Pränumcralions-Preise: Für Laibach: Ban,jährig . . . 8 fl. 40 tr. Halbjährig . . . 4 „ 20 „ Vierteljährig. . . 2 „ 10 * Monatlich . . . — „ 70 „ M i t der Post: Ganzjährig . . . il st. — Ir. Halbjährig . . . 5 „ 50 „ Vierteljährig. . . 2 „ 75 „ Sjiir Zustellung ins Hau» viertel- jährig 25 kr., monatlich 9 kr. Einzelne Nummern 6 tr. Laibacher Tagblatt. Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. R r 6 ii k l i o n «abnhosgasse Nr. Ms. 8ryriiilion uni 3nfctnlcn-tliirmu: »ongrebplab Nr. Hl (Buchhaudlnng »on lt. v.Kleinmal'r & F. Bamberg), Znscrlionrprrisk: Für die einspaltige Petitzeile 3 kr bei zweimaliger liinjchaltmig il 5 It dreimal il 7 tr. JnsertionSstempel jedeSmal 30 ft. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Nr. 180. Dienstag, 8. August 1871. — Morgen: Romanus. 4. Jahrgang. Zur Neugestaltung des VersassungS-wefeus. Wir sind wieder an einem Abschnitte unseres Versasslingölebcns angelangt; wie wir gestern ans-einandergesetzt, läuft nach den Offenbarungen unserer Offiziösen dasjenige, was man bisher „Ausgleich" zu nennen beliebte, auf eine völlig autonomistische Nenge st a l t u n g unseres Bersassnngswesens hinaus. Niemand unter der Verfassungspartei gehört zu denjenigen, die am Grundsätze festhalte»: „Die ganze unveränderte Verfassung," vielmehr wurde wiederholt von uns betont, daß die Dezemberverfas-sung in ihrer bisherigen Form nicht haltbar, besonders seitdem man Verhältnisse herbeigeführt, an denen die Versassnugspartei feine Schuld trügt. Jedoch darf eine Äbänderiing derselben nicht im rück-, sondern nur im fortschrittlichen Sinne platzgreifen. Soll jedoch eine Besserung in diesem Sinne erreicht werden, muß man gerade die Fehler vermeiden, die zum gegenwärtigen Konflikte geführt haben. Um die zum ehemaligen deutschen Reiche gehörigen Länder Oesterreichs haben jahrhundertelange Zusammengehörigkeit und das Borwalten deutscher Sitte und Bildung ein einigendes Band geschlungen, was von Galizien und Dalmatien, die erst später dem Reiche erworben wurden, nicht gesagt werden kann. Der erste Versuch, Gesammtösterreich zu einem Einheitsstaate umzuformen, ward durch die März-verfassmig von 1849 gemacht, jedoch durch die mittlerweile hereingcbrochene Reaktion ans staatlichem wie aus kirchlichem Gebiete wieder vereitelt worden. Als die Kataftrofe von 1859 das bisherige System unmöglich gemacht, wurden zwar die Hciuptrepräsen-tcmtcn desselben beseitigt, doch wollte man an eine gründliche Systemöäuderuug «och lauge nicht gehen. Nur der vollständig zerrüttete Staatskredit veran- lagte den Monarchen, durch das Patent vom 5. März 181S0, einem durch einige aristokratische Mitglieder verstärkten Reichsrath eine beschränkte Mitwirkung bei der Gesetzgebung und bei der Kontrvle des Staatshaushaltes, jedoch ohne selbständige Initiative und ohne Oeffentlichkeit, zu gfstatten. Da eine Majorität dieser feudalen Körperschaft eine föderative Ordnung der Monarchie empfahl und erklärte, die historisch-politische Individualität der einzelnen Grön länder müsse auerkauut uud deren Autonomie in der Administration und inner» Gesetzgebung festgestellt werden, so war damit der Zankapsel unter die Völkerschaften geworfen, dein wir den ganzen Verfaf-snngsjammer verdanken. Im Sinne dieses Majo-ritätsvotnniö erging durch die Grafen Golnchowsly und Rechberg das verhängnisvolle Okloberdiploni (20. Oktober 1800), welches gleich von vornherein als ein, beständiges, unwiderrufliches Staalsgrund-gesetz bezeichnet ward. Danach wurden die öffentlichen Angelegenheiten in Reichs- nnd Landeöangele-genheiten geschieden, von denen die erster» i» die Kompetenz eines Generallandtages, Reichsrath genannt, die letztem in die Kompetenz der Landtage fallen sollten. Z» Reichsangelegenheilen erklärte man die StaatSfinaiize», die Handels- und NerkehrS-vcrhältiiiffe und selbstverständlich das Aenßere nnd das Kriegswesen. Alle übrige» Gegenstände der Gesetzgebung sollten an die Landtage der einzelnen Krvnländer fallen. Da dieses mit mittelalterlichen Ständen verbrämte Diplom namentlich in den deutschen Erblau-den allgemeine Mißbilligung fand und man immer lauter nach einer Verfassung rief, während die Eze-chen in Böhmen, die Polen in Galizien vollständige Autonomie verlangten nnd Ungar» die unbeschränkte Wiederherstellung seiner Landesverfassung und seiner Gesetzgebung von 1848 forderte, jo ward endlich Schmerling berufen, um deu unverständig genug heranfbeschworenen Sonderinteressen gerecht zn werden. Leider versuchte er nur auf der Grundlage des unglücklichen Diploms, das man ja als unwiderruflich erklärt hatte, weiterznbaueu und schuf an Stelle der feudalen Stände eine sogenannte Interessenvertretung. Der Reichsrath bekam zwar jetzt das Recht der Initiative und der Oeffentlichkeit, aber dasselbe Vorrecht wurde den Landtagen gewährt und selbe gesetzlich befähigt, durch sogenannte Ausnahme und Ausführungsgesetze den Beschlüsse» des Reichsrathes jedesmal eine» Hemmschuh anznlege». Schwer hat es sich seither gerächt, daß man Anstand genommen, mit der Vergangenheit vollständig zu brechen, und nur widerwillig bekehrte das Volk sich zu dem Glauben, daß man, es mit der Verfassung redlich meine, weil man, statt dem Beispiele anderer Staaten zu folgen und alle Kräfte fest zu-sanimenzufasseit, mir daran dachte, wie man die Kompetenz der einen Körperschaft durch die der ändern begrenzen und den gedeihlichen Fortschritt zügeln körnte. Daß mau die absolutistischen Gelüste und Gewohnheiten von oben noch nicht verwunden, zeigt die erbärmliche Politik der Sistirungsperiode, die man mit dem verrückten Satze motivirte, cs sei rechtlich unmöglich, ein und dieselbe Bestimmung in dein einen Theile des Reiches als bindendes Gesetz gelten zu lassen, während sie in dem ändern Theile zt»n Gegenstand der Verhandlungen gemacht werde. Als die Folgen des unglücklichen Krieges, der das Reich au den Rand des Verderbens gebracht, endlich die Regierung zwangen, doch wieder zur Verfassung zu greifen und den Trägern des Reichs» gedankens das Ruder in die Hand zu geben, da versäumte die Verfassungspartei es leider, die Axt au die Wurzel des Nebels zu legen und die unglückseligste Bestimmung der Febrnarversassnng, wonach die Beschickung deö Reichsrathes an die Wahl der Landtage gebunden ist, zn beseitigen. Ja Jeuillelon. Ueber deu Verfall Frankreichs. Oberst Stosfel, welcher 1866 bis 1870 der französischen Botschaft in Berlin als sachverständiger Beobachter des Heerwesens zngetheilt war, hat bekanntlich während dieser Zeit an Napoleon und die Regierung Bericht aus Bericht gesandt. Er Mach darin die Neberzengnng ans, daß Frankreich von den Deutschen noch viel, sehr viel zu lernen habe und warnte vor beut Abgründe, welcher Frankreichs Macht und Größe verschlingen sollte. Stoffel jetzt diese Berichte gesammelt und in einem Bande herausgegeben. Die Verleger des Buches richteten durch einen gemeinsamen Freund an Stoffel die Bitte, für dasselbe eine Vorrede zu schreiben; dieser lehnte jedoch in einem Brief die Bitte entschieden ab, uud theilen wir aus der Antwort hier die bezeichnendsten Stellen mit: »2ch habe weder die Zeit, noch die nöthige Freiheit des Geistes, um zu Arbeiten zurückzukehreu die inmitten der Schmerzen und Demüthigungen des gegenwärtigen Augenblickes mir die bittersten Jahre meines Lebens znrückrufen. Von den ersten Monaten meines Anseut altes in Berlin hatte ich vorattögesehe», daß der Krieg mit Preußen in daö Buch des Schicksals geschrieben sei und ich sah mich genöthigt, inmitten eines Volkes, unseres künftigen und unerbittlichen Feindes, zu leben, dessen gefahrdrohende Ncbcrtcgenheit ich in jeder Richtung erkannt. Ich sah, daß der Kamps unausbleiblich sei zwischen diesem männlichen, unterrichteten, disziplinirten Volke, welches von Vaterlandsliebe und Glauben erfüllt, von bewährten nnd starken Einrichtungen geleitet wird, die von allen geachtet werden, und zwischen unserer unglücklichen, unwissenden, skeptischen, egoistischen und eitlen Ration, der selbst die Idee des Vaterlandes verloren gegangen war nnd die, nichts mehr achtend, seit achtzig Jahren sieh darin gefiel, der Reihe nach alle Staatseinrichtnngen, die sie regierten, zu zerstören. Sie werden niemals an der moralische» Marter zweifeln, die ich in diese» vier Jahren durchleben mußte. Soll ich Ihne» jetzt, thenrer Frennd, von meiner Angst und de» herzzerreißenden Sorgen während des Feldzuges schreiben? Das Schicksal wollte es, daß ich vom ersten bis zum letzten Tage Zeuge diese» schmerzlichen Krieges war, den die Geschichte wird bezeichnen können als den Kamps der Voraussichtslosigkeit, der Unwissenheit nnd der Albernheit gegen alle dem entgegengesetzten Eigenschaften, gegen die Voraussicht, Bildung und Intelligenz. Was mich heute in demselben Grade traurig stimmt wie unser Unglück, sind die so ausfallenden Zeichen des moralischen und geistigen Verfalles, in dem wir uns befinden, und die Furcht, daß die schreckliche Lehre, welche Frankreich erhalten hat. ihm nichts helfen dürfte. Nur wenige ermessen die Größe des liebet« und sind sich klar über die Ursachen desselben. Um in diesem Augenblicke nur von der Art des Unterrichts zn sprechen, welchen die französische Jugend seit dem Beginne dieses Jahrhunderts erhält, ist dieselbe etwas anderes, als eine ungeheure und unaufhörliche Lüge, die fortgesetzt wird, wenn wir das Mannesalter erreicht habe» nnd die erst mit unserem Dasein aufhört ? Denken Sie doch daran, wie wir erzogen worden sind, Sie und ich. Man sagte »ns immer und wiederholte es noch, als wir reifer geworden waren; „Das französische gramm nicht aufrecht erhalten, so könne» sie unmöglich auf die Zustimmung und Unterstützung der Nation rechnen. „So hoch wir auch den Einfluß Riegers anschlagen/' schreibt die „Politik," „so gibt es dennoch gewisse Grenzen, welche kein Vertrauensmann unseres Volkes, selbst der Klub der sämmt-lichen böhmischen Abgeordneten nicht, überschreiten darf ohne seiner Sendung untreu zu werden und das Werk eigener Thätigkeit auf Sand zu bauen. Möge darum das Ansehen Dr. Riegers im Klub der böhmischen Abgeordneten welches immer sein, es würde nicht ausreiche«, jene Bedingungen des staatsrechtlichen Programmes unserer Nation zu streichen, ohne die cs kein selbständiges autonomes Leben unseres Volkes, keine Sicherheit seiner Existenz, keine Garantie seines Gedeihens und seines Wohlstandes gibt. Wir dürfen von Oesterreich die weitgehendst n Zugeständnisse verlangen, je mehr wir bereit sind, durch unsere freiere Bewegung die Lebenskraft des Staates zu stärken und ihm Garantien geregelter nationaler Verhältnisse zu bieten. Konnte darum Dr. Rieger sich für die Annahme gewisser Vereinbarungen einsetze», sic können unmöglich weit ab vo» dc» S a tz » n g e u liege», die das politische Evangelium unseres Volkes bilde»!" Das heißt mit a»dere» Worten, die Deklarativ» muß im wesentlichen aufrechterhalten bleiben, wenn der Ausgleich für die Czechen annehmbar sein soll. Von einer wichtige» administrativen Maßregel der Regierung gibt heute die Grazer „Tagespost" Kunde. Bei der Prüfung der vorjährigen direkten ReichSrathswahlen in Böhmen hatte das Abgeordnetenhaus eine Resolution beschlossen, in welcher das Ministerium (damals Potoeki) aus-gefordert wurde, dafür Sorge zu tragen, daß bei der Verfassung der Wählerlisten überall ein gleichmäßiger Vorgang beobachtet wem. Diesen Beschlnß hat sich nun Graf Hohenwart in seiner Art zurecht-gtfcflt und an sämmtliche Länder-LhefS die Weisung gerichtet, bei Ermittlung deö Wahlrechte« die bisher unberücksichtigt gebliebenen landesfürstlichen Zuschläge, sowie mich den außerordentliche», sogenannten Kriegs-zuschlag in die direkte Steuer einzubeziehen und demgemäß bei der Verfassung der Wählerlisten vorzugehen. Ausnahmen hievon sollen nur dort stattfinden, wo die betreffenden Landesordnungen die Einbeziehung der außerordentliche» Zuschläge i» die direkte Steuer durch spezielle Bestimmungen verbieten. Die Bedeutung dieser Maßregel bei eventuellen Neuwahlen für die Landtage muß wohl im Auge behalten werden ; selbstverständlich wird durch dieselbe, nachdem sie die in den einzelnen Landesordnungen enthaltenen Ausnahmen nicht aufzuheben im Sta»de ist, nichts weniger als jene einheitliche Organisation der Wählerlisten geschaffen, welche das Abgeordnetenhaus bei Votirung der erwähnten Resolution eigentlich bezweckte. Die u n g a r i s ch c n Altkonservative», au ihrer Spitze der Jesuit Graf Moriz Esterhazy, haben dieser Tage der Deakpartei ihre guten Dienste für die nächsten Wahlen augeboten, woferne die Regierung de» Bischöfe» gestatte» würde, das Uusehlbar-keitödogina von den Kanzeln zn verkünde». Diese Lebenszeichen der ungarischen Feudalen werden natürlich von den österreichischen Junkern freudig begrüßt. Das „Vaterland" ist ganz entzückt von beut „zeitgemäßen Versuche." Ungarns Selbständigkeit, meint es, solle durch den nunmehr unvermeidlichen Hohen-wart'schen Ausgleich nicht verkürzt werden; aber dieselbe» Rechte wie Ungarn müßten die anderen Königreiche und Länder erhalten. Die Deakpartei, welche übrigens „unhaltbar" sei und „ihrer Auflösung mit Riesenschritten entgegeneile," müsse dem österreichischen Föderalismus gegenüber feste Position nehmen, sonst komme ihre Zersetzung der Linken zugute. An-drassy aber, obwohl er „in Berlin seinen Spezial-Gesandten unterhält und ungarische Nationalanleihen durch Vermittlung des Fürsten Bismarck zu billigen Perzente» in Berlin abschließt," könne die Personalunion nicht wollen. Sonach bleibe der Deakpartei nichts übrig, als ein „aktives Vorgehen zu Gunsten der Wiederherstellung der wirklichen ReichS-eiiihcit durch beit Föderalismus, wie er von der konservative» Partei diesseits und jenseits der Leitha aufgefaßt wird." „Und bist bu nicht willig, so brauch' ich Gewalt," droht es aus den „vaterländischen" Zeilen heraus. Das Gegeutheil der vorstehenden Konsequenzen zieht „Magyar Ujsag" aus den zisleithanische» Ausgleichen. Ungarn, dcöujirt das Organ der äußersten Linken, hat den Ausgleich mit der Verfassungspartei abgeschlossen; ist das Hohenwart'fche Programm durchgeführt, so ist der ungarisch-österreichische Ausgleich hinfällig. Ausland. Von den auswärtigen Angelegenheiten absorbirt auch heute die r u in ii n j s ch,e Frage das meiste Interesse. Die Bukarester Regierung schreitet, wie aus dc» Telegrammen ersichtlich, bereits zur Ausführung des Raubgesetzcö. Der „Pester Lloyd" meint: Sobald von außen her die vom Fürsten Karl sanktionirten Kammerbeschlüsse ernstlich an gef achten werden, dürste der Fürst von dem Kloster Sinai ans, welches hart an der österreichischen Grenze liegt, auf Nimmerwiederkehr die Grenze überschreiten. Oesterreichs Stellung sei in den bekannten Rothbnch-Depeschen des Grafen Batst für alle Eventualitäten genau gezeichnet; es werde keinerlei einseitige Intervention, selbst die Intervention der Pforte nicht, ftatuiren, sondern, gestützt auf Artikel 27 des Pariser Vertrages, nur eine aus der Initiative der Pforte und aus dem Einvernehmen das liebet wurde »och ins maßlose vergrößert, indem man die Autonomie der Landtage erweiterte und dein galizischen in manchen Fragen eine Sonderstellung einräumte. Nur zu bald '.nachte inan die Erfahrung, daß man damit niemand befriedigte, sondern die Sondergelüste erst recht ermunterte. Wie die Pilze schossen nun die österreichischen Repealer und Separatisten i» die Höhe. Ma» ließ sie gewähre», begann alöbald die famose» AuSgleichSverhandlnngc», erhob damit die „staatsrechtliche Opposition" z» einem gewichtigen Faktor im Staatsleben und hat uns so tief ins EhaoS hineingestürzt, daß man „gegenwärtig auf dein Punkte steht, mit de» versas-sungs- und kulturfeindlichen Parteien allein ein „neues Oesterreich" aufzubauen. Eine Reform, wie sie mit solchen Elementen geplant wird, welche alten Gebilden ein Scheinleben cuihanche», Leichname galvanisire» will, die höchstens das Kriegswesen, das Äcnßcre und die dafür erforderlichen Fi»a»zen der gemeinsamen Berathnug vorbehält, wird nie und »immer ein modernes Staatö-weseu zu begründen im Stande sein, das dein Volke ein menschenwürdiges Dasein schasst. Einmal könne» die höchsten Zwecke des Staates, die Kultur und der Fortschritt nicht vom Belieben kulturfeindlicher, weil in der Kultur zurückgebliebener Stämme abhängig gemacht werden, sodann bleibt die Regierung eines Großstaates, wo die Zersplitterung uud die Zerfahrenheit zum Gesetz erhoben ist, in allen ihren Aktionen nach innen wie nach außen unheilbar gelähmt. Eine Ordnung, welche die Träger des modernen Staates und des freiheitlichen Fortschrittes zurückstößt, ja zum beständigen Kampfe für ihre Kulturiuteveffe» verdammt, dagegen alle zersetzende» und fortschrittfeindlichcn Elemente an sich zieht und sorgsam hegt und pflegt, darf nimmermehr auf festen Bestand Anspruch erheben, wird statt des inneren Friedens nur Zank und Zwietracht schassen und den Ruin des Staates beschleunigen. Nimmer wird man dadurch zum Ziele gelangen, daß man die Fehler der früheren Versuche in potenzirter Gestalt wieder aufnimmt, sondern einzig, wenn ma» einmal allen Ernstes die entgegengesetzte Richtung einschlägt. Politische Rundschau. Laibach, 8. August. Inland. Die czechischen Organe, die eö doch zumeist iuteressiren sollte, bereiten der Nachricht vom „fertige» Ausgleich" nur eine kühle Aufnahme. Wenn in der That eine Vereinbarung stattgefunden, so meinen sie, so könne sich selbe unmöglich aus die Festsetzungen beschränken, welche in der als amtlich bezeichnete» Flugschrift (»»gedeutet wurde», dafür bürge der Nenne der Unterhändler und namentlich der Name Riegers. Haben diese das nationale Pro- Volk ist das größte Volk der Welt; wir sind die große Nation; die französische Armee ist die erste Armee der Welt, sie hat ganz Europa besiegt; der französische Richterstand hat nicht seinesgleichen; die französische» Finanzen sind besser verwaltet, als die irgend eines anderen Landes; unsere Gelehrten, Dichter und Künstler haben in der ganzen Welt keine Nebenbuhler; das französische Volk ist das geistreichste Volk des Erdballs u. s. w." Kaum verlassen wir die Schule, aus welcher wir die traurigen Keime mitnehmen, die, indem sie die uns eiugeborne Eitelkeit und den Eigendünkel wachruse», nns verdammen, in der Unwissenheit zu vegetircn, so lesen wir alle mehr oder weniger die Bücher der moderne» Geschichte, vorzugsweise aber jene, die über die Revolution oder das Konsulat und das Kaiserreich geschrieben worden sind, und was finden wir in denselben? Die unablässige Verherrlichung der Männer und der Thaten der Revolution und deö Kaiserreiches, das ausschließliche Lob Frankreichs, seines Genies und seiner Werke, auf Kosten aller anderen Länder; verführerische Erzählungen, die sich alle nur auf Frankreich beziehen, als ob alles mir um Frankreich gravitirte und als ob es nur allein auf der Welt wäre. Da die Verfasser dieser Bücher selbst nur das Produkt einer wesentlich französischen Erziehung sind und da sic nur eine unvollständige Kenntniß der Geschichte fremder Länder haben, deren Sprache sie nicht einmal verstehen, so folgt daraus, daß wir, die wir diese Bücher lesen und studireu, uns in Anschauungen sestrcuucii, die unö in unserer Jugend eingeimpft wurden und die falsch sind, weil sie exklusiver Natur waren. Derartige Studien sind durch, aus nicht geeignet, unsere UrtheilSkrast zu entwickeln, denn man urtheilt nur durch Vergleichung, und so treten wir schließlich in daö Mannesalter, ohne wahrgenommen zu haben, daß unsere Bildung nichts als eine ungeheure Täuschung gewesen sei. Wenn es nur hiebei sein Bewenden hätte! Aber nein, denn unsere unglückliche Nation wird erhalten in ihren Illusionen und so ausdauernd und konsequent mit Lügen genährt, daß sie endlich davon verwirrt wird. Man belügt sie in den Büchern, Zeitungen, auf der Rednerbühne und den Regierungsbänken, mit einem Worte, man belügt sie überall und auf allen Seiten. Von allen diesen Lügen ist aber die ernsteste und beharrlichste die Erziehung selbst, die wir in unserer Jugend erhalten — eine Erziehung, die uns die ausschließliche Bewunderung unser selbst und Frankreichs lehrt, die unsere natürlichen Fehler überreizt und entwickelt und die in uns den Wunsch, uns zu bilden und zu vervollkommne», erstickt. Äaunt treten wir bann in das praktische Leben, so werden wir, selbst gegen unseren Willen, i» de» exklusiven Anschauungen und falschen Gefühlen befestigt, die uns in der Zeit unserer Jugend eingeimpft worden find. Wie bereits gesagt, die Lüge umgibt uns auf allen Seiten, sie herrscht in den Büchern, Zeitungen Unterhaltungen, in den amtlichen Reden, auf der Tribüne uud in der Regierung. Sie durchdringt unsere Sitten, Gewohnheiten und selbst die Formen der Sprache. Man erschöpft sich in lobreduerischen Beinamen. In der Presse, in der Kammer bezeichnet man ohne jeden Unterschied Männer als große Bürger oder berühmte Generale, deren wirklicher Ruhm oder die Dienste, die sie geleistet, durchaus nicht zu einer solchen Bezeichnung berechtigen und so kommt cs auch, daß wir mehr große Bürger aller Vertragsmächte hcrvvrgehcndc Aktion für statthaft erklären. Sämmtliche preußische Bischöfe werden, wie das „Breslauer Kirchcnlilatt" meldet, in den nächsten Tagen in Fnlda zusammenkomincn. Daß ein gemeinsamer Protest gegen die ministerielle Entscheidung, ein öffentlich Exkommuuizirter fei noch Mitglied der katholischen Kirche, vou Seiten der Bischöfe erhoben werden wird, steht nach dem ultra-montanen Blatte außer Zweifel. Die Allkalholikenvcrsammlung zu Heidelberg wurde am 6. d. unter dem Vorsitze deö Ge-heimraths Winscheid eröffnet. Die Versammlung beschloß für den 22. September die Abhaltung eines Altkatholikcnkongrefscs in M ii n ch e it mit öffentlichen Vorträgen und organisatorischen Spezialbera-thungen. Hofrath Friedrich, Wellpricster Anton und Landammann Keller kennzeichnelen die Tendenzen der Altkatholiken Oesterreichs und der Schweiz. Es zeigte die Diskussion als einmüthige Absicht der Anwesenden daö Streben nach einer durchgreifenden kirchlichen Reform, um das ursprüngliche kirchliche Prinzip, der heutigen Kulturstufe entsprechend, zur vollen Wirksamkeit uud Geltung zu bringen. Ferner wurde die Geheimhaltung aller gefaßten Beschlüsse beantragt, bis die Partei vollständig orgauisirt sein wird. Die Versammlung schloß mit dem Antrage, dem Altkatholikentage die Vorschläge behufs gänzlicher Loslösung vom unfehlbaren Papstthum vorzulegen. Das „Journal Ossicicl" pnblizirt einen Bericht des Marschalls M ac Maho it über die Operationen der Versailler Armee in der Zeit vom 11. April bis zum 28. Mai, dem Tage der Einnahme von Paris und des Sturzes der Kommune. Absolut neues theilt dieser Bericht nicht mit; er ist mehr ein militärisches Tagebuch, welches die täglichen militärischen Vorsallenheiten in chronologischer Reihenfolge erzählt uud hat somit nur für den militärische» Leser ein historisches Interesse, um zu lernen, wie man zum Angriffe einer von aufrührerischen Banden vertheidigten Stadt nicht Vorgehen soll. Das bemerkenswerthefte Moment in dem ganzen Bericht ist, daß die zur Einnahme von Paris bestimmte Armee erst mittels Dekret des Herrn Thiers vom 6. April gebildet wurde und bereits am 11. desselben Monats zum Angriffe einiger Punkte der Zirknmvallationslinie von Paris schreiten konnte. Sic bestand ans zwei Infanterie- uud einem Ka-vallerickorps unter Mac Mahott’s Kommando uud einer Reservearmee, welche von General Vinvy befehligt wurde. Es ist in Warschau kein Gcheimniß, daß «m dortigen Oberpolizeimeisteramt ein spezielles De- und mehr berühmte Generäle haben, als alle übrigen Völker Enropa's zusammen. Dies ist auch eine Form der Lüge, die man in keinem anderen Lande wieder findet. Wenn man bedenkt, daß eine so künstliche uud auf Täuschung berechnete Erziehung allen Geschlechtern ertheilt wurde, die seit Beginn des Jahrhunderts auf einander folgten, so wird man über die traurigen Wirkungen, die sie hervorgebracht, nicht mehr erstaunt sein. Wie sollte ein Volk einem solche» für die Verdummung und Entsittlichung geeigneten Systeme aus die Dauer widerstehen können ? Stellen Sie sich e>u Kind vor, dem seine Lehrer unaufhörlich schmeicheln und dessen Eigenliebe und Eitelkeit fortgesetzt gereizt wird, indem man ihm sagt: Du bist schön, stark, du bist die Intelligenz selbst, du hast viel mehr Geist und mehr Mittel, als deine Kameraden, und andere ähnliche Dinge. Welch traurige Früchte muß nicht eilte solche Erziehung liefern und darf man sich dann wundern, wenn ein solches Kind ein unwissender und eitler Mensch wird? Dies ist aber ein Bild der Erziehung, die wir alle mehr oder weniger erhalten und es ist anch kaum nöthig, andere Ursachen für unseren sittlichen Verfall zu suchen." (Schluß folgt.) partement besteht, welches sich ausschließlich über die Vorgänge innerhalb der polnischen Nationalpartei in Galizien und Posen zu unterrichten uud dar> über direkt au das Präsidium der geheimen Staatspolizei in St. Petersburg zn berichten hat. Jenes Departement hatte in Erfahrung gebracht, daß demnächst wieder mehrere polnische Versammlungen, und zwar auf Anregung Smolka's in Lemberg uud in Ropice im Teschner Kreise, stattsiiiden sollen. Im Hinblick auf diese Versammlungen ist min dem Warschauer Oberpolizeimeisteramt aus St. Petersburg die Weisung zugegangen, mit der Ertheiluug von Reisepässen nach Galizien in der zweiten Hälfte des Jnli und während des ganzen August zurückhaltender als gewöhnlich zu sein und solche Dokumente driugendenfalls nur jenen Personen auszufolgen, deren politische Haltung notorisch eine regie-rungsfrenndliche sei. Den Vcrhaudluugcu über de» Ankauf des K a -»als von Suez durch eine englische Gesellschaft scheinen so ziemliche Schwierigkeiten von Seite des Khedive eiitgegeuzusteheu ; daher die Verzögerung. Die Pforte dürfte den Vertrag nicht eher ratifiziren, als bis eö England ans diplomatischem Wege durchgesetzt haben wird, die von Ismail Pascha zu Suez uud Jsmailia jüngst erbauten drei Forts durch türkische Garuisouen zu besetze». Eine derartige militärische Okkupation des Isthmus würde die bekanntlich stark ausgeprägten Unabhängigkeitsgelüste des VizekönigS bedeutend dämpfen. Unter diesen Umständen ist die beharrliche Opposition des Khedive gegen die Abtretung des Kanals an England umsomehr begreiflich, als dadurch auch Frankreich, das eigentlich die Dynastie Mehemed Ali's gründete, den letzten Stützpunkt in Egypten verliert. Lokal- und Promuzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — (Zum Geburtsfe ste des Kaisers.) Wie wir vernehmen, werden vom hiesigen Kasino-Re-staurateur Franz Ehrfeld die umfassendsten Vorkehrungen getroffen, das GeburiSfest Sr. Majestät unseres Kaisers in würdevoller und wahrhaft glänzender Weise zu feiern. — (Aus dem Lager des Denunzian-te nt hu ms.) Wir würden aus der Zurückweisung der Verleumdungen gewisser Blätter nicht herauskommen, wollten wir alle Anwllrse uud Verdächtigungen, womit gewisse Leute sich darin breit machen, berücksichtigen. Diese Herren, wie schon wiederholt zur Evidenz nachgewiesen, lügen so frech und schamlos, daß es unsereinen ordentlich verblüfft und man nachgerade zur Anschauung gelangt, es liege dies im Blute, es sei eine nationale Eigenthümlichkeit. Je öfter man die unverschämten Burschen vor aller Welt an den Pranger stellt, desto schamloser treten sie auf. Einer dieser Wichie, dessen Schwindeleien unlängst von Den Blättern aller Farben gebrandmarkt, der in Folge dessen selbst von feinen bisherigen Patronen verleugnet worden, berichtet dem „Wiener Vaterland," dem Organ der reaktionärsten Klerikalen und Junker, das allein noch seinen giftigen Auslassungen die Spalten öffnet, die Deutschen in Laibach hätten bei Gelegenheit des filhar-inonischen Konzertes im Kasinogarien den Radchlymarsch ausgepfifsen und so das Andenken des allverehrten Heldenmarschalls aufs gröblichste verunglimpft. In Folge dessen habe der Oberst des Regimentes Huyn der RegimentSbande verboieit, je wieder im Kasinogarte» zu spielen, und dem Offizierskorps nnierfagt, je wieder diese Räumlichkeiten, den Versammlungspunkt von Hochverrätern, zu betreten. Mag der Herr Oberst was immer für einen Grund zu persönlicher Mißstimmung gehabt haben, Thaisache ist, und sämmtliche beim Feste Anwesende, der Herr Oberst und das Ossizierkorps mit eingeschlossen, versichern einstimmig und feierlich, da diese Angabe die schamloseste, die frechste Lüge enthält, die je in die Welt geschickt worden; Thalsache ist, daß der Radetzkymarsch mit ebenso großem Beifall aufgenommen worden ist, wie andere Musikstücke, ge schweige, daß er auSgepsisfen worden. Unser Staunen jedoch erregt nicht so sehr die Frechheit des weltbekannten Stänkers und Hetzers, als die Taktlosigkeit eines ernsten Organs, wie die „Wehrzeitung", das mit sichtlichem Wohlbehagen diesem Abschaum von Frechheit keine Spalten öffnet, ohne sich um die stinkende Quelle im geringsten zu kümmern. Und der Intrigant hat zu guteriefet noch die Unverschämtheit, sich mit der Solidarität der Armee und des Offizierkorps mit „Patrioten" seines Schlages zu brüsten, die nothwen-dig fei, um die deutschen „Hochverräiher" gehörig in die Schranken zurückzuweisen. Noch vor kurzem, bei Gelegenheit des Janischberger Heldenstückleins, wurden die Herren Offiziere, denen man jetzt schweifwedelnd und fpeichelleckerisch den Hos macht, als Feiglinge trat« tirt, die man mit dem „nassen Fetzen" davoujagt. Wie es mit der Wahrheitsliebe und Aufrichtigkeit dieser „Patrioten" beschaffen ist, bedarf keines weitern Kommentars. —' (Die klerikale Partei in Laibach) befindet sich in sehr großer Verlegenheit. Graf Wurmbrand hat seine Stelle als Präsident des katholischen Vereins niedergelegt, und zwar aus Unmuth, weil er cs trotz seiner mit kanzleimäßiger Genauigkeit geübten Thäügkeit im Vereine dennoch zu feinem Abgeordneten-Mandat gebracht hat. Auch will der fromme Graf im Vereine die Stelle eines Diktators bekleiden, was ihm aber der Opposition wegen, welche die Geistlichen machen, nicht gelingt. Dr. Cvsta, der Vize-Präsident des katholischen Vereins, hat es bestimmt abgelehnt, den Präsidentenstuhl zu übernehmen, und das neulich behufs der Präsidentenwahl einberufene Konklave hat sich dahin geeinigt, den Grasen Wurmbrand zu bitten, er möge diese Stelle noch weiter behalten. — (Arbeiterverein.) Sonntag hielt der hiesige Arbeiterbildungsverein eine MonatSversammlung ab, in welcher bei Vorlage des Rechenschaftsberichtes die erfreuliche Thatsache erhärtet werden konnte, daß der Verein in stetigem Aufblühen begriffen fei und gegenwärtig zirka 90 Mitglieder zähle. Der Vortragende sprach die Hoffnung aus, daß mit der Zeit jeder gebildete Arbeiter dem Vereine angehören werde; in ver-hältnißmäßig kurzer Zeit hätten sich die BereinSmit-glieder als Partei organisirt, welche, wenn sie hierorts auch noch viel Feinde und Gegner habe, doch in anderen Städten durch Tausende von Arbeitern verstärkt werde.— Ein Arbeiter, Herr Kunz, beleuchtete nun in längerem Vortrage die gegenwärtige Arbeiterbewegung und gelangte dabei zu dem Resultate, daß die Arbeiter, wenn man die Sachlage klar ins Auge fasse, nicht umhin könnten, die Absicht'der Grazer und Wiener Arbeiterpartei zu billigen, welche bereit sei, die Liberalen im Kampfe gegen die Reaktion zu unterstützen. (Beifall.) Der Redner entwickelte dann, anknüpfend an den am vorigen Sonntage vom Herrn Dr. Keesbacher gehaltenen Vortrag, seine Ansichten über die Arbeiterfrage. Er meinte, eben bei dieser Gelegenheit haben die Arbeiter bewiesen, daß sie das Wahre sehr wohl vom Falschen zu unterscheiden wissen. Dem wissenschaftlichen Theile jenes Vortrages, welcher so viel Belehrendes bot, hätten die Zuhörer alle Anerkennung gezollt, aber die schließlich- flüchtige Bemerkung, der Arbeiterstand könne nur durch Selbsthilfe sich dauernde Verbesserung seiner Lage verschaffen, habe allgemeine Mißstimmung hervorgerufen. Es fei zwar das Prinzip der Selbsthilfe nicht durchaus zu verwerfen, allein nach feiner (des Redners) Ansicht werde dauernde Verbesserung der Lage der Arbeiter dadurch nicht erreicht werden. Man bedürfe, um Konsumvereine zu gründen, keiner Arbeiterbewegung, auch keines Anschlusses an die liberale Partei. Die Arbeiter haben wichtigere Interessen, größere Ziele zu verfolgen, es handle sich um ihre Gleichstellung im sozialen Leben. Schließlich legte Redner den Anwesenden ans Herz, ununterbrochen für den Verein zu agitiren, auf daß derselbe immer zahlreicher und somit mächtiger, d. H., wie er umlenkend hinzufügte, fähiger werde, sich die zur Bildung der Miiglteder nöthigen Mittel zu verschaffen. Der als RegierungSvertreter anwesende Herr Magistratsrath Gut man meinte, das erste Streben des Verein» solle auf Bildung seiner Mitglieder gerichtet sein, woraus Herr Kunze entgegnete: Der Verein richte hierauf unausgesetzt sein Augenmerk, sei unablässig bemüht, sich die Bildemittel zu beschaffen, erhalte auch von allen Seiten die Mahnung, hierin nicht zu erlahmen; selbst die Arbeitsgeber preisen den Arbeitern gegenüber stets den Werth der Bildung, Niemand aber gewähre zur Erreichung dieses Zieles dem Bereine die geringste finanzielle Beihilfe. Es sei gerade, als wenn man einem Ertrinkenden, statt ihm zu Hüfe zu kommen , immer nur zurufe, er wöge doch schwimmen, damit er nicht ertiinfe. Herr Dovic betonte es als Pflicht des Staates, den Arbeitern zu helfen, da sie in der Gesellschaft das meiste leisten. Es ward noch die Wahl eines Schriftführers vorgenommen und nun erst begann eine wissenschaftliche Vorlesung über die Arbeiterfrage, deren Fortsetzung jedoch wegen vorgerückter Stunde aus die nächste Versammlung übertragen wurde — (Postaint in Schischka.) Die von vielen Seiten eifrigst befürwortete Errichtung eines Postamtes in Schischka'ist von der betreffenden Behörde bewilligt und am 16. d. M. wird ein Postamt mit Brief- und Fahrpostdienst in Unterschischka eröffnet, welches durch täglich zweimalige Fußbotenpost mit Laibach verbunden wird. — (Gustav Adolf-Verein.) Morgen findet in Trixst die diesjährige (9.) Jahres - Versammlung des füdösterreichifchen Zweigvereins zur Gustav Adolf Stiftung statt. Als Depulirte der evangel, wohnen derselben Herr Regimentsarzt Dr. Bock und Herr Pfarrer Schack, als Tepulirter für Cilli Herr Korn von hier bei. — (Triglavbesteigung.) Vergangene Woche wurde die Spitze des Triglav von Matthäus Jatnar mit seinem 11jährigen Sohne erstiegen. Wir hatten Gelegenheit, denselben zu sprechen und erfuhren, daß der Weg auf den Triglav schon nahezu vollendet sein soll. Bei halbwegs günstiger Witterung schicken wir ohnehin im Lause dieses Monates einen Berichterstatter auf den Triglav. der den hochherzigen Spendern von Beiträgen für einen Triglavweg eine wahrheitsgetreue Schilderung über den Bestand des Weges geben soll. — (Sodt aufgefunden)wurde am 31. Juli Vormittags auf freien, Felde in der Gegend von Kc>-nomla, Bezirk Planina, ein aller Bettler, angeblich namens Slrimpst aus Lanifche, Bezirk Lack. Da der Tod wahrscheinlich aus Altersschwäche eingetreten und keine Bedenken obwalteten, so gestattete die Gerichtsbehörde die Beerdigung aus dem Friedhofe zu Unteridria. — (Stationen derLinieBillach-Tar- v i s.) Nachdem die durch die General-Inspektion vvr-genommene Prüfung der vom Verwaltungsralhe der Kronprinz-Rudolsbahn vorgelegten Pläne für die Stationen der Linie Laibach-Tarvis ergeben hat, daß die Projekte im allgemeinen, sowohl bezüglich der Ausdehnung als der Loge der Bahnhöse den Lokalverhältnissen entsprechen, hat das Handelsministerium die Landesregierung in Klagensnrt angewiesen, die Verhandlung zur Festsetzung der Stationen einzuleiten und durchzusühren. Die beantragten Stationen sind folgende: 1. Frachtenstation auf dem rechten Drau-Ufer in Villach; 2. Bad Villach; 3. Firnitz; 4. Arnoldflein; 5. Maglern-Thörl; 6. Ober-Tarvis; 7. Erweiterung der Station Tarvis. Frimberger, Inwohnerin, alt 69 Zahre, in der Stadl Nr. 170 an der Entkräftung in Folge heftig gichtischer Kreuz-schnierzen._______ Witterung. Laibach. 8. August. Nachts sternenhell. Morgens nach 5 Uhr schwacher Nebel. Später wechselnde Bewölkung. Wolkenzug aus NO Wärme: Morgens 6 tthr + 12.Kl1', kachln, Unr + 24.4" C. (1870 + 20.3"; 18(59 + 20.4"). Barometer im fallen 7S6.60 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -| 16.5°, um 4.1“ unter dem Normale, _________ Angellimmcne Fremde. Am 7. Augnst. Klvi'nut. Nuga, Bikar, Kal bei Kanal. — Vnga, Gärtner, Kanal. — Carmann, Militär Geistlicher. — Sal-vatore de Macchioro, Triest. — (Ajrolamo Gcntilomo, Triest. -- Ginseppe Capovilla, Finme. — Stieger, Kfm., Passau. — Gnba, Professor, Graz. — Weiß, Wien. — Wenzel, Professors Witwe, Triest. — Steiner, Privat, Graz. -- Eisner, München. — itovacie, Techaitt, Jvria — Carmelich, HaudclSi» , Triest. — Langer, Sagor. Sliult Wien. Baron Schwarz, k. k. AZM., Wien. — Ribano, Privat, Wien. — Trevifau, Handelsmann, Triest, — Sct'anp, Wien. — Köster, Kauftu., Bradfort. — Berger, Seidige. — Kokoschka, Wien. — Fünek, Graz. -- Krauß, Ing.-Assistent, Triest. — Pez, Kanfm., Wien. Hübscher, Privat, Triest. — Beck, Magazins-Aufseher, Triest.__________ Gedenktafel Gemeinde über die am 10. A u gu st 18 7 1 stattfindenden Lizitationen. 3. Feilb., Becaj'sche Real., Melava, BG. Laas. — flieliz. Modic'scher Real,, Neudorf, BG. Laas. Erledigung. LaudtasetadjnnktensteUe Laibach binnen 14 Tagen beim k. k. Landesgerichtspräsidium. Telegramme. Paris, 7. August. Das Kriegsgericht wurde eröffnet und der Anklageakt verlesen. Alle Angeklagten erscheinen darin des Komplotes zur Aende-rung der Negierungsform, der Aufreizung zum Bürgerkriege, der Usurpation der Regierungsgewalt, Assy auch der Brandlegung und des Mordes an-geklagt. London, 7. August. Der „Standard" meldet: 3 französische Panzerschiffe werden angesichts möglicher Verwicklungen im Orient in Toulon seebereit gemacht.___________________________________ llhrhkitsgctreue Anerkennung einer ^ifeii Saelie. Diese gute Saclie betrifft närnlicli die bekannte und berühmte Anatherin-Zahnpasta, welche in Wien, Stadt, Bognergasse Nr. 2, von dem Zahnarzte Herrn Dr. Popp dargestellt wird, dessen übrige Zahnmittel: Anatlierin-Mnndwasser, Zahnpulver, sich auch überhaupt durch ganz besondere Vorzüge auszeichncn. Ich habe diese Anatherin-Zahnpasta wiederholt selbst geprüft und auch bei vielen Zahnleidenden, welche von dieser Zahnpasta Gebrauch gemacht haben, die Beobachtung gemacht, dass die Wirkungen derselben ganz ausgezeichnete sind und dass dieselbe daher nach meinen sorgfältigen Beobachtungen und Erfahrungen vor jeder ändern Zahnpasta unbedingt und in jeder Beziehung den Vorzug verdient. Insbesondere aber ist diese Anatherin-Zahnpasta das allervortrefflichste Reinigungsmittel für die Zähne und tritt dadurch gleichsam in den Rang eines höchst unentbehrlichen Gesundheitsmittels; denn eine gründliche Reinigung der Zähne ist das beste Mittel, dieselben gegen Fäulniss zu schützen, und kariöse Zähne erzeugen schlechte Verdauung und schlechte Ernährung, abgesehen von den ganz entsetzlichen und qualvollen Zahnschmerzen, welche durch verdorbene Zähne verursacht werden. Es muss somit der Wahrheit gemäss anerkannt werden, dass die Anatlierin-Zahnpasta des Herrn Dr. POPP in Wien sich durch ihre grossen Vorzüge vor jedem ähnlichen derartigen Mittel höchst vor-tlieilhaft auszeichnet und dass dieselbe daher mit Recht zum allgemeinsten und ausgedehntesten Gebrauche empfohlen zu werden verdient, was ich hierdurch mit meines Namens Unterschrift und Siegel bescheinige und beglaubige, dem Herrn Dr. Popp es ganz überlassend, von diesem gewiss ebenso wahrheitsgetreuen wie unparteiischen Auerkenntniss jeden beliebigen Gebrauch zu machen. (10—2) Berlin. Mr. .Boliamees (L. S.) Medizinalrath. Zu haben in Laibach bei l’etriöii & 1‘irkvr, A. Krisper, Josef Kitringov, Johann Kraschowitz, Ed. Mahr, F. AI. Sellinitt und E. lür.scliil/,, Apotheker; K r a i n li u r g bei F. Krisper und Sei). Scllliunig, Apotheker; Blei I) u v g bei Herbst, Apotheker; W a r a s d i n bei Hllltcr, Apotheker; R u d ol fsw e r t h bei 1). Rizzoli, Apotheker, uml Josef ßcrgmniiu; Gurk leid bei Fried r. HümcllOS, Apotheker; Stein hei Jfthll, Apotheker; W I p-p a e h hei All ton Deports, Apotheker; Gör/, hei Vontoili, Apotheker, und J. Keller; Wn r to n b e rg bei F. Gudler, Atlelsberg liel ,1. Kuiirorscliinldt, Apotheker; Bise hoflack hei C. Fnblaiil, Apotheker; Gott» ei,.. a. J. limII»e, Apotheker; Idria in der k. lt. Werksiipo-tliokc; Littai hei lt. MillllweilZCl, Apotheker; Radin a n n s d o r f in der Apotheke von Sllllocliers Witwe. Literarisches. Fenser'S Kalender für Landlvirthc. Im Verlage der Aktiengesellschaft „Leykam-Josessthal" in Graz ist m vedit hübscher Ausstattung der „Neue Kalender für die österreichischen Landwirthe auf das Jahr 1872, herausgegeben unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner von Peter Nikolaus genfer, landwirthschastlichem Wanderlehrer für tue Steiermark" — erschienen. Trotzdem dieser Kalender erst seinen zweiten Jahrgang antritt, hat er sich bereits einen nadi vielen Tausenden zählenden Leserkreis erworben. Der belehrende Theil ist äußerst reichhaltig und gibt die Rubrik Belehrendes" ganz vortreffliche Winke iibcr die Fütterung und Zucht des Biel,es, die Bienenzucht, die Milchwirtschaft, ben Wein- und Obstbau, die Forstwirthschaftrc. Ebensoviel bietet der Abschnitt „Allerlei für Hof und Feld," welcher 70 Seiten umfaßt. Der Preis des Buches — 40 Kreuzer — macht dasselbe gewiß auch dem ärmsten Sandmann leicht zugänglich.__________________________ ...____________ Verstorbene. Den 7. A n g u st. Balcntin Kovac, Tagtet,«er, alt 29 Jahre, im Zivilspital an der Limgrnfndjt. — Frau Maria Bergheers Theater mit Geister- & Gespenstererscheinungen. Die Vorstellungen werden noch einige Tage fortgesetzt, und zwar heute und täglich Abends 8 Ul, r. Tonncrstaa Den 10. ttnnnft Nachmitta,, um <> Uhr Extra-Kindervorstellung mit verändertem Programm. Preise für Äinder: Sperrsitz 20 kr., erster Platz 15 kr., zweiter Platz 10 kr., Galerie 6 kr. — Preise für Erwachsene: Sperrsitz 50 kr, erster Platz 30 kr., zweiter Blat; 20 kr.. Galerie 10 kr. __(352) Annonce. (Tin (351) juufltr, intelligenter (ßrfdjöftatnnnn, 28 Jahre alt, von angenehmem Aeußern uud guter GemUthsart, sucht eine Lebensgefährtin tut Alter von 20 bis 28 Jahren uud beansprucht gutes Gemitth, häuslichen Sinn und zur größere» Ausdehnung des Geschäftes ein Vermögen von 6000 fl. aufwärts. Zuschriften mit Fotografien erbitte mir unter Adresse: M. A. B. Karlstadt einsenden zu wollen. Nicht entsprechende Fotografien kommen sofort zurück und für strenge Verschwiegenheit bürgt ein solider Charakter. Wiener Börse vom 7. August. ßtaatttfond». byerc. Rente. öst.Pap. Dtp. bto. öftunSUv. tofe von 1854 ; Geld 1 69.ro 84 öl 1 1»Clt .est. Hypoth."Gc.nk ^ Cote von ltiHO, ganze 101 so. Ware 59.f>i » 9® “Iz’rloEltitta-OültK.! dnfe vcn 1800, tzünfl. i 12.7*1 11» — Vränuen5.:5 i3ö 50 <2rnadentt.-Obf. Steiermark ^u5p<£t. 93.— ! k?ärnren, Kra-n u. Ättftenlaub 5 * —---------- Ungarn . . zu 5 * btUO 8t 00 lkroal. u. Slav. 5 Siebenbürg. „ 5 „ 76 75j «7 16 109.75 2i2 — it G 20 Kl.— Pergament - Papier (307—6) zum Obsteindünsten per Elle 24 kr. und 30 kr. bei Josef Karinger. Aotlon. Jtationalbant . . - 766 — 707 Union - Bank . . . yG0.50 ynk . iiSS. 2j|Vf-8 50 0«|t. IBoben«cb.«Ä. • iiiURI — Oest- Hy»°rh.-Ban! . —.-l Stetet. ®-cDmpt.^3ÖI. |i86 - —.— Franko - Austria . . ln.SO üOMi ftail. ficrb.^Vtotcb. .1 tVl7 «>ö» E>übbahn-Äet>.'ltlch. ■ ’ 180.76 Jtat1.eU|obet6.iba6n.|i2s s.i lrs.76 K irt-üllbwig-Bahn i41> 60 üid — fricbenb. 6i(cnbnbn . i72 75 V.3 25 etaatebabn . ... m.- ftiiii. (>tuiij»yoic;8b.. Z03 60 » 4 — ijün|l.>*atcfct 6.=$.ü7.i — 176.50 Llsöld-Nlum. Bal^n .>>78 50 1,7.— X'faadbriefo. Ration, ä.to. eetteeb. i ^-l .'0 9170 tlng. Bob.-Trcbitanft. 8ii— 8».M> «llg.öst.Bob.-Lr-btt. 106H6I10« 60 bto. Ul 33 U. tüdll. . | 87.—| 67Ü5 '?übb.»®cf. jr.600S}t. 109.51 tto. Lo,»' 8pCt. »41.-Vlotbb. (10V k. CM.) 106.— 6ieb.=».(S00fl.ö.B.) so — StaalSbahn pr. Stütt — .— StaalSb. pr. Sl. 1887 — 1,'iubolfüi.fSOOfl.Ö.2B.) si io 91 30 jjtanj»3cf. (sooft.©.) 97 6 i V7.t0 Los«. lirebit 100 fl. 8. w. . 179.25 178 £0 $cn.=$om2 9.73* 1.821 121 10 Telegrafischer Wechselkurs vom 8. August. 5perz. Rente österr. Papier 59.50. — 5perz. Rente öflcrr. Silber 69.50. — 1860er Staatsanlehen 103.40. — Bankaktien 767. — Kreditaktien 287.10. — London 121.80. — Silber 121.-. — ü. k. Münz-Dnkaten 581. — Na-poleonsd'or 9.70'/,. Druck von Jgn. v. «leinmayr * 8ed. Bamber« in LaivaH. Verleger und für die Redaktion verantwortlich: Dttomar Bamberg.