Nr. 252. Piiinnmtiatlonepiti«: Im Lomptell ganzj. ft. l,, balbi. 5.50. Nili die Zustellung ln« Hau« halbj. 50 tt. Mlt dn Post »anzj. ft. Ib, halbj. fi. ?.ba. Mittwoch, 4. November »,leltl»»»gtbühl: ß»l New« I»<«l»t« bi» ^l « zeile» «b k., aießne pi. Zeile e ll.; bei «fte« r«n Vieberholnngen pr. Zcile > ll. 1874. Nichtamtlicher Theil. Finanz-Nevue. c. ?^ "MontagS.Revue" bringt unterm 1. d. nach- «,^ Btrlcht über dik voltswirthschaflliche Lage: derl.^ schreib«« hcute Allerseelen. Fast wärm wir dea «^ °^ ^^ Schmerzensthräncn auf den Gräbern Killen 3"^'^" Wohlstandes zu vergießen, welche ln »>l!l> ^" ^" theutlen Heimgegangenen nachgeweint kn m c " ^kfer empfinden wir noch den Gram über iit. '°" d" Lebendigen und er preßt die Zähne zu l l? ^""uthe. Was ift seit einem halben Jahre ge- ^,°'b°ß auf einmal jene Panlque den Gemüthern ^'MrLngen geeignet lft. die fich ihrer bemächtigt hat? Mr ». ^" "'^"' 'ls daß uunmehr recht klar und dellbe ^ Mangel an einem inneren Halt hervortritt, H. 3>.r « ausschließliche Eigenthum deS Oefterreichers ,,l„ h " vessimismus regiert wieder in Oesterreich, Notb "'""lfurter "der berliner Coulisfier« dekretieren land d«! "^ lür unser Land. Man sagt, Deutsch. ^slnbllk ^" enorm« Menge von österreichischen ift d^"tlen und Prioritäten hieher consigniert. Das ^iür n^' -^" unwahr sind all die Gründe, die man ^n 2"' S'nd dit Verhältnisse bei der Nordweft- ^ w^!. ^"^ jedermann belannt? Wußte man von ^ sit?'°0"berger «ahn nicht feit neun Monaten, welk? ^ vrioritälSanleihe von 4 Millionen aufnehmen "l'nlfl,« ,H. man wußte es. Aber «S gibt jetzt in W, chtil n ^ Coterie, die man in Paris hinausgepeitscht diesen,«, ^°" bie nemlichen Kunststücke vlisuchte. wie Ulan solch, sticke ^«. Allerdings, in Paris züchtigt ""llischliche»' m u"^ belegt sie mit dem Stempel un. «nß Man sil ^lhlung. I" ^"ls sagt man aber auch, langten Ul, ^^t durch die Görsenlauncn von elnge- "l°nlreich x?llmrn herunterbringen lassen wolle, in ^ so «st °^ "»an sich nicht willenlos arm machen. ^«t n» "°^ "°n Berlin oder Frankfurt der Versuch ^llzen ? ' lranzösisches Geld von der Börse Helm- "t< »» .' ^nt man sich die Finger gar arg verbrannt. »"ill,!» .. ^ sich das Kapital, wissen sich die Großen c. '"wachen. llttlt h" ^len ift da« alle« anders. Wenn die Credit-z4ot, n? ,. Hl" Platz neben der Klofterdame. und ob-'«« Hz. /hre Befangenheit zu bemetftern suchte, so that °' fllirmtt^ °b ein «ergstrom nlederrauschte, ertönte ""« °rn^?" Nccorden eine Introduction, die dann in U° l°.le Polonaise überging. Kneten U"»«voll richteten fich aller Augen nach der i^lttv. i» l' "no stolz, wie ein Siegesgott, trat ! c 5tr Hz" glänzender Uniform herein. Im folgte ein M» zu :/!" mit geschorenem Barte, in welchem Na-3>llty «^ Innigsten Freude ihren Vater erkannte. «n^«a zu . * und recht« verbeugend, schritt auf dm5>z'u^^°«"' die ihm folgten, legten "ki,!. '" "l«n Füßen, auf welche« Dimitty nie« Nb"glit? Na^/?^«"" °Ue« «m sich her ver- " lhr«n Verl^ ihrem Sitze und kniete "«lobten, dessen «,« ^ ^ne Sekunde lang umschloß. Ihre mütterliche Freundin schmückte sie mit dem Myrthenlranze, den die Popen auf einem Kissen herbei brachten, und warf ihr einen kostbaren Schleier über das Lockcnhaupt. .Meine Nadescha, meine Graut!" rief Dimltry in seligem Entzücken; ..gib mir die Hand für's Leben! Vor allen dlcsen Zeugen erwähle ich dich. du bift mcin Weib. mein geliebtes Weib! Doch wie, du weinst, Nadescha?" «Vergib mir diese Thränen. Theure«,« flüsterte sie sanft; «sie entströmen dem Uebermaß m:iner Glück-seligleit." Unterdeß hatte fich der Saal mit männlichrn Gästen gefüllt. Paar an Paar reihte sich zur Polonaise, die bei manchem hier Anwesenden zu einem Tanz in den Ehestand erhoben wurde. Dlmltry eröffnete wlt Nadescha den Reigen und wandelte an ihrer Hand aus dem Saale durch die an-grenzenden Gemächer in die nahe gelegene Kavclle. welche der nordöstliche Thurm bildete. Dort wartete ein alter, ehrwürdiger Priester, derselbe, der Nadesch» getauft, an einem schön geschmückten Altare des Brautpaares. Eine lautlose Stille herrschte unter den zahlreichen Gästen, al« der Priester mit lauter Stimme den Namen der Braut verkündete; und al« er nach den Worten: „Nadtscha Petrowna, willst du diesem Manne angehö-renk" auf ihr freudige« „Ja" ihr einen kostbaren Ring an den Finger steckte, da fiel ein Sängerchor mit einer Iubelhymne ein — und der Segen des Priesters ver-band zwei glückliche Herzen. Nach beendigter Ceremonie begab sich der ganze Zug in den Speisesaal, in welchem ein festliche« Mahl nereltet »ar. Nabescha saß zwischen ihrem Gatten und ihre« Vater, dessen Anwesenheit ihr noch immer wie ein schöner Traum vorkam. Sie erschien in ihrer neuen Würde so anmuthig, so bescheiden, daß selbst die hof-färtigsten Damen mit Entzücken die junge Gräfin umarmten und es ihr verziehen, daß sie alle verdunkelt und ihnen den Preis entrissen hatte. Iuloffs Bescheidenheit fühlte sich zwischen diesen hohen Gästen sehr gebrückt, und die« bemerkend, kürzt« Dimitly die Zeit des Essens und gab selbtt da« Beispiel einer ungezwungenen Fröhlichkeit, indem er die Tafel aufhob und mit seiner jungen Frau in den Ball« saal zurückkehrte. Als er seine Gäste heiter und mit fich selbst be-schäfligt sah, folge er mit Nadescha dem allen Iuloff, der sich auf ein entlegen:« Zimmer zurückgezogen hatte. Bei ihrem Eintritt knieten beide, ehe Iukoff e« hindern konnte, vor ihm nieder. Nadescha umfaßte mit Freudenthlänen da« Knie ihre« wledergefuudenen Vater«, dessen Vaterrechte fie mit kindlicher Liebe stet« anzuerkennen gelobt, obwohl er ihr die Huldigung eineS Sklaven erweisen wollte. Auch Dimilly sagte mit bewegter Simme: ..Wir sind und bleiben deine Kinder, Vater Iuloff, und bitten hier auf unsern Knieen um deinen Segen. Nadescha hat fich während der Ceremonie Gewalt angethan, um so lange deine Umarmung entbehren zu können.« ' ..Wa« machst du. Herr. au« mir?" rief Iuknss gtrühr^ .Du bist«, der Segen spendet!" Eine dank. bare Thräne benetzte seine bleiche Wange S,°n". legte er seine Hände aus da« gtweiw P ar uld?.. zu seiner Tochter: ..Gott hat scho7 lus Erd« U l814 Abgeordneter Dr. Schaffer ergreift das Wort: ,Ich werde mir auch eimge lurze Bemerkungen zu Artikel ll bezüglich der Unterstützung derjenigen Ange^ hörigen des Militar.Penstonsstandes vorzubringen er-' lauben. welche gegenwärtig nach dem Antrage des Au«'! schusseS der Beqünstiguna dieses GesttzcS noch nicht theil-! hastig werden sollen. Nach den ausführlichen und zumj Theile mit Daten belegten Darstellungen des Herrn Vor« j redners bin ich m der Lage. mich kurz zu fassen und die Geduld des hohen Hauses nur wenig in Anspruch zu nehmen. Nenn man auch die Rechtsfrage ganz bei Seite lassen wollte, ja wenn man sic selbst in einem für dic in Rede stehenden Pensionisten ungünstigen Sinne als entschieden ansehen wollte, so wird sich doch niemand der Ueberzeugung verschließen, daß schr gewichtige, außerordentliche, in höherem Grade derücksichtigungswürbige Gründe der Billigkeit dafür sprechen, dm Antrag des Herrn Dr. Promber, eventuell die Resolution nach des Herrn Abgeordneten Brand st ettcrs Antrage anzunehmen. Die Thatsache ist unleugbar, daß Hunderte von Personen und Familien gegenwärtig — ich will nicht sagen, dem Nothstände preisgegeben fwd, aber doch sich in einer solchen Lebenslage befinden, daß sie sich auch dle kleinsten Bequemlichkeiten und den geringsten Comfort nicht verschaffen können. Ungeachtet d:r finanziellen Lage des Staates möchte ich nun doch auf die Verganssenheit des hohm Hauses hinweisen, welches nie gezögert hat, wcnn es sich d^.rum handelte, verdienten und venicksichtiaungswürdiaen Staals-dienern eine Unterstützung angedeihen zu lassen, solche auch dann zu gewähren, winn die Geldverhältnissc leine besonders günstigen waren. Es hat nie erachtet, daß hier die Gelegenheit zu sparen sei, und ich hoffe, es wird auch diesmal sich dieser Anschauung anschließen. Man wei^t freilich immer auf Ungarn hin und sagt, es sei absolut nothwendig, damit das Gesetz zu ftande komme, eine gewisse Conniuenz zu üben un) leine neue Bestimmung in dasselbe aufzunehmen. Nur möchte ich eS nicht gerade von vorneherein als unmöglich hinstellen, daß diesbezügliche Bemühungen unsern' Regierung, die sich ja auf zahlreiche Glünde dcr Billigkeit stützen kann, die Zustimmung von ungarischer Seite erlangen könnten. Und wenn daS auch wirklich nicht möglich sein sollte, so kann mich das doch nicht abhalten, wenn ich einen solchen Zusatz in dem Gesetze als recht und geboten erkenne, einen solchen auch wirklich in das Gesetz aufzunehmen, ohne Rücksicht darauf, ob die Ungarn dem zustimmen weiden oder nicht. Im vorliegenden Falle lasse Ich mich auch durch den Vorwurf nicht abschrecken, daß wir durch eine solche Nmendierung das Zustandekommen deS Gesetzes verzögern. Wenn in der Generaldebatte der Herr Lan-desoertheidigungsmlnifter gesagt hat, daß die Armee nun bereits vier Jahre lang sehnsüchtig auf dieses Gesetz warte, so ist dies eine Thatsache, die icder gerne anerkennt, aber die Schuld daran, daß das Gesetz so lange auf ftch warten ließ. trifft am allerwenigsten das Abgeordnetenhaus. Also auch in dieser Beziehung kann ich in der kleinen Verzögerung, die möglicherweise dadurch herbeigeführt wird, mich nicht hindern lassen, den von dem Herrn Abgeordneten Dr. Promber beantragten Zusatz zu unterstützen. Wenn ich endlich die Wahl habt. den in Rede stehenden Pensionisten im Wege einer Resolution oder kindliches Vertrauen und deine Tugend belohnt, mein theure« Kind, indem er dir diesen Mann zum Herrn und Gatten gab. Bleibe wie du bist, gut und treu, so nur kannst du ihm seinen Edelmuth vergelten, mit dem er sich des zertretenen Wurmes erbarmte. O Na« descha! Du weißt noch nicht, au« welchem Glend er mich errettet hat." „Stille. Vater." sprach Dimllly, ..betrübe nicht da« weiche Herz meiner Nadescha durch Erzählung deiner öelden. Es wird noch eine gelegenere Zeit lommen. in der fie erfahren soll, was du erduldet hast. Ich meine dle Zelt, in der ich jenen Act der Gerechtigkeit werde vollziehen können, der so vielen tausend Elenden die Freiheit geben soll. Ja, ich fühle es," rief er mit schönem Feuer und sein geistvolles Vuge erglänzte in hohem Strahle, «ich habe eine hohe Sendung — es bleibt mir viel gut zu machen, was mein Verwandter an der Menfcheit verbrochen hat. Wenn einst dies: Zeit, die vielleicht nicht mehr fern ist, gekommen sein wird, dann Nadescha, sollst du an meiner Hand diese Höhlen de« Unglücks besuchen, in welchen ich deinen Vater ge« funden. Du sollst dann der Engel dieser Gemißhandelten sein. der fie zur Freiheit und zum Leben zurück» führt." Nadescha schmiegte sich an die edle Brust ihres Gatten. ,.O du — »ie soll ich dich nennen!" rief sie, und lützte chm beide Hunde, indem sie ehrfurchtsvoll und be» wundernd zu ihm auffah. „Mein Geliebter l Mein An« gtbtttt«'." ».l ^ "«lassm nun die Glücklichen, um zu sehen, »it und wo D^mwy den att«n Iuloss aufgefunden. mittelst eines Zusatz«« zu dem Gesetz? zu Hilfe zulom-men, so möchte ich mich wohl nur für das lltztlre aussprechen. Geben wir uns doch keiner Täuschung hin und verttlmen wir doch nicht, baß, wenn auch der Aus» schuß, der Berichterstatter, die Regierung oder gar das hohe HauS selbst sich in einer Resolution zugunsten dcr betreffenden Herren mit besonderem Wohlwollen aus« drücken, ihnen damit doch nahezu nichts genützt wird, und daß, wie die Lage jetzt ist, die Delegationen sich kaum dazu entschließen könnten, auf Grund einer solchen Resolution der Regierung die ersordcrlichen Mittel zur Verfügung zu stellen. Wenn jedoch eine Erhöhung der hier fraglichen Bezüge im Gesetze ausgesprochen wird, dann allerdings werden die Dllegatiomn unseren Wüli« schen willfahren müssen. DieS sind in kürze die Gründe, die mich bewegen, dem Antrage de« Herrn Abg. Dr. Promber beizustimmen und Ihnen denselben auch meinerseits auf das wärmste zur Annahme zu empfehlen." Bei den Abstimmungen wurden die Anträgt Prom -ber-Brandstetter abgelehnt. (Siehe „Laib. Ztg." Nr. 248 Seite 1784.)__________________________ Tie Affaire Arnim erfährt auch in der..Montays.Revue", einer wohlaccre- ditltlten Wochenschrift für Politik. Finanzer,. Kunst und Literatur, eine eingehende sehr dlacktenSw?rlhe Gespre« !chung. DaS genannte Blatt sagt an leitender Stelle: „Die vielbesprochene Affaire Arnim ist noch immer der Gegenstand lebhafter öffentlicher Erötterung. Es läßt sich nicht behaupten, daß seit der ersten überraschenden Nachricht von der Verhaftung des zur Deposition gestellten Botschafters das Urtheil der öffentlichen Mei« nung sich geklärt, die Besprechung des Ereignisses einen weniger llidenschaftlichcn Charakter cmgcnommen habe. Selbst dit Aufhebung der über den Grafen verhängten Untersuchungshaft, wurde in sehr verschiedenem Slnnl gedeutet. Die Gegner des Vorgehens der deutschen Negierung vermochten darin lediglich nur den Beweis zu erblicket,, daß daS gegen d:n Grafen Arnim zusammen« gebrachte Beuieismateriale wohl nur ein sehr dürftiges und unvollständiges sein tilnne. während die Mehrzahl, insbesondere die deutsche Presse, die der unbedingten Aufrechterhaltung der obrigkeitlichen Autorität ihre moralische Unterstützung leihen zu müssen glaubt, die Maßregel als einen Act humaner Rücksichtnahme auf den, allem Anscheine nach tieferschütterten, Gesundheitszustand des Ge» fangenen der Stadlvogtei betrachtet. Meinung und Gegenmeinung halten fich ziemlich das Gleichgewicht; daß auf beiden Seilen das Urlheil auch durch außerhalb der Sache selbst liegende Erwägungen, durch politische Tendenz, durch daS Gefühl subjectiver Sympathien und Antipathien gcübt wird, läßt sich schwerlich in Abrede stellen. Mittlerweile hat sich indeß wenigstens für die Vorgeschichte des Conflictes der Schleier des Geheimnisses, der über der aanzen Angelegenheit schwebte, einigermaßen gelüftet. Die Veröffentlichungen eine« new.Yorker Blattes gestalten uns Einsicht in die zwischen dem Reichs-tanzler-Nmte undGrafen Nrn im vor Einleitung deS strafgerichtllchen Verfahrens gepflogene Correspondenz, einem Schriftenwechsel, der den rechtlichen Standpunkt beider Parteien ziemlich genau zu präcisieren scheint. Wir wissen nicht, welche der letzteren fich so sehr beeilt hat, diese amtlichen Document« zur Kenntnis de« großen Publicums zu bringen. War eS aber Graf Arnim selbst, der die Schriftstücke dem »New.Ml Herald" zur Ver-fügung stellte, so stehen wir nicht an die Behauptung auszusprechen, daß er seiner Sache nicht leicht einen schlechteren Dienst erweisen konnte. In der That läßt ihn die Corresponberz im Lichte geradezu unbegreiflicher Verblendung und Hartnäckigkeit und eines Selbstvertrauens erscheinen, daS, wie «S scheint, weit mehr mit dem Mangel ruhiger Einsicht, als mit dem gesicherten Bewußtsein des eigenen Rechtes in Verbindung gebracht werden muß. Graf Nrnim leugnet die einfachsten Thatsachen, wie daß er als zur Disposition gestellter Reichsbeamter der Disposition dcs Kanzleramtes unterstehe, oder daß den von seiner Behörde an ihn gerichteten Schriftstücken schon durch ihre Numme-rierung und Registrierung ihr amtlicher Charakter unverkennbar aufgeprägt sei. Die Anschuldigung, daß er eine Reihe der letzteren dem pariser Bolschafts'Nrchive „entnommen" habe, fertigt er mit der fast provocierenden Einrede ab, er habe sie gar nicht an das Archiv abgeliefert. Er denunciert selbst die Mängel seiner Kanzlei-oerwaltung. Ein Theil der Papiere möae wohl in Paris verlegt sein. Er würde die Hllfe der Civilgerichte an-rufen, erklärt er Herrn v. Bülow in hochfahrendem Tone, wenn er nicht fürchten müßte, dadurch dem Dienste zu schaden. Es fällt dem Grafen Nrnim nicht ein, fich die Frage vorzulegen, ob es denkbar sei, daß eine öffentliche Behörde, die sich ihrer Autorität bewußt ist, diesen Weg veschreite und sich mlt ihren Untergebenen civllrechllich über da« Eigenthum ihm anvertrauter Schriftstücke aus-einandersetzt. Und indem er zugleich die Nnwenbbatleit jener Paragraphe des Reichsbeamten-GeseheS, welche die Regelung des Dieciplinar.Verfahrens zum Gegenstände haben, auf seinen Fall und seine Person bestreiket, drllngt er selbst da« Reichskanzler-Amt zur Gerufung an das Strafgericht. DaS sind unleugbare Thatsachen und die natürlichen > Sympathien, welche fich dem Schwachen und scheinbar Unterdrückten zuwenden, «crden ebensowenig daran etwas zu ändern vermögen, als dic spitzfindigsten Raisonnements. Ob Graf Arnim nach dieser Enthüllung uoch als kluger Staatsmann und bedeutender Politiler gelten kann, Ms dahin gestellt bleiben; — jedenfalls müßle «r dann mlhl Vorficht und Leidenschaftslosigkeit den öffentlichen Interessen entgegenbringen, als er in seinen eigenen erwies«« hat. Er mußte wissen, daß Fürst Bismarck nicht dll Mann ist, die Fehler seines Gegners unbenutzt zu lass" und je schärfer er diese Gegnerschaft accentulerte, nws°' mehr hätte er auf «ine sehr rücksichtslose und bis in d" letzten Consequenz:n verfolgte Ausbeutung der Situe« Cultus der eigenen Persönlichkeit nicht gerade zu dl» Seltenheiten gehören, allein dem ernsten Polltller laB zur Empfehlung gereichen. Da« Pochen auf die UnlM barlcit seiner Stellung und auf seine Geltung in b» öffentlichen Meinung war so bedenklich, als die Spec«' lation auf das politisch? Marlyrium. , Indeß nicht hierüber haben die Gericht« zu mlM den und wir hätten uns auch dieser Gemsilungen, " manchen vielleicht zu schroff und einseitig erscheinen wbsA enthalten, wenn sie uns nicht geeignet schienen, die ft^ liche Bedeutung des uneiquicklichm ZwlschenfallcS iN Haupt einigermaßm zu reducieren. Wir glauben ^ dings, daß Graf Arnim sehr überschätzt worden ist. ^. wissen nicht, vb seine Candidatur jür die NachfolglM in da« deutsche Reichskanzler-Amt ernst gemeint «""' wa« aber in jüngster Zeit über den Grafen ArnÜN ' die Oeffentllchleit gedrungen ist, ist wohl nicht g"!«" den Wegfall dieser Candldalur als einen sehr bed»« lichen erscheinen zu lassen; so handelt lein bedeute^ Mann, lein wirtlich großer und ftaatSmännisch anM ter Charakter. Seine Correspondenz mit Herrn ^ j Vülow zeigt den Grafen Arnim erfüllt von lleln^ Rechthaberei und Rancune. Er hat allerdings ein ^ darauf, nicht eher für schuldig zu gelten, als biS^ie^ richte ihr Urtheil gesprochen haben, allein wir beM'' daß das Verdict der ossenlllchen Meinung, wie <«"". dies Urthell lauten möge. kaum zu seinen Gunsten«" fallen wird. Was insblfondere das deutsche Voll « belangt, so wirb ihm die Wahl zwischen dem 3^ Bismarck und dem Grafen Arnim wohl kaum sehr ^ liche Zweifel auferlegen können." Politische Uebersicht. »aibach, 3. November. ,„. Zur Action der Czechen bemetlt der «P°ll0l ' ^ „Die „Narodni Lifty" »klären sich für den N»«""" in den Reichsrath hauptsächlich wegen des czl^ Staatsrechtes und citieren zur. Begründung dlsftn . Vertrag deS Königs Ferdinand l. mit dem böY"H Landtag aus dem Jahre I52ll. Sehr schön, aber ^ Ferdinand I. von Hadsburg ist schon todt und a"^, böhmischen Landtagsmitglieder aus dem Jahre 1^" ',<. nicht mehr unter den Lebenden. DaS czechlsche^,, recht beruht jedoch auf vielen StaatSschrlften und^ fachen und da<» königliche Rtslript vom 12. S«?"" ,. 1871 an das leuendige czechlsche Volt ist für eine^ < tischen Vertheidiger des czcchlschen StaatsrechteS e!" „ allerwlchtigsten. Auch ein ..paplerner Etfolg", °^l die „Narodnl Listy" sagen. Nun, das jung^^ Organ kämpft ja auch für die Durchführung dc» ^ schen Staatsrechts; wir wollen es ihm glaub". ^ möge es uns sagen, ob seine Part:i diesen bel"^, „papiernen Erfolg", den Graf Clam-Mattlnitz un° l, ger durch da« königliche Refkript vom 12. Scpte"^ rungen haben, von neuem erringen oder ob s"°^M errungenen zum V sten ihrer staatsrechtlichen ,> ^, kell" benutzen will? Sie mögen daS eine oder o" ^z dere thun, so ist es immer ein sehr tiefes jungA^''' Compliment für die altczechischen papierenen ^' .»'l Die rad!cale ..Swoboda« versichert, der «ny" "^ Iungl, echen werde im Volle immer zahl"^ ^ den, je offener die Fahne der Relchsrathabesch'""" gt^ gehißt werde. Man mag dieser Versicherung "°) ^jH Glauben schenken, sonderbar bleibt es nur, "'^ ^c^ ! das jungczechische Organ dazu kommt, nun doa) ^l Reichsralhsdeschickung zu plaidieren, nachdcM ^ turzem dieselbe Partei, und wahrlich sehr «"" F vergnügen der Verfassungstreuen und Libe^ ' ,,^. bestimmteste erklärt hat, sie müsse in der V«!' f!« polil»! verharren, um den Anschein hintan^' ech«" wolle das Staalsrecht preiSgcb-n. Wenn d>e,)" " ^el», übrigens seit der kurzen Zeit eingesehen ^°" h"^ wie ungerechtfertigt und unklug ein sol«" ^e "3 wäre, wie inconsequent, da aus ähnlichem Vl" ^ „i«l auch ihr Eintritt in den Landtag, den ste H^ ^. ^ zu bereuen Ursache haben, ein Fehler 5^ ""^ichsla" wenn sie nach dieser Einsicht nun doch "N ^ v« beschicken wollten, so würde man dies "«r ' ^F grüßen und gerne die widerspruchsvollen verzeihen. KltMö ,.l Der am 31. Oktober abgehaltenen sHslal'^ deutschen Vundcsrathes wohnte der^^ft Fütst Bismarck bei. Es wurde in derMN ^^,ste^ Gesetzentwurf wegen Einführung deS V"" ^ l" gefetzes in diejenigen Gebletstheile, welche iu > M gemeinschaftliche Zollgrenze eingeschloss«« A ^M" nommen und trat sodann da« Plenum »n o« 1818 ,,". ^nlgesehentwurfe», für welche der »erlcht der ver-Mtn Ausschüsse für Handel m,b Verkehr und für ^uungewtsm vorlllss. Nach längerer Discussion wurde " ^esetzllltlvurf mit den von den Ausschüssen vorge« >") Mnen Abänderungen angenommen. "lblr die Korrespondenz Arnim-Vülow meint un^^^vsl'. es müsse die Uebelzeugung eines jeden der l?^" Gemüthes sein, daß ein scandalöseres, zu l^ '^immsten Anficht des angeblichen Vergehens in h^.^llMnisse ft,hll,d««> Neispi:l von Strenge laum lyg" 'Melte Zettalter auszuwel,en Hütten. Der „G"' »ltlbe!, "" ^lm Bll lause dc», gesammten Angele-d!rl t^ ^ " derselbeu persönliche Interessen mltge-«r egung. Im Ministerium selbst ist Iw„'. We Theilnehmer an der Wahlcampagne der neue ^ Msministtr Vonghi. Er hält in Unteritalien l«!tit^^ ° "" ble andere, in welchen er die Fort. Hid- ' selche Italien seit seiner Einigung auf allen ^ " n °en,acht. das Verdienst der gemäßigten Partei luu°«u """schritte und eine Entwicklung des Regie-legt Vl°mmts im Unterrichts, und Finanzwesen dar» 5heiln°k ^Position ist mit der regen persönlichen lcildkn !" "" Minister an der Wahlbeweguna. unzu-lin ^ '.^ tlilt die „Oplnlone" lebhalt für dieselben slhtn M.".s °"t schließlich an das Veispiel der engli« leiht b°r "' "" zu zeißen, daß die italienischen ganz dctbln».. ^""' sich mit der Wählerschaft in dlrecle D "°N '" setzen. Üblr ^l. «AM« Havas" und „Fanfulla" berichten schaff "lolglt Abberufung des englischen Ge-Vlatt flj^"Ntis beim Vatican. Das letztgenannte Kn«, G^,"°ch hinzu, daß Cardinal Nntonelli infolge D«^ ^"ltes den Ch?f des britischen Eablnets, Earl ^ ditw?^ verständigt hat, daß der Papst in Zu-wtl^ ""« mit einer Persönlichkeit verhandeln könne, lllndtslh^" beim italienischen Hofe accredilierten Ge-^°blli,ct h.s ^ilc«n würde. Wle übrigens der „In»e-"^nlktl!!" "Us Paris geschrieben wird, soll selbst «ll folg.,, unk^ Absicht haben, dem Beispiele Englands ?"^«fter ». .^rn de Lourcelles. den geaenwättigen Wn. Dies,, w «atican, durch einen Bischof zu er-'llh reliaios, "^sel würde erfolgen, um den auSschließ-°tlN Paps."'"' Eharalter der zwlschtn Frankreich und ^zen ^'"schlnden Beziehungen zum Ausdruck zu h Zur Waldtultur. b«ll S^ "^V "nlnöglich. auf gewöhnlichem Wege ganz. »tllolnll,.°^'^ ^ld, somit zu einem Verfahren Zuflucht wichen" werden "uß. das gänzlich von dem sonst wünsch, "seicht, aber auch so einzig und allein zu er-l>Nl> ^.' "Resultaten fühlt. In solchen niedrig gelegenen llllsgls" ^ltßlüin Frühjahre, wie Helbstübclfiuthungen theil« ^" surften pflegt der Holzbestand sich meisten-^Ntsthtn °"! die sog. Schwarz«Erle zu beschränken, dt> ^ " den in derselben befindlichen Forsten Ibelhorst MM, "l>nien genannt werden, welche letztern le'nen ^ stll,! "°^ Herbst erleben, ohne gänzlich unler Wasser ^^t>eb!' ^" niedrigen regelmäßigen Ueberftuthunnen lNgHltn Wälder liefern nur Brennholz, solches aber "tlch.s..-lasse und guter Qualität durch ihre Schwarz. °t>lr ern de. werden schlagartig abgeholzt und ersetzen lilitn n^"n sich während oleler Jahre hindurch durch ^Nliua, " ""d kräftigen Slockausschlag, müssen aber 'It «z? üblich einer Erschöpsung unterliegen, da die zu slh?„ "denen Wurzelstöcke nicht mehr Kraft genug be-^tttn ^t Stockausschläge zu ernähren und sie ver-"lxß g. "dllch gänzlich. Für solche eintretende Fälle ^cher g? ^^chafft werden, ohne eine Anpflanzung bliebe ^ klar ^ ^euer, wie man zu sagen pflegt, oder kurz entwed"^ :"^^ statlfinden,(da die Zeit der Pflan. ?. l°l«er 2"«. ^! "" Frühling oder Herbst fällt und liü" ^°N«r . 5" bepflanzenden Parcellen gänzlich l"h finder stehen, somit nicht erreichbar und zugüng. «uf welche Art also die Pflänzlinge an ihren Ve-ftimmungsort hin versetzen? Das ist die gestellte Aufgabe, deren Lösung hier in möglichster Kürze zur Aufgabe gestellt wurde und die gelöst werden soll. Mali besorgt sich aus zugänglichen Gegenden junge Schwarz« Erlen-Pflänzlinge und sticht im Frühlinpt, al? der dazu am Mtlsttn pllsscndtn Zeit, grüuc Nascnstücke im Quadrat 6 bis !1 Zoll rheinländlsch Maß haltend und von der Dicke eines oder anderthalb Zolles, bohrt in ein jedes dieser Rasenstücke in der Mltle ein lu-ldes iioed, vermöge eines dazu hergerichteten «roheren Locheisens, befrachtet mit Pflänzlingen und Rasenslückln Note und fährt mit solchen auf die anzupflanzende Waldparcelle. An Stelle und Ort, »0 die Pflanzung erfolgen soll, angelangt, steckt man auf die Pflänzlinge die Rasenstücke derartig, daß die Grasnarbe nach oben zu ftchm kommt und versenkt so vom Vote aus die jungen Väum» chen, welche durch den Rasen beschwert, vertical da untersinken, wo sie ins Wasser gesetzt werden. Am voden an-gelangt, wachsen die Wurzeln der Pflänzlinge unbehindert fort, und sobald das Wasser sich verzogen hat, kann an das Festtreten der Rasenstücke gegangen werden und der Vlätterbildung steht nichts mehr im Wege. Die bei der Versenkung möglicherweise vorgekommenen Unregelmäßigkeiten können zurecht gestellt werden und ein neuer Ve-stand steht in sicherer Aussicht. Gut lassen sich auch solche Anpflanzungen schon be« ginnneu, wo die Wurzeln der schon oftmals abgetriebenen Gestände noch reproduclionsfühlg erscheinen, wobei man nur darauf zu achten hat, daß man die Pflänzlinge nicht gerade auf die Wurzelftöcke selbst, fondern auf die leeren Zwlschenräume versenkt. Durch die wiederHollen Abholzungen entftchen auf jedem Wurzelstocke Gruppen von 5 bis <> Stämmen und bieten reichliches Product von Brennmaterial bei so ziemlich raschem Abtriebs-turnus. Die Zwischenräume, die zwischen den eben angeführten Gruppen vorhanden find, geben gewöhnlich, namentlich in den, in der erwähnten tilfiter Niederung befindlichen Forsten Ibenhorft und Remonien, gute Heu-erlräge und der Grund und Voden gewährt so einen zweifachen Ertrag und Geldelnnahme. Hagesnemgkeiten. — (Vom A. h. Hofe.) Se. l. und l. Apostolische Majestät sind Sonntag, den 1. November, in der früh von Gödöllö in Schönbrunn eingetroffen. — (Gisenbahnprojecte.) I« l. u.k. Handels« minister«« liegen nach Meldung wiener Vlälter die Pco-jecle sür die Men.Novi, Predil- und Kniltelselo-Iapresther Eisenbahn in Bereitschaft. Die vor wenigen Tagen been-Inspeclion««ise de« 2hef« der Generalinspection, von Pischof. stand mit diesen Plvjecleu in direcler Verbindung. Die Trace bezliglich des Urberganges über den Wechsel ist definitiv festgestellt. — (Von Sr. Majestät Kriegsmarine.) Die Corvette „Helgoland", welche im Ollober 1873 eine Reise nach Oftmdien antrat und d»rch Maschwenhavarien längere Zeit in der Simons-Vai aufgehalten war, ist nunmehr auf der Rückreise begriffen und wurde am 30. Ol-tob« in Gibraltar erwartet. — (Honved - Avancement.) Das ungarische Amtsblatt publlciert das November. Avancement in der Honved-Armee. G« wurden ernannt im activen Stande: bei der Insanlerie 2 Oberste, 5 Oberstlieutenants, 8 Majore, 1 hauptmann erster Klasse, 2 Oberlieutenanls und 35 Lieutenants; bei der Kavallerie: 1 Oberst, 2 Oberst' lieutenants, 3 Rittmeister, 8 Oberlieulenants nid 21 Lieulo nanls. I« Beurlaubten-Staude sind ernannt bei der Infanterie: 1 hauptmann, 3 0berlleuttnan.s uno 40 Licu»«« nants; bei der Cavallerie: 3 Rmmeifter, 3 Oberlieutenanl« und 6 Lieutenants. Fern« sind einige Beförderungen im Manipulations» und Eanitälsstande erfolgt. — (Die Feuersbrunfte inRußland) haben dem »Regierungsanzeiger" zufolge im September einen Schaden von nahezu 9 Millionen Rubel (circa 14 Mill. Gulden) verursacht. Darunter befanden sich 448 Fälle, bei welchen die Brandstiftung conftatiert werden konnte, während bei 1586 Fällen die Ursache nicht zu eruieren war. In 11b Füllen hat der Blitz gezündet. Locales. Ans der Sitzung des Vereins der Aerzte. Laib ach, 31. Oltober. Mit diefer zahlreich besuchten Versammlung, es waren 20 Mitglieder anwesend, eröffnete nach fünfmonatlicher Sommerruhe aufs neue der ärztliche Verein feine Thätigkeit. 0b»ann Dr. Schiffer verlas zuerft die Einlaufe, theilte mit, daß 4 neue Mitglieder, die p. t. Herren Dr. Lesjal, Dr. Roblel, Dr. Schindler und Wundarzt Steinmetz, dem Vereine beigetreten und einer, Wundarzt Schrej, au«, getreten sind. Sodann wird zu« ersten Gegenstände der Tagesordnung „Discussion über die Diph »er itl« - Epidemie in Laibach" geschritten. Obmann Prof. Dr. Schiffer erinnert an eine ähnliche Epidemie in Laibach im Iah« 1837, sowie an das scharlachiihnliche Verhallen auch der heungen Epidemie, die er nach Art der alten Uerzle ^.nsma 8oar1atmo8«l nennen »öchle. , Dl Keesbacher verlennl nicht dle Richtigkeit dies« Aehnlichleilsl>ezieh»ng zwischen Scharlach und Dtphteriti» und beruft sich hiebe» selbst auf einen Fall seiner jüngsten Lifohlung, wo Albuminur« nach Diphlerlli« ohne Scharlach-eranlhe« aujgetreten fei. Doch alle diefe Aehnlichleits-beziehung rechtfertige noch immer nicht ein Identificieren beider Hranlheit«prozesse, da Pllzlnldung nur der Diph» terilis, nicht dem Scharlach zulomme. Redn« übergeht sodann auf die Behandlung der Diphleritis und befpricht uawentltcd die Dlfferenzpunlle der ärztlichen Anschauungen über einzelne Behandlungsmethoden, als: Aetzen oder Nlcht« atzen, Kälte oder Wärwe, Blulentziehen oder Robolieren; sodann bespricht er die antiseplische Local» und innere Behandlung, sowie die einzelnen diesbezüglichen Mittel, als: hypermangarsaures Kali, chlorsanre« Kali, Kall und Alcohol u. s. w. Hierauf entwickelt Redner seine Unfchaunngen üb« die Prophylorls gefunden Kindern gegenüber; fpricht über den Werth derartiger Vorbeugemiltel. um fodann die fani« tiilspolizeilicheu Maßregeln, die vonfeile des Gemeinwesens der Stadt zu veranlassen sind, in den Kreis seiner Nespre-chung zu ziehen, namentlich die Eenlgrubenfrage und dle Destnfecllon «. s. w. Er stimmt den getroffenen Maß-regeln des Landesschulrathes betreff« der Schule bei, obwohl sie großenthells illusorisch bleiben und nur der tiefe Em-griff in alle socialen Beziehungen »nferer Stadt halle ihn ab, schon jetzt sür den Schluß der Schulen zu plaidieren. Vr schlage übrigens vor, daß das Resultat d»es« Di», cussion vonseile des Vereins der Aerzte in der For« einer Resolution desselben ausgesprochen werde. Dr. Visl schließt sich den vo» Vorredn« «betreff der individuellen Gesundheilsvflege befürworteten Borbaunugs-«aßregeln volllo»mcn an und wünfchl, daß diefelben in allen Kreisen die nöthige Beachtung sänoen; er glaube jedoch auch, daß zumeist jene Maßregeln ins Auge zu fassen wären, welche vom allgemeinen hygienischen Standpunkte aus nöthig fcheinen, u« gegen den «pldewifchen Charakter diefer Krankheit zu Felde zu ziehen, deren Durchführung wohl nur die Aufgabe der städtischen Sanilälsdehörde, refp. der Sladtgemeinde fei. Seien auch die w>ssenschallllchen Acten über da« Wesen dieser Krankheit mcht geschlossen, so wisse man aus den pathologischen Unlerfuchunaen gewiegter Fachauloren das fast Übereinstimmende Eigebnls, wonach der locale Vntzündungsprozes l>er Rachenschlelmhaut durch eine Pllzwucherung den diphleruischen Charakter erhalte und die Krankheit eine miasmaltfch'conlagiöje sei. Man wisse auch, daß die Entwicklung derartiger Insec-tionelranlheiten durch Unrewlichleit und in mit animalische« Ausdünstungen geschwängerter Luft befördert werde, daher die Diphlerien ihre Brutstätte meist dort haben, wo viele Men-chen und Thiere unter einem Dache znsammengehäuft sind. vo Misthaufen, Aborte und sonftige thierische Beiwesungen )le Luft «tt lhreu Efsluvien erfüllen. Vei de« ji»«mel' lchen Zustande unferes städtischen Kanalfyftems, der gleich :iner schmutzigen Cloale ähnlichen Beschaffenheit de« Lai-wchstusse«, dtssen Wasser zur Bespritzung oer Gassen der-vendet werde, n«d seinen an beiden Usern offen zutage legenden Ausmündungen d« Unrathelanäle, »Ussen sich >er Gesundheit nachlheilige llmanalionen »ehr als hln« reichend verbreiten, abgeslb/n von den vielen offenen Senl-zruben, schmutzigen Winkeln nnd Höfen, de» Mangel einer «deutlichen Niunnenordnung und anderen öffentlichen Nebelwänden, gegen welche dringend eine Abhilfe nöthig wäre. Dr. Blei we is erklärt, ouch seinerseits sich den Meinungen der Vorredner anzuschließen, er befürwortet dle Brominhalationen, doch glaube er auch die Frage d« Tracheolomie besprechen zu sollen, die im Beginne d« Krankheit von französischen Aerzten empfohlen werde; tt erwähnt diesbezüglich einen jüngsten Fall rasch lödllich« TlphleriliS bci ew:r 24Mrig?n Mclgd, wo dcr diphteri-tische Belag an der Stimmritze endete. Auch er wendet sich dann den sanitären Uebelftänden in unserer Stadt zu. Dr. Keesbacher spricht sich gegen den Nutzen der Tracheolomie bei Diphterms aus und beruft sich diesbezüglich auf einen Fall feiner einstigen Spitalepraxi«; eine Appliuvalion der Tracheolomie im Beginne der Krankheit schelte« am Widerstände des Public«»«. Prof. valenlll «klärt sich gegen die Tracheolomie, wobei er zugleich eines interessanten Falles feiner Praii« erwähnt, wo der Kehlkopfschnitt bereits indicierl zur Ausführung gelangt wäre, wenn nicht der Koiper des Kinde« mit Pelechien sich bedeckt hätte (ein sehr selten vorkommender Fall), und bei diesem Zeichen der Vlutzerfehnng die Operation als wirkungslos vorauszufehen war. Bei der hierauf begonnenen, sehr animierten Debatte über dt- Vor-banungsmaßregeln, welche in den Rahmen der Resolution gebracht werden follten, bemerkt zuerst Regiernngsrach Dr. v. Stöckl, daß der onwesende Sladtphvsilus die genauesten Aufklärungen geben könne, ob und welche Maßregeln bläh« vonseile der städtischen Sauilälsbehörde gegen die Weil«. Verbreitung dieser seines Wissens noch nicht als. — i' Eier pr. Stück . . "", ll > Korn „ S 80 Milch pr. Maß . "'S Gerste « 2 40! Rindfleisch pr. Pfd. ^j0 Hafer » 1 80,. Kalbfleisch „ ^ ji Halbfrucht . 4 — j Schweinefleisch „ " ^ Heiden « 3 —! Schöpsenfleisch „ ^!s> Hirst » ^ —! Hllhndel pr. Stück . ^ ^ Kulurutz » 3 40< tauben „ ^ j» «Lroüpfel Zentner 2 80 , Heu Pr. Zentner . ^ «0 Linsen Metzen — — Stroh „ . ^ l» «rbseu „---------! Holz, harte« 32«, «lft. ° ^ Fisolen .. 4 80 , — weiches, „ <^^ Mudeschmalz pr. Psd. — 50 , Wein, rother, pr.Oimer.^^ Schwclnefchmalz ^ - bO - beiher ^ ^^ Speck, frisch. -36 Hasen pr. Pfund . ^l^ Speck, geräuchert Pfd. — — Leinsamen pr. MchcN____> Angekommene Fremde. Am 3. November. , ^ »l»t«l »«»«>« «V««n. Sever' Clementine, ranbft"^ Esander. «aufm., Hostnig und Hermann, Neisende, «>" «renn Pauline, Gottschee. ^,«' »«»»«« ««««'«»»«. Dr. Raspct. Ndelsberg. — Vouiina, «^ - Ovin, Radmannsdorf. — Oblal, Rudolfsweilh. ^ Hlluvlmllnu, Radlersburg. »»«««»«»««»««' «»s. Vlazy. Administrator, Pest. »t««»«»«»««. Waöli. Tiieil. ^.«>lcll, »>»»»»'«». Mlllusii, Rcdel. Wiltrelch. Via,. ^ "glll«^ Hinterberg. — Nman Del Pentla. Florenz. — Stancer, besitzer, Holl. ^^^^ Theater. , ZM" Heute: Maurer und Schlosser, komische Oper >n von Ander. Meteorologische Beobachtungen ill^LoiV^ 6U.Mg. 7438l> > 3.» NW.Hw»ch ^ trübe ^ 3. 2 „ N. 743.!,, ^ 5 , NO. schwach "übe 10 ,. Ab, 743 W 4. 4 » ! NO. schwach "übe ^ ^l Anhaltend trllbe. die Verge unsichtbar. Da« Tag"" Wärme ^- 4 7°, um 17' unter dem Utormale. ." Verantwortlicher Redacteur: Ott 0 m arvaw^^^ ^U.»v^^^«»i^<- Wien, 2. November. Die Börse war belebt und im allgenlemm fest. <3rst gegen Schluß zeigte sich wieder Ermattung. Den größten Antheil an der MWft bes" -ovz, ll^rl'ttz.'z. denz hatten Übrigens nicht die specifischen Speculalionspllpiere, sondern die Unlagewertht und unter diesen insbesondere die Staalslose. Auch Renten waren levy«! und Nslmactien sehr feft. ^.——""s«F Gelb Na« «ai. ) ^„,. (.....70 25 70 35 Februar«) """ <.....70 25 70 55 z^T-z «Uberr«.. < ' . ' ^ ?!'!" ^!°st. 1889 ....... 2«»- 272- ' 18si<.......1iX) 25 100-50 , I860.......108 90 1l)9 10 , 1360 zu 100 fi. ... N275 113 - , 1s64 V......124 - 134 50 Domümn-Pfllndbriefe .... 12150 122 Prämimanlehm der Stadt «im 101 b0 102 — »öbmeu , « ^ - . . 38— V6 50 «»"»im l^'i . . 8325 837b «i.dnlbül«« s . "^.. I . . 74 - 74 50 HVUllU'Relluliermlge-Left. . . 97'50 97 75 Un«. «iseub»hn.«n^ .... 96- 9V25 Ung. hjrit«itu.«lnl..... 83-8350 Ai^ln« t»a>l»»«l«Uulthe» . . 87 80 ßtt — Netten von Vanken. ««.. » . Geld Ware !«!,««?"...... ,547t, ,5525 V°d.mr«dit»nft,u' ' iit^ii« «reditwM . . . . ' i»«.^«3^b Geld War« Lreditanfilllt, ungar. . . . «24 . 2245« Depositenbank..... 133 — I3ü — «tscompttanftalt......915 — 920 — »r«,uc«.V»nt......63— 63 25 H»nbel«b»nl ..... 7350 74 - «ationalbaul......96U — 368 — Oefterr. allg. V»ul .... — ^ -— Uulonbaul ....... 18475 125 «nün«z°nl.......1650 16 75 ««rftbr«befth<«» . . Uls'üo 140 — < Veld War, «nbolft.Vahn.....150 — 15^» 5( Sl««,teb»hn......304—895- Küttahn........186- 13« 5c thtlß.Vahn.......188-50 1«9 - Unz«rische «orbosticchn . . . 114- - 114 5« Ungarische Ostbahn .... 547b 5528 tr»»w«y.«tstllsch......133 — 140 - «augesellschaft«». «ll«. «sterr. «anges»llfch»ft . . 4il 25 48 50 »in»« V»,tsellsch»ft.... bb 50 bb 7b Pfandbriefe. «llgun. «ft«r. Vobulcrlbil . . 9b 50 96 L0 dt°. l« 3'j 2»hr« 87 50 88. «,Non«»lb«Ul« >. »..... 9270 8890 U«,. «vnOenerebU..... 86 b0 87-. Priorltäteu. Llisabeth.-V. 1. Em..... - - 94- Ferb.-Nordb. S...... 104- - 104 50 ßr Südbahu, V,u« . - - ' 6785 °" Ung. Ostboha..... ' ««ölt.«.......' ili 7b " ««h««f«.«...... ' »ugttnra......' ' sisb ^^K «r»«lfn«....... b«i"j 10,1 il«nb,n......' ' 4ö^ P«»«...... ' ' Geldsorte«. gale ^ Gelb b st.^5 , Dnlate» . . . b st-^ S - gs ' Hllpolt°n«o'»r . . » - °h." 1 " ib ^ Preuß. «»sseuschtw 1 «6»'^"^ , «ili« ... 104 , — " «rainische «rundentlastun«««^ , ^.'"