Kr. 99. Sonntag den .11 Aecember 1892. )(XXI. Jahrgang. MUburaerZÄUG halbjährig 3 fl. SV kr. und vierteljährig 1 fl. kr. Die Einzelnummer fostet 7 kr. Seid wachsam! Die slavischen Gegner der österreichischen Deutschen be» thätigen vor allem eine nachahmenswerte Eigenschaft: unablässige Rührigkeit. Sie stehen sozusagen beständig auf dem Qui vive? und sind rastlos geschäftig, wenn es gilt, eine bereits eroberte Position zu verstärken, oder aber eine feste Stellung der Deutschen in ihre Gewalt zu bekommen. Haben sie einmal auf deutschem Boden Fuß gefasst, dann ist es unmöglich — freilich nur infolge der Lässigkeit und Lauheit der Deutschen — sie wiederum zu verdrängen, ihre Zahl wird immer größer und eims schönen Tages wird es dem Michl schrecklich klar, dasS er wiederum einen Theil seines von den Vätern ererbten nationalen Besitzstandes verloren hat — durch eigene Schuld. Solches geschah und geschieht in Böhmen, solches wird auch in den steirischen Gauert geschehen, wenn die Deutschen nicht aus entschlossene, thatkräftige Abwehr bedacht sind. Die Schatten der kommenden Ereignisse verdüstern schon lange auch in der siidlichen Steiermark den politischen Horizont der Deutschen und unablässig umdrängen die Slovenen die festen Stützpunkte der deutschen Stellung und erringen bald hier und bald dort einen unzweifelhaften Erfolg. Die liebliche Stadt an der Sann, die in den jüngsten Tagen die Feier der L5jährigen Autonoinie bcgiei'g, weiß ein gar ernstcS Lied von slovenischer Begehrlichkeit zu singen. Und andere Orte des Unterlandes, wie Pettau, Rann, Friedau und Luttenberg lverdcn seit geraumer Zeit jahraus, jahrein von den Slovenen brrannt, berannt allerdings nicht in dem Sinne der mittelalterlichen Belagerungskunst, denn die Slovenen ziehen eS vor, dem deutschen Gegner seine Besten und Burgen abzulisten. Da wird zuweilen lange in der Stille gearbeitet, in verschwiegenen Conventikeln wird berathschlagt und insgeheim werden alle Vorbereitungen zu einem siegreichen Borstoß getroffen. Mit einemmale steht dann, gleichsam aus dem Boden gestampft, eine wohldisciplinierte, geschulte nnd biszum Acußersten zähe slovenische Kainpfrotte den überraschten Deutschen gegenüber, die in größeren Orten den Gegner im Bewusstsein ihrer numerischen Ueberlegenheit wohl auch hänseln und höhnen, bis eS — zu spät ist. Denn fort und fort entwickeln sich gerade im Streite an den sprachlichen Grenzen im Innern des Reiche« aus unscheinbaren Anfängen große, nie geahnte Wirkungen zu Gunsten der slavischen Stämme. Zudem ist daS Gefühl der Zusammengehörigkeit der Slaven bereits kräftig entwickelt und erstarkt, die Erfolge der einen reizen die Kampf- und Eroberungslust der andern und die Pläne und Absichten der Z Srschciut jede« Gonntag ««d TonnerStag früh. Einschaltungen werden von der Verlagshandlung des Blattes und ^ > allen größeren Annoncen-Expeditionen entgegengenommen. SchlusS ^ Schriftleituna nnd Verwaltung befinden sich: Postgasse Nr. 4. Sprech-- für Einschaltungen Mitwoch und Samstag Mittag. — Offene ^ stunden des Schriftleiters an allen Wochentagen von 11 bis 12 Uhr ! Reelamationen sind portofrei. Manuscripte werden nicht zurijck > vormittags. j gesendet. Tschechen und Slovenen finden nicht eben selten willige Ohren in jenen maßgebenden Kreisen, d'e unter dem Drucke eines ebenso gewagten, als für die Deutschen verderblichen politischen Systems seit Jahren die Verdrängung des deutschen Elementes im Staate unterstützen und fördern. Die Gefahr ist daher nicht gering und fortwährend mehren sich die Anzeichen, dass auch die Zukunft nicht freundlicher sich gestalten wird, wenn die Deutschen nicht mannhafter und besser organisiert dem feindlichen Andrang Halt gebieten. Die jüngsten Tage brachten wiederum einige Meldungen über slovenische Erfolge und Pläne, die jene überrascht haben mögen, deren unerschütterlicher Gleichmuth in nationalen Dingen nur von der Lauheit ihrer Liebe zum eigenen Volke übcrtroffm werden dürfte. Aus der Hauptstadt Kärntens kam also die Nachricht, dass dem Recurse des Hermagoras-Vereines gegen den Klagenfurter Stadtmagiftrat wegen Nichtannahme und Nichterledigung slovenischer Eingaben vom Ministerium des Innern stattgegeben und die Annahme und Erledigung in slovenischer Sprache abgefasster Eingalien angeordnet wurde. Was diese Entscheidung zu bedeuten hat, kann nicht zweifelhaft sein. Klagenfurt soll in Hinkunft als gemischtsprachiges Gebiet gelten. Gelingt es den Slovenen, diesen unzweifelhaften Erfolg zu behaupten, was mehr als wahrscheinlich ist, dann haben die Deutschen Kärntens einen empfindlichen Schlag erlitten, den man in zwangloser Erwägung ganz gut als die vom Ministerium zwar nicht erbetene, wohl aber erhaltene Antwort auf den Kärntner Parteitag und seine Beschlüsse ansehen darf. Die Kunde von dieser Erledigung verursachte in dm Kreisen der deutsch-alpenländischenBolkSboten große Erregung und es sollen die Clubs der Deutschen Nationalpartei und der Bereinigten Linken gestern bereits zusammengetreten sein, um im Hinblick auf dieses neueste Geschenk der Regierung einen Beschluss zn fassen. Es ist selbstverständlich, dass eine Interpellation wird eingebracht werden, ob aber die Wirkung derselben die neugeschaffene Sachlage umgestalten wird, das muss billig bezweifelt werden. Eine zweite Nachricht, deren Inhalt allerdings uictt so gewichtig ist, wie die oben mitgetheilte Entscheidung, erweckt das Interesse aus dem Grunde, weil sie unsere Stadt betrifft. Aus Laibach wurde nämlich berichtet, dass in Marburg die Gründung eines slav ischen Bank- und Bersicherungs-instit Utes geplant sei. Als Gründer wird der Gelieral-Repräsentant der tschechisch-slovenischen Bank „Slavia", Hribar, genannt, der als Deutschenfresser bereits einige Berühmtheit erlangte. Das geschäftige Werkzeug Hribars soll ein gewisser Maier, ehemaliger Notariatsschreiber in Lichtenwald und derzeitiger Agent der Laibacher „Slavia" sein, der in unserer Stadt vor einiger Zeit schon Quartier bezog und von hier aus im regen Verkehr mit dem Clerns in der Umgebung für das zu gründende Unternehmen Stimmung zu machen sucht. Man kann darüber getheilter Meinung sein, ob ein slovenisches Bank- und Versicherungsinstitut in unserer Stadt die Bedingungen für sein geschäftliches Gedeihen fände, die Anschauung aber unterliegt nicht dem geringsten Zweifel, tass es den slovenischen Heißspornen gar sehr am Herzen liegt, in Marburg eine lebhafte Agitation ins Werk zu setzen. Die Slovenen ruhen und rasten eben nicht. Ihre nationalen Ansprüche tragen nicht den Stempel de- und wehmüthiger Bescheidenheit, wie die der Deutschen zumeist, sie geberdcn sich im Gcgentheile, wenn ihren Aspirationen die innere Berechtigung und das äußerliche Bediirfnis fehlt, uluso seldstbelvusster und schreiten ohne ängstliche Bedenken auf ihr Ziel loS. Wenn der Deutsche solchem Beginnen achtlos und ohne nur die Haud zu rühren, zusieht, dann sind ihm die Gegner unversehens über den Kopf gewachsen und, was anfänglich einem thörichten Versuch, einem lächerlichen Experiment gleichsah, ist mit einem Schlage eine ernste Gefahr geworden, deren Abwendung sehr schwer, in vielen Fällen sogar unmöglich ist. Aengstlichkeit ist kein Fehler des Deutschen, wohl aber Mangel an Vorsicht. Im nationalen Kampfe insbesondere. Und in dieser Hinsicht den alten Menschen adzu-thun, ist ihre erste Psiicht, wofern sie nicht vergessen haben, wessen Stammes sie sind. Schließlich wollen wir einer slavischen Feier in der Landeshallptstadt Erwähnung thun, da dieselbe einen voll-werthigen Beleg für unsere Behauptung von dem ver-stärkten Gefühle der Zusainmengehörigkeit der Slaveu bildet. Am 3. d. fand in Graz im Hotel „Daniel" ein Commers der an der Grazer Universität studierenden Slavcn statt, dem auch der Nector der alma. mater beiwohnte. Professor Dr. Krek und Reichsrathsabgeordneter Dr. Masaryk waren als Gäste der Studenten anwesend, deren Zahl ungefähr betrug. Es waren Tschechen, Croaten, Polen, Slovenen und Serben versammelt. Profesior Masaryk hielt eine Rede in tschechischer Sprache. — Wer kam angesichts dieser Thatsachen an der Solic^arität der Slaven zweifeln und die Größe der stets wachsenden Gefahr verkennen? ^Nachdruck verboten.) Kopf oben! Eine Erzählung von A. Heckel. (8. Fortsetzung.) Werden blieb stehen, nahm Giselas Kopf zwischen die Hände und hob ihn empor. Lange, lange sah er in ihr Gesicht, es lag etlvas in dem Blick, was das junge Niädchen ängstlich dltrchschauerte. Daun beugte er sich nieder und küßte sie aus die Stirne: „Meine arme, kleine Gisel!" — So weich hatte des Vaters Stinnne nie geklungen. „Warum arin?" wollte Gisela fragen; aber schon schloß sich die Thür hinter ihm; im selben Augenblick hörte sie Eckarts Schritte auf der Treppe. Sie eilte zu öffnen, legte den Finger mahnend auf die Appen und erst, als sie in dessen Zimmer dem erhitzt aussehenden Bruder gegenüber stand, brach sie tos: „Aber Ecke, so spät. Wenn Pa nach Dir ge-sragt hätte? Ich begreife Dich nicht, »vas Du treibst?" Eckart hielt sich lachend die Ol)rcn zu: „Unterhalten habe ich mich, schilt nicht, Gisel!" Gisela schüttelte den Kopf: „Wenn Pa das wüsste!" „Ach Unsinn!" siel ihr Eckart rasch ins Wort. Papa ist jetzt auf einmal so streng und knickerig geworden. Was ist denn Schlechtes dabei, in Gesellschaft lustiger Freunde einen Nachmittag zu verbringen? Es halten andere niit, die recht anne Schlucker sind, da darf der Sohn des reichen Werden nicht nachstehen!" Gisela konnte ihrem Bruder nicht ganz unrecht geben und doch — „Ich glaube, Gretchen — Mama wäre nicht mit Dir zufrieden, Eckart", sagte sie leise. Eckart sah die Schwester erschrocken an. „Du hast recht, Gisel", gestand er nach einer Weile des Nachsinnens. „Nun aber gute Nacht, Schu^esterlein lieb!" „Gute Nacht, Ecke!" Zum ersten Male in ihrem jungen Leben lag Gisela stundenlang lvachend im Bett. Es war nicht Dorrecks Werbung, nicht Eckarts Treiben, was sie beilnruhigte: Der sorgenvoll traurige Blick des Vaters ließ sie keilte Ruhe finden. „Arme, kleine Gisel!" klang es in ihr Ohr, und immer wiederl^olte sie sich das unbeantlvortet gebliebene, quälende „Warum?" -I- -!- -I- Am folgenden W!orgen erzäblte Gisela dem hocherstaunten Eckart von Dorrecks Werbung. „Bitte, geh'hin uitd sage ihm, dass ich ihn nicht habe auslachen wollen und dass er nicht böse sein soll." „Gewiss, Gisel! A!ache Dir keine Sorgen; meine ganze Liebenswürdigkeit »vill ich aufbieten, um Dorreck zu versöhnen." Alleiit Eckart konnte diesen guten Borsat; nicht znr Ausführung bringen; Dorreck U'ar schon ain gestrigen Abend auf unbestimmte Zeit verreist. — „Thut nichts, Papa wird ihin schreiben", tneinte Gisela, als Eckart ihr dies meldete. Es war am Nachlnittag. Gisela saß nlit Willn im Wohnzimmer. Eckart und die Zlvittinge hatten sich seufzend und scheltend zur Schule begeben. Auf Gisela lastete es nne ein Alp, sie fühlte sich zu gar niäitS aufgelegt, der tiaurige Blick des Baters beschäftigte sie auch heute noch, doppelt, weil sie diesen seit gestern nicht gesehen. Aber sich eitlem Schmerz, einer Sorge so völlig hinzugebe«, lag nicht in dieses Nkädchens Natur, das schon als Kind kopfhängerische Leute nicht hatte leiden können. „Unsinn, was für Mucken! Kopf oben!" rief sie, den stopf Nlit der ihr eigenen trotzigen Art zurücklverfend. „Komm, Willo, zieh' Dein Mäittelchen an, n?ir spielen iin Garten Hasch, hasch!" Bei Willlis frohein Lachen und dem lustigen Herumtollen verschwanden bald die ernsten Schatten von Giselas Aiiene und machten der gewohnten Heiterkeit Plat;. Sie war so ganz bei ihrein Spiel, dass sie das Erscheitien oeS Vaters gar nicht bemerkte, der wie gebannt stehen geblieben war, in dem Anblick seiner Kinder verloren; er war bleich und in den Augen lag ein eigener Ausdruck. Als Will« seinen Nainen rief, zuckte er erschreckt zusammen^ dann beugte er ficti zu dein Knaben nieder ilnd küßte ik)n. „Wo ist Eckart und die Zwillinge?" „In der Scl^nle, Pa!" „Ah so!" Werner sagte es zerstreut, wieder hieng sein Ange mit den: Aitsdruck sorgender, verzioeiselter Angst anr Antlitz seiner Tochter: „Arme, kleine Gisel!" Gisela hatte die leise geflüsterten Worte nicht verstanden, aber wie gestern, so niacl'te sie ancl) beute der Blick des Vaters erbeben. ,.Bist Du krank, Pa?" fragte sie. „Krank? Welclier Einfall! Icl) bin nllr müde, (^isel, und lverde inich ein bisclien niederlegen. Gieb Acht, dass Niemand mich stört." Noch eintnal beugte er sich zu Willy nieder und küßte Gisela innig, heiß. Dantt gieng er dein Hause zil, iliit iniiden, langsamen Schritten. „Und er tnuss doch krank sein", inurnielte Gisela, ilun nachblickend, „was käme er sonst zu so ungewohnter ^eit nach Hause?" „Koium, spielen »vir lveiter", bat Willy. „9!ein, ich bin inüde." Gisela blieb unter der Eiche stehen, wäl)rend Willy sich auf eigeue Faust zu uuterhalteu suchte. „Guten Tag", sagte plötzlich eine Stimlne neben ihr. 5 eile ^ Marvurger Zettuvg Nr. 99.11. December 1892 damit, den Gefeierten zu ehren, sie nahmen auch die Gelegenheit wahr, bei dem Redactionslocale der „Reichenberqer Zeitun^^" und bei der Wohnunq des muthnnßlichen Verfassers des ..Eluqcsendet" terroristische Demonstrationen zu ver» cinstaltcn. Soweit war es unter der Parteiregierung in Reichender.^ lnit der Freiheit des Bilrgcrs gekommen, dass cs gefährlich wurde, öffentlich an daS zu mcihnen, was sich schickt. Es wurde beschlossen, übcr die Jnterpellationsbeant-wortung die Debatte zu criifflien und in den Sitzungen am <). und 7. d. sprachen viele Redner zu dem Gegenstände. Die Jungtschechen schickten einige ihrer galligsten Kampfhähne ins Treffen und ließen dem Hause von der Grausamkeit berichten, nnt der den Tschechen in Böhmen und gerade in Reichenberg angeblich begegnet wurde und wird. Abg. Prade zergliederte in einer trefflichen Rede die Ausfiihrungm des Mininistcrpräsidenten und schloss mit den Worten: „Durch die Jnterpellationsbeantwortunq ist die Auflösung keineswegs gerechtfertigt und begriindet. Eine solche Politik der l)rutalen Gewalt werde in Nordböhmen keine Erfolge erzielen und nur die Ueberzeuguug festigen, dass Gerechtigkeit fiir die Bürger eines deutschen Gemeinwesens nicht zu sinden sei. Wenn am Einqangsthore zur Burg die Worte stehen: rsguorum funclamentum" — möge man sie dort lassen, weil wir in unserem aller-gttädigsten Kaiser und Herrn, der einmal die schönen Worte gesprochen: „Ich bin ein deutscher Fiirst" noch immer den ^Ausfluß des obersten Rechtes in diesem Staate erblicken und ich glaube, dass er auch in dieser Stunde der Bedrängnis sich seiner allei^cit staatslreum Reichenverger annehmen wirc». — Auf die Thiire des Ministerreichspräsidiums aber miLge man die Worte schreiben: „Deutsche, lasset jedeHoff-nung auf Gerechtigkeit draußen!" (lebhafter Beifall nnd Händeklatschen links.) Al?g. Morre will nur zwei Gegenstände berühren, und zwar die Ordensverleihung und die Nniformiernngsfrage. Als der Bürgermeister Dr. Schücker den Orden trug, wurde er verl)öhnt, als er ihn nicht trug,dcnunciert. Soll das vielleicht eiue Anregung scin, sich in Oesterreich sür gute Thaten auszeichnen zu lassen. Ich überlasse es Ihrem Urtheile, wie gemein und ordinär es war, als die „Neichenbcrger Zeitung'^ dies gtschliebcu hat. (Adg. Lueger: Sehr wahr! Bravo! Ausgezeichnet!) Was das Uniformtragcn anbelangt, so sei dies je^;t zur ^Leidenschaft in Oesterreich geworden, und er staune, wenn er morgens ausgehe und Jcnuinden trcffe, der keine Uniform trage. (Heiterkeit.) Man habe den Beamten 500.000 fl. bewilligt und trage ihnen das Tragen von Uniformen auf. die Nlcbr als eine Million kosten. Wenn man von Officieren das Tragen von Uniformen verlange, so sei das begreiflich, wenn man dies aber einem Beamten aufträgt, selbst wenn er das Unglück hat, buckelig zu sein, so sei das albern. — Die Sicherheilsivache habe auch iu ihrer früheren Uuiform ihre Pflicht gethan; habe sie nicht die Tschechen in ihrer Neichen-berger Bescda mannhaft beschül'^t? (Gelächter der Tschechen.) Es war nicht politisch, nicht klug, nicht vorsichtig, sofort die schälfste Maßregel gegen Neichenberg anzuwenden. Er gebe zn, dass es schwer sei, in Oesterreich zu regieren. Wenn Sie aber die Noth des Volkes beachten würden, dann würden Sie nicht hier so viel Zeit mit unnü^en Sachen vertrödeln. So wie jeder Weg nach Rom führt, führt bei den Tschechen jeder Weg znln böhmischen Staatsrecht. Und ich werde aus dem stenographischen Protokolle nachweisen, dass es die Tschechen sind, welche die meiste Zeit für sich in Anspruch nehmen. (Rufe rechts'. Warum sind wir hierhergekommen?) Um blos für uns zu redtn, dann sind Sie ein wenig gescheidt. (Heiterkeit links.) Ich bedauere im Juteresse des armen Volkes, dass wir diese Tage mit so nichtigen Gegenständen zugebracht haben. Endlich würde ich es anch der Regierung empfehlen, dass auch sie die Thronrede beachte und jenes zu erreichen suche, waS dem Volke uüszt (Beifall links). Abg. ^^ntger sagte, in Oesterreich gebe es weder für Deuische, noch für Tschechen ein Recht uud Gesetz. Nur sür Juden giebt es ein Recht. Redner untersucht sodanu die Frage, ob es in Oesterreich ein gleiches Recht für Alle gebe. Die Stadtvertretung von Reichenberg wurde wegen Terrorismus aufgelöst und weil sie die Meinung Anderer missachtet hat. Passt das nicht auch auf den Gemeinderath der Stadt Wien? Giebt es eine ärgere Unterdrückung der Minorität als hier? Gibt es eine ärgere P^rteiwirtschaft als in Wien? Man muss sehen, wie im Wiener Gemeinderath Recht nnd Gesetz mit Füßen getreten wird. (Rufe links: Das ist keine De-nunciation? Paltai: Nein, das ist keine Denunciation.) Ist nicht der Bürgermeister von Wien gleichfalls im Conflict mit dem Statthalter wegen der Choleravorschriften? Ist ihm da was geschehen? Man hat sich da nicht getraut, aber Reichenberg hat man deshalb gemaszregelt, und was den Orden anlangt, so war es recht bübisch, recht gemein, zu sagen: „Ich bitte, Majestät, er trägt den Orden nicht". Lueger behauptet, dass die christlichen Regierungen von Deutschland und Oesterreich willenlos capitulieren vor Freimaurern und Capitalisten. Sie sind aber kühn genug, Denjenigen Fußtritte zu versetzen, von denen man weiß, dasS sie treu wie Hunde sind. Wohin solle das führen? Die Regierung möge darüber nachdenken. In wessen Interesse wurde eigentlich die Stadtoertretuug von Reichenberg aufgelöst? Die Auflösung ist nicht wegen der Tschechen, nicht wegen Dr. Schücker geschehen, sie ist geschehen im Interesse der Linken. (Abg. Pattai: „Aha.") Damit erklärt sich die Rnhe dieser Partei, als ob Reichenberg in der Türkei liegen würde. Ich bin überzeugt, dass Plener nicht gefragt wurde und ich glaube es. Vielleicht wurde aber ein anderer gefragt. Aber so viel ist sicher, man will die liberale Partei ans Ruder briugen. Nun zum Schlüsse: Wenn wir es so weiter treiben wie bisher, so werden die Völker Oesterreichs hieder-kommkn und uns mit Stöcken ans diesen Bänken jagen, da fressen einmal die Tschechen die Deutschen, die Deutschen die Tschechen, und dann fressen wir zur Abwechslung die Juden f^^ebhafte Heiterkeit) und am Ende frisst uns alle die Noth. Wenn wichtige Fragen hier verhandelt werden, ist das HauS leer, heute ist es voller, weil glauben, dass es eine Het^e gibt. Gott möge uns die Sünde verzeihen, dass wir für diese sogenannte Thätigkeit 10 Gulden täglich aus dem Säckel des Volkes — stehlen — will ich nicht sagen, weit ich sonst zur Ordnung gerufen würde — also 10 fl. ans dem Säckel des Voltes ziehen. Damit schließe ich und bitte Sie, sich zu bessern, (lebhafter Beifall auf der äußersten Linken.) Tagesneuigkeiten. (Ordensschwindel.) In Wien begann am 3. December der Process gegen Bruno v. Härtung, einen wegen Betru^,s, Diebstahls, Münzfälschung n. s. w. schon wiederholt vorbestraften Schwindler; diesmal war v. Härtung beschuldigt, den Grasen Samuel Gyulai um eine größere Summe geprellt zu haben. Der Angeklagte batte dem Gra» scn, der sehr ordenslüstern ist, vorgespiegelt, er könne ihm durch seine Verbindungen mit den verschiedenen Höfen, b.'-sonc^erS mit dem Berliner, zn verschiedenen Orden verhelfen; so würde er z. B. dnr^/ seinen Vater, den beim Generalstab bediensteten Freiherrn Alfons v. Härtung, dem Grafen leicht den Hohenzollern-Orden verschaffen können; es sei nur nöthig, dass lnan dem Deutscheu Kaiser ein Werk oder et« Gedicht widme und dass der Graf — zweihundert Gulden zahle! Der leichtgläubige Ordensjäger blechte sofort, von Härtung erklärte dann dem Grafen, eS wäre auch sehr gut, wenn man dem „General Puttkammer" durch ein wertvolles Geschenk gewinne; was das dein deutschen Kaiser zu widmende Geschenk betreffe, so kenne er einen Berliner Professor, der kürzlich aus Kamerun zurückgekehrt sei uud eine Reisebe-sckrcibung herausmgeben beabsichtige. Dieses Werk solle der Graf dem Professor abkaufen und dem Kaiser widmen, zu welchem Zwecke noch etwa 300 bis 400 Gulden nöthig seien. Graf Gyulai erlegte auch diese 400 Gulden, und zwar gegen Bestätigung. Nach einigen Tagen zeigte ihm denn auch schon Hartuug ein angeblich aus Berlin eingetroffenes Telegramm : „Wertpaket erhalten, General und Akteur gewonnen, ein bis zwei Monate Geduld, Alfred." Der Angeklagte ani- AuS dem Abgeordnetenhause. In der Sitzung am 5^. d. beantwortete Ministerpräsident Graf Taaffe die Interpellation der Abg. Plrncr und Genossen wegen der Auflösung deS Reicheuberger Stadtverordneten-Eollegiums und sprach bei dieser Geleaenb'it seine Billigung der von dem t?öhmischen Statthalter Greifen Thun versüßten Maßnahmen ar>s. Der Ministerpräsident sa^te u. a. folgendes: „In der Gemeinde Rosenth.il befindet sich seit L Jahren ein von der Stadtgemeinde errichtetes i)sfentliches VolkSbad, in welchem im l. I. Tafeln angebracht wurden nachstehenden Inhaltes: „In dieser Badeanstalt darf nur deutsch gesprochen werden, (^^achen rechts.) Daiviterhandelnde werden ans derselben ansgewieseii. Der Neichenbergcr Stadtrath". Da diese Tafeln einfach Aergeruis erregten, ivurten sie vom Rosen-thaler Getneindevorstand entfernt und in Verwahrung genommen. Der Stadtrath von Reichenberg ließ aber diese verbotenen Tafeln durch seine Polizeiorgcine requirieren und wieder asfichicren, so tass die polizeiliche Entfernung nochmals vorgenommen werden musste.Es ist dies ein Act eigenmächtiger Selbsthilfe, welcher gewiss nicht geeignet ist, die Würde des Amtes zn heben, und welcher umso bedeutungsvoller ist durch den Ulnstand, dass er von einer so bedeutenden Gemeinde, der auch die politische Geschäftssül)rung anvertrant ist, begangen wurde." Der Ministerpräsident füt)rt weiter die Suspendierung des Volksschuttehrers Mathias Fux an, welche von dein Bezirks schnlrathe ans nnzureichenden Grüriden verfügt wurde lmd voin 'x^andessebulralhe zweimal behoben werden musste. Die subjective Stellung des Bezirksschulrathes in dieser Ange-legcnlx'it wurde insbesondere dadurch belenchtet, dass der Bezirksschulratb als Partei gegen die Weisungen seines vorgesetzten ^^andcsschnlrathes an das Unteriichts Ministerium einen Recnrs einbrachte, welcher als ungesetzlich und unstatthaft zurückgewiesen wurde. Der Ministerpräsik'ent führte weiters au, dass mit Stattbaltereierlass voiu 20. April 1888 der Bürgermeister von Reichenberg wegen wahrgenonnnener bedenklicher ^.lliängel der Vereins- und LersalnnUuugspolizei eindringlich gemahnt nierdeu inusste, dass di'se Mahnung jedoch keinen Erfolg hatte. Beispielsweise wurde am 1. September 1892 in Reichenberg vom Deutschen Nationalvcrein" eine Sedanseier und von der „C^eska Veseda" eine Feier zur Ehrung des Dr. Schamanek abgehalten, ohne tass hiebei die Vereinspolizei gesetzmäßig gch.inÜ)abt worden wäre. — Bei der ersteren Feier wnrten ohne jede weitere Beanständuug Reden gehalten, dereu richtige Wiedergabe in der „Deutscheu Volkszeitung" die gcrichtliet?e Beschlaguabme dieses Blattes zur Folge hatte. — Die aulässlich der staik trohenden Eholcragesakr im August angeordneten sanitären Voikehruugeu seien in Rticdcnberg fast gänzlich unbcaebtet geblieben, wie dies auch ans Grund der ärztlich erl)otienctt Nachschau dem Magistrate mit Staithaltereierlas^ vom 10. September 18'.^:^ nachdrücklich ausgestellt wurde. Der Minister silhtt schließlich ein^n Vorfall der neuesten Zeit an, welcher die Verhältnisse in Reichenberg kennzeichnen soll. Die städt. S>chcrheitswache Reichenbeigs lonrde mit Ultiforineii vers.hen, titr welche das Mnfter nicht in Oesterreich gesucht »vorden war. (Hört! Hört! rechts.) Der Bürgerineister ist bierans wiederholt ans-metksam geinacht worden. Ebenso bekannt ist es. dciss der Reickenberger Biirgerineister ini Oc'vber v. I. duich die allergnädigste Verleihung des Oi'dens der Eiicrnen 5krone ausgezeichnet ivurde. In der „Neichenbergcr 'ieitnng" vom 18. Septunber 18!^)2 wnrde mittelst eiues ..Einueseudet" unter dein Titel „Ein Wort an den Vül.icrm'lst r" demselben veriidelt, dass er den ilun verliehenen Orden bei officiellen Feierlichkeiten nicbt anlege lHeit! 'dört! rechts. Abg. Kaiser: „Fnrchtbar!") uiid d.iss er die Unifornr der Polizei ungeachtet der au ihn ergangenen Mal)nitngen nicht entsprechend ändern ließ. Dies veranlaßte die „Deutsche Volksztg." nicht etwa dte Belianptnn.^en deS „Eingesendet zu widcrk'gcu, soudern zu einem Massenanfgebot auizufi.u'dern, welches bestimmt sein sollte, die unbequemen Fräser zuiu Schweigeu zu briugeu. Es wurde zu Ehlen des Bürgermeisters ein Fackelzug veranst^iltet, an welchcin sich anch Mitglieder der Stadtvertrctnng in großer Zähl betheiligten. Die Theilnehmer an dem Fackelzuge begnüjitcn sich aber nicht „lauten Tag, Herr Werner, ^voher kommen Sie?" „Aus der Stadt; ist Jlir Herr Vater dal)eim?" „Ja; aber er will ungesti)rt sein; warum fragen Sie?" „Ich wollte nlich nlir nach seineln Befinden erkundigen", entgegitete Werner ausweichend. „Ich dachte eben an Papa, als Sie kamen; er sagte, es seble il)Nl nichts, aber er sah vorhin so bleich aus und war so sonderbar." „Wollen Sie nicht nachseheit, eb ihn: etivas fehlt?" siel er ihr rasch iits Wort, und der dringende Ton dieser Frage machte (Gisela erstaunt allssel)cn. „Papa will ungestört sein!" ^ Werner nahnr den Hnt ab nnd fuhr sich nrit der Hand übcr die Stirn, er schien mit sich selbst zn käinpfeu. Endlich sprach er langsam: „Ich werde Ihnen etivas sagen, Frauleiu ('Gisela, und ich deute, Sie werden nicht darüber erschrecken. Man spricht allgeinein, Ihr Herr Vater lmbe Verluste gelxibt." Nein, sie erschrack nicht, sie zuckte sorglos die Achseln. „Was thnt dies? Papa ist reich!" Ein leiser Senfzer entschlüpfte Werners !^^ippen. Sollte er ihr sagen, wie man momentail über den Reichthum ihres Vaters dacl'te? Würde sie es ihm qlauben? Nein; und doch nlusste er es ihr sagen, eine innere Geivalt trieb ihn dazu. Die traurigen Erfc,hruugeu seiuer Jugend, der Tod seines Vaters, dies alles staitd ihnl lebhaft vor Augen; il)m war, als könne er dies Kind vor einem ähnlichen Schicksal belval?ren, indem er es in dieser schweren Stuude zu dem hart geprüften A?ann sandte. „Äiit deni Reichthum geht es nne mit allen Dingen ans dieser Welt; ich habe es an mir selbst erfahren müsien, wie vergänglich er ist. Folgen Sie meinem Rath uud gehen Sie hinauf zu Ihrem Vater! Sie sind ein Kind, Sie wissen nicht, wie plötzlich hereinbrechendes Unheil den Geist eines X X ^))!enschen verwirren kann. Eilen Sie, ich bitte Sie darnm, Gisela!" „Wie soitderbar Sie auch heute siud", sagte Gisela kopf-sclnittelud, „doch ich will gehen. Ans Wiedersehen, Herr Werner!" Und als sei anch sie von plötzlicher Angst erfasst, flog sie übcr den Kieslveg. Werner athinete erleichtert ans, als ilne lichtc (Gestalt in der Hausthiir verschwand: „O, blieb' Dir jedes Veid erspart, Du goldiger, lvonniger Sonnenstrahl, der ilt mein arbeitsvolles Leben hineiulenchtet, wie ein Gnadenblick Gottes!" Und der junge Künstler hob den Blick zum wolkeuloseu Himmel empor, als erflehe er von dort für den blonden Kobold Segen. Werdett ließ sich, in seinem Arbeitszimmer aitgelangt, schwer ill einen Lehnstuhl fallen; er bedeckte das Gesicht mit den Händen. Seine ganze Gestalt bebte wie im Fieber. „Bettler!" murmelte er vor sich hin, „Bankerottenr! Schande! Elend! Nein, ich kann's nicht ertragen!" Er sprang auf und railnte wie eiu Raseuder im Zimmer auf uud ab. Eine unglückliche Warenspecnlation hatte ihnl in letzter Zeit grosie Verlnste gebracht; die l)ätten sich decken lassen; derlei koninlt ja nranchnial im Geschäftsleben vor, wenn nicht die Unehrlichkeit eines Handelsfrenndes, für den er Garantie geleistet, die Hälfte seines Vermögens verschlungen hätte. Und — uin das Ä!aß voll zu machen, traf hente nrorgens die Nachricht von dem Fallissement eines Wiener Handelshauses ein; Weruer war uurettbar in dasselbe hineingezogen; er nmsste sich zahlnngsnnsähig erklären. „Bettler! Bankerotteitr! Schande! Elend!" In Werdens Kopf schienen nnr diese Gedanken Raum ztt haben. Drr im Geitnß nitd Reichthum aufgewachsene A!ann besaß nicht den Ä^nth, der Noth ins Auge zu sehen, besaß nicht die Kraft, ihr zu trotzen. Und seine Kinder? Der Gedanke an sie verursachte ihm unendliche Oual. Seine Kinder! Er hatte sie verwöhnt, er hatte sie in dein Wahn anfgezogen, an il)ren Reichthum felseufest zu glaubeu; nun sollten sie, die bisher im Ueberfluss gelebt hatteu, die Entbehrung kennen lernen, uüe würden sie es ertragen? Wie würden sich dieKnaben in die veränderte Lebenslage finden? Und Gifel-das verwöhnte, übernlüthige Kind, dessen eigentliche Lebenssphäre nnr Glück ltnd Glanz zu ftin schien — (^isel in Armuth uud Eutbehrnng zu deuken — uttmöglich! Sie würde dahin welken wie eine zarte, in ein stenldes Erdreich verpflanzte Blume und ihre traurigen Augeu nmrden im stnuunen Vorwtlrf auf ihm ruhen. „Nein!" schrie er «uf, „das kann, das will ich nicht mit ansehen! Ich will nicht! Ich will nicht! Er stiirzte znm Schreibtisch, riss ein Fach desselben auf und entnahni ihm einen blitzenden Gegenstand. In seinen Augen glühte der Wahnsinn der Verzweiflultg, als er die Ladung der Pistole prüfte und mit zitternder Hand ihre Mündung seiner Schläfe näherte, u'ährend seine Lippen iinmer und immer wieder dieselben Worte wiederholten: „Ich kann nicht! Ich will nicht, ich will nicht!" Er driickte los, — da — hatte ein Engelsfittich die bebende Hand gestreift? Pfeifend fuhr die ulörderische Kugel wenige Zoll über dem bedrohten Haupte hin uud schlug in die Wand. Eiu dumpfer Schrei eutrarlg sich Werdens Brust, die Waffe entglitt seiner Hand, er schwankte, aber er brach nicht znsanmren! Zwei lveiche Arme schlangen sich fest, fest unl seinen Hals nnd zogen ihn hin zun: Sopha! Eine bebende, halberstickte Stimme flüsterte: „Kopf oben, Pa! Mein lieber, einziger Pa!"-- Wie der Nebel vor der Sonne, so wichen auch bei den geliebten Lauten die sinsteru Schatten des Wahnsinns und der Verzweiflung aus Werdens Herz. (Fortsetzung folgt.) Rr. 99, 11. December 1892 Marburger Zeitung Sem Z mierte einige Zeit nachher den Grafen, sich auch einen sächsischen Oldin zu kaufen. Gyulai ging abermals auf den Lcim und rückte mit tiOO Guldln heraus ! Da verschwand Härtung auÄ Wien und bald darauf elhielt der Graf aus Äntwerpen eine Zusendung, welche die Drohung enthielt, er werde in allcn österreichischen und vielen andern Zeitungen we^^eu seines „Ordensschwindel" ihn an den Pranger stellen, wenn er nicht Ä)00 Gulden z^ahle; zwei Wochen später kam ein gleicher Brief, dem diesmal die pholographische Aufnahme eines TheiteS der zwischut dem Grasen und Härtung gefiihrten Correlpondenz bcil^g, welche veröffentlicht werden sollte, w^nn der Graf die Zahlung verweigere; beide Briefe waren unterzeichnet : „Der Präsident der internationalen geheimen Berichterstattung." Das war dem Grafen denn doch zuviel; da kaum em Zweifel bestand, dass Härtung der Absender der Drohbriefe war, erstaltete Gyulai Anzeige, was zur Folge hatte, dass v. Härtung, ein Lojähriger hübscher Mann, verhaftet wurde. Härtung vertheidigte sich in höchst ungenierter, selbst-bewusster Weise; so antwortete er z. B. einer gegen ihn aussagenden Zeugin: „Es sind die schlechtesten Früchte nicht, woran die Wespen nagen!" Als der Präsident erwähnte, v. Härtung habe während der Voruntersuchuug bald den Grafen Gyulai, bald sich selbst als irrsinnig bezeichnet, erwiderte der Angeklagte: „Sie dringen lauter Sachen vor, Herr Präsident, die einen schlechten Eindruck auf die Geschworenen machen!" Der Vertheidiger v. Hartuug's verlangt zur Entlastung siines Clienten die Vernehmung mehrerer Zeugen, darunter die des deutschen Kaisers! Der Angeklagte, welcher als Zeugen auch den Dampfschlff-Pyroteckniker der Mestafrikanischen Dampf-schiffahrtSgefellschaft vorgeladen haben wollte, hielt sich eine sehr erregte Lertbeidigungsrede, die natürlich darauf hinauslief, dass er unschuldig sei und den Grafen nicht betrügen wollte; zum Beweis dessen erlzot er sich, binnen eines Jahres dem Grafen einen Orden zu verschaffen. „Bring' ich das nicht zu Stande, dann, m-'ine Herren Geschwornen, sprechen Sie mich schuldig!" Die Herren Geschwornen waren aber von der Nothwendigkeit einer solchen Frist nicht überzeugt, sondern bejahten einstimmig die Schuld des Angeklagten, der dann zu fünf Jahren schweren, mit Fasten verschärften Kerker, Landesverweisung und Verlust seines Adels in den österreichischen Landern verurtheilt wurde, v. Härtung meldete sofort die Nichtigkeitsbeschwerde an. (Grubenunglück.) Aus Rom, 5. December, meldet man: In der Schwefelgrube von Lucio, Provinz Girgenti, kam vorgestern eine Feuersbrunst zum Ausbruche. Den lneisten Arbeitern gelang es, sich zu flüchten, fünf aber erstickten und zehn erlitten Contusionen. Bis jetzt ist noch nicht festgestellt, ob noch weitere Arbeiter sich in der Grube besinden. (Jack de r Aufschlitzer ? Man meldet dem „B. T." aus London, dass in der Nacht aus den 3. December in Whitechapel ein Mordversuch nach der Art „Jack des Aufschlitzers" unternommen worden sei. Der Verbrecher ist bei der That überrascht und sodann nach einer aufregenden Jagd dingfest gemacht worden. Die Polizisten musZteu alle ihre Kräfte aufbieten, um den Verbrecher vor dem Lynchen zu bewahren. Ob der Festgenommene mit „Jack dem Aufschlitzer" identisch ist, diese Frage bleibt noch offen. (Ueber Jay Gould), den dieser Tage verstorbenen amerikanischen Millionär, schreibt man der „N, Fr. Pr.": Er war berüchtigt durch die rücksichtslose Art, in welcher er sein Vermögen erworben und vermehrt hat. Der Name Jay Gould's verbreitete geradezu Schrecken in New-Uork, und wiederholt ist es vorgekommen, dasS er den Markt in Wald-strect förmlich abfchlachtete und die größten Verheerungen dort anrichtete. Er war so verhasst, dass?r zeitweilig eine Schutzwache miethen musste, um sich in seinem Eomptoir sicher zu flihlen. Jay Gould wurde von seinem Vater mit Shillingen in der Tasche aus dem Hause geschickt, arbeitete ursprünglich bei einem Grobschmied wurde später Gerber, und griindete im Alter von 18 Jahren die Stadt Gouldboro. Mit dem Eisenbahnwesen trat er erst in Verbindung, als die Erie.Eisenbahn versteigert wurde. Jay Gould erwarb diese Linie, und kaum waren die Verhältnisse ein wenig geordnet, veranstaltete er eine Emission von Actien und gilt seither Aürstin Desdemona. Die Astrallampe in dem kleinen Gemache brannte matt. Die Vorhänge waren trotz des herrlichen Sommerabends draußen dicht zugezogen und Marie Gabrielowna saß, fest eingehüllt in ihrem kostbaren Pelz, vor dem flackernden Feuer des Kamins. Es fröstelte sie, trotzdem der helle Sonnenschein auf den Flureu lag und sich die Kurgäste in der Wandel' allee an dem von dttn glnthrothen Scheine des Abendsrothes übergossenen Panorama erfreuten. Der Arzt, ein aller Ein-piriker, hatte den Kopf geschüttelt, als er sie gesehen, und Ruhe, Schonung empfohlen. Ruhe! Das junge Weib presste die Lippen aufeinander. Sergius Nikolajewitsch, ihr leichtsinniger Gemal, sass IM Clubhause und verspielte an der Roulette die Millionen seines Vermögens. Ihre ernsten Vorstellungen, als er gestern verstört und bleich, ein wildes Feuer in den Augen, vom Spieltische gekommen war, hatte er mit eincm derben Bauern-flucke beantwortet, so abscheulich und empörend roh, dass sie zu schluchzen angefangen hatte. Dröhnend schlug seine Faust auf das Mahagonitischchcn, in das die sürstliche Krone seines Hauses eingelegt war. Er wolle keine Moralpredigten, er verspiele sein eigenes Vermögen, nicht einen einzigen Rubel ihrer Mitgift habe er angegriffen, sie solle sie nur weiter ängstlich Hilten, in ihrer kleinen Schinnckcassette, sie, die Geizige, Habgierige, Geld zusammenscharrende Brantweinbrcnnerstochter und morgen gehe er wieder in das Spielhaus, er wolle doch sehen, ob diese verdammte Zsro nicht endlich doch ihm ge-siigig sein wolle. Dann war er in tiefes Sinnen versunken und sie hatte ihn nur hie uud da vor sich hinmurmelu gehört: ^Jch setz' sie doch wieder . . . Zero . . . Z<'ro." Und heute Abends war er wieder zum Spiel gegangeu! Seine Abschiedsworte'. „Sind fünf- oder sechsmalhundert- als der Erfinder jener eigenthümlichen Operationen, welche die Amerikaner das „Wässern" der Actien nennen. Er hatte auf diese Weise ^0 Millionen Dollars erworben, die er bei den Banken deponierte. Als nun in New^))olk ein äußerst drückender Geldmangel lierrschte, präsentierte er an einem Tage seine sämmtlichen Ck^cks und erzeugte eine Panik, die geradezu verblüffend wi,ktc. Gould kaufte die Effecten zu den liilli^lsten Preisen und bei seinenr Eynismus nahm er keine Rlicksicht auf den allgemeinen Hass. Später bemächtigte er sich mit Gewalt der Linie nach SonSqurhana. Durch Bestechung eines Richters hatte er das Recht erlangt, diese Bahn zu besetzen und schickte einen Train mit bewaffneten Männern aus, der von dem entrüsteten Volke zum Entgleisen gebracht wurde. Nun schickte Goulv einen anderen Train, aber auch die Bahn-gesellschalt hatte einen Zug abgelassen, die Locomotiveu stießen in der Nähe eines Tunnels aufeinander, viele Menschen wurden getödtet, aber schließlich triumphierte Gould.—Als er dai^on Kenntnis erhalten halte, dasS die Aufnahme der Barzahlungen in den Vereinigten Staaten bevorstehe, luv er alle sein>: Freunde ein, Gold zu kaufen, während er selbst das rapid steigende Agio dazu beniltzte, um heiinlich Gold zu verkaufen. Viele Häuser fallierten, der Agent Gonlds wurde wahnsinnig und Fisk, einer der bekanntesten Anhänger Goulds, erschoss sich. Gerade vor 2 Jahren hatte er wieder eine fürctiterliche Panik an der New Jorker Börse erzeugt, da er von den Verlegenheiten des Hauses Baring früher Kenntnis erhalten hatte. In New-Dork nannte ihn das Volk stets den kleinen Dämon, weil Goulo unansehnlich von Gestalt war und auch körperlich einen unheimlichen Eindruck machte. Man glaubte in New-Dork, dass er mit Rücksicht auf sein Privatvermögen als der reichste Mann in der Wclt gelten dürfe. Er beherrschte ein Schienennetz in der Ausdehnuug von mchr als lL.OOO Meilen, und der Werth seines Besitzes wird auf viele hundert Millionen Dollars geschätzt. Gould hat sehr viel dazu beigetragen, Uln das ainerikanische Eisenbahnwesen zu discreditiereu, nnd mit jeder wirtschaftlichen Krise, von welcher Amerika betroffen wurde, war sein Name verknüpft. In der letzten Zeit hat er sich Mühe gegeben, seinen Sohn in die verschiedenen Geschäfte einzuführen. Jay Gould tiirfte eiu Alter von 5^ Jahren erreicht haben. (Ein S chla fstubenidyll.) Ein Schweinezüchter in Bergzabern vermißte, als er abends nach Hause kam und seine Ställe durchmusterte, seine Zuchtsart, die nirgends zu finden war. Nach längerem Suchen wurde sie endlich ent-deckt und zwar im Schlafzimmer „sanft schlummernd" in eineln — Bette. Das Borstenvieh hatte die Thür offen gefunden, sich auf die Erforschungsreise begeben, war so an das Bett gerathen und halte, dessen Zlveck erkennend, es sich bald darin bequem gemacht. Die Freude des Wiedersehens soll einigermaßen gelrübt gewesen sein. (DieAffen von Schönbrunn.) Im Schönbrunner Thiergarten ist die ganze dort befindlich gewesene Affencolonie, »velcher die Besucher der kaiserlichen Menagerie so manche heitere Minute dankten, ausgestorben. Die Tlsiere erkrankten nämlich ohne Ausnahme an Lungentnberculose und mussten zur Abkürzung ihrer Qualen mit Cyankali vergiftet werden. Im nächsten Sommer wird natürlich in den vollständig neuhergerichteten Räumen schon eine andere Colonie angesiedelt sein. Wiener Aries. Der Steffel wackelt. — Alles drunter nnd drüber. — Kauflustige Städter. — Nieder mit den Junggesellen! Wien, 8. December. Die alte dumme Geschichte vom wackelnden Stefansthurm wird so lange herumgetragen werden, bis der alte Steffel wirklich einmal knurrig wird und den schönen, rings um deu Dom stehenden Bauten des modernen Wiens sammt den bummelnden Nichtsthuern auf die Dächer, beziehungsweise auf die Köpfe fällt. Alle drei bis vier Wochen taucht, wie gesagt, die Mär von dem schwankend gewordenen Wahrzeichen der lustigen Stadt an der — fälschlich — blauen Donau auf und wenn die Leute dann vorübergehen, so blicken sie zögernd und zweifelnd an dein ungeheuren Thurme so tausend Rubel, die ich mir auf mein Gut geborgt l)abe, beim Teufel, können es auch die sechsten sein. Heute Abends bin ich ein Krösus oder ein Bettler." Sie sann, während sie in das Feuer blickte, darüber nach, wie es ihin wohl gehen möge. Es war nahe an sieben Uhr, seit fast acht Stuirden war er fort und spielte. Die Altfregnng hatte sie krank gemacht, so ernstlich leidend, dass Anjutka, die Kammerzofe, die gute treue Seele, um den grau-bärtigen Kurar.tt gelaufen war. „Schonung und Ruhe." Die Weisung des Doctors siel ihr wieder ein und sie lächelte trübe. Wenn sie nur gestorben wäre, bevor sie Sergius Nikolajewitsch die Hand gereicht. Er hatte sie berückt. Als er als stolzer stattlicher Rittmeister der Strelitzen-Garde, das Andreaskreuz auf dem dunkelgrünen Waffenrocke, in daS Haus ihres Vaters gekommen war, da konnte sie das ihr winkende Glück, einem Bkanne, wie Sergius Nikolajewitsch fürs Leben anzugehi)ren, kanm fassen, und als er sie einlnal spät Nachts nach eincm l'ltv cittvsl^nt gefragt, ob sie seine kleine Nkarie Gabrielowna sür immer werden wolle — o, sie erinnerte sich nocd ganz gut daran — da hatte sie nichts geantwortet, denn das übervolle Herz litt es nicht, da liatte sie nur zu ihm aufgeblickt und sich von ihm eine große Thräne wegküssen lassen. Sechs Monate spätter hatte der Pope der kleinen Gutskirchc ihin die Pflichten des Ehemannes an das Herz gelegt und er hatte den Schwur mit einem lauten „Ja" besiegelt. „Wie kann man doch so srcvleriscb angesichts deS Altars einen Meineid schwören, kalten Blntes etwas versprechen, was man zu halten nicht die Kraft oder den Willen hat?" dachte sie sich. Sergius Nikolajewitsch hatte nicht die Kraft. Er war ein Lebemann, der das ganze Raffinement weltlichen Vergnügens dnrchkostet hatte. Darum musste er von der Garde sort, darum zwang man ihn, Petersbnrg zu lange empor, bis ihre Hälse steif zu werden beginnen und ihre eigene Basis von dein langen Stehen schwach geworden ist, während der altersgraue und stellenweise reckt sichtbar geflickte Riese nicht das geringste Zeichen von Schwäcbe zeigt und felsenfest dasteht. — Diese ^x^egende wackelnden Stefansthiirme war in der let'^ten Wochen auch in die auswärtigen Blätter gedrungen. Niid wir konnten sie mit etlichen Uedertreibungen in französischen, ja selbst in amerikanischen Blättern lescn. Diese letzteren insbesondere lieben cS ja, aus dem alten Europa nnr aufregende Geschiihlen zu bliiigen, geradeso wie geivisse Wiener-und sonstige großstädtische Blätter lhre Leser t?ereits an regelinäs^ig wiederkehrende Sensations-Ereignisse ans Amerika gewöhiit hal.'en,die allcrdin.js nielnals der Wahrheil emsprechln. Es wäre freilich kein Wunder geiresen, wenn die furchtbaren Stürlne in dieser Woche einen Tdeil deS alten Wien in einen Trün.merhaufeu verwandelt hatien; denn in der That flogen in allcn Straßen die Ziegelstücke unv Glastaieln nur so von den Dächern herab, dass inancher davon ein Strick )^u kosten bekam und nur diejenigen halbwegs sicher vor Un-sällen waren, die sich knapp an ^en Häusern hinschlichen. Es tobte und brauste volle sechsunddreißig Stunden lang durch die Straßen, dass einem Hören und Sehen vcrgicng und mancher hocbaufegethürmte Wagen rcrstremc seine Vast nach allen Windrichtnngcn. Besonders ungemüthlich war es auf den über den tonaucanal führenden Brücken; die Gefahr in die eisigkalte Flnth hinabgeschleudert zu werden, war stets vorhanden und deshalb klammerten sich viele, welche die Brücken passieren mussten, ängstlich an die Geländer. Wer bisher aus eigener Erfahrung die an unseren Meeresküsten und namentlich in Triest wüthende Bora nicht kannte, der mochte sich bei denr Stnnne dieser Ta^ze hievon eine Vorstellung machen. Nun freilich sind auch diese höchst unliebsamen Erscheiniingen vorübergegangen, eS ist wieder stille geworden in den oberen Regionen und wir können wahrhaftig nur froh sein, dass wir blos ein Endchen von den in Budapest wüiheriden Schneestürmen erleiden mussten. Wir hal?en eine bessere Witterung dringend nöthig, denn schon hat das Weihnachtsgeschäft begonnen, die glänzenden Verkaufsläden beginnen sich zu füllen und eine gewaltige Schar von Nengierigeu drangt sich vor den hell-erleuchteten Scha lfenstern. Mit Rücksicht auf die Masse der Fußgänger, welche auf den Gehwegen der Kärntnerstrasze nicht mehr Platz finden, hat die Polizei den Waaenverkehr dnrch diesi: Harlptvertehrsstraße während der Abendstunden ans das )!othwcndige beschränkt, so dass die Dahinwandelnden ohne Gefahr, plötzlich niedergestoßen zu werden, von der ganzen Breite der Kärntnerstras^e Besitz nehmen können. Nur einzelne alte Hänser bilden noch, da sie weit in die Straße hineinragen, ein Hindernis fürten freien Verkel)r und da wir in Wien leider keinen Hauß-mann, wie einst die Pariser nnter ^v0uis Napol^oii l^esil^en, so wird vielleicht noch ein volles Menschenalter vergelxii, l'is die Regelung der Kärntner-, sowie anderer belebter Straßen endegiltig drlrchgeführt sein wird. Schon beginnen diejenigen Lente, welche trot; der geg<'n-wärtigeu ungünstigen Eriverbsverhältiiisse Zeit uud Geld für eine arrsgiebige WeihnachtSbeschernng ihrer Anverwandten nnd Freunde aufwenden koiuien, ihre Einkäufe zu niachen uud sie suchen mit Vorliebe jene glänzenden Gese-Häste in der inneren Stadt ans, deren init magischen Lichteffecten ausgestattete Fronten die in dem Verkaufsladen zur Schau gestallten Waren doppelt verführerisch erscheinen lassen. Es ist eine alte, tief eingewurzelte Gewohnheit der Reichen ultd Vornclnneii. nur solche Geschäfte aufzusuchen, deren prunkvolle Einriclitiing den Preis der Waren uiu das Doppelte uui^ I^reifachc vertbenern mnss; sehr tadclusioert ist es jedoch, wenn ancb '^iinder-bemittelte sich vou diesem äußeren Scheine hinreisten lasseit nnd ihre Einkäufe in solchen, anstatt in bescheidener eingerichteten Geschäften, wo sie das Geirünschte ebenso gut und viel billiger erhalten ki?nnten, vornehmen und sich dadurcli selbst schädigen. Dagegen ist schon viel gesprochen worden — allein stetS ohne Erfolg und es wird wohl auch hener wieder nickt anders sein. Zur Weihuachtszeit ergreift, wie überall, so auch iu Wien oerlassen, darum zog er sich als verarmender Edelmann auf sein lÄut KrasnagorSkaia znrück nnd darum sann er Tag und Nacht, wie er das schivindende Verml.)pfung eine abermalige Abnalmie der Heiratslust nnter den Männern befürchten. Diese Annahme ki)nnte etwas für sich haben, wenn nicht die Gründer bei ihrem Werke eine Lücke offen gelassen hätten. Sie beabsichtigen nämlich auch, Tanzunterhaltungen zu veranstalten, haben sich also dadurch selbst die schlimmste Falle gelegt. Ehrensache der eingeladenen Damen wird es nun sein, bei diesen Tanzunterhaltungen die Principientrene der Junggesellen zu lockern und eine Ml)glichst große Anzahl der« selben dem Club zu entziehen. Das wird die beste Rache für ein Unternehmen sein, das nach dem Urtheile vieler Mädchen nur einen neuen Beweis von der ungeheueren Anmaßung liefert, welche die moderne Herrenwelt heutzutage beseelt. Eigen - Gerichte. Ober-Kötsch, 8. December. (Prämiirung.) Bei dem Dienstag den December in Ried abgehaltenen Schweine» markt wurde dem Herrn Franz Dometshuber, Müller aus Ober-Kötsch, der erste Preis für alte Schweine im Gewichte von 27.^ Kilo zugesprochen. Graz, 7. Decemlier. (Berein Süd mark.) Einem Bauer im Bezirke Marburg wurde ein Darlehen von lOl) fl. gegeben. — Ein Ungenannter hat der Südmark sein erstes Zwanzig Kronen-Stück gespendet. Die Verbindung deutscher Studenten an der Grazer Universität hat dem Bereine eine Spende von 5 Gulden 1ö kr. als Ertrag einer Sammlung unter ihren Mitgliedern zugewandt. Es haben sich bereits sowohl in Graz selbst als auch an anderen Orten national-fühlende Männer und Frauen zu dem Zwecke vereiuigt, anlässlich des bevorstehenden Erscheinens der neuen Münzen die erste Krone, die in ihre Hand kommen wird, dem Bereine „Südmark" zu spenden. Es ist dies ein lobenswerter Ent-schluss der allseitige Nachahmung verdient. Die Bereinsleituug kann es nicht uuterlasscn, dieses gute Beispiel allen deutscheu Männern und Frauen vorzuhalten und alle zu gleichem Thun aufzufordern. Es ist ja kein großes Opfer, das hiemit gebracht wird, und es wird einer gutm Sache gebracht. Weihnachten naht, die Zeit, die jeden zum Spenden nnd Wohlthun einladet und ermurtert, und da jeder so gerne gibt, der es nur halbwegs kann. Möge sie alle Deutschen auffordern, dem Bereine „Südmark" die obengenannte Gabe zuzuwenden und hledurch nothleidenden und bedrängten Stammesgenossen Hilfe zu bringen. — Kronenspenden werden von den Schrift« leitungen des Grazer Tagblattes, der Tagespost, des Grazer Wochenblattes und von den Herren Jamnik (Hauptplatz) und Selbacher (Griesplatz) entgegengenommen. — Einige Ortsgruppen haben ihre Beiträge für das laufende Jahr noch nicht eingeschickt. Mit Rücksicht darauf, dass das Jahr seinem (^nde zugeht, ergeht an die Borstände dieser Ortsgruppen die dringende Bitte, die ausständigen Mitgliederbeiträge für dieses Jahr schleunigst einzuheben uud sainmt den etwa vorhandenen Mohrengeldern und Spenden in der Zeit bis zur Mitte des Monates December an die Bereinsleitung einzu-seuden. Es ist dieses dringend geboten, damit die Jahresschlussrechnung geinacht werden könne und damit eS ermöglicht werde, den hilfesuchenden Stammesgenossen aucb Hilfe zu leisten, was jetzt leider nicht in allen Fällen geschehen kann. — Gleichzeitig ergeht an die Ortsgruppenleitnngen die dringende Bitte, Weihnachtsabende zu Gunsten des Vereines zu veranstalten, nm auf diese Weise dessen Bestrebungen zu fördern. Es sollten überhaupt mehrmals im Laufe eines Jatires Südmarkabende stattfinden. In Graz wird ein solcher noch im Laufe dieses Monates veranstaltet werden. Mütterchen. Von Sergius Nikolajewitsch sprach er nichts uud ich wagte nicht zu fragen. Wieder bengte sich Änjutka cin wenig zurück, um ein Kreuz zu schlagen. „Wie spät ist es jetzt?" fragte Marie Gabrielowna. „Ach, Mütterchen, es ist schon halb 9 Uhr, wollen Sie nicht zu Bette gehen? „Lass', Anjutka, ich bin nicht müde, mir ist nur so unheimlich kalt. Ich werde sterben." Die Dienerin sah die Flirstin starr an. Sie wusste vor Schrecken nicht, welchen Trost sie geben sollte. — „Stcrbcn?" dachte sie im wirren Wechsel ihrer ungelenken Gedanken, „ein junges Weib von LZ! Jahren denkt anS Sterben! Waruin lässt sie nicht den Gatten, der ein Lump ist, die eigenen Wege gelten uud eilt zurück nach Hause, zu den Eltern? Warilm? Ihre Schwester hatte es auch so ge-than, als der Gatte, der robnste Georg Alexandrowitsch, ein Sauser geworden war und sein Weib prügelte. Kann die Fürstin nicht auch . . . „Was sagtest Du, Anjutka Das Mädchen schrak zusammen, „Ich sagte nichts, Sie haben ja um nichts gefragt?" „Nein, Anjutka". Eine lange, stille Pause verstrich, endlich fragte Maria Gabrielowna wieder: „Wann werden die Spielsäle geschlossen?" „Wassili Michailowitsch erzählte mir: Ilm elf Uhr Nachts". — „Um elf Uhr Nachts! Also nach drei Stunden? Kann man in drei Stunden ein Vermögen gewinnen, Anjutka?" „Ich weiß es nicht, Mütterchen, wenn Sie wollen, werde ich den Diener des Uhlanen-Ofsiciers fragen gehen?" „Nein bleib' hier, ich fürchte mich allein". Anjutka blieb iln Geinache, sie setzte sich auf einen Schemmel zu Füßen der Herrin und sah in das Licht der Die Vereinsleitung vertraut mit aller Zuversicht darauf, dass die Ortsgruppenvorstände ihren Bitten mit allem Eifer nachkommen und so dazu beitragen werden, dass sich an der Südmark nicht die Worte Hamerlings erfüllen: „Deutsche Worte hör ich — Worte! Dock wo bleibt die deutsche Tl)at? Cilli, 8. December. (Feier der 35jährigen Autonomie.) Im Jahre 1867 ist das Gemeindestatut für die Stadt Cilli zum (besetze geworden; die Stadt Cilli hat damals das Beispiel ihrer wackeren Schwesterstadt Marburg nachgeahmt, sie hat die Erlangung des Gemeindestatutes angestrebt, ihr Wunsch wurde verwirklicht und damit hat für Cilli die Epoche eines Aufschwunges begonnen, welchen damals wohl noch Niemand voraussehen konnte. Was ist also natürlicher, als dass die Stadtvertretung Cilli an der Grenze des ersten Vierteljahrhunderts dieser Epoche mit dank-erfülltem Herzen beschloß, diesen Umstand festlich zu begehen, und sie hatte damit Recht. Zeigt doch ein Rückblick unf dle Geschichte der Stadt, dass dieselbe vor allen Dingen ihren deutschen Charakter glänzend gewahrt hat; daran vermag auch die Thatsache nichts zu ändern, dass die windische 'Hetz-Clique von Cilli stets auf das Eifrigste bemüht ist, windische Ansiedler aus allen Gegenden „Sloveniens" nach Cilli zu zerren, ohne Rücksicht auf die Existenzfrage und nnr in der Absicht, möglich viele Individuen mit ..slovenischer Umgangssprache" in Cilli zu coucentrieren. Es gelingt diesen Leuten nicht und wird ihuen niemals gelingen, dasjenige, was in Cilli durch deutsche Intelligenz, deutschen Fleiß nnd deutsche Cultur erworben und geschafft wurde, in ihre Verwaltung zu bekommen; an Versuchen fehlt es nicht, aber es giebt in Älli noch Männer, welchen die Erhaltung nationalen Besitzes vor Allem am Herzen liegt und welche unbeugsame Wächter desselben siltd, und an der Spitze derselben steht unser Bürgermeister und Ehrenbürger Dr. Joses Neck er mann, welcher dem Gemeindeausschusse, dem er vorher schon angehört hatte, seit 1867 ununterbrochen, und zwar seit 1870 als Bürgermeister angehört. Aber auch die äußere Entwicklung der Stadt hcit in dieser Zeit auf eine Weise sich gestaltet, dass das heutitze Cilli mit jenem vom J.^hre 1867 in keiner Weise zu vergleichen ist. Es waren also genügende Grütlde vorhanden, die Gedenkfeier würdig und freudig zu begehen. Aus diesem Anlasse veranstaltete zunächst der Herausgeber der „Deutschen Wacht", Gerhard Ramberg, eine Festausgabe des Blattes, welche durch Beiträge hervorragender Persönlichkeiten und ausgezeichneter Künstler zu einem wahren Prachtwerke wurde und ein prächtiges Andenken an das Freudenfest darstellt. Dem Beranstaller des Werkes, Gerhard Ramberg gebührt der Dank und die vollste Anerkennung für die Schaffung dieses Meisterwerkes. Das Fest gab auch Anlaß, einem längst gefühlten Bedürfnisse abzuhtlsen nnd alle Geschehnisse der Stadt Cilli, seien sie nun localgeschichtlicher Natur, oder betreffen sie die äußeren Veränderungen, welche mit der Stadt vor sich gegangen sind, zu sammeln und in Druck zu legen. — Dieser langwierigen und mühsamen Arbeit unterzog sich im Auftrage des Festausschusses der Amtsvorstand Herr Thomas Fürstbauer des Cillier Stadtamtes und er hat seine Aufgabe bestens erfüllt. Der geschichtliche Theil der Zusammenstellung behandelt zunächst die Geschichte des Entstehens des Gemeindlstatutes, tann alle wichtigen Ereignisse; wir finden darin alle Gemeindevertretungen aufgezählt, dle Verdieuste hervorragender Mitbürger, kurz, alle Geschehnisse von einiger Bedeutung für die Statt finden darin Erwähnnng. Der folgende Theil schildert die baulichen und sonstigen äußeren Veränderungen der Stadt in dem abgelaufenen Bierteljahrhundert auf das Ausführlichste; sodann wird der musterhaften Finanzgebahrnng der Stadtgemeinde Erwähnuug gethan und ein Verzeichnis des städtischen Realbesitzes gegeben; der nächste Abschnitt handelt vom städtischen Schulwesen und dessen Ausgestaltung seit dem Jahre 1867. Schließlich folgt ein Verzeichnis sämintlicher dermalen in Cilli bestehenden Behörden und Acmter, und dann lvird aller Anstalten, Corporationen und Vereine gedacht, welche für die Stadt und ihre Entwicklung von Bedeutung sind. Den Schluß bildet ein Verzeichnis jener Personen, welchen in der Zeit seit Lanpe. Maria Gabrielmvna lag ganz apathisch in ihrem Lehnstnhle. Sie schien eingeschlafen zu sein. Die Kammerzofe sah ihr ins Gesicht. Ja, sie schlief! Ein unruhiger schwerer Schlaf. Der zarte Kijrper erschauerte leise und der Athen» kaln stoßweise aus der wogenden Brust. Anjutka dachte nach, wovon die Fürstin wohl träumen mochte, und da Denken nicht ihre Sache war, so ließ sie sich gleichfalls von Müdigkeit überwältigen uud versank in Schlummer. . . . Der Morgen war schon angebrochen, als Maria Gabrielowna aus dem Schlaft schreckte. Sie hatte Schritte gehört, die sie erweckt hatten. Als sie sich iln Zimmer umsah und Sergius nicht erblickte, wusste sie, dass er es sei, der komme. „Anjutka", rief sie und rüttelte die Alte, die sofort auffuhr, „richte den Sainowar, Sergius kommt!" „Jetzt erst? Es ist schou Morgen." „Ja, ja. beeile Dich nur, sonst »vird er böse!" Auf der Schwelle begegnete ihm die Zofe. Jesus Christus, wie er aussah! Die hohe Gestali geknickt, die Fäuste geballt, das Antlitz fahl nnd übernächtig, die Augen rollend und wild, die Unterlippe fest zwischen den Zähnen eingekl.'mmt. Ohne Gruß trat er ins Gemach und warf sich auf die Ottomane. „Maria Gabrielmvna!" Sie wagte nicht zu antworten. ..Maria Gabrielowna", begann er aufs Neue mit einer schrecklich hohlen Stimme, „ich bin ein Bettler . . . die verwünschte Zvro wollte nicht kommen, ich verlor Ulld verlor ... ja, Maria Gebrielolvna", und er betonte es, während er mit der Faust an die Wand schlug, „ich bin ein Bettler ... der letzte Rubel rollte in die Tasche des (5ronpiers . . . möge er dafür in der Hölle brennen . . . Maria Gabrielowna . . 1867 in Cilli das Bürger- und.Heimatrccht verliehen wurde. Das Fest selbst, welches am 7. December gefeiert wurde, nahm einen glänzenden Verlauf. — Um 11 Uhr vormittags fand im f^ön geschmückten Gemeinderathsaale eine festliche Gemeillde-AnSschusssitzuug statt, »velcher die Spitzen der Behörden nnd zahlreiche Festgäste beilvohnten. Bürgermeister Dr. Neckerinaun eröffnete die Sitzung mit der Begrüßung der Festgäste, sprach sodann über die Beoeutung des Tages, hob die großeu Vortheile des Gemeindestatutes für die Stadt hervor nnd schilderte die einstigen Verhältnisse Cilli's, die sich seit der Wirksamkeit des Gcmeindestatutes so überraschend geändert haben; Pflicht der Gemeindevertretung sei es zunächst, des Kaisers zu gedenken, welchem wir ja die Wohlthat deS Gemeindestatutcs zu verdanken haben; der Bürgermeister beantragte, die Gemeindevertretung möge in geeigneter Weise die Gefühle der innigsten Dankbarkeit, der Liebe und Verehrung für Seine Majestät an die Stufen des Allerhöchsten Trones gelangen lassen. Dieser Antrag wurde durch Erheben von den Sitzen zum Beschlüsse erhoben und zugleich auch in Vollzug gesetzt. — Hierauf überreichte Vicebürgermeister Gustav Stiger dem Bürgermeister Dr. I. Neckermann, welcher bekanntlich in der Gemeindcausschusssitzung vom 16. September l. I. infolge seiner hervorragenden Verdienste um die Stadt Cilli zum Ehrenbürger derselben ernannt lvorden war, mit einer tiefempfundenen, wirklich zu Gemiiih gehenden Ansprache das Ehrenbürger-Diplom. Das Diploin ist in jeder Hinsicht ein Meisterwerk; das Enveloppe wurde nach dem Entwürfe des Professors THey er der Grazer Gewerbeschule vom Hof-Juwelier Franz Pachiaffo iu Cilli ausgeführt; die Widlnung selbst ist auf drei Blätter vertheilt und vom bekannten heimischen Künstler Alois Kasimir aus Graz in wahrhaft vollendeter, künstlerischer Weise ausgeführt. — Dr. Neckermann dankte in bewegten Worten für die ihm zutheil gewordene Auszeichnung und versprach, seine Kraft auch ftruer noch dem Dienste der Gemeinde zu widmen. Mit herzlichen Dankesworten an die erschienenen Festqälte schloss der Bür.ier-meister die Sitzung. — Abends halb 8 Uhr veranstalteten die Vereine dem Bürgermeister einen Fackelzug unter Vorantritt der Stadtmusik; hierauf folgte eine gesellige Znsammcnkunst in den Casinolocalitäten; die Räume »varen überfütlt. alle Stäude und GesellschaftSclassen der Stadt waren erschienen, um ihre Freude über das Fest zu bethätigen. Biirgcrmeifter Dr. Nlckermann sprach den ersten Toast auf den Kaiser, auf welchen von den Anwesenden stürmische Hochrufe ausgebracht wnrden; es toastierte Beurkshauptmann Dr. Wagner auf den Bürgermeister, Julius Rakusch auf den Statthalter, Kreis-gerichtspräsident Dr. Gertscher auf die Cillier Bürgerschaft. Sämmtlichen Toasten folgte brausender Jubel; mit großem Beifall wurde der voin Kapellmeistrr A. Dießel anlässlich des Festes komponierte uud dein Bülgerineistcr Dr. Necker« mann gewidmete Marsch „Heil Neckermann!" aufgei'ommen. In fröhlichster Festesstimmung blieben die Festtheilnehmer bis in die Morgenstunden beisainmen. x. Wien, 8. December. (Eine saubere Wirtschast.) Die Rede des ReichsrathSabgeordneten Dr. Geßmann in der Sitzung des Abgeordnetenhauses am 5. d. wird nicht verfehlen, in weiteren Kreisen ')erechtigtes Anffehen zu erregen. Der Abgeordnete machte nämlich Enthüllungen über die Ge-bahrung bei der Versicherungsgesellschaft „Phönix", die geeignet silld, das Vertrauen zu diesem Jnstitllt vollständig zu erschüttern. Die Vorgänge bei dieser Gesellschaft seien im Widerspruche mit dem Versicherlingregulativ, der Director, ein gewisicr James Klang, unterhalte mit dem staatlichen Aufsichtscolnmissäts die intimsten Beziehungen. Der „Phönix" sei am Rande des Bankerotts gewesen und habe sich durch eine seltsame Fusion mit einer anderen, gleichfalls ziveifel-haften Gesellschaft aus der Schlinge gezogen. Die Art und Weise dieser Verschmelzung sei gesetzwidrig gewesen und in den Büchern der Gesellschaft seien große Sulnmen als Vermögen verzeichnet, die zumeist aus dubiosen, uneinbrin^tlichen Forderungen beständen. Viele bei der Gesellschaft Versicherte seien einfach um ihre lvohlerworbenen Ansprüche geprellt worden. Der Abgeordnete erzählte Beispiele und nannte Namen. Sie rührte sich nicht. „Hörst Du nicht?" Ich will Dein Geld! Gib' die Cassette heraus! Die Spielsäle werden utn neun Uhr geöffnet ... Ich kann Alles zurückgewinnen . . . Maria Gabrielowna, ich kann wieder reich werden . . . hörst Du? ... Ich kann wieder reich werden. ... So antworte doch, höllisches Weib." „Nein, Sergius", kam es mit eineminale festen ToneS von den Lippen der Fürstin, „nein, es ist unser letztes Geld, wir haben sonst nichts. Ich gebe Dir keinen Rubel, Sergius, ich will uicht!" „Du willst nicht?" Er war anfgesprungen lnit jenem Satze und zu dem Trumeau seiner Frau geeilt. Das schwache Weib stellte sich ihm entgegen, er stieß es roh zur Seite, doch Maria Gabrielowna siel ihm in den Arm. Sie rangen miteinander. „Ich will wirder reich werden", schrie er »vie sinnlos und umkrallte den Hals seiner Gattin. . . . Wusste er, was er that? Der erste Sonnenstrahl, der ins Geinach lugte, schien auf ein lnarmorbleiches schönes Ge» sicht, in das ein Mann mit erloschenem, geistlosem Blicke starrte. (Oesterr. Vlksztg.) Moriz Findling. (Stossseufzer eines Vaters.) „Es ist merkwürdig! Hat man hübsche, einigermaßen norinal gebaute Buben, so kommen Sie zum Militär. Hat man hübsche, einigermaßen normal gebaute Wtädeln, so kommt's Militär zu ihnen, 's ist doch lnerkivürdig!" (Radikalmittel.) Frau (zu ihrem Gatten, einem Chemiker): „Du sagtest mir gestern, ich solle das Tischtuch über Nacht im Freien laffen, dann würden die Obstslecken verschwinden." — Mann: „Nun, sinddie Flecken nicht fort?" " Frau: „Ja, aber das Tischtuch auch." Nr g9, l1. Dmmber ibi S Eine „vrennende" Irage ist gegenwärtig die freiwillige s^euerwehr-Angelkgrnheit in Marburg aeworten. Vichlerwd brennen im wcitcr unten angeführten Schreibcn an die Gcmrindevertretung die Borwürfe gegen das „Localblait" und drn Referenten. Ein kleiner Dämpfcr kann unter solchen Umständcn nicht schaden, weswegen wir kur^ und wahlhcitsgcmaß, ohne „Dampf", einige andererseits vielfach enisttllten Thatsachen unseren geehrten Lesern zur Kenntnis t'ringen. Im Monate November richtete die sreiw. Feuerwehr-leitung an die Gemeindevertretung das schriftliche Ansuchen um Bewilligung eines Vorschusses von 1700 fl., die sie zur Deckung offener Posten, als: Anschaffung eines Schlauch-Wagens, Abzahlung wegen Dampfspritzenreparatur zc. dringend benöthige; sie müsse, hieß es in dem Gesuch, allenfalls anderswo ein Darlehen aufnehmen; der gewährte Vv'schuss möge von der jährlichen Subvention in Abzug gebracht werden. In der Novembersitzung wurde dem Bereine von der Gemeindevertretung bedeutet, er möge einen RechnungSausMg vorlegen, woraus die Nothwendigkeit einer Vorschussbewilligung ersichtlich wäre. Statt eines Contoauszuges erhielt aber die ?^ilianz-section blos einen Pack Rechnungen nebft dem Cassabuche. Die Sectio« bestimmte hierauf die Herren Kralik und Grudilsch, die näheren Daten zur Motivirung des verlangten Borschusses von Herrn Cassier Macher einzuholen. Herr Macher gab nachstehende wahrheitsgetreue Daten an: Mit Ende 1890 unter Hauptmann Martini bestand ein Cassarest von.......fl. 1198 75 Mit Ende 1891 betrugen die Einnahmen (incl. des Legates von Herrn I. Noß sammt Zinsen fl. 2072 16) ...........5125 21 Mit Ende 1891 betrugen die Neuanschaffungen fl. 1356 85, die Gesammtausgabcn . . . „ 2785 43 Mit Ende 1891 bestand d. Cassarest mithin in bar fl. 2339 78 Hiezu kamen die Einnahmen bis 28. November 1892 mit............ 1241 10 Zusammen . fl. 3580 88 Die Ausgaben bis 28. November 1892 belicfen sich auf............„ 3240 82 Daher nur ein Barbestand von.....fl. 340 (^6 Die 3240 fl. 82 kr. Ausgaben im Jahre 1892 stellen sich ihren Hauptbeträgen nach als Zahlungen dar und zwar: DampsspritzeN'Reparatur .......fl. 500 Uniform-Schneider.......... 140 — Uniform-Stoffe ........... 280 — Uniform-Zugehör........... 45 — Hanfschläuche............ 465 — Schläuche............. 96 — Restzahlung auf den Mannschaftswagen . . . „ 100 — Telephon ............. 312 — Fuhren.............. 300 — Kosar .............„ 100 — Zusammen . fl. 2338 — Ueber die Verwendung der Restsumme von 902 fl. 82 kr. geben kleinere Rechnungen Ausschluss, als: Feuereimer, Delegierte, Verschraubungen, Drucksorten, Honorare, Löhnungen, Prämien u. s. w. u. s. w. - Als unbedeckte Forderungen wurden angegeben: Restzahlung auf die Dampfspritzen-Reparatur . fl. 700 — Dampfspritzenschläuche (Neuanschaffung) . . . „ 800 — Schlauchwagen und andere offene Rechnungen, die sich noch zu Händen des Feuerwehrhauptmannes befanden, im beläufigen Betrage von „ 400 — Zusalnmen . fl. 1900 — Der Referent stellte demnach im Namen der Finanz-section den Antrag, die löbliche Gemeindevertretung möge den erbetenen Borschuss unter den vom Vereine selbst angegebenen Rückzahlungsbedingungen bewilligen, da sich die Nothwendig-keit herausstellt und die Stadtgemeinde es denn doch nicht zugeben kann, dass der Verein auf sein Inventar anderweitig ein Darlehen ausnimmt. Von einer erhöhten Subventionsforderung war dem Referenten nichts bekannt. Die Gemeindevertretung nahm den Antrag der Section nach längerer Debatte mit dem nicht vom Referenten, sondern von mehreren Gemeinderäthen gestellten Zusätze an, das« die Vereinsleitung in Hinkunft bei Subventionsverlust jede größere Ausgabe zuerst dem Herrn Bürgermeister bekannt zu geben habe. Die Gemeindevertretung war hiezu berechtigt, denn nebst der Entlohnung des ThürmerS sind für Feuerwehrzwecke ohnehin schon 1315 fl. 21 kr. im Voranschlage eini^estellt, und zwar 515 fl. 2l kr. Subvention, 300 fl. für Beistellung von Pferden zu den Bränden, 400 fl. Entlohnung an das Hilfspersonal der Feuerwehr und 100 fl. für sonstige Ausgaben. — Ueber den Bescheid, der dem freiwilligen Feuerwehrvereine zugieng, erhielt der Herr Bürgermeister nachstehendes Schreiben, daS er in der Sitzung vom 6. December d. I. verlas: „Löblicher Gemeinderath! Au« dem Berichte dcr „Marburger Zeitung" über die letzte Gemeinderathssitzung entnehmen wir, dasS unS ein Borschuss von 1700 fl. zur Deckung der offenen Rechnungen für bezogene Neuanscbaffungeu mit dem Bemerken gewährt wurde, dass wir durch dreieinhalb Jahre auf die Subvention jährlicher 500 fl. verzichten. Dieser Entschluss hat in unserer Körperschaft gerechtfertigtes Erstaunen wachgerufen, ebenso wie es unser Vertreter im löblichen Gemeinderathe fiihltc. Letzterer scheint überhaupt über die Erhaltungsmittel und die Cassagebarung dieses, der Stadt zu Nutzen kommenden Institutes in keiner Weise gehörig instruiert zu sein, denn es bedars eines praktischen Studiums, die Bedürfnisse einer freiwilligen Feuerwehr in Marburg, die bei den äußerst ungünstigen und den so oft schwierigsten Verhältnissen allen, auch den Zuschauern gerecht werden soll, zu kennen und beurtheilen. Die lninderwertigen, wie immer gearteten Kritiken deS Publicum» würden an Bedeutung sehr verlieren, wenn der Marburgcr Zeitllng jeweilige Referent sich die Ueberzeugung verschafft hätte, dass die zum allgemeinen Wohle verausgabten Gelder, welche zum größten Theil von opferwilligen Bürgern erbettelt wurden, vollinhaltlich durch die Anschaffung derinalen vorhandener Geräthe erschöpft sind. Dass die Körperschaft von diesen Beträgen sich keinen Kreuzer zu Nutzen machte, dürfte durch die wiederholt statt-gehat?tcn Revisionen bezüglich der Cassagebarung genugsam erwiesen sein. Als seinerzeit geplant wurde, seitens der löblichen Gemeindevertretung die Subvention für die Feuerwehr zu erhöhen, erlaubten wir uns um den Borschuss mit dem Bemerken einzuschreiten, dass hievon, also von der erhöhten Subvention, besagte 500 fl. in Abzug gebracht werden. Nachdem nun der Borschuss von 1700 fl. zur Deckung der fälligen Rechnungen sofort zur Ausgabe gelangte, so stünde die Körperschaft mit Entziehung der 500 fl. ohne Cassa da und unter solchen Verhältnissen ist es ganz begreiflich, wenn sich selbe ob Mangel finanzieller Mittel auflöst, umsomehr, als auch für das kommende Jahr Verpflichtungen an die Körperschaft herantreten werden oder könnten, welche deren ganze einheitliche Kraft erfordern, beispielsweise seien hier erwähnt: Brände in den entlegenen Theilen der Kärntner- oder Magdalena-Vorstadt, welche eventuelle Brandplätze eben nur »nit großen, von der allgemeinen Menge der Bevölkerung stark unterschätzten Schwierigkeiten zu erreichen sind. Der Stadtplan wird über diesbezügliche Leistungen die beste Aufklärung geben! Ohne irgend einem, was immer fiir eine Tendenz verfolgenden Vereine der Stadt Marburg nähertreten zu wollen, verweisen wir hier beispielsweise auf den hierortigen, aller Achtung werten Turnverein. Welche Opfer hat der löbliche Gemeillderath diesem Vereine gebracht? — und bringt solche noch heute? Nun fragt es sich — ? stehen die Bestrebungen, — die Leistungen, die selbstlose Tbätigkeit einer freiwilligen Feuerwehr den allerdings auch rühmlichen Tendenzen eines Turnvereines nach? Wir erlauben unS somit mit Bezugnahme auf das vorher Gesagte an die löbliche Gemeindevertretung die höfliche Bitte zu stellen: Der löbliche Gemeinderath geruhe die jährliche Subvention per 500 fl. für diesen Zeittermin entsprechend zu erhöhen, und sollte dieser Bitte aus wie ilumer gearteten Gründen nicht willfahrt werden können, zu bewilligen, und sodann zur Kenntnis zu nehmen, dass in Anbetracht der, durch einen gegensprechenden BeschlusS erwiesener Mittellosigkeit, ferner durch die wiederholten missfälligen Aeußeruugcn des „Localblattes", welche nicht nur den Frieden der Körper-schaft störten, die Leistungsfähigkeit der Corporation in missliches Licht stellt, und, was ja nicht ausbleiben kann, die Mitgliederbeträge schmälert, und uns bezüglich unseres Ansehens anderen Wehrkörpern gegenüber schädigt, und in den Augen der Bürgerschaft herabsetzt, — der Ausschuss den BeschlusS gefasst hat, die Auflitsung des Bereines unter Dar» legung der bezüglichen Gründe an die Tagesordnung zu setzen! Der bis nun so überzeugungstrene fachmännische Referent in Feuerwehr-Angelegenheiten, der stets nur bestrebt ist, in launenhafter Weise die Mängel eines freiwilligen Feuerwehr-Institutes zu bekriteln, wird ja gewiss in der Lage sein, seine „freie" Zeit dem „Wohle" der Stadt zu widmen und seine praktischen und naturgemäß auch theoretischen Kenntnisse dem Interesse für die Feuersicherheit unserer Stadl zu widmen. Er stelle sich an die Spitze seiner Neuorganisation und alle jene, welche selbstlos das Wohl ihrer Nächsten im Auge halten, werden mit Bewunderung seinen Leistungen die Anerkennung kundgeben. Wir sind mit Gegenwärtigen allen offenen und versteckten Anfeindungen überhoben, und in erster Linie im Interesse der Stadt, in zweiter Linie im eigenen gezwungen, „ein Manneswort zur rechten Zeit" zu sprechen. Indem wir einer löblichen Gemeindevertretung unsere stete Hochachtung zum Ausdrucke bringen, zeichnet ergebenst der Ausschuss der sreiw. Feuerwehr: A. Masatti F. Schoste ritsch Sark CarlPirch Ferd. Jorgo M. Macher Franz Zinka I. Fischinger A. Lonöar Karl Jartschitsch. Ueber den Inhalt dieses Schreibens bemerken wir in Kürze folgendes: Was in dem Schreiben über den Berichterstatter, der thatsächlich in wohlwollender Weise für den Verein eintrat und die Bewilligung des erbetenen Porschuffes befürwortete, gesagt wird, ist dermaßen schwulstig und trieft so von Geist — 's ist aber denaturierte verlegene Ware — dass wir es unter unserer Würde finden, darauf zu antworten. Ob es nach den oben angeführten Daten eines praktischen Studiums bedarf, die Bedürfnisse einer freiwilligen Feuerwehr in Marburg noch näher kennen zu lernen, überlassen wir dem freien Urtbeile aller Klardenkenden. Unseres ErachtenS weiß jedoch auch jeder Nicht-Schuster, wo ihn der Schuh drückt und dass jeder sich soll strecken nach der Decken. Ein schlechter Geschäftsmann, der mehr ausgiebr, als er einnimmt, selbst wenn er die Gemeinde zur Gevatterin hat, und ein Schelm, der mehr gibt, als er hat. Wieso Brände in der Kärntner- und Magdalena-Vorstadt mit großen finanziellen Opfern der Feuerwehr in Einklang zu bringen sind, weiß dieser Briesschreibcr selbst nicht anzugeben. Wohl aber, dass obige „zusammengebettelten" Beträge für das allgemeine Wohl verbraucht wurden. Auch mit dem neuen Feuerwehrdepot scheint dcr Verein nicht zufrieden zu sein, da er auf die für unseren rührigen Turnverein gebrachten Opfer hinweist. Die Leitung frägt, ob solche noch heute gebracht werden. Ja, ja, aber die Summe beträgt nicht die Hälfte der Subvention, die der Feuerwehr gewährt wird. Dass nur mit einheitlichen Kräften Ordentliches geleistet werden kann, ist selbstredend. Niemals wurde von ults behauptet, dass die in Rede stehende Körperschaft sich auch nur einen Kreuzer zu Nutzen machte. Unverständlich jedoch bleibt es einem Jeden, wie eine um ein verhältnismäßig Geringes verminderte Einnahme die Wehrkraft so abschwächen sollte, dass sich der Verein deswegen auslosen müsste. Wir senden im Cassabericbte !ür 1891, abgeiehm von der Subvention dcr Stadlvertretung, 200 fl. von der Veürksoertretung, 654 fl. 30 kr. alS Beiträi^e unteistiitzender Mitglieder und 500 fl. aus dem Landesfcuerwchrfonc?e, Msammcn 13.',4 fl. M kr. eing. stellt. Wcnn auch der Landesfeuerwehtfond Heuer nur 100 fl. bewilligte, so fließt doch noch eine so erkleckliche Summe in die Cassa des Vereines, dass manche Fclttnvehr im Lande sich beglückwünschte, wenn sie in sin.inzicllcr Beziehung auf so sicheren Fiißen stünde, wie die hiesige. Mit der Drohung, tass dcr Berein sich, wofern ihm nicht eine erhiihte Subvention zutheil würde, auflösen müsste, wurde also der Gemeindevertretung, um im Bilre zu sprechen, der Revolver an die Brust gesetzt: 1a dvurss ou la vis! oder, wie der Herr Bürgermeister in der Sitzung sagte: Die Feuerwehr setzt uns den Stuhl vor Ue Thiire. Höflich siel daher, wie man sieht, das „V!anneswort zur rechten Zeit" just nicht aus, das verschlägt aber nach der Meinung des Verfassers der Epistel nicht viel, war doch die Gemeindevertretung nach der Anschauung des gleichen NkanneS bisher offenbar zu knauserig und mit Geizhälsen rcdct man nicht im Troubadourstil, wenn man etwas von ihnen bekommen will. Sehen wir zu, wem Unrecht geschieht. Zahlen beweisen! 60L6 fl. 25 kr. hat der freiw. Feuerwehrverein binnen zwei Jahren, vom 1. Jänner 1891 bis 28. November 1892, ausgegeben. Heute verlangt er einen neuerlichen Vorschuss und eine erhöhte Subvention, will aber den Gemeinderäthen, die in erster Linie berufen sind, den Gemeindesäckel zu schonen, damit der Steuerträger nicht zu sehr belastet werde, verbieten, über seine Geldgebarung zu sprechen. Das ist vielleicht nicht sehr bescheiden, aber „ein Manneswort zur rechten Zeit" klingt eben manchmal etwas rauh. Genug davon. Wir wollen ja nicht böses Blut machen und was wir bisher sagten, geschah nur zur Abwehr und stüjzte sich anf offenkundige Thalsachen und verbürgte Daten. Das in der letzten Sitzung des Gemeinderathes gewählte Crmite wird ja in einer Situation, die der Klärung bedarf, Klarheit schaffen — und mehr wünschen auch wir nicht. Marburger Nachrichten. (Volksbewegung in Bkarburg im dritten Quartale 1892.) Trauungen: Im dritten Quartale d. I. find in unserer Stadt 30 Ehcn geschlossen worden, und zwar im Juli 10, August 11 und September 9. Dem Stande nach waren bei 26 Chen beide Theile ledig, in ;wei Fällen beide Theile verwitwet und in zwei Fällen schlössen Witwen mit Ledigen den Ehebund. Durch den Tod wurden 24 Ehen aufgelöst, darunter zwei von zwölfjähriger Dauer und eine, die 45 Jahre währte. Der jüngste Bräutigain war 23 und der älteste 51 Jah>e alt, die jüngste Braut zählte 19 und die älteste 43 Jahre. Nach dem Religionsbekenntnisse waren sämmtliche Ehen römisch-katholisch. — Geburten: In diesem Quartale wurden in unserer Stadt 12.'; Kinder als geboren gemeldet (123 römisch-katholisch uno 2 Angs-burger Confession), darunter lebend 120 und zwar 61 Knaben und 50 Wkädchen, und 5 Todtgeborne, 4 Knaben und 1 Mädchen. Von den Gebornen entfallen auf den Monat Juli 46, August 41 und September 3'^. 51 Knaben und Mädchen waren ehelichen, und 14 Knaben und 8 '.viadchen unehelichen Ursprunges. Unter den Todtgebornen befinden sich eheliche Zwillinge (2 Knaben). Durch nachträgliche Vcrebelichung der Eltern wurden 2 Knaben und 1 Mädchen legitimiert und im Grundbuche vorgemerkt. — Todesfälle: In dcr gleichen Periode sind in Marburg ^Todtgeborne ausgenommeu) 126 Personen gestorben, 60 männliche und 66 weidliche, Hievon entfallen auf die einzelnen Monate: Juli 19 männliche und 22 weibliche, August 24 männliche und 26 weidliche September 17 männliche und 18 weibliche Personen. Gewaltsame Todesarten kamen in diesem Quartale keine vor. Unter der Summe der Todesfälle befinden 123 römisch-katholische und 3 Augsburger Confession. Bon den gesammten Todesfällen entfiel die größte Sterblichkeit auf die Zeit von der Geburt bis zu fünf Jahren: 24 Knaben und 27 Mädchen, dann von 23 bis 24 Jahren: 2 männliche und 2 weibliche Personen u. s. w. Der ältestverstorbene Mann zählte 88 und das ältestverstorbene Weib 85 Jahre. -er. (Bezirksvertr etun g Marbnrg.) Montag, den 19. December um 10 Uhr Bormittag findet eine Sitzung der Bezirksvertretung mit folgender Tagesordnung statt: Die k. k. Bezirkshauptmannschaft Marburg beantra^'lt die Abschreibung eines Draudurchstichkosten-Rückstandes per 21 fl. 53 kr. aus dem Titel der Uneinbringlichkeit. — Die freiw. Feuerwehr in Rothwein bittet um eine Unterstützung zur Anschaffung von Löschgeräthen. — Die Gemeinde Frauheim bittet um eine Subvention zur Herstellung der Ueberbrücknng des Schibokabaches. - Dcr landwirtschaftliche Verein in Rothweiu bittet um eine jährliche Subvention. — Ansuchen um die Ermächtigung, den darum ansuchenden Gemeinden höhere als 20- bis 6l)percentige Gcmeindeumlagcn, eventuell 15- l?is 20percentigen Zuschlag zur Verzehrungssteuer be« willigen zu dürfen. — Bezirks-Voranschlag für das Jahr 1893. (LandUNrtschaftlichesCasino inNothwei n.) Um Ä1!issverständniffeu vorzubeugen, erlaube ich mir einige Jrrthümer, welche in dcr Verfassung des Berichtes über die letzte Generalversammlung mitnnterlaufen sind, richtigzustellen: Im Ganzen wurden bis jetzt 2 (nicht 3) Stierkälbcr, wciters 5 (nicht 6) Ferkel an Vereinsmitglieder verschenkt. — Die Subventionsstiere haben mit dem Verein nichts zu thun; zu deren Ankauf leistete die k. k. Landwirtschafts-Gesellschast einen Beitrag von je t^5 fl. Was die eventuelle Errichtung einer Raiffeisen'schen Darlehenscasse anlangt, so steht die Sache so: Es dürfte in der nächsten Landlagssesfion ein Antrag auf Errichtung einer größeren Zahl solcher Cassen gestellt werden und ist allenfalls Aussicht vorhanden, dass die Marburger Gemeindesparcaffe auch die in der Nähe von Marburg zu errichtenden Cassen subventioniert; von privater Seite wurde Seite 6 Marburger Zeitunq. Nr. 99. 11. December 1892. der Vorschlag gemacht, dajS der lattdivlnsaastUche Berein ili Rothwein die erste in der Nähe von Mardurg zu creircnde Vorschuiscasse in seine Verwaltung übernehmen soll. (Concert.) Im Saale des Kieuchofes findet heute rin Concert der Werkstätten-Musikkapelle statt. Dasselbe beginnt nachmittags 4 llhr. Wie wir hi)ren, soll der Ertrag einem nach Amerika auswandernden Mitgliede der Kapelle zukommen. (Deutscher Sprachverein.) Der nächste Vortragsabend. in welchem Herr Friedrich Scköpel, Doctorand der Philosophie in Graz, über: der deutsche Volksglaube über den Tod sprechen wird, findet auf ausdrücklichen Wunsch des Vortragenden erst am 21. d. statt. (Der Unter st ützungsvcrein für arme Volk s-schulkinder) hat hcner die Betbeilung der annen Kinder mit Kleidungsstücken wegen des frühen Eintrittes der kalten Jahreszeit bereits vorgenommen. Im Ganzen wurden 80 Kinder mit vollständigen Anzügen und 200 Kinder mit Schuhen betheilt, was dem Vereine eine Allslage von 750 Gulden verursachte. Der Verein schließt das heurige Jahr mit einem Barvermi)gen von 65^0 Gulden. (Gastspiel.) Morgen, Montag, findet in unserem Theater das erste Auftreten des Herrn Gustav Starke statt. Zur Aufführung gelangt das vorzügliche Lustspiel „Bürgerlich und romantisch". Dienstag abends wird als zweites und letztes Gastspiel „Die Schauspieler des Kaisers", ebenfalls ein höchst wirkungsvolles Schailspiel gegeben, das an allen bedeutenden Bühnen eine außergewöhnliche Aufnahme fand. Bei der bekannten Beliebtheit des geschätzten GasteS hoffen wir mit Bestimmtheit annehmen zu dürfen, dass der Besuch der Vorstellung ein sehr guter sein dürfte. — Als nächste Operetten-Neuheit hat Director Galotzy „Gräfin Dubarry" in Aussicht genommen. — Die Musik ist von dein als vorzüglich bestens bekannten Componisten Karl Millöcker, der Text el?enfalls von den hervorragenden Vibrettisten K. Zell und Richard Genee. — Mittwoch, den 14. d. M., bleibt das Theater wegen der Vorbereitung für diese Neuheit geschlossen. tCasino- Verein.) Vorgestern um 8 Uhr abends fand im (Kasino-Speisesaale eine sehr gut besuchte außerordentliche Gener^ilversammlung des Vereines statt, ander als Mandatare der hiesigen k. u. k. Truppencotnmanden vier Officiere, die Herren Hanptmann Schuster, Ol'erlieuteiiant Mussak, Ob'rlieutenant Kämmerer R. v. Roswadowski nnd Ober-lieutenant Perasso, theiluabmen. — Den Vo'sitz führte der Obmann des Vereines, Herr Rvman Pachner. Zum ersten Punkt der Tagesordnung „Aenderung der Statuten" erbat sich Oberlieutenant Herr v. Roswadowski das Wort, um auszuführen, dass die Officiere der Garnison der an sie ergangenen Einladung, in den Casino-Verein einzutreten, mit Vcr.mügen Folge leisten und das gute Einvernehmen mit der Bürger-schaft in jeder Btziehung aufrecht erhalten wollen. Es sei aber nothwendig, dass die Statuten theilweise geäudert werden, da die vier Truppencommanden, die dem Vereine als Gründer beitreten werden, den Wunsch hegen, berechtigt zu sein, je einen Vertreter in den Ausichuss des Vereines zu entsenden. Herr Oberli.utenant v. Roswadowski beantragte demgeinäß die Ab-ällderung des § der Statuten. Herr Pachner macktc durauf aufmerksam, dass in ^ 7 die Bestimmungen bezüglich der Zusammensetzung des Com't^s enthalten seien; es empfehle sich daher, die Aenderungen in diesem Paragraphe vorzu nehmen. — Herr Oberl. Roswadowski nabm die principieUe Annahme seines Antrages vonseite des Comites zur Kenntnis un^ machte weitere Vorschläge bezüglich der Entsendung eines Officiers in den engeren Ausschuss, der Entrichtung des MitgliederbeitragcS und des Wegfalls der Einschreibgebür. — Hinsichtlich der Einschreibegebür stellte Herr Dr. Schmiderer den Antrag, dass dieselbe für sämmtliche neu eintretenden Theilnehmer zu entfallen habe. Dieser Antrag wurde angenommen und desgleichen gelangten die grnndsätzlichen Anträge des Herrn Oberl. v. Roswadowski — die Officiere entsenden vier Vertreter in den Ausschuss, die Einschreibegebür entfällt, im engeren Casino-Ausschuss tuuss mindestens ein Officier sein — zur Annahme. Die Stilisierung dieser Statutenänderung wurde dem Comite überlassen. — Schließlich wurde ein Antrag des Herrn Badl, die Einhebung eineS geringen Kartengeldes betreffend, angenommen und sodann die Generalversammlung geschlossen. (Chri stkindlein im Kindergarten.) Das schöne fröhliche Weihnachtsfest naht heran und auch die Zöglinge der städt. Kindergärten richten an die „Tanten" oft die ban^,e Frage' „Wird das Christkindlein auch uns etwas bringen?" Gar vielen der armen Kleinen müsste wohl verneinende Antwort auf diese Frage werden, gäbe es nicht so viele gute, kinderfreundliche Menschen in Marburg. An diese we.ldcn sich die i^^eiterinncn der beiden städt. Kindergärten mit der innigen Bitte: „Gedenket c:uch dieses Jahr wieder unserer armen Zöglinge und bclftt uns, ihnen ein fröhliches Christfest zu bereiten." — Gütige Spenden, sei es in Geld, Kleidungsstücken (auch abgetra^^ene sind willkommen), oder Esswaren, werden von den Leiterinnen der stäe'tischen Kindergärten dankbar entgegengenommen. Mögen auch die .Kinder Marburgs sich ihrer voin Glllcke nicht begünstigten Altersgenossen erinnern und für das „Kindergarten-Christkind" ein oder das andere Stück Spielzeug hervorsuchen. (Weihnachtsfeier des Turnvereines.) Wie bereits mitgetheilt wurde, findet Samstag den 17. d. abends v Uhr in den Casino-Kaffeehausräumen die Weihnachtsfeier unseres wackeren Turnvereines statt. Die Vortragsordnung ist sehr reichhaltig, doch war der Festausschuss eifrigst bemüht, nur der Feier würdige Vorträge und Vorführungen in die Festordnung aufzunehmen. Hervorragende Vereine unserer Stadt haben ihre Mitwirkung an diesem Feste bereits zugesagt und so können wir schon im vorhinein den vollen und bestm Verlauf dieses nationalen Festes verbürgen. Nach Ab«-Wickelung des officiellen Theiles dieser Weihnachtsfeier soll der Tanz in seine Rechte treten. Die Einladungen zu diesem Feste werden bereits versendet, und sollte aus Versehen eine Familie eine solche nicht erhalten, so möge gefälligst die Adresse ln der Papierhandlung des Herrn Hans Gaißcr am Bnrgplatz abgegeben werden, denn der Eintritt ist nur gegen Vorweisung der Einladung gestattet. Den Wortlaut der Vor-tragsordnung bringen wir in der nächsten Nummer. (Alpenverein.) Am Abende des letzten Mittwoch fand im Casino der zweite Vortragsabend der Section Marburg des deutschen und österr. Alpenvereines statt. Auf der Tagesordnung stand ein Vortrag des SectionSmitgliedes Herrn Kokoschinegg über das Grödnertbal. —Der Obmann der Section, Herr Dr. S chm id e rer, sprach sein Bedsueru darüber aus, dass die Damen den Verein an diesem Abende nicht auch so zahlreich mit ihrer angenehmen Gegenwart beehrten, wie am ersten Vortragsabende und führte die bedauerliche Thatsache auf ein Missverständnis zurück. Es bedürfe durchaus nicht specieller Einladungen, die Frauen und Mädchen würden von der Section jederzeit auf das herzlichste bewillkommt werden. — Sodann ergriff Herr Koko» schinegg das Wort, um in einem längeren, außerordentlich ftfielnden Vortrage die landschaftliche Schönheit deS Grödner-thales im Gebiete der Dolomiten zu schildern, wo er seit mehreren Jahren einige Sommerwochen zu verbringen pflegte. Der Vortragende berichtete auch über einige von ihm unternommene Besteigungen und regte die Aufmerksamkeit der Zuhörer durch die Vorzeigung einer großen Anzahl zum Theile selbst aufgenommener Photographien an, die dem Beschauer die seltsam gestalteten Bcrgriesen jener Gegenden in reinen Linien vor Augen führen. Um nur einige dieser prächtigen Aufnahmen zu erwähnen, sei mitgetheilt, dass Herr Kokoschinegg Photographien sehen liess, die die Tofanaspitze, den Lan^^kofl, den Lk Funfiskr, (!g.vaia, die Kreuzkoflgruppe, die Molinongruppe, die Rosszähne und viele andere zeigten. Die Ausführungen deS Vortragenden wurden mit lebhaftem Bei-falle aufgenommen. (Menagerie.) Heute ist Kludsky's Menagerie hier zum letztenmale zu besichtigen. Da sich unter den Thieren so manches sehenswerte und seltene Exemplar befindet, ist der Besuch gewiss lohnend. — Gestern wurde die Riesenschlange gesürt.rt, wa« nur alle zwei bis drei Monate einmal geschieht. Diese sowie das Krokodil erfordern besondere Sorgfalt, um sie lebend zu erhalten. (Sternschnuppe.) In der Nacht vom Freitag auf Samstag konnte man um 1 Uhr einen sehr starken Stern' schnnppenfall beobachten, der einen prachtvollen Anblick bot. (Ein Güterschlächter.) Aus Roßwein wird uns geschrieben: Unser Volksbeglücker Peter Josef öunko, der zugleich Obmann der Raiffeisen'schen Vorschusscasse in Roßwein ist, wurde mit gerichtlichem Bescheide vom 6. October 1892, Z. 7485 als Obmann dieses Vereines verständigt. dass die exekutive Versteigerung der L. I. Realität am 18. November l. I. stattfinde, weil der Darlehenscassen-verein auf dieser Realität eine Forderung intabuliert hat. U'iser Volksbeglücker gieng auch zur Licitation und erstand diese Realität um den Ausrufspreis, jedoch — für sich. Die Vorschusscasse dürfte mit ihrer Forderung durchfallen, wenn der Licitationsact anfrecht bleibt, was wir bezweifeln, da gegen die Licitation begründete Einwendungen erhoben worden sind. In Roßwein ist man über diese Handlung umsoweniger crt?aut, als sich der Volksbeglücker bei der letzten Gemeinde» wähl sehr aufdringlich benommen hat. Derselbe würde einen Musterjobber abgeben. Herr 8unko betreibt als Volksbeglücker schon einige Jahre die Güteischlächterei nicht ohne Erfolg, da ihm an die Hand gegangen wird, mi smo mi! (Falscher Feuer lärm.) Es ereignet sich ab und zu denn doch noch manches, was den bekannten Ausspruch: „Alles schon dagewesen" widerlegt. Fuhr an einem Nachmittage der letzten Woche die Dampfspritze unserer Feuerwehr einer Uebung wegen aus und war auch wirklich in bester Thätigkeit, als plötzlich vom Thurm die Feuerglocke klang. Mit Windeseile hinfahren, hieß es für die Bedienungsmannschaft der Dampfspritze, denn jetzt sollte es gelten im Ernst zu löschen. Aber o weh! Der Feuerlärm war falsch gewesen, der Thürmer hatte den von der D ampsspritze entwickelten Rauch schlecht gedeutet und angeschlagen. Wer erinnert sich dabei nicht der schönen Verse: Die Donau is ins Wasser g'fall'n, der Eisstock is verbrennt?! (Taschendieb stahl.) Am letzten Samstag wurde einer Magd vom Lande, welche Geflügel zum Verkaufe brachte und sich nach abgeschlossenem Geschäfte unter die Menge drängte, welche bei der Licitation von alten Kleidern nächst der Marien-Säule am hiesigen Hauptplatze angehäuft war, eine gebrauchte schwarzlederne Geldtasche init dem Inhalte von ungefähr 5 fl. aus dem Rocksacke gestohlen; dieselbe bemerkte den Abgang erst, als sie ihren Einkauf von Winterkleidern machen wollte. Letzte Kachrichten. Die Enthebung des Grafen Kuenburg. (Drahtnachricht der „Marburger Zeitung.") Wien. 9. December. Das Rücktrittsgesuch des deutschen Landsmannministers Grafen Kuenburg wurde genehmigt und der Exminister gleichzeitig zum Senatspräsidentendes Obersten Gerichtshofes ernannt. Wien, 9. December. (Gegen die Antisemiten.) Der „Verein zur Abwehr des Antisemitismus" beschloß auf Antrag seines Ehrenpräsidenten, Baron Leitersbergers, an den Präsidenten des Abgeordnetenhauses das Ersuchen zu richten, gegen die Ausschreitungen der antisemitischen Abgeordneten im Reichsrathe Stellung zu nehmen. In dem Dr. Smolka überreichten Schriftstück des Vereines heißt es u. a.: Gegenwärtig wird unter dem Schutze der Immunität i»n Abgeordneten-Hause Alles gethan, um das Ansehen und die Ehre unserer jüdischen Mitbürger herabzusetzen und sie tief und schmerzlich zu kränken in Allem, was menschenwürdig ist. Mit Bangen sehen Alle, denen das Wahre und Hohe noch etwas gilt, eine Bewegung wachsen, die alle und jegliche Ausschreitung auf ihre Fahne geschrieben; Empörung überkommt jeden rechtlich Denkenden der die ungebürlich aufreizenden und grausamen Ausfälle und Angriffe auf unsere jüdischen Mitbürger liest". (Die antisemitische Bewegung wird in den Kreisen der denkendeil Bevölkerung durch derartige Verhimmlungen deS JudrnthumS nur an Boden gewinnen. Anm. der Red.) Mittwoch, den 7. d. wurde das Redwitz'sche Schauspiel „Philipp ine Wels er" vor einem mäßig besuchten Hause gegeben. Ueber die Vorstellung ist zu berichten, dass sie ohne Störungen verlief. Es wurde im Algemeinen zur Zufriedenheit gespielt. Donnerstag, den 8. d. gabS eine tolle Posse, „Robert und Bertram." Die Träger der Hauptrollen, die Herren Conrad und Hernfeld ließen ihrer Laune die Zügel schießen und die Zuschauer lachten weidlich. Den größtm .Heiterkeitserfolz erzielten die genannten Darsteller in der 3. Abtheilung der Posse als „Salonmagier" und in der letzten Abtheilung als „dienende Geister vom schöneren Geschlecht." Der heutigen Nummer liegt ein Katalog über Frommes Kalender bei, den wir unseren P. T. Lesern bestens empfehlen. Briefkasten der Schriftleitung. Herr M. A. in Marbnrg: Wer Butter auf dem Kopfe hat, soll nicht an die Sonne gehen, selbst wenn er glaubt unter dem Deckmantel eines Bereines gehässig wirken zu können. Solche Leute sollte» sich eher der erhaltenen Wohlthaten erinnern. Herr B. in Graz: Sie wundern sich, dass ob des Schreibens der freiw. Feuerwehr, in welchem dem Berichterstatter schlechte Information zum Vorwurfe gemacht wurde, derselbe nicht das Gegeutheil constatiert habe. Der Berichterstatter war zusällig in dieser Sitzung nicht anwesend, dass er aber sehr gut informiert war. zeigt der heutige wahrheitsgetreue Artikel über die freiw. Feuerwehr. Gin gefendet. Ganz seidene k'oulkrä8 von 85 tr. bis fl.4.65 per Meter (ca. 450 versch. DessinS) gestreift, carrirt, bedruckt zc. vers. roben- und stückweise, porto- und zollfrei ins Haus die Seiden-Fabrik G. He nn e ber g (k. u. k. Hoflf. Zürich. Muster umgehend. Briefe kosten 10 kr. Porto. (6 Z ^ s? 'S » K Marburger Marktbericht. Vom 3. bis 10. December. Preise ! 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Kilo 15 20 Reis 16 32 Apsel Erbsen 24 26 Birnen 22 Linsen 16 32 Nüsse Stck. 19 Fisolen 8 11 Erdäpfel neue 3 4 Diverse. Met. 2.80 Zwiebel 8 11 Holz hatt geschw. 3.— Knoblauch 25 28 „ ungeschw. 3.30 3.50 Eier Stck. — 4 „ weich nngesch. 2.1V 2.20 Käse steirischer Kilo 1k 30 „ „ ungeschw. 2.50 2.60 Butter 95 1.25 Holzkohle hart 75 80 Milch frische Liter — 10 weich „ 70 75 „ abgerahmt Rahm siißer — 8 Steinkohle 100 Kuo <'.8 96 20 28 Seise Kilo 24 32 „ sauerer 2k 32 Kerzen Unschlitt 52 56 Salz Kilo — ^2 „ Stearin 75 84 Rindschmalz 90 1.- „ Styria 68 74 Schweinschmalz K2 66 Heu 100 Kilo 1.80 2.— Speck gehackt K0 6^ Stroh Lager „ 2.— 2.40 „ frisch 4V 50 „ Futter „ 1.65 1.75 „ geräuchert 65 75 Streu „ 1.40 1.50 Kernfette 54 56 Bier Liter 18 20 Zwetschken 28 32 Wein . 28 64 Zucker 40 42 Brantwein 32 80 Mmmel 32 36 itr. 99, 11. Dccembcr Marburqer Zeitung. Als Weihaachtsgeslhenke empfiehlt fkAK? 8«»?V. 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Wir machen die Besitzer solcher Münzcn auf diese nach dem 31. dieses Monates eintretende höchst bedeutsame Wertveränderung aufmerksam, damit sie Äo» vvrsA.HUi»vi» und wir sind gerne bereit, die Einziehungldieser Münzen zu besorgen. — Auch lösen wir, dem jeweiligen Sildercurse entsprechend, die bereits längst außer Curs gefetzten Silbermünzen vortheilhaft ein. Lallkdau8 L. V. 6e llorrollSZl88o l. werde» sorgfältigst erledigt. KerrsMMlkes OaNails „Zur Lincke" in Koilimeii». Der ergedenst Ocsertigte erlauvt sich dem P. T. Publicum höflichst anzuzeigen, dass er das 2046 chasthaus „Jur Linde" in Wothwein übernommen hat und bestrebt sein wird, die P. T. Gäste mit vorzüglichen Eigenbauweintn und gnt al?gelagertem Götz'schen Märzenbier sowie mit warmer und kalter Küche aufs Beste zu bedienen. Gleichzeitig wird auf die beim Hause hergerichtete Eisbahn aufmerksam gemacht und stehen auch Eisstöcke zur Verfügung. Hochachtungsvoll Georg Mäher, Gastwirt. In dtr ElisallchAraße ljinter der Glilzschtn Kierbraitrei Kro88e ^sutv 8onntsg llnmllvi'i'llilieli VofZtsllung. 2047 Um zahlreichen Zuspruch bittet hochachtungsvoll Der Eigenthümer. Eine kleine Weatität ist wegen Uebersiedlun^ aus freier Hand zu verkaufen. Auskunft beim Eigentümer 2052 Thesen Nr. 10 in Marburg. Sehr guten, per Liter 7 kr. ab Station Graz, verkauft Leonhard Harb in Ontenberg, Post Weiz. 2050 Mit 2. Jänner 1893 werden bei einer italimischen Dame, die der deutschen Sprache vollkommen mächti», ist, italien. Gonversation und Vorlesungen für Mädchen eröffnet. Dieselbe empfielilt sich auch für separate Stunden in dieser Sprache. Nähere Auskunft in der Verw. d. Bl. 2021 lülan Iilitö 8iek vor l^SlZviiungsn. cs «o « es e/s «z KM co cv so «/» es ev cö Sod«t»w»rlc» Ikr. 31V, SSV. Krä^a^'s k'ran^bl'ttnvtvejv ist ein vor» 2ÜZIicdss »ltbvMkrtes Littel, kesonäsrs geviKuvt bei >l!l88»ße - Kinreidnnxon, leistet »usge^eioknets Dienste als ^luvä- unä!^»1ivcovservirunßsmittel un6 eißsnet Siek »m öesten 2uw ^aseden 6es Kopses, LtärIcuvA äes llaarboäevs unä 2ur LvtfernunA 6vr Ilaarsokuppen. kreise mit Lebraueks-^nv^öisullß: Xleine I'lasetie 45 kr., grosse ?1ase1lv 90 Icr. Leiit 2u Iiadeo in >1srburK bei: Lobröil, ^lois ^.öeräs^s, (Zotttrieä Kets, k'. f. Hol»- selc, lleivriek llrbsn, I^. l1. üoroseket?. 2048 cv cv «/) w Li5enfi-eie8 la yus.1»tä.t Ivo «Uo a. 24 2040 ^ im 1. Stock, bestehend aus 4 Zimmern und Balcon ist zu vermieten. Schillerstraße 4. 1983 Welche gut eingerichtete »lÄiRKo Übernimmt wa igoriweise Vermahlung , von Wcizcn, Korn und Mais gegen ! Mühllohn. Gest. Zuschriften an die Verw. d. Bl. 203A ^ Gin zunger Ksel >1'/«jährig, ist billig zu verkaufen. ! Elisabethstraße 15. L022 Hin Acker Kärntnervorstadt, ist vom 1. 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Apotheke „zum Schutzengel" in Pregrada", eingeprägt ist. Jeden wie inlmer anders adjustierten Balsam, welcher nicht mit allen diesen oben angeführten Kenn-zeiche» der Echtheit ausgestattet ist, weise man zurück, da alle diese Nachal>mungen nur verbotene drastisch wirkende, daher schädliche Stoffe, wie Aloö und dergleichen, enthalten. Wo kein Depot meines allein echten Balsams existiert, bestelle man directe und adressiere: „Andie„Echntzengel-Apotheke" deSA. Thierry in Pregrada bei Rohitsch-Ganerbrunn." Versendung nur gegen Nachnahme oder Vorauseinsendung des Betrages. Es kosten sammt Postporte, Kiste, Packung und Frachtbrief: l2 kleine oder 6 Doppelflaschen fl. 1.86 W .. .. 30 „ „ 6.V8 nach Bosnien und Herzegowina fl. 2.30 bez. fl. 7. lich und äußerlich. Fälscher und Nachahmer werden von mir auf Grund deS Markeuschutz-gesetzes strenge verfolgt, ebenso Wiederverkänser von Falsifieaten. DaS Goch. verständigen-Attest der hohen k. Landesbehörde besagt laut analytischen Befund (Zl. k)782-—V. K1()8), dass mein Präparat keinerlei verbotene oder der Gesundheit schädliche Stoffe enthält. Die Beröfsentlichnng der in- und ausländischen Apotheken, wo sich Depots befinden, erfolgt jedeS halb^ Jahr. ^Äol5 ?di«rrz^, Apotheker „zum Schntzenge»" in Pregrada bei Rohitsch- Sauerbrunn. 2Vb3 3. 1436 20V2 Es wird hiemit allgemein verlautbart, duss der Bezirkskosten-Voranschlag für das Jahr 1893 vom 4. December bis einschließlich 17. De-cembcr 1892 Hieramts zur Einsicht der Bczirksangehörigeu aufliegt. Bezirks-Ausschuss Marburg, am 3. December 1892. Der Obmann : Schmiderer. 20ö7 Ich mache die ergebenste Anzeige, dass ich einen Krein-Werschteiß in Holz und Trifailer Kol»len in meinem Hause Färbergasse 3 eröffnet habe und bite um gefälligen Zuspruch. Jakob Högenwarth. Größeres Zimmer sammt Cabinet, eventuell zwei kleine Zimmer unmöblirt für einen ledigen Herrn in der Stadt zu mieten gesucht. Anträge an Verw. d. Bl. Die Modenwelt. 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Anhange zur ^euerlöschordnung für die St.idt Marburg bestimmten Entlohnungen rücksichtlich der Beistellung der zur Beförderung der Spritzen und sonstigen ^^öschgeräthe nöthigen Bespannung für den TranSport der Dampfspritze zu erhöhen und zwar für das im Aufbewahrungsorte der Feuerlöschgeräthe eintreffende erste zur Bespannung der Dampfspritze geeignete Paar Pferde von 10 fl. auf 20 fl. bei Tag und von 20 fl. auf 40 fl. bei Nachtbränden, weiters für den Kutscher von 2 auf 4 fl. Die eihl)hten Entlohnungen treten jedoch nur in dem Kalle ein, als die Dampfspritze an den im betreffenden Brant falle gebotenen Aufstellungsort gestellt wird. Stadtrath Marburg, am 6. Dccember 1892. Der Bürgermeister: Nagt). ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ IT- ^ Empfehle als praktische « mein rcichsorticrtcs Lager in fertigen Minterrölken. Menezikoffs, Mikados u. Pelz-SaeeoS. SchlafrSAe, Knaben Mäntel, Knaben-nnd Kinder-Costüme eigener Erzengnng 'Ms« zn mäßigen Preisen. Hochachtungsvoll ViI^triQxI»o5xa.«sv. 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Sprechstunden von 8 Uhr früh bis 8 Uhr abends ^()t4 Hrckcichtung^vr'll 6vr vdixe. Verantwortlicher Schriftleiter: Hans Kordon. — Herausgabe, Druck und Verlag von Ed. Janschitz Nsg. sL. Krattk) in Marburg. Das heutig« Vlatt besteht aus 12 Seiten, der Sonntags- und einer Extra Neilage