit ist icdcnfalls bereit, den Engländern 7u be\\ci'^en. daß d'esmal etvsas Wahres im britischen Rundfunk Resagt worden ist. Neue Ritlerkreuzfräger Berlin, 22. September. Der Führer und Oberste Befehlshaber dir Wehrmacht verlieh auf Vorschlag dea Oberbefehlshabers des Heeres, Geneial-feldmarschall von Brauchitscli, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Tieneral der Infanterie Schubert, knmniandierendor General eines .Armeekorps; GeneralL'Ut-nant von Knobelsdorlf, Kommandeur einer Panzerdivision; Oberst Jais, Kommandeur eines GebirgsjäRerregiiucnts; Obeileut-nant Freiherr von Märcken, Kompaniechef in einem PanzerrcRimcnt; Oberleutnant Rode, Kompaniechef in eiiiom Kradschüt-zenbataillon; Feldwebel (ioldbrunner, Zugführer in einem InfnnteriereginKnt; Gefreiten Berger in einem Infanierie-rogiment. AchsenluHwalle bombardierte wicMige Ziele in Tobruk Rom, 22. Sepl.nibcr. Der italienische Wehrmachtbericht vom Montag hat folgenden Wortlaut: Das Hauptquartier der Wehrmacht gib: bekannt; In iNordafrika an der Landiront keine Ereignisse von Bedeutung. Flugzeuge der Achse bombardierten wichtige Ziele von Tübruk und Kraftfahrzeuge im ClebiiM von Giarabub. In Bengasi wurde während eines feindlichen Luftangriffes ein Flugzeug von der Bodenabwehr abgeschossen. In Ostafrika im .Abschnitt von Uolchefit wirksames Feuer unserer .Artillerie gegen .Ansaninilungen feindlicher Kraftfahrzeuge. Auf der Aussenreede von Gibraltar von einem U-Boot torpediert Rom, 22. September. Ergänzend meldet zu den Schiftsexplo-sionen auf der Auße.ireede von Gibraltar »Voce d'ltalia« aus La Linea, daß di«^ beiden Schiffe von einem unerka.mt gebliebenen Unterseeboot torpediert wurden. Sämtliche Besatzungsmitglicder dos nach einer E.xplosion gesunkenen englischen 8(XK>-brt-Tankschiffcs >\N 56 konnten gerettet werden. Bei dem schwerbeschädigten Sciiifi von 15.000 brt handelt es sich um den franz(>sisclicn, unter englischer Flagge fahrenden Dampfer »Donna«. Das Schiff wurde von vier englischen Zerstörern in den Innenhafen von Gibraltar eingeschleppt. Arrestbefehl des neuen Schahs von Iran gegen seinen Vater .A n k a r a, 22. September. Wie Reineldct wird, hat der neue Schah von Iran unter sowjetisch-britischem Druck einen Arrestbefehl gegen seinen Vater unterschrieben, um mit allen Mitteln seinen Sitz als Schah in Iran zu erhalten. Explosion in einer englischen Munitionsfabrik Genf, 22. September. Einem »1 imes<«.-Bericht zufolge ereignete sich in diesen Tagen eine Explosion in einer Munitionsfabrik in Wales. Es sol' Tole und Verletzte gegeben haben. Seite 4 »Marburzer Zeitunc:« 23. September 1941 Numer 238 VOLK und KULTUR Wie Theodor fiel Von Alfred Hein Lützows Adjutant erhielt den Fiefehl, den franzüsischen General Fournier zu fragen, warum er wider alle Abrede plützlieli die in ihr Waffenstillstands-Huartier abziehenden Lützowjüger von württemberßisclien Sehwadronen überfallen ließe. Wahrend der Adjutant dem auf einem Hügel haltenden franzüsischen General die Botschaft des Freikorpsführers überbrachte, stürzten sich aber erneut die württcnibergischen Reiter mit dem Rufe: »Herunter von den Pferden! Ergebt euch!« auf die Lützowsche Schar. Der Adjutant eriiinerte den General Fournier an das gegebene Ehrenwort, die l.üt'/ower unbehelligt abziehen zu lassen. Hoch der General, der von Napoleon den Befehl hatte, das verwegene Lützowsche Korps ohne viel Federlesens zu vernichten, lachte hohnvoll: »Waffenstillstand? Ja, für alle andern, aber nicht für fiuch!« Jener Adiutant aber, der furchtlos zum Feind geritten war, lun ihn zu fragen, was der Oberfall hodeiite, hatte gerade kehrt gemacht, als auch schon Offiziere der Umgebung des französischen Generals Über ihn herfielen und ihm drei Sii-belhiebe über ilen Kopf versetzten. Erschöpft ließ er sich sinken. Die Wunden bluteten. Er fiUilte seine Kräfte schwinden. Zum letzten Mal, wie er glaubte, riß er sich zusammen, holte sein Notizbuch hervor und schrieb: .Am 17. Juni IS 13. Mii' Wiindi' brennt, dit* hlt^ichcn Ij'piien bt-ben Ich fülil's an meines Herzens mattem Schlage, ich stehe an den Marken meiner Tape! < jott, wie (hl willfit! Dir liah ich mich ergehen. Der schwerverwundete Adjutant Lützows hieß Theodor Körner. Seine Kopfwunden aber heilten noch einmal aus. Körner traf sein Korp^ im Mecklenburgischen. Lützow berief ihn sofort wieder als seinen .Adjutanten. Lützow, Kürner an seiner Seite, brach sofort von Warsow nach Hagenow auf und hielt in der Nacht vom 25. zum 26. August Rast im Guts-baus Gottesgabe. Hier setzte sich Leutnant Kürner an den Flügel und sang den Kameraden sein neuestes Lied vor, das Schwertlied«. Körner, der auch nuisi-kalisch begabt war, hatte eine Melodie (fazu gefunden, die allen sofort ins Ohr fiel. Sie sangen das glühend verliebte Zwiegespräch zwischen dem Reiter und seinem Degen mit: I')ir hah's ich's jri ergeheti, mein lichtes Kiseiilchcn. Ach, wJlren wir petraiit! Wann holst du deine Braut? Hurra I Znr Brautnachts-Morßcnrötc ruft festlich die Trompete; wenn die Kanonen schrein, hol' ich das Lieliciicn ein. Hurra! In den wenigen Stunden eines tiefen Schlafes begegnete Theodor Körner noch einmal seiner in Wien zurückgelassenen jungen Braut. Als er dann erwachte, graute der A^orgen in seine Giebelstube und noch halb schlaftrunken fügte er seinem Schwertlicd die letzte Strophe zu: Nun Ia(U (las Liebchen singen, daß helle Funken springen! Der HochzeifsmorK^'n graut, Hurra! Üu Hisenhrnuf! 1lurra! Da erscholl das Signal zum Antreten. Patrouillen hatten den 38 Wagen langen frani?ösischen Transportzug mit Waffen Die Kugel hatte den Hals des Schimmels gestreift und war Körner in die rechte Seite gedrungen. Der Tod des Dichters entfachte die Kanipfwut der Kameraden. Der Transportzug wurde erbeutet; wer von den Feinden nicht floh, wurde zusauimenge-hauen. Am Abend nach dem Gefecht, das in der Nähe des Dorfes Rosenberg statt- ^ fand, wurde der Dichter unter den alten Eichen von Wöbbelin begraben. Über sei- j nem Grabe sangen die Kameraden das ' Lied von Lützows wilder verwegenpr Jagd mit einer tränengedämpften Verhaltenheit so innig und bewegt, wie es vorher oder nachher nie mehr gesungen worden ist. Außer Körner wurden unter den Wöbbeliner Eichen drei weitere gefallene Lützower zur letzten Ruhe gebettet. Der Dichter Karl Immermann, wie Kör- ■ ner auch im Freiwilligenkorps mitkämpfend, rief, als er von Körners Tod hörte, dem jungen Freiheitssänger die Wortp i nach: »Indem er den Kriegsrock anzieht,! streift er alles Schwache, Nachgeahmte seiner ersten Versuche ab: er ist ein ail-derer geworden! Von Feldwache zu Feldwache, von Gefecht zu Gefecht quellen ihm IJeder zu, eigene un- nachgeahmte, unnachahmbare, welche die Nation zu ihren Schätzen zählt, er d chtet sein Schwertlied, einen der höchsten Laute unserer Sprache. Da werben schon die Trompeten! Er wirft den Stift weg und ergreift die Braut, welche er eben besungen; in der Fülle dieser Wonne, auf dem Gipfel solchen Glücks tritt ihn der Tod an, rasch, ohne daß er sein Antlitz gesehen hat, und die Brüder gaben ihm den Feuergruß in die erkämpfte Gruft. Er fehlt im Siegesheim- ' zuge, aber er ruht, wie er wollte, und lebt im Volke: »Denn was berauscht die Leier einst gesungen, das hat des Schwertes freie Tat errungen.« Ein Kamerad hatte seinen Reiter.säbel an die Eiche über Kürners Grab gehängt, ein andrer den Namen des Dichters tief in den Eichstamm eingeschnitten. In einer Höhlung des Stammes barg man Kürners Schriftstücke, Diese I^ipiere sind heute mit dem Eichstamm zusammengewachsen gleich einem Sinnbild für die Lebendigkeit seiner sieghaften Lieder in der Seele des deutschen Volkes. (NSK.) (Wcltbild-M.) Heute vor 150 Jahren wurde Theodor Kürner geboren. I imd l.ebensmiltelii auf der Straße von Gadcbiisch nach Schweren gesichtet. Zwei Kompanien Infanterie begleiteten ihn. Lützow befahl den Angriff: die Kosaken sollten hinter dem Tannenwald drüben dem Feind auflauern und im gegebenen Augenblick hervorpreschenü ihn aufhalten, bis die Lützower den Transport in der Flanke und im Rücken faßten. .Aber die Kosaken kamen zu spät, wurden von weitem schon erkannt: der Feind flüchtete in den Tann, der den überfallenden Deckung bieten sollte. Theodor Körner, als er sich so schon um den Knmpfpreis betrogen sah, riß eine Gruppe von zehn Reitern mit sich und raste, ungeachtet des Signals Sammeln!, das Lützow blasen ließ, dem Feind in den Wald nach. Da fällt ein einziger Schuß. lüin französischer Infanterist, von einem breiten F*-ichstamm gedeckt, hatte ihn abgegeben. »Nun habe ich eins«, lächelte Körner den ihm sofort beistehenden Oberiäger Helfritz an, >^gut getroffen, aber ™ das — schadet — nichts!« Und stirbt schtin in den Armen des fassungslosen Kameraden. Reichswoche für den deutschen Kultu film eröffnet Am Sonntag wurde in München ^lic Reichswoche für den deutschen Kulturfilm eröffnet. Diese Reichswoche liefert den Beweis dafür, daß die oft mühselige Kleinarbeit der Filmschaffenden bei zicl-.sicherer staailichef Len'kung und Förderung bereits zu den schönsten Erfolgen geführt hat. Den festlichen Auftakt bildet die Eröffnungsfeier im Großen Saal des Künst'Ierhauses, wo Oberbürgermeister Reichsleiter F i c h I e r, zahlreiche Vertreter von Staat. F^artei und Wehrmacht sowie verbündeter und befreundeter Nationen begrüßen konnte. Dann sprach Staatssekretär (j u 11 e r c r, der in seiner Rede einen Überblick über die Entwicklung des deutschen Kulturfilm« gab und dessei» Bedeutung und Aufgaben umriß. Nachdem sich der Redner uut der bestmöglichsten Form des Kulturii>mes auseinandergesetzt hatte, gab er die neuen Kulturfilme aus neu verschiedensten Themenkreisen bekannt, die wegen ihrer hervorragenden Qualität auf Veranlassung von Reichsminister Dr, Goebbels mit Geldpreisen ausgezeichnet worden sind. Anschließend verteilte Staatssekretär Gutterer die Preise. Jeder Film wurüe zusätzlich noch durch Preise ausgezeichnet, die Reichsleiter General Ritter von Epp, Ministerpräsident Siebert, Reichs-schat/meister Schwarz, Reichsleiter Fieh-1er, Gauleiter Wagner, Reichsgesundheits-führer Dr. Conti, Präsident Weber, die Stadt München und c.'ns Kuhuramt der Hauptstadt der Bewegung gestiftet hatten. Ausstellung des Paracelsus-Schrifttums In Salzburo Die Buchausstellung zur Paracelsus-Aiisstellung wurde nunmehr der ciffent-lichkeit /ugänglich gemacht. Die Ausstellung ist im Festraum der Aula untergebracht und zeigt überwiegend neu- zeitliche Literatur über Paracclsus. Zunächst finden wir »Die Werke des Pa-racelsus« von Johannes Huser in zehn Bänden, die die erste übersichtliche Ausgabe der Werke Paracclsus bilden und die für alle späteren Ausgaben grundlegend geworden sind. Prof. Karl Sudhoff, Leipzig, ist mit vierzehn Bänden, die die medizinischen, naturwissenschaftlichen und philosophischen Schriften des Paracclsus umfassen, vertreten. Bei Paracclsus in der Dichtung finden wir auch englische und fratizösische Werke, und das Textbuch »Trlcophra-stus Paracclsus«, ein Drama in drei Aufzügen, von Julius von der Traun ergänzt diese Werke durch seine Einmaligkeit. Das Drama wurde in Berlin im Jahre 1858 uraufgeführt und im Jahre 1859 auch in Salzburg gezeigt. Die gesamte Ausstellung bildet eine Auslese hervorragender Werke, die im besonderen für den Fachwisscnschaftlcr berechnet ist. + Erziehungsminister Bottai in München. Der italienische Minister für natio-na'le Erziehung Bo^ttai, einer dor ältesten Mitarbeiter des Ducc, der sich entscheidende Verdienste imi den Faschisnius wie um die deutsch-italienische Zusammenarbeit erwarb, traf, von Rom koiinnVcMid, am Sonntag vormittag in 'der Hauptstadt der Bewegung ein, wo er am Bahnhof von Reichserziehungsminister Rust feierlich empfangen wurde. Nach herzlicher Begrüßung des hohen Gastes schritt dieser die Front einer Ehrcnaborilnung der Waffen-SS ab. Am Mahnmal der Feldherrn-halle und an der Ewigen Wache legle später Minister Bottai Kränze nieder. Dann stattete er dem Reichsstatthalter, 'dem Leiter der Part'eikanzici, dem Reichs-schafzmeister, dem bayrischen Ministerpräsidenten, dem Gauleiter und dem Oberbürgermeister l^suche ab und trug sich in das goldene Buch der Stadt ein. Am Sonntag nachmittags besichtigte der hohe Gast ein Heim der italienischen Arbeiter und Ues Deutschen Museums. aBWHüfii mm DER BRENNENDE _SOMMER_ ROMAN VON DORA ELEONORE BFHREND (20 Fortsetzung) >Gott, ich weiß. Und meine Klitsche stammt von Großvätern her, alles neu, aus dieser Hand.« Er schlug mit ihr auf den Tisch, feist und viereckig blieb sie dort liegen. »Diese Hand, 'ne Kaliberhand, hat den Hof aufgebaut und die Wälder aufgeforstet, hat Parkett gelegt und *ne Herde hingestellt, 'ne Herde - da brauch' ich kein Wort zu verlieren. Mein Herz hängt wahrhaftig an dem Kitt. Aber wenn ich sagen sollte, die Mädels sind nischt und der Kitt die Hauptsache, denn müßt ich damlich sein. Meine A^ädels, aie sind nu mal meine Mädels, r)bg!eich —« »Obgleich?« fragte der Schünbuch aufmerksam. »Na so, wie sie eben sind. Immer mit Cjlaces. Das haben sie von den Storchs, 'n bißchen Spiritus fehlt. Aber ich will nichts gesagt haben. So wie die Elida sie mir geboren hat, sind sie gut.« Der Schönbuch gähnte durch die Nase. — ,Ein einfältiger aller Mann trotz aller Schlauheit.' — Er sprach milde, wie man zu einem Kinde spricht: »Versteht sich von selb'^t. Mir gefallen sie überhaupt, besonders die mittelste, die Mariel —V :>Maieliec)i, verbesserte der Brakel und schob die schwarze Zigarre von dem lin- | ken Mundwinkel in den rechten. xHoch-zucht schadet nie, das weiß man als Züchter. Wenn es auch gekrauste Nasen und Handschuh auf den Fingern gibt. Die Storche kommen mir manchmal vor wie'ii ' Weinglas ohne Wein drin.« | Das grüne Einglas glitt unter der Brauenwulst hervor, wurde eingefangen und wieder eingeklemmt. »Weinglas oh;ie Wein?« wiederholte Schünbucii, »sehr gut! Ich wußte nicht, daß dir so'nc Sachen liegen. Du meinst also, deine Mädels haben so was. L's sollte was drin sein und ist nichts, wie?« Der Baron lachte. »Gott, Schönbuch, 'n bißchen deftig, was! Nee, drin is sch!)n, dafür bin ich da.« Er reckte sich in den Schultern, die wie beim Grenadier gerade und straff standen. Auch den Bauch streckte er vor. »Ja, da bürge ich für, daß 'ne Kleinigkeit drin ist. Allein hätte das die Elida nicht fertiggebracht.« Er lachte herzlich: »Besonders die Maielies ist meine Tochter, und Irmchen wird .loch. *n bißchen rauh im Haar. Bloß bei der Susanne haipert's. Immer piepsig, dies nicht und das nicht, grad' wie die Tanten von meiner Frau. Filethandschuh und Riechsalz. Na, 'n tüchtiger Mann, und es geht auch in Ordnung. Ich denke, 'die Karre läuft sowieso.« »Du hast jemanden im Auge-?« frug der Schönbuch, »oder ist es schon perfekt?« >Kann i»ein, kann aucii nicht sein. Mehr wie'n Abspruch unter den Alten, aber Iieut will die Jugend meistens nach der anderen Seite. LH'in Sohn wird sich auch nicht zum zweitenmal ohne weiteres ver-lobcn lassen.« Das war stark. Eigentlich 'ne Frechheit. Der Schünbuch antwortete nicht, sprach nach einer Weile hochmütig: »Mein Sohn wird so wählen, wie es notwendig erscheint. Schönbuch-Kowahlen ist ein Bogriff, und nicht nur für mich, für die Provinz. Gewissnrniaßen Denkstein.« »Jajn«, meinte der Baron gelangweilt. »Denkstein ausgezeichnet!« ,Die Donna Pomposa ist auch 'n Denkstein', dachte er und gähnte, denn es schläferte ihn nun wirklich. Auch hier war die Hitze arg, das Bier lau, und ungezählte Bremsen zischten durch die Veranda, während über den Seideln kleine Wolken von Fliegen standen. »Ja, denn sieh man zu, daß der Will wenigstens die richtige Blutlinie trifft. Vererbung ist alles.« »Ich sehe zu«, sprach der Schönbuch und gähnte auch. 20 Man war daheim, zerschlagen und ganz und gar ermüdet. Selbst das Gesicht der Frau von Barkel trug nicht mehr die rosa Heiterkeit. Will vor allem war schlecht gelaunt. ,Das s'nd Kinderspiele', dachte er abermals. ,Mit 'nem Butterbrot in der Tasche in irgend 'n Dorf fahren. Dabei ein paar Worte mit 'nem netten Mädel reden. — So ist da'S Leben nicht, bei Gott.' Er vermied es. Maielies beim Abspringen behilflich zu sein, sah aber dann doch zu ihr hin. Ein bißchen verloren und ausgelöscht vor Ermüdung stand sie da, ein trauriger Schatten, im Halblicht des hereinbrechenden Abends. Er ging ^eigentlich wider Willen auf sie zu und sprach verlegen und halblaut, während um sie herum das Abschiednehmen stattfand, das Schimpfen des Barons und die Klagen Alma Schadenroths Uber ein paar zerbrochene Teller. »Konunen Sie noch in die Kaule, nur ein paar Minuten. Ich meine, nach dem Abendessen.« »Nach der Kaule? —« Maieliets sah Will groß an, senkte schnell die Augen. »Ja, ich —« Es kamen auch ihr ungewollte Worte. »Ja, vielleicht. Es wird sehr heiß in» Hause sein. Ich will Irmchen und l>u-sanne fragen.« »Nein«, sprach Will kurz. »Wenn ich Maielies sage, meine ich weder Susanne noch Irmchen. Von Familienkränzchen habe ich heute gerade genug.« Maielies wollte etwas sagen, öffnete den Mund, schloß ihn wieder, und Will sagte nachlässig: »Gut, dann kommen Sie nicht. Es war nur ein Gedanke.« Er wandte sich ab. »Ich komme«, rief Maielies ein wenig atemlos. »Ja, ich komme denn auch ganz gern allein. Susanne wird sowieso zu müde sein.« — fturmner ?.38 »Marburc:er /e'-^uns:« ?.1. ^•"'♦fmber lOil 5 AUS STADT UND LAND Treue im Kleinen Nicht jeder steht im Leben auf cinjin großen Posten. Nicht jedem legt cifls Schicksal große Verantwortung auf die Schultern. Jeder aber hat seine täglichen kleinen Pflichten und Aufgaben zu «jrfül-len, jeder ist ein Rädchen im großen Getriebe des Wirtschaftslebens. Gerade in Zeiten der Hochspannung, in der Zeit dieses schweren, uns von den Feinden aufgezwungenen Kampfes, gibt es so viele Menschen, die ein wenig beklommen, ein wenig gedrückt denken: Und ich? Was kann ich tun? Ich stehe nun hier und tue Tag für Tag die gleiche Arbeit... Ist das gar nichts? kftnnle man zu allen jenen sagen — Tag für Tag In unerschütterlicher Pflichterfüllung seine Arbeit tun. und wäre es auch nur die geringste, wäre es auch eine Arbeit, die niemals groß in Erscheinung tritt: darin aber, in der Treue zum Werk, liegt alles. Darin liegt dir Stftrke eines ganzen Volkes. Man muß dem Werk die Treue bewahren, darauf kommt es an. Aus Millionen winzigen Rädchen fügt sich die große Maschinerie des Staates zusammen, sie kann nur ganz ihren Dienst tun, wenn dieses Räderwerk eines gewaltigen, schaffenden Millionenvolkes bis zum letzten Mann, zur letzten Frau verläßlich arbeitet. Niemand darf sagen, daß seine Arbeit klein und nutzlos sei, denn jede schaffende Hand hält den Maschinisnius im Gange. Treue ist ein Wort, an vlem sich nicht deuten läßt. Nur der besitzt sie, der sich auch in seinoni engsten Pflichtonkreis zu bewähren weiß, Sie beweist sich im Hrsten und Letzten in dem stillen, beharrlichen Einsatz, in der unermüdlichen Pflichterfüllung und der nie wankenden Bereitschaft auf jenem Plarz, auf den uns das Schicksal gestellt hat. Niemand im deutschen Volke ist nutzlos — und keine Arbeit ist nutzlos. Oerade in diesen Tagen harten und schweren Ringens, in dem ein ganzes Voli< bereit ist, Leben und Gut für seine heiligsten Rechte einzusetzen, so'llen wir uns der Treue im Kleinen erinnern. Immer sollten wir gewiß sein, daß es nicht darauf ankommt, ob jemand auf vorgescho'bcnein Posten steht und die Verantwortung für große Taten trägt oder ob er still und treu im hintersten Winkel des Rciches seine Pflicht tut. Aus beideni, aus der unermüdlichen stillen Pflichterfüllung ttn Allla^j des Lebens und aus den grollen Taten wird das Schicksal der Nation geschmiedet. R. K. Warum bekam ich die Mitglied$i(arle des Steirischen Heimailiundes nocli nicht? in T(KlcS|älle. Im Marburger Krankenhaus starben: die 54-jähriKc Hausgehilfin Aloisia H \v o r s c Ii a k aus Plintendorf. (lern. Ober St. Kunigund, die ^fi-jähriKC Hitckcrs.^attin Marie Putsch ko aus Poberscii bei Marburß und die 39-iilhriife Pciisionistensgattin Kniilie Biteiiz aus Marburg, f^ranz-.losefstraße 5. Ferner verscliicd in Marburg, .loscfstrane 5, die 51-jülirigc hisenbalmcrsq;attin (iabricia M c n i h. Diese Frage stellen sich viele Volks-iieiiossen In der Untersteiermark, nachdem sie sich zum Stcirischen Meiniat-bund angemeldet und bei der ersten Mit-gliedskartenausgabe In ihrer Ortsgrup-pe i l^eine Mitgliedskarte erhalten haben. In der Zeit von nicht ganz drei Monaten haben 350.000 Untersteirer Fragebogen und Aufnahmeantrag bei einer Aufnahmekonmiission des Steirischen Heimatbundes abgegeben. Daß bei dieser grollen Zahl von Anträgen ein erheblicher Teil von Fragebogen und Auf-nalimeantr;i,i?en schlecht ausgefüllt waren, ist verständlich. Trotz der Überprüfung der Unterlagen durch die Kommission sind einzelne Fragebogen und Aufnahmeanträge unzureichend ausgefüllt. Ks k^i'innu z. B. öfter vor, daß der Aufnahmeantrag nicht unterschrieben ist, daß auf Fragebogen und Aufnahmeantrag verschiedene Geburtsdaten eingetragen wurden, daß weder auf Fragebogen noch auf Aufnahmeantrag eine genaue Anschrift angegeben war und ähnliches. Zur Ausstellung der Mitgliedskarte und zur Anlegung einer Mitgliedskarte! Im Steirischen Heimatbund, müssen vollkonunen klare und eindeutige Angaben vorliegen. Aus diesem Gründe konnte in der verhältnismäßig kurzen Zeit bei der ersten Mitgliedskartenausgabe, nur an diejen'-gcn Untersteirer Mitgliedskarten ausge- geben werden, deren Unterlagen vollkommen in Ordnung waren. Bis zur zweiten Ml'tgliedskartenausgabe. die in einiger Zeit erfolgen wird, werden noch teilweise durch Vorladen der Bewerber, teilweise durch andere Ermittlungen alle Unklarheiten beseitigt, so daß durch den Steirischen Heimatbund bis zu dieser zweiten Ausgabe alle Fälle geklärt werden. Es ist dalier keinerlei Benachteiligung, wenn ein Bewerber zur Aufnahme seine Mitgliedskarte erst bei der zweiten Ausgabe erhält. Der Grund für diese Verspätung der Ausgabe ist in den meisten Fällen nur ein technischer. Alle jene, die nach den vorhandenen Unterlagen nicht in den Steirischen Hei-matbund aufgenommen werden können, erhalten eine schriftliche Verständigung über die Ablehnung eines Antrages um Aufnahme, durch den zuständigen Block-führer zugestellt. Bei der großen Zahl von bisher ausgestellten und noch auszustellenden Mitgliedskarten bedeutet es eine Arbeirts-verzögerung, wenn einzelne Volksgenossen vor Abschluß der zweiten Mitgliedskartenausgabe in den Ortsgrui>pen oder anderen Dienststellen des Steirischen Heiinatbundes die Klärung ihres Falles beantragen. Es kann daher Auskunft über den Stand der Aufnahme im Einzelfall gegeben werden. Anfragen sind daher zwecklos. Franz Tauseis letzter Weg Am 18. September wurde der ermordete Wehrmann des Steirischen Heimatbundes, Franz Tausei, Trifail, unter großer Anteilnahme der Bevölkerung zu firabe getragen. Eine Abordnutig der Bundesführung des Stcirischen Heimatbundes und die der Betriebsführung der Trifailer Kohlenbergwerke sowie viele atidere gaben dem Toten das Geleit, fhnen schlössen sich die zahlreichen Arbeiitskameraden und die übrige Bevölkerung an. Auch aus den Nachbarge-meinden Hrastnigg und Sagor katnen die Volksgenossen, um von dem toten Kameraden Abschied zu nehmen. Die Wehr-mannscliaft des Steirischen Heiniatbuii-des Trifail war vollzählig angetreten, nachdetn sie schon am Vortage die Totenwache an der Bahre iibernonunen hatte. Auch die Deutsche lugend war vertreten. Die Feier am Grabe wird allen unvergeßlich bleiben. Nach einem Choral, gespielt von der Trifailer Bergwerkska-pelle, sang der Mädelchor der Deutschen .fugend. I^cr Betriebsführer der Trifailer Kohlenbergwerke, Dipl. Ing. Köhler, dankte dem toten Arbeif^kameraden ffir seinen Einsatz und ein Oefolg-schaftsmit-glied sprach Worte des Abschieds. Der Kanon »Deutschland wird leben und wenn wir sterben müssen« erklang. Anschließend sprach Kreisführer E b e r h a r t h und wies in seiner Rede besonders auf den jetzigen Kanupf zwischen Bolschewismus mid Nationalsozialismus hin. Wehrmann f'ranz Tausei bleibt unvergessen, seine Familie steht unter der Obhut des ganzen deutschen Volkes. Unter den Klängen des Liedes »Ich halt' einen Kameraden« senkten die Wehrmänner des Steirischen Heiniatbundes den Sarg mit dem Hakenkreuztuch in die Erde. Mit den Liedern der Nation und der Niederlegung vieler Kränze fand die Totenehrung ihren Abschluü. m. »Das Lied der Arbeit in Pcttau. Am 19. September hielt Dr. Blaß .seinen Vortragsabend »Das Liei! der Arbeit«, in Pettau. Auch hier brachte er seine ganze Gestaltungskraft und Einfühlungsgabe in das Wesen der von ihm wieciergcgebenen Dichtungen voll zur Entfaltung und schenkte den Lauschenden eine wahre Feierstunde. Die Zuhörerschaft, tief beeindruckt und ergriffen, dankte diesem Meister t»'es Wortes mit lang anhaltendeni Beifall Kampt um den Wohuungs-mangel In .vi'>rburg In einem Aufruf Im heutigen Anzeigen-leil der »Marburger Ze tung« wendet sich der Polltische Kommissar der Stact Marburg an die Einwohnerschaft. Ihren Teil zur Behebung des Wohnungsmangcl? in unserer Stadt beizutragen. Der Appell richtet sich an alle Wohnungsinhaber, deren Wohnräume nicht genügend ausgenützt sind oder an solche, die bereit s nC, ein oder mehrere Z'mmer an Untermieter abzugeben. Wir sind gewiß, daß durch diese Maßnahme nicht nur die^ Möglichkeit besteht, die große Zahl der Wohnungssuchenden Untermieter zu befrle. digen, sondern noch weitere leere Wohnräume Familien zur Verfügung zu stellen. Gern wird dem Wunsch stattgegeben, die V/ahl des Untermieters restlos der.i Vermieter zu Uberlassen. Wir gehen nicht fehl In der Hoffnung, c.'aß der Aufruf bei pilen Wohnunginhab^rn Gehör findet und Anmeldungen von möblierten od®r leeren Zimmern umgehend schriftlich an ien P< iitischen Konimissar, Marburg, R.nt-haus, erfolgen. Eröffnung eines Sportplatzes in Kaagberg Trotz großer Schwierigkeiten im Gelände wurde in Kaagberg bei Polstrau em vorbildlich gestalteter Sportplau g<^-schalfen. Durch ireiwillige Mitarbeit vieler Männer und Frauen wurde üiese Arbeit geleistet. Im Rahmen eincs feierlichen Appells der Ürtsgruppenfuhrung Kaagberg des Steirischen Heiinatbundes wurde dieser Tage der Sportplatz seiner Bestimmung übergeben. Über 700 Menschen säumten den Platz und es herrschte eine festliche Stimmung. Die Wehrinannschaft des Steirischen Heiniatbundes, die Feuerwehr und die Musikkapelle aus Polstrau waren angetreten. Unter cen Anwesenden war auch Gau-sportführer Prof. Paul G e i ß 1 e r aus Graz, der in seiner Eröffnungsansprache die geleistete Arbeit lobte und betonte, daß solche Sportplätze die Voraussetzung für die Stärke des deutschen Volkes sind. Diese Anlage gilt dem Kleinkinc.' wie dem Jungen und dein Mann, dem Mädchen wie der Frau, i-lch übernehme«, erklärte der Redner, »diesen Platz im Gedenken an unser Volk und unseren Führer.« .Mit der Führerehrung und den Liedern der Nation schloß diese schöne Feier. tn NacheinSchrcihungcn für die Musikschule für .luRCnd und Volk In Marbun:. Für alle Schüler, die sich um die Aufnahme in die Musikschule für Jugend und Volk in Marburg beworben haben aber aus triftigen Gründen den Eiiischreibter-niin ver.säuniten, wird ehie Nachein-sclircibung am kommenden Donnerstag. Freitag und Samstag jeweils vor- und nachmittags durchgeführt. N.'iheres Ist aus der heutigen Anzeige in der »Mar-hurger Zeitung« zu ersehen. Verlang«! überall die „MARBURGER ZEITUNG" Drei Männer und ein Lied Eine Geschichte um Theodor Körner | Von Oskar O. Foerstcr Es war im Herbst ISIO. fju Salon des | Kurhauses von Alexisbad saß eine fröhliche Gesellschaft beisammen. Regen-] Schleier hingen vor den Fenstern, die| Wege des Kurparks waren leer, bei Wein und Musik verflog rasch der Ärger überj das schlechte Wetter. Fran/.oscii, liollän-j der, Hänen und Gäste aus der ganzen j deutschen Kleinstaaterei saßen an den langen 'i'afeln, und selbst die süddeutschen Burschenschafter am Ende des großen Mitteltisches parlierten unbekümmert und laut in der noch immer als vornehm geltenden französischen Sprache. Ein junger Musiker in schwarzem Samtwams hatte den Vorschlag gemacht, ein wenig zu musizieren, und da eine, ganze Anzahl von Sängern und Musikern I anwesend war, unterhielt man sich aufs' beste. Arien und Duette aus französi-j sehen und italienischen Oipern wechselten einander ab. Oerade war ein Quartett aus Vaude-] villes neuer Oper verklungen, da trat ein Herr an das Klavie-r und sagte: »Meine Herrschaften, nachdem wir nun so vidi fremde Musik angehört haben, darf ich Sie wohl um Ihre AnfmerksamkeH für ein deutsches Lied bittenI« | Die Gäste betrachteten den Fremden verwundert. Er trug den linken Arm Inl einer schwarzen Binde und das Band des Eisernen Kreuzes am Rock. Und nun begann er mit volltönendem Baß ein Lied anzus'thnmen, das man in diesem Hause, in dem sich die voniehmen Vergnügung.s-reisenden von halb Eurctpa begegneten, noch nie zuvor gehört hatte: Theodor K(>rners Kampflied der freiwilligen Jäger: »Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd ...« Die Zuhörer verstummten, einige Franzosen verließen mit empörten Oesichtern den Salon. Die anderen blieben und lauschten, ein Herr in schwarzem Erack eilte an das Instrument und begleitete den Säuger. In diesem Augenblick öffnete sich die Tür, ein weißhaariger Greis trat ein. blieb an der Tür stehen und hörte in mühsam verbo-rgener Rührung dem Sänger zu. Als dieser den Sclilußvers vortrug: »Das Land ist ja frei und der Morgen tagt, wenn wlr's auch nur sterbend gewannen ...« da vermochte sich der alte Mann nicht länger zu beherrschen. Seine Augen wurden feucht, er trat mit einem verlegenen Räuspeni in den dunki'^n Hintergrund des Raumes. Das Lied klang aus, aber niemani' zollte dem Sänger Beifall, alle betrachteten versvundert den alten Herrn, dessen schmerzliche ErgHffenlielt unerkllir-llch schien. Da trat der Greis in den Lichtkreis und sagte: »Meine Freunde, Sie | mögen sich über mein Betragen wundern,' durch das ich vielleicht Ihre Andacht störte. Sic werden das aber verzeihlich | finden, wenn ich mich Ihnen vorstelle.! ich bin Staatsrat Körner, der Vater Theodor Körners, der dieses Lied gedichtet hat.« I Die Gäste erhoben sich, umringten ihn i und brachten ein begeistertes Vivat aufl den Va;ter des Ereiheitsdlchtcrs aus. dessen Verse in dieser Stunde plötzlich wie-; der die alte Sehnsucht nach dtm großen Reicli der Deutschen in ihnen geweckt hatte. Und dann stand plötzlich auch der Sänger vor dem Gefeierten und .*agte: »Herr Staatsrat, ich bin glücklich. Ihnen zu begegnen. Mein Name Ist Fleming, ich war Offizier bei den Lützowem. Ihr Sohn war n>ein Freund und Kamerad. Seinem Vater Iiier zu begegnen. l5t mir der schönste Lohn für das Lied, das Ich soeben gesungen.« Die beiden Männer drückten sich die Hand. Und während die Gesellschaft noch in schweigender Überraschung über das seltsame Zusammentreffen verharrte,' trat auch der Herr im Frack, der den' Sänger auf dem Klavier beglertet hatte, hervor und snrach mit bewegter Stimme: 'Gestatten Sie auch mir. mich einen "reund des unvergessenen Dichters 7u 'lennen. Ich bin Carl Maria von Weber und durfte sein Lied an die Lützowcr vertonen. Auch ich bin dem Zufall dank-' bar, der uns drei hier zusammenführte zu einer Stunde der Frinnerung und des treuen Gedenkens an Theodor Körner.« Da wich der Bann des Wunderns von den Zeugen dieses seltsamen Zusammentreffens, und den Deutschen in diesem Räume war zu dieser Stunde, als wäre dies Geschehen eine .Mahnung an ihre Herzen, die Fahne der Lützower und ihres Dichters wieder aufzunehmen und x'oranzutragen im Kam/pfe gegen alles Fremde und für die deutsche Einheit, und weit in Park und Wald hinaus hallten durch die geöffneten Fenster nun die Lieder Teodor Kömers von Freiheit. Kampf und Heldenftum. (NSK) öpitere Marburs:er Zeitunjr« 33. September 1941 Numer 238 Abschiedsfeier in der Ortsgruppe Margarethen Der Führer der Wehrmaiinschaft des Steirischen Hciinatbundes der Ortsj^ruppc Margarethen u. P., Kranz L a u r e n -tschitsch, wurde von hier abberufen und an seine Stelle oer bisherige Stellvertreter Ludwig W e r n i k aus MoschganzCn eingesetzt. Aus diesem .Anlaß veranstalteten die Unterführer des Sturmes der Wehrmannschaft des Steirischen Heimatbundes in der Ortsgruppe Margarethen u. P. für den scheiGcnden Kameraden eine Abschieds-feier, an welcher sämtliche Unterführer und Wehrmänncr teilnahmen. Ortsgruppenführer Scherf würdigte die Ver-rtiensfe des Scheidenden, indem er seine Diensteifrigkeit, sein Pflichtbewußtsein sowie seine wehrerzieherischen Kenntnisse hervorhob u, ihm den Dank für die bisher geleistete Arbeit auf dem (leb'ete der Wehrerziehung im Namen der Orts, gruppe aussprach. Durch ein Musikquartett der FJrüder Schupetz und Gesangsvorträge deutscher Lfeder wurce die Feier verschönert und es herrschfp gute St'mmung. . Jungbäuerinnen für die wiedergewonnenen Gebiete Im Kucherhof in Klagenfurt fand kürz-Hth die Aibschiußfeier t-ines Kurses der Landesbauernschaft statt, in dem Bera-tungshelferinnen für die heimgekehrten Gebiete ausgebildet wurden. Die Jung-bäuerinnen werden in den wiedergewonnenen Gebieten eingesetzt, um den dort in den Kreisen tätigen Wirtschaftsberat'erin-nen helfend zur Seite zu stehen. Sie sind durchwegs Absoil-venti^nen einer Land-frauenschule, haben eine ausreichende Praxis hinter sich und eine Hauswirl-schaftsprüfung abgelegt. Landesstabsleiter Dr. Santner hielt ihnen bei der Ab-scWußfeier noch einmal ihre wichtigen Aufgaben vor Augen. Sic sollen die Ge-dairken weifertragen, wie man jetzt im Ha-ushalt mit wertvollen Nahrungsgütern umgeht. Auf eigenem Grund und Boden soH möglichst viel erzeugt und das Erzeugte sparsamst verwertet werden. Die Jün^äuerinnen soMen in den bäuerlichen Betrielben für eine planivoillc und geordnete Hauswirtschaft und ein bewußt .politisches Denkern Sorge tragen. HDert g«ht )a di« luttig« WItw«!" UfMere Theatermitglieder sind schon gute Freunde in Marburg Ein neuer Wochenspielplan verkündet an aHen A.nschlagecken, was dem Unterland in der zweiten Woche an erster und heiterer Muse geboten werden wird. Mit Fug und Recht kann man sagen, daß die Stadt in der vergangenen Woche im Zeichen des Theaters stand. Das Interesse, das dieser ersten deutschen Spielwoche des wiedererstandenen Marburger Stadttheaters entgegengebracht wurde, war ganz erfreulich groß! Es ist nicht die Tatsache allein, daß alle Vorstellungen bis auf das letzte Plätzchen ausverkauft waren und zahlreiche Vormerkungen auf die kommenden Vorstellungen vorliegen, die uns zu dieser Feststellung veranlassen, eR Ist vor alJem einmal die innerliche Ein-stellun.g, die die Volksgenossen ihrem deutschen Theater entgegen-bringen. Um dies zu erkennen, genügte in der vergangenen Woche ein kleiner Spaziergang durch die Stadt. Es war ein großes Vergnügen, wie wei'land Harun al Raschid inikognito durch die Straßen zu wandern, in den Kaffeehäusern und Gaststätten Z.U lauschen, was denn die Leute ü^b^r ihr Theater sprechen, das sie nun bekommen haben — und ob sie über-hauipt darüber sprechen! Denn diese VoJksstimmen sind das beste Barometer für den Wetterstand eines Theaters. Und nach dem Späbtruipipunternehmen unseres Theaterwettersachversländigen kann man nur sagen: Der Zeiger steht auf »Schön Wetter« und »Beständig«! Da konnte man zum Beisf>iel in der Herrengasse hören: »Schau — ist das nicht die lustige Wiwe, die dort geht?« »Natürlich!«, war die Antwort des zweiten kunstbegeisterten JüngliJigs, »es ist die Anni Petko!« »Aber sie heißt doch gar nicht Anni, sie heißt Emmi! Anni heißt doch die Marzclline, die Diehl aus dem Fidelio!« — Im Cafe Zentral aber verstummt alles Zeitungsrascheln, denn Otto Welte, der »Njegus« aus der »Lustigen Witwe« ist eingetreten, um seinen abendlichen Mokka zu schlürfen. AHe Gesichter werden zu einem Lächeln geformt, man stößt sich an, tuschelt, flüstert — aber der Njegus läßt sich in seinem Zei-tungsstudinm nich* stören. Auch nicht durch den »al'en'< Knicketbein aus vier »Frühlingsluft«, den Oberspielleiter der Blick nach Südosten ü. Kroatisciic Joui n<«lisicn aul Deutsch, andreise. Die Gruppe führender kroatischer Journalisten ist zu Beginn einer längeren Studienreise durch das Reich in der Hauptstadt tier Bewegung eingetroffen, wo sie im Namen des Reichspresse_ chefs vom Stabsleiter Sündermann be-grüßt wurde. 0. Finnischer Gesandter für Kroatien. Der finnische Gesancite in Rom, Dr. Oni Talas, trifft am kommenden Montag in .Agrani ein, um dem Poglavnik sein Be. glaubigungsschreibcn als gleichzeitiger bevollmächt'gter Gesandter für den unabhängigen Staat Kroatien zu überreichen. n. Die Berliner Philharmoniker bej Dr. Pavellc. Die Berliner Philharmoniker wurden am Sonntag in Anwesenheit des Unterrichtsministers Dr. Budak vom Poglavnik empfangen. Der Vorstellung wohnte der deutsche Geschäftsträger von Troll bei. Der Poglavnik hielt an d'e Philharmoniker eine deutsche BcgrÜ. ßungsansprach*^. »Wir sind' glücklich«, so sat?te er, »Schulter an Schulter mit nem Großdeutschen Reiche Adolf Hitlers nicht nur auf militärischem, sondern auch nuf kulturellem Gebiete zu marschieren.« o. Erste Arbeitstagung des WirtSchafts-rates der Deutschen Volksgruppe In Kro. atlen. Der Wirtschaftsrat der l3eutschcn Volksgruppe m Kroatien hielt unter dem Vorsitz ues Hauptamtslciters Ferdinand Gasteiger seine erste Arbeitsbesprechung ab. Mit Zustimmung des Volksgruppen-führers wurden vierzehn Volksdeutsche Wirtschaftler in den Rat berufen. 0. Im Kampfe gegen Anarchistenbanden verwundet. In den Kämpfen mit den Tschetnitzi und kommunistischen Banden wurde, wie die Blätter jetzt berichten, vor etwa zehn Tagen der Befehlshaber des Hauptquartiers der Ustascha.Miliz, Oberst Franz Lukac, verwulidet. Eine im Agramer Krankenhaus an ihm vorgenommene Operation ist vollkommen gelungen, so daß der Oberst in Kürze das Krankenhaus wieder verlassen kann. o. 18 Millionen für Flüchtlingshilfe ge_ Sammelt. Im Rahmen der serbischen Sammelaktion für die Flüchtlinge und den Wiederaufbau der durch eine Explosion seinerzeit stark beschädigten Stadt Sme-derevo sind bisher 18 Millionen Dinar gesammelt worden. Davon wurden zwei Millionen zur Linderung der Not in Sme-derevo verwandt. o. Brotrationierung in Budapest, In Budapest und Umgebung wird am Montag das Brotkartensystem eingeführt. Die Brotverteilung erfolgt in dreierlei Kopfquoten für Normalverbraucher, Schwerarbeiter und Schwerstarbeiter. Operette Heino Wendenhöfer, der im PrivaMeben durchaus nicht den »■kranken« Mann spielt, und dessen Eintreten eine Dame zu der gebändigten Gefühls-äußenmg veranlaßt: »Fescher Mensch!« Diese doch vernommenen Worte quittierte aber sein Begleiter, der Oberspiel-' leiter der Oper, Erich Matthias, mit loyalem, gönnerhaftem Lächeln ... j Immer wieder konnte man es erleben:' »Das ist die Dragan, der Fidelio, und das j der komische Asper, dort drüben geht die Trenker aus der Frühlingsl-uft, und neben ihr die Gretl Popip, die »anständige Frau«, die sie in der lustigen Wit!we spielt. Und I hinter ihr, der mit den sehnsüchtigen Au-1 en, das ist der Bartl!« — »Nein, der Friese ist es!« Dann aber einigen sich die beiden Zwieges-präcWer doch, daß es »der Bartl« ist, der neben dem schmissigen Wiener Kaipellmeister Hansl Eichinger einherschreitet. Beim Erscheinen einer markanten Gestalt mit einem unverkennbaren Musikerkopf stößt ein Mann vom Arbeitsdienst seinen Kameraden freudig erschrocken an: »Du, das ist doch unser Dietl — hast nicht g'lesen, der ist jetzt Opernchef am j Marburger Theater!« I Und zu gut'erletzi: kommt noch Gerti Kammerzell, die Hanna aus der Frühlingsluft, wie ein Wirbelwind hereingeweht und ihr Zwitschern und Lachen klingt wie ein Wiener Walzer... So zog sich der rote Faden des Theatergesprächs in der vergangenen Woche durch unsere Stadt. Den Schlußpunkt macht der Heldentenor Renko, gefolgt von Herbert Richter, Fritz Schmidt und dem seriösen Baß Erich Tönges.- »Du, in den könnte ich mich stepblich verlieben!« Das flüstert ein Mädchen dem anderen zu, die zweite ist anderer Mei- , nung und die dritte entscheidet sich endgültig für — Dieses Urteil des weiblichen Paris soll hier abpr nicht verraten werden, es wäre eine arge Indiskretion. Und der Herr Intendant? So werden nun viele fragen. Nun, es ist wohl klar, daß Robert Falzari, der das südöstlichste Theater Großdeutschlands dem Unterland in so kurzer Zeit glanzvoll aufgebaut hat, keine Muße hat, vorderhand die vier Maiu?rn seines Th'eaters zu verlassen. Hans Auer. m. Angeschwemmte Mannesleiche. Am Samstag vormittags sah der Bootsmann Hermann Juresch unterhalb der Drau-brücke in Marburg eine Mannesleiche treiben und zog dieselbe nach einigen Bemühungen a^us dem Wasser ans Land. Gleichzeitig wurde die Polizei von dem Fund in Kenntnis gesetzt, die bald den Tatbestand aufnahm und die Überführung der Leiche auf den Poberscher Friedhof anordnete. Die Leiche wies keinerlei Spuren eines Gewaltverbrechens auf. Zwei zufällig in der Nähe anwesende Flößer wollten in dem Toten den im Jahre 1922 in Zellnitz an der Drau geborenen und dortselbst wohnhaften Holzarbeiter Edmund Sieben reich erkannt haben. Wie die beiden Flößer angaben, soll Siebenreich vor etwa zehn Tagen in einem Augenblick plötzlicher Sinnesverwirrung von einer Fähw; in Faal in Jie Wellen der Drau gesprungen und ertru" icein scio. SCHACH Stoltz Sieger im Europa-Schachturnier hl der letzten Runde des Europa-Schachturniers in München landete der Schwede Stoltz einen schnellen Sieg gegen Opocensky, der eine gewagte Eröffnung spielte und nach einem Fehler verlor. Dr. Aljech'in versuchte gegen Mroß zehn Stunden lang ein Danienendspiel mit einem Mehrbauern zum Siege ziu führen; er scheiterte aber an der Zähigkeit des Gegners und nnußte sich mit remis begnügen.. Bogoljubow setzte sich gegen Lundin durch. Richter ginl. I.ebeusjahre gestern, den 22. September fi(r immer von ims gegangen ist. Die irdisehe liiillc ilrr teuren Verblichenen wird am Mittwoch um 17 Uhr am Hrunndorfer l'riedhof beigeset/t. Alois Menih, Ciatte, Marie Majcen, 'locliter, Martin Kovad und Lchofer, Schwager, In tiefer 'l'rauer teilen wir allen Verwandten und Bekannten mit, daß imsere sorgsame (iattin, Mutter und Großmutter, Frau Marie Schwinger geii Kosi Realitätcnbesitzerin und Gastwirtin am 21. September im 52. Lebensjahre, viel /u früli, verschieden ist. Wir übergeben unsere inivergeßliche Tote am Dienstag, den 23. September 1941 uni Ifi Uhr am Stadtfriedhofe in Poberach iler Muttererde. P o t 8 c h g a u, am 22. September UM 1. 7(M>4 Die tivftraiicrnden Hintcrblicl>cncn. Kleiner Anzeiger lllllllllilllliiilllllllllllllillillliinillllllllllllllllillllllilllill Iciles Wort kostet 10 Rpl ' >las lettceciruckte Won ?< Rof Der Wortorcli lili bi tu 15 Buchstaben ie Won ^iffemebflhr (Kennwort) i?nf bei Sfellenrevjchen ?* RpI. FOf Zusendung von Kennwortbrtefcn werden äO Rpf Porto herechnei Anzefxen-AnnRhmtfchluR' Am Taee vor Erscheinen am 16 Uhr »Kleine An-zelRfn« tvtrden nar eeceir Vorelnsendiinff des BetrtRes Itiuch In «nliken Brlefmarkfinl aiilwenommen Mlnde»tBebUhr fOr eine "leine Anzeige PM t • Suche für sofort Einfamilienhaus oder kleine Villa mit 3 Zimmern und Nebenrfiumen, kleinem Garten, zu kaufen. I.age egal — Marburg, Cilli, Rohitsch-Saiierbrunn, Kraln-burg oder Nähe des Veldcser Sees. Bitte um schriftliches Angebot mit Preis, wenn möglich mit Bild, welche» ich sofort zurück sende. Zuschriften an Karl Novakowic, Kaufmann, München 8, Max-Zengcr-Straße 1 /O. 7073-2 Schreibmaschinen, auch» Reise- oder Kleinschreibmaschinen, neu oder gut erhalten, werden sofort gekauft. Anträge unter »Großes Indiistrie-nnternehmen« an die Vcrw. des Blattes, 6659-3 Kaufe gebrauchte Schrcib-imd Rechenmaschinen aller Systeme, Stanislaii Pnklavec, Cilli, Sanngasse 1._7113-3 20 Stück Gasthausscsseln no-fort gesucht. Adresse in der Verw. 7105-3 2M »eikou^ Kinoapparat (Optika), elektrisch, fiir Normalstimimfilme, und eine AAenge verschiedener l'ihnc günstig zu verkaufen. (Ik'ichzeitig werden 16mm-Filmc im besten Zustande gekauft! Anträge unter'»Heimkino« an die Verw. 7102-1 Geschäftabudel, diverse Spe-zereistellagen und Glaskasten. Stellagen sofort verkäuflich. Auskunft Neudorf, Augasse Nr. 1(1. 7096-1 Mahagoni-Schlafzimmcr, sowie große weiße Küche zu verkaufen, Adresse in der Vcrw. 701>5-4 jagdhtind zu verkaufen bei lladner Heinrich, Doinkogel-gasse 23. 70S'.)-4 Jungschwclne zu verkaufen. Anzufragen Stanislau Krainz, (iärtner, Oberrotwein IIS. 7! 17-4 Kinderwagen zu hismarckstraße 5, ster. verkaufen. Ilausmei-7IW-4 iu »etmieUH Kleines Zimmer zu vermieten. Schillerstraßc 20/11. 7009-5 Zweibettiges sonniges Zimmer, Zentrum, vergebe sofort. W'ildenrainergasse 1.3/111 70'.H)-5 2w mieUk ^tsiulU f'räulein in Stellung sucht einfaches reines Zimmer, womiig-lich Balinhofnähe. Zuschrifteu unter »Bahnhofnähe« an die Verw. 7001-6 Pensionist sucht möbliertes, sonniges und ridiige.s Zimmer mit separiertem Eingang inid Verpflegung, Bahnhofnahe, ai» 1, Oktober. Anträge unter Oktober« mit Preisangabe pro Monat an die Verwaltung. 7088-6 Faßbinder «ucht Arbeit nicht nur im Fach, sondern auch im Werkzeugmachen bewandert. Anträge unter >Faßbinder« an die Geschäftsstelle der Mar-burger Zeitung Pettau. 7085-7 Vcrwalterstclle wird von einem Ökonom, der in allen landwirtschaftlichen Zweigen bewandert ist, gesucht. Anträge unter »Verläßlich« an die Geschäftsstelle der Marburger Zeitung Pettau. 7084-7 Sleiith Vor Einstellung von Arbeitt-krüftcn muß die Zustimmuns des taslSn(ti|cPn Arhcltsamtfs cinK«holt werden. Eisenhändler, tüchtiger Verkäufer, wird für Marbiirgcr Platz sofort gesucht. Offerte sind zu richten imtcr »Fllsen-händler« an die Verw. 7012-8 Tüchtige, weibliche Kanzleikraft mit mehrjähriger Praxis, perfekt in der Buchhaltung und flinke Maschinschreiberin, Volksdeutsche, wird für Groß-unternelunen in der Unterstci-ermark gesucht. Lebenslauf samt Liclitbild und Zeugnisabschriften sind an die Verwaltung des Blattes unter »Kanzleikraft t)8« zu senden. ti811-S Pensionisten und Invalide mit entsprechender Rüstigkeit, die straflos und politisch •vollkommen verläßlich sind, erhalten guten Nebenverdienst in Marburg und auswärts bei ßewa-chungsgroßimternehmen. Angebote unter »Sofort« sind schriftlich zu richtcn an die Verw. 7106-8 Friseurlchrmädchen wird auf-rcnommen bei Anton Flieger, Herren, imd namenfriaenr. Burggasse 7. 7104-B Ältere Magd für Schweinc-züchterci wird aufgenommen. Dampf- und Kunstmühle J. Zadravec, Polstrau a. d. D. 7071-8 Deckennäherinnen werden aufgenommen bei -Wcka«, Marburg, Reiserstraße 2. 7103-8 Suche einen sehr guten Damenfriseur oder -{•riseurln, welche auch im llerrcngc-schäft mithilft. Angebote unter »Geschäft«; an die Vcrw. 7100-8 hmhjl BUHG-KIMO —IM Dorf im roten Sturm Friesennot Friedrich KayIMcr, Inkijinoff, J. Vihrog Im Verleih der Rciclispropaganda-Leitung, Hauptamt Film, Für Jugendliche unter 14 Jahren nicht zugelassen! Kulturfilm! Neueste deutsche Wochenschau! Kulturfilm-Sondervorstellung: Dienstag und Mittwoch um 13.45 Uhr: Si^mfika§äe dtsUotäeM Eine Dichtung In Bild und Ton über Norwegen» Landschaft. Neueste Deutsche Wochenschau! Für Jugendliche zugelassen! 7070 Vorführungen: Heute 16, 18.30 und 21 Uh? Karten von 10—12 und ab 15 Uhr ESPLANADE l'ernruf 25-2H JckaHHCs!" ALBRECHT SCHOKNHALS - nOROTHF:A WIFCK - CLAUS DETLEF SIFRCK - GUNAR MÖLLER Für Jugendliebe zugelassen! h9h8 Kulturfilm! Neue deutsche Wochenschau! ß« Verkäufer oder Verkäuferin, weiclie selbständig ein gutgehendes Spe/.ereigcschält in der Magdalenenvorstadt zu führen imstande ist. Auskunft Neudorf, Augasse 16. 7997-8 Deutsche WInzerfaniilie, im-bedinet verläßlich, in Obst-nnd Weinbau vollkommen versiert, wird auf mittleren Besitz gesucht. Wohnimg und Bezahlung nach Vereinbarung. Schriftliche Anträge sind zu richten unter »Verläßlich !?3l6 inl sofort aufgenommen im (ia.swcrk Mnrt^urg. Schweißarbeit wird auch an tüchtigen Unlerneh-mer vergeben. 7114-S Tapezierergehilfe wird sofort aufcenonimen. Stelzer, Wm-7lV»2-8 dischgraz Tüchtige Gehilfin für Schneiderei wird aufgenommen. Biabnik, Scliillerstraße 26/11. 7098-S Indufitrle-Rcamtert-in), über 45 jähre alt, oder gleichwertige Kraft, findet Anstellung. Adresse in der Verw. 7115-8 fukäe - VeetusU Verloren, Cilli, l^onnerstag, 25. September, ein Fotoapparat »K 0 d a k - R e t i n a«. Abzugeben gegen gute Belo'inung Cilli, Grabengause 2/11 Stock, Ing. Cebul. 7110-5» Am 21. d. wurde auf dem Wege Triesterstraße ab Post-garage Schindergraben d be verloren. Abzugeben Postamt 1, Kraftpost. 7003 leder Unlerslelrer liest die Marburger Zeitung I Die SchOlerefnaehreibungen in dim Muslkuhule tUr Jugend und Volle In Marburg, Badgasse 1t, sind abgeschlossen. Nur für solche Schüler, die aus triftigen Griinden den ersten anberaumten Termin nicht einzuhalten vermochten, finden Donnerstii^, den 25., Froit#y, den 26., und Snnisttt^, den 27.Scptenibei* in der Zeit von 8 — 12 Uhr Vormittag und von 15—19 Uhr Nachmittag; Nacheinschreibungen statt. Auch zu ditsen erscheinen selbstverständlich die minderjährigen Schüler wieder mit ihren Eltern, beziehungsweise ErxiehungsöevoiU mächtigten. Die Einschreibgebühr beträgt RM l'—, das monatliche Schulgeld RM 4 30 bis RM 6.10. Beide Beträge sind vorauszubezahlen. Von tiefstem Schmerz erfüllt geben wir allen Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß unsere innigstgeliebte, gute Mutter, I^Vati lullana Tsctiresclinili ueborene lurho im 58. Lebensjahre heute den 21. September um 16 Uhr nach kurzem Leiden verschieden ist. Die Seelenmesse wird am Mittwoch, den 24. September um halb 9 LHir gelesen, worauf die teure Verblichene am Friedhofe Maria in der Wüste beigesetzt wird. Maria in der Wüste, den 22. Sept. 1941. Uic Trauernden: Jakob Tschreschnik, Gatte. Julia, Vida, Tochter, Kositsch, Fornezzi, SchwiegerstWinc und die übrigen Verwandten 710!) tmd Bekannten DankMsrung. Außerstande, jedem einzelnen aus nah und fern für die überaus große Beteiligung am Begräbnis unsere« unvergeßlichen Gatten, bzw. Vaters, Bruders usw., des Herrn Franz Tausei Schweißer sowie für die vielen Kranz- imd Bhimenspenden zu danken, sprechen wir auf diesem Wege allen Teilnehmern, insbesondere aber dem Bundesführer iles Steirischen Heimathundos, dem Kreisführer des Kreises Trifail, dem l.eiter des Führungsamtes I Jakob I.ammer, dem Primarius Dr. Alois Rimmel, den Hemmten der Staatspolizei, SA-Sturmführer Ing. Kuller, unserer Gendarmerie, dem Gend.-Kreis-führer aus Trifail, Herrn HirscIdiofer und dem Gendarmericposten Trifail sowie allen Wehrmännern und der Deutschen Jugend unseren innigsten Dank aus. Trifail, im September 1041, 7086 Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Uau^lschriniciter Anton Gerachaek, Slcllvcrtrclcudcr llauDtscbriftleitcr Udo Katpcr Druck der HtMarbur^er Druckerci'